Nr. 194, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Donnerstag, den 20. August 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 18. Juli 1. Is ist der Ehefrau Anna Geisel dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesindeber= mieterin erteilt worden. Die Gebühren derselben betragen: 1. Für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mt.; 2. Für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts 5 Mf.; wovon der Dienstbote jeweils 2 Mark zu entrichten hat. Gießen, den 19. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Die am 13. I. Mts. angeordnete Sperre der Moltkestraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 19. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Der Stand der Balkanwirren. Nach den neuesten Meldungen aus dem insurgierten türlischen Bezirk Monastir machen sich bereits die ersten Anzeichen eines leisen Nachlassens der Unruhen bemerkbar. Zwar fehlt es nicht an kriegerischen Vorfällen, daneben aber zeigt sich auch eine wachsende Neigung zur Unterwerfung, einmal, weil ein Teil der Aufständischen die Unmöglichkeit, sich gegen die türkische Uebermacht erfolgreich zu behaupten, cinsicht, sodann, weil auch die Hoffnung auf eine Hilfe des Auslandes allmählich schwindet. Aber gerade damit war das Landvolk zunächst auf zehn Tage zur Teilnahme an der Volkserhebung gewonnen worden, angeblich, weil innerhalb dieser Zeit eine bewaffnete Hilfe aus dem Auslande komme. Aus den 10 Tagen sind 15 geworden und die Hilfe ist noch nicht da. Infolgedessen melden sich täglich Insurgenten zur Waffenstreckung, die namentlich in den Kreisen Kastoria und Dibra sehr umfangreich sein soll. Im Bezirk Saloniki ſtehen jeßt 170 000 Mann Soldaten, die bereits mehrere Banden böllig aufgerieben oder gefangen genommen haben. Auch im Bezirk Monastir ist das Militär in seinen Operationen ziemlich glücksch. Auf dem Belgrader Bahnhof wurde eine Kiste Dynamit beschlagnahmt, die als Nägel verfrachtet worden war und die Signatur einer Firma Kohn und Mikler in Wien trug. Der bulgarische Oberleutnant Zagrow soll der Führer dieser Dynamitschmuggeleien sein. In Altserbien predigt ein Pope, der mit einem Muttergottesbild durch die Dörfer zieht, den Kreuzzug. Kann die Balkankrise zum Weltkrieg führen? Die verschiedenen widersprechenden Mitteilungen, die über die augenblicklichen Verhältnisse im Balkan an die westeuropäische Presse gelangen, haben unseren Berliner CB.= Mitarbeiter veranlaßt, seine Beziehungen zu einem außerdeutschen, aber in Berlin angesessenen Diplomaten behufs Erfundigung über die Lage in jenem Wetterwinkel Europas zu benutzen. Das Ergebnis der Unterredung läßt sich kurz dahin zusammenfassen, daß ein allgemeiner Weltkrieg im europäischen Orient in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, weil der ganze Konflikt sich auf ein enges Gebiet zusammendrängt und eigentlich nur ein bulgarisch- türkischer Gegensatz besteht. Die Aufstände der fanatischen Albanesen sind noch mehr als die mazedonischen Unruhen rein örtlicher Natur. Beachten Sie so bemerkte die Excellenz- die auf- und augenfällige Tatsache, daß die beiden Nachbarn Bulgariens, die Serben und die Rumänen, in jedem Stadium der Aufstandsbewegung, mochte das Tempo lebhafter oder schwächer werden, stets eine fühle Gelassenheit beobachtet haben, und daß der kleine russische Vorposten, Montenegro, noch mehr als die beiden anderen Staaten seine idyllische Ruhe bewahrte. Alles, was über einen Geheimvertrag zwischen Rußland und Bulgarien gesagt und geschrieben worden ist, gehört in das Reich der Fabeln. Aber wer hat fragte unser Mitarbeiter ein Interesse daran, derartige Meldungen in die Welt zu setzen, wenn die Balkaninteressenten einig darin sind, daß die Aufrechterhaltung des Friedens ein notwendiges Erfordernis sei? Ein Interesse haben daran die sensationshungrigen Berichterstatter, sowie die englische Politik, die jedesmal eine lebhafte Schwarzmalerei beginnt, wenn irgendwo eine Möglichkeit zur Verwirrung der politischen Verhältnisse auf dem Kontinent sich zeigt. Eine große Anzahl der beunruhigenden Meldungen ist auf das Konto der tendenziösen englischen Nachrichtenbureaus zu sehen, die auch im fernen Osten angesichts des russischen Vormarsches in China durch Aufstacheluna savans einen internationalen Konfliktskeim schaffen wollten. Nichts könnte den Engländern erwünschter sein, als wenn der Zweibund und der Dreibund sich im Balkan in die Haare geraten würden. Zum Glück aber hai man an der Donau wie an der Neva erkannt, daß die entstandenen Unruhen nichts anderes als Anzettelungen der bulgarischen Nation sind, die, von einer Art Größenwahn befallen, ein Zarentum alten Stils im Balkan aufrichten möchte, aber diese Politik auch auf eigene Rechnung und Gefahr betreibt. Also glauben Ew. Excellenz nicht, daß Rußland oder Sesterreich irgendwie eingreifen werden? Diplomatisch greifen beide Staaten gewiß ein, aber nicht militärisch. Die rasche Justiz, die von der Türkei gegen die Mörder der russischen Vertreter geübt wurde, ist eine erkenn bare Wirkung der diplomatischen Strategie. Gerade jene Vorkommnisse aber auch sind der beste Beweis für die friedlichen Absichten Rußlands, denn in kritischeren Zeiten würden solche Zwischenfälle leicht zu blutigen Verwickelungen geführt haben. Und noch einen Beweis gibt es, die Einverleibung der Mandschurei in Rußland. Würde die zarische Regierung Berwickelungen in Europa fürchten, dann hätte sie nicht in Asien einen Schritt getan, der um so sicherer zu weiteren Nonsequenzen geführt hätte, je kritischer die Lage im Osten ist. Wie aber läßt sich eine Entwirrung der Lage denken oder ermöglichen? Ja, da haben sich doch auch bereits die Fäden offenbart. Man überläßt den Türken freie Hand, solange Bulgarien sid nicht einmischt. Tritt aber dieser Fall ein, dann übt Rumä nien die Polizeidienste für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Balkan aus. Diese Nation ist durch neue Verkehrs. verbindungen- namentlich das eiserne Torenger an West. europa gefettet, sein König genießt bei dem Kaiser Franz Josef eine Vertrauensstellung, seine Armee ist durch Kämpft vor Plewna, deren Gedenktage zum großen Teil in diesem Monat liegen, mit Rußland traditionell verbunden und unter diesen Umständen hat die Friedensmission des Königs Karl einen besonderen Glanz. Haben sich aber die inneren Un ruhen verblutet, dann werden die Großmächte bei der Türkei Reformen durchsetzen die für alle Zeiten den Bulgaren den Vorwand zu türkenfeindlichen Hezereien nehmen. Bul garien aber hat seine Rolle lange ausgespielt. Das Interesse von ehedem ist hin. An die Stelle des idealgesinnten Alexander ist ein Fürst getreten, dem jede menschlich erhebende Eigenschaft fehlt. Sein Typus spiegelt das Bild der bulgarischen Politik: Maßloser Ehrgeiz, Mangel an Einficht und Mangel an innerer Größe. Die Politik. Neue