Nr. 166, Erstes Blatt. Woquementopreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pf Saus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertel jährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) berbeffife Bettschrift für Landwirtschaft, Ob- und Datenbek, fowie bie Clebonee Getfenblasen( whentlich). Das Blatten en allen Burting admitage. Samstag, den 18. Juli 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 0 Die eintaltige Betigelle for Cichen he gang Oberbeffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 to sonst 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 g. Boftzeitungsliste No. 3900. Rebektion und Expedition: Gießen Rennwe Servigoition: Gießen News 28. Neuelle Nachrichten ( foner Tageblatt) mex Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. Wegen vorzunehmender Arbeiten an der städtischen Laswaage auf dem S. ltersberg wird dieselbe von Montag, dem 20. d. 8 ab bis auf We teres außer Betrieb gef Bt. Ich bringe dies mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis, daß während dieser Zeit Verwiegungen auf den städtischen Waagen am Neustädtertor und bei der Margareten= hütte vorgenommen werden fönnen. Der Oberbürgermeister. J. V. Curschmann. Vorausfagen und Berechnungen. Rom, 17. Juli. Da niemand etwas bestimmtes über den Verlauf de Krankheit des Papstes erfahren fann, so können die be allen hervorragenden Ereignissen obligaten Voraussager und Berechner so recht ihr Mütchen fühlen. So wi eine Nachricht aus dem Vatikan dringt, wird auf die Mi nute ausgerechnet, wie lange dem Papst noch beschieden sein wird, zu leben, wenn... ja menn. Denn ein„ Wenn' ist immer dabei. Sogar in den Voraussagen der Aerzte Lapponi erklärte heute, der Zustand sei unverändert, der Papst könne noch einige Tage leben, wenn... nicht eine Katastrophe eintritt. Die ärztliche Kunst, das sieht man ist am Rande ihres Könnens angelangt. Verzichteten die Aerzte doch sogar auf einen Bruststich, trotzdem sie dem Kranken dadurch sicher Erleichterung verschafft hätten. Sic fürchten, daß der greise Körper doch schon zu sehr geschwächt iſt. Inzwischen hat Mazzoni einen ruhigen Augenblick, dessen sich der Papst erfreute, benutzt, um diesen zu photographieren. Er machte von dem Kranken, an dessen Bett der treue Centro fniet, zwölf wohlgelungene Aufnahmen. Abergläubische Römer bedauern, daß der Papst sich dazu verstanden habe, sich photographieren zu lassen. Ein Kran ker, der das täte, fönne sicher sein, so sagen sie voraus, ſein Lager nur tot zu verlassen. Auch dem treuen Centra berechnen sie schon ein nahes Lebensende. Die Politiker machen inzwischen allerlei Voraussetzungen und Berechnungen über das Konklave und den künftigen Bapst. Man munkelt von geheimnisvollen Aufträgen, die Leo XIII. an Rampolla gegeben haben soll, der ihn abends spät besuchte. Die„ Tribuna" will sogar wissen, daß es sehr weitgehende Vollmachten gewesen seien. Man sagt, daß Gotti und Rampolla mit einander paktierten und berechnet im voraus genau die Chancen, die Gotti hat, gewählt zu werden, wenn Ramvolla und sein Anhang ihn unter: ſtützt. Sicherer als diese problematischen Voraussetzungen sind die statistischen Berechnungen über das Verhält nis der Stimmtenzahlen der katholischen Gläubigen, die die einzelnen Kardinale vertreten. Danach sind 32 Millioner italienische Katholiken in der Kirchenregierung durch 39, die 148 Millionen Katholiken des übrigen Europas durch 25, die Katholiken Amerifas und Australiens durch je einen Kardinal vertreten. Es entfallen nämlich auf Italien 39, Frankreich 7, Desterreich- Ungarn und Spanien je 5, Dentschland 3, England( mit Irland) 2 Kardinäle( der englische Vaughan ist vor einigen Wochen gestorben), Belgien, Portugal, die Vereinigten Staaten und Australien je einen Kordinal. Die Politik. Zur Unterstützung von Unterbeamtenwitwen hat der preußische Minister des Innern eine interessant Verfügung erlassen. Es wird darin ausgeführt, daß an gesichts der starken Vermehrung von Unterstügungsanträgen für Hinterbliebene von Unterbeamten nur in ganz besonderen Ausnahmefällen die Bewilligung außerordentlicher Beihilfen erfolgen könne. Die Beamtenwitwen seien gegen früher erheblich besser gestellt. Allerdings seien damit auch die Ansprüche gewachsen. Insbesondere sei das Bestreben der Unterbeamtenwitwen, den Kindern eine weit über ihren Stand hinausgehende Bildung zu geben, insofern ein Uebelstand für die Witwen geworden, als dieses Streben in feinem Verhältnis zu den Mitteln stehe. Etwaige Unterſtüßungsanträge sollen von diesen Gesichtspunkten aus seitens der Behörden geprüft und nötigenfalls von vornherein zurückgewiesen, oder es soll doch auf die Bittsteller entsprechend eingewirkt werden. Prozeßverschleppung in Deutschland. Seit 1888 läßt die Reichsregierung amtliche Erhebungen über die Dauer der Civilprozesse anstellen. Aus dem bisherigen Ergebnisse dieser Ermittelungen seien einige interessante Daten mitgeteilt. Zunächst ist festzustellen, daß bei der Anberaumung des ersten Termins in den letzten Jahren im allgemeinen eine Beschleunigung stattgefunden hat, sowohl bei den amtsgerichtlichen, wie bei den land- und oberlandesgerichtlichen Sachen. Die Dauer der Prozesse selbst ist dagegen entschieden gestiegen. Bei den Amtsgerichten ist der Anteil der Prozesse, die weniger als drei Monate gedauert baben. feit 1888 von 68.7 auf 58,4 pct. zurückgegangen, der der Prozesse von mehr als einem Jahr Dauer von 2,1 au 4,3 pCt. gestiegen. Bei den erstinstanzlichen landgerichtlichen Prozessen sind 1901 allerdings 28,2 pCt.( gegen 26,8 pЄt. im Jahre 1888) in weniger als drei Monaten entschieden, dagegen ist der Anteil der ein bis zwei Jahre dauernden von 11,5 auf 13,1 und der der länger als zwei Jahre dauernden ſeit 1890 von 2,9 auf 4,2 pCt. gestiegen. In der Berufungsinstanz hat sich die Dauer der Prozesse bei den Landgerichten infolge der Abkürzung der Einlassungsfrist etwas verfürzt, indem im Jahre 1901 39,6 vom Hundert der Prozesse in weniger als einem Monat entschieden sind gegen 35,1 vom Hundert im Jahre 1899. Dagegen ist bei den Oberlandes gerichten eher wieder eine Verschlechterung eingetreten, indem im Jahre 1901 15,8( 1899 14,7) vom Hundert ein bis zwei Jahre und 5,2( 5,1) über zwei Jahre dauerten. Wenn auch diese Statistik stellenweise eine Beschleunigung des Prozeßganges zeigt, sind die Klagen über zu lange Dauer der Brozesse doch nicht ungerechtfertigt. Die Mandschureifrage gelöst! Was wir gegenüber den Schwarzmalereien der bri tischen Presse über die Lage in Ostasien vorausgesagt haben ist eingetroffen: die Mandschureifrage ist in Ruhe und Frie den zu allseitiger Zufriedenheit nur nicht zu der Eng ' ands gelöst. Aus Washington kommt folgende amtliche Mitteilung: Die Mandschureifrage ist in befriedigender Weise gelöst worden durch die von der chinesischen