Nr. 16. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberbeffische Familieuzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 20. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Big. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Vig. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 862. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die künftigen Wahlen. CB. Für den Verlauf der bevorstehenden Reichs- und Bandtagswahlen ist die Versöhnung zwischen den Konservativen und dem Bunde der Landwirte von großer Bedeutung. Diese hat in einer Sigung der Konservativen durch einen Separatfrieden der Fraktion mit dem Bundespräsidenten Freiherrn von Wangenheim ſtattgefunden. Wangenheim ist bekanntlich Mitglied der konfervativen Fraktion und zugleich der verantwortliche Leiter des Bundes der Landwirte. Indem sein Verbleiben bei der Fraktion für möglich erachtet wurde, war jede Feindseligkeit des Bundes gegen die Konservativen von bornherein ausgeschlossen. Die Versöhnung fand auf der Grundlage statt, daß der seitherigen feindseligen Kundgebungen zwischen der politischen und der wirtschaftspolitischen Organisation der Landwirtschaft eine versöhnliche Auslegung gegeben wurde. Die Reichspartei bezw. die Freikonservativen müssen bereits über den Stand ber Verhandlungen unterrichtet gewesen sein; sie haben barum beschlossen, dem Beispiele des Herzogs von Ratibor und des Abg. v. Kardorff, die bekanntlich aus dem Bunde ausgetreten sind, nicht zu folgen. Diese Wendung der Dinge hat für die Wahlen die praktische Bedeutung, daß die Parteien der Rechten als eine einheitlich geschlossene Gruppe in den Wahlkampf ziehen. Die Zolltarifparole ist für sie nicht von Bedeutung, weil der Paragraph 1 des Zolltarifgesetzes ihnen die Gewähr für einen wunschgemäßen Schuß der landwirt[ chaftlichen Erzeugnisse gibt. In dieser günstigen Pofition befinden sich die Parteien der Linken feineswegs. Von diesen schwärmt die freisinnige Vereinigung für eine geschlossene Wahlvereinbarung. Indem sie das aber tut, hat sie zugleich eine Fehde mit der freisinnigen Volkspartei zu bestehen, die bezüglich des Zusammenge hens der Freisinnigen mit der Sozialdemokratie eine sehr ablehnende Haltung einnimmt, weil sie davon vielleicht nicht mit Unrecht ein Erstarken der Partei von Bebel und Singer auf Kosten des bürgerlichen Liberalismus fürchtet. Die Sozialdemokratie selbst aber macht keinen Hehl daraus, daß sie für Wahlbündnisgedanken und sentimentale Wahlf estimmungen kein Verständnis hat. Sie schließt nur Bündnisse ab, die ihr Vor teile bringen und es ist ihr sonst höchst gleichgiltig ob da, wo sie nicht durchdringen kann, die eine oder die andere Richtung der bürgerlichen Parteien siegt. Infolgedessen ist denn auch die Physiognomie der fünftigen Wahlbewegung deutlich gekennzeichnet. Ein verschärfter Kampf zwischen der äußersten Linten und der äußersten Rechten, Wahrung des Besisstandes bei dem Zentrum und Zerreibung der Mittelstufen zwischen den extremen Barteien. Der Wahlkampf wird jedenfalls eine größere Beteiligung und schärfere Debatten bringen, als je einer zuvor über seinen mutmaßlichen Ausgang aber etwas zu prophezeien, wäre Vermessenheit. Deutscher Reichstag. 241. Sigung. Beginn der Statsberatung. - CB. Berlin, 19. Januar. Daß heute ein großer Tag werden solle, hatte man zu Anfang der Sigung dem Hause kaum angemerkt. Pünktlich, wie immer, erschien um 21 Uhr der Präsident Graf Ballestrem, aber troß aller Klingelzeichen wollte sich das Haus nicht füllen. Dagegen waren die Tribünen und auch die Bundesrats estrade stark besucht. In einsamer Größe saß dort anfangs der Held der heutigen Reichstagsberhandlung, der Staatssekretär Frhr. v. Thielmann. Aber gegen 22 Uhr änderte sich das Bild; es erschienen die Staatssekretäre Dr. Graf Posadowsky, v. Tirpib, Dr. Nieberding, Krätke, der Kriegsminister b. Gßler und ein Stab von Geheimräten. Auch die Bank der Bundesratsbevollmächtigten war gut befeßt; der Reichskanzler Graf Bülow war im preußischen Abgeord= netenhause start in Anspruch genommen, erschien aber um 4 Uhr im Hause. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann hielt alsbald die Etatsrede in schmuckloser Form. Er zählte das Defizit auf und führte es auf ähnliche Ursachen zurück, wie sie der preußische Finanzminister bereits vorgetragen hatte. Vor allem habe auch die Post weniger Gefälle abgeliefert als sonst, ebenso hätten die Beistungen der Zucker- und Brausteuer versagt. Zum Schluß erklärte er, wie sein preußischer Kollege es getan, bie Finanzreform für unbedingte Notwendigkeit. Die übliche Generalfritik an dem Etat hielt der Zentrumsabg. Dr. Schädler, dessen Ausführungen also gewissermaßen die Leitmelodie zu den Ausführungen der übrigen Redner darstellen. Der Generalrebner ging auf bie Ursachen des Einnahmerückganges ein und sprach sich bor allem für die Reichsfinanzreform, aber gegen die Aufnahme einer Betriebsanleihe aus. Ferner fragte er ben Reichskanzler nach dem Stande der Venezuelafrage. Die Pièce de résistance aber, auf die namentlich von der äußersten Linken mit Spannung gewartet würde, bildete bie Besprechung des sog. Swinemünder Kaisertelegramms. Er betonte hierbei, daß die Mehrheit des bayerischen Abgeordnetenhauses mit anderen Worten das Zentrum 3. den Betrag der 100 000 Mark für Kunstzwecke getrichen habe, um damit gegen das Kultusministerium zu bemonstrieren. Eine Demonstration gegen den Prinzregenten sei das ebenso wenig, wie etwa die Ablehnung ber Kanalvorlage durch die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses eine Demonstration gegen die Person des Königs von Preußen sei. Die Mehrheit der bayerischen Kammer habe mit der Ablehnung ein verfassungsmäßiges Recht ausgeübt, um dem Regenten zu zeigen, daß das Stultusministerium das Vertrauen der Mehrheit nicht habe. Die Depesche habe das Zentrum nicht geschädigt, sondern gekräftigt. Seine Partei erhebe Widerspruch gegen die Umwertung der konstitutionellen Begriffe, insbesondere aber gegen das Bestreben, dis an Stelle des verfassungsmäßigen Zusammenwirkens der Faktoren den Grundsaz seben wolle suprema lex regis voluntas est dazu noch nicht einmal im eigenen Lande. Der Kaiser sei im Deutschen Reiche nicht souveräner Monarch, sondern die Souver ränität ruhe nach einer Darlegung des Fürsten Bismarc bom 19. April 1871 und der Auffassung der bedeutendsten Staatsrechtslehrer bei der Gesamtheit der deutschen Bun desfürsten, bezw. bei ihrer Vertretung, dem Bundesrat. Wollte man den Vorgang gutheißen, so hieße das, dem Kaiser das Recht auf Regierung für alle Bundesstaaten einräumen. Die Zentrumspartei