Nr. 142. Erstes Blatt. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., a's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Soft- und Bartonban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Samstag, den 20. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertion@ pret 8: Die einfpaltige Betitzelle für Oteßen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 fs. fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fa. Boftzeltungsliste No. 3969. Redaktion und Expedition: Gießen Negenweg 98. Fernsprechanschluk A, 308. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Die Lage in Serbien. CB. Das serbische Offizierkorps ist von dem Verlangen Rußlands, die Königsmörder sollten bestraft werden, naturgemäß recht wenig erbaut, und es verlautet ſchon jezt: Falls König Peter dem Verlangen des Zaren nachgäbe, würden Unruhen im Heere ausbrechen. Die Verschwörer selbst glauben offenbar, daß diese Drohung_genügen werde, den König von einer Bestrafung abzubringen. So erklärte einer der Leiter der Verschwörung, Oberst Mischitsch, er besſorge nicht, daß der König es wagen würde, die schuldigen Offiziere vor Gericht zu stellen. Wenn aber wider Erwarten der König das doch tun sollte, ohne Rücksicht auf die Stimmung der Armee, und wenn dabei er, Mischitsch, verurteilt werden sollte, so werde er im Dienste des Vaterlandes sterben. Wird König Peter sich durch solchen bombastischen Phrasenschwulst und solche Drohungen in der Ahndung des Königsmordes irre machen lassen? Tut er's, dann ist er selbst ein Spielball des Offizierkorps. Tragas Geschwister. Weitere Nachrichten aus Belgrad besagen: Die verheiratete Schwester der Königin Draga, Frau Petrowitsch, ist nebst den beiden anderen Schwestern endlich aus der Haft entlassen. Alle drei sind in Begleitung des Sohnes der Frau Petrowitsch, der Leutnant war und beurlaubt worden ist, nach Wien abgereist. Sie erzählten, daß nach der Ermordung ihrer Brüder ein Offizier mit einem Schlüssel zur Kasse kam und alles vorhandene Geld herausnahm. Erst auf die Vorstellungen der Frau Petrowitsch, daß sie kein Geld zum Abreisen hätten, ließ er ein Drittel des Geldes zurück. Ueber die Behandlung der Geschwister Dragas durch die serbischen Behörden meldet ein Bericht, der am Tage vor ihrer Freilassung aus Belgrad abging Während alle bisher internierten und als verdächtig geltenden Personen sich seit heute in vollster Freiheit befinden, stehen die Schwestern der Königin Draga noch unter militärischer Bewachung. An einer Ecke des Hauses steht ein Soldat mit aufgepflanztem Bajonett; vor dem Tore gleichfalls ein Soldat, ebenso hinter dem Tor. Alle Läden sind geschlossen. Alle drei Schweſtern liegen frank zu Bette und werden von einem Offizier bewacht, der sich in einem Salon der Wohnung ständig aufhält. Es ist ihnen verwehrt, überhaupt jemanden zu empfangen. Sie haben keinen Kreuzer Geld im Hause. Die Verpflegung wird ihnen auf Kosten der Regierung aus dem Restaurant gebracht. Es ist wahr, daß der serbische Staat das Vermögen des Königspaares konfisziert, aber diese Verfügung kann sich nur auf die in Serbien selbst deponierten oder im Konak vorgefundenen Gelder und auf den Schmuck beziehen. Die ausländischen Banken verweigern die Herausgabe der bortigen Depots. Die belgische Bank, wo Draga 600 000 Francs Depot hatte, bezahlt diesen Betrag nach Abwicklung der üblichen Formalitäten an die drei Schwestern Dragas als deren einzige Erbinnen. Ihre Zukunft dürfte also gesichert sein, zumal Draga auch bei einer Londoner Firma ein größeres Depot hinterlegt hat. Königin Dragas letzte Lektüre. Am Tage vor ihrer Ermordung ließ sich Königin Draga aus einer Belgrader Leihbibliothek, wo sie schon als einfache Frau Maschin und später auch als Königin abonniert war, ein französisches Buch:„ Die Geliebten Ludwigs XV." holen. Das Buch mit dem ominösen Titel war ihre lette Lektüre. Auf dem Nachttisch im Schlafzimmer des Königspaares fand man ferner zwei französische Romane, deren Titel angesichts der Ereignisse der Mordnacht ganz merkwürdig berühren. Der eine Roman nennt sich ,, Gertruds Heirat", der andere ,, Gin Verrat." Nach einer Petersburger Meldung legte der russische Hof für das serbische Königspaar Trauer auf 24 Tage an. Die Politik. Vom deutsch- evangelischen Kirchenausschuß, dessen Gründung den Zusammenschluß der meisten evangelischen Landeskirchen Deutschlands darstellt, wird jett näheres bekannt. Danach hat sich der Zusammenschluß nicht so glatt vollzogen, als es nach den bisherigen Melbungen den Anschein hatte. Aus den Berhandlungen, über die bisher allseitiges Stillschweigen beobachtet wurde, wird jezt bekannt: Der Ausschuß besteht aus 15 Mitgliedern, von denen Preußen allein außer dem Vorsißenben noch vier stellt, je zwei für die alten und die neuen preußischen Provinzen. Bayern, Sachsen und Württemberg haben je einen Vertreter im Ausschuß, in die übrigen