Verein da 8½ Uhr. mlung abgelaufene Ber orftandes. 3. Ber Vorstand. XXXXXX au. ende 8 Uhr: Abend. mburg. Bolzogen. ogen. Emil del Ley Band Nr. 41. 8 weites Blatt. Abonnementeprets: in Gießen, abgebolt monatlich 50 fg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Sratt@ bellagen: Oberbeffische Familienzettang( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Ob- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Mittwoch, den 18. Februar 1903. Gießener 2. Jahrgang. Juferrionsprei de Die einfpaitige Veritzeile für Gießen wie yang Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fg. Sonn to fg. Reklamen die Petitjeile 30 refp. 40 fg. Softzeitungslifte No. 8269. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 88. Fernsprechenschluß Nr. 363. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Rofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Vermischtes. Abendkasse Es ist eine wenig beachtete, aber nichts bestoweniger udolph, hier. ung bon Ernft perrfiz Mt. 2.25, ententarten 1t ↑[ Deutschland und die europäischen Fürstenhäuſer.] überraschende Tatsache, daß sämtliche Herrscherhäuser in Europa, ein einziges ausgenommen, entweder von Deutschland abstammen oder durch Heirat mit unserem Lande verwandt geworden sind. Die Mutter des Maisers von Desterreich war eine Prinzessin von Baiern. Die Czarin ist eine geborene Prinzessin von Hessen. Der König von Belgien ist ein Prinz von Sachsen- KoburgXXXXXX Sionis von England ist der Sohn des Prinzen herzog" Ede Beftanlage Familien. < både. fige Biere. ierte Zeitschriften mc 8.dienung. angelegentlicht daß ich den Be bol Hell. Albert, der ebenfalls ein Prinz von Sachsen- KoburgGotha war. Ein anderer Prinz von Sachsen- KoburgBotha war der Gemahl der Mutter des Königs Dom Louis von Portugal. Die Mutter des Königs Humbert bon Italien war eine Erzherzogin von Desterreich und bie Mutter der Königin Margherita war die Tochter des Königs von Sachsen. Der König von Spanien ist der Sohn einer österreichischen Prinezssin. Die Mutter der Königin von Holland ist eine Prinzessin von Waldeck- Pyrmont. Der Fürst von Bulgarien ist ein Koburger. Der König von Rumänien stammt von den Hohenzollern und die Königin ist eine Prinzessin von Wied. Die Kronprinzessin von Griechenland ist die Schwester unseres Kaisers. Der König von Dänemark ist ein Prinz von Schleswig- Holstein. Die Königin Sophie von Schweden und Norwegen ist eine Brinzessin von Nassau und die Kronprinzessin Viktoria ist die Tochter des Großherzogs von Baden. Der Großherzog von Luxemburg ist Herzog von Nassau. Die Schwester bes Prinzen von Monaco hat einen Herzog von Urach schinen geheiratet. Der Bring Danilo von Montenegro hat ſich mit Fabrikate. idelu. Naumann hlt zu billigste ähriger Garanti Artz, ggöns. ich bei Ankauf br rikaten, die heute a naschine baben wil n wende fich an eine antie hat, und welche leich bei der Hand if met adthaus elda( Seffen) für sifubrwerke, Paris 1900 mi I in Rutsch- un per Stüd Reit- Utensilien, Ber Prinzessin Jutta von Mecklenburg vermählt. Einzig und allein der König von Serbien hängt in keiner Weise mit Deutschland zusammen. ::[ Was ist Funkspruch"?] In einer der neuesten Bossen fragt der Träger der Titelrolle, ein biederer Bäckermeister: Wenn ich nur wüßte, was Bouillon auf französisch heißt." Aehnlich möchte man jett sagen: ,, Wenn ich nur wüßte, was Funtspruch auf deutsch heißt." Ueber Nacht ist das neue Wort ,, Funispruch" entstanden, über dessen Bedeutung sich alle Welt den Kopf zerbricht. Ja nun, wir wollen's unseren Lesern verraten: Funfspruch" ist die Bezeichnung, die das Reichspostamt der drahtlosen Telegraphie gegeben hat. Das Wort llingt etwas ungewöhnlich, weil es ungewohnt ist. Aber am Ende wird es sich wie manche andere amtliche Bezeichnung einbürgern. ☐[ Der Regimentsbod.] Eine Neine Militärtragödie beschäftigt jezt die öffentliche Meinung Londons. Seit unbordenklichen Zeiten führt das Regiment Royal Welsh Fuseliers in Krieg und Frieden einen Ziegenbock als Wahrzeichen mit sich, und seit 1844 pflegte die Königin Vikoria ben ablebenden Bock durch einen neuen zu ersetzen. Soeben ist das Regiment nach vierjährigem Kriegsdienst nach England zurückgekehrt, während dessen der historische Bock oft im feindlichen Feuer stand. Der Ackerbauminister hat nunmehr befohlen, daß der Boc getötet werde, weil seine Einfuhr dem Viehseuchengesetz widerspreche. Die Ofi ziere machen vergeblich alle Anstrengungen, den Regimentsliebling zu erhalten, und haben angeboten, ihn auf beliebig lange Zeit in Quarantäne zu stellen. [ Seltsame Eide formeln] wurden fürzlich vor einem Londoner Straspolizeigericht von einem chinesischen Zu gen ausgesprochen. Er bat dringend, man möge ihm eine Wachsferze bringen, blies diese dann aus und erklärte feierlich: Möge ich wie diese Kerze erlöschen, wenn mein Mund nicht die Wahrheit gesprochen hat." Ein indischer Zeuge, der vor einem australischen Gerichtshof erschien, erklärte den Richtern, daß nach seinem Glauben die einnter die berühmtezige rechtskräftige Form des Eides eine an den Wassern ultra. gen und Capete Prospefte un krimen. hart, fänerlich, reg des Ganges abgegebene Erklärung wäre. Der Präsident war in großer Verlegenheit. Aber der Dolmetscher ging hinaus und kam nach einigen Minuten mit einem Glas Wasser zurück. Ist das Wasser vom Ganges?" fragte der Richter erstaunt. ,, Nein," erwiderte der To me scher. ,, Aber es fommt nur darauf an, daß der Zeuge glaubt, es sei Basser vom Ganges. Wenn ich ihm sage, es ist Wasser aus dem heiligen Strom, so braucht er nicht zu wissen, ob ich die Wahrheit sage." Und der Inder schwor auf das heilige Wasser", das aus einem Brunnen in der beste ist der Anker Nähe gesprudelt war.. schmeckt weich, dab eigt eine tiefbraut Witwe hat beschlossen, den Sommersiz ihres Gatten, Méfen Busah außerde Anter- Cichorien Würfeln, denen Er ist fast überall hen Produkteis • In Originalflasche und offen stets haben bei: Nacht, Inh. Friede th, Schulstrasse :::[ 3olas Schriftstellerhonorare.] Emile Zolas dan, zu verkaufen. Bei diesem Anlaß erfährt man interesjante Daten über die Honorare, die Zola für seine Romane bezogen