Nr. 43. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., In's Saus gebracht 60 Bfg., burch die Boft bezogen viertel fährlich m. 1.60. Gratisbellagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, fowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Freitag, den 20. Februar 1903. Gießener 12. Jabrgana. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Betitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 ig fenft 15 Bfg.: Reklamen die Petitgeile 30 resp. 40 Bfg. Boftzeltungsliste No. 8869. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanichinh R, 369. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. 262. Sigung. Deutfcher Reichstag. Eigener Bericht. Die Theaterzensur und das Börsengeset. Die Fragen der Gegenwart wandern neuerdings zwischen dem preußischen Abgeordnetenhause und dem Reichstage hin und her; so muß denn die Oeffentlichfeit sich alle diese Dinge zweimal vortragen lassen, wie dies z. B. mit der Theaterzensur und dem Börsengesetz der Fall war. Den erstgenannten Punkt brachte, nachdem der freisinnige Abg. Eickhoff eine Verbesserung des Patentamtes vorgeschlagen hatte, der Abg. Dr. MülIer Meiningen zur Sprache, der die ganze Angelegenheit in ziemlich pikanter Form behandelte. In Preußen, meinte er, gebe es nicht nur eine Zensur und Nachzensur, sondern auch eine von hohen Personen aus den gef.bte Ueberzensur. Die letztere habe wohl auch König Laurin" von Wildenbruch vom Spielplan des Konigl. Schauspielhauses hinweggefegt. Graf Bülow habe einmal gesagt, der Kaiser sei kein Philister, die preuBischen Minister aber scheinen es zu sein. Schließlich verfangte er im Interesse unserer litterarischen Entwicke fung eine sachgemäße Handhabung der Zensur. Der Abg. Dr. Trüger von der freisinnigen Volkspartei begehrte nunmehr Auskunft über den Stand der Börsenreform, gegen die mit großer Entschiedenheit der fɔnserpative Graf Kaniß eintrat, während der linksnationalliberale Abg. Büsing ein möglichst liberales Wirtschaftssystem verlangte, weil mur ein solches der Entwickelung unseres Wirtschaftslebens entspreche. Der freisinnige Abg. Mommsen, der nunmehr seine Jangfernrede hielt, verlangte von den Agrariern eine flare Erklärung darüber, ob sie für oder gegen eine Börsenreform sind. Der Abgeordnete Gamp von der Reichspartet, der bekanntlich der Urheber von zwei Reformporschlägen ist, warnt vor einer Radikalkur. Abg. Hasse fragt nach dem Stande des Gesetzes über den Erwerb und Verlust der Reichsangehörigkeit. Staatssekretär Graf Posadowsky antwortet eingehend auf die ihm vorgetragenen Wünsche und Fragen. Hierauf wird das Gehalt des Staatssekretärs bewilligt. Die Politik. Dauerreden und Rededauer. Bolle acht Sigungstage hat die sozialpolitische De batte im Reichstage in Anspruch genommen. Unerschöpflich floß der Redestrom dahin, dem Einhalt zu tun teine Möglichkeit vorlag, denn ein Schlußantrag hätte an jedem der Verhandlungstage die Tatsache der Beschlußunfähig teit ergeben. Geht das so weiter, dann ist an den Schluß der Reichstagssession vor Ende Mai nicht zu denken. Schön jezt ist faum noch eine geringe Hoffnung vorhanden, den Reichshaushaltsetat bis zu dem leßten verfassungsmäßigen Termin, dem 1. April, fertigzustellen. Noch schlimmer aber dürfte es werden, wenn durch öftere Schlußanträge und Feststellung der Beschlußunfähigkeit die Tätigkeit des Reichstages gehemmt werden sollte. Da man in der ungebührlichen Ausdehnung der Debatten einen der Hauptgründe für die Reichstagsunlust der Abgeordneten erblickt, so wird in den Kreisen der Mehrheitsparteien daran gedacht, durch eine weitere Abänderung der Geschäftsordnung die Möglichkeit zur Abkürzung unliebsamer Debatten zu erlangen. Wie unser Berliner CB. Mitarbeiter erfährt, wird von seiten jener Parteien geplant, in der neuen Geschäftsordnung zu bestimmen, daß auf einen genügend unterstützten Antrag das Haus bei jedem Gegenstande von vornherein das Höchstmaß der Rededauer für jeden Redner festseßen kann. So geschicht es beispielsweise in der italienischen Deputiertenkammer. Sollte diefer Antrag eingebracht werden, dann stehen uns neue heftige Redekämpfe und Kampfreden bevor. Rücktritt des bayerischen Ministerpräsidenten. $ Ein Telegramm aus München meldet, daß der Prinzregent von Bayern durch ein Allerhöchstes Handschreiben vom 18. Februar den Staatsminister Grafen v. Trailsheim, seinem Ansuchen entsprechend, vom 1. März d. Js. ab von der Leitung des Königlichen Staatsministeriums, des Königlichen Hauses und des Aeußern enthoben hat. So sind also die in den letzten Tagen in der bayrischen Hauptstadt verbreitet gewesenen Gerüchte von einer Krisis im Staatsministerium und insbesondere von der Erschütterung der Stellung des Ministerpräsidenten v. Crailsheim doch nicht so unbegründet gewesen, wie von manchen Seiten behauptet wurde. Wo viel Rauch ist, ist eben auch Feuer. Daß der Ministerpräsident einem großen Teil der Kammer und der Bevölkerung mißliebig war, ist bekanni, namentlich war dies seit der viel erörterten Würzburger Professoren- Affäre der Fall. Daß Herr v. Crailsheim bei diesem Anlaß den damıligen Kultusminister v. Landmann preisgab, steigerte die Unzufriedenheit mit der Politit des Grajen Crailsheim, die schon vorher in großem Maße vorhanden war, noch bedeutend. Es scheint aber, als wenn in der legten Zeit Vorgänge, die sich noch der allgemeinen Kenntnis entziehen, in dem Prinzregenten den Entschluß gezeitigt haben, sich von dem Ministerpräsidenten zu trennen. Es wäre müßig, Betrachtungen darüber anzustellen, wer ihn erseßen wird. Doch wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß der Name des jeßigen Kultusministers v. Podewils als des möglichen oder vielen erwünschten Nachfolgers des Herrn v. Crailsheim in der bayrischen Presse genannt wird. Duell eines ungarischen Ministers. Ein Zweikampf hat in der Hauptstadt Ungarns zwischen dem Landesverteidigungsminister Frhrn. v. Fejervary und dem Abgeordneten Lengyel stattgefunden. Der Minister erhielt dabei kleinere Verlegungen an der rechten Hand, die ihn an der Fortsetzung des Kampfes verhinderten. Die Veranlassung zu dem Duell ist in einem Zwischenfall zu suchen, der sich in dem ungarischen Abgeordnetenhause zutrug. Der Minister wies näm lich attenmäßig nach, daß die Behauptung des Abg. Lengyel, ungarische Offiziere seien wegen Gebrauchs ihrer Muttersprache bestraft worden, unwahr sei. Er bezeichnete solche Behauptungen als ,, Voliblutunwahrhei ten", nach anderen Berichten als„ Lüge". Darob ent stand ein ungeheurer