Nr. 246 Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfs, in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitage. Dienstag, den 20. Oktober 1903. Gießener 12. Jehrgang. Jusertionspret 8: Die einspaletge Petitzelle für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchink Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Des Kaifers Glaubensbekenntnis. Der Kaiser hat dem bedeutungsvollen Tag, an dem feine beiden Söhne August Wilhelm und Oskar ihr Glaubensbekenntnis in die Hand ihres Seelsorgers ablegten, durch einen patriarchalisch- religiösen Aft eine ergreifende Weihe gegeben. An festlicher Tafel im Familienkreise erweckte er die ehrwürdige Ueberlieferung des Priestertums, das sich im pater familias verkörpert, zu eindrucksvollem Leben. Mit martigen, bon tiefinnerlicher Glaubenskraft zeugenden Worten legte er vor seinem ganzen Hause selber ein unumwundenes Bekenntnis ab und verwies die jungen Söhne, die eben in den Bund der Kirche aufgenommen sind, auf den evigen, festen Baugrund, auf dem sich ihr Leben aufbauen folle: den Glauben an ihren Herrn und Heiland. Wir lassen die Rede, die im ganzen Lande ein lebhaftes Echo wachrufen wird, nachstehend im vollen Wortlaut folgen: Meine lieben Söhne! In dem Augenblick, wo wir im Begriff sind, die Gläser auf euer Wohl zu leeren und unsere Glückwünsche euch auszusprechen, daß ihr unter uns eingetreten seid alls tatenfrohe Menschen, in die Gemeinde des Herrn, um darin zu arbeiten, möchte ich als euer Vater auch ein Wort euch mit auf den Weg geben. Der heutige Tag ist für euch in geistiger Beziehung gleichzustellen dem Tage, an dem der Offizier, der Soldat seinen Fahneneid ableistet. Ihr habt als Prinzen des Möniglichen Hauses schon im zehnten Jahre das Recht, Uniform zu tragen. Damit möchte ich euere Taufe vergleichen. Ihr seid vorgemerkt als Streiter Christi. Mit dem heutigen Tage seid ihr, sozusagen, im Glauben mündig geworden. Die Wehr und Waffen und das Rüstzeug, deren ihr euch bedienen sollt, sünd euch von kundiger Hand gelehrt und bereit gelegt worden. Ihre Anwendung in allen Lebenslagen wird nun an euch liegen. Auch darin werdet ihr noch zum Teil unterwiesen werden können. Aber schließlich muß ein jeder lernen, die Waffen, auch die geistigen, selbst zu führen, die ihm anvertraut sind. Ich spreche mit Absicht im militärischen Sinne, weil ich annehme, daß auch ihr das schöne Gleichnis kennt, worin der Christ mit dem Krieger verglichen wird, und in welchem die Waffen aufgeführt werden, die ihm der Herr zur Verfügung gestellt hat. Ihr werdet gewiß die Gelegenheit haben in späterer Zeit, diese oder jene von den Waffen anzuwenden, und ihr werdet gewiß das, was ihr heute so schön in eurem Gelübde versprochen habt, auch betätigen. In sehr richtiger Weise hat in der Herrlichen Ansprache, die euer geistlicher Lehrer heute an euch gerichtet hat, derselbe einen Begriff hervorgehoben für das, was von euch verlangt wird, nämlich daß ihr„ Persönlichkeiten" werden sollt. 63 ist das derjenige Punkt, auf den nach meiner Ansicht es für den Christen im täglichen Leben am meisten ankommt. Denn darüber kann wohl kein Zweifel sein, daß wir von der Person des Herrn getrost sagen können: Er ist die persönlichste Persönlichkeit" gewesen, die je auf der Erde unter den MenschenFindern gewandelt ist. Ihr habt in euerem Unterricht- und werdet es noch in Zukunft von vielen großen Menschen gelesen und gehört, von Weisen, Staatsmännern, Königen und Fürsten, auch von Dichtern. Ihr habt von manchen Worte und Aussprüche gelesen, und sie haben euch erhoben, ja sogar begeistert. Gewiß! Welcher deutsche Jüngling sollte sich nicht er= hoben fühlen und fortgerissen werden von begeisterten Liedern, 3. B. von unserem Körner. Aber trotz allem, es sind Menschentvorte. Es kommen keine Menschenworte irgend einem einzigen Worte unseres Herrn gleich. Und das sei euch gesagt, damit ihr auch in der Lage seid, es zu vertreten, wenn ihr einst im Strudel des Lebens steht und Meinungsaustausch hört und selber Meinungen austauscht über Religion, vor allem über die Person unseres Heilandes. Es hat niemals eines Menschen Wort fertig gebracht, Leute aller Rassen und Leute aller Völker gleichmäßig zu denselben Zielen zu begeistern, darnach zu trachten, ihm gleich zu sein, ja sogar ihr Leben für ihn zu lassen. Und das Wunder ist nur dadurch zu erklären, daß die Worte, die er ge= sprochen hat, Worte des lebendigen Gottes sind, welche Leben erwecken und lebendig bleiben noch nach tausenden von Jahren, wenn der Weisen Worte längst vergessen sein werden. Wenn ich nun auf meine persönlichen Erfahrungen zurückblicke, so kann ich euch nur versichern, und ihr werdet dieselbe Erfahrung machen: Der Angel- und Drehpunkt unseres menschlichen Lebens, zumal aber eines verantwortungsvollen und arbeitsreichen Lebens- das ist mir klarer geworden von Jahr zu Jahr liegt nur einzig und allein in der Stellung, die man zu seinem Herrn und Heilande einnimmt. Ich nannte ihn die persönlichste der Persönlichkeiten, und das mit Recht. Wie es nicht anders sein kann im menschlichen Leben, und wie es uns allen begegnet, so ist es auch mit ihm gewesen. Es ist der Streit der Meinungen um ihn entbrannt: manche waren für ihn, manche haben im Zweifel gestanden, viele waren gegen ihn. Aber darüber kann kein Zweifel sein, und der schärfste Feind und Leugner des Herrn ist nur der Beweis dafür, der Herr lebt noch heute als ganze Persönlichkeit, die nicht ignoriert werden kann! Noch heute schreitet seine Lichtgestalt, unserm geistigen Auge nur sichtbar und der Seele fühlbar, unter uns einher: tröstend, helfend, stärkend, auch Widerspruch und Verfolgung erweckend. Und weil er nicht ignoriert werden kann, so wird jeder Mensch ge= zwunger, beivußt oder unbewußt, das Leben, das er lebt, das Amt, das er führt, das Werk, das er treibt, immer darauf zu basieren, unter welchem Gesichtswinkel er unserm Seilande - gegenüber steht und ob seine Arbeit im Sinne des Herrn getan, ihm wohlgefällig ist, oder ob es das Gegenteil ist. Sein Ge wissen, wenn es noch lebt, wird ihm stets darüber Auskunft geben. Gewiß, ich glaube gern, daß biele Menschen heute der Ansicht sind, im heutigen„ modernen" Leben mit seinen vielfachen Aufgaben und verantwortungsvollen Stellungen ist es undenkbar, daß man sich mit der Persönlichkeit des Heilandes so eingehend beschäftigen und auf ihn Rücksicht nehmen kann, wie es früher geschah. Und die Menschheit hat sich neben dem Herrn den Himmel ausgeschmückt mit vielen herrlichen Gestalten, frommen Christen, die Heilige genannt werden, und an die sie sich hilfesuchend wenden. Aber das ist alles Nebensache und eitel. Der einzige Helfer und Retter ist und bleibt der Heiland. Ich kanu euch nur Eines von ganzem Herzen raten für euer zukünftiges Leben: Schafft und arbeitet ohne Unterlaß, das ist der Kern des Christenlebens, wie er es uns vorgelebt hat! Werfet einen Blick in die Schrift und leset die Gleichnisse unseres Heilandes: am schwersten wird der bestraft, der nichts tut, der sitzen bleibt, mit dem Strom mitgeht und die andern arbeiten läßt, wie im Gleichnis vom Pfunde. Was auch euere Passionen, was auch euere Gaben sein mögen, es möge jeder darnach trachten, auf seinem Gebiete das Beste zu leisten und eine Persönlichkeit zu werden, in seine Aufgaben