S. 270. Wonnementspreis: in Gießen, abgebolt monatlich 50- Pfs, Haus gebracht eo Bfg., burch die Poft bejogen viertels fährlich Mr. 1.50. Binti beilagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) herhefftiche Bettichrift für Landwirtschaft, Obft- und Butenbau, sowie bie Gießener Seffenblasen( wöchentlich). Das Blatt erschetat an allen Werktagen nachmitage. Dienstag, den 17. November 1903. Gießener 12. Jahrgang Infertionegrei 8 Die einfaltige Betitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetlar und Warburg 10 Pfg. forft 15 Bfg.; Reklamen die Betitzelle 30 resp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 3869. Rebaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechanschluk Nr. 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Die Nord, bie Süd! Eine der großen welthistorischen Entscheid. ungen, die man erst für eine spätere Zukunft erwartete, stellen Newyorker Blätter in nahe Aussicht: Den UnabhängigFetskampf Südamerikas gegen Nordamerika. Die Panama. revolution soll dazu den Anstoß geben. Depeschen aus Bogota melden, der Präsident von Kolumbien, Marroquin, habe die Unterstützung der spanisch- amerikanischen Repombliken für den Krieg zur Rückeroberung Panamas erbeten word dabei erklärt, daß die Aufrechterhaltung der Souve rinetät gemeinsame Sache aller dieser Repombliken sei oder doch sein sollte. Die Meldung besagt ferner, Banken hätten Kapitalien für den Feldzug an geboten, Privatpersonen ihr Vermögen und ihre Dienste zur Verfügung gestellt, auch seien viele Sammlungen eingeleitet. Marroquins Vorschlag ist schon der zweite, der auf eine gg meinsame Aktion der südamerikanischen Republiken hinausluft: Erst kürzlich wurden zwischen verschiedenen südameri fanischen Regierungen Verhandlungen wegen eines engeren ffaatlichen Zusammenschlusses der einzelnen Republiken ge pflogen. Einstweilen wird diese Idee des Zusammenschlusses it noch nicht verwirklicht werden. Indessen wird der Tag kommen, der die Vereinigten Staaten von Südamerika" estehen sieht. Bweifelsohne würde der Eintritt dieses Ereignisses be. fleunigt werden, wenn die Nordamerikaner auch Kolumbben allein gegenüber täten, was sie gegenüber einem aus dae Wiedereroberung Panamas gerichteten südamerikanischen Andris zweifelsohne tun würden: wenn sie in dem jetzt Eleginnenden friegerischen Zusammenstoß zwischen Kolum. bfen und der abtrünnigen Republik Panama mit letterer gemeinsame Sache machten. Daß ein solcher Zusammenstoß bevorsteht, unterliegi ftinem Zweifel. Kolumbien hat den General Reyes nach Panama entsandt, um mit den dortigen Behörden wegen des Lieder anschlusses Panamas an Kolumbien zu unterhandeln. 25er Herr Reyes kommt nicht allein: Bis zur Grenze beleitet ihn eine für südamerikanische Verhältnisse große Streitmacht, die auf seinen Wink eingreifen soll, wenn sich die qiitlichen Verhandlungen zerschlagen. Einstweilen tun die Amerikaner alles, um den Kolum blem vorzuspiegeln, Panama werde in jedem Falle auf den chuk der Union rechnen können. So hat der Washingtoner tantssekretär Han, um Mißhelligkeiten bei der Ankunft die kolumbischen Kommissars Reyes in Panama zu verGlindern." dem Gesandten der Revublik Panama BunauWarilla zugefagt, ihm bei seiner Ankunft am Isthmus ein Sieg ichiff zur Verfügung zu stellen. Das sieht so aus, als Betrachte sich die Union als Schutzpatronin der neuen Repu6. Aber wenn auch die Union sich einstweilen als SchirmHerrin Panamas geberdet, bei einem Kampf zwischen KolumGien und Panama wird sie dennoch kaum offen die Partei anamas nehmen. Eben deshalb, weil sie weiß, daß die Folge davon ein über kurz oder lang abgeschlossenes südamerikanisches Bündnis wäre, das ihr unangenehmer ist, al selbst eine Niederlage Panamas. Eine solche würde elinion schließlich auf diplomatischen Wege zu Gunsten Beneuen Freistaats ebenso auszugleichen wissen, wie sie Em dem venezolanisch- deutsch- englischen Streitfall zu tun boaßte. Die Politik. * Von den Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und den Nachbarmächten ist neuerdings zu beten: Die zweite Lesung der Verhandlungen zur Vorbeehung eines deutsch- russischen Handelsvertrages hat gestern Berlin begonnen. Ueber die Zutunft der deutsch- östertedischen Handelsbeziehungen bat sich der ungarische Handelsminister Hicronymi in einer Rede geäußert, der wir mehmen: Hieronymi erflärte, er habe vor einigen Moaten vom Grafen Bülow und anderen deutschen Ministern die Zusicherung erhalten, daß Deutschland die Handelsverrige nicht fündigen werde, so lange noch Aussicht auf eine Bolleinigung zwischen Oesterreich und Ungarn sei,„ Deutschand kann aber," fuhr Redner fort,„ wegen unserer inneren Birren nicht unendlich lange warten." Erfreulicherweise scheint es der Umsicht des Gouver teurs Leutweit zu gelingen, der von uns neulich geschil. derten Gefahr eines allgemeinen Ovambo- Aufstandes vorzubengen. Nach einer hier Scim Kolonialamt eingegangenen elegraphischen Meldung des Gouverneurs sind Versuche im Sange, den Aufstand in Barnbad auf die Familie des Kapitans der Bondelzwarts zu beschränken. Mit Hilfe von Wit. bois wird dies vom Gouverneur für durchführbar gehalten. Der Matin" will wissen, daß Italien und England einem dem französisch- englischen Schiedsgerichtsvertrag ähnider Vertrag abgeschlossen haben. Schön. Aber was nügen olche Verträge? Der Kampf über der Leiche Rosanos erinnert allgemach an die Schimpfreden homerischer Helden. Die Freunde Ro anos nennen die Sozialisten vänen" und diese titulieren Die Gegner Schakale". Der Sohn des Eigentümers der „ Tribuna ,, griff sogar den Sozialistenführer Ferri auf der Straße mit Faustschlägen an, wurde von Ferri aber durch Stockhiebe so zugerichtet, daß er in ein Spital gebracht werden mußte. Wirklich, die italienischen Politiker sind um ihre Umgangsformen zu beneiden. A Herr Boris Sarafow, der so oft Todgesagte, hat auch die jüngste Nachricht von seinem Tode wohlgemut überlebt. Er hielt dieser Tage feierlichen Einzug in Sofia. Musik, eine ungezählte Volksmenge, Damen und Herren vom diplo matischen Korps erwarteten ihn am Bahnhof. Er hielt eine Ansprache, in der er den weiteren Kampf predigte, da er von der gegenwärtigen Reformaktion wenig erwarte. Sofioter Depeschen wollen sogar wissen, Fürst Ferdinand, der eben noch eine von Friedensliebe triefende Thronrede zur Eröffnung der Sobranje gehalten hat, habe Sarafow einen Ehrensäbel überreichen lassen. * Die Regierung des Kantons Genf hat 17 Jtaliener megen Teilnahme an den jüngsten Streifunruhen ausgewiesen und sofort an die italienische Grenze bringen lassen. Darunter befinden sich auch als Anarchisten bekannte Leute, welche zur Plünderung von Banken und zur Verwüstung der Arbeitspläge aufgefordert hatten. Weitere Ausweisungen stehen bevor. Recht so. ** Hof und Gesellschaft. Das Befinden des Kaisers hat sich soweit gebessert, daß er sich, wie das letzte Bulletin besagt, bereits wieder der „ Flüstersprache" bedienen kann. Die wunde Stelle ist beinahe zugeheilt. Das Kaiserpaar machte Spaziergänge im Part von Sanssouci und der Kaiser hörte die laufenden Vorträge. Als Nachklang zur Operation wird noch mit geteilt, daß der Kaiser die Bedingung gestellt hatte: der Arzt müsse ihm ehrenwörtlich versichern, daß er ihm über die Natur des Leidens die volle Wahrheit mitteilen werde. Nach bollzogener Operation schrieb der Kaiser selbst die Adressen auf- darunter die des Kronprinzen an welche telegra phische Nachricht abgehen sollte, und er hatte sogar Ruhe und Fassung genug, anzufügen: nur die Großherzogin von Baden möge wegen ihrer Aengstlichkeit brieflich verständigt werden, und zwar rechtzeitig, bevor die Zeitungsnachrichten sie er reichten. Das italienische Königspaar ist heute ( Dienstag) in Windsor am englischen Hofe zu Besuch. Zum Empfang König Viktor Emanuels und seiner Gemahlin auf englischem Boden hatte sich der Prinz von Wales nach Portsmouth begeben. Bei seiner Ankunft in Nizza auf der Heimreise durch Frankreich sandte König Emanuel ein herzliches Telegramm an den Präsidenten Loubet. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 15. Verhandlungstag.) RK Berlin, 16. November. Eine unangenehme Perspektive eröffnete eine Bemerkung der Verteidigung im Eingang der heutigen Verhandlung. Der Staatsanwalt beantragt die Vorladung eines neuen Zeugen aus Warschau; er soll befunden, daß die vielgenannte Warschauer Hebamme Cwell berüchtigt war, sich zu schimpflichen Diensten herzugeben. Der Verteidiger erwiderte, die Verhandlung werde kaum im Laufe dieser Woche zu Ende geführt werden, wenn noch neue Zeugen vorgeladen werden jollten. Alsdann treten Entlastungszeugen vor. Zuerst die Amme des kleinen Grafen. Sie meint, daß das gräfliche Kind, als sie es zuerst gesehen, kleiner als ihr eigenes, am 1. oder 3. Januar 1897 geborenes Kind war. Der Nabel des Kindes soll damals noch hervorgetreten und ganz rot gewesen sein. Sie hält es für ausgeschlossen, daß das Kind Mitte Februar schon 7 Wochen alt gewesen wäre. Sodann erscheint Frau v. Zoltowska, die älteste Tochter des gräflichen Ehepaares Wesiersti- Kwilecki. Sie sagt aus: In der Nacht vom 26. zum 27. Januar, etwa gegen ein Uhr, traf bei ihr ein Telegramm ein, das sie sofort nach Berlin berief. Sie ist dann gegen Mittag in Berlin angelangt und in der Wohnung der Mutter, wie sie glaubt, von der Knoska empfangen worden, die ihr mitteilte, daß ein Sohn angekommen sei. Sie ging dann ins Zimmer und fand dort mehrere Qamen und ihren Onkel Graf Bninski vor. Die Damen erzählten ihr bunt durcheinander, wie es zugegangen sei, alles war aber in Rührung und Aufregung, so daß sie nicht viel von der Unterredung behalten haben will. Sie erinnert sich nur noch, daß ihr Onkel sagte, die Mutter schläft, und binzujugle: un merkt euch die Sache, es könnte von Wichtigfeii werden. Präs.: Gemeint war da wohl, daß die Legitimität des Knaben angezweifelt werden könnte?- 3engin: Ja, weil die Grafen Kwilecki schon vorher solche Beifel äußerten.- Staatsanw.: Warum hat Ihre Frau Mutter, anstatt nach Berlin zu fahren, nicht in Ihrer Behausung entbunden?- 3eugin: Ich hatte selbst Kinder im Hause und hielt das auch nicht für angemessen. Staatsanw.: Warum hat man nicht eine Hebamme aus Bosen genommen? 3eugin: Wir glaubten, eine Posener Hebamme könnte dem Kleinen ein Leid antun. Staatsanw.: Glaubt etwa die Zeugin, daß die Grafen Kwilecki eine Anstiftung zum Morde begehen könnten? 3eugin: Der Brief, den die Agnaten an uns geschrieben, hat uns in die größte Bestürzung versezt. Ein Geschworener will von der Zeugin wissen, ob sie sich nicht widersetzt hätte, wenn ein ganz fremdes Kind in die Familie fäme. 3eugin: Ich hätte niemals zugegeben, daß in dieser Weise unser Name entehrt würde, auch dann nicht, wenn die Erhaltung des Majorats davon abhängt. Die Schützlinge des Grafen Hektor. Eine überraschende Entdeckung hat die Verteidigung ge macht, die sie jetzt zur Sprache bringt: Zeuge Hechelski und Zeugin Valentine Andruszewski wohnen in demselben Hotel Each in der Dorotheenstraße, wo auch Graf Hektor Kwilecki logiert. Diese Mitteilung erregt lebhafte Bewegung im Publikum, was den Vorsitzenden veranlaßt, sich auf das entschiedenste jede Beifalls- oder Mißfallens- Aeußerung zu ver bitten. Er weist die anwesenden Schußleute und die Gerichts. diener an, für Aufrechterhaltung voller Ruhe zu sorgen. Der Staatsanwalt erflärt, er wisse nicht, was diese Feststellungen der Verteidigung eigentlich bedeuten, und behalte sich vor, Ermittelungen darüber anstellen zu lassen, welche Zeugen denn nun im Hotel de Russie und im Magde burger Hof wohnen. Justizrat Wronter: Bitte sehrl Wir halten jetzt aus! Nach weiteren Zeugenvernehmungen von denen eine unter Ausschluß der Deffentlichkeit - wird das Gutachten über die Aehnlichkeitsfrage erstattet. Die beiden Komtessen und die beiden Knaben werden in den Saal gerufen und die angebliche Mutter des fleinen Grafen tritt an den Zeugentisch. Neben ihr stehen die beiden Kinder. Präs.: Nun, Frau Meyer, was sagen Sie zu den Verhandlungen, die Sie hier mit angehört haben? Frau Meyer bricht in Schluchzen aus. Man hört sie nur sagen, daß beide Kinder doch sehr ähnlich aussehen. Gerichtsarzt Dr. Störmer gibt hierauf sein Gutachten über die Ermittelungen ab, die er am Donnerstag in Gemeinschaft mit mehreren anderen Sachverständigen, bei der Vergleichung der beiden Knaben vorgenommen hat. Der Sachverständige kommt zu dem Schluß, daß eine Aehnlichkeit in der Form der Ohr bildung zwischen dem jungen Grafen und der angeklagten Gräfin Kwilecka als borhanden festgestellt werden muß. Diese Aehnlichkeit habe ferner ergeben, daß keine Aehnlichkeit zwischen dem Ohre des fleinen Grafen und dem des Hauptmanns Ziegler besteht. Zwischen den beiden Knaben stellt der Sachverständige eine Reihe von Aehnlichkeiten, namentlich in bezug auf die Geschlechtsorgane, aber auch eine Reihe von wesentlichen Abweichungen fest, die ein definitives Ergebnis für die Untersuchung nicht liefern können. Im weiteren Verlaufe seines Gutachtens stellt der Sachverständige eine Uebereinstimmung der Gesichtszüge zwischen den beiden Komtessen einerseits und dem jungen Grafen andererseits fest, wenngleich er betont, daß auf diese Uebereinstimmung ein besonderes Gewicht nicht gelegt werden darf, weil namentlich die Bildung und Haltung der Kinne außerordentlich abhängig von der Ernährungsweise ist. Hus dem Gerichtsfaal. § Der sogenannte Trakehner Schulprozeß, der sich im Sommer dieses Jahres vor der Berliner Strafkammer abspielte und mit der Verurteilung des der Beleidigung des Trakehner Landstallmeisters v. Dettingen angeklagten Lehrers Nickel zu einer größeren Geldstrafe endigte, wird am 4. Dezember d. I. abermals die Berliner Gerichte beschäftigen. Nickel hatte bekanntlich gegen das Urteil die Revision beim Reichsgericht in Leipzig eingelegt und zwar mit dem Erfolge, daß der höchste Gerichtshof das erste Urteil aufhob und die Sache zur erneuten Verhandlung in die Vorinstanz zurückbermies. § Nachklänge zum Prozeß Bilse. Zum Prozeß Bilse wird aus Forbach noch folgendes gemeidet. Die französischen Zeitungen haben über die friegsgerichtliche Verhandlung gegen Leutnant Bilse ausführlich berichtet; sie brachten auch die Bilder des Angeklagten und der Hauptpersonen des Prozesses. Wie ferner bestimmt verlautet, ist ein französischer Journalist bereits mit der Uebersetzung des inkriminierten Romans ,, Aus einer kleinen Garnison" beschäftigt. Schließlich sei noch erwähnt, daß Bilse nach Schluß der Gerichtsverhandlung wieder dem Garnisonlazaret in Metz zugeführt wurde, wo er wegen seines leidenden Zustandes in Behandlung steht. Beim Verlassen des Saales drückten ihm viele Offiziere und Zivilpersonen die Hand. Die Hauptverhandlung gegen den Frauenarzt Dr. Planer in Dresden, welcher, wie gemeldet, unter dem Verdacht des wiſſentlichen Meineides verhaftet wurde, ist auf den 21. d. M. bor dem Schwurgericht in Dresden anberqumt worden. Während der Verhandlung wird voraussichtlich die Deffentlichfeit