Nr. 44. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen bierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 21. Februar 1903. Gießener 12. Jab gang. Jnsertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 g font 15 Bfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pig Boftzeitungsliste No. 8269. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanschluß Kr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Seifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Des Kaifers Religion. Unser Berliner CB.- Mitarbeiter schreibt uns: Unter den Sensationslederbiju, mit denen gewisse Berliner Blätte in den letzten Wochen ihren Lesern aufwarteten, war nicht der geringste die mit großem Aufwand dialektischer Künste dem Publitum mundrecht gemachte Behauptung, der Kaiser habe sich vom christlichen Positivismus ab- und dem Rationalismus in der Auffassung der christlichen Glaubenslehren zugewandt. Je nach ihrem Parteistandpunkt beklagten oder bewillkommneten die Blätter diesen angeblichen Umschwung in des Kaisers celigiösen Anschauungen. Ernsthafte Leute haben von diesem ganzen Preßgerede nur obenhin Notiz genommen. War es doch unbefangenen Beobachtern flar: Der angeblich den Sinnesumischwung bes Herrschers beweisende nähere Verkehr des Kaisers mit dem ,, modernen" Theologen Harnack, die Anwesenheit bes Staisers bei den vielbesprochenen Vorträgen des Berliner Assyriologen Professor Delitzsch über Babel und Bibel" diese Beweise der geistigen Regsamkeit unseres Monarchen brauchten um so weniger Symptome für eine Aenderung in den religiösen Anschauungen des Kaisers zu bedeuten, als sein Verkehr mit diesen kritisch gestimmten Männern der Wissenschaft ohne Einfluß blieb auf die Herzlichkeit, die der Herrscher auch fernerhin im Umgang mit den Vertretern der prattischen Theologie in der Reichshauptstadt, mit der Geistlichkeit, an den Tag legte. Jezt hat der Kaiser selbst das Wort ergriffen, um darzutun, daß all die sombinationen bezüglich seiner religiösen Anschauung, die aus seiner Sympathie für die vissenschaftliche Arbeit Harnacks und Delißsch' geschöpft vurden, eitel Phantastereien sind. Und er hat die Gelegenheit wahrgenommen, vor den ganzen Volke sein eigenstes Religionsbekenntnis abzulegen. Kaiser Wilhelm hat dieses Bekenntnis abgelegt in iner Kritik der Vorträge Delißsch'. Dieser ausgezeichnete Berliner Assyriologe vertritt auf Grund der von ihm und anderen Forschern entzifferten babylonischen KeilschriftTontäfelchen, auf Grund der Ausgrabungen in Mesopotamien und anderer archäologischer Funde die Anschauung, daß die Sitten- und Glaubenslehre des alten Testaments nichts Ursprüngliches, daß sie vielmehr ein Abklatsch der celigiösen Vorstellungen der Babylonier gewesen seien. Dieser Standpunkt bedingt, daß Delißsch die Lehre von Der Offenbarung Gottes im alten Bunde und in logischer Folge auch das christliche Dogma von der Gottesoffenbavung im neuen Testament bestreitet. Gegen diese Sconsequenzen aus wissenschaftlichen Hypothesen, die noch unbewiesen sind, wendet sich der Kaiser in einem ausführlichen Briefe, den er einem Vorstandsmitglied der Deutschen Orientgesellschaft, Admiral Hollmann, geschrieben hat.( In dieser Gesellschaft hatte Delitzsch die erwähnten Vorträge gehalten.) Der Brief trägt die Nachschrift: Sie können von diesen Zeilen den ausführlichsten Gebrauch machen, es kann sie lesen, ver will." Demgemäß ist das Schreiben der Deffentlichfeit zugänglich gemacht worden. Skizzieren wir den Inhalt der kaiserlichen Kundgebung. Der Kaiser erzählt, Delitzsch habe bei seinen Darlegungen ,, den Standpunkt des strengen Historikers und Assyriologen verlassen und sei in recht nebelhafte und gewagte theologisch- religiöse Schlüsse und Hypothejen gecaten". Bezüglich der Person des Heilandes habe Delipsch ganz abweichende Anschauungen geäußert, die dem Standpunkt des Kaisers ,, diametral entgegengesezt" wären. Delitzsch leugne die Gottheit Christi und die göttliche Offenbarung. Um solche Anschauungen zu erörtern, hätte Delitzsch ein wissenschaftliches Werk wählen sollen; in einen Vortrag, der vor einem Laienpublikum gehalten werde, gehörten sie nicht. Bei Delitzsch sei ,, der Theologe mit dem Historiker auf und davongegangen", die Leugnung der Offenbarung vor einem Laienpublikum sei ein schwerer Fehler, denn damit habe Delitzsch ,, manchem Lieblingsvorstellungen oder gar Gebilde umgestBen oder angerempelt, mit denen diese Leute heilige und teure Begriffe verbinden, und ihnen unzweifelhaft das Fundament ihres Glaubens erschüttert, wenn nicht entzogen". Der Kaiser beruft sich auf Goethe, der schon davor gewarnt habe ,,, bei einem großen, allgemeinen Publikum auch nur Terminologiepagoden enizwei zu