Nr. 92 Abonnementspreis: in Gießen, abgehalt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Boft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( taglio) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nagmittags Dienstag, den 21. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 81 Die einipaltige Betitzelle für Gießen wk gary Oberbeffen, die Kreise Beglar und Marburg 10 Vfe fonft 15 Bfg.: Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 is Boffzeitungslifte No. 3809. Redaktion und Expedition: Gießen Renewwe Fernsprechenfin Ar, 308. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutschland und Amerika. In den verschiedensten Blättern wird darauf aufmerk jam gemacht, daß das Verhalten der amerikanischen Regierung, die eine Einladung zu einem Flottenbesuch nach tiel anfangs ablehnte, sich aber an der huldigenden Kundgebung der italienischen und englischen Flotte vor dem Präsidenten der französischen Republik in Marseille be teiligen wird, immerhin auffallend sei. Gewiß ist das ber Fall. Wer aber die Stimmung der Amerikaner gegen Deutschland kennt, wird davon nicht weiter überrascht sein. Zu dieser wieder aktuell gewordenen Frage gehen uns von unserem CB.- Mitarbeiter noch folgende bemerlenswerte Ausführungen zu: Die Amerikaner sind unsere Feunde nicht, das wissen wir schon lange. Ihre Abneigung gegen Deutschland datiert auch nicht erst seit dem Tage von Manila, sondern genau genommen seit dem Eintritt Deutschlands in die Interessengruppe, die sich mit der Liquidation des chinefchen Reiches soweit diese einmal eintreten wird, befaßt. Die gleichen Empfindungen haben die Amerikaner schließlich auch den Franzosen und namentlich den Englandern gegenüber. Aber hier werden sie nicht so deutlich, weil sie diesen beiden Mächten höchst praktisch an bie Flanken gehen. Die Unruhen, die seit langer Zeit hon auf Schlon angezettelt sind, und die Annäherungsbestrebungen, die bei Kanada gemacht werden, sind zweifellos infolge eines geheimen Goldregens entstanden. Mit Frankreich aber, das als Kompagnon der russischen Politik den Vormarsch der Vereinigten Staaten auf Ostasien hemmt, wird ebenfalls eine ernstere Stunde komment. Dagegen existieren gegenteilige Interessen gegen Deutschland, die je zu einem blutigen Zwiste führen könn ten, durchaus nicht es sei denn, daß Deutschland wirklich, wie ihm die Vollblutamerikaner stets nachreden, Absichten auf Südamerika hätte. Da unser Kapital dort Kulturanlagen geschaffen hat und unsere deutschen Offiziere in manchen Staaten die Heere erst ordentlich herausgemustert haben, so finden derartige Gerüchte Glauben. Das ist bas eine Moment, was es der amerikanischen Regierung catfam erscheinen läßt, auch den Schein einer Intimität zu vermeiden. Nun kommt aber weiterhin noch in Be tracht, daß die deutsche Industrie troß hoher Sperrzölle noch ihren Eingang nach Amerika findet und sich überall in England, in Ostasien uno vor allem in Südamerika den Handelsstrategen des Nordens entgegenstellt und daß vor allem auch der deutsche Markt selbst sehr spröde gegen die amerikanische Einfuhr ist. Zudem ist hier so ziemlich zuerst die amerikanische Gefahr entdeckt wor ben, weil unsere Statistit, mit echt deutscher Gründlichkeit ausgebildet, mit überzeugender Deutlichkeit die Kurven bes amerikanischen Wettbewerbs auch den übrigen Natiohen zur Kenntnis brachte, und weil schließlich, wenn einmal der Gedanke eines europäischen Zollübereinkommens afut werden sollte, Deutschland auch hier die Führung haben wird. Amerika wittert in uns einen Feind, allerbings einen Feind der Defensive und daher die bei jeder Belegenheit wieder aufwallende unfreundliche Gesinnung Die wir aber mit Gleichmut ertragen. Die Amerikaner sehen ein, daß sie den Hochmutsbogen Deutschland gegenüber überspannt haben, und suchen den üblen Eindruck ihrer Unhöflichkeit gegen den deutschen Kaiser zu verwischen. Nicht nur, daß der amerikanische Marinestaatssekretär sich zu einer entschuldigenden Erflärung der Ablehnung der kaiserlichen Einladung verstanden hat, nachträglich hat auch Präsident Roosevelt von seiner Wahlreise ein Telegramm an das Washingtoner Marineamt gerichtet, worauf dieses erklärte, das ameri lanische Europageschwader werde mehrere Häfen Nordeuropas anlaufen und zweifellos die Route so einrichten, daß es während der Kieler Festlichkeiten dort sei. Rɔɔse belt designierte ferner einen hohen Beamten des Ackerbau departements, Schulte, zum Empfang der deutschen Land. wirte, welche eine Studienreise nach Amerika machen, und beauftragte auch mehrere Spezialisten dieses Departements, den Landwirten die verlangten Aufklärungen zu geben. Auch die amerikanischen Marineoffiziere lassen fich offenbar auf Weisung von oben neuerdings angelegen sein, ihre deutschen Kameraden mit größter Höflichkeit zu behandeln. Alles das wird uns nicht darüber täuschen, wie die Yankees in ihrem Innern über uns Deutsche denten. Die Politik. Kein Kaiserbesuch in Gmunden! (!) Die Zweifel an der Meldung eines hannoverscher Blattes von einer bevorstehenden Aussöhnung der Häuser Hohenzollern und Cumberland erhalten neue Nahrung Gegenüber der mit großer Bestimmtheit vorgetragener Behauptung jenes mit dem Gmundener Hofe in Bihun gen stehenden Blattes, Kaiser Wilhelm werde im Herbs der Jagdgast des Herzogs von Cumberland sein, erfähr jetzt die Wiener ,, N. Fr. Br." auf Grund authentischei Informationen aus Gmunden. daß diese Nachricht ,, jede Grundlage entbehre". Nun hatte jenes hannoversche Blat aber auch gemeldet, der deutsche Kronprinz werde in Sommer den Prinzen Max von Baden besuchen, dessen Ge mahlin eine Tochter des Cumberländers ist. Bei dieser Gelegenheit, hieß es weiter, werde der Kronprinz aud der jungen Prinzessin Alexandra von Cumberland be gegnen, die ziemlich durchsichtig als fünftige Gemahlin des deutschen Thronfolgers bezeichnet wird. Ob diest Meldung von dem Kronprinzenbesuche ecenfalls unzu treffend ist, bleibt noch fraglich. Wenn auch die Ableug nung jener anderen Mitteilung vom Kaiserbesuch in Gmunden für die Zuverlässigkeit der Notiz über die Stron prinzenreise nicht spricht, so bleibt es andererseits doc bemerkenswert, daß der angekündigte Besuch des Kronprin zen beim Prinzen May von Baden und seine Begegnung mit der Prinzessin Alexandra in dem obigen Dement aus Gmunden mit teiner Silbe Erwähnung findet, was doch wohl geschehen wäre, wenn auch diese Nachricht hin fällig wäre. Für die Richtigkeit der Meldung von dem Kronprinzenbesuche scheint es auch zu sprechen, daß di: beutsche offiziöse Presse noch mit keinem Worte sich zu der Sache geäußert hat. Das Ergebnis des Antialkoholfongreffes. Der Bremer Antialkoholkongreß, der während der ganzen lezten Woche tagte, war ganz gewiß nicht frei von gewissen Uebertreibungen. Wenn beispielsweise die Behauptung aufgestellt wurde, daß schon ein einmaliger Rausch die erste Staffel zur Geisteskrankheit sei, dann muß es wenig brave Männer geben, die zugleich geistig normal sind. Denn im Zustand ,, allgemeiner Heiterfeit", die ja zugleich als Gewichtsprobe auf das gesellige B dürfnis eines Menschen nach einem bekannten deutschen Sprichwort gilt, hat sich ein jeder schon mal befunden. Aber trotz dieser Uebertreibungen ist doch einmal die breite Deffentlichkeit auf die schweren sittlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gefahren des Alkoholgenusses aufmerksam