295. inmementspreis: ta Stefen, abgebalt menatlich 50- Bfs., at Saus gebracht 80 Bfg., burch die Bok bezogen stertel fahrlich Mr. 1.50. stobellagen: Oberbeffifche Familienzeitung( täglich) in effiche Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- sub memban, fowle bie Gießener Geffenblasen( wöchentlich). das Blatt erscheint an allee Berlingen nemitage. Mittwoch, den 16. Dezember 1903. Gießener 12. Jabraang. Insertionsprei di Die einfaltige Seitzelle e Stesen wu gan Oberheffent, bie Kreise Wegler und Marburg 10 Pfa. fofft 15 Bfg.: Rellemen die Betttgeile 30 refb. 40 Big. Boftzeitungsliste No. 3950. Rebellion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Bernsprechanik Str. 388. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Verdingung. Gud Die Herstellung und Lieferung von Schlosserarbeiten für die zum Kanalbetrieb erforderlichen Geräte, sowie Die Licferung von Kanalbürsten soll Mittwoch, den 23. Dezember Vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen Itegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Angebote auf Vordrucke, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfufiift 3 Wochen. Gießen, den 14. Dezember 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die am 14. November If. Js. angeordnete Sperre Der Marktstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Dezember 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die unter dem Schweinebestand des Wilhelm Amend Sahnhofstraße 62 dahier ausgebrochen gewesene Rotlauffitude ift erloschen. Die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben. Bießen, den 14. Dezember 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Der neue Kurs. ( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Auf welchem Standpunkt man auch stehen mag, man wird doie Reededuelle, die in den letzten Tagen zwischen dem Reichstagsabgeordneten Bebel und dem Reichskanzler Grafen Wilor stattgefunden haben, mit einem gewissen ästhetischen nteresse lesen. Schon, äußerlich stellen sich die Gegensätze dor beiden Persönlichkeiten in einer wirkungsvollen Weise zur Schau. Auf der einen Seite der stürmische, an rednerische Erfolge in Massenversammlungen gewöhnte, und vielleicht auch etwas verwöhnte Volfstribun und auf der andern Seite der gewandte, leidenschaftslose Diplomat, bei dem sich, als mire er im Salon, elegant und scheinbar mühelos die Worte Säßen formen. Und doch trat die Persönlichkeit de Weichskanzlers förmlich wie eine neue Erscheinung vor den Mi stag. Früher wurde dem Kanzler nachgeredet, er sei ein Mann der Kompromisse und in dem Maße konfliktscheu, er sogar unter Umständen ernste Interessen einem erEflichen Frieden opfere. Daß diese Politik der Sozialmotratie gegenüber nicht zutrifft, hat sich in den letzten Bogen mit Deutlichkeit gezeigt. Graf Bülow hat den gegen Die Meichsregierung und ihre Politik geführten Schlag mit em Gegenschlag einer scharfen Kritik an den inneren Zuanden und dem Programm der Sozialdemokratie beantortet. Er hat dadurch den Kampf aufgenommen und will in, da die sozialdemokratische Bewegung rein geistiger und Tintellektueller Natur ist, auch nur mit geistigen Waffen führen. Nur in einem Falle sollen die physischen Machtmittel iStaates in Bewegung gesetzt werden, nämlich dann, wenn es sich darum handelt, sozialistische Beamte zu mayngeln und aus dem Dienste zu entfernen. Mit dieser Schärfe, wie es der Reichskanzler den sozialdemokratischen Beamten gegenüber getan hat, die er Meineidige und Treuloje nannte, hat er sich im Laufe seiner Amtstätigkeit als