Nr. 66. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Bost bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Cbft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 19. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfg fonft 15 Vfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten - ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein Mahnwort zur Umkehr. Zum Erlaß des Königs von Eachsen. - König Georg von Sachsen hat sich, furz bevor er nach langer ernster Krankheit seine Erholungsreise nach dem Süden antrat, mit einer Botschaft an sein Volt gewandt, in der er für die Teilnahme dankt, die ihm In der schweren Prüfung, die das Haus Wettin betroffen, aus allen reisen der Bevölkerung zu teil ge worden sei. Zugleich aber hat er es für nötig gehalten, an das patriotische Gefühl und die Königstreue des sächsischen Volkes zu appellieren mit dem Wunsche, daß nun endlich Ruhe und Vertrauen wiederkehren möge. Tiefe Bekümmernis spricht aus den Worten des greisen Herrschers über die schmerzliche Erfahrung, daß ein Teil des sächsischen Volkes hinter dem Vorgehen des Hofes gegen die frühere Kronprinzessin nur Lug und Trug wittere. Um diesem traurigen, das Herz des Landesvaters zerreißenden Zustande ein Ende zu machen, ringt der greise Herrscher sich vor der Oeffentlichkeit das bittere Geständnis der Schande ab, mit der eine ,, tief gefallene" Frau das reine Wappenschild der Wettiner befleckt hat. Weshalb mußte der König die kaum notdürftig vernarbte Wunde von neuem aufreißen? War es nicht besser, still und geduldig abzuwarten, bis sich die Wogen der Erregung, die ja allmählich schon abdämmten, ganz und gar beruhigt hatten? Ueber diese Frage gibt eine Rundgebung der amtlichen ,, Leipz. Zeitung", überschrieben ,, Ein Mahnruf an unser Volk", die beste Auskunft. Nicht anders als mit Schmerz- heißt es darin- kann es jeden patriotisch Gesinnten erfüllen, zu sehen, wie gewisse Echichten der Bevölkerung gegenwärtig auf dem besten Wege sind, unser Sachsenvolk nach innen wie nach außen in beschämendster Weise bloßzustellen. Sie seien drum und dran, das schwere Unglück, das das Königshaus und damit das ganze Volk betroffen, zu etwas Schlimmerem, zu einer Bloßstellung, ja zu einer förmlichen Niederlage des Etammescharakters zu gestalten. Das Volk vurste von dem Oberhaupte des Königlichen Hauses erwarten, daß es dasjenige tat, was jede bürgerliche Familie, die auf Reinheit der Eitte und ihre Ehre hält, in gleichem Falle getan haben würde: daß es das kranke Glied abstieß, daß es das Faule ausschnitt, damit das Gesunde von ihm nicht angesteckt werden solle. Nun aber erlebte man das Unglaubliche. Anstatt daß jedermann, in der Ehre des Königshauses einen Teil seiner eigenen Ehre erkennend, sich in diesen Zeitläuften um das Königshaus geschart hätte, gewährte es gewissen Echichten der Bevölkerung, die übrigens ziemlich hoch hinauf reichen, eine Art förmlicher Berauschung, die Verantwortung für den Vorgang von dem Echuldigen ab und auf das Königshaus zu wälzen. Es seien diesem Beweggründe untergeschoben worden, die in heimtückischen Intriguen ihren sprung hätten und auf konfessioneller Basis beruhten. Man habe sich nicht gescheut, ein Verhältnis so verwerflicher Art, daß es sonst ängstlich das Licht der Deffentlichkeit scheut, hier aber vor den Augen der ganzen Welt zur Schau gestellt worden, wie das jener Frau zu dem Lehrer Giron, als eine Großtat des freien Menschentums zu verherrlichen. Die Kundgebung schließt, wie die des Königs, mit der ernsten Mahnung, daß es Zeit zur Umkehr sei und daß das Sachsenvolk in alter Treue sich um sein Königshaus scharen möge. Ur Es war also eine ernste Gefahr vorhanden, daß die in den obigen Zeilen gekennzeichnete Bewegung um sich griff und gefährlichen Brandstoff im Lande anhäuse, ber schließlich zu loderndem Feuer emporflammen könnte. Deshalb mußte der König aus der lang bewahrten Neserve hervortreten. Es ist keine unchristliche Härte, wenn er das verdammende Urteil über die Schuldige offen bor aller Welt ausspricht. Nur durch rücksichtslose Darlegung der Beweggründe zu dem Vorgehen gegen die Prinzessin war es möglich, den gefährlichen Gerüchten - und nun hoffentlich für immer Einhalt zu tun. Die Politik. Kaiser Wilhelm und König Gcorg. ::: Bei der Galata fel, die am Dresdener Hof zu Ehren des Kaisers stattfand, wurden zwischen den Souveränen Trinksprüche ausgetauscht, die über den Rahmen des Konventionellen hinausgingen. Es klang aus ihnen ein Ton tiefer Bewegung über die Heimsuchung, von der das Haus Wettin in jüngster Zeit betroffen wurde. Der greise König dankte seinem faiserlichen Freunde für dessen Besuch, der ein erneutes Zeichen sei ,, der wohlwollenden herzlichen Gesinnung, die uns Euere Majestät in allen Zeiten in Freund und Leid erwiesen haben, welche namentlich in der letzten Zeit, in der ernsten Zeit, unserem Herzen so wohlgetan hat." Und der Kaiser schloß seinen Dank für den ihm bereiteten herzlichen Empfang mit der Versiche. rung, daß wie der Wettiner Freud und Beid stets auch der Hohenzollern Freud und Leid ist, ich ebenso fühle, wie Euere Majestät und mein ganzes Volf mit mir." Nach einem warmherzigen Abschied von dem Sachsenkönig reiste der Kaiser abends wieder nach Berlin zurück. Keiner will anfangen. Wie vor kurzem in der französischen Deputiertenkammer, so wurde jezt auch in dem englischen Unter hause die dornige Abrüstungsfrage aufs Tapet gebracht. Der sehr ehrenwerte Reid sprach unter Hinweis auf das ungeheure Anwachsen des Marinebudgets die Ansicht aus, die britische Regierung fönnte mit Rußland, Deutschland und Frankreich sich über eine Beschränkung der Flottenrüstungen zu verständigen suchen. Das sehr ehrenwerte Mitglied Dilke, der bekannte Liberale, unterstüßte ihn darin, indem er daran erinnerte, daß der frühere Marineminister Goschen bei zwei Gelegenhei ten Vorschläge in diesem Sinne gemacht habe. Der ParYamentssekretär der Admiralität, Arnold Forster, erwiderte, daß auf die Vorschläge Goschens feine Antwort erfolgt sei. Die Regierung sei zu einem Abkommen über die Herabminderung der Rüstungen bereit, aber es sei nicht Sache Englands, auf diesem Wege voranzugehen, wenn die anderen Mächte nicht bereit seien, mitzugehen. Es ist immer die alte Geschichte: Keiner will anfangen. Revnlution in Uraguay. Gleich Venezuela und Honduras hat nun auch das gesegnete Uruguay seine Revolution. Nach einem Bericht des amerikanischen Konsuls in der Hauptstadt Montevideo stehen 8000 Aufständische außerhalb der Stadt, bereit zum Angriff überzugehen. In der Nähe der Stadt fand ein Gefecht zwischen Regierungstruppen und Aufständischen statt. Eine Abteilung des Roten Kreuzes wurde nach dem Kampfplatz geschickt, ferner wurden vier Abgeordnete entsandt, um über den Frieden zu unterhandeln. Die Regierung will die Nationalgarde einberufen. Der Belagerungszustand ist erklärt, die nach Montevideo fahrende Eisenbahn zerstört, alle Telegramme sind der Zensur unterworfen. Führer der Aufständischen ist Sennor Aparico Saraiva, ein in Europa völlig unbekannter