Regierung gegebene Zusicherung, die Mandschurei in nächster Zeit dem Welthandel zu öffnen durch die Erklärung mehrerer Häfen zu Vertragshäfen. Die russische Regierung hat den Vereinigten Staaten offiziell erklärt, daß sie sich dieser Freigabe in feiner Weise widersetzen werde. Welche Häfen freigegeben werden sollen, ist noch nicht angegeben, doch verlautet, es sollten dies Mukden und Tatung- fao sein. In Washington glaubt man, die Eröffnung von Vertragshäfen werde im Monat September erfolgen. Dagegen, daß Rußland sich nach diesem Zugeständnis in der Mandschurei häuslich einrichtet, hat offenbar weder Amerika noch Japan etwas einzuwenden. Diese Erledigung der Frage bedeutet einen neuen Triumph der russischen Staatskunst über die britische, die von Niederlage zu Niederlage schreitet. Englisches Militär in Südafrika. Im Londoner Unterhause machte der englische Kriegsminister Brodrick u. a. Mitteilungen über die Truppen, die in Südafrika garnisoniert werden sollen. Danach schlägt die englische Regierung vor, in Südafrika 25 000 Mann zu halten, und zwar 4 Kavallerieregimenter, 14 Batterien, 14 Linienbataillone und 4 Garnisonregimenter. Diese Truppen sollten zugleich auch für den Dienst in Indien in Notfällen bestimmt sein. Die indische Regierung werde aufgefordert werden, einen Teil der Mehrausgabe zu übernehmen. Truppentransporte würden zwischen Südafrika und Indien im Notfalle sofort verfügbar sein. Amerika im Suluarchipel. = Der neueste Streich der unternehmungslustigen Yankees, die Hissung des Sternenbanners auf einigen nördlich von Borneo in der Sulusee gelegenen und von England als britischer Besitz betrachteten Inseln, hat in London große Verblüffung hervorgerufen. Um so mehr, als es sich offenbar nicht um ein voreiliges Vorgehen eines Schiffskommandanten, sondern um eine von langer Hand geplante Maßnahme der Washingtoner Regierung handelt. Die amerifanische Botschaft in London hat im Auftrage ihrer Regierung den britischen Ministern das erklärt und hinzugefügt: Die Inseln gehörten früher den Spaniern und gehören nach der Eroberung der Philippinen Amerika. Die Annettierung ist erfolgt, um eine Grenze zwischen dem amerikanischen Besitz in den Phlippinen und der Sulusee einerseits und der britischen Nordborneo- Gesellschaft andererseits herzustellen. Das britische Kabinett will das natürlich nicht gelten lassen. Es betrachtet die Inseln als zu England gehörig und protestiert gegen ihre Annerion durch die Vereinigten Staaten. Die Inselgruppe besteht aus sieben Inseln, namens Taganac, Baguan, Baffungan, Lihiman, Sibaung, Boaan und Lanfavan. Taganac, Baguan und Baffungan beherrschen die Häfen von Sandakau, Sibaung, Boaan und Lihiman den Eingang zur Labukbay, sie sind deshalb strategisch höchst wichtig; ihr sonstiger Wert ist geringfügig. Selbstverständlich werden die Amerikaner die Inseln nicht wieder herausrücken. Yankeehumanität. Neben der Kommission, die der Sklaverei in den Vereinigten Staaten nachforscht, ist jetzt noch eine andere Kommission von Washington aus entsandt worden, die die Aufgabe hat, die Gefängnisse zu untersuchen. Ihre Entsendung war die Folge eidlicher Aussagen, wonach die Behandlung der amerikanischen Gefangenen grausamer sei, als in Sibirien. Den Gefangenen wurde vor dem Prügeln der Rücken mit Fett bestrichen und dann Sand in die Wunden eingerieben. Dem Staatsgouverneur wurden Wunden von Peitschenhieben gezeigt. Und das ist das Land der Freiheit und der Menschenrechte! Kurze politische Nachrichten. * Das Reichsamt des Innern hat dem deutschen Fischereiverein in diesem Jahre 60 000 Mart überwiesen. Der preußische Kultusminister Studt verweigerte wäh rend seines Aufenthaltes in Christiansfeld einer Abordnung von sechs dänischgesinnten Landleuten, die um Einführung ztveier dänischer Sprachstunden in den Schulen bitten wollten, die nachgesuchte Audienz. * Das preußische Oberverwaltungsgericht hat im Gegensatz zu dem nachgeordneten Gericht jetzt dahin entschieden daß Patentanwälte auch in Preußen zur Ge werbesteuer nicht herangezogen werden dürfen. In anderen Bundesstaaten sind die Patentanwälte schon bisher nicht gewerbesteuerpflichtig gewesen. Die Dreyfuskampagne in Frankreich will kein Ende nehmen. Jetzt erklärt ein Blatt wieder eine Mitteilung, in der außer Esterhazy noch ein Offizier der Artillerieſchule in Fontainebleau beschuldigt wird, Dokumente an Deutschland geliefert zu haben. Der Sultan ist erkrankt. Die Aerzte schrieben ihm absolute Ruhe vor und verordneten ihm warme Bäder. * Ein englischer Händler Howard nebst seiner ganzen Schiffsmannschaft wurde, wie jetzt bekannt wird, auf seinem Fahrzeuge beim Tauschhandel von Eingeborenen der deutschen Admiralitätsinseln ermordet. Die Eingeborenen erbeuteten Gewehre und Patronen und ließen das Schiff dann auf Grund laufen. Die Bewohner der Admiralitätsinseln sind Kannibalen und haben schon mehrfach Reisende meuchlings ermordet. * Bei Capari in der Nähe von Monastir hat wieder ein Zusammenstoß zwischen türkischen Truppen und einer aus dreißig Köpfen bestehenden bulgarischer Bande stattgefunden. Die Bulgaren verloren zwölf Tote, die Tück a hatten vier Tote und Verwundete. Nab und fern. Die Kaiserin als Landwirtin. Während ihres Aufenthaltes in Cadinen widmet die Kaiserin der Bewirtschaf tung des Gutes ein reges Interesse. Täglich unternimmt sie einen Gang durch die Felder, um sich von dem Stande der Feldfrüchte und dem Fortgang der Erntearbeiten persönlich zu überzeugen. Vielfach zeigt sie sich in den Ställen, überwacht das Futtern des Viches, das Melken, sieht dem An- und Abschirren der Pferde zu und unterhält sich mit den Bediensteten über die einschlägigen Fragen. Von Schlo bitten kommend, traf Prinz Adalbert von Schleswig- Holstein, ein Neffe der Kaiserin, zu kurzem Besuche in Cadinen ein. Neueren Dispositionen zufolge gedenkt die Kaiserin, ihren Besuch in Cadinen bis zum 6. Auguſt auszudehnen und dann mit ihren Kindern und dem größeren Hofstaate nach Schloß Wilhelmshöhe überzusiedeln. † Der„ Erste Deutsche Abstinenten- Tag" findet in Berlin vom 8. bis 10. August d. Is. statt. An ihm werden fast alle diejenigen Vereinigungen teilnehmen, welche die gänzliche Enthaltsamkeit vom Aikohol predigen. An ihrer Spizze steht der Guttempler- Orden, der gegenwärtig in Deutschland etwa 20 000 Mitglieder in rund 800 Logen zählt; dann die Landesgruppe Deutschland des Internationalen Alkoholgegner- Bundes und der Deutsche Bund abſtinenter Frauen. Dazu kommen die abstinenten Fachvereine der Kaufleute, Lehrer, Lehrerinnen, Eisenbahner, Aerzte, Pastoren und Studenten. Die Gesamtzahl der Abstinenten in Deutschland wird zur Zeit auf etwa 35 000 geschätzt. Ein Opfer des Spiritismus wurde in Berlin die Frau eines Portiers namens Jankowsky. Durch Teilnahme an spiritistischen Sitzungen, denen sie ohne Wissen ihres