Rr. 17. Erstes Blatt. Avonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheifische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft nud Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 21. Januar 1903. Gießener 12. Jabraang. Jajectiovdvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen h ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfa sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pi Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 2 Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen and Um ung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh Bürgermeisterei Gießen und a. derer Behörden von Oberhessen. Deutscher Reichstag. 242. Sigung. CB. Berlin, 20. Januar. - Die Antwort des Reichskanzlers.- Da es bei Durchsicht der gestrigen Rednerliste betannt geworden war, daß heute der sozialdemokratische Abgeordnete v. Vollmar der erste Redner des Tages sei, so hatten sich die Tribünen rasch gefüllt. Sogar bie Hofloge war gut besetzt. Dorthin war auch ein Beamter des Zivilkabinetts entsandt, der sich erklärlicher Weise für den euf den Kaiser bezüglichen Passus interessierte. Die Bundesratsestrade war beseßt wie gestern. Nur fehlte im Anfange der Reichskanzler, der erst den Saal betrat, als Bollmar gerade die äußere Politik durchgehechelt hatte. Er schien über den Inhalt schon näheres erfah ren zu haben. Im wesentlichen führte v. Vollmar aus, daß Deutschland in immer größere Verwicklungen gerate, obgleich man sich von Reichswegen den anderen Staaten geradezu aufdränge. Der Rest des Expeditionsh.eres nach China sei unbedingt abzurufen, damit sich kein Kolonialheer so langsam entwickle. Im übrigen sei unser Marine- und Heeresetat, der Neuforderungen von etiva 116 Millionen Mt. bringe, Schuld an unserer schlechten Finanzlage und das Zentrum, das diese mit verschuldet habe, suche sich jetzt als verführt hinzustellen. Mit einer derartigen Entschuldigung fönne sich höchstens ein junges Mädchen herausreden.( Heiterkeit.) Von jetzt ab wurde die Szenerie dramatisch belebt. v. Bollinar besprach nämlich das Ewinemünder Telegramm, das er einen Eingriff in die Rechte der Bundesstaaten nannte. Als er dann den Fall Krupp erwähnte, erklärte der Präsident Graf Ballestrem, daß er es nicht dulden werde, wenn hier die Privatangelegenheiten eines Privatmannes erörtert werden. v. Vollmar erilärte nun, er wolle lediglich über die beiden anläßlich des Falles Krupp im Reichsanzeiger veröffentlichten Telegramme sprechen. Als auch dies untersagt wurde, erhob sich ein tosender Lärm kei der Sozialdemokratie. Zwischenrufe und Gelächter wurden laut. v. Vollmar erklärte, der Präsident müsse nach der seitherigen Praxis die Erörterung zulassen, zumal er die Erörterung über die Swinemünder Depesche gestattet habe, obgleich diese nicht im Reichsanzeiger stand. Der Präsident verwahrte sich gegen den Vorwurf, als ob er das Zentrum begünstigt habe, und v. Vollmar besprach nun Einzelheiten des Etats, wobei er die Zuschußanleihe für verfassungswidrig erklärte und eine Reichseinkommensteuer forderte. Der bayrische Bundesratsbevollmächtigte Dr. Frhr. v. Stengel geht des näheren auf die von der Linfen stets erhobene Forderung der Einführung einar Reichseinkommensteuer ein und betont hierbei, daß ein: solche das ganze seitherige Steuersystem auf den Kops stellen würde. Eine Reichseinkommensteuer sei einfach nicht durchführbar. Der nationalliberale Abg. Dr. Sattler greift einen Teil aus der Rede des sozialdemokratischen Redners heraus, worin dieser den nationalliberalen und konservati ven Abgeordneten die Absicht untergeschoben hatte, daß sie das Reichswahlrecht gefährdeten, und wies diese Darstellung unter Hinweis auf die Mitwirkung Bennigsens bei der Schaffung des jetzigen Reichstagswahlrechtszurück. Hierauf ergreift Reichskanzler Graf Bülow das Wort. Er wendet sich zunächst gegen die Darstellung, als ob die Monarchie eine antiszi ile Tendenz haben müsse. Das sei phychologisch und logisch unmöglich. Im Anschluß hieran verliest er eine ausländische Preßstimm über die Botschaft Kaiser Wilhelms I. vom Jahre 1881, worin gerade das soziale Verständnis der Monarchie anerkannt werde. Sodann verlas er das Urteil des sozialistischen Ministers Millerand über die Leistungen des Deutschen Reiches auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, wobei mehrfach in der Mitte und auf der Rechten Hört, hört!" gerufen wurde. Als in der Rede dia Etelle vorkam, daß noch mehr geschehen würde, wenn sich nicht die Bourgeoisie dagegen sträubte, rief man auf sozialdemokratischer Seite ,, Ganz wie bei uns!". Der Reichskanzler bemerkte nun, zur Sozialdemokratie, gewendet: ,, Genau dasselbe hat Se. Majestät der Kaiser an den Rand geschrieben. Hier steht: Richtig und zwar überall. Der Kaiser und die Staatsregierung sei von der Notwendigkeit eines sozialen Aufbaues unserer Gesellschaft überzeugt und Kundgebungen der Arbeiter hierüber würden die gebührende Beachtung finden, sofern sie auf eigenen Entschluß zurückzuführen seien.( Lärm bei den Szoialdemokraten. Zurufe: Kiel- Breslau.) Ms er die Klagen Vollmars über den Absolutismus gehört habe, ſei es ihm vorgekommen, als ob er in China oder Marokko sei. In Deutschland gebe es feinen absoluten oder absolutistischen Fürsten.