Str. 40 Abonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 17. Februar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jnsertionsprei& Die einspaltige Betitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonf 15 Vfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 8269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die letzten Reichstags- Debatten. Bon unserem Berliner Parlamentsberichterstatter wird ans geschrieben: Der Etat des Reichsamtes des Innern ist jedesmal jener Zeitpunkt im Laufe der Parlamentsbe ratungen, an welchem sich die verschiedenen Parteianschauungen ein Stelldichein geben. Denn es gibt nichts, was nicht, wie fürzlich ein Abgeordneter in der Wandelhalle äußerte, bei diesem Etat zur Sprache gebracht werden fönnte. Im Laufe der diesmaligen Beratung war es diz Sozialpolitik, die den breitesten Raum beanspruchte, und man tann das verstehen, angesichts der bevorstehenden Neuwahlen. Sozialpolitik ist jener Teil des Wahlprogramms, der für die breiten Massen der Wählerschaft bestimmt ist. Man fonnte nun im Laufe der Beratungen folgende Momente beobachten: Das Zentrum, das in letzter Zeit heftige Angriffe von feiten der Sozialdemokratie zu bestehen hat, suchte nachzuweisen, daß seine Sozialfürsorge älter sei, als die sozialdemokratische Partei und berief sich deshalb auf das sozialpolitische Programm des Bischofs Freiherrn v. Kettler aus den Jahren 1848 und 1849; außerdem juchte es der Sozialdemokratie durch die Forderung eines Höchstarbeitstages von zehn Stunden den Rang abzulaufen. Diese Forderung wurde von den Liberalen mit großer Entschiedenheit bekämpft. Auch die Nationalliberalen beteiligten sich durch die Abgg. Hilbe und Franken an diesem Gegenstoß und zwar völlig in der logischen Nonsequenz ihres sozialen Programms. Die Freisinnigen sind Gegner einer jeden Einmischung des Staates in den Prozeß der Güterproduktion, die Nationalliberalen bestreiten dem Staate das Recht einer Einmischung in den freien Lohnvertrag. Das Zentrum hat auf diesem Gebiete bislang noch feine ausgesprochene Stellung eingenommen; mit seinem diesmaligen Antrage aber hat es einen prinzipiell wichtigen Schritt getan, indem es dem Staate ein direktes Recht auf Einmischung in den Prozeß der Gütererzeugung und den freien Lohnvertrag einräumen will. Wenn man bas berücksichtigt, dann kann man die jetzige Debatte nicht bedeutungslos finden. Nachdem das Zentrum einem Höchstarbeitstage überhaupt zugestimmt hat, wiro es sich auch mit der Sozialdemokratie über die Frage auseinanderseßen müssen, ob dieser Arbeitstag 8 oder 10 Stunden betragen soll. Ein Punft, worüber alle Parteien mit Ausnahme der Rechten einig gingen, war die Frage des Koalitionsrechtes der Arbeiter, gegen das sich die Konservativen vorzugsweise deshalb ablehnend verhalten, weil sie eine Organi sation der Landarbeiter befürchten, die mit Hilfe des Toalitionsrechtes eine mächtige Waffe gegen die Unternehmer hätte. Aber auch die Rechte hatte ihr sozialpolitisches Programm: Schutz dem Mittelstande. Aus der Erwiderung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky ging mit Deut lichkeit hervor, daß die jetzige Regierung bezüglich der unteren Volksschichten ein weitherziges Programm hat, das sich aber weniger auf dem Gebiete der ständischen Or ganisation, als auf dem Gebiete der Fürsorge bewegt. Die Gesetzgebung der nächsten Zeit dürfte daher an neuen janitären, hygienischen und sittlichen Vorschriften fruchtbar sein; das Koalitionsrecht der Arbeiter aber, das in das Gebiet der Organisation fällt, scheint noch in weiter Ferne zu liegen. Jedenfalls hat die Etatsberatung die Bege aufgehellt, die in der nächsten Zeit von den Parteien and der Regierung eingeschlagen werden dürften. Eine serlorene Zeit, wie vielfach behauptet wurde, war diese Statsberatung durchaus nicht. Die Politik. Oberpräsident v. Bitter nimmt seine Entlassung! )( Bas nach den bekannten Vorgängen von vielen erwartet wurde, ist eingetreten: der Vizepräsident der Provinz Bofet, Herr v. Bitter, hat sein Entlassungsgesuch eingereicht. Der Oberpräsident weist in diesem darauf hin, daß durch die gedachten Vorgänge seine Gesundheit so untergraben jei, daß er dringend einer längeren Ruhe bedürfe und daher bitte, von seinem Posten enthoben zu werden. An der Genehmigung seines Gesuchs ist kaum zu zweifeln, obwohl es nicht ausgeschlossen ist, daß es gelingt, die Kraft des verdienten hohen Beamten dem Staate zu erhalten. Am 8. Januar 1846 geboren, steht Dr. v. Bitter noch in kräftigem Mannesalter. Er schlug zuerst die juristische Laufbahn ein, ging dann aber später zur allgemeinen Staatsverwaltung über. Von 1875 an war er als Landrat im Kreise Waldenburg tätig. 1882 wurde er als vortragender Rat ins Ministerium berufen, 1888 zum Regierungspräsidenten von Oppeln ernannt. Im Februar 1898 tehrte er als Direktor ins Ministerium des Innern zurüd. Im Oktober 1899 endlich wurde er als Nachfolger des Freiherrn v. Bilamowiz Möllendorff Oberpräsident der Provinz Posen. Bei seiner vorjährigen Anwesenheit in Posen zeichnete ihn der Kaiser durch die Ernennung zum Wirkt. Geheimen Rat mu dem Prädikat ,, Exzellenz" aus. Herr v. Bitter hat den Krieg gegen Frankreich als Reserveoffizier im 2. Garderegiment zu Fuß mitgemacht. Nach dem Abschluß des Venezuelahandels. Herr Castro ist dankerfüllt, doch nicht für das Entgegenkommen der vereinigten Mächte, die ihm so günstige Bedingungen bewilligten, als er nur irgend erwarten durste, sondern für seinen Bevollmächtigten, den amerikanischen Gesandten Bowen. Auf die Mitteilung Bowens, in der er Castro von der Unterzeichnung des deutschen, englischen wnd italienischen Protokolls in Kenntnis septe und seinen Glückwunsch aus diesem Anlaß aussprach, erwiderte Castro mit einem Telegramm, worin er Bowen in seinem und Venezuelas Namen ewiger Dankbarkeit versicherte für die rasche Entschlossenheit, mit der er der Sache der Gerechtigkeit gedient habe.