Mannes beiwohnte, wurde sie tiefsinnig und sab fortgesetzt Geister, sogar die ihrer noch lebenden Brüder. Um die arme Frau von ihrem Wahn zu heilen, ließ man ihre Brüder nach Berlin kommen. Als die Kranke sie aber sah, verfiel sie in Tobsucht, indem sie fortwährend rief:„ Ihr seid ja tot, was wollt ihr hier?" Die Unglückliche mußte nach einer Anstalt gebracht werden. Ihr 71jähriges Ghejubiläum können am 27. d. Mts. die Kapitän Arnoldschen Eheleute in Neßmersiel( Ostfriesland) feiern. Dem Jubelpaare verlich der Kaiser im vorigen Jahre anläßlich der 70, ährigen Hochzeitsfeier die bisher nur wenige Mal zur Verleihung gelangte Ehe- Jubiläumsmedaille mit der Zahl 70. Der Jubelgreis ist 97, seine Battin 89 Jahre alt; beide sind noch ungemein rustig und lebensfroh. Die Here"! zu Wasserburg im Elsaß erhängte sich ein Bauer aus einem Anlaß, der aus dem finstersten Mittelalter zu stanunen scheint: Seine Frau war von einem weiſent Mann für eine Here erklärt worden, die den Bauern das Vieh verhert haben sollte. Die abergläubischen Leute mieden nun ängstlich jeden Verkehr mit der Familie der„ Here", und der Mann nahm sich, als er den Grund von diesem Verhalten erfuhr, die„ Schande" so zu Herzen, daß er es vorzog, aus dem Leben zu scheiden. Die Angelegenheit dürfte noch ein Nachspiel vor Gericht haben. Die Berlon der Ohrenowitsch. Ihr Beispiel spornte die Frauenwelt an, und weit über en hingus richoll ihr Sph alfo rubig e beffelben Dra Sörbarkeit be Die Krenzotter im Blashorn. Eine gefährliche Ueber. raschung wurde einem Musiker in dem ostpreußischen Dorse Hirschberg zu teil. Dort fand ein Konzert statt. Als beim ersten Stück der Tubabläser sein Instrument an die Lippen seven wollte, zingelte eine Schlange aus dem Mundstück hervor. Die Musiker hatten auf ihrem Hinwege im Walde Raft gehalten, und so ist wohl die Schlange in das Justru ment hineingeraten. Sie konnte, ohne Schaden anzurichten, getötet werden. Ein Opfer des Spiritismus wurde in Berlin die Frau eines Bortiers namens Jankowsky. Durch Teilnahme an spiritistischen Sitzungen, denen sie ohne Wissen ihres Man nes beiwohnte, wurde sie tieffimmig und sab fortgesetzt Geister, sogar die ihrer noch lebenden Brüder. Um die arme Frau von ihrem Wahn zu heilen, ließ man ihre Brüder nach Berlin kommen. Als die Kranke sie aber sab, verfiel sie in Tobsucht, indem sie fortwährend rief: Ihr seid ja tot, was wollt ihr hier?" Die Unglückliche mußte nach einer Anstalt gebracht werden. Ihr 71jähriges Ghejubiläum können am 27. d. Mts. die Kapitän Arnoldschen Eheleute in Neßmerfiel( Ostfries( and) feiern. Dem Jubelpaare verlich der Staiser im vorigen Jahre anfäßlich der 70jährigen Sochzeitsfeier die bisber nur wenige Mal zur Berleibung gelangte Ehe- Jubiläumsmedaille mit der Babl 70. Der Jubelgreis ist 97, seine Gattin 89 Jahre alt; beide sind noch ungemein rüstig und Icbensfroh. Die„ Dexe"! zu Wasserburg im Elsaß erhängte sich ein Bauer aus einem Anlaß, der aus dem finstersten Mittelalter zu stammen scheint: Seine Frau war von einem weisen Mann für eine Here erklärt worden, die den Bauern das Vieh verbert haben sollte. Die abergläubischen Leute mieden mun ängstlich jeden Verkehr mit der Familie der„ Here", und der Mann nahm sich, als er den Grund von diesem Verhalten erfuhr, die„ Schande" so zu Herzen, daß er es vorzog, aus dem Leben zu scheiden. Die Angelegenheit dürfte noch ein Nachspiel vor Gericht haben. Lokales. Gießen, den 18. Juli. Versetzt wurde zum 1. Bat. Inf. Regt. HessenHomberg Nr. 166 der Bahlmeister Sage vom 3. Bat. des Inf. Regt. Kaiser Wilhelm- Gießen. * Die Gießener Gemälde- und funstgewerbliche Ausstellung im Turmhaus am Brand wird morgen geschlossen. * Di Deffen betrug Bur Steuerfre laffen, wobo Unter fteuerl nats in ben Allohol, 21 nach der Ber Send abfichtigen b auch in Cr eine Bigarre Gießen B * Von der Universität. Die venia legendi für das Fach der 8oologie wurde dem Assistenten am zoologischen Institut, Dr. J. Groß aus Riga erteilt. * Ginquartierung. Ein Offizier und 22 Mann des Thüringischen Ulanen- Regiments Nr. 6 aus Hanau mit 26 Pferden wurden in Gießen zur weiteren Ausbildung im Aufklärungsdienst einquartiert. * Uebungen im militärischen Brückenbau machten Mannschaften des Gießener Regiments oberhalb des RübSam'schen Kieslagerplages über die Woog. Es wurde sowohl eine feste, auf Blöcken ruhende, sowie eine leichte auf Fässern lagernde Brücke fonstruiert. ** Hess. Thür. Staats- Lotterie. Die Lose der 4. Klasse zu der am 28. Juli stattfindenden Biehung sind bei den Kollektören schnellstens in Empfang zu nehmen; bekanntlich finden in diesem Monat 2 Biehungen statt. ** Logierbesuch. Als der Deutschen hohe Tugend rühm schon Tacitus ihre Gaftlichkeit, und auch heutzutage nod wird sie, soweit die deutsche Zunge klingt, in Ehren ge halten. Nur, daß heute der Streis, in dem die Gastfreund schaft ausgeübt wird, enger ist als einst, wo ein jeder es für eine heilige Pflicht hielt, dem Fremden, der rasten wollte, gastlich Tor und Haus zu öffnen. Heut empfangen wir bei uns nur Freunde und Bekannte zum" Logier. besuch", wie man mit einem recht unschönen seunstausdruc für eine schöne Sitte zu sagen pflegt. Und jetzt gerade, in der schönen Jahreszeit, ist die Hochsaison des Logierbesuchs, sei es, daß man solchen empfängt oder selbst zum Besuch. ausfliegt. Eine jede wackere Hausfrau rechnet es sich nur zur Ehre an, ihrem Besuch seinen Aufenthalt unter ihrem Dach möglichst angenehm zu machen und verfällt dabei häufig in den Fehler, durch das Zuviel des Guten ihren Gast förmlich zu erdrücken. Der Gast merkt, daß er als Fremder behandelt wird, dem man eine Ertrawurst zu braten" für nötig hält, er fürchtet, das Budget der Fa milie zu beschweren und fühlt sich schließlich ungemütlich. Die größte Ehre und Wertschätzung, die man einem Gaste angedeihen lassen kann, ist es, wenn man ihm zeigt, daß man ihn ganz als Hausgenossen, als zur Familie gehörig. betrachtet, und daß sein Erscheinen das Räderwerk des täg lichen Lebens nicht im geringsten aus dem Taft gebracht jat. Dann wird sich der Gast heimisch und wohl fühlen. Selbstverständlich muß auch er den nötigen feinen Herzens aft besitzen, um das Zusammenleben zu einem ersprießlichen zu gestalten. Auch er muß sich als Glied der Ja milie dem herrschenden System unterordnen und nicht etwa besondere Rücksichten verlangen. Sollte ihm diese oder jene Speise nicht schmecken, so darf er es sich nicht merken lassen, ebenso darf er nicht verlangen, daß seinetwegen die ge wohnten Mahlzeiten der Familie verschoben werden, weil er es vielleicht zu Hause anders gewohnt ist, und er muß jich pünktlich zu ihnen einstellen. Gegenseitige Rücksichten ist die erste Bedingung für ein gutes Einvernehmen zwischen Gästen und Wirten. Der Gast darf nicht glauben, daß der Wirt, selbst wenn er ein naher Verwandter