Innungs- Unterstützungskassen. Ein gemeinsamer Erlaß des preußischen Handelsministers und des Ministers des Innern regt die Gründung von Innungs- Unterstüßungskassen auf Gegenseitigkeit an. Wir entnehmen dem Erlaß folgende Stellen: Seit Intrafttreten des Reichsgesetzes über die privaten VersicherungsUnternehmungen vom 12. Mai sind die Innungsausschüsse als solche zur Errichtung von Versicherungsfassen auf Gegenseitigkeit nicht mehr befugt. Da nach§ 6 des Gesetzes der Petrieb von Versicherungen nach dem Grundsatze der Gegenseitigkeit auf die in den Formen des Versicherungsvereins auf Gegenseitigfeit" errichteten und zugelassenen PersonenVereinigungen beschränkt ist, kann die Errichtung einer gemeinsamen, der gegenseitigen Versicherung dienenden Unterstüßungskasse für die Mitglieder der in einem Innungsausschuß vereinigten Innungen und ihre Angehörigen nur noch durch unmittelbaren Zusammenschluß zu einem„ Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" oder, wenn die gegenseitige Unterstützung auf Krankheitsfälle und Hinterbliebenenbeihilfe beschränkt wird, nach Maßgabe des Gesetzes über die eingeschriebenen Hilfskassen erfolgen. Die Schutzollarssichten Chamberlains. Der englische Parlamentssekretär der Admiralität, Arnold Forster, hat sich auf die Seite der Chamberlainschen Schutzzollpläne geschlagen. Er hat in einer Versammlung zu Belfast erklärt, daß er nach einem eingehenden Studium zu der Ansicht gekommen sei, es mi e ein Wechsel im Zollsystem erfolgen. Dieser Succurs ist um so bedeutungsvoller, meil Chamberlain augenblicklich eine scharfe Agitation für sein Projekt eingeleitet hat. An die ihm ergebene Presse sind Artikel verschickt worden, worin der Nachweis erbracht werden soll, daß der Schutzoll keine Verteuerung der Lebensmittel bringen würde. Den Widerstand der Gegner Chamberlains in Presse und Versammlungen wird zusehends schwächer. Es wäre daher verfehlt, wenn man glauben sollte, daß die Chamberlainschen Pläne abgetan worden seien, als die öffentliche Meinung bei ihrem Bekanntwerden so energisch dagegen auftrat. Dafür ist der Mann zu zähe. Burenkolonien in Mexiko. Ein Teil der Buren, denen es unter englischer Herrschaft nicht gefällt, ist nach Merito ausgewandert, um sich dort eine neue Heimat zu gründen, und die merikanische Regierung war verſtändig genug, sich diese fleißigen Kolonisten zu sichern. Ein Teil wird sich in dem merikanischen Staate Chihuahua niederlassen, der andere im Staate Tamanlipas. Voraussichtlich werden die beiden Kolonien aut aedeihen. da der von ihnen ausgewählte Boden günstig für die Viehzucht sein soll. Die Landstrecke im Staate Tamaulipas ist zwischen dem Soto La Mariza und dem Carragal- Fluß gelegen und erstreckt sich den Golf von Merike entlang. Das Klima in jener Gegend ist ziemlich heiß, und die Buren werden ungefähr die gleichen Lebensbedingungen wie in ihrer Heimat vorfinden. Um auch für eine genügende Anzahl Nachzügler genügend Land zur Kolonisation zu haben, sicherten sich die Buren das Vorkaufsrecht für weitere 100 000 Acres, deren definitiver Erwerb voraussichtlich noch vor Ende des Jahres erfolgen wird. Inzwischen sind die Verhältnisse in der alten Heimat der Buren noch nicht besonders gebessert worden, obgleich die Engländer jetzt stark mit der Verteilung der Ländereien an die verarmiten Buren beschäftigt sind. Die Hilfsausschüsse haben sich aufgelöst, weil die Betriebskosten vielfach die vorhandenen Mittel überstiegen. Dieses Beispiel ist für Louis Botha, der nach seiner eigenen Aussage jedesmal seine Stimme erheben will, sobald den Buren Unrecht geschieht, der beste Beweis, daß es die Engländer mit den unterwor fenen Buren nicht wohl meinen können. ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser wird nächsten Dienstag zur Besichtigung der Saalburg und des Kirchenneubaus in Homburg eintreffen. In Wilhelmshöhe macht das Kaiserpaar täglic längere Spaziergänge in den Anlagen. Der Kaiser hörte den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts Wirklichen Geheimrats Dr. v. Lucanus und empfing den bisherigen Marineattachee bei der Botschaft zu London, Kapitän zur See Törper, und den fürzlich zum Marineattachee in London ernannten Korvettenfapitän v. Coyhausen. Beide Herren Durden zur Frühstückstafel geladen. Kurze Tagesfchau. Mit Rücksicht darauf, daß neuerdings Versuche unter nommen werden, elektrische Funkenwellen nicht nur zu tele graphischen oder telephonischen Zwecken, sondern auch zui Fernschaltung sonstiger Stromkreise zu benutzen, sind vom sächsischen Ministerium Vorschriften über die Errichtung von Anlagen für drahtlose elektrische Fernwirkungen erlassen worden. In der Hauptsache wird angeordnet, daß zu den Anlagen die Erlaubnis einzuholen ist, soweit diese nicht vom Reiche erbeten werden muß. * Für eine neue feste Eisenbahnbrücke über die Weichsel werden zur Zeit im preußischen Eisenbahnministerium die Vorarbeiten gemacht. Die Brücke soll bei Kurzebrack über den Strom führen. Strategische Rücksichten sprechen bei der Anlage der Brücke und der Bahn Schmentau- Marienwerder, der sie zunächst dienen soll, selbstverständlich mit. * Der„ olle, ehrliche" Castro, Venezuelas Oberhaupt, macht wieder von sich reden. Aus Ciudad Bolivar wird nämlich gemeldet, daß dort deutsche, französische und italienische Kaufleute verhaftet worden sind, weil sie an Castro Abgaben, die bereits erhoben waren, nicht nochmals zahlen wollten. * Die Unruhen in Kroatien haben bereits Opfer gefordert. Bei dem Handgemenge in Zabresitsch zwischen der Gendarmerie und der Volksmenge, welche die auf dem Bahnhofsgebäude gehißte ungarische Fahne gewaltsam entfernt hatte, wurden zwei Bauern erschossen, sieben Personen schwer und zwanzig leicht verlegt. Infolge dieser blutigen Vorgänge kam es auch in Agram zu stürmischen Kundgebungen, die jedoch unblutig verliefen. * Der vorgestern zur Welt gekommene Sohn des rumänischen Kronprinzenpaares wird den Namen Nikolaus crhalten. Der Zar, dessen Gemahlin eine Kusine der Schwester der Kronprinzessin ist, wird jedenfalls Pathenstelle bei dem Neugeborenen übernehmen. Daher antecipando der Name Nikolaus. * Der arme König Peter! Wie erinnerlich, gedachte der neue Serbenkönig seinen Bruder Arsen zum Generalissimus der Armee einzusetzen. Von diesem Vorhaben soll er jetzt abgekommen sein, weil das Belgrader Offizierkorps dagegen war. Prinz Arsen tritt darum nur als Oberst in die serbische Armee ein. Dagegen ist der Kronprinz, der dem Offizierkorps vorgestellt wurde, von diesem mit wohlwollendem Stillschweigen aufgenommen worden. * Die Flitterwochen der Russen in der Mandschurei scheinen vorüber zu sein; die Eingeborenen fangen an, sich in unangenehmer Weise bemerkbar zu machen. Wie aus Port- Arthur gemeldet wird, überfiel eine Chunchusenbande einen Pulverund Dynamitkeller bei der Station Mandschuria und ver suchte ihn in die Luft