ausgeschlossen werden. § Ein sonderbarer Fall fahrlässiger Tötung beschäftigte die Hamburger Straffammer. An Bord des Dampfers Calatin" blickte ein Passagier erster Selasse sinnend vom Schiff ins Meer, als er blöglich von einem Fasse getroffen und ins fie magte dennoch nicht, ihren Bater um belemort und fpreen cridhrat; fie fürchtete eine längere heit, aber nach einem furzen Abschied von den Seinen in den Wagen um Entscheidung zu drängen, und so stieg Mr. Johnston denn und fuhr zum Bahnhof. Arm, als ob er ihn abmahnen zu sprechen. wolle, ein unüberlegtes wort und in den nächsten Tagen som unser Bund vor dem Altar ihm damit eine Ehre und ein großes, unverdientes Glück ich liebe fie, mein Vater mein Wort ist unwiderruflich, der edlen Jungfrau Erse Redwar reichen darf, so widerfährt Wenn Lord Fenmore," fuhr Archibald fort, seine Hand auf ihm ruhten. ehlt etwas, Mi bemerkte er, wie die treuen Augen Die Matrone Ichütteltes fragte er teilnahmsvol. Stic jak often torgen als er mit der wrutte porwurfspo Nachdem sie das eschirr in die Suche befördert, blieb sie vor dem Sohne den Kopf. stehen. fagte fic ignit Mormurfe Tröstetett Ietber er. Hermann war! Und meine ausbauernoste Eigenschaft ift." Wie heiter Die Matrone fah ihm lächelnd in die Augen. machen wollte er fich gewiß nicht Das tat er nicht, fonnte er über der Mutter Bes ea jit Stille nicht tun. Bierzehn Tage verstrichen in der gewohnten friedlichen Meer geschleudert wurde; alle Rettungsversuche waren vergebens, der Passagier ertrant. Das Faß hatte ein Steward, der auf dem Deck des Rauchsalons Kartoffeln schälte, nachdem er es seines Kartoffelinhaltes entledigt hatte, über Bord werfen wollen, jedoch zu kurz getroffen. Der Steward wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Nab und fern. Das vom Großherzog von Mecklenburg gestiftete Banner der Rostocker Studentenschaft wurde in einem feierlichen Fest aft in der Aula der Universität vom Großherzog selbst über reicht. Der Großherzog hielt eine Rede, in der er die hohe Bedeutung der Universitäten, die von Jahr zu Jahr ge stiegen sei, hervorhob. Die größte Mehrzahl der zukünftigen Beamten und Staatsangestellten erhielten den Abschluß ihrer Ausbildung auf den Universitäten. Was sie dort zu hören und zu sehen bekämen, sei maßgebend für ihre ferneren Lebensanschauungen. Eisenbahnkatastrophen. Die amerikanischen Eisenbahn. unfälle häufen sich in wahrhaft erschreckender Weise. Bei Kent wood fuhr ein Zug der Illinois- Zentralbahn auf einen Personenzug auf, wobei 40 Personen getötet und 23 verletzt wurden. Die meisten Verunglückten sind Neger. Weniger folgenschwer war eine Entgleisung bei der russischen Station Taganrog, die einen Güterzug traf. Ein im Zug befindlicher Reisender wurde getötet und mehrere Beamte verletzt; 30 Wagen gingen in Trümmer. Die Ent gleisung war durch die verbrecherische Zerstörung des Geleises herbeigeführt worden. Augenscheinlich war das Attentat auf den unmittelbar auf den Güterzug folgenden Kurierzug gemünzt, und hätte, wenn es geglückt wäre, unabsehbaren Schaden angerichtet. Auch in Italien suchten verbrecherische Hände Eisenbahnzüge zu gefährden. Bei dem oberitalienischen Bahnhof Collecchio wurden Steine auf dem Bahngleise entdeckt und glücklicherweise rechtzeitig beseitigt, durch die augenscheinlich der Schnellzug Rom Mailand zum Entgleisen gebracht werden sollte. Ein Mann, den man für den Urheber des Anschlags hält, wurde verhaftet.- Bei Montebello explodierte unter dem vorbeifahrenden Expreßzuge ein Sprengkörper; die Gendarmerie, die auf den starken Knall hin herbeieilte, fand eine vier Kilogramm schwere Eisenmasse. Auf der Station Steinhaus am Semmering wurden vier Güterwagen beim Verschieben auf einen Güterzug angefahren, wodurch ein Kondukteur getötet und fünf Kondukteure leicht verlegt wurden. Nach 18 Jahren aus dem Schlaf erwacht. Aus Bremen kommt eine Meldung, die in medizinischen Kreisen das größte Aufsehen hervorzurufen geeignet ist. In dem Nachbarort Grambke ist das schlafende Mädchen, Gesine Meyer, das 18 Jahre lang in schlafähnlichem Zustand verbracht, beim Ausbruch eines Feuers durch den Ton der Feuerglocke aufgewacht. Gesine Meyer ist bei flarem Verstande und erinnert sich noch aller Vorgänge aus der Zeit vor ihrer Krankheit. & Opfer des Bergsports. Der seit einigen Tagen vermißte 21jährige Tourist Rudolf Weill aus Kassel, der bei schwierigen Schneeverhältnissen von Montreux aus eine Beſteigung der Nayefelsen hatte unternehmen wollen, wurde am Fuß einer Felswand tot aufgefunden. Die Leiche wurde nach Montreux gebracht. Wahnsinnstat einer Mutter. Schon wieder wird ein Fall gemeldet, daß eine Mutter in plößlichem Wahnsinn das Leben ihrer Kinder zu zerstören trachtete. Die Fischerfrau Witt aus dem westpreußischen Orte Grenzdorf stürzte sich und ihre zwei Kinder in die Elbinger Weichsel. Die Mutter und ein Kind sind ertrunken, das andere ist gerettet. * Lord Kitchener verunglückt. Wie aus Simla gemeldet wird, ist Lord Kitchener von einem schweren Unfall betroffen worden. Als er von einem Spazierritte in der Umgegend allein zurückkehrte, scheute das Pferd beim Durchgange durch einen Tunnel. Kitchener wurde abgeworfen und erlitt einen schweren Schenkelbruch. Nach mehr als einer halben Stunde fanden Kulis Lord Kitchener am Boden liegen und brachten ihn nach Simla. Das Befinden des Verunglückten ist den Umständen nach befriedigend. Das Ehepaar Humbert ist nunmehr in Provinzstraf. anstalten, abgeschoben" worden. Therese Humbert ist nach dem durch den Dreyfusprozeß bekannten Rennes, ihr Mann nach dem Bellengefängnis in Thouart gebracht worden. Eigentlich sollte er in die Anstalt von Melun kommen, aber er war früher Deputierter von Melun und darauf scheint man Rücksicht genommen zu haben. Die Art und Weise des Transportes zeigte, daß man mit den Humberts keinerlei Federlesens mehr zu machen gesonnen ist. Die große Therese mußte in einem Zellenwagen mit einer Diebin fahren, die früher Krankenwärterin gewesen war und Therese nötigen falls pflegen wollte. Frederic bat, ihm das Anlegen der Rette zu ersparen, aber der Wärter glaubte, das ablehnen zu müssen, und Frederic wurden die Füße gefesselt. Wahltisch herangetretenen Wähler und dem Bureau ent. spann sich folgender Dialog: Wähler:( bleibt stumm). Wahlvorsteher: Nun, wen wählen Sie denn? Wähler: Des waaß ich noch net. Vorsteher: Na, Sie müssen doch bald wissen, wen Sie wählen wollen? Hier haben Sie Zettel mit den Namen von freisinnigen, sozialdemokratischen, nationalliberalen Wahlmännern; davon können Sie sich ja zwei auswählen und deren Namen sagen. Wähler: Was, sage muß mer des? Das leiht mer uff; da wähl' ich gaar net! Sprach's und verließ stolzen Hauptes das Lokal. A Ein Gemetzel zwischen Weißen und Negern fand in Gillsburg( Louisiana) statt. Infolge eines Aftes der Lynch justiz an einem Neger ergriff ein Teil der schwarzen Bevöl ferung die Waffen und es fam zu einem heftigen Zusammen stoß mit den Weißen. Dabei sollen allein auf Seite der Neger 18 Mann gefallen sein. Bunte Chronik. Aus der Irrenanstalt Nietleben ist der wegen doppelten Mordversuchs zu zehn Jahren Zuchthaus berurteilte Maler Jungfer aus Breslau entflohen. In einem Anfall geistiger Störung verletzte ein in Paris studierender Ungar, Graf Kornis, einen anderen Studenten, ein Dienstmädchen und eine Portierfrau durd mehrere Revolverschüsse und erschoß dann sich selbst. Vermischtes." † IDas übermäßige Schnüren ist eine so oft gerügte Unsitte, daß man fast Eulen nach