sieben teilen sich die Mittel- und Kleinstaaten. Sie ind zu diesem Zweck in Gruppen eingeteilt, so ernennen 3. B. die Reichslande und Baden einen gemeinsamen Vertreter, ebenso die thüringischen Staaten u. s. iv. Zu lebhaften Auseinandersetzungen kam es bei der Wahl des Stges des Ausschusses. Die Absicht, Berlin zum ſtändigen Size und den Präsidenten des preußischen evangelischen Oberkirchenrats zum ständigen Vorsitzenden des Ausschusses zu machen, stieß auf entschiedenen Widerspruch bei Bayern und einigen kleinen Staaten. Infolgedessen wurde schließlich beschlossen, der Wohnort des jedesmaligen Vorsizenden des Ausschusses solle als Siz des Ausschusses zelten. Für die nächsten fünf Jahre wurde Berlin als Vorort bestimmt. Gegen die Fremdwörtersucht, der unsere Behörden neuerdings mit erfreulichem Nachbruck zu Leibe gehen, richtet sich eine Verordnung des Staatssekretärs des Reichsmarineamts an sämtliche unterstellten Marineteile. Alle Marinebehörden sollen cine Liste der Fremdwörter aufstellen, die bisher in der Macine gebräuchlich sind und sich erseßen lassen. Das Verzeichnis ist bis zum 15. September an den Staatssekretär einzureichen. Im Reichsmarineamt werden unter Zuziehung von Fachgelehrten deutsche Wörter für die Fremdlinge festgesetzt. Die Verdeutschung soll erst dann völlig durchgeführt werden, wenn die vorhandenen Formulare - nennen wirs deutsch: Vordrucke= aufgebraucht ſind. Ein Balkankrieg in Sicht? = Nach den neuesten Meldungen gewinnt es doch wieder den Anschein, als braute sich auf dem Balkan ein friegerisches Unwetter zusammen. Bulgarien rüstet fieberhaft, und es hat zur Erklärung dieser Rüstungen nur sehr fadenscheinige Gründe vorgebracht. Es scheint, als wenn Rußland hinter Bulgarien steht und einen bulgarisch- türkischen Krieg inszenieren will. Der Zweck dessen ist noch nicht abzusehen; selbstverständlich erwartet Rußland, daß dabei etwas für die russischen Interessen herausspringt. Sehr besprochen wird in diplomatischen Kreisen eine Aeußerung des russischen Botschafters in Konstantinope! zu dem bulgarischen Sondergesandten Natschewitsch, die bisher nicht dementiert worden ist. Sie lautet: ,, Als Slave muß ich sagen, daß alle Ihre Bemühungen, mit der Türkei Frieden zu schließen, fruchtlos bleiben werden. Das einzige Mittel, um Bulgarien im gegenwärtigen Augenblick zu retten, ist die schnellste Vorbereitung auf den Krieg." Das heißt zwar noch nicht, daß Bulgarien den Krieg erklären soll, wohl aber, daß es mit seinen Rüstungen eine Drohung gegen die Türkei ausüben solle. Und aus solchen Drohungen pflegt sich ein Krieg mit unheimlicher Schnelligkeit zu entwickeln. Die Kämpfe zwischen türkischen Truppen und bulgarischen Banden dauern inzwischen fort. Zu allem Ueberfluß erwächst der Türkei noch eine andere Sorge: Die türkischen Behörden haben in Khar put eine neue revolutionäre armenische Bewegung entdeckt. Es haben zahlreiche Verhaftungen stattgefunden, und es sind auch Waffen und Dynamit beschlagnahmt worden. Ob unter diesen Umständen die Türkei zu kriegerischen Verwicklungen mit Bulgarien geneigt ist, scheint sehr fraglich. Um so größer ist aber die Verlockung für die Bulgaren, ihrerseits der Türkei etwas am Zeuge zu flicken. In der Gefangenschaft der Marokkaner. † Mr. Harris, der„ Times"-Korrespondent in Tanger, der, wie schon gemeldet, von aufständischen Bergstämmen gefangen genommen wurde, war noch am Tage seiner Gefangennahme aus Tanger ausgeritten, um einen beabsichtigten Angriff einer Regierungstruppe auf den Wohnsitz des Räuberhauptmanns Raisulis zu beobachten. Obwohl die Regierungstruppe 500 Mann stark war, wagte sie den Angriff auf die 50 Mann starke Räuberbande nicht. Die Nachricht von dieser Feigheit der Regierungstruppen war die letzte Meldung, die der„ Times" von ihrem Korrespondenten zuging. Er geriet in einen Hinterhalt und fiel den Räubern in die Hände. Man glaubt jedoch, daß ihm nichts geschehen werde. De englische Gesandte hat von den maurischen Behörden ver langt, daß sie Gewaltmaßregeln gegen die Bande de Raisulis unterlassen, solange der Korrespondent de ,, Times" sich in den Händen der Bande befindet. Kurze politische Nachrichten. * Der deutsche Arbeitgeberverband für das Baugewerb in Köln hat beschlossen, am 26. Juni alle Bauarbeite: wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen und den Arbeitgebern auszusperren. * In Wien verlautet, daß der Kaiser den zurückgetretenen ungarischen Ministerpräsidenten Ezell vor neuem mit der Bildung eines Kabinets betrauen will |: Auf Sizilien haben zehntausend Schwefelarbeiter einen Streit begonnen. