296. Ausgabe für den Amtsgerichtsbezirk Hungen. mementspreis: in Siegen, abgeholt monatlich 50 Bf., d Maus gebracht eo fg., burch die Poft bejogen viertel jährlich Mr. 1.50. bellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Chebeffische Beitschrift für Landwirtfwaft, obft. umb Entexban, sowie bie Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berlingen nadmitage. CB Donnerstag, den 17. Dezember 1903. Gießener 791 12. Jahrgang. Jalerttenspret sie einfaltige Bettzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wealer und Warburg 10 Pfg.soft 15 Pfg.: Reklamen die Bettstelle 30 refp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 3989. Mebaktion und Ervedition: Gießen Neue Weg 98. Bernisreenschluk Mr, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung Ko ( Bichoner Boldung umno für Oberheffen und die Krcise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und angebung ag Guthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Rückblick auf die Etatsdebatten. on jeher haben die Etatsdebatten einen Ueberblic er die herrschende Volksstimmung und zwar über diese mehr als über die öffentliche Meinung und politische Inter efen geboten, die diesmalige erste Lesung aber hat etwas mehr bracht eine Klärung der inneren Lage und, wenn man ill, auch eine gewisse Ausshellung der auswärtigen Bolitik. Tie Dreibundsfrage, die noch die vorige Session entschei and beherrschte, wurde fast gar nicht berührt, weil auch im ölfer leben die bestehenden Beziehungen in einen Teil der amilienleben gleichen. Diejenigen politischen Chen sind die ften, über welche am wenigsten gesprochen wird. Ueber shoben die Auslassungen im italienischen Parlamente geyigt, daß die Ertratouren der Mittelmeerstaaten die fried fifute Birksamkeit des Dreibundes cher stärken als stören. der Armäherung Italiens an Frankreich steht unser gutes Derhältnis zu Rußland als Pendant- und Gewichtsausgleid Spiele der europäischen Interessen vollwertig gegenüber doieser stille und ungeschriebene Paft ist, wie sich bei den Wiesbadener Kaisertagen zeigte und wie auch der starke Bei fmll zuiden Aeußerungen im Reichstage offenbarte, als letztes Vermächtnis des großen Kaisers in Deutschland außerordent och vol Estümlich. In der Darlegung seiner äußeren Poli that der Reichskanzler jedenfalls den ungeteilten Beifall Ser großen Mehrheit im Volfe. In der inneren Politik hat aber die Reichsregierung eSenso, trotzdem dies von der äußersten Linfen ebenso wie Don der äußersten Rechten bestritten wird, die Führung ge tommen. Von rechts her möchte man die Regierung zu harfen gesetzgeberischen Maßnahmen gegen die Sozialdemo Erratic drängen und die Linke entfaltet gegen ihre Wirt Haftspolitif eine ungemein lebhafte Agitation. Der Reichs Fangler Graf Bülow hat es indes verstanden, das Steuer 1 rubeirut von rechts und links, geradeaus auf das Ziel einer Versöhnung der Stände und einer Ueberwindung der Polaffemgegensätze zu halten Seine Kritik an der Sozialemokratie hatte die ausgesprochene Tendenz, die NebertreiChungen des sozialdemokratischen Programms in ihrem Urteil über die Gesellschaftsordnung und der Parteiagitation joegen die herrschenden Autoritäten abzuwehren. Sie war ashalb persönlich aggressiv gegen die Vertreter dieser Politid aber in ihrem Schlußziel doch friedlich und auch friedmm. Denn jede gewaltsame Veränwyfung der Sozialdemo fratie soll unterbleiben, und die Wiederaufnahme der sozialrelitijahen Gesetzgebung hat den Zweck, und wir möchten auch wünschen, vielleicht auch einmal die Wirkung, die. offferung zu dem Glauben an die Möglichkeit eines In tereffemausgleichs durch eine geeignete Staatsfürsorge für die ärmeren und schwächeren Volksklassen zu gewinnen. So schwebt über den letten Debatten als ideales Morut die Tendenz einer Stärkung unserer nationalen Straft. durch Abwehr der Vorurteile und Versöhnung der Klassen und Schichten. Rufslands Doppelspiel in Serbien. setzt wird auch die Ursache bekannt, weshalb Rußland, dan die erste Macht war, die König Peter von Serbien anamite, nachträglich dem Könige seine Gunst entzogen hat. 35ift lediglich der Umstand, daß König Peter, ohne es zu wollen, das Doppelspiel enthüllt hat, das Rußland jahren in Serbien getrieben hat. König Peter hatte enlich, als seine bis dahin in Rußland erzogenen Kinder Serbien übersiedelten, ein Handschreiben an den Zaren geitet, das Peters Sekretär und Neffe, Nenadowitsch, dem 380re überbringen sollte. Als dann dem Zaren die bevorte de Entsendung Nenadowitsch mitgeteilt wurde, vermgte er, König Peter solle das Schreiben erst der russischen Cndtschaft in Belgrad vorlegen. Nachdem diese an den tem über den Inhalt des Briefes berichtet hatte, liep aus II. dem inzwischen nach Petersburg abgereisten Maidowitsch bedeuten, feine offizielle Persönlichkeit werde ith einpfangen, und der Zar selbst werde das Handschreiben night annehmen. König Peter war darüber nicht minder boablifft als Herr Nenadowitsch. Er konnte sich nicht erHären, was dem Zaren an dem Schreiben mißfallen hatte. der Tat ist das Schreiben so höflich und ergebenheitsoll, daß man zunächst nicht begreift, warum der Zar es blehnte. Es lautet in deutscher Uebersetzung: „ Sire! Erlauben Eure Majestät, daß ich, bevor meine indoer Rußland verlassen, Eurer Majestät für die unaus gefeßte Güte, die Eure Majestät denselben bemiejen haben, meinen Dank ausspreche. Dank dem gro en Wohlwollen Eurer Majestät haben sie in Peters Burg ihre Erziehung beginnen können, die sie nun im VaterBandex, das mir die Vorsehung wiedergegeben hat, fortsetzen averden. Wenn ich einen Blick auf dielegten zwan ig Jahre werfe, Sire, so fann ich in meinem Leben feiun en schweren Augenblid wahrnehmen, deem die Hand Eurer Majestät oder Ihres verhabenen Vaters mir nicht geholfen oder ich nicht unterstütt hätte. Die Erfüllung der eren Pslichten, welche mir obliegen, wird mir leichter lleren. Sire, wenn Eure Maiestät dem König von Serbien die Sympathien bewahren, welche Eure Majestät so gnädig waren, mir während meines Grils bewiesen zu haben. Das würde für mein Volk eine starke Garantie fit dessen Glück sein. Ich bitte Gott, Eure Majestät für die zahllosen Wohltaten zu ſegnen, und hege nur den einen Wunsch, daß ich lang genug leben möge, um Eure Majestät zu beweisen, daß meine Dankbarkeit ewig währt. Belgrad, 4./17. Juli 1903. Gurer Maje stät sehr ergebener Diener Peter, König von Serbien." Gerade die aus diesem Schreiben sprechende überschwäng liche Dankbarkeit Peters war es, wie sich jetzt herausstellt, die dem Zaren höchst unbequem war. Sie bewies, daß Rußland hinter dem Rücken der Obrenowitsch die Karageorgiewitsch heimlich unterstützt hatte. Und dabei hatte Graj Lambsdorff anläßlich seines Besuches beim König Alexander im vergangenen Jahre im Namen des Zaren die feierliche Versicherung abgegeben, daß dieser jedwede antidynastische Agitation in Serbien entschieden verdamme und dem König Alexander und seiner Dynastie nach wie vor gewogen bleibe Da König Peter auch noch den Fehler beging, das Schreiben vor der Ueberreichung veröffentlichen zu lassen, war Rußlands Doppelspiel in Serbien aller Welt enthüllt. Daher. der Aerger des Zaren über den ungeschickten Peter, daher Rußlands plötzliche Abkehr von dem zuerst ohne weiteres anerkannten Karageorgiewitsch. Indessen wird Rußland bei der ersten besten Gelegenheit wohl wieder seinen Frieder mit Peter machen. Einfluß in Serbien zu haben, ist für Rußland so wichtig, daß es nicht lange den Grollenden spielen fann. Die Poutik, Die Beschlußfassung des 3 undesrats über den ihm vorliegenden Gesetzentwurf betr. die kaufmännischen Schiedsgerichte wird wahrscheinlich noch vor Weihnachten, spätestens aber in der ersten Bundesrassigung nach Neujahr, erfolgen. Die Einbringung der Vorlage im Reichstage dürfte dann nicht mehr lange auf sich warten lassen. A Die Mittelkanolvorlage befindet sich, wie der Abg. Eugen Richter in eine Blatte mitteilt, bereits im Druck, sie wird dem preußischen Landtage bereits in der bevorstehenden Landtagssession zugehen. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter dazu erfährt, wird die Vorlage gegen die frühere wesentliche Aenderungen enthalten. Gegenwärtig verhandelt die Regierung mit den Führern der konservativen Partei, um zu ermitteln, auf welches Entgegenkommen für die neue Vorlage sie dort rechnen kann. Angesichts der häufigen Streitigkeiten zwischen Aerz ten und Krankenkassen ist jetzt für den 25. Januar ein allgemeiner deutscher Krankenkassen- Kongreß einberufen worden, um die Stellung der Krankenkassen zu den Forderungen der Aerzteschaft festzulegen. Der Kongreß soll in Mitteldeutschland abgehalten werden. * In einer Verfügung des preußischen Ministers des Innern wird den Landräten die Befugnis zur Schulanfsicht zugesprochen. Es heißt in der Verfügung u. a.:„ Die Landräte werden angewiesen, insoweit ihre sonstigen Dienstgeschäfte es zulassen, namentlich bei Gelegenheit ihrer Dienst. reisen, die ländlichen Elementarschulen zu inspizieren, um sowohl von den äußeren Verhält nissen der Schulen, als auch von dem Stande des Unter richtswesens und von den Leistungen der Lehrer und Schüler Kenntnis zu nehmen. Selbstredend werden sie dabei zu vermeiden haben, fachmännische Erziehungs und Unterrichtsangelegen heiten zu erörtern oder darauf bezügliche An ordnungen zu treffen. Vielmehr werden sie alle Wahrnehmungen nach Bedürfnis zur Kenntnis des be treffenden Schulrevisors zu bringen oder nach Befinden die Entscheidung der Regierung darüber einzuholen haben." Die Verfügung schlicht mit dem Ausdruck der Erwartung, die Lehrer würden hierin eine wohlwollende Fürsorge der Staatsbehörden erkennen, und die Mitwirkung der Landräte werde wesentlich dazu beitragen, die Lehrer in ihrer dem Vaterlande gewidmeten Berufstätigkeit zu ermuntern und zu unterstützen. Die von der sächsischen Regierung in Aussicht gestellte sächsische Wahlrechtsreform bezweckt, wie jetzt bekannt wird. die Einteilung des Königreichs in sechzehn Wahlkreise Die Einteilung der Wähler nach Klassen soll dieselbe bleibeir wie bisher. Jeder Wahlkreis soll drei Abgeordnete Für jede Klasse einen, wählen. Für die Wahl von 35 A6 geordneten soll ein Pluralwahlrecht eingeführt wer den; 15 von ihnen sollen ausschließlich gewählt werden von zum Landeskulturrat Wahlberechtigten, 10 von den zu Handelskammer und zur Gewerbekammer Wahlberechtigten 10 von Selbitändigen, die mindestens einen Arbeiter beschäf tigen. Die Wahlen sind direkt. Im übrigen entsprechen die Voraussetzungen für die Wahlberechtigung den bisheriger Bestimmungen. Diese Wahlreform erscheint ziemlich four pliziert. Indessen wird man abwarten müssen, wie sie fich falls sie die Genebutigung der stammern erhält, in der Bragis bewährt. Gegenüber einer Meldung des Reichsb.", das Zentrum plane eine Reform des preußischen Landtagswahlrechts, ins. besondere die Ersetzung der öffentlichen Stimmabgabe durch geheime Wahl, erklärf die„ Germania", im Zentrum sei von solchen Plänen nichts bekannt. Zwischen der deutschen und der belgischen Regierung werden neuerdings Verhandlungen wegen Aufteilung des nentralen Gebiets von Moresnet geführt. Von belgischer Seite wird unter der Einwohnerschaft des Territoriums Propaganda gegen Preußen gemacht; die Belgier möchten nämlich am liebsten das ganze Gebiet in die eigene Tasche stecken. Erfreulicheriveise lassen die deutschen Behörden in Südafrika sich die Förderung der Bureneinwanderung nach Deutsch- Südwestafrifa sehr angelegen sein. Der gegenwärtig in Brüssel weilende Burengeneral van Zyl, der chemalige Adjutant des Burengenerals Delarey, cr klärte, daß neben dem deutschen Generalkonsul in Kapstadt auch der deutsche Konsul in Pretoria für eine BureuEinwanderung in die noch unfultivierten Gebiete von Deutsch Damaraland Propaganda mache. Die Einwanderung von Buren, die mit den Wirtschaftsverhält nissen Südafrikas vertraut sind, kann nur zum Vorteil für unsere Kolonien und ihre Erschließung ausschlagen. Oesterreich- Ungarn. * Kaiser Franz Josef empfing gestern in Wien die Tags zuvor zusammen getretene österreichische Delega tion. Er richtete an sie eine Ansprache, die nicht ohne all gemeine politische Bedeutung ist. Unter anderem sagte er: „ Durch die im vorigen Jahre erfolgte Erneuerung des Dreibundes ist die bewährte Grundlage unserer Pofitif, welche wir auch fortab aufrechtzuerhalten entschlossen sind, neuerdings für die Zukunft festgelegt worden." Der Kaiser sprach weiter davon, daß das„ enge Einvernehmen mit dem russischen Reiche hinsichtlich der Vorgänge auf der Balkanhalbinsel von der österreichischen Regierung unausgesetzt gepflegt werde und der friedlichen Lösung der dort auftauchenden Fragen zu gute tomme. Desterreich und Rußland icien, jeder eigennützigen Tendenz bar und nur das im Interesse ganz Europas gelegene Friedenswerk im Auge behaltend, gemeinsam bemüht, die Türkei zu den nötigen Reformen an- und das Fürstentum Bulgarien von jedweder Förderung des Aufstandes abzuhalten." Weiter erwähnte der Kaiser die jüngſten Besuche Kaiser Wilhelms, des Zaren und König Edwards als einer erfreulichen Förderung der vertrauensvollen Beziehungen Desterreichs zu den übrigen Mächten. Dann fuhr er fort: In Serbien hat durch eine Untat, welche jeden gesitteten Menschen mit Entsetzen erfüllen mußte, ein Dynastiewechsel stattgefunden. Es steht zu hoffen, daß dieses Land unter seinem neuen Herrscher seiner moralischen Wiedergeburt und einer gedeihlichen Zukunft zugeführt werden wird." Schließlich kündigte er die Einführung einer neuen Schnellfeuer- Feldkanone an, die im nächsten Jahre beginnen soll. Balkan- Staaten. Die Ministerkrise in Serbien ist gelöst. Gruitsch hat neben dem Präsidium einstweilen auch das Portefeuille der Finanzen übernommen. In Belgrad verlautet, daß die Apanage von 360 000 Francs, die König Milan genoß, auf den Bruder des Königs und den Thronfolger verteilt werden wird. Türkei. (!) Die gestern mitgeteilten Besorgnisse der türkischen Bevölkerung vor neuen mazedonischen Greueltaten scheinen feineswegs unbegründet. Neuerdings wird bekannt: Gine Räuberbande überfiel in der Nähe von Monastir den Griechen Athanas, der von seinem Sohn und seinem Neffen begleitet wurde, und ermordete alle drei. Auf die Brust des Athanas wurde ein Todesurteil des mazedonischen Komitees