machen". Delißsch hätte seine theologischen Kombinatio nen nur den Männern der Wissenschaft unterbreiten dürjen, nicht aber sie in einem populären Vortrage oder Buch niederlegen dürfen, zumal da er für sie keine beweiskräftigen Argumente beibringen könnte. Dann fährt der Kaiser fort: Ich unterscheide zwei verschiedene Arten der Offenbarung, eine fortlaufende, gewissermaßen historische und eine rein religiöse, auf die spätere Erscheinung des Messias vorbereitende Offenbarung. Bur ersteren ist zu sagen: Es ist für mich keinem, auch nicht dem leisesten Zweifel unterworfen, daß Gott sich immerdar in seinem von ihm geschaffenen Menschengeschlecht andauernd offenbart. Er hat dem Menschen seinen Odem eingeblasen", d. h. ein Stück von sich selbst, eine Seele gegeben. Mit Vaterliebe und Interesse verfolgt er die Entwickelung des Menschengeschlechts; um es weiter zu führen und zu fördern ,,, offenbart" er sich bald in diesem oder jenen großen Weisen, oder Priester oder König, sei es bei den Heiden, Juden oder Christen. Hammurabi( der babylonische König und GeJetzgeber, den Delitzsch als den eigentlichen Urheber des jüdischen Gesetzes ansieht) war einer, Moses, Abraham, Homer, Karl der Große, Luther, Shakespeare, Goethe, Stant, Kaiser Wilhelm der Große.- Die hat er ausgesucht und seiner Gnade gewürdigt, für ihre Völker auf dem geistigen wie physischen Gebiet nach seinem Willen Herrliches, Unvergängliches zu leisten. Wie oft hat mein Großvater dieses nicht ausdrücklich betont, er sei ein Instrument nur in des Herrn Hand. Die Werke der großen Geister sind von Gott den Völkern geschenkt, bamit sie an ihnen sich fortbilden, weiterfühlen können durch das Verworrene des noch unerforschten hienieden. Eicherlich können wir bei jedem wahrhaft Großen und Herrlichen, was ein Mensch oder ein Volk tut, die Herrfichkeit der Offenbarung Gottes darinnen mit Dank bewundernd erkennen. Er wirkt unmittelbar auf und unter uns ein! Die zweite Art der Offenbarung, die mehr religiöse, st die, welche zur Erscheinung des Herrn führt. Von Abraham an wird sie eingeleitet, langsam aber vorausschauend, allweise und allwissend, denn die Menschheit war sonst verloren. Und nun beginnt das staunenswerteste Wirken, Gottes Offenbarung." Der Kaiser schildert dann, wie die Israeliten, die Träger des Monotheismus, sich zersplitterten und von Moses wieder ge eint werden, und fährt fort: Es ist das direkte Eingreijen Gottes, das dieses Volk wiedererstehen läßt. Und so geht es weiter durch die Jahrhunderte, bis der Messias endlich erscheint. Die größte Offenbarung Gottes in der Welt! Denn Er erschien im Sohne selbst; Christus ist Gott; Gott in menschlicher Gestalt. Schließlich erflärt der Kaiser, auch nach seiner Ueberzeugung feien viele Abschnitte des Alten Testaments rein menschlicher Natur und nicht eine Gottesoffenbarung. So fönne z. B. ,, die Gesetzgebung am Sinai nur symbolisch als von Gott inspiriert angesehen werden, als Moses zu einer Auffrischung vielleicht altbekannter Gesetzes- Pacagraphen( möglicherweise dem Koder Hammuralis entstammend) greifen mußte, um das in seiner Zusammenjegung lockere und wenig widerstandsfähige Gefüg: sein.3 Volkes zusammenzufassen und zu binden. Das würde aber niemals der Tatsache Eintrag tun, daß Gott Moses dazu angeregt und insofern sich dem Volke Israel geoffenbart hat." Zum Schluß bekennt sich der Kaiser zu folgender religiöser Ueberzeugung: a) Ich glaube an Einen, Einigen Gott. b) Wir Menschen brauchen, um ihn zu lehren, eine Form, zumal für unsere Kinder. c) Diese Form ist bisher das alte Testament in seiner jeßigen Ueberlieferung gewesen. Tiese Form wird unter der Forschung und den Inschriften und Grabungen sich entschieden wesentlich ändern. Das schadet nichts, auch daß dadurch viel vom Nimbus des auserwählten Volks verloren geht, schadet nichts. Der Kern nud Inhalt bleibt immer derselbe, Gott und sein Wirken! Nie war," so beendet der Monarch seine Tarlegungen, Religion ein Ergebnis der Wissenschaft, sondern ein Ausfluß des Herzens und Seins des Menschen aus seinem Verfehr mit Gott." Dreierlei ergibt sich aus dieser kaiserlichen Kundgebung: Einmal, daß es unzutreffend ist, wenn gewisse Blätter den Kaiser als blinden Anhänger der modernen fritischen Theologie bezeichnen, zum andern, daß der Kaiser die freie wissenschaftliche Forschung auch auf theolo gischem Gebiet durchaus billigt, zum dritten, daß der Monarch, wie er auf allen anderen Geistesgebieten eine starke Eigenart und Individualität be eugt, so auch in jeinen religiösen Anschauungen nicht nach der Schablone geartet ist. Weder die Buchstabengläubig n noch auch die fritischen Rationalisten dürfen den Träger der Krone zu den Ihren zählen. Der Summus Episoyus der Evangelischen in Preußen lebt einer religiösen Ueberzeugung, die bie Mitte hält zwischen strengem Poi irismus und modernem Stepti ismus. Tas religiöse Programm, das der Ki er erst jüngst ausgab, das Wort von der Notwendigkeit der Weiterbildung der Religion", findet in des Kaisers tiesinnerster religiöser Ueberzeugung seinen natürlichen Ursprung. Sicherlich wird das Religionsbekenntnis des Kaisers nicht von allen religiös interessierten Deutschen Wort für Wort unterschrieben werden, Religion ist eben, nach des Kaisers eigenen Worten, Sache der innersten Ueberzeugung, und das Verhältnis jetes m nschen zu seinem Gott richtet sich nach seiner Individuali.