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser besichtigte gestern auf der Vahren walder Heide die Truppen der Garnison Hannover uni das Militärreitinstitut. Abends fand Diner bei dem tommandierenden General v. Etünzner statt. Der an gekündigte Besuch beim Grafen Waldersee hatte abend? borher programmmäßig stattgefunden. Der Kaiser nahm bei dem Grafen das Diner ein. Wablcuriofa. RK. Die Wahlen zum Reichstage sind gewiß eine ernste Sache. Aber auch in ernsten Dingen ist ein bischen humor nicht übel, und die Wahl hat denn auch eine ganze Reihe humorvolle Stückchen zu Tage ge fördert. Ein besonders originelles Wahlcuriosum hat sich in einem Dorfe bei Lauban ereignet. Vor Beginn des Wahlaktes hatte der Wahlvorsteher laut und vernehmlich verfündigt, daß jezt die Wahl ,, ganz geheim und versteckt" sei. Als hierauf ein Wähler aus dem Nebenraum trat, wo der Stimmzettel in den Wahlumschlag zu legen war, kam er mit leeren Händen zurück. Auf die verwunderte Frage des Wahlvorstehers, wo er das Wahltuvert habe, erwiderte der Wähler, daß er es doch verstecken sollte, und da habe er es in das in dem Raume befindliche Bett gesteckt! Nach diesem unfreiwillighumoristischen Wähler sei ein freiwillig humoristischer hier erwähnt: Ein 98 jähriger Greis, Jacob Westen aus Goldenburg, der genau am Wahltage seinen Geburtstag beging, übte in Lüttringhausen sein Wahlrecht aus. Der wackere Greis verabschiedete sich vom Wahlvorſtande in humorvoller Weise mit den Worten:„ Bis en fief Johren!" Uebrigens ist er nicht der älteste Reichstagsvähler: In Ingolstadt ließ sich ein über 100 Jahr alter Privatier Gabriel Neumeier von seinen Angehörigen zur Wahlurne führen, um seinen Wahlzettel abzugeben. Einige Wahlcuriosa werden auch aus Celle berichtet: So wollte ein Wähler aus der Wahlzelle absolut nicht herausgehen. Als er schließlich aufgefordert wurde, doch herauszukommen, sagte er, er dächte, man käme zu ihm. Ein anderer beschwerte sich, er habe den Umschlag nicht schließen können, soviel er auch geleckt habe, er habe darum eine Oblate genommen. Einer erklärte, er habe drinnen den Kasten( die Urne) nicht finden können. Wieder ein anderer sagte: Ick hew den Breif dor inne up'n Disch leggt, et feim( fam) ja kein Minsche." Ein Bauer ging gleich fort, ohne zu wählen ,,, er wolle sich nicht soppen lassen", sagte er. Aus Altona wird berichtet, daß ein Wähler, als er sein Kuvert erhalten und den Stimmzettel hineingesteckt hatte, dieses sorgsam verschloß und von oben in den Isolierraum hineinwarf, einem dort befindlichen Wähler gerade auf den Kopf. In München soll ein Wähler sogar auf allen Vieren aus der Wahlzelle gekrochen sein, da er den seitlich angebrachten Schlitz, der das Wegschieben des Vorhanges gestattete, nicht bemerkt und nur den schmalen freien Streifen gegen den Fußboden zu wahrgenommen hatte. Aus der Fülle von poetischen Ergüssen, die der Wahlakt auch diesmal wieder hervorgerufen hat, ist der nachstehende auf einem Wahlzettel aus Bublitz verzeichnete wohl manchem aus der Seele gesprochen: Was nüßen Wahlen, was Gesetz, Was nüßen Paragraphen, So lang' der wahre deutsche Geist Und deutsche Männer schlafen?! Es fehlt in dem Parteienkampf Und dann im Reichtstagsſaale Der Blick auch für des andern Leid Und für das Ideale. Wo sind die Männer, die noch deutsch Vom Fuße bis zum Scheitel? Heut sorgen alle nur für sich Und für den eignen Beutel. Hus dem Gerichtsfaal. § Der rumänische Rentenschwindet beschäftigt zur Zeit die Berliner Straffammer. Wie erinnerlich, hatten mehrere rumänische Bankiers bei der Verlosung rumänischer Rente es durch Bestechung hoher Finanzbeamten dahin zu bringen gewußt, daß die in ihrem Besiz befindlichen Stücke ausgelost wurden. Einer dieser Bankiers Namens Behar, der wie die andern verhaftet wurde, benutzte durch den Berliner Rechtsanwalt Liebling und dessen Schwager, einen rumänischen Agenten Covo, seine durch eigene Teilnahme erworbene Kenntnis dieser skandalösen Vorgänge zu einem großen Erpressungsversuch an der Berliner Disfontogesellschaft und dem Bankhause S. Bleichröder, die an den rumänischen Anleihen stark beteiligt sind. Der Angeklagte Liebling behauptet, daß er sich nicht mit der Angelegenheit befaßt haben würde, wenn er gewußt hätte, daß Behar Mitschuldiger an den Schwindeleien sei. Er habe nur den Standpunkt vertreten, daß der Bankier, wenn er die Diskontogesellschaft von dem Betruge in Kenntnis setze, auch einer großen Belohnung wert sei. § Im Allensteiner Gattenmordprozeß gegen die B izersfrau Przygoda, die, wie gemeldet, beschuldigt wird, ihre vier ersten Männer sie ist zum fünften Mal verheiratet- vergiftet zu haben, behauptet die Angeklagte, böser Nachrede und Aberglauben zum Opfer gefallen zu sein. Ihre Männer seien sämmtlich an Krankheiten gestorben. anzunehmen?" Du bist also entschlossen, den Borschlag Reimanns jchluß gedrängt erwiderte Rudi achielzudend' Noch nicht ganz, aber ich werde ia zu diesem Ent..nhabent tue, tann feine Feindschaft mir wohl nichts Ich gebe das zu," sagte cr, aber wenn ich meine ,, Dein Bruder ist 13 ,, Was kümmert mich Rudi in beschwichtigeni mone ein. auch geaen, diese Heirat!" warf fuhr Richard cuf. Schicht unter mundschaft, sie