hineinzuwachsen, in ihnen zu schaffen und sie zu fördern nach dem Beispiele des Heilandes. Trachtet bor allem darnach, daß, was ihr vornehint, möglichst stets zu einer Freude für euere Mitmenschen werden kann denn das ist das Schönste, mit anderen sich gemeinsam freuen zu können und wo das nicht möglich ist, daß euer Werk den Mitmenschen wenigstens zu Nutz und Frommen sein möge, wie unseres Herrn arbeitsreiches und tatenfrohes Leben es stets gewesen. Dann habt ihr das erfüllt, was von euch erwartet wird. Dann werdet ihr brave, deutsche Männer, tüchtige Prinzen meines Hauses werden und teilnehmen können an der großen Arbeit. die uns allen beschicden ist. Daß ihr solche Arbeit mit Segen zu ihrem Ziele führen möget, daß euch Gottes und des Heilandes Hilfe dabei nicht fehlen möge, darauf leeren wir am Heutigen Tage unsere Gläser." Der Kaiser seinen Eltern. Wer bei der Enthüllungsfeier der neu errichteten Denkmäler für Kaiser und Kaiserin Friedrich im Berliner Tiergarten eine Rede des Kaisers erwartete, sab sich getäuscht. Kaiser Wilhelm hat aber, was er bei der Feier selbst, die im übrigen in programmmäßiger Weise verlief, nicht aussprach, bei anderer Gelegenheit nachgeholt. Bei der Mittagstafel im Königlichen Schloß hielt er eine Rede, in der er um das hehre Bild seines Elternpaares einen Lorbeerkranz treuer Liebe flocht. Die Worte dazu entlehnte er dem beredten Munde seines alten Lehrers Dr. Hinzpeter, der in kurzen aber inhaltsreichen Säßen die Bedeutung der Entschlafenen würdigt. Wir lassen die markantesten Stellen im Auszug folgen: „ Diese stolzen glänzenden Gestalten werden in den Beschauern auch der künftigen Geschlechter stets andere Empfindungen er wecken, als die Bilder der nun abgeschlossenen Siegesallee. Ihre Sympathie und ihre Bewunderung werden immer mit Mitleid vermischt sein; ihre Ehrfurcht wird mehr den Leiden gelten als den Taten. Diese Figuren werden mehr die Sage beschäftigen als die Geschichte, denn sie repräsentieren mehr Ideen als Ereignisse. Ihr Schicksal war so tragisch, daß es die Seele des Volkes tief erschütterte, sie mit Mitleid für das furchtbare Leiden wie mit Trauer um die eigenen verlorenen Hoffnungen erfüllte. Dieses zum Herrschen berufene Paar bewegte die neue Zeit, die für Deutschland anbrach, stärker als alle anderen; kein zweites war so voll von Träumen, Gedanken und Plänen; keines so mutig im Verlassen des Alten und Ergreifen des Neuen; keines so erfüllt mit Hoffnung und Vertrauen auf die Zukunft. Unter den strebenden, ringenden Zeitgenossen zeichneten sie beide in innigster geistiger Gemeinschaft sich aus durch ihren Eifer und Enthusiasmus für die neuen höheren Ziele, für die freiere Entwickelung aller Kräfte, für die reichere Entfaltung des Volkslebens. Sie stehen hier am Eingang als glänzende Repräsentanten der schwärmerischen illusionsreichen Jugend des Deutschen Reichs und als leuchtende Personifikationen der Kulturbegeiste-= rung, welche sie charakterisierte, und welche die deutschen Kaiser als Führer des vornehmsten Kulturvolks der Erde beseelen soll." Panromanifcher Imperialismus. Politische Luftschlösser zu bauen ist von jeher eine Eigenheit der Romanen gewesen: keine Nation lateinischen Geblüts hat es je verstanden, auf die Dauer Realpolitik zu treiben. Selbst die glänzenden politischen Taten des vierzehnten Ludwig und der beiden Napoleon, was waren sie anderes als Ausflüsse einer Luftschloßpolitik, die das Bleibende im Wechsel der politischen Erscheinungen nicht achtete: die politischen Notwendigkeiten, die in Rasse, Sprache, Religionsbekenntnis und tausend anderen kleineren und gröBeren Tatsachen sich ausdrücken. Wer die Geschichte der romanischen Völker kennt, der weiß: Je phantastischer, je nebelhafter, je unmöglicher die Grundlagen für solche Chateaux d'Espagne, um so eifriger sind die Phantasiepolitifer in Madrid, Rom, Varis in ihrer luftiaen Bautätigkeit. Die letzten Tage haben uns wieder ein groteskes Produkt dieser politischen Luftschloßarchitektur gebracht: das italienisch- französische Kaiserreich! Franzosen haben dieses neueste politische Nebelgebilde aufgetürmt, und ihre Stammverwandten jenseits der Alpen halfen ihnen mit südlich schnell auflodernder Begeisterung bei dem politischen Kinderspiel. Also ein italienisch- französisches Kaiserreich! Wer der Kaiser sein soll? Selbstverständlich, so erklären die angeblich republikanischen Franzosen kurz und bündig, Viktor Emanuel, der Italienerkönig, für den im Moment nicht nur tout Paris, sondern auch ganz Frankreich helle Begeisterung hegt! Von Messinas Enge bis zu den Küsten der Normandie und Bretagne: Ein Volk, ein Reich, ein Kaiser! Welch stolzer Gedanke, wert, eines Römers, eines Parisers patriotisches Herz höher schlagen zu lassen. Und wie sehr diese Idee auch in der Luft schweben mag, wie undurchführbar sie ist, bei Italiens Politikern findet sie rauschenden Widerhall. In der italienischen Presse werden Stimmen laut, die sich ernsthaft und begeistert mit diesen Phantastereien beschäftigen; selbst ein so ernst zu nehmendes Blatt wie der„ Mailänder Corriere" versteigt sich zu folgenden Tiraden: „ Der Zweib und und der Dreibund gehören nunmehr der Vergangenheit an. Gegenwärtig besteht ein Bund der drei Kaiser, von dem Italien und Frankreich ausgeschlossen sind. Italien ist auch bei den russisch- österreichischen Abmachungen, die den Balkan betreffen, völlig ignoriert worden natürlich, denn welche Rücksicht verdient eine Nation, in der eine Hand voll Lärmmacher jede Politik durchkreuzen können." Und deshalb tritt das Blatt für das italienisch- französische Kaiserreich ein! Den sonst besonnenen Männern, die dieses Blatt leiten, hat offenbar die„ Hinausschiebung", will sagen die definitve Absage des Zarenbesuches, die nationale Empfindlichkeit verlebt: Statt die italienischen Sozialisten, die den Zarenbesuch vereitelt haben, beim Ohr zu nehmen, suchen diese Politiker erzentrisch genug einen Trost in dem Hirngespinst eines italienisch- französischen Kaiserreichs! Und wie die oberitalienische und römische die mittelund süditalienische Presse und Bevölkerung. Bei jenen spricht die stete Berührung mit den französischen Nachbarn, bei diesen das materielle Interesse mit, wenn sie dem Einheitstraum Raum geben: Die Süditaliener feltern einen Wein, für den sie nur in Frankreich Abnahme finden, wo er zu echtem Bordeaux" verarbeitet wird! Es kann nicht geleugnet werden, daß die offiziellen politischen Kreise Italiens und Frankreichs Del in das Feuer dieser privaten Einheitsphatasien gießen. So hat König Viktor Emanuel selbst, kurz vor seiner Abreise aus Paris, bei einem nach der Parade ihm vom Präsidenten Loubet gegebenen Mahl einen Trinkspruch ausgebracht, in dem er an die gemeinsamen Waffentaten der Heere Italiens und Frankreichs erinnerte. Und das in einem Tone, daß Präsident Loubet in seiner Antwort von der Vereinigung", der ,, union", der beiden Nationen reden konnte! Welch ein Feld für auslegungsluftige politische Zeichendeuter! Und weiter: Viktor Emanuel soll die Absicht ausgesprochen haben, das italienische Heer von 12 auf 10 Armeekorps zu verringern, weil zwischen Italien und Frankreich fortan Mißhelligkeiten ausgeschlossen seien! Aber all dieses Wasser auf die Mühle der Herolde eines großen romanischen Imperiums wird ohne Wirkung