Herr. Das südamerikanische Geschwader, das sich zur Zeit in Montevide befindet, hat Befehl erhalten, die amerikanischen Interessen zu schützen. Deutscher Handelstag. )-( Der deutsche Handelstag ist in Berlin zu seiner 29. Vollversammlung zusammengetreten. Der Staatsjekretär des Innern, Graf Posadowsky, hielt dabei eine Begrüßungsansprache, in der er des neuen Ausschwungs von Handel und Industrie gedachte und besonders betonte, daß die deutsche Industrie auf dem Gebiete der berfeinerten Waren, der Spezialitäten ihre Aufgabe suthen dürfte, im Wettkampf mit den Völkern, welche vorzugsweise auf die Herstellung von gröberen Massenartikeln angewiesen sind. ,, Wir stehen jetzt," fuhr der Staatssekretär fort ,,, vor dem schwierigen Stadium der Erneuerung unserer Handelsverträge, für deren Ausgestaltung die Wünsche der Beteiligten naturgemäß außerordentlich weit auseinandergehen. Der Vorstand des Deutschen Handelstages hat uns kürzlich eine sehr schätzenswerte Vorarbeit geliefert, möchte der Handelstag uch in Zukunft dazu beitragen, das große Vortragsverk wirksam zu fördern." Störenfriede in Dänemark. Trotz der Annäherung, welche sich seit dem Besuch des dänischen Kronprinzen am deutschen Kaiserhofe zwischen den beiden Herrscherhäusern und Völkern vollzogen hat, ist die Zahl derer in Dänemark, welche von einem freundschaftlichen Verhältnis zu dem Deutschen Reiche nichts wissen wollen, noch immer sehr beträchtlich und der Einfluß, den diese Unversöhnlichen ausüben, nicht zu unterschäßen. Das hat sich recht deutlich noch in letter Beit gezeigt. Wie sich nämlich herausstellt, war die Nachcicht von Verhandlungen über die famose Wismarer Angelegenheit und eine angebliche Vermittlerrolle des Königs Christian aus den deutschfeindlichen Publizisten freisen der dänischen Hauptstadt unter Erinnerung an die einstige Großmachtstellung Schwedens in die schwedische Presse geschmuggelt worden, um so Unfrieden zwischen Schweden und Deutschland zu säen und ein gutes Einvernehmen Dänemarks mit dem deutschen Reiche nicht auftommen zu lassen. Die Nachricht erwies sich bald als eine Erfindung und hat außer einer vorübergehenden Vervirrung feine schädliche Wirkung gehabt, aber der Zwi schenfall lehrt von neuem, wessen man sich von den Deutschhassern in Dänemark zu versehen hat. Auch der bevortehende Kopenhagener Besuch des Kaiser Wilhelm ist die jen Kreisen natürlich unerwünscht, weshalb sie im voraus gegen ihn bei der Bevölkerung Stimmung zu machen uchen. Feindlid Kundgebungen, wie im Jahre 1888 jei dem ersten dortigen Besuch des deutschen Kaisers, verden sie jetzt aber auf feinen Fall zu erzielen vernögen; dafür ist der Umschlag in den Gesinnungen gegen Deutschland bei den Dänen doch zu groß. Kurze politische Nachrichten. * Infolge der schweren Erkrankung des ersten Vizepräsidenten v. Heereman haben sämtliche Parteien des preußischen Abgeordnetenhauses folgenden Antrag eingebracht: Den Abgeordneten Dr. Porsch zu ermächtigen, während der Dauer der Behinderung des Abg. v. Heereman in der gegenwärtigen Session die Funktion des ersten Vizepräsidenten des Hauses zu übernehmen und auszuüben. * Die Budgetkommission hat bei der nochmaligen Verhandlung über den Truppenübungsplatz bei Neuhammer den ganzen Posten- unter Zurücknahme der Streichung von 500 000 Mart- mit allen gegen die drei Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. * Nach einem Telegramm aus Caracas ist die erste Rate der deutschen Entschädigungssumme gezahlt worden. * Der russische Marineminister Admiral Tyrtɔw ist am Herzschlag gestorben. Der Chef des Generalstabs der Marine Vizeadmiral Avellan hat die zeitweilige Leitung des Marineministeriums übernommen. Hof und Gesellschaft. *** Das Kaiserpaar besichtigte in der Gießerei der Königlichen Museen in Charlottenbu g Gip abgüsse, welche für die Harvard Universität bestimmt sind. Nach einem Besuch beim Reichskanzler Grafen v. Bülow empfing ber Kaiser im Königlichen Schlosse zum Vortrag den OberHofmarschall Grafen zu Eulenburg- Prasen und den Geheimen Oberregierungsrat v. Valentini vom i il.abinett. *** Das Befinden des Kronprinzen bessert sich zusehends. Er ist bereits vollkommen fieberfrei. Prinz Eitel Friedrich wird nach einem Telegramm aus Kairo bereits heute( Donnerstag) von dort abreisen. Er ist also vollständig wiederhergestellt. *** König Georg von Sachsen und sine Tochter Prinzeß Mathilde wurden auf der Durchreise nach dem Gardasee in München vom säch ischen Gesandten begrüßt. Deutscher Reichstag. 286. Sibung. Eigenec Bericht. - St. Louis. Die Expedition nach Ostasien. Nach endgiltiger Annahme der Seemannsordnung gelangte das Haus zu den einmaligen Ausgaben aus dem Etat des Reichsamts des Innern. Bei dem Titel ,, Beteiligung an der Weltausstellung in St. Louis" wies der Abg. Müller- Meiningen darauf hin, daß in den Kreisen von Kunst, Kunstgewerbe und Buchhandel eine starke Abneigung gegen die Beteiligung herrsche, und zwar weil drüben der Urheber- Rechtsschutz ganz im Argen liege. Ob bie Regierung nicht die Gelegenheit benuten wolle, etwas zum Schuße der gedachten Berufszweige zu tun. Der Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, diese Angelegenheit zum Gegenstande eines Christwechsels mit der Regierung der Vereinigten Staaten zu machen; seinerseits werde alles geschehen, um den verderblichen Mißbräuchen zu steuern. Nach weiterer unerheblicher Debatte wurde die Förderung gegen die Stimmen vereinzelter Konservativen bewilligt, desgleichen der Rest der einmaligen Ausgaben. Eine Erörterung von größerem Interesse knüpfte sich an den Etat für die Expedition nach Ostasien, von dem die Kommission bekanntlich drei Millionen ge strichen hat. Staatssekretär v. Richthofen erklärte, daß mit der völligen Räumung nicht zu rasch vorgegangen werden könne. Gelegentlich der neueren Nachrichten über abermalige Unruhen in China habe die Regierung von unseren dortigen Vertretern auf Befragen die Antwort erhalten, die Fremden in China würden solange unbehelligt bleiben, als dort noch die Dccupationsarmee vorhanden sei. Auch die militärischen Autoritäten hätten sich gegen eine vorzeitige Räumung ausgesprochen. Die Regierung sei daher nicht in der Lage, die Verantwortung Dafür zu übernehmen, schon jezt alle Truppen zurüc zuziehen. Auch beruhe die Occupation auf internationaler Abmachung, von der wir nicht einseitig abgehen dürfen. Dr. Arndt beschwerte sich, daß die Kriegsentschädigung seitens Chinas in Silber gezahlt wurde, obwohl die Zah lung in Gold vereinbart war. Er würde sich jedoch damit zufrieden geben, wenn in Zukunft auch die Seezölle in Silber gezahlt würden. 