haben nicht Sie geringste Berechtigung, mirück zu ach Bruder und seine Frau," Mein Haus ihrer Vor zwischen ist mein Reich. mich und mein treten. sich die größten Delita Alltagsspeise des Schweinefleisch, mageres der Schlangen, eier, unde, Katzen, hundert verschiedene Schmetterlingspuppen, ein Dutzend versen Ziegenfleisch und Fische sind die fleinen Mannes", aber daneben finden Würmer, des Wassers, der Erde und Froschschenkel, Fisch Vogelhatte, wurde er wieder der schrieb ohne Mühe und in Betracht und glaubten, daß seine Werke ihm keine Mühe sie zogen die vorbereitende Arbeit des Dichters nicht in Diese Leichtigkeit des Stils hat mehrere Kritiker getäuscht, nuskripte, die kaum eine ausgestrichene Stelle aufwiesen. liebenswürdigste Mensch und einer sehr kurzen Zeit Ma Lokales. Gießen, 20. Juni 1903. ** Der zweiten Kammer ist seitens Großh. Ministeriums der Finanzen eine Regierungsvorlage zu gegangen betreffend Verkauf des Steuerkommissariatsgebäudes zu Friedberg und Errichtung eines Steuerberwaltungsgebäudes. ** Für die Stichwahl tommen in Hessen und Hessen- Nassau folgende Kandidaten in Betracht: Heff n. Gießen: Heyligenstädt( nt.) Krumm( sd.) Friedberg: Graf Dciola( nl.) Busold( sd.) Alsfeld: Bindewald( Antis.) Wallau( nl.) Offenbach: Ulrich( sd.) Bensheim: Haas( nl.) bisher Antis. " nl. Antis. Becker( nl.) Rau( sd.) " fd. nl. " Blum( 8tr.) nl. " " " v. Brentano( 3.) Vp. David( sd.) 8tr. Reventlow( Antis.) Vetters( sd.) Worms: v. Heyl( nl) Bingen Schmidt( Vp.) Mainz: König( Btr.) Hessen- Nassau. Rinteln: Kassel: Eschwege: Lattmann( Ant.) Hugo( sd.) Marburg: Hersfeld: Werner( Ant.) Hanau: Höchst: v. Gerlach( n.- soz.) Hoch( fd.) b. Ant. nl. " " Rp. Ant. " Ant. " " fd. 11 Thiel( sd.) Seyboth( Vp.) v. Pappenheim() Müller( 8tr.) Lucis( nl.) Brühne( sd.) 8tr. Wiesbaden: Lehmann( sd.) Vp. Limburg Cahensky( Str.) Buchsieb( nl.) 3tr. Oberwesterwald: Hofmann( nl.) Burckhard( christl.- sz.), nl. Frankfurt a. M.: Schmidt( sd.) Bruck( Vp.)„ fd. Itschert( 8tr.) Bartling( nl.) " " F. Es wird uns von befreundeter Seite Folgendes ge= schrieben: Was lehrt uns der bisherige Wahlfampf? Vor allen Dingen eins: daß mit Versammlungen, Reden, Flugblättern und Zeitungsartikeln allein es nicht getan ist. Wichtiger als alles dieses ist die Kleinarbeit, die Anregung, die Agitation von Mund zu Mund. Gewiß, die Versammlungen waren notwendig und wertvoll, weil nur dadurch der liberale Kandidat allen Wählern bekannt werden fonnte. Wir zweifeln nicht, daß das sachliche und vornehme und doch von jeder Anmaßung freie Auftreten des Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt überall den besten Eindruck gemacht hat. Aber auch seine Ausführungen haben nicht überall das beseitigen können, was durch jahrelange Agitation in die Köpfe gekommen ist. Und kaum war eine Versamm lung für Herrn Heyligenstaedt abgehalten, so begann die Minierarbeit das Vertrauen zu dem ehrlichen Volksfreund zu zerstören. Gegen diese Agitation hilft nur eine unermüdliche Gegenarbeit, die immer von neuem die Irrtümer berichtigt, den Wähler über seine wahren Interessen aufklärt, ihn auf die Geheimhaltung seiner Abstimmung hinweist, damit er sich nicht einschüchtern läßt. Immer von neuem müssen die Lauen angeregt, die Zweifelhaften gestärkt werden. Von denen die am 16. Junt für den Liberalismus eingetreten sind, darf nicht einer am 25. fehlen. Dafür sind aber am Entscheidungstage noch viele andere heranzuziehen. Die Hauptsache, auf die es ankommt, ist eine allgemeine Beteiligung der Wähler. Diese Kleinarbeit kann nicht von dem Kandidaten geleistet werden, auch nicht von den Mitgliedern des Wahlausschusses, sondern hier muß jeder an seinem Teile mithelfen. Lernt von den Sozialdemokraten die Rührigkeit, das Eintreten eines jeden einzelnen für seine Sache, der Erfolg wird nicht fehlen. Kein Tag darf verloren werden bis zum nächsten Donnerstag. In jeder Gemeinde müssen sich Männer finden, die einen Weg, ein gutes Wort nicht scheuen, wenn sie dadurch der liberalen Sache neue Anhänger gewinnen fönnen. Nur ein festes und tatfräftiger Zusammenwirken fann zum Siege führen. Wenn jeder seine Pflicht tut, nicht nur mit dem Stimmzettel, sondern auch bei der Mitarbeit, dann muß die liberale Sache fiegen! Helfe jeder an seinem Teile, daß am 25. Juni die Mehrheit Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt zu ihrem Vertrauensmann und Abgeordneten in den Reichstag wählt." ** Die Sißung der Stadtverordneten findet in der nächsten Woche wegen der auf Donnerstag fallenden Stichwahl am Freitag statt. ** Urlaubseinteilung. Eine Anfrage ist bei den städt. Beamten im Umlauf, die sich darauf bezieht, wann und auf wie lange die Beamten Urlaub zu haben wünschen Bekanntlich ist für einen Urlaub bis zu 14 Tagen der Oberbürgermeister ohne Anhörung der StadtverordnetenVersammlung zuständig. Im Interesse des Dienstes ist diese Anordnung, die Beamten selbst