bleiben; denn die Mühle geht leer. Der Dreibund braucht eine Erschütterung durch diese Zukunftsphantasien leicht erregbarer Gemüter nicht zu befürchten, und ebensowenig der Zweibund. Denn beide sind nicht in Phantasiespielereien, sondern in politischen Interessen begründet, in Notwendigkeiten, die nur durch andere politische Notwendigkeiten, nicht durch werden können. ideologische Planmachereien aufgehoben Also auch diesen neuesten Gebilden romanischer Einbildungsfraft gegenüber gilt das Wort:„ Kalt Blut und warm angezogen!" Vor seiner Abreise aus Paris hat König Viktor Emanuel für die Armen der Stadt 50 000 Franks und für die in Paris lebenden bedürftigen Italiener 30 000 Franks gespendet. Loubet sagte bei der Abfahrt dem Könige einen Gegenbesuch in Rom zu. Die Politik. Augenblicklich werden schon für das nächste Jahr eine Reihe von Monarchenreisen angekündigt. So soll der Lordmayor von London eine amtliche Verständigung davon erhalten haben, daß Kaiser Franz Josef im Frühjahr England besuchen werde. Für den Aufenthalt seien drei Tage in Aussicht genommen. Umgekehrt soll König Eduard die Absicht haben, im Januar König Karol bon Rumänien einen Besuch abzustatten. Die Meldungen von Besuchen, die König Peter von Serbien in diesem Jahre an fremden Höfen zu machen gedenke, werMan. nannte Enoe gelegenen Dauptstadt bon Großbritannien befindet sich auch der einer Könign von reichs, und unter den verschiedenen Titeln der Herrscherin Die Infel führt auch heute noch den Namen eines KönigCastletown refibieri Douverneur, der von der Krone erGerichtshof und der englische Bischof von Sodor und; Lorber teltische Tracht; sein furzer, gestreifter Rod war feine Anöchel bis zum Knie hinauf. Schnalle zusammen gehalten; weiße Gamaschen umschlossen Schnitt und erinnerte doch wieder an die eigentümliche uralte hlanten Hüften mit einem Gürtel und reicher goldener Schnurrbart: feine Kleidung war bon fast städtischem über den So, wie Magnus Dgham aussah, hätte man sich einen arber fönnen." rienen, an die Ite gewöhnt sind und Abgemacht!" sie zu ihrer Bequemlichkeit bedürfen." Senden Sie also her, mein Serr, was sagte der Reverend, ihnen, sie können kommen lassen, was ihnen beliebt und was Dach als meine Gäste eingezogen sind, so gehört mein Haus bewenn jene Damen," erwiderte Magnus, ter mein die sie nicht entindem er aufstand. fiir nötig balten. Du fragend an. aufflammenden Blick seiner Augen. Sie lachte abermals, hart, bitter. Bitte, redes" und Better Erich meinte auch schon sie stodte vor bes wissen willst, es ist mir schon manchmal so vorgekommen eine vorgebliche Gorge um dich und sei selbst- Er hat ſts meinst, ,, Nun, ja, terit dit ed ich stedte nich Sitter Sich. Dielntese vinte den dagegen als unrichtig bezeichnet. Noch ist wohl auch die Lage in Serbien nicht gefestigt genug, als daß Peter 1. Beit hätte, wie Ferdinand von Bulgarien, Spazierfahrten zu unternehmen. Von der gegenseitigen Unterstützung des internationalen Proletariats gibt die Aufforderung ein Beispiel, welche die Maschinenbauer in Clyde an ihre Kameraden richten, eine Subskription für die deutschen Metallarbeiterverbände zu veranstalten, die bekanntlich in Berlin mit den Metallwarenfabrikanten in einen Streit um die Herabsetzung der Arbeitszeit geraten sind. Man motiviert diese Aufforderung damit, daß man die Unterstützung der Deutschen vor sieben Jahren vergelten müsse, die seinerzeit den Zufluß von Arbeitern vom Festlande verhinderten und außerdem 14 500 Pfund sammelten. Exempla docent! Ein schwedisches Blatt diskutiert allen Ernstes den Gedanken eines Zusammenschlusses der skandinavischen Länder nach Art des Deutschen Reichs. Die erste Bedingung wäre, daß Norwegen seinen eigenen König erhält. Als solcher käme der mit der dänischen Prinzessin Ingeborg verheiratete schwedische Prinz Karl in Betracht. Heer, Flotte und auswärtige Vertretung der drei Länder müsse gemeinschaftlich sein. Der älteste König solle in der gemeinschaftlichen Regierung den Vorsitz führen... Ein bißchen phantastisch, aber sonst ganz nett. Mittelpunkt der Anklage, die sich gegen 10 bekannte Agenten und Geldverleiher richtet, steht die Ausbeutung des jugendlichen Grafen Franz Larisch- Mönnich. Dieser geriet, während er in Leipzig Medizin studierte, trok hoher eigener Mittel in Schulden und wandte sich in der Not an den Angeklagten Rosenstiel, der ihn in schmählichster Weise bewucherte. Rosenstiel riet dem Grafen, sich durch eine reiche Heirat zu retten. Er suchte ihn mit einer der drei Komtessen v. Faber auf Schloß Stein bei Nürnberg in Beziehungen zu bringen, deren jede ein Vermögen von 20 Millionen Mark besitzen sollte. Als Provision wurde ein Betrag von 600 000 Mark vereinbart. Graf Larisch mußte fünf Wechsel acceptieren, drei à 100 000 und zwei à 150 000 Mark. Außerdem gab er noch zweien der Mithelfer je einen Wechsel über 200 000 Mart, im ganzen also eine runde Million. Der Heiratsplan zerschlug sich. Graf Larisch ging nach Amerika und heiratete dort eine immens reiche Dame. Plötzlich erhielt er von einer amerikanischen Bank die Aufforderung, einen Wechsel über 200 000 Mark einzulösen, der ihr von Rosenstiel zur Einziehung übergeben war. Graf Larisch weigerte sich, und nun kam die Angelegenheit zur Kenntnis des Staatsanwalts und hatte die vorliegende Anflage zur Folge. Aus italienischer Quelle wird gemeldet, daß der Papst Merry del Val ein Schreiben zugehen ließ, in dem er ihn zum Staatssekretär ernannte. In dem am 9. Nobember tagenden Konsistorium soll Merry del Val zum Kardinal ernannt werden. Damit wäre denn der Sekretär des Konklaves, dessen Kardinalsernennung und Berufung zum Nachfolger Rampollas unmittelbar nach der Papstwahl erwartet wurde, endlich an sein Ziel gelangt. Es ging unter Papst Pius immer noch schneller wie damals unter Leo XIII., der den Konklavesekretär beträchtlich längere Zeit auf die gewohnheitsmäßige Ernennung warten ließ. Ueber Wien wird gemeldet, daß Graf Lambsdorff nächster Tage nach Paris kommen wird, um mit Delcassé zu fonferieren. Dieser Besuch wird vermutlich mancherlei Kombinationen heraufbeschwören. Wahrscheinlich handelt es sich um Erörterungen in der Balkanfrage. O Der Riesenstreik in Frankreich erhält sich in altem Umfange. Die Tertilarbeiter in Armentieres haben sich für eine Fortsetzung des Ausstandes ausgesprochen, und auch die Kohlenverlader in Dünkirchen vertreten denselben Standpunkt. Ob freilich die Hartnäckigkeit durch einen Sieg belohnt wird, ist doch noch sehr die Frage. Nab und Fern. & IDer am 1. Robe 85 Jahre a Bor einigen Dienstjubil die Regier dienst geft immer gan er fidh ausg Erz ihren töricht daturen bo faffen, noch pefter Uran geführt. G Kaiser und Bring Gite Namen Prinzen id 1 Doppel Brenzlich feinem Gef Herr bei einer Berliner Firma eine Partie Bigarren und sandte sogleich mit der Bestellung einen Scheck auf den Betrag nach Berlin. Nach fünf Tagen erhielt der Besteller die Antwort. Die Berliner Firma schrieb ihm, daß die bestellte Sorte Zigarren inzwischen billiger geworden sei und dak ihm, als Besteller einer größeren Partie, ein Rabatt gewährt werde. Aus diesem Grunde schickte die Firma gleichzeitig mit der Zigarrensendung auch einen Teil der eingeschickten Geld. summe zurück. So handeln die deutschen Kaufleute!" ruft der Gewährsmann der„ Nowosti" aus. Darum