zu sprengen. Gegen zwanzig Chunhusen wurden von Kosaken gefangen genommen, die Mehrzahl entfam. * Englische Blätter bringen übereinstimmend die Meldung, daß höhere Beamte der amerikanischen Union im Indianergebiet die Eingeborenen von ihren Gütern vertrieben und diese für 4 Millionen Dollars verkauft haben. Die Sache scheint wahr zu sein, denn die republikanische Partei gibt diese Beamten schon preis, um nicht in den Schmutz bin.. einverwickelt zu werden. Cott, es ist noch immer heffer fe, als wenn es fchaftsdienst und werde ihn dir nicht vergessen fast heftig, ich bin in deiner Schuld für deinen FreundSei ruhig, Margot, fei ruhig," fagte die Prinzessin und, bet zu machen und den gefährlich sein kannurm auszuhalten, der für Sie ja nicht " Gut denn," sagte die Prinzessin, unwillkürlich über die Berameiflung des Gre ich mard nin m Humoreske von Siegmund Gronbach. Kobn und Cohen. Herr Jonas faß auf dem roten Plüschsofa in der Beletage des foscheren Hotels und beschäftigte sich mit Brief Heer und flotte. Die Regimenter mit zwei Bataillonen erhielten zum Kaisermanöver, wie aus Halle gemeldet wird, die Ordre, diese auf drei zu ergänzen. Für den Eisenbahn- Patrouillendienst hat der Leutnant v. Trüßschler vom Kaiser Alexander- Regiment eine Vorrichtung konstruiert, die diesen schwierigen Teil des Etappenkriegs bereinfachen und erleichtern soll. Der Zweck der Vorrichtung ist der, auf Eisenbahnschienen das gewöhnliche Fahrrad benußen zu können. Sie besteht aus einem leichten Führungswagen aus Mannesmannrohr, in dessen Seitenrahmen ein oder zwei Fahrräder hineingesetzt werden können, so daß sie schnell als Ganzes starr verbunden eine Draisine bilden. Der Apparat läßt sich in wenigen Sekunden auseinandernehmen und zusammenseßen und ist je nach Bedarf für ein oder zwei Personen fahrbar. Den Schießauszeichnungspreis für die Leibregimenter hat in diesem Jahre die 10. Kompagnie des Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm IV.( 1. Pomm.) Nr. 2 erhalten. Der Kaiser sandte an das Regiment drahtlich folgenden Glückwunsch:„ sch spreche Meinem Grenadierregiment Meine besondere Anerkennung aus und wünsche ihm Glück, daß auch in diesem Jahre eine Kompagnie des Regiments die Schießauszeichnung für Meine Leibregimenter errungen hat." Dem Kompagnie- Chef Hauptmann Feodor von Puttkamer wurde gleichzeitig der Rote Adler- Orden 4. Klasse mit der Krone verliehen. Im vorigen Jahre hatte die 11. Kompagnie des Regiments diese Auszeichnung erhalten. Die Herbstübungen der deutschen Flotte werden, wie aus Kiel gemeldet wird, abgekürzt werden und nicht, wie erst be= absichtigt war, am 15., sondern bereits am 12. September enden. Den Schluß bildet eine große Blockade und eine Festungskriegsübung vor Kiel. § Wahlschwindel. Die Braunschweiger Straffammer ver. urteilte den Arbeiter Julius Worstedt, der bei der letzten Reichstagswahl auf einen falschen Namen gewählt hatte, zu drei Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte nur fünf Tage Gefängnis beantragt. § Die Haftpflicht der Lehrer. Die Rechtsschutzkommission des Lehrerverbandes der Provinz Sachsen veröffentlicht einen eigenartigen Fall von der Haftpflicht eines Lehrers. Dieser war wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts an einem Schulknaben seiner Klasse, einem sogen. Hütejungen, angeklagt worden. Der Staatsanwalt stellte aber fest, daß der Lehrer das Recht der ihm zustehenden Züchtigung nicht überschritten hatte, und lehnte daher eine Strafverfolgung ab. Nun erhob der Dienstherr des Knaben die Zivilklage. Er forderte von dem Lehrer eine Entschädigung von 62 Mark für Kurkosten, für die Wagenfahrt zum Arzte, die Fütterung des Viehes, an dessen Hütung der Knabe verhindert gewesen sein sollte, und für die Annahme eines Arbeiters, der die Dienste des Knaben versah. Da nach Ansicht des Staatsanwalts eine Ueberschreitung des Züchtigungsrechts nicht vorlag, verweigerte der Lehrer die Zahlung der geforderten Entschädigung und bestritt überdies auch, daß die Züchtigung derart gewesen sei, daß der Knabe durch die nachträglichen Schmerzen am Gehen und auch in seinem Hütedienste verhindert gewesen sei. Das Gericht verurteilte jedoch in erster und zweiter Instanz den Lehrer zur Zahlung des geforderten Betrages. Wegen der Geringfügigkeit des Klageobjekts ( unter 300 Mark) konnte die dritte Instanz nicht angerufen werden. Zusammenstoß französischer Torpedoboote. Während der Uebungen im Kanal stieß das französische Torpedoboot Nr. 171 so heftig gegen Torpedoboot Nr. 196, daß es ihm ein großes Leck beibrachte und das beschädigte Schiff so schnell als möglich nach Calais zurückdampfen mußte. Versuchsschießen auf ein Panzerschiff. Das angekündigte Versuchsschießen auf den Panzerturm des französischen Linienschiffes„ Suffren" hat nun wirklich bei Brest stattgefunden. Zuerst wurden drei Schüsse von dem Linienschiff„ Masséna" auf Ziele, die in der Nähe des„ Suffren" angebracht waren, abgegeben, dann erfolgte der vierte Schuß auf den Turn: selbst. Das Geschoß platzte durch den Anprall am Turn: und die Splitter flogen mehrere hundert Meter rückwärts Der Panzerturm hat anscheinend die Probe gut bestanden. In den Turm, der das Ziel der beiden Schüsse war, waren sechs lebendige Hammel eingeschlossen. Nach einer Version hätten sie die Gefahr überstanden, nach der anderen wären zwei der Tiere eingegangen. Ein Punfch- Putsch. Nab und Fern. Vermischtes. IDer galante König.] Eduard VII. wird jetzt während seines Aufenthaltes in Marienbad derartig von der Zudringlichkeit der Badegäste belästigt, daß die Badedirektion bereits öffentlich darum gebeten hat, den König in Ruhe zu lassen. Zuweilen scheint aber dem König die Sache sogar Spaß zu machen. So gingen an einem etwas einsamen Punkte zwei Damen vor ihm einher und die eine der Damen sagte zu der anderen:„ Ach, wenn ich nur auch den König sehen könnte, wo ist er denn jegt?" Der König sprach) in gutem Deutsch die aufklärenden Worte:„ Sie brauchen sich bloß umzukehren." * Der Pfarrer Len wurde auf Na Lauterba treuen Dienfte * Das ben dem He Kreuz ange denfelben Debi in der Genfer Rote Kreuz a Kreuz" zur B ** Der Wertheime Jubiläum fin Das Worms trifft ein und wird [ Eine bescheidene Bitte] richtete dieser Tage der Eigentümer eines Restaurants im Osten von London an seine ,, werten Gäste":" Diejenigen Gäste, welche unsere Messer, Gabeln und Löffel mit sich nehmen, werden gebeten, solche nicht in die Tageszeitungen einzuwickeln." Dieses Verlangen hat, wie berichtet wird, unter den Kunden des Restaurateurs Unzufriedenheit erregt, da das erwähnte Verpackungsmaterial ebenso bequem wie billig war; aber einige ehrliche Gäste haben sich rasch aus der Verlegenheit geholfen, indem sie die Tischtücher zum Einwickeln benüßten. [ Biel verlangt.] Junge Kaufleute, die in Singapore Anstellung zu finden hoffen, müssen, wenn die Prinzipale den Wünschen des Herausgebers der„ Singapore Free Preß" nachkommen, nicht nur flotte Korrespondenten, Buchhalter, Sprachkundige 2c. sein, sondern sie müssen auch schön singen fönnen. Erwähnter Herausgeber, der zugleich Vorstand der Singaporer Philharmonischen Gesellschaft ist, hat nämlich in einem Leitartikel den Wunsch ausgedrückt, daß deutsche Firmen bei Besetzung von Posten solchen Kandidaten den Vorzug geben sollen, die Singanlagen besitzen, da er gerne einen Männerchor heranziehen möchte.