Nr. 165. Bognement8prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pts.. Saud gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogon viertel jährlich Mr. 1.50. Mobellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffile Beitschrift für Landwirtschaft, Ob- unb Bettichrifties Cuttenblasen( wigentlis). Das Diet bent en ellen Berlingen nadmitage. Freitag, den 17. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang. Insertion pret s Die einfaltige Beteller Clefon te ganz Oberheffen, die Kretse Wetlar und Rarburg 16 Bfe. fonst 15 Pfg.: Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 g. Postzeitungsliste No. 3000. Redaktion und Expedition: Gießen Nennweg 38. Fernsprechanfchine, Neuelle Nachrichten datefoner Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Sichener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Gethält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. In Gemäßheit des Artikel 33 des Volksschulgesetzes soll im Laufe des Monats Dezember d. Js. dahier eine erweiterte Prüfung"( Prüfung für Hauptlehrer und Lehrer an höheren Bürgerschulen) stattfinden. Unter Hinweis auf§ 38 der Verordnung vom 10. Januar 1876, die Prüfung für das Lehramt an Volfsschulen betr., werden diejenigen Lehrer, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, thre an die unterzeichnete Ministerialabteilung zu richtenden Gesuche nebst den erforderlichen Anlagen, bis spätestens zum 1. September d. I bei der betr. Kreisschulkommission einzureichen. Den Examinanden wird besondere Verfügung darüber zugehen, ob sie zur Prüfung zugelassen worden sind, an welchem Tage und in welchem Lokale dieselbe stattfinden wird, sowie welche Aufgabe sie zu behandeln haben(§ 39 der Prüfungsordnung) Die Großh. Kreisschulfommissionen und die Ortsschulvorstände wollen die Lehrer von dieser Bekanntmachung in geeigneter Weise in Kenntnis schen Darmstadt, den 2. Juli 1903. Großh. Ministerium des Innern. Abteilung für Schulangelegenheiten. Eisenhuth. de Beauclair. Bekanntmachung. Die Hammstraße, von der Unterführung an der Westanlage bis zur Wieseckbrücke, wird wegen Chauffierungsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Die Zu- und Abfahrt nach dem Güterschuppen erfolgt durch die Klinifstraße. Gießen, den 16. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. In Erwartung der Erbschaft, Rom, 16. Juli. Vor den Toren des Vatikans drängt sich die Menge Zu Ehren des römischen Volkscharakters muß gesagt sein die wenigsten kommen aus bloßer Neugierde her, sondern fast alle belebt ein heißes Mitgefühl mit dem Schwerkranken, der dort droben so lange schon in hartem Kampf mit dem Tode ringt. Unter der Volksmenge werden seit den letzten 24 Stunden auch mit Verwunderung mehrere nähere und entferntere Verwandte des Papstes bemerkt, die vergeben: um Einlaß zu ihm bitten. Graf Camillo Pecci, der Kommandant der päpstlichen Garden, läßt keinen von ihnen herein, während er und durch ihn seine Brüder Ludwig und Richard mit dem Stranfen in ständiger Beziehung bleiben. So klagte wenigstens einem Berichterstatter gegenüber Michele Pecci, gleichfalls ein Neffe des Papstes. Die gierigen Erben. Er wirft den Genannten unlautere Motive zu ihrem Vorgehen vor. Sie schielten nach der reichen Erbschaft, die zu erwarten stände. Er selbst und sein Vater, des Papstes Schwager, hätten dagegen nur die Absicht, um den apostolischen Segen zu bitten. Wie bereits gemeldet, ist die Hinterlassenschaft des Papstes gar nicht so groß, wie sie den Erben vor Augen tanzt. Die gegenseitige Eifersucht braucht also, ganz abgesehen von dem empörenden Schauspiel, das der Welt geboten wird, auch aus materiellen Gründen nicht so groß zu sein. Wie man im Vatikan munkelt, soll der Papii jeinem Refsen eigentlich nichts weiter als Erinnerungsgegenstände zugedacht haben. Graf Richard Pecci bekomint ein Piano, Graf Camillo Pecci ein künstlerisches Möbelstück mit Infrustationen, ein Geschenk, das die Nobelgarde anläßlich des Prieſterjubiläums des Papstes gemacht hat. Die Vorkehrungen zum Konklave werden mit fieberhafter Eile betrieben. Die vielen Zellen für die Kardinäle und das Heer von Dienern, Köchen, Beamten und Sekretären, das sie begleitet, sind bereits fertiggestellt. Die verschiedenen päpstlichen Hauswürdenträger bereiten sich vor, ihre Wohnungen zu verlassen, die sie 48 Stunden nach dem Tode des Papstes räumen müssen. In derselben Lage befinden sich die Kommandanten der Gendarmerie mit ihren Truppen, die ebenso wie die Palastgarde und die Nobelgarde für die Dauer des Konklave untquartiert werden. Die Zellen" der Kardinäle sind übrigens sehr komfortabel eingerichtet. Es ist also schon bei Lebzeiten des Papstes alles bereit, daß das Erbe Petri ohn Säumen in die Hände seines Nachfolgers übergehen kann Ter Zustand des Papstes hat sich inzwischen wieder bedeutend verschlimmert. Di Merzte sind sich tlar darüber, daß die Flüssigkeit im Brust fell trotz des häufigen Herausziehens mit der Sprize stetic zunimmt. Sie denken deshalb ernstlich an einen dritten Brusthöhlenstich. Der Papst liegt infolge des stark vorschreitenden Kräfteverfalls meist in unruhigem Halbschlummer, doch hat er noch Momente völliger Geistesklarheit. In einem solchen bat er, für kurze Zeit in den Lehnstuhl ge hoben zu werden. Während die Atmung des Kranten immer chwieriger wird, ist sein Herz noch vollig gesund. Daher seine große Widerstandskraft. Kriegervereine und Sozialdemokratie. CB. Durch die Blätter geht die Nachricht, daß der Landrat des Kreises Gardelegen die Auflösung mehrerer Kriegervereine in Aussicht gestellt habe, wenn nicht einzelne Mitglieder, die sozialistisch gewählt hatten, entferni würden. Ein ähn= licher Fall hat sich s. 3. in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Frankfurt am Main zugetragen. Dort waren zur Zeit, als das Sozialistengesetz noch in Kraft war, 3 ſozialistische Stimmen abgegeben worden und einer der Wähler war ein rühriges und persönlich außerordentlich beliebtes Mitglied des Kriegervereins, dessen Austritt durchgesetzt wurde, nachdem durch eine Indiskretion sein Stimmzettel bekannt geworden war. Ein zahlreicher Anhang schied mit ihm aus, um einen neuen Kriegerverein zu gründen, der