ist es be greiflich, warum sie nach und nach den Welthandel in ihre Hände bekommen und selbst die Engländer aus dem nahen und fernen Orient verdrängen. Der Grundsatz des deutschen Handels ist Gewissenhaftigkeit und ein mäßiger Gewinn, d. h. gerade das Gegenteil von den Grundsäßen des russischen Handels. Hätte man einem rusischen Kaufmann das Geld so geschickt, wie der russische Herr es nach Berlin schickte- würde der Kaufmann wohl einen Teil dieses Geldes zurück. gezahlt haben? Ganz sicher nicht!! Er würde vielmehr eine Rechnung aufgestellt haben, nach der der Käufer bei ihm trotzdem bei ihm in der Schuld stehen würde...." Zu der Verhaftung des Leutnants Bilse vom Forbacher Trainbataillon wegen des von ihm verfaßten Romans ,, Aus einer kleinen Garnison" wird weiter gemeldet, daß das dem Autor zur Last gelegte Verschulden vor allem darin bestehen soll, daß er der bestehenden allgemeinen Bestimmung zuwider gehandelt hat, nach welcher aktive Militärs die beabsichtigte Herausgabe von für die Deffentlichkeit bestimmten selbständigen Druckschriften bei ihren Vorgesetzten anzumelden haben. Es würde sich demnach im vorliegenden Falle zunächst um Ungehorsam in dienstlichen Angelegenheiten handeln. Ob und inwieweit noch andere Strafdelikte, wie Beleidigung von Vorgesezten, Veröffentlichung von Dienſtgeheimnissen 2c., vorliegen, dürfte die weitere Untersuchung ergeben. Die Festnahme des Beschuldigten, der im Militärgefängnis zu Metz interniert ist, soll wegen vorliegenden Fluchtverdachts erfolgt sein; ein Haftentlassungsantrag ist von ihm bisher nicht gestellt worden. Inzwischen ist der Verkauf des Romans in den Buchhandlungen polizeilich inhibiert worden; in einzelnen Orten, wie z. B. in Mezz, ist jedoch die Gesamtauflage des Werkes inzwischen bereits bollständig vergriffen. Aus Anlaß eines konkreten Falles aus letzter Zeit, wo der Führer des englischen Dampfers Afghanistan" den Schiffbrüchigen des französischen Dampfers Admiral Gueydon" Aufnahme und Unterstützung verweigert hat, propagiert die französische Presse eine internationale gesetzliche Regelung, die solche unmenschliche Verweigerung von Hülfeleistung auf See unter strenge Strafe stellt. Bis heute liegen die Dinge nämlich so, daß gegen einen Kapitän, der sich auf solche Weise gegen alle Gebote der Moral vergeht, rechtlich leider gar nichts zu machen ist. Wir Deutsche dürfen mit Stolz von unseren Seeleuten sagen, daß ein Fall wie der des englischen Kapitäns bei uns so gut wie ausgeschlossen ist. Während Frankreich das Protektorat über Wadai endgültig an sich gerissen hat, trägt sich Italien mit der Absicht, demnächst das Sultanat von Obbia einzukassieren. Wenigstens soll der italienische Generalkonsul in Zansibar genau untersuchen, ob sich die Vermutungen bestätigen, daß dieser fleine Sultan den Mad Mullah unterstützt hat. Sollte das der Fall sein, will man kurzen Prozeß machen. Uns kann das letztere ziemlich gleichgültig sein. Die Uebernahme des Protektorats über Wadai durch Frankreich dagegen hat starke Bedeutung für uns, da dieses Sultanat dicht neben unserer Interessensphäre liegt. In letter Zeit aufgetauchte Gerüchte von Kriegsrüstungen zwischen San Salvador und Guatemala entbehren nach Regierungsnachrichten aus San Salvador jeder Be gründung. Die Angst vor den Yankees scheint da in letzter Minute noch als Heilmittel gewirkt zu haben. [ Noble" Gäste des Herrn Loubet.] Ein Pariser Blatt erzählt, daß jeder Pariser für recht viel Geld und einige gute Worte Eintrittskarten zu der zu Ehren des italienischen Königspaares veranstalteten Galavorstellung erlangen konnte. Von den Gästen des Herrn Loubet hätten eine ganze Anzahl mit den ihnen zugesandten Eintrittskarten einen schwunghaften Handel getrieben, nicht direkt, denn das wäre nicht fein gewesen, aber durch Vermittelung geschickter Händler! Für 800 bis 900 Francs habe man sich einen Logen- oder Orchesterplatz leisten können. Ein Händler habe für einen Balfonsiz 5000 Francs verlangt! Solche Schachergeschäfte mit Eintrittskarten zu Galavorstellungen sollen übrigens, wie der„ Gil Blas" behauptet, nichts seltenes sein. Die höchsten Preise habe man bezahlt, als das russische Kaiserpaar in Paris war, wogegen anläßlich der zu Ehren Eduards VII. veranstalteten Galavorstellung die Plätze verhältnismäßig billig für 300 bis 400 Francs zu haben waren. Die sogenannte„ schöne Otero" brauchte also damals gar nicht so viel anzulegen, um sich einen Platz zu erhandeln. Sie hat ihr Geld allerdings umsonst ausgegeben, denn sie wurde, wie man sich erinnern dürfte, höflich, aber sicher aus dem Theater entfernt. Aufruhr im Zentralgefängnis zu Halle. Nächtlicherweile entsprangen aus dem Provinz- Zentralgefängnis zu Halle acht Gefangene, nachdem sie die Aufseher überrumpelt hatten. Sie ermordeten den einen, namens Walter, und berwundeten zwei andere lebensgefährlich. Sieben von den Ausbrechern wurden durch eine Abteilung Kriminalbeamte und Militär in der Dölauer Heide bei Halle wieder aufgegriffen, wobei ein Gefangener durch einen Schuß ins Bein berletzt wurde; den achter Gefangenen fand man in einem Kohlenkeller Es hat sich herausgestellt, daß es sich bei dem an: geblichen Attentat gegen die englische Gesandtschaft in Peking lediglich um einen Diebstahl von Artilleriematerial und nicht um eine politische Aktion gehandelt hat. Die Diebe schleppten die Ausrüstung eines Geschützes und andere Gegenstände aus dem Lagerraume fort. Als ihnen aber der Weitertransport zu viel Mühe verursachte, brachten sie einen Teil des Gestohlenen draußen zur Explosion und machten sich dann aus dem Staube. Es war also mit anderen Worten viel Geschrei und wenig Wolle. Ausfuhr von Amurfischen nach Deutschland. Das Beispiel der Amerikaner, die den kanadischen Lachs im gefrorenen Zustande nach England und Deutschland senden, wird jetzt bon den Russen nachgeahmt. Nach einer Meldung aus Nikolajewsk an der Amurmündung lief dort von den Nadezkischen Fischereien der speziell zum Zweck der Fischausfuhr erbaute und mit Kühlvorrichtungen versehene Dampfer Bianka" mit einer Ladung gefrorener Fische( Oncorhynchus keta), die zur Verbreitung auf den europäischen Märkten bestimmt sind, nach Hamburg aus. Man verspricht sich von dem neuen Ausfuhrunternehmen große Erfolge für die Ausbeutung des Fischreichtums des Amur. Ein australisches Blatt läßt sich aus Suva, der Haupt Stadt der Fidschi- Inseln, mitteilen, daß Deutschland Tonga und England Teile der Salomonsgruppe annektiert. Do die Salomonsinseln schon längst zwischen Deutschland und England geteilt sind, Longa aber England gehört, so scheint es sich dabei keineswegs um eine Annektierung, sondern bielmehr um einen Austausch zu handeln. Hoffentlich sind wir dabei nicht zu kurz gekommen. Gewiß, ich Unerhör mädchens b fon hat flei Vom K Hampel, d Gie's erfu merft!" Kathed ist die Wur Anzügl Sie nicht Ach, wiffen dem Hause Gelunge mann, wie Neumar wild herum Scharf brüben ha aber doch [ Ein Horoskop des Königs von Serbien.] Ein russisches Blatt hat irgendwo eine Art Horoskop des neuen Königs von Serbien gefunden. Im Jahre 1868 wurde die Bevölkerung einer serbischen Ortschaft durch das Erscheinen eines Bauersmannes in Aufregung versezt. Er eilte wie ein Wahnsinniger durch die Straßen und rief laut:„ Man mordet den Fürsten!" Kurze Zeit nach diesem Vorfall wurde der Fürst Michael Obrenowitsch ermordet. Man ließ darauf den Bauersmann nach Belgrad kommen und fand heraus, daß er nicht nur den Tod des Fürsten vorhergesehen hatte, sondern auch eine ganze Anzahl anderer Ereignisse, die später eintraten. Die Angaben des Bauern wurden schriftlich festgehalten und lauteten ungefähr folgendermaßen:„ Ich sehe einen Fürsten, der König sein wird, aber er wird schlecht regieren und eine Ehe schließen, die unglücklich sein wird ( Milan). Ich sehe dann einen Sohn, der, noch ein Kind fast, den Thron besteigt und der später mit seiner Frau ermordet wird.