- Das ist denn doch ein bißchen viel verlangt! +[ Ein niederschmetternder Erfolg.] Im Gouvernement Moskau sind im vergangenen Jahre 3 796 616 Eimer Branntwein für 30 664 794 Rubel verkauft worden. Von diesem Quantum wurden 3 014 641 Gimer in den 611 fiskalischen Branntweinbuden des Gouvernements verzapft. Der Reingewinn, den der Fistus erzielte, belief sich auf 22 789 140 Rubel, um 11 895 961 Rubel mehr als im Jahre vorher, dem ersten Jahre der Wirksamkeit des Monopols. Armes Rußland! Die Hundertjahrseier in Wismar zum Andenken an die Einverleibung der ehemals schwedischen Stadt in Mecklenburg nahm einen glänzenden Verlauf. Die Stadt ist festlich geschmückt, besonders der Bahnhof und der Marktplatz machen einen imposanten Eindruck. Zur Hauptfeier traf, nachdem abends vorher Illumination und Zapfenstreich stattgefunden, der Großherzog von Mecklenburg morgens bald nach 10 Uhr in Wismar ein, begleitet vom Prinzgemahl Heinrich der Niederlande, Herzog Paul Friedrich( Vater), Herzog Paul Friedrich( Sohn), sowie dem Herzog Adolf Friedrich und Gefolge. Die Fürstlichkeiten wurden am Bahnhofe vom Zweiten Bürgermeister Strull begrüßt und schritten darauf die Front der Ehrenkompagnie ab. Alsdann ritten der Großherzog und die übrigen Herzöge unter Glockengeläute in feierlichem Zuge durch das von Vereinen und Schulen gebildete Spalier in die Stadt nach dem Rathause, wo Erster Bürgermeister Jörges den Großherzog mit einer Huldigungsansprache begrüßte. Redner gedachte darin der Vergangenheit, gab der Freude der Stadt über die endgültige Wiedervereinigung mit dem Mecklenburgischen Hause Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog und das Großherzogliche Haus, das begeistert aufgenommen wurde. Der Großherzog dankte in einer längeren Ansprache für das Gelöbnis der Treue und sprach die Hoffnung aus, daß Wismar auch in Zukunft emporblühen und ein Kleinod seines Hauses sein werde. Hierauf bewegte sich der Zug in die St. Georgenkirche, wo Gottesdienst stattfand. Nach dessen Beendigung nahm der Großherzog auf dem Markte die Parade über das dort aufgestellte 2. Bataillon des Füsilierregiments Nr. 90 ab und begab sich gegen Mittag nach dem Dampfer„ Fürst Blücher", welcher eine Fahrt in See unternahm, während deren das Frühstück eingenommen wurde. Während der Fahrt fand eine Huldigung der Ruderer, Segler und Fischer statt. Dann folgte nachmittags der Festzug, in dem sich 20 einspännige Zestwagen, 90 Reiter und 2800 Fußgänger befanden. Er führte die Vergangenheit Wismars in geschichtlichen Gruppen vor Augen. An den Festzug selbst schloß sich das Festmahl und die Einweihung eines Gedenksteins durch den Großherzog. Den Schluß des Tages bildeten Illuminationen und Feuerwerk. Heldentaten des kolumbischen Obergenerals.- Die zentralamerikanische Republik Colombia hat den bisherigen Befehlshaber ihrer gesamten Streitkräfte, General Vasquez Cobos, seines Amtes entheben müssen, weil er seine Macht zu einer Revolution mißbraucht hat. Allerdings scheint es sich nur um ein ganz kleines Revolutionchen gehandelt zu haben, um eine Miniatur- Revolution, die eben so rasch wieder verschwand, wie sie gekommen war. Aber um so riesiger muß der Nausch des biederen Cobos gewesen sein, der die Ursache bildete. Das kann auch gar nicht Wunder nehmen, wenn man erfährt, daß es sich um sogenannte„ Scotch Highballs" handelte, jenen tückischen Bunsch, dessen übermäßiger Genuß selbst in einem gemäßigten Klima den schönsten Affen zu produzieren imstande ist und in jener heißen Zone von wahrhaft grandioser Wirkung sein muß. General Vasquez Cobos hatte Durst und seine Soldaten hatten Hunger. Nachdem er, wie es ihm als General zufam, zuerst seinen Durst gestillt hatte, und zwar mit dem erwähnten Getränk, erfaßte ihn ein grenzenlofer Jammer über das traurige Loos seiner hungernden Leute. Dann packte ihn die Wut, und sein berechtigter Zorn wendete sich gegen die schändlichen Zivilbehörden der Provinz Banama, an deren Spiße der Gouverneur Mutis steht, der sich der bewaffneten Macht gegenüber immer sehr schäbig benommen und deren leibliches Wohl auf das Schmählichste vernachlässigt hat. Der Herr General befand sich gerade in der richtigen Stimmung, ein Erempel zu statuieren und dem Gouverneur klar zu machen, daß man mit der Armee nicht ungestraft Schindluder spielen kann. Von dem unbestimmten Gefühl geleitet, daß es ,, annersch" werden müßte, setzte er sich an die Spitze seiner Streitkräfte zehn Mann und ein Unteroffizier und marschierte auf die Residenz des Gouverneurs los. Dieser hatte sich wohl gerade aus den Federn erhoben und muß an nichts Böses gedacht haben, denn er befand sich im Schlafrock, als die bewaffnete Macht angerückt kam. Troß seines Namens ,, Mutis" ging ihm schleunigst die Kurage aus: er verkroch sich im Garten und entging auf diese Weise der Gefangennahme. General Cobos soll dann den Versuch gemacht haben, auch andere Mitglieder der Zivilverwaltung von Panama in seine Gewalt zu bekommen, doch hat deren Gefangenschaft jedenfalls nicht lange gedauert. Als der General einen Tag nach der Revolution" aus tiefem Schlafe erwachte, rieb er sich verwundert die Augen und fragte, was eigentlich vorgegangen sei. Es wurde ihm mitgeteilt, daß die Regierung von Colombia ihn seines Kommandos enthoben habe; die Revolution sei zu Ende, und er könne ruhig weiterschlafen- was er sich denn auch nicht zweimal sagen ließ. Hus dem Gerichtsfaal. Uebe wird R gimer fchießen im B den Unglücksf nach, daß der ift. Der Verl schäftigt und f das betr. Gele gelaffen haben tum e foll die diesjä Landesvereins der Südwestd Darmstadt ftat dürfte das all ungen auf fich Programm mö 6. September ein Familienal Evangelischen anstaltet werde Verhandlunge der Disfuffion den. V[ Der Gruß bei den Türken.] Eine mit den Gebräuchen des europäischen Orients genau vertraute Persönlichkeit spricht die Ansicht aus, daß die Unterlassung eines Grußes an den russischen Konsul feine Verweigerung einer schuldigen Ehrenbezeugung war, sondern eine strenge Beobachtung der Landesgebräuche, wonach nicht der niedriger Stehende den höher Stehenden grüßt, sondern umgekehrt dessen Grüße erwartet. Bei uns heißt es:„ Grüßen ist Höflichkeit." Bei den Türken hingegen ist das Grüßen das Vorrecht des im Range Höherstehenden. Ein Soldat im Dienste präsentiert das Gewehr nach europäischem Muster, selbst wenn der Offizier in