aber nicht genehmigt wurde. In der lebhaften öffentlichen Erörterung, die an dieses Vortommnis gefnüpft wurde, machte man mit Recht geltend, daß ein Sozialdemokrat von Ueberzeugung eigentlich einem Kriegerverein nicht beitreten solle, denn die Vereinspflichten und der Parteigehorsam stehen in einem unver söhnlichen Gegensatz. Als Kriegervereinsmitglied verpflich tet er sich zuni Gehorsam gegen seinen obersten Kriegsherrn und zur Treue gegen die Monarchie, als Sozialist aber ist er Republikaner. Er muß sich alſo in einem Gewissenskonflikt befinden, sofern er nicht dem einen Prinzip zu Liebe das andere preis gibt. Entweder er hört als Kriegervereinsmitglied auf, Sozialist zu sein, oder er wird nicht Kriegervereinsmitglied, um Sozialist bleiben zu können. Aus diesem Grunde glaubt auch die Kriegervereinsleitung berechtigt zu sein, obgleich Politik in den Vereinen verboten ist, stets vor sozialdemokratischen Wahlen warnen zu müssen, weil der Konflikt der Pflichten die Zuverlässigkeit der Mitgliedschaft eigentlich beseitigt. Auch diese Frage ist einmal akut geworden, und zwar in Baden, als das Organ des Kriegervereinsverbandes den Zentrumswählern, die zum Kriegerverein gehören, das Eintreten für sozialdemokratische Kandidaten untersagte. Die Angelegenheit fam damals, weil in der Aufforderung eine Beleidigung des Zentrumsführers Geistl. Rats Wendler enthalten war, vor Gericht; es wurde aber im Gerichtsurteil anerkannt, daß die Vereinsstatuten und der Ausdruck des sozialdemokratischen Prinzips eine derartige Warnung durchaus rechtfertigen. Selbst in sozialdemokratischen Kreisen bestreitet man das im Ernste nicht; im Gegenteil. Der„ Vorwärts" hat be reits angeregt, die durch ihr Prinzip an dem Zutritt zu den Kriegervereinen gehinderten Elemente möchten einen Verein ehemaliger Soldaten auf sozialistischer Grundlage gründen, ein Vorschlag, der sich kaum durchführen lassen wird, weil schon die Preisgabe des ersten soldatischen Prinzips des bedingungslosen Gehorsams gegen den obersten Kriegsherrn eigentlich eine Pflege des soldatischen Geistes in Frage stellt, wenn nicht völlig verneint. Soviel ist jedenfalls unbestritten sicher, daß ein Sozial demokrat nicht überzeugtes Mitglied eines Kriegervereine sein kann, soviel aber ſteht auch fest, daß die Disziplinierung solcher Elemente nur auf Grund notorischer Vorkommnisse, also auf Grund eigenen Bekenntnisses oder infolge einer Agitation eintreten darf, daß aber eine amtliche Einmischung infolge der Wahl der Verfassung widerspricht. Die Freiheit der Wahl darf nicht angetastet werden. Wollen die Kriegervereine überhaupt eine reinliche Scheidung herbeiführen, so sollten möglichst wenig die Wahlzeiten zur Ausmerzung der republikanischen Elemente gewählt wer den, weil dadurch doch zu sehr der Schein erweckt wird, al seien sie Wahlvereine. Vor allem aber sollte vielleicht eine größere Zurückhaltung bei der Mitgliederaufnahme beachtet werden; dann würden viele Zwistigkeiten parteipolitischer Natur erspart. Canadilche ,, Wahrheitsliebe". Das eben erschienene neue englische Blaubuch, das über Die zollpolitischen Verhandlungen zwischen England und Deutschland seit dem Jahre 1897 Aufschluß giebt, bringt nur nuch für die fanatischsten Deutschenfeinde in England der ollgiltigen Beweis, daß es nicht Deutschland war, das den Zollkrieg mit Canada vom Zaun gebrochen hat. Im Gegen teil, aus den amtlichen Dokumenten erhellt, daß Deutschland mit einer geradezu beispiellosen Langmut die Provokationen Canadas hingenommen hat.- Unser R. K.- Mitarbeiter schreibt uns in der Angelegenheit: Non englischer Seite ist seinerzeit, das ergiebt sich un zweidentia aus dem Aktenstück, der Handelsvertrag mit Deutschland gekündigt worden, ausschließlich zu dem zweck, Canada und einigen anderen britischen Kolonien eine zollpolitische Differenzierung Deutschlands zu ermöglichen. Diese Differenzierung hat Canada auch vorgenommen, und die deutsche Regierung hat darauf mit den Maßnahmen geantwortet, zu denen sie durch das deutsche Zolltarifgesetz gesetzlich verpflichtet war. Sie hat dabei nicht einmal diejenigen Befugnisse ausgeübt, die ihr durch das Gesetz eingeräumt wurden, sondern sich lediglich auf die Gegenmaßnahmen beschränkt, die sie notgedrungen nach dem Gesetze scharf anwenden mußte. Obwohl Canada schließlich hohe Kampfzölle gegen Deutschland anwandte, hat die deutsche Regierung doch von dem ihr gesetzlich zustehenden Recht, auch ihrerseits die Sätze des Generaltarifs um 20% Canada gegenüber zu erhöhen, feinen Gebrauch gemacht, immer in der Erwartung, daß eine baldige zeitliche Bei legung des Zollkampfes durch eine solche deutsche Zurückhaltung mehr gefördert werde, als durch eine Politik scharfer Gegenmaßregeln. Der deutschen Regierung ist die Behauptung dieses Standpunkts nicht leicht gewesen: Im eigenen Lande und bei den einflußreichsten Parteien fand die Canada gegenüber von deutscher Seite geübte Milde scharfen Widerspruch, und die canadischen und englischen Minister, die sich nicht cheuten, wider besseres Wissen Deutschland als den Urheber es Zollkampfes zu verdächtigen, machten den Widerstand Der deutschen Regierung gegen die anticanadische Strömung m Volfe nur noch schwieriger. Aus der ganzen amtlichen Darstellung ergiebt sich, daß Deutschland eine musterhafte Royalität beobachtet hat, während andererseits auf England, insbesondere auf Chamberlain, und Canada wieder das Ödiumi eines unfairen und arroganten Verhaltens fällt, Und noch eins erhellt aus dem Blaubuch: daß die Deutsche Regierung sich nicht bereit finden lassen wird, klein beizugeben, sondern daß sie, wenn von englisch canadischer Seite weiterhin dasselbe unverschämte Lied geblasen wird, baran gehen will, die ihr im nuei Zolltarifgesetz zu Gebote stehenden Mittel auch ihrerseits den Canadiern gegenüber anzuwenden. Wer dabei schlechter fahren wird, könnten sich die Canadier und Briten an den fünf Fingern abzählen. Die Politik. Kein einziges agrarisches Mandat? Das einzige Reichstagsmandat, das der Bund der Landwirte bei den letzten Wahlen erhalten hat, das Mandai des Abg. Stauffer II in Homburg- Kusel, wird wahrschein lich für ungiltig erklärt werden. Es ist nämlich amtlich