Nr. 140. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfo., n's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbefftiche Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Donnerstag, den 18. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einspaltige Petitzelle für Otehen wie ganz Oberheffen, die Kreise Bezlar unb Marburg 10 fg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 fg. Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchlak Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Stehener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Die Ergebniffe der Reichstagswahlen. Aus 349 Wahlkreisen war am Tage nach der Wahl bas Wahlergebnis an der amtlichen Kontrolſtelle in der Reichshauptstadt bekannt. 184 Abgeordnete sind nach diesen Berichten gleich im ersten Wahlgange gewählt, in 165 Wahlkreisen hat sich eine Etichwahl als erforderlich herausgestellt. Die nachstehend abgedruckte Tabelle gibt über den Stand des Wahlergebnisses, soweit es bis zum ersten Abend nach der Wahl vorlag, Aufschluß. Es fehlte noch das Ergebnis aus einer Anzahl Wahlkreise Ostdeutschlands, Mecklenburgs und der nordwestdeutschen Landesteile. Bund der Landwirte Centrum Deutsch- Konservative im ersten an Stich Wahlgang wahlen gewählt betheiligt 521 28 Name der Parteien bisherige Parteiſtärke Bayerischer Bauernbund 106 52 47 Deutsche Reichspartet 20 5 Deutsch- Soziale( Antisemiten) 12 6 Freisinnige Vereinigung 15 12 Freifinnige Volkspartei 28 24 Nationalliberale 53 6 58 Sozialdemokraten 58 56 116 Süddeutsche Volkspartei 7 Bolen 14 Welfen. Wilde 3 1 18 10 397 184 zusammen Ein Blick auf die Tabelle bestätigt, daß diejenigen Recht gehabt haben, die eine Zerreibung des Liberalismus zwischen der Rechten und den Sozialdemokraten voraussagten. Zwar die Nationalliberalen dürften so ziemlich in ihrer bisherigen Stärke wieder in den Reichstag einziehen, die anderen liberalen Gruppen aber, Freisinnige Volkspartei, Freisinnige Vereinigung und Süddeutsche Volkspartei, werden nur wenige ihrer Anhänger im neuen Parlament sehen. Keine der drei Gruppen hat bisher einen Kandidaten glatt durchgebracht, und ihre Aussichten für die Stichwahl sind keineswegs b. fonders cosig. Die anderen Parteien, Konservative, Zentrum, Natio nalliberale, werden voraussichtlich ohne große Verluste aus dem Wahlkampf hervorgehen. Das Zentrum wird nach wie vor die stärkste Partei in der Volksvertretung bleiben, wenn es auch vielleicht einige Mandate abgeben muß. Die Konservativen dürften sich auf der bisheri gen Höhe behaupten. Eine gewisse Schwächung wird die Rechte insofern erfahren, als die ihr zugehörige Reichspartei voraussichtlich arg zusammenschmelzen dürfte; auch der Bund der Landwirte als solcher wird eine Einbuße erleiden, sind doch seine beiden bekannten Führer, Dr. Diederich Hahn und Dr. Roesicke- Kaiserslautern, und außer ihnen der bekannte Lucke- Petershausen im Wahlkampf unterlegen sie werden also dem Reichstage einstweilen, wenn ihnen nicht eine Nachwahl den Zugang zu demselben erschließt, fernbleiben. Auch Dr. Dertels, der bekannte journalistische Führer des Bundes, sieht sich vor einer Stichwahl, deren Ausgang ungewiß ist. Ueber das Schicksal der kleinen Fraktionen und Fraktiönchen läßt sich wenig oder gar nichts vermuten. Es hängt größtenteils vom Zufall ab. Am auffälligsten springt das enorme Anwachsen der Sozialdemokratie in die Augen, diese Partei, die bei der vorigen Wahl in der Hauptwahl 32 Mandate errang und bei den Stichwahlen weitere 24 Size gewann, hat sich schon jetzt 56 Mandate gesichert; von den noch ausstehen den Kreisen dürften ihr auch noch einige zufallen, und außerdem stellt sie schon nach den bisher vorliegenden Meldungen in nicht weniger als 116 Wahlkreisen Stich wahlkandidaten auf, von denen ein nicht unerheblicher Teil Aussichten auf das umstrittene Mandat hat. Charakteristisch für das Anwachsen der Sozialdemokratie ist die Tatsache, daß in dem bisher überwiegend konservatiben Königreich Sachsen von den 23 sächsischen Wahlkreisen 18 den Sozialdemokraten bereits zugefallen sind, und daß in den übrigen fünf Kreisen nicht nur kein bürgerlicher Kandidat gesiegt hat, sondern daß die Sozialdemofratie auch in all diesen fünf Kreisen in die Stichwahl gekommen ist. Charakteristisch ist ferner der enorme Fortschritt der Sozialdemokratie unter der bisher ſtets zentrumstreuen rein katholischen Arbeiterbevölkerung Rheinland- Westfalen. In Essen wuchs die Stimmenzahl von 4400 auf 22,000 Stimmen! In Duisburg vermehrten auf sich die sozialdemokratischen Stimmen von 7800 25,000! Und auch in Bochum betrug der Stimmenzuwachs nicht weniger als 18,000 Stimmen, erhielt doch dort der Sozialdemokrat Hué 40,000 Stimmen, gegenüber 22,000 im Jahre 1898. Das ist in den drei Wahlkreisen Essen, Duisburg und Bochum ein Zuwachs von 52,800 Stimmen in Ueber die Bedeutung der Wahlen, besonders des rapiden Anwachsens der Sozialdemokratie wird uns geschrieben: Das kennzeichnende Merkinal des Wahlergebnisses ist die Tatsache, daß die großen Städte, allen voran die Reichshauptstadt, die Hansapläße und das sächsische Industriegebiet, an die Sozialdemokratie verloren gegangen sind. Die reichste Verlustliste weisen die Freisinnigen auf, während die Rechte und die Mittelparteien nur wenig Einbuße erlitten haben. Auch für Wahlen gilt das, was Friedrich der Große einst vom Kriegsglück gesagt hat. Unser Herrgott hält es mit den besten Flinten, bei den Wahlen also mit der besten Organisation. Und was dieſe anlangt, so ist die Sozialdemo fratie allen anderen Parteien weit überlegen, weniger deshalb, weil sie etwa die besten Strategen hat, sondern aus dem mehr äußerlichen und doch so wichtigen Grunde, weil die Arbeitermassen sich als Stand fühlen und in diesem Kampfe um das eine Ziel, die Erlangung eines großen parlamen tarischen Gewichts, auch das Standesbewußtsein und das Standesgefühl als Triebkräfte mitsprechen lassen, während in den Reihen der bürgerlichen Parteien vielfach eine gewisse Lässigkeit herrscht. Es wäre sonst nicht möglich, daß die Ge samtheit der abgegebenen bürgerlichen Stimmen nur die doppelte Anzahl der sozialdemokratischen beträgt, während das natürliche Verhältnis etwa wie 5: 2 sein müßte. So haben wir denn auch das charakteristische Merkmal, daß in rein bürgerlichen Wahlkreisen die Stimmenzahl erheblich zurückgegangen ist, in den sozialdemokratischen Hochburgen aber ist die Wahlbeteiligung ganz