Athen zu tragen glaubt, wenn man wieder darauf zurückkommt. Doch zwingt ein trauriger Fall, der bei einer Hochzeit in Zielenzig passierte, förmlich dazu. Als die Hochzeitsgesellschaft fröhlich bei der Tafel saß, sant plötzlich die Schwester der jungen Frau mit dunkel verfärbtem Gesicht leblos von ihrem Stuhle. Ein schnell herbeigeholter Arzt konnte nur noch den infolge eines Gehirnschlages eingetretenen Tod der jungen Dame feststellen. Das zu fest geschnürte Korsett war die Ursache des Unfalles, der der Feier einen so traurigen Abschluß gab. A Weihnachtsspielzeug made in Germany"] fommt in großen Wengen in England an. Der Wert dieser aus Deutschland ausgeführten Waren hat in drei Jahren um 12 400 000 Marf zugenommen. Die Puppenfabrikation war früher in England eine ziemlich bedeutende Industrie, die jetzt aber tatsächlich verschwunden ist, da Deutschland sie an sich gerissen hat. Ein Importeur erklärte, daß die in Deutschland hergestellten Spielsachen besser gearbeitet sind. IDas Hissen einer roten Fahne auf dem Wiesbadenet königlichen Schlosse hatte in der Stadt Aufsehen erregt. Da an dem betreffenden Tage gerade die Urwahlen zum preußischen Landtag stattfanden, so wurde allgemein an genommen, daß es sich um den losen Streich irgend eines Sozialdemokraten handelte. Die Sache hat jedoch schließlich eine ganz harmlose Aufklärung gefunden. Im Schloffe werden nämlich zur Zeit die Defen und Herde einer ein gehenden Revision unterzogen, welche das Ausbrennen ein. zelner Kamine nötig macht, so daß vielfach die hellen Flammen zum Schornstein hinausschlagen. Um nun eine falsche Feuer. meldung zu verhüten, ist während der Dauer der Revision die rote Zahne zur Orientierung für die Feuerwehr aufgezogen. Der falsche Säugling. Eine Frau fuhr neulich als Anime mit einem Säuglingsbündel im Arm der ostpreußischen Grenze zu. D, wie brav ist doch das kleine Ding," bemerkte eine mitreisende Dame ,,, es weint gar niemals!" -D, gar nicht, niemals, nur etwas Zuckersachen, das genügt," erwiderte die Amme.„ Sie, liebe Frau, kommen Sie doch einen Augenblick hinein in das Amtszimmer," rief an der Grenze plötzlich der heraustretende Zollbeamte. Die Amme wurde kreidebleich, und bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß das Kleine nichts anderes war, als sieben Kilogramm Zervelatwurst, die durchgeschmuggelt werden sollten, was nun aber mißglückt war. Ein heiteres Vorkommnis von der Landtagswahl wird aus Frankfurt a. M. berichtet. Awischen einem an den Weise Verordnungen. Der elektrische Kurzschluß hat neuerdings in Ungarn wiederholt Brandunglücke hervorgerufen. Die Behörden sind infolgedessen auf den Kurzschluß aufmerksam geworden, da sie aber mit dem Wesen dieses Undings nicht ganz im reinen waren, kam es zu ergötzlichen Mißverständnissen. Eine Verwaltungskommission hatte z. B. in einer Provinzstadt eine neue Betriebsanlage zu unter suchen, fand alles in Ordnung und bat schließlich auch um Vorzeigung des Kurzschlusses. Es kostete dem Leiter der Betriebsanlage große Mühe, die Herren davon zu überzeugen, daß sie ebensogut die Vorführung einer Kesselerplosion verlangen könnten. Noch heiterer ist die Verordnung des Polizeihauptmanns einer ungarischen Stadt, der nach einem Warenhausbrand den Gebrauch des Kurzschlusses ein für allemal untersagte. [ Das Gewicht der Stadtväter.] Nach altem Brauche wurden dieser Tage in High Wycombe( England) der Bürgermeister und die neuen Stadtväter von dem Polizeiinspektor, der zugleich Inspektor der Maße und Gewichte ist, öffentlich gewogen. Das Gewicht eines jeden Stadtvaters wird genau notiert und für ewige Zeiten aufbewahrt. Es wird nicht gemeldet, ob man Stadtväter, die zu leicht befunden werden, zurückweist. Bedauerlich ist es, daß sich das Gewicht des Gehirns nur schwer feststellen läßt, sonst könnte man vielleicht aus dem Gehirngewicht sich ein Urteil über die Fähigkeiten der einzelnen Herren bilden, und die Wähler hätten leichte Arbeit. Das Auto im Reiche der Mitte. Das neueste Verfehrsmittel hat jetzt auch in China, dem Lande, das am zähesten an seinen alten Einrichtungen festhält, Eingang gefunden. In Tientsin sind neun Automobile aus Deutschland eingetroffen, die Quanschikai bestellt hat, um sie der Kaiserin- Witwe zum Geschenk zu machen. Die Automobile sollen zum Verkehr zwischen Peking und dem Sommerpalast dienen. [ Eine eigenartige Operation] wird sich heute in Newyork vollziehen. Dortige Blätter wußten zu melden, daß ein Arzt jemand suche, der gegen die Summe von 20 000 Mart bereit wäre, die Hälfte seines einen Ohres zu opfern, damit sie dem verstümmelten Ohre eines Millionärs anwachsen könne. Die beiden operierten Ohren müßten 8 Tage lang mit einander durch einen Verband fest zusammen gehalten werden. Die Wahl des Arztes ist auf einen falliten deutschen Kaufmann gefallen, der sich mit mehreren hundert anderen Leuten um die 20 000 Mark bewarb. Es wurde ein Kontraft aufgesetzt, in dem der Arzt sich verpflichtet, die Namen des Käufers und Verkäufers geheim zu halten. ungsgebiet immer weiter aus. Es wird bald feine Sphe Borstellung ** Wovon Frauen sprechen. Die Statistik dehnt ihr For me unferer Be menschlichen Schaffens, Sprechens und Denkens geben, well, die Herren Statistiker nicht in den Bereich ihrer Untersuch ziehen werden. Die edle Statistik ist im allgemeinen et sehr zuverlässige Wissenschaft. Man darf es den Statistike aufs Wort glauben, wenn sie berechnen, daß es in Nica bbaube haben b Es liegen no Darmstad gua so und so viele Einäugige, auf Borneo so und so vit ng um 10 Uhr Taubstumme und in Neapel so und so viele Lazzaroni gee Bringelfin Eli [ Eine Automobilbahn im Theater.] Eine der ersten Taten der Regierung des jungen Staates Panama war die Einweihung eines von Benjamin Marshall erbauten Theaters, in dem sanft abfallende Jahrbahnen so angelegt sind, daß Automobilwagen bis zu den Türen der Logen des zweiten Ranges gelangen können. Das Tuten und der Töff- Töff- Lärm der Autos dürfte gar lieblich in die zur Aufführung gelangenden Stücke hineinklingen, wenn die Wagen anfahren, um ihre Besitzer vom Theater abzuholen. Die Automobilbahn ist drei Meter breit. Einigermaßen be ruhigend wirkt die Mitteilung, daß die Bahn von der für die Fußgänger bestimmten Treppe getrennt ist; die Automobil fahrer werden also nicht in Gefahr geraten, von unvorsichHigen Fußgängern überrannt zu werden. welche Giovanni heißen. Denn erstens zahlt, wer es ni glaubt, einen Taler Strafe und zweitens, welchen Grury sollte man haben, den Angaben der gelehrten Herren i Pam bie Madrid olgte; bie Bri mißtrauen. Notabene, diese Bemerkung gilt nicht der ernstn Großherzogs Statistik, die ein so wichtiges Instrument für alle Wisse schaft geworden ist, sondern gewissen statistischen Spielerei eftimmt gewefen die neuestens in die Mode gekommen sind. Wenn ein ery lischer Statistiker umfassende Untersuchungen darüber a gestellt hat, worüber die Damen seines Volkes zumeist Koburg as erste Teleg sprechen lieben, so war es ihm offenbar mehr um einen born Heffen aus Scherz, als um eine authentisch verbriefte Forschung zu tun Srkrankung de Sein Thema hat bisher mehr die Feuilletonisten und Eff isten interessiert als die Statistiker. Der gute Mann w bdib 10 Uhr f gefunden haben, daß sich bei der Konversation der Dame bon der Versch folgende Prozentsäße für die Gespräche ergeben: Gespräsidi sofort reifef Der vierfache Lustmörder Teßnow, der bekanntlich vom Schwurgericht in Greifswald zum Tode verurteilt und vor einiger Zeit zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Provinzial- Jrrenanstalt überwiesen worden war, ist nunmehr in das Greifswalder Untersuchungsgefängnis zurück. gebracht worden. Sein Verteidiger wird demnächst einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens bei Gericht stellen. Tischler Ludwig Teßnow sollte, wie noch erinner lich sein dürfte, in der Frühe des 17. Oftober cr. auf dem Hofe des Justizgefängnisses in Greifswald hingerichtet werden. Zu der schaurigen Erekution waren bereits alle Vor. bereitungen getroffen; der Scharfrichter Engelhardt war mit seinen drei Gehilfen von Magdeburg angekommen und hatte die aur Sinrichtung erforderlichen Gerätschaften mitgebracht. Als man den Todeskandidaten in der Mörderzelle aufsuchte, um ihn auf seinen bevorstehenden letzten Gang vorzubereiten, erlitt er vor Aufregung einen schweren Nervenanfall, der die Herztätigkeit anscheinend start in Mitleidenschaft zog. Die hinzugezogenen ärztlichen Sachverständigen erklärter den Delinquenten zur Zeit für geistestrant. 