Nr. 42. Abonnementeprets: in Gießen, abgebølt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., burch die Poft bezogen biertel jährlich Mr. 1.50. Bratt@ bellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglio) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obh- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Donnerstag, den 19. Februar 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wit ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Big font 15 Bfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 8369. Redaktion und Expedition: Gießen Renenweg 28. Fernsprechenschink Rr, 862. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Seifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zum filbernen Papftjubiläum. Aus evangelischen Kreisen wird uns geschrieben: Am 20. Februar sind fünfundzwanzig Jahre ver slossen, seitdem der Kardinal Joachim Pecci zum Papst erwählt worden ist, und am 3. März feiert dieser greise Priester die 25. Jubelfeier seiner Krönung. Man wird gewiß nicht von einem evangelischen Christen erwarten, daß er die Einrichtung des Papsttums bespricht. Für ihn lann es sich lediglich um die Persönlichkeit handeln, die an ber Spiße der fatholischen Kirche steht und die sich auch bei den Andersgläubigen eine angesehene Stellung zu erobern mußte. Auf den kampffrohen Pius IX. folgte, wie denn vielfach in der Papstgeschichte ein gründlicher Wechsel der Temperamente bei der Neubesetzung des päpstlichen Stuhles beobachtet wurde, Leo XIII. als Friedenspapst. Der gläubige Katholik erblickt darin das Walten eines göttlichen Willens, der Nicht katholik sieht dieses Alterieren der Charaktere als eine logische Notwendig leit an. Denn ein Kriegspapst stärkt in der Regel durch Die Aufregungen seiner Politik die friedlichen Elemente des Kardinalskollegiums, wie ein Friedenspapst das gäcende Element belebt. Graf Leo Pecci wurde am 2. März 1810 als Sohn einer wohlhabenden Gutsbesiperfamilie in Carpinet geboren. Seine Laufbahn war eine sehr rasche. Schon im Alter von 27 Jahren war er Delegat in Benevent, ein Amt, das unter dem Kirchenstaat mehr bedeutete als heute, denn ein päpstlicher Würdenträger war zugleich Verwal tungsbeamter und Staatsmann. In ersterer Eigenschaft hat sich Pecci sehr verdient gemacht um die Unterdrückung des Räuberunwesens in seiner Provinz. Im Alter von 33 Jahren wurde er Erzbischof und päpstlicher Nuntius in Brüssel, wo er sich eine sehr geachtete Stellung zu eringen wußte. Auch als Erzbischof von Perugia wußte er ich mit diplomatischem Geschick in die Verhältnisse hineinzufinden, indem er vor allem gute Beziehungen zu der neuen Regierung unterhielt. Im Alter von 43 Jahren zum Kardinal ernannt, avancierte er sehr schnell in der pierarchie, bis er im Jahre 1878 zum Oberhaupte der latholischen Kirche erwählt wurde. Da er damals beceits 68 Jahre alt war, glaubte man, seine Amtstätigkeit verde nicht allzulange dauern; indes ist gerade sein Pr mat das längste seit Bestehen des Papsttums geworden. Seiner verständigen Mitwirkung ist die Beendigung des deut ichen Kulturkampfes zu danken, und es ist fennzeichnend für die Vorurteilslosigkeit seiner Anschauungen, daß er bem verstorbenen Fürsten Bismard eine unverhohlene Sympathie entgegenbrachte. Leo XIII. ist nicht nur ein tüchtiger Staatsmann, sondern auch ein feinsinniger Poet. Seine Gedichte sind meistens in lateinischer Sprache abgefaßt, sie sind auch in deutscher Uebersetzung vorhanden, als deren beste dieenige des verstorbenen Dichters Dr. Franz Alfred Muth gilt. Den Huldigungen, die die katholische Welt ihrem lirchlichen Oberhaupte am heutigen Tage darbringt, schließen sich auch die stillen Glückwünsche aller evangelischen Friedensfreunde an, denn Leo XIII. auf dem päpstlihen Stuhl bietet die volle Gewähr für den religiösen Frieden! 261. Sigung. Deutscher Reichstag. Eigener Bericht. Neuer Sturm.- Die Auseinandersetzungen mit der Sozialdemokratie haben immer noch nicht ihr Ende gefunden. Zunächst behandelte der freisinnige Abg. Dr. Crüger nochmals die Frage des Ausschlusses der sozialdemokratischen Konsumbereine aus dem Genossenschaftsverband, wobei er namentlich darauf hinwies, daß diese Maßregel des halb getroffen worden sei, weil die sozialdemokratischen Organisationen als Produktivgenossenschaften auf eine Bernichtung der Gewerbetreibenden ausgehen. Der Zentrumsabgeordnete Schwarte- Lippstadt lud alsdinn die Sozialdemokratie und den Bund der Landwirte zu einem Waffengang bei der kommenden Wahlkampagne ein und verabschiedete sich mit dem Rufe ,, Bei Philippi sehen wir uns wieder". Sehr scharf wurde die Verhandlung erst, als der konservative Abg. Dr. Stöder nochmals mit der Sozialdemokratie ins Gericht ging, weil man ihm von dieser Seite Mangel an Wahrheitsliebe vorgeworfen hatte. In Erwiderung dieses Angriffs rief er der Sozialdemokratie zu, sie möge sich um den Meineid fümmern, den Bebel während des Tauschprozesses ge leistet habe. Abg. Ledebour lief bis zur Tribüne und rief unausgesetzt: ,, Er hat Bebel Meineid vorgeworfen." Der Präsident Graf Ballestrem erhob sich zwar, rief aber Stöder nicht zur Ordnung, weil Stöder seinen Ausspruch dahin auslegte, er habe damit sagen wollen, die Sozialdemokratie möge sich um den Meineid bekümmern, den eine Anzahl Blätter dem Abg. Bebel vorgeworfen habe. Nach einem kurzen Zwischenspiel, in welchem die Abgg. Reißhaus, Wurm, Herzfeld und Staatssetretär Graf Posadowsky auftraten, ging der Abg. Bedebour zu einem scharfen Angriff gegen Stöcker vor, wurde aber durch den Präsidenten ermahnt, sich eines gemäßigten Tones zu befleißigen. Nach Ledebour slaute bas Interesse sichtlich ab. Die nachfolgenden Redner Lenzmann und Graf Posadowsky behandelten die verschiedenen sozialpolitischen Probleme unserer Zeit. Da manche Redner, s. u. a. Stöder heute mehrfach zu Worte tamen, so zeigt sich bereits mit Deutlichkeit, daß die Debatte zu Ende geht. Der Abg. Singer erklärte, daß seine Partei den Reden des Abg. Stöder gegenüber nur das Gefühl der Gleichgiltigkeit, des Mitleids und des Ekels hege. Hierauf wird die sozialpolitische Debatte geschlos sen. Abg. Beck-oburg wünschte bessere Maßnahmen zum Vogelschutz. Staatssekretär v. Posadowsky sagt solche Maßnahmen zu. Abg. Pachnide verlangt eine einheitliche Regelung des Verkehrs mit Fahrrädern and Motorfahrzeugen. Der Staatssekretär erklärte, eine solche Regelung ist in Aussicht genommen; die Ausführung der Vorschriften muß jedoch den einzelnen Bundesstaaten überlassen werden. Die Politik. Unser Verhältnis zu England. Unmittelbar nach der Eröffnung der englischen Parlamentstagung nahm in beiden Häusern die Adresdebatte ihren Anfang. Im Unterhause wies der Führer der Liberalen, Campbell Bannerman, auf die auch anderwärts auffällig bemerkte Tatsache hin, daß in der Thronrede des Zusammengehens mit Deutschland in der venezolanischen Frage nicht gedacht sei, und erklärte dabei, daß er der Ansicht, England dürfe unter keinen Umstän den sich mit Deutschland verbinden, nicht zustimmen könne. Niemand, fügte er hinzu, kann verkennen, daß in den letzten Jahren eine heftige Handelsrivalität zwi schen den beiden Ländern geherrscht hat, daß der starke Antagonismus in einigen reisen sich bis zur