Nr. 192. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 18. August 1903. Gießener 081 img 01 1961 12. Jahrgang. Jusertionspret 8: Die einspaltige Betitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Rr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Die auf den 20. und 21. d. Mts. anberaumte Versteigerung des Mobiliars im städtischen Hospital findet erst am 1., 2. u. 3. September d. Js. statt. Gießen, den 18. August 1903. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe zu Gießen sind am 2. Oktober I. Js. die diesjährigen Zinsen an hiesige bedürftige unbescholtene im Witwenstande lebende Bürger und Witwen von Bürgern zu verteilen.- Anmeldungen hierzu können bis zum 10. September auf dem Armenamt erfolgen. Gießen, den 15. August 1903. Die Armen Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Die Nachtragsheberolle über Beiträge zur landund forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft von Grundeigentümern in der Gemarkung Schiffenberg für das Jahr 1902 liegt von heute an während vierzehn Tagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei( Zimmer Nr. 14) zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von 2 Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch ge= nommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Einspruch erheben.( Stehe§ 15 der Verordnung vom 31. Mai 1902, Regierungsblatt Seite 200.) Gießen, 17. August 1903. Der Oberbürgermeister J. V.: Curschmann. Die wirtschaftliche Lage. Man schreibt uns: In letter Zeit haben mehrere rheinische Großindustrielle die Frage der amerikanischen Gefahr eingehend erörtert und kamen zu dem Ergebnis, daß die Amerikaner zwar den Wettbewerb gegen uns auf dem Weltmarkt ganz erheblich verschärfen, daß sie aber keinerlei technische Ueberlegenheit uns gegenüber aufweisen. Das hat indes auch niemand angenommen. Die Bedingungen ihrer starken Marktstellung liegen auf anderen Gebieten. Die Amerikaner können innerhalb ihres Landes die Nohprodukte für fast sämtliche marktgängige Waren finden. Im Hinblick auf diese Tatsache haben sie mit Hilfe des Mac Kinleytarifes aus der Union ein geschlossenes Wirtschaftsgebiet gemacht, indem sie die Grenzen sperrten und den im Inlande erzeugten Waren auch den heimischen Markt sicherten. Sie konnten hier sehr hohe Preise nehmen und dafür billiger, vielmehr entsprechend billiger ihre Waren ausführen, d. h. mit anderen Worten, die anderen Nationen mit Preisen, die unter den Selbstkosten bleiben, unterbieten. Infolgedessen haben unsere industriellen Kreise lange Zeit die amerikanischen Preise sehr drückend empfunden. Allein auf die Dauer läßt sich eine derartige Ausfuhrpolitik doch nicht halten, denn schließlich kommt das, was der ausländischen Produktion schadet, den ausländischen Konsumenten zu gute, nämlich die Preisunterbietung, für die der heimische Konsum die Lasten zu tragen hat. Konsequenterweise beobachten wir denn auch jezt die auffallende Tatsache, daß die amerikanische Konkurrenz in dem gleichen Augenblick an Gefährlichkeit verliert, da die Industrie durch Zusammenschweißung der Einzelbetriebe zu einem Riesentrust im amerikanischen Wirtschaftsgebiet eine beherrschende Stellung erobert hat. Morgan und seine Trusts sind in große Not geraten, und der Petroleumtrust der einzige nicht mit Verlusten bei der Ausfuhr arbeitende Trust muß durch Aktienankäufe dem Stahltrust zu Hilfe kommen. Augenblicklich ist die amerikanische Gefahr also geringer als sonst. Dagegen droht sich im Innern in dem Kohlensyndikat eine neue Gefahr zu entwickeln. Vor zwei Jahren ist die Herrschaft dieses Syndikats schon sehr fühlbar geworden in den hohen Kohlenpreisen. In den letzten Tagen macht sich eine ähnliche preistreibende Tendenz auf dem Kohlenmarkt bemerkbar. Während das Syndikat, dem bis auf vier große Zechen alle bedeutenderen Unternehmungen angehören, seither von einem Vorwärtsgehen der Förderung gesprochen hat, ist die Förderungseinschränkung um die Hälfte der seitherigen Quote erhöht worden. Man will also offenbar nicht zu viel Vorräte zu Tage fördern, um die Preise in der be. borstehenden Bint it um so leichter diftieren zu können. Die günstigen Betriebsberichte der lezten Zeit haben eine bedeutende Kurssteigerung in Minenwerten herbeigeführt und zwar nicht allein in Rheinland- Westfalen, sondern auch in Oberschlesien, wo man für die nächste Zeit auf einen leb. haften Verkehr mit Rußland hofft. Allein auch hier muß bor übertriebenen Erwartungen gewarnt werden. Die rus sischen Mittel sind knapp, einmal, weil der Balkanzwist den Geschäftsgang stört, sodann, weil auch infolge der zahlreichen inneren Unruhen der Geschäftsgang ein stiller ist und schließlich, weil die Bevölkerung ohnehin unter der herrschenden Wirtschaftslage der letzten Jahre leidet. Wie man sich erzählt, sollen japanische Kaufleute- angeblich wegen der schlechten Ernte in Asien in großen Mengen Getreide aufkaufen, so daß wahrscheinlich vor der nächstjährigen Ernte eine Anappheit mit Sicherheit zu erwarten ist. Dann müssen entweder viele Personen verhungern, oder die vorhandenen Barmittel wandern zum Teil für den Lebensunterhalt ins Ausland. Zu einer rosigen Auffassung über unseren VerTehr mit Rußland liegt also kein Anlaß vor. Es ist viel mehr sicherlich das Zeichen einer realen Würdigung der Ver hältnisse, wenn man auch in der Winterperiode feinen nen nenswerten Aufschwung unseres Geschäftslebens erwartet. Die Politik. Keine Veröffentlichung der Kronratsbeschlüsse. Die Erwartung, daß die Beschlüsse des Kronrats veröffentlicht werden würden, hat sich nicht erfüllt. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter an zuständiger Stelle hört, wer den die Kronratsbeschlüsse deshalb nicht veröffentlicht, weil sie zu Gesetzentwürfen ausgearbeitet werden sollen und über das bis jetzt vorliegende Material nichts weiter zu veröffent lichen sei. Weitere Fragen als die auf die Hochwasserschäden bezüglichen sind in dem Kronrat nicht verhandelt worden. Bei den zu erwartenden Gesezentwürfen handelt es sich in der Hauptsache um ein Deichverbesserungsgesetz, für das beträchtliche Mittel gefordert werden sollen, ferner um ein Gesez betr. die Regulierung der der und ihrer Nebenflüsse. Der neue Oberpräsident von Schlesien. * Von dem preußischen Kronrat hätte man erwartet, daß er auch die Frage der Neubesetzung des schlesischen Oberpräsidiums lösen werde. Das ist nun zwar nicht der Fall gewesen, einfach deshalb nicht, weil bereits vorher über die Neubesetzung dieses Postens Beschluß gefaßt war. Zum Oberpräsidenten von Schlesien hat der König den derzeitigen Oberpräsidenten von Hessen- Nassau, Grafen von Zedlitz und Trüzschler, bestimmt, der früher in Posen in gleicher Stellung tätig war und später Kultusminister wurde. Graf Zedliz, der die ostdeutschen Verhältnisse genau fennt und namentlich in der Polenfrage außerordentlich beschlagen ist, steht im Alter von 66 Jahren. Er war bereits früher in der Provinz Schlesien tätig; u. a. war er von 1879-81 Vorsitzender des schlesischen Provinzialausschusses, dann Regierungspräsident in Oppeln. 