geheftet, worin erklärt wurde, daß Athanas samt seiner Familie ausgerottet werde, weil sie sich weigerten, sich den mazedonischen Aufständischen anzuschließen. Afrika. + Nach englischen, auf die Erzählungen von Ueberläufern gestützten Berichten, greift im Lager des„ tollen Mullah" die Menschenfresserei um sich. Ein Somali, namens Hugeli, war auf Befehl des Mullah hingerichtet worden, und die Troßfnechte des Mullah aßen die Leiche des Hingerichteten. Der Mullah versuchte die Greueltat dadurch zu bestrafen und auf die Menschenfriser abschreckend zu wirken, daß er verschiedene Weiber, die sich bei der Menschenfresserei besonders hervorgetan hatten, ergreifen und föpfen ließ. Dies wirkte aber feineswegs abschreckend, sondern die Troßknechte fochten diese Weiber und verzehrten sie ebenfalls. Anscheinend herrscht danach im Lager des Mullah furchtbarer Lebensmittalmangel. Amerika. Nette Zeitgenossen sind die neuen Herren Minister dei Niggerrepublik Santo Domingo. Das gesamte Kabinett ha fürzlich in aller Unverfrorenheit den Plan erörtert, den amerikanischen Gesandten Powell, der dem neuen Stabinet sehr im Wege ist, zu ermorden. Der Postminister alleir opvonierte, deshalb wurde der Plan nicht ausgeführt. Deras roll baben minst gehorchen." per obgende Senat bat om jedoch diefen Trost vürdigen Beutherischen dann hätte man einen unserer alten kaum das Jünglingsalter überschthar ſeiner den der Herr Resident herberufen, Prediger dazu auswählen tönnen; der zu haben." liberzeugen, wandte er sich rückwärts, dem Geistlichen nachUnd als wolle er sich von der Richtigkeit seiner Annahme er den Die Treppe 10mgooit it& Tisch, um Keren, Bater selten fehlte. fie! So waren all ſeine Befürchtungen doch berechtigt ge schäftigt, der Vater in einem Buche lesend; sie aber fehlte, bei den zwei, auf schweren bronzenen Leuchtern brennenden Familie fich zu versammeln pflegte, und an dem selbst der überflog foglcid) on ring Dinanfeilenden! Dietrics ide die Mutter und Elfriede mit einer Handarbeit beUnd da saßen sie alle wie gewöhnlich, den am Abend die Die Wieloro tänzelnd berließ fe das hie Auf in dem Oberst ortrag zu halten fam. durch die Türspalte. Sie hatte richtig kombiniert der Adjutant ihres Vaters, der, wie täglich, um diese Stunde Nicht langarauf schente esRia ſtedte ihr mäschen es war Bst! Herr b. Ralis! und da fein Lauscher zu entdeckenr schlüpfte leise zu ihm heraus, fah sich rechts und links um, Auf einen Moment!" Und Pia fluiterte 211 mit er einer unglücklichen offer on selgen. mi ben tritiftben geboren aus und schlug mit du in allerhöchster Dankbarkeit und Verehrung Ew. S Im Gesicht des Kommandeurs wetterleuchtete es. blickte er finster drein, dann aber brach er in lautes Lachen daß Ew. Sochwohlgeboren Mitleid sehr ergebene Tochter Ria." Zuerst hen haben werden, unterset= Hof und Gesellschaft. Beim Kaiserpaare fand im Neuen Palais zu Potsdam gestern abend zu Ehren des russischen Großfürsten Wladimir, der zur Hofjagd in der Göhrde geladen ist, eine größere Tafel statt. An ihr nahmen teil: Reichskanzler Graf v. Bülow, die Chefs der drei Kabinette, Erzellenz von Lucanus, Admiral Frhr. v. Senden- Bibran und General. leutnant Graf Hülsen- Häseler, ferner der russische Botschafter Graf v. Osten- Sacken und die russischen Attachees Fürst Dolgorukom und Oberst Schebeko. Der dänische König traf gestern abend auf der Durchreise nach Gmunden in Berlin ein und nahm im König. lichen Schlosse Wohnung. Offzieller Empfang fand nicht statt, da König Christian inkognito reist. Der Kommandant bon Berlin, Generalmajor von Hoepfner, hat jedoch den König auf dem Bahnhofe empfangen. In der Begleitung des Königs befindet sich sein jüngster Sohn, Prinz Waldemar von Dänemark. Konftitutionelle Träume. Petersburg, 15. Dezember. Als man nach Kaiser Alexanders II. Tode auf seinem Schreibtische den Entwurf einer Verfassung fand, der vermutlich des Monarchen Günstling Loris Melitoff zum Autor hatte, wußte man, daß eine Gefahr glücklich vorübergegangen war. Damals wie heute sagten sich die Verständigen, daß das riesige russische Reich zu einer parlamentarischen Verwaltung noch längst nicht fähig wäre, daß es noch langer Jahre bedürfe, ehe das Bildungsniveau des Volkes someit gehoben wäre, daß von einer selbständigen politischen Meimung der niederen Schichten irgend die Rede sein könnte. In Und nun taucht plößlich das überraschende Gerücht auf, daß die Regierung Nikolaus des Zweiten, voran sein Minister des Innern v. Plehwe, ernsthaft mit dem Plane umgehe, so etwas wie eine Volksvertretung zu schaffen. Die Berichte recht gut informierter Leute besagen übereinstimmend, daß die Saat schon kurz vor der Reife stände. den einzelnen Gouvernementsstädten sollten Provinzialversammlungen einberufen werden, die sich über die innerpolitischen Fragen beratend zu äußern hätten. Diese Provinzialversammlungen wiederum würden Delegierte wählen, die im nächsten Jahre in Petersburg unter Plehwes Vorfizz zusammentreten sollten. Wollte man, wie diese Meldungen auf den ersten Blick zu sagen scheinen, in der Tat auf eine konstitutionelle Regierung lossteuern, so würde das von unabsehbaren Folgen begleitet sein. Mit der Bildung des niederen Volkes ist es, wie schon gesagt, noch ebenso traurig bestellt wie früher; ein eigentliches geistiges Leben existiert überhaupt nicht. Man müßte erst grundlegende Benderungen im Schulwesen schaffen und eine Generation vorbereiten, ehe man selbständige Handlungen von diesen stumpfen Menschen billigerweise verlangen könnte. Auch der Bürgerstand und der mittlere Adel außerhalb der paar Großstädte sind mindestens in politischer Beziehung volständig indifferenter Natur. Bei dem schmählichen Polizeisystem, das sich überall in Rußland hervordrängt, ist es ja schließlich gar kein Wunder, daß das Interesse am öffentlichen Leben mangels jeder Möglichkeit öffentlicher Kritik eingeschläfert wird. So würden sich bei der Einführung des Parlamentarismus nach Lage der Dinge naturnotwendig nur zwei extreme Gruppen einander gegenübersehen, deren ersprießliche Zusammenarbeit von vornherein unmöglich wäre: die konservative Bureaukratie und die nihilistisch- revolutionäre Propaganda. handelt, denn die vergehen und versehen jetner untergebenen seien nur solche gewesen, die im Soldatenleben täglich vorkommen und vorkommen müssen; er habe mit der Brutalität eines Ochsenknechtes gehandelt, trotzdem es an der nötigen Beaufsichtigung seitens der Vorgesezten nicht gefehlt habe. Der Angeklagte erklärte, die Strafe sofort antreten zu wollen. § Der Erbschaftsprozeß der Gläubiger der Prinzessin Luise von Koburg gegen den König der Belgier, Leopold, auf Her ausgabe der Hälfte seines Vermögens als des Eigentums der verstorbenen Königin Henriette hat vor dem Brüsseler Gerichtshof begonnen. Die Zahl der Kläger beträgt etwa 30; darunter befindet sich der bekannte Pariser Damenschneider Paquin. Die Vertreter des Königs bestreiten die Berechtigung der Klage mit dem Hinweis darauf, daß zwischen dem König und der Königin Gütertrennung bestand, was die Gläubiger ihrerseits bestreiten. Die weitere Verhandlung wurde auf Montag vertagt. Borderhand aber glauben die