( Gelächter links.) Jm weiteren teilte er mit, daß die Regierung eine Vorlage betr. Sicherung des Wahlgeheimnisses machen werde, derart, daß IsoHerräume eingeführt werden. Bezüglich der Venezuelaangelegenheit teilte er mit, daß diese demnächst in einer Konferenz in Washington geordnet werden solle. Sobald Dies geschehen sei, werde die Blockade aufgehoben. Es sei richtig, daß die englische Presse vielfach gegen Deutschland gehetzt habe, aber er hoffe, daß der gesunde Gedanke auf beiden Seiten wieder zum Durchbruch komme; wenn auch keine Macht der anderen nachzulaufen brauche, so sei doch das eine sicher, daß sie oft auf der gemeinsamen Linie miteinander arbeiten könnten. Während bei dem ersten Teile der Rede die Linke häufig störende Zwischenrufe machte, fand der letzte bei der Mehrheit eine ungeteilte freundliche Aufnahme. Nach einigen Bemerkungen der Abg. Hilpert und Dasbach, welch letzterer gegen den Abg. Sattler heftig polemisiert, wird die Sigung auf morgen vertagt. Die Politik. Der Kronprinz in Petersburg. In Petersburg fand am Montag in Gegenwart des Barenhauses und des deutschen Kronprinzen das Fest der Wasserweihe statt. Die Feier begann mit einem Gottesdienst in der Kirche des Winterpalais, an dem der gesamte Hofstaat, das diplomatische Korps und die Spitzen der Behörden teilnahmen. Dann begab sich der Zar, der seine Mutter führte, und der Kronprinz, der der Zarin den Arm geboten hatte, in die Pruntgemächer des Schlosses, um der Feier der Wasserweihe zuzuschauen. Der Großfürst- Thronfolger und die übrigen Großfürsten dagegen folgten der in feierlicher Prozession von der Kirche zu dem vor dem Schlosse erbauten Jordantempel vorausschreitenden Geistlichkeit. Der Metropolit nahm unter den üblichen Zeremonien die Wasserweihe vor. Nach der feierlichen Handlung begab sich die Pozession nach dem Winterpalais zurück, wo das Zarenpaar die Geistlichkeit begrüßte. Nach dem Galafrühstück, das darauf bei dem Zarenpaar stattfand, überreichte der Kronprinz dem Zaren das Modell des neuesten Linienschiffes der deutschen Marine ,, Braunschweig" als Geschenk Kaiser Wilhelms. Abends fand eine Familie tafel bei dem Zarenpaare statt. " Die Panther"-Affäre. Von dem angeblichen Bombardement des Forts San Carlo bei Maracaibo, bei dem das deutsche Kanonenboot Panther" nach britischen Meldungen schlecht abgeschnitten haben sollte, ist an Berliner amtlicher Stelle, wie unser CB.- Berichterstatter hört, noch nichts be.annt. Die Nachrichten von den deutschen Schiffen gehen nämlich in Berlin inumer mit einiger Verspätung ein, da die Telegraphenstation für das deutsche Geschwader Curaçao ist. Dorthin müssen die Depeschen erst zu Schiff befördert werden. Zweifellos handelt es sich bei der ganzen Meldung um cine englisch- amerikanische Heze gegen Deutschland. Es vird auch schon abgewiegelt: Nach der neuesten Meldung ist das Fort erheblich beschädigt, das Schiff dagegen nur unwesentlich. Die bisherigen Nachrichten lauteten befanntlich umgekehrt. Wahrscheinlich liegt- so, wurde unserem CB.- Mitarbeiter von zuständiger Stelle mitgeteilt die Sache so, daß der Panther" das Fort erfolgreich beschossen hat, daß er aber die Beschießung aufgob, weil er infolge niedrigen Wasserstandes die anderen Fronten des Forts nicht unter Feuer nehmen konnte.- An Stelle des Panther" ist jetzt der große Kreuzer ,, Vineta" nach Maracaibo abgegangen. Wenn die ,, Vineta" auch bei ihrem erheblich größeren Tiefgange den Versuch des ,, Panther", in den Sasen einzulaufen, nicht wieder o en nird, so für le i re Areni vor Maracalvo doch einen heilsamen Dämpfer für den venezolanischen Uebermut bedeuten. Ein wichtiger sozialpolitischer Fortschritt. (!) Dem Bundesrat wird noch in dieser Session eine Novelle zum Krankenversicherungsgeseß zugehen, die die Zeit der Krankenunterstügung auf 26 Wochen und ebenso die Unterstützungsdauer nach einer Entbindung auf sechs Wochen erhöht. Jerner fallen die Vorschristen sort, welche die Gewährung einer Krantenunterstü ung bei Geschlechtsfrankheiten ausschließen. Hierdurch wird die Lücke, welche zwischen dem Ende der Kranten- und dem Beginn der Invalidenunterstützung bisher Tag, ausgefüllt. Tas Ge sez wird voraussichtlich noch in dieser Session an den Reichstag kommen und angenommen werden. Kurze politische Nachrichten. * Es gibt bis jetzt keine Bestimmungen darüber, unter welchen Umständen ein Arzt berechtigt ist, sich auf einem bestimmten Gebiet als Spezialarzt zu bezeichnen. Im Mi nisterium wird die Ausarbei ung eines Gesezentwurses vorbereitet, der für Spezialärzte eine besondere Approbation vorsieht. * In Andujas( Spanien) tam es wegen der Erhebung der Steuern zu Ruheſtörungen. Die Bevölkerung schleuderte Steine gegen die Gendarmen, welche Feuer gaben und mehrere Personen verwundeten. * Die von Castro erhobene Anleihe von 2500 000 Bolivares ist vollständig gezeichnet worden; man sieht hierin einen Beweis, daß der von Matos geführte Aufstand als verloren ailt. Aus der Geschäfts ordnungs- K mission. D Die Geschäftsordnungs- Kommission des Reichstages wählte am Dienstag als Nachfolger des Abg. Singer den Abg. Roeren( 3entr.) endgiltig zum Vorsitzenden, zum Stellvertreter Herrn v. Normann( fons.). Ferner wurde nach lebhafter Besprechung der bei den letzten Zollverhandlungen so häufig praktisch gewordene Uebergang zur Tagesordnung bei Anträgen auf Vertagung und Schl für unzulässig erklärt. Was ist ein politischer Verein? ( Ueber den Begriff des politischen Vereins" hat sich das Kammergericht neuerdings dahin ausgesprochen: Politische Vereine sind lediglich solche, welche auf d.n Staat, seine Gefeßgebung, seine Institutionen oder in ternationalen Beziehungen einwirken wollen. Die sex genannten politischen Klubs, welche die Zentralpunti: der politischen Bewegung bilden und die Klinke der Gesetzgebung in Bewegung setzen