italt Oberb ijefartoffeln en in den auf dem mit der A Provinzial Gröffnungs einzureiden ial- Siechenant en. keller an u. höher. er Güte. elwein, tene Weine Schäfer. rgerichteten Saal ende Erinnerung. Nr. 244. Zweites Blatt. bonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., n's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bejogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheifische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Samstag, den 17. Oftober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie gang Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfg. forift 15 Bfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Rebattion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Hus der Reichshauptstadt. - Wandelbilder von Spectator. „ Schlecht weht der Wind, der keinen Vorteil bringt."( Shakespeare.) Sicherlich, der Wind weht schlecht, der jetzt im Tiergarten mit den gelben, grauen und braunen Blättern spielt; denn er hat uns den Herbst gebracht. Er reißt an den Aesten der Buchen, Kastanien und Eichen und ruht nicht eher, bis das arme Blatt, das ja über die Jugendfrische hinaus ist, abfällt und hilflos mit den dicken Spazen um die Wette durch Gasthau! die feuchte Luft flattert. Und selbst jenen Blättern, die sich Zum* in eine Regenpfüße, wo sie fest kleben, oder auf einen Fußweg geflüchtet haben, wo sie von denselben Menschen, die Sten sich noch vor wenigen Monaten an ihrem blühenden Aussehen erfreut hatten, in den Sand getreten werden, selbst jenen Aermsten stört der Herbstwind die Grabesruhe, bis sie die holden Tiergarten- Nymphen, die einst auch ihre Jugend bewacht, mit Besen und Schaufeln in ein Massengrab befördern. Hier und da sehen die Spaziergänger schon ein graues Astgerippe, das sich ganz entblättert vom helleren Grau des bewölkten Himmels abhebt, und wessen Nase vom obligaten Herbstschnupfen noch nicht ganz außer Betrieb gesett ist, der wittert bereits Schneewehen in der Luft. Lollar. feffere un einf Login zimmer Ausschar bon Münchne u. Aktin Bier. Franzöfif Lollar. Billard. richt se Die lustigen Kleinen aber blicken ungeduldig auf die graue Fläche des Neuen Sees, ob sich noch immer nicht die Spur der fünftigen Eisdecke zeigt, auf der sie dann mit Fräulein" Schlittschuh laufen dürfen. Sie kennen nicht die Uebergangszeiten in der Eile, mit der sie vom Sommer in den Winter, vom Winter in den Sommer vorwärts stürmen; erst der Erwachsenen und Alten erschließt sich die düstere Poesie des Herbstes, ihnen, die das Abschiednehmen schon zu oft batten üben müssen und darum gern dem Zeitenrade in die Speichen fallen möchten, wenn ſie könnten. Leider läßt aber der alte Chronos nicht mit sich scherzen, und dem berüchtigten, alles benagenden Zahn der Zeit ist kein sterblicher Zahnarzt gervachsen. Der Herbst ist da. Aus feuchten Augen, aus schnupfengeröteten Nasen leuchtet es: Der Herbst ist da. Die sorgende Hausfrau durchsieht kopfschüttelnd die Taschentüchervorräte, Oktober sabem beliebten Rezept:„ Staltes Blut und warm her in meiner Wohn angezogen" zählt sie die Socken ihrer Lieben. Der Jüng ling grüßt seinen Schneider freundlicher denn je, und durch das Gemüt des Hausvaters geht ein Ahnen von hohen Rohlen- und Gasrechnungen. Andere wieder gehen„ bei Beten", wie man hier die Leihhäuser nennt, um dort ein rührendes Wiedersehen mit dem Winter- Ueberzieher zu and Fechtlehre feiern, der in dieser Sommerfrische an gutem Aussehen nicht newonnen hat. Roese RA Deuzeit utz. Mit dem Herbst wird das Großstadtleben lebhafter und intensiver. Wie die einzelnen Menschen bei der Kälte schneller gehen, so scheint sich der Großstadtverkehr durch ein schärferes Tempo in der