5 über Dienstmädchen 20, über Kinder 18, Nachbarn 5 Kleider 15, Aerzte 9, Kirche 5, allgemeine Angelegenheiten reifen zu fönner 5, Gatten 3, Literatur und Kunst 0 Prozent. Wie ma di Todesnachri sieht, hat man einen argen Schalk vor sich, dem es med fassungslos um eine Satire, als um eine statistische Feststellung zu tu Reife ift borläu ist, und zwar um solche, die anderwärts, vor allem in: Deuts land, nicht die allergeringste Geltung hätte, wie man strhloſſe wehen der Ziffer 0 entnimmt, welche bei dem Kapitel Kunst un Literatur angeführt ist. Im Gegenteil, da w reine er Darmsta Rantenlager an respektable und hohe Ziffer herausgekommen. Aber aus gramm aus Ste seinen Landsmänninnen tut der Herr Rechenmeister offer burchfall( Chole bar bitteres Unrecht, schon deshalb, weil in England di Zahl der literarischen Damen, das heißt, nicht nur jener welche Bücher lesen, sondern auch solche schreiben, eine set respektable ist. Der Statistiker möge sich nur in acht new men, daß nun nicht er selbst zum Gegenstand einer erfled lichen Anzahl von Gesprächen wird; denn dann ginge& ihm verdientermaßen schlecht. Vielleicht rächt sich übrigen eine liebenswürdige Statistikerin und berechnet nach Br zenten, wovon die Gespräche der Herren der Schöpfun handeln. + Bazar. welche unser gar merzlich erreg Das Neuefte aus den Witzblättern. Ganz einfach. Lehrer: Wie nennt man also jemand mis mit Allem, der mit seinen Mitmenschen Erbarmen hat? Na, Schulze fühlen, wenn - Schulze:„ Erbärmlich!" Bazar verschieb Merkwürdig. A.: Sie sollen sehr an Hühner Schwer geprüft augen zu leiden haben, hat mir Ihre Frau erzählt!"- B " Ja, meine Hühneraugen haben mir schon viel Kopfschmerzielß geliebten - gemacht." Kathederblüte. Wenn Philipp nicht ermord worden wäre, wäre er Alexander der Große geworden! Moderne Dienstboten. Hausfrau:„ Ich hoffe daß Sie mir nicht wie Ihre Vorgängerin von meinen Wäsche stücken etwas entwenden werden." Neues Dienstmädchen Da können Madam' ganz unbesorgt sein; ich habe selbs bessere." Sein Geschäft. Herr:„ Schämen Sie sich nicht, in neun Uhr abends noch zu betteln?" Bettler:„ Bitte, gna diger Herr, ich schließe mein Geschäft erst um zehn Uhr." Ein Kenner. A.( im Konzert zu seinem Nachbar) Wie hat Ihnen das Violinterzett soeben gefallen?" B.:, sie haben ganz gut gespielt; ich fand aber die Künstler für so ein Terzett zu wenig."( Dorfbarbier.) Kunft und Wissenschaft. enne Veranstalt Der 4 San weigberein b in Café Ebel Sperr Provinzia mourde die Grü eldeten fich al en Anw fender Lueficht gestellt ang des evange ift die Grundle wonnen und to werden. Der Dr. Ehrlich ge mal wöchentlich der Stadt die T worden und Sonntag von foürfen wohl a LO. Professor Robert Koch kehrt im Dezember nach Deutioanlage in entge land zurück, und zwar, wie die Rhodesia Times" wij will, auf besonderen Wunsch des Kaisers. Alle Welt in Si mestafrika bedauert das Weggehen, da Prof. Koch so viel Gutes geleistet hat. Wahrscheinlich hängt die Angelegenh damit zusammen, daß deutsche Aerzte sich als solche in Sohltätigen 8 afrika nicht niederlossen dürfen. RM. Lenkbare elektrische Wellen. In den letzten Tagn von der italienischen Marine gemachte Versuche mit den neuen System der Radiotelegraphie von Professor Alessand Artom haben klar gezeigt, daß dieses System seinen Zwe die elektrischen Wellen in einer bestimmten Richtung auf ein andere Station zu übertragen, erreicht hat. Man hat in d et gemeldet leer am nächst och Beitritts * Sta * Schütternden E Direktion den Beit nur erns Tat feſtſtellen können, daß die Uebermittlung von Signs fällt denne sich vollkommen bewerkstelligen läßt, wenn die elektrische Wellen sich in der Richtung auf eine bestimmte Empfang station fortpflanzen. Die Lösung des Problems von d Lenkbarkeit der elektrischen Wellen, die durch das Syste erfolgt ist, läßt also jetzt die Radiotelegraphie zur eigent lichen praktischen Verwendung kommen. Die Tochter des Großherzogs von Hessen Gießen, 17. November 1903. Eine wahrhaft niederschmetternde Kunde hat der Tel Dorftellung vo aus, die Fre per Donnerst nationalen N Gorfts fenfat borführen wir tattfinden. Gin teht in den n intereffierenden personal, das graph aus dem fernen Stiernewice gemeldet: Prinzes bringt als„ S Direttion Städten des J zur Darstellung auch in Gießer in Braunschwe Bffe auf Wirklichte Elisabeth, der Liebling ihres hohen Vaters, unseres Alle gnädigsten Landesherrn, ist aus diesem Leben geschiede Eine längere Erkrankung der liebreizenden jungen Prinzessi, die noch bei den letzten Feierlichkeiten in Darmstadt dur ihre Anmut Alle entzückte, scheint nicht vorhergegangen bisher überall sein. In tiefster, aufrichtigster Trauer steht das hefſide ſe aufgena Volt mit dem allverehrten Landesherrn an der Bahre dr Verblichenen, der eine so kurze Spanne Erdendaseins ver gönnt sein sollte, und sendet heiße Gebete zum Himmel, der Allerbarmer Seine Königliche Hoheit den Großherzog in Seinem namenlosen Schmerze trösten und von dieser furc baren Heimsuchung wiederaufrichten möge. Gott erhalte und schütze unseren Großherzog! Alsbald nach dem Eintreffen der tiefschmerzlichen Nach richt vom Hinscheiden der Prinzessin Elisabeth gab si genialen, ruffi genannt. Mo bem Gaftspiel * Au g Brogramm zu 21. b. Mts., Male zum 8weifel, daß herzlich willfor * Auch allerwärts tiefe und aufrichtige Trauer und Teilnahme wehe beabsic fund und konnte man die tiefgehende Sympathie und Teil beizutreten und atritit debut the ird bald feme Dentens geben nauf unserer Bevölkerung für die Frühverblichene erkennen. Die Vorstellung im Stadttheater fällt morgen aus. Viele reich ihrer Unterkiube haben die Flaggen auf halbmaft. it im allgeme arf es den en, daß es in Borneo jo und biele Lazzar us zahlt, wer Es liegen noch folgende Meldungen vor: Darmstadt, 16. Nov. Beim großh. Hofmarschall gingum 10 Uhr aus Stierniewice die Meldung ein, daß bie Prinzessin Elisabeth schwer erkrankt set. Gleich darauf bilben zu lassen. Zu diesem 8wed fordert der Vorstand diejenigen Kameraden auf, welche die Absicht haben, an den demnächst beginnenden Vorträgen und praktischen Uebungen teilnehmen zu wollen, sich Freitag, den 20. d. Mts., abends 8.30 Uhr im Restaurant Wiegand Neuenweg behufe einer Besprechung einzufinden. eitens, weld tam bie Nachricht, daß der Tod um 9 Uhr 30 Minuten reicher Beteiligung von Nachbarturnvereinen und der gelehrten ng gilt nicht de find. Wenn udhungen dar enbar mehr un hefte Forschung illetonisten