lege Verwahrung ein, zumal die Stelle, von der das Telegramm ausgegangen sei, unverantwortlich sei. Abg. Schädler schließt seine Ausführung mit der Betonung, daß man auch in Süddeutschland die Fürsorge des Kaisers für das Reich anertenne. Zum Schluß verwahrt er sich gegen die An nahme, als wolle das Zentrum das Wahlrecht antasten. Seine politischen Freunde seien für Gewährung von Anwesenheitsgeldern, sowie für unbedingtes direktes und ge heimes Wahlrecht. Reichskanzler Graf Bülow erwiderte furz, daß er nach der Verfassung nur für Regierungsund Rechtshandlungen des Kaisers verantwortlich sei, nicht aber für private Kundgebungen des Monarchen. Als eine solche sei die Swinemunder Depesche anzusehen. Dem Kaiser stehe wie jedermann das Recht zur Aeußerung jeiner Ansicht zu. So habe auch der Prinzregent die Depesche des Kaisers aufgefaßt. Der Reichskanzler schloß mit dem Ausdruck des Bedauerns über die Art, wie Abg Schädler die Angelegenheit behandelt habe, und mit der Erklärung daß er für die viel genannte Kundgebung die moralische Verantwortung gern übernehme. Graf Stolberg( kons.) gab der Hoffnung Ausdruck, baß man fünftighin vermöge sparsamer Wirtschaft ohne Anleihe auskommen werde. Donn vertagte sich das Haus Die Politik. Das Ketteler- Denkmal in Peking ist am Sonntag enthüllt worden. An der Enthüllungsfeier nahmen alle in Beling anwesenden Ausländer und viele chinesische Würdenträger teil. Vor dem Denkmal war ein Altar errichtet worden, auf dem sich die Opfergefäße des kaiserlichen Hofes befanden. Prinz Tschun als Vertreter des Kaisers von China brachte auf diesem Altar dann nach chinesischer Sitte zu Ehren des Verstorbenen ein Trankopfer dar. Der Prinz hielt dann eine Rede; er sagte: das Denkmal folle dem Volte eine Warnung sein, ein Zeichen der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern und ein Symbol des Friedens. Legationssekretär Frhr. v. d. Gols antwortete, das Denkmal sei dem Deutschen Kaiser und dem Deutschen Reiche von dem Kaiser von China als dauernder Beweis des Zornes gewidmet, den der Kaiser von China über die Ermordung des Frhrn. v. Ketteler empfinde. Beide Reden wurden in deutscher und in chinesischer Sprache verlesen. Reform der freiwilligen Feuerwehren. DEine Reorganisation der freiwilligen Feuerwehren wird von der Regierung geplant. Durch Einführung einer Art Pflichtfeuerwehr sollen die freiwilligen Feuerweh ren tatkräftig unterstützt werden. Jüngere Leute bis zu einem bestimmten Alter sollen zur aktiven, die älteren Personen, besonders aber auch die meistinteressierten Hausbesitzer, zur passiven Mitgliedschaft verpflichtet werden. Die Unterverbandstage der freiwilligen Feuerwehrren haben auf Anregung der Regierung bereits Musterortsstatute zur Regelung des Feuerlöschdienstes ausg arbeitet; doch haben diese die Billigung der Regierung nicht gefunden. Ein neuer Plan wird gegenwärtig im Ministerium ausgearbeitet. Ein Bembardement in Venezuela. Das allerdings englischen Ränken gern dienstbare Reutersche Büreau meldet aus Caracas, am Sonnabend hätte das deutsche Kriegsschiff ,, Panther" die Einfahrt in die Lagune von Maracaibo erzwingen wollen und dabei das Feuer auf das den Einfahrtskanal dedende Fort San Carlos eröffnet. Das Fort habe das Feuer erwidert und den ,, Panther nach einstündigem Gefecht genötigt, seine Absicht aufzugeben. Der Kommandant des forts berichte daß das Fort teine Beschädigungen erlitten habe. Das deutsch- offiziöse Wollfsche Büreau bemerkt zu dieser Meldung: Amtliche Nachrichten liegen hier nicht vor. Vermutlich hat der Panther" auf der vor der Lagune lie genden Barre nicht genug Wasser vorgefunden und hat Deshalb die wahrscheinlich vorhandene Absicht, den Transport kolumbischen Kaffees über die Lagune zu hindern, aufgeben müssen. Kurze politische Nachrichten. * In der deutschen Botschaft in Petersburg emp jing der Kronprinz am Sonntag Abordnungen der deutschen Vereine Petersburgs. Abends sand in der Bot. schaft ein Mahl zu Ehren des Nconprinzen statt. * Der Regierungspräsident von Osnabrück hat eine Anzahl Mormonenagitatoren aus dem Gebiete dee preußischen Staates ausgewiesen. * Nachrichten über verschiedene Scharmüze zi schen dem Sultan und den Aufständischen kommen aus Marokko. Angeblich sind sie für den Sultan günstig abgelaufen. Zuverlässiges läßt sich darüber natürlich nicht ermitteln, der Sultan lügt genau so wie die Engländer im Burenkriege. Graf Bülow und die Polen Politik. CB. Es gehörte kein allzu großes Maß polittchen Scharfs is dazu, um vorauszusehen, daß der diesjährige preußis, Etat Anlaß zu ausgiebiger Erörterung der Bolenfrage geben würde. Wenn auch bei der erst menige Monate zurückliegenden Debatte über die Erhöhung des Kolonisationstredits für die Ostmart um 250 Millionen Mark eine Aufrollung der gesamten Polenfrage nicht zu erwarten war, so konnte man doch auf eine eingehende Detailkritik der von der Regierung im Etat vorgeschlage nen Neuaufwendungen für den Often rechnen. Ter erste Tag der Etatsberatung im Abgeordnetenhause brachte dann auch ein fräftiges Präludium für das bei der Spezialberatung zu erwartende Mei nungskonzert. Das Vorspiel verriet schon, daß dieses Konzert an Dissonanzen ziemlich reich sein wird: Gleich der erste Etatsredner begann mit einer fummarischen Kritik der durch die Etatsforderungen bekundeten Absichten der Regierung. Herr Frißen vom Zentrum sprach seine unverhohlene Mißbilligung der Absichten des KaEinetts aus. Das Zentrum ist mit der Regierung, mas die Maßnahmen zur Förderung des Deutschtums angeht, von jeher ja recht wenig zufrieden gewesen. Auch beim diesjährigen Etat will das Zentrum so ziemlich alles wesentliche, was die Regierung für das Deutschtum im Osten fordert, ablehnen. Graf Bülow nahm selbst das Wort, um dem Zentrumsredner zu antworten. Mit kerniger Entschiedenheit erklärte er mit Recht die Ostmarkenfrage für die wich tigste Frage der inneren preußischen Politik. Mit einer erfreulichen Ueberraschung fuhr er fort: Tie Ansiedlungskommission soll, den oft und dringend geäußerten Wünschen patriotischer Kenner des Ostens gemäß, an Haupt und Gliedern reformiert werden. Sowohl für Poten wie Westpreußen soll je eine besondere Ansiedlungstommission mit den Oberpräsidenten an der Spize errichtet werden. Der Geschäftskreis jeder Kommission wird dadurch auf die Hälfie verkleinert, also übersichtlicher, und ermöglicht so ein intensivere Bearbeitung der Ansiedfungsgeschäfte. Um wirksame Gründe für die Beamten- und Lehrerzulage war Graf Bülow auch nicht verlegen. Prämien sollen diese Zulagen sein, ein Ehrensold sozusagen eine Kriegszulage, für die Beamten