erheblich gestiegen. Die sozialdemokratische Presse trägt den Stolz über ihren vielleicht nicht unerwarteten, aber immerhin in dieser Ausdehnung doch unverhofften Erfolg mit großer Genugtuung zur Schau. Indes ist doch die Richtigkeit der vielfach lautgewordenen Ansicht, daß die Sozialdemokratie mit dieser Wahl ihren Höhrpunkt erreicht hat, nicht von der Hand zu weisen, denn es waren immerhin besondere Verhältnisse, die der Partei zu Hilfe kamen. Vor allen Dingen haben die sozialdemokratischen Werbeoffiziere dadurch bei der Arbeiterschaft und auch in kleinbürgerlichen Kreisen ein verhältnismäßig leichtes Spiel ge habt, daß sie mit der Agitation gegen die Lebensmittelzölle das ganze Warenhaus der zollgegnerischen Parteien förmlic auskaufen konnten. Daß die Sozialdemokratie tatsächlich die Erbschaft des großstädtischen Liberalismus angetreten hat, er gibt sich namentlich aus dem Wahlausgang in Berlin I, wo der freisinnige Kandidat 2000 Stimmen gegen früher verlor, während die Sozialdemokratie geradezu mit atmosphärischem Truck in die Höhe getrieben wurde. Daran war nicht die Persönlichkeit des Kandidaten schuld, sondern einzig und allein die politische und, wenn man will, auch die wirtschaftliche Konjunktur, denn die jetzigen Wahlen sind ein Produki inserer günstigen Wirtschaftsentwickelung, die in den Arbeiterfreisen die Meinung entstehen ließ, als seien die Schutzölle entbehrlich, als blühe auch ohne sie die Industrie und die wirtschaftliche Lage. Sollten einmal schlechte Zeiten für unsere gewerbliche Tätigkeit hereinbrechen, dann wird die Arbeiterschaft lange nicht mehr die kompakte Masse darstellen, wie heute in der Ablehnung der Lebensmittelzölle. Aber darin liegt das Merkmal dieser Wahl, die so im Wesentlichen doch nur eine Grenzregulierung auf dem linken Flügel ist, im übrigen aber hat sich doch im Kern der bürgerlichen Par teien und im Parteileben überhaupt nur wenig geändert. Schon das bisherige Ergebnis der Wahl, insbesondere das starke Anwachsen der Sozialdemokratie, gibt in politiſchen Kreiſen zu besonderen Mutmaßungen Anlaß die wir nicht unerwähnt lassen wollen. Wie unser CB.- Mitarbeiter uns schreibt, wird in Regierungskreisen das Anwachsen der Sozialdemokratie, die wahrscheinlich die zweitſtärkste Partei im Reichstage werden wird, u. a. auf das an die politischen Beamten ergangene Verbot, im Wahlkampf für irgend eine Partei Stellung zu nehmen, zurückgeführt, ferner darauf, daß Graf Bülow es vermieden hat, eine Wahlparole auszugeben, mit deren Hilfe die Rechte den Wahlkampf besser bestanden hätte. Der Kanzler, so wird versichert, habe ein solches Ergebnis nicht erwartet, und auch der Kaiser sei von dem Wahlausfall unangenehm berührt. Unter diesen Umſtänden sei es nicht unwahrscheinlich, daß Deutschland sich bald vor einer Kanzler- Krise sehen werde. Das heißt wohl etwas zu schwarz malen, wenn auch bei der Urteilsfähigkeit der Kreise, in denen solche Anschauungen im Umlauf sind, eine solche Entwickelung nicht unbedingt von der Hand zu erreichen ist. Jedenfalls aber ist, wie unser Mitarbeiter ebenfalls aus dem Munde eines bewährten Verurteilers unserer politischen Verhältnisse hört, an eine sofortige Kanzlerfrise nicht nicht zu denken. Graf Bülow wird unter keinen Umständen eher von seinem Posten abtreten, ehe er sich nicht an der Durchbringung der Handelsverträge versucht hat. Bei der Zusammensetzung des neuen Reichstages wird diese Aufgabe für den Kanzler freilich kein leichtes Stück Arbeit sein, da außer der Rechten auch die Sozialdemokratie der Bülowschen Handelsvertragspolitik Opposition zu machen gedenkt. Die Politik. Eine neue Erweiterung der Kanalvorlage. )( Wie verlautet, soll in die Mittelkanalvorlage nun auch der Ausbau des Ems- Jade- Kanals EmdenWilhelmshaven aufgenommen werden. Der Ausbau war schon vor einigen Jahren beschlossen, wurde dann aber wieder zurückgestellt. Sämmtliche Lokalbehörden und Korporationen, die in Betracht kommen, haben sich aber jetzt für die Erweiterung des Ems- Jade- Kanals ausgesprochen. Sie wiesen darauf hin, daß dann den Kanal auch Torpedoboote passieren können, was für die Landesverteidigung von Wert wäre, namentlich in Rücksicht auf die bereits eingeleitete Befestigung Borkums. Die durch eine derartige Erweiterung des Ems- Jade- Kanals entstehenden Kosten werden auf 6-7 Millionen Mark geschäßt, wovon ein Teil vom Reiche getragen werden dürfte. Ministerpräsident Tisza. > Es unterliegt kaum noch einem Zweifel, daß Graf Stefan Tisza den ihm vom Kaiser Franz Josef erteilten Auftrag zur Neubildung des transleithanischen Kabinets ausführen wird. Tisza soll sich auch bereits über den Weg klar sein, den er gehen will, um aus der Sackgasse zu kommen, in die die ungarische Regierung durch seinen Vorgänger gebracht wurde. Tisza will mit der Obstruktion reinen Tisch machen: Man spricht davon, daß die erste Tat des Grafen Tisza als Ministerpräsident die Auflösung des ungarischen Reichstages sein werde. Neubewaffnung der Schweizer Artillerie. Der schweizerische Nationalrat hat jetzt den Antrag des Bundesrates wegen Neubewaffnung der Artillerie mit 7,5 Zentimeter- Rohrrücklaufgeschüßen von Krupp mit 95 gegen 58 Etimmen angenommen und hierfür einen Kredit von 21, 700,000 Franken bewilligt Kurze politische Nachrichten. * Das für Kiel bestimmte amerikanische Geschwader segelt am 23. d. M. von Newyork nach Kiel ab. Es wird auf der Heimreise Southampton und auf der Rückreise Portsmouth anlaufen. * Die österreichische Regierung wird im Herbst dem Parlament ein neues Wehrgesez vorlegen, das die zweijährige Dienstzeit vorsieht. * In Moskau verlautet, der russische Minister des Innern v. Plehwe werde demnächst zurücktreten. Der Zar habe ihm seinen Unwillen über die Vorgänge in Kischinew, an denen der Minister teilweise Schuld sein soll, in starken Worten zum Ausbruch gebracht. * Grigori Gerschunja, einer der Hauptführer der ruſsischen Nihilisten, wurde in Kiew verhaftet. * Die Meldungen über die Gesundheit der Königin Wilhelmina von Holland werden jetzt dementiert. Die schwankende Gesundheit der Königin soll durch ein in Aussicht stehendes glückliches Familienereignis hervorgerufen sein. * Zanardelli hat den Auftrag zur Bildung des italienischen Kabinetts angenommen. Die bisherigen Minister werden ihre Posten wieder übernehmen, mit Ausnahme des Ministers des Innern, Giolitti, und des Marineministers Bettolo. Dieser hat übrigens gegen