ät. Den Widerspruch gegen seine eigene üeberzeugung wird ber Herrscher, der nach des Grafen Bülows Morten Wiberspruch nicht nur verträgt, sondern auch wünscht, gern hin nehmen aus Achtung vor der Freiheit eines Christenmenschen". 263. Sigung. Deutscher Reichstag. Eigener Bericht. Landwirtschaftsfragen.- Die Resolution Blankenhorn um Einstellung von Mitteln zur Bekämpfung der Reblausgefahr wurde nach einer ziemlich lebhaften Debatte, an der sich die Erwählten aus den Weinbaugebieten des Rheines, der Mosel, der Saar und des Neckars beteiligten, angenommen. Alsdann ging der Redefluß wieder über eine Reihe von landwirtschaftlichen Fragen dahin. Der Abg. Herold wünschte nämlich zeitweilige Veröffentlichung der Ernte und Preisstatistiken bei dem Getreide, ein Verlangen, das von den Abgg. Graf Schwerin- Löwiz, Dr. Röside, Frer. v. Wangenheim und Frhr. Heyl zu Herrns. heim unterſtügt wurde, während die Abgg. Dr. Südekum, Gothein und Frese zwar mit dem Prin zip der statistischen Veröffentlichungen einverstanden sind, aber Gegner des Planes, daß die Landwirtschaftsgesell schaft auf Reichskosten diese Veröffentlichung aus, ühren soll; hierfür sei das statistische Amt da. Es handelt sich bei dieser Debatte um die statistische Zeitschrift von Dr. Nuh. land, die unr den Betrag von 50 000 Mart von der Regierung angekauft und zur Veröffentlichung von ſtatiſti. schen Mittheilungen benußt wird. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte, daß ihm ein solcher Fonds noch nicht zur Verfügung steht, daß aber derartige Veröffent lichungen sich nicht blos über ein Gebiet, sondern über alle Wirtschaftsinteressen erstrecken müssen. Nachdem der Titel ,, Aufwendungen für wissenschaftliche und fachliche Zwecke auf dem Gebiete der Landwirtschaft" angenommen war, ergriff der Zentrumsabg. Cahensiy das Wort. um eine Verbesserung des Auswanderungswesens zu ver langen. Dr. Pachnicke beschwert sich über die Schul verhältnisse und die Lehrergehälter. Abg. Herzfeld ( S03.) wünscht ein Reichsschulgesetz und ein Reichsamt, da mit den traurigen medienburgischen Schulverhältnissen ein Ende gemacht werde. Die Politik. Ein Entscheidungskampf in Marokko joll nach englischen Nachrichten aus Tanger nunmehr zwischen dem durch herangezogene Verstärkungen auf beträcht liche Höhe gebrachten Heere des Kriegsministers Menebhi und den Scharen des Prätendenten stattgefunden haben. Es war ein hartes Ringen, die Rebellen, namentlich die tampfgewohnten Riatakabylen, fochten verzweifelt, doch mußten sie schließlich der Uebermacht weichen. Nach Becichten von Augenzeugen sollen mehr als 3000 Tote die Walstatt bedecken. Der Kriegsminister hat 80 Köpfe von Rebellenführern nach Fez gesandt. Ein in Tanger verbreitetes Gerücht will dagegen wissen, daß der Kriegsminister im Kampfe gefallen sei. Um mit der hergebrachten Praxis, daß alle Nachrichten aus Marotto gleich wieder dementiert werden, ja nicht zu brechen, teilt obengenannte Quelle ferner mit, daß t.03 der EntscheidungsSchlacht" der Prätendent immer noch das offene Feld behauptet. Er hofft jezt auf tatkräftige Unterstützung Durch die Riffkabylen, die aber auch vom Sulten mit allerei Versprechungen bearbeitet werden, um sie auf dessen Seite hinüberzuziehen. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 20. Februar.( of bericht.) Der Kaier besuchte heute die Glasmosaitgesellschaft Buhl und Wagner in Nixdorf zwecks Besichtigung der Glasbilder, velche er für die Wartburg bestellt hat. Sie stellen Szeten aus dem Leben der heiligen Elisabeth dar. Der kaiser wird am 3. März auf der Durchreise nach Wil jelmshaven anläßlich der Refrutenvereidigung in Oldenjurg furzen Aufenthalt nehmen, um dem Großher zoglichen Hofe einen Besuch abzustatten. Als bas kaiserpaar fürzlich den Ausstellungspalast am Lehrter Bahnhof besuchte, kam ein Schriftstück abhanden, das jer Monarch dem Leibjäger übergeben hatte. Das Doku hat keine besondere Bedeutung; die politische Poli jei bemüht sich, es wieder zu beschaffen." 