1886 fam er als Oberpräsident und Vorsitzender der Ansiedelungsfommission nach Posen, fünf Jahre später wurde er Kultusminister, blieb aber nur ein Jahr lang in dieser Stellung. Die Zurückziehung des nach ihm benannten Schulgesetentwurfes durch die Regierung veranlaßte ihn 1892 zum Rücktritt. Erst 1898 trat er als Oberpräsident von HessenNassau in den aktiven Staatsdienst zurück. Für die Provinz Schlesien ist er zweifelsohne der geeignetste Mann. Vom deutschen Kriegsveteranenverband. Fürst Herbert Bismarck hat den Ehrenvorsitz des deutschen Kriegsveteranenverbandes, der in diesen Tagen in Hamburg seine Generalversammlung abhielt, übernommen. In der Versammlung des 400 000 Mitglieder zählenden Verbandes wurde u. a. die Absendung einer Petition an den Reichstag beschlossen, die eine Milderung der bisher maßgebenden Bestimmung gänzlicher und dauernder Erwerbsunfähigkeit" bei Bewerbung um Staatsbeihilfe aus dem Invalidenfonds fordert. Ebenso wurde die Absendung einer weiteren Eingabe an den Reichstag beschlossen, die bezweckt, für die Witwen von Beihilfe- Empfängern eine mehrmonatliche Weitergewährung dieser Beihilfe nach dem Tode des Mannes zu erwirken. Der Verband will eine Audienz bei dem neuen Kriegsminister nachsuchen, um diesen um Zurücknahme des Erlasses zu bitten, der die Führung des Eisernen Kreuzes als Verbandsabzeichen untersagt. Endlich wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, bei der nächsten Volkszählung festzustellen, wie viel Kriegsveteranen noch in Deutschland leben. Die sächsische Wahlrechtsreform. + Näheres über den Plan der sächsischen Regierung bezüglich der Reform des Landtagswahlrechts wird jetzt bekannt. Wie verlautet, wird die Regierung die Beibehaltung der Dreiklassenwahl vorschlagen. Aber dieses System soll in der Weise gehandhabt werden, daß jede Klasse ihr Drittel allein wählt, und zwar in allgemeiner, geheimer und direkter Wahl, also wie bei der Reichstagswahl. Bei den einzelnen Parteien findet dieser Reformplan wenig Anklang, der Konservativen geht er zu weit, und den Liberalen und Demo fraten geht er nicht weit genug. Uebrigens tragen die Bar teien samt und sonders Bedenken, die von der Regierung geplante Wahlrechtskonferenz mit Abgeordneten zu beschicken, 193918) IC weil sie der Meinung sind, daß diese Abgeordneten, die ihr Mandat dem bisherigen Wahlrecht verdanken, für die Reformierung des Wahlrechts nicht unbefangen genug sind. Braune Handschuhe auch für Unteroffiziere. * Nachdem sich das Tragen der braunen NappaHandschuhe bei den Offizieren der Armee bewährt hat. beabsichtigt die Militärverwaltung, auch den Unteroffizieren die Ersetzung der bisherigen weißen Handschuhe durch braune anzubefehlen. Die Weißlederhandschuh- Fabrikanten sind in folgedessen bei den zuständigen behördlichen Stellen um die Zurückhaltung eines solchen Befehles eingekommen. ZweifelLos wird die Regierung im Interesse der WeißlederhandschuhIndustrie eine Uebergangszeit feststellen, während deren die noch vorhandenen Bestände an weißen Handschuhen aufgebraucht werden können. Fremdsprachliche Ausbildung der Offiziere. A Näheres über die durch Kabinettsordre vom 27. Juni dieses Jahres getroffenen neuen Bestinimumgen zur Förderung des Studiums neuerer Fremdsprachen in der Armee wird jest bekannt. Danach kommen in Betracht Russisch und Bolnisch, Französisch, Englisch und Italienisch. Die Generalfommandos erhalten besondere Mittel als„ Sprachstudienfonds" zu Beihilfen für aktive Leutnants, Oberleutnants und Hauptleute( Rittmeister) der 2. Gehaltsklasse, für Offiziere des Beurlaubtenstandes und der Inaktivität( nur für Reisekosten) und für jüngere zur Verwendung in Feldstellen in Aussicht genommene Beamte. Die Bewerber haben sich einer schriftlichen und mündlichen Dolmetscherprüfung zu unterziehen. Die Beurteilung der schriftlichen Arbeiten erfolgt durch die Kriegsakademie; zur mündlichen Prüfung werden nur solche Bewerber zugelassen, die in der schriftlichen genügt haben. Offiziere und Beamte, die die Prüfung bestanden haben, müssen spätestens alle fünf Jahre durch eine mündliche Nachprüfung nachweisen, daß sie die Fremdsprache noch ausreichend beherrschen. Offizieren, die sich als Dolmetscher besonders befähigt erweisen, kann eine Beihilfe zur Reise ins Ausland zur weiteren Vervollkommnung in der betreffenden Sprache bewilligt werden. Kurze politische Nachrichten. * Der deutsche Marineattachee Korvettenkapitän Schäfer wird auf Befehl Kaiser Wilhelms dem Präsidenten Roosebelt in Oysterbay an Bord des Nearsage" ein Exemplar der deutschen Marinerangliste mit einer Widmung des Kaisers überreichen. * Anfangs September wird in Kiel der Besuch eines dänischen Geschwaders erwartet. Der Bar begibt sich am 1. September nach Spala zur Jagd, zu welcher auch der deutsche Kronprinz geladen ist. Das nach den türkischen Gewässern abgegangene cussische Geschwader zählt 14 Schiffe, vier Panzerschiffe, bier Torpedojäger und sechs Torpedoboote. * Der russische heilige Synod hat die orthodoxe Geistlichkeit angewiesen bei Anzeichen von antisemitischen Gärungen die Bevölkerung in Predigten und im persönlichen Verkehr darauf hinzuweisen, daß ein solches Verhalten eines orthodoyen Christen unwürdig sei, daß die russischen Juden cbenfalls Untertanen des Baren seien und daß Ausschreitungen gegen sie das wirtschaftliche wie das politische Interesse des Staates beeinträchtigten. Die bulgarische Regierung macht in einem Rundschreiben an die Mächte die Pforte für die neuen Unruhen in Mazedonien verantwortlich. Die Unruhen werden von Tag zu Tag ernster. Ein nach Uesküb abgegangener dicht besezter Personenzug wurde bei der Station Amatovo von Aufständischen in die Luft gesprengt, viele wurden getötet oder schwer verwundet. Infolge dieses Ereignisses ist der Verkehr auf allen Linien Mazedoniens eingestellt. Der russische Konsul Giers in Saloniki wird seit einigen Tagen vermißt. Die spanische Regierung tritt dem Gerücht von einer Erkrankung des Königs Alfons und seiner Uebersiedelung in ein Sanatorium für Schwindsüchtige entschieden entgegen. Für alle leichteren Streif- und Aufruhrvergehen hat Könia Alfons eine Amnestie erlassen. ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser wird am 6. September in Halle a. S. eintreffen und das dertige Kaiserdenkmal sowie die Morigburg und die France- Stiftung besichtigen. Der Kreuzer Nymphe" hat Befehl erhalten, nach einer siebentägigen Beteiligung an den Herbstmanövern der Flotte wieder die Funktionen eines Begleitschiffes der„ Hohenzollern" zu übernehmen. Danach ist anzunehmen, daß der Kaiser sich wieder an Bord seiner Jacht einschiffen wird. Als Reiseziel werden die dänischen Gewässer angegeben. Es verlautet, daß die„ Hohenzolleren" mit der„ Nymphe" und dem„ Sleipner" nach Kopenhagen dampfen wird, wo König Eduard an Bord seiner Jacht aus England eintrifft. ** * Reichskanzler Graf Bülow ist nach Norderney zurückgekehrt. neigt scheint?" Sie blidte noch einmal auf das Blatt, die vermeintliche Prinzessin der Prinz abzugeben faum geblid fast eine Erklärung wäre, melche nach seinem Urteil über gung an die Prinzessin richten lassen, die in diesem Augenwir uns hier befinden, seinen Herrn eine so sarte Huldiund mit der geschaffen, bon dem man faum zurücfommen fönnte, Karriere sichern-" und meines Vaters erwerben, das heißt die glänzendste und würde sich ein Recht auf die Dantbarkeit seines Herzogs sagte Margot mit bebenden Lippen, und tragi D, wenn Eure Durchlaucht sich entschließen könnten!" und tränenden Augen Hauptes da; sie wagte nicht, die aufzuschlagen, aus Baron Artenburg und die Prinzessin Der Erbyrinz war noch scheuer und befangener als fonit. Furcht, daß man die Spuren ihrer Tränen bemerfen möchte. Augen cbenfalls mit Grafen Waldheim überlassen, die Kosten der Unterhaltung ernfien Gedansen beschäftigt. So blieb es denn dem armen tragen mor erfüllt den Grundbesizers. Iebte vor Jahren Luigi, der jüngere Sohn eines wohlhaben In dem Marktflecken Volterra, in der Nähe von Florenz Fonds fürnerlich Dieser junge Mann zeichnete sich nicht Novellette von G. Moorfeld. Wiedergefunden und doch verloren. Sonbrit Aus dem Gerichtsfaal. § Richter und Gentleman. Ein eigenartiger Prozeß wird sich nächstens vor dem Gericht der ungarischen Stadt Nagybarad abspielen. Ein Herr aus der dortigen Gesellschaft war vom Bezirksrichter beleidigt worden und hatte diesen fordern lassen. Der Bezirksrichter acceptierte auch die Forderung, doch wurde die Angelegenheit schließlich auf friedlichem Wege beigelegt. Dem Richter entstanden nun aber nachträglich allerlei Vedenken. Er konstatierte, daß auch in seiner Brust ,, ach, zwei Seelen wohnen": die des Gentlemans" und die des Richters. Und sei der einen ihr Recht geworden, so dars die andere nicht vergebens auf die Erfüllung jener Pflicht pochen, die ihm sein Diensteid auferlegt. Und er wußte den gordischen Knoten all dieser inneren Konflikte nicht anders entzweizuschlagen, als dadurch, daß er gegen seinen Gegner die Klage wegen Herausforderung zum Zweikampfe" an hängig machte. Daß er diese Herausforderung angenommen, beunruhigte sein einmal ermachtes richterliches Gewissen nicht weiter. Das wird jedenfalls eine interessante Verhand lung werden... Nab und Fern. Der Abschied des Kriegsministers v. Goßler von den Hinrichtung eines Lustmörders. In Freiburg i. B. wurde der Taglöhner Pfister, der wegen Lustmordes an der kleinen Tochter des Bahnschaffners Ulrich vom Schwurgericht Ende April zum Tode verurteilt worden war, mittelst Fallbeils hingerichtet. Er hat vor seinem Tode sein Verbrechen eingestanden. Offizieren und Beamten des preußischen Kriegsministeriums ging in dem historischen Saal in weihevoller Weise vor sich. Goßlers Nachfolger v. Einem dankte in längerer Rede dem Scheidenden für das ihm stets bewiesene Wohlwollen und überreichte ihm als Erinnerungszeichen eine in der könig, lichen Porzellanmanufaktur hergestellte kostbare Porzellanbase. General v. Goßler dankte tiefbewegt. Bunte Chronik. In dem Dorse Roncourt wurde eine dom Sächsischen Verein von Meß und Umgegend gestiftete Denktafel an dem Hause, in dem König Georg von Sachsen in der Nacht vom 18. zum 19. August 1870 gewohnt hat, feierlich eingeweiht. Kriegsschiff Zusammenstoß. Wie aus Helgoland_ge. meldet wird, lief bei einem Nachtangriff das Torpedoboot „ G 112" gegen das Linienschiff„ Kaiser Friedrich III.". Der Obermatrose Julius Stohr aus Stuttgart erlitt dabei schwere Quetschungen, denen er trotz sofortiger Hilfe erlag; sonst ist niemand von der Besatzung verlegt. Das Torpedoboot soll in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt werden. - In Dresden tagen gegenwärtig die Führerinnen der bürgerlichen internationalen Frauenbewegung. Die Ver handlungen sind nicht öffentlich. Die Tollwut. In dem oberschlesischen Dorse Paruschowitz wurden mehrere Personen von einem tollen Hunde gebissen. Troß sofortiger ärztlicher Hilfeleistung stellte sic bei dreien der Verletzten Tollwut ein und führte unter großen Schmerzen und Raserei den Tod herbei. Auf der Zeche Vereinigte Wiesche" bei Heissen wurden bei einer Belegschaft von 741 Mann 305 als wurmfrank fest gestellt. - Bei dem Dorfe Groß- Lichtenau in Westpreußen er schlug der 18jährige Knecht Bunkowski den Hirten Hage mann mit einem Spaten. Wie der Täter bei seiner Ver haftung aussagte, hat der Hirt den Hund auf ihn gehezt. - Aus dem Trierer Untersuchungsgefängnis brachen nachts zwei Gefangene aus. Einem von ihnen gelang es, zu entfommen, der andere, ein zu fünf Jahren Buchthaus Die Typhusepidemie in Braunschweig. Wie amtlich aus Braunschweig mitgeteilt wird, sind bis jetzt von 496 Kindern, welche die Waldspiele besucht hatten, 201 erkrankt. Ferner famen 28 Typhuserkrankungen von Erwachsenen zur Anmeldung. Gestorben sind bis jetzt 2 Kinder und 1 Erwachsener. Da in den letzten acht Tagen nur noch sehr wenig neue Fälle angemeldet worden sind, ist anzunehmen, daß die Epidemie im Erlöschen begriffen ist. Nach Maßgabe der Untersuchung ist mit aller Wahrscheinlichkeit der Ursprung der Seuche auf eine in der zweiten Juliwoche vorgekommene Milchinfektion zurückzuführen. berurteilter Verbrecher, brach beide Beine. * LEin Himbeerstrauch auf einer Weide.] Ein eigent. artiges Zusammenleben von Pflanzen findet der Wanderer am Südrande des Dorfs Engebbostel im Hannoverschen, an der Stelle, wo die Chaussee von Stöcken einmündet. Dort grünt eine Weide, die in ihrer Krone einen fast meter. hohen Himbeerstrauch trägt, Der Strauch, welcher jeden. falls sein Dasein auf der Weide einer Samenübertragung durch die Luft verdankt, hat sich auch in diesem Jahre lebens. frisch erhalten und ½ Liter prächtige Früchte gezeitigt. In den Schweizer Bergen herrscht ebenso wie in einem Teil der Bayerischen Alpen Winterwetter. Das Observato rium auf dem Säntis meldete Neuschnee von 24 Erte. Höbe und 3 Grad Kälte. * Eisenbahnkatastrophe. Zwischen Rothenkirchen und Obercrinitz( Königreich Sachsen) entgleiste der Personenzug Carlsfeld Wilfau aus noch nicht aufgeklärten Ursachen. Dabei wurden 3 Personen getötet, etwa 20 schwer und weitere 20 leicht verletzt. Vermischtes. Der G riftsschreiber b Dahmer zum Offenbach ernan Priva beute ftattgefunde Thür.