Reichskanzler noch nicht geäußert. Man hat allgemein die Empfindung, daß in der inneren Politit ein neuer Kurs in der Forum einer schärferen Bekämpfung der Sozialdemokratie beboorsteht. Es ist besonders erfreulich, daß dieser neue Kurs anscheinen jede vorurteilsvolle Einseitigkeit vermeiden will, denn der Kampf gegen die Form der sozialdemokratischen Agitatioon wird begleitet, oder man fann vielmehr sagen, in wirfungsvollster Weise verstärkt durch die Neubelebung und Fortführung des sozialpolitischen Programms, wie es in der faifeerlichen Botschaft vom 17. November 1881 enthalten ist. In der Thronrede vom 4. Dezember d. J., in den zwei oberm erwähnten Parlamentsreden des Kanzlers, sowie auch in doer Ansprache an die Deputierten des Frankfurter Arbeitertonggresses fehrt als Reitmotiv die Versicherung immer wiedar, daß die Sozialpolitik fortgesezt werde ohne Rücksicht auf die Gegenströmungen von rechts oder lints. Dieser neue Kurs hätte in keinem günstigeren Augenblide einsetzen können als in dem gegenwärtigen, denn wenn man sich die Initiativanträge, die von den einzelnen Varleieren schon zu Beginn der neuen Tagung eingebracht worden findid, genauer ansieht, dann wird man finden, daß den weitaus überwiegenden Teil gerade die sozialpolitischen Anträge darstellen. Eine Wiederbelebung der Sozialpolitik ist also sichtlich getragen von der Sympathie des Volkes und es könnte immerhin der Sozialdemokratie verhängnisvoll wer den, wenn sie in einer Zeit, in der auch die Arbeiterschaft bereits die Anerkennung für die Leistungen der Sozialpolitik nicht mehr verweigert, einer neuen Sozialfürsorge gegenüber die negative Demonstration zur Schau tragen würde, wie in der fruchtbaren Periode der 80er Jahre. Der neue Kurs beabsichtigt die Umwandlung der Sozialdemokratie in eine bürgerliche Reformpartei, und wer Augen hat, um zu sehen, und Ohren um zu hören, wird nicht bestreiten können, daß unter der Herrschaft des allgemeinen und gleichen Wahlrechts eine an der Gegenwartsarbeit mitschaffende Arbeiterschaft eine größere politische Macht repräsentieren würde, als wenn sie in einer unfruchtbaren Kritik und Demonstration ihre Kräfte zerreibt. Die Politik. Am 1. Januar 1904 tritt die Bundesratsverori nung in Kraft, die eine Reihe von Beschränkungen für den Vertrich von Geheimmitteln einführt. Sie verbietet 3. B., Mittel, die in die amtliche Geheimmittelliste aufgenommen sind, öffentlich anzufündigen, auf den Um hüllungen, in denen die Mittel verkauft werden, Anprei sungen, insbesondere Empfehlungen, Vestätigungen von Heilerfolgen, gutachtliche Aeußerungen oder Danksagungen anzutungen, in denen den Mitteln eine Heil- oder Schutzirfung zugeschrieben wird, oder solche Anpreisungen in sonstiger Weise zu verabfolgen. Von einer Reihe Handel: tammern ist nun beim Bundesrat beantragt worden, das er die Inkraftsetzung seiner Verordnung auf den 1. Jamuar 1905 verschiebe und daß er die Bestimmungen dieser Verordnung dahin mildern möge, daß eine maßvolle An fündigung und Empfehlung der in Frage kommenden Heilmittel auch fernerhin gestattet werde. In das preußische Herrenhaus ist, wie unser Berline: CB.