- Man muß es gestehen, daß Herr Bowen die Interessen Venezuelas mit ebenso biel Nachdruck wie Geschicklichkeit wahrgenommen hat, freilich nicht immer in tadelloser Manier, wie seine Mißhellig teiten mit dem englischen Botschafter beweisen. Seitens der vereinigten Mächte werden die Abmachun gen mit Venezuela prompt und loyal ausgeführt. Aus allen venezolanischen Häfen wurde nach Caracas gemeldet, daß die Blockadeschiffe zurückgezogen worden sind. Hoffentlich läßt es sich nun auch Herr Castro angelegen sein, den von ihm gegen die Mächte eingegangenen Berpflichtungen aufrichtig und ehrlich nachzukommen! Sofort nach Eingang der Meldungen von der Aufhebung der Blockade hat die venezolanische Regierung nach allen Richtungen hin Truppen zur Unterdrückung des Aufstandes entsandt. Das ist nicht der geringste Vorteil, der Herrn Castro aus der Beilegung des Konflikts erwächst, daß er gegen seine Feinde im Innern freie Hand betommen hat. Der deutsche Kommodore Sche der erhielt mit der Weisung, die Blockade aufzuheben, zugleich den Besehl, die weggenommenen venezolanischen Kriegsund Handelsschiffe einschließlich des ,, Restaurador" an die venezolanische Regierung zurückzugeben. Dem deutschen Reichstage ist eine vom 14. d. M. datierte Dentschrift des Reichskanzlers Grafen Bülow über die Beilegung des Venezuelahandels mit dem deutschvenezolanischen Friedensprotokoll zugegangen. Bayerische Ministerkrisis? Süddeutsche Blätter wollen wissen, daß die Tage des bayerischen Ministeriums Crailsheim gezählt seien. Diese in der Zentrumspartei, Empfindung soll nicht nur sondern auch in den Reihen der bayerischen Liberalen vorherrschend sein. Besonders die Stellung des Ministerpräsidenten von Crailsheim und die des Ministers des Innern von Feiligsch gilt für erschüttert. Bestimmte Anhaltspunkte weiß man jedoch hierfür nicht anzugeben. Man weist nur darauf hin, daß in der Münchener Residenz sich in den letzten Tagen ein Ministervortrag an den anderen reihte: Crailsheim, Feilißsch, der neue Kultusminister v. Podewils und zuleßt auch der Finanzminister v. Riedel wurden empfangen. Das braucht aber nicht notwendig seinen Grund in einer Ministerkrise zu haben, sondern fann einfach mit laufenden Staatsgeschäften im Busanimenhang stehen. Nach den Münchener ,, Neuest. Nachr." entbehren die Krisengerüchte jeder Begründung. In der Tat hat man es wohl nur mit Kombinationen zu tun. Englische Gespensterfurcht. $ Ein britisches Nordseegeschwader ist das neueſte Projekt der englischen Ueberimperialisten. In London hält man Versammlungen und Vorträge in Massen, um die öffentliche Meinung erstens darauf aufmerksam zu machen, daß die britische Ostküste sehr schlecht gedeckt ist, und zweitens, daß die bösen Deutschen diese offene Flanke schwer bedrohen: In der Nordsee seien große Mengen deutscher Kriegsschiffe vorhanden, die auf dem bequemen Wege durch den Kieler Kanal in kurzer Zeit beliebig durch die Ostseeflotte verstärkt werden könnten. Es läge ein wohlausgearbeiteter Plan im deutschen Reichsmarineamt vor, der als Ausgangspunkt für eine Invasion in England den Hafen von Emden bezeichne. Man müsse durch Schaffung eines starken englischen Nordjeegeschwaders diesen schwarzen Plänen entgegentreten und an der Ostküste ein zweites Portsmouth gründen mit riesigen Arsenalen und Schiffswerften. Die Engländer sind in der letzten Zeit sehr nervös geworden and ſehen überall Gespenster.Seidenmäßig viel Geld in der Türkei. - Was man nie für möglich gehalten hätte, es ist Ereignis geworden, die Türkei, die stets an ,, Ueberfluß an Mangel" leidende, hat Geld, viel Geld! Sie hat es freilich nötig, denn die Zeitumstände sind ernst und die militärischen Rüstungen verschlingen große Summen. Bon den Finanzkünstlern der hohen Pforte wurden also die größten Anstrengungen gemacht und diese Anstrengungen zur Erschließung neuer Hilfsquellen sind von Erfolg gekrönt, ein Brünnlein hier und ein Brünnlein da spenBet goldenen Segen. Zunächst hat die deutsche anatotolische Eisenbahngesellschaft, die für Rechnung der Deutschen Bank die konversion der sogenannten Fischereianleihe betreibt, dem Sultan 52 Millionen Francs vorgeschossen. Desaleichen leiftete sie gegen die Erteilung der Bauerlaubnis für die ersten 200 Kilometer der geplanten Bagdadlinie einen Vorschuß von 54 Millionen Francs. Diese 106 Millionen Francs werden, wie man in den türkischen Regierungskreisen meint, für die ersten Rosten der Mobilisierung genügen. Mit einer Zahlung oon 17 Millionen Francs, die von der Tabaksregie vor Jeschossen wurden, hat der Sultan den Großhändler Ama tini in Saloniki für Getreidelieferungen an das Heer orläufig befriedigt. Alle irgendwie verfügbaren Mittel vienen zur Zeit militärischen Zweden. Nach alledent ist es mit dem Kredit der Türkei doch nicht so schlecht, ils man gemeinhin glaubt. Kurze politische Nachrichten. * Zum Nachfolger des bisherigen deutschen Gesandten in Belgrad, Barons Wäder- Gotter, soll der Geandte in Mexiko, Freiherr v. Heyfing, außersehen sein. * Leutnant a. D. Bronsart v. Schellendors jat gegen Dr. Karl Peters wegen der gegen ihn erhobe ten Beschuldigung der Fälschung des Tucker- Briefes die Beleidigungsflage angestrengt. * Die Schiffsverladungsgrbeiter des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven, welche einem Unternehmer unterstehen, sind in Stärke von 1500 Mann ausständig geworden. Der Grund ist die vermeintlich zu Unrecht erfolgte Entlassung eines einzelnen Arbeiters. Da der Unternehmer die Wiederanstellung des Arbeiters ablehnt, wurde beschlossen, im Ausstand zu verharren. Die Verladungsarbeiten beim Norddeutschen Floyd werden durch den Ausstand in feiner Weise un terbrochen, da noch eine genügende Anzahl von Arjeitern vorhanden ist. 22. Sigung. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Medizinalbeamte. Reichsseuchengesetz. Nachdem die zweite Beratung des Justizetats zu Ende geführt war, trat das Haus in die erste Beratung des Beseßentwurfs betr. die Gebühren der Medizinalbeamten ein. Kultusminister Dr. Studt betonte, daß die schwantende Rechtsauffassung der verschiedenen Gerichte eine ge jegliche Regelung des Gebührenwesens für die Kreisärzte notwendig mache, und bestritt, daß die Gemeinden durch das Gesez mehr belastet würden. Nach einer unerheb lichen Debatte, an welcher sich aus dem Hause die Abgg. Ruegenberg, Hahn, Gamp und Savigny betei ligten, wurde der Entwurf einer Sommission von 21 Mit gliedern überwiesen. An dieselbe Kommission ging das Ausführungsgesetz zum Reichsseuchengesez, zu welchem Minister Studt einige Erläuterungen gab. Er hob hier bei hervor, daß eine Belästigung des Publikums nach Möglichkeit zu vermeiden sei. In der Diskussion wurde im allgemeinen anerkannt, daß der Entwurf einen Fort schritt bedeute, doch wurde auf mehreren Seiten die Be fürchtung laut, daß durch das Gesez den Gemeinden neue, brückende Lasten erwachsen würden. Nab und fern. )-( Nardenfötter als Schwerenöter. Der geflüchtete Kurpfuscher Nardentötter war auch in Berliner Chanso nettentreisen sehr bekannt. Nicht mur, daß er in Speziali tätentheatern zweiter und dritter Ordnung den ,, Savalier" spielte und mitunter viel Geld springen ließ, verstand es auch, in diesen Kreisen seme ,, Schönheitsmittel eigenen Fabritats" anzupreisen und abzuseßen. Mit einem Haas färbemittel, das er einer Sängerin empfahl, die ihr Natur dunkles Haar in goldblond umwandeln wollte, hate er nach der Mitteilung eines Fachblattes allerdings tem Glück. Das Haar erhielt nach dem Gebrauche des unschtbaren Nardentötterschen Mittels- statt der ersehnten goldblonden Färbung einen grünlichen Schimmer, und es be durfte erst langen Waschens, um diesen unerwarteten. folg Nardenfötterscher Kunst zu beseitigen. Die Sängerin führte seitdem den Spiznamen ,, die