Nr. 15. Abonnementopreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt eric eint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 19. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8s Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Vfg. Foftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Reuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutfcher Reichstag. Was ist Malzgerste? 240. Sigung. CB. Berlin, 17. Januar. Während im Plenarsaale des deutschen Reichstags heute eine gähnende Leere herrschte, waren die Tribünen mit jenen vollgewichtigen Persönlichkeiten besetzt, die man im Brauerstande so oft vorfindet. Die Herren waren erschienen, um zu hören, wie die Regierung in Beantwortung der Interpellation Röside den Begriff Malz gerste auslegt und wie sie beim Verzollungsgeschäft die Unterscheidung zwischen Malz- und Futtergerste durchführen will. Die einleitende Rede hielt der Interpellant Abg. Röside selbst, der als Brauereidirektor Sachver tändiger ist. Er betonte, daß in der ,, berüchtigten Nacht bom 13. zum 14. Dezember v. J." der Reichskanzler ausbrüdlich einen Unterschied zwischen Malz- und Futtergerste gemacht habe, und er frage nun, nach w lchen Merkmalen die Unterscheidung zwischen beiden Arten durchgeführt werden solle. Staatssekr. Fehr. v. Thielmann erwiderte, daß in dem Zolltarisgesez le iglich die Bestimmung aufgenommen sei, daß Malzgerste feinesfalls unter 4 Mark verzollt werden dürfe; das schließe aber nicht ein, daß zwischen Malz- und Futtergerste unterschieden werde. Diese Frage werde erst atut, wenn ein Vertrag schließender Staat die nach dem Wortlaute des§ 1 allerdings zu lässige Ermäßigung der Futtergerste verlang. Vorläu ig seien aber Handelsvertrags- Verhandlungen überhaupt noch nicht eingeleitet. Abg. Graf Stolberg war mit dieser Erilärung, die eine Bertagung der endgiltigen Begriffs feststeilung bedeute, einverstanden, während der Abg. Müller- Meiningen absolut eine bindende Erklärung des verantwortlichen Reichskanzlers verlangte. Scharf wurde die Tela te nach einer Rede des bayer. Bauerubündlers Nißler, als der Führer der freisinnigen Vereinigung Dr. Barth sich Furch die Beniertung, der Zolltaris sei durch einen Rechtsbruch zustande gekommen, nach einem heftigen Angriff auf den Reichstanzler einen Ordnungsruf holte. Hierauf tam die Interpellation Herold, welche die Durchführung eines ausreichenden Schuzes der Landwirtschaft und Mindestsätze für Vieh fordert. Nach einer kurzen Befürwortung durch den Abg. Herold verlagte sich das yaus auf Montag 2 Uhr. Am Montag beginnt die Etatseratung, die noch heiße Kämpfe bringen wird. Der Kronprinz am Zarenbof. RK. Am Tag. der Ankunft des deutschen Kconprinzen in Petersburg fand im Winterpalast ein Galadiner statt. Der Kronprinz, der rechts von der Zarin saß und die Uniform des ihm neu verliehenen russischen Regiments trug, hatte die Zarin- Mutter zu Tisch geführt. Gegenüber saß der Zar. Während des Mahls hieß der Herrscher aller Reußen seinen jugendlichen Gaft in einem fran zösisch gesprochenen Trinkspruch willkommen; er dankte dem Kronprinzen für seinen liebenswürdigen Besuch und trank auf das Wohl des deutschen Kaiserpaares und des Kronprinzen. Der Kronprinz sprach im Namen seines Baters und in seinem eigenen Namen seinen warmen Dant aus für den so herzlichen Empfang, an den er eine unauslöschliche Erinnerung bewahren werde." Er trank auf das Wohl des Zarenpaares, der Zarin Mutter und der ganzen Zarenfamilie. Nach dem Festmahl hielt das Zarenpaar und der Kronprinz Cercle. Der Kronprinz unterhielt sich längere Zeit mit dem Grafen Lamsdorff, dem Finanzminister, dem Kriegsminister, dem Minister des Innern, dem Baron Fredericks und dem Admival Højestwenski, welcher die Flottenmanöver bei Reval vor dem deutschen Kaiser tommandiert hatte. Die Großfürsten waren wiederum in ihren preußischen Unisormen erschienen. Die Blätter widmen dem Kronprinzen sympathi sche Begrüßungen. Die ,, St. Petersburgskija Wjedomosti" schreiben an leitender Stelle: Der herzliche Empfang des deutschen Kronprinzen bildet das Ereignis des Tages. Die hochsympathische Persönlichkeit des jugendlichen Thronerben, über dessen Bescheidenheit und glänzende Eigenschaften ein günstiges Urteil herrscht, zieht schon jeßt die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Mit dem Deutschland der Zukunft müssen wir leben und ernstlich, der Vernunft entsprechend, uns verständigen. In der Reihe von Festen, die dem deutschen Kron. prinzen in Petersburg bevorstehen, ist die Parade am 19. Jan.( 6. Jan. russischen Stils) von besonderem Interesse. Sie findet alle Jahre am Epiphaniasseste statt. Dieses Fest wird in besonders feierlicher Weise begangen und ist verbunden mit dem Fest der Wassertaufe". Es wird über all in Rußland in derselben Weise unter Teilnahme aller Militär- und Zivilbehörden begangen, die sich in feierlichem Zuge von der Kirche zu dem nächstgelegenen Wasser begeben. Da das Wasser um diese Zeit in Rußland stets zugefroren ist, so führt auf dem Eise ein besonders gebauter Steg zu einer aufgehackten Stelle. Hier wird unter feierlichen Gesängen, dem Donner der Geschütze und dem Schmettern der Trompeten das Kreuz Chrifti wiederholt von dem amtierenden open in das Wasser getaucht und hierdurch dieses getauft". Diese Feier soll jährlich an die erste christliche Taufe der Russen im Jahre 988 erinnern, die der Großfürst Wladimir, ein Urenkel Ruriks, im Dnjepr vornahm. In Petersburg wird die Wassertause vom Winterpalais aus vorgenommen, von welchem direkt auf das Eis der Newa eine prächtige, besonders gebaute Estrade führt. Die Politik. Zum Dresdener Ehekonflikt. Tie Verhandlungen zwischen den Anwälten des Aronprinzen und der Kronprinzessin sollen zu dem Ergebnis geführt haben, daß die kronprinzessin auf sämtliche ihr aus ihrer Ehe zustehenden Titel, Recht: und Würden verzichtet und fortan ihren ursprünglichen Fa miliennamen wieder annimmt, während der Kronprinz sich bereit erklärt, der Prinzessin jährlich 30 000 r. zu überweisen. Tas von der Kronprinzessin seinerzeit mitgebrachte Heiratsgut von einer halben Million Mart dürfte der Kronprinzessin voll zurückgezahlt werden. Demnach wäre also die Scheidung des Kronprinzenpaares beschlossen. Beschränkung der Arbeitszeit in Konfektionsbetrieben. ) Die Regierung plant die Beschränkung der Arbeitszeit in den Maßgeschäften, die sich mit der Anfertigung von men- und Kinderkleidern beschäftigen. Es soll eine kaiserliche Verordnung erlassen werden, die die Ausdehnung des Paragraphen 135 ff. der Gewerbeordnung auch auf diese konfektionsbetriebe anordnet. Vorher aber sollen die Regierungspräsidenten die Gewerbeaufsichts beamten über die Notwendigt.it einer solchen Maßveget hören. Chinesische Reform- Pläne. )-( Tie Chinesen haben die Herrschaft der KaiserinWitwe satt. Aus Peking wird gemeldet: Das Zensorenamt richtete an die Kaiserin- Witwe eine Denkschrift, worin es als ersten Schritt zu einer Reformpolitik die Akdankung der Kaiserin- Witive fordert. Die KaiserinWitwe hat den Vorschlag natürlich höchst ungnädig aufgenommen. Kurze volitische Nachrichten. Berlin, 17. Januar.