das sozialistische Blatt ,, Avanti" die Verleumdungsklage eingereicht. * Der ,, Times"-Korrespondent Harris wurde in der Nähe von Zeenat( Marokko) von Gebirgsbewohnern gefangen genommen. Hof und Gesellschaft. *** Das Kaiser paar besuchte gestern die Große Berliner Kunstausstellung. Der Rundgang durch die Säle dauerte fast 212 Stunden. Der Kaiser sprach die Absicht aus, mehrere Werke anzukaufen. *** Das Befinden des Generalfeldmarschalls Grafen Waldersee, der von neuem an Venenentzündung erkrankt ist und deshalb die militärischen Besichtigungen in Hessen unterbrechen mußte, hat sich wesentlich gebessert. Allerdings ist Graf Waldersee noch nicht völlig wiederhergestellt, indessen erscheint bei dem gegenwärtigen Zustande des Patienten jede Gefahr für ein längeres Krantenlager ausgeschlossen. Die Absicht des Kaisers, gelegentlich seiner bevorstehenden Anwesenheit in Hannover dem greisen Feldmarschall einen Besuch abzustatten, hat demzufolge eine Aenderung nicht erfahren. Der kaiserliche Besuch steht fr den 18. d. M. abends gegen 8 Uhr bevor, und zwar wird sich der Monarch vom föniglichen Schlosse aus direkt in die in der Hohenzollernstraße gelegene gräfliche Villa begeben, wo ein etwa einstündiger Aufenthalt vorgesehen ist. Natürlich!" spottete der Schulmeister, ever gerade Die Borichtig ich meinen bergessen immer etwas, allein fann es nicht zwingen." möglich war; schwierig ist die Geschichte nicht, aber ich wefen und habe mich dort umgefehen, so weit es mir Ich bin auch im Hause Rüttgens gebarauf bапе vor sich hin, dann schob er das volle Glas, das vor ihm stand, hastig zurück. Ihr sollt mich Die böse Welt tut er, indem er sich erhob, noch tein Mensch darf mich einer Schuld zeihen!" nicht es dennoch," höhnte der Schulin Versuchung führen," ſagte ist mein Gewissen rein, seine Schulter und sah ihn bittend an, Tränen schimgreift jeder, in ihren schönen Augen. Theobald ist ein Ehrenmann, er wird mich glücklich mawas er fann, um sein Brot eine barte Zeit durchmachen müssen, ich auch, daen. ,, Eei nicht so hart, Vater," bat fie ,,, wir alle haben zu verdienen. Japanische Kinderpoefie. ( Nachbruc Völkern unter ieder Rone, in jedem Klima bietet das Kind Skizze von Dr. Maximilian Wolff Die Kleine Welt bleibt sich überall gleich. Bei allen verboten.) Belgrader Nachklänge. Nach immer fordert die Offiziersverschwörung von Belgrad neue Opfer: In Schabatz wurde der Major Nikolitsch erschossen, der den bekannten Alavantitsch, der vor einigen Monaten zu Gunsten der Karageorgiewitsch einen Putsch versuchte, erschoß. Nikolitsch war damals vom König Alexander dekoriert und befördert worden. Jetzt ist er das Opfer eines Meuchelmordes geworden. Es verlautet, daß Soldaten die Täter waren. Je mehr Einzelheiten über das Drama in die Def= fentlichkeit gelangen, in desto widerwärtigerem Lichte erscheinen die beteiligten Offiziere. Jest steht, daß jene 16 Offiziere, die in den Konak drangen, vollständig trunken waren. Es macht deshalb guten Eindruck, daß Peter Karageorgiewitsch vor allem die Entfernung dieser Offiziere aus Belgrad wünscht. Infolgedessen werden bereits einschneidende Veränderungen in den höheren Armeestellen angekündigt. Die Versehung des sechsten Infanterieregiments, dessen aktive Teilnahme die Ausführung der Verschwörung ermöglichte, ist beschlossene Sache. Daß die Verschwörer bestraft werden, scheint ausgeschlossen. Es bestätigt sich, daß die Spupschtina beschlossen hat, allen Teilnehmern am Staatsstreich Straflosigkeit zu gewähren. Da andererseits die Nationalversammlung ein Dankesvotum an die Armee genehmigt hat, ist König Peter der Ansicht, daß er sich nicht mit den Ereignissen zu befassen habe, die seiner Proklamation zum König vorangingen. Einige Nachträge zu dem Belgrader Drama mögen hier noch Platz finden. Wie jetzt bekannt wird, bestanden gegen das Königspaar dreimal Attentatspläne. Der erste sollte unmittelbar nach der Abreise des Grafen Lambsdorff von Nisch ausgeführt werden, unterblieb aber aus unbekannten Gründen. Das zweite Mal sollte anläßlich eines Sängerfestes am 10. Januar der Plan zur Ausfüh= rung gelangen und das Königspaar beim Besuch im Zirkus erschossen werden. Dieser Plan wurde jedoch fallen gelassen, da man fürchtete, daß auch Leute im Publifum getroffen werden und eine Panik entstehen könnte. Der dritte Plan endlich gelangte zur Ausführung. Es wird jezt ferner bekannt, daß der Metropolit von Belgrad die Abhaltung eines Seelenamtes für König Alexander, das dessen nächste Umgebung verlangte, verweigerte. Es war seine Anordnung, nach der bloß je zwei Geistliche hinter den Särgen des Königspaares schritten, und zwar war keiner darunter von höherer Weihe. Es handelt sich um denselben Metropoliten, der Alexander taufte, salbte und traute. Die Meldung, Königin Natalie habe sich an den österreichisch- ungarischen Gesandten in Belgrad, Dumba, mit dem Ersuchen gewandt, er möge die serbische Regierung um Ausfolgung der Leiche des Königs Alexander bitten, ist unrichtig, dagegen verlautet, Königin Natalie habe einen Belgrader Advokaten beauftragt, Ansprüche auf den Nachlaß Alexanders gerichtlich geltend zu machen. Wie es heißt, wurde im Schreibtische Alexanders auch eine Depesche vorgefunden, die sich als die letzte Nachricht der Königin Natalie an ihren Sohn darstellt. Die Depesche lautet: Solange Draga Maschin den Thron Serbiens besudelt, habe ich keinen Sohn.- Natalie." Vom Zaren, vom Kaiser Franz Josef und vom Fürſten Nikita von Montenegro, denen König Peter seine Wahl zum König angezeigt hat, hat er Glückwunschtelegramme erhalten. Das Telegramm des Kaisers von Desterreich enthält eine scharfe Verurteilung der Belgrader Mordtat und ist merklich kühler gehalten als die der beiden anderen Herrscher. Als Kuriosum sei noch mitgeteilt, daß außer den Karageorgiewitsch noch eine andere serbische Familie Anspruch auf den Thron hat. In Brooklyn lebt ein Weinhändler Luigi Bonaparte Cociancich, der direkter Nachtomme des Generals Cociancich ist, des Vetters eines serbischen Königs aus dem 14. Jahrhundert. Der General wurde wegen einer Verschwörung gegen das Leben des Sultans enthauptet und seine Erben zur Flucht aus Serbien gezwungen. Der gegenwärtig lebende Herr Cociancich hat übrigens nicht die geringste Neigung, seinen einträglichen Weinhandel mit dem unruhigen Posten eines serbischen Königs zu vertauschen. Hus dem Gerichtsfaal. § Ein gepfändetes Madonnenbild. Ein