Zivil erscheint. Außer Dienst steht aber der Soldat beim Erscheinen eines Vorgesetzten auf, faltet die Hände und erwartet den Gruß des Höhergestellten. Selbst wenn man in eine fremde Wohnung tritt, tut man es nicht mit einem Gruße, sondern bleibt ruhig stehen und wartet den Gruß des Hausherrn ab, für welchen es obendrein noch Gradationen gibt. Fürsten in Parade vor dem Kaiser. Gelegentlich der Kaiserparade bei Erfurt werden folgende fürstliche Chefs ihre Truppenkörper dem Monarchen persönlich vorführen: Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen- Weimar: das Infanterieregiment Nr. 94, der Herzog von Sachsen- Meiningen: das Infanterieregiment Nr 32, der Herzog von SachsenKoburg- Gothe: das Infanterieregiment Nr. 95, der Fürst von Waldeck: das Infanterieregiment Nr. 83, der Fürst von Schwarzburg- Sondershausen: das Infanterieregiment Nr. 71, der Fürst Reuß j. L.: das 2. Bataillon Infanterieregiments Nr. 96 und der Fürst von Schwarzburg- Rudolstadt: das 3. Bataillon dess. Regiments, ferner der Kronprinz von Dänemark: das Husarenregiment Nr. 14 und der Herzog Karl Theodor von Bayern: das Dragonerregiment Nr. 5. § Eine angefochtene Erbschaft des Papstes beschäftigt zur Beit die Neapeler Gerichte. Der Pfarrer Milone hatte bei seinem Tode zum Erben seines auf 400 000 Lire geschäzten Vermögens den Bapst eingesetzt. Die Vermögensaufnahme geschah, als Leo XIII. im Sterben lag. Kardinal Rampolla gab jedoch in seiner Eigenschaft als Staatssekretär dem Adbokaten Galdo Vollmacht, den Bapst bei der Vermögensaufnahme zu vertreten. Aber die Erben des Pfarrers fochten die Gültigkeit des Testaments und der Vollmacht an. Der Advokat Galdo behauptete, daß der Papst erben könne und daß die von Rampolla ausgestellte Vollmacht gültig sei, denn ber Bapst sei auf Grund des Garantiegefeßes als Souverän zu betrachten Der Richter wird das Urteil erst in einigen Tagen sprechen. Ein Duell zwischen zwei Offizieren fand im Stadtwald bei Allenstein statt. Der Leutnant Kayser vom 73. Feld. artillerieregiment erhielt von seinem Gegner, dem Leutnant Klauenflügel einen Schuß in die Brust. Die Ursache des Duells bildete ein Streit bei einem Liebesmahl. Typhusepidemieen. Einer amtlichen Mitteilung zufolge vurden in der Moche vom 9. bis 15. August in der Stadt Braunschweig 21 Typhusfälle angemeldet gegen 127 in der Borwoche. Dagegen wurden in der letzten Woche aus dem Treise Blankenburg 32 Typhusfälle gemeldet, gegen 5 in der Borwoche. Das Neuefte aus den Witzblättern. Am postlagernden Schalter. Freundin( leise): Jeden Tag fragst du dreimal nach einem Brief unter„ Märzveilchen"; wird denn da der Posthalter nicht ungeduldig?" Darauf warte ich ja eben... vielleicht heiratet der mich!" Praktisch.„ Duldet denn der Bürgermeister des Ortes, daß hier beständig gerauft wird?"" D! wir wählen immer den zum Bürgermeister, der am besten raufen fann." Unbedacht. Mann( vor dem Spaziergang ärgerlich): ,, Bei dir dauert das Anziehen immer zwei Stunden, während ich in fünf Minuten fertig bin." Frau:„ Glaub's; du hast auch nur noch vier Knöpfe an deinem ganzen Anzug!" Nachklänge zur Pariser Stadtbahnkatastrophe. Die Ansprüche, welche schon jetzt an die Gesellschaft der Pariser Stadtbahn als direkte Folge der furchtbaren Katastrophe ɔon Ménilmontant herantreten, beziffern sich bereits auf mehr als vier Millionen Francs. Der Staat zwingt die Besellschaft, ihr rollendes Material sowie ihre elektrischen Installationen u. s. w. zu verbessern und zu erneuern, was bereits einen großen Teil dieser Summe verschlingen wird. Das übrige absorbieren die Entschädigungssummen an die Verletzten, sowie die Witwen und Waisen der Getöteten. Da die Gesellschaft nur mit 250 000 Francs für Feuerschaden und Unglücksfälle versichert war, so hat sie jene EntschädiJungen fast ganz aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Auch in diesem Jahre erreichte der Reingewinn für die ersten sieben Monate bereits drei Millionen Francs und wird trotz des starken Ausfalles der Einnahmen seit der Katastrophe immerhin doch vier Millionen bis Ende des Jahres erreichen. Diese aber werden völlig zur Deckung der Folgen der Katastrophe geopfert werden müssen. Ein idealer Geldbriefträger. Studiosus:„ Haben Sie kein Geld für mich?" Geldbriefträger: ,, Nein, aber ich könnte dem Herrn Studiosus etwas pumpen." ( Megg. H. Bl.) Auf der Londoner Untergrundbahn entstand eine Panik, weil ein Wagen in Brand geriet. Die Passagiere flüchteten in wilder Hast, doch passierte weiter fein Unglück. Die Einnahmen der Londoner Stadtbahn sind seit der Katastrophe in Paris um 20 000 Mart pro Woche zurückgegangen. Ein netter Hauswirt. Sie, Herr Huber, da müssen neue Fenster rein, wenn der Wind geht, zieht's darin, daß einem die Haare um den Kopf rumfliegen!"-„ Na, da Tassen's Enna mal die Haar' schneiden!" Höchste Schändlichkeit. Wie kommt denn Ihre Frau dazu, Sie zum Rauchen aufzufordern? Das tun doch sonst Frauen nicht!"„ Sie weiß, ich kann es nicht vertragen!" Im Donnerstag N beitsausschu bereins geg ergebnisreiche fiße des Herr unter dem de bon Darmsta bringend nötig im Verhältnis glieder zählt, Swede wurde Awei Vertraue Drtegruppen Der Rentier als Bismarckianer. Wie ich hörte, wurde Ihr Herr Bruder beim Kuponabschneiden vom Tode überrascht?" Rentier: Ja, und mein sehnlichster Wunsch ist, auch so in den Sielen zu sterben!" Medizinisches. A.:„ Wissen Sie schon? Der Pest= Erreger ist gefunden." B.: Was Sie sagen! Na, das ist ja eine großartige Entdeckung. Also der BeſtErreger; natürlich wieder so ein Spaltpilz." A.:„ Nein, es ist der Graf Szapary der erregt ganz Best!" Abgekürzter Rennstil.„ Der berühmte Automobilfahrer Baron von der Stanken hat gestern auf einer Distanzfahrt zwischen Brüssel und Bordeaux den Weltrekord und das Genick gebrochen." ( Lust. Bl.) follen zu we des Landes frage gehalten * Part in Heidelberg Vereine Heff worden. Das Englischer Humor. Mutter:„ Hast du auch gewiß alles eingepackt, was du brauchst?" Johnnie: Ja, Mama!" Mutter:„ Auch deine Zahnbürste?" Johnnie( empört): " Zahnbürste! Ich habe doch gedacht, daß ich in die Ferien gehe!" Entweder- oder. Der Gesangverein einer kleinen Stadt veranstaltet im Winter einen Ball, zu dem die Damen festlich geschmückt erschienen sind. Während einer Pause hört man in der Damengarderobe eine Ballmutter ihrer Tochter eine energische Maßregelung zu teil werden lassen. Man vernimmt die Worte:„ Elache, das sag ich dir: entweder du wäschst dir tiefer oder du dekolletierst dir höher." * * Die fich vom nächs ebenso eine Ru ( ,, Jugend".) Erziehung.„ Warum bist denn so trauri, Seppl?" Unser Tant' is g'storben, und so lang de Verwandten da san, derf i net lachen, hat d' Muatta g'sagt." ( ,, Simlic.") faft 300 Mito ** Sed foll, wie wir de 6 Uhr in Aussicht ne ungen der Ha Gewohnheit g einmal in den zuwirken. E pacete. Auch Seutungen gen bracht. A GO auf fozialpol zu geben, dies den Weg aud mehr an die rührt ein Er für Wien die hilfen einführ Der Erlaß be des Warenver und läßt sie bis Mitte Jur bor Weihnach § Große und Heinrich Errichtung ei Gefuch an d A Lan feierte man Butzbach hiel besucht.