( Hofbericht.) Bei der Audienz, die der Kaiser den Präsidien des Herrenhauses und Abgeordnetenhauses erteilte, unterhielt er sich mit dem Herrenhauspräsidenten Fürsten Wied über die vom Kaiser dem Herrenhause geschenkte Marmorgruppe: ,, Die Krone der Hort des Friedens". Mit dem Präsidium des Abgeordnetenhauses besprach der Kaiser die neuen Wandgemälde im Abgeordnetenhause. Politische Fragen wurden nicht erörtert. * Das Befinden König Georgs von Sachsen bessert sich. Das neueste Bulletin besagt, daß die fatarrhalischen Erscheinungen noch nicht vollständig geschwunden sind und der Schlaf durch Husten noch öfter gestört ist, daß jedoch die Kräfte weiter zunehmen. * Eine Städtekonferenz über den Zolltaris soll im September gelegentlich der Deutschen Städteansstellung" in Dresden veranstaltet werden. Es sollen di: durch Aufhebung des Oftrois berührten städtischen Interessen erörtert werden. * Das Kriegsgericht des ersten Geschwaders verutteilte den Kapitän zur See Wallmann wegen f. 10lässigen Verschuldens bei der Strandung des Liniensauffes ,, Wittelsbach" zu dreiwöchigem Stubenarrest. Die Reparaturkosten werden auf 100 000 Mart geschäßt. Wie uns aus Berlin geschrieben wird, verfügt eine Kabinettsordre die Unterstellung der dem ersten Geschwader zugehörigen Aufklärungsschiffe unter einen Befehlshaber, der für die Ausbildung und Schulung der Schiffe für den Aufklärungsdienst forgen soll. * Dem preußischen Abgeordnetenhause ist der Gesezentwurf über eine anderweite Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten zugegangen. * Die Generalversammlung der MarienburgMlawfaer Bahn beschloß den Verkauf der Bahn m den preußischen Staat. Die Konkurrenz der GefängnisArbeit. CB. In einer der letzten Sizungen des deutschen Reichsags wurde die Interpellation betr. Einschränkung der Ge fängnisarbeit beraten und hierbei trat bie merkwürdige Erscheinung hervor, daß die rechts stehenden Parteien, ehedem schon durch ihre Mittelstandspolitik heftige Gegner jeden Wettbewerbs durch Gefängnisarbeit, Gegner des Antrags Albrecht waren, während die Freisinnigen, obgleich sonst Verteidiger s freien Spiels der Kräfte, für eine weitere Einschränkung der Gefängnistonkurrenz intraten. Dieser auffallende Umschwung ist dadurch zu erklären, daß die Bundesratsverordnung von 1893 be ceits ihre Wirkungen geäußert hat. Durch diese ist näm lich angeordnet, daß die Konkurrenz der Gefängnisarbeit nicht in einer ruinösen Art für Gewerbe und Industrie betrieben werde. Früher wurde die Arbeitsleistung der Gejangenen, deren Lebenshaltung ja, weil aller Luxus aus geschlossen ist und die Ernährung auf das Mindestmaß Des Notwendigen zurückgeschraubt wird, verhältnismä žig niedrig zu stehen kommt, weit unter dem Marktlohne des freien Arbeiters an die Unternehmer verpachtet. Ebenso warfen die in eigener Regie arbeitenden Strafanstalten, wie beispielsweise das Zuchthaus in Bruch sal, die Waren weit unter dem Preise der freien Gewerbeunternehmungen auf den Markt. Infolge des Drängens der interessierten Berufskreise sah sich nun die freilon servative Partei veranlaßt, eine Aenderung der Arbeitsbergebung und der Preispolitik der Strafanstalten vorzuschlagen und sie tonnten sich hierbei auf England be rufen, das bekanntlich im Anfang oder Mitte der neunziger Jahre die deutsche Gefängnisarbeit vom sollfreien Eingang nach England ausschloß. Die Anregung führte zu der gedachten Aenderung. Seitdem sind die Preise für die Gefangenenarbeit höher und die Strafanstalten sind mehr als früher darauf bedacht, schwere Kulturarbeiten ausführen zu lassen, zu denen sich die inländischen und gelernten Arbeiter nicht gern hergeben. Es sind dies Wald- und Haiderodungs- und Grundarbeiten und Austrocknen von Sümpfen und Moosgegenden. Immerhin hat die Gefängnistonturrenz noch nicht ausgehört und diejenigen Streise, die früher vielfach die Rußnießer der Gefängnisarbeit gewesen sind, haben sich allmählich in Gegner verwandelt. Man muß aber doch auch die Dinge von zwei Seiten ansehen. Für den Strafgefangeren giebt es nur einen Trost, die Arbeit, die zugleich auch das wirksamste Besserungsmittel ist. Dadurch wird er für seine Rückkehr ins Leben an Pünktlichkeit und Pflicht gefühl gewöhnt, und indem man ihm den lleberverdienst beläßt, ebnet man ihm auch den Weg zu einer neuen Existenz. Aber das wird man niemals erreichen, daß der Strafgefangene den gleichen Lohn erhält, wie der freie Arbeiter, weil unter solchen Bedingungen naturgemäß tein Unternehmer daran denkt, sich Arbeitskräfte zu mieten, die doch immerhin ohne eigenes Interesse ihre Dienste leisten. Ein Mindestmaß von Konkurrenz wird also immer bleiben, und die Gewerbetreibenden werden sich mit gutem Humor in diese unausweichlichen Verhältnisse schicken müssen. Aber es ist gut, wenn von Zeit zu Zeit durch eine Erörterung in den Parlamenten dafür gesorgt wird, daß die Behörden nicht langsam wieder in die alte Bragis bei der Lohn- und Preispolitik verfallen. Da die Resolution Albrecht und Gen. diese Aufgabe erfüllt hat, s tann man immerhin mit ihr einverstanden sein. Vermischtes. 18[ Wie man in Großstädten wohnt.] Das Bremer statistische Amt hat eine Tabelle aufgestellt, in welcher berechnet worden ist, wieviel Bewohner in den 33 deutschen Großstädten, die über 100 000 Einwohner haben, auf ein bewohntes Wohnhaus kommen. Dabei stellt sich die Tatsache heraus, daß, wenn man den mittleren Durchschnitt in allen 33 Großstädten zieht, 24,9 Bewohner auf ein Wohnhaus treffen. Die größte durchschnittliche Zahl an Bewohnern hat ein Wohnhaus in Charlottenburg mit 52,5 Bewohnern aufzuweisen. Gleich nach Charlottenburg jolgt Berlin, wo ein Haus 50 Einwohner beherbergt. In München treffen 28,8, in Hamburg 24,3 Bewohner auf ein Haus. An lester Stelle steht Bremen, das mit 7,8 pausbewohnern eine Ausnahme unter allen deutschen Großstädten bildet. Leßtere Tatsache hängt mit dem Umstand zusammen, daß in Bremen das Einfamilienhaus sehr verbreitet ist. (!)[ Einen boshaften Wih] hat sich ein Spaßvogel mit Berliner Blättern gemacht. In verschiedenen Zeitungen der Reichshauptstadt stand zu lesen, es sollten im städtischen Dienst weibliche Bibliotheisbeamte angestellt werden, wobei es auf Vorkenntnisse nicht ankomme. Das Kuratorium wurde auf diese Mitteilung hin mit Anträgen von stellenlosen Konfektioneusen, Puzmacherinnen, Büffetdamen, Kellnerinnen zc. überschwemmt, die alle um Beschäftigung im Bibliotheksdienst bitten da ja Vorkenntnisse nicht nötig seien. 