( Mittelbe winne gezogen: 60 000 mit 40 000 0 2000010000 5000 32 744 43 575 u * Die 28. und Alice- S am 30. Septem Worm abgehalte Handsmitgliedern Muhl- Bilbel, Friasmänner, b Darmstadt, An § Im Humbert- Prozeß wurde der Kassierer der Hente Viagère, Dumort, vernommen. Er nennt die Rente ein Haus ersten Ranges"( Heiterkeit im Publikum) und ver spricht, alles zu bezahlen. Der Liquidator Bacher widerspricht dieser optimistischen Auffassung lebhaft. Weiter er. zählt Dumort die Vorgänge am Tage der Flucht der Hum berts. Emile Daurignac gesteht zu, daß an jenem Tage für mehr als 40 000 Frank Wertpapiere seitens der Rente Viagère verkauft wurden, um Reisegeld für Frau Therese zu beschaffen. Nach Emiles Erklärung war dieses Vorgehen bollkommen forrekt. Da die Humberts, wie gemeldet, mehrfach versuchten, den Namen Lebaudy in ihre Affäre hineinzuziehen, will die verwitwete Frau Lebaudy das Andenken ihres Gatten gegen etwaige Angriffe energisch verteidigen. „ La Presse" veröffentlicht eine andere romantische Lesart über die Herkunft der 100 Milliontent. Dattach starb im Jahre 1691 im Haag der französische General Metzger ohne Testament. Wilhelm von Oranien hätte sich dessen bedeutendes Vermögen angeeignet. Die Erben Mezgers hätten jedoch später ein Testament aufgefunden und in Holland einen Prozeß angestrengt, der noch fortdauert. Die Erbschaft belaufe sich mit belt seither angehäuften Zinsen gegenwärtig auf hundertdreißig Millionen. Einer der Erben sei die Familie Müller und ein Mitglied dieser Familie sei Kellner in Paris und ein Vertrauensmann Gustav Humberts gewesen. Müller habe Humbert in die Erbschaftsangelegenheit eingeweiht in der Erwartung, daß ihm seine Unterstützung nützen könne. Die Humberts hätten nun Müller den Vorschlag gemacht, die Angelegenheit auf ihre Kosten in die Hand zu nehmen und sie nach Beendigung des Prozesses mit Müller zu regeln. Das Blatt fügt hinzu, Müller habe häufig den Besuch einer geheimnisvollen Dame erhalten, die mit Frau Humbert identisch wäre. Letztere werde an einem der nächsten Verhandlungstage mitteilen, daß 87 Millionen am 7. Mai einem Freunde übergeben wurden, dessen Namen sie vor dem Ende des Prozesses nennen werde, wenn die Millionen nicht herbeigeschafft wären. [ Vom Aufenthalt der Kaiserin in Schlesien] werden folgende hübsche Anekdoten berichtet. Die Kaiserin wollte in einer schlesischen Stadt, deren Namen besser verschwiegen sein mag, den Bug besteigen, der sie aus dem Ueberschwemmungsgebiet entführen sollte. Sie kam aber eine halbe Stunde zu früh an und fuhr unerkannt im Wagen langsam durch die Reihen der spalierbildenden Bürgerschaft zum Bahnhof. Dort werden gerade noch die Teppiche gelegt, die Vorstandsdamen des Frauenvereins find die einzigen Anwesenden, und keine der Damen weiß, daß die eintretende Frau die Kaiserin ist. Sie halten sie wohl für eine Vorstandsdame aus der Umgegend und unterhalten sich mit ihr freundschaftlich; eine Frau Kommerzienrat wird zum Glück noch gehindert zu fragen: Mit wem habe ich die Ehre?" Während der Unterhaltung erscheint ein altes Weib und fegt die Teppiche ab, unbekümmert um die nicht erkannte Fürstin. Endlich dämmert es den Anwesenden, daß die fremde Dame nicht Frau Schulze sei, und einige mißglückte Knire und Handtüsse, sowie fräftiges Schütteln der Hand der Landesmutter bezeugen den patriotischen Sinn. Als nun der Bug sich eben in Bewegung setzen will, erscheint endlich der Bürgermeister, um die hohe Frau zu begrüßen. Ge rade von dieser Stadt soll die Kaiserin höchst befriedigt abgefahren sein und auch in der Erinnerung daran- noch jekt herzlich darüber lachen. Eine zwette recht lehrreiche Anekdote berichtet, daß ein biederer Handwerksmeister in Biegenhals, der die vornehm- einfache Toilette der Kaiserin sah, in die denkwürdigen Worte ausbrach: Jetzt geh' ich nack Hause und reiße meiner Tochter die vielen Blumen vom Sute herunter."- Es könnte so mancher Tochter nicht schaden, wenn sie auch einen solchen Vater hätte! Zu einem schweren Unglück hätte sich ein Unfall auswachsen können, der dem Schnellzug Hof- München in der Nähe von Regensburg zustieß. Bei der Einfahrt auf die Donaubrücke entgleiste der Tender. Infolge Versagens der Lokomotivbremse fuhr der Zug über die Brücke weiter und beschädigte das Geleise und den Holzbelag der Brücke. Der Heizer kletterte von der Lokomotive aus in einen Personenwagen und zog die Notbremse, worauf der Zug zum Stehen gebracht wurde, als er bereits halb über die Brücke war. In Stuttgart brannte auf dem Hauptbahnhof die Maschinenhalle völlig nieder. Das Fahrmaterial fonnte gerettet werden. Auch in Paris gab es wieder einen kleinen Motorwagenbrand auf der Straßenbahn. Es entstand eine Panik, doch gelang es, den Brand ohne erheblichen Schaden abzulöschen. * Verhängnisvolles Feuerwerk. Auf einer Festlichkeit, welche die dem Halberstädter Bezirkskommando angehörenden Offiziere in Ilsenburg veranstalteten, wurde beim Abbrennen eines Feuerwerks durch Explosion aus der Zuschauermenge ein Mann getötet; ein junges Mädchen erlitt lebensgefähr liche Verwandungen und mehrere andere Personen wurden leichter verletzt. Die Schulden der Prinzessin von Koburg. Aus der Klageschrift, welche die Rechtsanwälte der Gläubiger der Prinzessin Luise von Koburg nunmehr in ihren Hauptzügen veröffentlichen, geht hervor, daß die Gesamtsumme der von der Prinzessin gemachten Saulden mehr als 12 Millionen Francs beträgt. Hiervon ist wohl mir ein geringer Teil auf die Anschaffung von Kleidern, Hüten, Juwelen u. s. w. verwendet worden. Der größere Teil ging durch Wucherzinsen und durch die Hazardspiele, denen die Prinzessin leidenschaftlich fröhnte, verloren. A[ Das Schachspiel als Unterrichtsgegenstand.] In Ruß land hat soeben der Unterrichtsminister ein Rundschreiben an die Direktoren der Lyzeen gerichtet, in welchen sie an gewiesen werden, den Unterricht im Schachspiel als freien Gegenstand im Lehrplan aufzunehmen. Die Tätigkeit des Vesuvs nimmt weiter gefahrdrohend zu. Die Lava ergießt sich über große Strecken nach Nordosten und Südwesten in der Richtung auf Ottajano und Pompeji. Die Weingärten an den Abhängen sind zu einem großen Teil vernichtet. * Die B gelischen A 38 Häuser err und Boden e laufenden Jah meiften Säufer der Verein auch nungen, um fold ein Häuschen zu Wohnungsbaues Genoffenschaft if ihren Häufern druck zu verleih dürfnissen des In sämtlichen im Sinne des Genoffenschaften fozusagen alle Beamte und so Sebung der W lich beigetragen anerkannt wor für ihre Baut überlaffen hat. * Gest Seiden[ Ein moderner Pfahlbaner. Der Züricher Seid fabrikant Henneberg hat sich bei Lindau im Bodensee, etwa 60 Meter bom Ufer entfernt, eine Pfahlbauhütte herstellen lassen, die eine treue Nachbildung des im Züricher Landesmuseum befindlichen Pfahlbauhütten- Modells ist. Die Hütte, aus einem einzigen Raum bestehend, ist von einer 1½ bis 2 Meter breiten Galerie umgeben; ihre Wände bestehen aus mit Lehm beworfenem Weidenflechtwerk, der Boden aus gestampstem Lehm, über den ein Weidengeflecht gelegt ist, und das Dach aus einer gepreßten Strohdecke. Auch das Mobiliar" ist getreu dem der echten Pfahlbauten nachgebil. det; die Fensterscheiben sind aus Schweinsblase, der Schmuck der Wände ist mit Kohle und Ochsenblut hergestellt. Für den Bau der Hütte wurde hauptsächlich Eibenholz verwendet. +[ Blinder Eifer schadet nur.] Eine unangenehme Ueber raschung wurde einem übereifrigen Reserveleutnant in Lan. dau zuteil, der selbst einen Wachposten überraschen wollte. Dieser letztere hatte die Aufgabe, darauf zu achten, daß meh. rere in der Nähe der Kaserne im Freien stehenden Pack. wagen nicht gestohlen werden sollten. Unser Leutnant ver. steckte sich nun, um den Bosten auf die Probe