ermittelt, daß an 100 Wähler, die im Wahlkreis Homburg wohnen und im Wahlkreis Ottweiler- St. Wendel in Arbeit stchen, ihr Wahlrecht bei der Hauptwahl doppelt ausgeübi haben. Infolgedessen ist sowohl die Wahl in OttweilerSt. Wendel wie diejenige in Homburg- Kusel bereits angefochten worden. An der Erklärung der Ungiltigkeit beider Wahlen ist angesichts der geringen Stimmenunterschiede der in die Stichwahl gekommenen Kandidaten nicht zu zweifeln. Ob es dem Bund der Landwirte gelingen wird, das Mandat bei einer Nachwahl wieder zu erringen, ist höchst zweifelhaft. Der Sohn des Himmels in Aengsten. Der Beherrscher des Reiches der Mitte hat wirklich fein behagliches Dasein. Nicht genug, daß ihm die weißen Teufel" das Leben sauer machen, nicht genug, daß er unter der harten Vormundschaft seiner Tante, der Dame Tiu- hsi, wie ein Häftling seine Tage vertrauern muß: jetzt droht auch noch seinem Leben Gefahr von seinen bezopften Untertanen. Nach einer Meldung aus Tientsin erließ der Sohn des Himmels neuerdings einen Geheimbefehl, die im Auslande befindlichen chinesischen Studenten, welche verdächtig sind, in Japan eine Gesellschaft zur Entthronung der Mandschu- Dynastie gebildet zu haben, bei ihrer Heimkehr in China zu verhaften, die Schuldigen hinzurichten, die bloß Verdächtigen aber wieder über die chinesische Grenze zu jagen. Das wird ja, bei dem in China beliebten summarischen Verfahren, ein Massenföpfen geben. Eine tschechische„ Los von Rom"-Bewegung. Unter den Tschechen ist gegenwärtig eine Bewegung gegen Rom im Gange. Wie tschechische Blätter melden, wird diese Bewegung gemeinsam von tschechischen und deutschen Evangelischen, namentlich von Pastoren, in Fluß gebracht. Auch der bekannte frühere katholische Priester, jezige evan. Jelische Prediger André Bourrier soll unter den Tschechen in dieser Hinsicht tätig sein. Die tschechischen Blätter erlären die Hinzuziehung des Franzosen Bourrier, der anjeblich als Abgesandter des Evangelischen Bundes fungiert, damit, daß die Tschechen für alles Französische besonders mpfänglich sind und deshalb dem Einfluß Bourriers leicht zugänglich sein würden. Unter falscher Flagge. Nach einer Meldung aus London haben amerikanische Kriegsschiffe sich einiger zwanzig fleiner, Borneo gegenüber liegender Inseln, die England gehören, bemächtigt und auf ihnen das Sternenbanner gehißt. Daß dieses Vorkommnis zu ernsten Konflikten zwischen England und Amerita Anlab o viele meldeten, daß sein gesamtes Rapital nicht mehr spruch nahm, und du wirst begreifen, baß fich da bald nusreichte." Diesen ANGLE B Dcument mich raspelte eine wahre Litanet von Anefboten und Scherzen er stilrzbe auf sie zu, füßte ihr wiederholt Aeß er enigehen, die Hand, er fast die Hälfte seiner Eleinen Rente nicht zwei Personen mehr oder weniger Unterschied in den laufenden Auslagen. uno den mir machen Die Ueberfahrt geringsten orientalischen Kabinetts umzugestalten, das randa mit Teppichen und anderen Geweben in eine Art thusiasmus auf die dee feines Ratgebers ein, die Begegen vorne geven werde, ut nicht anzunehmen, wie Ameritaner, die offenbar nicht gewußt haben, daß sie auf britischem Grund und Boden stehen, werden ihre Flagge niederholen, sich in London wegen des Versehens entschuldigen, und damit wird die Sache abgetan sein. Londoner ostasiatische Sorgen. A Nachdem der Versuch der britischen Politik, Japan auf Rußland zu heben, fläglich mißlungen ist, macht sich die eng lische Presse daran, Rußland durch papierene Drohungen einzuschüchtern. Rußland solle nicht zu sicher auf Frankreichs Unterstützung bauen. Selbstverständlich wird auch wieder Deutschland von der britischen Presse verdächtigt, als hetze 2s zum Kriege in Ostasien und wolle Rußland Mißtrauen Jegen England einflößen. Offenbar ist es der Neid auf das wachsende Ansehen Deutschlands in Ostasien, der diesen Berleumdern die Feder führt. Wohl oder übel hat die Londoner Presse erst dieser Tage wieder feststellen müssen, daß die Festigung der Stellung Deutschlands zur Zeit in Schan ung bemerkenswerte Fortschritte macht. Die Bahngesellschaft beschleunigt den Bau der Eisenbahnlinie nach Tsinanfu, der Hauptstadt Schantungs, die Reichsregierung wird diese neue Rinie übernehmen. Die Bahnstrecke ist bereits militärisch) besetzt. In den Großstädten Weihwing und Tschingtschufu sind deutsche Postämter errichtet worden, kurz, die Kolonic jerät zusehends mehr und mehr unter deutschen Einfluß. Kurze politische Nachrichten. Die in einigen Blättern aufgetauchte Meldung, die preußische Eisenbahnverwaltung habe eine allgemeine Verfügung über eine Beschränkung des Handgepäcks der Reisenden erlassen, ist unzutreffend. Nur der Zugführer soll fortan mehr darauf achten, daß die Reisenden nicht zu umfangreiches Gepäck mit in die Abteile nehmen. Aber auch sie sollen nur dann einschreiten, wenn die übrigen Mitreisenden sich beklagen. * Kaplan Da s ba ch hat jetzt in der„ Trier. Ldsztg." auf die mehrfach erwähnten Darlegungen des Grafen Hoensbroech erwidert. Er bestreitet die Beweiskraft des von Hoensbroech veröffentlichten Materials. * Die britische Admiralität hat eine Erfindung erworben, vermöge deren unterseeische Boote große Entfer nungen ohne Gefahr für die Mannschaft zurücklegen können. Ueber die Erfindung wird das größte Geheimnis bewahrt. Franz Kossuth hat jezt den Vorsitz der Unabhängigkeitspartei( der Kossuth- Partei) endgiltig niedergelegt. * Die serbischen Gesandten in London, Paris und Athen sind pensioniert worden. Die Posten in London und Athen sollen nicht wieder besetzt werden. Endlich einmal eine vernünftige Maßregel in Serbien. Hus dem Gerichtssaal. § Im Pommernbank- Prozeß beantragte die Staatsanwalt schaft gegen die Angeklagten Schultz 6 Jahre Gefängnis, 6 Jahre Ehrverlust und 50 000 Mart Geldstrafe, Romeid 5 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust und 30 000 Marl Geldstrafe, gegen Hanel 6 Monate Gefängnis und 5000 Mt. Geldstrafe, gegen Bohl 1 Monat Gefängnis und 1000 Mt. Geldstrafe. Als den Hauptschuldigen stellt der Staats. anwalt den Angeklagten Schultz hin, der ganz skrupellos be trogen habe, Romeick sei ihm, um die Ehre seines Bruder: zu retten, auf diesem Wege gefolgt. Schulz habe aus dem