11 * Der Kaiser hat dem Chef des deutschen Blockade. geschwaders vor Venezuela telegraphisch seinen Dank für dessen Leistungen unter überaus schwierigen Verhältnissen während der Blockade ausgesprochen. * Das österreichische Abgeordnetenhaus hat die 2 e hr oorlage, welche eine- wenig bedeutende Erhöhung Des Refrutentontingents für die österreichisch- ungait, che Armee festsett, in dritter Lesung mit großer Mehrheit ans genommen. 26. Etzung Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. Gewerbliche Einzelfragen. Cigener Bericht. Im preußischen Abgeordnetenhause geht man in Er ledigung des Gewerbeetats neuerdings auf eine Reihe von Einzelfragen ein, deren Aufzählung nach der Reis rtum des Innern! Wer hat heute Dienst?" So erfüllt She also Eure Pflichten im MinifteHerr Popoff." ufen Sie sofort seinen Schelm ist lers arm berührte: wie haft bu Wladimir erbebte beinen und fragte leife, inden Nachbar Merandrowitsch Banin." genannt?" er Ma felbft wußte. Birtin von ihrer Hausgenossin nur wenig mehr als ich bitten. Ueberrascht war ich aber zu erfahren, daß meine An einem kalten, regnerischen Abend, gerade als es mar, erzählte die ältliche Frau, jum Abendbrot hereintam. unen ban sie mit ihren einen im Garten war und rechtzeitig nicht wiederfam, war fie fort. Seitem ift fte magy zu Bett gegangen waren, blieb fie im Salon allein Als die seleinen nach den Coekommen und ich" fi t m я henfolge sich wirklich nicht verlohnt. Von Interesse ist lediglich die Mitteilung des rheinischen Oberberghauptmanns v. Velsen, daß anscheinend im Saargebiet unter den Bergarbeitern eine Gärung herrsche und ein Ausstand in Vorbereitung sei. Minister Möller teilt außerdem mit, daß eine Aenderung des Knappschaftspensionsgeseges in Vorbereitung sei. Nachdem schließlid der ganze Etat erledigt war, wurde die Єigung ge schlossen. Nab und fern. £ Ein großer Wucherprozeß in Sicht! In Berlin ist der mehrfach vorbestrafte Geldagent Henry Schach tel, der im Prozeß des bekannten Grafen Egloffstein eine Rolle spielte, verhaftet worden. Er ist in zwei Fällen des Betruges verdächtig. Mit der Verhaftung Ech's ist der Anfang zur Aufrollung einer vielverzweig ten und hochinteressanten Wucherer- Affaire gemacht, die die Gerichte und die Deffentlichkeit für längere Zeit beschäftigen wird. Die Mutter des Barons, eine witwete reiche Amerikanerin, die für ihren Sohn wieder. holt Schulden in sehr hohen Beträgen bezahlt hat, unternimmt nun den Versuch, ihren Sohn aus den Händen von Betrügern und Wucherern zu befreien. Es sollen noch weitere Verhaftungen bevorstehen. ber. )-( Ein geheimnisvoller Leichenfund. Beim Ausschachten eines Grabes stieß der Totengräber von Niederpleis bei Siegburg in einer Tiefe von ungefähr einem Meter auf ein felett, dessen Beinknochen in hohen Stiefeln steckten, welche jedoch beim Herausnehmen zerfielen. Von der Kleidung waren nur noch Lappen vorhanden. Neben dem Skelett lag ein großes, aufgeflapptes Messer, ein Portemonnaie ohne Inhalt sowie ein: Prille im Etui. Wie lange dieses Stelett sich schon in der Erde befunden haben mag, ist vorläufig noch nicht festgestellt. Aus dem Funde des offenen Messers und leeren Portemonnaies dürfte zu folgern sein, daß es sich hier um das Opfer eines vor Jahren begangenen Raubmordes handelt, welcher bisher noch nicht seine Sühne gefunden hat. Der Geistes zustand der Prinzessin Luise if von dem Genfer Professor Forel untersucht und für durch aus normal erklärt worden. Die Prinzessin lebt ir cölliger Freiheit, ohne die geringsten Beschränkungen aud im Berkehr mit ihrem Bruder. Die Trennung von Giror war eine völlig freiwillige und hat mit dem Anstalts- Auf enthalt nichts zu tun. Die Prinzessin erhält täglich ein Unzahl von Zuschriften aus allen Teilen der Welt, zum Tell beleidigenden Inhalts. § Der Leipziger Banttrach. In der DonnerstagsSigung wies der Gerichtshof den von der Verteidigung im Namen des Ang igten früheren Direktors Exner gegen den Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Müller erhobenen Ablehnungsa cag als unbegründet zurück. Das Schwurgericht trat duf in die Verhandlung unter Borsiz des Landgeria, direktors Müller ein, Der Angetlagte Erner erklärte, er werde sich über die ihm zum Borwurf gemachte Verschleierung später eingehend der Wahrheit gemäß äußern. Was den betrügerischen Banferott anlange, so bestreite er ganz entschieden, sich dieses Berbrechens schuldig gemacht zu haben. Er habe selbst sein ganzes Vermögen durch den Zusammenbruch der Leipziger Bank verloren; auch seine Frau habe dabei den größten Teil ihres Vermögens eingebüßt. |::][ Des Bäuerleins Unstern.] Eine heitere Szene ereignete sich am Münchener Zentralbahnhofe, gerad zur Zeit des Empfanges der Königin von Spanien, die an das Sterbelager ihrer Mutter, der Erzherzogin