falten Jahreszeit erwärmen zu wollen. Der Winter, der die Jahreszeit der gesteigerten Arbeit und des gesteigerten Vergnügens ist, erhöht den Glanz und vertieft die Schatten. Wie das Wasser des Müggelsees, der in seinem bekannten Größenwahn hinter feinem Ozean zurückbleiben will und sich jüngst sogar zu einer Wasserhose„ aufschwang“, treibt der Herbstwind auch die Wogen des Berliner Verkehrs, und mancherlei wird von der Brandung an das Ufer geschleudert; viel Glanzvolles und viel Elend wird da ans Tageslicht befördert und versetzt die Menschen in Staunen und Schrecken. Man hört einerseits von den erfolgreichen elektrischen Schnellbahnversuchen, von einer Schnelligkeit, die eine chrbare Dampflokomotive nicht in ihren fühnsten Träumen riskieren würde; eifrig wird der Plan zu einem Riesenmusikpalast ventiliert, um dem empfindlichen winterlichen Musikmangel bei uns abzuhelfen; denn man muß zugeben, daß ungefähr zwanzig Konzerte in der Woche den bescheidensten Ansprüchen der Konzert- Unternehmer nicht genügen. Bläße und des Tiergartens; nach dem Wagner- Denkmal ist ohne jegliche Nahi Mehr und mehr Tenkmäler verdrängen das Grün der hängen oder Um inzwischen die nackte Figur eines gewissen Herkules der lofer Siz. Hölze da durch ein bfallen. und stilgerechte sie ihm nachsagen, er sei der natürliche Sohn eines sehr hohen Völzing baille Paris 1900 U. Würze wärmenden Hülle beraubt worden; dabei fennt kein Mensch die Verdienste dieses Mannes um die Stadt Berlin; böse Zungen aber sprechen von einer„, diskreten Geburt", indem Herrn, eines gewissen Zeus. Ich miẞgönne dem sonst ganz sympathischen Herkules diese Ehrung sicherlich nicht; aber es berührt all diesen Herrlichkeiten gegenüber( gelinde ge= sagt) peinlich, wenn man gleichzeitig von grauenerregenden Ruständen hört, die in einem hiesigen Krankenhaus herrschen. Kurz vor der Enthüllung der Denkmäler für Kaiser und Kaiserin Friedrich erfährt man, daß in dem städtischen Kinderkrankenhaus, das den Namen dieses edlen Herrscherbei L. Kalkhol Paares trägt, täglich viele schwerfranke Kinder zurückgewiesen e, Westanlage 5. werden müssen, weil das Haus überfüllt ist. Kinder mit ansteckenden Krankheiten müssen mit anderen tieinen Patienten huldete Schwäge in demselben Pavillon, oft sogar in demselben Raum unterBollut. fämil. Genebracht werden. Noch trauriger aber ist die Zurüdweisung nth. behand. fiche der mit ansteckenden und anderen schweren Krankheiten be ger pratt Erfahrung mburg, Geilerfte. 27 Stelle fucht, berl. bi brieflich Kanze npost' Glingen basteten Rinder der Armen; denn man muß bedenken, daß viele Patienten, die in ihrem eigenen elenden Heim unreit bar verloren sein würden, durch die Pflege und die bvaiznischen Einrichtungen im Krankenhause allein dem Zeber erhalten bleiben; der Verbreitung der ansteckenden Krankheiten aber wird durch die Nichtaufnahme von Batienten in den Krankenhäusern in verhängnisvoller Weise Vorschub geleistet. Wie sind solche Verhältnisse in einer esenstadt, die sich so gern ihre glänzenden sanitären Einrichtungen rühmen läßt, zu erklären? Man höre: Die Stadt Berlin ut fein Geld! Den Aufwand von achthundertfünfzigtauſend Dark, den eine Erweiterung des erwähnten Instituts nach einem Voranschlage beanspruchen würde, fann sich die Reichshauptstadt nicht leisten! Selbst wenn die 228 Millionen- Anleihe genehmigi ist, hat das Krankenhaus noch nichts für sich zu hoffen, da, wie es im Magistratsbescheide heißt, ein Posten hierfür nicht eingestellt ist". Naive Gemüter toerden nun fragen: Warum nicht? Warum hat man zu diesem nicht ganz unwichtigen Zwecke die Anleihe nicht einfach in einen 229 Millionen- Pump umgewandelt, als es noch Zeit