merwehr 9r. 65. abends pünktlig amerad Sauer aße Sammlung g statt. 3. Verleihung der 6 30jährige Dienste standswahl. orstand. Bestens empfohlen von Seeler, strasse 20. AC empfohlen Richard Buchacker, Giessen, staatl. fouz. Kollekteur Eigarren- Geschäft. der Hessisch- Thüringischen( Mitteldeutschen) Staats- Lotterie. Neuen Bäne 11, Zweites Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50, Gratiebellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 18. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Vig fonft 15 Bfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 36%. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zur Lehrlingshaltung in Deutschland und weil dabei ein ganz anderer Grad der organisatorischen Desterreich. ( Nachbruck verboten.) Lange Zeit nun schon wird mit allen Kräften seitens der Interessenten, mit viel Liebe und Fleiß seitens der Staatsbehörden daran gearbeitet, für das Handwerf etwas 3 schaffen, das diesem Stande wieder aufhelfen, ihn morafisch und materiell neu fräftigen soll. Das fönnen wir in Deutschland so gut wie in Desterreich beobachten. Auch wo hierbei der Hebel anzuseßen sei, das hat man in beiden Ländern so ziemlich übereinstimmend beantwortet; nament lich der Pflege des Lehrlingswesens wendet man hier wie dort in gleicher Weise die öffentliche Aufmerksamkeit zu. Die Motive zur Gewerbeordnungsnovelle vom 26. Juli 1897 begründen diese Erscheinung in der nachfolgenden Weise ( R.-T.-V. 1897, Druckfache 713 S. 52):" Für die Erhaltung eines fräftigen Handwerkerstandes ist die möglichst sorgfältige Ausbildung der Lehrlinge von besonderer Bedeutung Hier ist die individuelle Leistungsfähigkeit von besonderer Be deutung für das Bestehen zahlreicher Betriebe. In manchen Gewerben wird nur der technisch vollkommen ausgebildete Handwerker der Konkurrenz des Großbetriebes nicht unter liegen." Die Folge dieser Erwägungen war nun eine Verschärfung der Bestimmungen nach der Seite der Lehrlingsausbildung durch den Meister und der Gesellenprüfung hin. Das K. K. Handelsministerium in Wien dagegen glaubte besonders bei der Förderung der Ausstellungen für Lehrlingsarbeiten, das Lehrlingsheimwesens und mit der Hebung der Berufslehre beim Meister durch Subventionierung des selben einsetzen zu müssen. Beide Systeme haben ihre ausgesprochenen Vorteile und Nachteile. In den Kreisen der handwerklichen Praktiker macht man es der Gewerbeordnungsnovelle zum Vorwurf, daß dieselbe nur eine freiwillige Gesellenprüfung kenne. Und es - Schulung und des Standesbewußtseins die Vorausseßung bildet, als er zur Zeit in manchen Kreisen des Handwerks gefunden wird. Sturz, der Charakter des Krompromisses, als welchen sich ja das Gesetz von 1897 darstellt, zeigt sich in seinen Folgen, nur nicht immer zum Guten. Troßdem hat das Gesetz zweifellos einen Fortschritt gebracht. der Einführung einer Arbeitsprobe vor Behändigung des Preises behelfen. Ein Vorgehen in dieser Hinsicht hätte den Nachteil, daß es den Kreis der Aussteller vielleicht einschränken würde. Dem würde aber durch die Lokalausstellungen zum Teil begegnet. Die Vorteile solcher Ausstellungen für die Lehrling, die Meister, die ganze Erwerbsgruppe sind zu offenkundig, als daß sie überhaupt noch einer besonderen Erwähnung bedürften. Wir kommen damit zur Frage der Lehrlingsheime. Dieselben sollen dem Schuße und der Erziehung der Lehrlinge außerhalb der beim Meister oder in der Fortbildungsschul verbrachten Zeit dienen. Hier hat sich das K. K. Handelsminifterium bereit erklärt, die Errichtung der Heime durch Gewährung mäßiger