zu stellen, in einem der Wagen, ließ aber die Türen sperrangelweit offen. Der Posten, der die offenen Türen bemerkte, kam herbei und schlug sie unter einem fräftigen Fluche zu. Der Herr Leut nant saß nun in der Mausefalle, verhielt sich aber vorerst ganz ruhig. Als es aber anfing, ungemütlich zu werden, machte er sich durch Klopfen bemerkbar. Der Posten trai nun dem Wagen näher und fragte, wer da wäre. Da er scholl aus dem freiwilligen Asyl mit Kommandostimme:„ Auf machen, ich bin der Offizier vom Kasernen- Tagesdienst!" Das ließ aber unseren Soldaten falt; er tröstete den frei willig Gefangenen mit der lakonischen Antwort: Da könnte jeder kommen und sagen, er sei der Offizier vom Tages. dienst; er solle nur warten, bis die Ablösung sich einfinde, dann könne er heraus und mit auf die Wache kommen. Erst nach zweistündigem Verweilen kam der Leutnant aus dem Wagen. Ein schwerer Automobilunfall wird aus der Nähe von Metz gemeldet. Ein Automobil mit vier Reisenden, die von Saarbrücken aus eine Fahrt nach Paris machen wollten, stieß bei dem Dorfe Planchette auf ein Hindernis und ging in Stücke. Der Chauffeur wurde lebensgefährlich verlegt. Die übrigen Personen kamen mit mehr oder minder schweren, doch unbedenklichen Verletzungen davon. Ein unerforschter Archipel bei Tunis. Man hat etwa 40 Kilometer vom tunesischen Gestade entfernt eine Inselgruppe entdeckt, die keinem Menschen gehörte. Dieser Tage hat Herr d'Anthouard im Namen Frankreichs von diesem Inselreiche Besitz ergriffen. Er fand auf Galit, der größten dieser Inseln, einen ehemaligen französischen Unteroffizier namens Clément, der dort seit 14 Jahren in Gesellschaft von etwa hundert mehr oder minder wilden Individuen lebte. Es wurde sofort eine etwas summarische Verwaltung organisiert, und Herr Clément amtlich mit den etwas weit auseinander liegenden Funktionen eines Konsularagenten, eines Fischereiaufsehers, eines Hafenmeisters, eines Standes beamten und eines Lehrers betraut! In einiger Zeit wird die Domänen- Verwaltung die Eigentumsfrage regeln. Abenteuerlustigen Personen eröffnet sich ein weites Feld! Kunft und Wissenschaft. RD. Süßwasser im Meere. Bei Haarlem in Holland schöpft man jetzt süßes Wasser mitten im Meere. Ein Ingenieur hat an einer Stelle, die ziemlich weit von der Küste entfernt liegt, eine Pumpe einsetzen lassen, um zu beweisen, daß dort unter einer undurchdringlichen Tonschicht süßes Wasser sprudelt. Und tatsächlich zog er bei 33 Meter Tiefe vorzügliches Trinkwasser empor. Bei Ebbe liegt die Pumpe trocken. LG. Räuber Storch. Die deutschen Landwirte gebent noch Immer nach der Väter Sitte demt Storch gern Asyl, trotzdem die Wissenschaft schon längst vor dem Bruder Langbein als gefährlichen Räuber gewarnt hat. Ein Fall, der jetzt aus der Provinz Posen berichtet wird, gibt dieser Warnung nur zu sehr recht. In Groß- Lonst bei Janowitz befindet sich auf der Scheune des Besitzers R. ein Nest, das auch diesen Sommer wieder von einer Storchfamilie bewohnt wurde. Das Elternpaar hat diesmal vier Junge großgezogen, welche reichlich junge Hasen, Nebhühner und Fische zur Nahrung befamen. Eines Tages brachte der Storch einen noch lebenden Hecht von 2½ Pfund Gewicht, welcher ihm kurz vor dem Biele entfiel und welchen dann der Besitzer selbst mit der Familie verspeiste. ** Musiker- Organisation. Eine für die Musikerfreise wichtige Bekanntmachung hat soeben der Vorstand des Allgemeinen deutschen Musikervereins erlassen. Die dem Ver bande angehörigen Musikdirektoren, Kapellmeister u. s. w. sind verpflichtet worden, von jetzt ab nur Verbandsmitglieder zu engagieren. Sind solche nicht zu erlangen, so sind die Direktoren u. s. w. verpflichtet, die engagierten Musiker binnen vier Wochen dem Verband als Mitglieder zuzuführen. Bis zum 1. Oktober müssen alle bei Verbandsdirektoren be schäftigten Musiker dem Verbande angeschlossen sein. Diese einschneidende Maßregel wird jedenfalls dazu führen, eine Beseitigung manch trauriger Verhältnisse anzubahnen, über die seitens der Musiker seit längerer Zeit schon geklagt wird. m S in der Neustad läuft; der Fah und erlitt eine war sofort zur * Feld 50. Feldbergfe genommenen T ung bereitelt w obachtungen fo machen in Bezu Bogelsberges i Jahren sieht * Voge im Alter von Sichel schwinge febt den Beoba bon 82 Jahre bas in Belt ein Beichen b urwilchfige de Arm. Das nicht erlahmt biblische Alter Männer im de wirte! V Lollar wurde einem S Sitte von ei geschnitten. Behandlung †† Grü manchmal sch LB. Ein Autor gesucht. In London ist ein Buch erschienen, dessen Autor dem Verleger gänzlich unbekannt ist. Das Werk trägt den Titel„ Die Handschrift in der roten Schachtel" und folgende Widmung: Dieses Werk wird dem unbekannten Autor von dem Verleger gewidmet." Frühjahr dieses Jahres langte bei dem bekannten englischen Verleger John Lane ein Paket an, das ein Manuskript in roter Schachtel enthielt. Da weder ein Brief beilag, noch eine Adresse des Verfassers oder Einsenders angegeben war, so wurde das Paket nicht regelrecht eingetragen, wie es sonst mit Handschriften geschieht, sondern in einen Seitenfasten getan; man zweifelte nicht daran, daß der Verfasser nachträglich einen Brief schreiben oder sich sonst melden werde. Als aber ein Monat verstrich, ohne daß er von sich hören ließ, nahm man die Sendung vor, trug sie als die Handchrift in der roten Schachtel" ein und übergab sie dem bei der Verlagsfirma angestellten Reser", wie es immer geschieht. Dieser literarische Berater, der offenbar durch die Namenlosigkeit und die anderen begleitenden Umstände gereizt war, las die Handschrift sofort und schrieb dem Verleger ein enthusiastisches Gutachten darüber. John Lane, der selbst ein Mann von großer Bildung und feinem Geschmack ist, wurde neugierig, las die seltsame Handschrift ebenfalls und war nicht minder entzückt. Es ist ein Bild aus der Zeit des ersten Karl: ein holländischer Kapitalist erhält vom König, der in Geldnöten ist, das Privilegium, die Insel Arholme zu drainieren, und die unwissende Bevölkerung sträubt, sich natürlich gegen die fremden Eindringlinge" mit Händen und Füßen. Auf Lanes mehrfache Annoncen meldete sich niemand. Lane schwankte zuerst, ob er das Werk veröffent lichen dürfe, hat sich dann aber auf Zureden juristischer Autoritäten dazu entschlossen. Der unbekannte Autor wird, im Falle er sich meldet, seine Ansprüche einem Schiedsgericht unterbreiten müssen. Das Buch ist ein unbestrittener, enormer Erfolg und bedeutet bei den englischen Verhält nissen für den unbekannten Verfasser ein großes, sehr großes. Vermögen. ** Gin statistisches Kuriosum. Wo erfährt man die Ein mohnerzahl der kleinen Gemeinden? Antwort: Die Ergeb nisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 fann mar für die Gemeinden unter 2000 Einwohnern nirgends ander finden, als in dem vor kurzem begonnenen Werke des kgl preußischen statistischen Bureaus, betitelt:„ Vieh stands und Obstbaumlerikon vom Jahre 1900" Die Zahlen sind von größtem Interesse, insbesondere weger