zu fragen, wann und ob sie Ferien haben wollen, sehr zu billigen. ** Reine Lehrernot für Gießen. Für die drei zu besetzenden Lehrerstellen an unserer Volksschule haben sich nicht weniger als 60 Bewerber gemeldet. Hiernach zu schließen scheinen doch die Annehmlichkeiten, Lehrer in Gießen zu sein, recht verlockend zu wirken und auch die Gehaltsverhältnisse unserer Lehrer recht ausfömmlich zu sein, denn sonst fönnte man die vielen Meldungen zu den offenen Lehrerstellen nicht begreifen. *** Dem Hauptkomitee der landw. Au 8- stellung zu Gießen ist vom Großh. Ministerium des Innern die Erlaubniß erteilt, mit der in der Zeit vom 10. bis 13. September d. Js. seitens des Landwirtschaftlichen. Vereins für die Provinz Oberhessen und des Verbandes für das Vogelsberger Rind zu Gießen zu veranstaltenden landwirtschaftlichen Ausstellung eine Verlosung von Tieren, Maschinen und landwirtschaftlichen Geräten zu verbinden und zugleich den Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet. ** Die Sterbetasse des Deutschen WerkmeisterVerbandes, die etwa 41 000 Mitglieder zählt, wurde seitens des Kaiserlichen Aufsichtamtes für Privat- Verficherung im ganzen Deutschen Reiche zum Geschäftsbetriebe zugelassen. Während die alten jetzt vorhandenen Mitglieder Durchschnittsbeiträge zahlen, zahlen neu zugehende Mitglieder versicherungstechnisch nach dem Lebensalter berechnete Beiträge. Der Gießener Fahrbeamtenverein hatte der Einladungdes Brudervereins in Kassel, an dessen 25 jährigem Stiftungsfeste mit Fahnenweihe Teil zu nehmen, entsprochen. Eine Deputation mit dem Vorsißenden, Bug führer Althaus, war nach Kassel gereist und hat dort die freundlichste Aufnahme gefunden, was an dieser Stelle besonders erwähnt sein soll. Der schöne Verlauf des Festes hatte zur Folge, daß die Gi ßener Kollegen erft ganz gegen ihre Absicht mit dem Zug um Mitternacht in Gießen wieder eintrafen. ** Schul- Ausflüge unternahmen heute die Klassen des Gymnasiums unter Führung ihrer Lehrer. Sämtliche Klassen machen eintägige Touren. ** Vortrag. In der am Mittwoch stattgehabten Versammlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes hielt Herr Stephany einen Vortrag über die §§ 62-73 des Handelsgesetzbuches. Der Redner behandelte diese beiden§§ an Hand gerichtlicher Entscheidungen in sehr interessanter Weise und erntete damit reichen Beifall. ** Fräulein Minna Körner, die Vorsteherin des rühmlich bekannten, ihren Namen tragenden Musikinstituts, hat seit Jahren neben den Uebungsstunden regelmäßige Musitaufführungen eingeführt. Am tommenden Sonntag wird Frl. Körner eine Aufführung mit vollständigen Trios zu Gehör bringen laffen, wobei zwei junge Musiker, Mitalteder unserer Regimentskapelle, Herr Zack( Violine) und Herr Herrmann( Cello), mitwirken werden. Da auch der Klavierpart nur von Schülern der ersten Klasse ausgeführt wird, und Namen, wie Bach, Schumann, Gering, Chopin, Richard Strauß, Beethoven, das Programm zieren werden, so nehmen die Darbietungen einen vollständigen konzertmäßigen Charakter an. ** Radfahrsport. In der Nakt zum Sonntag unternehmen die Vereine des Nordbezirks des Gaues IX des D. R. B. eine Bezirks Vereins- Dauerfahrt, dessen Biel Kirchhain sein wird. Von den hiesigen Radlern wird der ,, Gießen er Radfahrer- Verein" und die Germania" sich an der sportlichen Ve.anstaltung beteiligen. " Wenn fein Abgangsbahnhof angegeben ist, gehen die 8üge dom Hauptbahnhof ab, sonst von Sachsenhausen. Die Büge kommen vom Norden, die nach Norden fahrenden von Basel. * Dak ble Gam Wiffenfchaft fie Literarhiftorifer Herausgabe b zahlreiden Mito Namen der Pr Berthold Ligma Franz Munder, Stern hervorhe dern Band, def In Kürze foll heinen: dann wichtige Untern Drud un borm. Wil Nieder- Gemünden, 19. Juni. In dem Gehöfte des Konrad Friedrich ist die Rotlauffeuche ausgebrochen und ist über dieses Gehöft die Sperre verhängt worden. Bad- Nauhein, 19. Juni. Die Zahl der Padegäste ist fortwährend im steigen begriffen, so daß die Badenden oft stundenlang warten müssen, bevor sie in den Badehäusern zu ihrem Ziel gelangen können. Es sind gegenwätig faft 2000 Badegäste mehr da als um dieselbe Zeit des vorigen Jahres. Auf die Baulust ist die starke Frequenz unseres Bades nicht ohne Einfluß geblieben. = Lich, 19. Juni. Auf der sehr abschüssigen Straße bei dem benachbarten Dorfe Ettingshausen scheute das Pferd eines Meßgermeisters, warf den Wagen um und schleifte die beiden Insassen ein Stück Weg nach, wobei sie schwer: Verlegun en davontrugen. Der Megger wie auch seine Frau befinden sich in ärztlicher Behandlung. Mit der Hand in das Kammrad einer Häckselmaschine geriet ein Mann aus Hattenrod, ein Finger wurde ihm abgequetscht. m Ettingshausen, 20. Juni. Gestern war die Staatsanwaltschaft von Gießen hier zur weiteren Untersuchung in der im Monat Mai erfolgten Ueberfallungsaffaire. Zwei Burschen von 23 und 28 Jahren sind jetzt in starkem