Zuschüsse zu fördern. Ihre Erhaltung dagegen überläßt es den beteiligten Kreisen. Das erscheint auch nicht als eine unangemessene Belastung derselben, denn die Verwaltungskosten sind nur sehr gering. Handelt es sich doch zumeist nur um die Sonntage, an denen außerdem in in der Sommerszeit Ausflüge zu machen sein werden. Die Gründung von derartigen Heimen oder Horten hat einen großer Vorteil allerdings mehr ideeller Natur im Gefolge. Sie führt die Lehrlinge zusammen, giebt ihnen Gelegenheit sich so kennen zu lernen, daß die bisweilen befürchteten Aeußerungen der Flegeljahre unter Aussicht vermieden werden, und bildet so ein wichtiges Vorbereitungsmittel zur organisatorischen Schulung schon in der Lehrzeit. Alles in Allem betrachtet liegt also das Schwergewicht der Förderung des Lehrlingswesens bei uns in einer Einwirkung auf den Lehrmeister im Wege der Gesetzgebung. Davon meldet der Bericht des Gewerbeförderungsdienstes ( Die Gewerbeförderung altion des R. R. Handels ministeriums, Uebersichtliche Darstellung des Standes im Juni 1901, S. 15 f.) nichts. Er fennt nur die drei schon erwähnten Möglichkeiten, von denen zwei in das Thätigkeitsfeld der handwerklichen Interessenvertretungen hineingehören, nämlich die Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten und das Lehrlingsheimwesen, und nur eine Rücksicht nimmt auf die Persönlichkeit des Lehrmeisters. Aber gerade diese dürfte sich nach unserm Dafürhalten geringer Sympathien erfreuen. Beteiligt sich der snbventionierte Lehrherr bei öffentlichen Arbeiten, hat er vor seinen Berufskollegen stets den Vorteil billigerer Arbeitskräfte voraus, und das pflegt ihm wie auch den vergebenden Verwaltungen regelmäßig zum Vorwurf gemacht zu werden. Gleichwohl muß der betreffende Meister Arbetter heranschaffen, denn woran sollen sonst die jungen Leute lernen? So liegt hier gewißermaßen eine Zwickmühle, die auch nicht durch die schärfsten Bestimmungen zur Einschränkung der Zahl der zu haltenden Lehrlinge behoben werden kann, und das umsomehr als der etwaige Charakter Sind die Früchte der neueren Bestrebungen, die Ausdieser Zuwendungen als Stipendien doch nur so lange gerechtfertigt ist, wie das betreffende Gewerbe Mangel an Nachbildung der Lehrlinge in jeder Hinsicht zu heben, auch zum wuchs zu beklagen hat, wenigstens soweit öffentliche Mittel größten Teil erst in der Zukunft zu erwarten, so möge doch die Meisterschaft um ihrer selbst willen sie nicht vernach in Frage kommen. brauchbaren Gehilfen ab, und ein tüchtiger Gehilfe wird als lässigen; denn ein tüchtiger Lehrling giebt schon einen selbständiger Handwerker weit weniger geneigt sein, sogen. Schmugtonkurrenz zu treiben, als ein solcher, der seiner Unbrauchbarkeit wegen überall entlassen wird. ist richtig, daß die mit der Verwaltung der Handwerks fammern betrauten Personen sowie die Innungen mit dieser freiwilligen Gesellenprüfung nicht viel Freude erleben, sowohl mit Rücksicht auf die Hebung des Lehrlingswesens, wie in finanzieller Hinsicht, und zwar umsomehr, als der fast durchweg angenommene Sag von 3 Mark Gebühren für die Innungen sowohl wie für die Handwerkskammern eine finanzielle Schädigung zur Folge hat. Auch ist vielen Meistern die Pflicht, ihre Lehrlinge zur Ablegung der Gesellenprüfung anzuhalten, deswegen lästig, weil das Verfäumen derselben mit einer hohen Geldstrafe bedroht ist. Man sagt, wir haben unsern Lehrling bisher immer dazu angehalten, ohne daß es einer solchen Strafandrohung bedurft hätte. Aber wie viele es nicht gethan haben, das entzieht sich der Kenntnis. Anzuerkennen