der vielen kleinen, aber reingewerblichen Vororte der Groß städte, die auch heute noch selbständige Landgemeinden sind und daher in der amtlichen Statistik als gleichwertig mi den kleinsten Dörfern behandelt werden, tatsächlich aber ir Summa eine sehr beträchtliche rein großstädtische in dustrielle Volksmenge bergen. Bisher sind von diesem Werk die Bände für Berlin und Brandenburg, Schleswig- Hol stein, Westfalen, Rheinland publiziert. fönnen wir fie bau geschehen gut befunden Lusfüllungen Nur so fortfa alle unfere Um zu erfahre einmal zu Wo baler flar" Reben der Bürgerschaft zelnen Boften ba vor, wer beiwohnen; noch einen S Reben auf unferes wert in feiner Sta r. Azba Morgen in a Keller feinen fehr guten Be bon 73 Jahre felben Morge Scheune zu verbracht wer Gint eigent er Wanderer oberichen, an ündet. Dorl 1 fast meter velcher jeden übertragung sabre lebens. ezeitigt. r der Hent e Rente ein m) und ver acher wider. Weiter er cht der Hum nem Tage für er Rente Via u Therese zu jes Vorgehen meldet, mehr Iffäre hineinas Andenken verteidigen. tische Lesart ach starb im Mezger ohne dessen bedeu eggers hätten in Holland Die Erbschaft gegenwärtig Erben sei die lie sei Kellner Humberts geaftsangelegen seine Unternun Müller f ihre Kosten ung des Prohinzu, Müller len Dame er wäre. Letztere Cage mitteilen, nde übergeben des Prozesses herbeigeschafft richer Seiden. Bodensee, etwa ütte herstellen richer Landes st. Die Hütte, einer 1½ bis bestehen aus Boden aus ge cht gelegt ist, e. Auch das uten nachgebil , der Schmud ellt. Für den erwendet. ft. in Holland ere. Ein In von der Küste n zu beweisen, onschicht füßes 3 Meter Tiefe egt die Pumpe * te geben noch Asyl, trotzdem Langbein als der jetzt aus Warnung nur findet sich auf s auch diesen vohnt wurde. ezogen, welche zur Nahrung n noch leben furz vor dem elbst mit der in Buch er inbekannt ist. in der roten Jerk wird dem vidmet." In iten englischen Manuftript in beilag, nody gegeben war wie es sonst Seitenfasten erfaffer nach nelden werde. Don sich hören „ die Hand Tie dem bei der imer geschieht. ch die Namen de gereizt war, Berleger ein Lane, der felbft Geschmack ist, tebenfalls und aus der Zeit erhält vom die Iniel Ar lferung ftraubi e" mit Händen en meldete fid Wert veröffent den juristischer te Autor wird, Schiedsgericht unbestrittener, ichen Verhält es, fehr großes asopis Lokales.die feit Dienstag verschwundene 21jährige Dienstmagd Anna Gießen, 18. August 1903 ** Der Großherzog hat am 15. d. M. den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gießen Heinrich Dahmer zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Offenbach ernannt. * " Privattelegramm der„ G. N. N." Bei der heute stattgefundenen Ziehung der 5. Klasse der 2. Hefs.Thür.( Mitteldeutschen) Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 60000 Mart( Prämie) auf Nr. 8 84 743, welche zuletzt mit 300 Mart gezogen wurde, nach Darmstadt; 40 000 Mart auf Nr. 94 932 nach Alzey Nr. 86 869 Dornburg Nr. 67 011 Bensheim 20000 10000 5000 " " " Nr. 37871; je 3000 Mart auf 32 744 und 14172; je 2000 Mart auf 23 927, 43 575 und 99 791( Ohne Gewähr). * Die 28. Hauptversammlung der Ludwigsund Alice Stiftung für hessische Volksschullehrer wird am 30. September d. Js. im Saal des Festhauses zu Worm abgehalten. Es wird u. a. die Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern vorgenommen. Es scheiden aus die Herren: Muhl- Vilbel, Scherer- Worms und Kaßlif- Darmstadt und 3 Erſaßmänner, von denen ausscheiden die Herren: Fuchs Darmstadt, Knauß- Gießen und Mint- Bensheim. †† Großfarben, 15. Aug. In der Nidda wurde heute Dröller hier tot aufgefunden. Sie war, wie mitgeteilt, auf Dienstag nach Vilbel vor Gericht geladen worden, um sich wegen der Anklage, das Verbrennen eines Kornhaufens verschuldet zu haben, zu verantworten. * Unter- Schmitten, 15. August. Unsere Gemeinde hat seit kurzem elektrische Beleuchtung, welche vorzüglich funktioniert( 11 Lampen und 2 Haus- Anschlüsse.) Nunmehr tritt die Wasserversorgungsfrage in den Vordergrund. Da nach der östlichen Höhe, dem sogen. Hainborn, Quellen vorhanden sind, so ist die Möglichkeit der Anlage einer Wasserleitung mit allen ihren Vorteilen nicht ausgeschlossen. Nieder- Mörlen. Pfarrer Kohl beging dieser Tage das silberne Priesterjubiläum. Windhausen. In den Gehöft des Joh. Scharch III. ist die Schweinerotlauffeuche festgestellt und über dessen Gehöft die Sperre verhängt. A Nidda, 15. Aug. Demnächst findet anf dem Hoherodskopf die diesjährige Familienkonferenz der Geistlichen des Defanats Schotten statt, zu der auch Geistliche der An Stelle benachbarten Dekanate Einladungen erhalten. des ursprünglich bestimmten Referats des Herrn Pfarrers Bräß zu Darmstadt über Jugendfürsorge" wird Herc Pfarrer Koller zu Herchenhain einen Vortrag halten. ** Nidda, 15. Aug. An Stelle des von hier veraus Gießen hier niedergelassen. un: 17.90, fränkische Mt. bis- Riedgerste Mr. garische Mt. 17.50-18.50. Hafer, htesiger Mt. 14.50-14.90, furHessischer Mt. 14.50-14.90, Württemberger Mr. bis bayerischer Mr. 14.60-15.10, russischer Mr. 14.20-15.10, Mais Mixed Mt. 12.50-12.75, La Plata Mt. 12.35-12.50, weißer Mais Mt. 12.70-13.20, russischer Mt.-.-. Kilo ab hier. OS SIP Hope Apes pro 100 Frankfurter Vichmarkt. Zum Verkauf standen 498 Ochsen, 51 Bullen, 757 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 213 Kälber, 140 Schafe und Hämmel, 1468 Schweine. Aus Desterreich 189 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) bollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mr. 70-72, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 67 bis 69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 64-66, d) gering genährte jeden Alters Mt.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 63-65, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 59-61, c) gering genährte Mt. Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 66-68, b) voll fleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 64-65, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 53-55, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 50-52, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 fg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= wich) 78-80 Pfg.,( Lebendgewicht) 46-48 Pfg., c) geringe Saugfälber 61-64 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70-73 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-69 Pfg., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfa. Schweine: a) vollfleischige der zogenen praktischen Arztes Dr. Bett hat sich Dr. Dauernheim feineren Raffen und deren Kreuungen inidb) 49 Big, by fleticbige ( Schlachtgewicht) 62 Pfg.,( Lebendgewicht) Pfg., ( Schlachtgewicht) 61 Pfg.,( Lebendgewicht) 48 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 55-59 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der HerDas Geschäft in Hornvieh war gut und ist der funft Bfg. * Bad- Nauheim, 15. August. In der abgelaufenen Woche sind 1257 