dazu war? Ich muß gestehen, daß ich keine Antwort auf diese Frage weiß. Das eine aber weiß ich, daß diese Unterlassungssünde besonders im Winter fürchterliche Folgen haben kann, in der Jahreszeit, die Hunger, Krankheit und Wohnungsnot, diese Beiniger der Armen und Aermsten, immer verSchärft. Vermischtes. [ Schwarze Theologen.] Zwei schwarze Studenten sind soeben an der Berliner Universität als Theologen immatrifuliert worden. Der eine, Richard R. Wright, der Sohn des Präsidenten des Staatskollegs zu Cuthbert in Georgia, ist bereits Baccalaureus der Theologie, der andere, Thomas B. Lillard aus Maryville( Tennessee), hat zuletzt das Hartford Theological Seminary besucht. A[ Die goldene Hochzeit im Armenhausel feierte in Pankow das Ehepaar Grau. Der Goldbräutigam ist 78, seine getreue Lebensgefährtin 79 Jahre alt. Die Mitinsassen des Armenhauses hatten zusammengesteuert, um das Jubelpaar mit goldenen Zweigen zu schmücken. Die Gemeinde Pankow schickte den beiden alten Leutchen den Hochzeitsstaat, einen Gänsebraten mit Zubehör zum Festschmaus und außerdem ein Bargeschenk von 50 Mart. Mutter Grau war tief gerührt über diese Beweise privater und behördlicher Teilnahme. Sie dachte nur, wie sie sagte, wenn ihre Tochter und Enkel aus Berlin kämen, einen Napfkuchen aufzuschneiden und nun das festliche Mahl! Noch erstaunter und gerührter aber war die gute Alte, als vor der Tür des Armenhauses eine wirkliche Brautfutsche mit zwei stattlichen Schimmeln hielt, die sie und ihren armen und an diesem Tag doch so reichen und glücklichen Mann zur Kirche fuhren, recht wie eine Prinzessin. Märchentraum im Armenhaus! *[ Wettdichten im Laufschritt.] Nach dem Wettgehen der Angestellten der Warenhäuser und der Modebazare will man in Paris ein nicht minder sensationelles Wettgehen veranstalten: den Wettmarsch der„ Chansonniers", der Liederdichter vom Montmartre. Die Chansonniers" wollen, obwohl sie ja gewöhnlich auf dem bekannten Flügelroß die Welt durcheilen, den Parisern zeigen, daß sie auch den Fuß oder wenn man will die Vorderfüße heben und Kilometer ebenso leicht verschlingen" können, wie die zahllosen„ Bocks", die sie sich täglich zu Gemüt führen. Um ihrem Wettgehen einen größeren Reiz zu verleihen, wollen sie zugleich auch mettdichten. Die sich an dem Wettbewerb beteiligenden Herren und Damen müssen auf dem Wege von Montmartre nach Saint- Cloud( und zurück) ein Lied dichten, dessen Sujet" ihnen beim Ausmarsch gegeben werden wird. Als Preise sind außer Kunstgegenständen und Geldmünzen auch Lebensmittel festgesetzt, wahrscheinlich, damit sich die„ Chansonniers" einmal satt essen können. *[ Das erste Plaidoyer des ersten holländischen weiblichen Rechtsanwalts] hat im Haag allgemeine Sensation hervorgerufen, trotzdem es sich um eine höchst einfache Rechtssache handelte. Ein geistig etwas zurückgebliebener Bursche von 18 Jahren soll seinem Prinzipal Banknoten gestohlen haben. Er hatte sich zunächst als schuldig bekannt ,,, denn," sage er, der Prinzipal und seine Frau haben mir gedroht, und ins Gefängnis komme ich doch, da hilft alles nichts!" Vom Gericht in Middelburg kam die Angelegenheit vor die höhere Instanz nach dem Haag und sehr viele Damen und Herren, aber merkwürdig wenige Anwälte hatten sich eingefunden, um Fräulein Dr. van Dorp den Beklagten verteidigen zu hören. Die Dame sah recht hübsch aus im Talar mit ihrem frischen, jugendlichen Gesichtchen und dem braunen bellen Haar. Sie benahm sich ungezwungen und bescheiden, selbst als der Staatsanwalt Dr. Reitsma eine arge Unschicklichkeit beging. Statt nämlich bei der Sache zu bleiben, begann er seine Rede mit einer scharfen Polemik gegen die Neuerung, daß sich die Frauen jetzt auch dem Anwaltsberuf 31: wenden. Als ob dafür ein Bedürfnis vorläge, da es doch schon genug männliche Anwälte gebe.