( Alexander und Draga.) Ihm folgt ein König aus einer anderen Dynastie; aber auch er wird eines gewaltsamen Todes sterben.( Peter I.) Dann werden Fremdlinge das Land heimsuchen, und so große Leiden werden das serbische Volk treffen, daß die Lebenden auf den Gräbern der Toten weinen und wünschen werden, daß sie gleichfalls unter der eiskalten Erde begraben sein möchten. Aber ein Held wird aus dem Volfe hervorgehen, die Fremden verjagen, und von neuem werden die Lebenden zu den Gräbern der Toten pilgern, aber diesmal nicht in Kummer, sondern mit Freude im Herzen. Und sie werden zu den Toten sagen: Stehet auf und sehet, wie glücklich eure Enkel sind!" Hoffentlich ist Peter I. von Serbien nicht abergläubisch, sonst könnte ihm die wahrscheinlich„ ad hoc" fabrizierte Prophezeiung des serbischen Bauern schwere Stunden bereiten. * Die seltsame Berliner Entführungsgeschichte, die sich zwischen der 16ährigen Marie G. und mehreren Herren einer Jagdgesellschaft abspielte, hat insofern eine Aufklärung erfahren, als die beteiligten Jäger alsbald bekannt geworden sind. Das der Schule kaum entwachsene Kind wurde von einem Herrn nach Berlin von dem Jagdausflug mit zurückgenommen. Dann erbot sich der Herr, das Mädchen so lange unterzubringen, bis es eine Stellung gefunden haben würde. Als der Herr später in die Wohnung zurückkehrte, war das Kind nicht mehr dort. Bei den Eltern ist Marie G. bisher nicht wieder aufgetaucht, dagegen hat die Mutter von ihr mehrere Briefe erhalten, die die Unterschrift ,, Deine ungeratene Tochter" tragen und die Annahme rechtfertigen, daß sich Marie G. von Berlin nach Stettin begeben hat. Neuerdings wird aus Ostasien gemeldet, daß durch die äußerst forrekte Haltung der Politik des Statthalters Alerejes jede Gefahr eines Krieges zwischen Rußland und Sapan beseitigt erscheine, wobei die Mandschurei natürlich unter russischer Verwaltung verbleibt. Na also! Die Mandschurei ist und bleibt die conditio sine qua non. Den Spaß hätte Japan billiger haben können. Vorläufig bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Nachricht bestätigt. Deer und flotte. Lothringen den Lothringern. Die lothringischen Infanterieregimenter, die bisher ihren Ersatz größtenteils aus Rheinland- Westfalen bezogen, stellen in diesem Herbste zum ersten Male lothringische Landesfinder ein, die bisher noch nach„ Norden geschickt" wurden, wie man dort sagt. Deni Vernehmen nach sollen auf das Regiment etwa 500 Mann aus Lothringen nach Metz gezogen sein, für die nun wieder ebensoviel Rheinländer und Westfalen in der Heimat bleiben. Aus dem Gerichtsfaal. Mißglücktes Attentat. Gegen den Polizeichef von Barcelona wurde ein verbrecherischer Anschlag ins Werk gesetzt, der aber glücklicherweise sein eigentliches Ziel verfehlte. Auf der Treppe des Hauses, in welchem der Polizeichef wohnt, erplodierte ein mit Sprengstoff gefüllter Behälter; es wurde jedoch niemand verletzt, dagegen wurde großer Materialschaden angerichtet. § Ein großer Wucherprozeß, der manche interessante Ent. hüllungen über die Lebewelt der Reichshauptstadt bringen dürfte, hat in Berlin seinen Anfang genommen. Im * Die verschwundene Aerztin Hickman tot aufgefunden. In einem Gebüsch des Londoner Richmond- Parkes fanden spielende Knaben eine stark verweste und von Ratten angefressene Frauenleiche. Eine bei der Toten aufgefundene Medaille und ein Ambulanzkreuz lassen keinen Zweifel, daß man es mit der Leiche der im August d. J. spurlos verschwundenen Aerztin Miß Hickman zu tun hat. Der Fall erregte 1. 3. in London großes Aufsehen. Bunte Chronik. Wegen der Demonstrationen russischer Studenten gegen den Rektor Fialek wurde die Universität in Lemberg geschlossen. Die Drahtseilbahn von Kaltern zum Mendelpaß wurde dem Verkehr übergeben. Vermischtes. 6 * Sanfult& Areisamt * Unfere g daß die um 11 U Nordanlag Prinzessi ** Sprechen Sie noch? Mancher Fernsprechteilnehmer wird schon in einem telephonischen Gespräche dadurch unangenehm gestört worden sein, daß das Amt mit der Frage dazwischentrat: Sprechen Sie noch?" Rückfragen, Wiederholungen, unter Umständen auch Mißverständnisse, sind die Folgen des unnötigen Dazwischentretens des Amtes. Handelt es sich um Gespräche, die besonders bezahlt werden und die nach drei Minuten beendet sein müssen, so geht ein Teil dieser Zeit verloren, die Gebühr aber wird voll erhoben. Die Frage ist gänzlich überflüssig, wenn die Unterhaltung gerade im Gange ist, denn der Beamte hört doch, wenn er sich einschaltet, das Gespräch und braucht es sich nicht erst bestätigen zu lassen. Mit Genugtuung dürfte es daher begrüßt werden, daß die Postverwaltung das gerügte Verfahren als unzulässig anerkannt und eine entsprechende Verfügung an alle Oberpostdirektionen erlassen hat. Danach darf das Fernsprechamt in eine telephonische Verbindung erst dann mit der Frage, ob noch gesprochen werde, eintreten, wenn es eine Unterhaltung nicht mehr wahr. nimmt. Die Jagdbeute des Kaisers. Gelegentlich seines achttägigen Aufenthaltes auf Jagdschloß Hubertusstock in der Schorfheide hat der Kaiser, wie uns gemeldet wird, insgesamt dreiunddreißig starke Hirsche erlegt, unter denen sich ein prächtiger Zweiundzwanzigender befand. In Rominten wurden bekanntlich bei einem Aufenthalte von gleicher Dauer im ganzen nur sechzehn Hirsche durch den kaiserlichen Jagdherrn zur Strecke gebracht. Prinz Adalbert von Preußen hat in der Schorfheide ebenfalls mit gutem Erfolge gepürscht; er erlegte insgesamt dreizehn Schaufler. [ Ein russisches Lob der deutschen Kaufleute.] Der Gewissenhaftigkeit deutscher Kaufleute stellt ein Leser der Nowosti" ein ehrendes Zeugnis aus, indem er folgenden Fall erzählt: Nach einer Breisliste bestellte sich ein russischer Der verewi aug um leitet und bereing, trag übe Bestimmu Alice- Ver sind im Schließt fid ftellung m auf Daw * * Miffio 25jährige 1878 Herr Pf des Ber wählten Brofeffor gleichfalle Rechner Klingelho Das Jef begangen Drews, Pfarrer Albanesische Blutrache.] Auf dem Dampfer des österreichischen Lloyd Selene" spielte sich eine Tragödie wildromantischer Natur ab. Als der aus Korfu kommende Dampfer vor Dulcigno anferte, schifften sich vier angeblich nach Antivari reisende Albanesen ein. Sie wußten, daß an Bord sich ein nach Antivari heimreisender angesehener Montenegriner befinde. In Korfu war auch der Leichnam des verstorbenen montenegrinischen Geschäftsträgers in Konstantinopel, Bafic, eingeschifft worden. Nun ereignete sich die blutige Szene. Die an Bord befindlichen Offiziere, mehrere Leute der Bemannung und etwa dreißig Passagiere sahen zu, wie die montenegrinische Fahne und ein Kreuz auf die Bahre Bakic' niedergelegt wurden. Plößlich erblickte der Montenegriner die