8[ Der Kampf um die Anprobierdame".] In der Friedensstraße in Paris ist der Krieg ausgebrochen! Die elegantesten Schneider der Welt, die von allen zahlungsfähigen Damen Europas und der anderen Erdteile wie bie Götter verehrt werden, wohnen in der ., Rue de la Bair" zu Paris. Zwei dieser elegantesten Schneider der Welt der ein ist der ungeheuer berühmte Redfern führen gegenwärtig einen erbitterten Krieg, der vor den Gerichten ausgefochten wird. AugenLord Keith Vorwürfe des eigenen Gewissens. Wenn diese sie nur nichts als die Nun hatte sie nichts mehr zu fürchten in Darley Half batte alles, freigegeben. den Verlust des Lurus und Glanzes zu gräHerzens und Heims herrschen. Sie brauchte sich nicht länvermählen und als die Gebieterin seines wollten. dann hatte ,, Weshalb wollen Sie sich durch solche Erinnerungen machen." betrüben? O, das steht nicht zu befürchten! erklärte Lady Rose schaudernd und einen Moment die spreche, hört das Schredensbild auf, mich zu verfolgen," Sie fönnen sich möglicherweise wieder trant Wenn ich davon Tür, fühlte, wie durch und sah, welche der Arm, Besuch eingelassen wurde. als diese die Schwelle des auf daß Barbaras Liplchen Lady Rose sie sich ſtüßte, bebte, böllig blutleer waren, schweren Seelenchem sie vor einigen Stunden ers überschritt, in wel tampf ausgefochten und den atte notwendigen Formalitäten, und auch, als ihr Obmann für ihn blos einen weiteren Schritt in der Kette der hervor. Das Sichzurückziehen der Gschworenen bedeutete zu lassen, riefen nicht den geringsten Eindruck bei ihm was ihn vielleicht noch mehr belasten Tönnie, ungesagt blicklich ist schon die zweite Instanz an der Reihe. Siz gerpreise: eine sogenannte ,, Anprobierdame", zwei erſte Berkäuferinnen und 50 000 Francs. Die 50'000 Francs fordert Herr Redfern von dem eleganten Schneider Nummer 2, weil dieser ihm die ohne Zweifel sehr fostbare Anprobierdame und die beiden Verkäuferinnen abspenstig gemacht haben soll. In erster Instanz hat Herr Redfern seinen Prozeß bereits verloren. Mit banger Erwartung sieht Paris der Entscheidung der Berufungsrichter entgegen. Wenn nur nicht die wertvolle AnproEierdame bis zur endgiltigen Erledigung der Sache ge richtlich in Beschlag genommen und einstweilig verivaltet wird! [ Die Brise des Oberstaatsanwalts.] Pariser Blätter stellten in diesen Tagen tiefsinnige Betrachtungen darüber an, ob ein Untersuchungsrichter einer Untersu chungsgefangenen, in deren Hause er in früheren Jahren freundschaftlich verkehrte ,,, unter den veränderten Verhältnissen" die Hand reichen darf. Die wichtige Frage wurde anläßlich der von dem Untersuchungsrichter Leydet in der Humbert- Affaire geführten Voruntersuchung aufgeworfen. Natürlich forschte man sofort nach den mit Recht so beliebten Präcedenzfällen, und die Independance belge" fann sich rühmen, einen der schönsten Fälle ausgegraben zu haben. Es war vor etwi bierzig Jahren, als Herr de Bavah, der gefürchtete Oberstaatsanwalt von Brabant, von einer Jurh den Kopf eines Mannes forderte, der einen jungen Engländer ermordet hatte. Herr de Bavay war einer der überzeugtesten Verfechter der Todesstrafe, was ihn aber nicht hinderte, sich bald, nachdem er seine Anklagerede beendet hatte, ruhig hinzusehen und ebenso ruhig eine Prise zu nehmen. Und dann geschah etwas, was in der Geschichte noch nicht dagewesen sein dürfte. Der Oberstaatsanwalt drehte sich zu dem Angeklagten um und reichte ihm, jedenfalls von dem Grundsatze ausgehend, daß alle Menschen Brüder sind, mit den Worten: ,, Prischen gesällig?" die Tabatsdose hin. Ob diese Prise juridisch zu rechtfertigen war, mögen die Gelehrten entscheiden. Vielleicht wollte der Staatsanwalt nur die Wirkung seiner Anklagerede abschwächen und dem Galgenkandidaten noch einen letzten Trost im Unglück gewähren. Vielleicht war die freundliche Aufforderung, eine Prise zu nehmen, nur ein Zeichen jener Solidarität, die der Genuß des Schnupftabats zwischen allen Nasen ber Adamssöhne vermittelt. £[ Der Schatz des Generals Chaffee.] Schaßmeister findet man häufiger als Schäße, aber was man sehr selten sieht, ist eine Person, die das Vorhandensein und das Versteck eines Schazes fennt und beine Anstalten trifft, ihn zu heben. In dieser Lage befindet sich der amerikanische General Chaffee, der jüngst öffentlich erFlärt hat, daß er von der Existenz eines in der verbotenen Stadt von Pefing verborgenen Schages von 80 Millionen Dollars weiß. Er hatte schon während des Feldzuges in China den Plan gehabt, sich dieses Schazes zu bemächtigen, aber der Präsident Mac Kinley hinberte ihn daran. General Chaffee fügte hinzu, daß seine Absicht gewesen sei, von dieser großen Summe nur den berhältnismäßig kleinen Teil zu nehmen, der den Bereinigten Staaten von der von China zu zahlenden Kriegsentschädigung zufallen würde, und den Rest der chinesischen Regierung zurückzugeben. Präsident Mac Kinley huldigte aber dem Grundsaße, daß man sich nicht selbst bezahlt machen dürfe. Ob der Schatz wirklich noch heute vorhanden ist? * Krönungs- und Ordensfest. Im Rittersaale des Königl. Schlosses zu Berlin fand am Sonnabend früh das feierliche Kapitel des Schwarzen Adlerordens statt. Mit den Insignien des Ordens wurden die neuernannten Ritter, Prinz Adalbert von Preußen, Prinz Maximilian von Baden, General ter Infanterie von Bock und Polach, General der Artillerie z. D. Edler von der Plani, Staatsminister v. Thielen, General der Infanterie v. Liegniß, Botschafter Graf v. Wedel und Admiral b. Köfter vom Kaiser Wilhelm eigenhändig bekleidet. In feierlichen Zuge, von den schmetternden Fanfaren mittelalterlich foftumierter Trompeterkorps be rüß, betra en die Ordensmitglieder, voran der General v. Lindequist, zum Schluß der Ordensgroßmeister, der Kaiser, im Purpurmantel den weiten Saal, sodann nahm der Kaiser auf bem Throne Plaz und die zu Investierenden wurden ihm bon ihren Paten" zugeführt. Als der Kaiser seinem 64] 10 Dr. Rumseys Patient. Noman von Dr. Halifax and T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von E. Wegner. ( Nachbend verboten.) „ Wer soll alles wissen, Herr Baron?" Meine Frau, meine Schwestern, Frau Everett, meine Freunde-" " O mein Gott, mein Gott, wäre ich doch nie geboren!" jammerte Hetty verzweiflungsvoll. Seien Sie rubig, Hetty. Sie werden sich nachher viel wohler fühlen, wenn alles vorbei ist", tröstete Audrey." Bedenken Sie, Hetty, daß aus der furchtbaren Prüfung, die uns bevorsteht, unsere Seelen geläutert, wie neugeboren, hervorgehen! Seien Sie brav, Getty! Sie sagten mir heute abend, Sie lieben mich beweifen Sie die Größe dieser Liebe dadurch, daß Sie mir helfen, meine und Ihre Seele zu erretten!" Ach mein Gott, wenn es wirklich wahr ist", jeufzte Deity mir ist, als sei ich garnicht mehr ich selbst" sie sprach und blickte traumbefangen um sich. „ Es ist wahr, Hetty es ist der einzige Weg zu unserer Rettung also tommen Sie!" Sie erwiderte nichts mehr; schweigend folgte sie ihm. Sie verließen zusammen das Bureau und betraten das Schloß durch eine Seitenthür. Hetty fab bleich und unordentlich aus: ihr Baar bing wirr um die Stirn und teilweise aufgelöst den Rücken herab; ihr Auflis war thränenfeucht, ihre Augen hatten einen verstörten und furchtfamen Ausdruck. Auch der Baron sah leichenblaß aus, doch trug er eine ernſte, gefaßte Ruhe zur Schau. Der heiße, bittere Kampf, der sein Inneres zerwühlte, war entschieden, und in der Ruhe, welche ihm folgte, fand er gewissermaßen Frieden, der sich auch auf seinem Gesicht einprägte. Frau Hennessy stand in der großen Halle. Als sie den Bruder erblickte, fuhr sie, betroffen über sein Aussehen, zurütd. Dann fiel ihr Blick auf Hetty und glitt von dieser abermals auf den Baron. „ Mein Gott, Robert-" stammelte sie.