- Mitarbeiter uns meldet, der Fabrikbefizer Arnold von Siemens als Mitglied auf Lebenszeit berufen worden. Ei ist der älteste Sohn Werner Siemens' und ein Schwieger john Helmholtz'. Vor der 1897 erfolgten Umwandlung des väterlichen Riesengeschäfts( Siemens& Halske) in eine Aktiengesellschaft war er erst in der Wiener Filiale, dann in dem Berliner Hauptkontor dieser Firma an leitender Stelle tätig. Gegenwärtig ist er mit seinen Brüdern_Karl und Wilhelm Inhaber einer Fabrik chemischer Installationsanlagen in Berlin- Charlottenburg. Gine interessante rassenpsychologische Waternehmung ermöglicht eine Statistik über die Zuchthäusler in Deutschland. Unter den 5500 Zuchthäuslern, die es nach der legten Statistik in Deutschland gab, befanden sich nicht weniger als 1087 Polen. Während die Polen in Preußen faum 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellten sie zu den Zuchthausgefangenen nahezu 20 Prozent, d. H. sie waren doppelt so stark an der Zuchthausstrafe beteiligt, als es dem Bevölkerungsverhältnisse entspricht. Der fundamentale Unterschied zwischen polnischer und deutscher Kultur offenbart sich in diesen Zahlen aufs schlagendste. Ueber 47 000 Mart sind der sozialdemokratischen Parteikaffe im November zugeflossen. Dazu kommen noch über 57 000 Mart, die der Berliner Gewerkschaftskommission für den Streif in Crimmitschau zugingen. Die Sozial demokratie ist unstreitig die reichste Partei. Sie ist es aber nur, weil sie die opferfreudigste ist. Graf Bülon hatte wahrlich nicht unrecht mit der Zensur 1 a, die er der Opferfreudigkeit dieser Partei erteilte. Oefterreich- Ungarn. Nicht weniger als fünf Mitglieder des nngarischen Abgeordnetenhauses sind wegen gemeiner Verbrechen angeflagt. Der Abg. Utgron ist angeklagt wegen betrügerischen und verbrecherischen Banferotts, Abg. Gavolszky wegen Ver untreuung von 17 000 Gulden; Dr. Paul Nessi wegen efraudation von 604 000 kronen; Abg. Valentin Götvös megen Fälschung und Abg. Bela Jantovich wegen erinahme und Nichtbezahlung von Pretiosen von zwei Firmen. Fast sämtliche Parteien des „ Hohen Hauses" partizipieren an dieser ,, netten Gesellschaft". Die Ungarn haben wirklich alle Veranlassung, sich gegenüber Desterreich als„ Kulturnation" aufs hohe Pferd zu setzen!! frankreich. Eine Meldung, die man mit gemischten Empfindungen aufnehmen wird, kommt aus Brüssei, sie kündigt den Wiedereintritt Dreyfus' in der französischen Armee an. Sofort nach der Revision eines Prozesses seitens des Kassationshofes soll der Hauptmann Dreyfus, falls seine Unschuld klar bewiesen wird, zum Schwadronschef befördert und einem Artillerie- Regiment, das in Südfrankreich Garnison hält, zugeteilt werden. Aus diesem Anlaß stehe eine wichtige Aundgebung des Kriegsministers André zu gewärtigen. Spanien. In spanischen politischen Kreisen verlautet, zwischen der französischen und der spanischen Regierung schwebten aeJenwärtig Verhandlungen über eine Reise des Königs Alfons nach Paris. Der Besuch werde wahrscheinlich im Frühjahr stattfinden. Welterschütternde Wirkungen hätte eine solche Reise des jungen Königs nun freilich nicht. Türkei. Ju Saloniki lebt die Bevölkerung wieder in stän diger Angst vor mazedonischen Dynamitattentaten. Wie dort verlautet, sind in Mazedonien die Verschwörer erneut an der Arbeit, um Dynamitattentate zu verüben. Angeblich ist aud wiederum ein Anschlag auf die ottomanische Bank in Salo niki geplant. Der beinahe vollendete Neubau soll kurz nach der Eröffnung in die Luft gesprengt werden. 