interessanter Prozeß gelangte in Rom zur Entscheidung. Der Bildhauer Carnevali hatte vor zehn oder mehr Jahren für die dem Staate gehörige Kirche der Madonna della Vittoria eine Jungfrau vom Berge Karmel" modelliert, für die er 12,000 Lire erhalten sollte. Der Staat leistete aber nur Teilzahlungen, die bis jetzt den Betrag von 5600 Lire erreicht haben. Schließlich wurde dem Künstler die Geschichte zu langweilig, und er verklagte das Kultusministerium und in zweiter Linie den Generaldirektor der Altertümer, Grafen Spada, auf Zahlung des Restgeldes oder Herausgabe der Madonna. Das Gericht wies die Klage gegen das Ministerium zurück, stellte aber dem Bildhauer anheim, die Jungfrau vom Berge Karmel" pfänden zu lassen( was inzwischen auch geschehen ist), und verurteilte ben Grafen Spada zur Zahlung einer noch festzusetzenben Entschädigungssumme und der Kosten. Nab und fern. ) Die Kieler Woche wird diesmal glänzend verlaufen. Zu der internen Regatta des kaiserlichen Yachtklubs haben sich 115 Kriegsschiffboote gemeldet, für die viela Ehrenpreise gestiftet sind. Im Hafen liegen bereits ein: stattliche Zahl von Eegel- und Dampfyachten versammelt. Unter den letzteren fallen besonders die der bekannten Millionäre Pierpont Morgan, Vanderbilt und Armour durch ihre Eleganz auf. $ Wassersnot in Marienwerder. Infolge andauernder wolkenbruchartiger Regengüsse ist ein großer Teil der Stadt Marienwerder unter Wasser gesetzt. In der Stadt drohen mehrere Häuser einzustürzen, die Schulen sind geschlossen. Ein Kommando der Unteroffizierschule und bie Feuerwehr leisten bei den Rettungsarbeiten Hilfe. Die Behörden haben telegraphisch um Entsendung einer Kompagnie Pioniere gebeten. Die Bahnverbindungen sind bielfach unterbrochen. : Eine ergreifende Familientragödie wird aus OberSchlesien gemeldet. Bei Goslawiz stürzte das dreijährige Kind eines Ziegeleiarbeiters beim Spielen in ein durch Ausschachten von Lehm entstandenes, mit Wasser gefülltes tiefes Loch und ging sofort unter. Die von den Spielgefährten herbeigerufene Mutter sprang dem Kinde nach, kam aber ebenfalls nicht wieder zum Vorschein. Atemlos stürzte nun der Ehemann herbei, um seine Lieben zu retten, aber auch er mußte bei dem Versuche sein Leben lassen. Ein anderes Kind der Familie war vor Jahresfrist in demselben gefährlichen Tümpel ertrunken. Eva Humbert in Deutschland. Die Tochter der berüchtigten Millionenschwindlerin Madame Humbert, die erst zwanzigjährige Eva, befindet sich gegenwärtig in Deutschland zum Besuch bei einer befreundeten Familie. Ihre frühere deutsche Lehrerin hat sie zu sich ins schöne Wesertal eingeladen. Bekanntlich ist Evas völlige Unschuld an den Schwindeleien ihrer Mutter glänzend erwiesen worden. Nach einer Mitteilung aus ihrem jezigen Aufenthalt macht sie einen sehr vorteilhaften, edel weiblichen Eindruck, doch werden die schönen Züge des blassen Antliges begreiflicherweise von dem Ausdruck eines ſtillen Seelenteidens überschattet. Die Liquidation der Erbschaft der verstorbenen Königin von Belgien ist in eine Phase getreten, die die endgiltige Abwickelung der Angelegenheit bedeutend verzögern dürfte. Die Gläubiger der Königin, darunter iner der bekannten Juweliere von Paris, haben sämmtlich einen Gerichtsbeschluß erwirkt, der den rechtsmäßigen Erben- den Prinzessinnen Louise, Stephanie und Clementine- die Erbschaftsteilung untersagt, bevor nicht eine ordnungsmäßige Echuldenregulierung stattJefunden hat. Zunächst soll durch gerichtliche Sachverständige eine neue Vermögensaufnahme bewirkt verden. Graf Lonyay, der Gatte der ehemaligen Kronprinzessin von Oesterreich, soll so schreibt die Etoile belge ,, durch ein unerklärliches und nicht sehr rühmensvertes Verhalten" die unerquicklichen Verhältnisse heroorgerufen haben. ‡ Das deutsche Lied in Amerika. In Baltimore feierte der nordöstliche Sängerbund der Deutschen Amerikas ein großes Cangesfest. Bei dem Hauptkonzert, das 6000 Sänger vor etwa 15000 Zuhörern gaben, waren unter anderen der Präsident Roosevelt, der z. Zt. in Amerika weilende preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben und der deutsche Gesandte Speck v. Sternburg zugegen. Präsident Roosevelt hielt eine Rede, in der er die DeutschAmerikaner pries, die alle kämpfe des amerikanischen Volkes mitgefochten hätten und zu den wertvollsten Elementen des amerikanischen Volk s gehörten. Der deutsche Gesang erfülle eine Kulturmission, und seine fernere Ausbreitung sei dringend wünschenswert. Der deutsche Gesandte v. Sternburg sprach mit Genugtuung aus, daß er sich freue, Landsleute begrüßen zu können, die so viel zum Ruhme des herrlichen Landes beitragen † Amerikanische Jugend von heute. Sechs Schüler des Knabengymnasiums zu Liberty in Massachusetts wurden jüngst Knall und Fall aus der Schule hinausgeworfen, und an demselben Tage mußten sechs Schülerinnen des Mädcheninternats von Liberty der Schule Valet sagen und in die Arme der sie ,, sehnsüchtig" erwartenden Eltern zurückkehren. Die beiden Vorfälle ereigneten sich nicht etwa blos zufällig zu derselben Zeit; sie standen vielmehr in engster Beziehung zu einander. In einer linden Frühlingsnacht, als alle Lichter ausgelöscht waren, öffnete sich im Internat plötzlich ein Fenster, und eine Anzahl runder weicher Mädchenarme gab sich Mühe, am Fensterkreuz eine Strickleiter zu befestigen. Nachdem das Werk wohl gelungen war, stiegen sechs reizende junge Fräuleinchen vorsichtig in den Garten hinunter, wo sie von sechs lang aufge= schossenen Jünglingen stürmisch begrüßt und umarmt wurden. Man unternahm dann eine gemeinsame Spazierfahrt, und es war schon lange nach Mitternacht, als die jungen Damen, von ihren Rittern begleitet, den Heimweg antraten. Wie sie aus dem Internat heruntergekommen, wollten sie auch wieder hinaufkommen, aber, o weh! es erwies sich, daß der Aufstieg per Etrickleiter schwerer war als der Abstieg. Nachdem sie eine Stunde lang vergebliche Versuche gemacht hatten, wieder in ihre Schlafkämmerchen zu gelangen, mußten sich die lieben Mädchen entschließen, die Glocke zu ziehen. Die Internatsvorsteherin zeigte wenig Verständnis für Lenznachtsträume, und der prosaische Abschluß des romantischen Abenteuers war die Ausweisung aus dem Paradiese. OE. Eine Fata morgana photographiert. Einen äußerst interessanten Erfolg hatte dieser Tage der Führer des Ballons ,, Aeolus" vom Dresdner Verein für Luftschiffahrt, Mar Becker. Gelegentlich eines