hat. Zolas Verleger war der Pariser Buchhändler Georges Charpentier, der auch zu den wenigen intimen Freunden des Schriftstellers gehörte. Das größte Honorar bezog Zola für ,, La Debâcle", nämlich 207 000 Francs; es folgen dann Nana" mi 193 000 ,,, Lourdes" mii 154 000 ,,, Der Totschläger" mit 151 000 ,,, Germinal" mit 116 000 ,,, Rome" mit 106 000 Francs; für 16 andere Nomane erhielt Zola Honorare von 34 000 bis 99 000 Francs. Zwanzig kleinere Bände brachten ihm durchschnittlich 8000 Francs, zusammen 160 000 Francs, ein. Innerhalb 31 Jahren hat Jola aus dem Gelös seiner Werte etwa 2500 000 Francs bezogen. Der Landsiz Médan wird auf 200 000 Francs geschäßt. Es ist so ziemlich alles, was dez Witwe des Dichters verblieb. Tragische Folgen eines Strafb: f: hls. Im Oktober vorigen Jahres war ein Berliner Ausflügler, ein 24. jähriger junger Mann, im Walde bei Buch beim Beeren pflüden abgefaßt worden und hatte deshalb einen Straf befehl über 6 Mt. oder zwei Tage Haft erhalten. Alé schon längst niemand mehr an diese Sache dachte, er schien eines Morgens in der elterlichen Wohnung ein Schußmann, um den jungen Mann zur Verbüßung der paftstrafe abzuholen. Die Mutter, die über den Vor fall sehr erschrocken war, behauptete, daß die Geldtrafe längst bezahlt sei, und wollte die Quittung suchen Als sie an ihre Kommode herantrat, fiel sie plößlich leblos auf den Fußboden. Aerztliche Wiederbe e un ser juche blieben ohne Erfolg. Der Schußmann nahm vor der Abholung des jungen Mannes zunächst Abstand. Ein Benefizkonzert für zwei Mörder. Aus Sidner fommt folgende Kunde: In Queensland sind zwei B.ü der namens Kenniff wegen zweier Mordtaten in Verbin dung mit verschiedenen räuberischen Ueberfällen zum Tode verurteilt worden und dieses Urteil hat auch die Bestätigung von seiten des Appellationsgerichtes ge funden. Es soll nunmehr an die letzte Instanz, den eng lischen geheimen Rai, appelliert werden, was aber, wi sich denken läßt, Geld, und zwar sehr viel Geld er. fordert. Man ist mun, um Geld herbeizuschaffen, auf den Bedanken verfallen, ein großes Benefiz- Konzert zu ver anstalten. Am vergangenen Montag hat dieses Konzert denn auch richtig in Brisbane stattgefunden. Zum Schluf wurden der Vater, eine Schwester und ein Bruder dei Verurteilten in feierlichem Geleit auf das Podium ge führt und von dem Auditorium mit lautem Beifall be grüßt. Dies muß so auffälliger berühren, als nach dem Ergebnis der Gerichtsverhandlungen alle Zweifel an der Schuld der beiden Brüder ausgeschlossen sind. )-( Böse Geister. Ein Mitarbeiter des Permst Westnik" macht seinem Blatte merkwürdige Mitteilun gen über das Walten ,, dunkler Mächte" im Dorse Anx nitschy, Gouevrnement Perm. Seit dem Beginn dieses Jahres zeigen im Hause eines Bauern des genannten Dorfes alle Gegenstände die Fähigkeit, ihren Standort zu verändern, weil von dem zehnjährigen verkrüppel ten Sohne des Bauern geheimnisvolle Kräfte ausgehen! Nimmt der Knabe irgendwo Plaz, so fliegen alle in seiner Nähe befindlichen Gegenstände zur Seite, als ob sie von unsichtbaren Händen durch die Luft geworfen würden. So z. B. setzt sich der Knabe an den Ofen; in dem Augenblicke, in welchem er nach seinen Spielsachen greift, erheben sich diese und treten eine Luftreise an. Ferner soll es häufig vorkommen, daß ohne Ver anlassung die Heiligenbilder von den Wänden fallen; ein großes fupfernes Kreuz, das eben erst an einer Wand befestigt worden war, begann eines Abends plötzlich zu tanzen und veränderte seine Stellung. Eine massive gußeiserne Ofentür riß sich am selben Abend aus ihren Hängen und fiel mit solcher Gewalt auf die Diele, daß sie entzweibrach. Als sich der Knabe einem Fenster näherte, plaßten davan plößlich sämtliche Scheiben. Alle diese unerklärlichen Vorgänge follen sich in Anwesenheit bon Zeugen abgespielt haben. Als man den Knaben in ein anderes Zimmer brachte, wiederholten sich dort die selben Vorgänge. Die dunklen Mächte" sollen auch an ben Menschen ihre Tücken ausüben: als sich die Mutter bes Anaben eines Abends auf die Ofenbank sezte, wurde sie plöglich von unsichtbaren Händen ergriffen und mit großer Gewalt auf die Diele geschleudert. Nachdem der Berichterstatter mit größtem Ernst die oben erwähnten Borgänge geschildert hat, bemerkt er mit bescheidener Manier, daß es sich möglicherweise um einen Echwin ef handeln könnte. ::: Menschenfleisch als Bärenfutter. Unter diesem gruseligen Titel wird dem Wiener Deutschen Boltsblatt" aus Marchegg( Mähren) folgende Schauermär berichtet: Vor einigen Tagen passierte unsere Stadt eine gänzlich herabgekommene Zigeunerbande mit acht großen starten Bären und etlichen Pferden. Von der Gendarmerie wurde das Gesindel bis nach Aspern geleitet und dort an Ungarn abgetreten. In den Fürst Palffyschen Wäldern bemerkten zwei mit Holzhauen beschäftigte Slowaken die herannahenden Zigeuner. Einer der Arbeiter versteckte sich in den Aesten eines Baumes. Bon da aus mußte er mit anjehen, wie die Unmenschen seinen Kameraden knebelten und den hungernden Bestien zum Fraße vorwarfen. Ganz geängstigt, traute er sich erst lange darauf, als die Bande Den Ort ihres Verbrechens verlassen, aus seinem Versteck hervor und verständigte nun die Gendarmerie über bas Borgefallene, die die Bande einholte und verhaftete. Einer der Bären wurde erschossen und in seinem Innern noc oorhandene Ueberreste von Menschenfleisch festgestellt. Aus verschiedenen ungarischen Gemeinden, die die Zigeuner passiert, fehien zusammen sechs Kinder. Man bermutet, baß sie von den Zigeunern entführt worden seien; ba sie sich aber unter dem Trupp ber Berhafteten nicht barfanden, wird es immer mehr zur schrecklichen Gewißheit, Daß sie von den Zigeunern dem Hunger der Raubtiere geopfert wurden. Gar so schlimm wird die Sache wohl nicht gewesen sein, aber das Volk in Ungarn ist mit Recht über die vielen Ausschreitungen der Zigeuner empört und mun spinnt die leicht erregte Phantasie sich die abenteuer lichsten Moritaten" zurecht." Kurzes Allerlei. Noch zwei ,, älteste Leute" werden jept in ungarischen Blättern genannt. In Nyitra- Vezefeny starb dieser Tage Frau Marie Krammer im seltenen Alter von 109 Jahren. Die Verstorbene, die sich bis zu ihrem Tode der besten Gesundheit erfreute, hinterläßt nebst 113 Enfeln, zahlreichen Ur- und Ururenfein zwei Schwestern, die gleichfalls bereits das hundertste Lebensjahr überschritten haben. In Györ verschied 107 Jahre alt Frau Witwe Simon Adler. Auch sie hinterläßt eine ansehnliche Nachkommenschaft. Die längste Eisenbahnbrüde der Welt wollen die Amerikaner über das Höllentor bauen, das die Manhattan- Insel von Long- Jsland trennt. Die Brücke selbst wird über anderthalb kilometer lang, aus Stahl hergestellt sein und auf Steinpfeilern ruhen. Der Mittelbogen foll 135 Fuß über dem Hochslutspiegel schweben; 30 Millionen Kilo Stahl sollen zur Herstellung der Brücke dienen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 10 Millionen Dollars. Lokales. Gedenktafel für den 18. Februar. 