„ Mejouffrouw de Advokaat" aber, wie der Vorsitzende Fräulein Dr. van Dorp anredete, hielt eine tadellose, klare, juristische Rede, die sich mit nichts anderem beschäftigte, als mit dem Fall, den sie zu verteidigen hatte. Sie gina mit feinem Wert auf die Unhöflichkeiten ihres Widersachers ein, und sie hat ihm hiermit die beste Antwort gegeben. Ob ihre Rede Eindruck auf den Gerichtshof gemacht hat, muß allerdings abgewartet werden, da das Urteil erst in acht Tagen gefällt wird. [ Das Verbrecherheer Newyorks ist nach einer statistischen Aufstellung, die soeben veröffentlicht wurde, für das Budget der Stadt eine ungeheure Belastung. Die Unterhaltung der fast 35 000 Verbrecher legt auf den Kopf der Einwohner durchschnittlich etwa 10 Dollars Unterhaltungskosten, während für Erziehung, Reinigung der Straßen, Feuerwehr, Bibliothek, Parkanlagen und Sanitätsvorrichtungen zusammen viel weniger ausgegeben wird. Die Polizei allein kostet der Stadt mehr als 11 Millionen Dollars jährlich, und es sind hierzu 7000 Personen angestellt. Alljährlich erfolgen fast 100 000 Arretierungen, und fast 10 000 Verbrecher werden in Gefängnissen unterhalten. Außerdem werden jährlich 5 Millionen Dollars an Geld und Geldeswert gestohlen und 2 Millionen an Eigentum und durch Brandstiftung zerstört. Außer dem Polizeipersonal gibt es noch 2000 Nachtwächter und Hunderte von Privatdetektivs. 1 Million Dollars wird für Verbrechen bekämpfende Gesellschaften ausgegeben, 4 Millionen für Geldschränke, 3 Millionen für Advokatenkosten, 1 Million für Schlösser und mehrere Millionen außerdem für andere Schutzmittel. ** Der Taler kommt wieder wenn auch nur vorübergehend. Dem Mangel an Silbergeld nämlich, der zu leb haften Klagen Anlaß gibt, wird durch eine teilweise Wiederausgabe der in der Einziehung begriffenen Talerstücke Rechnung getragen werden. Nach dem Münzgesetz soll der Höchstbetrag an Reichssilbermünzen 15 Mark auf den Kopf der Bevölkerung betragen. Deshalb werden die Talerstücke zur Imprägung in Reichssilbermünzen eingezogen. Nun aber it die Einziehung der Taler doch schneller erfolgt, als der Ersatz in Reichssilbermünzen vor sich gehen konnte, so daß sich eben die Notwendigkeit ergibt, die Talerstücke vorläufig wieder in Umlauf zu setzen. Durch diese Wiederausgabe der Talerstücke wird dem augenblicklichen Mangel an ausreichender Silbermünze zwar abgeholfen, allein auch die Durchführung der Münzreform dadurch verzögert; denn erſt nach der vollendeten Einziehung der Taler, die trotz ihres Minderwerts an Silber immer noch den Charakter vollgiltiger Währungsmünze besitzen, wird die reine Goldwährung durchgeführt sein. A[ Trene Liebe.] Im Budapester Zellengefängnis fand unter eigenartigen Umständen eine Trauung statt. Die junge Tochter eines hochangesehenen Kaufmanns hatte sich in den berüchtigten Wechselfälscher und Schwindler Philipp Feldbauer kurz vor dessen letzter Verhaftung verliebt. Das verliebte Mädchen siechte nach Feldbauers Verurteilung zu einem Jahr Zuchthaus zusehends hin und die Aerzte gaben dem betrübten Vater den Rat, als einziges Heilmittel seine Zustimmung zu einer ehelichen Verbindung seiner Tochter mit dem Gauner zu geben. Um das Leben seiner geliebten Etelfa zu retten, willigte der Kaufmann ein. Auch im Justizministerium hatte man wegen der ärztlichen Gutachten Mitleid und erteilte die Bewilligung zur Trauung. In Be gleitung eines Gefängnisbeamten und eines Detektivs verließ Feldbauer seine Strafzelle und begab sich aufs Standesamt, wo seine Trauung mit Fräulein Etelka B. erfolgte. Nach