wollen, sind damit g. meint. Ein Verein, welcher die geltende Gesetzgebung den Hörern lediglich zu erklären und zum Verständnis zu bringen bestrebt ist, ist kein politischer Verein. Den gemäß ist ein Voltsverein, der nur eine bessere denni nis der administrativen Landesgeseße, betr. Die Selbstverwaltung der städtischen und ländlichen Gemeinden des Kreises und der Provinz, der Schulgesetze und der daraus erwachsenden bürgerlichen Pflichten, und der den Mitgliedern zu Gebote stehenden gesetzlichen Freiheiten oder auch ein Verein, der die Bekämpfung der sozialistischen und anarchistischen Umsturz- Bestrebungen sich zum Ziel gesetzt, als ein politischer Verein nicht anzusehen. Ein Armenier.ttentat am Altar. D Der armenische Fanatismus hat wieder einmal eine Bluttat gezeitigt. Nach einer Meldung aus Konstan tinopel feuerte ein armenischer Apothekergehilfe am Mon tag während einer in der Kathedrale in Kumtapu zelebrierten Messe mehrere Revolverschüsse auf den Patriarchen Ormanian ab und verwundete ihn an der rechten Schulter. Die Verwundung scheint ungefährlich. Der Täter, der sofort verhaftet wurde, konnte nur mit Mühe por der Volkswut geschüßt werden. Er nennt sich Agap Hatschitian. Rätselhaft bleibt es, was die armenischen Fanatiker mit solchen Mordbübereien zu erreichen hoffen. China zahlungsunfähig! Nachdem die Zopfträger getrost und guter Dinge die europäischen Mächte ein paar Wochen lang an der Nase herumgeführt haben, erklären sie jetzt kurz und bündig, sie könnten ihren Verpflichtungen zur Entrichtung der Kriegsentschädigung nicht nachfommen. Das Tsung- li- Yamen wies den Gesandten telegraphische selbstverständlich bestellte- Berichte der Vizekönige vor, welche besagen, daß es unmöglich sei, durch eine erhöhte Besteuerung mehr Geld einzutreiben, da das Land verarmt sei. China bittet die Gesandten der fremden Mächte, bei ihren Regierungen für eine Erleichterung einzutreten. Es ist tausend gegen eins zu wetten, daß die gelben Brüder ihoz Absicht durchseßen. Ter Sultan von Marotto hat einstweilen sich noch nicht wieder mit dem Prätendenten Bu Hamara gemessen. Dafür hat er mehrere Dörfer eines Kabylenstammes geplündert und zerstört, eine Anzahl Rinder geraubt und eine Reihe von Gefangenen aus der Zahl der Nichttämpfer gemacht. Sechs von diesen armen Teufeln wurde der Kopf abgeschlagen, die Köpfe wurden im Triumph nach Fez gebracht und dort öffentlich als ,, Siegeszeichen" ausgestellt. Zwei andere Gefangene wurden an Pferde jebunden und durch die Straßen geschleift. Preussischer Landtag. 3. Sigung. Haus der Abgeordneten. CB. Berlin, 20. Januar. - Die Polen- Vorlage. Im preußischen Abgeordnetenhause fam heute zunächst ein Interessent über die Polenpolitik zu Worte, der Pole von Jazdzewski, der sich auf den Gemütvollen hinausspielte. Er sei ein Verehrer deutscher Wissenschaft und Intelligenz, aber es sei eine Ueberhebung, wenn man behaupte, das Polentum sei von Deutschland kultiviert. Einstmals habe der Kaiser einem hervorragenden Polen den Dank für die Treue der Polen gegen sein Haus ausgesprochen, sie verlangten die gleiche Treue auch von der Regierung gegen die Polen, aber statt dessen sei sie feindlich gesinnt, der Finanzminister Freiherr b. Rheinbaben bestritt das mit großer Entschiedenheit. Der Angriff sei bon den Polen ausgegangen. Was nun den von dem Vorrebner angeführten Fall Röhning anlange, jo fomme hier irgend welcher at ng ist gar nicht in Frage. Er( der Minister) habe ga nicht gemußt, daß Löhning die Tochter eines Feldwebe.s geheiratet habe. Entscheidend für das Vorgehen gegen Löhning sei nur die Haltung Löhnings zur Polenfrage gewesen. Hier könne es nur beißen: Hie Welf, hie Waiblingen. Freiherr von bem sterbenden Weibe, daß sie ihr gepflegt, aus dem Krankenzimmer und sagten dann zu ཙི ཏྟཱ ཝཱ Jane wenn fie fahre, es gestatten wollten. hege, daß Margarete das Verwandtschaftsverhältnis erteht vor ihrem Abscheiden aus dem Diesseits den Wunsch D, dente doch, welche Bewelche fchlaff an ihrer Seite herabhing. betrüben! Stomm. ein Gedicht und eingebildetes Weh in solcher Weise zu Du törichtes Kind," schalt er freundlich ,,, dich über auf die Diamanten an der schöngeformten linken Hand, und lak gigen Schwester, und Jugend entstan Frrium, der durch das Versehen des gütigen Beschübers Bärtlichkeit, in unſagbarem Mitgefühl. Cie erörterte den den Irrum zu sterben, sprach sie mit großer ihrer Kindheit Namen als Die Stimme versagte ihr, glei Geburt des Mädchens, das kein Recht auf einen andern den seiner Mutter hatte, gefunden und Gattin ihm geboren, wie auch im andern Register die Hammerstein führte diesen Gedanken noch weiter aus und betonte, daß die Regierung nicht ablassen werde, das Deutschtum gegen die Polen zu schüßen. Der nat.