Tumult und der Minister sah sich genötigt, sein Bedauern über den Ausdruck auszuspre chen. Die Mehrheit des Hauses gab sich damit zufrie den, nicht so der Abg. Lengyel, der als Vollblutmagyar die ,, Bollblutunwahrheiten" nicht auf sich fizzen lassen mochte und dem Minister eine Herausforderung zukom men ließ. Kurze politische Nachrichten. * Der Kaiser befahl, daß diejenigen Schiffe, welche hei Teilnahme an friegerischen Aktionen Verluste an ihrer Besaßung gehabt, das Andenten dieser Toten durch Anbringung von Gedenktafeln an Bord zu ehren haben. * Nachdem die diplomatischen Beziehungen zwischen der deutschen und der venezolanischen Regierung nunmehr wieder aufgenommen sind, wird, wie die ,, Nordd. Allg. Ztg." hört, der für Caracas ernannte Kaiserliche Gesandte Pelldram die Reise auf seinen Posten in diesen Tagen antreten. * Der deutsche Konsul in Hongkong hat von der chinesischen Regierung eine offisielle Enschuldigung für die unter deutschem Schuß stehenden und zum Christentum übergetretenen Chinesen verlangt, die anläßlich der Reformbbewegung in Kanton verha, tet wurden. Die Aktion der Großmächte in der mazedonischen Frage ist in vollem Gange. Die deutsche Regierung hat unseren Botschafter in Konstantinopel angewiesen, die Annahme und die Durchführung des österreichisch- ungarischen Reformprogramms bei der türkischen Regierung zu unterstüßen, und dieselbe Weisung erhielt von seiner Regierung der französische Botschafter. Die Zustimmung von England und Italien ist mit Sicherheit zu erwarten. 25. Tigung. Preufsifcher Landtag. Baus der Abgeordneten. Eigener Berich - Die Handwerkerfrage.- Im preußischen Abgeordnetenhause ist die Lage des yandwerts gründlich erörtert worden. Der erste Redner des Tages, Abg. Dr. Hirsa von der freisinnigen Volkspartei, sprach zwar zunächst über eine Arbeiterfrage, indem er seine Befriedigung darüber ausdrückte, daß die Arbeiter der Porzellanmanufaktur hinreichende Löhne erhalten; zugleich schlug er die Gewährung von Urlaub vor. Alsdann brachte der Abg. Dr. Crüger von der freisinnigen Volkspartei den Stein ins Rollen, indem er für die Handwerker Meisterkurse und Ausstellung von Maschinen vorschlug, wogegen der Abg. Trimborn von Zentrum Widerspruch erhob, während der nationallib. Abg. Daub sich mit den Ausführungen Crügers einig erklärte. Der Handelsminister Möller machte indes dagegen geltend, daß es an dem nötigen Lehrpersonal zur Ausführung des Vorschlages fehlt. Dagegen will die Regierung die Genossenschaftsbildung des Handwerkerstandes unterstüßen. Es tamen nun zwei typische Vertreter der Handwerkerbestrebungen zum Wort: der Centrumsabg. Euler und der konservative Abg. Felisch, die beide Gegner des Antrags Crüger sind wenigstens zur Zeit. Der Antrag Crüger wurde denn auch abgelehnt. Hus der Reichshauptstadt. Bandelbilder von Spectator. ( Nachbrud verboten.) Heil dem großen, jeligen Kolumbus! Was danten wir nicht alles seiner tühnen Segelpartie in dem balkenLosen Ozean! Bon der Kartoffel bis zu den Trusts, welch eine unendliche und mannigfaltige Reihe von Geschenken, die der neue Weltteil als Revanche für die dauernde Lieferung von Defraudanten und ähnlichem intelligenten Material der sogenannten alten weit darorachte! Die Kultur der Amerikaner wächst der unserigen immer mehr über den Kopf; immer mehr werden wir aus den Gebern Empfangende. Auf dem Gebiete, auf dem sie uns bisher noch unweigerlich den Borrang lassen mußten, in den schönen Künsten, fangen sie allmählich auch an, auf eigenen Füßen zu stehen und uns mit neuen Produkten zu ver sehen. Speziell auf dem Gebiete der Tanzkunst haben wir zwei Novitäten transatlantischen Ursprungs in diesem Winter begrüßen können, neben der mit viel Grazie und etwas Gaze bekleideten Miß Duncan nun auch den ,, Cafe- walt". Sie fragen, was Cake- walt ist? Das ist nicht leicht zu beantworten. Es ist ein Tanz, der schwer zu beschreiben ist, weil er unbeschreiblich häßlich ist. Man kann ihn allen falls als eine Art Nigger Cancan charakterisieren. Er erinnert nicht nur an den französischen Cancan, sondern auch ein wenig an das seinerzeit so beliebte borende Känguruh". Da ästhetische Bedenken noch nie den Sieges. lauf einer Mode gehemmt haben, fand auch dieser Tanz schnell seinen Weg von den Niggern zu den Milliardären der Vereinigten Staaten und von da in die Londoner und Pariser Gesellschaft. Und von dort nach Deutschland ist für eine unschöne Mode im Zeitalter der Elektrizität natür lich ein sehr kurzer Weg. Wie seinerzeit die Washington Bost, die ja, von graziösen Leuten getanzt, ein hübsches Bild gewährte, wie ferner die mit Niggerblut gemengte Musik Sousas, so tɔmmt jeẞt der Cakewalt über uns und zeigt auf der Bühne und auf dem Parkett seine gro teste Negerbehendigkeit. Natürlich auch auf den Festen, die sich jetzt Abend für Abend folgen. Die ,, Matulatur" auf den Feste verrissener Schriftsteller, die ,, frechen Ratten" bei dem Balle der Bühnenkünstlerinnen und ich glaube fast selbst ,, die Hussiten von Naumburg, als welche sich der Verein Berliner Künstler auf seinem Stostümfeste verpuppt hatte, übten den neuen Tanz des Erdteils, der damals zur Hussitenzeit noch nichts für die europäische Zivilisation hatte tun können. Bald werden ihn die kleinen graziösen Mädel in den Tanzsälen Halensees, Wilmersdorfs und anderer um die Tanzkunst verdienter Vororte in den Berliner Dialekt übersezt haben. Die Kinder in den Höfen werden ihn können, wenn der Leiermann aufspielt, und die Droschkenpferde werden ihn versuchen, soweit ihnen nicht ihre geringe natürliche Begabung und die gestrenge Polizei Schranken auferlegt, die bekanntlich derartigen Vergnügungen in den Straßen nicht besonders hold ist. Eine neue Erscheinung, die zu dem Stapitel der polizeilichen Einschränkung des Straßenamüsements eine heitere Illustration bietet, tann man jeßt in der Straße ,, Unter den Linden" beobachten. An diesem Orte, der bekanntlich Berlin, also wohl auch die Berliner Intelligenz, reprä sentieren soll, sieht man dünne Wäscheleinen, die von Baum zu Baum gezogen, eine freilich nicht sehr massive Wäscheleinewand darstellen, die den Mittelweg von den beiden Seitenstraßen trennen soll. Da man keinerlei Wäschestücke daran flattern sieht, konstatiert man leicht, daß diese Leinen nicht ihrem ursprünglichen Zwecke dienen; daß sie nicht zur Verschönerung angebracht sind, konstatiert man noch leichter, da sie nur eine sehr entfernte Aehnlichkeit mit Blumenguirlanden haben. Was also ist ihr Zweck? Wenn man einen Schußmann