Zusammenbruch sicher noch Geld gerettet. § Eine Steuerstrafe von 52 000 Mark muß der Bier brauereibesizer Moritz in Pfaffenhofen nach einem Urtei des Schöffengerichts in Buschweiler zahlen. Die Hinter ziehung bestand im sogenannten„ Anschwänzen"; es wurd mehr Bier gebraut als verſteuert, was die mißtrauisch ge wordenen Steuerbeamten schließlich entdeckten. § Wegen Röntgenstrahlen- Schwindelei hatte sich vor der Straffammer zu Solingen der Artist Schröder aus Berlin zu verantworten. Schröder hatte eine Attraktion" er funden, welche er„ Röntgenstrahlen- Durchleuchtung, das Stelett im Körper einer jungen Dame" benannte. Es wurde jedoch festgestellt, daß es sich nur um eine Illusion handelte, die mittels eines Skelettes, einer Dame und einer Spiegelvorrichtung ausgeführt wurde, ohne daß ein Röntgen- Apparat benutzt wurde. Diese Täuschung des Publikums wurde vom Gericht als Betrug erklärt und mit einer Geldstrafe geahndet. Nab url Perm [ Der„ Ei"-Roman.] Der bekannte Schriftsteller Paul b. Schönthan gibt in einem Feuilleton über literarisch Spielereien unter anderem einen Auszug aus einer vor ihm herrührenden, mehrere Druckseiten umfassenden Geschichte zum besten, in der in jedem Wort ein„ ei" vorkommt, und zwar wie folgt: Heinrich heiratete Reinhilde, ein rei. zendes, keineswegs geistloses Weibchen. Ein einträchtiges, heiteres Dasein vereinte beide; freilich, eine Eigentümlichkeit seines Kleinods bereitete Heinrich einigemale geheime Leiden. Eine aufreibende Eifersucht peinigte Reinhilden, eine unheilvolle, unbegreifliche Zweifelsucht. Eines Charfreitags leistete Reinhilde beim Reinmachen ausnahmsweise Beistand; Heinrichs Schreibtisch bereitete eine zeitraubende Arbeit, allerlei Kleinigkeiten erheischten einsichtige, beinahe kleinliche, weibliche Sorgfamkeit. Ein leiser Aufschrei! Reinhilde streifte beim Abseifen einer Leiste ein Preis- Verzeichnis feiner Goldarbeiterwaren. Einige leichte Bleistift- Unterstreichungen bei:„ Ein Edelsteinmedaillon", u. s. w. Das deutsche Turnfest in Nürnberg verspricht einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Bisher sind über 27 600 Anmeldungen erfolgt. Die lokale Vorfeier, welche Vorfüh. rungen der mittelfränkischen Turnvereine und Liedervorträge der Nürnberger Sängergenossenschaft brachte, war von über 15,000 eintrittzahlenden Personen besucht. Die Probevorführungen unter Leitung des Festturnwarts Günzler hatten großen Erfolg. Besonderen Beifall fanden die von 720 Turnern ausgeführten Eisenstabübungen, sowie die Turnspiele der Jugendabteilungen. Nebenher gingen noch besondere Proben für die turnerischen Festvorführungen, mit denen die Nürnberger Turnerschaft die Turngenossen aus dem Reiche zu überraschen gedenkt. Auch die Nürnberger Damen beteiligten sich dabei mit Kostümreigen und Reigenspielen. Das Festspiel:„ Verheißung, Kampf und Sieg" von Archivrat Mummenhoff rief bei seinen Proben, besonders durch die Schlußszenen der letzten Akte: Der Schwertschwur des Lützowschen Korps und Germania als Vision der Lüßower Jäger an Körners Leiche, stürmische Begeisterung hervor. Die bei dem Fest beteiligten deutschen Turnvereine des Auslandes haben ihren Sitz in der Schweiz, Norwegen, Desterreich- Ungarn, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Nordamerika, Schweden und Italien. [ Verfänglicher Bericht. J... Ich forderte den Betreffen den auf, mir zu folgen, worauf mir derselbe erwiderte: ,, Steigen Sie mir den Buckel nauf." Nachdem dies geschehen schritt ich sofort zur Verhaftung. Gendarm Müller." [ Zuverlässige" Matrosen] scheint die amerikanisch Marine zu haben. Nach Angaben des Navy Departments zählte die Besatzung der amerikanischen Kriegsflotte im Jahre 1902 25 000 Mann, und von diesen desertierte im genannten Jahre die unglaubliche Zahl von 4600. Bekanntlich rissen auch bei den Kieler Festen mehrere amerikanische See. leute aus. O Brave Seeleute. Der Kaiser verlieh dem Leutnant zur See Schantz von S. M. S. Wittelsbach" die Rettungs medaille und erteilte den Fähnrichen z. S. Schraube und Gréus eine Belobigung. Als die Wittelsbach" am 1. April in der Hochwarter Bucht an der holsteinischen Küste ein Bootsmanöver ausführte, stürzten die Matrosen Freese und Müller plößlich über Bord und verschwanden in der Tiefe. Das Wasser war eisig falt, 4 Grad Reaumur. Der Leutnant 3. S. Schantz und die Fähnriche z. S. Schraube und Gréus sprangen den Versinkenden nach und retteten sie mit eigener Lebensgefahr. Weiter wird aus Kiel gemeldet: Dieser Tage sprang Leutnant 3. S. Vater in der Außenförde dem aus der Tafelage der„ Stein" über Bord stürzenden Schiffsjungen Hahn ohne Besinnen nach. Die schöne Tat blieb erfolglos, da der Junge anscheinend durch Aufschlagen auf die Backspiere bereits tot ins Meer fiel. A[ Die Perücke als Beutesack.] Eine eigenartige Szene spielte sich auf dem Polizeiamt eines Pariser Vororts ab. In den östlich von Paris belegenen Außenstädten zog zehn Jahre ein Hausierer mit Schmucksachen umher, der auch Schmucksachen kaufte. Defters vermißten die Kunden nachträglich irgend ein Kleinod, ohne daß ein ernster Verdacht ihn treffen konnte. In Fontenay ging ihm jedoch eine Frau nach und ließ ihn verhaften. Auf dem Polizeiamt spielte Ronquin jedoch die getränkte Unschuld, bis einer der Beamten, halb im Scherz, sein schönes Haar ergriff. Dasselbe blieb ihm in der Hand, während der kostbare Ring auf den Boden fiel, wegen dessen die Frau ihn hatte verhaften lassen. Die Perücke war der sichere Versteck der Diebesbeute. * Militärische Wachthunde. Eine ganz eigenartige Einrichtung ist seit einigen Tagen bei der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven eingeführt worden. Allen Posten, welche während der Nachtzeit das Werftgebiet zu bewachen haben, ist, nämlich je ein Wachthund beigegeben worden. Die Tiere sind mit Maulkorb versehen und werden von den Posten an der Leine geführt. Sobald nun eine im Werftgebiet betroffene Person auf den Anruf Halt" nicht ſofort stehen bleibt, ist nach der Vorschrift der Hund loszulassen, welcher nunmehr das„ Stellen" des Angerufenen übernimmt. Die Tiere sind ausgezeichnet dressiert und sollen, falls sich ihre offensichtliche Brauchbarkeit in der Tat erweist, in