der amtlichen Zeremonie ging das junge Paar ins Gefängnis zurück, vor dessen Türe der Abschied der Neuvermählten erfolgte. Am Nachmittag desselben Tages wurde der jungen Frau ein halbstündiger Besuch bei ihrem Gatten gestattet, dann schlossen sich für Feldbauer die Türen des Gefängnisses auf die Dauer eines Jahres. [ Schwer zu schlagender Rekord.] Herr Maximin Crappier, der dieser Tage in Cair, im französischen Departement Somme, im 90. Lebensjahre gestorben ist, hielt einen Rekord, den nur wenige Leute ihm hätten streitig machen können. Herr Crappier, der das älteste der zehn Kinder. seiner Eltern war und dessen im Jahr 1880 im 94. Lebensjahre gestorbene Mutter 144 Kinder, Enkel und Urenfel gehabt hatte, ist während seines Lebens 263mal Onkel geworden. Er hatte genau berechnet 160 Neffen und Nichten und 103 Großneffen und Großnichten. [ Einen Roman aus dem Kontobuchel eines Newyorker Geschäftsmannes teilt ein dortiges Blatt mit. 14 kleine Aufzeichnungen sind es, die eine ganze dramatisch bewegte Geschichte erzählen: 11. Septbr. Annonce( Eine Maschinenschreiberin gesucht) Wochenfalär( Vorschuß) an Miß Sweet. Toll. -, 30 13. " 14. " Befferer Office- Stuhl für Miß Swee: 6, 15. " Blumen für Miß Sweet. <-, 25 18. " 20. " American Beauty Rosen für Miß Sweet Wochenfalär 16, 22. " Bonbons für Miz Sweet 2,- 22. " Blumen für meine Frau 0,25 24. " Lunch mit Miß weet. 2,50 26. !! Hut für Miß Sweet 15,- 27. " Wochensalär 25,- 29. " 30. " 1 Theatermantel für meine Frau Theater und Souper mit Miß Sweet 9,- 85,- 30. " Seidenkleid für meine Schwiegermutter 55.30. Annonce( Eine Maschinenschreiberin reiferen " Alters gesucht). -, 30 96 [ Angeheitertes Rindvieh richtete dieser Tage im holländischen Dorfe Stölln allerlei Unheil an. Auf der dortigen Gutsbrennerei war aus Versehen Spiritus in die für das Vieh bestimmte Schlempe geraten, wodurch sich dieses einen Mordsrausch antrank. Die Kühe wirtschafteten darauf wie toll in dem Stall herum und konnten nicht gemolken werden. Noch ärger betrugen sich die vor die Pflüge gespannten Ochsen, welche wild mit denselben losstürmten und die Knechte mitschleiften, wodurch einige Verlegungen erlitten. Am nächsten Tage litt das gesamte Rindvieh sichtlich an einem großen Kazenjammer. Wenn der Berichterstatter aus Stölln nur nicht ein Schalk ist, der die bekannte Szene aus Moritz Buschs„ Die Partikularisten" in neuer Auflage verzapft hat. *[ Des Eiffelturmes Ende.] Der langjährige Stolz der Pariser, der ragende Eiffelturm, geht seinem Ende entgegen. Der städtische Ausschuß hat beschlossen, ihn im Jahre 1910, in dem die Konzession der Eiffelturmgesellschaft erlischt, entfernen zu lassen. Den Parisern geht der drohende Abschied von dem Riesenturme nahe. Man will ihn wenig. stens nicht zerstören lassen, und schlägt deshalb vor, der Staat solle ihn ankaufen, um ihn irgendwo an einer französischen Küste als riesenhaften Leuchtturm wieder zu er richten. Andere sprechen die Hoffnung aus, den ausgedienten Riesen an einen ausländischen Kapitalisten loszuschlagen. [ Ad oculos demonstriert.] Ein amüsantes Hiſtörchen erzählt man sich in Washington. Ein Offizier des dort vor Anker liegenden Kriegsschiffes„ Teras" war be. müht, einem frisch angeworbenen Matrosen die Maschinerie einer Sturzbad- Einrichtung zu erklären. Sehen Sie dieses Ventil?" fragte der Offizier.