grüne Ella". Abgabeverweigerung einer ganzen Gemeinde. Der jeliene Fall von Abgabenverweigerung seitens einer gan. zen Gemeinde wird aus dem Lebuser Kreise gemeldet Die Mitglieder der Kirchengemeinde im Dorfe NeuLanghom haben sich trot angestrebter gütlicher Beile zung des Streites beharrlich geweigert, zu den Kosten eines dringend erforderlichen Schulhausbaues den mui sie entfallenden Beitrag zu leisten. Jetzt wird man das Geld auf Anordnung der Regierung zu Frankfurt a. O. zwangsweise einziehen. ) Die Perrüde als Scheidungsgrund. hierüber vissen einige Montagsblätter zu melden: Die Witwe eines Rittergutsbesizers, eine Dame von 28 Jahren, heicatete durch Vermittelung eines Agenten einen Herrn v. A., der sich in ziemlich derangierten Berhältnissen bejand. Nach der Hochzeit erwies sich, daß Herr v. A eine Riesenglaze besaß, welche Blöße er schamhaft durch grauenvolten Stille, und träftiger fämpfte er gegen die Falten Arme Jeiner eigenen Stimme belebbe ihn in an, die ihn zur Tiefe zu ziehen der ohne Ende, dieselbe Qual fuchten. nichts tas irergeres ersinnen des Kindes willen getan habe. seid zufrieden damit! das ist Sühne für alles Ihr tönntes schmiegt fich noch mitten in bie weichen, warm ber macht ein felt. Und cft strande und sich in sinde aus, um sorgfältig wieder dunkler Stunde tiefer und tiefer in Nach dem borsichtige Bettzipfel gessen. Hinde geschlagen, war länge vernarbi, war längst vera einst der Stein aus seiner Hand dem blonden Nachbars Bia sie dicht vor ihm stand, bis sie lachend und wets li g ic ei etne Perrüde berdeckt hatte. Die nunmehrige Frau v. A war über das Aussehen des unbehaarten Gatten so ent täuscht, daß sie eine heftige Abneigung gegen ihn faßte. Nach dreiwöchentlicher Ehe hat sie nun Scheidung beantragt unter Betonung der Tatsache, daß sie Herrn b. A. nicht geehelicht haben würde, wenn sie sein wahres Aussehen gefannt hätte. Auf das Urteil darf man gespannt sein. 8 Noch immer der Leipziger Baufirach. Unter gooBem Andrange des Publilums wurde die durch Reichs. gerichtsbeschluß vom 4. Otober angeordnete nochmalige Berhandlung gegen den früheren Sirefior der Leipziger Bank Erner vor dem Leipziger Schwurgericht durch den Borsigenden Landgerichtsdireitor Mülere öffnet. Sei Verteidiger Justizcat Dr. v. Gorton- Berlin erilärt, der Ungeflagte lehne den Vorsitzenden als befangen ab; Di cettor Müller sei Borsigender und Berichterstatter der Er 3ffnungsfammer gewesen und habe als Vorsitzender der origen Hauptverhandlung durch verschiedene Zwischen Semerkungen sowie bei der Rechtsbelehrung zu erkennen gegeben, daß er voreingenommen sei. Landgerichtsdirektor Müller erklärt hierauf, daß er den Vorsiz borläufig nie. berlege und das älteste Mitglied des Gerichtshofes, Landgerichtsrat Schmidt ersuche, den Vorsitz zu übernehmen Die Verhandlung wird auf Dienstag vertagt, um hierüber Beschluß zu fassen. )-( Prinzessin Luise kann Giron heiraten, und zwan bhne weiteres, so behauptet die, Frff. 3tg.". Jm Kanton Genf braucht sie zu einer Wiederverheiratung bei dieser selbstverständlich der Glaubenswechsel vorausge est- wie zum Aufenthalt leine Legitimationspapiere. Tie Niederlassungsbewilligung an schriftenlose Ausländer ist gegen Bürgschaft zweier in Genf wohnender Schweizer Bürger aber gegen Erlegung einer verhältnismäßig geringen Kaution etivas alltägliches, und die Heirat jener schriftenLosen Ausländer, bie nachweisen fönnen, daß kein in Genf geltendes Ehehindernis besteht, ist nicht fel en. Die in Deutschland geltende Bestimmung, die die Heirat zwi chen Ehebruches schuldig Erkannten untersagt, besteht in Genf nicht. Giron soll geäußert haben, nach Auszahlung des Bslichtteils der Prinzessin Luise, der ihr von ihrem elterlichen Vermögen zustehe- er s.lbst besize genügend eigene Mittel wollte das Paar nach Amerita auswandern, gleichviel, ob die Prinzessin ihre Legitimationspapiere beBommen habe oder nicht. Das Verhältnis der Prinzessin zum Hause Toskana scheint in den lezten Tagen wieder gespannter zu sein. Die Großherzogin hat den beabsichtigten Besuch bei ihrer Tochter in La Metairie bisher nicht ausgeführt und soll ihn nach Wiener Meloungen überhaupt aufgegeben haben. Dort verlautet, Kaiser Franz Josef habe den Mitgliedern des gesamten Hau es hab burg- Bothringen den Verkehr mit der Prinzessin Luise berboten. |::| Wer starb zuerst? Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Entscheidung über den Millionennachlaß bes, wie man sich erinnern wird, vor Jahresfrit mit seinem Automobil an der französischen Riviera berunglückten amerikanischen Nabobs Charles Fair ab. Fran Fair hat bekanntlich gleichzeitig ihren Tod gefunden. Die Jungbermählten hatten sich kurz zuvor gegenseitig zu Erben eingesetzt. Nach der Präsumtion des amerikanischen Gesetzes hat der Gatte, als der physisch stärkere Teil, die Frau überlebt, und seine Verwandten, Mrs. Vanderbilt und Delrich, wären seine Erben. Nun wird aber von den Verwandten der mitverunglückten Frau Fair der Beweis angeboten, daß die Frau ihren Gatten um einige Augenblicke zwei Minuten überlebt hätte. Wenn dies erwiesen würde, täme die arme Frau Vanderbilt um die Erbschaft, die auf vier Millionen Dollars geschätzt wird. ( †) Bom Juhrmann zum Millionär. In Forbes, einer Ortschaft in Neu- Süd- Wales, ist einem bereits in vorgerückten Jahren stehenden Manne namens Newton der sich seinen Lebensunterhalt viele Jahre hindurch durch Holzfuhren und mit anderen harten Arbeiten verdienen mußte, eine Erbschaft von über eine Million Pfund Sterling zugefallen. Newton, der aus guter Familie stammt, ist vor langen Jahren von England nach Australien au3gewandert, wo er nach allerhand Irrfahrten endlich in Forbes ein bescheidenes Unterkommen sand. Er pflegte bon jeher seinen Verwandten zu erzählen, daß ihm eines Tages ein großes Vermögen zufallen müsse und hat auch schon vor längerer Zeit Schritte getan, um in den Besi bieses Geldes zu gelangen. Jetzt endlich scheinen alle Schwierigkeiten beseitigt zu sein. Newton erhielt einen Brief von seiner noch in England lebenden Schivester, aus dent hervorgeht, daß das Gericht die Ansprüche des alten Mannes anerkennt. Newton will jetzt nur das Eintressen jeiner von England nach Australien unterwegs besindlichen Schwester abwarten und dann mit dieser im Laufe bes nächsten Monats in die Heimat und nach dem Schlosse seiner Vorfahren zurückkehren. Bunte Chronik. Der Fall Giron macht in der Schweiz Schule. Jm Kanton Bern brannte die Frau eines Staufmanns unter Zurüdlassung von fünf Kindern mit einem 23jährigen Bierbrauerssohn und bedeutenden Geldmitteln burch. - Der deutsche Verein für das Fortbildungsschulwesen bersendet soeben die Prospekte seiner Kurse für Lehrer an Fortbildungsschulen, die in der Zeit vom 7. Juni bis 17. Juli in Leipzig und vom 19. August bis 26. September in Frankfurt a. M. abgehalten werden. - Der 75jährige Schiffer Karl Petsch aus Alt- Töplig bei Potsdam, der eine Erbschaft von 7000 Mr. binnen wenigen Tagen mit Berliner Kellnerinnen durchgebracht hat und völlig mittellos bastand, hat seinem Leben ein Ende gemacht. Man zog seine Leiche aus der Havel. Um Ufer fand man einen Zettel folgenden Inhalts: ,, m Kanal an der Sandbank an der Rampe liege ich im Wasser. Mein Geld ist alle, da hört das Leben aus schön zu sein. Karl Petsch." Das am Waldessaum von Fröschweiler errichtete Denkmal des Posenschen Infanterieregiments Nr. 57 wurde von ruchlosen Burschen beschädigt. Von den vier Erinnerungstafeln des Regiments blieb eine einzige unberührt. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. - Ein Attentat auf einen Eisenbahnzug wurde bei Spinal verübt. Unbekannte Täter hatten die Schienen losgeschraubt, wodurch der Expreßzug von Nanch nach Spinal entgleiste. Glücklicherweise befanden sich mir wenige Passagiere in dem Zuge. Von dem Zugpersonal wurde ein Maschinist getötet und ein Heizer schwer berleẞt. Barlamentarisches ans Hessen. Aus dem Bericht des Ersten Ausschusses der zweiten Kammer über die Regierungsgemäen Wiederherstellung ermöglicht und gewährle ſtet borlagen, den Hauptvoranschlag über die Staatseinnahmen und Ausgaben für 1903/4 entnehmen wir u. A., daß der Ausschuß beantragt Bewilligung der in Ausgabe angeforderten 31570 Marf für das neue Schloß in Gießen. Der VIII. Abschnitt enthält die Forderungen für das Ministerium des Innern. Titel 5, betrifft die Neubauten für die medizinische Fakultät der Landesuniversität Gießen. Gefordert und zur Billigung empfohlen werden für einen den Neubau einer chirurgischen und einer ophtalmolo= gischen Klinik eine zweite Rate von 535 000 Mark, für die Erbauung eines medifo- mechanischen Instituts die letzte Baurate bon 76000 Mart, für die Erbauung einer Bentralweschanstalt die letzte Baurate von 72 000 Mark, für die Erbauung neuer veterinärmedizinischer Institute eine zweite Baurate von 150 000 Mark. Titel 6, für den Neubau der Universitätsbibliothek wird die angeforderte letzte Baurate von 244 000 Mark zur Bewilligung empfohlen. Titel 7 betrifft Anschluß an die städtische Kanalisation zu Gießen, zu den bereits im Vorjahr bewilligten 10 500 Mart für Entwässerungszwecke werden nod) 12 500 Marf angefordert, deren Bewilligung beantragt wird. Bei Titel 8 werden als 1. Nate für ein Gebäude für das akademische Forstinstitut und die forstliche Versuchsanstalt in Gießen 18 000 Mark beantragt, deren Streichung mit 5 gegen 2 Stimmen empfohlen wird, und bei Titel 20 werden zur Restaurierung des Neuen Schlosses zu Gießen 25 000 Mark gefordert. Die Wiederherstellung des Rathauses in Schotten.*) Von Architekt Regierungsbaumeister W. Jo st- Friedberg. Am 19. Oktober v. J. wurde in dem freundlichen Gebirgsstädtchen Schotten das altehrwürdige Rathaus, das lange Jahre dem Verfall nahe war, nach einer gründlichen Wiederherstellung seiner Bestimmung wieder übergeben. haltenen Bauleitungsfoften aus staatlichen Mitteln bestritten worden. Erst hierdurch ist die Durchführung einer sachworden, und es darf als ein besonderes Verdienst dr hes= fishen Staatsregie ung bezeichnt werden, daß gleichzeitig mit dem Infrafttreten des Denkmalschutzgesetzes auch ein Beispiel der praktischen Durchführung der in dem Gesetz niedergelegten Grundsäße gegeben worden ist. *) Aus der aus für funsthistorisch interessierte Laien zur Liftüre s h empfehlenswerten Zeitschrift S „ Die Denkmal pflege," V. Jahrgang, Nr. 1, herausgegeben von Otto Sarrazin und Friedrich Schulze, Verlag von Wilhelm Ernst u. Sobn in Berlin. Die Macht der Finsternis K Gieße fand in der Tr erfte Turnftund Turnfeft unt Weglar ftatt. V Fidmann, Wen Wigandt. Tur M.-T.-V. 2, G. Launsbach 2, V Die Verein gehabt, welche gratfchen, Achte fand ausführer ** Als her entlang nach der wir erfahren d quer über die Räder. Der Rad ging ihm ha's. Man Dund wäre tot wieder auf und ** Der C Sonntag nach Ausflug untern brachte man ein amtsvorsteher humorvolle Ant and, daß die S noch die Hassofehr wurde im den aufgespiel fammenbielt. ** Ortsg om füdlichen Sirchenhausanla durch ihre mal neue hervorragen Aber auch die in tereffantes und F Gewerbevereins felben Gelegenhe gegentommen de Oberbaurats v. fennen zu lernen geben wird, wo der Fall sein fo Stadt und Prow ** Der T absichtigt im breitet ihre riesigen Vampy flügel gespenstig über die unglück ichen Selden des gleichnamigen russischen Sittenromans vom Fürsten J. v. Lubomirsti, den wir in der Lige sind, den Lesern unserer Unterhaltungsbeilage j tzt darbieten zu fönnen. Der Verfasser führt uns in das Getriebe der ungeheuren Verwaltungsmaschine des russischen Reiches, in der unzählige fle ne Rädchen, hinter den aroken Triebrädern versteckt, heimlich ineinander greifen. Durch ihre gemein ſame ſt le Thätiafet halten sie das Werk in scheinfar ruhigem Gang, gefährden aber in Wirklichkeit die Sicherheit des ganzen großen Betriebes. Denn die niedrigsten menschlichen Leidenschaften: Habgier, Neid, Hak und Nache, find die geheimen Triebfedern, die sie in Bewegung setzen. Da wird verleumdet, gebeßt. intriquiert scheinbar um den Staat zu retten, in Wahrheit aber. um die eigenen Gelüste zu befriedigen. Die unglücklichen Opfer dieser Machinationen aber verschwinden in den Eisesferfern Sibiriens. Und aus ihren Seufzern, aus ihren Tränen und ihrem unschuldig vergossenen Blute tittet sich ein Explosionsstoff zusammen, der, von rächender Hand in Brand ges Bt, seine unheimliche 3rstörungawut gegen Schuldige und U schuldige richtet... Einen genauen 8- itpunkt, in dem die hochdramatische Handlung, deren starte Spannung unvermindert bis zum Ende dauert, sich abspielt, hat der talentvolle Autor nicht angegeben. Aus leicht begreiflichen Gründen: das Werk des Dichters ist ein scharfer Spiegel, in dem die russische Ge= doch vor garnicht langer 8 it erft der Amerikaner Konnau in seinem„ Sibirien" die unendlichen Leiden der dort in den scheulichen Befänonissen zusammengepferchten Verbannten berzergreifend archildert. Giesener Cagesneuigkeiten. Ueber die Baugeschichte dieses äußerst wirkungs- schaft schaudernd ihr trauriges Rerrbild erblickt. Hat vollen Fachwerkbaues ist nichts befannt, doch kann fein Zweifel hinsichtlich der Erbauungs- Zeit bestehen. Er ist ein Schwesterbau des bekannten Rathauses in Alsfeld und des im Aeußeren erst kürzlich wieder hergestellten neuen Schlosses in Gießen, fleiner zwar als jene, aber in dem strengen, ernsten Aufbau ihnen ebenbürtig. Da das Rathaus in Alsfeld( 1512) und das neue Schloß in Gießen( etwa 1530-1540) sicher aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammen, so muß auch die Erbauung des Schottener Rathauses in diese Zeit gesetzt werden. Es ist also einer der wenigen noch erhaltenen Fachwerkbauten aus jener frühen, noch gotischen Bauzeit. Die drei Bauwerke