ist, mur für ihn da ist, und ebenso darf der Wirt den Gast nicht fortwäh rend mit Beschlag belegen und so dessen persönliche Freiheit in empfindlicher Weise beschrinken. Ein Muster für das richtige Verhältnis zwischen Birt und Gast bildet die eng Itsche Gastfreundschaft. Der Engländer macht seinen Be such mit der Zeit der täglichen Mahlzeiten und des ge selligen Beisanımenseins bekannt und läßt ihm für die Zwischenzeit alle Freiheit, erwartet aber auch, daß der Gast diese nicht mißbraucht und seinen Wirt auf sich warten läßt. Nur wer seinen Egoismus schweigen zu lassen ver steht, besitzt die Sunst, ein angenehmer Wirt und lieber Gast zu sein. Der lettere darf außerdem die goldene Regel nicht vergessen, daß man seinen Besuch nie zu lange aus. behnen foll. Die zu lange Amve enheit eines Gastes, und mag er noch so beliebt sein, wird' chließlich in jedem Haus. jalt als Störung empfunden und die Hausfrau atmet er eichtert auf, wenn der Besuch endlich abreist. Die Abeise eines Gastes soll aber Bedauern erwecken. ) Der verbotene Mäßigkeitsverein. Wie ein fiskalisches Schildbürgerstücklein nimmt sich die folgende Nachricht aus Rolozsvar in Ungarn aus. In einem der umliegenden Dörfer war der Geistliche seit Monaten emsig bemüht, der immer mehr um sich greifenden Trunksucht zu steuern. Schließlich gelang es ihm auch, sich Gehör zu schaffen, beute den einen, morgen den anderen zu nüchternem Lebenswandel zu befehren, und jüngst wollte er nun zur größeren Verbreitung seiner Lehren einen Mäßigkeitsverein gründen. Die Statuten dieses Vereins aber wurden vom Minister des Innern nicht genehmigt, und zwar aus dem gewiß plausiblen, wenn auch vielleicht ethisch anfechtbaren Grunde: daß die Gründung eines Vereins, dessen Bestrebungen eine Verminderung der ärarischen Einnahmen zur Folge hätten, nicht gestattet werden könne. Der Doppelgänger des Toten. In dem Dörschen Bardello bei der italienischen Stadt Varese wurde ein Hausierer namens Zanni verhaftet, der es verstanden hatte, sich unter der Maske eines totgeglaubten Soldaten, der den unglück. lichen afrikanischen Feldzug mitgemacht hatte, in dessen Ja milie einzuschleichen. Auf dem Meierhof der Familie Barassi erschien ein Mann, anscheinend taubstumm, der ihr schriftlich mitteilte, er sei ihr Stousin Giuseppe Barassi, der als Berfagliere im Jahre 1896 nach Afrifa geschickt worden war. Man hatte ihn nach der denkwürdigen Schlacht von Abba Garima zu den Toten gerechnet, indes hätte er sich flüchten Fönnen, freilich), un bald darauf einigen mörderischen Gallas in die Hände zu fallen, die ihm in grausamer Weise die Zunge aus dem Munde schnitten und ihn dann seinem Schicksal überließen. Unter unsäglichen Entbehrungen habe er mehr als drei Jahre in den afrikanischen Wäldern gelebt, wo er schwer erkrankte und das Gehör verlor. Endlich sei es ihm gelungen, die Meeresfüfte zu erreichen und auf einem kleinen italienischen Handelsschiff in die Heimat zurückzukehren. Der Schwindler verstand es. sogar seine eigenen Schwestern und Brüder zu täuschen, ja selbst seine frühere Braut erkannte ihn wieder. Zanni, der drei Tage lang im Dorf gefeiert wurde, bat bereits seinen Betrua einaeftanden. A Aus den Ueberschwemmungsgebieten wird ein weiteres bedenkliches Steigen von Warthe und Weichsel gemeldet. Nach dem Orte Orzechowo bei Wreschen mußte ein Hilfsfommando von 150 Wann mittels Grtrazuges zur Hilfeleistung gesandt werden. In Posen beträgt der Wasserstand 2,10 Weter; auch dort sind große Ueberschwemmungen zu erwarten. Der Bahnverkehr in Polen ist infolge Hochwassers teilweise unterbrochen. In Lodz herrscht Kohlennot, so daß die dortige Nähgarn- Manufaktur den Betrieb eingestellt bat; andere Fabriken werden voraussichtlich folgen. Man hofft, daß die Störung bis Montag beseitigt sein wird. Der Minister des Innern, Freiherr von Hammerstein, Ober präsidialrat Dr. Michaelis und der Regierungspräsident on Oppeln, Holt, sind in Neiße eingetroffen, um die Hochwasserschäden in den Kreisen Weiße und Neustadt zu be ichtigen. Die Krenzotter im Blashorn. Eine gefährliche Ueberraschung wurde einem Musiker in dem ostpreußischen Dorfe Hirschberg zu teil. Dort fand ein Konzert statt. Als bein ersten Stück der Tubabläser sein Instrument an die Lippen setzen wollte, zingelte eine Schlange aus dem Mundstück hervor. Die Musiker batten auf ibrem Hinwege im Walde Raft gehalten, und so ist wohl die Schlange in das Instru ment bineingeraten. Sie konnte, ohne Schaden anzurichten, getötet werden. ** Ableistung der Militärdienstpflicht in deutschen Kolo nicen. Infolge zahlreicher Anträge und Anfragen wird in Bezug auf Ableistung der Militärdienstpflicht in deutschen Kolonieen militäramtlich darauf hingewiesen, daß dies ledig lich nur bei der deutschen Schutztruppe in Südwestafrifo und bei den Truppen im Gouvernement Riautschau gescheher fann. Eine Dienstleistung bei den übrigen Schuttrupper ist vollständig ausgeschlossen. Zugelassen zur Dienstleistung werden nur Ein- und Dreijährig Freiwillige. Die Roster für die Sinreise hat jeder selbst zu tragen, da die Einrich tung im allgemeinen nur für solche Deutsche bestimmt ist, die in Afrika resp. in Ostasien ihren dauernden Wohnsit haben. Nach abgeleisteter Dienstpflicht kann sich der Ve treffende auf Wunsch einem Ablösungstransport anschließen, indessen gibt es von Afrifa zurück eine derartige Einrich tung nicht. Unter gleichen Bedingungen können auch Mann. schaften des Beurlaubtenstandes dort die vorgeschriebenen llebungen ableisten. Bezügliche Anträge sind dem zustän digen Bezirkskommando möglichst früh einzureichen; bei ver späteter Meldung können Sie Anträge abgewiesen werden. Einstellungen erfolgen in der Regel nur am 1. April und 1. Oktober. Gin Automobilunfall der italienischen Königin hai dieser eine Verrenkung des Fußgelenks eingetragen. Sic machte mit dem Könige eine Fahrt im Part von Racconigi Plötzlich verlor der König die Herrschaft über das Gefährt, bas wie rasend davonstürmite. König und Königin mußten hinausspringen. Der König kam ohne Verletzung davon. Das Befinden der Königin gibt zu Befürchtungen feinen An. laß. Die Königin Mutter Margherita hatte übrigens zu gleicher Zeit das Unglück, auf einer Automobilfahrt bei Vicenza die Kutsche eines Landarztes umzuwerfen. Doch wurde niemand verletzt. Bunte Chronik. Das erste deutsche Invalidenheim einer Landesversicherungsanstalt wurde in Lübeck eingeweiht. - In einer Fabrik photographischer Bedarfsartikel zu Elberfeld wurde durch Explosion von Blitzlichtpulver ein Ar beiter getötet und großer Materialschaden angerichtet. - In Berlin wurde von einer abends in einer Miets wohnung zugezogenen Frauensperson ein Kind geboren und erdrosselt. Die Unbekannte ist unbehelligt entkommen. ** Das Präsidium des Landesverbandes der Kriegertameradschaft Hassia" ließ die Gräber der Ge fallenen von 1866 in Aschaffenburg, Frohnhofen und Laubach auch in diesem Jahr zum 37. Geburtstage schmücken. In Kremmen gab der Zimmermann Schluſin auf seine Nichte, die seine Werbung abwies, drei Revolverschüsse at und verletzte sie tötlich. Sch. wurde verhaftet. ** Schüßenfest. In der gestrigen Hauptversammlung des Schützenvereins wurde die Besetzung des Festzuges wie folgt durchs Loos bestimmt: Radfahrerverein, Freiw. Gail'sche Feuerwehr, Bürgergesellschaft, Männergesangverein, Liederkranz, Gernhardt'scher Bither- und Mandolinenchor, Harmonie, Concordia, Gemütlichkeit, Maschinenbauer- Gesang. verein, Kutscherverein, Turnerschaft, Artillerievereine, Stemmund Ringklub, Schüßenverein und Städtische Feuerwehr. Fast 2/3 der hiesigen Geselligkeits-, Feuer-, Gesang, Ruder- und Radfahrer- Vereine haben ihre Teilnahme am heute abend stattfindenden Festtommers zugesagt, während die Beteiligung am Festzug diverser Vereine am Sonntag wegen anderweitiger Verpflichtungen nach außen, sich versagen mußten.