geworden. Besonders erfreulich ist es, daß sich auch Frauen für eine Bewegung, die sie ja anscheinend so wenig berührt, interessieren. Denn göttlob sind ja alkoholsüchtige Frauen in Deutschland wenigstens noch sehr selten. Der Alkoholismus ist vor allem ein Laster der Män ner. Die Frau aber als Priesterin der Familie hat einen bedeutenden Einfluß auf das heranwachsende Geschlecht und diesem müssen ja vor allem die Camenförner der Kongreßverhandlungen überantwortet wer den. Weiterhin aber dürfte auch in die unteren Volksschichten die Erkenntnis gedrungen sein, daß eine gute Ernährung eine Hauptwaffe gegen die Alkoholverseuchung ist. Auch hier muß die Frau die bessernde Hand anlegen. Ein guter Tisch schüßt gegen die Versuchungen des Branntweins mehr als die schönsten Reden. Weiterhin aber wird ein von den Nebelgeistern der Epirituosen nicht befangener Geist dem Schönen und Guten mehr zugewendet sein, als ein befangenes Gemüt, und ein ungeschwächter Körper ist der wichtigste Bestandteil des nationalen Wohlstandes. Es ist tatsächlich die Zurückdrängung des Alkohols eine kulturerrungenschaft von großer Bedeutung. Zur italienischen Minister- Krise. ::: Die Nachricht, der italien sche Minister des Auswärtigen Prinetti sei bereits in aller Form zurückgetreten, scheint sich nicht zu bestätigen, wiewohl auch offiziöse italienische Blätter sie bringen und als seinen Nachfolger den bisherigen Marineminister Morin nennen. Marin minister soll der Admiral Bettɔlɔ werden. Wenn Prinettis Rücktritt auch noch nicht erfolgt ist, so steht er doch stündlich zu erwarten, und die Ernennung der beiden genannten Politiker ist ebenfalls als zweifellos zu betrachten. Auf die deutsch italienischen Beziehungen hat diese Aenderung im römischen Kabinett leinen Einfluß. Frankreich und der Katholizismus. )-( Eine Bemerkung, die in Frankreich großes Aufsehen machen und dem Kabinett Combes recht unangenehm Ningen wird, hat Papst Leo XIII. am Sonntag beim Empfange einer Anzahl französischer Pilger gemacht, die von dem Kardinal Matthieu und dem Bischof von Beauvais geführt wurden. Der Papst beFlagte sich bitter über die Lage des Katholizismus in Frankreich und äußerte unter Tränen: Wenn Frankreich fortfahren wird, sich von seinen religiösen Traditionen abzuwenden, ist es verloren." Auch die Pilger brachen bei diesen Worten in Schluchzen aus. Dies Wort des Papstes wird die in der französischen Bevölkerung herrschende Erregung wegen der Vertreibung der Mönchsorden durch das Kcbinett Combes erheblich verstärken. Diese Erregung ist ohnehin stündlich im Wachsen. So wird wieder aus Le Mans berichtet, daß es in der Nähe des dortigen Kapuzinerklosters zu einer ernstlichen Kundgebung fam. Man hörte Rufe:„ Es lebe die Freiheit, es leben die Kapuziner." Mit diesen Rufen - mischten sich auch aufrührerische. Die Polizei nehm efva 20 Verhaftungen vor. Auch die Haltung der Karthäuser gegenüber der Regierung ermutigt die der Kabinettspolitit feindlich gesinnte Bevölkerung. Es ließ der Prior bes Karthäuserflosters den Untersuchungsrichter, der ihn wegen der Millionenbestechungsaffäre vernehmen wollte, gar nicht vor, sondern ließ ihm durch einen anderen Bater einfach eine Erflärung zur Eache überreichen. Dieser Widerstand der Starthäuser gegen die Staatsgewalt imponiert den Franzosen, die jeden Beweis von Energie bewundern. Völkerrechtsbruch in San Domingo. ::: Die Revolution in San Domingo nimmt den Charakter einer internationalen Verwickelung an. Gegen Deutschland und Italien haben sich die Dominikaner, offenbar die Aufständischen, einen Völkerrechtsbruch zu schulden kommen lassen. Der deutsche Matrose Ernst Succker von der Bineta" ist bei der Bewachung des deutschen Konsulats durch einen Schuß in die linke Brust schwer verwundet worden, ebenso wurde ein Matrose von einem italienischen Kriegsschiff verwundet. Die beiben Mächte sind dadurch in die Notwendigkeit versetzt, Genugiuung zu fordern, und da die Regierung von San Domings diese nicht wird geben können, weil sie keine Gewalt über die Rebellen hat, so wird, falls nicht die Aufständischen selbst sich zur Genugtuung erbieten, ein bewaffnetes Einschreiten beider Mächte unvermeidlich sein. In San Doming dauern die Unruhen ungeschwächt fort, der Präsident Vasquez ist der Rebellion gegenüber so gut wie machtlos. Die Lage in China. )-( Zur Unterdrückung der Unruhen in den chinesischen Provinzen Kwantung und Kwangsi und in Szetschwan sind neue Vizekönige ernannt worden. Tochentschuen, Hsuan und Hsiliang heißen diese schlißäugigen Zeitgenossen, denen nachgerühmt wird, sie seien sehr energisch und würden die Aufständischen bald klein triegen. Aber troß dieser erfreulichen Verheißung sind nicht alle europäischen Mächte mit diesen Ernennungen zufrieden: Die Engiänder wit tern in der Ernennung Hsiliangs eine Bedrohung ihrer Interessen und widersetzen sich ihr deshalb. Da Rußland aus demselben Grunde für Hsiliang eintreten wird, so dürfte der Widerstand der Engländer nicht viel nüßen. Für die deutsche Eisenbahn in Schantung ist der letzte Sonntag ein denkwürdiger Tag: An diesem Tage ist der erste Eisenbahnzug von Tsingtau in Tsingtschufu angetommen. Der Serbenkönig gegen den Zaten. )-( König Alexander von Serbien, der dem Zaren bie Abweisung seines Besuches am Zarenhofe noch immer sehr nachträgt, hat sich in einer Unterredung mit einem englischen Journalisten ziemlich abfällig über die Sühne forderung Rußlands für die Ermordung des Konsuls Schtscherbina ausgesprochen. Diese Forderung werde die Ursache eines allgemeinen Aufstandes sein, der sonst nicht zu befürchten stände. Die ganze Gefahr liege jetzt bei den Albanesen. Die mazedonische Frage sei nicht halb so ernst. Falls die von Rußland geforderte Hinrichtung des Mörders Schtscherhinas, des albanesischen Soldaten Jbrahim, erfolge, würde Blutrache gegen den Sultan und gegen die Christen ausgeübt werden, die ihn zur Hinrichtung zwangen. Die gegenwärtige Ruhe sei eine scheinbare, die Albanesen warteten nur ab, was gegen sie unternommen wer den würde. Mit besonderer, für den Zaren berechneter Betonung hob der Kleine Alexander hervor, wie großes Ver. trauen er zu Desterreich und dessen ehrliche Politik habe, und um die Russen noch mehr zu ärgern, schloß er mit einem Appell an England, zur Wiederherstellung der Ordnung selbst mit Hand anzulegen. Auch erklärte er, Serbien müsse angesichts der Vorgänge auf dem Balkan rüsten. An der Neva ist man nicht sehr nervös, und wenn der kleine Gernegroß in Belgrad wirklich Ernst damit machen sollte, die Pläne Rußlands zu stören, wird man ihm zu gehöriger Zeit einen Tenkzettel erteilen, der ihn von allzu selbständigen Streichen dauernd abschrecken wird. Nach einer Meldung aus Skutari wurden dort zwei Beisiger der neu eingesezten Gerichte auf offener Straße von einem Albanesen durch Sievolverschüsse verlegt. Der Zustand der Verwundeten ist ernst. Buhamara im Zwift mit Spanien und Frankreich. (-) Buhamara alias Prinz Mohamed droht den Spaniern mit Krieg! Das ist das neueste aus Marokko. Buhamara hat dem Gouverneur der spanischen Stadt Melilla mitgeteilt, daß, wenn die flüchtigen Sultanstruppen nach wie vor eine Zuflucht in Melilla finden würden, er einen Angriff auf die Stadt machen würde. Der Gouverneur soll erwidert haben, er warte auf Befehle seiner Regierung. Wahrscheinlich wird die spanische Regierung dieser dreisten