Mr. 272. nementsprets: in Gießen, abgeholt menatlich 50- Pfs., fe's baus gebracht 80 B3fg., burch ble Poft béjogen ötertels fährlich Mr. 1.50. Brabellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Cubeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und anten ban, fotote bie Gießener Seifenblasen( wöchentic). Das Blatt erscheint an allen Bertingen nachmitage. Donnerstag, den 19. November 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jafertisedyret: Die einspaltige Veritzelle für Gießen wie gang Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 fe. fonit 15 Bfg.; Steklamen die Betttzelle 30 resp. 40 Bfg. Bostzeltungsliste No. 3269. Sebaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Feruiprechauschia Rr, 868. Neuelle Nachrichten ( Sichener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sichener Beifung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Geiftige Ansteckung. CB n legter Zeit ist die Chronik der Blätter dauernd er füllt von Nachrichten, die über Mordtaten von Müttern an ihren Kindern zu berichten wissen. Jene Schriftsetzerfrau Binterstein aus Berlin, die ihre drei Söhne erhängte, hat geradezu Schule gemacht sit venia verbo. Aus allen Cauen unseres Vaterlandes kommt Kunde von ähnlichen Bällen, ohne daß ein begreiflicher Grund irgend ersichtlich rnäre. Es muß eine Art Seuche sein, die da wütet, eine euche von seltener Grausamkeit und von erschrecklicher Ausdehnung. Die Geschichte lehrt, daß es in der Tat EpiSemien des Mordes gibt. Man kann die Spuren solcher Ansteckungen" verfolgen bis in fernste Vorzeit. Es ist, als ab Bluttaten juggestive Wirkungen hätten, als ob sie zur achahmung aufreizten. Ein psychologisches Kapitel voller Schrecken, das für den Forscher in Menschenseelen eines rauen vollen Reizes nicht entbehrt. Der Anarchist, der die Mörderhand erhebi gegen ein gekröntes Haupt, findet verorfene Kreaturen, die seine Tat als ein Martyrium, als ein Heldenstück feiern. Teils trägt Degeneration die Schuld On solcher Gefühlsart, teils Ueberreizung primärer Natur, ie der Einzelne selbst verschuldet, teils aber auch- und Tier scheint das Hauptgewicht zu liegen suggestive Anfiefung als die Folge mißverstandener Theorien. Zu tiefes Fersen fen in den Gedankengung anderer, geistig benachbarter Raturen, zu starkes instinktives Nachfühlen ihrer Erzesse Lihrt oft zu parallelen Taten. Wie der Gelehrte, der Tag fir Tag über seinen Büchern hockt und aus den Philosophien der anderen Steine losbröckelt, um sie für eigenen Bau unusen, nur allzu oft über das Ziel des Menschenmöglichen nausschießt und in der Jagd der Gedanken über die GeniaEtät hinaus zum Wahnsinn kommt Genie und Wahninn sind ja so verwandt, so mag in minderbegabten Menschen die verwegene oder die blutige Tat unbewußt Sdeen hervorbringen, die gleiche Taten zeitigen. Gin hervorstechendes Moment bildet diesmal die Tatache, daß schwache Frauen, Mütter noch dazu, die Hand rheben gegen ihr eigenes Blut. Wohl trieb auch früher Chon die Lebensnot warmherzige Geschöpfe des schwachen Beschlechtes zu verzweifelten Taten. Bei den Fällen, um die es sich jetzt handelt, aber bleibt uns nur die eine ErLirung übrig: daß durch eine einzige grausame Mutterat suggestiv in degenerierten Geschöpfen desselben Geschleches Wirkungen erzeugt wurden, die nicht möglich gewesen pären, wenn der starre Materialismus unserer Zeit die Geüter nicht so völlig unterjocht hätte. Auf der Anklagebank or dem höheren Richterstuhle sigen neben diesen Müttern, die ihr eigenes Fleisch dahingeschlachtet, die modernen PreDiger der Dekadence. Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) in im Dorfe stand das Wirtshaus, nach dem die Bewoner, da es blos eine Schenke im Orte , einfach ,, Wirts" nannte. Das Haus war noch e, mit weiß getürchten Feldern zwischen den blau gestrickenen valkenlagen. Eine große Scheune, eben is noch neu, stand dem Wohnhause gegenüber. Sie urde durch ein schon älteres und niedriges Querbäude, den Vichstall, mit dem Wohnhause verbunden, daß der innere Hofraum dadurch ein nach der Straße fcues Viereck bildete. An der anderen Seite der ziemlich breiten Dorftafe, nicht weit entfernt. lag Bierersch Hof. Er hatte anggestreckte Gebäude und machte einen wu.htigen Sindruck. Hier trennten fich Elschen und Hangcurt und jedes begab sich nach heim. Auch der Tiophel kam endlich angeschlichen. Gc ging langsam das Dorf hinauf bis an das obere Ende. Da stand ziemlich abgelegen und faft einsam eine unscheinbare Hütte mit zwei Fenstern in der Längsseite, zwischen denen sich die niedrige Thür befand. Die Hütte war nur so hoch, daß ein erwachsener Mann mit der Hand den Rand des Daches erreichen konnte. Dies war das elterliche Heim des Burschen, auf das er langsam zuschritt und in deffen Thür er verschwand. Im Innern der Hütte harrte seiner gerade kein freundlicher Empfang. Seine Mutter, ein noch fräftiges Web mit rohem ältlichen Gefichtsausdruck, saß an dem alten wadeligen Tisch und aß irgend etwas aus einem irdenen Napf, nachdem der Tiophel einen verlangenden Blick warf. Gelt, effen willst Du, aber nichts arbeiten", sagte die Alte. Den ganzen Tag' rumherzutreiben und nichts zu thun! Wo warste dann?" Auf der Hute", antwortete der Bursche kurz. Die Politik. Zum päpstlichen Nuntius in München ist vom Papst auf Empfehlung der Kardinäle Ferrara und Callegari der Monsignore Locatelli ernannt worden, nachdem die bayerische Regierung diese Kandidatur angenommen hat. Der bisherige Münchener Nuntius Monsignore Macchi hat den Posten kaum ein Jahr bekleidet. Locatelli beherrscht die deutsche Sprache vollkommen. Einen seltsamen Beschluß hat der oberelsässische Bezirkstag gefaßt: Er hat einen Antrag angenommen, der die Reichsregierung auffordert, in Zukunft alles zu tun, was zur Vermeidung eines Krieges möglich sei. Etwaige Streitfälle mit anderen Nationen solle die deutsche Regierung vor dem Haager Schiedsgericht zum Austrag bringen! Abgesehen davon, daß dieser Beschluß aus dem Rahmen der Zuständigkeit des Bezirksausschusses fällt, ist er auch noch höchst unpassend. Das Vorgehen des elsässer Ausschusses muß den Anschein erwecken, als zweifelten die Elsässer an der Friedensliebe Deutschlands, die sich nun doch schon durch 32 Jahre bewährt hat. Eine beachtenswerte Neuordnung der Schulferien regt der Verband deutscher Ostseebäder in einer Eingabe an den Kultusminister an. Danach sollen die bisherigen Schulferien, namentlich die großen sommerlichen, nach dem Vorbilde mancher deutscher, sowie der meisten fremden Staaten auf Kosten der Pfingst- und der Herbstferien verlängert und je nach der geographischen Lage der Provinzen auf verschiedene Zeitabstände verteilt werden. Dadurch würde sich der hygienische Wert der Sommerferien steigern. Papst Pins X. offenbart sich täglich mehr als ein sehr fluger Politiker. Dem französischen Kulturkampf gegenüber will er ein probates Mittel anwenden: Austoben lassen. Er weiß, jeder Widerstand der Kirche gegen die weltliche Obrigkeit in Frankreich stärkt am letzten Ende nur die Position der Regierung. Deshalb hat er den französischen Katholiken, die durch den Mund eines Deputierten von ihm Verhaltungsmaßregeln in der Frage der Trennung von Kirche und Staat verlangten, durch den Staatssekretär Merry del Val antworten lassen: Sie sollten die Kulturfämpfer ruhig gewähren lassen; er, der Papst, wünsche weder die von den französischen Katholiken geplante Kammerdebatte über diesen Gegenstand, noch auch einen Gegenantrag. Man weiß nicht recht, worüber man mehr staunen soll: über die Naivetät britischer Blätter, die ihren Lesern die unglaublichsten politischen Schauermären aufbinden, oder über die Naivetät britischer Zeitungsleser, die diese Mären ernst nehmen. Neuerdings haben Londoner Blätter wieder erzählt, der chinesische Vizekönig Juanschikai und der General Ma wollten am nächsten Sonntag an der Spiẞe von 45 000 Mann chinesischer Truppen die Ruffen mit Gewalt aus der Mandschurei verjagen! SelbstNa, und was haste denx da gemacht? " Hab' mit zugeguckt, wie sie getanzt haben." " So?