- Die Mitglieder des Schützenvereins versammeln sich Sonntag nachmittag 2 Uhr im Café Royal Seltersweg zur Abholung der Fahne. Wir wollen wünschen, daß das 1898er Schüßenwetter sich dieses Mal nicht wiederholen möge. - Während der Einweihung der norwegischen Ofoten bahn in Dijermulen brach eine Landungsbrücke zusammen und 100 Menschen stürzten ins Wasser. Viele von ihnen trugen erhebliche Verletzungen davon. - In Paris wurden zwei Amerikaner verhaftet, die ir dem großen Erbschaftsstreit der Familien Fair und Van derbilt als Zeugen falsche Aussagen gemacht haben sollen -Im russischen Dorfe Potrowskoi, Gouvernement Sa mara, zerstörte ein Großfeuer 500 Häuser und alle Korn speicher. Fünf Menschen sind umgekommen. Kunft und Wiffenfchaft. felbft eine Unternehmen * Wif mann ein u meister Rarl ein Fach in bann unberri ** Rodi ** Radrennen. Am 26. Juli findet an der Hardt ein großes internationales Radrennen statt, bei dem der große Preis von Gießen zum Austrag kommen wird. Das Rennen ist offen für Berufs- und Amateurfahrer. Es haben sich bereits zahlreiche Rennfahrer gemelbet, unter anderen Räser, Grizmann, Möder- Berlin; Lier, Schmidter- Köln; Gräf- Frankfurt, Lasall- Paris; EbertLeipzig, Werner, Lutter- Magdeburg 2c. Ein Besuch dieses interessanten Rennens dürfte sich sehr empfehlen. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat in der heutigen Nummer. RO. Eine chinesische Schauspieltournee durch Europa. Die Lorbeeren, die die japanische Truppe von Sada Yacco in Europa gepflückt hat, Tassen augenscheinlich die chinesischen Schauspieler nicht schlafen. Wie aus Paris gemeldet wird, will eine Schauspieltruppe, die ausschließlich aus Schauspielern und Schauspielerinnen des Himmlischen Reiches 311sammengesetzt ist, eine Tournee durch Europa unternehmen. Die aus 15 Mitgliedern bestehende Gesellschaft ist bereits in Petersburg angekommen, von wo sie sich nach Wien, von da nach Berlin und schließlich nach Paris be geben wird. in der abge Beichen. Na Kriegerverein felbst mit gr ][ Auf dem deutschen Turnfest in Nürnberg werden vom Gau Hessen drei Musterriegen gestellt, und zwar eine Gauriege am Barren, geleitet von Herrn Gauturnwart Will- Wetzlar, welcher auch zugleich als Kampfrichter auf dem dortigen Fest tätig ist. Die zweite Riege stellt der Turnverein Buzbach am Pferd unter der Leitung des Prof. Wamser. Der Turnverein Gießen schickt eine Barrenriege, die von dem Turnwart Müller- Gießen geleitet wird. Außerdem werden sich vier Turner aus dem Gau an dem Einzelwetturnen beteiligen. Für den Mittelrheinkreis findet das Einzelwetturnen Montag, das Musterriegenturnen Dienstag Vormittag statt. Vom Weßlarer Turnverein wurde dessen 1. Turnwart, Herr Gustav Mülln, als Teilnehmer nach Nürnberg gesandt. Zur Gaumusterriege nach Nürnberg stellten folgende Vereine Wetturner: T.-V. Bußbach 2 Turner ( Krämmer und Lippert), T.-V. Gießen 4 Turner( Müller, Berghof, Noll, Bepler und Schmidt), T.-V. Marburg 2 Turner( Röeßing und Fischer). OF. Der chinesische Past eines deutschen Gelehrten ist gegenwärtig im Berliner Museum für Völkerfunde ausgestellt. Er lautet auf den Namen des Professors Grunwald, der eine Reise nach den versunkenen Kulturstätten im chinesischen Turkestan vollendet hat. Von den dortigen Behörden ist auch die Urkunde ausgefertigt. Sie gleicht in Größe und Material einer Papierserviette. Das Formular ist in blauen Bettern vorgedruckt. Den Rand des Formulars bilden Druckleiften von gleicher Farbe, die so ausgeführt sind, daß sie den Umriß eines Hauses darzustellen scheinen. Der Text, so. wohl im vorgedruckten Formular wie in den Eintragungen, ist aweisprachig, rechts chinesisch, und links mandschurisch. Im Giebel des Hauses steht in den entsprechenden Schrift. zeichen dieser beiden Idiome das Wort: Chih- Chao", d. h. Baß. Tage die ju zogen und fi herrschte aud Stol freite Der Hut ist bei Gesang wohnter Wei Geschlecht her Mufterungsg halten werder ** Vom Lande wird uns mitgeteilt: Die Kornernte hat bereits am gestrigen Tage vereinzelt ihren Anfang genommen. Da aber der heutige Tag mit einem ziemlich starken Regen einsetzte, so wurde die begonnene Arbeit wieder unterbrochen. Der Regen tam übrigens unseren Feldern sehr zu statten, besonders den Hackfrüchten, welche in ihrer Entwickelung bereits sehr beeinträchtigt wurden; die überaus große Hiße hat nicht allein das Korn zur Reife gebracht, sondern auch die Sommerfrucht, namentlich die Gerste, fängt mächtig an zu bleichen. ** Nachstehende Geschäftskarte, die an Orginalität wohl seines gleichen sucht, übersendet uns zur Veröffentlichung ein Freund unserer Zeitung. Georg Meyer*) Direktor d. Berliner Original- Meierei u. Dorfschänke GEMEINDEVORSTAND UND NACHTWÄCHTER des nach Berlin verlegten Dorfes Ober- Hastenichgesehn. Ehrenmitglied des Vereins ehemaliger Säuglinge. Inhaber hoher Orden, sowie der I.-IV. Classe der Kgl. Preuss. Staatslotterie und vieler ähnlicher Wertpapiere. Kgl. Sächs. Staatsuntertan u. Mitglied des gr. Deutschen Reichs Tnhaber des Celepbon Anschlusses Amt 1,$ 25. RITTER VOM FOLTAKREUZ P. P. * Rodh trantentaffe migung erha Rod weihung der erfolgen, ben große, 1901 Grün BERLIN W. JÄGERSTR. 