10 Bulgaren hätten sich dazu bereit erklärt. Der größte Teil der Verschwörer sollen begnadigte Aufständische sein. Alien. * An der persisch- turkmenischen Grenze ist es zu einer förmlichen Schlacht zwischen persischen und russischen Untertanen gekommen. Aus Astrabad( Persien) wird darüber berichtet: Bei der Errichtung persischer Zollanstalten an der russisch- persischen Grenze kam es zu blutigen Konflikten zwischen persischen Zollbeamten und Turkmenen, wobei ein persischer Offizier und ein Kosat getötet wurden. Als der Gouverneur von Astrabad darauf mit zahlreichen Truppen in der Grenze erschien, erklärten die turkmenischen Chans sich bereit, ein Sühnegeld zu zahlen. Als der Gouverneur mit Der gebotenen Summe nicht zufrieden war, schworen sie, daß sie die Waffen nicht niederlegen würden, ehe der Gouverneur a b gesest jei. Es fam nun zu einer Reihe neuer blutiger Zusammenstöße mit großen Verlusten auf beiden Seiten. Schließlich wurde der Gouverneur in einer großen blutigen Schlacht geschlagen und mußte nach Astrabad flüchten. Selbstverständlich wird Rußland den Vorfall be ußen, um in Persien wieder mehr Einfluß zu erobern. Die Perser werden bei dem Handel außer den blutigen Köpfen, die sie sich schon von den Turkmenen geholt haben, ohnehin noch den Schaden haben, daß sie Rußland Genugtuung geben müssen. + Ueber den Inhalt der Antwort Rußlands an Japan ist rgend etwas Zuverlässiges noch nicht bekannt. Wahrscheinich aber handelt es sich darum, daß Rußland in der Note seine Bereitwilligkeit erklärt hat, der Neutralisierung des nördichsten Teiles Koreas zuzustimmen, und die japanischen Anprüche in Südkorea anerkennt. Die Frage der offenen Tür in der Mandschurei bleibe noch zu erörtern. Ob Japan olche Vorschläge annehmen wird, steht noch dahin. Indessen st man nach der Auflösung des friegslustigen japanischen Barlaments in Tokio wie in den europäischen Kabinetten der Meinung, daß eine friedliche Lösung des Konflikts das Wahrscheinlichste sei. Inzwischen hat sich allerdings wenn ein neuer Streitman englischen Meldungen trauen darf grund zwischen Rußland und Japan ergeben. Rußland soll nämlich ein Abkommen mit Korea getroffen haben, das einen Teil der koreanischen Armee unter russischem Oberbefehl tellt. Selbstverständlich würde Japan gegen ein solches Abkommen protestieren müssen. Wir glauben nicht an die Tatächlichkeit dieses Abkommens, das ja die ganzen russisch- javanischen Verhandlungen illusorisch und den Krieg beinahe unvermeidlich machen würde. Zwischen Japan und Korea herrschen zur Zeit recht gespannte Beziehungen: In Mokpho ( Korea) landeten die Japaner dieser Toge Marinesoldaten, um Ausschreitungen ausständiger koreanischer Kulis zu unterdrücken. Die Japaner feuerten auf die Volksmenge und töteten mehrere Personen. Der Ausstand der koreanischen dulis, die in der Niederlassung der Fremden beschäftigt sind, hatte nämlich zu einem Zusammenstoß zwischen Japanern und Koreanern geführt. Deutfcher Reichstag. ( 8. Sitzung.) CB Berlin, 15. Dezember. In den Wandelgängen verlautete gestern, einige Abgeordnete wollten, um die Erledigung der Frage des Handelsprovisoriums mit England zu erschweren, heute und morgen die Auszählung des Reichstags beantragen. Aus diesem Grunde arbeitete gestern der Telegraph in verstärktem Maße und rief viele herbei, die sich schon jetzt aus eigener Machtvollkommenheit Ferien gegeben hatten, so daß das Haus gut besezt ist. Nachdem noch die Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg und Graf Kanitz zu der Vorlage gesprochen, wird diese in der Fassung der zweiten Lesung( Dauer der Vollmacht bis Ende 1905) mit großer Mehrheit definitiv angenommen. Nachtlänge zur gestrigen Debatte. Alsdann wird die erste Lesung von Gtat und lex Stengel fortgesetzt. Graf Limburg Stirum fommt auf die Rede des Reichsfanzlers gegen die Sozialdemo fratie zurück, die er als ein Meisterwerf bezeichnet. Das Verlangen der Arbeiter nach rechtsfähigen Berufsvereinen sei an sich ein berechtigtes. Aber es bestehe die Gefahr, daß solche Arbeiterorganisationen von den Sozialdemokraten ausgenügt werden würden für ihre Ziele. Er könne nur die Regierung auffordern, den Kampf gegen die Sozialdemokratie mit aller Energie aufzunehmen. Mit dem Appell an die bürgerlichen Parteien sei es allein nicht aetan. En mit bis pabitridieiter nachoenfrich in pie band: fte war von feinen, aber feften Striden gefnüpft. sind nicht besonders start. 