„, was ist geschehen?" Wo sind die anderen?" fragte Audrey statt ieder Antwort. „ Ich muß sie alle sofort sprechen." Sohne die Ordensfette umgelegt hatte, tüßte er thn unter herzlicher Umarmung auf beide Wangen. Im Kapitelsaal, wo Namen und Wappen der neu aufgenommenen Ritter am Friese prangten, fand dann ein feierliches Ordenslapitel statt. Das eigentliche Krönungs- und Ordensfest, mit dem der feierliche Empfang aller neu mit einem Orden dekorierten Personen verbunden ist, wurde am Sonntag begangen. Wie üblich, versammelten sich um 91 Uhr die zu dekorierenden Personen in der ersten Braunschweigischen Kammer" und erhielten um 10 Uhr die ihnen zugedachten Auszeichnungen. Die neuernannten Ritter des Roten Adlerordens, des Kronenordens und des Hausordens von Hohenzollern begaben sich dann in den Rittersaal, wo von 112 Uhr an feierliche Desiliercour stattfand. Nach der Cour begaben sich die Majestäten und die höchsten Herrschaften in feierlichem Zuge nach der Schloßlapelle, wo ein Gottesdienst abgehalten wurde. An diesen schloß sich dann um 1 Uhr das übliche große Mahl an, an dem die neuernannten Drdensritter mit der kaiserlichen Familie, den Fürstlichkeiten und den Hofstaaten teilnahmen. :: Das Pistolenduell im Grunewald hat inzwischen den Tod des einen schwer verwundeten Duellanten zur Folge gehabt. Es ist der Rechtsanwalt Dr. Aye aus Flensburg, Leutnant der Reserve im 9. Jägerbataillon. Sein Gegner war der Oberleutnant der ostafrikanischen Schußtruppe Werner von Grawert, der sich seit dem Herbst auf Urlaub in der Heimat befindet. Er hat sich sofort nach dem Zweikampf seiner Kommandobehörde gestellt. Dem Kaiser ist eingehender Bericht erstattet worden. Es handelte sich bei dem Duell um einen ernsten Konslikt, dessen Veranlassung längere Zeit zurückliegt, nicht etwa um ein rasches Wort oder eine Tat des Augenblicks. Es haben mehrfach Verhandlungen stattgefunden, um, wenn möglich, den Zweikampf zu vermeiden, und der Ehrenrat hat sich mit dem Fall sehr eingehend beschäftigt. Der erschossene Dr. Ahe hinterläßt eine junge Frau, mit der er in glücklichster Ehe lebte, und sechs Kinder. )-( Ein unheimliches Gerücht hatte sich, wie erinnerlich, an die Auffindung von Skeletten beim Umbau eines Kölner Gasthauses geknüpft. Man sprich von Mordtaten vor 25 Jahren, denen jezt die Staatsanwalt schaft auf die Spur sei. Jeßt findet sich indessen eine einfache Erklärung für den unheimlichen Fund. Bei dem vor 70 Jahren erfolgten Bau des Hauses ist man wahrscheinlich auf alte Gräber des Kirchhofes von St. Andreas gestoßen und hat das damals ausgegrabene Erdreich, das stark mit Gebeinen durchsezt war, zum Ausfüllen der Gewölbe gebraucht. Unterstützt wird diese Vermu tung durch den Umstand, daß noch fortwährend Gebeine zu Tage gefördert werden. Bunte Chrouif. Bei einem Kampf zwischen Wilderern und einem Forstausseher wurde im Rotenberger Revier ein Wildschüge bensgefährlich verletzt. Dermutung, daß der Leichenfund in der Jungfernheide bei Berlin mit der Verwundung des Kaufmann Noecker und dem Verschwinden seiner Geliebten in Zusammenhang stehe, hat sich bestätigt. Der Musikalienhändler Zechlin in Berlin wurde von Einbrechern lebensgefährlich verletzt. Tie Täter, zwei ju-gendliche vorbestrafte Einbrecher namens Schröder und Schönwetter, wurden festgenommen. - In Freiburg wurde der Händler Furtheimer in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. In Zürich durchschnitt der Sattlermeister Steißta seiner früheren Geliebten den Hals, verwundete einen Mezgergehülfen, den er in ihrer Gesellschaft traf, sehr schwer und versuchte sich dann selbst zu töten. Aus einem Oratorium der Gemeinde Calenzano in Toskana wurde das Meisterwerf Luca della Robbias, die Kreuzabnahme darstellend, entwendet. Aus der Markusbibliothek im Dogenpalast in Venedig mußten zehntausend Bände entfernt werden, weil das Gebäude Risse zeigt. - Der überfällige Dampfer ,, St. Louis" hat das Nentucket- Feuerschiff passiert. Die Verzögerung ist auf einen Schaden der Maschine zurückzuführen. Sie sind im blauen Salon- Margarete, Dr. Rumsey, Dora, ihr und mein Gatte und Margaretes Onkel, der Freiherr von Wildenstein " Ich bin froh, daß er noch da ist", fiel der Baron rasch ein, ,, denn wir brauchen eine Magistratsperson." „ Eine Magistratsperson?" wiederholte Annie.„ Wozu?" Du wirst es gleich erfahren, Annie. Sagtest Du, Dr. Rumisen sei auch im blauen Salon?" " Ja, Robert, sie sind alle dort. Margarete spielt die Mondscheinsonate hörst Du sie nicht? Sie spielt so gefühlvoll und so schrecklich traurig, daß ich bitterlich zu weinen anfing ich kann diese Musik nicht ertragen, ohne traurig zu werden, deshalb lief ich aus dem Zimmer fort-" Der Baron beugte sich zu Betty nieder und flüsterte ihr ein paar Worte zu. Dann wandte er sich wieder an seine Schwester: " Ich gehe in den blauen Salon, Hetty Bincent wird mich begleiten", sagte er laut. " Ah, Betty Vincent ich fannte Sie als Getty Armitage", sagte die junge Frau freundlich zu Hetty." Wie geht es Ihnen?" Garnicht gut, Annie", antwortete der Baron für seine Begleiterin. Doch nun komm, laß uns hineingehen. Du mußt auch dabei sein, Annie." Ich begreife das alles nicht", murmelte seine Schweiter: doch ging sie schnell voran und öffnete die große Flügelthür. Sie war sehr erregt, als sie in das elegant ausgestattete Zimmer trat. Hinter ihr erschien der Baron in der Thür, der Hetty Vincent an der Hand hielt. Auf Robert von Audreys Antlis lag ein Ausdruck, der im Nu aller Aufmerksamkeit auf sich zog. Herr von Wildenstein, welcher den Baron nach dessen Heimkehr noch nicht wiedergesehen, erhob sich schnell aus dem großen Armstuhl, in dem er es sich gemütlich gemacht, um den Gatten seiner Nichte herzlich zu begrüßen. Als er jedoch einige Schritte auf diesen zu gethan, stoate plöglich sein Fuß er schien einzusehen, daß für eine freundliche Bewillkommnung jest nicht der geeignete Moment sei. Margarete hatte ihren Blaz am Flügel verlassen und stand in der Mitte des Zimmers. Auch sie war betroffen. Roberts Augen schienen sie zum Zurückbleiben zu bewegen. Ihr Onkel trat schnell auf sie zu und legte, wie beschützend die Hand um ihre Schulter. Er wußte zwar ebensowenig was fommen wirde, wie Margarete, dennoch fühlten beide instinktiv, daß die Giessener Cagesneuigkeiten. Bellendung vorgetragen gönnt war fie anzub bleiben wert innerung ber die Begleitung zu madboller Ausfüh ** Die Reise unseres Großherzogs nimmt ihren glud lich- festlichen Verlauf. Weiteren bruflichen Nachrichten zu folge traf der Großherzog wie bereits gemeldet, am Freitag, 26. Dezember früh in Bombey ein und wurde durch den Chef- Sekretär des politischen Lepartements W. Edgerley as Vertreter des Vizekönigs und den deutschen Konsul Graf Pfeil empfangen und an Land begleitet. Die Abfahrt erFrau Billi Lehmann in stellt aus Frankfurt g Liedergruppen Soloftig folgte in einem vom Vizekönig zur Verfügung gestellten gumann, Brahms, Sonderzug, der am Sonntag, 28. Dezember früh in Delhi pielte und gleichfalls eintraf. Am Montag 29 Dezember fand der feierliche Herrn Uzielli ist übrig Einzug des Vizekönigs und des Herzogs von Connaught pollen, fürzlich eine statt. Der Großherzog war bei dem Empfang auf dem indem ihm in seiner Bahnhof und nahm zu Wagen an dem Festzug teil, estorben Konservatorium tiert von einer Eskadron des 15. Husaren Regiments. Am em Herzog von M Dienstag 30. Dezember war der Fürst bei der feierlichen unft und Wissensch Eröffnung der Indischen Landesausstellung durch den Vize fönig zugegen und folgte em Abend einer Einladung des Die Lotalbahn Ludwig Thoma, b Vizekönigs