Nr. 218. Abonnement8prete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch die Poft bezogen viertels fährlia mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Donnerstag, den 17. September 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jaiertion pret 8s Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 fg. forft 15 Vig.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Big. Boftzeitungsliste No. 3969. Redaktion und Erpedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechanschluß Nr. 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bulgarien macht mobil! Das Sofioter Kabinett ist des trockenen Tons diploma tischer Noten nun satt; trotz des offenbaren Wahnwizes, den ein Krieg mit der Türkei bedeuten würde, rüstet Bulgarien offen zum Kriege. Aus Sofia wird berichtet: In einer Note an die Mächte erklärt Bulgarien unter besonderem Hinweis auf die Zunahme türkischer Rüstungen, daß, falls die Mächte der Ausrottung des bulgarischen Ele mentes in Mazedonien durch die Türket nicht Einhalt tun Bulgarien seinerseits die nötigen Maß. regeln treffen werde. Welchen Charakter diese Maß nahmen haben dürften, zeigt die Einberufung von sechs Klassen Reservisten zu dreiwöchentlicher lebungen im Bereiche der drei Divisionen Sofia, Philippopel und Sliven. Angeblich sollen die Reservisten zur Verſtärfung der Grenztruppen dienen, um den Uebertritt von Banden über die bulgarisch türfische Grenze zu verhindern Selbstverständlich ist das eine offenbare Finte: Die Reserven werden an die Grenze geschickt, um bei der Hand zu sein, wenn's los geht". Daß es losgehen soll, dafür spricht auch ein anderes Moment. Fürst Ferdinand, der sich solange nicht nach Sofia traute, weil er der Kriegslust der Bevölkerung nicht nach geben durfte und deshalb für seine Sicherheit fürchtete, hai jich plötzlich entschlossen, seinen Aufenthalt in Eurinograd, der bis zum Oktober dauern sollte, abzufürzen. Er will in wenigen Tagen in Sofia eintreffen. Man glaubt, wie aus Sofia berichtet wird, daß die Regierung dann„ einen ent scheidenden Schritt" tun werde, in gewöhnliches Deutsch über tragen heißt das: Bulgarien wird losschlagen, sobald der Fürst da ist. Ganz sicher ist das nun ja noch nicht: Wäre kein Zweifel meht daran, daß Bulgarien vont Leder zieht, so würde Ferdinand nicht noch ein paar Tage warten. Offenbat hängt die Entscheidung über Krieg und Frieden von den Greignissen der nächsten Tage ab. Den Sofioter Vertretern der Mächte scheint der Krieg höchst wahrscheinlich, ja un bermeidlich. Den Diplomaten in Sofia, Constantinopel und London gilt das Memorandum Bulgariens an die Großmächte, worin Bulgarien droht, selbst bewaffnet in Mazedonien einzugreifen, als unmittelbarer Vorläufer offener Feindseligkeiten. In London hat man eine eigenartige Erklärung dafür, daß Bulgarien trotz der Warnungen Rußlands losschlagen zu wollen scheint. Man bezichtigt Rußland des Doppelspiels: seine an Bulgarien gerichteten Warnungen seien nicht ernst gemeint gewesen; Rußland habe dem Sofioter Kabinett unter der Hand zu verstehen gegeben, es solle die Feindseligkeiten eröffnen, wenn es nun mal nicht anders wolle. Wozu diese russische Doppelzüngigkeit? Die Londoner Politik habe dafür eine einfache Erklärung. Rußlands Politik, sagt te, gehe dahin, Bulgarien zu isolieren, indent Rußland es ablehnic, den Mekeleien in Mazedonien ein Ende zu machen und die anderen Mächte veranlasse itntätig zu bleiben. Infolgedessen sei der türkisch bulgarische Krieg unvermeidlich, die Türken würden in Bulgarien eindringen und die bulgarische Armee schlagen. Dann würde Rußland erklären, sei unter dem Druck der öffentlichen Meinung gezwungen, jetne slavischen Brüder, die Bulgaren, vor Vernichtung zu tetten, und werde Bulgarien besetzen, um die Bevölkerung vor Ausrottung zu schüßen". Dann würde Bulgarien Rußland gehören und der Zar der tatsächliche Herr der Türkei in Europa werden. Fürst Ferdinand und eine Untertanen würden keine Wahl haben, als gehorsame Basallen des Zaren zu werden. Der britische Argwohn gegen Rußland ist wohl der Vater dieser Kombination." Wenn die russische Diplomatie tatsächlich einen solchen Plan verfolgte, wie er ihr hier unterstellt wird, so handelte sie sehr unflug. * Nene Attentatsgerüchte in Konstantinopel. Seit einigen Tagen sind in der türkischen Hauptstadt bermals Gerüchte über bevorstehende bulgarische Dynamitattentate verbreitet. In den letzten Tagen haben zahlreiche Verhaftungen von Bulgaren in Konſtantiopel und Umgebung und in den Wilajets stattgefunden. e türkischen Bulgaren sollen in ihre Heimat abgeschoben werden. Neulich Nacht versuchten drei Personen die Gasleitung nächst der französischen Botschaft in Pera zu zerstören; wis maan vermutet, in der Absicht, eine Gasexplosion herbeizuführen. Der Vorfall ist jedoch noch nicht aufgelärt. O diefe Akademiker! - Glossen zum sozialdemokratischen Parteitage. Dresden, 16. September. Der Feldzug der Doktrinäre, der alten, auf den Buchtaben eingeschworenen Orthodoren, gegen den jungen Nach Dachs, die Revisionisten, ist es, der unter der Flagge: Hütel Buch vor den Akademikern! die Verhandlungen im Trianon bisher ausfüllt. Der Strett um Mehring und die Frage, in welchen Blättern außer der Parteipresse ein Genosse sich usschreiben dürfe, ist nach Erklärung des Frankfurter Vertreters Dr. Quarck schließlich nichts weiter als klägliches Literatengezänt", und doch wohnt ihm eine tiefe sympto matische Bedeutung inne. Bebel und seine Anhänger empfin den die breite Kluft, die zwischen ihnen, den Männern , der schwieligen Faust", und den feingeistigen, mit allen Vorzügen der akademischen Kultur ausgestatteten Revisionisten klafft. Sie fürchten, die Macht über die Massen zu verlieren, wenn jene ihren abgeklärten Evolu tionismus in die Praxis umsetzen. Da sie infolge ihres starren Festhaltens an den alten Formen jenen nicht folgen wollen, vielleicht auch nicht können, so suchen sie sie als ein lebel der Partei hinzustellen und von ihren Rockschößen abzuschütteln. Die Akademiker fühlen deshalb naturgemäß großen Groll, und schreien über schwärzesten Undant. Ge spräche, die ich im Saale erhaschte die Herren machen ihrem Zorn unumwunden und vernehmlich Luft- lasser deutlich genug erkennen, daß die Afademiker gerade für sid in Anspruch nehmen, die Partei in die Höhe gebracht zu haben. Was ist ein Arm, und sei er noch so kräftig, ohne den planenden Kopf?!, fragte man. Will man Marg zu den Proletariern im eigentlichsten Sinne des Wortes rechnen? Satte der blasse Lassalle, der im Phaeton ins luxuriöse Heim ſeiner Freundin, der Gräfin Haßfeld, fuhr, um dort den geistreichen Cauſeut schöngeistiger Thees abzugeben - hatte dieser geniale Weltmann vielleicht die schwieligen Hände des Blusenmannes? Und doch ging von diesen Männern grauer Theorie jene Bewegung aus, welche die Masse im Taumel mit sich fortriß. Bebel und Liebknecht varen nur die„ Chefs der Propaganda"; sie setzten lediglich in die Praxis um, was größere stöpfe ihnen vorgezeichnet Es ist eine Undankbarkeit ohnegleichen, wenn die Führer der