Nr. 116 Abonnement@ preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Big., ta's Haus gebracht 60 fg., durch die Boft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglis) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- nub Gartenbax, fotote die Siebener Geffenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Bertagen names Dienstag den 19. Mai 1903. Gießener 12. Jabraang. Jasertionsprei ss Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Beglar und Marburg 10 Pis fann 15 Big.; Reklamen die Betitgeile 30 refp. 40. Bostzeitungsliste No. 8809. Rebattien und Expedition: teßen Renenweg M Fernspresenfchla Re, 308. Neueste Nachrichten ( Sießener Tageblatt Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die ,, amerikanische Gefahr". CB. In politischen und in gewerblichen Kreisen wird bielfach die Befürchtung geäußert, daß die Amerikaner mit der Zeit unser ganzes Wirtschaftsleben bedrücken und auch mit ihrer politischen Uebermacht die alte Welt in den Hintergrund drängen werden. Tatsächlich bestehen ja auch in Amerika derartige Tendenzen. Erst jüngst hat Präsident Roosevelt in dem Westen Amerikas, wo er augenblicklich seine Wiederwahl betreibt, den Standpunkt vertreten, daß in zwanzig Jahren der Stille Ozean vollständig amerikanisch sein müsse, und die Regierung von Washington steift sich ja bekanntlich Europa gegenüber auch in Angelegenheiten der Südstaaten auf die Monroedoktrin, d. h. die großamerikanische Politik. Die Entwicklung des amerikanischen Industrielebens und des Kapitalismus scheinen allen diesen Bestrebungen auch Vorschub zu leisten. Allein immerhin bleibt die alte Welt trot allem dem amerikanischen Emporkömmling in einem über legen, in der Frage der idealen Interessen. Das ganze amerikanische Leben ist brutal auf die materiellen Inter essen zugeschnitten. Amerika hat keine eigentliche Wissen schaft und keine Kunst. Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Wesen in der wissenschaftlichen Ausbildung der Jugend auf den Universitäten, worüber Prof. Dr. Harper fürzlich eine interessante Mitteilung gemacht hat. Da nach sind die amerikanischen Studenten zumeist in bür gerlichen Berufen tätig, und sie sind hierbei nicht einma) sehr wählerisch. Denn der Kreis ihrer Erwerbsgelegen heiten beschränkt sich nicht, wie bei unseren ärmeren Stu denten, auf die Stellung als Sekretäre und Hauslehrer. Der amerikanische Student beschäftigt sich auch mit Anzeigensammeln, Plakattleben, Zettelverteilen und Later: nenanzünden. Wenigstens zählt Dr. Harper alle diese Becufe unter der amerikanischen Studentenschaft auf. Wie ideal ist dem gegenüber die wissenschaftliche Erziehung des deutschen Jünglings, der in der Regel sorglos und mit frischen Kräften dem Studium sich widmen kann, während der amerikanische Student nur in der freien Zeit sich ein Stück Wissenschaft aneignet, das er ganz gewiß möglichst bald wieder verwerten will. Daß bei dieser Art des Studiums die Gründlichkeit zu kurz kommt, und daß vor allen Dingen auch die moralischen Qualitäten der Studierenden darunter leiden müssen, liegt auf der Hand. Es ist denn auch nur die logische Konsequenz des Unterschiedes zwischen der alten und der neuen Welt in Bezug auf die Stellung zur Wissenschaft, daß die Amerikaner zwar imstande sind, wissenschaftliche Erfolge sehr schnell zu verwerten, daß sie aber eigentliche Fortschritte selber nicht herbeiführen können. Auf dem theoretischen Gebiete wird die alte Welt also stets den Amerikanern überlegen sein, und wer die geistigen Waffen nicht gering schäßt, wird deshalb auch die ,, amerikanische Gefahr" nicht in dem Maße befürchten, wie es vielfach der Fall ist. Intimes vom Kaiferbefuch im Vatikan. HP. Noch immer ist das Echo des Kaiserbesuches im Vatikan nicht erstorben; namentlich die ausländische Presse beschäftigt sich eingehend mit den Vorgängen während jener fast halbstündigen Zusammenkunft in den Gemächern des Papstes. Und unter den ausländischen Blättern sind es vor allem wieder die französischen, die mehr oder minder beglaubigte Einzelheiten über den Kaiserbesuch der Welt auftischen. Das ist kein Wunder, ist doch Frankreich seit dem Ausbruch des französischen kulturkampfes an dem Verhältnis zwischen Deutschland und dem Vatikan doppelt interessiert. Daß die Franjosen, je schlechter ihre eigenen Beziehungen zur Kurie werden, um so eifersüchtiger und besorgter_____aus den wachsenden Einfluß Deutschlands im Vatikan blicken, ist begreiflich;. daher auch das ungewöhnlich rege und nachhaltige Interesse für die Einzelheiten der Begegnung Bilhelms II. und Leos XIII. Nun ist freilich das, was die französische Presse über den Kaiserbesuch an besonderen Informationen bringt, höchst unauthentisch und in den meisten Fällen lediglich Phantasiewerk. Immerhin ist es von Interesse, die Aufsehen erregendsten Meldungen, wenigstens so weit Sie von der Wahrheit nicht völlig abweichen, zu verfolgen. Neuerdings veröffentlichten französische Blätter Unterredungen mit Persönlichkeiten aus der näheren Umgebung des Papstes, zu dem Leo XIII. sich mehrfach über den Kaiserbesuch ausgesprochen haben soll. Wir geben. einiges daraus wieder. Bei der Lektüre dieser Zeitungsmeldungen muß man sich gegenwärtig halten, daß sie aus französischen Blättern stammen; die französische Selbstgefälligkeit kommt darin zum Teil – z. B. in der Behauptung, der Kaiser habe sich in dem Verkehr mit bem Papste Napoleon I. zum Vorbild genommen- zu unzweideutigem Ausdruck. Ein Pariser Blatt schreibt: ,, Papst Leo hat einem französischen Kardinal u. 1. über den Besuch des Kaisers Mitteilungen gemacht, aus bem fich folaendes eraibt: Der Kailer, der bei ſeinem erten Besuch auffahrend und stolz erschienen war, zeigte sich dieses Mal von ganz anderer Seite. Er hatte sich of jenbar Napoleon I. als Vorbild genommen. Er zeigte eine sehr achtungsvolle Haltung, wie die eines Sohnes dem Vater gegenüber und suchte selbst seine Stimme zu mildern. Er nannte sofort vor aller Welt den greisen Papst ,, Vater", wie es Bonaparte getan hatte. Bei dem ersten Besuche hatte er dagegen den Titel„ Heiligkeit" angewendet. Der Papst erklärt immer wieder, wie tief ihn die zarte zuvorkommenheit des Kaisers gerührt habe. Das kleine Kissen, auf das der Papst seine Füße zu legen pflegt, war fortgeglitten. Der Kaiser bückte sich, um es wieder auf den rechten Platz zu legen. Da der Papst dabei eine Bewegung machte, um den kaiserlichen Gast zurückzuhalten, ergriff dieser die schwache und zitternde Hand des Greises und führte sie an seine Lippen. Der Papst bemerkte dabei zu seinem Erstaunen, daß der Kaiser ein Armband trägt. Das muß wohl eine neue Mode sein," bemerkte der Papst dem französischen Kardinal. Er fuhr dann mit der Erklärung fort, daß Kaiser Wilhelm ihm sehr gealtert erschienen wäre.