ist dagegen ohne Weiteres die Klage darüber, daß mit dieser Haltung des Gesetzes von 1897 den Nugen nur das fünftige Geschlecht erhalte, die Last aber auf dem jetzt lebenden liege. Richtig ist auch die Beschwerde darüber, daß die Durchführung der bezüglichen Vorschriften zur Zeit viel zu wünschen übrig läßt, Neckarsulmer Freilauf. unerreicht an jedem Rad mit Leichtigkeit anzubringen. Zubehörtelle stets vorrätig. Wenn wir nun auch die subventionierte Meisterlehre nicht so unbedingt freudigen Herzens begrüßen können, und sie nicht so unbedingt zur Nachahmung empfehlen können, so verdient unseres Erachtens desto mehr Aufmerksamkeit die Förderung der Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten. Dabei wirkt der Gewerbeförderungsdienst hin auf die Veranstal= tung von Lotalausstellungen an einzelnen Orten für kleinere Bezirke. Die dabei mit ersten Preisen ausgezeichneten Gegenstände können dann auch in die Centralausstellungen zuge= lassen werden, die am Size der die Ausstellung veranstaltenden Körperschaft( Gewerbekammer, Gewerbeverein, Genossenschaftsverband) abgehalten wird. Die letzteren dauern 14, die ersteren 8 Tage. Zur Teilnahme an diesen Ausstellungen sollen vor allem solche Lehrlinge herangezogen werden, die im Ausstellungsjahre ihre Lehrzeit beendigen. Doch fönnen strebsame und eifrige Lehrlinge auch schon nach dem 1. oder 2. Lehrjahre zugelassen werden. Daß die Arbeiten für die Ausstellungen von den Lehrlingen selbstständig angefertigt sein müssen, bedarf wohl feiner besonderen Erwägung. Daraus ergiebt sich aber die erhebliche praktische Schwierigfeit der Kontrolle. Vielleicht könnte man sich da aber mit Bestes Motorrad der Welt! Neckarsulmer 1902 über 1000 Stück verkauft Glanzendste Zeugnisse. 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Die Kirche ist gefüllt von Teilnehmenden und Neugierigen, Die heilige Handlung geht in würdiger Weise von statten. Als zum Schluffe das Brautpaar niederkniet, verbreitet sich über die Zuschauer eine sichtliche Heiterfeit, die troz der strafender Blicke des Geistlichen und seines neben ihm stehenden Küsters beständig zunimmt. Der Küster tritt einige Schritte zur Seite, um die Ursache der unziemlichen Stimmung zu ermitteln. Als er das Brautpaar von der Rückseite besichtigt, fann auch er ein gewisses Schmunzeln nicht unterdrücken: Auf den vier Stiefelsohlen des Brautpaar stand mit Rreibe die Zahl 17- die Nummer eines Hotelzimmers. Jean Dern& Co., Giessen Gegr. 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31, Telephon 21. Gegr. 1888. Cementwaren-Fabrik und Lager: Frankfrtstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Baunartikel SF Fill. 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In Nimmersatt wur den vor die königliche Kutsche sechs Pferde gespannt, und der Posthalter Mellieu war verpflichtet, dem Könige als Vorreiter zu dienen. Der König sprach deni Posthalter bei der Verabschiedung seine Anerkennung über den an trengenden Ritt aus und gewährte ihm die Gnade, einen Wunsch auszudrücken. Da soll dieser nun nach dem Memeler Dampfboot etwa gesagt haben: Ich habe sonst leinen Wunsch, Ew. Majestät, nur der Name Nimmersati gefällt mir nicht; denn ich bin immer jatt und bitte, meiner Besigung den Namen ,, Immersatt" verleihen zu wollen.' Dieser gewiß bescheidene Wunsch ging bald in Erfüllung, and seit jener Zeit heißt die in der Ortschaft Nimmersatt gelegene Postagentur auf ewige Zeiten Immersat. Nach. lömmlinge des Posthalters Mellieu leben heute noch im Kreise Memel. [ Ein eigenartiger Kampf um den