modernen sozialistischen Bewegung ihre geistigen Väter abzuschütteln versuchen, und es verrät eine große Unfennt nis der wirklichen Verhältnisse, wenn sie meinen, daß die Gegenwart den reinen„ Praktikern" so bedingungslos recht gäbe. Die Akademiker waren es, die der Partei das Re lief gaben und die Gebildeten zu ihr hinüberzogen; als reine Partei der Masse wäre die Sozialdemokratie niemals zu dem Machtfaktor geworden, den sie heute darstellt. Man veiß das alles ganz genau. Aber die um Bebel" fühlen ihre führende Stellung bedroht und versuchen durch den Appell an die urteilslose Menge, die sich noch heute durch leere Schlagworte leiten läßt, ihren schwindenden Einfluß zu stärken. Das wird ihnen diesmal auch noch zweifellos gelingen. Wenn man aber die Wetterzeichen am sozialistischen Himmel richtig versteht, wird man gelinde Zweifel hegen, daß es toch lange so sort geht. Ein Umschlag der Witterung fündel ich deutlich an. Und es werden die Akademiker sein, die am Ende recht behalten. Dieselben Akademiker, die heute noch aus die„ Männer der Arbeit" wirken, wie das rote Tuch auf den Stier. Für die Mitläufer" bei den letzten Wahlen sollten die Dresdener Tage nebenbei eine heilsame Lehre sein. Petroleumnot oder Petroleummonopol? Durch die Börsenpresse ging dieser Tage die Nachricht, daß eine Verteuerung des Petroleums bevorstehe. Dic großen Petroleumtruſts haben sich zusammengetan, um eine beträchtliche Preissteigerung ihrer Produkte zu erzielen. Selbstverständlich geht der Anstoß zu diesem Vorgehen vor Amerika, der Heimat der Riesentrists im allgemeinen, des größten Petroleumtrusts im besonderen aus. Die Standard Oil Company des Petroleumfönigs Rockefeller hat sich mit ihrem Hauptfonkurrenten in Deutschland, dem Verbande der österreichischen Petroleumraffinerien, ins Einvernehmen ge seti, um die Befriedigung des deutschen Petroleumfonsume unter sich zu verteilen. Damit hört das bisher noch vor handene gegenseitige Unterbieten der beiden Gesellschaften auf, beide fordern den gleichen Preis. Von sachkundiger Seite wird uns im Anschluß an diese Weldung geschrieben: Daß wir deutschen Abnehmer den hohen Preis werden zahlen müssen, ist so gut wie sicher. Tein mit der Konkurrenz des russischen Petroleums aus dem deutschen Markt braucht die jetzt mit den österreichischen Raffinerien verbündete Rockefeller- Company kaum noch zu rechnen. Bisher schon lieferte die Standard Oil uns 795 000 Tonnen Petroleum, Rußland dagegen nur 144 700 Tonnen. Jeßt, nach der Verbindung mit den österreichischen Raffinerien, wird sich das Verhältnis noch zu ungunsten Rußlands verschieben. Die russische Konkurrenz kommt alic für Rockefeller nicht mehr in Betracht; er kann uns Deut schen den Petroleumpreis diftieren. Angesichts dieser bevorstehenden Petroleumnot haben einige große deutsche Banken den Versuch gemacht, die rumänische Petroleumproduktion durch finanzielle Unter stützung zu heben, um Deutschland von den Trusts unabhän gig zu machen. Aber das ist nicht von beute auf morgen getan, überdies ist es fraglid), ob Rumänien uns jemals die für unseren Konsum genügende Menge liefern könnte. Unter diesen Umständen sind wir der Preispolitik der Petroleumfürsten diesseits und jenseits des Ozeans so gut wie mehrlos ausgeliefert. Auch unsere Regierung kann nicht mehr, wie früher, durch tarifpolitische Maßnahmen auf eine Verbilligung des Petroleums hinwirken, seitdem das ameri kanische Petroleum in Deutschland keinen ernſten Kon kurrenten mehr hat. Bisher hat Deutschland bald die Ein fuhr amerikanischen, bald die Einfuhr russischen und öster reichischen Petroleums durch seine Tarifpolitik begünstigt, und so ein Land immer wieder gegen das andere ausge spielt. Jetzt ist das nicht mehr möglich. So bleibt uns denn nichts übrig, als uns in das Un vermeidliche zu fügen. Nur eins könnte uns aus der Ver legenheit helfen: ein Reichsmonopol für Pe troleum. Die Petroleumländer sind auf den Absaz ihres Produkts nach Deutschland angewiesen; ist es ihnen nich: mehr möglich, durch eigene Angestellte den Verschleiß z bewerkstelligen oder an private Händler zu verkaufen, sc würden sie sich schließlich mit dem Preise begnügen müssen den ihnen das Reich als solches bietet, Petroleummot oder Petroleummonopol ein drittes gibt es nicht! Die Politik. Lus Eingreifen des Kaisers in die Meter Wafferfrage ist, wie jezt aus Mez berichtet wird, auf eine unrichtige Berichterstattung an den Kaiser zurückzuführen. Den Ursprung jener Darstellung, welche den Kaiser in den Irrtum versezt hat, daß in Meß der Typhus herrsche, kennt man nicht. Tatsächlich sind Typhusfälle, und zwar nur leichterer Art, nur in Gorze, woher das Wasser für die Meyer kommt, nicht in Diez selbst vorgekommen. Der deutsche Reichskanzler Graf Bülow wird bereits einen Tag vor Kaiser Wilhelm in Wien eintreffen. Der Umstand, daß Graf Lamsdorff den Zaren nach Wien begleiten wird, hat vor allem dazu beigetragen, daß auch die Neise des Grajen Bülow nach Wien beschlossen wurde. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns schreibt, ist es weniger die Lage auf dem Balkan als vielmehr die Notwendigkeit einer Aussprache der leitenden Staatsmänner der beiden verbündeten Reiche, was die Fahrt der Neichskanzler nach Wien veranlaßt hat. Auch der ungarische Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary wird sich am Donnerstag, den 17. d. M., nach Wien begeben, wo er während der ganzen Dauer des Besuches Kaiser Wilhelms bleiben wird. Es ist niemandent ein Geheimnis, daß einer der Lieblingspläne der französischen Bolitik ein Protektorat Frankreichs über Marollo ist. Bisher scheiterten alle Versuche, diesen Plan zu verwirklichen, an dem Widerstande Englands. Neuerdings glaubt Frankreich aber in den Einfällen marokfanischer Räuberbanden in Südalgier einen Vorwand ge funden zu haben, sich in Marokko festzuseßen. In einem Pariser Blatt veröffentlicht der bekannte Führer der fran zösischen Sozialisten, Jaurès, Enthüllungen über diese Pläne. Er schreibt, er wisse aus sehr guter Quelle, daß in den Kreisen der Armecleitung eine Expedition nach Marokko beschlossene Sache sei. Man studiere bereits den Plan eines Protektorats in allen Einzelheiten und befasse sich sogar schon mit der Wahl von Beamten. Entweder hoffe die Armecleitung, auf die Regierung einen Drud auszuüben und sie vor eine vollendete Tatsache zu stellen, oder sie bereite mit Zustimmung oder auf Beschl der Regierung einen Krieg vor, der für mehrere Jahre 200,000 Mann und 100 Millionen Francs erfordern würde. Jaurès hat gute Beziehungen; seine Andeutungen dürften deshalb zutreffen. Jedenfalls wird England jetzt gegen jede Aktion Frankreichs in MaIn Marokko selbst gebt rokko Einspruch erheben. alles drunter und drüber: Nach einer Meldung ist der Kommandant der maroffanischen Truppen, Benjuffi, mit 600 Mann gefallen; der Sultan wäre selbst beinahe in die Hände des Feindes gefallen. Die schon erwähnten armenischen Unruhen in Kankasien sind darauf zurückzuführen, daß Rußland die Einziehung des Vermögens der im russischen Reiche bestehenden