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamtfrequenz bis zum 13. Auguſt 1903 20023 Personen ( 1902 18 727), wovon am genannten Tage noch 6113 legten Donnerstag 247949( 1902 225 176) abgegeben. får bag Botale, but i do fit ben besteffentlichen Erefinate: 1. Biti ( 1902 5048) anwesend waren. Bäder wurden bis zum Das Vieh wurde gerettet. Markt geräumt. Berantwortlich: für und Inseratenteil Albin Klein; Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. ungen ein Raub der Flammen. Der Beſizer ist versichert. Ein„ Freund" der Landwirtschaft. Das Bieg Roth, 17. Auguft. Gestern wurde die neue von ** Die Baugenossenschaft des Gießener evangelischen Arbeitervereins hat bis Ende v. Js. 38 Häuser errichtet, deren Herstellungswert einschl. Grund und Boden etwa 284 760 Mt. betrug, ferner sind im laufenden Jahre 6 wettere Häuser erbaut worden. Die ber Berein auch einige größere Wiethäuser mit Helfen Woh meisten Häuser sind kleine Einfamilienhäuser, indessen besigt nungen, um solchen Leuten, die nicht in der Lage sind, sich Ober- Rosbach, 15. Aug. Bei einem Gewitter schlug ein Blizz in eine Scheune und wurde diese und dret Stallein Häuschen zu erwerben, die Vorteile des gemeinnüßigen Wohnungsbaues ebenfalls zu gute kommen zu lassen. Die Genossenschaft ist stets mit gutem Erfolg bestrebt gewesen, ihren Häusern äußerlich einen behaglichen und netten Eindruck zu verleihen und die einzelnen Wohnungen den Bedürfnissen des fleinen Mannes entsprechend auszugestalten. In sämtlichen Häusern wohnen nur minderbemittelte Familien im Sinne des Wohnungsfürsorgeges 8. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder beträgt 100, unter letzteren sind sozusagen alle Stände vertreten, Fabrikanten und Arbeiter, Beamte und sonstige Bürger. Die Genossenschaft hat zur Hebung der Wohnungsverhältnisse in Gießen nicht unwesent lich beigetragen und es ist dies auch von der Stadt dadurch anerkannt worden, daß sie der Genossenschaft das Gelände für ihre Bauten für etwa die Hälfte des wirklichen Wertes überlassen hat. dai D. 3. * Gestürzt. Einem Radfahrer brach gestern abend in der Neustadt zu Gießen die Gabel in der das Vorderrad läuft; der Fahrer, ein Spengler, stürzte über die Lenkstage und erlitt eine stark blutende Kopfwunde. Aerztliche Hülfe war sofort zur Stelle. 00001 * Feldbergfest. Am nächsten Sonntag findet das 50. Feldbergfest statt, das an dem ursprünglich in Aussicht genommenen Tage, 23. Juni, durch die Ungunst der Witterung vereitelt worden war. ** Vogelsberger Rüstigkeit. Interessante Beobachtungen fonnte man bei der gegenwärtigen Erntezeit machen in Bezug auf die Rüstigkeit, die den Greisen unseres Vogelsberges inne wohnt. Landwirte im Alter von 70-75 Jahren sieht man häufig auf ihrer Scholle, doch Männer im Alter von 70-80, ja 82 Jahren auf dem Felde die Sichel schwingen zu sehen vom Morgen bis zum Abend, setzt den Beobachter doch in Erstaunen. Wenn ein Mann von 82 Jahren den ganzen Tag Garben bindet, wie man das in Belters hain beobachten konnte, so ist das doch ein Zeichen von Rüstigkeit das der Erwähnung wert ist; urwüchsige deutsche Kraft wohnt in eines solchen Mannes Arm. Das ist einer von den alten Barden deren Kraft nicht erlahmt und deren Hand nicht zittert, wenn sie das biblische Alter überschritten. Hätten wir nur alles solche Männer im deutschen Reich wie unsere Vogelsberger Landwirte! Lollar, 18. August. Gestern abend gegen 6 Uhr wurde einem Arbeiter von Salzböden auf der Main- Weser Hütte von einem Doppeltreibriemen der Arm vom Rumpf geschnitten. Der Bedauernswerte wurde sofort in ärztliche Behandlung genommen. der Firma Bicker in Cölbe erbaute Lahnbrücke eingeweiht. Die Brücke ist ein massives Bauwert mit 4 Bogen Spannweite und einen dazu führenden Damm, der zwei Flutbogen enthält. Die Kosten belaufen sich auf 75000 Mt., die die Gem inden Roth, Argenstein und Winkbach, sowie der Kreis n waren mit der Marburg tragen. Größere Festlichkeiten Einweihung verbunden. -r. Marburg, 17. August. Am Samstag befanden sich drei vornehme russische Damen aus Moskau auf der Durchreise nach Nauheim. In der Nähe von Kassel bemerkte eine aus Berlin kommende junge Dame, die im selben Kupee saß, daß ihr die Uhr von der Kette fehlte. Da die Sache den Eindruck machte, als sei die Uhr abgeknipst worden, so glaubte die junge Dame, die Ruſſinnen hätten ihr die Uhr entwendet. Sie machte davon auf hiesiger Station Anzeige, worauf die Russinnen in ein Zimmer geführt und untersucht wurden. Die Uhr fand sich jedoch nicht bei ihnen, sondern bei der jungen Dame selbst vor, bei der sie sich in den Kleidern irgendwo festgehakt hatte. * Fulda, 18. Auguſt. Heute beginnt die zweitägige Bischofskonferenz, zu der u. a. Kardinal- Fürstbischof Dr. Kopp- Breslau, Kardinal- Erzbisch f Dr. Fischer- Köln, Erzbischof Dr. Nörber- Freiburg, Weihbischof Dr. Likowski Posen, die Bischöfe Dr. Dr. Willi- Limburg, Rosentreter- Culm, Dingelstadt- Münster, Schneider- Paderborn, Korum- Trier, Thiel- Ermland und Voß- Osnabrück erscheinen werden. * Frankfurt a. M., 17. August. Eine wahre Selbstmordmanie hat hier gestern und heute geherrscht. Aus Gram über den Tod seiner Frau erhängte fich heute bormittag, ein 59 Jahre alter Steindrucker, ferner wegen eines langjährigen Leidens eine 67 Jahre alte Privatiere. Den Revolver wählten ein Schreinermeister, der seinem Leben aus unbekannten Gründen ein Ziel seßte, und ein 25 Jahre alter Schreiner, der sich wegen eines ehelichen Zwistes eine Kugel in den Hals schoß, aber noch lebend in das Heiligegeiſtſpital gebracht wurde. Im Main wollte ein in den 20er Jahren stehendes Mädchen, mit ihrem 11/ 2jährigen Kinde auf den Armen den Tod suchen, wurde aber von vorüberkommenden Leuten daran gehindert. * am wenn Je billiger man füttert, d. h. mit geringerem Geldaufwand man eine bestimmte Leistung von seinen Tieren erhält, um so größer wird die relative Rentabilität sein, das weiß heute jeder Landwirt. Kann dieser Satz nun einseitig so ausgelegt werden, daß nur der billige Einkauf oder die billige Erzeugung der Futtermittel damit gemeint sein soll? Ganz ficher nicht, denn die bloße Erfahrung lehrt uns, daß die Berdaulichkeit der Nährstoffe eine hervorragende Rolle spielt. Diese Verdaulichkeit ist an gewisse Bedingungen gefnüpft, die einerseits in dem Futtermittel selbst, anderseits in der Verdauungskraft des Individuums begründet liegen. Ein Tier mit fräftig funktionierendem Verdauungsapparat wird das Futter beſſer verwerten, als ein solches, dessen Organismus auch sonst gesund, doch weniger Leistungsfähig ist; dieſe Tatsache fann sogar ein Professor nicht bestreiten! Gin sonderbarer Gelehrter ist nun der Ansicht, man müsse solchen, weniger guten Futterberwertern eben mehr und andere Tiere zu produzieren vermöchten. Damit wäre besseres Futter bieten, damit sie gleiche Leistungen wie die Frage des Umfanges der Leistungen vielleicht zu lösen, unter keinen Umständen aber derjenige der Rentabilität; diese erfordert unbedingt billige Fütterung, und die kann nur dann erreicht