ragen in ihrer beinahe klassisch zu nennenden Stileinheit hoch über die gewöhnlichen Fachwerkbauten ihrer Gegend hinaus und zeigen deutlich das Bestreben des Baumeisters, auch in Holz monumental zu wirken, soweit dies möglich ist. Bemerkenswert im Einzelnen ist der nirgends durch brochene Grundsaß, daß unter jedem Balfenkopf ein Pfosten steht, ferner die Anordnung der Streben und Riegel u. s. w. Der einst stolze Bau des Schottener Rathauses war im Lauf der Zeit durch mannigfache Veränder ungen bis zur Unfennntlichkeit entstellt und schließlich mit der alles verhüllenden Tünche überstrichen worden. Glücklicherweise konnten nach Abschlagen des Puzes die ursprünglichen Formen im Aeußeren wenigstens bis ins Einzelne genau festgestellt werden. Die Löcher für die Holznägel waren hier die einzigen, aber untrüglichen Zeichen. Im Innern dagegen fehlt jede Spur uc sprünglicher Teile; Studien an den allerdings nur späclich vorhandenen lleberresten der oberhessischen Gegend mußten dort ergänzend eintreten. Den strengen Ansichten über Wiederherstellungsarbeiten zuwiderlaufend war die Forderung der Gemeindevertretung, daß das Rathaus den heutigen Bedürfnissen entsprechend erweitert werden sollte. Ursprünglich nahm eine große Halle, deren Decke von einem fräftigen Pfosten mit Sattelholz und Unterzug getragen wurde, das ganze Erdgeschoß ein. Im Obergeschoß lag der Statssaal mit einem Vorraum. Das erweiterte Rathaus zeigt im Gedgeschoß die Halle, im Obergeschoß den Ratssaal in alter Weise. Das Treppenhaus, dessen ursprüngliche Anordnung nicht mehr nach gewiesen werden konnte, wurde in die Halle eingebaut, um Platz zu sparen. Bis zur Wiederherstellung hatte ein lose angehängter Treppenturm den Verkehr zum Obergeschoß vermittelt. Die Erweiterung ist im Ücbrigen ohne Aenderung der Eigenart des Baues ermöglicht worden. Bemerkt sei nur, daß der kleine Erfer als notwendige Unterbrechung der um etwa 6 m verfängerten Langfeite und als gleichzeitige Erweiterung der Treppenauftritts vor dem Ratssaal angeordnet wurde. Des erforderliche Plaz für die Erweiterung ist durch Uebermölbung eines dicht am Oftgiebel vorbe fließenden Mühlbachs gewonnen, der Ostgiebel selbst um 6 m hinausgeschoben. Das Gebäude zeigt im Aeußeren dunkelbraunes, geöltes Holzwerk mit hellen Gefachen und weißgestrichene Fensterrahmen mit Bleiberglasung. Im Innern stehen die Flure ebenfalls in sichtbarem Eichenholzfachwert. Ratesaal und Bürgermeisterstube haben Wand- und Deckentäfelung und Defen aus grünglassierten Kacheln. Alle Türen sind verdoppelt und mit handgeschmiedeten Beschlägen versehen. Die Gesamtbaufosten betrugen 21 603 Mt., worin die Kosten der Heist lung einer nachträglich gewünschten Dienerwohnung mit Reller einbegriffen sind. Zu den Kosten hat die Großh. Staatsregierung einen größeren Barzuschuß geleiftet; ferner sind die in der genannten Summe nicht ent** Der Provinzialansschuß hielt gestern den in Sachen des zu enteignenden Kliniksgeländes beschlossenen Lokaltermin ab. Trotz des h rrschenden Schneenestöbers wurde Nachmittags um 3 Uhr durch den Park der Gail'schen Befizung von der Wilhelmstraße her das Gelände begangen und eingebend besichtigt. Ebenso wurde das von den Rechtsanwälten Grünewald und Justißrat Hirschhorn als billiger und besser geeignet in Vorschlag gebrachte Terrain in der Nähe der Cholerabaracke in Augenschein genommen. Der Vorsitzende des Provinzialausschußes Provinzialdirektor Dr. Breidert beraumte zur weiteren Verhandlung Termin an auf Samstag, den 28. Februar ev. Montag, den 2. März, Vormittag 8 Uhr. Der zweite Tag ist vorgesehen, weil die Rechtsbeistände der zu enteignenden Flächen erklärten mindestens 8 Stunden nötig zu haben zu den Ausführungen, welche sie zur Sache zu machen haben. ** Das Regierungsblatt Nr. 9, ausgegeb n am 14. Februar enthält: I. Bekanntmachuna. die Anlegung von Mündelgeld bei Banken im Falle des§ 1808 des Bürgerlichen Gesetzbuchs betreffend. Das Staatsminifterium giebt dazu bekannt, daß die Hssische Landes- Hypothekenbank, zur Anlegung von Mündelgelo bis auf weiteres für geeignet erffärt worden ist. II. Bekanntmachung, die Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen N benbahn von Mainz nach Wiesbaden und von Mainz nach Schierstein betreffend. III. Bekanntmachung, die Aufnahme einer 3 prozentigen Staatsanleihe von 21000000 Mt. betreffend. Vom 12. Februar 1903.( Die Anleihe ist 1) für Eisenbahnzwecke, 2) zur Deckung sonstiger außerordentlicher Bedürfn ffe des Staates bestimmt). ** Ernst von Wolzogen wird mit einem aus erftflassigen Kräften auf dem Gebiete des Gesanges, der Recitation und Instrumentalmusik bestehenden Enfelmble hierselbst am Montag, den 23. Februar in Steins Saal ein außerordentliches Concert veranstalten. Der geniale Schöpfer des Ueberbrettls hat einen neuen ConcertGenre geschaffen, über dessen Gigenart und künstlerischen Ziele bereits an dieser Stelle berichtet worden ist. Wir weisen heute nochmals darauf hin, daß in Folge der wirklich hervorragenden fünstlerischen Leistungen dieses neue Ensemble, welches unter der Direkion des befannten Hamburger Impresarios Herrn Martin Stein, schon in Berlin, Hamburg. Leipzig mit großem Erfolge die Feuerprobe bestanden hat, nur aus solchen Künstlern besteht, welche dem Princip Wolzogen's, das gesprochene und gesungene Wort durch deutliche Aussprache und wohldurchdachte mimische Bewegung zur richtigen Geltung zu bringen, voll und ganz entsprechen. In Anbetracht des uns bevorstehenden großen Kunstgenußes dürfte die Teilnahme unseres Bublifums am Wolzogen Concert" eine äußerst rege sein, daher es ratsam ist, sich bei Zeiten mit Billets zu versorgen. Der Vorverkauf befindet sich in Händen der Firma Ecnft Challier( Rudolphs Nachf.) 11 ** Das 50jährige Wiegenfeft begehen die Glocken unserer Stadtkirche in diesem Jahre. Dieselben wurden 1853 neu umgegossen und ließen ihre ehernen Klänge Sylvester also zum Einläuten des Jahres 1854 zum ersten Male ertönen. turnhalle zu Aufschwung n meinde einen späteren Gewe und sonstige L sehr mäßigen haben die Zin übernommen. zu diesem Sd fennen wir di mit ihren Blic tiert, auf der der heranwachs Aus e ** Groß F der hicfigen F wünschten Erfo hatten Freude a am Schlusse de 34 gleiches wie Benig Abwechs GroßCentralstelle F Herrn Sattler 14 tägige Stur Gef Die dies Monaten Ma An dersel den Orten: G Bui d, Groß bardefelden, Langgöne, St rod, Garbinte Lehrzeit späteste: und für welche be borgeschriebe erhältlich) bis 3 Ausschuß zu ric Anmeldunge und ist mit der zusenden. Wir mac daß die Able Borbedingun und die Führ ibre Berfäum teile im Gefor Gießen, Der Prüfun tteln bestritten ng einer fac gewährleistet enst der hes B gleichzeitig Bes auch ein n dem Gesetz reffierte Laien Die Dentmal en bon Dito von Wilhelm is über die unSittenromans der Lige sind, darbi ten zu triebe der un Reiches, in der n Triebrädern Rache, find 9 fßen. Da nbar um den eigenen Belüfte K Gießen, 15. Febr. Heute Vormittag 10 Uhr fand in der Turnhalle des Turnvereins Gießen die erste Turnstunde der Gauriege für das Deutsche Turnfest unter Leitung des 1. Gauturnwart WillWezlar statt. Vom Gauausschuß waren anwesend Helm, Eidmann, Wenzel, Will u. Heuser; vom Turnausschuß Wigandt. Turner hatten entsandt Buzbach 2, Gießen M.