Herausforderung gegenüber flein beigeben. Auch mit Frankreich dürfte der Rebellenführer in Zwistigkeiten fommen: Nach einer Meldung aus Tanger wurde eine Starawane, welche zwei französische Reisende, einen Herrn und eine Dame, auf der Straße nach Tetuan begleitete, in einer Entfernung von drei Stunden von Tanger vollständig ausgeplündert. Den Reisenden gelang es zwar, underfon ich dich recht verstehen? ftammeite er jaft jaud1?" man gerüttelt blidte sie ihm the schon ihre Sände feft in die feinen ins Geficht. den Dienst versagen wollten. Wie aus tiefem Traum mußte die Leuchte wieder niedersehen, weil ihr die Glieder Unfägliche Bewegung fprach aus ihrer Bend. Gorgt man fo für das Leben eines, den Haft? Will man für ihn sein eigenes einseiene. Cie Kluge Dunde. Stizze von R. Waldmüller. Rachdrua verboten.) unmäßig höhe Hundesteuer und oft ganz überflüssige, mɔTroß der vielfachen Hundehasser, welche durch er sich auf einen früheren und sprang mit ihm im Maule a ſechs beharrlich Hier war er in seinem Salfe hin und her in das Meer hinab. der Feind machtlǝs: ungeheuer der Major lief händeringend und Leben für ein solches Untier zu riskieren, gerief der Will sie niemand retten?" Aber niemand zeigte Luſt, ſer Logge unter das Wasser. Die Aufregung am reiend Meine Dogge! meine herrliche Dogge! drückte er den Kopf der Baris, als etwas Leine Füße tras, und er einen diese Zwede jedoch das Tier mit einer besudelte. Er Sache. Nach wenigen Tagen der ausbesserte, so dachte der Herr am anderen Ende der Brücke ein Heinen Budel sah, der sich an seinen Stiefeln rieb unb ichen und abermala besudelte der Budel etablierter Stiefelpuber den Schaden bald wieFlut negativer Segenswünsche, da war sehr ärgerlich und bedachte nicht zu diesem Die ihm die er denselben Weg weiter an sehrt nach Tanger zurückzukehren, aber das wird die Franzosen wohl nicht abhalten, sich Genugtuung auszubitten. Vielleicht kommt ihnen dieser Zwischenfall sogar recht gelegen. Kurze politische Nachrichten. * Reichskanzler Graf Bülow ist wieder in Berlin eingetroffen. * Der kürzlich vom kanadischen Finanzminister angekündigte kanadisch- deutsche Zollkrieg soll unverzüglich beginnen. Nach einer Meldung aus Montreal ist der Zuschlagszoll auf deutsche Waren vorläufig in Kraft gesetzt worden. Zu seiner endgültigen Genehmigung ist die Zustimmung der geseßgebenden Faktoren nachgesucht worden. * In Cordoba ist die Ruhe wiederhergestellt. Die Arbeit wird wieder aufgenommen. Man glaubt, daß der Belagerungszustand wieder aufgehober werden wird. Hof und Gesellschaft. *** Der deutsche Kronprinz und sein Bruder Prinz Ettel Friedrich weilen zur Zeit in Neapel, von wo sie u. a. die Ausgrabungen in Pompeji und die Altertümer und Naturwunder Bozzuolis besichtigten. Die Prinzen statteten der Künigin von Portugal, die an Bord ihrer Yacht ., Amalia" im Hafen von Neapel weilt, einen längeren Besuch ab. *** Ein abermaliger Besuch des Kronprinzen von Dänemark am Kaiserlichen Hoflager in Berlin steht, gutem Bernehmen nach, im Monat Juni cr. bevɔr. *** Herzog Karl Eduard von Sachsen- Koburg und Gotha wird, wie wir erfahren, am 24. d. Mts. in Begleitung seines militärischen Erziehers, des Hauptmann v. Gillhausen, von Gotha nach Bonn übersiedeln, um dort auf ein Jahr die Universität zu beziehen. Am Mittwoch dieser Woche wird unser Kaiser auf der Reise nach der Wartburg in Gotha furzen Aufenthalt nehmen. Außer dem jungen Landesherrn wird ihn auch dessen Mutter begrüßen. *** In der Hofpfarrkirche zu Wien wurde die Ver mählung der Erzherzogin Elisabeth Amalia mit bem Prinzen Alois Liechtenstein vollzogen. Der Feierlichkeit wohnten bei der Kaiser, die Erzherzoge und Erzherzoginnen, Prinz Arnulf von Bayern mit Gemahlin und Sohn, die nächsten Berwandten des Bräutigams, die obersten Hofwürdenträger, die Minister und die Genera Ittät. Hus dem Gerichtsfaal. Gegeu die frühere Oberin Elise von Heuslei bom Kgl. Maximilian- Waisenstift in München, welche vɔ einiger Beit wegen Giftmordversuchs vom dortigen Schwur gericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, hat das an seiner Gesundheit so schwer geschädigte Dienstmädchen Minna Wagner einen Anspruch auf Zahlung einer Summe von 3000 Mart bei Gericht geltend gemacht. Die Klage soll erst zur Verhandlung kommen, wenn das Reichsgericht über die von Frl. v. Heusler eingelegte Rebision entschieden hat. Da die Beklagte ein Vermögen von mehreren Tausend Mart besißen soll, ist Aussicht vorhanden, daß die Klägerin zu ihrem Gelde kommt. 8 Ein eigenartiges Strafverfahren wegen Betruges ist gegen einen angeblichen Deserteur vom Gardehusarenregiment eingeleitet worden, der sich dieser Tage der Pɔlizeibehörde in Bonn freiwillig stellte. Nachdem die Ermittelungen ergeben hatten, daß der Mann bei dem genannten Regiment völlig unbekannt war, bequemte er sich zu dem Geständnis, sene Angabe nur in der Absicht gemacht zu haben, ein freies Unterkommen zu finden. Da die Militärbehörde auf Grund dieser falschen Selbstbezichtigung den Pseudodeserteur in Haft und Verpflegung genommen hat, so ist jetzt ein Strafverfahren wegen Betruges gegen ihn anhängig gemacht worden. Kleine Gerichts- Chronit. Wegen Betruges und wieberholten Diebstahls wurde in Berlin der Kaufmann Diener aus Odessa zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Diener hatte mehrere Fabrikanten um bedeutende Warenposten betrogen. In Wien wurde der Arbeiter Gelber, der die Prostituterte Therese Müller ermordet und beraubt hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nab und fern. ::: Neuer Winter. Im ganzen Deutschen Reiche hat's In den letzten Tagen gestürmt und gewettert. Gewaltige Schneemassen sanken herab. Allerorten sind die Bahnberbindungen auf längere oder fürzere Zeit unterbrochen gewesen. Besonders Schlesien und Ostpreußen haben unter der abnormen Witterung schwer zu leiden gehabt. Und nicht nur vom flachen Lande, sondern auch aus ben Städten kommen Hiɔbsposten über Hiobsposten. Nicht am wenigsten wurde die Reichshauptstadt von der Wut des Orkans betroffen. Mitten im Tiergarten entwurzelte dieser hundertjährige Baumriesen, trieb sein Unwesen in den Straßen, sodaß sie fast menschenleer waren. Wer es nicht nötig hatte, hielt sich bei dem Rasen und Toben der Elemente fein ruhig zu Haus. Und wer sein Beruf oder eilige Besorgungen hinausrief, war ernster Gefahr ausgeseßt. Es kamen sehr viele Verletzungen durch herabstürzende Ziegelsteine und Glasscheiben vor. Die Straßenbahnen mußten teilweise den Betrieb ausseßen- kurz, der Winter zeigte den naseweisen Menschlein, die den Frühling schon so freudig begrüßt hatten, noch einmal seine ganze Macht. Hoffentlich war es aber nur ein gelungenes Rückzugsgefecht, das er dem anstürmenden Frühling liefert, und er zieht sich jeẞt endgiltig mit Ehren zurück. Wenn es ein Trost ist, im Unglüd Genossen zu haben, so Tönnen wir ihn in den Nachrichten aus dem Auslande in vollem Maße finden. In Desterreich, Italien, Frank reich, England, überall dasselbe Schauspiel wie bei uns. Der Süden wird aber schwerer unter den Folgen zu leiden haben, da dort die Vegetation schon weit entwickelt war und nun die jungen Blüten geknickt sind. † Die Restaurierung des Heidelberger Schlosses scheint jetzt Tatsache werden zu sollen. Die offiziöse Karlsruher 8tg." übernimmt obne iede Einschränkuna einen beachtenswerten Artikel der ,, Deutschen Bauzeitung" zur