zur Tafel mit dem gesamten Gefolge. Am foi Beachtung der Herre genden Tage besuchte er mehrere Sehenswürdigkeiten der fertig gebracht, mit fein Stadt und war bei dem Gouverneur von Bombay zum jogar auf einer Reihe Diner geladen. ( Stadttheater.) Dienstag, den 20. Januar lich nur auf den füde Stuttgart, die fie al findet eine Wiederholung von„ Räthchen von Heil. Die Handlung des St bronn", Schauspiel in 5. Aften von Heinrich von Bahnhof, der nach d Kleist und zwar als volkstümliche Vorstellu'ng statt. RB. m 9. Februar d. Js. wird in Halberstadt an Stelle der bisherigen Reichsbantnebenstelle eine dem Reichskant- Direftorium unm ttelbar untergeordnete Reichsbankstelle errichtet werden. Lotalbahn gebaut werb Frage anderer Anfid meinderat, bei deffen lintereffen mitspielen. Rüdlehr des Bürgerr in der Theatervereins frau ** Die Bornwiesen genossenschaft Beilbacher, erin ra hat in ihrer legten Generalversammlung an Stelle des zurüd- udienz beim Minist getretenen Genossenschafts- Vorstehers Bürgermeister: Rausch ng au befehren geba den Genossen Karl Heinrich Starle als solch n und an Stelle wine Reihe köftlicher& des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Johannes Karle den Genossen Heinrich Zimmer gewählt ** <-01 mang man ficht allerlet 8 Gelächter preisgegeber gewürzt ist mit aller Scherzen, verbindet und der Satire in Bahn geißelt den forret und stellt mit scharfer und Rüdgrablosigkei an den Pranger. Städtchen Dachau habt, feinliche V Der der Aufführu berbst des au uitgarter Hosschau äußerst stimmungsvo genheit giebt, seine HK. Folgen v wertragsformulare. at 1.8. dm Zweig . S. auf Anfragen 11. * Der„ Burgwart" schreibt: Die Großh. Hess Regierung hat im November vor. Jahres eine Bereifung einer Reihe von Burgen, u. a. der Ruinen Huschhorn, Hinterburg und Schwalbenneft am Neckar, der Storkenburg und d& uerbacher Schloss 8 an der Bergstraße uster 3 ziehung von Sachverständigen der Großherzoglich. n Staatsbauverwaltung veranstaltet, wozu als Gutachter der Architekt Bodo Ebhardt aus Grunewald- Berlin geladen war. handelte sich darum, an Ort und Stelle festzustellen, was am besten zur Erhaltung der Ruinen zu geschehen habe, und allgemeine Grundlagen für die Behandlung ähnlicher Fragen im ganzen Großherzogtum Hessen zu schaffen. Eine einheit liche Regelung ter Frage der Erhaltung der Ruinen d. utscher Burgen ist unseres Wissens noch in keinem deutschen Cundesstaate erfolgt, das Vorgehen der Großh. Hess. Richtung zu zeigen. gierung ist daher mit großer Freude zu begrüßen und wird hoffentlich auch an anderer Stelle Anregung zu gleichem Verfahren geben. Eine Sängerin von Weltruf, die überall, wo sie sich hören läßt, das kunstverständige Publikum zu stürmischen Beifallsäußerungen veranlaßt, und ein Pianist, ausgerüstet mit großen technischen Fertigkeiten und allen sonstigen zu seinem Fach ge yörigen guten Eigenschaften, waren es, die gestern ime Lehre eines dieſe vierten Konzert des Konzertvereins den zahlreich er= beantragte der Lehrh schienen Zuhörern mit ihren Vorträgen einen herrlichene Rüdführung des Kunstgenuß spendeten. Frau Kammersängerin Billi Diese lehnte den Ant Lehmann aus Berlin erfreute mit ihrer glockenreinen, Lehrvertrag nicht a wohlflingenden Sopranstimme, die in den verschiedenen, Schroertrag anzusehen von ihr zum Vortrag ausgewählten Liedern von Joh. Linen Anspruch auf Seb. Bach, Jos. Haydn, L. van Beethoven, Fr. Schubert, ganz bestimmter pefu Nob. Schumann und Eduard Grieg in Folge ihrer terr durch Verwend fünstlerischen Ausführung zu voller Geltung fam, die trages zugezogen ha Stonzertbesucher in so hohem Maße, daß sie sich nach weifellos richtig ane dem letzten Lied von Grieg zu einer Zugabe, Löwe: benben. Für H Mutter an der Wiege", bewegen ließ. Wir sind überbertstammer ausgef zeugt, daß alle die herrlichen, mit höchster fünstlerischer ober den ron dieser verträge. 11 nächste Minute ihnen eine außerordentliche Enthüllung bringen werde. Hetty noch immer an der Hand haltend, war Audrey bis in die Mitte des Raumes getreten. Jetzt öffnete er den Mund, um zu sprechen, doch in diesem Moment trat Dr. Rumsey hastig herzu und sagte: „ Einen Augenblid, bitte, lieber Baron. Diese junge Frau befindet sich nicht wohl. Will iemand die Güte haben, etwas Cognac 311 holen?" Er erfaßte Hettys kleine Hand und fühlte ihren Vuls. Annie war bei seinen Worten schnell davongeeilt, um das Verlangte zu holen. Der Arzt füllte ein Gläschen, führte es an Hettys Mund und bat sie zu trinken. Die feurigen Tropfen be lebten Hetty und zauberten eine leise Nöte in ibr totenblasses Gesichtchen. Auch ihre Augen nahmen einen anderen Ausdruck an. " Ich bin mit Hetty Vincent hierbergekommen, um eine seltsame Enthüllung zu machen", begann der Baron endlich. Dr. Rumsey war einige Schritte zurückgetreten und jah seinen Batienten forschend an. Das Geheimnis scheint sich endlich zu lüften", dachte er bei sich. Er hat mit sich gekämpft, sein besseres Ich scheint den Sieg davongetragen zu haben wahrlich, er ist ein treuzbraver Mensch! Was mag er nur mit jener blassen Frau haben? Sie sieht wie eine Sterbende aus." " Was mag er nur mit Hetty Vincent zu thun haben?" Diese Frage beschäftigte jeden der Anwesenden. Margarete fragte es fich mit schmerzlich pochendem Herzen, während sie die Sand ihres Onkels immer schwerer werden fühlte. Herr von Wildenstein fluchte in feinen Bart hinein. Des Barons Schwestern und deren Gatten standen im Hintergrund, der Dinge harrend. die da kommen sollten. Eine Totenſtille herrschte in dem Raum, die plöglich dadurch unterbrochen wurde, daß Frau Everett vortrat und mit vor Erregung bebender Stinture sprach: Herr Baron, ich weiß zwar nicht, was Sie jagen wollen, aber ich fühle es in meinem Inneren. Lassen Sie mich Ihnen aus tiefftem Herzen daufen! Ich habe die Borghnung, daß die Shinde der Erlösung für meinen arnten Sohn gekommen ist. Sie haben ienes junge Weib dahin gebracht, daß sie ihr Ge heimnis offenbart, nicht wahr?" „ Hetty Vincents Geheimnis ist auch das meine!" entgeguete Aubrey mit bedeutsamem Nachbrud. on Lehrverträgen d Sandweifefammer n lieber der Gesellsch äge ihrer Gefellſche ** - Die Bien Firma Red aus Ni anterhandschuh, ber Trifotstoff überzogen tag n die Handschu Oberfläche, an welch Imcht antieben. De belftand abgeholfe A Zum Vor prüfung, der aben sich 24 Teil Ereiner, 4 aus& a bem Glafer, 2 aus dem Lackie Spengle und In werbe. Von den Bufed, 2 ans Lolla aus Nonnenrod, aus Sellnrod, 1 1 aus Groß- Felda. teorethischen Rennts be bestehen bleib redt berhängnisvoll reginern bei der fü Gefüllung gehen: dimit fodann dem gbild te Kräfte zu Aus Heffe Grebenhain borten Boigbai giftiger und förpe tog. Ihre Fami Aindern, 34 Enfeln Sommer noch an keiten. nimmt ihren glud n Nachrichten zu wurde durch den Bollendung vorgetragenen Gesänge Jedem, dem es verönnt war, fie anzuhören, stets in angenehmer Erinnerung bleiben werden. Einen würdigen Partner, ** Weylar, 18. Januar. Ein junger Mann der Firma Kahn u. Comp. hierselbst sollte gestern einen Betrag von 1000 Mark auf der Reichsbank einzahlen. Er bevor, damit das Weite zu suchen. eldet, am Freitag, er die Begleitung zu den Liedern in feinsinniger und förderte das Geld aber nicht auf die