Antipathie gesteigert hat. Der einzig angezeigte Weg ist der, der Rivalität mit größerer Tätigkeit und Intelligenz zu be gegnen, die Antipathie dadurch niederzuzwingen, daß wir zwar unsere eigenen Interessen wahren, dabei aber sorgsam darauf bedacht sind, dem Nachbar Mäßigung und Freundschaft zu zeigen. Der Premierminister Balfour ging in seiner Erwiderung auf das von dem Führer der Liberalen bewährte Kapitel der deutsch- englischen Beziehungen nicht ein, sondern beschränkte sich darauf, die Gemeinsamkeit des Vorgehens mit Deutschland in der Venezuelafrage zu rechtfertigen. Jm Oberhause unterzog sich der Lord- Präsident des Geheimen Rats, Herzog von Devonshire, dieser Aufgabe. - Die Wirren auf dem Balian. $ Die bulgarische Regierung fährt fort, auf die bulgarische Bevölkerung im eigenen Lande wie in Mazedonien beschwichtigend einzuwirken. In der Sobranje gab der Ministerpräsident Danew eine in diesem Sinne gehaltene Erklärung ab. Nachdrücklich ermahnte er die Mazedonier und ihre Freunde in Bulgarien, die Ruhe und den Frieden zu bewahren, und die Ordnung der mazedonischen Angelegenheiten den Mächten zu überlassen. Daß es der bulgarischen Regierung mit ihrer Friedensliebe ernst ist, zur Zeit wenigstens, darf nicht bezweifelt werden. Auch der bulgarische Generalstabschef General Jliew, der mit dem Korrespondenten des Morning Leader" in Sofia eine Unterredung hatte, versicherte aufs bestimmteste, daß ein Krieg zwischen der Türkei und Vulgarien wegen der mazedonischen Frage ausgeschlossen sei. Demselben Blatte gehen aus Wien interessante Mitteilungen zu über einen Vertrag zwischen der Türkei und Griechenland, welcher bereits abgeschlossen oder dem Abschluß nahe sei. Danach ginge Griechenland die Verpflichtung ein, während eines etwaigen Krieges zwischen der Türkei und Griechenland freundschaftliche Neutralität zu beobachten, wogegen die Türkei Griechenland das Versprechen gebe, die zwischen den beiden Ländern schwebenden handelspolitischen Fragen tunlichst r. ch den Wünjchen Griechenlands zu regeln, und außerdem Griechenland Hoffnung auf Vereinigung Kretas mit dem Königreiche machen soll. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß fich die Regierung des Eultans im Hinblick auf die Möglichkeit eines Krieges gegen den unruhigen Nachbar im Süden durch Versprechungen mannigfacher Ari Versprechungen sind ja wohlfeil zu sichern sucht. Das Neuste aus Marokko. - Nachrichten aus Fez besagen, daß Kaid Omar über die Rebellen einen fleinen Sieg errungen hat und daß die Brannes- Kabylen hundert Gefangene nach der Hauptstadt gesandt haben. Man glaubt, daß der Kriegsminister Menebhi einen umfassenden Angriff auf die Riatatabylen unternehmen wird, zu welchem 3mede Verstärkungen und Munition nach Fez abgegangen sind. Auf Wunsch des Sultans Abdul Aziz hat die britische Regierung zwei Offiziere im Majorsrang naay Marotto gesandt, von denen der eine als Instrukteur für die Kavallerie, der andere als solcher für die Artillerie Verwendung finden soll. Die Heranziehung britischer Offiziere durch den Sultan deu et darauf, daß England eisrig bestrebt ist, seinen durch fanzösische Intriguen etwas gesunkenen Einfluß am maroffa nischen Hofe wieder neu zu beleben. Kurze volitische Nachrichten. * Der Kaiser hat dem in Mannheim garnisonicrenden 2. Badischen Grenadier- Regiment Kaiser Wilhelm I. Nr. 110, dessen Chef der Kaiser ist, eine Stif tung im Betrage von 25 000 Mr. gemacht. * Das Entlassungsgesuch des Oberpräsidenten v. Bit ter ist bereits genehmigt worden. Herr Dr. v. Bitter hat infolgedessen die Führung der Geschäfte niedergelegt. * Die Budgeikommission des Reichstags hat die beantragte Ausbesserung der Gehälter von Oberstleutnants mit 15 gegen 12 Etimmen abgelehnt. * Der braunschweigische Landtag beschloß ein stimmig, die Regierung zu ersuchen, ihren Bevollmäch tigten im Bundesrate anzuweisen, gegen die Wiederzulassung der Jesuiten zu stimmen." * Abermals eine Spionageaffäre! Tem Megger Blatte ,, Lorrain" zufolge wurde nach einer fürzlich stattgehabten Spindrevision ein Sergeant vom FeldartillerieRegiment Nr. 34 in Met wegen Verdachtes, des Verrates militärischer Geheimnisse chastet. Aus dem ihm unterstellten Magazin sollen Zünder gefehlt haben. 24. Cigung. Preussifcher Landtag. Daus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Börsenge czgebung und Handwerkerg set. Im preußischen Abgeordnetenhause scheint sich lang, sam die Sitte einzubürgern, daß Angelegenhei.en der Reichsgesetzgebung immer mehr zur Sp ache 15umen. Ec äußerte sich heute der freisinnige Abg. Funk über die Börsengese gebung, die ab irato gemacht sei und die Börse, wie die Rentiers schädigt. Insbesondere sei das Verbot des Terminhande's und geniser Papiere schädlich und die Emissions- und Umfasstempel scien zu hoch. Den Nutzen habe lediglich das Ausland. Bi Handels, minister Möller stieß er mit seinen Ausführungen auf einen guten Resonanzboden, denn Möller ist der Ansicht, daß in der Tat eine baldige Aenderung der Börsen. gefeggebung nötig und erfreulich sein würde. Der nach folgende Redner Felisch trat nun nochmals su die grundsätzliche Einführung des Besähigungsnachweises ins. besondere bei dem Bauhandwerk ein. Die weileren Reden der Abg. Ganz, Deser, Reichardt, von Eynern behandelten je nach dem politischen Standpunkt der Abgeordneten einen dieser beiden Punkte. Den Schluß der Berhandlung, an der sich die Abgg. Dr. Deser, Dr. Arendt, Ernst, Metge, Schaffner beteiligten. war gänzlich der Frage der Fortbildungsschulen gewidmet. Handelsminister Möller teilte im Laufe der Beratung mit, daß die Einführung des obligatorischen Fortbildungsunterrichts nicht überall möglich sei. Nab und fern. :: Erbprinzlich sachsen- meiningensche Silferhochzeit. Jm engsten Familientreife begingen in Kiel der Gropring und die Erbprinzessin von Meiningen, die Schwester unseres Kaisers, das Fest der fünfundzwanzigsten Wiedertehr ihres Hochzeitstages. Um neun Uhr vormittags nahm das Jubelpaar die Glückwünsche der Familienmitglieder entgegen. Der jugendliche Prinz Adalbert von Preußen war ebenfalls erschienen. Um 12 Uhr begaben sich Bring Heinrch und Gemahlin mit den fürstlichen Gästen an Bord des Linienschiffes ,, Kaiser Friedrich III." zur Frühstückstafel. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß vor fünfundzwanzig Jahren im Berliner Schlosse eine Doppelhochzeit gefeiert wurde. Eine Entelin Kaiser Wilhelms I. und eine Großnichte desselben, Entelin seines Cruders Prinzen Karl, wurden zu gleicher Zeit getraut. Brinzessin Charlotte von Preußen reichte dem Erbprinzen Bernhard von Sachsen- Meiningen, Prinzessin Elisabeth don Preußen dem damaligen Erbgroßherzog und jeßigen Großherzog Friedrich August von Oldenburg die hand. Erbgroßherzogin Elisabeth starb nach siebzehnjähriger Che; ber anmutigen Kaiserschwester aber ist es beschieden, bie silberne Myrte in das Haar zu winden. V Ein neuer Unfall Mommsens. Der greise Ge schichtsforscher Mommsen wurde, während er in Gedanken bersunten den Fahrdamm an der Ede der Berliner Frie drichstraße überschreiten wollte, von einer Droschte an gefahren und heftig auf den Bürgersteig geschleudert. Das Bublitum erkannte den greisen Gelehrten, der sich über den Borfall sehr indigniert äußerte, sofort und half ihm ( eine Bücher, seine Brille und seinen Hut zusammensuchen erhob er sich; bei der größten Kälte Tugenden gleich. Sobald er einen Geheimrat erblickte, General bis zu bessen Wagen und entblößter einen sein Haupt, sobald jemand Namen des Zaren aussprach. Er stellte übrigens in feiner Gegenwart den übrigens bezügjedesmal Alexander werenin gab ohne Schwierigkeiten eine ein in allem eigenen Willen will niemals warten mochte, beschloß sie, ihre Verkannte Da nur ihren her Schmierigkeiten mählung recht bald zu feiern. Werenin kannte teine Hinsich darum NE Minna das Lachen betam. herrn getrennt, eine stramme Haltung an, worüber nun und nahm, wenn auch durch eine Tür von seinem BrotIch bin's, Herr Leutnant," gab griz zur Antwort Einige unterbrückte Flüche jenseits, dann erscholl blazes mit Schlacht Kennerblid, daß es hier zu einer blutigen kommen mußer einen geistigen Sieg erfechten, Er überlegte noch, sollte er m ,, drängeln" jedenfalls siegen" mußte er. ab Also ging er ruhig einmal die queubildende Mengs nazieren. li D g and besorgte ihm eine Droschte, in der Mommsen in seine Bohnung nach Charlottenburg fuhr. Wie erinnerlich, ist Mommsen erst vor kurzem einer ernsten Gefahr entgangen, indem er mit seinem wallenden Haupthaar einer Lampe zu nahe tam und dieses in Brand sezte. ) Einen lebenden Menschen gestohlen hatten zu ihrer eigenen großen Ueberraschung Diebe, die in Wilhelmsberg bei Berlin einem Produttengroßhändler einen Besuch abgestattet und mehrere Säcke voller Lumpen und altem Eisen auf einem Hundewagen mitgenommen hatten. Ein Schuzmann hielt die Diebe an und öffnete den oberen Sad. Darauf allgemeines Erstaunen, als ein obdachloser Mensch namens Schüß daraus zum Vorschein tam. Er war der Kälte wegen in di: Bude gedrungen und in einen mit Lumpen gefüllten Ead gekrochen. Das Ende eines Defraudanten. Nach Unterschlagung bon 17 000 Mark war der Buchhalter Friedrich Arndt rus Magdeburg mit seiner Geliebten flüchtig geworden. Das Baar wandte sich nach Berlin und stieg dort unter bem Namen Schneider in einem Hotel ab. Die Berliner Kriminalpolizei, die bereits telegraphisch von der Anfunft des Defraudanten in Kenntnis gesezt war, ermittelte bald den Aufenthalt des Paares. Als zwei Polizeibeamte ben Durchgänger verhaften wollten, fanden sie die Tür des von dem Liebespaar bewohnten Zimmers verschlossen. Gleich darauf fielen zwei Schüsse und als man die Tür gewaltsam öffnete, fand man beide in ihrem Blute liegen. Das Mädchen gab noch schwache Lebenszeichen von sich, starb aber bald darauf, während A. sofort tot war. Arndt hinterläßt in Magdeburg eine Frau und mehrere Kinder im größten Elend. Doppelhinrichtung. Die 38jährige Arbeiterfrau Neagebauer und der 20jährige Schlossergeselle Borenz wurben im Hofe des Hirschberger Gerichtsgefängnisses durch Scharfrichter Schwiz aus Breslau enthauptet. Beide hatten im November 1891 den Ehemann der Neugebauer ermordet, die Leiche zerstückelt, in drei Säcke eingenäht und diese in den Zackenfluß geworfen. Zu dem Mädchenraube in Berlin, dem, wie wir berichteten, die teiden jugendlichen Töchter einer Witwe zum Opfer fielen, erfahren wir noch, daß der Angeschulbigte, Dr. R. auch noch zu einer Marie H. in unlauteren Beziehungen gestanden haben soll. Die Angelegenheit dürfte noch weite reise ziehen, denn eine in der medizinischen Welt und in der Berliner Gesellschaft sehr bekannte Bersönlichkeit ist in die unsaubere Affäre mit verwickelt. Bon anderer Seite wird übrigens behauptet, daß sowohl Else B. wie die 15jährige Schwester Grete schon vor ihrer Bekanntschaft mit Dr. R. mit verschiedenen Männern Beziehungen angefnüpft hätten. [ Chicago als Seestadt.] Es ist bekannt, daß Chicago mit großem Neide auf die Entwickelung Newyorks blickt und alles, was man in Newyork zu sehen bekommt, schöner und besser zu haben behauptet. Nur den Hafen und den Strand konnten die Chicagoer den Newyorkern nicht nachmachen, und das war von jeher ihr größter Kummer. In Zukunft werden aber die Chicagoer mit Stolz zu den Newyorkern sagen können: Es ist ja wahr, Ihr habt ein Meer vor Eurer Tür, bei uns aber ist das Meer eine längst überwundene Sache!" Von einer Kommission des Geologischen Bureaus" der Vereinigten Staaten, der sich einige Chicagoer Universitätsprosessoren anschlossen, ist nämlich das interessante Faktum festgestellt worden, daß Chicago vor noch garnicht allzu langer Zeit was man so in Geologenkreisen unter ,, lange" versteht am Strande eines großen Meeres lag. Noch heute findet man in Chicago an vielen Punkten mehr oder minder gut erhaltene Seemuscheln, womit nicht etwa die von auswärts importierten eßbaren gemeint sind. Und jeßt weiß man auch, was die Sanddünen zu bedeuten haben, die hier und da in der Nähe von Chicago zu finden sind, wahre Wanderdünen, die erst vor kurzem einen großen Park überfallen haben. Bei dem Unternehmungsgeist und dem Reichtum der Chicagoer ist zu hoffen, daß das verschwundene Meer wieder ,, ausgegraben" wird. Bunte Chronik. Der von Santos( Brasilien) auf der Elbe angekommene und nach Hamburg bestimmte Dampfer, Bernambuko" ist von der Curhavener Seequarantäneanstalt als pestverdächtig zurückgehalten worden. Zwei auf dem Dampfer befindliche Heizer wurden in bas Quarantänelazarett eingeliefert. Auf dem Luisenkirchhof in Charlottenburg- Westend fand zwischen dem Kirchhofswärter Weber und einem bisher noch nicht ermittelten Diebe ein blutiger Kampf statt. Der letztere hat den 45 Jahre alten Weber durch zwei Schüsse schwer verleßt, während Weber im selben Augenblick auf den Dieb einen Schrotschuß abfeuerte, der fehlging. In Breslau machte der Photograph Burghardt einen Mordversuch auf seine Braut, ein Fräulein Charlotte Rex, Der er zwölf Dolchstiche beibrachte, und vergiftete sich bann. Die Rex liegt in hoffnungslosem Zustande im Hospital. Die Leiche der Erzherzogin Elisabeth wurde zu Wien im Palais des Erzherzogs Friedrich ohne besondere Feierlichkeit im Beisein des österreichischen Kaisers und Hofes eingefegnet und wird nachts mittels Hofsonderzuges nach Baden gebracht. Königin Christine von Spanien wurde, als der Sarg mit der Leiche ihrer Mutter aus bem Balais getragen wurde, ohnmächtig. Bei der Budapester Filiale der Elektrizitätsfirma Dedert u. Kontolka wurden Unregelmäßigkeiten in Höhe bon über 160 000 kronen entdeckt. Der Direktor Gustav Meß, dessen Sohn, sowie der Oberkassierer Graser sind an dem Manto schuld. Kurzes Allerlei. Ein eigenartiges Jubiläum feierte in Callies der Invalide M. Nach einer Mitteilung der Polizeibehörde glänzt er ſeit nunmehr 25 Jahren auf der Trunkenboldliste. - Eine sonderbare neue Akquisition des Museums Carnavalet in Paris, welches hauptsächlich Erinnerungen an die Geschichte der Stadt Paris sammelt, sind drei gläserne Augen Gambettas aus den Jahren 1875, 1876 und 1877. Der Künstler, der sie verfertigte und, wie es scheint, immer einen fleinen Vorrat zur Verfügung seines Klienten hielt, schenkte sie dem Museum. In Arizona fand man kürzlich in einem Meteoriten einen Diamanten, welcher fest in den vom Himmel gefallenen Stein" gebettet war. Eine wissenschaftliche Untersuchung hat ergeben, daß es sich tatsächlich um einen wirklichen Diamanten