vier Albanesen, welche ihn drohend ansahen. Zwischen ihnen bestand Blutrache. Der Montenegriner begriff, was ihm bevorstand, wartete den Angriff nicht ab, sondern zog einen Revolver hervor und schoß dreimal. Ein Albanese stürzte. Als der Montenegriner die Waffe gegen die übrigen richten wollte, versetzte ihm einer seiner Widersacher von rückwärts einen Stochieb auf den Kopf. Alle Albanesen feuerten Pistolenschüsse auf ihn ab, bis er tot war. Der tote Montenegriner und der schwerverwundete Albanese wurden in Dulcigno ausgeschifft, die übrigen drei Albanesen vom Kapitän der Polizei ausgeliefert. In der Pfarrer Miffion der obert fehende brachte gelungen zum Ver Geburtst Chor de Fahne n Die Firm das Bra tagswah 8mmer Lauterba treten. * * lotter welche d fagon in Nid Deutic Bei zab gefeßt, tie Bigarren ed auf den Beh Besteller die daß die beste rden sei und in Rabatt gema ma gleichzeitig eingefchidten Kaufleute Darum ist Belthandel er aus dem djaz des deu mäßiger Ge aben des ru ufmann das Berlin fchidie efes Geldes zur ürde bielmehr äufer bei ihm t Ein Pariser B ld und einige g des italienis g erlangen fom eine ganze Ang en einen schwun an das wäre ni efchiater Händ einen Logen o ler habe für eine e Schachergeja sollen übrige eltenes fein. A as russische Ka der zu Ehr ung die Pläge be Francs- zu ha cauchte also dam Plaz zu erhande Sgegeben, denn i ich, aber sicher a rbien.] Gin ruf roskop des new re 1868 wurde rch das Erscheine t. Er eilte wie laut:„ Man mor Vorfall wurde& tan ließ darauf fand heraus, de sehen hatte, sonder ise, die später den schriftlich fe rmaßen: f er er wird schle glücklich sein wird er, noch ein Kind it feiner Frau er Shm folgt ein uch er wird eines Dann werden große Leiden wer Lebenden auf den en werden, daß sie aben sein möchten Jehen, die Fremde ebenden zu de nicht in Kummer e werden zu den lücklich eure Entel erbien nicht aber nlich„ ad hoc Bauern schwere rnsprechteilnehmer rädje dadurch un Imt mit der Frage üdfragen, Wieder tändniffe, find die des Amtes. Han zahlt werden und jen, so geht ein Der wird voll er wenn die Unter Beamte hört doch d braucht es sic gtuung dürfte es tung das gerügte eine entsprechende laffen hat. Da phonische Verbin gesprochen werde icht mehr wahr ampfer des öfter Tragödie wild. 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Die Ungarn lassen sich von ihren törichten Hirngespinsten, die sich mit angeblichen Kandi. daturen von Hohenzollernsöhnen auf die Arpadkrone. befassen, noch immer nicht abbringen. Jetzt wird im Budapejter Urania- Theater ein Stück„ Berliner Leben" aufgeführt. Es befaßt sich fast ausschließlich mit dem deutschen Kaiser und behandelt ihn außerordentlich freundlich. Auch Prinz Eitel Friedrich tritt darin auf und zwar unter dem Namen„ Erzherzog Attila"! Die Ungarn betrachten den Prinzen schon ganz als den ihrigen. Das Neueste aus den Witzblättern. Doppelsinnig.„ Sehen Sie mal, der Zigarrenhändler Brenzlich fährt ja jetzt Automobil. Da muß er doch in seinem Geschäft einen ziemlich großen Umsatz haben!" Gewiß, ich hörte, der betrüge Tausende!" Unerhört. Madame( in der Küche die Stiefel des Dienstmädchens betrachtend): Wahrhaftig, die unverschämte Persom hat kleinere Füße wie ich!" Vom Kasernenhof. Unteroffizier:„' s is e wahres Glück, Hampel, daß Sie' s Pulver nicht erfunden haben. Wenn Sie's erfunden hätten, Sie hätten's gar nich mal gemerft!" ( Lust. Welt.) Kathederblüte. Professor der Philosophie:„ Der Geiz ist die Wurzel und die Frau die Quadratwurzel alles Uebels." Anzüglich. Theaterdirektor:„ Nun, gnädige Frau, wollen Sie nicht auch wieder im Theater abonnieren?"-Dame: Ah, wissen Sie, Herr Direktor, ich schlafe nicht gern außer dern Hause." ( Dorfbarbier.) Gelungene Ausrede. Förster:„ Aber, lieber Herr Neumann, wie fonnten Sie denn einen Treiber anschießen!?" Neumann:„ Ist das ein Wunder, wenn so'n Kerl wie wild herumrennt!?" Scharfblick:„ Du, Mama, ich glaube, der Herr dort brüiben hat ernste Absichten auf mich!"„ Er schaut dich aber doch gar nicht an?!"„ Nein aber dich!" Lokales. Gießen, 20. Oftober 1903. * Ernannt wurde am 14. Oktober d. J. Friedrich Hanfult zu Gießen zum Kreisamts- Schreibgehilfen bei dem Areisamt Gießen. * Jubiläum der Alice- Schule Gießen. Unsere gestrige Notiz tönnen wir heute dahin ergänzen, daß die Feier am Sonntag, den 25. Oktober, pünktlich urn 11 Uhr, in der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nordanlage stattfinden wird. J. Königl. Hoheit die Prinzessin Ludwig von Battenberg, die älteste Tochter der verewigten Großherzogin Alice, wird mit dem Schnellzug um 10 Uhr hier ankommen. Die Feier wird eingeleitet und geschlossen durch Gesang des akademischen Gesang vereins, die Hauptnummer des Programms bildet ein Vortrag über die Geschichte des Alice- Vereins. Die näheren Bestimmungen über die Teilnahme der Mitglieder des Alice- Vereins und der ehemaligen Schülerinnen an der Feier sind im heutigen Anzeigenteil enthalten. An die Feier schließt sich die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Ausstellung weiblicher Handarbeiten in dem Lokal der Aliceschule auf Oswalds- Berg an. ** Der Oberhessische Verein für innere Mission begeht in diesem Jahre die Feier seines 25jährigen Bestehens. Von den Männern die im Jahre 1878 zur Gründung des Vereins einluden, lebt nur noch Herr Pfarrer Schlosser, der seit 25 Jahren als Schriftführer des Vereins die Geschäfte führt. Von den damals gewählten Vorstandsmitgliedern leben nur noch die Herren Professor D. Stamm und Fabrikant Eugen Kauffmann, die gleichfalls beide, der erste als Vorsitzender, der andere als Rechner des Vereins noch im Amte stehen, Stiftsdechant Klingelhöffer zu Lich und Professor Dr. Thaer in Gießen. Das Fest wird am 10. und 11. Nov. in gewohnter Weise begangen werden. Die Festpredigt hält am 10. Prof. D. Drews, in der Jahresversammlung am 11. wird Herr Pfarrer Lic. Weber- München- Gladbach einen Vortrag halten. In der Abendversammlung werden Prof. D. Stamm und Pfarrer Schlosser einen Rückblick auf 25 Jahre innere Mission werfen. Am Vormittag des 10. wird der Verband der oberhessischen Erziehungsvereine tagen. (*) Der unter Leitung des Lehrers Herrn Becker stehende Gesangverein heitertfeit" in Gießen Brachte gestern seinem Mitgliede Herrn Rühl ein wohl gelungenes Ständchen. Mit der 25jährigen Mitgliedschaft zum Verein konnte der Jubilar auch die Feier seines 50. Geburtstages verbinden. ** Zu unserer Notiz betr. der Fahne des Sänger Chor des Turnvereins Gießen tragen wir nach, daß die Fahne nicht von der Firma I. Schulze hergestellt ist, sondern die Firma lieferte das Material dazu, hergestellt wurde idas Prachtstück von der Turnschwester Frl. Anna Germann. [:] Aus Oberhessen. Bei den sächsischen Landttagswahlen wurde u. a. auch Oswald Zimmermann gewählt. .8 mmermann hat den 3. oberhessischen Wahlkreis( AlsfeldLauterbach- Schotten) von 1890-1893 im Reichstag vertreten. ** Der 2. Haupttreffer der Darmstädter Pferdelotterie fiel an zwei Arbeiter- Familien in Offenbach a. M., pelche das Los zusammen spielten. Der Gewinn wurde schon in bar ausbezahlt. Nicht weniger als 10000 fahnenflüchtige Deutsche werden gegenwärtig von den Behörden gesucht. Bei zahlreichen Gerichten find Termine zur Aburteilung eingefeßt, die auch in Abwesenheit der Geladenen erfolgt. + Von