13, part. u. IV. Etage. Der Bepuemlichkeit meiner w. Gäste wegen gerade über vom Kgl. Leihhause. * Meyer m. d. weichen ey u. Halsweite 40, dies wolle man beachten, um Verwechselungen zu vermeiden. findet am S inspektor M begannen hi *** Telegraphieren und Telephonieren. Auf dem Postamt in Wildungen wurden Versuche gemacht, ob man mit ein und derselben Verbindung gleichzeitig telegraphieren und telephonieren könne und es hat sich gezeigt, daß dies ohne jede Störung möglich ist. Man fanu * Nie Genossenschaf meister Kra Seibertenrod, Lein von Kle Herren Karl Schneider in Lan fiskus hier lände, welch Es wurde du zahlt. Auf angelegt. E nötig werden entsprechend paffieren för Fußgänger o Laut errichtet am arate gesucht ** Fram Endgehalt, * Main deutsche Feu Schiebenen G Nunmehr ist stattfindender Feuerwehrfe im nächsten Ma tember 149 fich an einer Schäfer Eintritt in S richtliches Ur Villmar Außer jest aud Mai beliebt weg es außerord dasselbe di Wiede idh, um Tä daß nur Aftien- Br worden ist. Marbur 18. Juli. Regt. Seffen 3. Bat. De perblime morgen ge legendi für _ zoologiichen 22 Mann Hanau mit bildung im bau machten 16 des Rüb urde sowohl auf Faffern - Die Lofe ben Biebung zu nehmen; n statt. Arieger ber der Ge en und Lau ge schmüden. uptversamm Des Feftauges rein, Freiw. gefangverein, ndolinenchor, auer- Gefang eine, Stemm Cerwehr. Faft Ruder- und heute abend Beteiligung anderweitiger sten.- Die ich Sonntag zur Abholung Ser Schüßen mder Hardt bei dem der Strag fommen nd Amateur nnfahrer ge öder- Berlin; aris; Ebert Besuch dieses Im übrigen en Nummer Nürnberg gestellt, und rrn Gauturn mpfrichter auf Ut der Turn ng des Prof Barrentiege wird. Außer dem Einzel findet bas en Dienstag wurde deffen nehmer nach Nürnberg ach 2 Turner ner( Müller, Marburg 2 geteilt: Die reinzelt ihren Lag mit einem egonnene Ar igens unferen Lichten, welche t wurden; bie rn zur Reife amentlich die e, die an rsendet uns eitung. orfschänke CHTER chgesehn. glinge. se der Kgl. ertpapiere. atschen Reichs 825. u. IV. Etage adeüber vom es wolle man honieren. ude gemacht, idseitig tele hat fich ge Man fann * * also ruhig eine Depesche tippen" und gleichzeitig mittels desselben Drates sprechen, ohne das die„ Tipperei" auf die Hörbarkeit des Gespräches einen schädigenden Einfluß ausübt. Die Branntweinerzeugung des Großh. Hessen betrug im Monat Juni d J8. 507 Hektoliter Alkohol. Bur steuerfreien Verwendung wurden 924 Heftoliter abgelassen, wovon 43 Hektoliter vollständig denaturiert waren. Unter steuerlicher Kontrolle verblieben am Schlusse des Monats in den Lagern und Reinigungsanstalten 3080 Heftoliter Altohol, 2138 Hektoliter wurden im Laufe des Monats nach der Bersteuerung in freien Verkehr gesetzt. Heuchelheim, 17. Juli. Wie wir erfahren, so beabsichtigen die Fabrikbesizer Rinn u. Clo os von hier auch in Crumbach, am Dün 8 berg gelegen, demnächst eine Bigarrenfabrik ins Leben zu rufen. Die Firma Noll Gießen betreibt bekanntlich schon seit vielen Jahren daselbst eine Zigarrenfabrik. Wir gratulieren zu dem neuen Unternehmen und wünschen ihm die besten Erfolge. ** Wißmar. Diebe brachen beim Landwirt Ph. Feldmann ein und stahlen eine Taschenuhr. Beim Schreinermeister Karl Stroh hatten sie weniger Glück, sie durchbrachen ein Fach in der Mauer, erschlugen den Hofhund und mußten dann unverrichteter Sache wieder abziehen. Rodheim a. d. Bieber, 17. Juli. Unser Dorf stand in der abgelaufenen Woche vollständig im militärischen Zeichen. Nachdem am Sonntag die große Heerschau der Ariegervereine des ehemaligen hessischen Hinterlandes" hierselbst mit großem Pomp gefeiert worden, wurden am heutigen Tage die jungen zukünftigen Krieger der Musterung unter3rgen und für die einzelnen Truppenteile bestimmt. Daher herrschte auch am heutigen Tage hierselbst reges Leben; mit Stolz schreiten die zur Fahne bestimmten Refruten einher, Der Hut ist mit einem mächtigen Strauß geschmückt und bei Gesang und Becherklang wird die Musterung in gewohnter Weise gefeiert. Aber auch bei dem allerjüngsten Geschlecht herrscht an solchen Tagen große Freude, da die Musterungsgeschäfte in den beiden oberen Schulsälen abgehalten werden, so giebt es alljährlich zwei freie Schultage. - mer. 1.00-1.20, Sühner per Stüd Mt. 1.20-2.20, Sahnen, per, Stüd Mt. C.70-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Dchsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 9.50-10.00 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 9.00-10.00, Kirschen per Rfund 30-54 Bfg. Milch der Liter 18 Rfa. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Wilhelm Kreuder zu Grünberg derart, daß dieser einen Schädelbruch davontrug. Für diese rohe Tat wird ihm 1 Jahr Gefängnis zudiftiert. 2 Wochen Untersuchungshaft Der wegen ver werden auf die Strafe angerechnet. botenen Glückspiels angeklagte Friedrich Jakob Stipp von Frankfurt a. M. bleibt unentschuldigt aus, weshalb seine gefängliche Vorführung verfügt wird. Handlungsgehülfe Heinrich Roth von Lauterbach wird von der gegen ihn erhobenen Anklage der Urkundenfälschung freigesprochen. Den Schluß bildet eine Sache wegen Körperverlegung und Hausfriedensbruchs, begangen von 4 Einwohnern Grüningens zu Dorf Gill, gelegentlich der Rückfehr von der Kontrolversammlung. Der Haupttäter hat Die Großherzogliche Baubehörde für Universitätssich der Strafe durch Flucht entzogen. Christian Heinrich Neubauten in Gießen hat es für nötig erachtet das im Engel bekommt 1 Jahr 4 Monate, Ludwig Völf 7 Monate und Wilhelm Ernst Albach 6 Monate Gefängnis, während Enteignungsverfahren von Gelände für den Neubau Chriftian Ernst Fay Freisprechung erzielt. der Chirurgischen- und Augen- Klinit ergangene Urteil des Provinzial- Ausschusses in Nummer 156 2c. des Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Gießener Anzeiger zu veröffentlichen. Aufgebotene. Am 15 Juli Karl Lint, Bäckermeister zu Gießen und Elisa" bethe Johanna Haubach dahier. 16.„ Johann Heinrich Bremer, Taglöhner zu Gleiberg und Marie Gertrude Bücking, Dienstmagd zu Gießen. Eheschließungen. Am 11. Juli Wilhelm Theodor Loh, Finanzaspirant dahier mit Hedwig Helene Christiane Köhler, Tochter des Schreinermeisters Karl Köhler II. dahter. Georg Rieß, Schneider und Turmwart dahier mit Marie Josepha Katharine Gramlich, Tochter des verstorbenen Schaffners Fridolin Gramlich dah er. " " " 17. " " 1 " " Friedrich Menz, Taglöhner dahier mit Alwine Schneider geb. Limber, Wittwe des Taglöhners Heinrich Schneider dahier. Max Pelteson, Fabrifbesizer zu Dresden mit Hedwig Oppenheimer, Tochter des Liförfabrifanten August Oppenheimer dahier. Geborene. * Rodheim a. B. Die Statutenänderung der Drtstranfentasse hat seitens des Bezirksausschusses die Geneh- Am 17. Juli Dm Schreinermeister Karl Klingelm yer eine migung erhalten und tritt sofort in Kraft. = Rodheim v. d. H. Voraussichtlich wird die Einweihung der neuen protestantischen Kirche am 11. Oktober erfolgen, dem Tage an welchem vor ca. 45 Jahren die große, 1901 niedergebrannte Kirche, eingeweiht wurde. Grünberg. Eine Inspektion der Handwerkerschule findet am Sonntag hier durch den Großh. Gewerbe- Schulinspektor Meyer aus Darmstadt statt. Gestern Samstag begannen hier die Schulferien. * - Nieder- Ohmen. Aus dem Vorstand der MolkeretGenossenschaft e. G. m. u. H. sind die Herren Bürgermeister Kratz von Ober- Ohmen, Johs. Knöß von OberSeibertenrod, Karl Hofmann von Bobenhausen und Heinrich Lein von Klein Eichen ausgeschieden; neu gewählt sind die Herren Karl Wagner