- A murde begon genommen. Gustav A biele Teilnehn findet diefes und Konzerte Jugend tomm jetzt während der Zudring reffion bereits uhe zu lassent. gar Spaß zu Punkte zwei men jagte zu sehen könnte, utem Deutsch bloß umau ge der Eigendon an seine insere Messer, gebeten, solche -Dieses Veren des Restau Verpackungs einige ehrliche holfen, indem in Singapore ie Prinzipale re Free Prep" 1, Buchhalter, auch schön , der zugleich Besellschaft ist, ausgedrückt, olchen Randien besigen, da te.- Das ist Gouvernement Fimer BranntVon diesem 11 fiskalischen t. Der Reinf 22 789 140 Jahre vorher, pols. Armes nit den Geraute Persön rlassung eines eigerung einer ſtrenge Beobder niedriger rn umgekehrt üßen ist HöfBen das VorDat im Dienste Nuster, selbst ienst steht aber en auf, faltet Söhergestellten. t, tut man es ſtehen und es obendrein tern. din( leise): unter„ März ungeduldig?" heiratet der er des Ortes, wählen immer en raufen ig ärgerlich): den, während Glaub's; du 1 ganzen Anus:„ Haben diofus etwas Jg. H. Bl.) iefträger: a müffen neue in, daß einem a, da laffen's Ihre Frau n doch sonst vertragen!" hörte, wurde n vom Tode sehnlichster rben!" Der Bestsagen! Na, der Best- A.: Nein anz Best!" tomobilfahrer Distanzfahrt ord und das ( Luft. Bl.) getviß alles ja, Mama!" nie( empört): in die Ferien fleinen Stadt e Damen feft. er Pause hört ihrer Tochter laffen. Man : entweder du Der." Jugend".) Seppl?" erwandten da Simlic.") And Cokales. Gießen, 20. August 1903 ** Der Großherzog empfing am 19. Aug. den Pfarrer Lenz von Stockhausen; am gleichen Tage wurde auf Nachsuchen der Oberamtsrichter beim Amtsgericht Lauterbach Philipp hill unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. * * ** Das Großherzogliche Ministerium des Innern hat den dem Hessischen Landesverein vom Roten Arenz angegliederten Sanitätstolonnen unter denselben Bedingungen wie jenem die Erlaubnis erteilt, das in der Genfer Konvention zum Neutralitätszeichen erklärte Rote Kreuz auf weißem Grunde, sowie die Worte ,, Rotes Kreuz" zur Bezeichnung der Kolonnen zu gebrauchen. Der Großherzog verlieh dem israelitischen Lehrer Wertheimer, der am Mittwoch das 40- jährige Jubiläum siner Amtstätigkeit feierte, den Philippsorden. ** Das Infanterie- Regiment Nr. 118 von Worms trifft am Freitag zu den Herbstübungen in Gießen ein und wird in den Kasernen einquartiert. Das Regiment wird R giments- und Brigade- Exerzieren, sowie Scharfschießen im Gelände abhaltem. ** Ueberfahren. Zu unserer gestrigen Notiz über den Unglücksfall auf dem Gießener Bahnhof tragen wir nach, daß der Name des Verunglückten Reinhard Hofmann ist. Der Verletzte war mit dem Pußen einer Weiche beschäftigt und soll die Vorschrift, beim Reinigen einer Weiche das betr. Geleis durch ein Signal zu Sperren, außer acht gelassen haben. tam Sonntag, 6., und Montag, den 7. September, soll die diesjährige Jahresversammlung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission( Hessischer Zweig der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission) in Darmstadt stattfinden. Die diesjährige Tagung des Vereins dürfte das allgemeine Interesse aller Freunde seiner Bestreb ungen auf sich ziehen, zumal man darauf bedacht ist, ihr Brogramm möglichst vielseitig auszugestalten. So soll am 6. September nachmittags ein Festgottesdienst und am Abend ein Familienabend in der Art, wie sie bei uns durch den Evangelischen Bund bekannt und beliebt geworden sind, veranstaltet werden; am 7. morgens folgen dann die eigentlichen Berhandlungen mit einem größeren Vortrag und anschließender Diskussion, die ebenfalls jedermann zugänglich sein werden. Im Basler Hof" zu Frankfurt a. M. hielten am Donnerstag Nachmittag der( im Vorjahre gegründete) Arbeitsausschuß und der Vorstand des Hessischen Landesvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke ergebnisreiche Sigungen ab. Erstere tagte unter dem Vorfiße des Herrn Pfarrers Fritsch von Ruppertsburg, leßtere unter dem des Herrn Geh. Obermedizinalrats Dr. Neidhardt von Darmstadt. Der Arbeitsausschuß beschloß u. a., die dringend nötige Reorganisation des Vereins, der in Hessen im Verhältnis zu anderen Ländern noch viel zu wenig Mitglieder zählt, jeßt energisch in Angriff zu nehmen: zu diesem Zwecke wurden für sämtliche Kreise des Großherzogtums zwei Vertrauensmänner ausgewählt, um die Gründung von Ortsgruppen in die Wege zu leiten. Im nächsten Winter sollen zu Zwecken der Propaganda in den größeren Städten des Landes Vorträge über die Alkohol-, bezw. Mäßigkeitsfrage gehalten werden. * * Parteifest. Das auf den 6. September d. I. in Heidelberg geplante Parteifest der nationalliberalen Vereine Hessens, Badens und der Pfalz ist verschoben worden. Dasselbe soll für 1904 in Aussicht genomm n sein. Die Mainzer Rudergesellschaft wird sich vom nächsten Jahre ab einen Ruderlehrer engagieren, ebenso eine Rudermaschine anschaffen. Die Gesellschaft zählt fast 300 Mitglieder. = ** Sechs Uhr Post schluß. Die bayerische Post soll, wie wir in verschiedenen Blättern lesen, die Einführung des 6 Uhr Post- Schalterschlusses in den größeren Städten in Aussicht nehmen wollen, um damit einerseits den Bestrebungen der Handelsangestellten zu entsprechen, andernteils der Gewohnheit größerer Geschäfte, ihre Postsendungen alle auf einmal in den letzten Schalter- Stunden abzuliefern, entgegenzuwirken. Es handelt sich hier wohl nur um Postpackete. Auch die Reichspost hat schon mehrfach solche Andeutungen gemacht, sie aber bisher nicht zum Ausdruck gebracht. A Sonntagsruhe. Desterreich vermeidet es sonst, auf sozialpolitischem Gebiet ein nachahmenswertes Beispiel zu geben, diesbezügliche Gesegesvorlagen können gewöhnlich den Weg aus den Akten irgend eines Ministeriums nicht mehr an die Deffentlichkeit finden. Um so erfreulicher berührt ein Erlaß des Statthalters von Niederösterreich, der für Wien die vollständige Sonntagsruhe für Handlungsgehilfen einführt und einen bemerkenswerten Fortschritt bedeutet. Der Erlaß beseitigt für sämtliche Betriebe sowohl hinsichtlich des Warenverkaufs wie der Kontorarbeit die Sonntagsarbeit und läßt sie nur für den Lebensmittelhandel von Oktober bis Mitte Junt von 6-11 Uhr, sowie für den ersten Sonntag vor Weihnachten bestehen. § Großen- Linden. Die Herren J. Brück zu Leihgestern und Heinrich Weiß zu Großen- Linden beabsichtigen hier die Errichtung eines Ziegelofens und haben ein diesbezügliches Gesuch an das Großh. Kreisamt eingereicht. - - Lang- Göns, 19. Aug. Am vergangenen Sonntag feierte man das Fest der Kleinkinderschule, Pfarrer Roth Butzbach hielt die Festrede. Das Fest war sehr zahlreich besucht. Mit der