Alkohol] ist in Hamburg entbrannt. Ein dortiges Blatt enthielt neulich folgendes hübsche Artikelchen:„ Ich habe absolut nichts dagegen, wenn die Kaufleute, die vielleicht kränklich sein mögen oder früher des Guten zuviel getan haben, jezt abstinent leben und sich zu einem Verein jusammenschließen. Nur sollten sie uns andere mit ihrer Aufdringlichkeit verschonen und nicht alle Welt zu bejern versuchen. Die Herren vom Deutschen Verein abſtienter Kaufleute sind, trotz ihrer Abstinenz, doch im mer noch Kaufleute geblieben und sollten sich hüten, einen jo blühenden Geschäftszweig wie die Brauerei- und Brennerei- Industrie, sowie allen Weinbau, muiwillig zu zerstören zu versuchen. Taß alcoholi ch: Get än e, mä ig ge nossen, an sich nicht schädlich sind, sehe ich an meinem alten Großvater, der zu Pfingsten 75 Jahre alt wird und der jeden Abend erschrick nicht, Deutscher Verein abstinenter Kaufleute!- vier Glas Grog trinkt. Also im mer hübsch Kaufmann bleiben, leben und leben lassen!" [ Belohnung eines ehrlichen Finders.] Als die Schloßherrin Grunelius in Kobsheim vor etlichen Tagen eine Bäckerrechnung bezahlen wollte, vermißte sie ihr Portemonnaie, in welchem sich etwas über 600 Mart befanden. Fast der ärmste Mann des Dorses, Andreas Wells, fand das Geld und erstattete es sofort zurück. Seine Ehrlichkeit wurde in hochherziger Weise belohnt. Er erhielt einen Finderlohn von 20 Mt. und wird, solange er lebt, das Mittagessen vom Schlosse beziehen. Von Nahrungssorgen ist der ehrliche Finder zeitlebens befreit. †[ Wie man als„ Schriftsteller" sein Glück machen tanu,] auch ohne eine Berühmtheit zu sein, das ist aus folgender Anekdote ersichtlich, die französische Blätter mitteilen. Unter dem ersten Kaiserreich widmete ein arm jeliger Poet, der nichts zu essen hatte, der Prinzessir Pauline einige Verse und ließ sie ihr durch die kam merzofe, die seine Rusine war, überreichen. Die Prinzes sin las die Verse, während sie sich frisieren ließ. ,, Si sind nicht übel," sagte sie. Wer ist der Dichter? Die Kusine lobte ihn natürlich sehr und interessiert die gute Pauline so sehr für das Schicksal des Reimschmieds, daß die Prinzessin ihn dem allmächtigen Posizeiminister Fouché empfahl, den sie fragte, ob nicht für ihren Dichter" irgendwo ein Plätzchen frei ſei Fouché ließ sofort den nichtsahnenden Dichter in einem yoswagen abholen und fragte ihn, was er für sick vünsche, und als der Poet, der vor Schreck und Staunen die Sprache verloren zu haben schien, nicht antwortete, sagte Fouché kurz:„ Ich ernenne Sie zum Gonverneur der Insel Elba." Bald darauf steder neue Gouverneur nach Elba ab, und kurz nach seiner Ankunft teaf es sich, daß eine Bergbau- Gesellschaft eine Konzession verlangte, die er ihr augenblicklich bemif. Bur Frühjahrs- Saison ugre, moju ste ihm attten im werte von 200 000 Fres chenfte. Zwei Monate später traf Fouché zufällig mit der Prinzessin Pauline zusammen und erzählte ihr, das er ihrem Schüßling eine sehr gute Stellung verschaffi jabe. Belcher Schüßling? Was für eine Stellung? ragte die Brinzessin. Touché war sehr erstaunt, erinnert ie an den Namen des Tichters und sagte, daß er ihr zum Gouverneur der Insel Elba gemacht habe. Nur achie die Prinzessin laut auf; jie hätte für den Maun jöchstens irgend eine Schreiberstelle verlangt, sagte sie Der Gouverneur wurde sofort abberufen, aber er wai ür den Rest seines Lebens versorgt und machte fortan in Frieden Verse, die nur seine Freunde und Gäste bevunderten. [ Ein originelles Diner.] Die amerikanische Schau pielerin Miß Tyrce wird dieser Tage ein