erfolgte die Prinzessin sei sanft entschafen. Die Rückkehr iment für all de Großherzogs mit seiner Tochter war für morgen abend Statistischen betimmt gewesen. oburg, 16. Nov. Morgens um 8 Uhr traf nes Boltes abans erste Telegramm bei der geschiedenen Großherzogin bom Hessen aus Skierniewice hier ein, das die plötzliche Echan kung der Prinzessin Elisabeth meldete. Um onverfation der Der gute The Halb 10 Uhr folgte ein Telegramm mit der Meldung che ergeben: bon der Verschlimmerung. Die Großherzogin machte ber 18, Not fi sofort retsefertig, um um 2 Uhr nach Skierniewice emeine Angel corfen zu können. Um 11 Uhr brachte ein Telegramm Brozent.' Tobesnachricht. Die Großherzogin ist tieferschüttert uund fassungslos; niemand erhält Zutritt zu ihr. Ihre Die Flaggen auf dem vor sich, dem& iche Feststellung , vor allem ir leise ist vorläufig aufgegeben. lofse wehen halbmast. hätte, mie ma em Stapitel St teil, da w.re gekommen. rr Rechenmeite weil in Engla Darmstadt, 17. Nov. Nach einem weiteren Tele8 gramm aus Sfernewice war Prinzessin Elisabeth an Brech boardfall( Cholera nostras) erfranft und ist nach 24stündigem beißt, nicht Swanferlager an Herzschwäche verschieden. Iche schreiben, Π e sich nur in of egenstand einer denn dann icht rächt sich berechnet no Herren der S altzblättern, nennt man also en hat? Na, Lokales. Gießen, 17. November 1908. † Bazar. Tief erschüttert durch die Trauerkunde, welche unser ganzes Land durcheilt und jedes fühlende Herz hmerzlich erregte, bringt, glauben wir, uns ein Einverständ8 müt Alem, welche sich unserm Fürstenhause verbunden hlen, wenn wir den für die nächsten Tage vorgesehenen Bazar verschieben. Gerade in der Zeit, in welcher unser ollen sehr answer geprüfter Fürst an der Totenbahre seines einzigen, schon viel Kopfheiß geliebten Kindes trauert, halten wir es für unmöglich, eine Veranstaltung wie die geplante aufrecht zu erhalten. Frau erzählt nfchaft. hilipp nicht Der Vorstand der Alice Schule Gießen. Große geworden Sanitätsfolonne. In der vom hiesigen Hausfrau: erin bon meinen weigverein vom Roten Kreuz für den vergangenen Sonntag Neues Dienstm Café Ebel einberufenen Versammlung, zu welcher auch gt sein; ich habe err Provinzialdirektor Dr. Breidert sich eingefunden hatte, wurde die Gründung einer Sanitätsfolonne beschlossen. Es men Sie jih ni meldeten sich alsbald 19 Teilnehmer und wurde von einzelBettler: Ben Anw senden der Beitritt weiterer Mitglieder in sichere erst um zehn Aussicht gestellt. Insbesondere ist auf eine stärkere Beteiligt zu seinem ng des evangelischen Arbeitervereins zu rechnen. Hiermit joeben gefalle die Grundlage für eine lebensfähige Sanitätsfolonne ge= It; ich fand abu Bonnen und fann mit deren Ausbildung alsbald begonnen ( Dorfbarbi werden. Der Ausbildungskursus, der von Herrn Stabsarzt Dr. Ehrlich geleitet wird, umfaßt 24 Uebungsstunden, zweimal wöchentlich je 2 Stunden. Für die Uebungen ist seitens der Stadt die Turnhalle der Stadtmädchenschule in der Westamlage in entgegenfommendster Weise zur Verfügung gestellt worden und soll die erste Unterrichtsstunde am nächsten Sonntag von 4 biz 6 Uhr nachmittags stattfinden. Wir dürfen wohl annehmen, daß sich das Interesse für einen so wohltätigen Zweck nicht auf die wenigen Herren, die sich bis jet gemeldet haben, beschränkt und können mitteilen, daß in der am nächsten Sonntag stattfindenden ersten Uebungsstunde noch Beitrittserklärungen entgegengenommen werden. ** Stadttheater Gießen. Infolge des er. schütternden Ereignisses, das in aller Munde ist, hat die Direktion den Spielplan dahin abg ändert, daß in nächster Bit nur ernste Stücke zur Aufführung gelangen werden. fällt demnach morgen Mittwoch die geplante Schülerborstellung von Wallensteins Lager und Geschwister ganz a.18, die Freitagsvorstellung gelangt ebenfalls in Fortfall; de Donnerstag dagegen bringt ein Gastspiel der internationalen Nachtasyl Tournée Melanie Dorny, die uns Corte sensationelles Nachtasyl in eigener Dekoration Dorführen wird. Diese Vorstellung muß außer Abonnement Flatt finden. ezember nach D odejia Times Alle Welt in Prof. Koch i gt die Angelege dh als solche in In den letzten te Versuche mit n Professor Alej System seinen& ten Richtung au hat. Man hat ittlung von S wenn die elett bestimmte Eme 3. Problems vo ie durch das legraphie zur 11. 6 bon bef 7. November 19 Ein eigenartiger künstlerischer Genuß teht in den nächsten Tagen dem sich für moderne Literatur intereffierenden Publikum in Gießen bevor. Ein KünstlerKunde hat de pasonal, das von ersten deutschen Bühnen engagiert wurde, gemeldet: B aters, unferes m Leben ge Den jungen Bri in Darmstadt t vorhergegan fteht das h an der Bahr The Erbendafein te zum Himme it den Großher 16 bon biefer f möge. Gott fichmerzlichen Elifabeth gab r unb Teilne mpathie umb Bangt als„ Internationale Tournée Nachtasyl Direktion Melanie Dorny" in den hervorragendsten Städten des In- und Auslandes Maxim Gorkis„ Nachtasyl" Bur Darstellung und wird am Donnerstag, den 19. Nov., auch in Gießen gastieren. Die Tournee, die am Hoftheater in Braunschweig ihre fünstlerische Mission begann, wurde bisher überall geradezu begeistert vom Publikum und der Brse aufgenommen, die Darstellung des vielumstrittenen, auf Wirklichkeit sich aufbauenden, hervorragenden Werkes des geni alen, russischen Dichters eine mustergiltige, ja vorbildliche genannt. Man kann also mit den größten Erwartungen dim. Gastspiel der internationalen Tournée entgegensehen. August Junkermann hat ein reichhaltiges Brogramm zusammengestellt, welches am Sonnabend, den 21. d. Mts., im Saale des Gesellschaftsvereines zum ersten Male zum Vortrag gelangen wird; es unterliegt keinem Zweifel, daß der berühmte Rezitator auch diesmal in Gießen herzlich willkommen geh eißen wird. ]-[ Am vergangenen Sonntag, den 15. November feierte der Turnverein Großenlinden bei zahlEinwohnerschaft die Weihe der neuerbauten Turnhalle. Im Frühjahr d. Js. begannen, unterstützt vom Ortsborstand unter wackerer Leitung des Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Herrn Leun, wuchs der schöne nußbringende Bau zur Freude aller, welche ein offenes lesenes Programm lag der Weihe zu Grunde. Die Auge für das Ziel der Turneret befizen. Ein auserWeiherede hielt Herr Lehrer Bach von Großenlinden, worauf der Gaubertreter Helm- Gießen den Nußen einer Turnhalle in turnerischer Hinsicht beleuchtete, den Verein Großlinden zu dem prächtigen Bau beglückwünschte und dem Ortsvorstand Dank wußte, daß er der guten Sache seine Hilfe in so reichem Maße spendete und brachte ein Hoch, auf die Turnsache ein Gut Heil aus. hierauf sprachen noch einzelne Vertreter der auswärtigen Turnvereine, beglückwünschten die Turner Großenlindens und ganz besonders darüber, daß sie einem Landverein angehören, die erſten ſeien, die eine Turnhalle erbaut haben. Mit Musik und Gesangsvorträgen verlief die Turnhalleneinweihung in recht gehobener und würdiger Weise. ** Idioten- Anstalt Grünberg. Wie wir hören, ist die Kreisverwaltung Gießen dies m Projekt nicht geneigt, genannte Verwaltung soll abgeneigt sein, den Kostenzuschuß von 75 000 Mt. zu leisten. ** Kohlenfunde. In einer Tiefe von 22 Meter unter Tag wurden von einer Firma in Grünberg zwischen Hellstein und Bierstein Glanzblätter Kohlen gefunden. Die erste Schicht hat eine Mächtigkeit von 1 Meter, die Kohlenraden befindet sich eine Schicht Sand. Soweit bis zweite eine Mächtigkeit von 2 Metern, zwischen beiden ißt festgestellt, erstrecken sich die Kohlenschichten