einsichtigeren Elemente noch nicht an eine Umwälzung dieser Art. Man schöpft vielmehr aus den durchsifernden Andeutungen und flüchtigen Bemertungen die Meinung, daß es sich im Wesentlichen bei dem geheimnisvollen Plane nur um eine Degretalsaktion der Verwaltung handele. Bei der gewaltigen Arbeitslast, die auf der Petersburger Regierung ruht, und den Schwierigkeiten, die sich fortdauernd daraus ergeben, daß die Nation aus den verschiedensten Völkerschaften zusammengesetzt ist, deren Bedürfnisse völlig auseinandergehen, drängt Alles geradezu darauf hin, die Kompetenz dieser Körperschaften, die sich aus Elementen der verschiedensten Völker zusammensetzen würden, dürfte aber keineswegs über eine beratende Eigenschaft hinausgehen. Natürlich könnten auch solche Versammlungen von intelligenten Volksvertretern große Einwirkungen auf administrative Reformen ausüben und schließlich dazu beitragen, daß das Volk planmäßig zur Teilnahme an der Verwaltung in der Tat erzogen werde. Aber zunächst ist, wie gesagt, daran noch durchaus nicht zu denken. Auch setzt sich das Kabinett des Baren aus so flugen Leuten zusammen, daß man leberraschungen dieser Art keineswegs zu befürchten habe, denn so sehr man auch mit dem entrechteten russischen Volke fühlen mag: eine so plötzliche Befreiung" in politischem Sinne wäre viel mehr zu fürchten als zu begrüßen. Aus dem Gerichtssaal. § Soldatenmißhandlungen. Von dem Kriegsgericht der preußischen Gardedivision wurde der Leutnant v. Hellermann vom 4. Garderegiment zu Fuß zu drei Wochen Stubenarrest verurteilt. Ihmt wurde vorgeworfen, es dem ihm unter. stellten Unteroffizier Breitenbach, der, wie erinnerlich, wegen Soldatenmißhandlungen in 1500 Fällen zu acht Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt wurde, an der erforderlichen Aufsicht habe fehlen lassen. Der verurteilte Unteroffizier Breidenbach erklärte als Zeuge, Leutnant v. Hellermann habe ihm wohl fünf- bis sechsmal unter vier Augen gefagt: Ich habe gesehen, daß Sie Leute geschlagen haben, lassen Sie das, ich warne Sie, Sie wissen doch, wie schwer das bestraft wird." Leutnant v. Hellermann bestreitet solche Acußerungen; er habe Breidenbach nur gewarnt, so nabe an die Leute beranzutreten, da er dadurch in die Gefahr gerate, die Leute zu schlagen. Das Gericht nahm an, daß v. Heller. mann aus Gutmütigkeit gefehlt habe. Ein schwererer Fall von Soldatenmißhandlung beschäftigte das Kriegsgericht in Halle. Der Unteroffizier Kirchner vom Infanterieregiment Nr. 153 zu Altenburg wurde zu 1 Jahr und 2 Monaten Gefängnis sowie Tegradation verurteilt. Kirchner hatte in zahlreichen Fällen seine Leute so mißhandelt, daß sie in Ohnmacht fielen, ferner den Mannschaften gewohnheitsmäßig ins Gesicht gespuckt. Die nichtöffentliche Verhandlung nahm zwei Tage in Anspruch. § Soldatenmißhandlungen. Das Kriegsgericht der 33. Division zu Met verurteilte den Leutnant Schilling vom Infanterieregiment Nr. 98 wegen Mißhandlung Untergebener zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung. Es wurden 698 Fälle von Mißhandlung, 57 Fälle von vorschriftswidriger Behandlung Untergebener und ein Fall des Abhaltens von dienstlicher Meldung als erwiesen angenommen. Der Vertreter der Anklage hatte anderthalb Jahre Gefäng nis und Dienstentlassung beantragt. In der gleichen Angelegenheit haben sich noch der Kompagniechef und der Jeldmebel derselben Kompagnie zu verantworten.- Noch ungeheuerlicher ist die Zahl von Soldatenmißhandlungen, wegen deren der frühere Unteroffizier Otto Franzti im Infanterieregiment Nr. 85 vom Rendsburger Kriegsgericht zu 5 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt wurde: Es wurden 1520 Fälle als erwiesen angenommen. Dazu kommen noch 80 Fälle vorschriftswidriger Behandlung und 20 Fälle des Geldborgens und der vorsätzlichen Abhaltung von der Beschwerdeführung. Der Angeflagte verhielt sich während der Verhandlung durchaus gleichgiltig und fast teilnahmsLos. Apathisch gestand er einige geringere Vergehen zu, die schlimmeren aber stellte er fühl in Abrede oder erklärte, es sei alles nur Scherz gewesen. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß bei der Strafausmessung auf die höchst gemeine Gesinnung des Angeklagten, die sich in den brutalen Mißhandlungen seiner Soldaten und seiner Freude an diesen Mißhandlungen gezeigt habe, Rücksicht genommen iei. Der Angeklagte habe nie in berechtigter Erregung ge § Das Wiederaufnahmeverfahren in Sachen des vierfachen Lustmörders Teßnow ist, wie aus Greifswald gemeldet wird, von der beratenden Straffammer des dortigen Landgerichts abgelehnt worden. Ob Teßnow gegen diesen Beschluß noch bei dem Oberlandesgericht in Stettin Beschwerde einlegen wird, steht noch dahin. Wie noch erinnerlich sein dürfte, war der Tischlergeselle Ludwig Teßnow vom Schwurgericht in Greifswald zweimal zum Tode verurteilt worden; seine Hinrichtung konnte jedoch nicht erfolgen, da der Delinquent plötzlich von schwerer Krankheit befallen wurde, aus welchem Grunde er zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Probinzial- Jrrenanstalt zugeführt werden mußte. § Das Drama von Pietrebais. Der Ackerer Thys, sein Sohn und der Gemeindesekretär Benoit, die in der Fastnachtszeit den Gendarmen Leclerc im Wirtshaus zu Pietre bais( Brabant) erschlagen, nachdem dieser um einer geringfügigen Ursache willen einen andern Sohn des Thys erschossen hatte, wurden von der Brüsseler Straffammer zu 3 Mona ten, einem Jahre und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die öffentliche Meinung widerspricht dieser Verurteilung, da man annimmt, daß ein Schwurgericht die drei Angeklagten freigesprochen hätte. Nab und fern. † Von einem Liebesbund der Königinwitwe Margherita non Italien will die Bologneser Zeitung Il Resto del Carlino" erfahren haben. Sie behauptet, daß die Königin eine morganatische Ehe mit einem schönen dreißigjährigen Ingenieur eingegangen sei. Die Eheschließung soll während der kürzlichen Nordlandsreise der Königin stattgefunden ha ben. Der Gewährsmann des Bologneser Blattes macht. sich anheischig im Falle eines Dementis eventuell auch den Namen des Ingenieurs zu nennen. Die Gelegenheit dazu dürfte ihm wohl bald geboten werden, da die Meldung große Sensation erregt hat. † Einen grausigen Selbstmord beging der Fischerine Becker in Lebus. Er machte sich mittags zum Ausg b fertig und hinterließ seinen Söhnen den Auftrag, das n der Oder verankerte Fischerboot nach einer Stunde han zuholen. Hierauf begab er sich, ohne daß jemand ihn b achten konnte, auf den Kahn, beschwert die Arnie Steinen, hatte sich den Anker im Rücken des Rockes wickelte sich ins Netz und stürzte sich dann in den Strom. seine Söhne der Weisung nachkamen und den Anker cu zogen, fanden sie statt der Fische im Netz die Leiche is Vaters. Wir schließen hieran eine interessante Mitteilung über das Ende eines zweiten fürstlichen Liebesromans. Nach dem Londoner Daily Telegraph" soll der Zar den Großfürsten Khrill aus Koburg zurügerufen und ihm streng untersagt haben, sich mit der geschiedenen Großherzogin Melitta von Hessen zu verloben. Im Falle der Großfürst diesem Befehle nicht gehorcht, habe er die