Verdachte, das Brautpaar zum Zwecke der Beraubung im Walde überfallen zu haben, sodaß deren Verhaftung so gut wie sicher ist. * Grünberg, 20. Juni. Morgen Sonntag Nachmittag 1/24 Uhr werden im Saale der Wirtschaft zur„ Pinn" an die diesjährigen Prüflinge im Handwerkferstande die Ge der Vorsitzende der Prüfungskommission für Oberhessen, Herr sellen briefe ausgehändigt. Zu der Feier erscheint auch Traber von Gießen. ** Nieder- Ohmen, 19. Juni. Montag, den 29. Juni von nachmittags 2 Uhr an wird bei Wirt Langohr ein Zahltag der Kretstasse abgehalten. * Hessen- Maussauische Gemeinschafts- Verein hat beschlossen, hier Sterbfrit( Kreis Schlüchtern), 19. Junt. Der ein Vereinshaus zu bauen. Brand. Gestern um Mitternacht stürmten die Feuerglocken und durchdrang der schrille Ton der FeuerSignalhörner durch die Nacht, um die Feuerwehrleute der Feuerwehren zur Löschung eines Brandes zusammenzurufen. Sochauf schlugen die Flammen aus der Scheune des Defonom Philipp Schwan in der" Rodheimerstraße, sodaß der Feuer- versität, Professor Jeep errichtete eine Stiftung von 60 000 ** Wolfenbüttel. Der Rektor der Königsberger Unischein sich weit hin sichtbar am Himmel abhob. Ein große Mark zu Gunsten der Wittwen und Töchter ehemaliger Anzahl Neugieriger hatte sich trotz der späten Stunde ein- Lehrer des Wolfenbütteler Gymnasium3. gefunden um den Feuerherd in Augenschein zu nehmen. Dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehren gelang es den Brand auf seinen Herd zu beschränken und die Nachbarhäuser erfolgreich zu schüßen. Gegen 123 Uhr war das Fener gelöscht. Die Scheune enthielt Sä- und Mähmaschinen sowie Stroh und Heu was natürlich samt der Scheune dem Feuer zum Opfer fiel. Der Besißer der Scheune war nur in der Brandtasse, so daß ihm, da er einer anderen Verficherung nicht angehört, ein großer Schaden aus dem Brande erwächst. Shon im Jahre 1895 ist die Scheune einmal abgebrannt, worauf die! nunmehr niedergebrannte Scheune neu aufgebaut wurde. Wie wir hören, soll Brandstiftung vorliegen, und auch bereits eine diesbezügliche Verhaftung vorgenommen sein. Bettler und Landstreicher. Im verflossenen Jahre wurden nicht weniger als 2231 Bettler und LandStreicher im Großherzogtum Hessen bestraft. Es fallen davon auf Rheinhessen 1131, auf Starkenburg 805 und auf Oberbessen 295. Im Jahre 1901 tamen nur 2002 und im Jahre 1900 1441 Landstreicher zur Bestrafung. In zwet Jahren hat demnach diese„ edle" Zunft beinahe um 1000 zugenommen. In vorverflossener Nacht wurde im hiesigen Büterbahnhofe der Civilsupernumerar Andreas von hier, welcher dafelbst dienstlich tätig war vom Bahnhofspersonal neben dem Gleise bewußtlos aufgefunden. Mehrere Verlegungen lassen auf einen Unfall schließen. * * Fertensonderzüge ab Frankfurt. Die diesjährigen Feriensonderzüge mit ermäßigten Fahrpreisen find wie folgt festgelegt: ab Frankfurt: 3. Juli 7.50 Vm. nach Basel über Straße burg( Bahnhof Sachsenhausen), 4." 7.10 Vm. nach Basel über Karlsruhe, Freiburg, 7.35 Vm. nach Basel über Karlsruhe, Appenweier, Straßburg( Sachsenhausen), 8.05 Vm. nach Basel über Ludwigshafen, Straßburg, " 1 " 4" 5. " P 5. " " 5. " " 5. " " 1 6. " 7. " PP 15. " " 16. " " 18. " 19 4.44 Vm. nach Basel über Worms, Straßburg, 7.50 Vm. nach Basel über Worms Straßburg,( Sachsenhausen), 8.40 Vm. nach Basel über Worms, Straßburg, 9.06 Abds. nach Berlin üb. Bebra ( Sachsenhausen), 9.18 Abds. nach Hamburg über Cassel, Hannover, 8.10 Vm. nach Basel über Karls. ruhe, 8.35 Vm. nach Basel über Karlsruhe( Sachsenhausen) 8.10 Vm. nach Basel über Karlsruhe, 4. Aug. 6.36 Abds. nach Berlin üb. Bebra 15. " " 1 16. " " 16. " " ( Sachsenhausen), 8.40 Vm. nach Basel über Worms Straßburg( Sachsenh.) 8.05 Vm. nach Basel über Worms, Straßburo, 8.40 Vm. nach Basel über Worms, Straßburg. ** Hersfeld, 19 Juni. Die Erschteßung des KaufFischer stellt sich als ein Aft der Notwehr heraus. manns Rudolf Peter in Friedewald durch den Förster Fischer wurde von Peter tätlich angegriffen und schoß erst, nachdem er seinen Angreifer vergeblich aufgefordert hatte, loszulassen. A Herzfeld, 17. Juni. In Friedewald erschoß im Streit auf der Straße der Förster Fischer den Kaufmann Rudolf Peter. Die Beiden waren erbitterte Feinde. Die Kugel drang dem Erschossenen in der Magengegend in den Leib. Fischer wurde verhaftet. Schuster, der das Dienstmädchen Margarethe Dotterweich ** Frankfurt a. M., 19. Juni. Der Kutscher Ernst ermordete, hat am Morgen nach der Tat seinem Leben ein Ende gemacht, indem er sich in den Main stürzte. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 19. Juni 1903. Student Adam Stetter dahier wurde vom ht- figen Schöffengericht unter der Anklage den Studenten Beter Fischer mittels eines zugeklappten Taschenmessers eine Wunde an der Stirn betgebracht zu haben, in eine Geldstrafe von 40 Mt. verurteilt, wogegen er Berufung verfolgte. Angeflagter b. streitet die ihm zur Last gelegte Tat; auch fönnen die heute vernommenen Zeugen die Anklage nicht bestätigen, weshalb das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und Freisprechung eintritt.