handelt. Heffischer Landtag. Darmstadt, 18. Februar. Bräsident Haas eröffnet die Sigung um 9.20 Uhr. Die Spezialberatung des Hauptvoranschlags wird fortgesezt bei Rapitel 10, Staatseisenbahnen. Abg. Wolf äußert Wünsche in Bezug auf Einstellung von heizbaren Wagen für Weinversandt. Abg. Wagner bringt die Arbeiterverhältnisse in der Werkstätte der ehemaligen Main- Neckar- Bahn zur Sprache. Finanzminister nauth giebt ausführliche Auskunft über die Stellung der Regierung inbezug auf die Eisenbahnverhältnisse. Abg. Dr. Schmitt wiederholt früher vorgebrachte Wünsche und rügt die Zustände der Mainzer Vorortbahnen. Die Abgg. Dr. Frenay, Molthan und Berthold äußern lofale Wünsche; Abg. Dr. David bespricht die Arbeiterverhält nisse, worauf Abg. Langenbach die Frage an den Ft nanzminister richtet, inwieweit die Frage der Darmstädter Vorortbahnen gediehen sei, bezw. ob die Verpachtung der Strecke Eberstadt- Pfungstadt geschehen sei. Abg. Erf bittet um bessere Schußmittel an den Bahnübergängen bei Nebenbahnen. Abg. Dr. Heidenreich wendet sich gegen die Vorwürfe des Aba. Dr. David. Aby. Road bemängelt die Zustände der Bahnlinie Reinheim- Rechelsheim. bg. Häusel fragt an, ob die Borlage auf Erhöhung der Netenbahnzuschüsse bald zu erwarten sei. Abg. Ulrich polemisiert gegen den Abg. Heidenreich. Finanzminister nauth erwidert auf die vorgebrad ten Beschwerden. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Damm, Haas ( Darmstadt), Bähr, Dr. Heidenreich, Weidner, Brauer, Langenbach, Braun, wird Kapitel 10 und Kapitel 10b genehmigt und die Sigung auf Donnerstag 9 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Besprechung der Regierungsantwort auf die Anfrage des Abg. Häusel, die Dienstwohnungen der Staatsbeamten betreffend. Die Ausführung der Hessischen Gesetzgebung über die Wohnungsfürsorge für Misder bemittelte. Es geht uns darüber vom Ministerum des Innern Folgendes zu: Die Gesetzgebung Hessens hat in der Wohnungsfrage im vergangenen Jahre durch das Gesez, die Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte betreffend, vom 7. August 1902 und das Gesetz über die Landeskreditkasse vom 6. gl. Mts. sehr Bedeutsames geschaffen. Beide Geseze geben die Handhaben, um im Wege der Verwaltung und in Betätigung freier dem Gemeinwohl gewidmeter Bereinstätigkeit eine Hebung der Wohnungsver hältnisse der minderbemittelten Klassen in wirksamer Weise zu erreichen. Bereits durch das Gesez vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaufsichtigung von Mietwohnungen und Schlafstellen war Hessen der Wohnungsfrage näher getreten, indem es den staatlichen Gesundheitsbeamten und den Ortspolizeibehörden die Befugnis gab, die zum Vermieten bestimmten Wohnungen und Salafstellen, sowie die von Arbeitgebern ihren Arbeitern zugewiesenen Schlafräume einer Untersuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob aus deren Benutzung zum Wohnen oder Schlafen Nachteile für die Gesundheit oder Sittlichkeit zu besorgen sind. Das Gesez war in der Hauptsache für Gemeinden von mindestens 5000 Einwohnern geschaffen und hat dort bisher sehr gut gewirkt. Die Erfenntnis aber, daß die Bohnungszustände in den kleineren Gemeinden, und zwar richt nur in Städten, sondern auch auf dem Lande, nicht besser, oftmals eher ungünstiger sind, als in den größeren Städten, hat dazu geführt, das Gesetz vom 1. Juli 1893 durch das neue Gesez bom 7. August 1902 auf das ganze Land auszudehnen, sodaß nunmehr in allen, auch den kleinsten Ge= meinden mit der Untersuchung der Mietwohnungen und Schlafstellen in obengedachtem Sinne vorgegangen werden fann. Das Gesetz über die Landeskreditkasse regelt zwar in erster Linie den Geschäftskreis dieser Kasse, 6 stimmt aber auch gleichzeitig, daß die Kaffe, soweit ihre Mittel reichen, außer zu anderen Zwecken auch Darlehen zur Förderung der Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte hingeben kann. Gerade mit dieser Bestimmung bat Hessen einen von allen Sachtennern freudig begrüßten Schritt getan. Denn soweit bisher in der Gesetzgebung deutscher Bundesstaaten Mittel zum Bau von Kleinwohnungen bereitgestellt wurden, geschah dies lediglich im Interesse der eigenen Angestellten, eine Beschränkung, die nach Vorstehendem in der Hessischen Gesetzgebung nicht enthalten ist. Die übrigen ges geberigen Maßnahmen deutscher Bundesstaaten im Wohnungswesen beziehen sich auf die Ausgestaltung der Bauordnungen oder auf die Beseitigung schlechter und ungesunder Wohnungen, nirgends aber ist gefeßliche Vorsorge für die nötigen Geldmittel zum Ersage solcher Wohnungen getroffen worden. Die Folge davon ist, daß bei strenger Durchführung der Beseitigung schlechter und ungesunder Wohnungen die Gefahr einer Obdachlosigkeit in größerem Umfange droht, weshalb man in manchen Städten von der artigen Maßregeln ganz abgesehen oder sie auf Jahre hinaus verschoben hat. Einen solchem unbefriedigenden Zustande beugt die hessische Gesetzgebung vor, eben weil sie auch Mittel zur Beschaffung neuer Wohnungen bereitstellt. Der Erfolg der Geseze hängt davon ab, welche Stellung die zu ihrer Aufführung berufenen Organe einnehmen werden. Als die wichtigsten Träger der Wohnungsfürsorge sieht das Gesetz vom 7. August 1902 die Gemeinden an. Ferner betrachtet das Gesetz als bedeutsame Förderer seiner Zwede den Ernst Ludwig- Berein( Hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen) und die gemeinnützigen Bauvereine; es wendet sich also gewissermaßen an alle Vereinigungen und Personen, welche durch Gründung oder Unterstützung gemeinnüßiger Bauvereine an dem großen Werke einer Wohnungsreform in Interesse des kleinen Mannes mitwirken wollen. Das Maß der Mitwirkung aller dieser Faktoren wird von dem Verständnisse des Einzelnen für die große Bedeutung guter Wohnungen für alle Bevölkerungsklassen in gefundheitlicher, ſittlicher und sozialer Beziehung, sowie von seinem sozialen Empfinden abhängen. Der Erkenntnis, daß Wolfskraft und Wolfegesundheit die Grundlage des Wohls bilden und daß beide nur in gesunden Wohnungen gedeihen fönnen, wird sich indessen kein Einsichtiger verschließen. Es muß mithin auch das Bestreben immer mehr und mehr an Boden gewinnen, ungesunde Wohnungen zu beseitigen und durch gute zu ersezen, ohne dabei berechtigte Pribatinteressen zu verl zen. fes Ster und den Einh Abzug der Ar genannte„ Ba feit langen J schaft. Man beitern in de fie dort dem auf dem Band auf das Wol die Leute in nungen, fot Bei näherer nicht als sti lichkeit der C lichen Arbeite wenigftens b gnügungen aber nicht m häufig idled Lande die Ar ift deshalb zur Verhindern Es tann feine Arbeiter nicht fremde Stadt hat, ein eig Aderland bef Der Stadt I dort in wei werbeberhält Die ländliche daß gute W find und fie folcher Wohn welche ihnen Maße bietet, Was die Tätigkeit der Gemeinden anbelangt, io soll sie einerseits bestehen in der Untersuchung der fleinen Wohnungen( von 3 oder weniger Räumen einschl. Küche), und Abstellung etwa festgestellter Mängel gesundheits- oder Sittlichkeitsgefährdender Natur, andererseits in einer positiven Wohnungsürsorge, indem von den Gemeinden im Bedürfnisfalle für Erbauung derartiger Wohnungen Sorge getragen wird Beide Aufgaben sind gleich wichtig. Aber während die Gemeinde die