Aufstieges gelang es dem Aeronauten, in beträchtlicher Höhe eine Spiegelung des Ballons, also eine sogenannte Fata morgana, in trefflich gelungener Weise zu photographieren. Die Aufnahme fiel so scharf aus, daß die im Korbe ſizenden Luftschiffer auf dem Bilde ganz deutlich zu erkennen sind. Eine derartig vollkommene Reproduktion einer Ballonluftspiegelung ist unseres Wissens bisher noch nicht gewonnen worden. Bunte Chrouit. Gegen 2000 ehemalige Jäger und Schüßen der deutschen Armee hielten unter Vorsitz des kommandierenden Generals des 19. Armeekorps b. Treitschke in Leipzig einen gemeinsamen Kommers ab. Beim Orte Malmeneich( Hessen- Nassau) rannte ein mit fünf Personen besettes Automobil gegen eine Telegraphenstange. Die Insassen stürzten heraus. Vier von ihnen sind leicht verletzt. Der Chauffeur Oskar Haut aus Berlin erlitt so schwere Verlegungen, daß er innerhalb einer Stunde starb. - Zur Kieler Woche wird ein dänisches Geschwader, bestehend aus mehreren Panzern und Torpedoboten, in Kiel eintreffen. - In Hannover wurde die unverehelichte 28 jährige Zuise Brunschau von einem Schlosser Schrader aus Telle durch Messerstiche getötet. Der Täter wurde verhaftet. -In Kühnhaide bei Chemnitz wurde die 20jährige Tochter des Gutsbesigers Keller von dem Sohn eines anderen Grundeigentümers Namens Bach erschossen. Ter Mörder beging darauf Selbstmord. Das Motiv war verschmähte Liebe. - Die vermißten Marseiller Luf schiffer Latruffe and Chamier sind von dem französischen Postdampfer ,, Yarra" auf hoher See aufgenommen worden. Fräulein Natdin hatte die Fahrt nicht mitgemacht, sondern den Ballon kurz vor dem Aufstieg verlassen. In Dortmund kam es anläßlich der Wahl zu Ruhs störungen. Die Polizei mußte mit blanker Waffe ein schreiten. Mehrere Personen wurden erheblich verletzt eine Anzahl Personen ist verhaftet werden. In Buschhausen bei Duisburg erschoß ein Berg mann seine Braut und deren Vater und verlegte di Mutter schwer. Der Mörder wurde sofort verhaftet Die Ursache der Tat ist darin zu suchen, daß die Efter des Mädchens ihre Einwilligung zur Eheschließung ber sagten. - Der Hamburger Dampfer ,, Rubens", Kapitän Klin ist in der Nordsee gesunken. Der Kapitän, der erste Struct mann und sechs Mann der Besaßung ertranken. Vermilchtes. (")[ Eine verunglückte Empfehlung] seiner Wäschear tikel leistet sich ein Fabrikant in einem süddeutschen Blatte. Dort steht zu lesen: Schlecht ſizende Hemden auch solche, die nicht von mir geliefert sind, werden promp und billig durch mich umgeändert H. Bayer, Hemden fabrik." Das Inserat wird wenig Käufer für neue Hem den anlocken. A[ Gegen den Aberglauben von der Unglückszahl 13] machen jetzt die Pariser Front. Dort kommen jeßt klein Breloques in den Handel, die in einem Glasmedaillon die Zahl 13 bergen und ostentativ von den Gegnern diese weitverbreiteten Aberglaubens getragen werden, der aud in Deutschland noch immer grassiert. Gibt es doch in zahlreichen deutschen Hotels bekanntlich kein Zimmer mi der Nr. 13, weil die Gäste sich sträuben, in einem solchen ,, unheilbringenden" Zimmer zu logieren. )([ Wenn die Kellner streiken.] Aus Chicago wird ge meldet, daß daselbst Hunderte von Kellnern und anderen Angestellten in den größeren und besseren Hotels und Re ſtaurants streiken, weil sie höhere Löhne und kürzere Ar beitszeit beanspruchen. Eine ganze Reihe von großen Re ſtaurants iſt geſchlossen, und in den meisten Restaurants können die Gäste keine Mahlzeiten mehr bekommen. In dem Grand Pacific Hotel warteten die Angestellten, bis sämtliche Gäste, etwa 250, sich zum Diner niedergesezt hat ten, und dann marschierten sämtliche Kellner, Köche, Por tiers, Kammermädchen u. s. w. feierlich durch den Speise saal zum Tore hinaus und überließen die hungrigen Gäste ihrem Schicksal. Diese wußten sich aber bald zu hel fen, indem eine Anzahl von jüngeren Damen und Herren die Aufwartung übernahm und das sertige Diner servierte Auch sonst haben die Gäste in anderen Hotels zur Selbst hilfe gegriffen, da die Forderungen der Angestellten all gemein als durchaus übertrieben betrachtet werden. )-([ Ein originelles Testament.] In Coronado Beach, Kalifornien, starb kürzlich ein exzentrischer Schiffskapi tän Namens Norton, der sein 1,000,000 Dollars betragen des Vermögen der Baptistengemeinde seiner Vaterstadt Louisville in Kentucky hinterließ, trotzdem er selbst ein Freidenker war. Das Testament des Kapitäns ist sehr originell abgefaßt: es beginnt mit einer Reihe von Shake speare- und Byronzitaten über Leben und Tod und geht dann auf allerlei Bestimmungen betreffs des Begräbnis ses über. Ein Sonderzug von Pullmanwagen soll die Leiche von Louisville nach Cincinnati überführen; der Speisewagen des Zuges soll mit Speisen und Getränken reichlich versehen sein, damit die Freunde des Verstor benen unterwegs nicht zu hungern und zu durften brau chen, und bei der Verbrennung der Leiche in Cincinnati ſoll ein Orchester ein fideles Musikprogramm zum besten ge ben. Selbst dieses Programm ist in dem Testament vor handen und dabei ausdrücklich bemerkt, daß in den Zwi schenpausen die Freunde des Verstorbenen die Musiker auffordern sollen ,,, auf eine glückliche Reise" des Verſtor benen ein Glas zu le ren. Juni cr., [ 2] Di man als ei Wahlberecht 1038 ber 2 ** Au wie geftern Krämer( M folgende Allendorf Azbach. Dorlar. Dübenhofen Gleiberg Rinzenbach Krofdorf Launsbach Lügellinde Bezberg W gm ir Fellingsh Rönigsberg Krumbach Robheim Im 25 346 20 Davon en fi I Kurzes Allerlei. Eine Rosenausstellung findet am 26. Juni in Sangerhausen statt. An 15,000 Edelrosen und an 500 Wildrosensorten sollen gezeigt werden. An die Ausstellung schließt sich ein Kongreß des Vereins deutscher Rosenfreunde vom 3. bis 5. Juli an. Nach Genfer Blättern beabsichtigen französische Kapi talisten, eine Gesellschaft mit dem Siz in Genf zu grün den, um Auffahrten zum Montblanc mittelst zweier Fesselballons zu betreiben. Eine Hin- und Rückfahrt würde 25 Frcs. kosten. Das Beste aus den Wigblättern. Gemütlich. ,, Is dös a' gemütlicher Mann, unser neuer Herr Lehrer wie sich der mit uns g'meine' Leut' abgibt!"- ,, So!. Hat er gewiß mit Euch Karten g'spielt?"