Bank, sondern zog es rfitgung gestellten geschmackvoller Ausführung zu Gehör brachte, hatte Schuniann, Brahms, Chopin und d'Albert meisterhaft haftet. Von der Bergstraße, 16. Jan. Bezirks- und chen Konjul Graf zielli aus Frankfurt gewonnen, der zwischen den drei Stadtrat Weisbrod in Weinheim, ein reicher GroßDie Abfahrt er iedergruppen Solostücke für Pianoforte von Skarlatti, grundbesiger, wurde wegen Sittlichkeitsvergehen ver nd der feierliche Herrn Uzielli ist übrigens, was wir nicht verschweigen der Kaiserin, Prinzessin Feodora zu Schleswig- Holstein, Empfang auf dem indem ihm in seiner Eigenschaft als Lehrer am Hoch' Klinik von Dr. Lampé megen Magenerkrankung be bon Connaught pollen, fürzlich eine große Auszeichnung widerfahren, weilt seit einigen Tagen incognito hier, um sich in der ftzug teil, calor schen Konservatorium in Frankfurt von Sr. Hoheit, bei der feierlichen unft und Wissenschaft verliehen worden ist. Regiments. Ambem Herzog von Meiningen das Verdienstkceuz für durch den Bize er Einladung des Befolge. Am foiswürdigkeiten der on Bombay zum 20. Januar n von Heil. Heinrich von che Vorstell Halberstadt ebenstelle eine untergeordnete aft Beilbad Stelle des zurüd ermeister: Rausch n und an Stelle annes Karle den Brosh. Heif Re□ Die Lotalbahn. Der Dichter des„ Simplic ssimas", Ludwig Thoma, deren scharfe Verse sich der besonderen Beachtung der Herren Staatsanwälte erfreuen, hat es fertig gebracht, mit seiner neuen Komödie,„ Die Lofalbahn" jogar auf einer Reihe von Hoftheatern zu erscheinen. Freilich nur auf den süddeutschen, München, Karlsruhe, und Stuttgart, die sie alle zu häufiger Aufführung brachten. Die Handlung des Stückes wurzelt in der Frage, wo der Bahnhof, der nach dem Städtchen Dornstein anzulegenden Lotalbahn gebaut werden soll. Die Regierung ist in dieser Frage anderer Ansicht als die Bürgerschaft und der Gemeinderat, bei dessen Mitglieder auch noch allerlei Privat interessen mitspielen. Das Stück beginnt mit der erwarteten Rückkehr des Bürgermeisters dessen Volle am Mittwoch in der Theatervereine vorstellung von dem Stuttgarter Dar steller, Herrn Krause, gespielt werden wird von seiner Audienz beim Minister, den die Dornsteiner zu ihrer Meinung zu befehren gedachten. Auf der Bühne erscheinen nun eine Reihe föstlicher Krähwinkelbilder und Spießbürgerfiguren, man ficht allerlet Beitsünden in grotester Verzerrung dem Gelächter preisgegeben. Ein prideinder Dialog, der reich gewürzt ist mit allerlei sarkastischen Bosheiten und heiteren - ne Bereifung Scherzen, berbindet sich mit dem Humor der Situationen uinen Huschhorn, und der Satire in der Charakterzeichnung. der Starkenburg Die LokalStraße unter Zu bahn" geißelt den forretten, augendienerischen Staatsstellenstreber zoglich n Staatsund stellt mit scharfem Spott die politische Unzuverlässigkeit chter der Architett und Rückgrablosigkeit fleinbürgerlicher Durchschnittsphilister an den Pranger. Als früherer Rechtsanwalt in den huhe Städtchen Dachau hat ja Luwig Thing volle Gelegenheit ng dr Ruinen festzustellen, was gehabt, fleinliche Verhältnisse und Menschen zu studieren. chehen habe, und ähnlicher Fragen Der der Aufführung der„ Lokalbahn" vorhergehende " Herbst" des auch als Romanschriftsteller geschäßten Cine einheit. Stuitgarter Hoſſchauspielers Schmidt: häßlerin feinem deutschen legenheit giebt, seine Kunst auch noch in einer ganz anderen äußerst stimmungsvolles Stückchen, das dem Gaste GeGroßh. Heff. R. Richtung zu zeigen. rüßen und wird ng zu gleichen vertragsformulare. Der Minister für Handel und Gewerbe HK. Folgen von Verwendung falscher Lehrbat 1. 8. dem Zweigverein für Mechanik und Optik zu Halle Bellvuf, die a.. auf Anfragen ausbrück ich erklärt, daß die Verwendung unſtverſtändige von Lehrverträgen de: Geſellſchat im Bezirke der genannten ngen veranlaßt Handwerkskammer nicht zuläßig sei. Trozdem haben Mit her technischen glieder der Beſellſchaft auch nach dieser Erklärung die Verinem Fach ge träge ihrer Gesellschaft verwendet. Als nun ein Lehrling die geſtern im die Lehre eines dieser Mitglieder unbefugter Weise verließ, zahlreich er beantragte der Lehrherr unter Einreichung des Lehrvertrages einen herlichen die Rückführung des Lehrlings bei der Ortspolizeibehörde. cfängerin Lili Dieſe lehnte den Antrag ab mit der Begründung, daß der glockenreinen, Lehrvertrag nicht als ordnungsmäßiger schriftlicher n verschiedenen, Lehrvertrag anzusehen sei. Der Lehrherr hat demnach auch dern von Joh. teinen Anspruch auf Entschädigung. Es liegt hier also ein 1, Fr. Schubert, ganz bestimmter petuniärer haben vor, den sich der Lehrn Folge ihrer herr durch Verwendung eines nicht zugelassenen Lehrverung fam, die trages zugezogen hat." Es empfiehlt sich deshalb, nur 3 sie sich nad zweifellos richtig anerkannte Lehrvertrags- Bordrucke zu ver Zugabe, Löwe: wenden. Für Hessen die von der Hessischen HandWir sind über werkskammer ausgestellten, durch das Bureau in Darmstadt er künstlerische oder den ron dieser bestellten Stellen zu beziehenden Lehrverträge. ** Die Bienenstöcke und dergleichen fabrizierende Jüllung bringen Firma Re& aus Nidda hat Patent erworben auf einen Audrey bis in den Mund, un Rumsey haftig e junge Frau be u, etwas Cognac hren Buls. eilt, um das Ver en, führte es an igen Tropfen be ibr totenblaffes anderen Ans ment, um eine jetreten und lab unis icheint fi en zu haben von endlich. nit fich getämpf mag er nur mit Sterbende aus thun baben?" während sie die Life. Herr von en. Margaret avons Schweftern Dinge harrend errfte in dem be, daß Fra Stimme ſprad e fagen wollen mich Ihnen au nung, daß die gekommen i Daß fie ihr Ge ue!" entgegude Imferhandschuh, der außen und innen mit einem besonderen Trifotstoff überzogen ist. Un gegen Bienenstich zu schüßen, trug n die Handschuhe früher einen Gummiüberzug auf der Oberfläche, an welchem erfahrungsgemäß Wachs und Honig leicht antieben. Der patentierte neue Handschuh hat diesent Uebelstand abgeholfen. ^\ Zum Vorbereitungs- Kursus für die Meisterprüfung, der am 13 Januar ds. Frs. begonnen hat, haben sich 24 Teilnehmer gemeldet und zwar 7 aus dem Schreiner, 4 aus dem Schlosser, 4 aus dem Maurer, 2 aus dem Glaser-, 2 aus dem Megger, 1 aus dem Wagner-, 1 aus dem Lackierer, 1 aus dem Bäcker-, 1 aus dem Spengle und Installateur- und 1 aus dem Buchbindergwerke. Von den Teilnehmern sind 10 aus Gießen 3 aus Wieseck, 2 aus Pollar, 1 aus Vattenrod, 1 aus Altenschlirf, 1 aus Nonnenrod, 1 aus Großen- Bused, 1 aus Nidda, 1 aus Sellnrod, 1 aus Heuchelheim, 1 aus Kleinlinden und 1 aus Groß- Felda. Dieser Vorbereitung kursus füllt in den theorethischen Kenntnissen eine Lücke aus, die wenn dieselbe bestehen bleibt bei der fünftigen Meisterprüfung recht verhängnisvoll werden könnte. Möge daher den Teilnehnern bei der fünftigen Meisterprüfung der Wunsch in Erfüllung gehen: die Meisterprüfung bestehen zu fönnen, damit sodann dem Handwerk wieder neue entsprechend vorgebild te Kräfte zugeführt werden. Hus Hessen und Nachbargebieten. Grebenhain, 15. Jan. Eine Frau im benach barten Voizhain feierte dieser Tage bei voller geistiger und förperlicher Frische ihren 90. Geburtstag. Ihre Familie umfaßt die stattliche Zahl von 5 Kindern, 34 Enkeln und 45 Urenfeln. Sie nahm letzten