45. Sigung Preufsifcher Landtag. Baus der Abgeordneten. -Medizinalwesen. Eigener Bericht. Gine ausgedehnte Debatte rief bei Fortsegung der zweiten Beratung des Kultusetats das Kapitel ,, Medizi nalwesen" hervor. Abg. Rügenberg verlangte die bessere Ausbildung des Hebammenwesens und die Schaf fung einer Zentralbildungsanstalt für Krankenpfleger. folgen einander schnell und drängen Cache gelingt? Die Ereignisse verknüpfen zur Lösung ein Frive hat nб ein Schauder ergreift dich und Echande und Elend oder fchreitest vorwärts, fast ohne zu wissen, we teft fie, haft allein die Schlüssel zu ihnen in der Hand; des Ganzen! Du siehst ihr nahes Resultat voraus, Leiboch gehst du weiter, sich miteinauch de das alles Runmehr erhob sich der Sturländer jchnell und rief mit erhobener Stimme: herbei, ameraden!" dessen Arm er fich einen Augenblid s der Beschüßer dieses jungen Mannes bon noch findlicher Gestalt erscheinen fönnen Sie Höhle wurde von ér ragte mit seiner riesigen Geſtalt über Lanin, auf empɔr; er hätte fast als Die Fruchtbarkeit des Mecres. Studie von Profejjor Dr. Benno Schwarße itter einer zahlreichen Fischerflottile. Phosphorescierende Lich des Mondes und streift die braunen und grauen Segel leber der weiten Meeresfläche liegt das Silberlicht ( Rachdruck verboten) qui den siten Die Natur ien, unsere Fischereien Aber was kann der Mensch großes tun! schere Kräfte zu Hilfe. Aus der Tiefe der Flüsse ins Meer traut sich ihm nicht an. Sie ruft andere und weit energi ei, daß unsere armseligen Anstrengungen, unsere Flot at in die Flüsse, um dem Werte der Vermeh. der tätigsten, entschlossensten Fresser: der für ihre Brede vermöchten, daß der Stockfisch den nicht en besiegen würde. Sie ver tommt einer Stör Abg. zangerhans besprach in abfälliger Weise bie ärztlichen Ehrengerichte. Der Kultusminister Studt stellte eine Vorlage für die bessere Vorbildung der Hebammen und eine Gebührenordnung für diese in Aussicht. Der Abg. Graf Douglas forderte durchgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten und des übermäßigen Alkoholgenusses. Der Kultusminister sprach die Hoffnung aus, daß recht bald burch einen geseggeberischen Akt die Absichten des Grafen Douglas verwirklicht würden. Dem Abg. Martens erwiderte ein Regierungsvertreter, daß über eine Reform der Medizinalfollegien bereits Verhandlungen eingeleitet seien. Auf eine Anregung des Abg. Edels erklärte tin Regierungsvertreter, der Kultusminister verhandle mit dem Reichskanzler, um eine Ausdehnung des Paragraphen 35 der Gewerbeordnung, der die Ausübung ines Gewerbebetriebes wegen Unzuverlässigkeit ver Jage, auf die Kurpfuscher herbeizuführen. Das werde Joffentlich bei der nächsten Novelle zur Gewerbeordnung jelingen. Nab und fern. ( Eine Expedition nach Deutsch- Dstafrika will die Kolonialgesellschaft zu Hannover mit Hilfe deutscher Ko. lonialfreunde ausrichten. Die geplante Ecre.i.ion soll bie Landschaft Dhehe bereisen und das Ansiedelungswesen und die Anlage von Eisenbahnen für das gesamte Gebiel prüfen. + Eine Liebestragödie hat sich in einem Potsdame Hotel abgespielt. Daselbst machten der Dr. phil. Ditten. berger aus Charlottenburg und die Diakonissin Gabriel Klein aus Berlin gemeinsam durch Gift ihrem Leben ein Ende. Das Paar war am Abend vorher in dem Hotel abgestiegen und hatte in einem vorher bestellten Zimmer das Abendbrot eingenommen. Am anderen Morgen fiel es auf, daß die Fremden garnicht zum Vorschein kamen. Als auf wiederholtes Klopfen die Tür nicht geöffnet wurde, schickte man zur Polizei, worauf die Tür gewaltsam geöffnet wurde. Den Eintretenden bot sich ein schrecklicher Anblick dar; mit verzerrten Gesichtszügen und in sich zusammengetrümmt lagen die Leichen der beiden Gäste in ben Betten. In dem Zimmer fanden sich acht völlig geleerte Opiumflaschen ver. Zwischen Dr. Dittenberger und der Gabriele Klein bestand schon seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis; über den Anlaß zu dem Doppelselbstmord ist man bisher noch im Ünklaren. ::: Das Londoner Panama. Der Londoner flüchtige Millionär Mr. Whitaker Wright ist von Newyorker Detektives bei der Landung in Amerika verhaf et worden. Er erklärte, seine Angelegenheit sei lediglich eine ge schäftliche Transaltion, von der er angenommen habe, daß sie im Parlament erledigt worden sei. Er erklärte ferner, daß er ohne Aussehen zu machen, den Beamten folgen werde, und bat, daß man die Verhaftung nicht in die Presse bringen möge. Vor dem poitzetrichter wurde dem Berhafteten mitgeteilt, daß er arretiert worden sei, weil er sich durch die Flucht der Gerechtigkeit entzogen habe. Bezeichnend ist es, daß die amerikanische Presse sich des Mannes annimmt. Sie nennt ihn einen ,, modernen Monte Christo" und einen ,, Napoleon der Börse", der allerdings jezt sein Elba gefunden habe. Wright beruft sich darauf, amerikanischer Bürger zu sein und nicht ausgeliefert werden zu können. Doch irrt er sich darin. In den bezüglichen Verträgen zwischen England und Amerika ist nur von Personen, nicht von Untertanen oder Bürgern die Rede. Bunte Chronik. Die zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilte Münchener Stiftsoberin Elise von Heusler hat nun doch in letzter Stunde durch ihren Verteidiger Rebision beim Reichsgericht anmelden lassen. - In der Betriebswerkstatt der Meyerschen Aktiengesellschaft für elektrotechnische Apparate in Berlin erfolgte eine Explosion, bei welcher ein Arbeiter tötlich berunglückte. Der Materialschaden ist bedeutend. Bis gestern ist die Bergung der auf der Zeche ,, Moltke" bei Gladbeck Verschütteten noch nicht gelungen. Die Rettungsarbeiten werden auf jede nur mögliche Weise beschleunigt. - In Hamburg hat ein Arbeiter in angetrunkenem Zustande seine Logiswirtin mit einem Instrument, anscheinend einem Beil, totgeschlagen. Das Schwurgericht in Elberfeld verurteilte den bortigen Feuerwehrmann Caspers wegen Brandstiftung in zwei Fällen zu drei Jahren Zuchthaus. - In Rhäzuens bei Chur sind 27 Häuser abgebrannt. Zwei Kinder kamen dabei in den Flammen um. - Unweit Koluszki( Russisch- Polen) entgleiste ein Zug ber Weichselbahn. Drei Wagen wurden zertrümmert. Einer Frau wurde der Brustkasten eingedrückt. Sie war sofort tot. Mehrere Reisende erlitten sehr schwere Verlegungen, einer wurde infolge des Schreckens wahn[ innig. Vermischtes. )[ Ein Kasino für deutsche Studierende] will man in Jena unter der Aegide mehrerer dortiger Professoren errichten. Das Projekt wird von dem Deutschen Verein für Gasthausreform unterstüßt, der ein Geschenk von 500 Mark stiftete und weitere Beiträge in Aussicht stellte. Man beabsichtigt, 30 000 Mark Geschenke zu sammeln und von den Studenten, die das Kasino benußen wollen, einen geringen Semesterbeitrag, vielleicht nur eine Mark, zu verlangen. Durch diese Geschenke und Beiträge will man erreichen, daß der Trunkzwang im Hause ausge schlossen wird und daß einzelne Räume: Salon, Turnsaal, Bibliothek usw. gestellt werden können, in denen überhaupt nicht verzehrt wird. Auch wird man die nichtalkoholischen Getränke vor den alkoholischen begünstigen, die letzteren jedoch nicht ganz ausschließen. V[ Das Schiffe- Tageblatt.] Auf den großen Passagier. dampfern der englischen Cunard- Linie, die zwischen Europa und Amerika verkehren, erscheinen jetzt richtige Tageszeitungen, die vermittelst Marconi- Depeschen in der Bage sind, ihre Leser über alle Tagesereignisse zu unterrichten. Bisher erschienen schon auf den großen Dampfern aller Nationen Schiffszeitungen, die aber naturgemäß nur Unterhaltungsmaterial