und Lehrer, die als Pioniere des Deutschtums auf dem schwierigen vorgesch nen Posten stehen. Einem weiteren berechtigten Verlangen trägt die Belsgung der kleinen und mittleren Städte mit Garnisonen Rechnung. Ausdrücklich versprach der Ministerpräsident auch, das Schulwesen im Often zu heben; überhaupt solTen für die Einbürgerung fünstlerischer und wissenschaftlicher Kultur in jenen Landesteilen fortan dauernde und ausreichende Aufwendungen gemacht werden. Das wichtigste und vielleicht das wertvollste aber tam zum Schluß der Rede Bülows: Der Ministerpräsident fündigte an, daß die demnächst einzulegende Nebenbahnborlage auch 34 Millionen für Bosen und Westpreußen vorsieht! Für die wirtschaftliche Hebung der Ostmart ist das bas beste mittel: erst durch gute Berkehrs wege wird die Besiedelung des Landes mit beutschen Bauern den rechten Erfolg haben. ,, Ohne Gehässigkeit und ohne Chitane, aber anch ohne Schwäche und ohne Schwanken," das ist, so schloß Graf Bülow, die Devise der Regierung für ihre Bolenpolitik. Das ist eine gute und würdige Devise; wenn bie Regierung ihr immer nachlebt, wird der Erfolg nicht ausbleiben. merrte der Earl. Was für eine Persönlich feit war denn ber unglüdliche Mann?" Ich glaube, er stand mit seinem Vater auf nicht gutem aus guter Familie, aber ich habe ihn nie leiden mögen. Sehr schön und gentlemanlife, natürlich, er war ja daß sie ihm eine peinliche Mitteilung hingegeben.. zu sein," äußerte nach einer Weile der junge Mann. ,, Du und sich ganz dem wonnigen Frieden des Augenblicks Ich fürchte, Liebe, heute nicht sonderlich gesprächig zu machen habe lächelte er. Berlenschnur umschlungen, schimmernben Augen sehr schön aus." hattest ein hochrotes Kleid an und eine große etrurische Vesend und über deine Leftüre Tränen vergießend," Ich erinnere mich sehr wohl, Barbara, du und sahst mit deinen tränenBertrauen eineni fie und ihr Unwürdigen geschenkt; Kind Tassen arm und freudl vs worden, - dem Erbarmen fie roar ver eine Der Tochter Welt preis anderen Ramen als den seiner Mutter." gegeben. Ihr Kind war ohne Anspruch auf irgend einen Nach dem Grafen Bülow nahm der Konservative Graf Limburg- Stirum das Wort, um der Regierung die Zustimmung seiner Partei auszusprechen. Der Ministerpräsident dankte und nahm noch Gelegenheit, sich über das Kaiserschloß in Bosen auszusprechen, das er dringend empfahl. Der Nationalliberale Nölle tritisierte den Etat ebenfalls in wohlwollender Weise. Die Redner der freisinnigen Volkspartei und der freisinnigen Vereinigung Dr. Wiemer und Ehlers fanden mehr an dem Entwurf auszuseßen, während Freiherr von Bedliß( freif.) ihn mit günstigeren Augen betrachtete. Dann vertagte sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr. Nab und Fern. Zum Duell im Grunewald, dem der Rechtsanwali Dr. Aye aus Flensburg zum Opfer gefallen ist, wird jezt bekannt, daß der Gegner des Erschossenen, der Oberleutnant in der deutschafrikanischen Schuztruppe von Grawert, durch Dr. Aye schwer beleidigt worden war. Der Rechtsanwalt, ein schöner Mann, und in Flensburg als Don Juan befannt, trozdem er, wie erinnerlich, in glücklicher Ehe lebte und fünf Kinder besaß, hatte mit der Schwester v. Granerts ein intimes Verhältnis angeknüpft. Der Bruder trat für die beleidigte Ehre seiner Schwester ein und hat den Verführer niedergestreckt. Dr. Ahe ist inzwischen in Berlin beigesetzt worden. XX Der neueste Schritt der Kronprinzessin von Sachsen. Eine überraschende Meldung kommt aus Mentone. Dort sind in dem Hotel des Anglais unter dem Namen eines Herrn und Frau André Girard Herr Giron und die Kronprinzessin von Sachsen abgestiegen und werden voraussichtlich auf einen Monat verweilen. An zuständiger Stelle wird dem amtlichen Dresdener Anzeiger die Mitteilung bestätigt, daß die Kronprinzessin auf sämtliche ihr aus ihrer Ehe zustehenden Titel, Rechte und Würden verzichte, fortan ihren ursprünglichen Familiennamen ( Erzherzogin Marie Luise von Tosiana) wieder annehme und daß sich der Kronprinz bereit erklärt habe, ihr aus eigenen Mitteln jährlich 30 000 Mark zu überweisen. Ueber das zufünftige Verhältnis der Kronprinzessin zu ihren Kindern sind endgültige Bestimmungen überhaupt noch nicht getroffen. Bis zum Eintritt ihrer Entbindung soll derselben die größtmöglichste und danach vollständige Bewegungsfreiheit gewährleistet werden, sofern sie den sächsischen und den österreichischen Hof von allen ihren Schritten vorher in Kenntnis sept. $ Ein deutscher Passagierdampfer gestrandet. Der Tampfer des Norddeutschen Lloyd ,, Lahn", von Italien nach Newyork unterwegs, ist bei Tunara, 10 Meilen östlich von Gibraltar, bei Nebel und Regen gestrandet. An Bord befinden sich 1500 Passagiere, darunter 300 erster Klasse; die übrigen sind Auswanderer. Bergungsbampfer sind zu Hilfe gegangen. Ter englische Marineschleppdampfer ,, Energetic", und der amerikanische Kreuher ,, Hartford" versuchten bei Hochwasser mit Hilfe der Schleppdampfer ,, Newa" und ,, Herakles" die ,, Bahn" flott zu machen, aber ohne Erfolg. Die Bahn" blieb fest nuf der Sandbank und wird voraussichtlich die Passagiere Don Bord geben und einen Teil der Ladung ausschiffen nüssen, ehe sie wieder flott wird. Das Wetter ist zum Blüd wieder ruhig und klar. Bunte Chronit. Bei dem preußischen Krönungs- und Drdennsfeste wurden insgesamt 2804 Personen dekoriert. Gegen den bekannten Luftschiffer Santos- Dumont, der gegenwärtig in Amerika meilt, ist die Anklage auf Ehebruch, begangen mit einer Dame der Bostoner Gesellschaft, erhoben worden. Wie aus den Petroleumgruben bei Boryslaw gemeldet wird, ist dort im Aetna- Schacht wieder ein Brand ausgebrochen. Das brennende Rohöl ergießt sich in den Themenienza in der Richtung der Erdwachsgruben. Die in der Nähe des Aetna- Schachtes befindlichen Terrains sind bei der herrschenden Windstille nicht bedroht. Zu Constantine in Algier wurden in einer Spezerei handlung infolge einer Erplosion der Ladenbesißer und viel feu den getötet. Es heißt, daß der B.sizer des La ens heimlich Pulver herstellte. - Auf dem amerikanischen Kriegsschiff ,, Massachusetts" sind durch eine in einem Turm stattgehabte Pulverexplosion 5 Mann getötet und 4 verwundet worden. 65] Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von G. Weßner. ( Nachdruck verboten.) Herr von Wildenstein machte eine heftige Bewegung und stieß einen fernigen Fluch aus. „ Warten Sie, Onkel, bevor Sie etwas sagent", wandte der Baron sich an diesen, seine ernsten Augen mit einem traurigen Ausdruck auf ihn richtend. Ich werde die Wahrheit in wenigen Worten enthüllen." Und sich an Frau Everett wendend, sagte er mit fester Stimme: Frau Everett, Sie sehen in mir den Mann vor sich, welcher Herbert Franzins tötete. Ihr Sohn ist unschuldig!" „ Sie- Sie thaten es?" rief Frau Everett ungläubig. „ Robert, bist Du von Sinnen?" schrie Margarete auf. „ Robert, o Robert", rief Annie. Lieber Bruder, Du mußt den Verstand verloren haben", be= merkte Dora. „ Nein, nein, ich bin nicht von Sinnen! Ich bin völlig bei Vernunft! Aber eine Zeitlang war ich wahnsinnig. Ich tötete Herbert Franzins auf der Ebene von Salisbury. Hetty Vincent damals hieß sie Armitage- war Augenzeugin meiner That. Sie verschwieg die Wahrheit um meinetwillen. Sofort nach der von mir begangenen That verfiel ich dem Verhängnis unseres Hauses und vergaß alles, was ich gethan, alles, was mit jener That in Zusammenhang stand. Es war wie ausgelöscht aus meinem Gedächtnis fünf Jahre lang! Rumsey"- wandte er sich an den Arzt als ich vor etwa sechs Monaten mein eigenes Geficht in dem unweit des Thatortes gelegenen Teiche erblickte, da fam die Erkenntnis der Wahrheit über mich, die mir verloren gegangene Gedächtniskraft fehrte zurüd. Ich erinnerte mich bessen, was ich begangen. Ich erinnerte mich aber ich fonnte tein Bedauern darüber empfinden und beschloß, die Wahrheit zu verheimlichen bis an das Ende meines Lebens. Mein Gewissen, mein moralisches Ehrgefühl also das, was den Menschen vom Tier unterscheidet lag int tiefsten Schlafe. Ich war glücklich und befand mich recht wohl dabei. Bis gestern- gestern- als ich nach Hause zurückkehrte und alle meine Leute wiedersah, bis ich Hetty wiedersah- bis ich den Zug tiefen Leidens in Ihrem Vermischtes. =[ Ein sonde arer Verein.] Die Bereinsmeierei hat in Meß eine eig tümliche Blüte getrieben. In einem dortigen Blatte findet sich folgendes Inserat: ,, Achtung! Alle diejenigen Herren, die sich für Gründung eines ,, Vereins für unglücklich Liebende" interessieren, werden gebeten, sich am Sonnabend, den 10. d. M., abends 9 Uhr, im Restaurant ,, Café London" in Montigny einzufinden. Mehrere Unglückliche." Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der Wirt des Cafés das Bedürfnis hatte, den schwachen Besuch seines Lokals etwas aufzubessern. $[ Das Geheimnis".] Eine Lesbschüßer Dame, so erzählt die ,, Oberschlesische Volkszeitung", gab ihrem Manne bieser Tage morgens früh einen versiegelten Brief, bat ihn aber, ihn erst im Bureau zu öffnen. Hier las er folgendes: Ich bin gezwungen, dir etwas zu sagen, was gewiß dein Mißfallen erregen wird; aber es ist meine Pflicht, es dir nicht zu verschweigen, ich bin entschlossen, es dir um jeden Preis zu sagen, mag daraus entstehen, was da wolle. Schon seit einer Woche war ich sicher, daß ich so weit würde getrieben werden, doch hielt ich mein Geheimnis in mir verschlossen, bis heute: nun fann ich es nicht länger verbergen! Du darfst mir keine allzu bitteren Vorwürfe machen, ich hoffe sogar, daß du dich nicht zu sehr aufregen wirst..." Der Mann wandte das Blatt um, während ihm allmählich die Haare zu Berge standen, und las weiter: Der Kohlenvorrat ist zu Ende, ich bitte dich, zu dem Kohlenhändler zu gehen und ihm zu sagen, daß er mir noch heute ein paar Zentner schickt. Ich dachte, dies wäre das beste Mitte!, mich zu vergewissern, daß du es nicht wieder vergißt, wie gewöhnlich." Der Mann vergaß es diesmal wirklich nicht. [ Ein Batentind Napoleons des Ersten.] In dem Orte Torguwka im Gouvernement Warschau starb unlängst im hohen Alter von 91 Jahren eine Frau namens Aniela Rinzinska, die ein Patentind Napoleons des Ersten gewesen ist. Ihr Vater, Joseph Trachtmann, war im Jahre 1812 Portier in einem der ersten Hotels Warschaus, dem ,, Englischen Gasthause", in dem Napoleon auf seiner Flucht aus Rußland abstieg. Zur selben Zeit erhielt die Familie des Trachtmann einen Zuwachs, und der Portier verfiel auf den Gedanken, den hohen Gast zum Taufatte zu bitten. Napoleon ging auf die Bitte ein und beauftragte einen seiner Adjutanten, als sein Stellvertreter der Tause beizuwohnen, was in den Dokumenten der Verstorbenen, sowie den Kirchenbüchern vermerkt worden ist. Auch ein tostbares Geschenk ließ der Kaiser dem Vater seines Paten findes übergeben. Als Aniela Trachtmann sich verheiratete, saß auf dem Throne Frankreichs Napoleon der Dritte. Diesem überreichte sie eine Bittsch ist um Aus olgung einer Pension und einer Unterstüßung und sügte dem Gesuche eine Abschrift der Tokumente bei, denen zu. folge sie ein Patenkind Napoleons des Ersten war. Man fegte ihr daraufhin in Frankreich eine lebenslängliche Pension von 600 Francs jährlich aus. Die Pension erhielt sie wölf Jahre lang bis zum Sturze Napoleons des Dritten regelmäßig ausbezahlt. Eine Falle. Sag' mal, Paul, was hat dir eben geträumt? Du machtest ein so schmerzliches, betrübtes Gesicht!" ,, Betrübtes Gesicht? Kein Wunder! Ich träumte, du wärest gestorben!"- ,, S000?- du Abscheulicher! Also darum hast du so geschmunzelt?!" Der Rentierssohn. Lehrer:„ Soll denn Ihr Sohn nicht auch die Stenographie erlernen?"- Rentier: Nee! Der hat' mal so viel Zeit, um die gewöhnliche Schrift zu schreiben!" Erklärung. ,, Mutter, was sind denn eigentlich Gespenster?" ,, Ach was, dummer Junge, Gespenster gibt's ja garnicht die tun blos so!"( Fl. Bl.) - Kindlich. Mama: Um Gottes willen, woher kommen denn alle diese Sprünge in unseren Gläsern?". Kleine Helene: Die habe ich gemacht, Mama, weil du einmal gesagt hast, daß ein gesprungenes Glas am längsten Hält!" - Mißverstanden. Frau( zum Kleidergeschäftsinhaber, eine alte zerrissene Kinderjoppe vorzeigend): I tät bitten, daß Sie mir jetzt die Joppen gegen a größere umtauschen. Mei Seppl is draus g'wachs'n, und wia i' 3 vor zwei Jahren tauft hab', hab'n S' doch g'sagt, wenn's mei'm Seppl z'klein wär', dürft' i's umtauschen." Autliz, Frau Everett, entdeckte da regte sich die Stimme Gottes in meiner Brust. Von jenem Moment an fämpfte das Gute und das Böse in mir einen heißen Kampf um meine Seele. Ich war Feigling genug, zu glauben, ich könne die Wahrheit auch fernerhin verheimlichen und das Leben eines erbärmlichen Heuchlers führen-" Die Stimme des Barons, die bis dahin ruhig und beherrscht getfungen, bebte bei diesen Worten merklich. Nach einer kleinen Banse fuhr er fort: Es ging nicht. Ich konnte mich dem Teufel nicht verschreiben." In diesem Augenblick geschah etwas unerwartetes. Margarete stürzte auf ihren Gatten zu, umschlang, leidenschaftlich seinen Hals und preßte das schöne Gesicht an seine Bruſt. Gott sei Dank", flüsterte sie bewegt,„ Du hast Deine Seele gerettet." Sm", räusperte sich Herr von Wildenstein vernehmlich, das ist mir denn doch eine merkwürdige Geschichte." Er