ähnlichen Zweigen des Nachtwachtdienstes Ver= wendung finden. Leopold Wölfling, der Bruder der früheren Kronprinzessin von Sachsen, hat nunmehr von den Schweizer Behörden die Erlaubnis erhalten, sich in Genf niederzulassen. Er wird sich voraussichtlich bald mit seiner Braut Frl. Adamovicz verheiraten. Die Verleihung des Titels einer Gräfin Montignoso an die Prinzessin Luise soll auf Betreiben des Kronprinzen von Sachsen erfolgt sein. Montignoso ist eine Gemeinde von etwa 3000 Einwohnern in der italienischen Provinz Massa- Carrara und gehörte früher zu den toskanischen Besitzungen. Opfer des Hochwassers. Von den Pionieren, die zum Eindämmen der empörten Oder entsandt worden sind, wurden eine ganze Zahl die Opfer ihrer Pflicht. Bei Breslau wurden die Leichen von drei Pionieren aus der Oder gelandet, und sieben andere ertrunkene Soldaten sollen noch in den wilden Wogen des Stromes treiben. Bei Brinz wurde von einer Rotte nichtswürdiger Gesellen der Versuch gemacht, einen Damm zu durchstechen; doch wurden die Verbrecher noch zur rechten Zeit von Forstbeamten mit Schüssen verjagt. In Breslau befürchtet man Typhusepidemie durch verdorbenes Trinkwasser. * ** Lokales. Gießen, den 17. Juli. Das Amtsblatt Großherzoglichen Ministerium& der Juistiz Nr. 16 vom 19. Juui d. J. enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden in Betreff der Prüfung des Kosten- und Stempelwesens im Jahre 1901. Streifunruhen in Hannover. In Hannover wollten streifende Arbeiter einen Trupp Italiener, die zu ihrem Erjazz herbeigerufen worden waren, am Bahnhof überfallen. Es kam zu einem Scharmützel mit der Polizei, die die Jtaiener beschützte. Die Polizisten mußten von der Schußwaffe Gebrauch machen. Es sollen mehrere der Tumultuanten perlebt sein. ** Erledigte Stellen. Die Stelle eines Revisionsfontrolleurs bei dem Hauptsteueramt Mainz, die Stelle eines Katasteringenieurs bei dem Katasteramt und die Stelle eines Ratastergeometers ist erledigt. Gesuche um Anstellung find an das Großh. Ministerium der Finanzen zu richten. Buchstäblich in Stücke gerissen wurde in Velbert durch eine Explosion der Brunnenarbeiter Gustav Schupp. Er jatte in einem fünfzehn Meter tiefen Schacht vier Sprengchüsse gelegt und wurde dann an einem Drahtseil emporjezogen. Beinahe oben angelangt, stürzte er ab und fiel in die Tiefe zurück, und ehe man ihm Hilfe bringen konnte, jingen die vier Schüsse los und zerrissen den Unglücklichen. * Reich& bantnebenstelle. Am 27. Juli d. J8. wird in Limbach( Sachsen) eine von der Reichsbantstelle in Chemnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Eine Eisenbahnkatastrophe ereignete sich auf dem Waterloo- Bahnhof zu Liverpool. Ein Personenzug sprang aus dem Geleis, wobei ein Teil der Wagen zertrümmert, fünf Personen getötet und etwa dreißig verlegt wurden. Der Zug sprang aus dem Geleise direkt auf den Bahnsteig heraus. *** Die Meisterprüfungen sind jetzt im vollen Gange; in den einzelnen Bezirken sind bereits die praktischen Prüfungen durchgenommen worden, so z. B. in Klein- Linden, Buzbach, Groß- Felda und Nidda. Die jungen Handwerker gehen mit großem Eifer an ihr Examen heran, hat doch die Bedeutung der durch die Handwerkergesegnovelle von 1901 eingesetzten Prüfungen so nach und nach in den breiten Schichten der Interessentenkreise Platz gegriffen. * * follegium 1. Sand Schäfermeifter Ra maliger Schafhän von Langsborf bi gefucht. Brämiin Für Biegen: Selbstmord. Anknüpfend an unsere gestrige Notiz hat sich der unglückliche, höchstens 20jährige junge Mann, Unehrlichkeiten im Geschäfte zu Schulden fommen lassen. Schon längere Zeit constatierte der Inhaber des Geschäfts fast allabendlich ein Defizit in der Ladenkasse. Der Verdacht lenkt: sich auf Leinung( so heißt der junge Mann) und wurde zur Gewißheit, als man auch noch gestohlene Wäsche bei ihm vorfand.- Troßdem hätte Herr Schneider noch teine Anzeige erstattet, wenn L. seiner Aufforderung, das Geschäft sofort zu verlassen, nachgekommen wäre. Er erklärte die Entlassung vielmehr für ungefeßlich und verlangte Salair bis 1. Oktober. Daraufhin wurde die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben. Wie wir gestern bereis meldeten, hat der Bedauernswerte auf den Schienen seinen Tod gesucht und gefunden. Er ist geborener Erfurter und sein Vater, ein Eisenbahnsekretär, traf heute morgen hier ein. ( 1) Des Mörders letztes Wort. Der Mörder Dougal, der, vie seinerzeit berichtet, vor drei Jahren seine Geliebte Camille Holland ermordet und in der Nähe der Moat Farm eingegraben hat, hat jetzt seine Tat durch den Tod am Galgen gefühnt. Der Verurteilte hoffte zuversichtlich auf Begnadigung und trug ein ruhiges, gefaßtes, fast stolzes Benehmen zur Schau, bis ihm die Entscheidung des Ministers des Innern mitgeteilt wurde, daß er eine Begnadigung nicht empfehlen könne. Mit diesem Augenblicke brach der bisher so tropige Verbrecher völlig zusammen. Bei der Hinrichtung fam es zu einer dramatischen Szene. Der begleitende Geistliche sprach in beweglichen Worten auf den Mörder ein, doch sein Gewissen durch ein Geständnis zu erleichtern. Dougal leugnete hartnäckig. Als der Henker schon die Schlinge um Dougals Hals legte, rief der Geistliche noch einmal:„ Dougal, schuldig?" Ein heiseres Röcheln fam zurück: Schuldig!" und im nächsten Augenblick hing der geständige Mörder am Balgen. Bunte Chronik. Bei Baukau wurde ein Fußgendarm mit einer Schußwunde in der Brust auf der Landstraße tot zufgefunden. Es scheint ein Verbrechen vorzuliegen. Die Deutsche Schiffbautechnische Gesellschaft hat nach glänzenden Schlußfeierlichkeiten ihren Aufenthalt in Schweden seendet und die Rückfahrt nach Deutschland angetreten. * * Leztes Abonnements Ronzert. Gestern fand im Neuen Saalbau"( Steins Garten) das letzte Das von Abonnements- Konzert für diese Saison statt. H Herrn Musikdirektor Krause Gebotene fand auch gestern abend wieder reichen Beifall. Die Abonnements- Ronzerte haben sich einer großen Beliebtheit zu erfreuen; der bei allen Konzerten durchweg gute Besuch hat das auf das deutlichste bewiesen. Die Darbietungen der Kapelle ſtanden auf der Höhe und mit den geschickt zusammengestellten. Programmen wußte Herr Krause stets den richtigen e- schmack des musitliebenden Publikums zu treffen. ** Der Festzug zum Schütenfest am Sonntag den 18, nachmittags 22 Uhr vom Wallthor aus, wird folgende Straßen passieren: Wallthor, Lindenplatz, Marktplay, Mäusburg, Kreuzplas, Kaplansgasse, Bahnhofstraße, Westanlage, Seltersweg, Kreuzplay, Sonnenstraße, Neue Bäue, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Grünbergerstraße. Der Weckruf am Sonntag früh 6 Uhr berührt folgende Straßen: Oswaldsgarten, Westanlage, Schanzenstraße, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurterstraße, Südanlage, Göthestraße, Ludwigstraße, Bismarkstraße, Südanlage, Neuenweg, Seltersweg. Wünschensmert wäre eine Beflaggung der Häuser der genannten Straßen. * * Die Schule Stolze- Schrey hält in den Tagen vom 2.