und Schiffsneuigkeiten bringen konnten. Durch die drahtlose Telegraphie ist es jetzt aber möglich, stets mit dem Festlande in Verbindung zu bleiben und alles wichtige sich von dort berichten zu lassen. [ Ein Häkchen, das sich spät trümmt.] Jn Ham im Commedepartement( Frankreich) lebte, wie der Pariser ,, Gaulois" zu erzählen weiß, eine siebzigjährige Frau. Sie hatte einen großen Kummer. Jeden Morgen und jeden Nachmittag sah sie die Schulkinder eifrig an ihrem Fenster vorüberlaufen, und dann mußte sie immer daran denken, daß all diese kleinen Gesellen lesen und schreiben fonnten, und sie allein nicht! Vor einigen Wochen faßte sie sich ein Herz und ging zum Schulmeister. Ich möchte gern die Buchstaben lernen; wollen Sie mich unterrichten?" Der Lehrer äußerte feinen tränkenden Zweifel an der Aufnahmefähigkeit seiner alten Schülerin, sondern holte eine Fibel herbei, und der Unterricht begann sofort. Noch nie hatte der Lehrer in seiner Klasse solchen Eifer und solchen Forischritt erlebt. Nach vierzehn Tagen buchstabierte das alte. ib. hen glückstrahlend, nach zwei Monaten las es fließend, und heute kann es bereits einen leidlichen Brief schreiben. ()[ sa, welche Lust, Soldat zu sein!] Für die Unterhaltung seiner Soldaten sorgt in wahrhaft väterlicher Weise der Oberst Prud'homme vom 6. französischen Infanterie- Regiment in Brest. Von dem Wunsche beseelt, bei den Soldaten den Geschmack für Sports aller Art zu entwickeln, vor allem aber in der Absicht, seine Leute den traurigen Wirkungen des Alkoholismus zu entziehen, hat er angeordnet, daß die Unteroffiziere sich in ihren freien Stunden, unter der Leitung eines Offiziers, dem Faßball- Spiele widmen und dieses Spiel dann ihrer Mannschaft beibringen sollen. Ein Theater, das seine Schauspieler, seine Dekoration, seinen Spielplan hat, ist in der Kaserne eingerichtet worden, und es fanden berei s mehrere Aufführungen eines Stückes von Courteline statt. Ferner wird den Soldaten umsonst Gesang- und Tanzunterricht erteilt. Das ist noch nicht alles: der Oberst hat auch beschlossen, einen Lese- und Versammlungssaal in der Kaserne einzurichten. Hier können die Leute lesen, die Korrespondenz erledigen, sich unterhalten u. s. w. Die zur Kaserne gehörigen Terrains ließ der Oberst urbar machen, und in einen Gemüsegarten verwandeln, in welchem sich die Soldaten wie eine Landwirte- beschäftigen dürfen. Mehr kann man nicht verlangen. Ob aber ,, nebenbei" auch ein wenig Zeit für militätische Uebungen übrig bleiben wird? - [ Ein vielversprechender Junge.] Vor einem Londoner Polizeigerichte stand dieser Tage ein Schornsteinfeger, der von seinem zwölfjährigen Söhnchen verifajt worden war; der fleine Bursche erzähle dem Präsidenten, daß er ruhig am Herdfeuer sich zu schaffen gemacht habe, als sein Vater hinzulam und ihm eine Ohrfeige versepte. Joseph lief so ort hinaus und holte einen Polizeimann. ,, Und warum hat dich dein Vater geschlagen?" fragte der Polizeirichter Plowken.-, Ec sang, und ich sagte, daß er aufhören solle," erwiderte der Junge festen Tones.- ,, Warum denn?"- ,, Wil ich nicht gern singen höre." Wenn dir dein Vater verspricht, in Zukunft nie mehr in deiner Gegenwart zu singen," sagte der Richter weiter ,,, könntest du ihm dann verzeihen?"- ,, Meinetwegen!" antwortete der Kleine Kläger unter allgemeiner Heiterkeit. Nach dem Verteidiger des Vaters soll sich die Geschichte nicht ganz so zugetragen aben, wie sie der Junge erzählte. Der Schornsteinfeger sei eingeschla in ge wesen, und als er plößlich aufwachte, habe er die Hand seines Sohnes in seiner Tasche gesunden; deshalb habe er ihm die Ohrfeige gegeben. Sie fönnen gehen," sagte ber Richter zu dem Veter ,,, und behandeln Sie ihn in Zukunft so gut, wie Sie können."- Die Geschichte ilingt wie ein verfrühter Aprilscherz. Die ,, notleidende" Frau. Herr Beecham, Fabrikant in London, besißt ein ungeheures Vermögen. Er ist von seiner Frau getrennt und gibt ihr eine jährliche Pension bon 50 000 Mart. Sie verlangte vor Gericht, daß er ihr mehr geben solle, denn mit 50 000 Mark tönne sie nicht austommen; sie könne nicht Pferde und Wagen halten, den Winter in Nizza leben u. s. w. Der Gatte erwiderte, daß seine Frau in ihrer Jugend Nähmädchen gewesen sei und deshalb nicht so sehr noble Passionen" haben dürfe. Die Klägerin wurde dann auch mit ihrer Klage abgewiesen, da sie als ehemaliges Nähmädchen sehr gut mit 50 000 Mart auskommen könne. Die Familie ist übrigens reizend. Der Mann hatte die Frau nach einem Jrrenhause gebracht, bbwohl sie ganz gesund war. Der Sohn befreite sie und setzte dann die Scheidung durch, was nicht schwer war, da Herr Beecham mit einer anderen Frau zusammenlebte. Aus Rache weigerte sich dann der Vater, ber Mutter mehr als das Notwendigste", d. h. 50 000 Mart, zu geben, weil er fürchtete, daß sie dem Sohne, der ein armes Mädchen heiraten wollte, Geld geben könnte. Auch mit seiner Tochter lebt Herr Beecham auf dem Kriegsjuße. Wie deutsche Studenten ihre Universitätserinne. rungen treu bewahren, zeigte sich bei dem Begräbnis ber Heidelberger Zuckertante", Frl. Kätchen Rißhaupt. Die Verstorbene, die eine Konditorei innehatte, in der mehrere Korps verkehren, wurde durch Kränze aus ganz Deutschland geehrt, die wagenweise zum Grabe gefahren werden mußten. Lokales. Gedenktafel für den 19. März. 1239. Hermann von Salza, Hochmeister des Deutschen Ordens t. 1702. König Wilhelm III. von England t. 1782. Wilhelm von Biela, der Entdecker von drei Kometen* 1813. Der Afrikareisende Livingstone geboren. 1835. Der Lustspieldichter Paul von Schönthan in Wien*.- 1862. Der Maler Echadow t. 1867. Publikation des Bündnisvertrags Preußens mit den Südstaaten. ** Ostersonntag und Passahfest. Das Zusammentreffen des diesjährigen Ostersonntags mit dem ersten Tage bes jüdischen Passahfestes hat seit langer Zeit nicht statt. gefunden, geschieht nur selten, nach viel ährigen Zwischen. räumen. Auf dem Konzil von Nicäa glaubte man, dies burch die Bestimmung, der Ostersonntag solle stets der erste Sonntag nach dem Vollmond der Frühlings- Tag- und Nachtgleiche sein, zu verhindern. Diese Rechnung erwies sich weniger genau als die nach jüdischem Kalender, den der berühmte Mathematiker Gauß als feinste mathematische Berechnung darstellte. Die irrtümliche Festsetung der Konzilsgelehrten beweist das Jahr 1903. *** ribattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten 11. Biehung der legten( Haupt)-Klasse der HessischThüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 20000 Mt. auf: 1956 Worms, 10 000 Mt. auf: 71411, 5000 Mt. 35 924, 71613, je 3000 Mt. auf: 17670, 37 164, 41 713, 48 673, 65 342, 66 688, 91 295, 91 648, 97 505.