- ,, Dös nöt, mitg'rauft hat er am Sonntag!"" - Ein rücksichtsloser Gatte. Siehst du, Else, jetzt bist du doch die lange Fahrt rückwärts gefahren!" ,, Aber, Edgar, es ist recht rücksichtslos von dir, daß du mich erst jetzt darauf aufmerksam machst! Du weißt doch, daß ich das Rückwärtsfahren absolut nicht vertragen tann!" - Verschnappt. ,, Dein Mann ist wohl recht knau serig? Na, ich sage dir, mein letztes Kleid habe ich tragen müssen bis es bezahlt war!" - Stoßseufzer. Rätin( zur Frau eines berühmten Verteidigers): ,, Dein Mann geht wohl ganz in seinem Be rufe auf?" Ach ja, es ist schrecklich, bei dem fängt der Mensch erst beim Mörder an!" - Der kranke Trinker. Arzt: Die Arznei ist sehr bitter! Trinken Sie darauf einen Schluck Wasser!" Patient: ,, Herr Doctor, da trinke ich das Wasser lieber zuerst!" ( Fl. Bl.) - Ein Pfiffifus. Frau:„ Hörst, Mann, du wirst so lange fortsaufen, bis es zum Aufhören zu spät ist! - Mann: ,, nein, ich hab den Doktor gefragt, als ich meiner Leber wegen bei ihm war, ob es bei mir nicht schon zu spät zur Umkehr sei, und er sagte mir:„ Zu spät ist es nie!" Großmut. Automobilist( der einen Herrn in hellem Anzuge überfahren hat):„ Benzinflasche gefällig?" Das Stadtkind in der Sommerfrische ,, Die Eier sind aber recht klein, Herr Wirt, die haben Sie wohl zu früh aus dem Nest genommen?" Der Münchner am Meeresstrande. ,, Is ja a Menge Zeug, aber halt doch nur Wasser!" Boshafte Kritik. Arzt: Das heutige Mittagsmahl hat meine junge Frau selbst bereitet, wie fandest du es denn?"- Freund:„ Höre einmal, bei deiner großen Praxis hast du es doch eigentlich nicht nötig, von deiner jungen Frau deine Freunde zu Patienten tochen zu lassen." ( Megg. H. Bl.) IV. Das Ad fo Starte bie absolut in der St werden ton * W Wahlberech Wie gestern ** didaten Dr Die abgegeb auf die A Soziald. u Alsfeld Burg Gemi Ehringshaus Elpenrod Groß- Felda Hambad Heinerte hau Homberg Rirtorf Nieder- Bre Nieder- Gem Nieder- Ofle Dber- Breid Dber- Dfleid Romrod. Rülfenrod Strebendorf Windhausen Bell Lauterbach Schlitz Schotten Stumperter Ulrichstein * * Ba Wahl in Stich Dahl bereinigten M ** Onte Welsow Botwel versende 12 Flasc P.Ch N 0000 Der Wahl zu Mu anter Waffe erheblich verle rden. erschoß ein Be und verlegte fofort verhaf n, daß die Gfte heschließung b ", Rapitän Der erste Stru extranfen. feiner Wasche em süddeutsc sigende Hemd 16, werden prom Bayer, Hemd er für neue Her Unglüdszahl 1 mmen jeẞt fle lasmedaillon Gegnern die werden, der a Gibt es doch tein Zimmer 11. in einem fold Lokales. Gießen, 18. Juni 1903. *** Die Stichwahlen zum Reichstag finden am 25. Juni cr., also am Donnerstag der nächsten Woche statt. [ 2] Die Wahlbeteiligung in der Stadt Gießen darf man als eine sehr gute bezeichnen; es haben von 5069 Wahlberechtigten 4031 ihre Stimmen abgegeben, so daß nur 1038 der Wahlurne fern geblieben sind. ** Aus dem Wahlkreis Weylar- Altenkirchen, in dem, wie gestern mitgeteilt, Stichwahl zwischen den Kandidaten Krämer( N.) und Breidebach( 8) stattfindet, dürften noch folgende Stimmenabgaben von Interesse sein: 2222222 Krämer( N) || Breidenbach( 8) GRUPASSE Heckenroth( K) LOFGGANISER Dr. Giese( A) Bebel( S) 80 Allendorf 24 12 51 13 Azbach Dorlar 33 42 37 21 15 11 13 15 Düdenhofen 52 37 48 41 Gleiberg 4 1 Kinzenbach 29 6 36 62 Krofdorf 73 6 6 233 Launsbach 26 3 80 Lüzellinden 27 32 92 25 Vezberg 12 1 3 60 W: ßmir 63 24 35 105 e von großen R 5 5 48 Königsberg 14 14 9 Krumbach. . 15 4 9 16 70 22 33 Chicago wird tern und ander en Hotels und e und fürzere A iften Restauran r bekommen. Angestellten, niedergesett he Iner, Köche, Be urch den Spei hungrigen Ga er bald zu h amen und Herr e Diner ferbier otels zur Selt Angestellten a et werden. Coronado Bea scher Schiffsta Dollars betrage feiner Bateria Dem er selbst e itäns ist sehr of Reihe von Shal nd Tod und gel 3 des Begräbni wagen soll di überführen; de und Getränke nde des Versto zu dursten brav in Cincinnati fol a zum besten g n Testament vor daß in den Zwi nen die Musite eise" des Verstor ellung findet an CO Edelrosen und den. An die Au ins deutscher- franzöſiſche Kap En Genf zu grü elft zweier Fe Rückfahrt wirk Bemütlich., Herr Lehrer ibt!"- Go!. „ Siehst du, Gl ärts gefahren s von dir, da chst! Du weiß nicht vertrage wohl recht for Kleid habe i eines berühmte nz in seinem , bei dem fäng „ Die Arznei hlud Waffer!" Waffer lieber ( Fl. BL Mann, du wi ten zu spät i gefragt, als i es bei mir nic fagte mir: en Herrn in h flasche gefällig mmerfrisc rt, die haben& ?" trande Jaffer!" heutige Mittag citet, wie fande bei deiner gro bon nicht nötig, tienten lodjen zu Diegg. 5. BI.) Fellingsh.- Bieber. 68 Rodheim a. B... 25 Im Jahre 1890 wurden in der Hauptwahl von 25 346 Wahlberechtigten 20 777 Stimmen abgegeben. Davon en fielen auf: I Herrn Kraemer( natl.) II. " III. " IV. V. Dr. Rinteln( Zent.) Baehr( Reformp.) Paul( Soz.) 10 224 St. 4933 " 3383 " 1114 1080 " " de Gruyter( fis. V.) Das Karten hatte damals schon in der Hauptwahl eine so starke Stimmenzahl auf seinen Kandidaten vereinigt, daß die absolute Mehrheit nahezu vorhanden war und der Sieg in der Stichwahl von vornherein als gesich rt ang- s- hen werden konnten. ** Alsfeld- Lauterbach Schotten. Von den 17630 Wahlberechtigten haben ca. 12589 ihre Stimmen abgegeben. Wie gestern mitgeteilt ist eine Stichwahl zwischen den Kandidaten Dr. Wallau( N) und Bindewald( DR) notwendig. Die abgegebenen Stimmen entfalten in nachstehenden Orten auf die Kandidaten der Nationall., Dtsch. Reformpartei, Soziald. und Zentrum: Alsfeld Burg Gemünden Ehringshausen. Bindewald( DR) J- NWNNG|| WON 1. Dr. Michels( S) INGEN|-- Dr. Ballau( N) 256 205 195 10 86 3 38 32 Elpenrod 1 95 Groß- Felda 27 59 Hambach 48 Heinerte hausen 17 43 Homberg 66 171 Kirtorf 38 101 11 Nieder- Breidenbach 24 1 2 Nieder- Gemünden 32 46 6 Nieder- Ofleiden 8 8 Ober- Breidenbach 48 27 Ober- Dfleiden. Romrod Rülfenrod 21 36 33 64 17 14 6 2 Strebendorf Windhausen 8 16 2 56 16 3 26 82 2 Lauterbach mit Rudlos Schlitz 546 27 116 89 306 50 203 13 Stumpertenrod 9 95 137 19 Zell Schotten Ulrichstein 11 Molthan( 3) ** Bad Wildungen, 18. Juni. Das Resultut der Wahl in unserem Wahlkreis Waldeck Pyrmont, ist eine Stich pahl zwischen Kandidaten Müller( B. d. L.) und dem vereinigten Liberalen Herrn Dr. H. Potthoff. * * Marburg, 18. Juni. Das endgültige Resultat der Für Weinbezug! Onter aller Garantie naturreine, flaschenreife Welssweine, per Liter oder Flasche von Rotweln( echter Ingelheimer) Lit. od. 100 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an " 2 وو Wahl ist folgendes: von Pappenheim( R.) 4917, von Gerlach( nat.- foz.) 3605, Zimmermann( A.) 2385, Baum( 8.) 