- 6. Oktober d. Js. ihren zweiten Stenographentag in Frankfurt a. M. ab. - Für Beit- Biegen: Für Lämmer: Nach der Gaisbod, bie pr bie Preisrichter photographisch auf Neue E richt der Handels Bahnlinien in 2 Weglar- Hohenfo der Koblenz Station Usinge und Frankfurt. ** Bostali Inseln sind von Boftpadeten und *** Vom Gaisfest zu Langsdorf. Darüber schreibt uns noch ein gesch. Leser unserer Zeitung Folgendes: Am Sonntag den 12. Jult fand zu Langsdorf im prachtvollen Gärtenbezirk Schnepfenhain das erste Saisenfest statt, das vom prachtvollsten Wetter begünstigt war. Es mögen wohl 2000 Menschen Teil genommen haben. Der Festzug war einfach großartig; voran die Schuljugend und die erwachsene weibliche Jugend von Langsdorf, sodann sämtliche Biegen( Gaisen) von Langsdorf, geschmückt mit Sträußen und Bändern, und geführt von den Schulbuben. Hernach der Ziegenzuchtverein, an der Spiße der Direktor, Bürgermeister Köhler, der Schriftführer Lehrer Hardt, Landwirtschaftslehrer Schwarz aus Alsfeld, Lehrer Leidich, ihm folgend der Kriegerverein und der Gesangverein Concordia" beide mit Fahnen ausgerückt. So war der Zug vor der Licher Pforte aufgestellt, als die munteren Weisen der Musikkapelle vom Dorfe her er flangen. Der Gemeinde- Gaisbock wurde abgeholt. Auf dem Festplatz begrüßte der Direktor des Ziegenzuchtvereins Abgeordneter und Bürgermeister Köhler die Versammelten. Ec führte aus, daß die Sänger, Schüßen- und Turnfeste in den 60er Jahren Träger eines politischen Gedankens waren, der die Einheit Deutschlands heischte, daß die Kriegervereine gemacht wurden, um das Volt auch noch nach der Kasernenzeit im treuen Gehorsam zu erhalten daß aber diesen neue Bestrebungen folgen müßten, Bestrebungen der wirtschaftlichen, richtigen und vernünftigen Sozial- Politik. So sei denn das Gaisfest nicht etwa ein Fest des Ults oder der übermütigen Laune, sondern ein Fest der geringbemittelten Volksgenossen, die in der Biege eine mächtige Gefilfin ge funden, viel Not und Elend mildern und zu überwinden. Des Redners Hoch" galt dem Vaterland, das - ,, wie das blaue Himmelszelt" seinen Schirm und Schuß über Alle halte, wessen Partei er auch sei. Brausender Beifall der tausendköpfigen Versammlung folgte den Worten. Der Tanz begann. Zwischendurch folgten Vorträge, Reden und Ansprachen. Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz aus Alsfeld feierte in längerer, von Beifall begleiteter Rede„ die 8iegenzucht und ihren Wert für den kleinen und mittleren Bauer." Herr Lehrer Leidich redete über das Thema„ Die Gais und der Gaisbock im deutschen Sprichwort." Zum Schluß des offiziellen Teils wurde von dem Preisrichter" - - Bofipadete nach angabe bis 1000 England, auch dir nach Dftafien übe halten. Warnu wiffen Karl Bere von Berecz in Be anbietet. Berecz erlangen, für die * Unfall in Unglüdsfällen beitsfällen, bei näd allein in Form v fallmel egespräche * Die„ Dar Gestern ist der an milie und Dien Bittoria hier ein wohl sein, wenn biel Bimmer ma § Wezlar. Handelskammer, dem heutigen Tag ** Ufingen. gerichts bestrafte bes Vorschußverei ichung von Büche gesamt 28 000 brangnis geratene Gefängnis. Das Recht reich i Liebespaar durch zu ehelichen. De Shied des Krieg besonderer Belieb - Und so zog Er gedacht an Es war faum Sieb, da tam Was erblidte Uud auf Marm Nachdem threr Sigung linien für die hat, bringe ich meinen Bauordn Kenntnis, daß zum 10. des fo Tiefbauamt zu gegen denselber ung des Aussch Gießen, GOOOOG Brotprets. 000000 Juli. glichen ui 8. J. in Bes seng im nes Re te Stelle ie Stelle nftellung richten. Juli d. ichsbant t RaffenDerden. im bollen rattijden Linden, ndwerker doch die Dont 1901 n breiten geftrige ige junge fommen aber des adentaffe. Der junge modi ges itte Herr ner Aufgefommen ngefeglich vurde die r gestern Schienen Erfurter morgen Geftern as leste Das von geftern -Konzerte der bei auf das e standen ngestellten gen CeSonntag 18, wird Markt. hofstraße, Be, Neue raße. = folgende zenstraße, üdanlage, üldanlage, eine Be in den n Stenor Darüber lgendes: n pracht fenfeft war. Es en. Der gend und sodann nüdt mit hulbuben. Direktor, Lehrer Isfelb, und der usgerückt. ftellt, als her er Auf dem reins Ab. elten. Er rnfefte in 18 waren, gervereine Rafernen Ser diesen ngen ber -Politit. Ulls oder Demittelten ef ilfin ge berwinden. -wie Schuß über Der Beifall ten. Der Reben und aus Alslebe„ bie mittleren na„ Die " Bum eisrichter follegium 1. Landwirtschaftslehrer Schwarz von Alsfeld, 2. Schäfermeister Karl Fischer von Bettenhausen und 3. ehemaliger Schafhändler und Kloster- Schäfer Michael Thörner von Langsdorf die schönsten Gaisen zur Auszeichnung ausgesucht. Prämiirt wurden: Für Ziegen: 1. Heinrich Dern( reine Saaner, Ankaufspreis 65 Mark), 2. Wilhelm Schieferstein( beste Milchziege Langsdorfs), 3. Konrad Höhn, und 4. Wilhelm Walther II. Für Zeit- Biegen: 1. Heinrich Roth II., Für Lämmer: 2. Heinrich Weber. 1. Heinrich Kneipp 6, 2. Anton Bender II, Wittwe, 3. Konrad Köhler, 4. Jakob Fay IV. Nach der Preis- Buerkennung wurden der GemeindeGaisbock, die preisgekrönten Biegen samt ihren Besißern, die Preisrichter und der Vorstand des Ziegenzuchtvereins photographisch aufgenommen. * Neue Eisenbahnlinien. In dem Jahresbe richt der Handelskammer Weßlar werden verschiedene neue Bahnlinien in Vorschlag gebracht, u. a. die Bahnlinie Wezlar- Hohenfolms- Gladenbach sowie eine Verbindung der Koblenz Gießener Eisenbahnstrecke mit der Station Usingen im Süden, und weiter mit Homberg und Frankfurt. ** Postalisches. Im Verkehr mit den MarrschallInseln sind von jezt ab Nachnahmen bis 800 Mart auf Bostpacketen und Bostfrachtstücken bis 10 Rg. zugelassen.