Enthebung von seiner Würde und die Entziehung seiner Apanage zu gewärtigen. Was an dem Gerücht Wahres ist, läßt sich natürlich nicht bestimmen. gefchidt haben Weilen. Nod Direttors, der fudite, deffen f freunde zu fei Aufführung Titel standen Talent den b Stadt gefunde a Freud" geb [ Die A Raijerin- With So besuchte fie faiferliche Gefe lidjen Dampjb begleitet, die Hofdamen der Gie trugen Be Agefchmintt un Selbstgerichtet. Der traurige Held der häßlichen Voi länder Erpresseraffäre, der der junge Millionär Beretta au Opfer fiel, hat sich selbst gerichtet. Ein Mailänder Redakt erkannte den entflohenen Vecchio in Rom, von wo er a Griechenland weiter wollte, und benachrichtigte die Polize Als der Verbrecher diese auf seinen Fersen wußte, ersch er sich in einer Droschke. Ein seltsames Naturereignis hat die Anwohner des Asomschen Meeres in Schrecken versetzt. Wie aus Taganrog gemeldet wird, weicht das Meer in den letzten Tagen ständig zurück, so daß der Meeresboden auf mehrere Werft sichtbar ist. Der Wind hüllt die Stadt in Sandwolken; wegen Wassermangels haben mehrere Fabriken ihre Produktion aufs Aeußerste eingeschränkt. Im Hafen herrscht große Unordnung, die Schiffe liegen auf dem Trockenen. Hofdam Blak genom barauf betrat jich nach int Die„ Wunderkur Ueber eine gefährliche Art vine Wunderkuren wird au der Gegend von Amberien, Depart ment Ain, gemeldet. Auf einem Bauerngute lebte ein alte Frau, deren Rücken sich unter der Last der Jahre und der Arbeit stark gekrümmt hatte. Ein vom Himmel mit besonderen Gaben gesegneter Bauberer" machte sich heischig, die Gelähmte wieder in eine gerade Foim bringen. Zu dem Zwecke legte er sie mit Hilfe einige freundlichen Nachbarn zwischen zwei mächtige Bretter, die n darauf mit einem großen Seil umwickelte. Nachdem er diese aus Leibesträften angezogen hatte, ließ man die Unglü liche troß ihres Gewimmers einige Stunden in der Preis Als man endlich das Seil löste, bot sich ein schrecklicher An blick. Der Körper der Gemarterten war von ober bis unter Schiffsunfälle. In Marseille fand an Bord des italienischen Dreimasters San Leonardo", der mit einer Petroleumladung von Philadelphia dort angekommen war, eine heftige Explosion statt. Das Schiff wurde ein Raub der Flammen. Zwei Matrosen wurden verletzt, vier werden bermißt. Das Feuer ergriff auch etwa 30 auf dem Kai stehende Güterwagen und einen mit Calciumkarbid beladenen Schoner. An Bord des französischen Unterseebootes Berle" ereignete sich gelegentlich einer Versuchsfahrt bei Toulon ein Unfall. Man hatte vergessen, die Luke zu schlieBen und es drang daher Wasser in eine Abteilung des Bootes ein, in welchem ein Ingenieur sich befand. Die„ Perle" wird sich einer Reparatur unterziehen müssen. darauf Ihrer Diamanten, geflecht und d fanten. Shre cierfunftitüdd Sie beobachte Opernglas di medten ihr le die Tiger. Auf ihrem R mit Quetschungen bedeckt, die Muskeln verzerrt und die einen der Plut in den Adern gestockt. Nunmehr zugezogene ärztli Hilfe zeigte sich fruchtlos; die Frau erlag am folgender nach seiner Morgen ihren Leiden. auf das gend Die Kaiserin Wahnsinustat einer Morphinmsüchtigen. Wie au zabite außer Deutsch- Eylau gemeldet wird, tötete die Witwe Selma Miehle, Inhaberin eines Papierwarengeschäfts, sich und ihre beiden Kinder durch Gas, indem sie den zum Hauptrohr führenden Gummischlauch der Hängelampe herunterri Frau Miehle war Morphinistin und hat die Tat in geistige Umnachtung ausgeführt. IDeutscher Unterricht am spanischen Hofe. Zum Lehrer des jungen König Alfons XIII. von Spanien für den Unterricht in der deutschen Sprache wurde ein Herr Bruns aus Minden, der als Direktor der Berlik' Sprachenschule in Madrid, wirkt, im Sommer dieses Jahres nach S. Sebastian beordert, woselbst die königliche Familie weilte. In seinen Briefen an seine Eltern schildert Herr Bruns, mit welcher Liebenswürdigkeit er aufgenommen sei. Er hebt die Freundlichkeit des Königs im Verkehr hervor und seine scharfe Auffassungsgabe, wie auch den Eifer, mit dem er sich dem Studium der deutschen Sprache widmet, um, wie der König selbst sagte, im nächsten Jahre, falls er den Kaiser Wilhelm in Berlin besuchen sollte, recht gut Deutsch sprechen zu fönnen. Bunte Chronik. Die bekannte Schauspielerin und Schrift stellerin Else Schabelski ist in Petersburg wegen Wechsel fälschungen verhaftet worden. - Bei Zürich tötete der Kaufmann Kunz in einem Zug abteil 1. Klasse sein dreijähriges Söhnchen und sich selbst durd Revolverschüsse. In Lözen( Ostpreußen) wurde ein un Jarischer Drahtbinder ermordet und beraubt. Seine Leiche vurde in einem Sack steckend im Löwentinsee aufgefunden. Der mutmaßliche Mörder ist verhaftet. In Leipzig erschoß der Schneidermeister Nowat seine Ehefrau und verwundete sich dann selbst schwer. Den Grund zu der Tat bildete eheliche Untreue der Frau. Ein neues schlafsüchtiges Mädchen wird von den Aerzten in Schöneberg i. M. behandelt. Es handelt sich um ein erwachsenes Mädchen, das tagelang schläft und dann nur mit Mühe zu wecken ist. -Im Schloßpark von Zöllnig bei Freystadt wurde die 22jährige unverehelichte Pauline Wittwer, die seit längere Zeit im Schlosse häusliche Arbeiten verrichtete, erwürgt auf gefunden. Um den Hals der Toten war ein Strick ge schlungen; ihre Hände und das Gesicht wiesen Krazwunden auf. Vermischtes. *( Ein für Rechtsanwälte verlockendes Jaserat findet sich in einer oberschlesischen Zeitung; dasselbe hat folgenden Wortlaut: Welcher Rechtsanwalt würde zur Ausklagung der Millionen- Hinterlassenschaft der russischen Baronin b. Schlichter geb. Thomas seinen Beistand bei halbem An teil der Erbin zuwenden? Näheres durch persönliche Vr sprache. Adressen erbeten postlagernd Beuthen, D.-S., Frau A. Krustus, geb. Thomas." 4000 Mart. Medaillen m Drachen. De jeder ein Rol Gingega ner und Ge von Schwein Anfrage des lungen in G Das Denkmal dee Tierbändigers. In Quedlinburg fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Beerd gung der in Dessau von einem Löwen getöteten Frau des Menageriebesizers Th. Fischer auf dem Friedhof der S Aegidiigemeinde statt. Dem Vater Fischers, der auf derselben Friedhof begraben liegt, haben seine Angehöriga ein eigenartiges auf seinen einstigen Beruf bezügliches Den mal errichten lassen. Es ist ein aus Sandstein gearbeitet Löwe, der in seinen Branken einen Schild mit der Inschri trägt. Der Kirchenrat der St. Aegidiigemeinde hatte s. 3 Einspruch gegen die Aufstellung dieses Denkmals erhobe aber ohne Erfolg. Die An und Ulrich rufen eine lo führungen b Drb, Dr. F antrag anger Ueber d : Darmstadt, Baugewerbe fommission fchriften, er 1.Er beantrag Borstellung Minister Regierung d [ Unsinnige Aermelmoden.] Die Aermelmode schei jetzt Aermel zu befürworten, die buchstäblich am Bodi schleppen. Es sieht aus, als wetteiferten sie mit denen ein vergangenen Zeit oder suchten sie in ihren Uebertreibung zu übertreffen. Selbst an der Dinertoilette trägt die Mod dame endlose Mengen von Spizen, die vom Ellbogen her wallen. Wenn aber ihr Anzug in dieser Weise zum Abschl gekommen ist, so ist sie genötigt, Stunden zu nehmen, me sie sich mit diesen Aermeln bei Tisch zu bewegen hat, beb sie