„ Sie müssen es immer erst öffnen, ehe Sie die Wasserhähne andrehen, denn sonst betommen Sie fein Wasser. Sie sehen, es ist jetzt geschlossen." -„ Ich verstehe, Sir," erwiderte der Matrose mit feierlicher Aufmerksamkeit. Um seine Worte zu illuſtrieren, trat der Offizier unter das Sturzbad und drehte beide Hähne auf. Jemand hatte aber offenbar das untere Ventil borher geöffnet gehabt, denn sowie der Offizier die Hähne angedreht hatte, flutete ein Schauerbad herab, das ihn bis auf die Haut durchnäßte. Der Matrose stand noch immer in strammer Haltung vor ihm, mit dem Ausdruck respektbollen Interesses in seinen Mienen. Ich glaube, ich verstche nun, wie die Maschinerie arbeitet, Sir," sagte er, ohne daß auch nur der Schatten eines Lächeln über seine Züge gehuscht wäre. Das Neuefte aus den Witzblättern. Malitiös.„ Wo ist denn Ihre Gattin?"" Die muß das Bett hüten!"" Ich dachte immer, das Bett darf nicht gepfändet werden!" Unverfroren. Bettler( nach reichlicher Speisung):„ Ach, entschuldigen Sie, Madam', aber ich merk' jetzt erst, daß mein Hunger vorhin eigentlich Durst war!" Zu viel verlangt.( Beim Rechtsanwalt.):„,... Wie, du willst dich nicht von mir scheiden lassen?!... Hugo, du haft mich nie geliebt!" Ein praktischer Arzt.„ Papa, der Arzt hat endlich das Zehnmarkstück gefunden, welches ich vorgestern verschluckt hatte!... Er hat's aber gleich behalten und mir die quittierte Rechnung mitgegeben!" Hyperbel. Sie: Moritz, hast de vielleicht e' Stecknadel bei dir?" Er: Wie haißt bin ich e' Warenhaus?" Von der Schmiere. Regisseur:„ Herr Direktor, heut sputt's mit' m Spiel'n! Uns're Anstands- Dame hat einen Mordsschwips!" ( Flieg. Blätter.) Modern. Gatte:„ Liebes Frauchen, den Kodak, den du dir wünschst, kann ich dir momentan nicht kaufen, so leid es mir tut!" Gattin:„ Ach, Alfred, ich wüßte schon einen Ausweg, ich habe bereits eine Annonce verfaßt:„ Waschmaschine wird gegen Kodak umzutauschen gesucht!" Seine Auffassung. Schwiegermutter: So, die Mitgift behalten Sie und meine Tochter schicken Sie einfach zurück ins Elternhaus!?"- Schwiegersohn:„ Na ja, ich hatte doch jeinerzeit in meinem Heiratsgesuch geschrieben: Nicht konbenierendes retour." Immer derselbe. schon so früh, Artur?" ansehen, Papa." ' ran." Professor:„ Wohin gehst du denn " Ich will mir den Sonnenaufgang ,, Na, dann geh' nur nicht so nahe ( Megg. H. Bl.) Humor des Auslandes.„ Der Dichter Krizler hat jetzt doppelt soviele Leser, wie früher." So? Wen hat er geheiratet?" Gärge Jeder Art stets am Lager. Schön'sche Särge jeder Art stets am Lager. Bau- und Möbelschreinerei Liebigstr. 65. GIESSEN. Liebigstr. 65. Im Eifer. Emanzipierte:„ Wenn die Emanzipation der Frau früher eingesetzt hätte, hätten die Taten Alexanders, Cäsars, Napoleons ebensogut von Frauen vollbracht verden können." ( Jugend.) Hus dem Gerichtssaal. Wegen Majestätsbeleidigung verurteilte die Leipziger Strafkammer nach mehrstündiger nichtöffentlicher Verhand lung den Redakteur der„ Leipziger Volkszeitung" Lüttich zu sechs, den Redakteur der Altenburger Volkszeitung" Hell mann zu drei und den Redakteur der Volkszeitung für das Muldental", Reichstagsabgeordneten Schöpflin, zu vier Mo naten Gefängnis. Der mitangeklagte Metteur Schmidt wurde freigesprochen. § Prozeß Eckmann- Heine. In München fand der bekannte Beleidigungsprozeß Eckmann- Heine einen versöhnlichen Ab. schluß. Der Simplizissimus- Zeichner Theodor Heine hatte, wie erinnerlich, s. 3t. öffentlich behauptet, daß die Familie Eckmann den Zeichner Hellmut Eckmann in eine Irrenanstalt interniert habe und dort festhalten lasse, trotzdem der junge Mann geistig vollkommen gesund sei. Heine erklärt jetzt, daß er sich inzwischen von der Geisteskrankheit Eckmanns überzeugt habe und seine Angriffe bedauere. Daraufhin kam es zu einem Vergleich zwischen den Parteien. Der Kaiferinfel- Prozess. CB. Berlin, 16. Oktober. Der Kaiserinsel- Prozeß beschäftigte heute in neuer Verhandlung die hiesige Straffammer. Den Untergrund der Anflage gegen die Redakteure Karl Leid