- ei hast wohl auch getanzt?" „ Nein." Damit ging Ttophel an den Kachelofen, um, wie gewohnt, sich sein Essen herauszulangen. Aber er fand nichts vor. " Nichts zu essen da?" Ich hab nichts für Dich! Wo soll ich's denn Hernehmen, wenn Du nichts arbeiten willst. Ich hab D'r schon die cars Bert gesagt,' s is Zeit, daß Du Dich bet die Bauern Jermiet'st oder sonst was treibst, denn Du bist nun us der Schule. Scheinst aber zu glauben, ich soll Dich nun auch noch, weiterfüttern. Ich sag' Dir's alleveil zum letzten Mal, wenn Du nichts arbett'st, von nir friegste nichts mehr zu essen. Ja, wennste Dei'm Bater noch naharten thäh'st; der is freilich in den Sisen gestorben." Bornerfüllt ging Ttophel hinaus. Aber was konnte er machen? Es war nun einmal nichts zu essen da and er hatte doch wütenden Hunger. Er stand am Thürpfosten und brütete augenscheinlich über Gedanken, die gerade nicht die besten waren. Mit dem steigenden Hunger schien auch seine Entschlossenheit zu wachsen. Er ging in die Küche. Da stand ein Korb und daneben ein Spaten; er nahm beides und schlich aus em Hause hinaus in das Feld, über dem schon tiefe Dunkelheit lag. Außerhalb der Gärten, die das Dorf umgaben, beand sich auf einem Acker eine Kartoffelgrube, in der in Bauer einen Teil seiner vorjährigen reichen Ernte ntergebracht hatte, da er fie nicht alle im Keller bergen onnte. Das wußte der Tiophel. Er wußte auch, daß seine Mutter feine Startoffeln nehr hatte, aber er dachte, sie hätte unterdes wieder Delche gebettelt. Da fie aber feine einzige mehr besaß und ihn der Hunger quälte, so mußte er sich entschließer, Nahrung herbeizuschaffen und darum stand sein sehnichster Wunsch nach einem Korbe voll Kartoffeln. Dat verständlich ist diese Geschichte eine blante Erfindung, und noch dazu eine der dümisten, auf die die Londoner Presse verfallen konnte. Etwas mehr mag an einer anderen Meldung sein, die von einem kleinen Konflikt zwischen Japan und Korea erzählt. Danach haben einige Koreaner mit Japanern in Soul eine solenne Prügelei gehabt, und Japan verlangt jetzt dafür von Korea Genugtuung: Die koreanischen Rausbolde sollen streng bestraft werden, die Polizeibehörden sollen strenge Verweise erhalten und bei Japan um Entschuldigung wegen des Vorfalls bitten. Außerdem soll die koreanische Regierung die Kurkosten für die verprügelten Japaner zahlen. Sonst will Japan in Söul eine Polizeitruppe landen. Nun, die Koreaner werden klein beigeben, und damit wird auch dieser Sturin im Glase Wasser, den die britische Presse zu einem großen politischen Ereignis aufbauscht, über Nacht beigelegt sein. Der Sultan hat, wie englische Blätter melden, bei Krupp 220 000 Mausergewehre und 96 Geschüße bestellt. Die Sache flingt nicht gerade sehr wahrscheinlich. Bei der Hundertjahrfeier der Newyorker Presbyterianerkirche hielt Präsident Roosevelt eine Ansprache, in der er alle Amerikaner, die dieses Namens nært sein wollten, aufforderte, sich zu bemühen, mit allen Mitteln die Bestechung im Privatleben, und ganz besonders im öffentlichen Leben zu bekämpfen. Ob diese Mahnung an eine Bevölkerung, die eben noch die korrupten Tammanyten in die Stadtverwaltung gewählt hat, viel fruchten Yrd? † Das„ Humbert- Dossier", die von der„ großen Therese" aufgestellte Liste der politischen und sonst namhaften Per sonen, die angeblich im Hause Humbert verkehrten, wird jezt vom Pariser Figaro" veröffentlicht. Es handelt sich um etwa hundert Personen, von denen die meisten nach der Liste Einladungen zur Jagd von den Humberts erhalten haben sollen. Indessen scheint auch diese Liste ein Humbertscher Schwindel zu sein, den Frau Therese anscheinend inszeniert hat, um ihren Gläubigern mit ihren politischen und gesellschaftlichen Verbindungen zu imponieren. Eine ganze Anzahl der in der Liste aufgeführten Personen- u. a. befindet sich darunter auch die berühmte Königin Isabella von Spanien- protestieren dagegen, daß sie zu den Humberts Beziehungen hatten. So erklärt der sozialistische Deputierte Jaurès, der von den Humberts Einladungen zur Jagd erhalten haben soll, daß er in seinem ganzen Leben überhaupt noch kein Gewehr angerührt und die Hum. berts gar nicht gefannt habe. Der ehemalige Ministerpräsi dent Méline erklärt, daß er bei den Humberts niemals diniert oder gejagt habe! Die ganze parlamentarische Hauptund Staatsaktion, die die Nationalisten aus dieser Affaire zu machen gedachten, wird danach wohl völlig versanden. Aus Panama liegen zur Zeit feine sonderlich bemerkenswerten Meldungen vor. Man müßte denn ein paar Lügen. depeschen der Newvorker gelben Bresse, die inzwischen schon nicht sein Eigentum waren, machte tym die wenigsten Sorgen. Er arbeitete hastig darauflos, wie einer der sonst Den ganzen Tag auf der faulen Haut liegt. Denn olche, die das thun, fönnen in der Regel. wenn He nmal ans Arbeiten lommen, für Sechse schaffen. Bald hatte er die Kartoffeln erreidt und schnell inen Korb gefüllt. Soweit an hatte die Arbeitslust orgehalten, allein die Grube wieder auszufüllen und Die Erde über derselben aufzuschichten, das behagte dem urschen nicht. Hätte er dies sorgfältig gethan, dann vürde man am Ende gar nicht gemerkt haben, daß in der Nacht Jemand an den Kartoffeln gewesen war. Dit stiller Befriedigung nahm er den gefüllten Korb auf die Achsel und eilte nach der Hütte damit. Als er in die Stube trat, war es mittlerweile spät geworden und seine Mutter lag daher auch schon im Bette, das heißt auf ihrem Strohlager. Was bringste da? fragte fie neugierig, indem sie sich im Bette erhob. 1- „ Kartoffel' n Korb voll Kartoffeln. Die hab ich Mertes gestohlen." „ Sich, siehste da!" rief die Alte vergnügt.„ Mertes önnens entbehr'n. Ei sag, wie haste denn das ang'fange?" „ Na, ich wußt, daß die doch hinter ihrem Hofgarten' ne Kartoffelgrube hatten; da hab' ich sie' rausgegraben." „ Das haste gut gemacht," flüsterte die Alte mit leifer Stimme, indem sie aus dem Bette stieg und mit den Füßen in ihre alten ausgetretenen Schlappschuhe schlüpfte, wonach sie mit großer Gilfertigkeit einen zerciffenen Rock über das Hemd warf. So, einem Geipenste gleich, trat fie an den Korb mit Kartoffeln heran, um sich über das gestohlene Gut zu freuen. Sun' n tüchtiges Stück Speck noch," meinte sie mit dem Kopfe nickend.