mit der nötigen Vorsicht fragt, sodaß er die Frage nicht als F: pperei auffaßt, erfährt man, daß es sich um eine polizeiliche Absperrung handelt. Das Publikum hatte nämlich die bei den neugierigen Berlinern nicht befremdliche Angewohnheit, von der einen Seite der Linden nach der anderen hinüberzulaufen, wenn etwas Besonderes zu sehen war. Da nun nicht jedermann im Beitspringen bis zwei Meter genügend geübt ist, trat dabei mancher in das frische Grün der schmalen Rasenstreifen. Um dieses zu verhindern, hat man inmitten dieser Rasenflächen wohlverstanden: inmitten diese Leinen angebracht, die zwar feinen praktischen Wert, aber wohl nach Ansicht der Polizei oder der Stadtverwaltung den moralischen Wert einer Menschenscheuche haben. Wenn wir diese optimistische Auffassung auch nicht teilen, wünschen wir doch, daß der beabsichtigte Zweck erreicht wird; denn jeder vernünftige Berliner weiß, was das bischen Grün innerhalb der Stadt und rings um den Riesen- Steinbaukasten Berlin für Auge, Herz und Lunge bedeutet. Heiß wogt darum auch der Kampf um den Schönholzer Forst, der den Berlinern des Nordens, die sich Sonntag für Sonntag dort ihre Nase und Lunge voll frischer Luft holen, genommen werden soll. Und mit Hohn und Empörung begegnete man dem Vorschlag eines Atomitees, das die schönen Schmuckpläge der Stadt für den Verkehr geeigneter gestalten will, das heißt auf gut deutsch: das die Bäume, Sträucher und Blumen zum teil oder ganz von diesen Dasen der Stadt entfernt wissen will, bamit 28agen und Menschen nicht genötigt sind, einen Heinen Umweg bon taum einer minute zu machen. Die Leute, die dem Grün so wenig grün" sind, ahnen nicht, welchen Bert bas bischen Natur zwischen den grauen Straßen nicht nur für den Leib, sondern noch mehr für das Gemüt hat. Dber aber, was wahrscheinlicher ist, sie halten als moderne" Menschen nicht viel von der Pflege bes Gemüts. hing an. alten Mannes eine stolze Halund werde ea ftets tun. Gegen niederträchtige ein Leben ist ohne jeglichen Marel, ich diene der KaiFürchten Sie unseretwegen nichts, Herr Staatsrat! angehört hatte, nahm fer treu Dedte feine Stirn und seine Beine zitterten. ben Frau von ajan stattfinden wird, einzuladen." Bliss getroffen; er wurde feuerrot, dichter Schweiß be Sonntag den 2. November in der Scathedrale Unferer Bis Einen Augenblick stand Echelm da, als hätte ihn der nahm Tangte mit der Mit der ihm das Elend bieser Beziehunertsamkeit ihn Schelm anblickte, lächelte auch sein abgemageries und müdes Gesicht führten in eine zu deutliche Sprache. Als er sah, sowohl sein schäbiger Anzug, als er erfreut. mit welcher Wahrhaftig, das ist Schelm! Ein sonderbares Bu in Butunst stattfinden wird. Durch das beeinfluft wird, was je stattgefunden hat oder Augenblicks regiert. Es iſt eine reine Zufallsfrage, die nicht ganz von den physischen Bedingungen des beſonderen Woche lang gekommen wäre. Ieder besondere Coup wird sigftentai tommi, ais es fein würde, wenn es nicht eine siefer Systeme zu spielen, muß der Spieler ei tige Bährend man um bie Beitererifteng der Bäume ftrei tet, vermehrt sich Tag für Tag der Balb von grünen Bäumen anderer Art, von jenen hohen eisernen MastBäumen, die elektrische Lampen und elektrische Straßenbahnleitung tragen. Auch die beiden Straßenbahnlinien, bie der Stadt gehören uno allein noch größere Strecken von unterirdischer Leitung hatten, sollen jeẞt mit der billigeren Oberleitung versehen werden, wodurch wieder ine ganze Anzahl Straßen mit Masten bepflanzt werden. leber die Notwendigkeit dieser Bäume läßt sich ja nicht treiten; nicht minder nötig sind uns aber jene, deren duft doch noch erfreulicher ist, als der des frischgestrichenen Bruns an diesen Eisenröhren. Nab und fern. - * Die Zukunftspläne der Prinzessin Luise von LosJana sollen nach der Meldung eines italienischen Blatse darin gipfeln, Mitte nächster Woche La Metairie zu berlassen und sich nach Kap Martin zu begeben, wo sic fich mit Giron treffen will. Dieser hat dem Eigentümer des Hotels Anglais in Mentone, Herrn Abrogast, den Auftrag gegeben, in Map Martin die Villa neben der der Gräfin Lonhay für ihn zu mieten. Uebrigens jollen die Rechtsanwälte auf Giron sehr erzürnt sein, da er seine plößliche Reise von Brüssel nach Genf, um dort die Prinzessin zu besuchen, gegen ihren Willen ins Wert gejezt habe. Durch diesen unüberlegten Schritt sei aber die Position der Prinzessin schwer tɔmpromittiert worden. Bevor die Prinzessin La Metairie verläßt, werden die dortigen Aerzte ein Gutachten über ihren Geisteszustand abgeben. Daß die Prinzessin sich frei bewegen fann, geht daraus hervor, daß sie ihren Bruder, Leopold Wölfling, in Montreux besucht hat. Ueber den Fehltritt der Prinzessin hat jetzt auch Leo Tol stoi, der Philosoph von Jasnaja Poljana, sein Urteil abgegeben. Er wurde von einem Korrespondenten der ,, Newyork World" darauf aufmerksam gemacht, daß die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen und Herr Giron erklärt hätten, in ihren Lebensanschauungen stark durch seine Werke beeinflußt worden zu sein, und daß manche schlecht unterrichteten Leute die Ansicht hegten, daß Tolstois Lehren gewissermaßen für die Handlungsweise des Baares verantwortlich seien. Darauf antwortete jezt Tolstoi folgendes: Ich will über das Verhalten der unglücklichen Frau, hinsichtlich derer Sie mir schreiben, fein Urteil fällen. Es steht geschrieben: ,, Richte nicht, damit du nicht gerichtet wirst!" Ich behaupte jedoch, daß in allem, was ich geschrieben habe, nicht eine Zeile zu finden ist, die ein solches Verhalten rechtfertigt. Ich bekenne mich zur christlichen Lehre, deren erster Grandsaß der ist, unser Vergnügen und unser Glück der Wohlfahrt unserer Nachbarn zu opfern. In dem vorliegenden Falle aber ist ganz das Gegenteil eingetreten. Diese Frau hat den Frieden und das Glück nicht nur ihres Gatten und ihres Schwiegervaters geopfert, sondern vor allem auch das ihrer Kinder, deren ältestes furchtbar leiden muß und sein ganzes Leben lang um der Schande der Mutter willen leiden wird." † Ein ängstlicher Bräutigam. Bei einem Fischer in Breil auf der Kurischen Nehrung sollte dieser Tage die Trauung seiner Tochter mit einem jungen Fischer aus einem Nachbardorfe stattfinden. Als sich jedoch die Trauzeugen vereint mit dem Brautpaare zum Gange nach dem Standesamt anschickten, ergriff der Bräutigam die Flucht über die Düne dem nahen Walde zu. Der nacheilenden Braut und einigen Trauzeugen gelang es jedoch, den ängstlichen Bräutigam zu erwischen. Wohl oder übel