werden, wenn es gelingt, das Futter bis an die Grenze der Möglichkeit auszunutzen. Als Hülfsmittel zu diesem Zweck stehen dem Landwirte seit Jahren die verschiedensten Diätetika zur Verfügung, und man darf sagen, die Landwirte haben sehr bald das Gute herauszufinden gewußt und konsumieren darum schon im Interesse der Dekonomie nur eine Sorte, die sich als vorteilhaft erwiesen hat. So ist zum Beispiel die Regensburger Futterwürze Bauernfreude" in ca. 30 000 Betrieben eingeführt, und Sie täglich einlaufenden Anerkennungen und Nachbeſtellungen beweisen zur Genüge, welche Dienste das Präparat im Stalle leistet. Nun kommt aber plöklich einem Freunde" der Landwirtschaft in den Sinn, die Verweisung dieses Anregungs- und Genußmittels in die Apotheke zu beantragen, weil es ein Tierheilmittel set. Wir verzichten darauf, aus den ureignen Worten des Antragsstellers die geeigneten Folgerungen zu ziehen, wollen es uns aber nicht versagen, die Landwirte darauf aufmerksam zu machen, welches die KonDie na Bauernfreude" würde, aus der Die nach Ansicht des betreffenden Gelehrten ſequenzen für die Rentabilität der Wirtſchaft ſein Kassel, 17. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin, welche gestern Abend 10 Uhr 50 Min. von Wildpark im Sonderzug abfuhren, trafen heute früh 7³½ Uhr auf Bahnhof Wilhelmshöhe ein und begaben sich in Hofequipagen zum Schloß, von der troß der früheren Morgenstunde + Grünberg. Unſere Wegbaukommiſſion iſt gar Bahnhof sowohl, wie am Schloß zahlreich angesammelten manchmal schon getadelt worden; in diesem Jahre Menschenmenge enthusiastisch begrüßt. Nachdem das Kaiserfönnen wir sie aber nur loben. bis jetzt am Weg- paar auf Wilhelmshöhe eingetroffen war, wurde sofort die heute schon zu große Absperrung des Parkes vorgenommen. Die Kassellaner bau geschehen ist, Steinweg mit find bekanntlich von dieser Absperrung nicht sonderlich erbaut, da dadurch andere, zur Kur auf Wilhelmshöhe weilende Fremde vertrieben werden. für gut befunden werden Troßdem ein Bürger die geschehenen Ausfüllungen an Feldwegen„ dreckig" gefunden haben soll. Nur so fortfahren, dann werden mit ganz geringen Kosten alle unsere Grünberger Wege nach und nach auch gut. Abonnenten einmal zu Wort kommen. D. Reb.) Reden der Herren Marktbericht. Um zu erfahren,( Hier lassen wir einen unerren Stadt- Gieken, 18. August. Auf dem heutigen Wochenmarlt lofteten Butter väter„ klar" sehn, ist es gt nötig, die einzelnen Bürger wissen wie ihre Erwählten zu den einfennen zu lernen. Die zelnen Posten der Tagesordnung sich äußern.( Wir schlagen da vor, wer sich dafür interessiert, möge den Sigungen doch beiwohnen; der Stadt Stadt kann man doch nicht zumuten, extra noch einen Stenographen und dann die Drucklegung dieser Reden auf ihre Kosten zu übernehmen. Der Vorschlag unferes wertgefch. Mitarbeiters ist bis jeßt unseres Wissens in feiner Stadt zur Brazis geworden. D. Red.) r. Azbach( Kr. Weßlar). Am verflossenen Sonntag Morgen in aller Frühe hat ein hiesiger Landmann, namens Keller seinen Tod in der Lahn gesucht. Derselbe lebte in sehr guten Verhältnissen und stand bereits im hohen Alter bon 73 Jahren. Ein anderer Landmann hatte an demselben Morgen das Unglück bei dem Viehfüttern aus der Scheune zu stürzen, sodaß er nach verbracht werden mußte. nach Gießen in die Klinik - Enteneter per Pfd. 1.00-1.20 mt, Hühnereier 7-8 Pfg., St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg... Käſematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar Mr. 0.70-0.90, Sühner per Stüd Mt. 1.20-1.70, Hahnen, per Stüd Mr. C.70-1.10, Enten per Stüd 1.80-2.00, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg, Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 8.00-00.00 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 6.50-7.00, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfg. *** Fruchtpreise am Grünberger Frucht markt, vom 15. August. Weizen 00,00, Korn 14,00, Gerste Hafer 14,00-00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 8,00-00,00 Mart. Alles per Doppelzentner. Frankfurt a. M. An Weizen, hiesiger und Wetterauer 17. August. Fruchtmarkt, Es notierten nach Qualität: Mt. 16.50-16.60, furhessischer Mt. 16,60-16.70, norddeutsch. Mr. b., Kansas mf. 17.50-17.80, Roggen, hiesiger Mt. 13.50 bis 13.65, russischer Mf. 14.20-14.50. Amerikaner Mt. 14.40 bis 14.90, Gerste, hiesige Mt. bis Pfälzer, Mt. 17.20 bis würden. Apotheke bezogen, das Neunfache fosten. Heute bezahlt man bei Bezug per Postpacket 60 Pfg. für das Pfund, in der Apotheke dagegen müßte man 5-6 Mark für das gleiche Quantum zahlen. Dieses Verfahren nennt man wohl sich um die Landwirtschaft hoch verdient daß der Antrag machen??? Wir denken, daß der Antrag des Waffer war, rührigen Herrn ein Schlag viele andere zuvor, die Landwirte brauchen darum in absehbarer Zeit noch keineswegs auf die Vorteile der Bauernfreude", die man so gern mit allen Mitteln bernichten möchte, zu verzichten. Nach wie vor fertigt die Chemische Fabrif Th. Laufer in Regensburg die rühmlichst bekannte Futterwürze„ Bauernfreude" in altbewährter Zusammenseßung, und wer die Freßluft seiner Tiere erhöhen, die Verdauungstätigkeit derselben steigern, die Ausnutzung der Futterstoffe auf eine höhere Stufe bringen, kurz eine höhere Rentabilität der Viehzucht Die Erfahrung ist sich sichern will, nehme einen Versuch mit dem anerfannt vortrefflichen Präparat vor. mehr wert als eine leere Doktrin bom theoretischen Standpunkte aus, man lernt dadurch eben die Dinge in ihrer Wirklichkeit erkennen und hütet sich in Zukunft vor den großartigen Einfällen gelehrter Herren, die es nur auf eine Unterjochung der Theorie unter die Praxis [ 2040] abgesehen haben. Voranzeige. Aus Anlaß von Simchat Thora( Gesetzbuchsfest) veranstalte ich in dem großen Festsaal meines Etablissements Windhof am 13. Oktober ALF einen Großen Festball. Ballmusit von einer Militärkapelle. Eisenbahnverbindung zu den Zügen nach Wetzlar und Gießen. Chr. Duill, Gießen, Besitzer des Windhofes. Contentia. ( Wohlthätigkeitsverein.) Samstag, den 22. August 1903 findet bei Mitglied Arnold( Schipkapaß) die Landwirtschaftliche Ausstellungs- Lotterie Giessen. Ziehung 15. September 1903 Gew. 2000 Mk. 40 000. zus. 1 Hauptgw.i. W. v. Mk. 5000 1 2000 " 2 "/" D " á 1000 2000 5-100 31000 46 Gw. i.W.v.100-800) 1950, " Los 1 Mk., 11 Lose 10Mk. Porto und Liste 25 Pfg. empfiehlt L. F. Ohnacker, Darmstadt. Erntestricke genannt Garbenbänderempfiehlt Edgar Borrmann Eisenhandlung Gießen. statutgemässe Generalversammlung Staffee statt. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsabrechnung. 2. Abänderung des § 5 der Statuten. 3. Wintervergnügen. 4. Verschiedenes. Anfang punkt 9 Uhr. Der Vorstand. - - Sohn, hier hast Du meinen Speer, Meinem Arm ist er zu schwer, Sohn, hier hast Du auch mein Rad-Habs gefahren früh und spat; Sturmvogel ist nicht klein zu kriegen, Auf ihm wirst Du noch manchmal siegen!|| Nähmaschinen in vorzüglicher Konstruktion. 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