„ Wie manchmal hab' ich das Dei'm sel'gen Vater machen müssen mitten in der Stadt Fortsetzung folgt. noch, wenn er tam." bes menfaatete der Wind den Gruß der guten und teise rauschte ber burd) bie ipfel der alten Eichentronen. Geister auf einem zuholen. wiiſtet fah sich und feine Tochter verloren, seinen Refognoszierungsritt begriffen. wenn jener zurückkehrte, um die ex auf der Straße" Dahergejagt, einem Die Dämme Seinen heranDer West Ahnensitz ver. Der Marquis wahrscheinlich Die Sonne war inzwischen untergegangen. himmer erglühte mic melthrande nichten. bin ich noch begraven hereinbrechen! ch beuge mich. Beinen Bruber Sie feste fich neben Der Marquis hatte eien auf. und ließ ihren Tränen den offenen Sarg auf einen Stuhl wonen, aber immer, wenn feinender beftig unterbrechen Dann mag das Unglüd über uns auf das bleiche, stille und, ihm die unbewegliche Gestalt. und warf mehrmals einen forschenden Blick auf Josephinens und schwieg. Er schien von einer inneren ned) rechtzeitig geleitet, trat das Edelfräulein raich an sein Bager beron Unbedachtes Als der Arzt gegangen war, von dem alten Diener hinausneren Unruhe verzehrt fagen wollte. Aber er befann und etwas Sand binity afe verleumderische Tricks zur Schädigung des Ansehens Deutschlands erwiesen sind, als bemerkenswert ansehen. Nach der einen Lügenmär sollte der deutsche Dampfer„ Skotia", der den kolumbischen Bevollmächtigten General Reyes an Bord hatte, von dem amerikanischen Geschwaderchef angehalten worden sein, weil er angeblich die kolumbische Flagge geführt habe. Selbstverständlich ist das barer Unsinn; die ,, Skotia" wurde, wie jedes andere Schiff, von den Amerifanern angehalten und darauf untersucht, ob sie etwa folum bische Truppen an Bord habe. Als sich herausstellte, daß das nicht der Fall war, wurde dem Schiffe anstandslos die Landung und Weiterfahrt freigegeben. Genau so liegt die Sache mit dem deutschen Dampfer Markomannia". deutschen Schiffe sind um feinen Deut anders behandelt worden, als diejenigen anderer Nationen. Offen bleibt freilich die Frage, woher sich die Vereinigten Staaten das Recht nehmen, die Schiffe anderer Nationen zu visitieren. Die Neue Gefährdung des Weltfriedens! Naht der russisch- englische Entscheidungskampf in Asien? Und mit ihm der Weltkrieg? Solche Fragen erweckt eine überraschende Nachricht aus dem Herzen Asiens: Zwischen Großbritannien und Tibet, dem Lande des Dalai Lama, drohen kriegerische Wirren, und auch Rußland ist in den Handel verwickelt. Aus London wird berichtet: Eine englische Tibeterpedition unter Oberst Younghusband, die angeblich einen Handelsvertrag zwischen BritischIndien und Tibet zu stande bringen und die Grenzfragen regeln sollte, hat sich plötzlich entschlossen, in Tibet mit bewaffneter Hand vorzugehen. Die tibetanische Regierung verteilt infolgedessen gegenwärtig große Mengen von Gewehren und fordert die Bevölkerung auf, sich zum Kriege vorzubereiten. Die Tibetaner erwarten eine Unterstützung von Seiten Rußlands und ihres Verbündeten Nepal. Die Regierung von Nepal soll zwar die Tibetaner vor geheimen Abmachungen mit Rußland gewarnt und sich geweigert haben, Tibet im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten mit England zu unterstützen. Diese letzte Nachricht scheint englische Selbsttäuschung zu sein. Zweifelsohne steht ein innerasiatischer Krieg bevor, der leicht zu einem russisch- englischen Konflikte und zur Aufrollung der indischen Frage führen kann. Die Aufrollung dieser Frage aber bedeutet den Weltkrieg, in dem auch Deutschland ebenso wenig neutral bleiben kann, wie irgend eine andere Großmacht. Zum Verständnis der Bedeutung eines britisch- tibetanischen Krieges ist es nötig, sich zu vergegenwärtigen, welche Rolle Tibet zwischen Rußland und England spielt. Bis vor wenigen Jahren hatte noch feines Europäers Fuß das Land des Dalai Lama betreten. Da kamen die Russen und schoben ihre Kosakentrupps immer tiefer in tibetanisches Gebiet. Zuerst kam es zu Feindseligkeiten, dann gab der Dalai- Lama, durch kostbare Geschenke des Zaren gewonnen, nach, und es hieß sogar, daß er sich und seinen Staat gegen chinesische Unterjochungsversuche unter russischen Schutz gestellt habe. Wie dem auch sein mochte, Tatsache war, daß Rußland in dem bis dahin unzugänglichen Lande Schritt für Schritt mehr Einfluß und mehr Rechte gewann. Das sah der indische Vizekönig Lord Curzon längst mit großer Besorgnis. Er sagte sich, daß der Besitz von Tibet die Angriffsfläche, die Indien den Russen darbietet, außerordentlich vergrößern mußte, und er sann darauf, den russischen Einfluß in Tibet zu verdrängen oder wenigstens seinerseits ebenso viel Einfluß auf den Dalai- Lama zu gewinnen. So sandte er denn die Expedition unter Oberst Younhusband nach Tibet. Ob nun Younghusband den Tibetanern Aergernis gegeben hat, ob sie von Rußland gegen die englischen Annäherungsversuche mißtrauisch gemacht und aufgeputscht sind, genug, der Konflikt zwischen England und Tibet ist jetzt da. Die Tibetaner werden in der Hoffnung auf Rußlands Unterstügung nicht nachgeben. Geben die Engländer nach, so sind sie bei den Tibetanern mit ihrem Ansehen fertig, und Rußlands Einfluß wird völlig der herrschende. Nehmen die Briten den Kampf auf, so entbrennt ein jahrelanger Krieg, der England, und namentlich Britisch- Indien teuer zu stehen kommen muß, selbst wenn Rußland sich jeder direkten Unterstüßung Tibets enthält. da der Polizeichef diesen Besuch aus welchem Grunde ist nicht recht erfindlich für gefährlich hält, haben sich auch Wirts- und Logierhäuser zahlreiche Durchsuchungen gefallen lassen müssen. Es soll zur Zeit eine ganze Menge verdächtiger Persönlichkeiten sich in den Schlupfwinkeln KleinItaliens verborgen halten. So sind die Italiener dazu verurteilt, beim Besuch ihres Königspaares eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen. Doch hofft die Kolonie, wenigstens einige Ehrenjungfrauen in neapolitanischer Volkstracht am Strand und in Holborn während der Durchfahrt des Wagenzuges aufstellen zu dürfen. Kann man es den guten Leuten da verdenken, daß sie recht wenig erbaut sind von der neuen englischen Freundschaft, die ihren moralischen Wert so tief einschätzt? Und diese mißvergnügte Stimmung findet man auch allerdings aus anderen Gründen in den Kreisen der italienischen Journalisten, die in stattlicher Zahl in London vertreten sind und des Abends im Café ihre Ansichten austauschen. Nach ihren Aeußerungen herrscht in Italien zur Zeit eine drückende Ungewißheit, wohin der neue Kurs denn eigentlich steuert. Annäherung an England, Annäherung an Frankreich, treues Festhalten am Dreibund- das sind die Grundsäße, zu denen sich die neue Regierung befennt. Die öffentliche Meinung fragt aber praktisch: Nun sagt mir bloß einmal, meine Herren, mit wem halten wir es denn nun eigentlich? Wenn wir mit allen europäischen Mächtebünden flirten, wird uns zuletzt niemand mehr recht trauen, und beim nächsten großen Kontretanz bleiben wir mal als Mauerblümchen sitzen. Wie aber auch das Ergebnis des Krieges sein möge: Mit Tibet hat England es in jedem Falle verschüttet, und Rußland ist Herr der Situation. Es war jedenfalls ein neuer Meisterstreich der russischen Politik, die Briten nach Tibet zu