Sommer noch an den Feldarbeiten teil. handeln zu lassen. A Homburg v. d. H., 16. Jan. In den dies: jährigen Reiseplan des Kaisers ist auch ein 3tägiger Aufenthalt im hiesigen Schlosse zu Anfang Juni aufgenommen worden. Der Kaiser wird nämlich während des in Frankfurt a. M. stattfindenden Sängermettstreites im hiesigen Schlosse residieren und von hier aus sich täglich nach Frankfurt begeben, um den Sanges= vorträgen beizuwohnen. Auch bei der Eröffnung des Sängerfestes wird der Kaiser zugegen sein. -r. Marburg, 16. Januar. Bum Nachfolger des Professor Dr. Ribbert, dem bisherigen Direktor des pathelogischen Instituts, ist nunmehr definitiv der außerordentliche Professor Dr. L. Asckoff in Göttingen hierher berufen. In der Nacht des 15 Dezember fand hier ein Studentenkrawall statt, der sich gegen die Polizei richtete, weil sie einen Studenten beim Transport zur Wache_gefeffelt hatte. Auf eine Beschwerde des Studenten- Ausfusses beim Senat der Universität sind sodann auf Anreg ung des Rektors den Schußleuten von maßgebender Stelle neue Anweisungen erteilt worden, die dem akademischen Herkommen Rechnung tragen und insbesondere jede Fesselung der Studenten untersagen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 9. Jan.: Heinrich Heineck, Buchbinder in Nidda mit Bertha Karoline Christiane Klara Landmann dahier. am 10.: Anton Mohr, Schuhmachermeister in Kleinlinden mit Anna Katharine Kehl dahier. Am 12.: Franz Friedrich Theodor Pilz, Ingenieur in Darmstadt mit Anna Johanna Louise Wilhelmine Bötticher dahier. Am 13.: Peter Olier, Schußmann in Karlsruhe mit Katharine Schalch dahier. Am 15.: Bruno August Bartel, Sergeant dahier mit Luise Eva Henriette Irle hierſelbſt; Heinrich Schmidt, Sergeant dahier mit Katharine Hühnergart in Helpershain. Eheschließunges. Am 12. Jan.: Adam Becker, Schneider dahier mit Luise Mathilde Müller hierselbst. Geborene. Am 24. Dezbr.: Dem Acquisiteur Heinrich Sonntag eine Tochter, Marie. Am 6. Jan.: Dem Maler Leonhard Ludäscher ein Sohn. Am 7. Jan.: Dem Hauptmann und Compagnieführer Georg Großmann ein Sohn. Am 8.: Dem Vizefeldwebel Friedrich Reiz ein Sohn, Friedrich Wilhelm Ludwig; dem Briefträger Heinrich Rück ein Sohn, Robert August Heinrich; dem Kaufmann Robert Haffe Zwillinge. Am 9: Dem Fuhrmann Philipp Möbus eine Tochter, Katharine. Am 10.: Dem Sattler Johann Georg Giesecke eine Tochter; dem Kaffediener bei der Gewerbebant Karl Währum ein Sohn; dem Lokomotivheizer Adolf Rinker ein Sohn; dem Kaufmann Sigmund Rosenbaum ein Sohn, Rudolf. Am 11.: dem Bauauffeher- Aspirant Heinrich Philippi eine Tochter. Am 12: Dem Küfer August Klemmrath eine Tochter. Gestorbene. Ani 9. Jan.: Georg Hahn, 35 Jahre alt, Bierfutscher dahier. Am 10.: Lisette Strauß, geb. Battenberg, 93 Jahre alt, ohne Beruf dahier; Margarete Menz, 56 Jahre alt, Privatin dahier. Am 11.. Wolf Benno Wertheim, 43 Jahre alt, Kaufmann dahier. Am 12.: Wilhelm Rube, 78 Jahre alt, Domänenrat i. P. dahier; Hasse( noch ohne Vorname) Sohn des Kaufmanns Robert Hasse dahier. Am 15.: Minna Zinser, geb. Schäcker, 50 Jahre alt, Ehefrau von Conservator i. P. Georg Zinser dahier. Brietkasten der Kedaktion. Antwort an Stammtisch Sch. Einsender der Frage im Briefkasten hat sich jedenfalls in dem Namen des Ortes gr= ist. Ein Mosse er stiert mines Wissens nicht, jedoch ein Ober- und Unter- Mossau. Dasselbe liegt im Kreise Erbach i. O. und ist circa 2 Stunden lang, indem die Häuser an der Kreisstraße in einer Entfernung von circa 56 Mater von einander liegen. Wünscht Einsender Rä eres, so empfehle ich ihn, sich eine Landkarte zu verschaffen. Holzversteigerungen und Holzverkäufe. W. Donnerstag, den 22. Januar 1903 werden aus den Distrikten Kammerwald. Lehnheimer Lumes, Lumes 6a, 7, 11, 12, Zaunbach, Erlen, Flensunger Kopf der Forstwartei Lehnheim diverse Bau- und Brennbözer verkauft. Sammepunkt vormittags halb 10 Uhr am Pflanzgarten im ammerwald( Schüßenweg). Freitag, den 23. Januar 1903 fommen aus den Distrikten Kammermald 5 und 8 Lumes 4a, 6a, 10 nno 11 der Forstwartei Lehnheim Hölzer zum Verkauf. Zusammenkunft vormittag ha'b 10 Uhr auf der Kreisstraße Merlau Azenhein am Waldeingang von Merlau tommend. Auskunft für beide Tage erteilt Forstwart knauß zu Stangencob. Donnerstag, den 22. Jannar aus den Distrikter Kammerwald, Lehnheimer Linnes, Linnes 6a, 7, 11, 12, 8aunbach, Erlen, Flensunger Kopf der Forstwartei Lehnheim. Zusammenfunft: Vormittags halb 10 Uhr am Pflanzgarten im Kammerwald( Schüßenweg). Freitag, den 23. Januar aus den Distr kien Kammerwald 5 und 8, Linnes 4a, 6a, 10 und 11 br Forstwartei Lehnheim Zusammenfunft: Vorm. halb 10 Uhr auf der Kreisstraße MerlauAzenheim am Walde ngang von Merlau kommend. Auskunft für beide Tage erteilt Forstwart Knauß zu Stangenrod. Montag, den 26. Jasuar bei Freienseen im Distrikt Kreuzscenerberg und aus dem Distrift Imsenhau. 8usammenfunft: vormittags balb 10 Uhr bei der Löbsacksmühle( Freienszen). Das Holz im Imsenhau tommt gegen 2 Uhr nachmittags auf der Schreinersmühle zum Ausgebot. Freitag, " den 23 Januar, vormittags 10 Uhr im Usinger Stadtwald, Distrift Maischen" und " Unterfloroth". Der Anfang wird im Distrift Unterfloroth" am Laufer g gemacht. Bei ungünstiger Witterung wird die Versteigerung Mittags 12 Uhr im Rathaus abgehalten. Dienstag, 20. Januar, Vormittags 10 Uhr ist im Griedeler Markwald Holz- Versteigerung. Zusammenkunft am Eingange des Waldes am Rauchwrg. Aus dem Gemeindewald Breitenbach, Distrikt 16 Altenbach" 49,4 Fm. Kiefern, Diftrift 14 Salhed 11,2 Fitm. Kiefern, gecignet zu Grubenholz. Schriftliche Angebote bis zum 22. d. Mts. an das Bürgermeistereiamt Ehringshausen( Kr. Bizlar). hüttelreime. ( Ueberfandt von einem gesch. Leser der Gießener Neueste Nachr.) 1. Du weißt doch, daß ich am Montag Auch nicht einen Ton mag. 2. Ja sogar in Burenkreisen, Hört vielfach man Kneipps Kuren preisen. 3. Daß seine Rub er finden lern', Hält Hans sich von den„ Linden" fern. 4. Seit er geworden Bäntelsänger, Wird's täglich ihm im Senkel bänger. 5. Würd' ich en schwarzen Adler" tadeln, Würd' men mich nicht als Tadler adeln. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es fönnen eingestellt werden: 1 Fahrbursche nach auswärts, 1 Hotelhausbursche, 1 Hausbusche, 16 Dienstmädchen pr sofart( Gießen), 3 Dienstmätchen per sofort nach auswärts, 6 Dienstmädchen pr. 1. Februar, 1 Dienstmädchen per 1. Mär;( Gießen), 1 Dienstmädchen per 15. Februar, 1 Haus- und Kinder, mädchen für 1. April( Sieken), 1 Köchin pr. 1. April, ( Sießen), 1 Loufmädchen für 1. Februar auf 2 Stunden am Vormittag, 1 Hausbursche, 1 Hotelbursche Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Schlosser, 2 Friseure, Schreiner, 1 Sattler nach auswärts. Es suchen Arbeit: 3 Bäcker, 1 Metalldreher, 2 Glaser, 1 Bauschlosser und Kunstschmied, 3 Schmiede, 1 Wagner, 2 Schneider, 10 Schreiner, 1 Keuner, 4 Heusburschen, 4 Fuhrknechte, 6 Taglöhner, 1 Diensttnecht, 2 Schreibgehilfen, 1 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 1 stinderfräulein, 1 Waschfrau, 1 Flickerin. Lehrlinge: 3 Raufleute, 2 Schreiber. Marktbericht. * Marburg, 17. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten: Butter, Bfb. 0,80-0.90, Hühnereier, 2 St. 16, Räle, pr. St. 12, Käschen, vr. St. 4, Mochläfe, pr Pfd. 40, Käsematte, pr St 5, Kartoffeln, 50 Kilo 2.75-3.00 Mt., Rob 1 St. 5, Blumen fobl, 1 St. 20-50, Spinat, Pfd. 00, Salat, pr. Kopf 0,20 Möhren, pr. Pib. 10, Sellerie St 15-20, Borre 5-8, Unterfohlaoi, St. 8-10, Rüben rote 5, Rettich, Stüd 5-10 fahnen, pr, St. 1.50-1.80, Sühner, pr. Std. 1.30-160, Gänse Pfd., Tauben, pr. St. 40, Meb, pr. St. 70, Hafen, St 3.50, Feldbübner, St. 80-100, Radlee, pr. Pack Merrettich, br. Bad 10, Zwiebeln, Bfo 10, Knoblar.ch, pr. Knolle 5, Weik fraut, pr. t. 10-85, Rotfraut, pr. K 25-40. Biribine, pr. K.. 10-23, Weintrauben, pr Bfd 80 Aepfel pr. Pfb 15-25, do, Korb 3-3,50, Birnen, fd. 15-25 Pa Todes- Anzeige. Heute abend 7 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Elisa Margaretha Römer Wwe. geb. Hardimann im Alter von 75 Jahren. Familie Kröck, Gießen. Familie Rinn, Seuchelheim. Familie Römer, New- York. Gießen, den 18. Januar 1903. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Januar, nach: mittags 2 Uhr vom Sterbehäuse, Landgrarenstraße 6, aus flatt. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, für die Rebaktion verantwortlich: Ibin klein, Gießen. Theater- Verein. 5. Borstellung: Mittwoch, den 21. Januar. Gast: Herr Krause vom Kgl. Hoftheater in Stuttgart. Die Lokalbahn. ( Novität), Komödie in 3 Aften von Ludwig Thoma( dem Peter Schlemihl- Mitarbeiter des Simplicissimus). Der Bürgermeister: Herr Krause. Vorher: Herbst, bon Walter Schmidt Häßler. Der Graf: Herr Krause. Ende gegen 11 Uhr. Anfang 8 Uhr pünktlich. Billets von Mt. 5, 4, 3, 2,( Mitglieder 50 Bfg. Ermäßigung) bei Ernst Challie: und an der Kasse. Studentenkarten bei Eraft Challier Mt. 1.50, an der Kasse Mk. 2. Hell. Vereinigung für Volkskunde. Montag, den 19. Januar 1903, abends 8% Uhr. Dritter Mitgliederabend im oberen Saale des Café Ebel Vortrag des Herrn Kustos Dr. Ebel: Gießener Flur- und Straßennamen. Gäste sind willkommen. Bekanntmachung. Bei der in der gestrigen Sitzung der StadtverordnetenBersammlung vorgenommenen planmäßigen Berlosung der am 15. Mai 1903 zur Rückzahlung fommenden Schuldverschre b= ungen der Anlehen der Stadt Gießen vom Jahre 1896 und 1897 find folgende Stücke gezogen worden. a vom 1896er Anleben. Lit. Q Nr. 64, 76, 155, 159, 201, 222 á 100 Mt. ,, R Nr. 50, 51, 91, 209, 228, 242, 319 á 200 Mf. „ S Nr. 82, 256, 366, 410, 455, 495, 512, 595, 606, 627, 658, 663, 664, 682 á 500 Mt. T Nr. 34, 119, 126, 162, 288, 327, 338, 345, 385, 409, 450, 524, 537, 558, 750 á 1000 Mt. U Nr. 42, 109, 128, 191, 287, 299 á 2000 Mt. b. vom 1897er Anlch.n. " V Nr. 11, 15, 77, 191 á 100 Vit. " 1 W Nr. 22, 64, 142 á 200 f. " X Nr. 34, 44, 113, 159, 257, 275, 291, 294 á 500 Wt " " Y Nr. 8, 91, 119, 301, 312, 368, 373, 384, 449 á 1000 f. Z Nr. 51, 87, 128 á 2000 Mf. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der Befizer dieser Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben bei der Stadttasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M., bei der Deutschen Genossenschaftsbank in Frankfurt a. M. erfolgen tann, sowie daß die Verzinsung mit dem 15. Mai 1903 aufhört. Gießen, am 16. Januar 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die an Dienstboten bewilligten Brämien fönnen bon Mittwoch, den 21. 1. Wts. ab bei unserer Kasse in Empfang genommen werden. Gießen, den 19. Januar 1903. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß in unserem feuer und die bessicheren Tresor noch einige Depositenfächer zu vermieten sind. Nähere Auskunft wird von unseren Kassenbeamten erteilt. Gießen, am 17. Januar 1903. Der Direktor der Spar- und Leihfasse Gießen. Wiener Solzversteigerung. Freitag, den 23. Januar, wird in dem hiesigen Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 96 Nadel- Stämme bon 14-22 cm Durchmesser und [ 20 m Länge. 3 Kiefern- Stämme bon 27-34 cm Durchmesser [ und 5-9 m Länge. 32 Fichten- Derbstangen= 3,36 Fstm. 314 Rm. Nadel- Knüppel( darunter sind 30 Rm. [ 3 m lang. Bu vermieten: in schön möblites Zimmer ſo fort ev. später zu ve mieten Näh. Lindenplatz Nr. 4. Möblirtes Zimmer zu vermieten. 3: 3im Seersweg 68. Wohnung im mitt!. Stoc per 1. Alp il 1903 zu ver= mieten. @ teinftraße 23. ine chöne+ 3inime- Wohnung int 1. Stod mit He zaas und allen Bequemlichkeiten am 1. April zu vermieten. Bahnhofstrane 29. 3- Zimmer- Wohnung i mittleren Stod per sofort zu vermieten Kirchstraße 2. chillerstraße 11, Ecke Nord: aulage, 6- Zimmer- Wohnung mit Zuch. in freier Lage z. verm. Karl No" me Möbl. Simmer mitt poes D.; ll. Pension zu vermieten. Wetsteingasse 7. chön möbl. Simmer sofort ev später zu vermieten. Näh. Marktstraße Nr. 11. 3- Zimmerwohnung mit allem Zubehör zu vermieten. Näb. Liebiaftr. 64. II. 4-3im ne wohnung per 1. Apri zu be misten, II Stod. Weserstraße 9. Verdingung. Die Fuhrleistungen für das Städtische Gas- und Wasserverf Gießer, wie insbesondere das Abfahren der Kohlen ( deren Jahres menge ungefähr 100 000 Ctr. beträgt) vom Bahnhof in das Easwert, einschließlich Einladen in die Wagen und Entleeren an Ort und Stelle, soll für die Beit vom 1. April 1903 bis 1. April 1906 vergeben werden. Angebotsvordrucke sind auf unserer Buchhalterei erhältlich, woselbst auch die verschlossenen Angebote bis zum 31. d. Mts. Bormittags 11 Uhr einzureichen sind. Gießen, am 19. Januar 1903. Städtisches Gat- und Wasserwerf Gießen. Otto Bergen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 10 bis 17. Januar 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 gols. Manschettenknopf, 1 silb. Ring, 1 filb. Kettenarmband und 1 Damengürtel; verloren: 1 gold. Brosche und 1 kleiner goldener Bleistifthalter. Entlaufen ist: 1 schwarzer Spizhund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zn machen. Gießen, den 17. Januar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Turnverein. Mit: woch, den 21. Januar, abends ½ 9 Uhr Generalversammlung in der Taruhalle. Tages- Ordnung: 1. Bericht. 2. Entlastung des Rechners. 3. Ersazwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Markt 7 Dr. Der Vorstand. Fernest'sche Lebens- Essenz. Bestandteile: Man digeriere 100 Liter 30%, Spiritus mit 3,6 Ko. Rhabarber, 1,5 Ko. Bitwerwurzel, 2,8 Ko. Enzian, 250 gr Ammoniatgummt, 250 gr 2ärchenschwamm, 1,250 Ko. Sagradarinde 2,6 Ko.Thertae ohne Optum, 1 Ko. Allos 14 ASHFARZ MARKE Tg. lang, preffe aus u. filtriere. Flaschen, die auf der roten Umhüllung nicht obige Beide Schußmarten tragen, find nicht die echten, seit langen Jahren bekannten unb berühmten Bräparate der Firma C. Bud in Colberg, man weise solche Nach ahmungen entschieden zurück. Preis pro Flasche Mi. 0.50, 1.00, 1.50 n. 3.00. * Fritz Eccarius Markt ( Wilhelm Orbig Nachfolger) sine 2- Zimmer Wohnung zu Küchenlampen vermieten. Neuenwea 60. Durch Verſezna des de Stehlampen Hauptmann Beder ist dessen seit 7 Jahren innegehabte Wohnung in meinem Hause Afterweg 29 II für sofo t oder später zu vermieten. Sanitätsrat Dr. Haupt. Jagdhund zugelaufen. Abzuholen Afterwea 7, II Sortiererin gesucht. Wiesenstraße 1. Für das Comptoir eines hiesigen Fabrifgeschäftes ist die Stelle eines Lehrlings per Ostern frisch zu besetzen. Schrift! Off. unter Chiffre 112 d. Ero. Orpheum Varieté. Täglich Gr. Vorstellung. 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