Angelegenheit des Heidelberger Schlosses, in dem es u. a. heißt: Die Veröffentlichung der Verhandlungsschrift nun hat ein einstweiliges Ergebnis dieser Untersuchungen zu Tage gefördert, welches den Ruf nach einer entschlossenen Tat so laut erhebt, daß er alle anderen Bedenken übertönt. In furzem begeht die Hochschule die 100jährige Jubelfeier des Jahres, in welchem die Universität Heidelberg von den Wittelsbachern an die Zähringer überging. Es wäre die schönste strabe, wenn das Fest durch den Beschluß ausgezeichnet werden könnte, das Wahrzeichen ber illustren Universitätsstadt, das Heidelberger Schloß, in alter Pracht und Herrlicht.it wieder erstehen zu lassen. † Der Naturmensch Nagel bekommt konkurrenz. Konrad Karl Kurzrock, Naturmensch und Konkurrent des berühmten gusta nagel" läßt sich zur Zeit in Sachsen bewundern. rzrock, geboren am 13. Dezember 1881 zu Alt- Morschen, Bezirk Kassel, trägt nichts als einen Lendenschurz, jedoch auf polizeiliche Anweisung noch einen Mantel darüber. Er war überall, wo er sich sehen ließ, von einer großen Menschenmenge- meist Kindern begleitet. Seine Lebensweise ist die gustafs" und besteht nur in Pflanzenkost und Obst mit einem Trunk klaren Wassers. Troß der herrschenden Kälte nimmt Kurzrod täglich Bäder im Freien und nächtigt in Lauben auf Stroh. In ein schwieriges Dilemma ist der japanische Gesandte in London, Baron Hayaschi geraten, der sich bort in eine Freimaurerloge aufnehmen ließ. In Ja pan sind geheime" Gesellschaften streng verboten und bie japanischen Blätter beschäftigen sich jetzt schon allen Ernstes mit der Frage, was dem Bacon zustoßen wird, wenn er in sein Heimatland zurückkehrt. Hoffentlich geht man mit dem Sünder nicht zu schwer ins Gericht. = Panik bei chinesischen Manövern. Während neulicher Manöver am Yangtse ergriff die derartige Vorgänge nicht gewohnte eingeborene chinesische Landbevölkerung ein panischer Schrecken. Die Leute glaubten, es sei in Wirklichkeit ein Krieg ausgebrochen, und verließen scharenweise ihre Häuser und Ansiedelungen. Um schneller fliehen zu können, erwürgten Eltern ihre kleinen Kinder, Frauen töteten sich aus Furcht vor Gefangennahme. Auf 10 Meilen in die Runde vom Manöverschauplay waren die Dörfer verödet. Die Schuld daran trifft die lokalen Behörden, die vergessen hatten, die Bauern dɔn dem bevorstehenden Krieg im Frieden zu benachrichtiaen. )( Die Berliner Korsofahrten sollen wegen der unfreundlichen Witterung vorläufig ausgesezt werden. So wie das Wetter aber sich bessert, sollen die Fahrten wieder aufgenommen werden und zwar unter Musikbegleitung, die abwechselnd von den Garderegimentern gestellt wird. = der Spion Wessel ist in das Gefängnis von Genua gebracht und der Gerichtsbehörde überwiesen worden, die zu entscheiden haben wird, ob es sich um ein gewöhnliches oder politisches Verbrechen handle. Im letteren Falle wird dem deutschen Ersuchen im Auslieferung nicht stattgegeben werden. † Das Oberammergauer Passionsspiel in St. Louis auf der Weltausstellung aufzuführen, gedenkt nach einem Londoner Blatt der frühere Sekretär am Zoologischen Garten in Wien, Viktor Bamberger. Das Haupthindernis sei das Widerstreben der Dörfler, das baierische Hochland zu verlassen und so weit fort nach St. Louis zu gehen. Der Weg werde ihnen wahrscheinlich durch die Einwilligung des Erzbischofs von München und die Billigung des Papstes geebnet werden. Eine Gasfernleitung wird von Lübeck nach Travemünde gelegt werden, um letztere Stadt mit Leuchtgas zu versorgen. Die Länge dieser ersten Gassernleitung Deutschlands beträgt 17 Kilometer. (-) der Fähnrich zur See Hüssener, der in Essen den Freiwilligen Hartmann erstach, ist jetzt in das Marinestationsgefängnis zu Kiel eingeliefert. Hüssener zeigt anbauernd die zuversichtlichste Haltung und beteuert, daß er in gutem Glauben gehandelt und nur streng die militärischen Vorschriften befolgt habe. Er hat Antrag auf Hastentlassung gestellt. In etwa 10 Tagen dürfte die Verhandlung erfolgen, da das Ermittelungsverfahren im allgemeinen abgeschlossen ist. Bunte Chronit. Der Berliner Ballon„ Eigsfeld", welcher unter Führung des Hauptmanns Kropf von Osnabrück aus aufgestiegen war, landete bei Kilb in Desterreich. Die Landung war infolge des heftigen Sturmes äußerst gefahrvoll. Ein gewaltiges Schadenfeuer hat in Elmschenhagen bei Kiel die Schule und drei Bauerngehöfte vernichtet, während die Kirche noch gerettet werden könnte. Auf den Gehöften verbrannte sämtliches Vieh. - Bei einer nächtlichen Schlägerei zwischen Zuhältern, Dirnen und einer Anzahl junger Leute der gebildeten Stände in der Linienstraße zu Berlin erhielten ein Techniker und ein Student schwere Verlegungen am Kopf, während der eine Zuhälter ebenfalls übel zugerichtet wurde. - Zur Verhaftung des Naturheilkundigen" Theodor Weinspüler in Berlin wird noch mitgeteilt, daß die Untersuchung gegen den schwerer Sittlichkeitsverbrechen Beschuldigten einen großen Umfang annimmt. Die Polizei beschlagnahmte die Bücher des Heilkundigen" und fand darin sehr viele Adressen von Frauen und Mädchen, denen er seine ,, Hilfe" angedeihen ließ. - In der Nähe von Münchendorf( Hannover) wurde die Frau des Tischlermeisters Colberg ermordet aufgefunden. Der Tat dringend verdächtig sind die Mitglieder einer Landstreicherfamilie; man glaubt, daß sich die Familie nach Hannover oder Berlin gewandt hat. - Bei Kahla in der Nähe von Jena wurde ein Raubmord an dem Maurer Martin aus Kleineutersdorf verübt. Dem Unglücklichen war der Schädel eingeschlagen und der Hals durchschnitten worden. Die Leiche fand man in der Saale. Als des Mordes evrdächtig ist ein Borzellanarbeiter in Kahla verhaftet worden. Der Russe Göß, dessen Auslieferung an Rußland Italien verweigert hatte, nimmt dauernden Aufenthalt in Genf, wo sich bereits seine Frau befindet. - In mehreren Gegenden des russischen Gouvernements Worɔnesh sind große Brände ausgebrochen. Dabei sind drei Menschen umgekommen. 278 Bauernhöfe wurden eingeäschert. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog hat dem Oberamtsrichter Gh Justizrat Karl Langermann zu Gießen aus Anlas seiner Versehung in den Ruhestand die Krone zum Ritter verliehen. Der nächste war Borfibender bes peziell dem Gerry mit derfelben bi Follegen im Are fein möchte, ein freuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipp des Großmütigen, was er in di ** Das Amtsblatt Großh. Ministeriums de führte ferner an, sämtliche Justizbehörden, betreffend den Ansah, die Erhebung beftand tr Justiz Nr. 9 vom 14. April enthält ein Ausschreiben an und die Beitreibung der Gerichtsfoften. bag der damalige me bange Befor bamit feit Beginn * 3 weite Rammer. Ein bet der Kammer einge nossen geht dahin, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, alsbald dem Landtage ein Gesez vorzulegen, da die Uebernahme der Volksschullasten auf de Staat anordnet, auf der Grundlage, daß sämmtliche pe sönliche Voltsschullasten durch progressiv abgestufte Buschlag zur staatlichen Einkommensteuer für das ganze Land gleid mäßig aufgebracht werden. gangener Antrag der Abg. Schönberger und 22 G, der neuen ** Dem Herrn Dr. Wilhelm Schlink zu Darm stadt wurde die venia legendi für Mechanik an der Gro herzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt erteilt. bie Schulen und in der Leitung fannten und bere mals und fragten Ge fonnte daber fein, fo an die S Bedfel fib boll fammenwirten& d in amtlicher o fe Unficherheit das Herr Profes Wie die Volkswacht" meldet, hat der Bund der auffommen laffe " Landwirte für den Wahlkreis Offenbach- Dieburg d die große Babl Landtagsabgeordneten Schönberger als Reichstagskandidat fagen. Die L aufgestellt. +( Militärdienstnachrichten.) v. Trott gen. Treyden, Major und Adjudant der Großh. He ( 25) Division, als Bats.