eine derselben, die Wohnungsbesichtigung, selbst oder unter Mitwirtung der staatlichen Gesundheitsbeamten durchführen muß, fann sie sich bei Erledigung der zweiten Aufgabe der wirksamen Mithilfe eines gemeinnügigen Bauvereins bedienen. Da der Geschäftskreis der Gemeinden so umfangreich ist, daß sie sich nicht ohne Not mit einer weiteren bedeutenden Arbeit, wie sie die Erstellung von fleinen Wohnungen in eigener Regie erfordert, belastet jollten, so werben fie soweit die Wohnungsinspektion ober sonstige Umstände ein Bedürfnis erkennen lassen gat tun, bie Gründung gemeinnüßiger Bauvereine in die Hand zu nehmen. Die Tätigkeit der Vereine wird ihnen die Wohnungsinspektion auch wesentlich erleichtern, da die guten Wohnungen des Bauvereins in der Regel die Fasassen schlechter Wohnungen an sich ziehen werden und der Bauverein es ferner in der Hand hat, verbesserungefähige alte und ungesunde Wohnungen und Häuser umzubauen, falls der Eigentümer dies beantragt und eine Verständigung mit ihm erzielt wird. Wenn die gemeinnüßigen Bauvereine auf diese Beife den Gemeinden die Erfüllung ihrer Aufgaben auf dem Gebiet des Wohnungswesens erheblich erleichtern, so ist es geradezu selbstverständlich, daß die Gemeinden den Bereiuen Dies kann in sehr verschiedener Weise geschehen. Die Semöglichst entgegenfommen und sie tatkräftig unterstützen. meinden können z. B. aus ihrem eigenen Besitz Baugelände zu billigem Preise zur Verfügung stellen, sie können Straßenund Ranalbaukosten erlassen oder ermäßigen, oder durch Uebernahme von Geschäftsanteilen des Bauvereins sich an diesem beteiligen. Die tatkräft gfte Förderung fönnen die Gemeinden den Bauvereinen dadurch angedeihen lassen, daß fie von der Bestimmung in Artikel 5 des Wohnungsfürsorgegesezes Gebrauch machen, worauf die Gemeinden Darlehen bei der Landeskreditkasse auch zu dem Zwecke aufnehmen können, dieser Gelder an einen gemeinnüßigen Bauverein weiterzugeben. Ein derartiges Hand in Hand- Arbeiten der Gemeinden mit den gemeinnüßigen Bauvereinen ist in großem Umfange im Rheinland eingebürgert. Dort bestehen weit über 100 Bauvereine, und es ist zur Regel geworden, daß sich die Gemeinden an den Vereinen in herrorragender Weise beteiligen. Dies gilt nicht nur für die großen Städte, sondern auch für fleine Gemeinden. Es fann nur gewünscht werden, daß dieser Borgang in Hessen recht zahlreiche Nachahmung findet. Die auf Gemeinden bezüglichen Vorschriften des Wohnungsfürsorgegefeges finden auch auf weitere Kommunalverbände Anwendung. Dieselben können also sofern die Gemeinden versagen die Wohnungsfürsorge ebenfalls in die Hand nehmen. Endlich sieht das Gesetz die Bildung einer Landeswohnungsinspektion vor, welche die Aufgabe hat, im Zusammenwirfen mit den staatlichen und kommunalen Behörden die Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Volksklassen in gesundheitlicher und sittlicher Hinsicht festzustellen und in Gemeinschaft mit dem hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen, sowie mit den gemeinnüßigen Bauvereinen des Landes auf Beseitigung der sich ergebenden Mißstände hinzuwirken. Der Landeswohnungsinspektor ist nicht Polizeiorgan, sondern Drgan eigentlicher Wohlfahrtspflege. Durch ihn soll den Gemeinden die Ausführung des Gesches möglichst erleichtert werden, da er verpflichtet ist, ihnen jederzeit in Fragen, welche die Ausführung des Wohnungsfürsorgegesetes betreffen, mit Rat und Auskunft zur Seite zu stehen. Es bedarf also seitens der Gemeinden nur eines entsprechenden Ersuchens an das Minifterium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, welchem der Beamte unterftellt ist, um sich der Mitwirkung des Landeswohnungsinspektors zu versichern. Selbstverständlich hat derselbe auch allen anderen Behörden und sonstigen Interessenten in allen auf Verbesserung der Wohnungsverhältnisse gerichteten Bestrebungen Rat und Ausfunft zu erteilen; er soll ferner u. a. zur Gründung ge meinnüßiger Bauvereine anregen und statistische Nachweise auf allen Gebieten des Wohnungswesens beschaffen. Die Stelle des Landeswohnungsinspektors ist inzwischen besetzt worden. Dem Beamten wurde gleichzeitig die Ge schäftsführung des unter dem Protektorate Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs stehenden hessischen Zentralvereins für Errichtung billiger Wohnungen übertragen. Dieser Verein will alle Körperschaften und Bersonen zusammenfassen, die infolge freiwilliger Entschließung an der Hebung der Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Klasse mitarbeiten wollen, er will diesen Bestrebungen die zu einem ersprießlichen Biele führenden Wege zeigen. Es war deshalb sehr zweckmäßig, die Geschäftsführung des Bereins in die Hand des Landeswohnungsinspektors zu legen, dessen amtliche Obliegenheiten in der gleichen Richtung liegen wie die Aufgaben des Bereins. der Hand der feges die„ Lan oder möglicher Befferung der binzielenden alle Freunde ländlichen A die industriel tüchtiger Ar gute und bi ländlichen Ar läßliche Arbei ebenfalls ein 61 ** Das ausgegeben Kusführung und Feldrüge Dom 13. Of [ Sessi Vorgestern, aus Beuer lichen Obe unädit fur tube für da bat, in ihrem baltungsftube haftlichkeit in Bedeutung nid Jahrzenten, jo bereits vollstä dafür verschie Berschwinden Schwinden de fidh zieht. E in der Verän Immerhin if bis heute leb jungen, meist man untersch ftuben. Von L lich außer Se je nach den ein und den der Leilnehm Ge mi Sarten im A zur Deme 1.20 Mt. Borverkaufsf bergerftra 3. Aino Fr. Schn Alex Sc e des fleinen Faltoren wird große Bedeu flaffen in ge g, fowie von Erfenntnis, daß ge des Wohls ngen gebeiben fchließen. und mehr an beseitigen und Bribatintereffen clangt, io foll gber fleinen einschl. Küche), sundheits- oder einer positiven im Bedürfnis Sorge getragen Aber während gabelichtigung, BesundheitsErledigung ber emeinnügigen er Gemeinden Rot mit einer Erftellung von rdert, belastet nungsinspektion nnen laffenbereine in bie ne wird ihnen ichtern, ba bie Regel die Juerden und ber efferungefähige er unzubauen, Berständigung uf diese Weife aben auf dem tern, so ist es n den Bereinen ig unterſtün. hen. Die Sefiz Baugelände önnen Straßenen, oder durch vereins sich an ing fönnen die hen lassen, daß nungsfürforge den Darlehen de aufnehmen gen Bauverein der Gemeinden roßem Umfange weit über 100 n, daß sich die er Weise betei Städte, sondern wünscht werden, he Nachahmung iften des Woh Kommunalver -sofern die ge ebenfalls in ner Landeswoh , im Zusammen n Behörden die Volksklassen in zustellen und in ein für Errichinnügigen Bausich ergebenden ngsinspektor ist r Wohlfahrts Ausführung des verpflichtet ist, hrung des Woh nd Auslunft zur tens der Gean das Minitschaft, Handel It ist, um fig zu verfichern. Deren Behörden erbesserung der Rat und Aus Gründung ge tische Nachweife chaffen. rs ift inzwischen ideitig die Ge Sr. Kal. Sobeit Ivereins für Er Diefer Berein will affen, die infolge der Wohnungs arbeiten wollen, prießlichen Biele ehr zweckmäßig and des Landes e Obliegenheiten Aufgaben des - nun zum Teil in Spinnen, daneben tritt allerdings das Striden mehr hervor. Zur Unterhaltung werden Bieder gesungen, Rätsel aufgegeben, Märchen erzählt. Beliebt find Neckereien zwischen den Mädchen- und