damit bei Tisch erscheinen kann; sonst können die schle penden Aermel manche Katastrophen hervorrufen, Glä umwerfen, in eine unerwünschte Berührung mit der Sup geraten u. s. w. Oft find an einem Aermel ein halbes Dußerd Materialien: Spize, Pelz, Sammet, Taffet, Stickerei und glänzende Pailletten. " Ein ganz Schlaner. Ein Pariser Blatt teilt folgenden Dialog mit: Bapinie, haben Sie mir ein Thermometer g fauft, wie ich Ihnen befohlen habe?"" Noch nicht, gnädig Herr! Ich wollte warten, bis es kälter würde. Der gnädige Herr weiß doch, daß Thermometer im Winter stark hernier gehen!" ber Angelege halb angestel Die Vo lung ihrer trag erledigt den Gesuchst Heiteres aus der Theaterwelt] erzählt ein Pariser Blatt. Südfrankreich wird gegenwärtig von einer drama. tischen Truppe bereist, die unlängst in einem kleinen Neſe, dicht bei Marseille, Vorstellungen gab. Der Theaterzettel fündigte Aufführungen der Komödien„ Das Fräulein von Seiglière" und Tricoche und Cacelot" an, und der Leiter der Truppe hatte, um das Interesse der Kleinstädter erregen, die Notiz hinzugefügt:„ Mit besonderer Erlaubnis der Herren Verfasser". Sandeau und Meilhac, die„ Herren Merfasser" müssen die Erlaubnis mohl aus dem Jenseits pensionsfähig Die Un Besteuerung minister Gr nach Erledi werden solle in wenigen Die dr bon Arbeite Gnauth dab Bestimmung Angabe bo hinzuwirken. Abgele briefliche turberander betreffend. Keine taffiers zu zeit, sowie befferung u diener betre Abgele betreffend 9 Nuch Bertagung H 8 Abg. Schm die Schädi mit Schwe Er fangenauffe Goßmann mit Wirtu * G als 9. 6 würdigen Renaiffan Hellberg, Steingoett Seiten d abonnemen eging der mittags u den Avitrog deiner Stumb ne daß jemand chwerte die K ann in den Stro geft haben, da sie längst nicht mehr unter den Lebenden weilen. Noch amüsanter aber ist die Leistung eines anderen Dinors, der mit seiner Gesellschaft ein Städtchen heimsuch dessen Bewohner in dem Rufe stehen, große Musikfreude zu sein. Der riesige Theaterzettel versprach eine Aihrung der Oper Wilhelm Tell", und unter dem Rüden des Tilstanden die Worte: Musik von Rossini, dessen schönes en und den Staat gefunden hat". Da wird der Rossini im Himmel aber m Netz die Leite Tallent den besonderen Beifall der Kunstfreunde hiesiger ,, all freud" gehabt haben! #[ Die Kaiseriu- Witwe von China im Zirkus.] Die Held der halide caterin- Witwe von China modernisiert sich immer mehr. e Millionar Bebesuchte sie vor einiger Zeit eine Zirkusvorstellung. Die Ein Mailänder fali aliche Gesellschaft uhr zu dem Zirkusplay in dem kaiserRom, bon to licin Damp boot. Der Dampfer war von großen Barken n Fersen wußte damen der Kaiserin waren auf das schönste geschmückt. nachrichtigte die begleitet, die mit foiserlichen Leibwachen besetzt waren. Die ine gefährliche, gegimimtt und rote. gelbe und hellblaue Blumen angesteckt. ben Amberien, Bauerngute le der Lajt der Ja Ein vom Sim uberer" madhte eine gerade er sie mit Silfe mächtige Bretter Strugen Perlen verschiedener Schattierung, hatten sich did Eine Hofdame überreichte der Kaiserin, als sie im Zirkus Ba genommen hatte, eine brennende Zigarette. Bald doa rauf betrat das Zirk spersonal die Arena und verbeugte sieh nach indischer Sitte. Der Zirfusdirektor überreichte dok rouf Ihrer Majestät einen Diamantring mit sieben großen Tamamten, einen Kaschmirichal, einen Schal aus Goldgog flecht und außerdem einen jungen, fünf Jahre alten Elefcianten. Ihre Majestät interessierte sich sehr für die Balancirerfun tstückchen und für die sogenannten Gummibabies". delte. Nachdem ae beobachtete ununterbrochen durch ihr in Gold gefaßtes Stunden in deedten ihr lebhaftestes Interesse, und zwar vor allen Dingen ließ man die perng las die auftretenden Künstler. Auch die Tiere erwat von oben bin ihrem Rückwege zu der kaiserlichen Dampfjacht winkte sich ein schrede de Tiger. Die Löwen schienen ihr weniger zu gefallen. steln berzerrt je einem der Zwergclowns an fich heran und besichtigte ihn mehr zugezogene af das genaueste. Sie erfundigte sich nach seinem Alter, cau erlag am cadh seiner Nationalität und ob es ihm in Pefing gefalle. Die Kaiserin schenkte dem Zirkusdirektor 30 000 Mark und inmsüchtigen. 3mhlte außerdem für die Auslagen, die er gehabt hatte, Stete die Witte0000 Mark. Die Akrobaten der Truppe erhielten silberne rengeschäfts, fich ledaillen mit dem in Emaille ausgeführten faiserlichen fie den zum Drachen. Das weibliche Personal und die Clowns erhielten ängelampe heider ein Rolle kostbarer Seide. hat die Tat in chauspielerin und tersburg wegen& ann Aung in eine Hessischer Landtag. Darmstadt, 16. Dezember 1903. Singegangen ist eine dringliche Anfrage der Abg. Weidrer und Genossen, betreffend das Mißverhältnis der Preise Schweinen und Schweinefleisch, sowie eine dringliche nchen und fich infrage des Abg. Ulrich, von Worms ausgehende Sammungen in Schulen betreffend. tpreußen) wurde e 6 beraubt. Sein Bömentinfee aufge ftet. Die Anträge der Abg. Dr. Frenay und Genossen drich und Genossen, betreffend Gewerbe- Inspektion, fen eine längere Erörterung hervor. Nach weiteren Aushrungen des Abg. Ulrich, Ministerialrat Braun, der Abg. elbst meiſter Road Dró, Dr. Frenay, Reinhart und Häuſel wird der Ausschuß schwer. der Frau. Mädchen wird t delt. Es handelt ang schläft und d bei Freystadt Bittmer, die f verrichtete, er en war ein sicht wiesen ( 5. des Juferatl find Dasselbe hat folg ürde zur Austl russischen Ba eistand bei halbem orntrag angenommen. Weber die Vorstellungen des Zimmerers Wolf III. zu Darmstadt, des mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes für Baugewerbe und des Vorsitzenden der BauarbeiterschutzImmission in Offenbach, betreffend Unfallverhütungsvor1chriften, erstattet Abg. Dr. Frenay mündlichen Bericht beantragt, Großh. Regierung zu ersuchen, im Sinne der Borstellung des Wolf eine Verordnung zu erlassen. legen zu wollen, giebt die Direktion von jest ab bis Weihnachten halbe Abonnementsblocks zu 10 Bidets aus, die in gefälligem Umschlag als Weihnachtsgeschent Eingang finden dürften. Dieselben werden bei Herrn Challier ausgegeben. Gegen die Blocks von 20 Billets werden diese Weihnachtsblocks mit einem kleinen Preiszuschlag- natürlich im Verhältnis ausgegeben. ** Die erste Gießener Weihnachts- Spartasse zahlt am Samstag Abend ihren Mitgliedern zusammen 2850 Mt. aus gegen 1850 Mt. im Vorjahr. Der Kasse gehören lauter fleine Beamte und Arbeiter an, welche im Laufe des Jahres in fleinen Wochen- oder Monatsbeiträgen Ersparnisse machen mit denen sie zu Weihnachten ihren Familienmitgliedern eine Weihnachtsfreude bereiten. Diese Einrichtung, welche man besonders in Frankfurt vielfach antrifft, verdiente in Gießen weitere Verbreitung. ** Kanalisation. Am 20. Dezember werden die Arbeiten für die Kanalisation in Gießen eingestellt, um Mitt: Februar, wenn dann das Wetter günstig ist, wieder aufgenommen zu werden. * Fernie- Wert. Der Gruben- Vorstand der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke vorm. Fernie hat gestern beschlossen pro Januar eine Ausbeute von Mt. 100 pro Kur zur Verteilung zu bringen. Für Weihnachtsgratififationen an sämtliche Beamten und Arbeiter des