- Postpackete nach Gibraltar bis 5 Kg. ohne oder mit Wertangabe bis 1000 Mt. fönnen von jeßt ab, außer über England, auch direkt mittels der deutschen Reichspostdampfer nach Ostasien über Bremen oder Hamburg Beförderung erhalten. * Warnung. Gewarnt wird erneut vor einem gewissen Karl Berecz aus Budapest, der unter dem Namen von Berecz in Zeitungen Gelddarlehn gegen Schuldschein 2c. anbietet. Berecz geht lediglich darauf aus, Vorschüsse zu erlangen, für die von ihm nichts geleistet wird. ** Unfallmeldungen zur Herbeirufung von Hilfe in Unglücksfällen( bei Feuers- oder Wassersgefahr, in Krantheitsfällen, bei nächtlichen Diebstählen u. dergl.) können nicht allein in Form von Telegrammen, sondern auch durch Unfallmel egespräche übermittelt werden. * Die„ Darmstädter Zeitung" meldet aus Bingen: Gestern ist der amerikanische Millionär Vanderbild mit Familie und Dienerschaft auf einem Automobil im Hotel Vittoria hier eingetroffen.( Wie groß mag dieses Auto wohl sein, wenn eine ganze Familie darin Platz hat? Wie viel Zimmer mag es wohl haben?) § Weßlar. Der neugewählte Syndikus der hiesigen Handelskammer, Herr Dr. Wickert aus Wiesbaden, hat mit Sem heutigen Tage sein Amt angetreten. ** Usingen. Die Straffammer des Wiesbadener Landgerichts bestrafte den Landwirt G. Ph., der als Kassierer des Vorschußvereins im Verlauf einiger Jahre unter Fälschung von Büchern, Kontokorrenten und Quittungen insgesamt 28000 Mt. unterschlagen hat, um damit in Bedrängnis geratene nahen Verwandten zu helfen, mit 1 Jahr Gefängnis. Das Oberhessische Voltslied. ( Schluß). Recht reich ist die Auswahl an Gesängen, in denen das Liebespaar durch den Tod der Braut verhindert wird, sich zu ehelichen. Da erfreut sich z. B. ein Lted, das den Abschied des Kriegers von seiner Herzallerliebsten behandelt, besonderer Beliebtheit. Es heißt darin: - Und so zog er fort zum Streite für's geliebte Baterland Er gedacht an seine L'na, eh' der Mond am Himmel stand. Es war faum ein Jahr verflossen und der Rose Knospe brach, Sieh, da tam er in den Garten, wo er sie zuletzt noch traf. Was erblickte er im Grünen? Hoch ein Grab an dem Spalier. Uud auf Marmor stand geschrieben: Lina ruht in Frieden hier!" Bekanntmachung. Der Verfasser erspart nun dem Trauernden den Schmerz allein weiter zu leben und schließt: Drauf zog er in ein Kloster, legte Schwur und Panzer ab Und auf einem hohen Felsen gruben Mönche bald sein Grab. Sehr oft ist aber auch Untreue des Liebhabers Todesursache des Mädchens. Aus der folgenden Ballade geht das ganz klar hervor. Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten Einer reichen Erbin an dem Rhein, Schlangenbisse(!) die den Falschen quäften, Ließen ihn nicht ruhig schlafen ein. Zwölfe schlugs! da drang durch die Gardine Blöglich eine falte, weiße Hand, Wen erblickt er? Seine Wilhelmine, Die im Sterbefleide vor ihm stand. Bebe nicht", sprach sie mit leiser Stimme, Ch'mals mein Geliebter, bebe nicht. Ich erscheine dir in nicht im Grimme, Deiner neuen Liebe fluch ich nicht. Zwar der Tod hat mir mein junges Leben ,, Trauter Heinrich, mitleidsvoll verkürzt, Doch die Jugend hat mir Kraft gegeben, Daß ich nicht zur Hölle bin gestürzt!" u. s. w. Ein ganz besonderes Interesse darf man jedoch den Liedern zuwenden, in denen das Liebesverhältnis durch gewaltsamen Tod seinen Abschluß findet. Diese Gattung ist überaus reichlich vertreten und fehrt in vi len Variation n immer wieder. Für den Zuhörer haben diese Weisen meist etwas Eigentümliches, manchmal sogar etwas komisches, aber man muß bedenken, daß die Landbewohner die Lieder von Jugend an hören und ihnen auch so in Fleisch und Blut übergegangen sind, daß sie erst merken, welche Absonderlichfeiten sie enthalten, wenn man sie darauf aufmerksam macht. In einer Ballade, in der der Liebhaber in der Absicht, seine Geliebte zu morden, mit derselben im Wald spazieren geht, heißt es: - Er nahm sie bei der rechten Hand Und führt sie in's Gesträuche, Er sprach: O, Herzallerliebste mein, Hier findst du große Freude". Da zog er aus der Tasche' raus Ein Messer scharf und spit Und stach Feinsliebchen in das Herz, Daß Wasser und Blut' raussp it. Unfre anderen Dichter fönnen sich daran ein Beispiel nehmen, wie gewissenhaft der Verfasser des Liedes zu Werke ging, denn die Nachwelt hat zweifellos ein Interesse daran zu erfahren, erstens, daß es die rechte Hand war, an der sie in's Gestreuche" gezogen wurde und dann fann es gar nichts schaden, wenn man weiß, was nach dem Stich aus der Wunde geflossen ist. Eine ähnliche Ausführlichkeit wird in einem Liede bewiesen, in dem die Geliebte ihren Schatz schlecht behandelte: Dies hat mich sehr verdrossen, ich faßte den Entschluß, Ihr Leben muß sie lassen, es tost's ja nur ein Schuß. Ich hab' auf sie gelauert in der Augustenstraß', Es war dreiviertel Zwölfe und sie war leichenblaß. Man sieht also, Ort und Zeit spielen hier gar keine unwichtige Rolle; allerdings endet diese Ballade nicht allzu romantisch, denn der Schändliche muß, nachdem er das Mädel umgebracht, für seine Tat einfach sizen und das kommt heute noch vor. In diesem Genre giebt es Dugende. Beachtung verdient aber ganz bestimmt ein Lied, in dem es heißt: Als sie mich sah, da wollt' sie flieh'n Sie floh das war ja ihr Bemüh'n Ich faßte sie am Arm und sprach: " Schön Schäßlein willst du mich verlassen? Willst du mich lieben oder hassen?" Die Antwort war ein leises" Ja"! Das ist praktisch- eminent praktisch! Der- zu Lebzeiten vielleicht verkannte Dichter giebt dem Sänger die Möglichkeit sich die Antwort nach Gefühl und Bedürfnis auszulegen und das ist doch nett! Von jüngeren Liedern findet man recht wenige und auch nur solche, die im Charakter den althergebrachten ähneln; immer nebst Kabinet mit oder uche einen Jungen, welcher 3 phne Möbel, pr. sofort zu die Bäckerei erlernen will. H. Bender VI. Rodheim a. d Bieber. 