trat näher an den Baron heran. Sie, Audrey, der Mann meiner Nichte, Sie kommen feelensruhig in dies Zimmer und sagen uns mit der größten Kaltblütigteit ins Gesicht, daß Sie ein Mörder sind! Glauben kann ich so etwas auf feinen Fall- Sie müssen in der That verrückt geworden sein!" " Ich bin geistig vollkommen gefund, Hetty Vincent kann die Wahrheit meiner Worte bestätigen. Ich bin ein Mörder allerdings aber ich hatte nicht die Absicht, Herbert Franzins zu töten. Nichtsdestoweniger habe ich ihn ums Leben gebracht!" Und das wagen Sie mir zu sagen?" brauste Herr von Wildenstein zornig auf. Sie behaupten, daß Sie einen Unschuldigen nahezu sechs Jahre an Ihrer Stelle büßen, im Sterker schmachten ließen?" „ Es geschah unbewußt!" verteidigte sich der Baron. Ich wußte ja absolut nicht, was ich gethan." " Das kann ich beweisen", warf Dr. Rumsey ein, inden er schnell herzutrat. Die ganze Geschichte grenzt ans Wunderbare, ein solcher Fall ist mir überhaupt noch nicht vorgekommen. Ich wundere mich nicht, daß Sie alle im höchsten Grade überrascht find. Eines Urteils in diesem Falle ist niemand fähig. Und trog alledem spricht der Baron die lautere Wahrheit. Ich habe ihn als meinen Patienten jahrelang beobachtet und seinem rätselhaften Falle mein eifrigstes Interesse gewidmet. Es ist eins der Giessener Cagesneuigkeiten. ** Tem zum Bürgermeifier der Kreisstadt Friedberg gemählten Kreisbauinspektor Bcurat Karl Stahl zu Gießen wurde die Bestätigung und die noch gefud te Entlassung aud dem Staated enste mit Wirkung vom Tage seines Dienstaus tritte an erteilt. ** Am 15. Januar wurde der Hilfegerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gernsheim Daniel Julmann zum Gerichts schre ber bei dem Amtsgericht Alsfeld ernannt. Ottober November Dezember Januar Fbruar März April Mai Juni Juli Auguft Septemb Oftober Novemb Dezembe Kanarien- A ** Es wurde uns von hochgesch. Seite folgender Artikel zum Abdruck und allgemeinen Beachtung u gesandt: An den Packetpostschaltern ergeben sich Tag für Tag unleidliche Mißstände daraus, daß nach einer alten, aber für das große Publikum wie für die Ver waltung gleich unerfreulichen Sitte die Geschäftsleute die abzusendenden Pacete erst in den letzten Dienst stunden zur Post schicken. Die wiederholten Mahnungen der Postbehörde sind bisher fast ganz erfolglos gewesen, sodaß die Packetannahmestellen bis in die Nachmittags: Freitag, Samstag Hotel flattfindenden Ausstellung fi darunter wie wir erf stunden hinein nur wenig in Anspruch genommen sind, während des Abends die Räume zur Bewältigung des Verkehrs kaum ausreichen. Statistische Ermittelungen haben ergeben, daß von sämtlichen an den verkehrs reichsten Tagen Freitag und Samstag auf Mittags aufgegeben werden; in der Zeit von 12 Uhr Mittags bis 6 Uhr Abend gelangen dann weitere 27 Prozent zur Auflieferung. Der Rest von nicht bei Berliner Postämtern mit ausgedehntem Packetverkehr gang ausgezeichnete bad ftellt außer eine Dompfaffen alle beut gelieferten Packeten nur etwa 9 pt. bis 12 Uhr Stubenvögel aus. M marft berbunden. ** In der leg Telegramm, die am weniger als 64 pt. aller aufgelieferten Packete ftituierung der Heffi muß an den Schaltern von 6 Uhr Abends an be: Die Darm. 8tg." wältigt werden, und auch dann drängt sich die Haupt masse noch auf die lezte halbe Stunde zusammen. Es mag sein, daß das Verfahren, sämtliche Packete erst dicht vor Thoresschluß aufzugeben, für die Versandt. geschäfte aus Gründen des Betriebes sehr prakisch iſt; aber andererseits haben darunter die Einlieferer bon Einzelpadeten zu leiden. Namentlich weiblichen Personen, Angehörigen der besseren Stände, Kindern u. s. w. wird es bei dem in den letzten Abend stunden vor den Packetannahmestellen herrschenden Ge dränge erschwert, sich den Beamten bemerkbar zu machen oder zu den Annahmetischen vorzudringen. Es sei daher auf Grund der Angaben der„ Deutschen Verkehrs. zeitung" hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß die Behörde bei den meisten Berliner Postanstalten Vors fehrungen getroffen hat, um die Auflieferer von Einzelpadeten mit thunlichster Beschleunigung abzufertigen. Bei einec Anzahl von Postanstalten, besonders in den neuen Posthäusern, findet die Abfertigung der Einzelauflieferer an besonderen Schaltern oder an besonderen Wagen statt; an anderen Stellen wird die Annahme von Massenauflieferungen in furzen Zwischenräumen oder nach je einer bestimmten Anzahl von Packeten zum Zweck der Einzelabfertigung unterbrochen. Bei einer Reihe von Postanstalten werden die Einzelauflieferer besonders berücksichtigt und mit Vorrang vor den Massenauflieferern abgefertigt. Das Publifum soll auf diese Einrichtung je nach dem örtlichen Bedürfnis entweder durch besonders dazu aufgestellte Unterbeamte oder durch das Personal der Packetannahmestellen aufmerksam gemacht werden. In besonderen Fällen, namentlich Damen gegenüber, sollen diese Unterbeamten weitgehende Unterstüßung gewähren, unter Umständen die Packete selbst abnehmen und zu den Annahmestellen bringen. Außerdem sind bei einigen Aemtern an geeigneter Stelle des Schalterraums entsprechende Hin weistafeln angebracht.- Hoffentlich werden die Anweisungen der Behörde auf den einzelnen Aemtern auch strift durchgeführt. + Ueber den Verbrauch von elektrischem Strom aus dem städtischen Elektrizitätswerk seit dess n Bestehen in Geldwert ausgedrückt, werden uns nachstehende Zahlen mitgeteilt größten psychologischen Probleme, die mir in meiner Praxis ie vorgekommen sind. Der Baron von Andrey tötete Herbert Franzius und vergaß nicht nur diese That, sondern auch alle Nebenumstände, die mit ihr verfuüpft waren. Zweifellos handelte er damals in unzurechnungsfähigem Zustande." „ Er wurde auf das beleidigendste dazu herausgefordert", warf Hetty ein, zum ersten Male das Wort ergreifend. " Es wird nötig sein, daß Sie den ganzen Thatbestand zu Papier bringen", bemerkte Dr. Rumsey, indem er Hetty forschend betrachtete. Ich sehe einen Schimmer von Hoffnung, daß Sie, lieber Baron, den ernsten Folgen Ihrer That entgehen, wenn dem Gericht flar und deutlich bewiesen werden kann, daß Sie aus Notwehr handelten." " Es war Notwehr höchste Notwehr", fügte Heith hinzu. „ Ich weiß es ganz genau-" In die bestürzten und erregten Zuschauer dieses seltsamen Vorganges fam langsam Leben. Bisher hatten sie von Schred gebannt wie zu Stein erstarrt dagestanden. Jetzt sprach man heftig und erregt durcheinander. Nur Rumsey blieb ruhig und behielt den Kopf auf dem rechten Fled. Er sah, daß es mit Hetty sehr schlecht stand und sagte sich im stillen, wie ungeheuer wichtig ihre Erklärung sei, ja, es