mußte er mun doch ,, in den sauren Apfel beißen". V Ein Sturz von der Lokomotive. Ein seltener Bahnunfall, nämlich der Absturz eines Lokomotivführers von der Lokomotive, ist mitten in der Fahrt auf der Eisenbahnstrecke zwischen Soldin und Berlinchen vorgekommen. Der nach Berlinchen fahrende Mittags- Personenzug hielt plöt lich auf freier Strecke und die erschreckten Passagiere sahen, daß Bahnbeamte abstiegen und zurückliefen; sie trugan den Lokomotivführer D. herbet, der aus einer Kopfwunde blutete und anscheinend bewußtlos war. Ein Passagier legte dem Verunglückten einen Notverband an. (!) Zu einem Mord gedungen wollen zwei junge Leute in Berlin sein. Sie haben der Polizei die Anzeige erstattet, daß sie im Auftrage einer in Spandau wohnhaften Frau P. deren früheren Hausherrn ermorden sollen, von dem sie wegen rückständiger Miete exmittiert worden war. Einer bon jenen jungen Leuten war Bräutigam der Tochter der Frau P. Letztere war nun wegen der Ermission von Rache gedanken gegen den Hauswirt erfüllt, und sie versuchte, der Anzeige zufolge, den Bräutigam ihrer Tochter und dessen Freund zu bestimmen, den Mann um die Ecke zu bringen. Sie sollten ihm abends auf der Landstraße auftauern und ihn entweder erschießen oder erdrosseln. Die Polizei hat die Untersuchung in dieser etwas sonderbar klingenden Mordgeschichte eingeleitet.. Ein großer Bäckerstreit ist in Budapest ausgebrochen und hat leider schon zu beklagenswerten Ausschreitungen geführt. Eine Rotte Bäckergehilfen drangen abends in bier Bäckereien ein, übergossen die Ware mit Weinessig und zertrümmerten die Einrichtung. Sodann zogen sie bor das Gebäude, in welchem sich die Krankenkasse be findet, und zertrümmerten dort ebenfalls die Möbel. Zwei Bolizisten wurden blutig geschlagen; mehrere Personen wurden verhaftet. Die Bädermeister hielten tags darauf eine Versammlung ab, in welcher über die Angelegenheiten, die die Bäckergehilfen betrafen, beraten wurde. Letztere erhielten hiervon Kenntnis und wollten, durch ausständige Schuhmachergehilfen verstärkt, mit Gewalt in den Sizungssaal eindringen. Die Polizei erwies sich den Angreifern gegenüber zu schwach; erst als Verstärkungen eintrafen, war es ihr möglich, die Menge zu zerstreuen. Zehn Berhaftungen wurden vorgenommen. Eine große Feuersbrunst vernichtete das Dorf Pui bowza im Gouvernement Podolien. Von dem Brande wurden 75 Gehöfte ergriffen und 200 Häuser zerstört. Zwölf Bersonen tamen um. In der Korrektionsabteilung in Cherson tam es zu Ruhestörungen. Ein Gefangener entkam hierbei, ein anderer erhielt eine tötliche Schußwunde. Nach Ankunft des Gouverneurs wurde die Ordnung wieder hergestellt. Durch einen Cyclon wurden bei Cadir große Ver wüstungen angerichtet; mehrere Schiffe sind verloren gegangen. Die Borderfront des Telegraphengebäudes wurde eingerissen; zahlreiche Personen wurden verwundet. Heffischer Landtag. Darmstadt, 19. Februar. Präsident Haas eröffnet die Sizung um 9 Uhr 20 Minuten. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Besprechung der Anfrage der Abgg. Häusel und Genossen, die Höhe der Mietsentschädigung für Dienstwohnungen der Staats: beamten betr. Die Abgg. Häusel. Molthan, Hirschel, Schill und Brauer erklären sich mit der Regierungsantwort für nicht befriedigt. Abg. No ad führt aus, die Antwort sei eine Konsequenz des Grundsazes, die Besoldungsordnung nicht zu ändern. Abg. Sensfelder steht auf dem Standpunkte der Regierungsantwort. Finanzminister Gnauth giebt Zahlen an, wie sich bei der Annahme der in der Anfrage vorgesehenen Grundsäße die Wohnungsentschädigungen gestalten würden. Staatsminister Rothe und Justizminister Dr. Dittmar treten, wie auch der Finanzminister, für die unveränderte Erhaltung der bezüglichen Grundsätze in der Besoldungsordnung ein. Abg. Ulrich ist ebenfalls gegen eine Tenderung der Besoldungsordnung in dieser Beziehung. Die Abgg. Häusel und Molthan sprechen im Sinne ihrer früheren Ausführungen. Hierauf wird zunächst der Sonderausschuß für die Wahlrechtsvorlage gewählt; in denselben werden berufen die Abgg. Reinhart, v. Brentano, Dr. Gutfleisch, Köhler, Weidner, Dr. David, Haas( Darmstadt), Dr. Heidenreich und Schön berger. Der Sonderausschuß für die Beratung der Revision der landständischen Geschäftsordnung wird gebildet von den Abgg. Dr. Schmidt, Reinhart, Schmal bach, Dr. Gutfleisch, Bähr, Haas( Darmstadt), Ulrich, David, Schlenger. Hierauf wird die Debatte über die Anfrage über die Wohnungsentschädigungen fortgesetzt. Es sprechen dazu die Abgg. Joub, v. Brentano, Schlenger, Dr. Heidenreich, Hirschel, Finanzminister Gnauth, die Abgg. Ulrich, Graf Oriola, Sensfelder, Dr. David und Bähr. Damit ist die Anfrage erledigt. Das Haus bertagt sich auf Freitag 9 Uhr zur Fortsetzung der Budget beratung. Jagdverpachtungen. Es geht uns darüber von wertgeschätzter Seite folgender Artikel zu: Unsere Nachbargemeinde Steinbach hat lezzthin ihre Jagd freihändig an ein Konsortium von Gießener Jägern vergeben. Erst nach vollendeter Tatsache erfuhren dies andere Personen, welche ebenfalls auf die Anpachtung der Jagd reflektiren und diese haben jeßt Schritte getan, um die von Großh. Minifterium erteilte Genehmigung der freihändigen Vergebung wieder rückgängig zu machen. Das Steinbacher Revier ist zwar ausgeschossen, der Wildstand ersetzt sich aber leicht wieder. Es wird mit Grund erwartet, daß eine öffenitche Versteigerung der Jagd einen höheren Erlöß ergibt, als der bei der freihändigen Vergebung festgesette Pachtpreis beträgt. Es ist einleuchtend, daß dies die Interessenten selbst angenommen haben, denn gerade um die Konfurrenz Dritter bei einer Versteigerung auszuschließen, also um nicht ein Höchstgebot einlegen zu müssen mit dem sie alle Konkurrenten überflügelten, haben sie doch wohl die freihändige Abgabe betrieben. Rechtlich liegt die Sache so einfach, daß man nicht versteht, wie immer wieder Irrungen eintreten können und wie namentlich doch ab und zu wieder unser Ministerium des Innern derartigen Freihandvergebungen Genehmigung erteilen kann. Der Art. 11 unseres Jagdgesezes von 1848 lautet wie folgt: Die Verpachtungen der Gemeindejagden erfolgen durch öffentliche Versteigerungen und dürfen auf teine längere Beit, als auf 6 Jahre erfolgen; die Wiederverpachtungen dürfen jedesmol erst nach Ablauf der früheren Pachtzeit borgenommen werden." An dieser Gesezesbestimmung ist durch fein späteres Geseg etwas geändert worden mit Ausnahme der Festsetzung einer Maximalgrenze der Pachtdauer; man nimmt an, daß Art. 20 des