Burschen= spinnstuben. Erit um 9 Uhr gehen die Burschen aus ihrer Spinnstube in die Spinnstube der Mädchen, um 10 Uhr ist im allgemeinen die Spinnstube zu Ende, nur an Festen dauert fie länger. Solcher Feste werden eine ganze Reihe gefeiert. Eröffnet werden sie durch den Einzug" zu Beginn des Winters, dann folgt„ die lange Nacht" am 23. Dezember, der Scheidowet" am zweiten Christtag, Nujahrsabend"( d. h. Sylvester); ihnen schließen sich fleinere Feste an am Epiphaniastag, Fastnacht und zweiten Ostersonntag. An allen diesen Festen spielt natürlich der Tanz, der„ Reigen" eine wichtige Rolle. Der hochinteressante Vortrag regte den Hess. Blättern f. Volkskunde zum Abdruck gelangen. [ Stadttheater.] Morgen Freitag gelangt als 4. Klassikerborstellung zu fleinen Preisen ,, Wilhelm Tell" zur Aufführung. Die nächste Vorstellung ist erst am nächsten Mittwoch. Ster und da hat man gegen das Wohnungsfürsorge-| sez den Einwand erhoben, daß es möglicherweise ben Abzug der Arbeiter vom Lande fördern werde. Die so genannte„ Landflucht" der Arbeiter ist allerdings schon feit langen Jahren eine ständige Klage der Landwirt schaft. Man führt sie darauf zurück, daß sich den Arbeitern in den Städten höhere Löbne bieten, und daß fie dort dem Vergnügen mehr nachgehen fönnen als auf dem Lande. Versorge man so wird in Bezug auf das Wohnungsfürsorgegeseg eingewendet die Leute in den Städten auch noch mit guten Woh nungen, so würden sie die Städte erst recht vorziehen. Bei näherer Betrachtung erweist sich dieser Einwand nicht als stichhaltig. Es ist zuzugeben, daß die Möglichkeit der Erzielung höheren Lohnes manchen ländlichen Arbeiter in die Stadt zieht, auch mag dies- wenigstens bei Unverheirateten manchmal der Vereine lebhafte Diskussion an, er wird voraussichtlich in gnügungen halber geschehen. Von Sachkennern wird Von Sachkennern wird aber nicht mit Unrecht darauf hingewiesen, daß recht häufig schlechte und unzureid, ende Wohnungen auf dem Lande die Arbeiter zum Wegzuge veranlassen und hier ist deshalb der Punkt, wo die ländlichen Gemeinden zur Verhinderung der sog.„ Landflucht" einsegen sollten. E fann feinem Zweifel unterliegen, daß der ländliche Arbeiter nicht so leicht geneigt sein wird, in die ihm fremde Stadt zu ziehen, wenn er ein behagliches Heim hat, ein eigenes Häuschen mit etwas Garten- oder Aderland befizt. Denn er weiß sehr wohl, daß ihm in der Stadt leicht Not und Entbehrung drohen, daß er dort in weit höherem Maße unter schwankenden Ecwerbsverhältnissen zu leiden hat, als auf dem Lande. Die ländlichen Gemeinden sollten deshalb darauf sehen, daß gute Wohnungen für die kleinen Leute vorhanden sind und sie sollten im Bedürfnisfalle zur Erstellung solcher Wohnungen die Hilfsmittel in Anspruch nehmen, welche ihnen das Wohnungsfürsorgegesetz in dem gleichen Maße bietet, wie den Städten. Es liegt also ganz in der Hand der ländlichen Gemeinden, mit Hilfe des Gesezes die Landflucht" der kleinen Leute einzuschränken oder möglicherweise ganz zu verhindern. Einem auf Besserung der Wohnungsverhältnisse der kleinen Leute hinzielenden Vorgehen der Landgemeinden sollten sich alle Freunde der Landwirtschaft und namentlich die ländlichen Arbeitgeber anschließen. Denn ebenso, wie die industriellen Arbeitgeber sich dadurch einen Stamm tüchtiger Arbeiter heranzuziehen suchen, daß sie diesen gute und billige Wohnungen bieten, werden auch die ländlichen Arbeitgeber sich auf die Dauer gute und verläßliche Arbeiter nur dann erhalten, wenn sie denselben ebenfalls ein behagliches Heim schaffen. Giessener Cagesnenigkeiten. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 10, ausgegeben am 17. Februar enthält: Verordnung, die Xusführung des Gesezes über das Verfahren in Forstund Feldrügesachen in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Oftober 1890 betreffend. Vom 14. Febr. 1903. [ Hessische Vereinigung für Volkskunde.] Vorgestern, Dienstag sprach Herr Pfarrer Schulte aus Beuern über die Spinnstuben im nörd lichen Oberhessen. Der Vortragende fennzeichnete zunächst furz die hohe Bedeutung, welche die Spinnstube für das soziale Leben unserer Landbevölkerung hat, in ihrer Eigenschaft als Arbeits- und Unterhaltungsstube der Jugend, die zur engsten Stamerad schaftlichkeit in ihr zusammenwächst. Wenn heute diese Bedeutung nicht mehr dieselbe ist, wie noch vor wenigen Jahrzenten, ja wenn an einigen Octen die Spinnstube bereits vollständig eingegangen ist, so sind die Gründe dafür verschiedener Art. Ener der wichtigsten ist das Verschwinden des Flachsbaues, der natürlich das Schwinden des häuslichen Spinnens und Webens nach sich zieht. Seinerseits ist er wiederum tief begründet in der Veränderung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse. Immerhin ist gerade in Oberheffen die Spinnstube noch bis heute lebensfräftig geblieben, als Vereinigung von jungen, meist gleich altrigen Leuten einerlei Geschlechtes: man unterscheidet deshalb Mädchen- und Burschenspinnstuben. Von Martini bis Pfingsten kommen sie allabend. lich außer Samstags um 6 Uhr zusammen und zwar, je nach den örtlichen Verhältnissen, entweder stets in ein und demselben Haus oder abwechselnd bei jedem der Teilnehmer. Die Arbeit besteht auch heute noch [ Besizwechsel.] Wie wir vernehmen, ist das am Steinweg( Kreuzungspunkt Eichweg) gelegene Seppelmann'sche Haus, welches sich durch seinen Renaissancestil besonders vorteilhaft hervorhebt, von Herrn Schwan, zum Preise von 50000 Mark fäuflich erworben. Ferner ging das Hotel Seipp für 87000 Marf an einen Herrn Oppel aus Thüringen über. Die diesjährige Bausession und die damit zusammenhängende Veräußerung von Grundstücken hat in diesem Frühjahr ganz besonders angezogen; rechnen wir nur einmal die Befizwechsel aus den letzten Tagen zusammen: Steins Garten für 2250000 Mart, Weidig 120 000 Marf, Seng- Seltersweg 75 000 Mark, Seipp 82000 Mart, ehemals Störner'iche Garten 68 000 Mart und die Summen, welche vom Staat für Anfauf der Befizungen auf dem Gelände der Kliniksneus bauten aufgebracht werden hinzu, so fann man, ohne zu übertreiben, ruhig behaupten, daß Wertobjekte für zusammen eine Million ihre Besizer gewechselt haben. ** Messerheld. Gestern Abend gegen 10 Uhr famen zwei Handwerksburschen in die Wirtschaft zum„ Schwanen" dabier, um dortselbst zu übernachten. Da beide angetrunten, auch fein Platz für dieselben vorhanden war, so wurden sie abgewiesen. Sie wurden nunmehr grob und als der Wirt sie bis in den Hausflur begleitete, erhielt er von einem derselben einen Stich in die Schulter, sodaß derselbe ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Der Täter ergriff die Flucht und gelang es bisjjetzt nicht, dessen habhaft zu werden. Der Name, sowie die Personalien desselben wurden indessen festgestellt. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Nieder- Gemünden. Dieser Tage wollte ein Sollefteur hier Bilder verkaufen, angeblich für einen Kirchenbax in Offenbach, ging zum Bürgermeister und den Beigeordneten, um sich eine Empfehlung zu holen. Als beide Hrren den Fremden an den Pfarrer verwiesen, zeg er vor zu verschwinden. sicherlich hat der Betreffende unter dem Deckmantel der Frömmigkeit unreelle, schwindelhafte Angebote gehabt. ** Wadenrod. Am Montag Abend 8 Uhr brach bei Herrn Schuhmacher Well Feuer aus, dessen Hofraite, sowie eine angrenzende Scheuer des Landwirts Streuter wurde ein Staub der Flammen, die EntstehungsUrsache ist bis jetzt noch unbekannt. r. Wißmar. Der von der Kreisverwaltung für junge, der Schule entlassenen Mädchen anberaumte Haushal tungsfurjus ist jetzt beendigt. Die Beteiligung von Seiten der Gemeindemitglieder hätte eine größere sein können, denn die Zahl betrug 19, von denen 13 unserer Gemeinde angehörten. Aber die jungen Mädchen nebst einigen jungen Frauen haben in den 6 Wochen des Unterrichts unter dem Regiment der Fräulein Merle sich theoretisch wie praktisch reichliche Kenntnisse erworben. Die Schlußprüfung, welche in Gegenwart der Kreis- Bürgermeisterei-, Gemeinde- und Schulbehörde abgehalten wurde, gab ein sehr befriedigendes Resultat. Zu den Reichstagswahlen. Aus dem Hüttenberg ( Kreis War) wird geschrieben: Eine von 120 Wählern besuchte Versammlung von Vertrauensmännern des Bundes der Landwirte zu Ebers- Göns im Kreise Bezlar hat solgenden Beschluß gefaßt: In der Befürchtung, daß durch ** die Agitation des Bundes der Sandwirte eine Bersplitterung der bündlerischen Stimmen bei der bevorstehenden Reichstage wahl im Kreise Weglar- Altenkirchen herbeigeführt wird, halten wir eine weitere Agitation des Bundes der Landwirte für die Aufstellung eines eigenen Kandidaten für zwecklos und fönnen nur allen bündlerischen Wählern des Bablfreises empfehlen, bei der kommenden Reichstagswahl geschlossen für den Kandidaten der deutsch- sozialen Reformpartei" einzutreten, die ja jederzeit im Prinzig die Interessen des gesamten Mittelstandes, also auch der Landwirte, ver treten hat. Bugleich erwarten wir von den chriftlich- sozial g finnten Wählern, daß sie den getroffenen Abmachungen gemäß die Kandidaten der deutsch sozialen Reformpartei unterſtüßen. ** Friedberg. Durch Vertragsabschluß zwischen der Direktion der Main Weserbahn und der hiesigen Stadt ist endgültig das Projekt der Unterführung der Bahn am Fauerbacher Tor angenommen. Die Arbeiten werden bald begonnen werden. In der gestrigen geheimen Sigung der Stadtverordneten wurde der Finanzaspirant Presser aus Bad Nauheim zum Stadtrechner gewählt. Dillenburg. Ein grober Unfug rohester Art wurde in der Nacht auf Sonntag an dem Bismarckdenkmal unserer Stadt verübt. Demselben wurde ein Sad um den Kopf gebunden und eine leere Flasche in den Arm der Statue gelegt. Auch wurden an ber schiedenen Häusern die Fensterscheiben eingeschlagen und mehrere Straßenlaternen zertrümmert. Man nimmt an, daß diese Bubenstreiche von mehreren Händen ausgeführt worden sind. Einen der llebeltäter hat man bereits als einen Gymnasiasten ermittelt, welcher zum Teil seine Tat eingestanden hat. Warttbericht. Gieken. 19. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt foñeten Butter per Bib. 0.90-1.00 wt. Hübnerelter 1 St. 7-8 Bfg., Enteneier t. -00 fg., Räse per St. 5-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg.. Erbien ver Liter 21 Bfg., Binsen set Liter 32 Bfg., Tauben ver Baar T. 0.80-1.10, 6übner per Städ Mt 100-1 50, Bahnen, per Stüd Mr. 090-2.40, Enten per Stüd 2.00-2.50, änie v. Bfb. 54-60 fg., Dobienfleisch per fb. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Bfg. Schweinefleisch per Bfo 66-76 Big Schwinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 fa., Kalbfleisch ver Bfb. 66-72 Bfa., Hammelfleisch per Bfd. 52-72 Bfg., artoffeln per 100 ila 6 50-7.00 mt., Swiebeln per St. E. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Pfa. Weylar, 18. Febr. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete bas Pfund Bu ter 1.05 Wit., Eier 2 Stüd 13 Bfg. Beglar, 18. Febr. Auf dem beutigen hiesigen Viehmarkt wurden aufgetrieben: 230 Stück Rindvieh und 450 Schweine Jede Familie die ein gediegenes Blatt lesen will, das auf allen Gebieten allgemeiner Bilbung stets das Neueste und Interessanteste bringt, abonniere auf die Gießener Neueste Nachrichten. Ter politische Teil besaßt sich in unabhängem Sinne mit den neuesten Staatsgeschäften und aktu Un Tagesfragen und behandelt in ausführlichen Leitartikeln die wichtigsten Vorgänge in der inneren und äußeren Politif. Der lokale und provinz'elle Teil bespricht are fom munalen Angelegenheiten und berichtet in zahlreichen Korrespondenzen die Tagesneuigkeiten aus der Umgebung. Das Feuilleton ist mit guten Romanen und originellem Unterhaltungsstoff ausgestattet. Inserate haben durch die weite Verbreitung der„ Gießener Neuesten Nachrichten" gute Wirkung. So sind die ,, Gießener Neueste Nachrichten" als ein gern gelesenes Familienblatt bekannt und der mäßige Abonnementspreis pro Monat 60 fq. frei in's Have ermöglicht es auch dem kleinen Manne, sich auf dieselben za abonnieren. Druck und Berlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788); far bie Rebaftion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Gesangverein Heiterkeit. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. Sonntag den 22. Februar Großer Maskenball in sämtlichen Räumen des Café Leib mit neuen und grossartigen Gruppen- Aufführungen. Anfang 7 Uhr 60 Minuten. Karten im Vorverkauf: für Herren 1 Mt., für Damen 50 Bfg., Geheimfarten bis zur Demasfierung giltig, 50 Pfg. An der Abendkasse: Karten für Herren 1.20 Mf., für Damen 60 Pfg., Geheimfarten 50 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Vorverkaufsstellen für Herrenfarten und für Geheimfarten bei den Herren J. A nolo, Schipkapaß, D. Heil, Lindenplaz, 2. Dechert, Friseur, Grünbergerstraße, Tiah, Seltersweg, L. Odel, Neustadt, H. Koll, Mäusburg, Fr. Schnicko, Neustadt. Für Damenkarten bei J. Arnold, Schipkapaẞ, Alex. Salomon, Schulstraße und Fr. Schnecko, Neustadt. - Der Vorstand. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Vormal- Tricotwäsche. Heyacs zweiseitige Unterzenae, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbar nd besonders empfehlenswert für Herzea, melche auf der Haut feine Wolle vertragen können. Bheumatismusu. Gicht Kranken teile ich aus Dankbarkeit unentgeltlich m was meiner lieben Mutter na fahrelangen gräßlichen Schmer zen fofort Linderung, und nach turzer Zeit vollständige Heilung achte Marie Grünauer, to chin, München, Buitermelcherir.11/ 1 r. Eigarrenfabriken! NußbaumFourniere 1. Werfführer, der 3. 3t. ine im Streife Gießen liegende Cigarrenfabrik und den Bersand zu billigsten Preisen zu felbftftändig leitet, in Hand- und haben bei Formarbeit, Soriieren, Riften- u. Fertigmachen, sowie in schriftlichen Franz Wigandt, Arbeiten tüchtig ist, sucht zum 1. April eine ähnliche oder baffende Stellung. Off. unter H. B. 347 an die Grp. d. Bl. Schreinermeister, Giessen, Neuenweg 31. g Oberhessischer Geschichtsverein. Donnerstag, 26. Februar 1903, 8 Uhr abds. Ausserordentliche Mitgliederversammlung im oberen Saale des Café Ebel. A. Geschäftlicher Teil: 1. Entscheidung über die Ergänzung des Vorstandes. 