1546. Martin Luther T. 1564. Michel Angelo †.- 1587. Maria Stuart enthauptet. 1803. Der Dichter Ludwig Gleim in Halberstadt †.- 1857. Der Maler May Klinger in Leipzig*. 1871. Einzug der Deutschen in Belfort. 1890. Graf Andrassy t. 1895. Erzherzog Albiecht von Desterreich, der Sieger von Custɔzza t. 1899. Emile Loubet zum Präsidenten der französischen Republik gewählt. Aus dem Gerichtsfaal. § Wegen militärischen Aufruhrs und ausdrücklicher Gehorsamsverweigerung hatten sich der Gefreite Daniel und der Dragoner Menne von der ersten Eskadron des Oldenburgischen Dragonerregiments Nr. 19 vor dem Kriegsgericht der 19. Division zu verantworten. Die Angeklagten hatten zur Feier des Sylvestertages abends tüch tig Punsch in der Kaserne getrunken. In angetrunkenem Zustande lärmten sie auf dem Flur der Kaserne umher. Mehrere Unteroffiziere untersagten ihnen dies und be fahlen ihnen, auf ihre Stuben zu gehen und sich ins Bett zu legen, aber die Angeklagten gehorchten nicht und gaben ihren Ungehorsam noch durch Widerreden zu erkennen. Das Kriegsgericht, das nach der umfangreichen Verhandlung in dem Benehmen der Angeklagten ein bewußtes, gemeinschaftlich verabredetes Vorgehen erblickte, erkannte gegen den Gefreiten Daniel auf fünf Jahre und sechs Monate Gefängnis, gegen den Dragoner Menne auf fünf Jahre und zehn Monate Gefängnis. Beantragt wa ren je fünf Jahre Gefängnis. Kleine Gerichts- Chronit. Eine unnatürliche Mutter hatte sich vor dem Schwurgerichte in Thorn in der Berson des Dienstmädchens Pelagia Karpinski aus fru schin unter der Anklage der Kindesausseßung mit T- deserfolg zu verantworten. Sie hatte ihr acht Tage altes Kind im Walde bei Straßburg am 30. November ausgesetzt, wo es in der folgenden Nacht erfror. Das Mädchen wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Landgericht in Ausbach beschäftigte sich mit einem Dienstknecht aus Oberöstheim, der sich in verschiedenen Ortschaften als Leichenbitter ausgab und die Leute zur Beerdigung eines angeblich verstorbenen Altsizers einlud, wobei er jeweils das übliche Geldgeschenk erhielt. Wenn die teilnehmenden Trauergäste im Trauerhause erschienen, trafen sie den Totgesagten gesund und munter an. Der Angeklagte wurde zu neun Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein russischer Standalprozeß wird bereits seit 12 Tagen gegen den Polizeimeister( Polizeidirektor) Echafroff von Aronstadt verhandelt. Schafroff verkaufte Polizeibeamtenstellen für Summen von 500 bis 1500 Rubel. Handwerker, die behördliche Lieferungen hatten, zahlten dem Polizeichef 200 bis 500 Stubel und brauchten dann nur einen Teil der Waren zu liefern. Geradezu Unsummen zog der Polizeimeister Schaftoff aus den trɔnstädter öffentlichen Häusern, die unter seiner Herrchaft binnen turzer Zeit sich verbrei- und vervierfachten ind im Werte bon 6- bis 10 000 Rubel stiegen. Kurz, Die Verhandlungen, in denen Hunderte von Zeugen ercheinen, fördern Bilder bon geradezu entseglicher Ba mtentiffir unb Rorruption zu Tage to li g 0 ic 11 Amtliche Bekanntmachungen. Holz- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, 23.Februar 1903, vorm. 9 Nhrbeginnend werden in der Leib'schen Wirtschaf: im Philosopher wald aus den Waldungen der Stadt Gießen versteigert: aus dem Distrikt Mühlberg 32 Fichten- Stämme mit 6,02 Festm. 1180 Fichten Derbitangen mit 60,79 Feftm. 49 mtr. Buchen- Scheitholz n " Buchen Knüppelholz 50 " 7 EichenErlen= " I 14 " 36 " Eichen" 2 Nadel 11 " 3 Erlen " " 1 Eich n- " 5 " 1 Erlen= 810 980 Eichen" " 12 48 Buchen- Stockholz Н Nadel- Knüppelholz 700 Wellen Buchen- Steisig Nadel11 ans dim strikt Zollstockswäldchen 1 Fichten- Stamm mit 0,44 Festm. 50 mtr. Eichen- Scheitholz Eichen- Knüppelholz 38 " Eichen- Stockholz 62 " 1440 Wellen Eichen- Reisig aus den Digrifen Sandberg, Ursulum und Philosophenwald. 7 Fichten Stämme mit 1,72 Festm. 1 Kiefern- Stamm mit 0,66 Festm. 3 Rmtr. Nadel- Scheitholz -Stnüppelholz Buchen- Stockholz 36 " 1 n Nadel17 2800 Wellen Eichen Reifig)( gute Durchforstungswellen) 8200 " Nadelaus dem Distritt Stolzenmorgen 19 Fichten- Stämme mit 3,03 Feftm. 1610 " 200 " -Derbstangen mit 51,65 Festm. Bohnenstangen mit 0,26 23 Amtr. Eichen- Scheitholz 30 " 16 H 21 Eichen- nüppelholz Eichen- Stockholz Nadel- Stockholz 2500 Wellen Eichen- Reisigl " 5100 Nadel Reifig( gute Durchforstungswellen) Gießen, 14. Februar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Seinrich Karpf scheidet aus dem Institut der Dienstmänner aus und hat die Aushändigung der von ihm hinterlegten Dienstlaution beantragt. Bir fordern deshalb diejenigen, welche Ansprüche an diese Raution aus der Eigenschaft des ec. Karpf als Dienst mann erheben u fönnen glauben, auf, solche bei Meidung des Russchusses binnen acht Tagen bei uns vorzubringen. Gießen, 16. Februar 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Grabenstraße wird wegen Vornahme von Ranalisationsarbeiten von Mittwoch, den 15. 1. Mts. bis au We teres für den Fuhrwerksverkehr a sperrt. Gießen, den 17. Februar 1903. Großherzogliches Polizeiant Gießen. Hechler. Jagdverpachtung. Die Jagd der Gemeinde Großen- Linden wird Samstag, den 21. d. Mts., Nachmittags 3 Uh auf dem hiesigen Rathause in 2 Bezifen auf 6 Jahre berpachtet. Jagdbezirk Nr. 1 en hält 145 ha Wald, teilweise Gingatterung ist jedoch vorhanden. Jagdbezirk Nr. 2 umfaßt 637 ha Feld, hierzu ge= hören die Unterabteilungen: A. Luh, Mittel-, Höll, Groß- und Klein- Waldfeld. B. Mahr, Straßen, Brückenfeld und Halbenklee. Auf den Feldern B wurden im Herbste 1902 allein zur Strecke gebracht: 3 Fasanen, 56 Hühner, 85 Hasen. Großen- Linden, am 14. Februar 1903. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Leun. Christian Wallenfels, Telephon 262. 17 Marktplas 17. am Kriegerdenkmal empfiehlt Segründet 1826, Feinsten Schweizer( Emmenthaler) " Edamer( Holländer) " Fromage de Brie Camembert " " Delifateß Rahm " Harzer Frühstücks" Mainzer HandHochfeine Thüringer Kümmel- Stangen nur in feinsten Qualitäten stets frisch Jean Dern& Co., Giessen Gegr. 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Gegr. 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankirtstr. 114, eign. Bahnanschl Bau- und Kanalbau- Artikel. Bureau und Lager: Westanlage 31, Telephon 21. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel Giessener Pferdemarkt- Cotterie. 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Für Magenleidende. • Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafier, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Berschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Štoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrouch des Kräuter- Weins werden genübel meist schon im Reime erstift. Man sollte also nicht fäumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Suffoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, Stuhlverstopfung wie seklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, fotoie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung ind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften. Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Jospannung und GemütsverRimmung, fomie häufigen opfschmerzen, schlaflosen nächten, Kräuter- Wein fiechen oft solche Kranfe langiam dahin. niebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein ste gert den Appetit, befördert Berdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und ver beffert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Sräfte und neues geben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mf. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- ginden, Wehlar, Froshausen, raunfels, Bubbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBufeck, Allendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubach, Bad- Yauheim, Marburg u. f. w., sowie in allen größeren und fleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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Der hat gut lachen, dachte Friz, als er vom Tore her die Stimme des Dieners hörte, der kriegte sicher Eis! Friße ging weiter. Da, was war das? Er fühlte sich lebhaft in seine Lehrlingszeit zurückverseßt. Beim Scheine der Dellampen damals kannte man laum Gas, geschweige denn elektrisches Licht erschien vor ihm im des Hofkonditors. weißen Gewande mit langer Konditorschürze, der Lehrling ,, Bengel, wo bleibst du denn so lange? Die Sachen sind boch auf einhalbacht Uhr und nicht auf acht Uhr bestellt, und nun schleichst du noch wie eine Schnecke daher. Also her mit den Sachen und mache, daß du nach Hause kommst und sage deinem Meister, daß der Herr Baron" der Herr Leutant war nämlich einer mit ,, bon" und wurde manchmal zu seinem großen Aerger von einzelnen sehr devoten Bürgern mit herr Baron" sehr böse sei und in Zukunft wo anders angeredet bestellen wird, so nun troll dich ab!" Der weißbeschürzte Junge gab in seiner Herzensangst schleunigst Fersengeld, als er den schweren Korb von seinem Kopfe heruntergehoben hatte und war froh, nicht ben steilen Berg mit der Last hinaufsteigen zu müssen. Gewandt schwang Frize den Korb auf seinen Kopf und fühlte sich ordentlich wieder als Konditor, wie er so in die Villa eintrat. Als er eben in dem herrlichen Aufzuge, man denke noch an sein höchst komisches Kostüm, durch den Korridor in bas Badezimmer schlüpfen wollte, ging die Tür vɔm Salon auf und vor ihm stand die Gnädige". Stumm und starr standen sich beide gegenüber, dann mußte die junge Frau herzhaft lachen und rief den Gatten hinzu, ber laut schreiend vor Vergnügen bei diesem Anblick in einen Sessel sank. Das Diner war fast zu Ende. Das Eis sollte eben gereicht werben, da hörte man drin im Zimmer ein Durcheinander von Stimmen, wie das ist unser Eis," und dann Frißen ,, mache nur, daß du rauskommist, sonst könnte ich dir Beine machen;" kurz nach einigen Augenblicken erschien er triumphierend im Speisesaal und servierte ,, sein felbstgeholtes Eis." Als die letzten Gäste gegangen waren, fragte Frizes Leutnant: Was war denn das für ein Lärm, ehe du mit dem Ets hereinkamst?" Fritze trat verlegen von einem Fuß auf den anderen, am unangenehmsten war ihm, daß Minna so frech daneben stand, und gestand dem Herrn Leutnant, daß er vergessen hatte, das Eis zu bestellen; dann, daß ihm der Konditorjunge so wie gerufen in die Quere gelaufen sei, und da habe er ihm einfach das Eis abgenommen, das der Junge ihm auch sofort gegeben habe. ,, Herr Leutnant, Kammerherrns konnten ihr Eis," - denn für die war das entführte Konditorzeug bestimmt gewesen schon verschmerzen, aber wir" durften uns boch bel ,, unserer" ersten Gesellschaft nicht blamieren. Der freche Diener vom Bari kam nämlich und forderte seln" Eis, ich habe es ihm aber ,, Na, nun geh schlafen, Frizze," unterbrach ihn sein Beutnant. ,, Ein Malefizkert, der Friße, so war er auch im Feldpuge: immer vornean und auch mit dem Mundwerk!" * Wer sich nüchtern verirrt, entfernt sich mehr vom Biel, als wer mit trunkenem Haupte nach Hause taumelt. Staunen wir nicht darüber, daß uns das Leben int Alter werter wird, als es uns in der Jugend gewesen der letzte Aufzug eines Stückes interessiert uns ja immer am meisten. AUS DEM REICHE DES WISSENS Maschinenmaurerei. Bei der Ausführung von Maurerarbeiten sind Maschinen nach langem Zögern hier und da wohl zur Verrichtung von Handlangerdiensten herangezogen worden, wenn es sich aber um das ehrwürdige Handwerk selbst handelte, hat man die Möglichkeit einer Umwälzung faum je