Gesezes von 1858 eine Minimal grenze von 6 Jahren sezt, wonach man die Ausdehnung der Bachtperiode über 6 Jahre als für zulässig erklärt ansieht. Die Vorschrift, daß die Jagd öffentlich versteigert werden soll, ist vom Gesetzgeber wohl erwogen. Denn mehr noch bei der Jagd, als bei irgend einem anderen Gemeindegut wird leicht cine das Licht scheuende Hintertreppenpolitik getrieben, Interessentenzirkel bilden sich, vielleicht sogar sind Mitglieder der Gemeindevertretung bei denselben beteiligt, und das Interesse der Gemeinde ist gefährdet. Diese Vorschrift ist auch nicht etwa als durch Art. 80 der Landgemeindeordnung bezw. Art. 12 der Städteordnung beseitigt anzusehen, da sie speziell für einen Gegenstand der Verwaltung gegeben ist und deshalb durch eine spätere allgemeine Best mmung nicht geändert werden kann. Angesichts dieser flaren Rechtslage muß die Frage, ob die Gemeinden ihre Jagden freihändig vergeben fönnen, unbedingt verneint werden. Und wenn dies der Fall ist, so fann eine Genehmigung des Großh. Ministeriums, wie lange immer auch schon eine bezügliche Braris geübt werden mag, nichts giltig machen, was rechtlich ungiltig ist. Mann muß in logischer Konsequenz dann aber auch soweit gehen, daß man die infolge solcher Genehmigung eingewiesenen Bächter für nicht berechtigt ansehen muß, das ihnen freihändig verpachtete Revier zu bejagen. Gerichtliche Behandlung der Frage im Instanzenzuge wäre wohl nur auf dem Wege herbeizuführen, daß eine Anzeige gegen diese Freihandpächter erfolgte, weil sie an Orten die Sagd ausüben, an denen zu jagen sie nicht berechtigt sind, auf der Grundlage, daß ihre Berechtigung nicht in geseßlicher Weise begründet ist. Freilich müßte eine Belehrung der Pächter im Sinne des Vorstehenden vorausgehen, damit nicht etwa eine Freisprechung aus subjektivem Grunde, ohne Erörterung der Rechtsfrage selbst erfolgen fönnte. Eine Civiltlage des Bachtliebhabers, der infolge der freihändigen Bergebung teine Gelegenheit hatte um tas Pachtrecht sich zu bewerben, ist wohl ausgeschlossen. Manchmal betreiben die Gemeinden die freihändige Bergebung, weil sie einen bestimmten Bächter ausschließen wollen, dec nach ihrer Behauptung das Wild zu sehr hegt. Der legale weg zu diesem Ziel wäre selbstverständlich der, daß bei der öffent lichen Versteigerung die der Gemeinde genehmeren R flekschieht dies nicht und giebt der Lettere das Höchstgebot ab, tante den nicht erwünschten Bachtliebhaber überböten. Geso ist der Umstand, daß er etwa einen übertriebenen Wildftand hegt, fein rechtlicher Grund zur Bersagung des Bu schlags, denn der Besorgnis übermäßigen Hegens wird durch das Gesez( Art. 13) begegnet; die Behörde hat Anordnungen zur Verminderung des Wildstandes zu treffen. qualifizierten Berson ist der Zuschlag zu versagen. Venator. Nur der im Sinne des Art. 9 des Jagdgefeßes nicht ** Giessener Cagesneuigkeiten. Der Großherzogl. hessische Geh. Oberbaurat Gustav Mayer, vortragender Rat im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten, ist in Berlin gestorben. Der Reichs- Anz." widmet ihm einen ehrenden Nachruf. ** Das Ministerium des Innern hat in der Darmst 8tg." eine Bekanntmachung veröffentlicht betreffend die Be stellung des Denkmalrats. Es wurde beftelt u. A. zum Borsigenden des Denkmalrats Maximilian Freiherr von Biegeleben, Ministerialrat und Borsigender der Abteilung für Bauwesen des Minifteriums der Finanzen, zu Mitgliedern des Denkmalrats auf sechs Jahre: Emil Friedrich Graf von Schlig genannt von Görg, Erlaucht, Schlitz, Waldemar Graf von Oriola zu Büdesheim, Dr. Konstantin Höhlbaum, ordentlicher Brofessor in der philo sophischen Fakultät der Landes- Universität zu Gießen, Dr. Bruno Sauer, ordentlicher Professor in der philosophischen Fakultät der Landes- Universität zu Gießen, Dr. Guftav Freiherr Schenk zu Schweinsberg, Direktor des Großherzog lichen Haus- und Staatsarchivs zu Darmstadt. ** [ Akademische Vorträge.] Der Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert fann besonderer Umstände halber erst zu Beginn des nächsten Semesters stattfinden. Das Wolzogen- Concert". Wie wir bereits mitgeteilt haben, findet nächsten Montag im Stein'schen Saale ein„ Wolzogen- Concert" statt, welches in ge schmackvoller Aufeinanderfolge Lieder und Chansons, Instrumentalvorträge und Recitationen bringen wird. Gine auserlesene Künstlerschar wird uns mit dieser neuen Kunstgattung bekannt machen. Allen voran Ernst von Wolzogen. Der geniale Verfasser des dritten Ge schlechts wird in einleitenden Worten über Zwed und Ziel dieser Wolzogen- Concerte" unterrichten und dann eine Reihe eigener Dichtungen zum Vortrag bringen. Ihm zur Seite steht als Hauptstütze des Repertoirs seine Gattin Elsa Laura, die sich schon vor Jahresfrist noch unter ihrem Mädchennamen Seemann die ersten Lorbeeren auf dem damaligen Ueberbrettl geholt hat. Alles was fie singt, die altdeutschen und die altfranzösischen Chansons, sowie die modernen Lieder, bringt fie mit unendlicher Grazie, mit soviel feuscher, mädchenhafter Anmut, wie man es vielleicht auf der Bühne und im Concertsaal noch nicht gesehen hat. Ein bedeutender Kritiker schrieb unlängst:" Um die ganze Vornehmheit und den Duft der Kunst Elsa Laura's zu schildern, reichen Worte nicht aus; man müßte Maler sein und seinen Pinsel in die zartesten Farben tauchen, um ihr gerecht werden zu können." Als zweiten„ Star" des Ensembles gilt Frl. Anny Groß. Diese jugendfrische, selten talentierte Wiener Künstlerin gehörte ehedem dem Raimund- Theater" in Wien an, wo sie neben Girardi im Desterreichischen Volksstück große Erfolge erzielte. Sie trägt mit Charme und Drollerie steirische und bayerische Dialektdichtungen vor; auch ihr gilt ein Hauptanteil an dem großen Erfolg, den die Wolzogen- Concerte" bis jetzt überall hatten. In Lizzi Sondermann besitzt das Ensemble eine bedeutende dramatische Sängerin, welche als Meisterin im Vortrag bezeichnet werden darf, in Emil del Lay einen stimmbegabten Bariton. berühmte Geigenvirtuose Gregor von Afimoff erregt überall Sensation. Kapellmeister Erich Band trägt auf dem Klavier Solo- Piecen vor und übernimmt die Be gleitung der Gesangsnummern. Kurzum das„ Wolzogen- Concert" verspricht ein auserlesener Genuß zu werden, wie er sich wohl so bald bei uns nicht mehr bieten wird. " " Der *** Jm Cafe Leib hält, wie aus dem Inseratenteil zu ersehen ist, nächsten Sonntag der Gesang berein Heiterfeit seinen diesjährigen Masten. ball ab. Wer mit hinein hat sehen dürfen in die vielen Vorbereitungen, und