locken, ein Meisterstreich, der im Falle eines tibetaniſchbritischen Krieges den Russen auch in China größere Elbogenfreiheit verschafft. Uns Deutsche interessiert der Handel, wie gesagt, nur mittelbar, insofern nämlich, als aus ihm der Weltkrieg erwachsen kann. Aber dieses Interesse ist wahrlich groß genug, um uns mit Aufmerksamkeit den Gang der Ereignisse in dem sagenhaften Lande Tibet verfolgen zu lassen. Das italienische Königspaar in England. * London, 17. November. Alle vier Boroughs oder Quartiere der Themsestadt, Marylebone, Holborn, Westminster und City, wetteifern miteinander, König Viktor Emanuel III. und seine Gemahlin, die übermorgen von Windsor aus hier eintreffen werden, würdig zu empfangen. Ein jedes Quartier hat große Summen ausgeworfen, und an den„ Lokalpatriotismus“ seiner Einwohner appelliert. Von der Station Paddington, wo ein reichgeschmückter Empfangspavillon aufgebaut ist, wächst die Fülle und Eleganz der Dekorationen, je mehr man sich der City nähert, und findet ihren Höhepunkt an der Guildhall, in deren Prunkräumen das Festmahl der Stadt zu Ehren der königlichen Gäste stattfinden soll. Auf den Tafeln, die schon jest aufgestellt sind und besichtigt werden dürfen, prangt der berühmte Silberschatz des Magistrats. Der Wert dieser Sammlung, die uralte historische Stücke enthält, wird auf etwa 2½ Millionen Mark geschägt. Das Gewicht aller dieser Schalen, Becher und Tafelaufsätze beträgt rund 1000 Kilogramm. So die italienischen Journalisten, die heute allerdings etwas besseres zu tun haben, als zu nörgeln. Heute tauchen sie ihre Federn in eitel Honigseim und beschreiben ihren Landsleuten haarklein den glänzenden Empfang, der dem re und der regina im alten Königsschloß zu Windsor zuteil geworden ist, wo Eduard VII. seine Gäste empfangen hat. Die weiten Parkanlagen um das gewaltige Gemäuer, das dräuend den Hügel über der alten Stadt Windsor krönt, glänzten in einem Meer von Lichtern, als der Wagenzug vom Bahnhof eintraf. In der ersten Equipage fuhren die beiden Herrscher, die Prinzessin von Wales und der Herzog von Connaught; in der zweiten hatten die Königinnen und Prinzessin Victoria Platz genommen. In der großen Waterloogalerie, die mit den köstlichsten Blüten aus den Treibhäusern und Gärten von Frogmore förmlich übersät war, fand ein Festbankett statt, bei dem nicht weniger als 300 Diener in malerischer Tracht aufwarteten. Der Zwang des steifen englischen Hofzeremoniells war fast erdrückend; um so wohl. tuender stach die ungezwungene Herzlichkeit ab, die sich nachher im persönlichen Verkehr der Königsfamilien kundgab: die alte englische Gastfreiheit herrscht mit ihren ganzen Annehmlichkeiten auch im Königsschloß. Der Besuch in London wird, das merkt man schon jetzt, sehr unter den ungemein strengen Vorsichtsmaßregeln zu leiden haben, zu denen Scotland Yard, die berühmte Londoner Detektivdirektion, sich gezwungen gesehen hat. Namentlich das hiesige Klein- Stalien", die recht ausgedehnte italienische Rolonie, hat unter den Argusaugen der Polizei während dieser Lage schwer zu leiden. Außer daß der angekündigte Besuch des Königsvaares im italienischen Hospital ausfällt, Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 16. Verhandlungstag.) RK Berlin, 17. November. Die Chancen der Angeklagten bessern sich von Tag zu Tag. Hatte gestern die Staatsanwaltschaft geglaubt, einen johen Trumpf auszuspielen mit der Mitteilung, daß jemand die Warschauer Hebamme Cwell belasten wolle, so hat heute die Verteidigung einen höheren Trumpf ausgespielt: Eine amtliche Auskunft des Oberpolizeimeisters aus Warschau, daß der dortigen Polizei nichts nachteiliges über die Cwell bekannt sei. Ueber den Geisteszustand der Hedwig Andruszewska, also der Hauptbelastungszeugin, äußert sich als erster Zeuge Justizrat Lewinski aus Posen sehr ungünstig. Er hat die Valentine Andruszewska in dem seinerzeit schwebenden Erbschaftsstreite vertreten. Bei diesen Verhandlungen habe er von der Hedwig A. einen Eindruck bekommen, daß er zu seiner Klientin damals sagte:„ Er glaube, daß die Hedwig nicht richtig im Kopfe sei." Seine Klientin habe ihm damals auch zugegeben, daß die Schwester ,, nicht bollständig richtig", sondern mindestens sehr nervös sei. Der Beuge weiß auch, daß in jenem Erbschaftsstreite die Hedwig eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, die nach der Behauptung der Valentine völlig falsch war. Der bedeutendste Entlastungszeuge Sehen Sie, Herr Zeuge, auch bezüglich des Kindes findi Aerzte nicht der Meinung, daß es möglich sei, zu um scheiden, ob man ein neugeborenes oder ein mehrere Bo altes Kind vor sich hat, wenn man nicht den Nabel Kindes untersucht. Halten Sie sich für sachverständiger die Aerzte? 3e uge: Das fällt mir natürlich nicht -Präs. Also geben Sie zu, daß ein Irrtum bei Ih möglich ist? 3euge: Nein, das gebe ich nicht zu. Herren Aerzte mögen ihre Ansicht haben, ich habe me Die Beif findet auf de Rovember, nach am 3 Uhr verf Ansicht aus praktischen Erwägungen, aus einer Braris 43 Jahren geschöpft. Auf weitere Fragen erklärt Beuge: Die Frau Gräfin hatte immer eine lächerliche G vor ärztlichen Untersuchungen. Vor 10 Jahren wollte Gräfin sich versichern lassen, sie nahm aber davon Abitan da von ihr verlangt wurde, sich ärztlich untersuchen zu las Auch als sie einmal frank darniederlag, hat sie sich b Arzt nicht einmal in den Mund hineinsehen lassen wolle Ein Verteidiger möchte von dem Reugen wi ob er die alte Aniela Andruszewska für fähig hielt, Agum Dienft be Rabinets. Nach Mben vor dem Dr Bug fpt f Mühlstraße und agen ift mit 6 auf der Rofenho bgenommen und tes Hofpredigers libie Leiche an is einem Verbrechen mitzuwirken. Der Zeuge verneint ofprebiger diefe entschieden; er kenne sie seit seiner Jugend, sie habe i schon auf dem Gymnasium gepflegt, als er frank war. sei nicht wenig erstaunt gewesen, als er hörte, daß sie s zu einem solchen Verbrechen hergegeben haben sollte. Hedwig Andruszewska habe schon in ihrer Jugend eire blöden Eindruck gemacht; auch ihre eigene Mutter habe de bestätigt und gesagt, ihre Tochter sei beschränkt. Staatsanw.: Wie erklären Sie es sich, daß eine so b schränkte Person ein Geheimnis, das dann hinterher allen Einzelheiten bewiesen wird, behalten und mitteile tann? 3euge: Das kann auf Suggestion beruhen. Auf eine Frage des Vorsitzenden, wie der Zeuge f manche Zeugenaussagen erkläre, meint Dr. v. Jazdienst daß er darüber seine Gedanken habe, sie aber nicht äußer wolle. tritt jedoch erst jetzt vor die Schranken. Es ist dies der Neichs- und Landtagsabgeordnete Prälat Dr. v. Jazdzewski- Schro da. Zeuge ist mit dem angeklagten Grafenpaar seit etwa 50 Jahren bekannt. Er kennt die Gräfin und ihre Eigentümlichkeiten und erklärt, daß nach seiner Ueberzeugung der Knabe der Sohn der Gräfin sei. Er hat die Gräfin vor und gleich nach ihrer Niederkunft gesehen und hat den Eindruck gewonnen, daß ihr Zustand" echt war. Ich möchte so fährt der greise Zeuge fortden Geschworenen eine Aufklärung darüber geben, wie ich dazu komme, über diesen Punkt ein Urteil abzugeben. Ich stehe 43 Jahre in der Seelsorge und habe viele hunderte, bielleicht tausende von Kindern getauft, und da