2. Ehrung eines früheren Vorstandsmitgliedes. B. Vortrag des Herrn Professor Dr. Georg Wolff aus Frank furt a. M. über: Die Eroberung und Sicherung der Wetterau durch die Römer. Gäste sind willkommen. Gießen 17. Februar 1903. Bekanntmachung. Der Vorstand. Kartoffeln Die Große Müb'gosse wird wegen Vornahme rökte Auswahl in nur prima von Erdarbeiten am 20. Februar 1. Js. für den Fuhr- Speise und Salatfartoffeln, werksverkehr gesperrt. Cießen, den 19. Februar 1903. Großh. Bolizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. was 6. Ziel Gemeindetener für 1902/3 ist in diesem Monat fällig und fann bis zum 1. März ohne Rosten bezahlt werden. Bahlstunden täglich Vormittage. Gießen, den 18. Februar 1903. Stadtkasse Gießen. Doepfer. Gefellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten März und April statt. mpfiel und 3. Hankel, Schloßgaffe 6. die Kartoffel. Gez üschandi ng Täglich XXXXXX Steins Saalbau. Montag, den 23. Februar, abends 8 Uhr: Wolzogens bunter Abend. Direktion: Martin Stein, Hamburg. Mitwirkende: Graſt Freiherr von Wolzogen. Elisa Laura von Wolzogen. Anny Groß. Lizzie Sondermann, Emil del Lev. Lehrmädchen in ein feines Geschäft per Frühjahr oder Sommer gesucht. Off. u. D. B. d. Bl. Geflügelhof M. Becker, Weidenau- Sieg beste u. bill. Bezugsquelle für Zucht- und Legehünner etc. Prachtkatalog gratis und postfrei. A. Blutstock. Timerman Hilfe 35 Ber Stelle jacht, verl. bie , Deutsche Vakanzenpost' Eklingen Einige Centner qute Makulatur abzugeben Gregor v. Akimoff. Erich Band Ausführliches Programm an der Abendkasse.( alte Beitungen 2c.) preiswert Konzertflügel bon der Firma Wilh. Rudolph, hier. Vorverkauf in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolphs Nachf.): Sperrsiz Mt. 2.25, unnummerierter Plaz Mt. 1.25, Studentenfarten 1 Mt. Abendtaffe: Mt. 2.50 und Wif. 1.50 XXX Turnverein. in der Expedition Bu vermieten: Beffere chlafftelle zu verm. Afterweg 30. Einfach möbl. Zimmer fofort zu bermieten. Näberes bei Unverzagt, Scottstraße 11. Möblirtes Zimmer Sonntag, den 22. Febr., von nachmittags 4 Uhr zu vermieten. ab in der Zurnhalle frische Kreppel karnevalities Concert Horn, Bäckerei, Reuenweg 2. Spezialität: Friedrichsdorfer Zwieback. Bohnen, Erbsen, Linsen, gutkochend Ia. Sauerkraut, Effiggurten, Salzgurfen, Ia. Rollmöpfe à 6 Pfg. la. holl. Bolheringe, á 4 und 5 Pig. An derselben fönnen alle jungen Handwerker aus den Orten: Gicken, Heuchelheim, Wieled, AltenBuseck, Großen- Buseck, Beuern, Hausen, Burkhardsfelden, Wagenborn- Steinberg, Leihgestern, empfiehlt Langgöng, Großen Linden, Trohe, Rödgen, Aune Robert Stuhl, Senftast 23. Dominos, Clowns, Maskenanzüge, rod, Garbenteich, Klein- Linden teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist, und für welche kein Innungs- Prüfungsausschuß besteht. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benuzung Bärte des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten sowie Berrücken nud erhältlich) bis zum 1. März a. c. an den unterzeichneten Karneval- Artikeln gr. Auswahl. billigst zu verleihen. In sämtlichen Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mt. Auch im Theaterfrisieren f. V. halte und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten ein- ich mich bestens empfohlen. zusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. A a's Borbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daßer später empfindliche Nachs teile im Gefolge hat. Gießen, den 20. Januar 1908. Ferd. Aff, Theaterfriseur. Neue Bäue 1. 000000000 Stadttheater Gießen. Freitag, den 20. Februar. Za kleinen Breisen! Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbe- Q vereins zu Gießen: Traber, Borsigender Bum bevorstehenden Frühjahr erlaube ich mich zum Anfertigen von Bartenhütten. Hallen, Spalteren, Waschpfähler, Baum- und Rosenstangen, sowie allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln in empfehlende Erinnerung zu bringen. Aug. Helfenbein, Schottstraße 19. 3 mmergeschäft. Wilhelm Tell. Orpheum Barietè. Täglich Hr. Vorstellung. mit großem humoristischen Programm. Eintritt a Person 25 Pfg. nur für Mitglieder. Der Vorstand. Atelier für Portraitmalerei Ton Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse a II. Farbiges Panorama von Giessen 45X 65 zu 5 Mk. Zu haben in allen Apotheker. C. Lück's Kräuter- Thee. Bestandteile des neuerdings noch wesentlich ver besserten C. Lütt's Kräuter- Thee: Je 5 Ko. Schafe garbe, Pfriemenfraut, Lindenblüte, Ehrenpreis, Wachholderbeeren, Suflattich, fefferminze, Bruchtraut, Cassia blätter, Pulverholzrinde, Allantwurzel, Wasserfenchel, Eibischwurzel, Fliederblüten, Birkenblätter, Feldthymian, Baldrianwurzel, Nessel fraut, Süßholzwurzel, Bohnenhülsen, 10 Ko. Eichen spiegelrinde. Padete, die auf der roten Umhüllung nicht obige beiden Schuhmarken tragen, sind nicht die echten, seit langen Jahren bekannten und berühmten Bräparate der Firma C. Lüd in Colberg, man weise solche Nach. ahmungen entschieden zurüd. Breis pro Badet M. 0.50. Kartoffeln, richtung mit 108: prima magnum bonum ( Wetterauer Ware) hat preiswert abzugeben Prima gelbe Mändchen- Salatfartoffeln. 1. Welsel. Sonnenstraße. Telonhon S. 225 Lehrling sucht W. Balser Friseur, Lindenplay 12. und Eine fait neue LadeneinSpiegelschränken, Thefe 2e( speziell für Confektion oder Weißwaren geschäft geeignet, ist sofort billig zu berfaufen. Louis Los, Bahnhofstraße 27. Junges Hausbürschchen gesucht. Fr. Henninge, Seltersweg 14. Ein braver ehrlicher Hausbursche am liebsten vom Lande, gesucht. Ludwigstraße 44. Seltersweg 68. Der von Domänenrat Stube bew. mittl. Stød per 1. April zu berm. Räb. Kirchenples 21. Durch Bersekundes derru Hauptmann Beder i bessen feit 7 Jahren innegehabte Wohnung in meinem House Afterweg 29 11 für fofort oder später zu vermieten. Sanitätsrat Dr Haupt. Kleines immer, mit Kabinet und Küche, an ein zelne Frau zu verm. Sübanlage 3. Haus, Neustadt, Neubau, neben Herrn Metzgermeister Kreuder, Laden mit Wohnung zu verm. Näh Hofmannstr. 14. Einfach möbl. Simmer ju bermieten. Läberftraße 13, 3. Moliestee Zimmer mit oder ohne Bension Kirchplay 6. 2- u. 3-3immerwohnung mit Zubehör. Neustadt, neben Herrn Mezgermstr. freuder, zu bermieten. Näh. Hofmannstraße 14. Mein Rebenhaus, 5 Simmers wohnung, an ruhige Beute ber 1. Apit oder später zu vermieten. Karl Eichman, 3 schön Eberstraße 1. Gd Norbanlage wei ineinandergehende möblirte Zimmer für 1 oder 2 Herren per 1. März zu ben. 15 Wanthorstroke 15. Schöne Familienwohnung, be: stehend aus 6 Zimmen mt Su behör, Waschküche, Bleichplatz und Gartenanteil, im 1. Stod des Hauses Frankfurterstrake 31, ber sofort oder später zu berm. Näb. Bahnhofstr. 18 bei Wilb. Plank. Seltersweg 89 schöne Mansardenwohnung, 3-4 3immer nebst Zubehör an Leute alsbald au vermieten. Stadisches ruhige Schlachthaus. Heute u. morgen Ochsenfleisch 56 Schweinefleisch 54 fa. Pf. Briefbogen Formulare jeder Art. Preislisten Briefumschläge Rechnungen Plakate Tabellen Visiten, Speise- u. Weinkarten sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. Gießener Verlagsdruckerei. ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Reuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen. Geburts-, Verlobungs-, Vermählungs-, Todesanzeigen Beileidskarten WITZ an und will schießen. Das Gewehr versagt. Ich brücke Schnell und es versagt wieder. Da breh' ich das Ge wehr um, um in den Lauf zu schauen, ob was brinnen wieder an und treffe auch richtig beide Hasen Yeg' ic ist. Versligt, da kam der Schuß schon. nochmal HUMOR 42. Donnerstag, den 19. Februar 1903.