1892 und Bader( S.) 1460. Es ist also, wie mitgeteilt, eine Stichwahl zwischen v. Pappenheim und v. Gerlach nötig. [*] Norded, 18. Junt. Von den 72 am Wahltage hier abgegebenen Stimmen entfielen auf v. Gerlach( nat.- soz.) 52, v. Pappenheim( K.) 15 und auf Rader( S.) 5. wir hören, heute eröffnet worden. Ein Besuch dürfte lohnend ** Die Gemäldeausstellung am Brand ist, wie sein, da außer Gemälden auch funstgewerbliche Gegenstände ausgestellt sind. ** Die Schüler des Realgymnasiums und der Realschule unternahmen heute Donnerstag ihre tradionellen Ausflüge. Die einzelnen Klassen besuchten teils den Rhein, teils den Taunus, das Lahnthal, die Dill und das hessische Hinterland. * ** Gestern Abend konstituierte sich der„ Verband der Arbeitgeber für das Schneider- Gewerbe in Gießen", welchem fast sämtliche Firmen und selbstständigen Meister beitraten. Derselbe schließt sich dem Allg. Deutschen Verband an. ** Die ortspolizeiliche Beglaubigung von Unterschriften der Arbeitgeber auf den zwecks Erlangung von Arbeiterfahrkarten in Hessen ausgestellten Bescheinigungen sind nunmehr stempelfret. So bestimmt ein kürzliches Ausschreiben des Großh. Ministeriums. * * [ Besizwechsel. Herr Konditor A mend kaufte das Bahnhofstraße 66 gelegene, früher Reiber'sche Haus, zuletzt im Besitz der Stadt, für 56 000 Mart. * * Viehmarktbericht. Auf dem gestern stattgefundenen Gangviehmarkt waren 60 Fahrochsen aufgetrieben. Der Handel wickelte sich bei guten Preisen sehr schnell ab, da alles was am Markt war, für Oberhessen und die angrenzenden Kreise abgenommen wurde. Es wurden verfauft: pro Baar Ochsen I. Sorte Mt. 800-875, II. Sorte Mt. 730-780. Junge Tiere waren nicht am Mart. Bereits um 129 Uhr war geräumt. Der Schweinemarkt fiel wegen der im Lande herrschenden Schweinepest aus. Nächste Markttage 30. Juni und 1. Jult d. I., am zweiten Tage auch Krämermarkt. *** Klein- Linden. Die Regulierungsarbeiten der Dammrutschungen im Einschnitt zwischen Gießen und GroßenLinden sind nun mit Ablauf der nächsten Woche vollendet. Die technische Prüfungskommission hat diese seit 15 Monaten andauernde riesige Arbeit, bei welcher mehr als 40 000 Kubikmeter Erde und Geröll entfernt werden mußt, als vollstärdty mit den gestellten Anforderungen übereinstimmend erklärt. Somit sind alle Befürchtungen weg n Gefährdung des Bahnbetriebes aus dem Wege geschafft, zumal auch jede Böschung mit Abzugsgräben und Stüßrauern versehen wurden. *** Lumda, 18. Juni. Ein Unglück das schwere Folgen hätt nach sich ziehen können, ereignete sich dieser Tage am Neubad. Von den Zimmerleuten welche gerade mit dem Aufbauen des Dachspaliers beschäftigt waren, geriet einer dovon ins schwanken. In der Angst griff er einen Balken, welcher nur provisorisch angelegt war. Der Balken stürzte mit samt dem Zimmermann aus der 12-15 Mtr. Höhe in die Tiefe. Er blieb jedoch unversehrt, denn an einem im mittleren Stocke aus dem Balken hervorragenden Nagel blieb er hängen, bis er aus seiner üblen Lage befreit wurde. Das Beil welches der Zimmermann beim stürzen fallen ließ, fiel gerade neben einem Untenstehenden zu Boden. ** Weylar, 17. Juni. Am Freitag trifft zur Besichtigung des Domes der Herr Kultusminister Excellenz Studt in Begleitung des Herrn Oberpräsidenten und des Herrn Regierungspräsidenten hier ein. Der Herr Amtsgerichtsrat Pückel ist von Wetzlar nach Wies baden verseßt. § Königsberg, 17. Juni. Verschwunden ist seit einigen Tagen der Dienstknecht A. Becker. Es liegt die Vermutung nahe, daß ihm ein Unfall zugestoßeu ist. * Grünberg, 17. Juni. Am 28. August d. Is. find es 50 Jahre, daß unsere Kirche eingeweiht wurde. Die Kirche wurde an Stelle einer älteren Kirche errichtet, die infolge Vernachlässigung zusammengestürzt war. ** Lich, 18. Juni. Sein fünfzigjähriges Dienstjäbiläumn wird anfangs Juli unser langjährige Lehrer und Organist Jäger begehen. Herr Jäger steht im 70. Lebensjahr und erfreut sich noch förperlicher und geistiger Frische. Er absolvierte das Lehrerseminar zu Friedberg Ostern 1853 und ist der dienstälteste Lehrer unseres Kreises. Settens seiner Kollegen und Freunde wird eine Feier veranstaltet. Alsfeld, 17. Junt. Anfang dieses Monats sind die vom Landw. Provinzialverein unterhaltenen Jungvieh- und Fohlenweiden in Oberhessen für die diesjährige Weideperiode in Betrieb genommen worden. Die Besetzung derselben stellt sich wie folgt: Jungvieh- und Fohlenweide Tiergarten 10 Rinder, 63 Fohlen, die Jungviehweiden Wernings 63 Rinder, 7 Fohlen, Zell 56 Rinder und Lauterbach 66 Kinder, zusammen 195 Rinder und 70 Fohlen. Ein ebenso bedeutsamer Fortschritt in der rationellen Aufzucht des ADLER Das beste Fahrrad! Wunderbar" 60 Pfg. an, 99 leichter Lauf " 9 19 P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Die feinste Marke " , Grösste" Verbreitung Adler- Fahrradwerke vorm. Heinrich Kleyer, Frankfurt a. M. Fabrikation: Fahrräder, Motorwagen, Schreibmaschinen, Motorzweiräder. Viele höchste Auszeichnungen. Staatsmedaillen etc. Vertreter Heinrich Hamel, Grünberg. Gebrauchte Fahrräder von 35 Mk. an. Fachgemässe Reparaturen. Jungviehes ist durch die Errichtung von Gemeindejungviehweiden im Vogelsberge in Verbindung mit den Hutweidenmeliorationen erzielt worden. Während in den Gemeinden Crainfeld und Hörgenau im vorigen Jahre die ersten derartigen Weiden zur Eröffnung famen, und mit ca. 150 Stück Jungvieh beseßt waren, sind in diesem Jahre solche Weiden auch in den Orten Eichenrod, Steinfurt und Ober- Seemen eröffnet und ebenfalls mit ca. 200 Stück Jungoteh besetzt worden. *** Weitersheim, 18. Juni. Ein Schweineglück wurde dem Landwirt Heinrich Erb zu teil. Dieser Tage bescheerte demselben ein Erstlingsschwein 16 lebende gesunde Ferkel. Ein Ereignis das wenig vorkommen dürfte. Aus dem Gerichtssaal. Gießen, den 18. Juni 1903. Straffammer. Der mehrfach vorbestrafte Taglöhner Johannes Seibel von Sossenheim erschwindelte sich in einem Eisenwarengeschäft zu Friedberg Arbeitsgeräte im Werte von 7 Mart. Er wird dieserhalb in eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, unter Aufrechnung von 3 Wochen erlittener Untersuchungshaft, genommen. Sprachlehrer Heinrich Frizel von Bad Nauheim ist beschuldigt, in einer Eingabe an das hiesige Landgericht, die Beamten des Amtsgericht BadNauheim beleidigt zu haben. Angeklagter bestreitet jede beleidigende Absicht und will die Eingabe in hochgradiger Aufregung verfaßt haben. Das Gericht nimmt zu seinen Gunst n des letteren an, ist aber der