in einer Länge von 11 Stunden. Es ist die beste Hoffnung vorhanden, daß noch mehr Ablagerungen gefunden werden. Jedenfalls ist dem Unternehmen der beste Erfolg zu wünschen, tieren, sondern auch die ganze dortige Bevölkerung wird da es ja nicht die Unternehmer allein sind die davon profi Nußen und Gewinn davon haben. ** Der Vogelsberger Geflügel- und Vogel. zuchtverein hält am Sonntag, den 22. November, in Grünberg im Wilden Mann" eine Generalversammlung ab. Herr Södler- Nieder- Gemünden hält einen Vortrag über den jetzigen Stand der Geflügelzucht. Am Schluß der Versammlung findet eine Gratisverlosung statt. ** Fruchtlagerhäuser, welche zu bauen von einem Herrn in Grünberg vor einigen Jahren angerect wurden, sollen nun doch in Oberhessen gebaut werden. Es sind etwa 4-5 solcher Lagerhäuser geplant und zwar sollen diese Gebäude, die für die landwirtschaftliche Bevölkerung von großem Werte, in Gießen( wunderbarer Weise soll in Gießen, daß weniger Landwirtschaft betreibende Bevölkerung hat als unsere Landstädte in Oberhessen, das größte Lagerhaus erhalten), in Grünberg, Hungen oder Lich und in Lauterbach oder Alsfeld errichtet werden. + Lüzellinden, 15. Nov. Der Schulhausneubau ist im Rohbau vollendet. Das Gebäude enthält drei Klassensäle and soll bis Herbst 1904 bezogen werden. ** Mücke, 16. Nov. Die hiesige Holz- Industrie ist gegenwärtig im regen Geschäftsbetrieb, selbst die Fabriken sind außerordentlich gut mit Arbeit vers hen; so wurden u. a. in der Filiale Bierstein, welche mit Zimmerarbeiten sehr viel in Auspruch genommen ist, jeßt Räumlichkeiten geschaffen, um auch im Winter den Betrieb für die Zimmerarbeiten, der früher im Winter ruhte, aufrecht erhalten zu können. Ein erfreuliches Zeichen für den Aufschwung der Mücker Holzindustrie und eine vollkommene Arbeitsgelegenheit für die arbeitende Bevölkerung, der es gerade im Winter sehr oft an Arbeitsgelegenheit fehlt. Schotten, 15. Nov. In dem benachbarten Ulfa treten die Masern derart auf, daß die Schule geschlossen werden mußte. Der Kriegerverein Ulfa beschloß die Errichtung eines Kriegerdenkmals. *** Marburg, 15. Nov. Die hiesigen öffentlichen Wahlen haben die Eigenschaft, stets einen gewissen interessan= ten Charakter zu tragen. So war es bei der Reichstagswahl, wo hier der einzige und erste Nationalsoziale gewählt wurde, so war es bei der Landtagswahl, wo Konservative und Bund der Landwirte sich scharf gegenüberstanden, und so wird es bei den Stadtverordneten- Ergänzungswahlen demnächst auch wieder sein. Der Bürgerverein und die vereinigten Innungen hatten den Möbeltransporteur A. Heppe als Kandidaten aufgestellt, worauf die Rathauspartei( eine Anzahl Stadtverordneten) beschloß, ihn gleichfalls auf ihre Vorschlagsliste zu ſeßen. Hierauf erklärte der Oberbürgermeister auf sein Ehrenwort, wenn Heppe auf dem Rathauszettel bleibe und gewählt würde, würde er sein Amt niederlegen und die Stadt verlassen. Wenn Heppe vom Rathauszettel verschwinde, aber doch gewöhlt würde, würde er freilich auch sein Amt niederlegen, aber wenigstens am Drt verbleiben. Es waren nun Anstrengungen gemacht worden, Heppe zur Aufgabe seiner Kandidatur zu veranlassen, weil die Stadt sonst die eminente Arbeitskraft des Oberbürgermeisters verliere und einen neuen Oberbürgermeister mit mindestens 10 000 Mt. Gehalt an** Auch die Gießener Freiwillige Feuerstellen müsse, während sie dem jezigen seinen vollen Gehalt als we hr beabsichtigt, der Sanitätsfolonne vom Roten Kreuz beizutreten und innerhalb des Korps eine Anzahl Leute ausPension weiter zahlen müsse. Heppe ersuchte deshalb seine Anhänger, von seiner Kandidatur abzusehen. Dennoch beschlossen diese, ihn aufzustellen, weil man in dem Verfahren des Oberbürgermeisters eine Beschränkung der Wahlfreiheit erblicke. Der Grund für das Widerstreben des Oberbürgermeisters gegen die Wahl Heppes liegt darin, daß letzterer mehrmals die Fastnachtszeit dazu benußte, die Stadtverwaltung in allerdings urwüchsiger Art anzuulten, wobei die Person des Oberbürgermeisters indirekt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man ist auf den Ausgang der Sache gespannt. Hess. Löztg. Nationalliberalen Vereins beschloß einstimmig, den national(:) Frankfurt a. M., 16. Nov. Der Ausschuß des liberalen Wahlmännern zu empfehlen, der am 20. November stattfindenden Abgeordnetenwahl fernzubleiben. Verein vom Roten Kreuz 1000 Mark und der Bar außer § Darmstadt, 16. Nov. Die Barin hat dem hessischen den 5000 Mart, die er dem Bürgermeister von Darmstadt für die Armen dieser Stadt gab, noch 5000 Mart an den Staatsminister Rothe zu wohltätigen Zwecken übergeben. Schlierbacher Steingutfabrik dauert noch fort. Es wäre Wächtersbach, 16. Nov. Der Ausstand in der allerdings den Ausständigen zu raten, nachzugeben, denn der zur Zwangsversteigerung stehenden Steingutfabrit in wie man hört, hatte sich eine größere Anzahl von Arbeitern Staffel, die bereits teilweise entlassen wurden, während andere am Samstag gekündigt wurden, an die Schlierbacher Fabrik um Arbeit gewendet. 22 Jahre alte Töchterchen des Mezgers Dümig von seinem *** Aus Franken, 16. Nov. In Faulbach wurde das 4 Jahr alten Schwesterchen in einen mit kochendem Wasser angefüllten Rübel gestoßen. Das Kind starb alsbald an den Brandwunden. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. - Gießen 13. November 1903. Dem Schreiner Emil H. von Gießen legt die AngeLaft. Da die Ehefrau des Angeklagten das Beugnis vers klagte Beleidigung, Bedrohung und Körperverlegung zur weigert, so fann die nach der Anklage vorgelegene schwere Beleidigung und die Bedrohung leider keine Sühne finden; dagegen wird die Körperverlegung als erwiesen angenommen und erhält dafür der Angeklagte eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen. Auf der Anklagebant nehmen sodann Blaz die Kaufmannsgehülfen Georg T. und D. D. von Gießen. Die Anklage legt ihnen Körperverlegung zur Last. T. leugnet geschlagen zu haben. Die Beweisaufnahme ergibt, daß er mit einem Schirm draufgeschlagen hat, um dem D. beizustehen. Hierzu lag aber kein Grund vor, denn D. hatte ganz grundlos einen Fremden angerempelt und ließ auch noch nicht ab, als er eine wohlverdiente Dhrfeige erhalten hatte, suchte den Herrn vielmehr noch zu Boden zu reißen. Das Gericht beurteilt die Handlungsweise der Angeklagten milde und verurteilt jeden derselben zu einer Geldstrafe von 15 Mt. event. 3 Tage Gefängnis. Den Schluß bildeten 3 Privatflagen wegen Beleidigung. Marktberichte. Gießen. 17. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmarit tosteten Butter per Bfb. 1.00-1.15 Mt., Hühnereter 2 Stück 16-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 fg., Tauben per Baar WY. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. fb. 50-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.00 5.50 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 429 Ochsen, 45 Bullen, 739 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 249 Kälber, 364 Schafe und Hämmel, 1248 Schweine. Aus Desterreich 188 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 73-75, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mr. 68 bis 70, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 63-66, d) gering genährte jeden Altecs Mt.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mr. 66-68, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 62-65, c) gering genährte Mt.-, Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 65--67, b) voll fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 61-63, c) ältere ausgemäſtete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 51-53, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Maſt) und e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.-, beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 83-85 Pfg.( Lebendgewicht) 52-54 Pfg., b) mittlere Maft- und gute Saugfälker( Schlachtge= wich) 75-77 fg.,( Lebendgewicht) 45-47 Bfg., c) geringe Sauge fälber 61-64 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Freſſer) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbämmel 66-68 Pfg., b) ältere Masthämmel 56-58 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 56 Pfg.,( Lebendgewicht) 44 Bfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 55 Big,( Lebendgewicht) 43 Big. 2) gering ent widelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 46-48 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herkunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Matt geräumt. Frankfurt a. M., 16. November. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.20-16.30, kurhessischer Mt. 16.30-16.40, norddeutsch. Mr. 16.40 b 16.50, Ransas Mr. 17.60-18.20, Roggen, hiesiger Mt. 13.25 bis 13.50, russischer Mt. 14.25-14.60. Amerikaner Mt. 14.50 bis 14.75, Gerfte, hiesige Mt. 15.30 bis 15.60, Pfälzer, Mt. 16.20 bis 16.40, fränkische Mt. 15.80, Riedgerſte Mt. 16.10 bis 16 40, ungarische Mt. 17.50-18.50. Safer, hiesiger Mt. 13.10-13.75, furbi8 hessischer Mt. 13.00-13 75, Württemberger Mr. bayerischer Mr. 13.25-13.75, russischer Mt. 13.25-14.75, Mais Mixed Mt. 12.10-12.30, La Plata Mt. 11.50-12.10, weißer Mais Mt. 12.25-12.40, ruffischer Mr. 13.50-13.70. Alles pro 100 Kilo ab hier. Albin lein; Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: für das Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaa": r. Oppermann, Bazar zum Besten der Aliceschule Giessen. am 8., 9. und 10. Dezember im ,, Neuen Saalbau". Anfang 4 Uhr nachmittags Eintrittsgeld für jeden der drei Tage 50 Pfg. Krieger- Verein Gießen. Wir richten hierdurch an unsere Mitglieder die Aufforderung, der neu gegründeten Sanitätsfolonne beizutreten. Es ist unsere Pflicht, unserem Vaterland zu dienen, wo wir können. Alle, welche nicht mehr die Waffe führen, können dieser Pflicht in bester und nützlichster Weise durch ihren Beitritt zu der Kolonne ge= nügen, welche dem Dienste leidender Mitmenschen auf den Schlachtfeldern und bei Unglücksfällen gewidmet ist. Die erste Unterrichtsstunde findet Sonntag, den - Versteigerung. Ende 12 Uhr. Bekanntmachung. Stadt- Theater Mittwoch, den 18. Nov. Betr.: Ernennung von Feuerbisitatoren im Kreis Gießen Gießen. Direktion: Steingoetter. Donnerstag, 19. November Außer Abonnement: Einmaliges Gastspiel der interDirektion: Melanie Dorny. nationalen ,, Machtasyl" Tournee. Nachtasyl. in 4 Aften von Marim Gorky Scenen aus den Tiefen des Lebeng feinster werden hersteigert: Nachdem der Feuervisitator Keßler in Annerod 1) Nachm. 2 Uhr im Mieter'schen Befreiung von den Dienstgeschäften eines Feuerbifitato Saale: Sofas, Kommoden, für die Stadt Gießen nachgesucht hat, ist die Neu Kleider- und Glasschränke, bestellung eines Feuerbisitators für die Stadt Gieße Sekretär, 1 Regulator, eine erforderlich geworden. Nähmaschine, 1 Tish. 1 aold. Maurermetst er aus Gießen oder der nähern Uhrfette 20 Mille Zigaretten, Umgebung der Stadt, welche sich um Uebertragung dieje 2 Fak Wein u. b. a. 2 Granatarmbänder. 3 Baar aoldne Manschettenknöpfe, Paar gold. Ohrringe, 2 gold. 2) Nachm. 3 Ube in meiner Stelle bewerben wollen, haben ihre Gesuche unter A Amtoftube. Bahnhofstr. 48: schluß von Zeugnissen über etwaige bestandene Pri ungen und seitherige Beschäftigung bis zum 1. Dezem ber 1. Js. bei uns einzureichen. Gießen, den 10. November 1903. Großherzogliches Streisamt Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Holstetten, 2 Double- HerrenKetten, 1 goth. Medaillon. Die Sachen sub 2 fönnen vor= her besichtigt werden. Getkler, erichtsvollzieher, Gieken 22. November d. Js., sachm. von 4 bis 6 Uhr in Lebertran bizinal Fleischverdingung. der Turnhalle der Stadtmädchenschule, Westanlage, empfiehlt Emil Fischach. statt und werden dort Anmeldungen entgegengenommen. Der Vorstand. Café Leib, Giessen. Inh. Jakob Noll. Mittwoch, den 18. November d. J6.. Vormittags von 9 Uhr an Wellfleisch mit Krant. Nachmittags von 6 Uhr an Metzelsuppe. Große humoristische Abendunterhaltung. Unsere Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, mit eigenem Instrumentarium und von der Privatpraxis vollständig getrennt, steht unter Leitung eines Assistenten und ist Wochentags von 1-3 Uhr unentgeltlich geöffnet. Giessen, Schwalm, Zahn- Arzt. Bahnhofstrasse 63.( an der Wieseckbrücke.) Fechtverband Gießen- Lahr ( Wohlthätigkeitsverein). Lagt Beschluß der General Verfammlung sollen an hiesige Stadts arme Kohlen und Brod zur Verteilung kommen. Bedürftige wollen gefl. schriftliche Meldungen an den 1. Vorsitzenden Herrn J. Weifel, Sonnenstr. 6 bis zum Sonntag den 22. d. M. einreichen. Der Vorstand. Meine gebrannten Kaffee's O erfreuen sich groker Beliebtheit, auf meine neuen Mischungen mache ich besonders aufmerksam. Emil Fischbach, Gießen. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 8 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Reizend E erscheinen alle, die eine za te weiße Haut, rosigen jugendfrischen Teint u. ein Gesicht ohne Sommersprossen u. Hautusreinigkeiten haben, daher gebrauchen Sie nur: Radebeuler Lilienmilch- Seife Schußmarfe: Steckenpferd". à Stüd 50 Bfg. ett bet; Adolf Bieler, Gießen Victoria- Drogerie Marttirane 5. Extrafeiner Am 1. Dezember 1903, vorm. 10 Uhr, wird im diesseitigen Ge= schäftszimmer. Kaferne 1 der Be= darf an Fleisch und Wurstwaren für die Garnison Gießen auf die Reit vom 1. Januar bis 30. Juni 1904 verdungen. Die Lieferuna8= bedingungen liegen im Geschäfts= zimmer aus, diefelben können auch aegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden Schriftliche und versiegelte Angebote sind im Geschäftszimmer vor Beginn des Termins mit der Muffchrift Angebote auf Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" bersehen, abzugeb n. Garnison Verwaltung. Bu vermieten Herrn Pfarrer Scheunemann leer gewordene Wohnuna Bekanntmachung. Die städtische Laswaage am Neustädtertor i wieder hergestellt und in Benutzung genommen. Gießen, 16. November 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Aus der Stiftung des Gemeinderatsmitglied Louis Labroisse ist im Januar t. Js. Brennmaterial an arme Familien zu vergeben. Bewerbungen werden auf dem Bureau des Armen amts, Neuen- Bäue Nr. 25, bis zum 28. d. Mts. ent gegen genommen. Gießen, den 17. November 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. 888 Aus den Zinsen der Friedrich Heyer von Rosen feldschen Stiftung sollen am Todestag des Stifters 21. Dezember 67 Mt. 20 Pfg. an solche evangelische Die durch den Wegzua des würdige Stadtarme verteilt werden, welche selbst in Gießen geboren sind, und deren Eltern und Groß eltern ebenfalls hier zur Welt kamen und daselbst das Bürgerrecht inne haben oder hatten. Anmeldungen zum Bezuge dieser Zinsen sind auf dem Armenant, Neuen bäue 25 bis zum 30. November d. J. zu erstatten. Gießen, den 9. Rovember 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Aliceftraße 12 unterer Stoc, 8 Zimmer mit allem Zubehör, ist sofort anderweitig zu vermieten. 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Lebensdauer Mr. 210 he Familienz