-T.-V. 2, G. T.-V. 5, Großen Bused 1, Stirchhain 1, Launsbach 2, Marburg 3, Nauheim 2 und Wetzlar 1. Die Vereine haben nur solche Turner zu entsenden gehabt, welche am Barren aus dem Querstand Eingrätschen, Achter, Stükkehre und wenn möglich Handstand ausführen können. ** Als heute mittag ein Omnibus den Seltersweg entlang nach dem Bahnhof fubr, lief ein Hund, so viel wie wir erfahren dem Vorstand des Tierschutzvereins gehörig, quer über die Straße und dem Wagen gerade vor die Räder. Der Hund wurde von den Rädern gepackt, ein Rad ging ihm über die Hinterfüße, das andere über den Ha's. Man mußte dem Umstand nach annehmen der Hund wäre tot, aber zum Glück gefehlt, das Tier sprang wieder auf und rannte seinem Herrn nach. * Der Gabelsberger Stenographenverein hatte am humorvolle Ansprache und drückte dabei sein Bedauern aus, daß die Räume zu eng wären( es waren auch noch die Hasso- Renanen im großen Saal. Nach Rückfehr wurde im Cafe Ebel zu einem gemütlichen Tänzsammenbielt. | sonders fich in der Anfertigung von Rummeten noch ausbilden wollen, zu Ende gegangen. Alle Teilnehmer sind mit vielen Anleitungen und Kenntnissen reicher bon hier gegangen; einer unter denselben gab dahin feine Anerkennung Ausdruck, indem er sagte, daß er in seinen 6 Jahren, da er in mehreren guten Stellen gewesen sei, nicht das auf dem Gebiete der Kummet fabrikation gelernt habe, als in den letzten 14 Tagen. *** Ober- Ohmen, 15 Febr. Ein schwerer Unglücksfall verf gte gestern alle Gemüter in Erregung. Der Sohn des hiesigen Zimmermanns Johs. Meckel, ein im 17. Lebensjahre st.h nder, fleißiger Junge, verunglückte auf der Erzgrube Luise" bei Jisdorf. Er wurde von niedergehenden Erdmass n verschüttet und dabei dermaßen zugerichtet, daß man ihn für tot heraus grub. Verschiedene Knochen des Kopfes find ze schmettert. Er wurde nach Gießen verbracht. Ober Osleiden. Am Montag voriger Woche hielt Herr Pfarrer Dörr dahier in der Kornmannschen Wirtschaft einen Vortrag über die Geschichte Ober. Oflei dens und der nächsten Umgebung. Nach einer einleitenden Vorbemerkung über die christliche Anschauung der Entsteh ungsgeschichte der Erde ging der Redner auf den Namen und die Geschichte Ober- Cfl idens ein. Darnach wird das the gemein Sonntag nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen einen felbe zum erstenmal urkundlich in der Geschichte erwähnt als die Sicherheit brachte man einige Stunden, der Vorsitzende Herr Kreisin scheinbar Ausflug unternommen. In bester Festesstimmung ver- Ufleiden superior zur Zeit des Bonifat us, der auf der often fehrung der heidnischen Hſſen gefunden hatte. Im weiteren nahen Amöneburg einen wichtigen Stüßpunkt für seine Beging der Vortragende noch auf die Geschichte des Kirchspiels Ober- Ofleiden ein, das im Mittelalter und zur Zeit der Reformation eine bedeutende Ausdehnung hatte und viele Ortschaften umfaßte, die nach jener Beit untergegangen sind. Die äußerst interessanten Ausführungen ließen erkennen, daß der Redner viel Zeit und Mühe für diese Arbeit geopfert hatte und es wäre wünschenswert, wenn dieselbe weiteren Kreisen zugängig gemacht würde. Ueber die spätere geschichtliche Entwicklung Ober Ofleidens und Beit weitere Beiträge zu liefern. Machinationen chen aufgespielt, welches die Teilnehmer noch lange beins. Und aus rem unschuldig toff zusammen, ** Ortsgewerbeverein. Allmählig gehen die om südlichen Abhange des Nahrungsberges errichteten holt wurden, des Diebstahls beschuldigt. Diese Be schuldigung brachten dem Betreffenden am Mittwoch 1 Jahr Gefängnis ein. r. Wißmar. Von hier und dem benachbarten Launsbach waren mehrere Landleute zur Anzeige gebracht worden, da sie ohne polizeiliche Anmeldung und tierärztliche Untersuchung Vich eingeführt hatten. Vor dem Schöffengericht Wezlar beriefen sich aber ihre Vertreter auf die Beschlüsse höherer Gerichtshöfe, wonach die Angeklagten freigesprochen wurden. *** Wei burg a. d. 2. Die hiesige Amts- Apotheke zum Enge" geht am 1. Juli in den Besitz des Herrn Apothekers Kleiner in Fulda über. Der i sige B sizer, Herr Tncelius, will sich nach 32jähriger Tätigkeit zur Ruhe ſez n. Biebesheim. Zwei hiesige Bäcker ließen durch die Orteschelle verkünden, daß der Brodpreis um 5 und 7 Pfg. herabarfezt wird. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es fönnen eingestellt werden: 1 Sattler nach Auswärts, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Schreiber zum Abschreiben einer wissenschaftl. Arbeit, 3 mädchen für jofort, 2 Dienſtmabch n für 1. ober 15 März, Haus burschen, 1 Knecht, 3 landw. Arbeiter, 11 Dienſt 2 Disgl. für 1. oder 15. April, 3 Hausmädchen, 1 Köchin, 2 landw. Mägde. Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Friseur, 1 Kaufmann, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 2 Wagner, 5 Schlosser. Es suchen Arbeit: 1 Metalldreher, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Lackierer, 1 Sattler und Tapezier, 3 Schlosser, 10 Hausburschen, 3 3 Knechte, 5 Rutscher, 4 landwirtschaftliche Arbeiter, 3 1 Laufmädchen. ine unheimliche Siechenhausanlagen ihrer Vollendung entgegen und bilden dige richtet... burch ihre maler sche Anordnung und Ausführung eine feiner Umgebung versprach Herr Pfarrer Dörr in nächster Taglöhner, 4 Dienstmädchen, 1 Kinderfräulein, 4 Lauffrauen, matische Hand bis zum Ende for nicht ange as Werk des russisse Ge: erblickt. Hat citaner Annau neue hervorragende Zierde für Gießens nächste Umgebung. Aber auch die innere Einrichtung bietet außerordentlich In-*** Lüzellinden. Der hiesige Landw. Konsumverein teressantes und Neues, sodaß es von den Mitgliedern des hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 1902 1110 Mt. 20 Pfg. Gewerbevereins dankbar anerkannt werden wird, daß den- an Reingewinn erzielt. Der Warenumfaß war zufriedenselben Gelegenheit gegeben ist, durch das freundliche Entstellend. Mitglieder hat der Verein jetzt 55. gegenkommen des Erbauers dieser Anlagen, des Herrn Geh. Oberbaurats v. Wengien, auch diese innere Einrichtung fennen zu lernen, bevor die Anstalt ihrer Bestimmung überten Verbannten geben wird, was so viel uns bekannt ist, Anfange April der Fall sein soll. Möge diese wohlthätige Anstalt unserer Etadt und Provinz zum Segen gereichen! 