wie viele emfige Hände da hätig sind, Originelles und lleberraschendes zu bringen, wird begreifen, daß die„ Heiterkeit" und deren Mitglieder auch neben der Pflege des deutschen Männergesanges dem Prinzen Carneval und dessen Regierung sich zur Jeztzeit unterordnen fönnen. Wir wünschen dem rührigen Verein, daß alles nach Wunsch sich abwickelt. Untersuchung einer 3miebadprobe. Vom Chemischen Untersuchungsamt für die Proving Oberhessen( Vorstand Dr. E. Günther) find die vom Bäckermeister Carl Horn, Neuen Weg, verfertigten Zwiebacke auf dessen Anregung untersucht und dabei fonstatiert worden, daß dieselben den Friedrichsdorfern gleichartig feien. Das Resultat dieser Untersuchung im Einzelnen war: daß der vorgelegte Zwiebac des Herrn Horn von angenehmem Geruch und Geschmad, gut aufgegangen( gelockert), also gut burchgebacken und unter Verwendung befter Materialien nach einem ratio. nellen Verfahren hergestellt werden. [ 3ur Wahlbewegung.] Die Streuz- 3tg." be stätigt, daß Prof. Dr. Koppatschef für den Reichstagswahlkreis 3auch- Belzig nicht wieder kandidatieren wird. Rationallibe Wahlgang ftimmen. aufgeftelt Der Sitzung dem den Gefeßent Krantenv * Dat und verehrten Wortlaubereie eine Heine Au uns vielleicht Fönnen. In mann auf d Runden, die fauften, je eir Lösung einer in einer Näh ift bas häßlid Lonkurrenz hat nur in gerein empfundene R lautete: Be De 8 ( D, wie Aus Alle Heute Morge 8. Wagner aus dem Leb und ift Vater dieser That is der Tote als fonnt war. Niede drei Schulfäle genügen, foll Neubau geschr drei Schulfäle Blasfrage ift Frieb wurde unser des Kreisrats fein Amt eing Montag nach Sandlaute, in and sofort get Fram bon Groffifter wandter Bran Ende Novem beranſtalten. ** Das partei hat in e Sigung besch tagswahl tums eigne F nahme bei den bom Landesfor des Vorstandes neter Dr. Schr tano und Molt fewählt. ** Erbad Gründung eine häusern für S rine größere S Angelegenheit Main in nichtöffentli fabtischen Un mit Birtung □ Raffel, Geffen Naffau führung des c auf dem Lan Boltsschule er Jahren teilzu Fortbildungsgeber find ber die erforderlic Beit für den der Landtag e forge für Arbe Mit der Giessene Alle m fürzester Zeit Job bitt meines Unterne Annahm Färbere er infolge ber hatte um tas en. Manchmal bung, weil fie dec nach ihrer legale weg zu bei der öffent meren R flet berböten. Be Böchstgebot ab, ebenen Bilb ung des Bu 18 wird durch hat Anord treffen. bgefeges nicht Jen. Venator. eiten. . Oberbaurat m preußifden it in Berlin et ihm einen Der„ Darmst ffend die Be u. A. zum iherr von aber der Ab. Finanzen, zu e: Emil Fried Erlaucht, üdesheim, Dr. in der philo Gießen, Dr. philofophifchen Dr. Gustav - Großherzog Vortrag des rer Umstände 8 stattfinden. bereits mit Stein'iden elches in ge id Chansons, bringen wird. 8 mit dieser 1 boran Graft & dritten Ge er Zwed und ten und dann trag bringen. 28 Repertoire r Jahresfrift n die ersten geholt hat. und die alt Lieber, bringt her, mädchener Bühne und in bedeutender Vornehmheit zu schildern, ler sein, und chen, um ihr „ Star" des jugendfrische, ehedem dem eben Girardi olge erzielte. steirische und ilt ein Haupt Bolzogen- Con Sondermann sche Sängerin, werden darf, Bariton. Der fimoff ertegt and trägt auf mmt die Be n das„ Woler Genuß zu 18 nicht mehr em Inferaten er Gesang en Masten. ürfen in die ge Hände da zu bringen, n Mitglieder nnergefanges cung fich zur ünschen dem sich abwickelt. badprobe die Provinz sind die vom , verfertigten ht und dabei edrichsdorfern dieser Unter legte Zwiebad and Gefchmad, gebaden und einem ratio. reuz- 3tg." be den Reichsfandidatieren wird. Im Wahlkreise hagen- Schedelen werden die tationalliberalen voraussichtlich gleich beim erften Wahlgang für den Freifinnigen Eugen Richter stimmen. Das Centrum hat den Abg. Fusangel aufgeftelt. Der Bundesrat stimmt in seiner gestrigen Sitzung dem Ausschußantrage zu der Vorlage betreffend den Gesezentwurf über weitere Abänderungen des Krantenversicherungsgeses zu. ** Das häßlichste Wort. Unsere schönen Leserinnen und verehrten Leser wissen, daß wir fie nicht gern mit Wortlaubereien behelligen. Heute müssen wir jedoch mal eine kleine Ausnahme machen. Den Grund hierfür wird uns vielleicht der eine oder andere Leser innig nachempfinden fönnen. In einem benachbarten Orte war nämlich ein Kaufmann auf die geniale Idee verfallen, allen denjenigen Runden, die während des Monats Januar bei ihm Waren fauften, je einen Berechtigungsschein zur Teilnahme an ber Lösung einer Preisfrage einzuhändigen. Der Preis bestand in einer Nähmaschine. Die Preisfrage lautete:„ Welches ift bas häßlichfte Wort?" Der Veranstalter dieser Preisfonkurrenz hatte zur Bedingung gemacht, daß die Lösungen nur in gereimter Form gehalten sein dürften. Der tiefempfundene Anittelvers, dem der Preis zuerkannt wurde lautete: Berwünscht hab ich das fleine Wort, Das mich verfolgt an i dem Ort. Bweifilbig fagt's doch alles, Das fleine Wörtchen Dalles..." ( D, wie wahr! D. R.) Aus Hessen und nachbargebieten. Allendorf a. Lahn, 19. Febr. Selbstmord. Heute Morgen fand die Frau des Eisenbahnarbeiters 2. Wagner denselben in der Scheune erhängt. Der aus dem Leben Geschiedene hat ein Alter von 50 Jahren und ist Vater von mehreren Kindern. Das Motiv zu dieser That ist zur Zeit unbekannt. Es fällt auf, da der Tote als ein fleißiger und rechtschaffener Mann be fannt war. ** Nieder- Ohmen, 18. Febr. Nachdem die hiesigen brei Schulfäle schon seit einer Reihe von Jahren nicht mehr genügen, soll demnächst zu einem entsprechenden Schulhaus Neubau geschritten werden. Dieser Neubau wird neben den drei Schulsälen aus eine Ratsstube enthalten u. s. w. Die Blazfrage ist noch nicht erledigt. *** Friedberg, 18. Febr. Gestern nachmittag 21 Uhr wurde unser neuer Bürgermeister Stahl in Anwesenheit bes Kreisrats und der Stadtverordneten bereidigt und in sein Amt eingewiesen. Im benachbarten Ockstadt wurde Montag nachmittag der 23 Jahre alte Ewald in einer Sandkaute, in der er zum erstenmale arbeitete, verschüttet und sofort getötet. -- Frankfurt a. M., 19. Febr. Eine Versammlung von Grossisten und Fabrikanten der Konfektione. und verwandter Branchen bahier beschloß, vorerst einmal im Jahre ( Ende November) 3 Tage lang Engros- Verkaufstage zu veranstalten. ** Das Landeskomitee der hessischen Centrumspartei hat in einer vorgestern in Darmstadt abgehaltenen Sigung beschlossen, bei der bevorstehenden Reichstagswahl in allen 9 Wahlkreisen des Großherzogtums eigne Kandidaten aufzustellen. Die Stellungnahme bei den Stichwahlen