in Nieder- Ohmen und Johannes Schneider in Merlau. * * Langgöns, 18. Jult. Gestern hat der Eisenbahnfistus hier von verschiedenen Grundstücksbesitz rn viel Gelände, welches um den Bahnhof herum gelegen, angekauft. Es wurde durchschnittlich pro Quadratmeter 80 Pfennig bezahlt. Auf dem augekauften Gelände werden Rangiergeleise angelegt. Es wäre nun zu wünschen, wenn bei der damit nötig werdenden Vergrößerung des Viadukts derselbe auch entsprechend verbreitet würde, damit Fuhrwerke bequem passieren können, und bei einem starken Fuhrwerkverkehr Fußgänger ohne Gefahr durchkommen. * * Lauterbach, 18. Juli. Ein neues Molkerei- Gebäude errichtet am Bahnhof die hiesige Molterei- Genossenschaft. ** Frankfurt. Für den Schlachthof werden zwet Tierärzte gesucht. Das Anfangsgehalt beträgt Mt. 3200, das Endgehalt, das nach 21 Jahren erreit wird, Mt. 4400. Mainz, 18. Juli. Schon im Jahre 1902 sollte der deutsche Feuerwehrtag hier abgehalten werden. Aus verschiedenen Gründen wurde er auf dieses Jahr verschoben. Nunmehr ist auch in diesem Jahre wegen des in Nürnberg stattfindenden Deutschen Turnfestes von der Abhaltung des Feuerwehrfestes abgesehen worden. Es findet aber bestimmt im nächsten Jahre dahier statt. * Mainz, 17. Juli. Ein Knabe, der erst im September 14 Jahre alt wird, wurde hier verhaftet, weil er sich an einem kleinen Mädchen schwer vergangen hat. Aus dem Gerichtssaal. Ferienftrafkammer. Schäfer Josef Filter von Kohlscheid nimmt vor Eintritt in die Hauptverhandlung seine gegen ein schöffengerichtliches Urteil gerichtete Berufung zurück. Peter Flach von Villmar mißhandelte ohne Veranlassung den Schreiner Außer den von mir seither geführten Bieren bringe| jezt auch Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 9 " 8. " H " 9. " " " 10. " " 11 Tochter. Kaufmann August Wittich ein Sohn, August Karl Louis. Kürschner Richard Frenzel eine Tochter, Marie. Schneidermeister Wilhelm Eich ein Sohn, Wilhelm Ernst Karl. Aus Fachkreisen wurde uns folgendes zu Aufnahme zugesandt: Eingesandt. Man gestattet sich, da nun einmal öffentlich eine Folgende kurz zu entgegnen: derartige Darstellungsweise ergangen, auf diese das Die betreffende Behörde hat es nicht unterlassen fönnen, in einer Vorrede zum Urteilsabdruck Bemerkungen zu machen, wie sie für eine staatliche Behörde ganz unangebracht und der Oeffentlichkeit gegenüber unpassend sei. Ganz besonders aber bei einer Enteignung wie der vorliegenden. Daß die Art und Weise wie die Exproprianten vorgegangen sind, um ihre Interessen dem Staate gegenüber zu wahren mindestens unpassend sei denn anders kann man die Auslassungen der Baubehörde nicht auffassen muß entschieden widersprochen werden, da es doch Jedermann freisteht, sein gutes Recht bis auf das Aeußerste zu verteidigen. Ungehörige Bemerkung außerhalb der Verhandlungen sind von den Eigentümern, deren Besitzungen man enteignen will, nicht gemacht worden und darüber, von welcher Seite im ordentlichen Verfahren nie derartige Bemerkungen gefallen sind, kann man verschiedener Meinung sein. Das letzte Wort in der Endeignungssache hat nicht der Provinzialausschuß, sondern als oberste Instanz vielleicht sogar das Reichsgericht in Leipzig zu sprechen und dürfte nach Lage der gesamten Verhältnisse die Freude über das bis jetzt Erreichte verfrüht sein.- Warten wir es deshalb ab, was die Zukunft bringen wird! " " PP " Spengler Paul Noack eine Tochter, Charlotte. In 11. " " " Fuhrmann August Kraz ein Sohn, Karl August. " " " 11 " 12 15. P " " 11 Wirt Emil Freund ein Sohn, Hermann Robert. Maurer Ludwig Frey eine Tochter Emma. Spediteur Wilhelm Lynker eine Tochter. Gestorbene. Am 10. Juli Ernst Adolf Theodor Deutscher, 31 Jahre, 11 Monate alt, Händler dahier. 11. " 13. " f " 14. " " 15. " " " " Friedrich Kloz, 20 Jahre 11 Monate alt, Gemüsehändler dahier. Heinrich Hof, 52 Jahre, 4 Monate alt, Kohlenund Holzhändler dahier. Elise Panz, 14 Tage alt, Tochter der Taglöhnerin Katharine Panz, geb. Schomber dahier. Heinrich Karl Ludwig Staffel, 6 Monate alt, Sohn des Zimmermanns Christian Staffel dahter. Julianne Engel, 72 Jahre alt. dahier. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 18. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 19. Juli.( 7. Sonntag nach Pfingsten.) Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. " 1 " um 8 Uhr: Die zweite hr. Messe. " um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 22 Uhr: Christenlehre; darauf satramentarische Bruderschafts- And acht. Marktbericht. Gießen, 18. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter Enteneter Hühnereter 6-7 fg., per Bfb. 1.00-1.10 Mr, St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linien per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Verloosung. Bei der heute unter polizeilicher Aufsicht vorgenommenen Verloosung für wohltätige Zwecke wurden folgende Nummern mit Gewinnen gezogen: Nr. 15, 48, 60, 74, 98, 124, 141, 156, 244, 256, 11 Flasche zu 18 Pfennig 287, 316, 328, 355, 362, 379, 391, 457, 465, 473, 488, 1/2 502, 533, 537, 538, 617, 643, 662, 669, 671, 683, 717, Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke 750, 761, 811, 815, 843, 856, 943, 947, 974, 992, 1012, ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, 1042, 1095, 1115, 1116, 1139, 1141. daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gießen. Die Gewinne fönnen im Pfarrhause Südanlage 8 abgeholt werden, die nicht abgeholten werden den Gewinnern baldigst in das Haus gebracht werden. Gießen, den 17. Juli 1903. Dr. Naumann, Pfarrer. Wiener Allgemeinen Medizinischen Zeitung" ist zu lesen: Der Wilhelm's antiarthritische antirheumatische Blutreinigungs- Thee des Franz Wilhelm, Apotheker, f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterre ch, dieser schnell bekannt gewordene Thee, eignet sich auch nach kompetentem Ausspruche als Cur in jeder Jahreszeit zur gündlichen Reinigung des Blutes von allen krankhaften Ablagerungen ohne Unterschied für jedes Alter, für jedes Geschlecht. Die 1000fältigen Guren, die mit demselben in der Gicht, in Rheumatismus, Nerven-, Muskel- und Gelenkeschmerzen er: zielt worden, sichern ihm den Namen eines unfehlbaren Mittels in genannten Leiden. Ebenso bei Hautausschlägen Geschlechtskrankheiten, wenn auch veraltete, hartnäckige Uebel. da dieses Mittel als innerlicher Gebrauch den ganzen Orga nismus reinigt. Für Hämorrhoidalkrankheite. und an Ver stopfung leidende Personen Beber- und G 1bsuchtkranke ist ein wahrer Schatz durch diesen Thee an die Hand gegeben, nur muß der Thee der echte sein und man sich nicht du ch Nachahmungen täuschen lassen, wo man das Geld ohne Erfolg ausgibt. Der ächte, nach ärztlicher Vorschrift erzeugte Wilhelm's antiarthritische antirheumatische Blutreinigungs Thee ist nur zu bezichen samt Gebrauchsanweisung von dem Erzeuger Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, oder dessen Niederlagen. Bestandteile: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lenins blätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carurwurzel 3-50, Radic. Cariophyll. 