- lib. Abg. b. Eynern war damit einverstanden. Er führte weiter aus, der Mittellandkanal sei der Obstruktion der Ronservativen zum Opfer gefallen. Abg. v. Stauby( fons.) bestritt diese Behauptung. Abg. Dr. Friedberg( nl) drückte sein Bedauern aus, baß auf die mehrfachen Anfragen wegen der Kanalvorlage vom Regierungstisch teine Antwort erfolgt sei. Nach dem noch Abg. Kirsch das Zentrum dagegen verbahrt hatte, daß es der Regierung neuerdings Gefolgschaft leiste, wurde ein Schlußantrag angenommen und wie übHich Teile des Etats der Budgettommission überwiesen. lächse Sigung Donnerstag 11 Uhr. Vermischtes. :[ enn man zerstreut ist.] Einen hübschen Beitrag zu ber sprichwörtlichen großen Berstreutheit der Professoren bringt ein süddeutsches Blatt. Der Herr Professor sizt in der Zwischenpause im Theater sinnend auf seinem Eckplay, am Ausgang einer ziemlich engen Sperrsizreihe. ,, Darf ich bitten, mich hinaus zu lassen?" ertönt plöglich die Frage an sein Dhr. ,, Nein, ich lasse Sie nicht hinaus," entgegnet ber zerstreute Professor, sonst kommt die ganze Klasse und verlangt nachher dasselbe." T[ Dichterphantasie und Wirklichkeit.] In Paris ist unter dem Titel Tagebuch eines Bürgers von Paris unter dem zweiten Kaiserreih" ein hütsches Memoirenwert erschienen, das einen einst berühmten Arzt, Dr. Prosper Ménière, zum Verfasser hat und von dem Sohne des längst verstorbenen Autors herausgegeben worden ist. Unter den vielen Anekdoten, die das Buch enthält, sei eine besonders lustige herausgegriffen, die von der üppigen Phantasie und von der Rednergabe des älteren Dumas einen hübschen Begriff giebt: Dumas unterhielt sich einmales war im Jahre 1851- mit mehreren graubärtigen Generalen, denen er ein lebhaftes Bild von der Schlacht bei Waterloo entwarf, die sie alle mitgemacht hatten. Mit dem Genie eines Feldherrn führte Dumas Truppen ins Gefecht, die sich nie daran beteiligt hatten, zitierte heroische Worte, die nie gesprochen worden waren, und gab überhaupt von der ganzen Schlacht eine so romanhafte Schilderung, daß die alten Generale verwundert die grauen Köpfe schüttelten und einer von ihnen zu bemerken wagte:„ Aber erlauben Sie, lieber Herr, so war es ja garnicht. Wir waren doch auch dabei..." ,, Dann haben Sie eben nichts gesehen," unterbrach ihn Dumas trocken und fuhr mit noch größerem Feuer in seinen Schilderungen fort. Die alten Generale wurden schließlich durch seine phantastischen Schilderungen so überwältigt, daß der älteste von ynen fleinlaut bemerkte: ,, Wer kann es wissen! Vielleicht er doch recht...!" )-([ Eingleisige Bahnen.] Der Kaiser will bekanntlich den Grunewald den Berlinern als Volkspark erschließen. Dieser Umstand hat eine englische Eisenbahnbaugesellschaft zu dem Projekt einer Bahn veranlaßt, die den Grunewald für die Berliner leichter erreichbar machen soll. Die Gesellschaft baut als Spezialität EinschienenBahnen. Sie hat in mehreren Grafschaften Frlands derartige Bahnen ausgeführt, die sich aufs beste bewähren sollen. Die Konstruktion der Einschienen- Bahnen ist eine ganz eigenartige. Der Unterbau ist 1 Meter hoch und aus Eisen. Eine Art eiserner Böcke sind durch eine starke Tragschiene verbunden, auf der die Räder der Wagen laufen. Lettere sind durch einen eingebauten Einschnitt in der Mitte längsseitig in zwei Teile geteilt, so daß sie gewissermaßen auf der Tragschiene reiten. Das Gleichgewicht wird durch zwei Rollen erhalten, die auf beiden Seiten des Wagens am Unterbau langlaufen. Die Herstellungskosten der Einschienen- Bahnen sollen, da zum Unterbau feine Planierungen erforderlich sind, und Brücken in der Weise hergestellt werden, daß die Tragschiene entsprechend verlängert und verstärkt wird, verhältnismäßig sehr billig sein. [ Ueber türkische Ministergehälter] macht der„ ,, Cri de Paris", der allerdings nicht sehr vertrauenswert ist, folgende Mitteilungen: Der türkische Marineminister hat ein Einkommen von 414 000 Frcs. Das ist ein hübsches Venezuela und die deutschen Interessen. Bon Prof. Dr. W. Sievers( Gießen). Die Anfang Dezember 1902 seitens des Deutschen Reiches und des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, denen sich später auch noch Italien angeschlossen hat, erfolgte Ueberreichung eines Ultimatums an die Vereinigten Staaten von Venezuela hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf dieses Land gelenkt und zu manchen richtigen und sehr vielen unrichtigen Zeitungsartikeln geführt. Im Folgenden soll versucht werden, die unrichtigen Angaben von den richtigen zu scheiden und ein Bild der deutschen Interessen in Venezuela zu geben, so weit solche bei dem Mangel einer genügenden staatlichen Statistit und der Lückenhaftigkeit privater Mitteilungen feststellbar sind. seld, und der türkische college des berühmten Herrn Belletan kann sich sicher nicht bellagen. Er bekommt jogar mehr als der Großvezier, der nur 331 000 Frcs. Gehalt bezieht. Ebensoviel erhalten zwei oder drei andere Minister. Die Miniſter des Innern, des Aeußern, des Unterrichts und der öffentlichen Arbeiten müssen sich mit je 220 000 Frcs. zufrieden geben. Einer der am schlechtesten besoldeten Minister ist der Finanzminister, der nur 193 000 Frcs. erhält. Weniger als er, nämlich 138 000 Fres. bekommt nur der Minister der Bergwerke und der faiserlichen Forsten. Der glüdliche Marineminister soll sich, seitdem er im Amte ist, bereits ein kleines Vermögen bon mindestens 60 000 000 Frcs. ,, erspart" haben. Das beweist, daß Sparsamkeit und Ordnungssinn zu seinen schönsten Tugenden gehören. Im ganzen beziehen die türkischen Minister- es sind ihrer vierzehn- 3 700 000 Fres. Gehalt. )-([ der Goldreichtum Alastas] scheint unerschöpflich zu sein. Am Tanana, einem Nebenslusse des Yukon ist soeben ein neues Goldland von angeblich unerreichter Ergiebigkeit entdeckt worden. Seit im Jahre 1896 reiche Goldfelder im Yukonslusse in Alaska im Klondilegebiete gefunden wurden, sind hunderte von Millionen von den unternehmenden Goldsuchern aus der Erde geschaufelt wor den, und noch hat die Ergiebigkeit der Goldregionen sich nicht verringert. Während noch vor wenigen Jahren das Innere Alaštas ein ödes, verlehrsloses Gebiet war, das nur in der günstigsten Jahreszeit und auch dann nur unter beinahe unüberwindlichen Schwierigkeiten bereist werden fonnte, entwickelte sich seit den enormen Goldfunden aus den Hauptverkehrsstraßen, über den