soll nach der Hauptwahl bom Landeskomitee bestimmt werden. Zu Mitgliedern des Vorstandes wurden einstimmig Reichstagsabgeord neter Dr. Schmitt, die Landtagsabgeordneten v. Brentano und Molthan sowie Kommerzienrat Haffner wieder gewählt. ** Erbach i. D., 17. Febr. Hier ist man mit der Gründung einer Genossenschaft zwecks Errichtung von Wohnhäusern für Minderbemittelte beschäftigt. Demnächst soll eine größere Versammlung einberufen werden und in der Angelegenheit Beschluß fassen. Mainz, 10. Febr. Die Stadtverordneten beschlossen in nichtöffentlicher Sigung die Umwandlung des 4 prozentigen städtischen Anlehens lit. M. in ein 31½ prozentiges Anlehen mit Wirkung vom 1. Juni ab. Kassel, 19. Febr. Der Provinziallandtag für Heffen- Nassau beschloß mit großer Mehrheit die Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts auf dem Lande. An demselben haben alle aus der Volksschule entlassenen männlichen Personen unter 18 gebiet, sei es für einzelne Brovinzen, für dringend erforderlich zu erklären. Jedoch sei eine solche nur im Falle erhebliche finanzielle Beteilung des Staates an den Kosten durchführbar. Rotenburg a. d. F., 19. Febr. Der Naturmensch Kurzrock aus Altmorschen, ein Konfurrent gestaf- Nagels, hat in einer Höhle am Weinberg bei Altmorschen Winterquartier bezogen. Aus der Rhön, 17. Febr. In den letzten Tagen gab es tüchtige Schneefälle. Auf dem Kreuzberg liegt der Schnee 7 Centimeter hoch. wurde. - Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 17. Febr. 1903. Der Dachdeckergeselle Hermann M. aus Gießen hat sich wegen Rörperverlegung und Sachbeschädigung zu ver und 10 Mt. antworten. Das Urteil lautet auf Geldstrafen von 15 Mt. Es wird vorgeführt der Zwangszögling Ludwig G. von Allendorf a. Loa. Die Anklage legt ihm Sachbeschädigung zur Last, begangen dadurch, daß er in dem Polizeihaftlokal zu Gießen eine Mauer durchbrach und entwich. Urteil: 3 Wochen Gefängnis, wobei eine am 10. b. Mts. erkannte 2 wöchentl. Gefängnisstrafe eingezogen Sodann nehmen auf der Anklagebank Plaz der Geometergehilfe Wilhelm St. sowie der Maurerlehrling Ludwig G. von Stauffenberg. Beide sind vorbestraft und heute wegen Beleidigung angeklagt. Sie hatten einen Mann, dem vor einiger Zeit die Scheuer abgebrannt war, in Beziehung auf diesen Brand beleidigt, ihn von Lollar bis Kirchberg verfolgt, verhöhnt und in Angst getrieben. Der Vertr. der Staatsanwaltschaft beantragt, in Anbetracht der Rohheit der Tat gegen jeden Angeklagten 4 Monate Gefängnis. Das Gericht erfennt gegen St. 2 Monate und gegen G. 6 Wochen Gefängnis und spricht dem Schmied Schwalb die Befugnis zu, das Urteil auf Rosten der AnAus der Untersuchungsgeklagten zu veröffentlichen. haft wird vorgeführt der Schneider Otto B. von Berlin. Er hat sich wegen Diebstahls und Bettelns zu verantworten und erhält 4 Monate Gefängnis und 2 Wochen Haft. Sodann kommt die Strafsache gegen Freiherrlichen Oberförster Karl N. von Londorf wegen Jagbvergehens zur Verhandlung. Die Urteilsverkündigung wird ausgefeßt. Schluß bildeten Brivatklagen wegen Beleidigung. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Estomihi. Sonntag, den 22. Februar. Gottesdienst. Den Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Drew 8. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrer Scheunemann. Abends 7.30 Uhr: Geistliche Musikaufführung des Kirchengesangvereins Mittwoch den 24. Februar, abends 6 Uhr 1. Passionsandacht. Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Bormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Montag, den 23. Febr., abends 8 Uhr Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Johannesbrief, Kap. 5, des Glaubens Kraft und Frucht. Pfarrer Dr. Naumann. Batholische Gemeinde. Samstag, den 21. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegen. heit zur heil. Beicht. Sonntag, den 22. Februar. Quinquagefima. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. " " п um 9.30 Uhr: Hochamt mit Verlesung des Fastenbirtenbriefes. Neueste Nachrichten. ** Marienburg, 19. Febr. Die Nogat hat heute bei Poyer- Niederkampe den Damm durchbrochen und die umliegende Gegend unter Wasser gesetzt; viele Häuser sind überschwemmt. Bei Marienburg ist die Nogat in Folge des Dammbruchs etwas gefallen. " Brietkasten der Redaktion. Es war vorauszusehen, daß die Redaktion des G. A.", sobald man mit gebührender Deutlichkeit fte zur Rede stellen würde, den ungewöhnlichen Mut haben würde, ihren versteckten Angriff einfach abzuleugnen. Wozu wären auch solche journalistischen Kniffe da, wenn man nicht auf diese Weise billige Gelegenheit fände, fich als verfolgte Unschuld hinzustellen und mit der Miene des Biedermanns neue Taftlosigkeiten zu begehen? Der Herr Chefredakteur des G. A." möge sich einmal der Mühe unterziehen, sich zu erkundigen, ob irgend ein aufmerksamer und kritischer Leser seines Blattes, der die Vorgänge der legten Monate noch in frischer Erinnerung bewahrt hat, den in Frage stehenden Passus anders aufgefaßt hat als wir. Glaubt er wirklich, daß sich viele Leute finden, die so harmlos und leichtgläubig sind, daß sie unter den überflüssigen und unnötigen Alarmrufen Unberufener", die im Parlamente und in der Oeffentlichkeit eine Aufregung herbeigeführt haben, nichts anderes als gelegent liche Stammtischgespräche von Bierbankphilistern erblickt haben? Wem will er weiß machen, daß das sogenannte angesehenste Provinzialblatt" gegen solche harmlose Kannegießereien mit einem politischen Leit artikel zu Felde ziehen müsse, und wer glaubt ihm, daß der hessische Herr Finanzminister gegen solche Aeußerungen, die ihm wahrscheinlich niemals zu Ohren gekommen find, in der zweiten Kammer häuftreten müssen? Nachträgliche Ableugnungsversuche dArt sind ja leider in unserer Presse nichts Seltenes, und der angegriffene Teil ist ihnen gegenüber stets wehrlos. Den vorliegenden Fall haben wir im Uebrigen nur um deswillen regi striert, weil er einen neuen Beitrag zu einem anscheinend unerschöpflichen, aber höchst charakteristischen Kapitel unserer Breßverhältnisse bildet. In unserer Beurteilung des Falles sind alle Wohlgesinnten einig. Darüber be steht nicht der geringste Zweifel. Holzverkäufe und Holzversteigerungen. Oberförsterei Storndorf. Im Saale der Schnägelberger'schen Wirtschaft zu Vadenrod fommen am Mittwoch ben 25. und Donerstag den 26 d. Mts. jedesmal von vormittags 9 Uhr ab, verschiedenes Brenn, Bau- und Nußholz zur Versteigerung. Das Stammholz ist ohne Rinde gemessen, aber mit Ausnahme des Fichtenstammholzes nicht