( Ohne Gewähr.) ** Enteignung im Selters weg.] In der Enteignungésache der Stadt gegen Lampus fand heute Vormittag auf dem Kreisamt Termin unter Vorsiz des Herrn Kreisamtmann Dr. Kranzbühler statt. Eine Einigung der Parteien hat leider nicht stattgefunden, sodaß nunmehr in die Enteignung von Amtswegen eingetr ten werden wird. Im Laufe der Verhandlung wurden recht interessante Geländepreise bekannt gegeben, so zahlte beispielsweise auf dem Seltersweg Herr Rudolph für sein Baugelände p.o Quadrat. meter 25 Mt., perr Eberhard M zzer 50 Mt, Herr Roth ( i Fr. Schellenbergs Nachf.) einschließlich Mitbenusungerecht der Brandmauer und Esenträger 65-80 Mt., Herr Wirfig für sein Anwesen( umgebautes neues Haus mt mo. de nem Laden) umfassend 628 Quadratmeter, nur 76 000 Mt. Die Stadt hat daraufhin, nachdem eben eine Einigung mit Lampus nicht zu erzielen war, ihr Gebot von 55 000 auf 45 000 Mt. herabgesetzt. Man wolle hier in Betracht ziehen, daß das Lampus'sche Anwesen 460 Quadratmeter groß ist und bei dem Gebot von 55 000 Mt. der einzelne Duadratmeter also über 119 Mark anfangs hätte bezahlt sein fönnen. ** Die deutschsoziale Reformpa tei stellt im Wahlkreise Alsfeld Lauterbach- Schotten den bisherigen Vertreter Bindewald, in Friedberg Büdingen den Defonomen Wilhelm Bähr Herrenhaag auf. Im Wahl. freis Bensheim Erbach fandidiert, für die Sozialdemokraten Rau- Mühlheim; die deutschsoziale Reformpartei wird den Landtagsabgeordneten Hirschel Offenbach aufstellen, aber nur für den Fall, wenn der seitherige nationalliberale Vertreter des Wahlkreises Geh. Reg.- Rat Haas nicht mehr kandidiert; die 8 ntrumspartei hat bereits einen Randidaten nominiert in der Person des Landtagsabgeordneten v. Brentano- Offenbach. *** Die Waise von Lowood ging gestern Abend am hiesigen Stadttheater in Scene. Filn. Brücher, zu deren Benefiz das Stück gegeben wurde, war erkrankt, ihre Rolle hatte Feln. Würtemberg übernommen. Das Schauspiel von Charlotte Birch- Pfeiffer bringt in seinen 4 Akten die Leiden einer Waise Jane Eyre, die im Hause ihrer Tante Mistreß Reed nichts als Haß und Verachtung erlebt, trotzdem sich das Kind so sehr nach Liebe sehnte. Ja, der Haß geht soweit, daß Jane Eyre die Tochter von Miß Needs Bruder- auf 8 Jahre ins Waisenhaus Lowood gebracht wird, bis sie dort aufgewachsen gut gelernt fich dann selbst durchs Leben schlagen fann. Lina Schmidt als Miß Reed wußte die hochtönige, faßionable Rolle gut auszufüllen und es kommen dadurch die Charaktere zwischen ihr und der Jane Eyre so grell im Gegen saß, daß der Zuhörer mitfühlen mußte wie doch im Leben Hochmut und Verachtung so nahe beieinander sind. Feln. Würtemberg hat in ihre Rolle Temperament und Leidenschaft in gegebenen Momenten gut hineinzuflechten gewußt, aber auch das Herzliche und Liebebolle brachte sie zum Ausdruck; ihr ganzes Auftreten war ein perfektes. In der zweiten Abteilung des Stückes findet man die ausgestoßene Jane Eyre als Erzieherin in dem Hause des reichen Lord Rowland Rochester( Herr Heinrich Gerlach), wo sie die Vorsehung an die Seite eines Waisenkindes, der Nichte des Lords, gestellt hat. Diesem Kinde schenkt sie all ihre Liebe und Hingebung, dabei begegnet sie dem Baron aber gemessen und taftvoll. Rochester, anfangs empört darüber, findet Gefallen an ihrem charakterbollen Wesen und es trifft sich auch hier wieder- wie im Leben daß gerade zwei Menschen, welche Anfangs infolge ihrer besonderen Ueberzeugung sich gegenüberstehen, doch zuletzt zusammen harmonieren. Herr Gerlach hätte seinen Lord etwa 8 salonmäßiger spielen fönnen, aber immerhin legte er in seine Worte Accent und sein Auftreten gefiel allgemein. Die anderen Rollen wurden ebenfalls entsprechend gegeben; so daß am Schluß das Haus mit großem Beifall nicht zurückhielt. [ Besitzwechsel] Burts Mühle ging heute für 200 000 Mt. in den Besitz des Herrn Kohlenhändlers Eduard Klinkel über. Die Söhne des neuen Besizers werden den Betrieb voraussichtlich weiterführen. ** Stu Wo find night widen Stein" bes als Bürger ben breiten freibt, eine Abhange be bes vorigen raum der Ma in dem die ftattet, fein breite Stei beim Rot " Rneifner" hierfür ein getreibet, n bie bom galten als Burschen, man in M Bürgerftei erflärt man be noch die Leutra( der Boalgaffe fl Lauengaffe, berbreite ihm saßen Greifen und *** Gießener Pferdemarkt. Die Pferdemarkt- Kommission hat beschlossen, gleichwie bei dem vorjährigen Herbstpferdemarkt Pferde in Privatbesig zur Vorführung bez. Prämiierung zuzulassen. Es sind hierfür folgende Abteilungen vorgesehen und zwar: 1. Reitpferde unter dem Reiter gezeigt; 2. Wagenschläge einzeln oder paarweise im Geschirr oder vorgeführt; 3. Arbeitsschläge einzeln oder paarweise im Geschirr oder vorgeführt. In jeder Abteilung wird ein Ehrenpreis gegeben. Anmeldungen zur Prämiierung haben bei Herrn Defonomierat Schlenke- Hardthof oder Weinhändler A. Schwan Gießen zu erfolgen. Die Vorführung der Privatpferde beginnt vormittags 11 Uhr in dem hier für vorgesehenen Prämiierungsring Für die Zuschauer ist ein besonderer abgeschlossener Raum geschaffen: für die geladenen Gäste eine kleine Tribüne errichtet. Höchste Seltenheit. Einem hiesigen Pflanzen züchter ist es mit vie'er Mühe, unter Mitbenutzung der permanenten Sie in der Backstube des Conditors Amend in der Bahnhofstraße, gelungen, einen prachtvollen Gummi baum jezt schon zur Blüte zu bringen. Es ist dies um so auffallender, a's die Gummibäume in der jeßigen frühen Jahreszeit sogar in ihrer Heimat selten blühen. Da befanntlich der Gummibaum nur wenige Tage blüht, ist derfelbe bis Sonntag im Eafe Amend, Bahnhofstraße aus gestellt. Aus ** Sd tagabend Bifchoff bo wärts gefab wo der Fuß dem Wagen Bishoff wa basfelbe th fürate fo u über fünf S fich tabello aus dem h Juftig befti für die Ger an als ang was feitens Beitpunkte Großh. D und aus de werden. ** Ma Frühjah Teute, Verto Ferne herb fteller mit Bugetrieben chwere Ur ftaltete fich ** 23 fürstliche Ra 1845 in D Bachtersbad ** Dar ber 2. Ram reich für un A Se gestern der bruar d. J und dann Gerichtsbeh auf der ein felbft war a Leihengewan Verge Bur bem Botan werden hi erftere ein den Minif auf dem G 1) Erd 2) Stein ca. 6 3) Stein ca. 26 4) Sch Herf Trag 6) Trä Die Arbeitsbef Ginficht of bezüglichen Selbitlofter Angel 11 Uhr, be frei an uns Gieße Heute Dormittag e der Bessiss burden folgende nt. auf: 71411, auf: 17670, 1295, 91 648, In dec Ent hate Bormittag Herrn Kreis. igung der Bar nunmehr in die rsen wird. Jm reffante Gelände ise auf dem Sel De po Quadrat Mt, Herr Roth Mitbenutzunge -80 Mt., Herr Haus mit mo. nur 76 000 Mt. e Einigung mit von 55 000 auf Betracht ziehen, Imeter groß ist er einzelne Dua ätte bezahlt fein It im abltreife n bisherigen Ber Büdingen den f.