und Julius Kaliski bildet bekanntlich die phantastische Erzählung von dem beabsichtigten Bau eines taiserlichen Zwingschlosses auf der Havelinsel Pichelswerder. Die Angeklagten hatten sich mit dem Ergebnis der Zeugenvernehmung in der letzten Verhandlung, das für sie niederschmetternd war, nicht beruhigt und nun noch den Chef des Militärkabinetts Grafen von Hülsen- Haeseler, den Chef des Zivilkabinetts Dr. v. Lucanus, den Hofmarschall der Kaiserin Frhrn. v. Mirbach, sowie verschiedene Herren aus deren Ressorts als Zeugen laden lassen. Alle erklären, daß sie von der Angelegenheit erst durch die Veröffentlichungen des Vorwärts" erfahren haben. Der Zeuge Eisner, Redakteur des„ Vorwärts", erklärt, daß die Veröffentlichung auf Grund eines dem Vorwärts" zugegangenen Aftenstücks erfolgt sei. Es sei ein vierseitiger Quartbogen gewesen, von dem die erste Seite bis auf den Rand und den Kopf ausgeschnitten war. Der Kopf lautete ,, Militärischer Begleiter Se. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen", dieses sei ausgestrichen und statt„ militärischer Begleiter" sei Hofmarschallamt" darunter geschrieben gewesen. Auf der dritten Seite des Bogens sei ein Teil eines in Stanzleischrift geschriebenen Briefes sichtbar gewesen; der Brief habe mitten im Sage begonnen. Der Inhalt war etwa folgender: Die Potsdamer Sache muß also vorläufig in der Schwebe bleiben. Was nun die Sicherheit für Se. Majestät betrifft, so ist Ihnen wohl vertraulich der Vorschlag zu unterbreiten, im Zuge der Döberizer Heerstraße auf der Insel Pichelswerder für die ganze kaiserliche Familie ein Schloß zu erbauen." Der Zeuge, dessen Vereidigung abgelehnt wird, weigert sich, den Gewährsmann zu nennen, der das Dokument überbracht habe. Der Staatsanwalt beantragt gegen Leid 9 Monate, gegen Kaliski 4 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof beschloß nach langer Beratung dem Antrage des Staatsanwalts gemäß. Der Fall Ries. + Oldenburg, 16. Oktober. An den Biertischen unserer sonst so stillen Stadt, die fernab von der politischen Heerstraße ein beschauliches Leben führt, ging es gestern Abend sehr erregt her. Der Sensationsprozeß gegen den Oberlehrer Dr. Ries wegen Beleidigung des Justizministers Ruhstrat hatte morgens begonnen, allerdings um gleich vertagt zu werden. Doch war auch das wenige, was verhandelt worden war, geeignet, neuen Zündstoff in die allgemeine Erregung hineinzutragen, die nun seit Wochen schon die Gemüter beherrscht. Die Verteidiger erklärten, daß sie den Gerichtshof wegen Befangenheit ablehnen müßten. Bezüglich eines der Richter wurde diesem Antrage auch stattgegeben. Nun quält sich die„ kochende Volksseele" mit allerlei geheimnisvollen Andeutungen über Beein flussungen von hoher Stelle. Es wird ja wohl nicht so schlimm sein, denn der oldenburgische Richterstand wird so gut wie der Kohlen von den beften Zechen, in anderen deutschen Staaten seine Unabhängigkeit zu wahren wissen, selbst wo es sich um den Herrn Justizminister in persona handelt. Allerdings darf nicht verkannt werden, daß der bisherige Verlauf der Dinge ganz dazu angetan ist, den Munkeleien einen gewissen Schein von Berech tigung zu geben. Vor allem wirft man den Vehörden graufame Härte gegen den Angeklagten vor, weil sie ihm nicht gestattet haben, seinen sterbenden Water noch einmal zu sehen. Der alte Mann ging hinüber, ohne den Trost, dem geliebten Sohn vor dem Scheiden von dieser Erde die Hand zum Abschied drücken zu können, trotzdem die Freunde des Dr. Rieß die anfänglich für dessen Haftentlassung geforderte Kaution von 5000 Mark aufgebracht und deponiert hatten. Im letzten Augenblick wurde seitens der Staatsanwaltschaft die Summe auf 