Ansicht daß die Grenzen der erlaubten Kritik überschritten sind und verurteilt ihn zu einer Geldstrafe von 30 Mt. Der jugendliche Peter Noll aus Frankfurt a. M. ist geständig seinem Dienstherrn Georg Weil III. zu Oppershofen mittels Einsteigen einen Geldbetrag von 60 Mt. nebst einer Hose und Weste entwendet zu haben; desgleichen gesteht er zu, daß er unter den nämlichen Umständen seinen früheren Dienstherrn 42 Mt. entwendet hat. Unter Annahme mildernder Umstände wird auf eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten erfannt. Taglöhner Johannes Sam von Gießen wird wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem 7jährigen Mädchen zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr verurteilte auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahraberkannt. Taglöhner Aham Schäfer von Borsdorf verfolgt gegen ein Urteil des Schöffengerichts Nidda das ihn wegen Ruhestörung in eine Haftstrafe von 4 Tagen nahm, Berufung. Turch Zeugen ist dem wegen Trun! sucht entmündigten Angeklagten nachgewiesen, daß er in betrunkenem Zustande nachts mehrere Stunden auf der Ortsstraße zu Borsdorf durch Schreien Lärm verursachte. Das Gericht hält die Strafe für angemessen und weißt die Berufung zurück. – Den Schluß bildete die Privatklage sache der Ehefrau des Johannes Seipp von Buckhardsfelden gegen den Landwirt Heinrich Haas von dort. Das Urt- il des hiesigen Schöffengerichts, welches den Angeklagten der Beleidigung für nicht schuldig erklärte wird bestätigt und die Klägerin in sämtliche Kosten verurteilt. Schöffengericht. Der Schaustellergehilfe May W. von Gießen hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl erhoben, in welchem ihm 1 Woche Haft wegen Unfugs zugedacht worden war. Der Angeklagte spielte den Unschuldigen. In der Verhandlung ergab es sich, daß ein gewisser G. und der Angeklage friedliebende Passanten auf offener Straße in gemeiner Weise belästigt hatten, zu welcher Handlungsweise die im Strafbefehl angesetzte geringe Strafe in gar keinem Verhältnis stand. Der Einspruch mußte also Erfolg haben, wenn auch nicht den gewünschten. Das Urteil lautet auf eine Haftstrafe von 4 Wochen. Auch wurde sofort Haftbefehl gegen den Angeklagten erlassen, weil er zu denjenigen zählt, die sobald sie Strafe verbüßen sollen, nicht leicht zu haben sind. Der Hausbursche H. war wegen Hehlerei angeklagt, wurde jedoch mangels Beweises freigesprochen. Taglöhner Friedrich F. zu Großen- Linden erhält -- Albert wegen Hausfriedensbruch 5 Mt. Geldstrafe. . von Gießen hatte sich wegen Zuwiderhandlung gegen das Hundesteuergesetz zu verantworten. Urteil: 5 Mack Ordnungsstrafe. Marktbericht. Gießen, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd. 0.80-1.00 Mt. Hühnereier 6 Pfg., 2 St.12 Pfg., EnteneierSt. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 1.20-2.40, Hahnen, per, Stüd Mt. 1.00-1.80, Enten per Stid 2.00-2.40, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Big., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 8.00-8.00 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 9.00-10.00. Milch per Liter 18 Bfg. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruceret, vorm. Wilh. 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" " Bedingungen und Angebotsformulare ausschl. der Zeichnungen fönnen gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 5 Mark durch das Städt. Tiefbauamt, Abt. Sielbau, Bürgermeistereiaebäude, Zimmer Nr. 4 bezogen werden. Ebendaselbst ltegen die Zeichnungen und sonstige Verdingungsunterlagen während der Dienststunden zur Einsicht offen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmid, Darmstadt, Mühlstraße 60.; Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift ,, Angebot auf Herstellung von Sielbauarbeiten" bis zum 6. Juli d. I. nagm. 3 Uhr bet vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener 5 60000 M. 40000 M 25000 M. 10000 M. zu 10000 10000 M. ===zu 5000 10000 M. zu 2000= 10000 M. 10 zu 1000= 10000 M. noch2481Gew.= 97930 M. alles bar ohne Abzug. 100000 Eintritt 50 Pfg. Nach Wieseck. Für Ausflüge bringe hiermit meine Restauration mit Gartenwirtschaft nebst Kegelbahn in empfehlende Erinnerung. Schattiger Qarten. 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Realschule. f) flasterarbeit: Kaserne. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden auf unserer Schreibstube zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bet uns erhältlich, find bis zum obengenannten Zeitpunkt bei uns einzu. reichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. - Gießen, den 16. Juni 1903. Städt. Hochbauamt Gießen. J. V. Gerbel. Reinhardsquelle für Nieren- Blasen u. Harnleiden Herrlichste Gebirgslage, auch für Nichtkranke zur Ausspülung der Nieren und Blase, sowie zur Abtreibung überschüssigen Harnfäure geeignet. Trinffur, ohne Kurtare, Mineral- u. Sonnenbäder. Wohnungen mit voller Pension. Zahlreiche ärztliche Urteile stehen zur Verfügung. Mineralwaffer- Versandt in Körben von 20, 30, 40, 50 und 60 Flaschen. Direktion der Reinhardsquelle bei Wildungen. Ziehung bestimmt am 20. Juni 1903. Richard Buchacker. II. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d.Strassb.- Neud.Arbeiterheims 2490Geldgew: 41000 zus.: M. Hauptgw.M. 15000 Ph Weiler. Ein Mezgerlehrling fofort gesucht. 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Das zeitraubende, langweilige Waschen der Damenhaare, das unangenehme Spilen derselben nach dem alten Verfahren nicht zum mindesten aber das teils direkt schädliche, teils überaus lästige Trocknen der nassen Haare ist ein überwundener Standpunkt, seit das Javolisieren der Haare und der Kopfhaut populär geworden ist. Der besondere Vorzug des hervorragenden Haarwassers Javol, sein unvergleichlich wohltätiger, erfrischender und nervenanregender Einfluß auf die Kopfhaut wird im vollsten Maße durch den Erfrischungskamm„ Javoliseur" zum Ausdruck gebracht; Javol in Verbindung mit dem Javoliseur schafft neue Anregung, führt die volle körperliche Frische zurück und gleicht die ermattenden Nachwirkungen körperlicher und geistiger Anstrengungen aus. Die genaue Anleitung zum Javolisieren liegt jeder Flasche Javol à M. 2., 3.50, Reiseflasche in praktischem Elui à M.2.25 bei. Javol ist in allen ein chläggen Geschäften erhältlich. Nächste Ziebung am 30. Juni cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! 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