Elisabeth von Desterreich eilte, durch die Mitglieder des bayrischen tgl. Hauses. Die Hoheiten hatten eben den mit Teppichen belegten Gang zum Einfahrtsgeleise des Sonderzuges der Königin durchschritten, als eine Seite des dichten Menschenspaliers zu wanten begann. Ein Bäuerlein mit Steden und Tücht suchte sich unter Aufbietung aller Kräfte durch die Menschenmauer eine Gasse zu bahnen, um noch zu seinem Zuge nach Dachau zu gelangen. Bald stand er auf dem Teppich, eilte sogleich spornstreichs auf den Sonderzug zu, um eben in dessen leztem Wagen Platz zu nehmen. Doch die Polizei und die Bahnbediensteten hatten den Eindringling rasch am Kragen; unter dem Gelächter der Zuschauermenge wurde er wieder zum Perrongatter hinausgeschafft, wo er dann über sein Mißgeschick und den verpaßten Zug nach Dachau weidlich räſonnierte. ☐ Furchtbare Eisenbahnunfälle in Amerika. Ein Expreßzug der Grand Trunk Railway wurde in der Nähe von Whitby von den Schienen geschleudert und stürzte einen 25 Fuß hohen Damm hinab. Dreißig Passagiere wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Fest zur selben Zeit stieß ein Zug der Delaware- Lackawanna- Bahn mit einem Wagen der elektrischen Bahn, in dem sich eine Anzahl Schulkinder befanden, zusammen, wobei neun Bersonen getötet und 30 verlebt wurden, darunter 12 o schwer, daß sie im Laufe des Tages im Hospital hren Wunden erlagen. Bunte Chronit. Bei der Revision einer schadhaften Packung am Hauptdampfrohr auf dem Panzer ,, Kaiser Friedrich III." wurden in Kiel zwei Heizer durch aus. strömenden Dampf verbrüht; der Heizer Dürr erlag nach kurzer Zeit seinen Verlegungen. - Die Kölner Volksschullehrerin Sittard, die mit einem dortigen Lehrer ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, schoßs ich in der Schule nach kurzemi Wortwechsel mit ihrem einstigen Bräutigam eine Kugel in den Kopf und war sofort tot. Eine Kollegin von ihr wurde beim Anblid der Leiche von einem Schlaganfall betroffen und mußtz in ein Hospital gebracht werden. - Wegen verschmähter Liebe versuchte in Berlin der Kanzleibote Conzak seine Braut und sich selbst zu erschie ßen. Die gegen die Braut gerichtete Kugel ging fehl Konzak, der sich in die Schläfe geschossen hatte, wurde in bewußtlosem Zustande in ein Krankenhaus geschafft. - Der Volksschullehrer Tirolf in Ehrenhain bei Altenburg wurde wegen zahlreicher Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Schulkindern, auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet. - Das Pulvermagazin im Fort Lafayette außerhalb des Newyorker Hafens ist in die Luft geflogen. Dabei wurden 5 Personen getötet, 11 schwer und 10 leicht berlegt. Hessischer Landtag. Darmstadt, 20. Februar. Präsident Haas eröffnet die Sizung um 9 Uhr 20 Minuten. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Spezialberatung des Staatsbudgets für 1903/04, zunächst 5. Hauptabteilung( Stapitel 12), direfte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellen. Der Ausschuß beantragt Bewilligung der angesezten 15 947 570 Mt. Einnahme und 1 597 507 Mt. Ausgabe. Es werden bei den Einnahmen eine Reihe Beschwerden und Wünsche vorgebracht, namentlich bezüglich der Radfahrsteuer, Hundesteuer, Stempelsteuer und die Tätigkeit der Landesfommission, und zwar von den Abgg. Dr. David, Graf Oriola, Korell, Weidner, Dr. Schmitt, Leun, Langenbach, Cramer, Saeng und Seelinger, denen Finanzminister Gnauth und die Ministerialräte Best und Dr. Bicker erwidern. Hierauf werden die Einnahmen genehmigt. Bei den Ausgaben beantragt Abg. Korell Streichung der vorgesehenen Erhöhung der Gehalte der Steuerkommissariatsassistenten und regt Ersparungen bei den Kontrollbeamten an An der Debatte hierüber beteiligen sich die Abgg. Molthan, Häus I, Dr. Gutfleisch, Wolf, Möllinger und Finanzminister Gnauth. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Korell mit 20 geyen 17 Stimmen abgelehnt, das Kapitel angenommen. Die noch nicht erledigten Kapitel 16 bis 22 der VII Hauptabteilung, Staatsministerium, werden nach den Ausschußanträgen genehmigt. Bei der VIII. Hauptabteilung, Ministerium des Innern, bringt Abg. Dr. Schmitt die bevorstehende Revision der Verwaltungsgesetze zur Sprache und äußert eine Reihe von Wünschen hierzu. Staatsminister Rothe erwidert, die Ver. waltungsgesetz- Reform werde so bald als möglich an das Haus gelangen. Ministerialrat Braun geht auf einige der vom Abg. Dr. Schmitt angeregten Fragen näher ein. Abg. Wolf bringt die Zigeunerplage zur Sprache. Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 10 Uhr mit der Tagesordnung: Fortsetzung der Spezialbudget. beratung, Wahl der 3 Präsidenten nach Artikel 9 Absatz 2 der landständischen Geschäftsordnung. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 2, ausgegeben am 18. Februar, enthält: I. Bekanntmachung, die Beiträge der waldbefizenden Gemeinden 2c. zu den Besoldungen der Oberförster betreffend. Nach dem Verzeichnis beziffert sich nunmehr die Summe der Beiträge für Stackenburg auf 101 458,05 Mt., für Rheinhessen auf 11 639,11 Mf., für Oberhessen auf 67 062,08 mf., zusammen 180 159,24 Mf. II. Dienstnachrichten Am 24. Januar wurden 11. a. der Schulamtsaspirantin Ratharina Hotz aus Laubach, Kr. Schotten, eine Lehrerinnenstelle an der Volksschule zu Offenbach übertragen; am 5. Februar wurde der Schulamtsaspirant Georg Ernst Müller aus Alsfeld zum Lehrer an der Taubstummenanstalt zu Friedberg, unter Belassung in der Kategorie der Bolksschullehrer, mit Wirkung vom 1. April an, ernannt; am 7. Februar wurde dem Schulamtsaspiranten Georg Becker aus Lehrbach, Kr. Alsfeld, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freiensteinau, Kr. Lauterbach, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johann Heinrich Eifert zu Breungeshain, Kr. Schotten, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Walldorf, Kr. Groß- Gerau, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Paul Appel zn Walldorf, Kr. Groß- Gerau, die Lehreistelle an der Gemeindeschule zu Breungeshain, Kr. Schotten, übertragen.- V. Promotionen an der Großherzlichen Landesuniversität vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1902. VI Ruhestandsversetzungen. VII. Konkurrenzeröffnungen. Erledigt find u. a.: an der Voksschule in Gießen vier mit evangelischen Lehrern zu besezende Lehrerstellen, zu deren einer( I. Lehrerſtelle an der Stadtmädchenschule) dem Stadtvorstand zu Gießen das Präsentationsrecht zusteht, und eine mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle, und die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Hopfmannsfeld, im Kreise Lauterbach. ** Morgen findet die Anlage musik in der SüdAnlage vormittags 11 Uhr mit folgenden Biegramm statt: 1. Hochzeitsmarsch und Brautgesang aus„ Romeo und Julie" von Gounod; 2. Ouverture" Die Felsenmühle" von Reiziger; 3. Mein Traum! Walzer von Waldteufel; 4. Fantasie a. d. Op.„ Der fliegende Holländer!" von Wagner. In Steins Garten wird morgen Sonntag der Gießener Radfahr- Verein 1885 sein ostümfest abhalten. Bring a neval und Frau Mufita", ein großes historisches Festspiel, wird besonders den Radlern und Sportsgenossen viel Freude machen. ** Kaum ist das Maskenkränzchen der Contentia vorüber, so ist ein zweites Fest schon wieder angekündigt. Morgen haben die Contentianer nun auf der Schönen Aussicht Kappen sigung; das Programm ist urfidel. ** Turnerisches. Der geschäftsführende Ausschuß des Mittelrheinkreises hat für das Jahr 1903 folgen den Arbeitsplan aufgestellt. 15. März: Feldbergturntag in Höchst a. M. und Kreisvorfechterschule in Wiesbaden. 29. März: Kreisturntag in der Turnhalle der Turngemeinde Darmstadt. 19. April: Kreisvorturner schule in Höchst a. M. Mitte Juni: Feldbergturnfest. 28. Juni: llebungsturnen der Turner des Mittelrheinfreises, welche sich am Wettturnen beim diesjährigen deutschen Turnfeste in Nürnberg beteiligenden( Turn halle des Frankfurter Turnvereins). 20. Sept.: Sceis. borturnerschule in Kreuznach. 1. März: Turnen der freien Vereinigung von Vorturnern des Mittelrheinfreises in Hanau. ** Wie aus dem heutigen Inseratenteil ersichtlich, so stellt Herr Hch. Schneider, Oswaldsgarten, ein neues Riesenpianoorchester auf. Bis zur Stunde der Drucklegung unferer Bitung war dasselbe noch nicht fertig aufgestellt und werden wir in nächster Kr. eingehend darüber berichten. ** Die geplante Irrenanstalt wird nicht auf dem vorgesehenen Gelände erbaut werden. Das Braunsteinberg werk" Fernie", daß das Mutungsrecht befizt, hat nämlich bei den vorgenommenen Bohrungen mächtige Erzlager entdeckt, wofür es angeblich 200 000 bis 300 000 Mt. Entschädigung fordert. Man beabsichtigt deshalb, das bereits früher in Betracht gezogene Gelände in der Gemarkung Klein Linden zu wählen. Die schon öfters erörterte Eingemeindung dieses Ortes würde dann nur noch eine Frage der Zeit sein. So schreibt man auswärtigen Beitungen. ** Man schreibt uns: Die Redaktion der seit kurzem in Darmstadt erscheinenden Mitteldeutschen Fleisher Beitung" hat jezt der Vorsitzende des Bezirks„ beide Hessen und Nassan" im Deutschen Fleischer- Verbande" Herr Obermeister Carl Lauz, der schon längst als Fachschriftsteller sich eines geachteten Namens erfreut, übernommen. energische Wahrung der Interessen des hessischen FleischerDas genannte Blatt, dessen Aufgabe laut Profp ft die gewerbes ist, br ngt u. a. in der legten Nummer aus der Feder seines Herausgebers eine eingehende Besprechung der in voriger Woche der Zweiten Kammer der Stände zuges gangenen Regierungsvorlage, betreffend Ausführungsgesez zur Schlachtvieh- und Fleischbeschau. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Laubach. Die Eröffnung der neuen Bahn Mücke -Laubach hofft man im Juni oder Juli vornehmen zu können. Mit der Bahn macht sich aber auch ein Umschwung der Holzpreise in den Waldungen bei Freienseen und Laubach bemerkbar, dieselben sind um ein drittel bis ein halb des seitherigen Preises in die Höhe gegangen. □ Stumpertenrod Große Augen machte unlängst ein hiesiger Landwirt, als er eines schönen Morgens seinen Pferdeftall öffnete und denselben in ein boll ständiges Rauchutensilien- und Tabaklager umgewandelt sah. Schön aufgestapelt lagen hier nämlich Pfeiffen, Gigarienspitzen, Cigarrenetui mit Inhalt und Tabat. In der Meinung, daß niemand sich in seinen Pferdestall einrichten könne wie er wolle, obne sich darüber mit ihm eist zu verständigen und auch wohl dem vor zubeugen, daß man wohl über Nacht auch noch ein Eckerfenster an seinem Pferdeftall anbringen würde, nahm er die Sachen schmunzelnd einstweilen in Ver wahrung. Doch wer zulegt lacht, lacht am besten, denn, wie man vernimmt, sollen inzwischen von bedienender Seite des Landwirts ohne Wissen desselben, die Sachen dem früheren Eigentümer wieder zugesteckt worden sein. ** Der Turnverein Wetlar ist schon eifrig dabei, die Vorarbeiten für das in diesem Jahr statt findende Gauturnfest in Gang zu bringen. Das Fest findet am 5. Juli statt. Es haben sich die einzelnen Kommissionen gebildet; dem Ehrenkomite gehören an: Bürgermeister von Zangen, Landrat Dr. Sartorius, Oberstleutnant Kießlich, Gymnasialdirektor Prof. Dr. Fehr, Reftor Luerssen, Seminaroberlehrer Vorbrodt, Banfier Karl Flörsheim und Fabrikant Ernst Leig..Der Festplatz liegt an der Manhäuserbach, es find dieselben Wiesen, auf welchen im vorigen Jahre das Sängerfest stattfand. ** Frankfurt a. M., 20. Febr. Auf dem h'esigen Hauptbahnhof, wurde gestern einem Cigarrenreisenden eine Handtasche gestohlen, in der sich ein Beut I init 200 Mt. in Gold und Silber und ein Portefeuille mit 1200 Mt. Papiergeld und 1800 Mt. in Geschäftswechseln befanden. Der Reisende hatte, während er sich mit einem B fannten unterhielt, das Täschchen neben sich gestellt. *** Frankfurt a. M., 20. br.( Zur Reichstagswahl.) Wie mitgeteilt wird, beabsichtigen die hiesigen Demokraten und Freisinnigen den Stadtverodneten Dr. Heinrich Rößler bei der bevorstehenden Reichstagswahl als Kandidaten aufzustellen. *** Kassel, 20. Febr. An dem Hause Brüderstraße 11, in den am 23. Febr. 1749 die nachmalige berühmte deutsche Sängerin Mara geboren wurde, ist eine Gedenktafel ange bracht worden. Friedrich der Große bezahlte der Mara, geb. Schmaling, bekanntlich ein Jahresg halt von 6000 Th., eine für die damalige Zeit unerhörte Summe. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung. Gießen, 20. Febr. 1903. Der vielfach vorbestrafte Schlosser Emil J. aus Weltershausen ist geständig mehreren Einwohnern zu Friedberg Wäschestücke entwendet zu haben, auch gesteht er zu, daß er in Gemeinschaft mit Stonrad G., nachts zwei Enten aus einem Stall gestohlen hat, was dieser ebenfalls zugibt. Die Sachen wurden in die Wohnung des J. gebracht, wo dessen Ehefrau dieselben in Em pfang nahm und alsbald eine Ente zubereitete, welche dann gemeinschaftlich verzehrt wurde Bei der Haussuchung fand man noch eine Ente, sowie mehrere Stüd Wäsche, von welchen bereits die Zeichen entfernt waren. Frau J, welche sich wegen Hehlerei zu verantworten hat, bekommt 3 Monate Gefängnis und G. wegen Diebstahls die gleiche Strafe, während gegen den Ehemann 3. auf 3 Jahre Zuchthaus unter Aberfennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre und auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erfannt wird.- Bei verschloffenen Thüren wird gegen den Wagnerlehrling Johannes E. von Buzbach verhandelt. Er ist geständig, im dortigen Krankenhaus sich an einem Stinde unter 14 Jahren unfittlich vergangen zu haben; auch hat er versucht seinem Mitgesellen den Koffer zu erbrechen. Wegen Sittlichkeitsverbrechen und Diebstahlsversuch nim ftro ein bü Que Gri Sco ber bor per fein entr zieb bem Fen Urt Gel red R. an no bi ha 141 we Gef und 6t mi ich Ju 17. gu Ge bab פוון mit hol dal ci ve herz beir Die in h belie gebra breie Low M K in g VIL Adol Frif Fe if erfichtlich, fo in neues Riefen et Drudlegung fertig aufgestellt arüber berichten. d nicht auf dem Braunsteinberg 3t, hat nämlich ge Erzlager 300 000. alb, bas bereits Der Gemartung öfters erörterte nur noch eine an auswärtigen turzem in Darmn Fleismer. Bezirts beide cher- Berbande langft als Fad ut, übernommen. ut Profp ft die ischen Fleischer ummer aus der Besprechung der Stände zuge usführungsgeich gebieten. en Bahn Müde ali vornehmen zu ch ein Umschwung feen und Laubad bis ein halb des madhte unlängit hönen Morgens en in ein boll er umgewandelt ämlich Pfeiffer, alt und Labal seinen Pferde One sich darüber wohl dem vor auch noch ein bringen würde, weilen in Ver am beiten, denn, von bedienende Iben, die Sachen cft worden sein. ist schon eifrig em Jahr statt bringen. Das en sich die ein nfomite gehören t Dr. Sartorius, eltor Prof. Dr. lehrer Vorbrodt, t Ernst Leiz.