„ Ich bin erstaunt über den Wechsel seiner Physiognomie," sagte der Papst. ,, Er hat eine scharfe Falte zwischen den beiden Augenbrauen, die ich trotz meines Alters noch nicht habe. Die Augen sind stark umrändert und um den Mund liegt ein bitterer Zug, vielleicht, weil man ihn jetzt besser sieht, seitdem der Kaiser seinen Schnurrbart anders trägt." Schließlich soll der Papst dem französischen Würdenträger versichert haben, daß französische Angelegenheiten zwischen ihm und dem Kaiser nicht berührt worden seien; der Kaiser wisse, wie sehr er, der Papst, dieses edle Land liebe". Dieser legien Mitteilung widerspricht die Meldung eines anderen Blattes, das eine Unterredung mit dem Kardinal Gotti, dem Präfekten der Propaganda, veröffentlicht. Danach wäre Kaiser Wilhelm sofort auf die Frage des Protektorats über die fatholischen Christen im Orient losgesteuert. Er hätte dem Papste vorgestellt, daß er allein die Christenheit in Klein- und Ostasien ruhmreich zu verteidigen imstande sei, während die Franzosen infolge ihrer inneren Zwistigfeiten das Prestige verloren hätten. Der Kaiser habe geltend gemacht, daß das Protektorat nur eine gerechte Belohnung für seine Bemühungen um die katholische Mission wäre. Er soll sogar gesagt haben: ,, Ich brauche weite Horizonte und ersticke in der Staatsreligion." Der Papst hätte den Kaiser dann darauf aufmerksam gemacht, daß es sich dabei auch um Geldfragen handle. Die Franzosen lieferten noch die größten Beiträge für die Missionen, nämlich 20 Millionen jährlich. Der Kaiser gestand darauf, daß er nicht in der Lage sei, diese augenblicklich zu bewilligen. Daß die Unterredung über das Protektorat in dieſer Weise vor sich gegangen sei, ist völlig ausgeschlossen, hier hat offenbar die Phantasie der Franzosen, von ihrer Besorgnis vɔr einer Verdunkelung ihres Protektorpreſtiges durch Deutschland beflügelt, die Berichterstattung stark beeinflußt. Die dem Kaiser von Gotti zugeſchöbenen Aeußerungen sind so wenig hohenzollernsch und widersprechen dem Charakter des Kaisers so sehr, daß er sie unmöglich getan hat. Auch seine erste Meldung über den Handfuß, mit dem Kaiser Wilhelm dem Papste gehuldigt habe, ist in dieser Form unrichtig. Tatsache ist, daß der Kaiser bei der Begrüßung des Papstes sich tief über dessen ihm entgegengestreckten Hände beugte, so daß es schien, als küsse er sie. Die Politik. Die Krankengeseknovelle genehmigt! Ueber den Druckfehler, der einigen besonders penib. len Gemütern das regelrechte Zustandekommen der Nobelle zum Krankenversicherungsgeseß in Frage zu stellen schien, hat sich der Bundesrat erfreulicherweise glatt hinweggesett. Er hat am Montag das Krankenversicherungsgesetz gemäß den Beschlüssen des Reichstages genehmigt. Damit ist wieder ein weiterer bedeutsamer Schritt nach vorwärts auf dem Wege der Ausgestaltung unserer Sozialgesetzgebung getan. Kirchenskandale in Paris. (-) Wie neulich in der Kirche der Pariser Vorstadt Aubervilliers, so tam es am Sonntag auch in mehreren Kirchen in Paris selbst zu Skandalszenen, die zum Teil zu blutigen Krawallen führten. In Paris war gestern das Gerücht verbreitet, die Antiklerikalen wollten in mehreren Kirchen Ekandale hervorrufen. Infolgedessen boten die Pfarrer der einzelnen Kirchen große Scharen von handfesten Leuten auf, die, teilweise mit Knütteln bewaffnet, dem Gottesdienst beiwohnten. In zwei Kirchen, wo früher Jesuitenpatres predigten, kam es denn auch zu wilden Auftritten. In der Kirche des Stadtteils La Villette erhob sich, als der Pater die Predigt begann, ein Antiklerikaler und fragte den Pater, ob er Erlaubnis zum Predigen habe. Sofort brach ein unbeschreiblicher Tumult aus. Etiva 150 in der Kirche versammelte Schlächtergesellen hieben auf die Antiklerikalen ein; viele von diesen wurden schwer verletzt. Die Polizei drang schließlich in die Kirche ein und trennte die Kämpfenden. Auch nach dem Gottesdienst in der Kirche Notredame de Plaisance, wo ebenfalls ein früherer Jesuit predigte, fam es zu Krawallen: 2000 Teilnehmer am Gottesdienst begann am Ausgang der Kirche Händel mit den dort postierten Antiklerikalen, es tam zu einer großen Schlägerei, und die Polizei war machtlos. Der Polizeipräfakt Lépine selbst wurde durch einen Hieb über den Kopi verlegt. Erst spät abends gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Auch in Reims, Rouen und anderen Drten, in denen gegen die Kongregationen gerichtete Versammlungen abgehalten wurden, kam es zwischen Klecikalen und der Gegenpartei zu Zusammenstößen. In Marseille zogen am Sonntag etwa 5000 Personen vor Die Präfektur, um dort eine Adresse niederzulegen, in velcher die Trennung von Kirche und Staat gefordert vurde. Neue Gärungen auf dem Balkan. () In Serbien ist neuerdings die alteingewurzelte Abneigung gegen die Türkei durch einige unkluge Maßnahmen der Pforte und durch Uebergriffe, die sich türfische Truppen dem serbischen Militärattaché in Konstantinopel gegenüber zu schulden kommen ließen, bedenklich jewachsen. Daß Fürst Ferdinand von Bulgarien durch Sie Sofister Militärpartei zum Kriege mit der Türkei gedrängt wird, ist ebenfalls bekannt, und wenn auch unter Rußlands Druck er ebenso wenig wie sein Nachbar Cascha etwas ernstliches gegen den Sultan unternehmen wird, so ist doch Bulgariens Türkenfeindschaft ebenso wie die serbische ein Moment mehr, um die Majedonier, die in Bulgarien nach wie vor begünstigt werden, zur Fortsetzung des Guerillakriegs aufzumuntern. Obenein scheint in Bulgarien jetzt noch ein Ministerium ans Ruder zu kommen, das es mit den mazedonischen Aufrührern hält. Fürst Ferdinand hat den General Petrow mit der Neubildung des Kabinetts betraut. Daß Petrow die Mazedonier ziemlich unverhüllt begünstigen wird, kann man schon daraus ersehen, daß das bisherige Kabinett zurückgetreten ist, weil ihm der Fürst zu mazedonierfreundlich war und dadurch alle Bemühungen des Kabinetts, Bulgarien nicht in die Unruhen zu verwickeln, über den Haufen warf. Immerhin ist ein Krieg der Balkanstaaten gegen die Türkei nach wie oor so gut wie ausgeschlossen, und es steht zu hoffen, daß es der Türkei jezt, nach der nun doch erfolgten Einnahme von Jpek, gelingt, die Albanesen und Mazedonier im Schach zu halten. Kurze politische Nachrichten. Der Kaiser hat bestimmt, daß das in Danzig auj Stapel liegende Linienschiff" den Namen ,, Elsaß" und das zweite im Bau befindliche Schwesterschiff„ M“ den Namen ,, Lothringen" erhalten soll. * Die Arbeiter der Bremer Vulkanwerft wurden am Montag entlassen. Es arbeiten nur noch Meister, Vorarbeiter und Lehrlinge. * Die japanische Regierung fordert vom Parlament zehn Millionen Pfund Sterling( 200 Millionen Mark) für neue Schiffe und 1,500,000 Pfund für laufende Schiffsbau- Ausgaben. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hielt gestern in der Nähe von Mez eine große Truppenübung ab, an der die ganze Mezer und Diedenhofener Garnison teilnahmen. Die der Uebung zugrunde liegende Idee war: Eine deutsche Armee ist über den Rhein zurückgeworfen, Meß mit einer deutschen Besatzung vom Feinde eingeschlossen. Der Kampf dreht sich um die Forts Kaiserin" und „ Lothringen“. Der Kaiser traf früh morgens mit der Bahn in Chatel St. Germain ein. Dort stieg er zu Pferde und übernahm das Kommando einer kombinierten Division. Tags vorher – sɔ wird aus Kurzel berichtet, traf das Kaiserpaar dort, von Urville kommend, unter dem Geläute der Glocken und den Zurufen der dichtgedrängten Menschenmenge, welche die Dorfstraße entlang Aufstellung genommen hatte, ein und nahm an dem Gottesdienste in der Kaiserkirche teil. Nach demselben be, sichtigten die hohen Herrschaften das Wilhelm- ViktoriaStift für alte Leute und die neue evangelische Pension in dem alten Hugenottenschloß, wo sie von den Pensionärin nen unter Führung des Verwalters und der Vorsteherin der Pension empfangen wurden. *** Generalleutnant von Hülsen- Haeseler, der während der Kaiserparade auf dem Ererzierplaß von Frescath einen leichten Schlaganfall erlitt, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Der Anfall hat sich nicht wiederholt und es ist kein Anlaß zu Besorgnis vorhanden. Voraussichtlich wird der Kabinettschef am Dienstag abend mit dem Kaiserpaar die Heimreise nach Berlin antreten. Rein, nein! Klub begleiten werde, ich wiederhole dir, daß ich dich mung auf sein wieber mit dir gehen!" verkehrt. Gebt ihn auf, entschlagt Guch Vermögen, dann nur dann werde ich so lange eterned in demselben niemals mehr nicht für eine einzige Minute in ben jeder offe schoren!" Laß licher Liebe! lich in Tränen mich bermag ausbrechend, sind das Worte schwesterStang Sch zu halten. mit deiner schwesterlichen Liebe deinen rohen Ich ziehe ich nicht mehr unge rem Hause noch permißt wir effies andere meistens bares Geld salinde inchell, vorsichtigerer weise ei f infolge eines dringenden Verdachtes, aber Aber die Verluste hörten nicht auf!" ausgeführt wenn die Diebstähle auch offenbar in auch das zweite Dienstmädchen ergänzte Rowurden." ,, Bauer, behalt ,, Komm mit, fomm mit." oder die melancholischen Käuzchen aus der Ferne rufen: à Dienst, Bauer behalt deinen Dienst""; lich, läßt Dinge reden die gar keine Rede haben, und hört Ueberall macht sich das Bolt fremde Laute verständFrühlingsgegen auf dem Baume stolz und lustig: Bauer miet mich, Bauer miet mich", in der schönen Die Bauernmagd auf dem Zarenthron. - Zum zweihundertjährigen Jubiläum von Petersburg. - RK. Petersburg begeht jezt das 200jährige Jubiläum seiner Gründung, und in allen Kirchen des großen russi schen Reiches wallt der Weihrauch und schallen Hymnen zu Ehren des Begründers der neuen Hauptstadt des mos kowitischen Reiches und seiner Weltstellung, des großen Baren Peter. Begann doch mit ihm erst die Sonne westlicher Zivilisation über die russischen Ebenen zu leuchten, die bis dahin in finsteres Dunkel wilder Barbarei gehülli waren. Der Zar brach mit einem Schlage die Vorurteile des Adels und des Volkes gegen das Abendland. Wenn seine Reformen heute in Rußland fast überschwenglich gepriesen werden, so darf man aber nicht der treuen Gehilfin vergessen, deren emsige Mitarbeit an seinen Plänen diesen oft erst die Reise und Lebensfähigkeit gab. Wo Peters Namen genannt wird, darf man den Katharinas nicht verschweigen, seiner Gattin, die er aus niederem Stande auf Rußlands Thron erhoben hatte. Wie Katharina zum Zarenthron gelangte, klingt fast wie ein Märchen.. Sie nannte sich eigentlich Martha und war die Tochter eines Sklaven der bekannten Fürstenfamilie Sapieha, mit Namen Stawronsky, dem sie am 16. April 1686 zu Dorpat geboren wurde. Nach dem Tode ihrer Eltern erlebte die Waise bunte Abenteuer, bis sie im Hause eines evangelischen Pfarrers während einer Bestepidemie als einzig Ueberlebende von dem Propst der libländischen Festung Marienburg aufgesunden und als Magd angenommen wurde. Als sie hier zur Jungfrau herangeblüht war, erregte sie durch ihre berauschende Schönheit und das ihr angeborene vornehme Wesen die Eifersucht der Töchter des Hauses und wurde deshalb schleunigst an einen schwedischen Dragoner verheiratet. Aber schon drei Tage nach der Hochzeit mußte der junge Gatte in den Krieg, und Martha blieb im Hause des Propstes bis zum Tage der Einnahme Marienburgs durch die Russen. Da erregte die junge Magd das Wohlgefallen bes Oberkommandierenden Scheremetjeff, der sie zu seiner Leibsklavin machte. Scheremetjeff erfreute sich aber nur wenige Monate ihres Besizes. Mentschikoff löste ihn im Kommando ab und übernahm auch die schöne Sklavin. Der neue Herr war ein eifersüchtiger Liebhaber und verbarg seinen Schatz sorgsam vor den Augen aller. Als aber eines Tages, im April 1703, der Zar bei ihm zu Gaste weilte, da löste der Branntwein ihm die Zunge, und er rühmte sich, daß bie Schönste aller Frauen sein Eigentum sei. Man wollte das Wundermädchen sehen, doch Mentschikoff bereute das borschnelle Geständnis und weigerte sich, sein Liebstes herzuzeigen. Da befahl ihm der Bar, die Sklavin herbeizuschaffen, und Mentschikoff gehorchte; Martha kam, der Bar sah sie, und ihr märchenhaftes Schicksal war in Erfüllung gegangen. - etnen aus allen Teilen des Reiches, unter ihnen die Letter der bedeutenderen biologischen Versuchsstationen, Zuchtanstalten und Teichwirtschaften Deutschlands erschienen. Die Versammlung beschäftigte sich mit Fragen betreffend Preisaufgaben, Lachszucht, die biologische Station Plön, Nachweisung von Sachverständigen für Anlage von Karpfenteichen, Verleihung von Auszeichnungen und der Notwendigkeit, auf Staatskosten Brutanstalten zu erbauen. Zu gleicher Zeit veranstaltet der Fischereiverein der Mark Brandenburg aus Veranlassung seines 25jährigen Bestehens eine Fischereiausstellung, die vom Kronprinzen eröffnet wurde. Aber nicht ihrer Schönheit allein verdankte die Sklavin Martha, die bald zum orthodoxen Glauben übertrat und den Namen Katharina erhielt, ihre Karriere; aus der Bauernstube brachte sie in den Barenpalast auch Talente mit, die für den Reformtaiser unendlichen Nuzen ſtifteten. Sie war von einer seltenen Energie in den schwiecigsten Momenten und besaß eine Klugheit, die dem zarischen Geliebten und Gemahl die gefährlichsten Rätsel zu lösen verstand. Gewiß hatte diese Wundergestalt auch häßliche Flecken, denn Katharina war nur ein menschliches Wesen, ein Weib, das durch die Abgründe des Lebens geschleift wurde, ehe es auf die lichtumslossene Höhe gelangte. (::) Brand im kaiserl. Neuen Palais. Im südlichen Flügel des Neuen Palais zu Potsdam, und zwar im Wohnzimmer des Kronprinzen, wo ein Probeheizen des Ofens stattfand, brach Feuer aus. Die Palais- Feuerwache trat sofort in Aktion, und es gelang ihr, in Gemeinschaft mit der städtischen Feuerwehr, nach etwa dreiviertelstündiger Arbeit das Feuer zu löschen und jede Gefahr zu beseitigen. Seidene Wandteppiche, Draperien und ein Teil der Möbel sind teils angebrannt, teils verbrannt. ( Das Goldene Rad". Eines der größten deutschen Radrennen ist auf der Friedenauer Fahrbahn entschieden worden, das, goldene Rad" um die Weltmeisterschaft. Wie im Vorjahre, blieb auch diesmal der Preis in den Händen des Münchener Meisterfahrers Robl, der 100 Kilometer in 1 Std. 27 Min. 48,2 Sek. zurücklegte. Mit ihm stritten um das Rennen der Deutsche Görnemann, der Engländer Michael und der Franzose Bouhours. Bis dahin lebten die Frauen am Zarenhofe eingesperrt hinter den Gittern des Terem", des Frauengemaches. Sabjelin, der russische Geschichtsschreiber des häuslichen Lebens des russischen Volkes, erzählt in seinem fürzlich erschienenen Teile über das Leben der Zarinnen jener Beiten: Als nach der Thronbesteigung des Zaren Alexej ( des Vaters Peters des Großen) eine polnische Gesandtschaft am Hofe zu Moskau erschien, um dem russischen herrscher und der Herrscherin Geschenke zu überbringen, ba ward es den Gesandten nicht erlaubt, die Zarin von Angesicht zu Angesicht zu begrüßen. Da man sich aber schämte, ben wahren Grund, die Eifersucht, einzugestehen, so entschuldigte man sich mit der traditionellen hösischen Ausrede, daß die Zarin krank sei, und der Zar nahm auch die für sie bestimmten Geschenke entgegen.