originelles Diner geben, dem die Blätter schon im voraus lange Beschreibungen widmen. Alle Wohnräume der Schau pielerin werden dem Charakter des Festes entsprechend zeschmückt werden, das als ein ,, maritimes Diner" be zeichnet wird. Guirlanden aus Algen und Netzen werder Die Wände schmücken, der Tafelaufsas soll ein Minia tursee sein, in dem seltene Fische schwimmen werden. Miß Tyrce wird eine grüne Robe, die mit irisierenden Fischschuppen geschmückt ist, tragen, und alle Diener verden kostümiert sein, die Männer als Matrosen, die Frauen als Fischerinnen. Auch das Menu wird sich aus den seltensten Gerichten, die alle einen maritimen Ursprung haben, zusammensetzen. Natürlich werden auch die Gäſte in einem den Umständen angemessenen Kostüm erscheinen. )[ Ein goldenes Haus] will die Stadt Colorado aus der Weltausstellung in St. Louis 1904 errichten. Das Schazamt in Washington ist bereit, die Ausführung des Planes durch Leihen von Goldbarren im Werte von 40 Millionen Mark und im Gewichte von 18000 Kilogramm zu unterstüßen. Es soll aus Goldbarren, von der Größe eines Dominosteines bis zu der eines Mauerziegels, eine Nachbildung irgend eines berühmten nordamerikanischen Gebäudes, wahrscheinlich des Kapitols in Washington, hernestellt werden ::: Der Kaiser und Prof. Delitzsch. Bei dem letzten großen Diner beim Reichstanzler, zu dem, wie erinnerlich, auch der Kaiser erschienen war, hatte dieser Gelegenheit, mit mehreren hervorragenden Mitgliedern der Orient gesellschaft, u. a. auch Professor Telizsch, zusammenzutreffen. Der Kaiser begrüßte den Professor äußerst freundlich und streifte das Thema ,, Babel und Bibel" in harmlos scherzhafter Weise. Er bekundete dadurch wieder einmal, daß er in wissenschaftlichen und theologischen Streitfragen die Toleranz anderer Meinungen nicht nur geübt sehen will, sondern auch selber übt. Professor Delitzsch wird übrigens im April seinen dritten Vortrag halten. In den nächsten Tagen erscheint eine Neuauflage seines zweiten Vortrags mit einem zur Klärung" überschriebenen Vorwort, in dem der Verfasser seinen Standpunkt zum alten Testament weiter erklärt. )( Prinzessin Luise von Tostana soll, wie von Wiener eingeweihten Kreisen behauptet wird, die Erklärungen Girons über eine bevorstehende Wiedervereinigung mit ihr als völlig erfunden bezeichnet haben. Im Einvernehmen mit dem Dresdener Hose wurden der Prinzessin folgende Anträge gestellt: Uebersiedelung ins Schloß Brandeis in Böhmen; Uebergabe des zu erwar tenden Kindes an den sächsischen Hof; Revokation des Verbotes, den Titel einer österreichischen Erzherzogin zu führen. Der sächsische Hof verpflichtet sich, zweimal jährlich das Wiedersehen mit den Kindern zu gestatten; die Mitgift wird an den Großherzog von Toskana zurückerstattet. Der Pariser ,, Petit Bleu" läßt sich dagegen aus Genf melden, daß der sächsische Hof auf die Auslieferung des zu erwartenden Kindes verzichtet und daß nur hieraufhin die Prinzessin ihren Plan, nach England zu flüchten, aufgegeben habe. Zu einem gewissen Abschluß müssen übrigens die Verhandlungen wohl gediehen sein, denn der Kronprinz von Sachsen wird am 19. d. Mts. nach Neapel abreisen. reizende Renheiten Gesangbücher in für Konfirmanden Knaben- Garderoben. in großer Auswahl empfiehlt Der Held von St. Privat, der auf allen birdlicher Darstellungen der Erstürmung des brennenden Dorfes in der Schlacht am 18. August 1870 die Sturmfahne tragende sächsische Grenadierhauptmann Julius von Rouvroy, ist zu Dresden gestorben. Sein auf dem alten sächsischen Soldatenkirchhof in Dresden- Neustadt