ernstlich in Betracht gezogen. Ein Engländer ist nun mit einer Erfindung hervorgetreten, welche den Zweck verfolgt, dem Maurer den Platz eines Maschinenarbeiters anzuweisen. Seine Maschine, welche von zwei Leuten bedient wird, soll beim Aufbau von gewöhnlichem Mauerwerk in der Stunde 500 bis 600 Ziegel legen können. In Abständen von etwa fünf Metern werden an der Stelle der herzustellenden Mauer entlang Führungsstangen errichtet, welche durch einen in der Höhenlage verstellbaren horizontalen Träger verbunden sind, auf dem sich die Maschine vermittelst Kettenrad und Kurbel bewegen läßt. Die von der Hand in die Maschine gelegten Ziegelsteine werden behufs Erzielung einer regelrechten Vorderfläche der Mauer gegen eine am Träger befestigte Latte gebracht, durch Rollen gegen lettere und mit Hilfe einer Hebelvorrichtung gegen einander gepreßt. Vorher gelangt zwi schen je zwei Ziegel die reichliche Menge Mörtel zur Bildung der aufrechten Juge. Das übliche Klopfen mit der Kelle oben auf dem Ziegel, um ihm die richtige Lage zu geben, wird bei der Maschine dadurch nachgeahmt, daß eine mit Nocken besetzte Walze unter dem Drucke starker Federn drüberwegläuft. Ob die Maschine sich in die Praxis einführen wird, bleibt abzuwarten. Allerlei Wiffenswertes. Die teuersten Geigenbogen. Den bis jetzt höchsten Preis, der für einen Geigenbogen angelegt wurde, erzielte ein solcher aus der Werkstatt François Tourte's( 1747-1835) in Paris, vielleicht des hervorragendsten Bogenmachers, der je gelebt hat. Ein Komitee, das zur Beschaffung eines Geschenkes für den berühmten Violinisten Joachim zusammengetreten war, erkaufte denselben für 1000 Mark und überlieferte ihn dem großen Virtuosen. Der höchste, für denselben Gegenstand bei einer Versteigerung erzielte Preis belief sich auf die Summe von 880 Mark, die ein Engländer, namens Hill, im Februar 1867 in dem bekannten Hotel Droust in Paris bezahlte. Die ersten Apotheken. Das Wort ,, Apotheke" ist griechischen Ursprungs und bedeutet so viel wie ,, Niederlage". Die alten Römer nahmen das Wort auf; sie legten in ihrer Apotheka" den Tischwein nieder. Die Apotheken als Niederlagen von Arzneimitteln entstanden bei den Arabern. Jm 8. Jahrhundert n. Chr. besaß Bagdad eine Apotheke. Durch die Araber kamen die Apotheken auch nach Europa, und wurden die ersten in Spanien eingerichtet; dann gelangten sie nach Italien, wo sie sich zu Salerno besonderen Ruses erfreuten. Frankreich, England und Deutschland erhielten sie erst im 14. und 15. Jahrhundert. Augsburg, Prag( 1342), Nürnberg( 1404), Leipzig( 1409), Berlin( 1483), waren die ersten deutschen Städte, die sich einer Apotheke zu erfreuen hatten. Die erste Apothekerordnung war die Pariser vom Jahre 1484. Sie enthält Bestimmungen über Prüfung und Vereidigung der Apotheker, Revision der Apotheken und die Preise der Arzneimittel. Nr. 41. Mittwoch, den 18. Februar 1903. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber Gießener Neueste Nachrichten. Drud mu Verlag der Gießener Berlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788); verantwortlich: Albin Klein Die Macht der Finsternis. ( 1. Fortsetzung.) Russischer Sitten- Roman vom Fürsten J. v. Lubomirski. ,, Das war nur ein scheinbarer Vorwand," sagte Palfin ,,, Agent Schwarz hat selbst gehört, daß einer jener Herren geäußert hatte, Rußland müsse vom Zaren eine Konstitution erhalten." Schelm schlug die Hände zusammen und heuchelte gerechte Entrüstung: Und das genügt Ihnen, um zwölf Menschen nach Sibirien zu schicken!" Balkin lachte höhnisch: Diese heilige Entrüstung steht Ihnen sehr gut, ehrenwerter Herr Ritter!" Schelm schleuderte ihm einen giftigen Blick zu: ,, Ein schönes Handwerk, dagegen läßt sich nichts sagen!" ,, Gestehen Sie offen, lieber Herr Schelm, daß Sie mich wegen dieses Handwerkes sehr beneiden, weil es die Beförderung so beschleunigt." Plößlich unterbrach ihn ein Beamter, indem er die Tür öffnete und laut meldete: ,, Graf Lanin, Adjutant Sr. Majestät des Kaisers!" Echelm und Baltin erhoben sich schleunigst und machten eine tiefe Verbeugung. Der kaiserliche Adjutant bemerkte voller Verachtung ihre unterwürfige Haltung und sagte in protektionellem Tone: ,, Gut, daß ich Sie hier zusammentreffe, da ich in bezug auf Sie beide wichtige Aufträge seitens des Kaisers habe." Echelm und Palfin, die sich bereits wieder aufgerich tet hatten, verneigten sich von neuem bis zur Erde: ..Zuviel Gnade!" Ihre Stimmen vereinten sich gleichsam zu einem Duett, sodaß man in diesem harmonischen Unterwür figkeitschor weder den Ton ihrer Stimme noch auch die einzelnen Silben unterscheiden konnte. Der Kaiserliche Adjutant konnte sich des Lachens nicht erwehren. ,, Herr Oberst Paltin!" sagte er endlich. ,, Der Kaiser läßt Ihnen durch mich sagen, daß er mit Ihnen zufrieden ist, und als Beweis seiner Gunst verleiht er Ihnen den St. Wladimirorden." Erzellenz!" Mehr konnte der überglückliche Palkin nicht hervorbringen. ,, Für Sie, Herr Schelm, habe ich freilich einen weniger angenehmen Auftrag. Sie wissen nichts von den wichtigsten Angelegenheiten und Ereignissen! Sie schlafen, während das Reich in Gefahr ist! Und doch sollte das hohe Amt, welches Ihnen der Kaiser übertragen hat, Sie anspornen, Ihre Aufmerksamkeit überall hin zu lenten." Hand ,, Exzellenz, die Geheimpolizei ist ja nicht in meiner Der Adjutant ließ ihn nicht zu Ende sprechen: ,, Man verlangt von Ihnen nicht, daß Sie zum Spion werden, nur sollen Sie wachen! Sie sind nicht Spione, sondern nur Wachtposten!" fügte er hinzu, ohne seinen Höhn zu verbergen ,,, nur mit dem Unterschiede, daß der Herr Oberst es verstanden hat, zu wachen! Wenn jemand ähniche Verpflichtungen übernimmt, muß er auch im stande ( Nachbruck verboten.) sein, ihnen nachzukommen! Ee. Majestät der Kaiser hat mir also den Auftrag gegeben, Ihnen seine unzufrie denheit auszudrücken, was übrigens Majestät dcm Minister des Innern gegenüber gleichfalls noch tun wird." Schelm erbleichte und zitterte:" Se. Majestät der Kaiser scheint nicht zu wissen," Tallte er ,,, daß Der Graf wandte sich der Tür zu und sprach beim Hinausgehen nur noch die