- Ebenso wie Die Frauen des Barenhauses waren die Frauen der Adeligen, der Bürger und selbst der Bauern von jedem Vertehr mit dem männlichen Geschlecht abgeschlossen. Ste durften das Haus ihres Herrn und Gebieters nur verlassen, wenn sie die Kirche oder das Bad besuchten. Und dann hüllten sie sich in dichte Schleier und unförmliche Gewänber, und die Vornehmen gingen nie zu Fuß, sondern legten den kleinsten Weg im festverschlossenen Wagen oder Schlitten zurück. )( Eine schwere Eisenbahnkatastrophe hat sich in Schönborn( Schlesien) ereignet. Ein von Breslau nach Kamenz abgelassener Extrazug, mit welchem der Breslauer Eisenbahnarbeiterverein einen Ausflug nach Landeck machen wollte, entgleiste infolge falscher Weichenstellung kurz vor der Station Schönborn. Fünf Wagen stürzten um. Nach den bisherigen Feststellungen wurden zwei Personen schwer und neun leichter verletzt. Der Durchgangsverkehr war drei Stunden gesperrt und wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Opfer des Segelsports wurden auf dem Müggelsee bei Berlin vier Personen, drei Herren und eine Dame, die sich die dort veranstaltete Regatta ansehen wollten. Trog bes stürmischen Wetters hatten sie sich hinausgewagt, tropdem sie in der Bootsführung nicht ordentlich erfahren waren. Augenzeugen berichten, daß das Boot mehr als ungeschickt gesteuert wurde.- Aber auch berufsmäßige Segler werden nur zu leicht eine Beute der Wellen. Bei Donnsnaes( Kurland) begab sich ein Fischerboot mit neun Mann Besagung ins Meer, um zu dem gestrandeten Schiff Segler" zu gelangen. Das Boot kenterte und acht Mann ertranfen. Kaum hatte jedoch der Zar Katharina zu sich erhoben, da ward der Frauen Los ein anderes. Der Zar befahl dem Adel und den Bürgern, für die Frauen europäische Trachten anzuschaffen, und dekretierte: daß die neumodisch Gekleideten die Freiheit erhalten, die altmodisch Gekleideten aber Sklavinnen bleiben sollten; die Neumodischen wurden zum Range der Vornehmen erhoben, die Altmodischen, mochten sie auch den höchsten Kreisen angehören, wurden zurückgesezt. Den Neumodischen öffnete der Zar den Hof, und freudig folgten die beseligten Frauen dem zarischen Rufe zu Bällen und Festlichkeiten; und waren ihre Ehemänner darob erzürnt, so genossen die Frauen kaiserlichen Schutz, und manche Gemahlin eines konservativen Gatten wurde unter polizeilicher Bewachung aus ihrem Haus abgeholt und wieder heimgeleitet. Sicherlich hat Katharina an dieser Emanzipation der russischen Frauen ihren Anteil. Sie selbst, obwohl nie. brigsten Ursprungs, war eine Frau von hohen Fähigkeiten und voll Verständnis für den Pulsschlag der Zeit. Sie war nur eine Magd, aber sie verstand es, auf den Thron erhoben, töniglich zu denken. Und deshalb werden auc ihrem Andenken in diesen Tagen die Herzen der Russen und vor allem die der russischen Frauen warm entgegen. ichlagen. Nab und fern. Bunte Chronit. Der Berliner Domchor wird unter Leitung seines Dirigenten, des tgl. Musikdirektors Prüßer auch im Laufe dieses Sommers mit Genehmigung des Kaisers in verschiedenen deutschen Städten und Badeorten Konzerte veranstalten. So findet u. a. am 10. Juli im Kahlberg bei Elling ein Konzert statt, welchem wahrscheinlich die Kaiserin gelegentlich ihres Aufenthaltes in Kadinen beiwohnen wird. Die Hauptversammlung des Deutschen Fischerei bercins findet zur Zeit, wie alljährlich, in Berlin statt. Den Vorsiz in der ersten Sizung führte Fürst von Hazfeldt. Es sind Abordnungen von 23 angeschlossenen Ver-Wie aus Gleiwit gemeldet wird, wurde auf dem Labander Exerzierplaz bei den Uebungen des Ulanenregi ments der Unteroffizier Regner von seinem Hintermann durch einen Lanzenstich schwer verletzt. Die Wunde ist sechs Zentimeter tief. -In Siegen explodierte ein Hochofen der Siegener Hütte. Ein Mann würde getötet, ein anderer verlegt. -In Bridgeport( Connecticut) fanden Straßenkämpfe infolge des Streites der Straßenbahnarbeiter statt. 20 Personen wurden durch Steinwürfe verletzt. vert und ,, Lavastrome" stürzten die Abhänge hinab. Zum Schluß des Feuerwerks wurden 1200 Rafeten auf einmal abgebrannt. - Der vom Oberkriegsgericht zu Wilhelmshaven zum Tode verurteilte Matrose Kohler, der Mörder des Un teroffiziers Biedriski von der ,, Loreley", hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Nab und fern. Eine neue pol Bor einem 3 Egion viel bor Bles Streben, feine ar gefchaffen, die Er wollte nicht nur lige nnd politisch mußte er Politit tr ( 22) Ein auferstandener Toter bildet augenblicklich eine große Sorge für die Richter des Staates Alabama. Vor einigen Wochen wurde ein wegen Mordes verurteilter Neger nach allen Regeln der Kunst aufgeknüpft. Der Gerichtshof tonstatierte den Tod des Hingerichteten, und es wurde über die Hinrichtung ein amtliches Protokoll aufgenommen. Man hatte sich aber gründlich getäuscht. Als man nämlich den Neger beerdigen wollte, gab er noch deutliche Lebenszeichen, und schließlich erholte er sich so gut, daß er jetzt wieder ganz munter ist. Es läßt sich nun nicht in Abrede stellen, daß der Schuldige die ihm auferlegte Strafe erlitten hat und nach dem amtlichen Protokoll geseßlich tot ist. Man fragt sich nun, ob man unter solchen Umständen das Recht hat, den widerspenstigen Leichnam noch einmal aufzuknüpfen. Wie gesagt, die Richter sind in arger Verlegenheit! Die Prägung von 20 Millionen Fünfmarkstücken ist für dieses Jahr beschlossen worden. 