- Kommandeur in das Königs- Inf Regt.( 6. Lothring.) Nr. 145 versetzt. Frhr. von Lede bur, Oberst, beauftragt mit der Führung der 50. Inf Brigade( 2. Groß. Hess.), unter Ernennung zum Kommandeur derselben zum Gen. Major befördert. v. Wachter, Gen Major nnd Gen-Adjudant des Großherzogs von Hessen und bei Rhein Königl. Hoheit ein Patent seines Dienstgrades verliehen. Hauptmann Heuer im Inf- Regt. Kaiser Wi helm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum überzählichen Major befördert. ** Die Verwendung von Automobilen im öffentlichen Verkehrswesen macht immer größere Fortschritte Ueber eine Automobilverbindung Leipzig. Merseburg gab Ingenieur Erfurt- Leipzig in der Generalversammlung des Bürger- Vereins für städtische Interessen in Merseburg interessante Aufschlüsse. Die Unternehmer des wichtigen Verkehrsmittels, das demnächst in Betrieb genommen werden soll, haben sich für Spiritu& Automobile entschieden Die Wagen sind höchst komfortabel eingerichtet und mit g polsterten Sigen versehen; infolge der Gummibereifung be Räder ist die Fahrt durchaus stoßfrei. Im Winter werden die Wagen geheizt und abends erleuchtet. Dem mitgeführten Gepäck wird ein besonderer Plaz angewiesen. Die Wagen fahren zwölfmal täglich; sie werden nach jeder Fahrt in der Werkstätte sorgfältig geprüft. Die Fahrten finden nach einem festgestellten Fahrplan statt. Die Strecke Leipzig- Merseburg ist gleich der Strede Gießen Friedberg. Der Leser mag daraus entnehmen, daß der Automobilverkehr mit der Zeit doch den Eisenbahnen Konkurrenz bezgl. des Personen verkehrs machen kann; uns ist nämlich bekannt, daß frühe ein Projekt bestand zwischen Leipzig und Merseburg eine Zweigbahn als Parallele Leipzig- Halle zu erbauen. Damit wäre das Projekt wohl zu Wasser geworder. * Der Verein Hessischer 8ahnärzte beging in diesen Tagen in den Mauern Darmstadts sein 9. Stif tungsfest, dessen wissenschaftlichen Teil eine Anzahl Vor träge und Demonstrationen, sowie ein Fortbildungsfursa bildeten. Im Schlaraffiasaale fand am Freitag abend ein Mitglieder Versammlung mit Begrüßung der erschienene Gäste durch den Vorsitzenden Zahnarzt Koch I. von Gieße statt. Vor Beginn der wissenschaftlichen Vorträge im Ph sikalischen Hörsaal der Technischen Hochschule am Samst dankte Zahnarzt Koch I. von Gießen in einer Ansprache a nächst den Herren Professoren Dr. Schering und Dr. Beiß für die liebenswürdige Ueberlassung der Demonstrationsräum und wies auf die rührige Tätigkeit des Vereins im vorige Jahre hin; als hervorragende Tat müsse die mit Hilfe be städtischen Verwaltung begründete zahnärztliche Boliflin für unbemittelte Voltsschulkinder bezeichnet werden. D Verein werde auch weiter bestrebt sein, auf dem ihm zug wiesenen Gebiete eifrig vorwärts zu arbeiten. Vortri hielten hierauf u. a.: Zahnarzt Günther von Bonn üb Mund- und Bahnpflege, Bahnarzt Michel von Würzba über Artikulatoren( mit Demonstrationen), Bahnarzt Ed von Darmstadt über kali hydricum compros., Brofes Albrecht von Marburg über neue Instrumente, Resch Köln über Phantom., Bulkanisiercuvette, Porzellananfüllunge Hieran schloß fich ein Frühstück im„ Darmstädter f * Die Abschiedsfeier zu Ehren der Herz Baurat Stabl, jeßt Bürgermeister von Friedberg, ui serem früheren Kreisschulinspektor Herrn Prof. Lucius, jezt Kreisschulinspektor in Darmstadt, welche gef Nachmittag im Neuen Saalbau" stattfand, Tegte Beugi ab, wie beliebt beide Herren in Stadt und Kreis Gi sind. Der große geräumige Saal war fast bis auf legten Stühle besetzt. Erschienen waren neben den Beamten Provinzialdirektion und des Kreisamtes, Vertreter der Lante Universität, der Stadt Gießen, des Provinzial- und Kri ausschusses, der Kreisschulfommission, sowie viele Bürg meister des Kreises und vor allen Dingen eine sehr g Zahl Lehrer aus Stadt und Land. Geleitet wurde die Fe lichkeit vom Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert, pe cher im Eingang der Feier zuerst mit seiner bekannten Wär unseres Landesfürsten gedachte und auf ihn ein Hoch a brachte, in das die Anwesenden frisch einstimmten. Es n nach dem als erster Redner Herr Landgerichtsrat Schäfer das Wort und sprach im Namen des Proving Ausschusses, dankte den beiden geschiedenen Herren - 11 bat ihm bald laffen. Auch banfte der Re Lucius nicht liebenswürdige Ronfereny: als den Freun lichen und auf in mir nicht t Migwachs bag Die Intereffen wurden bestens Treiben und bertrauensvolle treibende Kräf mag Sie beg am Schluffe waren es do und gingen. Namen des den beiden H fauer denten Naturen und Eigenschaft, St. Magnif bes gemeinfa Jahren zwis Lehrern Bah Heinrichs ihrem Mann und Landtag im Namen unter Leitung wefen ganz b Areissulin fommen, we richtszeit und Die Einführu fei quan Teil zum lichen Anerken zwischen wuß burch wirklich fonders feftlic Verlauf des fein fönnen. A 84 miferablen A wohner von und noch sch der Schnee a gefegnetes Ja B. fein Ja die Hepfel- un 1847. ** De jährigen bereitungen fü Feftzug find Aufgabe, we 25 000 Bug Sammel- un daß der Abm forps find Turnern wir rittene Mufitt aller im Buge den Banner S Defterreichs, Turnfreife we Turnergruppe Feftzug ein. handelt die g alten Grieche .. tv. fich Maler Schwa Abteilung be Feftwagen, S Teute, Raufhe werden diese ift Maler Rel jum Tit lblat gruppe behand mit der Jahn's rühmte besonders deren Wirken im Interesse der Proti bargeftelten gkeiten. Oberamtsrichter Gießen aus Der nächste war Herr Lehrer Valentin Müller von Gießen,| Borsitzender des Bezirkslehrervereins. Dessen Ansprache galt peziell dem Herrn Prof. Dr. Lucius. Herr Müller richtete nit derselben die Bitte an den Gefeierten, daß er den Kollegen im Kreise Darmstadt nnd den dortigen Schulen das, was er in dieser Beziehung hier gewesen ist, auch dort in möchte, ein tüchtiger wohlwollender Vorgesezter. Er führte ferner an, daß, als im Jahre 1896 es befannt wurde, daß der damalige Kreisschulinspettor, Schulrat Büchner in Krone zum A ipp des Großmüt inifteriums le ein Ausschreiben lich, frei!" wird von den Turnern aus Jahn's Zeit begleitet; die Zeitgenossen Jahn's begleiten den Wagen, dem Lüßow'sche Freischaaren folgen. Eine weitere Gruppe Die Turner im Dienste der Allgemeinheit" schließt diesen Teil des kostümierten Festzuges, der in die Hände des Bildhauers Philipp Kittler gelegt ist. Als vierte Gruppe werden Nürnberger Spiele und Volsbeluftigungen, wie Schnepperschießen, Schembart lauf, Büttnert anz u. f. w. folgen. Ansah, die Erhebben Ruhestand treten würde, die Lehrer des Kreises nicht im Vereinshause die Generalversammlung des Kaufmännischen et der Kammer en damit seit Beginn der durch Einführung des neuen Schulhne bange Besorgnis in die Zukunft blickten. Sollte doch ** Kaufmännischer Verein. Am Samstag Abend fand Vereins statt, welche von den Mitgliedern schwach besucht Aus dem Bericht ist folgendes erwähnenswert. Der war. Wirtschaft, welche so stark besucht, daß faum noch ein Plaz zu finden war. Die Vorstellung fand allgemeinen großen Beifall. Wir find fest überzeugt, daß Herrn Bauer seine Vorstellungen auch auf anderen Orten denselben Beifall finden werden. ** In Grünberg beschäftigte sich am Samstag der Stadtvorstand mit der Erbauung einer Bahn von Mar burg durch den Ebsdorfergrund und den geplanten Anschluß an eine Oberhessische Strecke. Man tritt hier für den Anschluß an die Strecke GrünbergLollar ein. Ulrichstein. Auf dem Taufstein sind die beiden rger und 22 setzes, der neuen Aera des hessischen Volksschulwesens für Verein besteht aus 6 Ehren-, 216 ordentlichen, 1 außer hölzernen Aussichtsgerüste abgerissen worden, da ihr BeLe Großh. Regie die Schulen und Lehrer des hiesigen Kreises der erste Wechsel ordentlichen und 196 unterstüßenden zusammen also aus steigen fast lebensgefährlich geworden war. An ihrer Stelle 399 Mitgliedern.