der Gießener Kanalisation. Gar rüstig ist seit unserem lezten Bericht über den Stand der Sielbauarbeiten an denselben gearbeitet worden. Die Seitentanäle Schanzenstraße, Wolfengasse u. Seltersweg von Goethe straße bis Selterstor, Kaplansgasse, Kreuzplaß. Marktstraße, Sandgasse und Rittergasse sind fertig gestellt. Von dem durch die Straßen Kreuzplag, Mäusburg, Marktplatz, Kirchenplatz und Lindenplatz führenden höher liegenden Sammler ist der übrige Teil desselben, nämlich Marktplatz, Kirchenplatz und Lindenplatz schon ausgeführt und mit dem in der Walltorstraße führenden Hauptsammler verbunden. Durch diese Verbindung ist eine Spülgallerie geschaffen, welche den an vorerwähnten Straßenzug anschließenden tiefer liegenden Straßen das zum Spülen notwendige Lahnwasser abgiebt. Lezteres wird aus dem Schoorgraben in den Hauptsammler geführt und durch Stauung im Schacht Ecke Balltor- und Weßsteinstraße in die Spülgallerie geleitet. Infolge dieser Anordnung wird beim späteren Betriebe kein Wasserleitungs-, sondern nur Lahnwasser zum Spülen der Kanäle dieses Stadtviertels verwendet. Da solche Anordnungen nach Möglichkeit fast überall getroffen sind, werden sich die späteren Betriebskosten im Gegensatz bei Verwendung von Wasserleitungswasser wesentlich niedriger stellen. Der Schacht auf dem Marktplatz Ecke Schulftr. ist als Schneeschacht ausgebaut, das heißt, bei Schneefall wird der Schnee aus dieser Umgegend in diesen Schacht geworfen und so schnell aus den Straßen und zwar unterirdisch entfernt. Solche Schächte sollen in allen Stadtvierteln eingebaut werden. Der Kanal Schanzenstraße ist zu dem Zwecke der Spülung auch an den Schoorgraben angeschlossen worden. Lettere soll befanntlich später nur als Regensiel sowie als Spülleitung benußt werden. Das anhaltende Regenwetter legter Zeit war Ursache des hohen Grundwasserstandes, weshalb an der Kaplansgasse zur Bewältigung des starken Wasserandranges eine Dampfpumpe in Betrieb gesetzt werden mußte. Des Weiteren wurde vor einigen Wochen, nachdem die Spülvorrichtungsgegenstände b trebsfertig gestellt waren, das den Schoorgraben entlang führende Thonrohr im Hauptfanal Bahuhofstraße entfernt und somit wird das Schoorgrabenwasser einstweilen durch die Bahnhofstraße in den Dücker an der Wieseck bis zur Lahn geführt; jedoch nur so lange bis die Anschließung des an der Kreuzung Weftanlage- Bahnhofstraße liegenden Bauwerks erfolgt ist. Der Anschluß von dem genannten Bauwerk ist mit dem alten Stadtringgraben in der Westanlage verbunden und wird derselbe bis zur Bumpstation mitbenutzt. Gegenwärtig ist man mit den Arbeiten im inneren verkehrreichen Stadtviertel tätig, die sehr zu schaffen machten und zwar auf dem Kreuzplatz und der Mäusburg durch schlechte Bodenverhältnisse, und im Seltersweg durch die Wallmauern. Letterer wird bald von den unangenehmen Arbeiten befreit sein. In der Nordanlage wird an der Ausführung der Verlegung des Stadtringgrabens nach dem Straßenkörper( Nordanlage) gearbeitet und nehmen dort ihren gewohnten Fortgang. Die Arbeiten im Afterweg und Mäusburg dürften etwas rustiger vorwärts gehen. Die Fortsezung der Arbeiten hatte in der letzten Zeit etwas durch Arbeitermangel der Ernte wegen, sowie durch das anhaltende schlechte Better gelitten. Für die Abhilfe des ersteren ist, wie wir in Erfahrung gebracht, der Unternehmer schon angehalten worden, für die des zweiten der Himmel ein gnädiges Einsehen haben wird. ==Ettingshausen, 19. Oft. Die fürzlich stattgehabte Beigeordnetenwahl wurde verworfen, sodaß demnächst eine Neuwahl stattfinden muß. Lauterbach( Hessen), 18. Oft. Vorgestern fand in Freiensteinau eine von Vertretern der Kreise Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Lauterbach besuchte Versammlung unter dem Vorsize des Herrn Dr. Wallau- Lauterbach statt wegen Erbauung einer Bahn von Freienstein au bezw. Grebenhain mit Anschluß an die Frankfurt Bebraer Bahn. Der Landrat zu Schlüchtern, Herr Geheimrat Roth, führte aus, daß schon im Jahre 1895 ein Projekt Steinau, Ulmbach, Neustall- Freienfteinau" eingebracht worden sei und befürwortete dieses auf das wärmste. Die Vertreter von Fulda befürworteten dagegen ein Projekt Fulda- Giefel über den Vogelsberg mit Anschluß an Gelnhausen", jedoch erklärten die oberhessischen Vertreter, daß der fürzeste Weg nach der Frankfurt- Bebraer Bahn für die Entwicklung bezw. Erschließung dieses Teiles des Vogelsberges der beste sei. Infolgedessen dürfte das frühere Projekt die besten Aussichten haben. Von dem seinerzeit eingebrachten Projekt„ Freiensteinau- Salmünster" wurde abgesehen, weil mit großen Geländeschwierigkeiten zu kämpfen wäre, auch größere Damm- und Brückenbauten nötig sind. (*) Wezlar. Wie wir hören, haben die Projekte für den Bau der Seminargebäude pp. nunmehr die Prüfung durch die entscheidenden ministeriellen Instanzen passiert und es ist an die in betracht kommenden hiesigen Amtsstellen die Weisung ergangen, nunmehr unverzüglich mit der Inangriffnahme der Bauten vorzugehen. Es dürften demnach die ersten Ausschreibungen bereits in nächster Zeit zu erwarten sein. ( W. Anz.) + Aus dem Kreise Wetzlar. Für den kommenden Winter sind wieder drei Haushaltungskurse in unserem Kreise vorgesehen. Der Unterricht umfaßt Kochen, Waschen, Bügeln, Nähen, Flicken, Stricken und Stopfen. Er wird an sämtlichen Wochentagen erteilt und zwar unentgeltlich. Bereits in 9 größeren Gemeinden des Kreises wurden seither solche Kurse abgehalten und hat sich diese Einrichtung als höchst segensreich bewiesen. † Wächtersbach, 19. Oft. Die Arbeiter der Steingutfabrit Schlierbach legten heute die Arbeit nieder. In einer gestern abgehaltenen Versammlung, die von 305 Arbeitern beiderlei Geschlechts besucht war, hatten 303 für die Arbeitsniederlegung gestimmt. Bad- Nauheim, 19. Okt. Der Wirtschaftsbetrieb des Teichhauses soll vom 1. Januar 1904 auf die Dauer von 6 Jahren neu verpachtet werden. Rautionsfähige Bewerber belieben Offerten mit der Aufschrift, Restaurations| " Verpachtung im Teichhaus bis zum 10. November an die Großh. Kurverwaltung Bad- Nauheim" einzureichen. Frankfurt a. M., 19. Oft. In Königsberg i. D. starb der Oberst v. Arnstedt, der Kommandeur der 1. Kavalleriebrigade. Der Verstorbene stand vom Jahre 1870 bis 1886 beim 13. Husarenregiment. Kassel, Der 20jährige Stellmacher Schäfer aus Biegenberg, der sich in eine Buzmacherin verliebt hatte, erschoß sich in seiner Wohnung als er die Wahrnehmung machte, daß das Mädchen einen Nebenbuhler begünstigte. Aus dem Gerichts[ aal. Kriegsgericht. Gießen, 17. Oktober 1903. Am Samstag standen zwei Verhandlungen vor dem Kriegsgericht in Gießen. In der ersten Sache war der zur Ersatz- Reserve entlassene frühere 117er Hoos aus Darmstadt angeklagt. Derselbe war beschuldigt während er beim letzten Manöver in Lüzellinden in Quartier lag, dem Töchterchen seines Quartiergebers den Betrag von 3 Mr. 70 Pfg. abgenommen und unterschlagen zu haben. H. er= In der andern Vers hielt 3 Wochen strengen Arrest.- handlung handelte es sich um eine Anklage gegen die Unteroffiziere Gustav Rieb und Konrad Schneider von der 7. Komp. des 116. Inf.