10 Millionen werden in den nächsten Wochen in Umlauf gesetzt. Die Maßregel erwies sich als notwendig, da die Taler be kanntlich eingezogen werden und schon jetzt ein Mangel an dieser Münzsorte sich fühlbar macht. ::: Die Newyorker Höllenmaschine ist nach Ermittelungen der Kriminalpolizei von einem Anarchisten Rossow fabriziert worden, der 1886 in Chicagɔ bei den dortigen Aufständen eine Rolle als Bombenwerfer gespielt hat. Mit der Affäre in Zusammenhang gebracht wird die Verhaftung einer Dame und eines Arbeiters, die auf einem französischen Ueberseedampfer verhaftet wurden, und gefährlich: Anarchisten sein sollen. Das große Los der preußischen Klaffenlotterie das, wie wir meldeten, auf die Nr. 9421 gezoger wurde, ist, wie wir erfahren, in eine Kollekte zu Neuf ( Rheinland) gefallen. Dem Vernehmen nach sind an den Riesengewinn von 500,000 Mark mehrere kleinere Leute auch vom platten Lande, beteiligt, so daß die Göttin For tuna ihr Glückshorn diesmal an der richtigen Stelle aus. geschüttet hat. Reichstag zu tomme ir wachsender vergeblich. Und wahl würde ihm trung bringen, ** Wahrung des Steuergeheimnisses. Für die Mitglieder der Steuereinschäßungs- und-Berufungskommissionen von Wichtigkeit ist ein Urteil der Straftammer zu Hannover. Der Gemeindevorsteher Hartmann aus Wennigsen hatte gelegentlich einer Wahlversammlung das Steuerverhältnis eines Hegemeisters, von dem er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Steuer Einschäßungskommission Kenntnis hatte, öffentlich mitgeteilt. Der Hegemeister stellte daraufhin Strafantrag gegen das redselige Gemeindeoberhaupt, und die Strafkammer zu Hannover verurteilte letteres wegen seiner amtswidrigen Handlung zu 100 Mart Geldstrafe resp. 10 Tagen Gefängnis, wobei gerade diese Handlung als verwerflich bezeichnet wurde. amftrittene allgem Majorität in eine folge aus allen und dazu waren C Neben dem hm, trat damals mann in die De politische Fahrwaffe in Erfurt ber nat der als Grundlage betrachten ift. An der als Redner di fie für seine Beftr wl bazu, 1898 die aber überall uno Neiber mein fei damit der To Es find it National Sozialen wieder auf dem bas muß man ihr auf eine große fie fich diesmal beiten bie in Frag Ausdauer und ein nehmen ist, daß d feiner Freunde zu Die Nationa Militzeug der be auszuwählen und Partei der Tradit idee, von der Ba fie ben Rampf um bi Sorge um die grenzen find also Bei Kommu Cozialen ihre po wesen, daß es Bu erobern, ein 2 ben Sozialdemokra ** Bis zu welcher Stunde sind die Treppen und Flur zu beleuchten? Diese Frage gibt häufig zu Zwistigkeiten zwischen Mietern und Hauswirt Veranlassung. Das preu ßische Kammergericht hat nun kürzlich dazu grundle gende Stellung genommen. Es handelte sich dabei um einen Fall aus Liegniß. Dort bestimmte eine PolizeiVerordnung, daß die Beleuchtung der Flure und Treppen ohne Rücksicht auf die Jahreszeit bis mindestens 10 Uhr abends zu geschehen habe. Nun hatte in einem Prozeß eine Liegnizer Hausbesizerin die Gültigkeit der Verordnung angefochten mit der Behauptung, sie schließe schon um 9 Uhr das Haus; da damit der öffentliche Verkehr in ihrem Hause aufhöre, so brauche sie von 9 Uhr ab nicht mehr zu beleuchten. Das Kammergericht hat den Rechtssag, daß mit dem Hausschluß auch die Beleuchtung aufhören dürfe, als richtig anerkannt und ausgeführt: ,, Da eine Polizeiverordnung wirksame Vorschriften nur aufstellen kann zum Schuße des Publikums und einzelner Mitglieder desselben, da zu dem Publikum in diesem Sinne die Hausbewohner nicht gehören und ebensowenig biejenigen einzelner Nichthausbewohner, die ausnahmsweise noch nach dem Hausschlusse das Haus betreten oder verlassen, so kann die Verordnung, insoweit sie die Beleuchtung auch nach dem Hausschlusse vorschreibt, nicht als gültig anerkannt werden." ::: An der schönen blauen Donau feterte die Stadi Budapest ein grandioses Fest, dem auch der Kaiser Franz Josef und viele Erzherzöge und Erzherzoginnen anwohnten. Das Fest begann abends um 9 Uhr unter dem Donner der Geschüße zweier Kanonenboote. Im Mittel punkte des Programms stand eine Illumination und ein Feuerwerk, von Künstlerhand vorbereitet, wie sie so vollendet wohl selten nur erblickt worden sind. In den Fenstern aller Paläste und Häuser an den Ufern glänz ten farbige Flammen und Glühlämpchen. Die Silhouet ten der monumentalen Gebäude, der Kirchen, Basteien und Türme zeichneten sich in hellem Feuerglanze vom Dunkel der Nacht ab und die Bogen der Brücken waren von Flammen, die den aneinandergereihten Perlen eines Rosenkranzes glichen, eingesäumt; speziell die Kettenbrücke trug tausende vielfarbiger Glühförper. Aber auch der Donaustrom selbst trug Hunderttausende von Flammen in das strahlende Panorama. Eine Flotte illuminierter Schiffe schwamm auf seinem breiten Rücken dahin; zahlreiche Glühlämpchen zeigten die Konturen der Schiffskörper und Maste. Das Feuerwerk umfaßte 61 Nummern; eine unvergleichliche Piece war ein Schaustück, das eben nur in Budapest veranstaltet werden konnte, weil nur diese Stadt über einen sich in der Mitte des Häuserkomplexes erhebenden großen Hügel, den Blocksberg, verfügt. Der Blocksberg wurde durch die Kunst der Pyrotechniker in einen feuerspeienden Berg verwandelt; unter ungeheurem Dröhnen und umsäumt von gigantischen Rauchwolken stiegen Hunderte von me terhohen Feuersäulen aus dem Berge empor. Feuerbomben wurden aus dem Krater" in die Luft geschleu* * $ ** Preußische Klassenlotterie. Nach einer Anordnung der General- Lotteriedirektion der Königlich preußischen Klassenlotterie können die kleineren 232 und 500 Mari betragenden Gewinne der jetzt beendigten Ziehung schon von heute ab abgehoben werden, allerdings unter dem Vorbehalt, daß die am 26. d. Mts. erscheinende amtliche Gewinnliſte die Gewinne bestätigt. Die Einlösung der Lose zur 1. Klasse der 209. Königlich preußischen Klassenlotterie hat ebenfalls heute ihren Anfang genɔmmen und dauert bis zum 2. Juni. Freilose sind zwar in großer Menge käuflich zu haben, doch dürften die Behntelanteile bald gänzlich vergriffen sein. ::[ Napoleon in der russischen Sage.] Ein russischer Schriftsteller hat aus dem Mund russischer Bauern ein: Geschichte über Napoleon I. oder, wie er dort genannt wurde ,,, Napoleonder" erfahren und der Deffentlichkeit übergeben. Nach der russischen Bauernweisheit war Napoleon vom Teufel geschaffen, und von Gott dazu bestimmt, eine Geißel für die Völker der Erde zu werden. Das Geheimnis seiner Macht hätte darin gelegen, daß er kein Mitleid empfand, und sein Sturz wurde dadurch erreicht, daß er diesem Gefühl später Raum gegeben und dadurch seine übernatürliche Kraft eingebüßt habe. Seine toten Soldaten stiegen, wenn er den Ruf ,, Bonaparty" erschallen ließ, aus ihren Gräbern hervor und sammelten sich aufs neue unter seinen Fahnen. Eines Tages aber fragte ein junger russischer Soldat, der eine tödliche Wunde erhalten hatte, den Eroberer: ,, Sage mir, warum hast du mich getötet?" Diese Frage soll nach der russischen Sage in dem Herzen Napoleons ein Gefühl des Mitleids geweckt und daburch seinen eisernen Willen gebrochen haben. Durch alte epische Gesänge beeinflußt ist die Angabe, daß Napoleon zuerst das ganze mohammedanische Reich verwüstet habe, ehe er sich gegen ein christliches Land, das heilige Rußland wandte. Das Beste aus den Wigblättern. Vorsichtig. ,, Ja für was halten Sie mich denn eigentlich?" Na, na So friegen S' mich nicht d'ran zu einer Injurienllage!" Vergaloppiert. Professor:„, Huber, Sie sind ein ganz gewissenloser, fauler Mensch; dazu arrogant und bodenlos dumm! Wenn ich Ihren Vater sehe, werd ich ihm dasselbe sagen!" ( Fl. Bl.) - Verlorene Liebes müh. Sträfling: Jezt habe ich durch monatelanges Fasten endlich meinen Körper so weit gehabt, daß ich ihn durch die Gitterstäbe hätte hindurchzwängen können, und nun wird mir heute der Rest der Strafe erlassen!" Modern. Er: ,, Sag, Emmy, sollen wir von dem dem Gelde, das uns übrig geblieben ist, Benzin für unser Automɔbil kaufen oder sollen wir der Köchin den rückständigen Lohn auszahlen?"