7 der dort in eiten. den in Sachen Toffenen Lokals Schneenestöbers en Park der ße her das igt. Ebenfo inewald und effer geeignet e der Choleraer origende or Dr. Breidert rmin an auf den 2. März, rgesehen, weil ichen erklärten zu den Ausn haben. geb n am 14. Mündelgeld bei hen Gesetzbuchs fannt, daß die ig von MündelOrden ist. Bau und Be 13 nach Wiesffand. iner 3pro00000 Mt. e Anleihe ist nftiger außer cm aus erftGesanges, der nden Enfelmble n Steins Gaal 1. Der geniale euen Concertfünstlerischen orden ist. Wir in Folge der efion des beMartin Stein, tungen dieses t großem Fre ur aus solchen Bolzogen's, das deutliche Auss Bewegung zur inz entsprechen. großen KunstBublifums am sein, daher es zu versorgen. n der Firma t begehen die hre. Diefelben in ihre chernen Jahres 1854 ** Der Turnverein Großen- Linden beabsichtigt im Laufe dieses Jahres eine Vereinsturnhalle zu erbauen. Der Verein, dem man zu diesen Aufschwung nur gratulieren kann, erhält von der Gemeinde einen Platz zur unentgeltichen Bebauung und späteren Erwerbung; ebenso werden Steine, Bauholz und sonstige Materialien von der Gemeinde zu einem sehr mäßigen Preise geliefert. Mehrere Mitglieder haben die Zinsgarantie des aufzunehmenden Kapitals übernommen. Sagten wir schon, daß dem Verein zu diesem Schritt zu gratulieren sei, um so mehr erfennen wir die Unterſtüßung der Gemeinde an, die damit ihren Blick für allgemeine Wohlfahrten dokumen tiert, auf der anderen Seite aber auch im Interesse der heranwachsenden Jugend wirkt. Aus Hessen und Dachbargebieten. ** Groß Felda. Auch die 2. Theater- Vorstellung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr hatte den gewünschten Erfolg. Mitwirkende, wie das Publikum hatten Freude an den einzelnen Nummern. Man hegte am Schlusse des Programms den Wunsch, daß ab und zu gleiches wieder geboten werde und damit ein klein Wenig Abwechslung in das ländliche Winterleben komme. *** Groß- Felda. Am Samstag ist der von Großh. Centralstelle für das Gewerbe hier unter Leitung des Herrn Sattlermeister Louis Völzing stattgefundene 14 tägige Rurfus für junge Sattlermeister, welche beGefellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten März und April statt. An derselben können alle jungen Handwerker aus den Orten: Gießen, Heuchelheim, Wiesec, AltenBus c, Großen- Busick, Beuern, Hausen, Buckbardefelden, Waze born Steinberg, Leihgestern, Langaöns, Großen Linden. Trohe, Rödgen, Aunerod, Garbenteich, lein- Linden teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist, und für welche kein Innungs- Prüfungsausschuß besteht. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benugung des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 1. Marz a. c. an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mt und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Able ung der Gesellenprüfung u. A als Vorbedingung für die Anfeitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge Hai. Gießen, den 20. Januar 1903. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen: Traber, Borsigender ** Beienbeim i. d. Wetterau. Das hiesige, dem Grafen von Assenheim gehörige Gut, hat der seitherige Bächter Neuhardt mit totem und lebendem Inventar an Oefonom Reiff aus Assenheim abgetreten. Die Bachtzeit dauert noch etwa 9 Jahr. Reiff zahlt an N uhardt eine Abfindungssumme von 100 000 Mt. Das Gut umfaßt ungefähr 460 Morgen. Schotten. Schon seit einigen Jahren besteht hier wegen der großen Anzahl von Beamten Wohnungsnot. Die Mietspreise haben sich ganz merklich gesteigert. Es ist deshalb eine Bewegung im Gange zur Bildung eines Wohnungsbau- Vereins, um auch Minderbemittelten das Bauen zu ermöglichen. * ** Aus dem Vogelsberg. In Groß- Felda hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche die großen BasaltLava- Lager des Feldothales verwerten und zum Verkauf bringen will. Der erforderliche Grund und Boden ist So bereits erworben worden und mit den Aufräumungsarbeiten will man schon in allernächster Beit beginnen. dringt die Industrie im Vogelsberge immer weiter vor. - ** Aus dem nordwestlichen Vogelsberg. Die so auffällig hohen Schweinepreise, über die feither vielfach lebhaft geklagt wurde, sind abermals sehr bemerkenswert herabgegangen, sodaß sie jest auf einer Preisstufe angekommen sind die als normal bezeichnet werden tann. Bur Beit kaufen die Händler auf dem Lande das Pfund 2 bendgewicht für 43 Bfg., zweiter Güte sogar zu 40 Pfg. Herunter. .** Wißmar Der im Juni v. Js. um 6100 Mark auf rätselhafte Weise ärmer gewordene hiesige Einwohner hatte später unserem Gemeindevorsteher, welcher an dem betreffenden Tage mit ihm auf der Kreisspartasse war, wo zur selben Zeit auch die 6100 Mark ge= Zu haben in allen Apotheken. Dr. Fernest's Lebens- Essenz. Bestandteile: Man digeriere 100 Liter 30%, Spiritus mit 3,6 Ko. Rhabarber, 1,5 Ko. Bitwerwurzel, 2,8 Ko. Enzian, 250 gr Ammoniatgummt, 250 gr Lärchenschwamm, 1,250 Ko. Sagradarinbe 2,0 Ko.hertee ohne Orkum, 1 Ko. Aloe 14 Tg.lang, preffe aus u. filtriere. Flaschen, die auf der roten Umhüllung nicht obige beide Schußmarfen tragen, find nicht die echten, seit langen Jahren bekannten und berühmten Präparate der Firma T. Bud in Tolberg, man weise solche Nach. abmungen entschieden zurüd. Breis pro Flasche Mi. 0.50, 1.00, 1.50 u. 3.00. Balk- und Marmorwerke, Dampfziegelet, August Gabriel jr., Gießen. Maßßenfabrikation. Bahnanschlüsse Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. - Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Weißbinder, 2 Staufleute, 8 Schreiber. Holzversteigerungen. Oberförsterei Schiffenberg. Donnerstag, 19. Febr. werden aus den Abt. Schinderskopf 21 und 22 und Rehloch 3a versteigert: 9 Kiefernstämme von 32-42 Ctm. Durchm., 4-10 Mtr. Länge mit 7,36 Fstm., 3 Lärchenftämme von 21-25 Ctm. Durchm. und 14-16 Mtr Länge mit 2,06 Fstm., 2 Fichtenstämme bon 38-50 Ctm. Durchm., 9-11 Mtr. Länge mit 3,02 Fftm. Buche: 2 Rm. Scheiter, 3 Rm. Knüpp 1, 260 Rm. 28. len, 2 Rm. Stöde. Eiche: 30 Rm. Scheiter, 29,6 Rm. Knüppel, 3390 Bellen, 105,5 Rm. Stöck. Nadel: 28 Rm. Schetter, 2 Rm. Knüppel, 480 Wellen, 11 Rm. Stöcke. Weichholz: 3330 Wellen, 75 Rm. Stöcke. Zusammenkunft morgens 9 Uhr auf der Rhschneise in Abt. Rehloch. Nähere Ausfunft erteilt Forstwart Menges zu Großen- Linden. Oberförsterei Homberg. Mittwoch, den 25. Febr. bon vormittags 91/2 Uhr an aus verschiedenen Distriften der Forstwartei Homberg. Zusammenkunft im Distrikt Beuerberg auf der Kreuzung des Kohlborn- und des Nieder Gemündener Weges. Marktbericht. Gießen. 17. Febr. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Bib. 0.90-1.00 Mr. Sübnereler 1 St. 7-8 Pig., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar 1. 0.80-1.10, Hübner per Stid Mt 1.00-1 50, ahnen, pr Stüd Mt. 090-2.40, Enten per Stüd 2.00-2.50, Gänte v. Bfb. 54-60 Pfg, Dchienfleisch per fb. 66-76 fq., Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Bfg Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bfa.. Kalbfletich ver Pfb. 66-72 Bfg., Sammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfa., Kartoffeln per 100 til 6.50-7.00 mt., Zwiebeln per St. Mr. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Rfa. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. 100 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an " " " " 9 P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Prima Betonties Lahasand und Gartenties gefiebt und gewaschen empfehlen Gebr. Kahl, Dampfbaggerei. Lagerplag: 1. d. Margarethenhütte. bermittelt Reiche garan Kramer gepig Stat Bureau Brüderft.6. Auskunft gegen 80 fg. et Jun. litt Lad richtung mit Gl. 8: unb Spiegelschränken, Theke 2c( speziell für Confettion oder Weißwarengefchäft geeignet, ist sofort billig zu berfaufen. Louis Loh, Bahnhoffraße 27. Orpheum Barietè. = Täglich Gr. Vorstellung. g 0 ic 11 e1 hge Amtliche Bekanntmachungen. Wiener Cafè„ Grossherzog" Bekanntmachung. Betr.: die Wahlen für das Gewerbegericht Gießen Für das Gewerbegezicht Gießen sind von den Arbeitgebern aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber and von den Arbeitern aus der Zahl der wählbaren Arbeiter je 12 Beifizer auf 3 Jahre zu wählen. Die Bahlberechtigten berufe ich zur Bornahme dieser Wahl auf Samstag, den 14. März 1903 In den Stunden von Mittags 12 bis Abends 8 Uhr in ben Stadtverordneten- Sigungssaal, Bürgermeisterei- Gebäude, Gartenstraße 2, Zimmer 11. Wahlberechtigt find die Arbeitgeber und Arbeiter, welche zur Beit der Wahl das 25. Bebensjahr vollendet und im Gemeindebezirk der Stadt Gießen Wohnung oder Beschäftigung haben; Personen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig find, sind nicht wahlberechtigt. Steken, Bahnhofstraße Brodpreise Kartoffeln, vom 15. Februar bis 1. März. Ecke Wefta lage. Kg. Angenehmer Aufenthalt für Familien. Der hiesigen Bäcker. Big. 1 Weißbrod 26 2 52 1 Schwarzbrod 24 2 48 72 22 3 1 Kornbrov Täglich frische Suchen und Gebäcke. Pilsener, Münchener und hiesige Biere. In- und ausländische Zeitungen, illustrierte Zeitschriften. 2 franz. Billards Aufmerksame B.dienung. Der auswärtigen Bäcker: Indem ich mein Unternehmen angelegentlichst empfehle, geftatte ich mir den Hinweis, daß ich den Betrieb desselben selbst übernommen habe. Hochachtungsvoll Alua. Hell. Kaffee Zusatz oder keinen? Kaffee ohne Zusas samedt oft hart, säuerlich, regt leicht auf, sieht dünn aus. 2 Kaffee mit geeignetem Zusat der beste ist der AukerCichorien und Dommerich& Co.- schmedt weich, dabei 2 äftiger. ist befömmlicher und zeigt eine tiefbraune Farbe. Wirtschaftlich wird durch diesen Zusas außerdem geport. Als Arbeiter gelten diejenigen Gesellen, Gehilfen, Fabritarbeiter und Lehrlinge, auf welche der siebente Litel der Gewerbeordnung Anwendung findet, desgleichen Betriebsbeamte, Werkmeister und mit höheren technischen Die praktischste Padung ist der Anter Cichorien in Leistungen betraute Angestellte, deren Jahresarbeitsver10 Pi- kästchen mit 1 Tafel zu 50 Würfeln, denen 1 dienst an Lohn oder Gehalt zweitausend Mark nicht feine Ansichts- Postkarte beiliegt. Er ist fast überall zu übersteigt. taufen. Die der Zuständigkeit des Gewerbegericht unterftellten Hausgewerbetreibenden sind, sofern sie selbst Technische Gummi- und Asbestfabrikate mindestens 2 Arbeiter regelmäßig das Jahr hindurch Dichtungen für alle Zwecke, Saläuche jeder Art, oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen, als fämtliche Bedarfsartikel für maschinelle Betriebe. Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt. Die Gebrüder Georg, Wahl ist unmittelbar und geheim; sie findet nach den Grundsägen der Berhältniswahl statt. Die Abst mmenden geben ihren Stimmzettel in eigener Berson ab. Das Reich, der Staat, die emeinde und sonstige öffentliche Verbände und juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Es wird dringend empfohlen, daß die Arbeitgeber durch Bescheinigung der Polizeiberwaltuna, die Arbeiter burch Zeugnisse ihrer Arbeitgeber, der Polizeiverwaltung oder der zuständigen Krankenkassen sich vor dem Wahlausschuß über ihre Wahlberechtigung ausweisen, da sie andernfalls von der Wahl zurüdgewiesen werden können. Ungiltig find Stimmzettel: 1. welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. welche feinen oder insoweit sie feinen lesbaren Namen enthalten; 9. insoweit darin die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4. auf welchen mehr als 12 Namen oder insoweit darin Namen von nicht wählbaren Personen berzeichnet sind; 5. welche eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder Bemerkungen enthalten, die nicht lediglich den Gewählten kennbar machen sollen. Gleichzeitig fordere ich hiermit zur Einreichung von getrennten Wahlvorschlaglisten für Arbeitgeber und Arbeiter auf. Jebe Vorschlagsliste muß 12 Namen enthalten, bon mindestens 20 Wahlberechtigten des betreffenden Teiles unterzeichnet und spätestens zwei Wochen vor dem Wahltermin, also Freitag, den 27. Februar, abends bei Bürgermeisterei eingereicht sein. Die rechtzeitig eingereichten Vorschlagslisten werden nach erfolgter Prüfung spätestens 8 Tage vor der Wahl in ortsüblicher Weise veröffentlicht. Gießen, am 11. Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Heinrich Karpf scheidet aus dem Institut der Dienstmänner aus und hat die Aushändigung der von ihm hinterlegten Dienstlaution beantragt. Bir fordern deshalb diejenigen, welche Ansprüche an diese Raution aus der Eigenschaft des c. Karpf als Dienstmann erheben zu fönnen glauben, auf, solche bei Meidung des Ausschlusses binnen acht Tagen bei uns vorzubringen. Gießen, 16. Februar 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Grabenstraße wird wegen Vornahme von Ronalisationsarbeiten von Mittwoch, den 15. I. Mts. bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Februar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Ortsgewerbeverein. Hiermit werden unsere Mitglieder zu der am Donnerstag den 19. Februar nachmittags 4 Uhr ftattfindenden Besichtigung der hochixieressanten Siechenhausaulage freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Giessener Lesehalle- Verein. Donnerstag, den 19. Februar. abends 8 Uhr. Ordentliche Mitglieder- Versammlung im Café, Ebel. Telephon 249. allthorstraße 24. Jetzt noch ist es Zeit, daß ein jeder Geschäftsmann für das laufende Jahr| möglichst günftige Abschlüsse mit den Tageszeitungen bezüglich seiner Inserate und Reklamen erzielt. Der umsichtige Geschäftsmann muß aber auch darauf bedacht sein, daß seine Empfehlungen recht weit und breit befannt werden. Wir empfehlen darum die in unserem Berlage erscheinenden Giessener Neueste Nachrichten, den Boten aus dem Obm- und Feldathal und seit jüngster Zeit für Spezialgeschäfte die Curnzeitung für den Gau Hessen 1 Weißbrod bei Georg Dern II. Gr. Linden " 44 23 L. Steinmüller( Gr. Linden) W. Steinmüller( Lan ggöns) 24 W. Fabel( Wiesed) Heinrich Weber ( Heuchelheim.) W. Weigel Langgöns u. 2. 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