Worte: Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen." Als beide allein waren, richtete sich Paltin sogleich stolz auf, alle Unterwürfigkeit war aus seiner ganzen Haltung geschwunden, seine Arroganz kehrte in doppel tem Maße zurück. Auf seiner schmalen Lippe spielte ein triumphierendes Lächeln. Er flopste Schelm auf die Schulter, um die Verduẞtheit zu verscheuchen, die sich nach den Worten Lanins seiner bemächtigt hatte. Ha, ha, ha! Was sagen Sie dazu, Herr Schelm? Ich bin jedoch ein braver Sterl und trage niemand etwas nach. Zu Ehren des eben erhaltenen Ordens lad: ich Sie zum Diner ein!" Wut. ,, Scheren Sie sich zum Teufel!" rief Schelm vor Schön! Ich gehe schon, mein Lieber!" entgegnet: Baltin und entfernte sich, indem er den bekannten R frain eines beliebten russischen Liedchens vor sich hin fang: ,, Dein Zorn erfreut mich, ja erfreut mich sehr!" Das Triumphlied des Obersten flang noch lange in dem Ohr des unglücklichen Abteilungschefs wieder; lange noch saß er vor seinem Pult, in trübe Gedanken ver sunken, während er, ohne zu wissen, was er tat, seine Pa piere hin- und herwarf. Blößlich erhob er sich und, mit der geballten Faust auf den Tisch gestützt, sagte er, während er das Bild des regierenden Zaren aufmerksam betrachtete, mit entschlossener Stimme: ,, Um deine Gunst zu erwerben, muß man also eine Verschwörung entdecken, und zwar eine solche, daß du auf deinem Throne zittern sollst, Herrscher aller- Reußen!" 8 weites Kapitel. Alexander Werenin zählte sechzig Jahre. Er war Se nator, wirklicher Staatsrat und Ritter vieler Orden. Er hatte hunderttausend Rubel Einkünfte und besaß nur eine einzige Tochter, die schöne Nahiba, die einst sein ganzes Vermögen erben sollte. Alexander Werenin war am Hofe gern gesehen und war auch selber mit Herz und Seele dem Kaiser ergeben. In jeder Reform oder Neuerung erblickte er revolutionäre Bestrebungen und meinte gewöhnlich, mit der Revolution von 1789 habe die Herrschaft des Antichrist begonnen. Eeine Achtung der Beamtenhierarchte gegenüber hatte etwas Seltsames: Subordination und Etiquette tamen, seiner Ueberzeugung nach, christlichen 35 Möbel 32433 Nr. 4 bonnemente in's Baus gebre Brattabellage Oberbeffife Gartenban, for Das Blatt 盘 Zum Aus evar Am 20. Mossen, seitde erwählt word Priester die gewiß nicht daß er die Ei lann es sich le ber Spige ber bet den Ande bet Den robern wußte vie denn vielf lichen Stuhles Wechsel der lichen 105. papft. Der gli ines göttliche Alterieren der leit an. Denn ie Aufregun des Kardinals Graf Leo cende Elemen riner wohlhat boren. Seine Alter von Amt, das 27 3 unte Denn ein päp tungsbeamter hat sich Pecci Des Räuberu 33 Jahren w in Brüssel, m ingen wußte ich mit diplo zufinden, int neuen Regier Kardinal er pierarchie, b latholischen reits 68 Sahr verde nicht al jei as langite verständigen in verstorben die Vorur chen Kulturka Sympathie ent Dem Leo XIII. jondern auch meistens in in deutscher enige des ve gilt. Den firchlichen chließen sich chen Frieden hen Stuhl Frieden! Tugenden gleich. Sobald er einen Geheimrat erblickte, Alexander Werenin gab ohne Schwierigkeiten 1etne@ t- Da Nahida in allem mur ihren eigenen Willen kannte und niemals warten mochte, beschloß sie, ihre Vermählung recht bald zu feiern. Werenin kannte keine Hindernisse oder Schwierigkeiten, sobald es sich darum handelte, den Willen seiner Tochter zu tun. Er setzte die Hochzeit auf den nächsten Sonntag fest. erhob er sich; bei der größten Kälte begleitete er einen willigung. General bis zu dessen Wagen und entblößte jedesmal sein Haupt, sobald jemand in seiner Gegenwart den Namen des Zaren aussprach. Er stellte übrigens bezüglich seiner Person oder vielmehr bezüglich seines Ranges ähnliche Anforderungen: Jeden, ber eben erst in ben Dienst getreten war, nannte er bei feinem Bornamen; erst Geheimräten gegenüber nahm er andere Haltung an. Ohne es zu wissen, war er eine Parodie auf ben Wiz des Marschalls Windischgräß: Für mich fängt der Mensch erst beim Baron an," und öfters wiederholte er die Worte:„ In meinen Augen bedeutet jemand erst bann etwas, wenn er Staatsrat oder Oberst ist." Eine Ausnahme bildete in dieser Beziehung für ihn allein die Umgebung des Zaren; so oft er bei Hose war, und das kam oft vor, grüßte er mit einer gewissen Achtung sogar die Labaien, welche die kaiserliche Liv rée trugen. Troß dieser Eigentümlichkeiten war der Werenin der beste Mensch von der Welt; mutig, edel, dienstfertig und wohltätig, und er erwarb sich die Liebe und Achtung aller, die ihm näher traten. er Rahida, Werenins einzige Tochter, an der er mit ganzem Herzen hing, war ein verwöhntes Kind, und das unermeßliche Vermögen ihres Vaters machte es ihr leicht, alle ihre Launen zu befriedigen. Nach und nach tyrannisierte Nahida geradezu den alten Werenin; er wagte es nicht, irgend einem ihrer Einfälle Widerstand zu leisten, und zitterte bei ihrem Blick. Nahida war ben blonden Mädchen des Nordens gar nicht ähnlich. In ihren dunklen Augen, die von schwarzen Brauen überschattet waren, blißten jeden Augenblic Funken der Ungeduld oder des Bornes; ihre Bewegungen waren lebendig, heftig, leidenschaftlich. Ihre Schönheit war in der Tat bezaubernd, und man er annte in ihr das allmächtige Weib, vor dem alles im Hause ins Knie sank. Ihr Herz war gut und es gewährte ihr Freude, wenn fie andere glücklich machen konnte. Leider war sie als Gegenstand fortwährender Schmeicheleien so stolz gewor ben, daß sie keine Wohltaten erweisen konnte, ohne es zugleich fühlen zu lassen, daß schon ihre Gegenwart eine große Gunst für diejenigen sei, die sich ihr nähern durften. An dem Tage, an welchem der oben erzählte Zwifchenfall im Ministerium des Innern sich ereignete, saß Nahida in dem großen Salon ihres Baters und blätterte in einem Album. Es schlug vier Uhr. Vor dem Kamin faß ein junger Mann von sehr feinem und viel ver( prechendem Aeußern, damit beschäftigt, Visitenkarten zu ordnen und Adressen zu schreiben. Es war dies Graf Wladimir Lanin, Wahidas Verlobter. Nahida wollte bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahre von einer Heirat nichts wissen: alle Bewerber wußte sie bald auf freundliche, bald auf