Werkes ist ebenfalls ein nennenswerter Betrag zur Verfügung gestellt. * * In das Gießener Handelsregister wurde eingetragen die Firma„ Carl Chr. Pfeiffer" zu Gießen; Inhaber: Kaufmann Carl Christian Pfeiffer daselbst. ** Weihnachtsverfehr. Aus Anlaß des Weihnachtsverkehrs werden am Sonntage vor Weihnachten die Paketannahme und Ausgabe- Schalter sowie die Briefausgabeschalter im gleichen Umfange wie an Werktagen für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet sein. ** Sonderzüge Anläßlich des Weihnachtsund Neujahrsfestes fahren auf der Main- Weserbahn folgende Sonderzüge: Am 23. und 24. Dezem ber Frankfurt ab 2,40 Uhr, 5,30 1hr nachm., haltend auf allen Stationen, an Kassel 8,50 Uhr, 11,25 Uhr abends; ab Frankfurt 11,5 Uhr abends, Schnellzug mit 3. Klasse, an Kassel 2,45 Uhr früh; ab Kaffel 2,40 früh, Schnellzug 3. Klasse, an Frankfurt 6,2 Uhr vor mittag; ab Stassel 8,7 Uhr, 10,40 Uhr vorm., haltend auf allen Stationen, an Frankfurt 2,3 Uhr, 4,13 Uhr nachmittags; ab Gießen 4,54 Uhr nachm., an Frankfurt 6,30 nachm. ** Am 31. Dezember 1903 verjähren sämtliche Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker für Waren oder Arbeiten, die für einen Geschäfts- oder Gewerbebetrieb in der Zeit vor dem 1. Januar 1900, also noch unter Gilligkeit des früheren bürgerlichen Richteś, geliefert worden sind. Wer 1899 und noch früher an einen Detaillisten Waren, an einen Handwerker Rohstoffe usw. geltefert hat, verliert seine Forderung, wenn er bis Ende des Jahres die Verjährung nicht durch Klage, Zahlungsbefehl, Erwirkung eines Anerkenntnisses, auch durch Abschlagszahlungen, unterbrochen oder dem Schuldner weitere Gestundung erteilt hat. ** Ein Allgemeiner deutscher KrankenMinisterialrat Braun erklärt die Zustimmung der Großh. tassentongre ß wird am 24. Januar 1904 stattfinden mit dem Thema„ Die Stellung der Krankenkassen zu den ForderRegierung dazu und gibt eine Uebersicht über den Stand her Angelegenheit und die bis jetzt von der Regierung dieser- ungen der deutschen Aerzteschaft". Als Ort des Kongresses Stadt Mitteldeutschlands wird eine passend gelegene 1lb angestellten Erhebungen. bestimmt werden. Differenzen zwischen Krankenkassen und Die Vorstellung der Kreisamtsdiener, betreffend Regeung ihrer Gehaltsverhältnisse, wird nach dem Ausschußanmag erledigt durch ein Ersuchen an die Großh. Regierung, drm Gesuchstellern 200 Mt. Einkommen aus Gebühren als ponfionsfähiges Einkommen anzurechnen. Die Anfrage des Abg. Molthan und Genossen, die durch persönlicheftemerung der Warenhäuser betreffend, beantwortet Finanziniſter Gnauth dahin, daß die Regelung der Frage bis much Erledigung der Gemeinde steuergesetzgebung verschoben ben solle. Die Vorlage des Gemeinde steuergesetzes werde in wenigen Wochen erfolgen. nd Beuthen, D.- S cre. In Qued Bevölkerung die ven getöteten dem Friedho Fischers, der ben feine Ang Beruf bezügli Sandstein ge Die dringliche Anfrage des Abg. Häusel, Ausgabe bon" Arbeiterfarten betreffend, beantwortet Finanzminister Ghauth dahin, daß die betr. Maßnahmen auf allgemeinen Bestimmungen beruhten und die Regierung bereit sei, bet gabe von Einzelfällen auf Beseitigung der Aufhebung Schild mit der boinzuwirken. diigemeinde hatte Abgelehnt wird der Antrag des Abg. Wolf, die meßſes Dentmalé et bortfliche Wahrung der„ zeitlichen landwirtschaftlichen" Kultuberänderungen in den Grundbüchern und Steuerfatastern Godre fffend. Die Hermelmode buchstäblich am cten fie mit denen ihren Webertreib toilette trägt die e bom Ellbogen b fer Weise zum unden nebma zu bewegen hat C onft können die hervorrufen, hrung mit der mel ein halbes D Taffet, Ghidere er Blatt teilt folge Roch nicht gra ein Thermomet würde. Der gr Winter start her erzählt ein a ig bon einer dri einem Heinen Der Theaters Das Fräulein an, und der Le der Aleinftädter efonderer Grlou Reilhac, die Her ous bem ente Keine Folge gegeben wird der Vorstellung des Bezirksfiers zu Ulrichstein, betreffend Anrechnung der Vordienstit sowie die Vorstellung der Steueraufseher, Gehaltsaufbferung und Berlegung in die achte Klasse der ZivilstaatsDiener betreffend. Abgelehnt wird die Vorstellung der Großh. Pfandmeister, Streffend Regelung ihres Diensteinkommens. Nach Erledigung einiger minderwichtiger Anträge tritt Bertagung auf unbestimmte Zeit ein. Lokales. Gießen 17. Tezember 1903. Zweite Rammer. Eine dringliche Anfrage der Abg. Schmalbach und Genossen ist eingegangen, betreffend die Schädigung des Publikums durch den Zwischenhandel mit Schweinen und Schweinefleisch. * Ernannt wurde am 12. Dezember d. J. der Gefangenaufsehr am Provinzialarresthaus in Gießen Heinrich Goßmann zum Hausbeschließer im Justizgebäude zu Gießen mit Wirkung vom Tage seines Dienftantritts. * Stadttheater Gießen. Am Freitag findet als 9. Abonnementsvorstellung eine Aufführung des liebenswürdigen Lustspiels von Schönthan und Koppel- Elfeld Renaissance" statt. Beschäftigt sind die Damen Hohl, Hellberg, Großmüller, Lembach und Jenny, sowie die Herren Steingoetter, Telefy und Conradi. Da von verschiedenen Seiten der Wunsch ausgesprochen wurde, ein Theater aboonnement als Weihnachtsgeschent unter den Christbaum - Aerzten bestehen gegenwärtig in 50 Orten und Bezirken. Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger erfolgt wie immer vor Quartalsschluß in der Zeit vom 15. bis einschließlich 25. des leßten Monats fostenlos. Die Briefträger sind zur vollgiltigen Duttungsleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Durch diese vorteilhafte Einrichtung ist der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die am Vieteljahrsschluß besonders start in Anspurch genommen sind wird erspart. ** Folgendes Weihnachtsgespräch entspann sich dieser Tage zwischen zwei Vogelsbergern und wird uns zum ergögen unseres Leserkreises mitgeteilt. Karl: Sag mal Anna, am wievielten Dezember ist denn Weihnachten? 23jährige Anna: Do muß aich erscht emol enn de Kallenner gucke. Tableau! waren. * Glückliche Gemeinden. Wie aus den Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesstatistik" zu ersehen ist, gab es im Jahre 1902/03 zehn hessische Gemeinden, deren glückliche Einwohner frei von allen Kommunalsteuern Die kleinen beneidenswerten Gemeinden gehören sämtlich zur Provinz Oberhessen. Im Jahre 1869 zählte man im Großherzogtum noch 24, im Jahre 1878 sogar einmal 37 Gemeinden, deren Mitglieder in gleich angenehmer Lage waren. Gemeinwesen, die teine auf der Gesamtgemeinde lastenden Schulden besaßen, gab es im vergangenen Jahre in Hessen 70. Ueber den Waldbesitz der hessischen Gemeinden über 2000 Einwohner nach dem Stande vom 1. April 1902 gibt das Heft ebenfalls interessante Aufschlüsse. Hiernach steht hinsichtlich des Wertes des gemeindlichen Waldbesitzes Darmstadt mit 2636 000 mt. an der Spize, dann tommt Gernsheim mit 2615 000 Mt. und Gießen mit 2375 000 mt. Dann folgt in bedeutendem Abstand Bingen mit 1435 000, Wimpfen mit 1 352 000 und Oberramstadt, Langen und Offenbach mit je 1171000, 1046 000 und 1014 000 Mt. Gänzlich ohne Waldbefiz find die einschlägigen Gemeinden in den Kreisen Mainz und Oppenheim. Erda. Am Montag Nachmittag wurde ein 46jähriger Mann von