entrindet. Das Holz lagert in den Distritten Lenzenberg, Lenzenrück, Eulersbach, Birkenschlag, Lappenwald, Grohwiesen, Steinrüd, Stockstrauch und Kugelberg der Forstwartei Vadenrod. Nähere Auskunft erteilt der Forsiwart Spamer zu Vadenrod. Norded. Am Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. Febr. von vormitage 9 Uhr ab in den nahe gelegenen Waldungen. Erster Tag: Nußholz und Nadel- Brennholz. Zweiter Tag: Alles übrige Brennholz. Zusammenfunft beim Schloß Nordeck. Bei ungünſtiger Witterung findet der Verkauf in der Stelzenbach'schen Wirtschaft zu Nordeck statt. Ober- Ofleiden. = Die Gemeinde Ober- Ofleiden giebt 322 Kiefern- Stämme 39 Fitm. Inhalt, zu Grubenholz geeignet, in Submission ab. Postfreie Angebote sind bis zum 20. d. Mts. vormittags 10 Uhr an die Bürgermeisterei einzureichen. Oberförsterei Lich. Montag, den 23. Febr. Zusammenfunft 10 Uhr am Kolnhäuserkopf. den 24. Febr. im Distrikt Grauborn. Oberförsterei Homberg. Mittwoch, den 25. Febr. bon bormittags 91/2 Uhr an aus verschiedenen Diftriften der Forstmartei Homberg. Zusammenkunft im Distrikt Beuerberg auf der Kreuzung des Kohlborn- und des Nieder Gemündener Weges. - Dienstag, Jahren teilzunehmen, die keine Innungs- oder andere Nachmittags um 2.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht Neuhinzutretende Abonnenten Fortbildungs- oder Fachschule besuchen. Die Arbeitgeber find verpflichtet, ihren Arbeitern unter 18 Jahren die erforderlichen Falls von der Behörde festzusetzenden Zeit für den Schulbesuch zu gewähren. Ferner beschloß der Landtag eine baldige gesegliche Regelung der Für sorge für Arbeitsuchende, sei es für das ganze Staatsfür die Abgestorbenen. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, den 22. Februar, Nachmittags 4.30 Uhr Predigt. Mittwoch, den 25. Februar, abends 8 Uhr. Bibelstunde. Hilfsprediger Schned. Geschäfts- Eröffnung. Mit dem heutigen Tage eröffne in hiesiger Stadt ein Geschäft unter der Firma Giessener Dampf- Färberei und chem. Reinigungs- Anstalt Reinhold Thomas. Alle mir gütigft übergebenen Aufträge werden mit größter Sorgfalt behandelt und in fürzester Zeit wie neu chemisch gereinigt oder in allen Farben auf oder umgefärbt. Ich bitte die gehrten Herrschaften von Gießen und Umgegend um gütige Unterstügung meines Unternehmens. Hochachtungsvoll Reinhold Thomas, Annahmelokale: Soulstraße 5, Löwengasse 20. Färberei und kontor: Steinstraße, neben der Restauration, Zum Anfer“. erhalten unsere Zeitung bis Ende dieses Monats gratis. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, welche uns beim Begräbnis unserer lieben, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Dorothea Einhäuser geb. Todt in so reichem Maße zu Teil geworden sind, insbesondere dem Herrn Pfarrer Euler für die trostreiche Grabrede, den evangelischen Schwestern für die liebevolle Pflege während der Krankheit, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 19. Februar 1903. ei g Amtliche Bekanntmachungen. Giessener Radfahrer- Verein 1885. Holz- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, 23.Februar 1903, vorm. 9% Uhrbeginnend werden in der Leib'schen Wirtschaft im Pbilosophenwald aus den Waldungen der Stadt Gießen versteigert: aus dem Distrikt Mühlberg 32 Fichten- Stämme mit 6,02 Festm. 1180 Fichten- Derbstangen mit 60,79 Festm. 49 mtr. Buchen- Scheitholz 50 7 Eichen 11 Buchen- Knüppelholz Н Erlen= 11 14 " 36 Eichen" 2 Nadel3 Erlen= " 12 Eichen" 1 5 11 1 Erlen 810 980 11 EichenNadel48 " " " Buchen- Stockholg Nadel- Knüppelholz 700 Wellen Buchen- Reifig " " aus dem Distrikt Zollockswäldchen 1 Fichten- Stamm mit 0,44 Festm. 50 mtr. Eichen- Scheitholz Eichen- Stnüppelholz 38 !! Eichen- Stockholz 62 1440 Wellen Eichen- Reisig aus den Distrikten Sandberg, Ursulum und Philosophenwald. 7 Fichten- Stämme mit 1,72 Festm. 1 Kiefern- Stamm mit 0,66 Festm. 3 Nmtr. Nadel- Scheitholz Te Lepelholz Buchenstockholz 36 " 1 " 17 Nadel2800 Wellen Eichen Reifig) 3200 " Nadel( gute Durchforstungswellen) aus dem Distritt Stolzenmorgen 19 Fichten- Stämme mit 3,03 Festm. 1610 " 200 -Derbstangen mit 51,65 Feftm. Bohnenstangen mit 0,26 23 Rmtr. Eichen- Scheitholz Eichen- Knüppelholz 30 " 16 " Eichen- Stockholz 21 Nadel- Stockholz H 2500 Wellen Eichen- Reisig( gute Durchforstungswellen) 5100 Nadel Reisig Gießen, 14. Februar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bau- und Nukholz- Versteigerung der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3-5 Kilometer von der Bahnstation entfernt und an chaussierte Abfuhrwege angrenzend, sollen Donnerstag den 5. März, vormittags 10 Uhr beginnend, im Saale des Lenz'schen Felsenkellers zu Gießen, in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden: 53 Eichen- Stämme, Schnittholz, mit 51,15 Fftm. 64 " " 384 " " 524 " " Bauholz, 40,91 Schwellenholz, 223,89 Grubenholz, 174,52 17 " H 19 Н 228 Fichten- Stämme 82,22 H 98,49 155 Riefern- Stämme " Sonntag, deu 22. Februar findet in den Räumen von Steins Garten Kostümfest mit großem Festspiel: Bu vermieten: Schöne Mansardenwohanng fof zu berm. Bab hofftraße 38. In unserem Neubau am Brandplatz ist noch eine schöne 5- Zimmerwohnung m. Erker per April zu vermieten, desaletden bafelbft 4 Zimmerwohnungen. Näb. Frankfurterftr 29. Ede Moltkestraße und Gr. Prinz Karneval und Frau Musika“ Steinweg find per 1. April 2 5-3 mmerwohnungen mit allem Zubehör zu verm. ( cirka 80 Personen in historischen Kostümen) wobei auch der Radfahrsport durch Gruppen- Aufführung zur Geltung kommt, statt. Beide Stockwerke fönnen zuAnfang 7 Uhr. Anmeldungen fönnen noch entgegengenommen werden. Der Vorstand. sammen oder getrennt abgegeben werden. Näheres bei Nikolaus, GrünbergerNB. Durch Mitglieder dem Vorftande frühzeitig genug angemeldete Gäste fönnen eingeführt werden. Herren bezahlen 1 Mf., Damen 50 Pfg., welche Beträge durch den Frankfurterstraße 63 Vereinsdiener erhoben werden. Einlaßkarten für alle Teilnehmer sind vom 20. d. Mts. ist der aus 4 Simmern und Küche bei Herrn Aug. Krezschmar, Markt 22, auf Grund vorhergegangener Anineld- bestehende zweite Stoď nebft einer ungen abzuholen. Contentia. ( Wohlthätigkeitsverein). Sonntag, den 22. de. Mts., abends 7 Uhr beginnend Kappen sizung mit urfidelem Programm. ( Schöne Aussicht.) Wegen Raummangel große Partie gebrauchte Nähmaschinen spottbillig. Einige gebrauchte Schneidernähmaschine schon á 10 Mt. Neue Nähmaschinen wie bekannt, gut und billig, und schon zu 50 Mr. Joh. Fr. Schaaf. 25F tote Ratten! 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