- Die Bibliothek des Vereins zähle 1262 Bände, von denen ausgeliehen wurden 1257 Bände( gegen 943 des Vorjahres.) Die auf Veranlassung des Vereins, Besetz vorzulegen, in der Leitung eintreten. Büchner fannte une, und wir ullaften auf fannten und verehrten ihn. Kein Wunder, wenn wir da , daß sämmtliche mals uns fragten:" Was wird der neue Kurs uns bringen?" abgestufte Buses fonnte daher auch für den Nachfolger teine leichte Sache gemeinsam mit dem Ortsgewerbeverein im Winterhalbjahr 8 ganze Land gein, so an die Stelle jenes Scheidenden zu treten, daß der veranstalteten 7 Vorträge waren gut besucht. Ebenso erhlint zu Da echanit an der Darmstadt erteilt. - sei Bechsel sich vollziehen mußte und fonnte, ohne daß im 8u fammenwirten zwischen Vorgesehen und Untergebenen- sei es in amtlicher oder außeramtlicher Beziehung eine ge wisse Unsicherheit eintrat. Nun, die Zeit hat es bewiesen, Herr Professor Dr. Lucius die Ungewißheit nicht freute sich ein weiterer für die Kinder der Mitglieder ges haltener Vortrag das Interesse derselben. Zu den Kosten der vom Verein seit 10 Jahren eingerichteten Fachschule leistete der Staat einen Zuschuß von 2060 Mart, die Gießen 800 Mart, die und Leihlasse 500 soll befanntlich ein massiver Bismarcksturm errichtet werden. Frankfurt a. M. Minister Budde hat sich am Samstag Abend vor der Besichtigung des Geländes für den neuen Ostbahnhof im Vorzimmer den Vorstand des„ Algemeinen Eisenbahnvereins vom Präsidenten Thomé vorstellen lassen. Der Minister unterhielt sich namentlich mit dem Werkstättenarbeiter Muschler, der Inhaber des Eisernen Kreuzes ist und mit dem Minister zusammen bei dem 81. Infanterie- Regiment gedient hat. Raubmörder Detroit, der sis im fenbach Dieburg die große Zahl der Kollegen, die gekommen ist um Lebewohl wurden. Für Zwecke des Lehrlingsheims wurden dem Ver Verwandte, Fräulein Steimer ermordet zu haben. Er ist at der Bundi puffommen laffen und die boete get a hit tart, während on cechulgelb 3417 Mart Vereinnahmt Mainzer Untersuchungsgefängnis befindet, geſteht zu, ſeine Reidstagsfandid ten.) v. Tro usagen. Die Liebenswürdigkeit, der Grundzug seines Wesens, hat ihm bald die Herzen aller Kollegen entgegenschlagen laffen. Auch im Namen der der Schule anvertrauten Rinder banfte der Redner und charakterisierte Herrn Prof. Dr. Lucius nicht als einen Staatsanwalt, sondern als einen Seine Worte in der ersten liebenswürdigen Rechtsanwalt. Ronferenz: Sehen Sie in mir nicht so sehr den Vorgefeßten als den Freund, und haben Sie Vertrauen zu mir in dienst lichen und außerdienstlichen Angelegenheiten, Sie sollen sich in mir nicht täuschen" hat er im wahrsten Sinne eingelöst; ant der Großh. in bas Könige Frhr. von L ührung der 50. ung zum Komma Chege yon pe v. Wachter,& ein ferner von der Spar- und Leistasse 300 Mart überwiesen. Der Bericht über die Fachschule für 1902/1903 gab seit Bestehen derselben das erste Mal ein volles Schul jahr d. h. 41 Wochen Unterricht erteilt wurde und daß dieser Unterricht in den Tagesstunden vor sich ging. Oberlehrer Anauß, welcher den Bericht über die Fachschule erstattete, constatiert, daß die Besucher derselben während des Tagesunterrichts geistig we entlich frischer und aufmerksamer sich erwiesen, als dies in den Vorjahren wo die Unterrichtszeit in die späten Abendstunden fiel der Fall war; er beam 10. März 1885 geboren und hat somit 20 Tage vor dem Verbrechen sein 18. Jahr erreicht. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 17. April 1903. Es wird vorgeführt der Schreiber Wilhelm B. Derselbe ist beschuldigt der Landstreicherei und der verbotenen Rückfehr. Er bestreitet, sich der Landstreicherei schuldig gefest Dienfiue is enter bergen brugte er mit scharfen Schritt zu fanbeschre weldje bas häufige Ausbleiben der jungen Beute im Unterwacht aus haben, bagger to Aber bie Grenze gebracht nf. Regt. Kaifer überzählichen Automobilen er größere Fo zig. Merseburg Generalver ntereffen in Meche nehmer des wichtig trieb genommen werde utomobile entschiede gerichtet und mit Gummibereifung Im Winter we t. Dem mitgefüh wiesen. Die ch jeder Fahrt in ten finden na he cecke Leipzig Merjeb iedberg. Der tomobilverfehr mit b z bezgl. des Perfo ich bekannt, daß f und Merseburg Te zu erbauen. g eworder. 8ahnärzte b mstadts sein 9. S Teil eine Anzahl ein Fortbildung am Freitag abend igung der erschien Ko I. von Gir chen Vorträge im Hochschule am S in einer Anspra Schering und Dr. er Demonstrations Des Vereins im miffe die mit Hill ahnärztliche Pol zeichnet werden. n, auf dem zu arbeiten. Sorr Sünther von Bonn Michel von Wir tionen), Babmar im compros., Pro Instrumente, Ref im Darmstädter f zu Ehren der er von Friedberg tor Herrn Prof. Darmstadt," welch ftattfand, Tegte Stadt und Kreis I war faft bis a wurden bestens geübt. Dieses stolze Bewußtsein, nicht durch Treiben und Drängen, sondern durch wohlwollende und vertrauensvolle Führung der Untergebenen schaffende und treibende Kräfte geweckt zu haben, dieses stolze Bewußtsein mag Sie begleiten in Ihrem neuen Wirkungsfreis. In das am Schlusse ausgebrachte Hoch stimmte alles fest mit ein, waren es doch Worte, die von Herzen zu Herzen tamen und gingen. Herr Regierungsrat Wagner gedachte im Namen des Kreisamtes der gemeinsamen Beratungen mit den beiden Herren. Es wären feine solche Männer, die sau er denken und süß reden, sondern aufrichtige und offene Naturen und das ist in unserer heutigen Beit auch eine Eigenschaft, die nicht genug hervorgehoben werden fann. Sr. Magnificenz Herr Rektor Dr. Krüger gedachte bes gemeinsamen Arbeitens, welches sich in den letzten Jahren zwischen den akademischen Lehrkörpern und den Lehrern Bahn gebrochen hat. Herr Kreisamtmann Dr. Heinrichs toaste auf Frau Prof. Dr. Lucius, die ihrem Mann sehe zur Seite steht. Herr Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Le un Großen- Linden dankte im Namen der Landgemeinden, betonte besonders wie unter Leitung des Herrn Baurat Stahl das Kreisstraßenwesen ganz bedeutend sich verbessert habe. Dem scheidenden Kreisschulinspektor dantte er besonders für das Entgegen tommen, wessen die Landschulen sich in Bezug auf Unterrichtszeit und Art des Unterrichts zu erfreuen gehabt haben. Die Einführung der Landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen sei zum Teil ihm mit zu verdanken. Noch manche herzlichen Anerkennungen und Worte wurden fund gegeben, da zwischen wußte die Gesangsabteilung des Beamtenvereins durch wirklich vorzüglich vorgetragene Chorlieder eine be= sombers festliche Stimmung zu schaffen; so daß der ganze Verlauf des gemütlichen Beisammenssein nicht hätte besser fein können. - worden war, wieder nach Hessen zurückgekehrt zu sein Wegen dieser U bertretung erhält er 16 Tage Haft, wegen Landstreicherei erfolgt Freispruch. Der Schlosser Johann K., der sich lieber vom Betteln als von der Arbeit ernährt und bereits mehrmals wegen Bettelns Strafen erhalten hat, hat sich heute wieder wegen Bettelei zu verantworten. Das Ur Metzgermeister August H. teil lautet auf 6 Wochen Haft. in Gießen hatte wegen einem Strafbefehl, in welchen er beschuldigt war, mehrere zu leichte Gewichte in seinem Geschäftslotal benutzt zu haben, Ginspruch erhoben. Mit seinen Ausführungen, daß er die zwei größten Gewichtsteine nicht beim Verkaufe, sondern nur zum Aufhalten der Türe benutzt hätte, hat er feinen Erfolg. Urteil 25 Mt. Geldstrafe.