1 braver Junge in die Lehre Nachdem die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer Sigung vom 9. d. M. die Festsetzung der Fluchtlinien für die Straße In den Neuen Bäuen" beschlossen hat, bringe ich dies auf Grund des Art. 5 der allge- gesucht meinen Bauordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Spengler u. Installationsgeschäft. Kenntnis, daß der Entwurf des Fluchtlinienplanes bis Gg. Appel, Gießen. Seltersweg 56. vermieten. Gieken Bahnhofstraße 15. Möbliertes Zimmer zu vermieten. Gießen, Kirchstraße 2, III. öbl. Zimmer pr. sofort zu bermieten. Brandnesse 4. zum 10. des kommenden Monats auf dem städtischen Sauberer Junge Tiefbauamt zur Einsicht offen liegt. Ginwendungen von 14-16 Jahren zum Aus- ei schön möbl. Zimmer zu gegen denselben sind binnen gleicher Frist bei Vermeid- tragen von Backwaren sofort geung des Ausschlusses bei der Bürgermeisterei anzubringen. fucht Gießen, den 13. Juli 1903. Der Oberbürgermeister. J. V.: Curschmann. Beigeordneter. Für Bäcker! Brotpreis- Formulare hält stets am Lager - Gießen. Marktstraße 11. leine Wohnung an ruhige Familie zu vermieten. 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Wunderschön ist das in nachfolgender Ballade gesagt: Als die wunderschöne Bertha auf dem Schleifsteine saß ( gemeint ist das Spinnrad) Und kämmte ihre Haare so wunderschön, ei, Da tam der Fähnrich geritten daher Und sah die arme Bertha weinen so sehr.- Dann heißt es nach der üblichen Frage, warum das Mädchens weint, im dritten Verse weiter: Der Fähnrich der zog sein Schwert heraus Und stach die arme Bertha durch und durch. Hier wird also ganz besanders Gewicht darauf gelegt, daß die arme Bertha vollständig durchstochen worden ist, aber das muß man hören, dieses in den schmelzendsten Tönen gesungene durch und du- u urch" um den ganzen Schmerz über die Tiefe des Stiches ermessen zu können. " Da sind so die immer wiederkehrenden Typen aus dem Liederschatz der oberhessischen Dorfbewohner, besonders der der näheren Umgebung Gießens; allerdings kommen einem ähnliche auch in der Stadt selbst zu Ohr, z. B. ist das befannte ,, Mariechen saß auf einem Stein, e. St. e. St. e. St." ein ganz beliebter Gesang der Kinder beim Ringel- Rethelſpiel, aber die echten Perlen, die in mehr wie einer Beziehung interessant sind, bekommt man doch nur auf dem Lande, entweder in Gottes freier Natur oder in den Spinnstub n, von den ländlichen Sängern, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, zu hören, das heißt, wenn sie bei Stimme u, Stimmung sind! Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. H. H. 6. nach Trinitatis, Sonntag den 19. Juli. Kollekte für die evang. Gemeinde in Viernheim). Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr Pfairer Scheunemann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marcusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. In der Johanneslirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Die Versammlung und Biebelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche fällt diesmal aus. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 19. Juli, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 22. Juli, abends 8 Uhr: Bibelstunde. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 18. Juli 1903. Freitag Abend 8 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.15 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6 Uhr. Abends 8 Uhr. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 28. April 1. J. ist dem Karl Germann dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesindevermieter erteilt worden. Die Gebühren desselben sind: für einen ersten Gesellen " " zweiten dritten " " Mt. 3.2." 1.50 wovon der Meister wie Geselle je die Hälfte zu tragen hat. Gießen, den 15. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Städtisches Schlachthans. Schweinefleisch 54 Pfg. Kalbfleisch 45 Pfg. Heute und Morgen, Versteigerungs- Anzeige. Montag, den 20. Juli d. Is., vormittags 9 Uhr anfangend, findet die letzte Versteigerung des zur Konkursmasse Bönsel gehörigen Warenlagers statt. Es tommen zum Ausgebot: 1 Faß Rüböl, 1 Faß mit Honig, ca. 1/2 Ctr. verschiedene Sorten Farben, 1 Quantität Tabat, mehrere Züber, Fässer und Eimer, 1 Parthie Holzkoffer; ferner: Schlösser, Beschläge, Schrauben und Schraubenmuttern, mehrere Maurerhämmer, Pferde und Schafscheeren, Hobel- und Stemmeisen, mehrere Pack Schlüssel, Ratten- und Mausfallen, 1 Revolver, 1 Terzerol; mehrere Defen und Ofenteile, 10 Wasserschiffe, eine Parthie Chamottensteine, 1 Hätselmaschine, 1 Pfuh'pumpe, 1 gußeiserne Säule, 2 Träger, Achsen für Karren, sowie eine größere Quantität Papierdüten, 1 Dezimalwaage, 2 Schreibpulte, Ladeneinrichtung u. s. w. 4-5- Zimmer- Wohnung, Bleichstraße 17, part., zum 1. Oktober zu vermieten. Näheres nebenan Auf Wunsch werden die Steigpreise gegen Stellung Löberstraße 26, parterre. Gießen. eines zahlungsfähigen Bürgen kreditirt. Schöner Laden, Mitte der Stadt sofort zu verm. Offerten u. ,, Laden" in d. Exp. d. Bl erb. Grünberg, 10. Juli 1903. Der Konkursverwalter. 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Giessen. zuges am Wailthor, Zug durch die Stadt nach dem Festplatze Zwiebelkuchen Dasselbst Begrüssung, Beginn des Preisschiessens und Volksfestes. Montag, den 20. Juli, morgens 10 Uhr: Dienstag, Donnerstag und Samstag von morgens 9 Uhr an zu haben be Frühkonzert auf dem Festplatze. Mittags 1 Uhr: Festessen Bäcker Schomber, im Schützenhause. Von 4 Uhr ab: Konzert u. Volksbelustigungen. Abends Campionsumzug. Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr: Walltorstraße 51. Abbruch. Schulstraße 1. Türen, Fenster, Treppen u. Tanz und Volksbelustigungen. pen. Brennholz Preisverteilung. Einmaliger Eintritt 30 fg., Tageskarten 50 Pig., Dauerfarten 1,20 Mt., im Vorverkauf 1 Mf. Zu den Eintrittspreise: Dauerkarten werden Beifarten für erwachsene Familienmit glieder zu je 50 Pig. ausgegeben. Dauerkarten berechtigen zum Besuch des Fest- Kommers im neuen Saalbau. Karten im Vorverkauf zu haben bei H. Noll, Mäusburg, C. 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Juli 165. 186 AM HAUSLICHEN verde das Kind aber vor jeder Verwilderung bewahrt. Man dulde niemals, daß das Kind Blumen pflücke, um sie dann fortzuwerfen, oder daß es Tiere in grausamer Lust quale oder töte. DON