- erbach, es find gen Jahre dat Auf dem hiesigen renreisenden eine I mit 200 Mt. e mit 1200 Mt. wechseln befanden. einem B fannten ( Bur Reichstage igen die hiesigen diverodneten Dr. eichstagewohl als je Brüderstraße 11, berühmte deutsche Gedenktafel ange zahlte der Mara, It von 6000 Th. me. aal 0. Febr. 1903 r Emil J. aus Einwohnern zu ben, auch gefteht onrad G., nachts hat, was dieser in die Wohnung ieselben in Em ubereitete, welde Bei der Haus sie mehrere Stüd n entfernt waren. zu verantworten und G. wegen gegen den Che ter Aberfennung hre und auf Zu bird. Bei ver Wagnerlehrling Er ift geftändig nem finde unter ben; auch hat er er zu erbrechen. Diebstahlsverjud Seborene. Am 8. Fehr. Dem Institutsdiener Heinrich Kalbfleisch ein Sohn. 12. Dem Kaufmann Louis Schüßler ein Sohn, Karl Jakob Erwin. 13. Dem Kaufmann Wilhelm Bach eine Tochter, Agnes Julia Malwine Inge. Dem Meggermeister Karl Blank ein Sohn. Dem Dachdecker Heinrich Weber eine Tochter, Anna Margarete Katharine. 15. Dem Kaufmann Eccarius ein Sohn. 16. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Schmahl eine Tochter, Katharina. Dem Rangierer Heinrich Launspach eine Tochter. 17. Dem Fuhrmann Friedrich Maths ein Sohn, Heinrich. Dem Taglöhner Johann Friedrich Wenzel ein Sohn, Karl Vollbrecht Friedrich. Dem Kaufmann Johann Wilhelm Fischer ein Sohn. 19. Dem Kaufmann Siegmund Jacob ein Sohn, Siegbert. Gestorbene. nimmt ihn bas Gericht in eine 5 monatliche Gefängnis. ftrafe. Mit Rücksicht auf sein Geständnis wird ihm einen Monat der erlittenen Untersuchunghaft als verbüßt aufgerechnet. Nunmehr nimmt Johannes E. aus Röhl, welcher seither bei Bürgermeister Fenchel zu Griedel in Arbeit stand, auf der Anklagebant Plaz. Trotz der besten Worte, die ihm der Vorsitzende gibt, verweigert er jegliche Auskunft. Durch Vernehmung von zehn Zeugen wird ihm nachgewiesen, daß er in verschiedenen Geschäften zu Buzbach sich auf den Namen seines Arbeitgebers Kleider und Schuhe geben ließ, auch entwendete er einem Friedberger Herrn einen lleber zieher und verschwand dann aus der Gegend. Nach bem er aus Baden sich schriftlich an Bürgermeister Fenchel wandte, wurde seine Festnahme veranlaßt. Das Urteil lautet auf 4 Jahre Zuchthaus nebst 450 Mt. Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Alsdann hat sich Hermann f. aus Schreitlaugten wegen Diebstahls zu vernehmer dahier. 16. Dorothea Einhäuser, geb. Tobt, 70 antworten. Er ist geständig, gelegentlich der Arbeitsnachfrage den Schuhmachermeister Ludwig Wacker da hier, einen Rock im Werte von 22 Mt. entwendet zu haben. Urteil: 5 Monate Gefängnis. Zum Schluffe wird der Berufung des Johannes S. von Gießen, welche sich gegen ein ihn wegen Betrugs zu 3 Wochen Gefängnis verurteilendes Erkenntnis richtet, stattgegeben und derselbe von Strafe und Kosten freigesprochen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. - Aufgebote. Am 12. Febr. Dr. Nathan Soddes, Bahnarzt dahier mit Selma Haas in Darmstadt. 16. Georg Hassemer, Bostschaffner dahier mit Luise Luh hierselbst. Wilhelm Martin Jude, Raufmann in Wiesbaden mit Dorothea Baul dahier. 17. August Heinrich Noll, Schloff rmeister dahier mit Augufte Wilhelmine Luise Berger in Ulm a. D. 19. Eugen Georg Meier, Amtsrichter in Bühl mit Louise Elwine Groos bahier. August Becker, Obersteiger dahier mit Katharine Elise Umbach in Flieden. Eheschließungeu. Am 14. Febr. Johann Welter, Rechtsanwa't in Alzey mit Anna Charlotte Marie Ackermann dahier. 18. Reins hold Winter, Taglöhner in Launsbach mit Elisabethe Klement dahier. Am 13. Febr. Ernst Döring, 71 Jahre alt, Privatier dahier. 15. Wilhelm Seipp, 51 Jahre alt, BauunterJahre alt, Ehefrau des Lademeisters i. P. Eberhard Einhäuser dahier. Eliſe Kaiser, 16 Jahre alt, Dienstmädchen dahier. Litterarisches. Neues Land betitelt sich ein Wert, welches Rapitän Sverdrup, den bekannten treuen Begleiter Nansens auf seinen Bolarreisen, zum Verfasser hat. Auf Nansens Schiff Fram", welches Sverdrup erst furz vorher aus der dreijährigen Haft des Eises befreit hatte, war er auf eine neue Forschungsreise ausgezogen, auf welcher er der Entdecker ganz neuer hoch nteressanter Länder wurde. 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