war die einzige Nettung für den Baron. Ihre Erklärung mußte also unbedingt so schnell als möglich zu Protokoll genommen werden. " Kommen Sie, liebe Frau, sezen Sie sich", sagte er freundlich, sie an der Hand fassend und zu einem Stuhl führend. Alle Anwesenden wichen wie in Abschen vor ihr zurück, nur Frau Everett, deren dunkle Augen in einem unheimlichen Fener glühten- ein seltsames Gemisch von bitterem Zorn und übersprubelnder Freude trat einen Moment dicht an sie heran. Heuchlerin, Lügnerin!" zischte sie ihr zu. Vergessen Sie mur nicht, daß Sie einen Meineid geschworen haben! Ihre Strafe dafür wird feine geringe sein!" Still!" gebot Dr. Rumsey mit ernster Würde. Ist dies der Augenblick für" ein Ausbrud in feinen ernsten Augen ließ die Witwe sofort verstummen; sie zog sich hastig in eine Fensternische zurüd, um ihrem vor Freude überquellenden Herzen in einem heißen Thränenstrom Luft zu machen. " Setzen Sie sich und erzählen Sie nochmals ganz genau, was Sie gesehen haben", sagte Dr. Rumsey zu Hetty.„ Herr von Wildenstein, Sie sind Magistratsperson?" Nummer ausführlic Unter der thefenbant,& die auf Grund des Großh. Staatsregier Ron munalverbänden herzogtums zu erri Darmstadt gegründe worden. Bei der Gründ Großb. Regierung Broving Oberhessen ißen, für bie Röhler, für die G Landau, für die Direltor Stieh. Das Grundlap Mart, worauf 2080 Der Aufsichtsra Lehl- Darmstadt als Darmstadt als stel Brofeffor der Staats ftadt, Juſtizrat D Rorell- Büdingen un is Mitglieder des Dr. M. Biermer- G Herren E. Caftian u Borstandsmitglied in läger gewählt. Die rach Arti sinisterium zustehen ff'n Leitung von Finanzwirtschaft un Groth. Hauptstaatsto ausgeübt. Die Bant gewä auf innerhalb des G Wi Hierdurch von Gießen mit, d läuflich übernommer unter streng foliden Speisen und Geträn Im geneigt gkeiten. eisftadt Friedber Stahl zu Gießer te Entloffung aut feines Dienstaus gerichtsschreiber bei ann zum Gerichts nannt. Seite folgender Beachtung zu geben sich Lag daß nach einer vie für die Ver Die Geschäftsleute n legten Dienst lten Mahnungen rfolglos gewesen, die Nachmittags Licht Kraft Eisenbahnverbrauch 2440 290 2760 3440 Ottober 1901 November Dezember 3020 270 " 3240 370 H 3550 Januar 1902 2310 330 Fbruar 1690 310 и Märk April 1290 290 3390 3000 2780 и 970 310 2090 " Mai 830 310 1920 " Junt 830 350 1800 " Juli Auguft September 780 330 1480 H 860 430 1540 Н 1570 500 2490 " Dftober November 2520 550 " 3680 760 H Dezember 4220 790 3340 3640 4220 " Kanarien- Ausstellung. Zu der in dieser Woche am Freitag, Samstag und Sonntag im Saale des Einhorn ländlichen Grundbesiz, sowie nicht hypothefarische Darlehen| an hessische Gemeinden und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts oder gegen Uebernahme der vollen Gewähr leistung durch eine solche Körperschaft. Die Beschaffung der Mittel für diese Darlehen geschicht durch Ausgabe von Schuldverschreibungen auf Grund der erworbenen Forderungen. Darlehensgesuche, die seither schon bei der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Großherzog lichen Finanzministeriums eingereicht werden konnten, find nunmehr an die Direktion der Hypothekenbank zu richten. Die Landeskreditkasse fann nach dem Infrafttreten des Gesetzes vom 6. August v. Js. am 15. d. hypoth farische Darlehen an Private zu anderen als Meliorationszwecken der im Gesetz über die Landeskulturrentenfasse vom 20. März 1880 bezeichneten Art nicht mehr gewähren. *=* Wir brachten am Donnerstag, den 8. Januar, einem dem„ Alsfelder Kreisblatt" entnommenen Artikel, we'cher die Vorträge in den Kriegervereinen in B. und entwendete aus dessen Koffer 93 Mt. Das Urteil lautet auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Das Gericht erblickt in dem Umstand, daß Angeklagter die Ersparnisse eines arbeiters Arbeiters leichtfertig vergeudete, eine gemeine Gefinnung, weshalb ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberfannt worden. Die Sache gegen Georg W aus Frankfurt a. M., welcher sich wegen Beleidigung eines Bahnbeamten von Bad- Nauheim zu verantworten hat, wird auf Antrag des Angeklagten, behuss weiterer Beweiserhebungen vertagt. Brauereibesizer Hermann Melchior von Buzb ich war beschuldigt an der dortigen Station einen Eisenbahnbediensteten beleidigt zu haben. Vom Schöffengericht Buzbach wurde Angeklagter freigesprochen. Das durch Berufung der Staatsanwaltschaft angefochtene Erkenntnis wird heut bestätigt. Eine Anzahl Daubringer Burschen, welche Hausfriedensbruch, begangen in einer dortigen Wirtschaft, zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt waren, verfolgten wegen Strashöhe Berufung; desgl. die Staatsanwaltschaft. Die der Besteren wird heute zurückgenommen sind, Hotel flattfindenden großen Kanarien- und VogelBewältigung des Ausstellung sind 55 Konfurrenzfänger ang mildet, sehr abfälliger Weise kritisiert. Das gen. Blatt be- gewief n, der der ersteren stattgegeben und die Strafen auf em Badetverkehr ganz ausgezeichnete Eänger. Vogelhändler Möller- AngersGemittelungen barunter wie wir erfahren was deren Abstammung betr fft merfte u. a. tendenziös darüber:„ Es dürfte sich empfehlen, je 3 Wochen herabgesezt. Johannes G. von Büdingen den St. bis 12 Uhr Stubenvögel aus. Mit der Ausstellung ist auch ein Vogel wandern 2c. mstag auf. Dompfaffen alle beutschen Fintenatten und sonstige deutsche eit bon 12 hr markt verbunden. ann weitere 27 ** In der letzten Sametag- Nummer brachten wir ein in jedem Bezirk einen großen Phonographen anzuschaffer, in weld en ein solcher Vortrag einmal gesprochen würde. Dieser Phonograph fönnte dann von Verein zu Verein Unsere p rsönliche Stellungnahme zu diefer abfälligen Berichterstattung fennen unsere gesch. Leser, worüber uns auch mehrere Zustimmungsschreiben eingesandt wurden. Heute sind wir in der Lage, das Urteil des der„ Hassia" zu " est von nicht Telegramm, die am gen. Tage vor sich gegangene Son bends an be. Die" Darm. 8tg." bringt in ihrer geftrigen Montage, zu hören. Sie urteilt in folgender Weise: sich die Haupt Nummer ausführlich folgendes darüber:" zufammen. Unter der Firma Hessische Landes Hypo= che Badete etfi thefen bant, aftiengesellschaft", ist am 17. d. M. die Versandt, die auf Grund des Gesetzes vom 12. Juli v. Je. du ch die he pratisch ist: Großh. Etaatsregierung in Gemeinschaft mit Gemeinden, Ginlieferer Kommunalverbänden und öffenil chen Sparkassen des Großmentlich weib herzogtums zu errichtende hypothefenbank mit dem Siz in efferen Stände Darmstadt gegründet und ins Handelsregister eingetragen En legten Abend, worden. errichenden Ge Bei der Gründung waren außer dem Vertreter der rfbar zu machen Großh. Regierung als Bevollmächtigte beteiligt: für die ingen. Es sei Provinz Oberhessen Herr Provinzialoirektor Dr. Breidertutschen Verkehrs ießen, für die Stadt Worms Herr Oberbürgermeister gemacht, daß die Köhler, für die Epar- und Leibtasse Bingen Herr Julius stanstalten Vor Landau, für bie par- und Leihfasse Oppenheim Herr rer von EinzelDirettor Stieh. abzufertigen. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 4 600 000 onders in den Mart, worauf 2 080 000 Mt. eingezahlt sind. ng der Einzel Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren Oto Wolfsan besonderen tehl- Darmstadt als Vorfizenden, Geb. Regierungerat Planzdie Annahme Darmstadt als stellvertretendem Vorsigenden, ord tlichen Zwischenräumen Brofeffor der Staatswissenschaften an der Landesuniversität n Packeten zum Dr. M. Biermer- Gießen, Defonomierat Ditw.il. r- Darmen. Bei einer stadt, Justizrat Dr. Gu fl isch Gießen, Kammerdirekter Einzelaufliefere Korell- Büdingen und Doerförster Dr. Weber Konradedo. f. rang vor den als Mitgliezer des Vorstandes der Bank wurden bestellt die blifum soll auf Herren E. Bastian und Dr. Fresenius. Zum st Avertretenden Vorstandsmitglied im Nebenamt wurde Herr R gierungsrat Bedürfnis ent te Unterbeamte Echläger gewählt. hmestellen auf nderen Fällen, e Unterbeamten nter Umständen Annahmestellen emtern an ge sprechende Hin Derden die An n Aemtern auch hem Strom aus Bestehen in Geld Bahlen mitgeteilt einer Bragis je tötete Herbert dern auch alle ifellos handelte gefordert", warf Thatbestand zu Hetty forschend funng, daß Sie, entgehen, wenn 1 kann, daß Sie gte Hetty hinzu. dieses seltsamen sie vom Schred sett sprach man blieb ruhig und jah, daß es mit it, wie ungeheuer Rettung für ben t so fanell als gte er freundlich, rend. Alle An ur Frau Everett r glübten- ein rubelnder Freude „ Bergessen Sie 1 haben! Thre e. it dies der Augen ließ die ine Fenfternice Serzen in einem ang genau, was ty.„ Herr von Die rach Artifel 9 obgenannten Gefeßes dem Finanzministerium zuſtetende Aufsicht über die Bank wird unter dessen Leitung von dem Referenten in der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen dieses Ministeriums, Groth. Hauptstaatskasse direktor Schäfer als Staatskommissar ausgeübt. Die Bant gewährt hypothefarische Darlehen an Private auf innerhalb des Großherzogtums gelegenen städtischen und Tie Aufnahme dieser Mitteilung in ein amtliches Kreisblatt beweist einmal wieder so recht, wie wenig Verständnis des Kriegervereinswesens in gewissen Kreisen noch immer herrscht. Das Kreisblatt sollte froh sein, daß sich in der Hassia" Männer gefunden haben, die nicht gegen Bezahlung ein und dense ben Vor trag im Jahre 52 mal herunter leiern, sondern mit großem Aufwand von Zeit und Mühen ihre freten Sonntage opfern...... Jeder Verein hat das Recht, aus einer Reihe von Themata das ihm angenehmste zu wählen, und müßte uns das„ Alsfelder Streisblatt" schon eine mehrere Hundert überschreitende Anzahl von Phono graphen zur Verfügung stellen, um dann nicht die Wafung zu erzielen, welche ein lebendiger, von Begeister= ung getragener Vortrag erzielt Häßlicher als wie hier in einem Kreisblatt geschehen, hätte sich selbst ein sozialdemokratisches Blatt nicht aussprechen tönnen, von denen wir ja eine stark gewürzte Sprache gewöhnt sind. ( Kommentar überflüssig! D. R) nahm aus dem Laden des Kaufmanns Konrad K. 2 von Orleshausen verschiedene Kleidungsstücke und sonstige Gegenſtände weshalb er vom Schöffengericht Büdingen zu drei Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Vor dem Berufungsgericht erklärt Angeklagter heute, er habe die Sachen mit Zustimmung der Frau K., welche ihm noch 29 Mt. schuldete, mitgenommen. Das Gericht fann sich nicht davon überzeugen, daß Angeklagter in rechtswidriger Absicht gehandelt habe, weshalb auf Freisprechung erkannt wird.- Zum Schlusse wird die Sache gegen August R von Stodhausen b. Grünberg verhandelt, welcher der Körperverlegung mittels Wessers angeklagt ist. Eines Sonntags abends geriet er mit dem iam feindlich gesinnten Otto N. von dorten in Streit, in dessen Verlauf Angeklagter das Messer zog und dem N. einige Stich versezte. Angeklagter will in Notwehr gehandelt haben, doch ist das Gericht anderer Ansicht und verurteilt ihn zu 4 Wochen Gefängnis, indem es die zahlreichen vorliegenden Strafmilderungsgründe becücksichtigt. Das bei der That gebrauchte Messer wird eingezogen. Gestorbene. Am 18. Jan. Dorothea Köhne, geb. Kirgeleis, 72 Jahre alt, ohne Veruf dahier. Be erdigung: Mittwoch, den 21. d. Mis., nachmittags 2 Uhr, vom Sterb hause, Ebelstraße 5 aus. Marktbericht. X Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß im Frühjahr der Ausbau des Stationsgebäudes Gießen begonnen werden soll. Mit Erdarbeiten und Anfahren von Baumaterial hatte man bereits im vorigen Jahr begonnen. Durch nochmalige Revision der Baupläne mußten damals die Arbeiten eingestellt werden. Man per Bid. 0.80-1.00 m Hübnereier 1 St. 8-10 Big.. Enteneier St. nimmt an, daß der Anbau Warteräume für die Oberhess. und Kölner Bahn enthalten wird. Vermutlich wird auch ein Tunnel on der Main- Weser- Bahn nach den Oberhess. Bahnen angelegt werden. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer fihung. Gießen, 16. Jan. 1903. Arbeiter Hinrich R. von Rödelheim war in der Backsteinfabrik von Küchel in Bubba ch beschäftigt. Er vevschaffte sich den Zimmer schlüssel seines Arbeitskollegen Vinzing Wirtschafts- Eröffnung. Hierdurch teile ich meiner werten Nachbarschaft, sowie verehrlichem Publikum von Gießen mit, daß ich mit dem heutigen Tage die Wirtschaft Dammstraße 39 WUK ürze ratt Bester Küchen- Extract veringert die Kosten. fäuflich übernommen und neu eröffnet habe. Ich bemerke, daß ich die Wirtschaft Verbessert die Kost und unter streng soliden Verhältnissen führen und mir durch Verabreichung von guten Speisen und Getränken die Zufriedenheit meiner werten Gäste zu erwerben suchen werde. Um geneigten Zuspruch bittet Jedes Hochachtungsvoll Carl Döring. Eintauf interessante Ereignis aus aller Welt photographisch illustrirt bringt am schnellsten die Berliner Illustrirte Zeitung" Jede Nummer hochinteressant. WochenAbonnement: 10 Pfennig ober 1 Mt. 30 Pfg. vierteljährlich bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. von Safen, Reb, Ziegen-, Fuchs, Marder-, Otter-, Jltis-, Dachs: Fenchelhonig, aus garantiert reinem Honig, per große Flasche 50 Pfg. Zu haben in der Apotheke zu Groß- Felda. 