- Reg. wegen Beleidigung des Gerichtsassessor Engel- Michelbach, des Technikers Nargang- Gießen und zweier Damen. Schneider erklärte, er habe Niemanden beleidigt. Von einem Ausflug nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen sei er und Rieb, weil der Bug den sie am Abend zur Rückkehr nach Gießen benutten sehr besetzt gewesen, vom Schaffner in ein Abteil für Nichtraucher gewiesen. Er habe eine Zigarre geraucht und habe ihm ein Passagier im befehlenden Tone zugerufen, die Bigarre ausgehen zu lassen. Rieb habe ihm gesagt, er solle dies nicht tun, es hätte ihm Niemand was zu sagen und da habe er weiter geraucht. Beleidigt oder bedroht habe er Niemand im Zuge, wohl habe er auf dem Bahnhof Gießen einem der Mitreisenden, der nach dem Schaffner gerufen, gesagt, er würde ihm mit dem Säbel eins ins Gesicht verfeßen. Der Angeklagte Rieb will von der ganzen Affäre nichts mehr wissen und betrunken gewesen sein. Die Beleidigten nehmen während der Verhandlung den gestellten Strafantrag zurück. Im anderen Falle hätte der Gerichtshof nicht umhin gekonnt, sehr harte Strafen auf Grund der Beweisaufnahmen zu erkennen. Dem Regiment ist es jetzt überlassen, die beiden Leute im Disziplinarwege zu bestrafen. Marktberichte. Gießes, 20 Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per Bfd. 1.00-1.20 Mr., Hühnereler 2 Stüd 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen ver Liter 21 Pig., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar . 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stitd Mr. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Bfb. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 4.50-5.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-500, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 19. Oktober. Fruchtmarkt, E8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mr. 16.25–16.35, kurheſſiſcher Mt. 16.40-16.55, norddeuts b. Mr. 16.40 b 16.50, Ransas Mt. 17.50-17.90, Roggen, hiesiger Mt. 13.10 bis 13.25, russischer Mt. 14 25-14.50. Amerikaner Mt. 14.50 bis 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.25 bis 15 50, Pfälzer, Mr. 16.10 bis garische Mt. 17.20-17.70. 16 25, fränkische Mt. 15 75, Riedgerste Mt. 15.75 bis 16 25, unHaier, hiesiger Mt. 13.25-13.75, furhessischer Mt. 13.25-13 75, Württemberger Mt.-- bis bayerischer Mk. 13.25-13.75, russischer Mk. 14.75-14.75, Mais Mixed Mt. 13.50-12.90 La Plata Mt. 11 80-12.20, weiser Mais Mt. 13.50-14.-, russischer Mt. 12.75-13.25. Alles pro 100 Kilo ab hier. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 477 Ochsen, 77 Bullen, 733 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 294 Kälber, 454 Schafe und Hämmel, 1637 Schweine. Aus Desterreich 139 Ochsen. Bezault wurde für 50 kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausfunge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäſtete Mt. 69 gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 74-75, b) bis 69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 65-67, Kühe d) gering genährte jeden Altecs Mt.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mr. 66–68, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 62–64, c) gering genährte Mt. ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 67-69, b) volls und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 65-66, c) ältere ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte iüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 54-56, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 51-53, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Maſt) und befte Saugfälber( Schlachtgewicht) 88-90 Pfg.( Lebendgewicht) 54-56 Bfg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= mich) 85-87 Pfg.,( Lebendgewicht) 51-53 Pfg., c) geringe Saugfälber 72-75 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthämmel 68-70 Pfg., b) ältere Maſthämmel 58–60 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 50-52 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 58 Pfg.,( Lebendgewicht) 46 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 57 Pfg.,( Lebendgewicht) 45 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 49-54 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Her= funft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurter Obstmarkt. Der Wochenbericht besagt: Die Angebote liefen auch in dieser Woche äußerst der Zentralstelle für Obstverwertung vom 12. bis 17. Oftbr. spärlich ein, dagegen ist die Nachfrage, namentlich nach Mostäpfel, eine ganz immense und viele Wünsche werden unberücksichtigt bleiben. Die Durchschnittspreise betrugen für Tafeläpfel Mt. 16-25, Tafelbirnen Mt. 16-30, Koch. birnen Mt. 12-18, Rodhäpfel Mt. 10-12, alles per 50 Kilogramm. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Ibtn gin: Mbas Sotale, ben„ Gerichts." unb Deffentlichen Sprechfaal": Fr. Copiimant Drud unb Berlag ber Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Alice- Schule für Frauen Bildung und und Erwerb Die Alice- Schule zu Gießen wird am Sonntag, den 25. Oktober um 11 the pünktlich in der Turnhalle der Stadtkrabenschule an der Nordanlage die Feier ibres 25jährigen Bestehens begehen und ladet hierzu die Mitglieder des Alice- Vereins und alle ihre jetzigen und früheren Schülerinnen freundlichst ein. Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung einer Eintrittskarte gestattet, die am Freitag und Samstag für die Mitglieder des Alicevereins in der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 14, für die Schülerinnen in der Alice- Schule ausgegeben werden. Der Eingang ist nur von der Nordanlage aus. Nach Schluß der Feier wird die Ausstellung für weibliche Handarbeiten in der Alice- Schule eröffnet. Dächste Ziebung am 2. Dovbr. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. Jedes Loos ein Treffer! Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag nur 5 Mk. Bei Nichtconvenienz 3 Tage Reklamationsfrist. Umgehende Anmeldungen zu richten an: J. SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. Niederland No. 95. Wer weise, wählt - Sturmvogel, das ist der Name eines modern gebauten, hocheleganten, unverwüstlichen und billigen Rades. Nähmaschinen in vorzüglicher Konstruktion. Unsere Preisliste ist hochinteressant und lesenswert. Deutsche Fahrradwerke„ Sturmvogel" Gebr. Grüttner, Berlin- Halensee 103. Waschmaschine SCHAEDES S Waschmaschine steht Interessenten zur Probe zu Diensten. Karin u. 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Oktober. 3. Sonntag- Abonnem.- Borſtellung Erster Vortrag ( anstatt des angekündigten): Die Bluthochzeit. Herr Ado Conrad, Dortragskünstler Beschichtliches Trauerspiel in 4Aften von Albert Linduer. aus Hamburg Prima heller, her Ernst und heiter und so weiter. Traubenmost pr. Ltr. über die Straße 90 Pfg. empfiehlt Weinstube Seibel Gießen, Ludwigsplak. Extrafeiner Bienenbonig, felbonig bei garantiert reiner Speisehonig. Backhonig Emil Fischbach. Gemüse-, ObstFleisch- u. FischConserven empfiehlt in tadellosen Qualitäten zu billigsten Preisen Christian Wallenfels Gießen. Marktplatz 17 Telefon 262. Gegründet 1826. Prompter Versandt nach Auswärts J. M. Schulhof, Marktftraße. Lebertran feinfter Restaurant Windhof. 11 " Tertors Terrasse. Philosophenwald. Liebigshöhe. In Dutenhofen: Karl Sorger Heuchelheim: Ph. Neidel II. Alleiniger Fabrikant: Karl Link, Gießen. Seltersweg 61. UnionWichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! 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