( Megg. H. Bl.) Giesse Der Gr mechanifer Ernst zum Mechaniker A init der Lande *** Eine Ve nulliberalen Ba Cpenheim den topstandidaten a fonilter Politiker ** Der La Cerhessen E Arfommiffion de dt Rörtermine Alsfeld Liederba Eudorf Elbenro Romrod NiederDber Br Strebend ฐ Scheling Erment Beilbad Klein GroßWindb Ebring Oberndo Otterbac Gasth Gross Freundlicht Möbl. Bimmer ab 15 Mat zu E. Akman Gießen, Brandg Sin schön möbl. bermieten. Nah. Brandplay 14 e hinab. Zum Eine neue politische Gruppe im Reichstag. en auf einmal enblicklich eine Vor einem Jahrzehnt machte Oberstleutnant a. D. bestreitet die Tat und sucht auch durch Entlastungszeugen seine Unschuld nachzuweisen. Durch die bestimmte Aussagen ** Die silberne Hochzeit feiern heute Schreiner-| erhoben, in welcher er der Tierquälerei beschuldigt war. Er meister Heinrich Sack und Frau dahier. Das Jubelpaar erfreut sich einer sehr großen Beliebtheit. An Gratulanten wird es darum nicht fehlen. B. Trotz des schlechten Wetters unternahm vorgestern der Gernhardt'sche Bither und Mandolinen Mabama. Bo coles Streben, seine Neden hatten ihm eine große Anhängerv. Egidy viel von sich reden. Sein reiner Charakter, sein 3 verurteilter har geschaffen, die über ganz Deutschland verstreut war. üpft. Der Ger wollte nicht nur das Privat-, sondern auch das öffents Chor seinen 1. Ausflug nach dem Schüßenhaus. Zahlreiche urteilt ihn zu 15 Mt. Geldstrafe event. 3 Tage Haft und teten, und es liche nnd politische Leben ethisieren. Zu diesem Zwecke Freunde und Gönner des Vereins hatten sich dazu einge in die Kosten. cotofoll aufge getäuscht. Ma gab er noch ofte er sich so Es läßt sich lbige die ihm mußte er Politik treiben, mußte versuchen in den deutschen Reichstag zu kommen. Troß der verzweifeltsten Anstrengungen, troz wachsender Anhängerschaft, waren Egidys Bemühungen vergeblich. Und lebte er heute noch, die neue Reichstagswahl würde ihm ebensowenig einen Siz in der Volksveramtlichen Bro. tretung bringen, wie die früheren Wahlen, weil das viel, ob man un umstrittene allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht eine viderspenstigen Majorität in einem engen Kreise verlangt, ein zahlreiches funden. Der reichlich gespendete Beifall zeugte von einer guten Schulung sämtlicher Mitwirkenden, welche in den Händen des beliebten Zither- und Mandolinenlehrers Herrn Gernhardt liegt. fagt, die Rich folge aus allen Bildungs- und sozialen Schichten erfordert Bellachini hier Vorstellung gegeben. Man kennt ihn schon Ermittelun und dazu waren Egidy's Ideen zu wenig real. - - eines Augenzeugen, der einen recht guten Eindruck macht, und auf Grund des Gutachtens eines erfahrenen Sachverständigen, hält das Gericht den Angeklagten für überführt und verDer Schmied Heinrich G. und der Bahnwärter Andreas B. von Gießen haben sich wegen Körperverletzung zu verantworten. Das Urteil lautet auf GeldDer Wirt Karl D. von strafen von 25 und 40 Mt. Gießen hat sich des Hausfriedensbruchs und der Kö: perverlegung schuldig gemacht. Das Gericht verurteilt ihn deshalb zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche sowie einer Geldstrafe von 25 Mart. Zum Schlusse nehmen auf der Anklagebank Plaz die Studenten Karl W. aus Wimpfen und August L. aus Wiesbaden. Die Anklage legt ihnen Körperverlegung zur Last, begangen in nächtlicher Stunde. Nach der Beweisaufnahme beantragt der Vertr. der Staatsder Verhandlung wird mit spannendem Interesse gefolgt. anwaltschaft gegen W. eine Gesammtgefängnisstrafe von 2 Monaten 1 Woche und gegen L. eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen, daraufhinweisend, daß abgesehen von der vor audgegangenen Körperverlegung, zu der die Angeklagten immerhin gereizt gewesen sein möchten, solche schließlich aber einen Menschen ohne jeden Grund gemeinschaftlich mißhandelt hätten. Die Entscheidung wird am 19. d. Mts. vormittags 10 Uhr verkündet werden. Sisten Rossow ihm, trat damals ein Pfarrer a. D. Friedrich Nau- einmal etwas wieder zu geben. Besagter Belachini hat diesen Der Zuhörerraum ist von Studierenden dicht gefüllt und Sen dortigen gespielt hat. wird die Ver Sie auf einem den, und ge Für die Mit Neben dem Oberstleutnant a. D., aber getrennt von mann in die Deffentlichkeit. Er drängte sofort start in's politische Fahrwasser, und am 24. November 1896 wurde in Erfurt der national- soziale Verein gegründet, der als Grundlage der gleichnamigen politischen Partei zu betrachten ist. An ihrer Spize steht heute noch Naumann, der als Redner die Massen mit sich fortzureißen weiß und ngotommissio sie für seine Bestrebungen begeistert. Diese Erfolge führten mmer zu Han. wohl dazu, 1898 in vielen Kreisen Kandidaten aufzustellen, 13 Bennig. die aber überall eine N derlage erleben mußten. Gegner 18 bas Steuer und Neider meinten damals, Ruminn und seiner Bartei seiner Eigen. sei damit der Todesstoß versetzt, aber weit gefehlt!- Es sind jgt fünf Jahre ins Land gegangen, und die Segemeister National- Sozialen sind nicht gestorben, sondern stehen rührig wieder auf dem Plan. Gelernt haben sie auf alle Fälle, das muß man ihnen lassen. Während sie früher ihre Kräfte auf eine große Bahl von Kreisen verzettelten, beschränken sie sich diesmal auf einige wenige Kandidaturen und bearbeiten die in Frage kommenden Wahlkreise mit einer Energie, Ausdauer und einem politischen G.schick, daß wohl anzunehmen ist, daß der nächste Reichstog Naumann und einige feiner Freunde zu Mitgliedern haben wird. ngstommission felige Gemein nnover berur Handlung zu is, wobei ge met wurde. en und Flur Swiftigkeiten ng. Das preu azu grundle ich dabei um eine Polizei. e und Treppen Deftens 10 Uhr einem Prozeß Et der Verord schließe schon tliche Verkehr bɔn 9 Uhr ab richt hat den Die National- Sozialen haben es verstanden, aus dem Rüstzeug der bestehenden Parteien die wirksamsten Waffen auszuwählen und für sich nußbar zu machen. Von der Partei der Tradition, den Konservativen, haben sie die Kaiseridee, von der Partei der Konstitution, den Liberalen, haben ben Kampf um die Verfassung, von den Sozialdemokraten die Sorge um die Arbeiterschaft übernommen. Die Partei grenzen sind also sehr weit gezogen. Bei Kommunal- Wahlen, bei denen sich die Nationalie Beleuchtung Sozialen ihre politischen Sporen erworben, haben sie be- ausgeführt: wiesen, daß es ihnen gelingt, sozialdemokratische Stimmen zu erobern, ein Verdienst, das ihnen einmal einbrachte, mit den Sozialdemokraten in einen Topf geworfen zu werden. rschriften nur und einzelner m in diesem o ebensowenig Die ausnahms Haus betreten nsoweit sie die orschreibt, nicht ner Anordnung ich preußischen und 500 Mart Ziehung schon gs unter dem jeinende amt Die Einlösung ose sind zwar Och dürften die 11. Ein russischer Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 19. Mai 