- Die frühere Dienstmagd Marie G. von Frankfurt a. M. erhält wegen Betrugs in 2 Fällen Geldstrafen von 20 Mt. und 15 Mt. Der Taglöhner Johann Pf. zu Gießen hat sich der Sachbeschädigung schuldig gemacht, indem er einem Wirte eine Fensterscheibe einschlug, dafür wird er mit einer GeldBuchdruckergehilfe Bernhard 2. aus Münster erhält wegen Bechprellerei 15 Mt. Geldstrafe.. - richt nicht zu verhindern suchen. Von den 126 Besuchern der Fachschule zu Beginn des Schuljahres waren 108 Hessen, darunter 83 aus Gießen, 13 stammten aus Preußen und 5 aus anderen Ländern. Der Bericht constatiert daß sich auch das Lehrlingsheim, welches in der Woche an 5 Abenden geöffnet ist, als eine segensreiche Einrichtung erwiesen hat, während über einen recht schwachen Besuch des Kaufmännischen Vereinshauses seitens der Mitglieder, lebhaft Klage geführt wird. Aus dem Voranschlag pro 1903/1904 der in Einnahme und Ausgabe mit ca. 7700 Mart abschließt ist hervorzuheben, daß darin vorgesehen ist eine Abzahlung in Höhe von 2000 Mark auf den 1. 3. erworbenen, neben dem Vereinshause belegenen Bauplag, dagegen mußte um die Einnahmen und die Ausgaben gleichzustellen eine Rapitalaufnahme von 750 Mark ins Auge gefaßt und in den Voranschlag eingestellt werden. In den Vorstand wurden wieder gewählt Enil Horst 1. Vorsitzender, Hermann Eichenauer 2. Vorsitzender, Otto Meyer 1. Schriftführer, Gustav Korell 2. Schriftführer( neugewählt), Georg Böhm Rechner, strafe von 10 Mt. bedacht. Herr Bürgermeister Heppeler und Eims neugewählt zu Bibliothekaren. Die Schulfommission setzte sich in der seitherigen Weise aus den drei Mitgliedern Vaubel, Köser und Böler zusammen. Bur Unterstützung von durchreisenden, unterstützungsbedürftigen Raufleuten verfüge der Verein über Jahresbeiträge in Höhe von 564 Mart. Der Vorstand beantragt bei der GeneralVersammlung diese wolle beschließen die Großh. Bürgermeistererei zu bitten, zuzulassen daß die Unterstüßungen aus meistereret zu bitten, zuzulassen daß die Unterstüßungen aus diesem Fond durch den Arbeitsnachweis an zu diesem Zweck sich meldende Kaufleute gegeben werden. Gegen diesen Antrag werden aus der Mitte der Versammlung Bedenken laut, man vertritt die Meinung es entspreche mehr dem Standesbewußtsein, wenn die Arbeit zu helfen, von einem Kaufmann übernommen wird. Der Vorstand wurde daher beauftragt sich vorerst nach dieser Richtung hin bei größeren Kaufmännischen Vereinen zu erfundigen. Ein weiterer Antrag des Vorstandes 300 Mart zu bewilligen zur Annahme einer Hilfe, welche die Vorstandsmitglieder in den vielen Schreibereien 2c. entlaste, wurde nach langer Debatte mit Stimmenmehrheit angenommen. A8um Trost bei der gegenwärtig herrschenden miserablen Kälte mit ihrem Schneetreiben erinnert ein Einwohner von Aschaffenburg an das Jahr 1847, wo es ebenso und noch schlimmer war. Damals lag hier am 18. April der Schnee auch einen Meter hoch. Und doch gab es ein gefegnetes Jahr, wie selten eins vorkommt. Seitdem hat es 3. B. fein Jahr gegeben, in dem die Obstbäume, namentlich die Aepfel- und Birnbäume so reichlich getragen haben wie 1847. ** Der Festzug gelegentlich des dies jährigen deutschen Turnfestes. Die Vorbereitungen für den am 19. Juli in Nürnberg stattfindenden Feftzug sind nunmehr beendet. Es war das keine geringe Aufgabe, wenn man in Betracht zieht, daß für 20 000 bis 25 000 Bugteilnehmer in Rücksicht auf deren Quartiere die Sammel- und Aufstellungspläge so bestimmt werden mußten, ite. Borzellanfill daß der Abmarsch glatt von ſtatten geht. Etliche 40 Musit. forps sind in dem Zuge verteilt. Außer den deutschen Turnern wird das Ausland zahlreich vertreten sein. Berittene Musifforps, berittene Fahnengruppen mit den Flaggen aller im Zuge vertretenen Nationen sowie berittene Turner den Banner Deutschlands, der einzelnen Bundesstaaten und Desterreichs, ferner Vorreiter mit den Tafeln der einzelnen Turnfreise werden den Zug beleben. Zwischen den einzelnen Turnergruppen fügt sich in vier Abteilungen ein historischer Festzug ein. Die erste Abteilung mit einem Festwagen behandelt die gymnastischen Uebungen im Altertum. Aus dem alten Griechenland werden die Faustkämpfer, Disfuswerfer u. s. w. sich dem Zuschauer zeigen; diese Gruppe ist dem Maler Schwabe- Nürnberg anvertraut. Die zweite fostümierte Abteilung behandelt die Blütezeit Nürnbergs. Ein herrlicher Festwagen, der das Bundesbanner trägt, Geharnischte Edelleute, Kaufherrn, Künstler und Gelehrte der damaligen Beit werden diese Gruppe bilden. Der Arrangeur dieser Gruppe ift Maler Kellner- Nürnberg, der den preisgekrönten Entwurf jum Titelblatt der Festzeitung geliefert hat. Die dritte Festgruppe behandelt das Erstehen der Turnerei. Ein Festwagen mit der Jahn'schen Prachtgestalt, flantiert von dem symbolisch dargestellten Wahlspruch der Turner;" Frisch, fromm, fröhen neben den Beam les, Vertreter der Provinzial- und on, fowie viele B Dingen eine fibr Geleitet wurde di tor Dr. Breidert it feiner bekannten auf ihn ein od ſcheinstimmten. G Serr Landgerigter m Namen des Provi gefchiebenen Herr m Intereffe der B Aus Hessen und nachbargebieten. *** Krofdorf, 21. April. Gestern Abend in der Dunkelheit ist hier der Megger Georg Römer von seinem eigenen mit Steinen beladenem Fuhrwerk überfahren worden. Die Verlegungen sind sehr schwer. r. Kinzenbach. Am Samstag Abend gab die Besizerin der Müller' schen Dampfziegelei aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens des Werkes ihren sämtlichen Arbeitern bei Gastwirt L. Peusch eine Festfeier. Dieselbe ist in wahrhaft glänzender Weife verlaufen, wurden doch an dieſem Abend nahezu 100 Personen von der Firma bewirtet. Aber auch an gemütlicher Unterhaltung fehlte es nicht, denn es wurde von sämtlichen Teilnehmern recht fleißig das Tanzbein geschwungen. Die Arbeiter überreichten bei dieser Gelegenheit ihrer lieben Arbeitgeberin, der A. Müller Witwe, zum Andenken an diesen Tag ein schönes Gedenkblatt. Die ganze Feier legte Zeugnis davon ab, in welch gutem Verhältnis hier schon lange Jahre hindurch Arbeitgeber und Arbeiter zu einander stehen. Wünschen wir daher, auch von dieser Stelle aus, dem Werke fernerhin und seinem Befiger ein gutes„ Glück auf!" a. Aus dem Kreise Weglar. Gegenwärtig hält die deutsch- tonservative Partei in den größeren Gemeinden unseres Kreises Wahlversammlung ab. Als Redner in denselben tritt der Reichstagstandidat der deutsch- konservativen Partei und des Bundes der Landwirte, Herr Pfarrer Heckenroth aus der Kreisstadt Altenkirchen auf. Befanntlich bilden der Kreis Altenkirchen und der Kreis Wezlar mit mehreren Gemeinden des angrenzenden Kreises Biedenkopf( Bezirk Rodheim) einen gemeinsamen Wahlbezirk. Groß- Felda. Am legten Sonntag gab Herr Schauspieler Bauer eine Theatervorstellung in der Figge'schen Briefkasten der Redaktion. P., Marktstraße hier. Die Handschrift und damit den anonymen Freund" fennen wir. E., Groß Felda. Brief mit Dant empfangen. Der Inhalt hat mir viel Spaß gemacht, aber zum Veröffentlichen R. ein heitler Bunft. Besten Gruß L. M., hier. Besten Dank für Ihren freundl. Hinweis. Ja, ja, die Scheere arbeitet auch dort mächtig; wir wissen das schon von früher. Daß man aber solche Verdrehungen bringt, hätten wir nicht für möglich gehalten. Marktbericht. Gießen. 21. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt tofteten Butter per Pfb. 1.00-1.15 Mr. Hübnereter 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., Enteneier St. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar 1. 1.00-1.20, Hühner per Stud Mt. 1.00-1 70, Hahnen, per Stud Mt. 0,85-2.00, Enten per Stid 2.00-2.40, Gänse p. Bld. 54-60 Pfg., Dienfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bf. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bfa., Kalbfleish per Pfd. 66-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 Stilo 5.50-6.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Pfg. Frankfurter Vichmarkt. Zum Verkauf standen 465 Ochsen 35 Bullen, 659 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 212 Kälber 148 Schafe und Hämmel, 1271 Schweine, 2 Ziegen, 17 Schaflämmer. 137 Ochsen aus Desterreich. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemäſtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 70-72, b) junge fleischige, nicht ausgemästete Mr. 67-69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 64-66, d) gering genährte jeden Altecs Mt. 57-59. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwert& Mt. 62-64, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 59-61, c) gering genährte Mt., ühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) bollfleischige, außgemäftete Fäisen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt. 63--65, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Mt. 60-62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe und Färs n( Stiere und Rinder) Mt. 49-51, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 46-48, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Ninder) Mt. Bezah't wurde für 1 Pfund a) feinste Mast= ( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-86 Pfg. ( Lebendgewicht) 51-52 Pfg., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber ( Schlachtgewich)( 81-83 Pfg,( Lebenbgewicht) 48-50 fg., c) geringe Saugtälber 67-69 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber ( Fresser)- Pfg., Schafe: a) Mastlammer und jüngere Masthämmel 68-70 Bfg., b) ältere Masthämmel 64-66 Bfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pig. Schweine: a) boll: fleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren( Schlachtgewicht) 57 Pfg,( Lebendgewicht) 45 Pfg., b) fleischige( Schlachtgewicht) 55 Pfg,( Lebendgewicht) 44 Pfg. c) gering entwidelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 48-50 Pfg., Lebendgewicht d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herkunft Pfg. Das Geschäft war in Hornvieh und Kleinvieh gut geräumt. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdrucderei( gegr.1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Danksagung. Für alle uns erwiesene Teilnahme bei dem schweren Verluste unserer lieben unvergeßlichen Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Minna Malkomeſius sagt innigsten Dank. Gießen, 21. April 1903. Im Namen der Hinterbliebenen Konrad Malfomefius, Bremser. einen werten Kuuden und Nachbarschaft hiermit Für Bäcker! zur Kenntnis, daß ich mein Brotpreis- Formulare Flaschenbiergeschäft hält stets am Lager bon der Hammstraße 12 nach der Frankfurterstraße 43 berlegt habe. Achtungsvoll Johann Neeb, Gießen. die Expedition. Preis- Aufgabe. 10 " Bur Verteilung fommen: 10 Stück gold. Uhren, Alb. Uhren, Mußkdosen, Prachtv. hrketten, Pferde- Loses à 1 Mk. 11 Stüd 10 Mart. Listen u. Porto 20 Pfg. mehr. Ziehung 13 Mai empfiehlt die Haupt- Agentur 700 " " echt seidene Cachenestücher. 10 000 fehr interessante, wissenschaftliche Bücher und Broschüren. Stenographie- Unterricht. Rich. Buchacker in Rowhows felt, um feine ht Unsere Anfängerkurse beginnen Anfangs Mai d. J. 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Boum, Heinrich, Glaser in Gießen. 2. Bock, August, Drechsler in Gießen. 3. Dech, Karl, Zigarrenmacher in Wieseck. 4. Diehl, Johs, Schneider in Gießen. 5. Döll, Ernst, Schmied in Gießen. 6. He sel, Adolf, Schriftseter in Gießen. 7. Holtberg, Gustav, Bauer in Gießen. 8. Jakobi, Gabriel, Brauer in Gießen. 9. Krüger, Gustav, Metalldreher in Gießen. 10. Laucht, Wilhelm, Maurer in Gleiberg. 11. Männche, Heinrich, Schreiner in Gießen. 12. Schäfer, Johs., Lackierer in Steinbach. Gießen, den 18. April 1903. Der Oberbürgermeister. I V.: Georgi, Beigeordneter. Bekanntmachung. Betr. Abhaltung der Viehmärkte. Der Auftrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz be ginnt von dem am 21. April I. Js. stattfindenden Vich markte ab bis auf Weiteres vormittags um 6 Uor. Gießen, den 20. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen Hechler. Bekanntmachung. Betr. Die Beschung einer Schuhmannstelle. Bei der unterzeichneten Behörde ist alsbald eine Schußmannstelle mit einem Anfangsgehalt von 1320 Mt steigend jährlich um 30 Mt. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mt. zu besetzen. Geeignete Bewerber, die beim deutschen Reichehee oder bei der Kaiserlich deutschen Marine aktiv gedient haben und während ihrer aktiven Dienstzeit Unter offizier gewesen sind, wollen sich unter Vorlage selbst geschriebener Gesu he, denen die Militärpapiere, sowie Führungszeugnisse anzuschließen sind, bis spätestens Ende dieses Monats melden und sich vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Cießen, den 20. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Bahnhofstraße, zwischen Schanzenstraße und Löwengasse, wird wegen Vornahme von Kanalisations arbeiten von Mittwoch, den 22. d. Mts. ab, bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt Gießen, den 20. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 24. Oftober v. J. angeordnete Sperre des Kreuzungspunftes Bahnhofstraße- Westanlage wird hier mit für die Richtung obere Bahnhofstraße- Westanlage- Neustadt anfgehoben. Gießen, 20. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Kleine Wohnungraden moderner Tapeten mit alsbald zu vermieten Brandplay 15. in jedem Genre und in jeder Preislage, sowie alle NeuSchöne 5- Zimmerwohnung mit heiten in allem Zubehör und Bleichplay pr. 1. Juli zu vermieten. Gießen, Frankfurterstr. 90. Lincrusta, Seide und Stoff- Tapeten.. wet ineinandergehende schön Vorjährige Muster und Reste zu den bekannten möblirte Zimmer für 1 oder billigen Preisen. 3D 2 Herren per sofort zu verin. 15 Wallthorstraße 15. Möbl. Simmer per sofort zu vermieten. Afterweg 59, II. Ein einfach und mehrere schön möbl. Zimmer, Mittelpunkt der Stadt sofort zu vermieten. Näh. Marktplay Nr. 5, I. 3wet möbl. Zimmer Telephon 305. Heinrich Hochstätter. Tapeten Spezial- Geschäft, Schloßgaffe 19 am Brandplah. 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