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Durch Bersetzung des Herrn Hauptmann Beder ist dessen seit 7 Jahren innegehabte Wohnung in meinem Hause Afterweg 29 II für sofort oder später zu vermieten. Sanitätsrat Dr. Haupt. In unserem Neubau am Brandplatz ist noch eine schöne 5- Bimmerwohnung m. Erker per April zu vermieten, desgleichen dafelbft 4 Zimmerwohnungen. Näh. Fianffurterĭtr. 29. Bahnhofstraße 20, ( bisher dem Herrn Fanz Plant gehörig) find auf 1. April zu verm. 1. der erste Stod, beftehend aus brei Zimmern und Küche mit den Hintergebäuden, legtere zur Einrichtung eines gewerb lichen Betriebs oder von Lagerräumen geeignet; 2. ber zweite Stod bestehend aus drei Zimmern und Küche, mit einer Raminer im Dachstod; 3. bie Mansardenwohnung beStehend aus Stube mit zwei Kammern. Näheres bei der Bürgermeisterei, Simmer Nr. 15, Bekanntmachung. Bekanntmachung Der vom Stadtborstand festgestellte Fluchtlinienplan betr. Abhaltung der Biehmärkte. für die Marburgerstraße von der Nordanlage bis zum Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung Großh. Wiesecker Wege und die von diesem Straßenzuge ab- Kreisamts Gießen vom 19. Februar 1902 bringen wir zur zweigenden Seitenstraßen ist vom Großherzoglichen Mi- Kenntnis der Interessenter, doß am Dienstag, den 20. 1. Miz. nifterium des Innern durch Verfügung vom 29. Novbr. Rindviehmarkt und am Mittwoch, den 21. 1. Mts. Schweine1902 mit der vom Kreisausschuß empfohlenen Abänder- marft ftatifindet. ung, wonach die Vorgärten bereits von der Straße B- B ab beginnen sollen, unter Verwerfung der hiernach noch nicht erledigten Einsprüche genehmigt worden. Ich habe den Plan nunmehr festgestellt, und liegt berselbe zu Jedermanns Einsicht auf dem städtischen Tiefbauamt, Gartenstraße 2, Zimmer 6 aus. Gleichzeitig bringe ich das nachstehende, vom Groß- bon herzogl. Ministerium des Innern durch Verfügung vom in 29. November 1902 genehmigte Ortsbauftatut zu diesem Blane als Nachtrag zu dem Ortsbaustatut der Stadt Gießen vom 6. Juli 1888 zur öffentlichen Kenntnis; Einziger Paragraph. Auf Grund des Artikels 20 des Gesezes vom 30. April 1881, die allgemeine Bauordnung betr. wird bestimmt, daß an den Querftraßen A- A, B- B, C- C, Gießen, 13. Januar 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Heler. Bekanntmachung. Die an Dienstboten bewilligt n Brämien tönnen Mittwoch, den 21. 1. ts. ab bei unserer Stasse Empfang genommen werden. Gießen, den 19. Januar 1903. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Holzversteigerung. Freitag, den 22. Januar, D- D, und E- E, Gebäude, welche nach diesen Straßen wird in dem hiesigen Gemeindewald folgendes Holz verihren Ausgang haben, auch unter den Voraussetzungen steigert: des§ 7 des Ortsbauftatuts vom 6. Juli 1888 borerst nicht errichtet werden dürfen. Ausgenommen hiervon find die Edbaupläge an der Marburgerstraße. Gießen, den 14. Januar 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gießen, den 15. Januar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Bei der in der gestrigen Sigung der StadtverordnetenBersammlung vorgenommenen planmäßigen Verlosung der am 15. Mai 1903 zur Rückzahlung tommenden Schuldverschreib96 Nadel- Stämme von 14-22 cm Durchmesser und [ 20 m Länge. 3 Kiefern- Stämme von 27-34 cm Durchmesser [ und 5-9 m Länge. 32 Fichten- Derbftangen 3,36 Fstm. 314 Rm. Nadel- Knüppel( darunter sind 30 m. [ 3 m lang. 3000 Nadel- Wellen = 66 Nm. Nadel Stöcke. Die Zusammenkunft ist Mittags 1 Uhr beim Bindenbaum am Ruhberg. Großen Linden, am 16. Januar. Großh. Bürgermeisterei Großen- Binden. Leun. ungen der Anlehen der Stadt Gießen vom Jahre 1896 und Ein braver Junge, Berce Heirat 1897 sind folgende Stücke gezogen worden. a vom 1896er Anleben. Lit. Q Nr. 64, 76, 155, 159, 201, 222 á 100 mt. Dermittelt Bureau Krämer.feipzig welcher Buchdrucker lernen will, Brüder.6.usfunft aenen 30 fa fann in die Lehre treten. Darlehen auf Hypothek, SchuldTurnverein. Mittwoch, den 21. Januar, abends 1 9 Uhr Generalversammlung in der Turnhalle. Tages- Ordnung: 1. Bericht. 2. Entlastung des Rechners. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Reines Kornbrot garantiert nur aus Roggenmehl hergestellt, in bester, wohl schmeckender Ware den 4 Pfund Laib 42 Pfg. franko Haus. Jakob Appel, Bäckermeister, Brofdorf. Ich liefere meinen Kunden in Gichen zweimal wöchentlich Brod Bekanntmachung. Betr.: Die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am Bekanntmachung. Für ein 6 Monate altes Kind werden Pflegeeltern gesucht. Näh. auf dem Armenamt. 27. April d. J. die halbjährigen Kartoffeln, Binsen mit 525 Mt. an eine in Gießen wohnhafte würdige prima magnum bonum und bedürftige christliche Familie( Wetterauer Ware) hat preiswert oder Person zu vergeben. An- abzugeben meldungen werden von heute an bis 7. Februar 1903 auf dem Bureau des Armenamtes Neuen- Bäue 43 entgegengenommen. Gießen, 13. Jan. 1903. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Prima gelbe Mäuschen Salatkartoffeln. J. Weisel, Sonnenstraße. Televbon Nr. 235. Cognac franzöf. 3.Geflügelhof deutscher per Fl. von 1.40 M. Becker, Weidenau- Sieg beste u. bill. Bezugsquelle für R Nr. 50, 51, 91, 209, 228, 242, 319 á 200 Mr. Gießener Neueste Nachrichten." schein, Wechsel etc. durch Geld- Zucht- und Legehühner etc. " 17 S Nr. 82, 256, 366, 410, 455, 495, 542, 595, 606, 627, 658, 663, 664, 682 á 500 Mt. " " T Nr. 34, 119, 126, 162, 288, 327, 338, 345, 385, 409, 450, 524, 537, 558, 750 á 1000 mt. U Nr. 42, 109, 128, 191, 287, 299 á 2000 Mt. b. vom 1897er Anlehen. V Nr. 11, 15, 77, 191 á 100 t. " " W Nr. 22, 64, 142 á 200 Mt. " X Nr. 34, 44, 113, 159, 257, 275, 291, 294 á 500 Mt " " 1 Y Mr. 8, 91, 119, 301, 312, 368, 373, 384, 449 á 1000 Mt. Z. Nr. 51, 87, 128 á 2000 r. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der Befiger dieser Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung. derselben bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M., bei der Deutschen Genossenschaftsbant in Frankfurt a. M. erfolgen fann, sowie daß die Verzinsung mit dem 15. Mai 1903 aufhört. Gießen, am 16. Januar 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Atelier für Portraitmalerei von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse 8 a II. Farbiges Panorama von Giessen 45X65 zu 5 Mk markt, Pössneck i. Th. Prachtkatalog gratis und postfrei Theater- Verein. 5. Borstellung: Mittwoch, den 21. Januar. Gast: Herr Krause vom Kgl. Hoftheater in Stuttgart. Die Lokalbahn. ( Novität), Komödie in 3 Akten von Ludwig Thoma( dem Peter Schlemihl- Mitarbeiter des Simplicissimus). Der Bürgermeister: Herr Krause. Vorher: Herbst, bon Walter Schmidt- Häßler. Der Graf: Herr Krause. Ende gegen 11 hr. Anfang 8 Uhr pünkt ich. 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