ein katholischer Priester bei der Taufe so ziemlich alle Glieder des menschlichen Oberkörpers berührt, so hat er ein gewisses Gefühl in den Augen über die Erscheinung des Kindes. In Posen existiert die Gewohnheit, die Kinder schon in den ersten Tagen nach der Geburt taufen zu lassen. Ich habe die Taufe des jungen Grafen am 5. Februar vorgenommen und dabei die volle Ueberzeugung gewonnen, daß ich ein erst wenige Tage altes, aber keineswegs ein schon 7 Wochen altes Kind vor mir habe. Nachdem die Geburt und die Taufe vorüber war, tauchten ganz nichtsnukige und nichtswürdige Behauptungen auf, die von einer Unterschiebung des Kindes sprachen. Ich habe damals, so viel an mir lag, die Dinge zu beschwichtigen und einen Familienzwist in der gräflich wilectischen Familie zu hintertreiben versucht. Da kam das Jahr 1900 und da hat der angeklagte Herr Graf bei einer Gelegenheit, als es sich um Aufnahme einer Hypothek handelte, von dem Grafen Miecislaw Kwilecki einen Brief erhalten, in welchem er darauf hinwies, daß einige Zweifel über die Herkunft des Kindes gelöst werden müßten. Dieser Brief hat den Grafen Wesierski- Smilecti sehr empört und es entspann sich darüber ein Briefwechsel, in welchem Graf Kwilecti wiederholt gebeten wurde, seinen unerhörten Verdacht näher zu begründen. Ich selbst habe infolge dieses Zwischenfalls allen Ereignissen auf das sorgfältigste nachgeforscht und die feste Ueberzeugung von der Richtigkeit aller der Tatsachen gewonnen, die von dem gräf. lichen Ehepaar behauptet wurden. Das Kreuzverhör. Bräs: Halten Sie es denn für ausgeschlossen, daß Ste über den Zustand der Gräfin getäuscht sein fönnen? 3euge: Das ist vollständig ausgeschlossen. fann ein Laie mit solcher Bestimmtheit doch kaum sagen. Präs.: Das Der Go Darmstadt, Don maligen Main- M her gestern Mitt Ineß, befinden fi Böchften Leibtrage Der Gro Sovember 1903. fffentlichen Renn Ti bes Ablebens fin von Heffen murde, ift ersicht Tryppus abdomin Es folgen hier weniger wichtige Vernehmungen be drejer Krankheit Zeugen und Sachverständigen; sie sind nur von geringe mortis ist die fell Belang, auch hört man kaum zu; alles steht unter dem Bam Batrachten. der Aussage des Dr. v. Jazdzewski. Denn als Prälat un jahrzehntelanger Freund und Berater des Hauses Westerstoßherzog wilecki ist er in des Wortes wahrem Sinne ein klassische Beuge. Nab und fern. Die M 8 ein Telegram frantung bie laffen. + Darms Stadtverordnet Auf das umiversitä gramm traf fo Einen Riesenerbschaftsprozeß gegen den preußischa Etaat gedenken die Nachkommen des Ende des 18. Jahodes der Prir hunderts verstorbenen russischen Feldmarschalls Burkhart fisung versamm Christoph v. Münnich anzustrengen. Sie gründen ihre sprüche, die sich auf die Summe von 80 Millionen Mad normieren, auf die Schenkung der Herrschaft Bürgen a Münnich durch Friedrich den Großen. Münnich ist späterhin verbannt und sogar zum Tode verurteilt worden und aus diesem Grunde hat 1803 und 1856 die preußische Regierung sich geweigert, die Erbschaft auszuliefern. Münnich sei de mals der Rechte auf sein Vermögen verlustig gegangen. W die Erben behaupten, sei die Schenkung aber nicht dire an Münnich, sondern an dessen Sohn Ernst gemacht worden so daß dieser Weigerungsgrund hinfällig sei. † Eine Untertunnelung der Graubündner Apen wit eifrig befürwortet. Im St. Galler Größen Rat ist bereit ein Antrag auf Einleitung einer gemeinsamen Aktion der g samten Ostschweiz in dieser Richtung eingeleitet worden. Außer den ostschweizerischen Interessenten sind es vor allen bayerische Spediteure, die das Projekt begünstigen. Meiner t für ihre An An das an Seine Kör Gratte, traf g erzogs ein I spred aus für die * Bez Minifterium de erlaffen, nach Ueberfall auf einen militärischen Vorgesetzten. Ein Art umgekehrten Falles Hüssener trug sich in Kiel zu. Doofentlichen Luf iberfielen die Matrosen Laupichler und Lemke den Ober bootsmannsmaat Naap, der sie zur Rede gestellt hatte, we sie ihn als Vorgesezten nicht grüßten. Die Täter, die de Raap arg zugerichtet hatten, wurden verhaftet. Die Verzweiflungstat des Abgestürzten. Wie die ant liche Feststellung ergab, ist der in den Alpen verunglück Rudolph Weill aus Kassel nicht direkt seinem Unfall erleger. Der Unglückliche hat sich, als er sich in einsamer Felswüst berloren sah, in der Verzweiflung eine Kugel durch de Kopf gejagt. Bait bis zur Be Branstaltungen Der intereffierten Don Festlichkeite idranten. Gestern b Einbruchsdiebstahl in einem Zuchthause. Ein züng unterm G tiger Einbrecher scheut vor keiner Schwierigkeit zurück, wenterhaltungsb Sebe in allen was zu holen gibt. Selbst Zuchthäuser sind vor ihm nich sicher. Das mußte die Verwaltung des Zuchthauses 3 Lichtenberg bei Prettin zu ihrem Schaden erfahren. Nächt licherweile brachen Diebe in die Kirche der Anstalt ein unnt der Verf raubten fämtliche, zum Teil ſehr kostbaren silbernen Kircher, hildert in ih gerätschaften und Schmuckgegenstände. Die Verbrecher müssen mit den Dertlichkeiten sehr vertraut gewesen sein, es sin? vermutlich ehemalige Inſaſſen des Zuchthauſes Lichtenberg auch dieſe Für die" saubere" Arbeit der Herren Einbrecher zeugt di Beifall findet. Tatsache, daß der unmittelbar vor der Kirchtüre auf und al catrouillierende Posten nicht das Geringste von den un heinlichen Gästen gemerkt hat. Wildererfrechheit. Der berüchtigte Wilddieb Tremple aus Nowawes, der seinem Transporteur aus einem Eisen bahnzug entsprang, treibt in den Wäldern um Potsdam weiter sein dreistes Unwesen. Wie sicher der verschlagene Wilderer sich in seinen Schlupfwinkeln fühlt, sieht man daraus, daß er zum Hohn seine Gefängniskleidung, in der er entsprungen war, durch seine Frau der Behörde wieder ich bekannt abliefern ließ. An der Kleidung haftete ein Zettel, auf den Trembler geschrieben hatte:„ Mit bestem Dank zurück". Radicas Tod wird aus Paris gemeldet. Man erinner Stabi Machtafyl- Vork eiteres verfcho * Aug. sich vielleicht noch, daß vor Jahresfrist dort die sogenannter m Samstag Ab siamesischen Zwillingsschwestern Doodica und Radica durc eine Operation des Dr. Doyen getrennt wurden. Doodica starb furz nach der Operation, aber Radica blieb am Leber und wurde von mehreren vornehmen Damen bei den„ Dames du Calvaire" untergebracht. Dort ist die„ Zwillingshälfte" jetzt der Lungenschwindsucht erlegen. * Ein neues Attentat auf einen russischen Eisenbahnzug vird aus Rostow am Don berichtet. Der von dort abgelassene Turierzug entgleiste bei der Station Matwejawa, weil die & Gesellschafts Matt. Bei dief u Guftab Big Reuter Den tiefen Ein pfind t, tann Bühne nicht err Bonn nichein de Schienen durch verbrecherische Hände aufgerissen worden man ihn nicht varen. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sollen bier or dem innere Tote zu beklagen sein. vie erinnerlich, der Advokat Rosada feine Mutter ermordet Vorlesers a Auguft Junterm Das Geheimnis der Campagnahöhle bei Rom, in der, m bedeutendi und begraben haben soll, wird sich aller Wahrscheinlichkeit mehr selten nach aufklären. Rosada, der spurlos verschwunden war, hat sich in Florenz selbst der Polizei gestellt. Befefaal", elegenheit nid 34 edt gabfreidh glich des Stinder möglich let oder ein mehre an nidit den für jachberi mir natiri ein trium haben, id , aus einer gebe ich mi tere Fragen mer eine lade or 10 Jahren hm aber dab lich unterjud Serlag, hat ineinjehen la on dem Reg Sta für fabig Der Beuge be r Jugend, , als er frant Is er hörte, geben haben n in ihrer eigene Mutter ter fei beid es fich, daß e das dann bi behalten und Suggestion be en, wie der eint Dr. b. be, fie aber ni ge Bernehmun find nur bon Les steht unter . Denn als er des Hauses cem Sinne ein! Fern. gegen den p es Ende des 1 Feldmarschalle Sie gründen on 80 Millione Herrschaft Bi 1. Münnich it i urteilt worden v die preußische tefern. Münni berluftig gegange ntung aber nit n Ernst gemad fällig jei. anbündner Al Großen Rat einsamen Attiv g eingeleitet enten sind es ft begünstigen. hen Vorgesetter g sich in Stiel zu und Lemke den Rede gestellt hatt 1. Die Täter, verhaftet. ürzten. Wie d en Alpen verm jeinem Unfall n einsamer F ne Kugel durd Zuchthause. Ein pierigkeit zurüd, user sind vor ihm g des Zuchthaus aden erfahren. Die Beiseßung der Prinzessin Elisabeth findet auf Allerhöchsten Befehl heute Donnerstag, den 19. Movember, nachmittags 3 Uhr in dem Mausoleum statt. Um 3 Uhr versammeln sich in dem Main- Neckarbahnhof die um Dienst befohlenen Hofstaaten und der Vorstand des Rabinets. Nach Eintreffen des Zuges wird der Sarg auf bm vor dem Bahnhof haltenden Leichenwagen verbracht. Der Zug ſcht sich durch die Rheinstraße, Alexanderstraße, Mühlstraße und Erbacherstraße in Bewegung. Der Leichenagent ift mit 6 Pferden bespannt. Auf dem Mausoleum auf der Rosenhöhe wird der Sarg von dem Leichenwagen abgenommen und unter Vortritt des Oberkammerherrn und bes Hofpredigers in das Mausoleum getragen. Nachdem Die Reiche an ihren Ort gestellt worden ist, segnet der hofprediger dieselbe zur letzten Ruhe ein. Der Sonderzug mit der Leiche wird in Darmstadt, Donnerstag, nachmittag 3 Uhr, auf dem ehe maligen Main- Neckarbahnhofe eintreffen. In dem Zuge, ber gestern Mittwoch, Nachmittag 3 Uhr Sternewige verLieß, befinden sich der Großherzog und die anderen Allerhöchften Leibtragenden. Der Großherzog hat nachstehendes Telegramm zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen: Stiernewce 4./17. Rovember 1903. Aus dem Sektionsprotokoll, welches anläßlich bes Ablebens Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prineffin von Hessen am 3./16. November 1903 ausgefertigt wurde, ist ersichtlich, daß die Allerhöchste Krante infolge von Typpus abdominals ungefähr am Ende der ersten Woche Dieser Krankheit gestorben ist Als die proxima causa mortis ist die sehr starke Intoxikation mit Typhusgift zu betrachten. * Die Mutter der verstorbenen Prinzessin Elisabeth, Sroßherzogin Melitta hat in letter Stunde, wie uns ein Telegramm aus Darmstadt meldet, wegen eingetretener Strankung die Teilnahme an der Beiseßung absagen haffen. + Darmstadt, 19. Nov.[ Privattelegram.] Die Stabt verordneten der Landeshauptstadt waren anläßlich des Todes der Prinzessin heute Mittag 12 Uhr zu einer Trauerizung versammelt. Auf das von dem Reftor im Namen der Landesuniversität an den Großherzog gerichtete Beileidsteles gramm traf folgende Antwort ein: Meiner treuen Landesuniversitát danke ich von Herzen für ihre Anteilnahme an Meinem so schweren Leid. Ernst Ludwig. An das Großherzogliche Obertonsistorium, das in Seine Königliche Hoheit ein Beileidetelegramm gerichtet hatte, traf gestern Abend folgende Antwort des Großherzog& ein: Ich spreche dem Konsistorium Meinen herzlichen Dank aus für die Teilnahme an Meinem schweren Leid. Ernst Ludwig. * Bezüglich der Landestrauer hat das Minifterium des Innern an die Kreisämter ein Ausschreiben claffen, nach welchem an dem Tage der Beisetzungsfeier alle ffentlichen Lustbarkeiten 2c. unterbleiben sollen, während der 18eit bis zur Beiseßung soll ein allgemeines Verbot derartiger Beranstaltungen nicht erfolgen, doch wird dem Taftgefühl er interessierten Unternehmer anheimgestellt, daß Arrangieren On Festlichkeiten, Konzerten 2c. nach Möglichkeit zu beGrön en. Gestern begann in unserer Zeitung eine neue Erzählng unterm Strich, heute beginnt eine neue Erzählung im interhaltungsblatt. Frrende Liebe je der Anſtaltet der Verfaſſer Auguft Lähn dieſe ſeine Arbeit und aren filbernen Sildert in ihr des Lebens Kampf, aber auch wie wahre Die Verbreche Liebe in allen Schicksalsschlägen aushält. Wir sind gewiß, Baß auch diese Lektüre, welche nicht groß im Umpfang ist, Beifall findet. gewesen sein, uchthauses Lid n Einbrecher za r Kirchstüre auf Seringste bon de gte Wilddieb Tra teur aus einem Bäldern um ficher der berf feln fühlt, fieht ängniskleidung, u der Behörde ete ein Zettel, a m Dank zurüd meldet. Man e Montag ben 30. November von nachmittags 2 Uhr an wird zu Nieder- Gemünden bei Wirt Söbler ein Zahltag der Kreisstraße des Kreises Alsfeld abgehalten. lung des landw. Vereins für die Provinz Ober** Die diesjährige ordentliche Hauptversamm hessen findet Donnerstag, den 26. November, nachmittags 2 Uhr in„ Steins Garten" in Gießen statt. Gegenstände der Verhandlung werden sein: 1. Erstattung des Jahresbeder Provinz Oberhessen; Referent Herr Generalsekretär Dr. richt&; 2. Die Errichtung von Lagerhausgenossenschaften in Grabein- Darmstadt, Korreferent Herr Generalsekretär Dr. Neumann- Darmstadt. * Die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Lich- Bußbach sind so weit gediehen, daß jezt die Materialzüge von ich schon bis Münzenberg und von Bußbach bis sich kürzlich ein Damm gesenkt. Die Strecke wird bis 1. Griedel verkehren. Im Klosterwald bei Arnsburg hatte Januar fertiggestellt sein, da aber der Bau der Stationsgebäude noch zurück ist, wird die Eröffnung der Strecke kaum vor 1. April 1904 erfolgen.- Bei Trais Münzenberg ist bereits ein Basaltsteinwerk entstanden und in der Gemartung Eberstadt warten Braunkohlenlager und Salzquellen ihrer Ausnutzung. ** Veterinärarzt Gerhad zu Homberg wurde als tierärztlicher B schauer der Laien- Beschaubezirke Appenrod, Fleischbeschauer des Laien- Beschaubezirks Homberg und als eiblich verpfl chtet. Büßfeld, Dannenrod, Deckenbach, Homberg und Lehrbach Es wird uns nun aus dem Feldathal dazu noch folgendes geschrieben: Die beiden in dieser Versammlung hauptsächlich sich gegenübergestandenen Bahnprojekte sind östlich und westlich von Groß- Felda geplant, Groß Felda und die herumliegenden Orte würden, käme eine oder die andere Linie zur Ausführung, ihre bisherigen Verkehrskalamitäten, besonders den umständlichen Anschluß nach der Provinzialhauptstadt behalten. Nun ist schluß in Ehringshausen einen viel regeren Anteil beaber Tatsache, daß das Ohm- und Feldathal mit dem Anzüglich der Güterverfrachtung nehmen wird, da auch z. B. der Bezirk Kirtorf all seine Frachten dann direkt nach der Linte Gießen- Fulda verbringen würde. Denken die Herren der einzelnen Eisenbahnfomités denn nicht auch daran, Saß mit der Linie Ulrichstein- Groß- Felda Ehringshausen später über Kirtorf auch ein näherer diretter grader Anschluß an die Strecke Kassel- Frank. furt nach Norden in Neustadt erreicht werden könnte, mit diesem zweiten Teil der Strecke aber auch neue Ortschaften an das Eisenbahnnetz. ohne daß eine andere Lime dadurch Alefeld mögen dies mit in Erwägung ziehen. beeinträcht gt würde, angeschlossen werden. Ulrichstein wie Litterarisches. tonservativen Wahlmänner im Wahltreise Rassel ** Der konservative Verein in Kassel fordert die ( Land) auf, bei der Abgeordnetenwahl für den Antisemiten- Buchkunst aus England erhielt das soeben im VerEin glänzendes 8eugnis deutscher Amtsrichter Battmann zu stimmen. Eine ähnliche Erklärung lage von Friß Lehmann in Stuttgart erscheinende Prachterläßt der Bund der Landwirte. wert: Das Mineralreich, von Dr. Reinh. Brauns, ordentl. Prof. der Mineralogie in Gießen. 