unartige Weise fos zu werden. Eines Tages begann sie jedoch den jungen Diplomaten Grafen Lanin, der ihr von seinem Onkel, dem ersten Adjutanten des Kaisers, vorgestellt worden war, unter dem Schwarm von Verehrern, die bei ihrem Bater verkehrten, auszuzeichnen. Graf Wladimir war casend in sie verliebt, und doch wagte er sich ihr nicht zu erklären. Nahida kam ihm mit einem Geständnis suvor, das der junge Diplomat nicht wagen mochte. ,, Graf Wladimir!" sagte sie eines Abends zu ihm, indem sie ihn zum ersten Male bei seinem Vornamen nannte ,,, Sie sind in mich verliebt, nicht wahr?" Der junge Mann errötete, wurde gleich darauf bleich und vermochte nur, wie zu einer stummen Bitte, die Hände zu falten. Ich liebe Sie gleichfalls," sagte Nahida, während ihre Stimme, deren Ton sonst äußerst talt war, ganz wunderbar weich wurde. ,, Wollen Sie mich zum Weibe nehmen?" Graf Banin sank aufs Knie, don deant unerhofften Glüd überſtürzt, füßte den Eaum ihres Kleides und war so ergriffen und so erfreut, daß die stolze Schönheit ihre offene Anregung nicht bereute. Dies ereignete sich ungefähr eine Woche vor dem Beginn unserer Erzählung. Am folgenden Tage zeigte Nahida ihrem Vater ihre Verlobung mit Banin an und Inzwischen sehen wir Lanin schon am Dienstag damit beschäftigt, Einladungen zu dieser Feier abzusenden; er tat dies nach einer bestimmten Methode, indem er die Visitenkarten der Freunde und Bekannten des Hauses durchblätterte und ihre Namen und Adressen auf gedrudte Einladungen niederschrieb. Lanin unterbrach diese Beschäftigung einen Augenblick, indem er eine Visitenkarte, die ihn offenbar nicht wenig in Erstaunen versetzte, von allen Seiten betrachtete; er las sie nochmals, lachte laut auf und fragte, indem er sie von weitem seiner Verlobten zeigte: Wer könnte das wohl sein?" Nahida erhob ihre Augen und sagte lächelnd: Ich muß doch erst den Namen lesen: ich bin ja feine Wahrsagerin, daß ich ihn erraten tönnte." Tas nicht, aber eine Zauberin, von der ich alle Wunder erwarte." ,, Bitte, lies!" unterbrach ihn Nahida. ,, Omuphri Onesimowitsch Schelm, Wirkt. Staatsrat, Abteilungschef im Ministerium des Innern, Ritter des St. Stanislaus- Ordens, des St. Annen- Ordens 1. Klasse und des St. Wladimir- Ordens 4. Klasse, Vizepräsident des Tierschutzvereins usw. usw., Karawanenstraße 35." ( Fortfcsung folgt.) alte Burfchenberrlichkeit! Militärhumoreske von W. v. Trotha. ( Nachdruck verboten.) Frizze, so hieß er, war der beste aller Burschen. nicht, daß er schön gewesen wäre, nein, beileibe nicht, aber er war goldeswert. Also Friz war seines Zeichens Konditor und hatte da gar manchen windigen Streich begangen und so hieß es denn: er muß fort. Weg, weit weg sollte er und so packte er denn eines Tages sein Bündel und lenkte seine Schritte gen Petersburg. Dort blieb er und arbeitete mit Fleiß, verdiente ein schönes Stück Geld und sparte es. Fritz hatte bei einem der thüringischen Regimenter gedient, sprach so ein wenig sächsisch und dachte oft mit Sehnsucht an seine Rekruten- und die darauffolgende Burschenzeit bei seinem Leutnant zurück. Da erscholl plößlich vom Westen her die Kriegstrompete. Dem gallischen Hahn war der Kamm gewaltig geschwollen und so gedachte er mit seinen Sporen den preußischen Adler gehörig zu bearbeiten. Friße, das kaum hörend, packte also sein Bündel und zog gen Westen dem teuren Vaterlande zu. Er setzte es durch, bei seinem alten Leutnant wieder Bursche zu werden, und machte in Ehren den Krieg mit. Beide ,, wir", wie Friße immer sagte, sind gut davongekommen, nur seinem Leutnant hatten die Malefizfranzosen da bei Le Mans einen Finger abgeschossen; das aber hinderte den jungen, forschen Offizier nicht, sich schreckliche Teil, Frize mußte es noch erleben, daß sein schleunigst nach dem Kriege zu verloben und nun tam der Leutant heiratete. Da stand er nun am ersten Morgen mit Minna, dem jungen, feschen Stubenmädel vor der Tür und kraute sich verlegen hinter den Ohren. Sollte er nun die Dienstsachen, wie in früherer Zeit, hineintragen, den Herrn Leutnant sanft schüttelnd wecken, oder war nun Minna diejenige, welche? ,, Na, was gibt es denn da draußen so zu reden? Wer ist da?" hörte man eine Männerstimme jenseits der Tür rufen. Ich bin's, Herr Leutnant," gab Friß zur Antwort und nahm, wenn auch durch eine Tür von seinem Brɔtherrn getrennt, eine stramme Haltung an, worüber nun Minna das Lachen bekam. Einige unterdrückte Flüche jenseits, dann erscholl das Wort: ,, Kaffee!" Beide eilten davon und machten fein säuberlich das Kaffeebrett fertig. Dann marschierten sie an; Minna voraus, denn Frise hatte Lebensart und gelernt zu den Damen zu sagen: Nach Ihnen. Also nun standen sie vor der Türe. ,, Herein," rief eine tiefe Männerstimme und Minna überschritt mit dem Kaffeeservice die Schwelle. Frize, der in der einen Hand das Tablet mit dem Kuchen hielt, und über den anderen Arm die Reithosen und in der Hand die hohen, gespornten Stulpenstiefel trug, kam aber nicht weiter wie einen Schritt in das Heiligtum. Da schrie sein Leutnant: ,, Bist du verrückt, Friz, willst du hinaus, du Naseweis!" Frizze, der sonst nicht so leicht sich aus der Fassung bringen ließ, sperrte den Mund auf und ließ dann vor Schreck, Kuchen, Hose, Stiefel u. s. w. fallen und stürzte wie von Furien geheßt hinaus. Ms Minna in die Küche kam, da saß der arme Kerl in sich gesunken auf einem Schemel und dachte über, ach, die so veränderliche Welt nach. Früher, da war er derjenige, der nur zu seinem Leutnant hineingehen durfte, nicht einmal die alte Haushälterin der Frau Generalin, der Mutter des Herrn Leutnant, wo er wohnte, hatte es wagen dürfen, den Herrn Leutnant zu wecken. Und jezt? Da ging nun so ein dummes Ding, wie die Minna, er begann sie jetzt zornfunkelnden Auges anzusehen, hinein! Wie sie sɔ frech basaß, natürlich nur nach seiner Ansicht, in Wirklichkeit war sie die Bescheidenheit selbst, aber Eifersucht macht blind, und Frize war eifersüchtig! Erst gegen Abend kam seine gute Laune wieder, als er eine Aussprache mit seinem Leutnant gehabt hatte. Das heißt diese Aussprache war keine einseitige gewesen, so daß der Herr Leutnant nur gewettert