1903. * Der Großherzog hat am 16. Mai den Feinmechaniter Ernst Gotthold Hempel aus Kahla, Kreis Roda zum Mechaniker und Maschinisten bei der psychiatrischen Klinik der Landesuniversität Gießen ernannt. ** Eine Vertrauensmännerversammlung der Nationalliberalen Partei stellte für den Wahlkreis Mainzppenheim den Rechtsanwalt Dr. Pagenstecher als Reichstagskandidaten auf. Pagenstecher gilt als ein sehr geschulter Politiker. Aus Hessen und Nachbargebieten. -1. Logar. Am letzten Sonntag bat der Zauberkünstler zu Genüge, als daß man über seine Geschwindigkeit berichtete. Wir beschränken uns darum, heute nur über seine Herkunft seinen Namen von seinem Vorgänger, dem Italiener Belachini geerbt. Letterer besuchte auf seinen Reisen des öfteren auch Marburg und wurde auch so unter anderem auf einen kleinen Jungen aufmerksam oder aufmerksam gemacht, welcher sich verzweifelt und manchmal auch wohl nicht ganz ohne Erfolg bemühte, seine Kunststücke nachzuäffen. Wie man weiß, soll nun Belachini diesen Jungen ob eben diesen Bemühungen furzer Hand adoptiert haben, somit erhielt jener seinen Namen und trat sogleich in dessen Fußstapfen. Daß er kein schlechter Schüler gewesen, das hat er mit seinen auf dem Gebiete der ** Der Landw.- Verein für die Provinz Oberhessen hat eine Bekanntmachung erlassen, daß die Airfommission des II. Körbezirtes( Simmenthaler Vieh) demnst Körtermine abhalten wird und zwar u. A. am Freitag, den 22. Mai in: vormittags 9 Uhr 11 nachmittags 1/23 1/84" er Bauern ein: er dort ge nd der Deffent Bauernweisheil und von Gotl Ifer der Erde ätte darin ge d sein Sturz Gefühl später türliche Kraft stiegen, wenn aus ihren Grä ue unter seinen inger russischer en hatte, den mich getötet?" Je in dem Her Jewedt und da ben. Durch alte daß Napoleon verwüstet habe, o, das heilige rsichtig. " Na, na! iner Injurien uber, Sie sind dazu arrogant Bater sehe, werb ( Fl.. Bl.) ing: Jegt habe meinen förpa Bitterstäbe hätte mir heute der en wir von dem Benzin für un der Köchin den egg. H. Bl.) Alsfeld Liederbach Eudorf Elbenrod Montag, den 25. Mat in: Romrod. Vormittags Nieder- Breitenbach Ober- Breidenbach Strebendorf If 9 Uhr 10 mittags 12 nachmittags 1/22" Dienstag, den 26. Mai in: vormittags 10 Uhr 11 Schellnhausen Ermenrod Zeilbach. Klein Felda Groß- Felda Windhausen " mittags 12 nachmittags 11 1 " 2 " " 4 11 Mittwoch, den 27." Mai in: Ehringshausen.. vormittags 1212 Uhr Oberndorf Otterbach nachmittags 1/21 11 1/22 17 Magie wohl einzig dastehenden Experimenten glä zend bewiesen. -r. Marburg, 16. Mai. In der heute hier abgehaltenen Generalversammlung für das Vogelsberger Rind wurden die Satzungen entsprechend den Anforderungen der deutschen die Saßungen entsprechend den Anforderungen der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft einer Aenderung unterworfen, damit der Gesellschaft die Anerkennung einer Rindvieh- ZüchterVereinigung zu teil wird und sie somit in den Genuß staatlicher Beihilfen bei Präm irungen 2c. gelangt, sodann wurde beschloss n, die im September in Gießen stat findende Verbands- Ausstellung zu beschicken mit Tieren, die von einer Den Ausstellern Schaufommission ausgewählt wurden. werden die Transportkosten aus Kreismitteln vergütet. Es meldeten sich sofort eine Anzahl Landwirte, welche die Ausstellung b.shicken werden. ** Nidda. Zweimal an demselben Tage Großvater geworden ist Herr Lehrer Hozz dahier. Die beiden Enkel zeigen auch darin große Aehnlichkeit, daß es zwei Mädchen sind, deren Väter beide Lehrer in der hiesigen Umgegend sind. Frankfurt a. M., 18. Mai. Den 12. Jungen brachte der Storch dem Kelner Adam May dahier Herr May hofft, daß ihm der Langschnabel das nächste Mal mit einem Mädchen beglücken werde. *** Frankfurt a. M., 18. Mai. Eine junge Dame aus Vilbel kam lezhin auf dem hiesigen Hauptbahnhofe an, nahm sich eine Droschte und fuhr auf eine Entbindungsanstalt los. Unterwegs hörte der Kutscher ein verdächtiges Geräusch aus dem Wagen, sah nach und fand, daß er z vei Personen fuhr, während blos eine eingestiegen war. Der kleine Vilbeler schrie mörderisch, so daß der Kutscher schleunigst zur nächsten Rettungsstation fuhr, wo man Mutter und Kind in Behandlung nahm. ** Darmstadt. Für die Reichstagswahl hat nunmehr die Deutsch freisinnige Vereinigung in der Person des Professors an der Techn. Hochschule Prof. Ha r- Person des Professors an der Techn. Hochschule Prof. Ha r- nack, Vorsitzender des Goethebundes, einen Kandidaten aufgestellt, dem ebenfalls feine schlechten Aussichten zukommen. Der Kampf verspricht diesmal sehr lebhaft zu werden, da außer dem seitherigen Kandidaten der Sozialdemokraten B. Cramer, noch für die Nationalliberalen Rechtsanwalt Dr. Stein, für das Zentrum Dr. Schmidt= Mainz und für den Bund der Landwirte Baron von KloedenWiesbaden kandidieren werden. = Darmstadt, 18. Mai. Der Großherzog stellte in der Nähe der russischen Kapelle an der Nordecke des Alexander weges einen Platz für ein Denkmal des Dichters Gottfried Schwab zur Verfügung. - Strafkammer fitung. Kasper S. von Bibergau nebst 4 Genossen werden wegen Verlegung der Wehrpflicht zu je 300 Mt. Geldstrafe verurteilt. Zugleich wird auf Beschlagnahme des Vermögens der Verurteilten, soweit dasselbe zur Begleichung der Strafen und Kosten nötig ist, erfannt. Der 16jährige Bäckerlehrling Friedrich K. von Laubach ist wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagt. Er steckte auf einem Gang durchs Feld in der Nähe eines Strohhaufens eine Zigarre an und warf das noch brennende Streichholz achtlos weg, welches an den Strohhaufen flog und diesen in Brand setzte. Unter Berücksichtigung der Jugend des Angeklagten wird eine Geldfirafe von 15 Mt. als der Tat entsprechend erachtet.- Bertha K. Wittwe von Grünberg hat sich wegen des nämlichen Vergehen zu verantworten. Sie steckte in der Nähe des Waldes ein Feuer an, welches durch einen Windstoß sich dem Walde mitteilte und einen Schaden von etwa 200 Mark verursachte. Das Urteil lautete auf 30 Mt. Geldstrafe. Heinrich Wilhem W. von Bremen wurde vom Schöffengericht Butzbach wegen Betrugs in eine Gefängnisstrafe von 6 Wohen genommen, wogegen er Berufung verfolgte. In der heutigen Verhandlung wird festgestellt, daß der verheiratete Angeklagte sich einem Mädchen von Gambach näherte und sich, angeblich zur Beschaffung von Verlobungsringe, von deren Vater 12 Mt. erschwindelte. Da Angeklagter wegen gleichen Vergehens bereits vorbestraft Bäckerm ister ist, wird die Strafe auf 3 Monate erhöht. August Marbach von Reichelsheim( Wetterau) wird wegen Urkundenfälschung begangen in der Weise, daß er einen Vergleichsprotokoll welches er der Staatsanwaltschaft einreichte, einige Worte zufügt, zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Der wegen vielerlei Vergehen häufig vorbe= strafte Ludwig G. aus Frankfurt a. M. wird wegen in hiesiger Stadt begangener Ruppelei und Diebstahl zu 5 Monaten Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust verurteilt. Den Schluß bildet die Berufungssache gegen Karl J. und Ludwig H. von Angenrod, wegen feldpolizeilicher Uebertretretung welche zu Gunsten der Angeklagten ausgeht indem Freisprechung erfolgt. Mainz, 18. Mat. Vor ca. 1 Jahr verschwand hier ein 18jähriges Mädchen. Jetzt wurde dasselbe in der Wohnung seines Geliebten, wo es sich das ganze Jahr aufgehalten hatte, ermittelt. Der Geliebte, etn früherer Beamter, wurde wegen Entführung verhaftet. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, den 15. Mai 1903. 3vei Beschuldigte die Einspruch gegen Strafbefehle erhoben hatten, sind unentschuldigt ausgeblieben, weshalb der Einspruch verworfen wird. Der Handelsmann Theodor L. von Bellersheim hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl Alle Sorten Gasthaus zur Linde. Herde o Lollar. Himmelfahrttag und - Defen Dekonomieherde, Versteigerung. Marktbericht. Gieken, 19 Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bib. 1.10-1.20 Mr. Hühnereier 6 Bfg., 2 St.11 Pfg., EnteneterSt. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.70-1.10, Hühner per Stüd Mt. 1.30-240, Hahnen, per, Stüd Mr. 110-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bid. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Big. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 8.50-9.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-8.00, Milch per Liter 18 Pfg. Schlachthaus Gießen. gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pfg. Schweinefleisch ohne Preis. heute und Morgen. Der Verkauf des Fleisches findet während der Marktzeit in der großen Schlachtviehhake ſtatt. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Laden beste tage, cirka 6 zu 8 Meter Mittwoch, den 20. Mai d. Jo. groß, Wohnung, Keller, Lagernachmittags 2 Uhr, räume, Wasserleitg., elektr.[ Licht, werden im Bieter'schen Saale ver- Telephonanschl. fof. oder später fteigert: 2 Garnituren, bestehend an protestantische Mieter zu veraus Sofas, Sesseln und Stühlen, mieten. 1 rotbraun und 1 braune Seide, 1 runder Tisch von Ebenholz, Spi gelschrant, 1 amerit. Stand: uhr, 1 Grosse Tanzmusik. 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Armenpfleger: Dr. Christian Bartholomä, Universitäts- Professor. Balthasar Bierau, Glasermeister, Heinrich Bommersheim, Straßenmeister. Jakob Horn, Bäckermeister. Ludwig Köhlinger, Schlossermeister. Herman ProSchöld, Schloffermeister. Christian Schönhals, Schuhmachermeister. Jakob Schreiner, Schneidermeister. Ludwig Werner, den Frauen sowie sämtliche Colonia'waren in anerkannt guter Lokomotivführer i. P. Heinrich Zieprecht, Lehrer. Abfahrt Gießen: Vorm. 8,16 Uhr bis Fronhausen ( einfache Fahrkarte Gießen- Fronhausen). Von da Turngang über Bellenhausen auf den Frauenberg und MarburgDaselbst Zusammenkunft in der Restauration zum Schüßinpfuhl gegenüber dem Bahnhof Marburg- Süd. Diejenigen, welche von Gießen aus zu Fuß gehen wollen, marschieren um 6 Uhr vom Wallthor ab und treffen mit den übrigen Teilnehmern in Bellenhausen zusammen. Der Vorstand. Contentia. ( Wohlthätigkeitsverein.) Samstag, den 23. Mat, abends 9 Uhr beginnend statutgemässe Generalversammlung bei Mitglied Nahnefeld( Schanzenstraße). Tagesordnung: 1. Quartalsabrechnung, 2. Bericht über das Sommerfest 2c., 3. Bericht über Waldfest( Vereinigung), 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Wegen Beschäftigung in mehreren Universitäts- Instituten halte Sprechstunde ab. Wochentags: 1/29 bis 12 und 2 bis 4 Uhr. Sonntags: 11 bis 2 Uhr. Poliklinik: 1 bis 2 Uhr wochentags. Schwalm, Zahnarzt. Gießen, Bahnhofftraße 63. In und Qualität zu billigen Preisen bei Carl Haberkorn Nachf. Emil Willems. Grünberg. Bekanntmachung. Grünberg. Bezeichnung der Straßen: Asterweg, Auf der Bach, Burggraben, Dammstraße, Ederstraße, Kirchenplag, Kirchstraße, Marktplag, Nordanlage, Schillerstraße, Schottstraße, Steinstraße, Weserstraße, Wetsteingasse, Wegsteinstraße, Bozelsaaffe. Bekanntmachung. Die am 24. Oktober 1902 angeordnete Sperre der Kreuzung der Bahnhofstraße und Westanlage wird hierGießen, den 18. Mai 1903. Betr. Ausbildung der offenen Armenpflege. Die Neueinteilung der Armenpflege- Bezirke die Namen der Bezirksvorsteher, der Stellvertreter und mit aufgehoben. Armenpfleger bringen wir nachstehend zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, 14. Mai 1903. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Offene Armenpflege der Stadt Gießen. 1. Bezirk. Walltor- und Marburgerstraße. Bezirks vorsteher: Ludwig Traber, Hauptlehrer. Stellvertreter: Wilhelm Riebel, Zeugwart. Armenpfleger: Heinrich Becker jun. Schneidermeister. Friz Egly. Cigarrenfabrikant. Konrad Heppner, Gendarm i. P. Wilhelm Kiß, Defonom. Wilhelm Mades, Kaufmann. Balthasar Schomber, Bäckermeister. Philipp Seipp, Schuhmachermeister. Heinrich Simon, Meggermeister. Bezeichnung der Straßen: Brandgasse, Brandplay, Braugasse, Hundegasse, Kanzleibera, Kaplaneigass, Landgrafenstraße, Lindengasse, Lindenplag, Marburgerstraße. DitPorzellan Glaswaren noget. 15, Hobro, Sdlokgeft, Scuffirabe, Senten empfehle sämtliche Gebrauchs- Artikel u. 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Bezeichnung der Straßen: Bergstraße, Diezstraße, Eichgärten, E: dfauterweg, Gartenstraße, Großer Steinweg, Grünbergerstraße, Gutenbergstraße, Hessenstraße, Landmannstraße, Licherstraße, Ludwigsplatz, Moltkestraße, Nahrungsberg, Neue Bäue, Oftanlage von Nr. 29 ab, Noonstraße, Schiffenbergerweg, Wolfstraße. 3. Bezirk. Neuenweg und Südend. Bezirksvorsteher: Alexander Wilfer, EisenbahnGroßh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die unterm 21. März 1. Is. angeordnete Sperre der Kirchstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. Mai 1903. Großh. Polizeiamt Gießen Hechler. Schirme werden schnell und gut reparirt u. ner be= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg UnionWichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Fleischverdingung. Am 2. Juni 1903 vorm. 10 Uhr, wird im diesseitigen Geschäftszimmer, Kaserne 1, der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Gießen auf die Zeit vom 1. 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Dr. August Sturmfels, Professor. Bezeichnung der Straßen: Alicestraße von Nr. 11 ab, Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Dreihäusergasse, Ebelstraße, Erlengasse, Goethestraße, Johannesstraße, Repplerstraße, Kreuzplay, Leihgestenerweg, Lessingstraße, Liebigstraße von Nr. 23 ab, Löberstraße, Lonystraße, Ludwigstraße, Mäusburg, Neuenweg, Blockstraße, Riegelpfad, Sonnenstraße, von 10 ab, Stephanstraße, Südanlage, Wagengasse, Weidengasse, Wilhelmstraße. 4. Bezirk. Seltersweg, Bahnhof- und Frankfurterstraße. Bezirksvorsteher: Philipp Lahr, Rentner. Stellvertreter: Louis Hahn, Kohlenhändler. Armenpfleger: Karl Flett, Schlossermeister. Robert Hasse, Kaufmann. Georg Kinkel, Kaufmann. Johann Klinkerfuß, Tapezier. Heinrich Lindenstruth, Schmiedemeister. Jakob Muth, Rentner. Karl Pfeil, Schreinermeister. Adam Reinig, Messerschied. Karl Steinberger, Bäckermeister. 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