Thea- und Whitepaß zum oberen Yukon und auf der kanadischen Seite nach Dawson City zu, ein geregelter und sicherer Verkehr. Viel zur Erschließung des Innern trug die Erbauung von Eisenbahnen über die schwierigen Paßübergänge bei. Kurzes Allerlei. Der dichtende Bürgermeister von Berlin, Dr. Reicke, ist übertrumpft! In Finnland haben sie jezt sogar einen dichtenden Gouverneur. Es ist der neuernannte Gouverneur von Kuopio, Herr M. A. Bergh, der unter dem Namen Martti Wuori( Wuori ist das finnische Wort für Berg) eine Anzahl reizender Theaterstücke in finnischer Sprache geschrieben hat. - Ein seltsamer Nachruf findet sich in der Totenliste eines schweizerischen Blattes für 1902. Es heißt dort: N. N., Altgemeindepräsident und Landrat in Elm. 70 Jahre alt. Beim Elmer Bergsturz leitete er mit Mut und geschickter Hand die Katastrophe." - Gegen Blutvergiftung will ein Newyorker Arzt, Dr. Barrows, ein neues Mittel entdeckt haben. Das Mittel besteht in einer Einsprißung von Formalin in die Abern. Diese in den Newyorker Spitälern versuchsweise angewandte Methode hat angeblich so günstige Resultate ergeben, daß deren allgemeine Einführung beschlossen worBen ist. Bunte Chronit. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd ,, Lahn" ist wieder flottgeworden und in Gibraltar eingetroffen. – Der Hamburger Schooner ,, August" ist unweit Kinsale untergegangen. Der Kapitän ist ertrunken, die Mannschaft gerettet. - Auf Bahnhof Dahlhausen( Ruhr) stieß ein Rangierzug auf entlaufene Wagen des dortigen Brikettwerks. Der Lokomotivführer wurde tödlich verleßt. -In Uerdingen machte ein kürzlich aus dem Gefängnis entlassener Werkmeister einen Mordversuch auf seine Frau. Die Frau liegt im Sterben. Der Täter ist flüchtig. Der Mann hatte bereits vor ungefähr 2 Jahren seine Frau mit einem Beile sehr schwer verleßt und seine Tat mit 18 Monaten Gefängnis büßen müssen. -In Tetingen( Elsaß) erschoß der neunjährige Sohn des Pächters Godfrin den bei der Arbeit befindlichen Tagelöhner Schwarz, Vater von sechs Kindern, aus Únborsichtigkeit. - Auf einer nach Isenburg führenden Landstraße wurde der Gast i Meiler tot aufgefunden. Uhr und Barschaft fehlten, daß ein Raubmord vermutet wird. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Die hessische Regierung hat einen Gesezentwurf lauft 1. Sorte( Tiere Corte( pifchen 40-4 Corte( leichter als 40 fertiggestellt, der verschiedene wichtige Neuerungen im fen wurden für 750-80 heffischen Landtagswahlrecht bringt. Der Entwurf soll art blieb in allen Biel demnächst veröffentlicht werden. ** Bon beffichen Behö Bimmermann und Tagl ofen aus Metrich weg ** Ernannt wurde am 15. Januar der Pfarrer Franz lischen Pfarrstelle zu Langenhain, Detanat Friedbecq. geben am 19. Januar d. J., enthält: Bekanntmachung, die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamtenstellen bei den Jacobowsti zu Freiensteinau zum Pfarrer der bange Bornheim wegen Diebstahls ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4, ausge midt pas Wiesbad nuar 1903.( Umfaßt das Verzeichnis der den Militäran Großh. Staatsanwalts ndreas Weirich aus ** Bortrag. Im Staatsbehörden mit Militäranwärtern betr. Vom 10. Ja Großh. Amtsanwalt zu wärtern vorbehaltenen Dienststellen, das an die Stelle des err Professor Dr. Bi der Bekanntmachung vom 22 Januar 1900, Regierungsblatt hienenen Mitgliedern Nr. 18, beigefügten Verzeichnisses zu treten hat.) An dem × Hessische Vereinigung für Volkskunde. dritten der Mitgliederabende dieses Winters( 19. Jan.) sprach Herr Custos Dr. Ebel über Gießener Flurund Straßennamen. Aus den Akten des hiesigen reins einen lehrreichen Bant". Ueber das lef Aus Helfen u ** Lollar. Monta städtischen Archivs, Urkundensammlungen u. dergl. hat ardt'fden Haufe ei er umfassendes geschichtliches Material gesammelt, auf das gestützt er die Namen in die älteren Zeiten zurückatte den Dieb aber wurde verfolat und Benddarmen übergeben, berfolgte und ihre Entstehung erläuterte. Auf gar ährlichen Bewaffnung manche dieser jedem Gießener wohlbekannten Namen fiel durch bisher unbekannte ältere Belege, die der Vorsichtlichem Interesse folgten die sehr zahlreich erschienenen Beldfaffette und mehrer tragende beibringen konnte, ein ganz neues Licht. Mit fobl nen Gegenständer Damen und Herren seinen Ausführungen und lohnten Dr. Breidert und ihn mit lebhaftem Beifall. An der angeregten Dis fussion, die sich an den Vortrag anschloß, beteiligten wohnten im Gasthaus Drievorfände Ettin sich die Herren Professoren Horn, Lucius, Geheim- lcher über den von rat Siebeck, Strad; ferner die Herren Oberlehrerereits im Bau befi Dietrich, Dr. Koch, Dr. Mäuser und der Vorttingshausen v rhande tragende. Besonders der rätselhafte Name unserer andlungen ist noch ni ** Lehrbach San " Schur" wurde von allen Seiten beleuchtet, ohne daß man jedoch zu einem definitiven Ergebnis gekommen Uhr soll die hiesige wäre. Der Vortrag wird seiner Zeit in der Zeitschrift ürgerueifterei öffentlic der Vereinigung beröffentlicht werden. ** Nieder- Gemin Februar, von nach **[ Stadttheater.] Nächsten Mittwoch, den 28. Januar, wird Herr Direktor Lindemann mit ki Birt Södler ein 8 seinem Ensemble in unserem Stadttheater ein ein** Ober- Ohmen. maliges Gastspiel veranstalten. Zur Aufführung genes schönen Abend langt„ Tie tote Stadt", Tragöde von Gabriele burort N. Sein Li D'Annunzio. Bemerkt sei noch, daß D'Annunzio dahein im Holzschup unter den lebenden italienischen Dichtern zweifelsohne Aufforderung Folge a der bedeutendste und„ La città morta" wiederum sein fit dann auch zuſam vollkommenstes