Vergrößerung des hiesigen Bahnhofs wurde begonnen und werden noch immer Arbeiter anAm 6. September findet hiec großes genommen. Gustav Adolfs fest statt; zu welchem von Auswärts biele Teilnehmer sich einfinden werden. Kirchweihfest findet dieses Jahr feins statt; dagegen sind mehrere Bälle und Konzerte von den einzelnen Bereinen geplant; also die Jugend kommt nicht zu kurz. Wetzlar. Kommenden Sonntag, den 23. und Montag, den 24. August unternimmt unser rühriger„ Taunusklub Weßlar" seine diesjährige Zweitagetour und hat als Gebiet für dieselbe sich die Mosel erwählt. Die Tour ist auf zwei Tage berechnet und wird über Cochem, Pyrmont, Koblenz gehen. Insgesamt werden 41 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Führer ist Herr Michael Leiner. Nieder- Gemünden. Nachdem die in zwei Gehöften ausgebrochene Schweinerotlauffeuche erloschen ist, ist die über diese Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben. [:] Alsfeld. Die Haupttörung der Faseltiere im hiesigen Körbezirk findet statt am Mittwoch, 26. Aug., in den Orten Romrod, Nieder- und Ober- Breidenbach, Strebendorf, Liederbach, Altenburg und Alsfeld; am Montag, 7. Sept., in den Orten Reibertenrod, Vockenrod, Schwabenrod, Münch- Leusel, Heidelbach, Eudorf, Elbenrod; am Montag, 21. Sept., in den Orten Ehringshausen, Oberndorf, Rülfenrod; am Montag, 28. Sept., in den Orten Ober- Gleen, Kirtorf, Lehrbach, Erbenhausen, Appenrod, Dannenrod, Neu- Ulrichstein und Maulbach. Der Beginn der vorstehenden Touren erfolgt jedesmal vomr. 9 Uhr von Alsfeld aus. Faseltiere jeder Art sind 8 Tage vor den genannten Terminen zur Anförung bei dem Vorsitzenden der Körkommission, Herrn Kreiev.terinärarzt Dr. Eise in Alsfeld von den Interessenten anzumelden. ** Butzbach. Der unter dem Eisenbahnpersonal gut bekannte hier stationierte Eisenbahn- Lademeister Sonntag feierte am Dienstag mit seiner Frau im Kreise seiner Familie die silberne Hochzeit. An Glückwünschen und Sonstigen Aufmerksamkeiten fehlte es dem Jubelpaar nicht. ) Elbenrod. Die Schweinerotlauffeuche ist in einem Gehöft ausgebrochen und ist über dieses die Sperre verhängt. + Niederasphe, 18. Aug. Hier ist eine Telegraphenanstalt mit Unfalldienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten. Lauterbach, 18. Aug. Das am vergangenen Sonntag abgehaltene Hainigfest war trop der so ungünstigen Witterung sehr stark besucht. Die Festrede hielt der 2. Vorsißen de des Turnvereins, Herr Bechtold. A Romrod, 16. Aug. Der Großherzog hat gelegentlich des jüngst auf hiesigem Jagdschloß genommenen Aufenthalt von einem hiesigen Einwohner verschiedene aus dem Freiherrlich Bibra'schen Nachlaß stammende Altertümer( einen fupfernen Schwenftübel und mehrere alte Leuchter) erworben. Die genannten Altertümer werden im hiesigen Schlosse aufbewahrt. ]:[ Wehrda, 19. Aug. Der hiesige, vor einem Jahre gegründete Turnverein, der bereits einen erfreulichen Aufschwung genommen hat, wird am Sonntag sein erstes Stiftungsfeft abhalteu, an welchem sich wahrscheinlich auch eine Anzahl Turnvereine aus Marbung und Umgegend beteiligen werden. Gut Heil!" - Fronhausen. Nachtlänge zum Röthcher Brückenfest. Fronhäuser und Sichertshäuser Burschen, welche am Sonntag übend mit dem um 11,40 Uhr hier fälligen Zug von obengenanntem Fest heimkehrten, gerieten am hiesigen Bahn hof in Streit, wobei ein Fronhäuser einen Messerstich in den Obershentel erhielt. Einem noch nicht schulentlassenen Jungen hierselbst wurde als Festgeschent vom Brückenfest eine fleine Pistole mit Blättchen- Munition mitgebracht. Beides nahm der Bub in seiner großen Freude mit zu Bett. In der Nacht aber frühstückte" er einige der roten Zündblättchen und erkrankte darauf so sehr, daß schnell ein Arzt zu Hülfe gerufen werden mußte. = Marburg, 19. Aug. Am Abend des 17. August wurde eine Mitgliederversammlung des Marburger nationalsozialen Vereins abgehalten. In ihr begrüßte der Vorsitzende, Redakteur Wenck, den Reichstagsabgeordneten Herrn von Gerlach, der wie die Hess. Landesztg. mitteilt, zu erstenmal seit seiner Wahl an einer Versammlung des hiesigen Vereins teilnehmen konnte. Herr von Gerlach erörterte dann in längeren Ausführungen den Antrag der Mehrzahl der Berliner Vorstandsmitglieder, den nationalsozialen Hauptverein aufzulösen und den Anschluß der nationalsozialen Orts- und Landesvereine an den liberalen Wahlverein zu vollziehen. Er trat für diesen Antrag ein, erklärte aber zugleich, daß er getreu seinem Versprechen im Wahlkampf auch bei einem Anschluß an den liberalen Wahlverein der Fraktion der Freisinnigen Vereinigung im Reichstag nur als Hospitant beitreten werde. Bei der Abstimmung wurde ein Antrag angenommen, der das selbständige Fortbestehen der jetzigen Organisation fordert. Dieser Antrag soll von den Marburger Delegierten bei den am 29. und 30. August abzuhaltenden Parteitag in Göttingen vertreten werden. In diesem Sinn fand auch die Wahl der Delegierten statt. Marburg, 19. Aug. Ein mysteriöser Vorfall ereignete sich gestern Abend spät in der Nähe des hiesigen Bahnhofs. Ein Mann, der von einer Reise mit dem um 11 Uhr von Raffel tommenden Buge am Bahnhof ausstieg und sich nach der Stadt begab, erhielt am Eingang der Bahnhofstraße von einem fremden Reisenden, der von Kassel gekommen war und ebenfalls in die Stadt ging, plög lich einen Schuß, der ihn an einer Seite des Gesichts streifte und eine blutende Verlegung im Gefolge hatte. Dann ergriff der Fremde die Flucht in eine dunkle Seiten- Allee. Der Täter wurde bis jetzt noch nicht ermittelt. A Kirchhain, 18. Aug. Ein Unglücksfall, der leicht zu schlimineren Folgen hätte führen können, ereignete sich am Sonntag Abend in dem hiesigen Zirkus. Zwei Kinder des Besizers turnten an dem hohen Schwebereck, aus dem sich durch irgend einen Zufall eine Schraube lockerte, sodaß beide Kinder abstürzten. Das abstürzende Mädchen wurde vom Vater aufgefangen und kam mit leichten Verlegungen davon Der Knabe schlug dagegen an den Hauptmast und erlitt mehrere Kopfwunden, die ärztliche Hilfe nötig machten. Glücklicherweise sind die Verlegungen nicht lebensgefährlich. Hadamar, 12. Aug. Unser Städtchen, das etwa 2200 Einwohner zählt, soll It.