- Im Wahl. für die Sozial jiale Reformpartei 1- Offenbach auf itherige national Rat Haas night reits einen Ran tagsabgeordneten ern Abend am 1. Brücher, zu , war ecfcanft, übernommen. feiffer bringt in Jane Eyre, die nichts als Haß & Kind so sehr weit, daß Jane Bruder- auf racht wird, bis nn selbst durchs idt als Mig Rolle gut aus die Charaktere cell im Gegen te wie doch im ahe beieinander le Temperament ten gut hineinliche und Liebe ganzes Auftreten Abteilung des Jane Eyre als Lord Rowland h), wo sie die Indes, der Nichte schenkt sie all gegnet sie dem Odeiter, anfangs ihrem charakter er wieder- wie , welche Anfangs fich gegenüber monieren. Herr onmäßiger spielen ne Worte Accent 1. Die anderen gegeben; so daß I nicht zurüchiel = ging heute f n Rohlenhändle en Besizers werden Pferdemart Hom dem borjährigen tbefig zur Vor Es sind hierfür zwar: 1. Reit genschläge einzeln ührt; 3. Arbeits chirr oder vorge grenpreis gegeben bei Herrn Delo Weinhändler Vorführung de Uhr in dem hier Für die Zuschaue um geschaffen: für ine errichtet. m biefigen Pflanzen Mitbenutzung de Conditors Amend rachtvollen Gummi Es ist dies um fo der jezigen frühen n blühen. Da be Tage blüht, ist der Bahnhofftraße aus " 1 " 1 " ** Kastel, 18. März. Eine elektrische Bahn von hier nach Kostheim, anschließend an die Mainz- Wiesbadener Bahn wird projektiert. A Frankfurt, 18. März. Der Sergeant Paulsen vom 81. Infanterie- Regiment beging heute im Arresthaus Selbstmord. ** Studentisches. Die„ Jenaische Beitung" schreibt: Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen? In manchen Erklärungen wird der breite Stein" des Studentenliedes Dalte Burschenherrlichkeit" als Bürgersteig" gedeutet. In Marburg hat man für ben breiten Stein", wie ein Leser der Tägl. Rundschau schreibt, eine andere Erklärung. Draußen vor der Stadt, am Abhange des Schloßberges, lag bis in die siebziger Jahre Regiments Hessen- Homburg ist heute früh von seiner Gar** Mainz, 17. März. Das 2. Bataillon des Infanterie bes vorigen Jahrhunderts der bunte kiz I", der alte Baut- nison Hanau hier eingetroffen. Die Mannschaften wurden raum der Marburger Korps und Burschenschaften. Der Raum, in die Rheinthorbaraden einquartiert. Die Offiziere wurden in dem die Schläger gefreuzt wurden, war einfach ausge in den verschiedenen Hotels durch die Stadt verpflegt. Wie stattet, sein Fußboden mit großen Steinplatten belegt. Der lange der Aufenthalt hier währt, ist unbestimmt. Die Verbreite Stein" bezeichnete die Grenze der Mensur. Berlegung des Bataillons hierher erfolgte, da in dem 1. Babeim„ Rotieren" über ihn hinaus zurüdwich, galt als taillon die Genickstarre ausgebrochen. Aneifner" und wurde wegen Feigheit- der Student hatte hierfür einen anderen, nicht salonfähigen Ausdruck- anBetreibet, nach breimaligem Antreiden geschaßt". Burschen, bie bom breiten Stein nicht wanften und nicht wichen", galten als„ frische", heute würde man sagen als schneidige" Burschen, die ihren Mann auf der Mensur standen. Daß man in Marburg i mals den„ breiten Stein" im Sinne von In Jena Bürgersteig" gefannt hat, ist zweifelhaft. erklärt man bekanntlich das Lied anders. Zu den Zeiten, ba noch die, jezt unter dem Straßenpflaster verborgene Leutra( der Jenenser sagt Litter") offen durch Leutra- und Saalgaffe floß, lag an der Kreuzung der Saal. nnd OberLauengaffe, wo noch heute der steinerne Lauforunnen steht, ber breite Stein". Unter ihm rauschte die Leutra, auf ihm saßen die Studenten mit einer Sprigfanne aus bem Breifen und wanften und wichen nicht. и - Aus Hessen und nachbargebieten. ** Schotten. Ein trauriger Unfall ereignete sich am Sams tagabend auf der Straße von hier nach Rainrod. Karl Bischoff von Rainrod war abends 10 Uhr von hier heimwärts gefahren. Im Spießwalde, ungefähr an der Stelle, o der Fußweg abzweigt, scheute das Pferd und ging mit dem Wagen auf der steil bergab gehenden Straße burch. Bischoff war vom Wagen gesprungen, seine Frau wollte basselbe thun, blieb aber mit den Kleidern hängen und ftürzte so unglücklich, daß sie sofort eine Leiche war. ** Friedberg. 54 Dienstboten des hiesigen Kreises, die über fünf Jahre bei ein und derselben Herrschaft gedient und fich tadellos geführt, erhielten eine Prämie von je 10 t aus dem hiesigen Mathildenstift. *** Nieder- Ohmen. Das Großh. Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und das Berggrundbu für die Gemarkung Nieder- Ohm en vom 1. April 1903 an als angelegt anzusehen ist. Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten noch bis zu dem angegebenen Beitpunkte zu geschehen hat, fönnen auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Nieder Dhmen und aus dem Anschlag an der dortigen Dctstafel ersehen werden. ** Marburg, 18. März. Gestern wurde hier der Frühjahrs- Pserdemarkt abgehalten, der HandelsTeute, Verkäufer und Kauflaftige aus der Nähe und aus der Ferne herbeigelockt hatte. Auch hatten sich mehrere Austeller mit Wagen und landw. Gerätschaften eingefunden. Bugetrieben waren ca 260 Stück Pferde, größtenteils chwere Arbeitspferde. Der Handel auf dem Markte gestaltete sich befriedigend. ** Wächtersbach, 17. März. Hier starb hochbetagt der firstliche Kammerrat Ruppert, 84 Jahre alt. Er stand seit 1845 in Diensten des Fürsten von Isenburg- BüdingenWächtersbach. ** Darmstadt, 18. März. Der Wahlprüfungsausschuß der 2. Rammer erfläcte die Wahl des Abgeordneten Heidenreich für ungiltig. A Seligenstadt, 18. März. In Froschhausen bemerkte gestern der Totengräber Wilz, daß das Grab der am 3. Februar d. J. beigefeßten ledigen Margarete Riehl aufgegraben und dann wieder zugescharrt worden. Die durch die hiesige Die durch die hiesige Gerichtsbehörde eingeleitete Untersuchung ergab, daß der Sarg auf der einen Seite gewaltsam gröffnet war. Die Leiche selbst war aus ihrer ursprünglichen Lage gebracht und das Beichengewand 2c. bes hädigt. Vom Thäter fehlt jede Svur. Vergebung von Bauarbeiten 2e. ** Mainz, 18. März. Der Kommandeur der 2. Großh. hessischen Inf- Brigade( Inf.- Regt. 117 und 118) Generalmajor v. Biebahn hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. + Hanau, 18. März. Der wegen Sittlichkeitsver gehen zu einem Jahr Gefängnis verurteilte Kaufmann Stadtler machte im Gefängnis dahier einen Selbstmordversuch. Er mußte dem Landfrankenhaus überwiesen werden. ** Hanau, 16. März. Eine gestern in Gelnhausen abgehaltene Vertrauensmänner- Versammlung des Zentrums hat für den Wahlkreis Hanau- Gelnhausen- Orb einstimmig als Reichstagfandidaten den Reichstagsabgeord neten Müller Fulda aufzustellen beschlossen. Man betrachtet diese Kandidatur nur als Zähltandidatur. A Caffel, 18. März. Der Unteroffizier Degen bom biesigen 14. Husaren- Regiment, der die Elise Hamel aus Oberaula vom Rondel dahier in die Fulda herabgestürzt haben sollte, um sie zu töten, ist auf freien Fuß gesezt und das Verfahren gegen ihn eingestellt worden. Die Hamel hat ihre anfänglich den Unteroffizier schwer belastenden Anschulbigungen zurückgenommen und hat zu guter lezt eingestanden, daß sie sich selbst in die Fulda habe stürzen wollen. ** Worms, 17. März.