350 Shinarinde 3-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sasaparillivurzel 35, Fenchel, röm. 350, weiß Senf 3.50, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Mickels& Gle, Berlin SW. 19 43 Leipziger. St asse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei in Krefeld Giessener Freiw.FeuerwehrZu dem heute Abend im Neuen Saalbau 8/2 Uhr beginnenden Fest- Kommers des Schützenvereins sowie am Sonntag stattfindenden Festzug ersuchen wir unsere Kameraden sich zahlreich zu beteiligen. Antreten zum Festzug Sonntag nachmittag 2 Uhr am Turmhaus am Brand. Uniform: Tuchrock und Helm. - 10 15 tüchtige Arbeiter für sofort gesucht. Gebr. Kahl, Gießen. Melden auf dem Kieslagerplay an der Margaretenhütte. Sehr billige Proine. Das Kommando. Deutsche erstklassige Roland- Fahrräder auf Wunsch auf Teilzahlung Anzahlung 30-50 Mk. Abzahlung 8-15 Mk. monatlich. Gegen Barzahlung liefere Fahrräder schon v. 70 M. an. Man verlange umsonst Preisliste S. Rosenau in Hachenburg Nr. 1230 Schützen- Verein Giessen Vom 18. bis 21. Juli 1903 25jähr. Stiftungsfeft verbunden mit Preisschiessen und Volksfest auf dem Festplate des Schützenhauses. Samstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr: Festkommers im Neuen Saalbau( früher Stein's Garten). Sonntag, den 19. Juli, morgens 6 Uhr: Weckruf durch die Strassen der Stadt; 11 Uhr: Früh- Bankett Restaurant Royal, Seltersweg. 22 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Wallthor, Zug durch die Stadt nach dem Festplatze. Dasselbst Begrüssung, Beginn des Preisschiessens und Volksfestes. Montag, den 20. Juli, morgens 10 Uhr: Frühkonzert auf dem Festplatze. Mittags 1 Uhr: Festessen Juli 26. Sportplatz a. d. Hardt. ( Radrennbahn.) Juli 26. Grosses Internationales Radrennen. Der grosse Preis von Giessen. Dauerrennen für Berufsfahrer. Dem 1. Steger 500 Mart in Baar; dem 2 Sieger 250 Mack in Baar; dem 3. Steger 125 Mark in Baar. Alles Nähere die Plakate. 00000008000000 Grosser Räumungs- Ausverkauf. Anfang Oktober berlege ich mein Uhrens, Gold- und Silberwarengeschäft nach Neustadt 19( Neubau) neben Herrn Metzgermeister Kreuder. Bis dahin verkaufe sämtliche Waren- Vorräte zu bedeutend herabgesetzten Preisen. D. Kaminka, Uhrmacher. Gießen. - Marktplatz. 5555550 0000000080000000 Versteigerung. im Schützenhause. Von 4 Uhr ab: Konzert u. Volksbelustigungen. Dientag, den 21. d. Mts., Abends Lampionsumzug. Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr: Tanz und Volksbelustigungen. Preisverteilung. Einmaliger Eintritt 30 Pfg., Tageskarten 50 Pig., Dauerkarten 1,20 Mt., im Vorverkauf 1 Mt. Zu den Eintrittspreise: Dauerkarten werden Beifarten für erwachsene Familienmitglieder zu je 50 Pfg. ausgegeben. Dauerkarten berechtigen zum Besuch des Fest- Kommers im neuen Saalbau. Karten im Vorverkauf zu haben bei H. Noll, Mäusburg, G. Retter, Schulstraße, Sonntag, Seltersweg, Daniel Heil, Cigarrengeschäft, Lindenplag, Caffè Hettler, Ludwig Klein henn, Bahnhofstraße. Ohne Fleiss keinen Preis AURORA Beabsichtige auf dem diesjährigen Pferdemarkt zu Alsfeld, am 27. Juli, ein Arrangement von Geschirren und Kummeten aller Genres auszustellen. Besonders mache ich aufmerksam auf das ⚫ neueste Patentkummet ,, Auroro" eigene Erfindung unter dreifachem Schutz. Dasselbe ist aus einem Stüd Leder ohne jegliche nachmittags von 2 Uhr an Arbeitsvergebung. Die zur Erseuerung des Anstrichs der eisernen versteigere ich im Auftrage des Einfriedigung beim Gesichtsgebäude dahier erHerrn W. Albohu dahier in dessen forderliche Wohnung Schützenstraße Nr. 1 Haus und Küchengeräte alle Weißbinderarbeit Art,( darunter 2 volft. Betten, wird hierdurch zur Vergebung auf dem Submissionsweg mehrere Kleiderschränke, 1Küchen- ausgeschrieben. schrank, mehrere kleine Schränke, 2 Koffer, Stühle und Tische), Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreib1 Musikautomat, 1 Dezimal' ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen wage u. v. A. gegen Barzahlung. und können auch letztere daselbst zum Selbstkostenpreis Versteigerung bestimmt. in Empfang genommen werden. Gießen, den 18. Juli 1903. Seipel, Gerichtsvollzieher. S. G. des Turnvereins Gießen. r= Commers). Heute Abend 8 Uhr bei Wigandt Vollzähliges fcheinen erwünscht Angebote sind bis zum 22. Juli d. Is., vorm. 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 15. Juli 1903. Großh. Hochbauamt Gießen. Reuling. Der Vorstand Deffentliche Impfung zu Gießen. 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Nr. 166 bonnemento n's Saus gebre Grattobellage Oberbeffie Bectonban, low Bad Blatt für Vergeb Bum äuß winterungshau Landesunivers Arbeiten und Ministerialerla dem Submiffion 1. Schrein Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, das Fried. hofsaufseher Löber dahier zum Vertreter des Vollziehungsbeamten Mulch bestellt und als solcher verpflichtet worden ist. Gießen, den 16. Juli 1903. Der Oberbürgermeister. J. V. Curschmann. Landwirtschaftl. Provinzialu. Verbands- Ausstellung in Giessen vom 10.- 13. September d. Js. Die Aufstellung einer Verkaufsstelle für Zigarren( Pavillon), der Vertrieb einer Ausstellungs- Denkmünze und des Kataloges auf dem Festplate soll an einen geeigneten, leistungsfähigen Unternehmer vergeben werden. Nähere Angaben sind von Herrn Weinhändler Helm in Gießen zu erfahren. Ebenso vorzügliches Mittel zum Im- find Angebote bei diesem Herrn einzureichen. Im- find prägnieren von Holz und Mauerwerk, sowie gegen FäulHardthof, den 17. Juli 1903. 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Einem jeden Pferdefreund und Besizer möchte ich bitten, nachstehenden Spruch zu beherzigen: ,, Das Pferd es zieht Waren von erstaunlichem Gewicht, Daher von Kummetdruck es zu bewahren menfchenpflicht." Hochachtungsvoll - Donnerstag, den 23. Juli d. I., abends 8½ Uhr auf Oswalds- Garten: Appell ist aller alten und neuen Mannschaften. Versäumnisse werden gemäß Art 13 der Landesfeuerlöschordnung und nach§ 368, 3iffer 8 des Reichs- Strafgesetzbuches geahndet. Die zur Entlassung to nmenden Mannschaften haben Binde und Gross- Feldaer Kummet- u. Geschirrfabrik Feuerlöschordnung abzuliefern. Der Branddirektor, Louis Völzing. Traber. Neuheiten! Reinwollene Kleiderstoffe, weiss, crême und farbige Wasch- Kleiderstoffe, Blousenstoffe in allen Farben und Qualitäten. empfiehlt Grünberg. Karl Schlosser. Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelet, August Gabriel jr., Gießen. Massenfabrikation. Werke Abendstern. Bahnanschlüsse. Telephon Nr. 84. 2. Spengle 3. Schloffe 4. Blizable 5. Glasera 6. Weißbir 7. 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