Werk ist. Der vorgestrige Viehmarkt hatte einen Auftrieb von 11-1200 Stück Milchfühen, Gangochsen und Fettoieh sowie ca. 300 Kälber. Start war diesmal die Kundschaft vom Rhein her gekommen. Der Handel in tragenden und frisch. meltenden Kühen zeigte Flouheit bei weichenden Preisen. Schwarzbunte Ware( Friesenfühe) waren gesucht, aber zum größten Teile bereits am Vormarkt abgeseßt, einige schwere Simmenthaler, die am Markt waren gingen flott zu guten Preisen ab. Das Gangochsen- Geschäft hatte viel zu früh im Jahre noch keine ziehende Kraft, Händler aus Köln suchten und fanden am Markt einige schwere Paare. Mittelware verließ unverkauft den Markt. Der Fettvieh- und Kälber- Vorrat erwies sich für die Nachfrage als zu groß, sodaß die Preise erheblich gegen die der letzten Märkte abschlugen, selbst als die Gießener Mezzer durch starte Einläufe besonders in Rindern in das G schäft eingriff n gingen die Preise nicht wieder hoch. Der Kälbermarkt war so mit Ware belastet, daß die Preise so billig wurden wie wir sie im vergangenen Jahre so niedrig nicht hatten. Es wurde gehandelt Milchfühe 1. Sorte 400-450 Mt., 2. Sorte 330-360 M., 3. Sorte 270-300 Mt. pro Stück. Beste Ware fette Rinder wurden verkauft 59-61 Mt. pro Centner Schlachtgewicht. Kälber wurden der Centner Schlachtgewicht Carúpauo nur die Erzeugnisse des allernächstliegenden Landes,| aromatischen Tonkabohnen der Dipteryx odorata mit 184000 La Guaira und Puerto Cabello führen diejenigen der Centralstaaten und zumteil auch der Llanos aus, Maracaibo endlich ist der Hafen für den venezolanischen Staat Los Andes sowohl wie für den Norden des columbianischen Staates Santander. und etwas katao mit 46 800 Marf. Das ergiebt, unter Sinzurechnung von 692 000 Mart Ausfuhrwert für lebende Tiere und einiger fleinerer Posten für 1900 eine Summe von 8,92 Mill. Mark für die Gesamtausfuhr. Diese Ausfuhr ist nun abec, wie der Handel von Benezolanisch Guayana überhaupt vorwiegend in Händen der Deutschen, namentlich des Hauses Blohm y Co. und Sprick Luis y Ca. Neben den deutschen sind auch noch einige italienische Frmen, und Franzosen sind spärlicher, im Allgemeinen aber ist der wie Bettistini, Balazzi, Bicentini von Bedeutung, Engländer Großhandel von Ciudad Bolivar deutsch. Falls sich der Kauf der Crespo'schen Besitzungen zw schen dem unteren Caura und Cuchivero verwirklichen sollte, so würde nicht nur ein mächtiger Grundbesig, sondern auch eine sehr beMan kann für die deutschen Interessen vier Hauptge- und heute führt Ciudad Bolivar( 1900) nur noch für 1,36 trächtliche Erhöhung des Einfluſſes für die Deutschen erbiete unterscheiden, von denen ein jedes durch besondere Eigenart von dem anderen abweicht und die den hauptsäch lichsten physischen Abteilungen des Landes entsprechen, nämlich das Orinocogebiet, den Osten( El Oriente), Mittelvenezuela ( die Centralstaaten) und das Wirtschaftsgebiet um die Lagune von Maracaibo. Am Orinoco herrscht der Handel allein, und zwar auf charakteristische Erzeugnisse, Gummi und Gold, auch Häute; in Ostvenezuela hat die Ausbeut. ung des Schwefels von Bilar für Deutschland eine größere Bedeutung als der dort betriebene Anbau von Kafao, in Mittel- und Westvenezuela liegt der Schwerpunkt der Kaffee und Katao- Ausfuhr und des Kaffe handels, aber zugleich ist Mittelvenezuela infolge der Erbauung der großen deutschen Eisenbahn zwischen Carácas und Valencia ein Siz wichtiger industrieller deutscher Interessen geworden. Diesen vier Hauptgebieten entsprechen die Hauptsächlichen Häfen des Landes, für das Orinocogebiet Ciudad Bolivar, für den Oriente Carúpano, für MittelVenezuela La Guaira und Puerto Cabello und für Weſtvenezuela Maracaibo. Die dem Handel dienstbaren Hinterländer sind aber sehr verschieden groß. Ciudad Bolivar empfängt die Produkte aus dem gesamten Orinocogebiet, Das Orinocogebiet weicht von den übrigen Venezuela in jeder Beziehung und somit auch in seinen Erzeugnissen ab; es führt die Produkte von Guayana aus, somit fast teinen Kaffee noch auch Katao, sondern rohe Waldprodukte, aber auch solche der Viehzucht und des Bergbaues. In den 70er und 80er Jahren spielte das Gold Guayanas die erste Rolle, insofern die Goldminen von Callao und Andere an 20 Millionen Mark jährlich ergaben; feit etwa 1890 hat aber die Goldproduktion nachgelassen Millionen Mark Gold aus. Dagegen hat sich die Ausfuhr von Balatá, dem Gummi der Mimusops balata und wahr. scheinlich zahlreicher anderer Waldbäume, in den letzten Jahren mächtig gehoben. Sie stieg in den Jahren 1897 bis 1900 von fast 300 000 gr. auf 1194 000 gr., hatte 1900 einen Wert von 3,824 Millionen Mark und stand damit unter allen Produften des Orinocogebiets an erster Stelle. Dieses Balatá Gummi fommt teils aus dem Delta des Orinoco, teils von den Nebenflüssen des Orinoco und Guayana und auch schon vom Oberlauf, mit dem freilich die Verbindung schlecht ist; die wichtigste Bezugsquelle ist zur Beit wohl der Yuruari. Dazu kommt ferner für 240 000 Mark Kautschuck, wohl von Hevea guyanensis. Ein dritter bedeutender Ausfuhrgegenstand sind Häute, 1900 mit 1,6 Millionen Mart, der zweitwichtigste überhaupt; sie tommen von den trockenen Landschaften zu beiden Seiten des Orinoco und aus dem Tauragebiet, wo General Crespo's große Besizungen ein deutsches Syndikat zum Kauf angereizt baben. Den Häuten fann man noch hinzurechnen für etwa 80 000 Mart Reh- und Ziegenfelle und in den Rest der Ausfuhr Federn des weißen Reihers mit 740 000, Sarápia, die Ciudad Bolivars teilten sich 1900 Vogelfedern, wohl meist zielt werden. lebte. Das