und geflucht hätte, nein, Frize hatte das Gespräch auf den heiklen Punkt gebracht und zwar zu einer Zeit, wo der Herr Leutnant am zugänglichsten war, nämlich beim Pußen des Pferdes, denn der Herr Leutnant war Adjutant geworden und liebte seinen Fuchs sehr. ,, So, also du findest, ich tue dir unrecht, Frizze," sagte der Herr Leutnant, nachdem der brave Bursche in bewegten Worten geschildert hatte, wie er sich nun so zurückgesezt fühlte; ,, ja, aber, Kerl, begreise doch, das geht doch jetzt nicht mehr und " na den Rest konnte nur Friße verstehen. Jedenfalls war das Resultat ein günstiges, denn Frize fing beim Striegeln der Stute wieder an zu pfeifen, wie früher. Einige Tage waren nach dieser ersten Geschichte ins Land gegangen, der brave Bursche servierte bei Tisch und fand nun, daß alles wieder in Ordnung war. ,, Frizze, wir müssen heute Abend zwei Theaterbillets haben, gute Plätze in der ersten Reihe," sagte der Leutnant bei Tisch. ,, Jawohl, Herr Leutnant, aber da muß ich sofort gehen. Biz 3 Uhr ist nur Vorverkauf und jezt ist es schon gleich 2 Uhr. Um 2 Uhr wird geöffnet und wenn ich so spät tɔmme, nu dann muß ich ganz ans Ende von dem langen Schwanz." ,, Schon gut, schon gut," meinte der Leutnant schnell, hier ist Geld, nun troll dich und besorge die Billets, Minna fann weiter servieren!" Friße zuckte beim Namen Minna ein wenig zusammen, aber sein Gesicht bekam anstatt in eifersüchtigem Rot zu erscheinen, einen selig- verklärten Ausdruck und er spiste ein wenig den breiten roten Mund, aus dem zu Zeiten, wenn er sich vergaß, ein echtes thüringsches ,, Ach, Herjeses" hervorsprudelte, dann verschwand er und war bald auf dem Wege zu dem Musentempel der Haupt- und Residenzftadt des kleinen Staates. Mit tiefernstem Gesicht erschien er auf dem Kampfvlage, denn das sah er sofort beim Betreten des Theaterplages mit Kennerblich, daß es hier zu einer blutigen Schlacht kommen mußte. Er überlegte noch, sollte er nur einfach ,, brängeln" oder einen geistigen Sieg erfechten, jedenfalls ,, siegen" mußte er. Also ging er ruhig einmal die queubildende Menge ab, um zu relognoszieren. Ah, da stand ja der Husar von dem Ordonnan offizier des einen Prinzen. Der will sicher auch auf der ersten Reihe sitzen, dachte Frizze, also das ist schon ein Konkurrent. ,, Na, Frige," sie fannten ihn nämlich schon alle von früher her und fürchteten ihn zum Teil, willst wohl och noch' nen Platz fo janz vorne," fragte lachend der Husar. ,, Aber dat sag' ich dir, drängeln is nich!" Frieche ich durch deine krummen Beene und du merkst ,, Nee, bei dir drängele ich mir och janich vorbei, bir Lacher auf seiner Seite. Hm," das war ein kleiner nischt," antwortete Frise phlegmatisch, hatte aber sofort die Borpostensieg, philosophierte Frize, und schlenderte wieder nach hinten. Alle schienen beruhigt zu sein und warteten. Da gingen die Türen zur Theaterfasse auf und es tam Bewegung in die Menge. Langsam schob alles näher. Ein, zwei drei Leute gingen strahlend mit ihren Billets davon. Plötzlich sing Frize an, in der Luft herumzuschnuppern und meinte, als sich einige besorgt umsahen: ,,' s scheint mir was zu brennen!" Eine allgemeine Bewegung en stand. Frite hielt feine beiden Taler- denn jedes Bilet kostete einen harten Taler krampshaft fest und schrie plötzlich zu einer Tame: Fräulein, Fräulein, Ihr Kleid brennt!" Wie der Wind zerstob der lange Heerwurm wartender Billetkäufer. Frize vor an die Kasse, zwei Billets erste Reihe Balkon fordern, die Taler hinwerfen und die Billets nehmen war eins. Dann raus aus dem Theater und ehe sich die anderen von ihrem Schrecken erholt hatten, war er schon um die nächste Ecke verschwunden. Viele Liebesbezeichnungen sollen nicht hinter ihm dreingeschollen haben! Am Abend saß der Herr Leutnant mit seiner jungen Gattin auf der ersten Reihe, und der Brotherr des krummbeinigen Husaren mußte sich mit einem Plaze auf der zweiten Reihe begnügen. Wie schon erwähnt, hatte Friz Lebensart und wußte stets Rat zu schaffen, so auch heute. Wenn nämlich in solch einer Kleinen Residenzstadt Diners gegeben werden und es fallen von zwei verschie denen Seiten solche Feste auf einen Tag, so ist das bei der kleinen Gesellschaft in solch einem Nest unter Umständen sehr schlimm. Der Herr Leutnant wollte also sein erstes Fest geben. Die Einladungen waren ergangen und so etwa die Hälfte der Geladenen erschienen bei Leutnants, die andere ging zu dem Kammerherrn Baron So und Sɔ. Frize half fleißig beim Decken der Tafel, und als alles zur Zufriedenheit beendigt war, zog sich der Herr Leutnant, der selbst die Tischkarten geschrieben hatte, zurück, um sich in seine Galaflust" zu werfen, wie Frize die erste Garnitur mit Epaulettes und Orden bezeichnete. Als der Herr Leutnant eben zur Tür hinausging, wandte er sich noch einmal auf der Schwelle um und sagte: Frige, wenn das Eis vom Konditor kommt, so stelle es in die Badekammer, in die Badewanne, wo auch der Sekt auf Eis liegt!" Damit ging er. Himmel! Friße hatte ja beim Konditor kein Eis bestellt, er hatte es reineweg vergessen, neulich als er hinwollte, es bestellen, da hatte er Minna mit dem Markttorbe getroffen und galant, wie er stets war, hatte er der Schönen den Korb abgenommen und ihr beim Einlaufen geholfen. Dann war es höchste Zeit gewesen, zur ReitEahn zu gehen, um die Stute abzuholen, die der Herr Leutnant jezt wegen des hartgefrorenen Bodens nicht draußen ritt. Was nun? Also zum Konditor, entschied sich Frize kurz, warf sich draußen in seinen Waffenrock, jezte die silberbetreßte Dienermüße auf und merkte garnicht, als er losging, daß er unten herum schon Diener war: Cammethoſen mit langen Kniestrümpen und Schnallenschuhen ansatte. Ju dem Aufzuge C.. unter Lautem Lachen von Minna 261. Sigurg Die Aus baben immer behandelte de die Frage des sumbereine a namentlich d halb getroffer Organisationer Bernichtung trumsabgeordn die Sozialdem cinem Waffer in, und bera יע lehen wir u lung erft, al mals mit d man ihm b orgeworfen Der Sozialber fümmern, de leiftet habe. tief unausgef Der Bräsident aber Stöder n pruch dahin Sozialbemotca ben eine Anz babe. Nach ei Abgg. Reißh tar Graf Bo