hier bei Holzfällungsarbeiten im Walde von einem stürzenden Baum derart verletzt, daß er in die Gießener Klinif verbracht werden mußte. + Ulrichstein, 16. Dez. Unser Städtchen plant den Bau einer Wasserleitung. Die Arbeiten wurden bereits zu 35 000 Mt. vergeben. Die Quellen liegen in ca. sechs Kilometer entfernt auf der Höhe von Rebgeshain. Die Gemeinden Engelrod, Hopfmannsfeld und Hörgenau beabsichtigen die Anlage einer gemeinsamen Leitung. = Buzbach, 16. Dez. In den Vorstand der neus gegründeten Bezirksfasse Mathilden- Stift Bußbach wurden gewählt: als Vorstandsmitglieder die seitherigen Beamten, Direktor Müller, Rechner Weickhardt und Kontrolleur Grüninger; als Aufsichtsratsmitglieder die alten Herren, ausgenommen der vorgenannte Kontrolleur, an dessen Stelle Bürgermeister Schneider zu Ostheim in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Das Geschäftsjahr beginnt am 1. Januar 1904. Groß Felda, 16. Dez. Mit dem Bau einer gemeinsamen Wasserleitung für unsern Ort und Restrich soll im Frühjahr begonnen werden. Die Quellen liegen in der Gemarkung Restrich. Der Voranschlag beläuft sich auf ca. 60000 Mt. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 15. Dezember 1903. Kurz vor der diesjährigen Reichstagswahl fam es zu Burggräfenrode nach einer Wählerversammlung zu einem Krawall, wobei sich eine Anzahl dortiger Einwohner zu strafbaren Handlungen hinreißen ließen. Es hatten sich dieserhalb vor dem Friedberger Amtsgericht 16 Angeklagte wegen Sachbeschädigung, Körperverlegung und Uebertretung zu verantworten, wobei größtenteils auf Geldstrafen erkannt wurde, einige wurden freigesprochen. Bezüglich i der Angeklagten wurde dieses Erkenntnis durch Berufung angefochten und hatten sich heute neben diesen, 46 Zeugen eingefunden. Das erstinstanzliche Urteil wurde insofern abgeändert, als daß Jakob Friedrich Kost, welcher vom Schöffengericht zu Geldstrafen im Gesamtbetrage von 230 Mt. verurteilt war, in eine Gefängnisstrafe von einer Woche und 150 Mt. Geldstrafe genommen wurde. Richard Moscherosch früher zu 150 Mt. Geldstrafe verurteilt, erhielt 2 Wochen Gefängnis und 50 Mt. Geldstrafe. Der vom Schöffengericht freigesprochene Georg Stiller erhielt eine Woche Gefängnis, während es bei der Freisprechung des Georg Domm blieb. Anschließend hieran wurde gegen den Wirt Johannes Kohl wegen Majestätsbeleidigung verhandelt, da die Sache nähere Beziehungen zu der vorhergehenden hat. Das gegen halb 11 Uhr abends verkündete Urteil lautete auf Verurteilung des Angeklagten zu 2 Monaten Gefängnis. Die Flohplage. London leidet unter Milliarden von Flöhen die von den vor Monaten aus dem Kriege heimgekehrten Reservisten mitgebracht sind. Englische Blätter. Zwar feine Lorbeeren brachtet ihr nach Hause Von eurer blutigroten Kriegesfahrt, Doch etwas andres, das nach langer Bause Sich jetzt erst bei euch Helden offenbart. Es ist nur klein und bringt doch manches Wehe Bei Tage und besonders in der Nacht, Denn Flöhe sind es, massenhafte Flöhe, Die ihr nach England glücklich mit gebracht, Ich seh euch fluchend traßen und ich sage: Der Lohn gebührt mit Recht euch und mit Fug. So ähnlich, dent' ich, war ja die Plage, Mit der die Gottheit Pharas einst schlug. Geschäftliches. Das Bessere ist des Guten Feind, das ist eine Wahrheit, die sich dem Menschen im täglichen Leben ohne Weiteres aufdrängt und die namentlich auf dem Weihnachtsmarkt sich in eklatanter Weise geltend macht. Reue und verbesserte Gegenstände tauchen um diese Zeit zu Tausenden auf, jeder will es dem anderen zuvortun. Die bedeutendste Nähmaschinenfabrit, die Singer Co., hat in den mehr als 50 Jahren ihres Bestehens stets diesem Prinzip gehuldigt und ihre Fabrikate von Jahr zu Jahr zu vervollfommen gewußt. Die Gießener Verkauftsstelle der deutschen Vertretung der Singer Co. Nähmaschinen Act. es. in der Bahnhofstraße hat für das kommende Weihnachtsfest wiederum eine Ausstellung von Original Singer Nähmaschinen arrangiert, die ihres Gleichen sucht. Einfaches und elegantes Genre wechseln vielfältig ab, überall macht sich aber das Prinzip geltend, nach der praktischen Seite Vorzügliches und Vollkommenes zu bieten. Daß die Original Singer Nähmaschine auf dem Gebiete der modernen Kunststickerei Ausgezeichnetes leistet, die Erlernung geschieht kostenlos, dürfte mehr als bekannt sein. Wer somit seiner Frau, Tochter, Braut oder sonst einem weiblichen Wesen ein hübsches Weihnachtsangebinde machen will, der kaufe ihr in der obengenannten Niederlage eine jener prächtigen Nähmaschinen, die nicht nur der Praxis dienen, sondern auch dem Hause einen Schmuck verleihen. Marktberichte. Gießen, 17. Dezbr. Auf dem heutigen Wochenmartt tofteten Butter per Bfb. 1.10-1.20 mt., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd Mr. C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Bfb. 50-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Bfa. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.50 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Bfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Buzbach, 16. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt foſteten Butter per Pfb. 1,15-1.20 Mt., Käse per Pfb. 42 bis 45 Bfg., Cier 1 Std. 9 Pfg. Frankfurter Heu- und Strohmarkt, 15. Dez ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mr. 3.10 bis 3.70, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.30. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: bin Alein; für das Lotale, den Gerichts." und Deffentlichen Sprechfaal": Fr. Oppermann GOB Christbescherung. Stadt- Theater Allen Freunden und Wohltätern unserer Anstalt, sowie der ganzen Gemeinde teilen wir hierdurch mit, daß de Christbescherungsfeier unserer Gi.ßen. Direktion: Steingoetter. Freitag, 13. Dezember 9. FreitagAbonnements Vorstellung. Kleinkinder Bewahranstalt Renaissance. am nächsten Sonntag, den 20. Dezember, stattfinden soll, Nachmittags 3 Uhr, in der Johanneskirche. Der mit Liturgie der Kinder im Glanz des Christbaum's zu haltende Gottesdienst ist zugleich Gemeindegottesdienst, zu dem wir freundlichst einladen. Nach demselben findet in der Kleinkinderschule im engsten Kreis der Kinder und ihrer Angehörigen die Bescherung für die Kinder statt. Alle, die uns noch Gaben zugedacht haben- bitten herzlich um dieselben für unsere 254 Kinder, wollen dieselben recht bald an die Vorstandsdamen langen lassen. Gießen, den 16. Dezember 1903. Der Vorstand der Kle ntinder Bewahranstalt. Dr. Naumann. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Sotel@skbetjes en Rebit: Gazeine Diner ven 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag Münchener and Frankfurter Biere. Weine erster Firmen. Giessen. Franfineter Straße,( Efe Allceftroke. 1304. IX. Jahrgang. JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Preis pro Quartal durch den Buchhandel oder die Post bezogen Mk. 3.50 Einzelnummer 30 Pfg. Auflage: 55,000 Jede Nummer mit neuem farbigen Titelblatt. ,, Originalität, keck Neues suchende und dabei künstlerisch feinfühlige Frische gibt in hohem Grade die in München erscheinende ,, Jugend". ( Kölnische Zeitung). 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