„ Ems. 8tg." in dem diesjährigen Herbstmanöver auf 28 Tage eine Einquartierung von 21 190 Mann erhalten. Das genügt! Frankfurt. Der im Jahre 1896 entflohene Lustmörder Weygand ist nunmehr nach langem Suchen verhaftet worden. Die auf die Ergreifung des Mörders ausgesetzte Belohnung von 2000 Mt. fallen dem Gendarmen Fauft zu, der in Verkleidung sich mit ihm angefreundet hatte. Weygand trieb sich die Jahre im Ausland herum, diente in der Fremdenlegion, war in China und hielt sich schon längere Zeit wieder in Deutschland auf. Mainz, 16. Aug. Vom morgigen Tage ab müssen alle Wirtschaften mit Damenbedienung um 11 Uhr schließen. Die Regierung hat eine strenge Beaufsichtigung der sog. Animiertneipen angeordnet. In Klingenberg a. M. wurden 2 große Blöcke Thon, im Gewicht von 10 und 14 Centnern, verladen, um auf die Weltausstellung in St. Louis verschickt zu werden. Kassel, 19. Aug. In der Annahme überfallen zu werden, gaben italienische Arbeiter in der Dunkelheit auf einen Kollegen der ausgeschlossen war, Schüsse ab; ein ebenfalls um seine Sicherheit besorger Arbeiter fam dabei in die Schußlinie seiner Kollegen, wurde getroffen und mußte ins Landkrankenhaus geschaffen werden. Der Ausgeschlossene, der über die Planke steigen wollte um sich zur Ruhe zu be geben, blieb unverlegt. Wächtersbach, 19. Aug. In Quittoinen, Regier ungsbezirk Königsberg, fand die Verlobung des Erbprinzen Ferdinand Maximilian zu senburg- Büdingen in Wächtersbach, eines Urenfels des letzten Kurfürsten von Hessen, mit der Reichsgräfin Margitta v. Tönhoff, einer Tochter des Reichsgrafen Otto v. Dönhoff und seiner Gemahlin, geb. Gräfin v. Schlippenbach, statt. Der Erbprinz steht als Leutnant bei den 2.( 24.) Dragonern in Darmstadt. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 19. August. Die Viehschweizer Johann Taute von Wollersleben und Friedrich Kunkel von Leutershausen mißhandelten in angetrunkenem Zustande gemeinschaftlich ihren Dienstherrn den Pächter Otto Müller auf dem Henriettenhof bei au bach. Das Schöffengericht Laubach verurteilte dieserhalb den ersteren in eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen, während lepterer mit einer Woche Gefängnis und 20 Mt. Geldstrafe davontam. Kunkel beruhigte sich bei dem Urteil, dagegen verfolgte Taute Berufung, welche heute fostenpflichtig zurückgewiesen wird. Wegen fahrlässiger Tötung ist der Fuhrmann August Göbel von Londorf angeklagt. Er hat aus Unvorsichtigkeit ein Kind überfahren, welches alsbald nach dem Unfall starb. Auf Antrag der Verteidigung erfolgt behufs weiterer Beweiserhebungen Vertagung auf nächsten Freitag. Aus dem nälichen Grunde vertagt wird die Sache gegen Jean Ewald von Frankfurt a. M., welcher vom Schöffengericht Bilbel wegen Heudiebstahls 3 Tage Gefängnis erhielt. Schäfer Gotthard Weber von Burthardsfelden und Landwirt Heinrich Stumpf I. vou Hattenrod haben ohne Abfuhrschein der Gemeinde gehöriges Holz, das der Schäfer zu einem ebenfalls der Gemeinde gehörigen Pferch benötigte, abgefahren. Die Forstbehörde leitete hierauf ein Strafverfahren wegen Diebstahls ein. Das Ergebnis des Schöffengerichts war Freisprechung, worauf die Staatsanwaltschaft auf Antrag der Forstbehörde Berufung verfolgte. Die Straffammer ist mit dem Untergericht der Ansicht, daß eine strafbare Handlung nicht vorliegt, weshalb das erstinstanzliche Erkenntnis bestätigt wird. Der Schluß bildet die Sache gegen Markus und Moses Grünebaum von Großfarben wegen Vergehens gegen das Vermögenssteuergesetz. Da ein zum heutigen Termin geladener Sachverständiger ausbleibt, muß Vertagung eintreten. Geschäftliches. Bingen a. Rh. Das Rheinische Technikum zu Bingen, eine Lehranstalt, die sich ausschließlich dem Maschinenbau und der Elektrotechnik widmet, hat sich in den 6 Jahren seines Bestehens zu außerordentlicher Höhe entwickelt und wird gegenwärtig von 700 Schülern besucht. Die guten Erfolge des Unterrichts sind in industriellen Kreisen bekannt, deshalb finden Absolventen der Anstalt auch meist sofort Anstellung in der Praxis. Die Lehrmittelsammlungen wurden abermals bedeutend vermehrt, besonders die für das elektrotechnische Laboratorium. Jede Auskunft erteilt die Direktion fostenfrei. Der Leiter der Anstalt ist der in Fachkreisen bekannte Regierungsbaumeister Hoepfe. Marttbericht. Gießen, 20. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb. 1.00-1.20 mt., Hühnereter 7-8 Pfg., Enteneier St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mr. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.20-1.70, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.10, Enten per Stüd 1.80-2.00, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Schweinefleiſch gesalzen per Bfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Bfb. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 8.00-00.00 mt., Zwiebeln per 3t. m. 6.50-7.00, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Bfg. Alsfeld. Der Ludwigsmarkt( Viehmarkt) findet am 24. August statt. Städtisches Schlachthaus. Schweinefleisch 50 Pfg. Kuhfleisch 48 Pfg. Heute und Morgen, Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Alein; far bas Botale, ben„ Gerichts." und" Oeffentlichen Sprechsaal":& r. Oppermann Drud und Berlag ber Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Unpünktliche Buftellung unserer Zeitung bitten wir uns melden zu wollen, damit wir Abhilfe schaffen können. Die Expedition. Außer den von mir se ther geführten Bieren bringe] jetzt auch Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 11 Flasche zu 18 Pfennig 9 Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerüraße 7. Telephon 344. Gießen. Warum ist es wohl notwendig gewesen, dass zu all den vielen Sorten in der NaumanniaSeife noch eine neue KernSeife in den Handel gebracht wurde? 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Die Aok- Seife ist als milde, fettreiche, neutrale Seife besonders geschaffen für zarte, empfindliche Haut, da sie kein brennendes Gefühl nach dem Waschen hinterläßt. Die Aok- Seife besitzt eine eigenartige, günstige Wirkung für die Erwerbung und Erhaltung klassischer Schönheit des Teints. Die Aok- Seife vereinigt in sich die beste Haut- und Teintseife, die beste Toilette- und Kinderseife, die überhaupt susammengesetzt werden kann. Keine andere Seife kann mit Aok- Seife in ihrer besonderen Eigenart verglichen werden. G Packung A( Geschenkpackung in Künstlerkarton) 1 Stück M. 1.50, 3 Stück M. 4.50; Packung B( Gebrauchspackung in Papier) I Stück M. 1.40, 3 Stück M. 4. Jedem Stück Seife liegen genaue Informationen über die Aok- Methode bei. Es ist Tatsache, daß die ersten Berühmtheiten der Kunstwelt sich gutachtlich übereinstimmend sehr günstig geäußert haben, s. 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April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. Jedes Loos ein Treffer! Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag nur 5 Mk. Bei Nichtconvenienz 3 Tage Reklamationsfrist. Umgehende Anmeldungen zu richten an: J SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. Niederland No. 95. Prima feinste - geräucherte Frankfurter Bratwürstchen in befannter à Paar 25, 30 und 35 Pig. empfiehlt カ 、 Güte Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Gieken. Selter& w g. Achtung! Jb erkläre hiermit, daß ich für von meiner Frau Marie Schäfer gemachte Schulden nicht aufkomme. Gießen 19. August 1903. Heinrich Schäfer, Bremser i. P. Ausschnciden! Diese Annonce erscheint nur einmal! Schwere langjährige b Krämpfe Fallsucht. Volle Heilung u. 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