armenischen Kirchen durch den Staat angeordnet hat. Es handelt sich dabei um Werte in Höhe von etwa 300 Millionen Rubeln. Die armenische Beistlichkeit ist die Urheberin der Revolten. Diese begannen am legten Sonntag nach den Gottesdienst in der Tifliser armenischen Kathedrale: Der Geistliche Ter Aratow sprad) efierlich das Anathema, die Verfluchung, gegen Rußland wegen der Begnahine des armenischen Kirchenvermögens aus. Dann wurden unter den Kirchgängern revo Intionäre Broklamationen verteilt. Die Menge lärmte und aus ihrer Mitte wurden über 40 Revolverschüsse abgefeuert. Die Polizei gab darauf ebenfalls einige Schüsse ab; dadurch wurden einige Personen verletzt und ein Arbeiter tötlich verfoundet. Bier Rädelsführer wurden verhaftet, unter ihnen der Geistliche. Sicherlich ist die Konfiskation des Kirchenvermögen? ein empörender russischer Willkürakt. Aber trotzdem hätte es der armenischen Geistlichkeit wohl angeftanden, wenn fie gegen die Obrigkeit, die von Gott gesezt ist, nicht revoltiert hätte. Die Kanzel ist dazu da, die Gemeinde zum Frieden anzuhalten, nicht um Behalten 21 stifton nicht im Wesen geändert. gegen feine Untergebenen hatte sich unter dieser andern Form Als Ausgang November nach starkem Froste der regelaber feine Kraft und Klugheit waren die alten und die Güte Murenin kannte diese Gestalt wohl. SommerKüssen Er hatte sie an einem schönen längstvergangenen Armen gehalten, hatte dies Antlitz mit seinen tag und diese selben Augen hatten ihm wie Sterne Husrichan zauberich schon erwähnte, hatten wir während der Tage nur dadurch möglich geworden war, daß ich keinen ihrer Genesung Freundſchaft geſchloſſen, was afferdingenblid Wie die Gebote strengsten Zeremoniens und achtungsvollſter Rüdfight peragi hätte ich mit an einen Pfosten band. gefommen wäre, der eine Leine um uns langun aufrecht erhalten tonnen, wenn nicht ein fürforglider mich und man nicht gegen die mlende Con Stande rost daSers. Thunderfans. Tie rit Jetzt hat auch der englische Premierminister Balfour in der Schutzzollfrage Farbe bekannt. In einer Broschüre, die er soeben veröffentlicht, erklärt er sich halb für und halb gegen Chamberlain. Von dem A und des Cham berlainschen Zollplanes, der Gewährung von Vorzugszöllen an die britischen Kolonien, will Balfour nichts wissen. Dagegen verlangt er wie Chamberlain Schußzölle, um sie als Kampf- und Vergeltungszölle gegen solche Länder zu benutzen, die dem britischen Handel Schwierigkeiten bereiten. Da in dem vorgestrigen Ministerrat die Mehrheit der Minister dieser Auffassung beigepflichtet und beschlossen hat, in diesem Sinne die Bevölkerung zu bearbeiten, hat Chamberlain einen Kampf nach zwei Fronten zu führen: Einmal gegen die Freihändler, zu anderm gegen seine Kollegen im Ministerium. Wohl bekomm's! Hof und Gesellschaft. * Der Kaiser pirschte im Karapancsaer und Basföer Revier. Die Adlerjagd verlief ergebnislos. Abends fand im Jagdschlosse in Köriserdoe das Diner statt. Während des. selben hatte die Erzherzogin Iſabella vor dem Schlosse ein Volksfest veranstaltet, bei dem die Monostorzegner Tamburiſten zum Tanz aufspielten. *** Prinz Eitel Friedrich von Preußen wird Ende dieses Monats zur Entenjagd im Ostseebad Prerow eintreffen. | *** Der Großherzog von Hessen weilt heute ( Donnerstag) in Kiel zum Stapellauf des neuen Linienschiffes. Am Bahnhof findet großer Empfang statt; zur Be grüßung sind anwesend: Prinz Heinrich, der Generalinspek teur der Marine Admiral von Köster, Staatssekretär von Tirpitz sowie die ortsanwesenden Admirale. Deer und flotte. dieser den Zauberstab des Goides in der Hand, während Cecil Rhodes, als er vor 35 Jahren von Marseille nach Afrika fuhr, nichts hatte als sein armseliges Kommisgehalt. Und doch wurde Rhodes der Beherrscher von Südafrika und Besitzer ungezählter Millionen. Lebandy, der die Millionen schon habe, werde auch das Land dazu finden und sie zu dessen Segen verwenden. Armeebefehl des Königs von Sachsen. König Georg hai mus Anlaß der Beendigung der diesjährigen Manöver an die beiden sächsischen Armeekorps einen Armeebefehl erlassen, in dem er für die vorzüglichen Leistungen und die treue Pflichterfüllung der Truppen seinen Dank ausspricht.„ Ich bin überzeugt", heißt es u. a. darin, daß die Anerkennung des Kaisers für meine Truppen ein Ansporn zu den höchsten Reistungen sein wird. Die sächsischen Soldaten werden, dessen bin ich gewiß, immer bestrebt sein, im deutschen Heere mit an erster Stelle zu stehen, auch wenn es der Verteidigung gilt von Kaiser und Reich, von König und Vaterland!" Der Kaiser hat, wie weiter aus Dresden gemeldet wird, dem Rommandierenden General des 19. Armeekorps, General der Infanterie v. Treitschke und dem Kriegsminister v. Hausen das Großkreuz des Roten Adler- Ordens verliehen. Den Kriegsminister wurde außerdem von dem Großherzog von Sachsen das Großkreuz des sächsisch weimarischen Hausorden: der Wachsamkeit verliehen. Man findet jetzt an Jacques 1. hervorragende Herr scherqualitäten heraus. Während man es erst lächerlich fand, daß er schon jetzt bis ins Kleinste alles für seinen Hof und seinen Staat anordnet, erblickt man nunmehr darin das Verwaltungsgenie eines Napoleon, das auch das Unscheinbarste nicht übersah. Kultus, Schule, Regierung, Polizei, Aderbau, Heerwesen ist für seinen Zukunftsstaal nicht weniger sorgfältig erwogen und in feste Paragraphen gebracht worden, als die Bestimmungen über den äußeren Glanz seiner Hofhaltung, wozu Wappen, Flagge( die auf lilienweißer Seide drei Bienen im purpurnen Felde zeigt) natürlich nicht vergessen sind. Wie weit er an alle vor kommenden Möglichkeiten denkt, zeigt auch der Umstand, daß eine der ersten Sendungen an seinen Vertreter in Las Palmas eine Guillotine enthielt. Auf einer Generalstabsreise begriffen ist gegenwärtig der Chef des Generalstabes, Generalfeldmarschall Graf von Schliefen, mit fünf Generälen, neunzehn Unteroffizieren und zieren, vier Hauptleuten und fünfzig Unteroffizieren und Mannschaften. Die Reise wird sich auf die Provinzen Posen und Westpreußen erstrecken. Zur Zeit weilen die Genecalstäbler in Inowrazlaw. Rumänische Avantageure in der deutschen Armee. Seche cumänische Staatsangehörige treten als Fahnenjunker an 1. Oktober in die deutsche Armee ein und zwar 4 bei einem Linieninfanterie- Regiment, je einer bei einem Kavallerieund bei einem Feldartillerie- Regiment. Der Streit um Troja. Paris, 16. September. Wenn es Jaques 1. wirklich gelingt, in dem Streit um Troja", den er jetzt mit der französischen Regierung, die ihn als Seeräuber zu behandeln droht, siegreich zu bleiben, so ist es durchaus nicht ausgeschlossen, daß er eine große Kulturmission erfüllt. Schon allein die Urbar machung eines Teiles öden Wüstensandes wäre eine Auf gabe, des Schweißes der Edeln wert. Und da ihm reich Goldquellen zu Gebote stehen, so kann er bei den hoher Errungenschaften der heutigen Technik mit Leichtigkeit durch Anlage artesischer Brunnen aus unfruchtbaren Sandstrecker blühende Dasen schaffen. Entvölkerung Preussens R.A. Eine sehr ernste Erscheinung zeigt