( Guten Appetit!) Der hiesige Polizeibericht meldet: Gegen eine größere Anzahl bis jest 24 ist Strafver fahren eingeleitet, weil sie wie festgestellt, bei Herstellung fahren eingeleitet, weil sie wie festgestellt, bei Herstellung von Blutwurst und Schwartenmagen Häute von Fas ln Lezw. Teile solcher Häute, welche von 4 nicht ständig schlachtenden Mezgern bezogen wurden, verwendet haben. Die Häute wurden in der Weise verwendet, daß sie, nach dem sie gebrüht und enthaart waren, zerkleinert und dann unter das Füllsel gemengt wurden. In verschiedenen Orten des Kreises Worms ist die Schweinepest ausgebrochen, polizeiliche Maßnahmen wurden angeordnet. " Parlamentarisches aus Hessen. - Auf der Tagesordnung zur 25. Sigung der 8 weiten Kammer der Landstände, die heute Donnerstag, 19. März, stattfindet, stehen: Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesets, die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlachtvieh und Fleischbeschau betr. Regierungsvorlage, das Ministerhotel betr. Regierungsvorlage, die Position B6 6 Räte bei den Provinzialdirektionen" der Besoldungsordnung vom 9. Juni 1898 betr. Ferner: Definitiv: Beratung nach Artikel 33 der Geschäftsordnung( mündliche Berichterstattung): Vorstellung de Oberbürger meisters Mecum zu Gießen, Sonntagsruhe im Handelsgewerbe betr. Vorstellung Großh. Handelskammern Friedberg und Büdingen in gleichem Betreff. Vorstellung des Oberlehrers in Pension, Heinrich Baumann zu Worms, anderweitige Regelung seines Benfionsgehaltes betr.- Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes, die Entmündigung wegen Verschwendung oder wegen Trunksucht betr. Regierungsvorlage, Gefeßentwurf, die Vormerfung streitig" in den Grundbüchern der Provinz Rh inhessen betr. Antrag der Abg. Molthan und Genossen, die strafrechtliche Verfolgung von Veranstaltungen trügerischer Ausverfäufe betr. Antrag des Abg. von Brentano und Ge noffen, die Entschädigung unschuldig Verhafteter betr. Vorstellung des Bahnwärters Friedrich Wilhelm Benshetmer in Darmstadt, Bensionserhöhung betr. Sodann folgen eine Reihe von Gegenständen zur vorläufigen Beratung im enum in Gemäßheit der Artikel 33 und 35 der Geschäftsordnung sowie Anfragen. Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung des Ges es über den UrkundenZur Gebauung eines Ueberwinterungsbauses in stempel vom 12. August 1899. dem Botanischen Garten der Landesuniversität Gießen Diejenigen Besißer von Fahrrädern, Automobilen, werden hierdurch nachstehende Arbeiten und Lieferungen, Luxuswagen, Luxusreitpferden, Verkaufs- und Wagauto. erstere einschl. zugehörigem Material, unter Hinweis auf maten, automatischen Kraftmessern, öffentlich aufgestellten den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung Klavieren oder sonstigen Musitwerken, welche die Abgabe für auf dem Submissionsweg ausgeschrieben, nämlich: das Jahr 1903 noch nicht entrichtet haben, werden hiermit 1) Erd- und Maurerarbeiten, 2) Steinhauerarbeiten in Lungstein( Basaltlava) ca. 60 cbm, 3) Steinhauerarbeiten in Sandstein oder Kalkstein ca. 26 cbm, 4) Scheferdeckerarbeiten, 5) Herstellung von Eisenkonstruktionen( Tragstüßen, Tragbalfen und Dachkonstruktion), 6) Träger ieferung. Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können lettere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots- Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. wieberholt zur Entrichtung der Abgabe ohne Kosten bis spä testens Ende März d. Js. erinnert. Auch können bis zu diesem Termine Fahrräder unter Rücklieferung der Radfahr. platte und Karte noch abgemeldet werden. Wir bemerken noch hierbei, daß Grammophone gleich den anderen Mnfifwerken der Stempelabgabe unterliegen. Die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden beauftragt, vorstehende Bekanntmachung sofort und sodann drei mal in Zwischenpausen von zwei Tagen ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, am 16. März 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Angebote sind bis zum 2. April 1. 38. vormittags Giessener Stadttheater. 11 Uhr, bersiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 10 Tage. Gießen, den 17. März 1903. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. Freitag, den 20. März 1903 3um Benefiz für Räthe Bünau. Die Else vom Erlenhof. Ferner ein Antrag der Abg. Korell u. Gen. Einrichtung genossenschaftlicher Hengsthaltungen betreffend. Antrag der Abg. Schönberger u. Gen., die Entschädigung für an Maulund Klauenseuche gefallenes Rindvieh betreffend. Außerdem liegen drei Anfragen vom Abg. Köhler- Langsdorf vor: das Vorgehen der Staatsbehörden gegen die Ausbreitung des ansteckenden Scheidekatarrhs unter dem Rindvieh betreffend. Die Wasserpest in der Horloff betreffend und die Einrichtung landwirtschaftlicher Lehrkurse für Soldaten betreffend. Außerdem eine Anfrage des Abg. Leun, die Arbeitszeit des Rangiererpersonals auf Bahnhof Gießen betreffend. = Neueste Nachrichten. Die London, 18. März. Nach einer Meldung des „ Daily Telegraph" aus Petersburg soll die dortige Polizei eine weitverbreitete Verschwörung entdeckt haben, an deren Spiße ausländische Anarchisten stehen. Vor 14 Tagen verhaftete die Polizei eine Anzahl Personen, die verdächtig sind, gegen die Regierung gerichtete Flugblätter und Aufrufe nach Rußland eingeschmuggelt zu haben. Entdeckung, daß Galizien einer der Hauptsize der anarchistischen Bewegung ist, führte zu der Verhaftung einer Anzahl Russen, die, wie es scheint, mit einer anarchistischen Verbindung schärfster Richtung in Beziehungen stehen. Die Mitglieder dieser anarchistischen Gesellschaft werder auch für die zahlreichen Brandstiftungen in dem süddeutschen Bezirk Konstantinopel verantwortlich gemacht. V Leipzig, 18. März. Das Urteil im Prozeß Eyner hat, da weder Staatsanwalt noch Verteidiung Berufung einlegten, heute Rechtskraft erlangt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es fönnen eingestellt werden: 2 Sattler, 5 Schreiner, einige Tapezierer für dauernde Arbeit bei hohem Lohn nach auswärts, 1 tüfer, 3 Schneider, 1 Hosenschneider, 1 Anstreicher für einige Tage, 1 Krankenpfleger, 1 Kellner, 2 Glaser, 1 Gärtner, 5 Knechte, 1 landwirtsch. Arbeiter, 6 Hausburschen, 1 Weißzeugnäherin, 31 Dienstmädchen, 2 Köchinnen, 6 Lauf- bezw. Pugfrauen, 5 landw. Mägde. Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Wagner, 4 Schlosser, 1 Stellmacher, 2 Buchbinder, 3 Bäcker, 2 Schuhmacher, 3 Schneider, 1 Friseur, 2 Glaser, 1 Weißbinder, 3 Kaufleute, i Schreiber. Es suchen Arbeit: 2 Schlosser, 1 Mechanifer. 1 Buchbinder, 4 Schreiner, 1 Schneider, 2 Maler bezw. Anstreicher, 1 Glaser, 1 Herrschaftsgärtner, 1 Buchhalter oder Schreiber, 1 Büreaugehilfe oder Aufseher, 1 Aushilfsfellner, 5 Knechte, 12 Taglöhner, fräulein bezw. Gesellschafterin, 1 Haushälterin, 1 Dienst 2 Gartenarbeiter, 3 Rutscher, 14 Hausburschen, 1 Kindermädchen, 6 Lauffrauen, 1 Wasch- und Buzz'rau. Lehrlinge: 1 Schneider, 1 Weißbinder, 1 Kaufmann, 10 Schreiber. Marktbericht. Gießen, 14. März. Auf dem heutigen Wochenmartt fosteten Batter per Pfb. 0.95-1.10 Mt. Hühnereter 2 St. 10-11 Pfg., Enteneter St. 12-13 Pfg.. Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar MY. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 100-1 70, Hahnen, per Stüd Mt. 0,85-2.00, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 66-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-7.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Bfg. Wehlar, 18. März. Auf dem heutigen hiesigen Viehmarkt wurden aufgetrieben: 150 Stück Rindvich und 50 Schweine Weglar, 18. März. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Bu ter 1.10 Mt., Eier 2 Stüd 10 Bfg. Alsfeld, 18. März. Am heutigen Schweinemarkte fofteten Fertel das Paar 30-50 und Läufer 50-110 Mt. Der Rindviehhandel mar flau. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller' sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Vorläufige Anzeige Für Wirte! Eröffne Ende dieser Woche eine Ausstellung prachtvoller elektrischer Musitwerke aus erstklassigen Fabriken. Die Werke sind in großer und kleiner Ausführung jeder Zeit im Betriebe zu sehen. Ph. Schneider, zum Adler. Gießen, Marktplag. Eine große, helle Werkstatt, für jedes Geschäft geeignet, au bermieten. Refleftanten wollen Empfehle mich im Bügeln in und außer dem Hause. Louise Bauderer, Neuen Bäue 11, I. bermittelt Bureau Krämer, geipzig Brüderft.6.Au sfunft gegen 30 Bfg. ibre Offerten unter 2613 an die Beiche Seirat Exp. d. Blattes einsenden. Einladung. Bekanntmachung, das Erfahgeschäft pro 1903 betreffend. Die Musterung und Losziehung der Militärpflichtigen Montag, den 23. März, Abends 8 Uhr findet zu Rodheim a. d. Bieber in der Bechthold'schen des Kreiſes Gießen für das Jahr 1903 findet an den nachWirtschaft eine öffentliche Wahlversammlung der nationalliberalen Partei statt, in welcher der bisherige Reichstagsabgeordnete Kraemer und Dr. Johannes aus Köln sprechen werden. Um recht zahlreichen Besuch, auch aus den benachbarten Ortschaften des Wahlbezirks, wird gebeten. Hessischer Hof Frankfurter Straße Ecke Aliceftraße Restaurant Kaltwasser Angenehmer Aufenthalt für Reisende, Familien und Touristen, welche nach Gießen kommen. Giessener Pferdemarkt- Lotterie. Erster Hauptgewinn ein eleg. vierfißiger Bagen mit ferb u. filberplatt. Geschirr. Ferner 7 Pferde und Fohlen, sowie 590 Gewinne bestehend in landWegen Inventur bis 31. März Gr. Preisermässigung. 5 elektrische Pianos. 7 prachtvolle große Patent- Instrumental Piano- Orchester, sowie kleine und große Musikautomaten. K'eine, mittlere und große Ziehung 26. März 1903. Orchesterwerke benannten Tagen statt und zwar: 1. Zu Grünberg im Gasthaus zum Rappen. Dienstag den 7. April, vormittags von 9% Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Resselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf und Lumba: Mittwoch den 8. April, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Odenhausen, Qu born, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stoc hausen, Weichartshain und Weitershain. Hieran anschließend: Losziehung. II. Zu Lich im Rathaussaale. Mittwoch den 15. April, vormittags von 91% Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf- Bill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Hausen und Hungen; Donnerstag den 16. April, vormittags von 9 derjenigen der Gemeinden Holzheim, Inheiden, Langd, LangGöns und Langsdorf; Uhr an: Freitag den 17. April, vormittags von 9% Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Münster, Muschenheim, Nieder- Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, OberBessingen, Ober- Hörgern und Rabertshausen; Lose a Mt. 1.-( für Porto und Liste 25 Pf. mehr) für elektrischen Betrieb, mit Feder- derjenigen der Gemeinden Rodheim, Röthjes, Steinbach, sind in allen durch Plakate fenntlichen Geschäften und Zweiter Hauptgew. ein Lauterbacher Bägelchen mit Bferd und Geschirr. wirtschaftlichen Maschinen und für Jedermannnüßlichen Gebrauchsgegenständen. Zum fommissionsweisen Verkauf der Bose werden überall Wiederverkäufer gesucht. bei den Polizeidienern zu haben. Richard Buchacker, Richard General- Vertrieb, Giessen, Neuen- Bäue 11. Dritter Hauptgewinn ein Reitpfecb mit Sattel und Zaum. Daselbst 11 Lose für 10 Mark. und Gewichtsaufzug. Einmalige günßige extrabillige Samstag, den 18. April, vormittags von 9% Uhr an: Steinheim, Trais- Horloff, Utphe, Villingen und Wagenborn: Montag 20. April, vormittags von 9 Uhr an: Losziehung. Ausnahmepreise III. 3n Gießen in der Restauration„ Orpheum", fir Gastwirte. B.such bitte vorher anzumelden. Frankfurter Musikwerke, Friedrich Teipel Markt 16. Friedrich Selp. empfiehlt Corlets in cirka 50 verschiedenen Sorten von den billigsten bis zu den feinsten Facons. Hygienische Reform- Corsetts, Gradehalter für Damen u. Kinder, Frack- Corsetts a la Colombe.. Extra Anfertigung nach Maß prompt. Robert Tzschich Gießen Kirchenplatz 9 Schneidermeister beehrt sich das Kirchenplatz 9 Eintreffen sämtlicher Neuheiten der bevorstehenden Saison anzuzeigen.- Reiche Auswahl in fertiger Herren- und Knabengarderobe M Paletots, Havelocks Gummi- Paletots und Mäntefn. Fantasie- und Piqué- Westen. Konfirmanden- Anzüge. Geschäfts- Empfehlung Frankfurt a. M., Kaiserstr. 77 direkt am Hauptbahnhof. Einige Centner gute Makulatur ( alte Zeitungen 2c.) preiswert abzugeben in der Erpedition g. Timermann Schanzenstraße 18. Dienstag den 21. 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April im Rathaus zu Lich, Dienstag den 28. April in der Restauration Orpheum", Schanzenstraße 18, zu Gießen, die Klassifizierung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots und der Ersatz- Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landw hrmänner ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu lönnen glauben, an den bezeichneten Tagen, morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 11. März 1903. Der Zivil- Vorsitzende der Ersatz- Kommission des Kreises Gießen. Dr. Heinrich 8. Bekanntmachung. Betr. das Betreten der Ufer und Böschungen der Wieseck. Wir bringen hierdurch wiederholt in Erinnerung, Die Monate Februar und März sind die geeignetsten zum Be: rökte Auswahl in nur prima daß die Ufer und Böschungen des Wiesecklaufes Eigenschneiden von Obstbäumen und Sträuchern, sowie für das peise- und Salatkartoffeln in einem Neubau mitten der tum der Stadt sind und daß daher das Betreten der Umgraben von Gärten. Garten- und Videnbesizern, fowe Obst- empfiel und Stadt, billig zu vermieten. baumfreunden empfehle ich mich zu diesem Zwecke besten. Für saubere Arbeit wird Garantie geleistet. Anlegen von Gärten, Bleichplätzen und Neubepl nzen von Obstplan agen. K. Pfeiffer, Landschaftsgärtner, Kicin- Lindes, Frankfurterstraße 88. Bestellungen werden auch in der Gärtnerei, Wilhelmstrake 16 entgegengenommen. Atelier für Portraitmalerei von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse B a II. Farbiges Panorama von Giessen 45 65 zu 5 Mk. Bekanntmachung. Betr. Die Heichelheimsche Stiftung. die Kartoffel Gez üsehand! ng J. 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Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, 17. März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung von Fuhrlöhnen. Die für die Bepflanzung der unteren Bahndammböschung der West- u. Nordanlage erforderliche Anfuhr von 250 Gbm. Humuserde soll Samstag, den 21. März 1903, vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum obengenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Gießen, den 18. März 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. FÜR UNSERE Groß ist der Schaden, den der Löwe seines Man hat berechneten er jährlich während durchschnittlich für 4500 Mark raubt; nehmen wir die mitt an Pferden, Maultieren, Rindern, Kamelen und Lebens anrichtet. Schafen r. 65. Donnerstag, den 19. März. 1903.