30 Lieferungen bildern, 73 feinste Chromotafeln, 14 Lichtdrucktafeln, und à Mt. 1.50. Groß 40, 500 Seiten Text mit vielen Texts 4 Kunstdrucktafeln. Die Fachzeitschrift The Mining Journal" in London schreibt über die 1. Lieferung obigen Werkes: sprechen uns ein geradezu herrliches( magnificent) Werk über Der Inhalt und die Ausstattung der 1. Lieferung verleicht verständlich und wird eingeteilt in 5 Abteilungen, die das Mineralreich. Der Text ist klar und für Jedermann jeweils behandeln: 1) Allgemeines über Mineralien( Kristalformen und Combinationen, Wachstumsformen, Pseudomorphosen 2c.) 2) Die Erze und ihre Abkömmlinge nebst Schwefel und Meteoriten. 3) Die Edel- und Halbedelsteine. 4) Die gesteinbildenden Mineralien. 5) Die Salze und Bernstein. Bamberger- Gießen, Südanlage 20 wurde für den Preis von ** Besizwechsel. Das Anwesen der Witwe Jakob 56000 Mart an die Firma Sack& Jughardt, Cementwaren- Fabrik Heuchelheim verkauft. Grünberg. Die hier neu zu gründende gemein nüßige Baugenossenschaft wird eine reiche Fülle von Arbeit vorfinden; die Wohnungsverhältnisse lassen hier und da sehr zu wünschen übrig. Ein Ausschuß von sechs Herren wurde zur Vorbereitung der Genossenschaftsgründung gewählt, welch' lettere an Hand des vom hessischen Bentralverein für Errichtung billiger Wohnungen zur Verfügung gestellten Materials erfolgen soll. ** Milder Winter in Sicht? Während sonst in anderen Jahren um die jetztge Zeit die Bäume ihres Blätterschmuckes beraubt sind, hängt heuer, trotzdem das Quecksilber des Thermometers bereits bis 2 Grund unter noch merkwürdig fest. Auch Scharen von Kiebigen bis zu Null gesunken war, das Laub namentlich an den Eichen 30 Stück werden noch jetzt auf den Wiesen bei ihrem Zug Ende September oder in der ersten Hälfte des Oktober benach den Winterquartieren angetroffen, während dies sonst obachtet wird. Wetterkundige prophezeien in dieser Erscheinung einen milden Winter. Ob sich das bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Zur oberhessischen Eisenbahnfrage. · Am letzten Sonntag fand in Ulichstein eine zahlreich besuchte Versammlung von Interessenten für das neue Eisenbahnprojekt Alsfeld Bell Romrod Nieder- und Ober- Breidenbach- WindhausenUlrichstein- Schotten statt. Erschienen waren: Herr Kreisrat Dr. Meltor aus Alsfeld, Vertreter der Städte und Eisenbahnkomitees Alsfeld, Ulrichstein und Schotten, ferner der Gemeinden Ober- Breidenbach, Windhausen, Storndorf, Meiches, Helpershain, Rebgeshain, Feldfrücken, Rudingshain, Engelrod, Ober- Ohmen, Ruppertenrod, Stumpertenrod und Eichenrod. Der Vorsitzende, Herr Carl Grünewald II. aus Alsfeld, erörterte in längerer Rede die Aussichten der vorliegenden drei Projekte MückeUlrichstein, Ehringshausen- Ulrichstein und Alsfeld Ulrichstein Schotten; er berichtete dann weiter über zwei Unterredungen, welche er mit dem Herrn Finanzminister Gnauth gehabt hat, und erklärte auf Grund derselben zum Schlusse, daß es für jedes der drei Projekte nur zwei Wege zur Ausführung gäbe entweder der hessische Staat erbaut die Bahn, wenn die beteiligten Gemeinden eine Zinsgarantie von 2% der Bausumme übernehmen oder aber eine Gesellschaft baut und betreibt die Bahn, in welchem Falle der Staat etwa Mt. 20,000 pro Kilometer zur Erbauung zuschießt. An den weiteren Auseinandersegungen beteiligte sich dann zunächst Herr Kreisrat Dr. Melior, der für das Projekt Alsfeld- Ulrichstein- Schotten warm eintrat. Herr Bückling- Alsfeld weist an verschiedenen Beispielen nach, daß nie und nimmermehr der Personenverkehr eine Bahn rentabel mache, sondern bloß der Güterverkehr, und der werde bei ihrem Projekt gesichert Aug. Junkermanns Friz Reuterabend.| durch die Ausbeutung der großen Lungsteinlager hielt Beigeordneter Neiber- Ruppertenrod entgegen, diese Lungsteine fämen gerade so gut auch für die Linie Lokales. Gießen, 18. November 1903. Stadtheater Gießen. Wegen der heute früh omtlich bekannt gegebenen Beise zung in Darmstadt fällt die Rachtasy- Vorstellung" aus und das Gastspiel ist bis auf Bateres verschoben worden. * * dort die fogena Samstag Abend 21. d. M. findet, wie bekannt, im Saale zwischen Köddingen und Helpershain. Ihm ica und Radica int wurden. D es Gesellschaftshauses ein Reutervortrag" Junkermanns tatt. Bei diesem Anlasse verweisen wir auf einen Ausadica blieb ampuh Gustav Raaz's in seinem gediegenen Werke über nach Mücke zur Verwertung, überhaupt fäme alle Fracht Camen bei den die„ Zwillingsh uffifchen Eisenbah er bon dort abgele Mattejawa, weil aufgeriffen wor Den fonnte, follen ohle bei Rom eine Mutter ermor Frig Reuter Wahrheit und Did tung", welcher lautet: Den tiefen Eindruck, den man beim Vorlesen der„ Stromtid" find.t, fann auch die geschickteste Da stellung auf der Bühne nicht erreichen, Will man den Bräfig" im ganzen Sonn nschein der Dichtung auf sich wirken lassen, so darf man ihn nicht in realistischer Verförperung vor sich sehen: or dem inneren Auge der Seele sieht man ihn vom Bulte Ies Wortesers aus besser". Dieser Umstand mag nun auch en bedeutendsten Interpreten Reuter'scher Dichtungen, August Junkermann hauptsächlich bewogen haben, sein Talent von Mücke aus viel billiger als über Schotten oder Alsfeld. Es sprachen noch die Herren Dr. Schmidt aus Ulrichstein, Herr Bürgermeister Kromm aus Schotten, Herr Beigeordneter Reiber aus Ruppertenrod, die Herren Beigeordneten Scharch und Haberkorn aus Windhausen, Herr Jäger aus Storndorf und Herr Bürgermeister Fischer aus Ober- Breidenbach. Am Ende wurde mit großer Majorität der Beschluß gefaßt: „ Ein Projekt Alsfeld- Ulrichstein- Schotten soll ausgearbeitet werden, und es dann der Regierung der drei Proler Wahrscheinlidt mehr selten auf dem Theater, sondern viel häufiger im jette fte sich entscheiden." erschwunden war, feaal", zu verwerthen und das Publikum sollte die Begenheit nicht versäumen, derlei genußreiche Vorträge et zahlreich zu besuchen. Die Herren von Ulrichstein behielten sich eine Entscheidung noch vor. Bu den Kosten der Vorarbeiten soll die Stadt Ulrichstein nicht herangezogen werden. Marktberichte. Gießen, 19. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Bib. 1.00-1.15 Mt., Hühnereter 2 Stüd 16-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar 1. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1 80, Hahnen, per Stüd Mr. C.70-1.50, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 50-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Bfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Big. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Big., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.00-5.50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mr. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Markizeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Freitag, den 20. November, nachmittags 5 Uhr findet im Konfirmandensaal der Johannestirche Bereinigung der fonfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Bokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechina": r. Oppermann, Der Brief eines hochwürdigen Pfarrers. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, t. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederöstereich. Radowesig in Böhmen, Post Bilin. Zu wiederholten Malen habe ich Ihren Wilhelm's antiarthritischen antirheumatischen Blutreinigungs- The in meinem frankhaften Zuftande als: Anfchoppungen der Leber, der Milz, Ueberwachsen des Herzens und Magens mit Fett: schichten, rheumatischen Rückenmarksleiden, schwacher Vecdauung, Blutandrang gegen Kopf, Druck auf das Gehirn 2c., mit günstigem Erfolge gebraucht, so daß ich mir dadurch wirklich eine Cur in einem Bade oder Wasserheilanstalt er= sparte, wozu ich leider auch nicht die hinlänglichen Mittel besize, sowie bei meinem Berufe nicht die erforderliche Zeif erübrige. Nehmen Sie die Versicherung daß ich meinerseits es mir nur zur angenehmen flicht mache, diesen so aus gezeichneten Wilhelm's antiarthritischen antirheumatischen Blutreinigungs- Thee allen mit einem darauf bezüglichen Leiden Behafteten bestens anzuempfehlen und wo ich nur fann, anzurühmen, um so Dankbarkeit für Ihre so glück iche Erfindung in etwas zu bezeugen und die leidende Menschheit. wie es dies Ihr so vortrefflich heilsames Präparat wirklich verdient, immer mehr darauf aufmerksam zu machen. Mit vorzüglicher Hochachtung P. Vinzenz John, Pfarrer. Bestandteile: Janere Nußrinde 56, Walnusschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngitblätter 35, Stabiosenblätter 56, Bemus, blätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Caruy wurzel 350, Radic. Cariophyll. 350, Chinariube 350 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sasaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 350, weiß Senf 3.50, NachtschattenStengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. NUR 25 Pfá AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET: SALUTARIS NUR 25 Pr TOILETTE- FETT- SEIFE 159 Unübertroffen für Baut- Celatpflege: Rein, wild, sparsaw. C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. Sanitäts- Kolonne. Erste Unterrichtsstunde Sonntag den 22. November, nachmittags 4 Uhr in der Turnhalle der Stadtmädchenschule an der Westanlage zu Gießen woselbst auch weitere Anmeldungen entgegengenommen werden. Sonntags- Verein für Mädchen. Die Vereinigung junger Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag, den 22. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr rachmittags im Saale der Kleinkinderschule; die Mädchen fönnen zu jeder Zeit fommen und gehen. Von 4 bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeter am Sonntag den 22. November er, nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein, und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsverein hinweisen und denselben die Teilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 16. November 1903. Für den Vorstand: Dr. Naumans. Pfarrer. S2525 RR252525 Für die uns aus Anlaß unserer silbernen Hochzeit so überaus zahlreich von Nah und Fern zugegangenen Glüd: wünsche und Geschenke sagen wir hiermit Allen unseren herzlichften Dank. Chr. Duill n. Frau. Windhof bei Gießen, 18. Nov. 1903. 25252STARS25 10fache Lichtverstärkung und 50 Proz. Oelersparnis haben Sie durch Benützung des Glühlichtbrenners. Kein Strumpf! Keine Lampenänderung! Stück Mk. 1.80 frc. Nachn. Vorrätig für 10, 12, 14, 16" Rundbrenner. Wiederverkäufer Riesenverdienst. 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Das Umwickeln der Bäum Pferd mit Stroh oder Ginstern, wie es vielfach üblich ist, ist ni genügend, da der Hase die beiden Schußmittel leicht dur Karl Schli rbach IV. nagt; auch nisten sich im Stroh gern Obstbaumschädling ein. Einen wirklichen Schuß gewährt vielmehr nur ein dich Umbinden der Bäume mit Dornen oder das Anbringen eine Emil Fischbach. ſteht billig zu verkaufen bei O wie häßlich Rodheim bei Gießen find Miteſſer, Blütchen, Finnen, Junger Mann fichtspicke, rote Flecke 2c., daher gebr. man gea. alle hautunre nigkeiten u. Hautausschläge nur d.eshtegadebeuler Teerschwefel- Seife " Schußmarte: Steckenpferd" à Stück 50 Pfg, echt bei: Adolf Bieler, Gießen. Victoria- Drogerie eftit aße 5. Cebertran bual empfiehlt feinfter Medizinal Emil Fischach, Gasmotor 2pfd., gut im Stand, preiswert zu verkaufen. Reflektanten wollen sich an d. Exp. d. Vl. wenden. Trock. Spähae u Abfallholz stets vorrätig Wellhöfer. Gießen, Marburgerstraße 34 Gut erhait. 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August 1899, den Ersaz des Bild schadens betreffend, der Wildschaden, der an Obstbäumen un Baumschulen angerichtet wird, nicht zu ersehen ist, wenn di Herrichtung von Schußvorrichtungen unterblieben ist, die unter gewöhnlichen Umständen zur Abwendung des Schaden ausreichen. Gießen, den 17. November 1903. Großherzog iches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Betr. Rotlauf zu Langsdorf. In dem Gehöft des Christian Jung zu Langsdorf vr Det st Schweinerotlauf festgestellt worden. Die franter Schweine sind der Stallsperre, die der Seuche dächtigen Tiere der Gehöftsperre unterworfen. Schweinebestand wurde der Schußimpfung unterworf Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Commerin rate Georg Karl Gail sind für das Jahr 1904 an tre bedürftige dahier wohnende Familien oder alleinstehende sonen Unterstüßungen von j 30 Mt. zu vergeben. werbungen haben bis zum 20. Dezember 1. J. bei Armenamt, Nuen Päue Nr 25 zu erfolgen. Gießen, den 17. November 1903. Pr dr Großh. Pürgermeisteret Gießen. 5. V Curfchmann. Bekanntmachung. Kana g De Sandgasse wird wegen Vornahme von sationsarbeiten von Freitag, den 20. d. Mts ab bis af weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr sperrt. Gießen, den 19. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 17. Oktober I. Js. angeordnete Sperre dr Kirchstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 19. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 10. 1. Mts. angeordnete Sperre dr Wettergasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 19. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Das Gäßchen ,, Auf der Bach" wird wegen Vor nahme von Kanalisationsarbeiten von Freitag, den 20. 1. Mts ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, 19. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. ernft. Liebe Ich nein, ich werde niemals heiraten," sprach sie Und so gelobe ich auch dir an Du warst meine erste, bleibst auch meine einzige ich schwöre es dir!" Er ergriff ibre Sand: die Esche Waldtauben und Drosseln an, die Buche Spechte, die Birke Schnarrdrosseln, der Schwarzdorn Haidelerchen, der Brombeerstrauch Weißkehlchen und Goldammern, die Saatträhen, Eiche Amseln, der Hagedorn fast alle Arten Kleiner Nr. 272 Donnerstag, den 19. November e Far 1903