sich neuerdings in der preußischen Geburtsstatistik: eine stetige Abnahme der Geburtenziffer. Seit dem Jahre 1876 ist die Zahl der Geburten von 40,9 auf 1000 Seelen bis auf 36,52 heruntergegangen. Seine Majestät der Kaiser der Sahara beschäftigt die öffentliche Meinung noch immer in hohem Grade. Jeden Tag langen neue Nachrichten über ihn und sein fabelhaftes Kaiserreich an und werden von den sensationslüsternen Boulevardiers, unter denen der steinreiche Jaques Lebaudr eine lange Zeit eine glänzende Rolle spielte, in den Cafés eifrig besprochen. Das Neuste des Neuen ist, daß Jaques 1. jezt von den Schweizer Gerichten verfolgt wird, weil er in den Urkantonen für seine Leibgarde die Werbetrommel hat rühren lassen. Wie es scheint, mit gutem Erfolg. Denn für Geld hat es noch stets Schweizer gegeben. Und Jaques steht des schnöden Mammon ein erklecklich Teil zur Ver fügung. Deshalb laufen auch aus der ganzen Welt Gesuche ein um Aufnahme in seine Kolonie. Deren Haupt stadt will er, wie jest feststeht, Troja nennen, in klassischer Erinnerung an seine Studienzeit. Denn Jaques ist stets ein fleißiger, wenn auch etwas verträumter Schüler ge wesen, während man das von seinem Bruder Mar, der einst die Pariser wohl noch mehr beschäftigte, als jetzt der Kaiser der Sahara, nicht gerade sagen konnte. Die Stürme an der Ostseeküste dauern in unveränder. ter Gewalt fort und haben schwere Verluste an Schiffsgut und Menschenleben gefordert. Fünf norwegische, zwei da nische un amei englische Schiffe, sowie der von Lübed nach Gotebeca bestimmte Schoner Harmes" sind gestran det. Mas: befürchtet, daß ein großer Teil der Besagungen den Tod in den Bellen fand. Auch in englischen und fran zösischen Geröffen gingen mehrere Schiffe mit Mann und naben als Bahnattentäter sind in Eupen festgenom inen morden Seit längerer Zeit machte man die Beobach tung, daß auf der Bahn nach Herbestal Eisen- und Holz stide auf den Schienen festgefeilt waren, die leicht eine Bugentgleisung berbeiführen konnten. Bei ihrer Verhaftung erklärten die Knaben, daß sie die Wirkung des Buges au eingeteilte Bindernisse hätten erproben wollen. Maus unter. Ferner wird jur Laft gele Gelder foll ef A Der St Erklärungen + Brandkatastrophe in Christiania. In einem großen pierstödigen Geschäftsgebäude in der Kongenerstraße in Chri tiania brod Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit ber breitete. In den Flammen fanden neun Personen deu Lod Es fragt sich, was die Ursachen dieser der ernstesten Veachtung werten Erscheinung sind. Und da gibt es nur eine Antwort: die Landflucht der Bevölkerung. Sie wirkt erfahrungsgemäß im höchsten Maße nachteilig auf die Höhe der Geburtenziffer. Dazu tritt dann noch die Säuglingssterblichkeit, die in den Großstädten mit ihren licht- und luftlosen, oft geradezu menschenunwürdigen Wohnungen erheblich stärker ist als auf dem Lande. Ziffernmäßig wird dieser durch die Erfahrung tausendfach bestätigte Satz erwiesen, wenn man einen Blick auf den Rückgang der Geburtenziffer in den Großstädten wirft. Er ist überall größer als der cben erwähnte Durchschnittsrückgang für ganz Preußen. In demselben Zeitraum, in dem die Geburtenziffer in Preußen von 40,9 auf 36,52 pro Tausend herunterging, sank die Geburtenziffer in Berlin von 46,01 auf 26,61 aufs Tausend! Also um fast 50 Prozent. Aehnliche, wenn auch nicht ganz so ungünstige Daten liefert die Statistik für die übrigen Großstädte und für die Induſtriebezirke. Obenein hat man nachgewiesen, daß jede dauernd in der Großstadt lebende Familie mit der vierten Generation ausstirbt, wenn ihm nicht frisches Blut vom Lande zugeführt wird. Nicht nur also, daß die Großstädter weniger Nachkommenschaft haben als die ländliche Bevölkerung, ihre Nachkommenschaft ist auch weniger widerstandsfähig und stirbt nach wenigen Menschenaltern ganz aus. Dieser, der in der Pariser Chronique scandaleuse als ständige lustige" Person figurierte, hatte es sich zum ein zigen Biel gesezt, mit den von seinem Vater im Zucker handel erworbenen vielen Millionen sich sein Leben so viel wie möglich zu versüßen. Das tat er denn auch, indem er von einem Vergnügen zum andern taumelte, durch taufend galante Abenteuer sich einen berühmten Namen als ,, le petit suorier" machte, bis eines Tages das Gespenst der Schavindsucht an sein Lager trat. Das Wohlleben des jungen Büfilings war auf furze Zeit durch die harte Wehrpflicht unterbrochen worden, und den Strapazen des Ererzitiums hatte der durch Ausschweifungen geschwächte Körper nicht stand gehalem. Dem ominösen Ruhin seines Bruders May hatte es nun wohl der arme Jaques vor allen Dingen zu verdanken, daß ihn niemand ernst nehmen wollte, als er mit einem abenteuerlichen Plan der Grümdung eines Kaiserreiches in der Sahara an die Deffentlichfeit trat. Jeder Mitte hon der Feder zog vom Leder und hieb unbarmherzig auf den armen Don Quixote ein, ihn dem Gelächter der Menge preisgebend. durchaus zuf darüber Ausd Preffe über und dadurch beranlagt hätt Aus Niutichwo Bante Chroni!. Die lleberschwemmungsgefahr im öfter. reichischen pengebiet wächst ständig. Das Hochwaffer der Drau riß bei Marburg einen Steg mit 15 Berfonen weg die höchst wahrscheinlich ertrunken sind, brannten In den bannwvertchen Städtchen Caffel 18 Schube nieder. Man ninunt Brandstiftung on Vermischtes. ernfte Gestalt genen Monats Opfer gefallen Zahlen an. Besorgnisse w biertel. m sehr heftig, nicht, fie gän behörde befchl Furchtbar id 50 000 Menid ** Ginen& fonftruiert. D dem ein durch des Feuer aus Die in Schles günftigen Erg dortigen Land fchaffungsbeihi ** Borsich genug empfol fchweren Ung Bafe hervorge wig bei Dres und dessen B gehörigen Bru juführen, erstic | 23| uns angebr nennen, die n 10on Gruben, B angesammelte Wasser und Seißes Wasser Menschen über an den Wänder dämpfe reißen heißes Waffer Rettungsarbeit fonft läßt ma Deffnung nach +[ Deutschland an der Spitze des Postverkehrs.] Die Sinnahmen und Ausgaben für den Postdienst auf der ganzen Erde sind vom internationalen statistischen Bureau in Bern für jedes einzelne Land berechnet und fürzlich veröffentlicht vorden. Es ergibt sich daraus, daß von allen Ländern Europas Deutschland am meisten für den Postdienst ausgibt, nämlich Fr. 585,672,949,77, wobei der Gewinnüberschuß netto nur Fr. 30.794,182,85 beträgt. Frankreich gibt jähr lich nur Fr. 208.542,518 für seine Poſt aus und zieht daraus einen Gewinn von Fr. 64.066,039,45. Noch besser ist Groß britanien gestellt, dessen Pestausgaben sich auf Fr. 263.759,278,80 belaufen und einen Reingewinn von Fr. 100.783,645.20 ergeben. Am ungünstigsten fahren die Ver einigten Staaten in finanzieller Beziehung mit ihrer Post verwaltung, denn sie geben dafür noch mehr als Deutschland, nämlich Fr. 596.060,140,35 aus und erleiden ein Defizit Don Fr. 17.660,174. Wie groß der Verlust der Landwirtschaft an Arbeitskräften infolge der Abwanderung der Landwirtschaft ist, dafür liefert wieder die Statistik Beweise, die jeden Volkswirt nachdenklich stimmen müssen. Sie erweist, daß die Landflucht der Bevölkerung, die dem