zweite Wirtschaftsgebiet mit großen deutschen Interessen ist der Osten, jedoch erst seit kurzer Zeit. Bor dem Jahre 1900 war die Bahl und die Bedeutung der Deutschen im Oriente nur sehr gering; sie b schränkte sich auf einige Landsleute in Caúpino und Urgegend und in Barcelona, während in Cumaná überhaupt fin Teutscher Durch die Gründung der deutschen Gesellschaft zur Explotierung der Schwefelgruben von Bilar bei Carúpano ist jedoch seit 1900 auch im Osten der deutsche Einfluß, zunächst in Form eines bergbauliche Unternehmens plöglich bedeutend geworden. Auch ist zu erwarten, daß mit der Beit einige der wertvollen Rafaopflanzungen des Ostens und bielleicht auch ein Teil des izt völlig französischen, besser corsischen Handels von Carúpano und in deutsche Hände übergehen wird. Die Schwefelgrubergesellschaft scheint in den ersten beiden Jahren 1900 und 1901 von Erfolg beoünstigt gewesen zu sein, doch dürfte die Revolution von 1902 thr Richteile gebracht haben; ob auch sie bereits unter den Reflamanten für Schädigungen während des Sommers 1902 sich befindet, ist mir nicht bekannt. ( Fortseßung folgt.) Freitag EisBefo Heute wurde Dentalb herrenlos aufgefordert, seine machen. Cießen, den 20. Großher Gesell Die diesjährig Monaten är u An derselben f den Orten: Gieße Bai d, Groß- n- langaönd, Stok bardefelden, Wa rob, Garbenteid Lehrzeit spätestens ind für welche fein es vorgeschriebenen rhältlich) bis zum Musichuß zu richten Anmeldungen ind ist mit der An jenden. Wir machen aß die Able jun Borbedingung f und de Führung Bre Berfäumnis leite im Gefolge Gießen, de Der Prüfung De Nicht mitkochen! MAG Wohlgeschmack( Nic bestens empfohlen vo Wilhel keiten. Neuerungen im rtauft 1. Sorte( Tiere über 50 Pfand) 59-61 Mt. Sorte( zwischen 40-40 Pfd. Gewicht) 54-56 Mr. hsen wurden für 750-800 mt. pro Baar abgefeßt. Der | noffen fie unter trautem Liebesgeflüfter das Glück der Liebe in vollen Zügen, aber- Wit des Geschickes glück schreitet schnell." Auch diesmal naht das Verder Laterne in der Hand. Durch den Lichtschein auf zur Berhandlung. Die Berufung richtet sich gegen ein Grfenntis des Schöffengerichts Schotten, welches die Angeeine sehr umfangreiche Beweisaufnahme. Das Gricht iſt zu lassen, weshalb die Berufung tostenpflichtig zurückgeen Gesetzentwurf Sorte( leichter als 40 Bfb.) 50-52 Mt. 1. Gang Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten und das Un- flagte freisprach. Auf Antrag des Klägers erfolgte heute r Entwurf soll arft blieb in allen Viebgattungen erheblich überſtändig. hängnis und zwar in Gestalt des Hausbesizers mit aber nicht in der Lage eine enderung des Urteils eintreten Friedbecq. ** Bon hessischen Behörden werden stedbrieflich verfolgt: er Pfarrer Franz immermann und Taglöhner Martin Hofmann aus geschreckt, stob das Pärchen in den Garten und mit wiesen wird. arrer der ange prnheim wegen Diebstahls; Viehschweizer Bruno Vonder den Worten: Bst, Konrad, hei her!" huschte das gutt Nr. 4, ausgeschmidt aas Wiesbaden wegen B.trugs, sämtlich von Ob nun Konrad den Ruf vernommen oder nicht, bleibt anntmachung, die ofen aus Mestrich wegen Diebstahls; Dienstknecht Karl enstellen bei den noreas Weirich aus Dortmund wegen Betrugs vom r Großh. Staatsanwaltschaft Gießen. Maurer Fried: ich .Bom 10. Ja den Militäran an die Stelle des Broßh. Amtsanwalt zu Gießen. Regierungsblatt chienenen Mitgliedern des Kaufmännischen- und Gewerbe n hat.) ** Vortrag. Im faufmännischen Vereinshaus hielt perr Professor Dr. Biermer gestern Abend vor zahlreich ereins einen lehrreichen Vortrag über die deutsche ReichsUeber das leferat berichten wir morgen näheres. fande. An dem ant ters( 19. Jan.) Bener Flur Aus Hessen und nachbargebieten. ten des hiesigen en u. dergl. hat gefammelt, auf ** Lollar. Montag Niht wurde in du Jug ardt'schen Hause ein Einbruch verübt. Ein Geräusch atte den Dieb aber verraten und die Bewohner geweckt. Beiten zurüde wurde verfolat und schließlich im Keller trotz seiner geerte. Auf gar fannten Namen ge, die der Vor ues Licht. Mit eich erschienenen ährlichen Bewaffnung überwältigt und dem erschienenen Bensdarmen übergeben, der ihn nach Gießen einlieferte. An ftobl nen Gegenständen fanden sich bei dem Einbrecher die Beldfaffette und mehrere Wertgegenstände vor. b. Grünberg, Januar. Herr Provinzialdirektor orientierte Liebchen durch die Lucke aus dem Garten. dahingestellt, furz, er versuchte sein Heil auf der entgegengesetten Seite des Gartens. Aber o Schred, eine Hecke trennte ihn von der goldenen Freiheit, doch kurz besonnen, mit wahrer Todes verachtung wagte Konrad den tollfühnen Sprung und mit Schrei:„ Auh mei Noase!" fiel er in den Garten zurück. Die Hecke war nämlich nochmals mit Stacheldraht überspannt und Konrad war reingefallen. Mit schrecklich zugerichtetem Gesichtsvorsprung trollte er dann seiner Heimat zu und ein kräftiges Gelächter verkündete ihm, daß der Vorfall nicht unbemerkt gebliebt war. - Mainz. Weinhändler Albert Kern wurde in das Untersuchungsgefängnis übergeführt.- Das 12 jährige Mädchen Pfleger, das om 2. Dezember d. I. durch Erplodieren eines Sprengförpers so schrecklich zugerichtet wurde, fonnte jegt als g heilt aus dem Rochusspital entiassen werden. Das arme Kind verläst allerdings das Spital blind und nur mit einem Arme. 20. Jan. Marktbericht. Frankfurter Vichmarkt. Zum Verkauf standen 489 Ochsen, 87 Bullen, 868 Rühe und Fäisen( Stiere und Rinder), 272 Käiber, 252 Schafe und Hämmel, 1326 Schweine. Bezahlt wurde für 50 Kilo Schlachtgewicht. Ochsen: a) volfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jabren 68-70 mt. b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 63-66, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58-60 mt. d) gering genährte jeden Alters 00-00 Mr. Bullen: a) vollfleistige höchsten Schlachtwertes 63-65 Mt. b) mäßig genährte junaere und gut genährte ältere 59-61 Mr. Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemäftete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 61-62 Mr., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 56-57 Mr., c) ältere ausgemäftete Kühe und wenig gut ent widelte jüngere Kühe und Fäisen( tiere und Rinder) 45 bie 47 Mr., d) mäßig genährte Kube und Färsen( Stiere und Rinder) 40-42 m. er ½ Kilo Schlachtgewicht: Kälber: a) f inſte ( Lebendgewicht) 47-48 Pfg.. b) mittiere Maſt- und gute Saug Maft:( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgw.) 78-80 Pfgfälber( Schlachtgewicht) 71-74 Pfg.,( Lebendgewicht) 42-44 Big c) geringe Saugfälber 60-63 Pig, d) ältere gering gewährte Kälber( Freffer)- Bfg, Scase: a) Mastlämmer und jüngere Mast ämmel 64-66 Pfg, b) ältere Masthämmel 59-61 Pfg. c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Merzschafe) 50-52 Pfa. Schweine: a) vollfleischige Rassen - angeregten in Dr. Dreibert und Herr Fourat tast mis bieten forps bat dem Staffer findet au 12. September bei excucines ao pofielianine ber feinerten Stathert und beren Streuungen Dis Slog, beteiligten Ortsvorstände Ettingshausen und Münster bei, in vohnten im Gasthaus zum Hirsch einer Versammlung der Niederzwehren statt. cius, Geheimren Oberlehrer und der BorName unserer tet, ohne daß nis gefommen velcher über den von Münster angeregten Anschluß an die jereits im Bau befindliche Wasserleitung der Gemeinde Ettingshausen v rhandelt wurde. Das Ergebnis der Verjandlungen ist noch nicht definitiv festgestellt. ** Lehrbach Samstag, den 7. Februar, nachmittags 1 Uhr soll die hiesige Feldjaad auf weitere 6 Jahre auf der Bürgermeisterei öffentlich verpachtet werden. ** 1 der Zeitschrift voch, den 28. 2. Februar, von nachmittags 21 Uhr an wird hierselbst emann mit bei irt Söbler ein Bahltag der freistasse abgehalten. theater ein einAufführung, ge- Eines schönen Abends kommt ein Freier von dem Nach*** Ober- Ohmen.( Ein geprellter Freier.) on Gabriele barort M. Gein Siebchen hatte ihn zu einem Stell. aß D'Annunzio bichein im Holzichuppen gebeten und er fam, um dieser Nieder- Gemünden, 19. Januar. Montag, den n zweifelsohne wiederum sein sie dann auch zusammen. Keinen Verrat ahnend, geAufforderung Folge zu leisten. An besagtem Ort trafen Freitag Nachmittag von 3-8 Uhr nen Auftrieb von nd Fettoieh sowie Kundschaft vom nden und frisch chenden Preisen. ucht, aber zum einige schwere flott zu guten te viel zu früh indler aus Köln Paare. Mittelr Fettvieh- und ge als zu groß, ten Märkte ab urch starte EinEis- Concert Bekanntmachung. eingriffen gingen Heute wurde dahier ein gelb und weiß geflecktes artt war so mit Ochsenkalb herrenlos betroffen. Der Eigentümer wird den wie wir sie aufgefordert, seine Ansprüche alsbald bei uns geltend zu ten. Es wurde machen. Mt., 2. Sorte ro Stüd. Beste Mt. pro Centner Schlochtgewicht ata mit 184000 ergiebt, unter ert für lebende O eine Summe Diese Aus Benezolanis der Deutschen, Drid Luis y Ca. Cießen, den 20. Januar 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten März und April ftatt. An derselben können alle jungen Handwerker aus ben Orten: Gießen, Heuchelheim, Wiese, Altenenische Frmn, Bus, c, Groß-- Buseck, Beuern, Hausen, Burk Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sigung. Gießen, 17. Januar 1903. Die Privatflagefache beziehungsweise Wiederklage zweier hiesiger Geschäftsinhaber welche gegenseitige Beleidigung betrifft, findet ihre Erledigung vor Eintritt in die Hauptverhandlung, indem die beiderseits eingelegte Berufung, welche sich gegen ein beide freisprechendes Urteil des hiesigen Schöffengerichte richtet, zurückgenommen wird. Die Berufung in der U- bertretungssache des Israel Lorsch von Alsfeld wurde ebenfalls vor dem Termin zurückgenommen - Die& ldstrafsache des Adam Schäfer von Borsdorf muß. da das Gericht die Sache nicht für aufgeklärt genug bält, behufs weiterer Beweiserhebung' n, vertagt werden. Bum Schlusse kommt die Privatflage des Karl Hansel von Wingershausen gegen die Katharina Theis von dorten Eis- Verein. Näheres durch Plakate. Steins Garten. Gaalban. Donnerstag, den 22. Januar 1903 V. Abou.- Konzert, gewicht 51 Pfg., b) fleisbiche( Schlachtgewicht) 63 Pfg.,( Lebend= gewicht) 50 fg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war mittelmäß g und der Ueberstand bedeutend. In Kleinvieh war das Besaäft gut und ist der Markt geräumt. Aus Desterreich standen 187 Ochsen zum Verkauf. Holzversteigerungen und Holzverkäufe. Donnerstag, den 22. Jaunar aus den Distrikten Rammerwald, Lehnheimer Linnes, Lnnes 6a, 7, 11, 12, 8aunbach, Erlen, Flensunger Kopf der Forstwartei Lehnheim. Zusammenfunft: Vormittags halb 10 Uhr am Pflanzgarten im Kammerwald( Scßenweg). Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783) für die Nedaftion verantwortlich: Albin Klein,( ießen. Jugend- Kunst- Wettlauf. Feuerwerk- beng. Beleuchtung. Donnerstag Ale Ansti ch bon ba an täglich im Zapf. Brauerei Wridig. Lager in Maschinentreibriemen. ausgeführt von der Kapelle des Inf.- Regts. Kaiser Wilhelm( 2. Großb. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Interessenten zur geft. Mitteilung, daß ich infolge größ. Großh. Musikdirektors Kranke. Anfang 8 Uhr. 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