- Eine Anzahl junger Burschen von Nieder- Stoll bei Schlitz haben eines Abends die 20jährige Dienstmagd Elifabeth Ludolf von Uezenhausen gemeinschaftlich durch unfittliches Vorgehen gegen dieselbe beläftigt. Die heutige Hauptverhandlung ergiebt, daß die Sache an Notzucht grenzt. Mit Rücksicht auf die Jugend der Angeklagten läßt das Gericht Milde walten und verurteilt den Haupttäter zu 9 Monaten Gefängnis, ein anderer erhält 4 Monate; zwei weitere werden wegen tätlicher Beleidigung zu 2 Monaten bezw. 4 Wochen verurteilt. Zum Schlusse hat sich der Dienstknecht Jakob Engel von Eulersdorf wegen Diebstahl im wiederholten Rückfalle zu verantworten. Er hat seinem Mitknecht Heinrich Schnicker 40 Pfennige entwendet und wird dieserhalb zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Nächste Siguna Samstao. Litterarisches. - In dem angesehenen Klassikerverlage von May Hesse in Leipzig wird in kurzem ein neues literarisches Unternehmen von ungewöhnlicher Bedeutung zu erscheinen beginnen. Einen fruchtbaren Gedanken Schillers verwirklichend, sollen unter dem Titel„ Die Meisterwerke der deutschen Bühne"" alle wertvollen deutschen und ausländischen Dramen zu einer Sammlung vereinigt, durch mustergültige Terte, knap pe Einleitungen und Anmerkungen dem Verständnis der Gebildeten, der Schule und dem Hause die dramatischen Schäße der Weltliteratur erschlossen werden. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Cle., Berlin SW. 19 43 Leipziger St asse, 43 Ecke Markgrafen- Strasse. 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Jedes Drama bildet einen besonhl der Padegaste dern Band, dessen Preis auf 30 Pfennige festgesetzt ist. den Badehäusern scheinen: dann werden wir auf das interessante und gegenwätig fait wichtige Unternehmen noch eingehender zurückkommen. In Kürze soll die erste Reihe von zwölf Bänden erBeit des vorigen Frequenz unseres füffigen Straße aufen scheute bas num und schleifte Dobei fie schwere e auch seine Frau Mit der Hand in ein Mann aus quetscht. wat die Staats Untersuchung in gsaffaire. Zwei in startem Vers ubung im Walde ung so gut wie ntag Nachmittag zur„ Binn" an ftande die Ges ier erscheint auch Oberbeffen, Herr 4. den 29. Juni irt Langohr ein 9. Junt. Der beschlossen, hier önigsberger Uni tung von 60000 ter ehemaliger Bung des Kaufrch den Förster twehr heraus. fen und schok ich aufgefordert ald erschoß im den Raufmann te Feinde. Die gengegend in ben Kutscher Ernst ethe Dotterweid seinem Leben ein fürzte. al. Juni 1903. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, borm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 2. nach Trinitatis, Sonntag den 21. Juni. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Bugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus der Marcusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Professor Dr. Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrassistent Vogt. de bom hi figen Studenten Beter Die Vorbereitung zur Kinderkirche findet Samstag, den 20. Juni Nachmittags 4.15 im Konfirmandensaal statt. In der Johann: stirche. ffers eine Wunde e Geldstrafe von verfolgte. AngeVormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lulasgemeinde. Cat; auch fönnen nicht bestätigen, oben und Frei Batholische Gemeinde. Samstag, den 20. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumannn. Sonntag, Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Bibelstelle Matth. 9, 9-13. er Burschen von nes Abends dte Jon Urgenhausen gegen diefelbe be rgiebt, daß die auf die Jugend Iten und verurmis, ein anderer en tätlicher Be rurteilt.- Bum gel von Eulers tüdfalle zu ver einrich Schnider 6 zu 4 Monaten metan. Krieger- Verein Gießen. Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden Georg Simon findet Montag, den 22. Juni, nachmittags 6 Uhr statt. Zusammenkunft 5½ Uhr nachm. am SterbeHause, Wetzlarerweg Nr. 35. Sonntag, den 21. Juni.( 3. Sonntag nach Pfingsten.) Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. " " PP um 91 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/2 Uhr: Christenlehre darauf sakramentalische Bruderschafts- Andacht. Sonntag den 28. Juni wird das hl. Sakrament der Firmung gespendet werden. Die Firmlinge müssen sich Sonntag, den 21. Juni vormittags 11-12 oder nachmittags 6-7 Uhr im PfarrHause anmelden. Der Firmungsunterricht wird erteilt: für die außwärtigen Firmlinge Sonntag den 21. Juni, nachmittags 3 Uhr; für die in Gießen wohnenden Firmlinge Mitwoch, den 24. und Donnerstag den 25. Juni und zwar für die männliche Firmlinge des abends um 8 Uhr, für die weiblichen Firmlinge des nachmittags um 6 Uhr. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen E8 tönnen eingestellt werden: Es suchen Arbeit: 2 Dienstmädchen, 2 Zimmermädchen, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 1 Haushälterin, 3 Flickerinen, 3 Waschfrauen, 6 Lauf- bezw. Puzfrauen, 1 Laufmädchen, 1 Wäscheoder Plättmädchen, 2 Metallformer, 1 Spengler, 1 Installateur, 2 Bau- und Maschinenschlosser, 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 6 Bau- und Möbelschreiner, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Küfer, 3 Glaser( darunter 1 Rahmenmacher), 2 Weißbinder 2 Buchbinder, 1 Schuhmacher, 2 Heizer, 1 Bureaugehilfe, 8 Hausburschen, 3 Diener bezw. Ausläufer, 2 Kutscher, 1 Krantenwärter, 3 Tagelöhner, 6 Pferdefnechte( darunter 4 für Landwirtschaft) und 3 landw. Arbeiter. 21 Dienstmädchen für sofort und später gegen hohen Lohn, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 2 Bimmermädchen, 1 Weißzeugnäherin, 2 Lauf- bezw. Pußfrauen, 1 Waschmädchen bezw. Waschfrau bei hohem Lohn nach ausw. 6 Waschfrauen, 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Kunstschlosser, 1 Möbelschreiner, 6 Bau- und Möbelschreiner ( 1 hier, 5 ausw.), 2 Drechsler( ausw.), 1 Schneidemüller ( ausw.), 1 Zementmüller( ausw.), 5 Anstreicher( 2 hier, 3 ausw.), 2 jüngere Schuhmacher( ausw.), 2 Schneider( 1 hier, 1 ausw.), 1 Postaushelfer für die Sonntage, 1 zweiter Hausdiener, 2 Hausburschen, 2 Pferdeknechte für Landwirtschaft, 1 jüngerer landw. Pferdeknecht( ausw.). Lehrlinge: 1 Wagner, 1 Schneider, Friseur ( ausw.), 1 Maler und Lackierer, 1 Schreiber, 1 Lehrmädchen ( Verkäuferin). Lehrlinge: 1 Schreiber. Marktbericht. Gießen, 20 Juni. Auf dem heutigen Wochenmartt tosteten Butter per Bfb. 0.90-1.00 Mt. Hühnereter 6 Bfg., 2 St. 11-13 Bfg., Enteneter St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 1.20-2.40, Hahnen, per, Stüd Mt. 1.00-1.80, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Big. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Pfq., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 8.00-8.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 35-50 Pfg. Milch per Liter 18 Pfa. Seiden von Zürich haben Weltruf. Hochmoderne Dessins in weiß, schwarz, farbig jeder Art Unübertroffene Auswahl zu billigsten EngrosPreis n, meter- und robenweise an Private porto- und zollfrei. Tausende von Anerkennungsschreiben. Muster franko. Brief= porto 20 Pfg. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie Zürich G.2. Billig, kräftig, wohlschmeckend find MAGGI's Suppenwürfel, 10 Pfg. für 2 Teller Suppe. 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Nur durch die Uneinigkeit und den Parteihader innerhalb der bürgerlichen Parteien. Es gilt nun am Tage der Stichwahl, am 25. Juni, das zu vergessen, was die einzelnen patriotischen Männer politisch trennt; ob Freisinn, ob Antisemit, ob Bauernbündler, ob Nationalliberale, ganz gleich, für den Tag der Entscheidung laßt als Parole gelten: ,, Das Vaterland steht über der Partei!" Wählt darum, nachdem nun einmal unser seitheriger Abgeordneter ehrenvoll unterlegen, wie es einem deutschen Manne geziemt, einen deutschen Mann, den Kommerzienrat Heyligenstaedt der ein Herz für unseren Kreis, für's ganze deutsche Vaterland hat und als ein Mann des Voltes nur mit dem Volfe fühlt und arbeitet. Besonders die kleinen Leute, der kleine Bauer und Handwerker möge das bedenken, sich nicht nicht verhezen lassen, es wird ihm nicht gereuen. Briefbogen Formulare jeder Art. DOL OOC Plakate Ein Freund Köhler's. Geburts, Verlobungs-, Vermählungs-, Tabellen Visiten, Speises u. Weinkarten Todesanzeigen Beileidskarten lage bon May es literarisches ing zu erscheinen n Shillers Die Meifter alle wertvollen einer GammTexte, knap pe Verständnis der use die dramaloffen werden. rt, in jeder Farbe, m Preise, der Meter On 75 Pf. an. sen, halbfert. Roben. eiden- Geschäft Berlin SW. 19 grafen- Strasse. feld Preislisten Briefumschläge Rechnungen sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. Gießener Verlagsdruckerei. ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuer weg 28, im Gasthaus zum Löwen. DOGO Nr. 1 Großzer Inventur- Ausverkauf und Verkauf meiner bedeutenden Gelegenheitskäufe zu bekannt billigen Preisen. Abteilung I: Kleiderstoffe ca. 800 Meter reinwoll. Cöper- Beige in 10 Farben per Meter reeller Wert 1.60 Mt. 85 Pfg. 800 " " glatte, einfarbige Mohairs in 8 Farben " f " reeller Wert 1.65 Mr. 1.- 500 " Bolle Etamine " reeller Wert 2.30 Mt. 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Celephon- Ruf. - O daß aus diese Bestrebungen Faktors der Auch Kö die äußerlic funden hat, die sehr en schuldigen werden solle zu Aufruhr diese Forde politische S über den ze zeitig der ru den Mordan rung fein 2 jeder einiger Schlagen hat. hat, treffen Und was e Und was et Wenn di neuen Regier lung in cont Genüge gefch land nicht ga dert, wie ei Prügeltrafe Der Delinqu wehe dem A nicht auf da Rüden des Serbien gehe eine Schwent feinen offiziel 000000000