industriellen Aufschwung zuzuschreiben ist, im letzten Jahrzehnt einen geradezu erschreckenden Umfang angenommen hat und daß sie noch fort. während steigt. Vor allem entvölfert sich natürlich der industriearme, Landwirtschaft treibende Osten. Indessen gilt der Satz von der Landflucht der Landarbeiter, und von dem Zuge nach der Großstadt auch für alle anderen ländlichen Bezirke. Am meisten haben bei dieser Binnenwanderung verloren Schlesien mit 221 000, Ostpreußen mit 210 000 und Posen mit 144 000 Ausgewanderten. Die fünf östlichen preußischen Provinzen haben zusammen mehr als 1 600 000 Menschen an andere Teile des Reiches abgegeben. Die größte Anziehungskraft besigen Berlin und Hamburg, Berlin hat 800 000 und Hamburg 267 000 Einwohner, die nicht in diesen Städten geboren sind. Von den 9 100 000 Einwohnern, die am 1. Dezember 1900 in den 33 deutschen Großstädten gezählt wurden, waren nur 3 900 000 oder 43,3 Prozent in diesen Städten geboren, die übrigen 5 200 000 Einwohner, 56,7 Prozent, waren Zugezogene. Zwei Millionen davon waren aus entfernten Gegenden zugezogen, 2 800 000 aber aus der näheren Umgebung. Im allgemeinen überwiegi bei der Binnenwanderung die männliche Bevölkerung, nur bei dem Zuzug in die Großstädte treten die Frauen stärker hervor, weil hier für Frauen leicht Beschäftigung zu finden ist. Jaques aber forcht sich nit, ging seines Weges Schritt vor Schritt" mit wahrhaft erstaunlicher Beharrlichfeit. As er in seinen Baterlande feine Unterstützung für feine Pläne sand, wandte er sich nach Deutschland, später nach Holland und, wie man hört, mit gutem Erfolge für feine Pläne. Mit dem Erfolg aber schlug plötzlich die Stimmung der wetterwendischen Bariser Gesellschaft und ihrer Sprachrohre, der Boulevardblätter, zu Rebaudys Gunsten um. Wurde er bisher lediglich veralbert, wird er jetzt plötzlich in den Himmel gehoben. Der bekannte Schrift steller Emile Bergerat vergleicht ihn allen Ernstes mit Cecil Rhodes, der nicht über größere Fähigkeiten und Rähigkeit verfüat babe, als Jaques 1. Dagegen führe *[ Der jüngste Teilnehmer am deutschfranzösischen Kriege] war, wie in einem Organ für Kriegervereine kon statiert wird, ein etwa dreizehnjähriger Knabe, der aus Reipzig oder dessen Umgebung staminte. Er hatte sich bei der Durchfahrt der schwarzen Husaren durch Leipzig in den Eisenbahnzug geschmuggelt und machte die Märsche des Regiments zuerst auf einem Bagagewagen mit. Bald sah man ihn in französischer Uniform hoch zu Maulesel. Die Hitsaten gaben ihm den Namen„ Zulu". Der Leutnant v. Horn nahm sich seiner an und schenkte ihm ein Beutepferd und eine ab gelegte Husarenuniform. Sein Gönner fiel am 16. September bei Melun. Auf dem Rücken trug Lulu eine Zichharmonita, angeblich ein Geschenk des Prinzen Albrecht von Preußen. Mit dieser begleitete er den Gesang der Husaren auf dem Marsche und im Biwaf. Tras das Regiment auf dem Sammelplage ein und der Prinz Albrecht ließ es difilieren, so zog Lulu" seine Harmonika hervor und spielte mit dem ernstesten Gesicht von der Welt„ Heil Dir im Siegerkranz". Im Gefechte war Qulu" in den vordersten Reihen zu finden, um seinen toten Leutnant zu rächen. Eine glückliche Heimfehr an den väterlichen Herd war Lulu" nicht beschieden; cine französische Kugel durchbohrte sein junges Hetz am 2. Dezember 1870 in der Schlacht bei Orgères. In jedem Falle muß darum gesorgt werden, daß diese Entvöfferung des platten Landes eine vorübergehende Erscheinung bleibt. Denn ein Stillstand in unserer Volksvermehrung würde bedeuten, daß wir uns im Niedergange befinden. Bei allen Völkern war das Aufhören der Bevölkerungszunahme das Symptom ihres Verfalls. Caveant consules! Hus dem Gerichtsfaal. § Die sächsische Anna Rothe. Vor der Straffammer in Zwickau begann der Prozeß gegen die sogenannte sächsisch Anna Rothe, die Schmiedemeistersfrau Frenzel au Meerane. Frau Frenzel hat in Gemeinschaft mit ihren Ehemann, der ihr als Impresario diente, durch spiritistisch Schwindelfißungen viele Leute betrogen. Um angedroht irdische und ewige Strafen abzuwenden, opferten manch Gläubigen ihre letzte Habe. Die Frenzelschen Eheleut machten ein glänzendes Geschäft, bis die Polizei dem Spie ein Ende septe. Nab und fern. & Die Elbregulierung. Der Hamburger Senat beantragte bei der Bürgerschaft die Bewilligung von acht Millionen zur Herstellung ister Wasserstraße für den oberelbischen Fluß schiffsverkehr nach Kuhwärder und einer Bahnverbindung von der Beute nach Bahubof Wilhelmsburg. ab und zieht wird ebenfalls geführt, daß ben Betäubter jie dann emp ** Die la Bublikum ein die schließlich Spike auslaufe wohn, daß die bünstlich" hin Tim Stalle zu Beigt eine Rejo Ueberzeugung ider Zivilproze geltenden Besti ann. Auch di Bezdaner. Nac Endlosen Verzög Berichte. [ Der jor noraussehende, Dacterlind, de viel lieber vor pricht, hat ein Sie Amazonen.] Zwei der Londoner Gesellschaft ange hörende Damen, Mis. George Pauling und Lady Sarah Wilson, die sich beide während des südafrikanischen Krieges lange Zeit an der Front" befanden und von dort aus für Londoner Blätter forrespondierten, haben eine erfolgreiche Jagderpedition durch Rhodesia unternommen. brachen mit ihren Begleitern von Vuluwayo auf und erreichten bald darauf die Viktoriafälle. Sie trafen bald auf starle Rudel der verschiedensten Wildarten und erlegten eine Wenge Antilopen, Wildebeeste, Hartebeeste und selbst Giraffen und Zebras wurden geschossen. Löwen wurden verschiedentlich gehört und gespürt, aber sie kamen niemals jo nahe heran, daß sie geschossen werden konnten. Die Anwesenheit der beiden Damen erregte überall großes Aufsehen. Eine Maſſencinlieferung in die Berliner TollwutSchutstation ist erfolgt. Es handelt sich um siebzehn, aus Myslowig in Oberschlesien und dem benachbarten Orte Slupna gebürtige Personen, die sämtlich von einem aus Rußland zugelaufenen Hunde mehr oder minder schwer durch Bisse verlegt worden sind. Nachdem der städtische Tierarzt in Myslowitz bei dem Hunde tatsächlich Tollwut estgestellt hatte, wurden die gebissenen Personen auf Anordnung der Behörde nach Berlin gebracht, um sich in dem benerwähnten Institute einer mehrwöchigen Schußimpfung zu unterziehen. Die ,, teure" Gattin. Eine tragikomische Szene spielte sich auf dem Dampfschiff„ La France" ab, das den Vertehr zwischen Genf und Montreur vermittelt. Kurz bevor der Dampfer seine Reise antrat, hatte ein deutscher Passagier einen Platz belegt, indem er seinen Ueberrod auf ihn legte. Auf just diesen Platz setzte sich eine Genfer Dame. Als der Deutsche später seinen Platz reklamierte, wurde die Dame wütend und warf den Mantel des Deutschen ohne weiteres in den See. Der Mantel enthielt unter anderem 1000 Mark und verschiedene Wertsachen. In Genf angefommen, begab sich der Geschädigte, nachdem er die Polizei von dem Fall unterrichtet hatte, mit der rabiaten Dame, ihrem Gatten und einem Polizisten auf das deutsche Konsulat in Genf. Der Gatte der Dame gab vor dem Konsul notgedrungen die Erklärung ab, daß er allen Schaden, den seine Frau verursacht habe, vergüten werde. Eine„ teure" Gattin. Meuer bezahlt der Maschine ob sie gut fun Dichter von Banna" beinal veise tam er Nach dem Tode entlarvt. In Hanau bildet eine große Unterschlagungsaffäre das Stadtgespräch. Der vor einigen Tagen dort verstorbene Zigarrenfabrikant und Großhändler Friedrich Jung, der sich bei Lebzeiten allgemeiner Achtung erfreute, hat, wie sich jetzt herausstellt, sowohl seine Verwandten als auch andere Bürger, sowie ein Hanauer Bankinstitut um größere Summen, ja sogar Arbeiter und Arbeiterinnen um ihre fauer erivarten Notgroschen gebracht. ** Priv ber 6. Ala wurden folger 30 335( Main Darmstadt). Dt. auf 81 73 28 456, 31 378 * Der der Taufe des 8 Uhr an u 57 Min. eing djutant Gener Rittmeister Ar 10. Bernstein. Der G Dberitahs roßh. Feld- 2 Dherforstrat Daubach. ** Da arbeitun Friedhofsw Dieses Blattes In d Geflügel Imgegend Borstand befteb Swan, Vorfis Fiber, lowie R Birßen. Di Pültig unter de ' nden und 1. Berner wird ihm die Unterschlagung von Mündelgeldern jur Last gelegt. Die Gesamtsumme der unterschlagenen Gelder soll etwa 300 000 Mark betragen. ern in unveränd Luite an Schiffs rwegische, mei ie der von Li mes" find geft eil der Befagung nglischen und f fife mit Mann Eupen feitgen man die Beob Eisen- und n, die leidt ng des Buges A Der Stand der Marseiller Pesterkrankungen soll nach Erklärungen des Bürgermeisters Chanot im Gemeinderat durchaus zufriedenstellend sein. Chanot gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die französische und die auswärtige Presse über die Krankheit übertriebene Berichte gebracht und dadurch die auswärtigen Regierungen zu Maßregeln beranlaßt hätten, welche durch nichts gerechtfertigt seien. Aus Niutschwang wird gemeldet, daß die Pestepidemie dort ernste Gestalt angenommen habe; während des vergan genen Monats seien ihr mehrere hundert Menschen zum ei ihrer Berhaft Opfer gefallen. Der amtliche Bericht gibt etwas geringere Den. Zahlen an. Auch in San Francisco regen sich große Besorgnisse wegen Vorkommens von Pestfällen im ChinesenIn einem grobiertel. Im Vorjahre herrschte dort bekanntlich die Seuche enerstraße in sehr heftig, und trotz aller Vorsichtsmaßregeln gelang es r Schnelligleit nicht, sie gänzlich zu vertreiben. Jetzt hat die Bundes. Bersonen den Lobehörde beschlossen, den Seuchenherd, die malerische aber gsgefahr im furchtbar schmutzige Chinesenstadt Franciscos, die von 50 000 Menschen bewohnt wird, niederreißen zu lassen. Sochaffer de 15 Bertone h Caffel bramnin bfi frog n oftverkehrs. I 2 ** Einen Feuerfinder hat ein holsteinischer Landmann fonstruiert. Der Apparat soll es ermöglichen, einen Ort, an demi ein durch Rauch oder Feuerschein sich bemerkbar machenbes Feuer ausgebrochen ist, schnell und sicher zu bestimmen. Die in Schleswig- Holstein mit diesem Apparat erzielten günstigen Ergebnisse haben, dem Vernehmen nach, den dortigen Landeshauptmann veranlaßt, den Gemeinden Anschaffungsbeihilfen zu gewähren. ** enft auf der ganz genug empfohlen werden. Jimmer wieder hört man von n Bureau in Ben ich veren Unglücksfällen, die durch das Einatmen giftiger rzlich veröffentlic Base hervorgerufen werden. Erst jetzt wieder sind in Leutelen Ländern Eurowiz bei Dresden ein Klempnermeister, der Gemeindediener Boſtdienst ausgibt und dessen Bruder, die in den zum Leutewißer Wasserwerk Gewinnübersch gehörigen Brunnen gestiegen waren, um Arbeiten darin ausantreich gibt jäht jufihren, erstickt. Angesichts dieses traurigen Vorfalls scheint S und zieht daran es uns angebracht, unseren Lesern zwei einfache Mittel zu och besser ist Groj nennen, die man bei Ausschachtungen oder Reparaturen n sich auf Soon Gruben, Brunnen u. dgl. stets anwenden sollte, um etwa ingewinn von angesammelte giftige Gase zu verscheuchen: heißes en fahren die Ver Wasser und ein aufgespannter Regenschirm. g mit ihrer Po Heißes Wasser wendet man am zweckmäßigſten an, bevor hr als Deutschland Menschen überhaupt in den Brunnen hinabsteigen; es wird rleiden ein Defi an den Wänden hinabgegossen, und die aufsteigenden Wasserdämpfe reißen die nicht atembaren Gase mit herauf. Ist heißes Wasser gleich bei der Hand, dann kommt es auch bei Rettungsarbeiten für etwa schon Verunglückte in Betracht; fonit läßt man einen aufgespannten Regenschirm( mit der Deffnung nach oben) an einem Band in den Brunnen hin ab und zieht ihn mehrfach beschleunigt nach oben; dadurch wird ebenfalls ein Luftwechsel wenigstens soweit herbeigeführt, daß für einige Augenblicke Retter hinabsteigen und ben Betäubten Stricke um den Leib binden können, an denen sie dann emporgezogen werden. Vorsicht beim Reinigen von Brunnen kann nicht oft deutschfranzösische Priegervereine to Senabe, der au Er hatte sich bei& Leipzig in de Märsche des Reg Bald jah man ih sel. Die Sifate hant b. Horn nah ferd und eine a am 16. Septen ulu eine Bichhar zen Albrecht von sang der Husaren Regiment auf de ließ es difilieren nd spielte mit der im Siegertran Reihen zu finden e glückliche Heim " nicht beschieden junges Hetz a res. Gesellschaft ang und Lady Sate ikanischen Striez nd von dort a ** Die lange Dauer der Zivilprozesse ist seit jeher dem Publikum ein Dorn im Auge. Häufig hört man Stoßseufzer, Sie schließlich alle in eine gegen den Anwaltstand gerichtete Spitze auslaufen. Ist es doch ein nur zu natürlicher Argwohn, daß die Anwälte die Prozesse, wenn sie fönnen, Künstlich" hinziehen, um die gute Milchkuh möglichst lange im Stalle zu haben. Wie ungerecht ein solcher Vorwurf iſt, eigt eine Resolution des deutschen Anwaltstages, der seine Ueberzeugung ausspricht, daß eine wesentliche Beschleunigung der Zivilprozesse durch eine sachgemäße Handhabung der geltenden Bestimmungen seitens der Gerichte erreicht werden fann. Auch die Anwälte wünschen eine Abkürzung der Prozeßzdaner. Nach ihrer Ansicht liegt die Schuld der häufigen endlosen Verzögerungen einzig und allein an der Praris der Berichte. [ Der sorglose Dichter.] Die Dichter sind manchmal woraussehende, aber nur selten vorsichtige Leute. Maurice laeterlinck, der für den Automobilismus schwärmt und der viel lieber von„ Moto" als von Poesie und Philosophie spricht, hat eine Unvorsichtigkeit begangen, die er beinahe Steuer bezahlt hätte. Er untersuchte dieser Lage das Innere der Maschine mit einem brennenden Lichte, um nachzusehen, ob sie gut funktioniere. Es erfolgte eine Explosion, die den Dichter von Belleas und Melisande" und von„ Monna eeſte und ſel Banna" beinahe des Augenlichts beraubt hätte. Glücklicheraben eine erfol ternommen: Dayo auf und ie trafen bald a und erlegten ein Löwen wurde ie famen niemal en fonnten. D erall großes Au Berliner Tollwat um fiebzehn, au nachbarten Orte von einem qu r minder schwe em der städtijd atsächlich Tollm fonen auf Anor um sich in den veise tam er mit dem bloßen Schreck davon. Lokales. Gießen, 17. September. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 30 335( Mainz), 10 000 Mt. auf 74 738 und 90 154 ( Darmstadt). 