10 000 Mark erhöht. Hierin will man die Hand des erzürnten Justizminiſters selbst erkennen. Sicher mit Unrecht, aber was wird schließlich nicht geglaubt, wenn einmal das Mißtrauen geweckt worden ist? Und die öffentliche Meinung in Oldenburg ist nun einmal im höchsten Grade mißtrauisch geworden, troßdem nach dem Erkenntnis des ersten Prozesses, der sich mit dieser Angelegenheit befaßte, gegen den Verleger des Residenzboten", Biermann, die Grundlosigkeit der gegen den Justizminister er. hobenen Anschuldigungen konstatiert sein sollte. Die Anflage gegen Ries wurde bekanntlich veranlaßt durch einen im Oldenburger Residenzboten erschienenen Artikel, in dem dem Oldenburgischen Justiz- und Kultusminister Ruhstrat borgeworfen wurde, er habe, als er noch Staatsanwalt war, sich am Hazardspiel beteiligt. Bei dieser Gegenheit habe er eine Gefälligkeit des Oberiehrers Früh angenommen und diesen dafür bei Besetzung der Diretiorstelle am Birken. felder Gyn.nasium protegiert. Der Artikel war anonym erschienen, indessen wurden bei einer Haussuchung Schrift proben gefunden, die die Staatsaracaltschaft öffentlich aushängen ließ, und durch diese, sowie durch die Herkunft des Artikels aus Jever wurde der Oberlehrer Dr. Gustav Ries der Autorschaft verdächtig. Ries wurde in einem Restaurant verhaftet. Ries und Biermann haben sich auch wegen Veröffentlichung geheimer Aftenstücke über den oldenburgischen Ministerwechsel im Jahre 1900 zu verantworten, und hier ist wieder ein geeigneter Punkt, wo das öffentliche Mißtrauen seinen Hebel einsetzen kann. Biermann veröffentlichte s. 3. im Residenzboten" den aufsehenerregenden Auszug aus den geheimen Staatsakten des Großherzogtums, die sich auf den bor zwei Jahren stattgefundenen Ministerwechsel bezogen und zugleich einen Rückschluß auf das zwischen dem Großherzog und seinen Ministern bestehende gespannte Verhältnis zuließen. Es ging u. a. daraus hervor, daß der Großherzog scharfe Randbemerkungen zu den Akten gemacht hatte, die nach der Ansicht des Residenzboten" ein anderes Ministerium zum Rücktritt veranlaßt haben würden. Auch dieses Dokument hatte Ries, der der Sohn eines Ministerialsekretärs ist, Biermann übermittelt. Da sich Nies in dieser Angelegenheit als vorzüglich unterrichtet erwies, so gibt es viele, die ihm auch in den übrigen Bunkten seiner Enthüllungen Glauben schenken. Am Justizminister wird es sein, diese„ Enthüllungen" als Märchen zu erweisen. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin@lein: Sokale, den„ Gerichts" un Def lichen Sprechsaal": Fr. Oppermant Drud und Berlag ber Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Zum Wachstum der Kinder. Es kann allen Eltern und Erziehern nicht oft genug vorgehalten werden, daß starke, erregende Getränke nicht nur auf das Nervensystem der Kinder von nach teiligster Wirkung sind, sondern daß sie auch das Wachstum der Kleinen hindern. Die meisten Eltern sind nun zwar so vernünftig, ihren Kindern Wein und Bier gänzlich borzuenthalten, dabei geben sie ihnen aber ruhig Bohnenkaffee und Tee zu trinken, die doch, wie wissenschaftlich festgestellt ist, gerade auf den zarten, noch in der Entwicklung begriffenen Körper schädlich einwirken. Es ist dagegen darauf hinzuweisen, daß wir in Kathreiners Malzkaffee ein sehr zweckmäßiges Ersatzmittel für Bohnenk ffee und Tee besigen, das den Kindern ausgezeichnet schmeckt und betommt. Bei Kathreiners Malzkaffee, mit Mild gekocht, gedeihen auch die jüngsten Sprossen ganz vorzüglich. prima heller, füßer Billige Seiden- Preise Mukkohlen, Anthracit, Traubenmost prima rheinische Briketts und Baks zu ben billigsten Breifen. 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