stattge fundenes Begräbnis vereinigte an seinem Earge in der Aufbahrungshalle, wie an der Gruft seiner Väter, noch einmal seine Waffengefährten, die mit ihm in das hartnäckig verteidigte Dorf eingebrochen waren. Hauptmann von Rouvroy war bei Beginn der Schlacht durch einen Schuß verwundet worden, hatte dann aber seine Kompagnie wieder eingeholt und sie zum entscheidenden Sturm geführt, nachdem er die Fahne selbst ergriffen hatte. V[ Ein Gatte zum Whistspielen gesucht.] Eine 70 Jahre alte Dame in Washington, eine eifrige Whistspielerin, erließ vor kurzem eine Anzeige, durch die sie auf ,, diejem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" einen Lebensgefährten suchte mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß Der letztere ein ausgezeichneter Whistspieler sein müsse. Auf diese Anzeige hin stellte sich der alten Dame wirklich ein Heiratskandidat vor, mit dem sie, nachdem sie ihn auf seine Fähigkeiten im Whist geprüft und sie als genügend befunden hatte, die Ehe unter folgenden Bedingungen einging: Der Mann hat die einzige Ver pflichtung seiner Gattin gegenüber, mit ihr an jedem Abend, jahraus, jahrein, Whist zu spielen, wofür sie ihm die Zinsen eines 100 000 Mart betragenden Vermögens und nach ihrem Tode das ganze Kapital zur Verfügung stellt." Wenn er es nur solange aushält. !!! Eine startnervige Familie muß die des Raubmörders Sentencik sein, der, wie erinnerlich, in Olmüz gehenkt wurde und sell bis zum letzten Augenblick eine erstaunliche Gleichgiltigkeit und Gemütsruhe an den Tag legte. Der Hinrichtuno w hnten nämlich als Zuschauer Bruder und Schwager des Delinquenten bei. Auch seine Mutter und Tante wollten sich das Schauspiel nicht entgehen lassen und es wurde ihnen tatsächlich die Bewilligung erteilt, aus einem Fenster des Justizgebäudes die schreckliche Szene mit anzuschen. Doch wurden beide von dem diensthabenden Aufseher, dem diese Bewilligung nicht be fannt war, abgewiesen. Nichtsdestoweniger gingen beide nach der Hinrichtung die noch hängende Leiche anzusehen. Als, Andenken" an ihren hingerichteten Sohn nahm die Mutter seinen Strohhut und einige Kleidungsstücke. Bunte Chronit. In Stargard( Pommern) wurde der Knecht Albert Faust, der wegen Ermordung der unverehe lichten Wilhelmine Wachlin aus Neugrape am 11. Of tober 1902 zum Tode verurteilt worden war, enthauptet. - Die Baronin v. Seckendorf- Rüsselsheim wurde in Tarmstadt unter dem Verdacht des Kindesmordes ver haftet. In einem Warschauer Theater veranstalteten die Polen anläßlich eines deut chen Gastspiels deutschfeindliche Kundgebungen. Zwar geling es der Polizei, die Ruhestörer aus dem Theater zu entfernen, die Fortsetzung der Vorstellung war jedoch trotzdem unmöglich, weil die Demonstranten mittelst eines chemischen Präparats einen unerträglichen Geruch im Zuschauerraum verbreiteten. In Gablonz wurden durch Gasolinexplosion drei Menschen schwer verletzt, zwei Mauern wurden eingedrückt, Fensterflügel wurden auf die Straße geschleudert. - Ter allgemeine Studentenausstand in Spanien dauert fort. In Barcelona hat der Rektor die Universität schließen lassen. In Valencia ordnete der Gouver neur die Säuberung der Straßen von der lärmenden Menge an, wobei viele Studenten durch Säbelhiebe ver wundet und mehrere verhaftet wurden. Die Studenten fordern jetzt die Abseßung des Gouverneurs. - - In Tucson( Arizona) hat eine Räuberbande aus der merikanischen Provinz Sonora eine Postkutsche überfallen und den Kutscher und sämtliche sechs Reisenden ermordet. 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