5000 Mt. auf 10 932( Babenhausen), 5 000 Mt. auf 81 732( Darmstadt), 3 000 Mt. auf 6 282, 17 299, 28 456, 31 378, 43 078, 45 100, 52 380, 53 603. ** Der Großherzog trat die Reise zur Vornahme 8 Uhr an und ist daselbst heute vormittag 10 Uhr ** Der Neubau der katholischen Kirche ist| jetzt bereits soweit gediehen, daß dieser Tage mit dem Aufschlagen des Gebälks und des Daches begonnen werden faun. Bis Nachsommer n. I. gedenkt man den inneren Ausbau zu vollenden, um das Gotteshaus um den 1. Dft. 1904 einweihen zu können. Die Kirche wird nicht sofort fertiggebaut, sondern vorläufig nur das Chor, das Kreuzschiff, die Kapelle und Safristei ausgebaut, während der größte Teil des Längs- und der beiden Seitenschiffe und die beiden Türme in späteren Jahren erbaut werden. Der vorgesehene Raum wird 600 Personen fassen. * Der glückliche Gewinner des ersten Preises der landw. Ausstellungs- Lotterie hat sich bis zur Stunde noch nicht gemeldet. Das Los, Nr. 23961, ist, wie feftgestellt wurde, auf dem Ausstellungsplatz verkauft worden. Der Gewinn besteht bekanntlich aus einem Erntewagen mit 4 Pferden und kompl. Geschirr. Den gebührenden Lohn erhielt gestern abend ein Arbeiter im Neuenweg, Gießen, der ein an der Tür stehendes Mädchen mit unanständigen Redensarten belästigte. Als derselbe auf eine Erwiderung das Mädchen tätlich angriff, erhielt er von einigen Passanten derartige wohlgemeinte Liebfofungen", daß er einige Zeit auf dem Trottoir liegen blieb. ** Eine in Frankfurt a. M. im„ Kölner Hof" abgehaltene Vitrauensmännerversammlung der Christlich Sozialen Hessens, Frankfuits und des Kreises Hanaa beschloß die Bildung einer die genannten Landesteile umfassenden Organisation. Weiter wurde u. a. beschlossen, zu dem Ende Oktober in Frankfurt tagenden 1. deutschen Arbeiterkongrß Pfarrer Bernbeck in Ofarben als Vertreter zu entsenden. In Fechenheim wurde unter Vorsitz des Pfarrer Stoppel ein christlich sozialer Arbeiterverein ge= gründet, dem bereits 60 Mitglieder beitraten. ** Der Gesamtausschuß des Deutschen Sängerbundes, der das ganze Reich und DesterreichUngarn umfaßt, wird am 2. Oktober in Kassel im Hotel ,, König von Preußen" eine Tagung abhalten. * ** Gegen das Submissions unwesen ist Oberbürgermeister Köhler in Worms energisch zu Felde gezogen. Nachdem die Koster anschläge auf eine Submission eingegangen waren, tam der Stadtbcumeister zu ihm und erf'ärte es für ganz unmöglich, daß man die einzelnen Schuntpreise" annehme. Von einem Verdienste sei feine Rede mehr, die Auslagen seien kaum gedeckt. Der Oberbürgermeister brechte die Sache in einer Magistratssitzung zur Spacche und erhielt den Auftrag, sich derselben anzunehmen. Alle Handweiter der Stadt wurden ersucht, auss Rathaus zu kommen. In längerer energischer Rede septe der Oberbürgermeister den im Saale gedrängt dastehenden ( einige Hundert) Handwerkern klar auseinander, daß die jeßige Submissionée wirtschaft nicht so fortgehen fönne, daß es ganz unmöglich sei, bei solchen Preisen zu arbeiten, denn es werde ein gesunder, kräftiger Handwerkerstand, auf den Worms von jeher stolz war, nicht erhalten bleiben bei diesen Zuständen. Mit Angeboten, welche die eigenen Kosten nicht decken, müsse der Handwerker zugrunde gehen, und die Stadt habe, statt eines gesunden Handwerkerstandes, der gern seine Abgaben und Steuern bezahlt, arme Leute. Gehe das mit so unsinnig m Tun weiter, so falle später der Stadt die Familie zur Last. Der Magistrat wolle sich der Sache gründlich annehmen. Jedes Handwerk solle in den nächstes drei Tagen sich die Preise überlegen und richtig einsehen, einen Obmann wählen, und dieser solle die Preisliste dem Stadtbaumeister übergeben.„ Wegzuwerfen hat die Stadt nichts, meine Herren," sagte der Oberbürgermeister in der Versammlung, es ist uns aber darum zu tun, unsern Handwerferstand zu erhalten, zu erhalten einen zahlungsfähigen Mittelstand." ** Der Eisenbahnminister in der vierten Klasse. Daß ein Minister vierter Güte" fährt, passiert gewiß nicht jeden Tag, aber wenn es passiert, dann muß es schon einen besonderen Grund haben. Exzellenz Budde wurde Freitag vormittag auf dem Bahnhofe Kassel von den Versammelten Mitgliedern der dortigen Eisenbahndirektion erwartet. Herr Budde fam von Wilhelmshöhe, wo er gegenwärtig wohnt, und als der Zug einlief, glaubten die Herren der Direktion, die durch einige unerwartete Besuche schon allen wohlbekannte Gestalt des Ministers aus der ersten Wagenklasse steigen zu sehen. Aber kein diensteifriger Schaffner öffnete das Roupee und es gab sehr erstaunte Gefichter, als Se. Exzellenz freundlich grüßend aus einem Wagen vierter Klasse stieg. Der Mnister hatte offenbar die Fahrt unternommen, um sich in die Verhältnisse auch dieser sozial so bedeutungsvollen Wagenklasse persönlich einen Einzu befunden. en Schutzimpfung der Taufe des Linienschiffes L nach Kiel am 16., abends blck zu verschaffen und sein ministerielles Ji teresse daran fche Szene spielt 57 Min. eingetroffen. Im Gefolge befinden sich Generalby, bas den adjutant Generalmajor v. Wachter und die Flügeladjutanten Rittmeister Kramer und Hauptmann Freiherr Schäffer b. Bernstein. elt. Sturz bebo deutscher Passa eberrod auf ihr Genfer Dame ierte, wurde die Deutschen ohne I unter anderem In Genf ange dem er die Po rrabiaten Dame as deutsche Kon vor dem Konsul en Schaden, den 2. Eine„ teure bildet eine groß Der bor einigen nd Großhändle meiner Achtung wohl feine Ber rbeiter und Ar Hanauer Bank cofchen gebradit Der Großherzog empfing am 16. Sept. u. a. dn Oberstahsarzt Dr. Gerlach, Reaimentsarzt des 2. Großh. Feld- Artillerie- Regiments Nr. 61, den Geheimen Oberforstrat Dittmar und den Oberforstmeister Thum von Laubach, * * Das heute mit zur Ausgabe gelangte Flugblatt: Klarheit und Wahrheit in der Angelegenheit der Friedhofsweihe zu Gießen ist auch in der Druckerei die ses Blattes ytra zu haben. In das Vereinsregister wurde der Verein Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und mgegend 1897" zu Gießen eingetragen. Der Borstand besteht aus 3 Mitgliedern: Weinhändler Auguſt Schwan, Vorsißender, Kaufmann Ludwig Hanau I., Schrift: führer, sowie Restaurateur August Felsing, Rechner, sämtlich zu Gießen. Die Zeichnung des Vereins geschieht rechtsgültig unter dessen Namen mit der Unterschrift des Vorsig' nden und 1. Schriftführers oder deren Stellvertreter. ** Ueber die Grenzen der Rechte des Jagd pächter 8 fällte, nach der„ Lägl. Adſch.", das Stammergericht eine bemerkenswerte Entscheidung: Ein Gutsbesizer H. ging über das Ackerland eines Lehrers und entfernte sich nicht, obwohl er dazu vom Lehrer aufgefordert ward. H. hielt sich als Jagdpächter für berechtigt, das Land auch vor Beendigung der Ernte zu betreten. Nachdem H. einen Strafbefehl erha ten hatte, beantragte er gerichtliche Entscheidung. Das Schöffengericht erkannte auf Geldstrafe und das Landgericht verwarf die Berufung, da H. das Grundstück nicht zur Ausübung der Jagd, d. h. zur Erlegung von Wild betreten habe, denn er habe weder ein Gewehr, noch einen Jagdhund bei sich gehabt. Der Jagdberechtigte sei keineswegs befugt, das Ackerland anderer Leute zu betreten, wenn er nicht die Jagd ausüben wolle. In seiner Revision vertrat H. den Standpunkt, ein Jagdberechtigter dürfe das Ackerland seines Jagdbezirks nicht nur betreten, um Wild zu erlegen, sonde. n auch in der Absicht, sich davon zu überzeugen, ob überhaupt jagdbare Tiere vorhanden seien. Das Kammergericht wies aber die Revision als unbegründet zurück. AWißmar, 16. Sept. Einen recht schönen Erfolg erzielte die hiesige Gemeinde abermals mit ihrem Gemeindebullen auf der landw. Ausstellung zu Gießen. Das ausge stellte Tier ist jetzt 3 Jahre alt und hat schon auf gar mancher Ausstellung bei starter Konkurrenz unter den Vogelsbergern einen Siegerpreis davongetragen. Die Gemeinde hat das Tier in Sinn angekauft, von wo dasselbe auf dem Preismarkt der benachbarten Stadt Herborn zum erstenmal prämiiert wurde. Aber auch von den großen Ausstellungen zu Mannheim und Düsseldorf sowie bei dem Weglarer Tierschaufest in Finsterloh erhielt der stolze Bulle stets den ersten Preis. * + Kinzenbach, 16. Sept. Auch in diesen Tagen macht sich wieder ein reger Zwetschenhandel am hiesigen Orte bemerkbar. Die Leute bringen ganze Wagenladungen zum Bahnhof, woselbst sie verladen werden. Am gestrigen Nachmittag mochten wohl 50 Wagen am Bahnhof halten, welche alle mit Zwetschen beladen waren. Der Zentner Zwetschen wird mit 4 Mt. bezahlt und schlagen daher die Leute nur los, was sie nur abernten fönnen. Viele fleißige Hände sind von früh morgens bis abends spät mit Zwetschen. pflücken beschäftigt. Bur allgemeinen Erheiterung fand sich am geftrigen Nachmittag noch ein zweiter Händler hier ein, der sogar 4,30 M. für den Zentner Zwetschen zahlte. Bei dem massenhaften Angebot fonnten beide Händler befriedigt werden und waren in wenigen Stunden ganze Waggons geladen und erst die anbrechende Nacht machte dem regen Geschäft verladen und g hen dieselben all nach den großen Städten ein Ende. Am heutigen Tage werden abermals Zwetschen am Niederrhein. Nieder- Bessingen. Der Landwirt Schröder von in die Tenne fi 1. Er trua innere Verlegungen davon. hier verunglückte dadurch schwer, daß er vom Scheunen- Gerüst § Nieder- Saulheim, 17. Sept. Dem Gesangverein „ Liederkranz" wurden von einem Ehrenmitgliede in NordAmerita 6000 Mt. zur Verfügung gestellt, in Anbetracht der Verdienste des Vereins um den deutschen Männergesang". () Aus Nassau, 16. Sept. Ein 13jähriger Junge aus Eiershausen, der den ganzen Tag über den manöverierenden Soldaten nachgelaufen war, ohne daß er irgendwelche Lebensmittel bei sich hatte, wurde am andern Morgen 1000 Meter von seinem Heimatsorte entfernt todt aufgefunden. Er war durch Erschöpfung gestorben. 2 Homberg a. d. Efze, 16. Sept. Es ist jetzt unzweifelhaft festgestellt, daß es sich bei den Massenerkrankungen um Trichinose handelt. In einem Stückchen Fleisch von der Größe einer Haselnuß wurden 800-1000 Trichinen ge= funden. Es sind noch gegen 40 Personen frank, teilweise schwer. Mainz, 16. Sept. Der Sohn eines Geschäftsmannes forderte vorgestern abend von einem Herrn auf der Straße eine Zigarette. Als ihm diese verweigert wurde, versezte der 18jährige Bursche dem Mann einen Stich in die Seite und enifloh, wurde jedoch alsbald verhaftet. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. - Gießen, 15. September 1903. Aus der Untersuchungshaft wird der Schreiner Gustav Alexander A. von Gladenbach vorgeführt. Nach der Anklage hat er Betrug verübt. Die Verhandlung ergiebt, daß der vielfach vorbestrafte Angeklagte einer Witwe, mit der er intim lebte, vorschwindelte, eine Stelle angenommen zu haben, in der er Kaution stellen müsse. Die bedauernswerte Frau ließ sich dadurch bestimmen, von ihrem sauer verdienten, Gelde 40 Mt. herzugeben, mit welcher Summe der Ehrlose verschwand. Das Urteil lautet auf 5 Wochen Gefängnis. Sodann nehmen auf der Anflagebant Plaz der Taglöhner Michael S. sowie der Arbeiter Georg D. Sie haben sich wegen Diebstahls zu verantworten. Nach der Verhandlung hält das Gericht den vielfach vorbestraften S. überführt, auf dem hiesigen Bahnhofe ein Fäßchen Bier entwendet zu haben, bei welchem Diebstahl sich D. der Beihülfe schuldig gemacht habe. Das Urteil lautet auf 14 Tage Gefängnis gegen S. und 1 Tag Gefängnis gegen D.- Der Landwirt Heinrich G. von Großen- Buseck hat sich wegen Körperverlegung zu verantworten. Nach sehr umfangreicher Beweisaufnahme beantragt der Vertr. der Staatsanwaltschaft eine Gefängnisſtrafe von 3 Monaten. Das Gericht läßt bei dem sehr erregten Angeklagten Milde walten und nimmt ihn in eine Gefängnisstrafe von nur 4 wochen sowie in die Kosten einschl. derjenigen der Nebenklage. Den Schluß bildeten mehrere Privatklagen wegen Beleidigung. Marktberichte. - Gießen, 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd. 1.10-1.25 M., Hühnereter 2 Stüd 14-16 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar M. 0.70-1.00, Sühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stud Mt. C.70-1.50, Enten per Stild 1.80–2.40, Gänſe b. Bib 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch der Pfd. 60–66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 Kilo 5.50-7.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 5.50-6 50, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Friedberg. Der Schweinemarkt war am Mittwoch," den 9. Sept., sehr gut befahren. Der Geschäftsgang war nicht gut, denn die Händler mußten die meisten Tiere wieder mitnehmen. Das Paar Ferkel, das seither mit 40-45 Mt. bezahlt wurde, fostete nur 30-35 Mt. Buzbach, 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter p.r Pfd. 1,20-0.00 Mt., Käse per Pfd. 42 bis 45 Pfg., Eier 1 Stc. 8 Pfg. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin klein; far bas Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal":& r. Cppermann Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Refer). Birßen. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Vormal- Trico'wäsche. Heyges zweiseitige Unterzeune, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbac ad besonders empfehlenswert für Herren, melche auf der Haut feine Wolle vertra.cn fönnen. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heltkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mogenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht fäumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Busstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen. leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung wie seklemmung, Solikschmerzen, und deren unangenehme Folgen, Gerzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kiäuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt 1.dwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und cines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und GemütsverAimmung, forie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. GräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mr. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, hlar, Fro. hausen, raunfels, Bukbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- auheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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