3ch werde fertig fein. Die Eiſenſtäbe an den Fenstern Turmies. Man vertraut auf die Söhe des Nicht leicht wagt es jemand, von mehr als hundert Fuß sich herabzulassen. noch feinen : in diesen Mauern gehabt. aus einer Höhe Und sie haben Dach mos en canter den Gott mir durch bolle, Bich bereits in a simmat bet ne ( Fortsetzung folgt.) Humoreske von Wilhelm Eberhardt. Das Vermächtnis. ( Machdruck verboten.» einftveien es ich das nicht das beraaßen.) badte er denn das sablen au lassen, daß 100- ro Eſsen gedeckt wäre, widerronisme Schaden einigermaßen fie weinte mar, nicht gratis zu geben. alten Freund nicht erwartet hätte; jekt verstehe sie, daß er Bestimmung des Testaments noch verstimmter als ihr Mann er laut Testament, in welchem nur von der Zeche die Rede te id fagte, daß sie eine solche Bosheit von daran, jid Frau Engelmann war über die Essen brauchte der derл einigermaßen: 16 ble mogen der A Glätteten fich Iegenen das in! fi Spott, nannten das Lokal die Weinstube de gossen von dort aus die Engelmannschen mit gründeten in jagten, Neidhammel Die einige der Stammte des Strpi var aber do remden Bissen in den Mund zählten. geblieben, weil ihnen, wie e der Nähe geeinen neuen Sex mtisch und überSohn und In ähnlicher Weise spricht sich Abg. v. Tiedemann aus. Er meint, die Arbeiter haben offenbar die leberzeugung, daß die Sozialdemokratie ein machtvoller Faktor im Staate sei, und sie folgen deshalb ihren Führern. Das werde erst aufhören, wenn die Arbeiter sehen, daß die Macht dieser Sozialdemokratie und ihrer Führer zerschellt an der Macht des Staates. Der Reichskanzler über das Programm der Regierung. Ich Graf Bülow erwidert: Der Abg. Graf Limburg sagte, er vermisse bei der Regierung einen zielbewußten Willen, er wolle Taten sehen. Das kann nur heißen, daß, wenn Graf Limburg hier an dieser meiner Stelle stände, er gesekliche Maßnahmen gegen die Sozialdemokratie, Repressivmaßnahmen gegen sie in Vorschlag bringen würde. frage ihn da aber, ob er glaubt, daß im gegenwärtigen Momente für derartige Maßnahmen in diesem hohen Hause eine Mehrheit vorhanden sein würde. Wenn in dieser Beziehung nicht eine absolute Gewißheit vorliegt, würde ich es für einen Fehler halten, ohne zwingende Not Zwiespalt unter die bürgerlichen Parteien zu tragen. Graf Limburg hat ferner nach einem Programm der Regierung gefragt. Ich kann mich wohl nicht deutlicher ausdrücken, als ich es neulich getan. Das Programm der Regierung ist: Alles zu tun, um gegenüber der Sozialdemokratie die Einigkeit in der bürgerlichen Welt aufrecht zu erhalten oder zu schaffen, wo dies noch nötig erscheint und alles zu ver meiden, was diese Einigkeit stören kann. Ich glaube nicht, daß mit gesetzgeberischen Mitteln alles getan ist. Ich glaube, daß die öffentliche Ordnung mit jedem Nachdruc von der Regierung verteidigt werden muß. Jeder, der die Ordnung stört, muß und wird rücksichtslos zu Boden geworfen werden. Im übrigen aber ist es nötig, die Anhänglichkeit an die bestehenden Institutionen zu pflegen, alles zu vermeiden, was Unzufriedenheit schaffen kann, berechtigte Forderungen zu erfüllen und überhaupt alles bei uns so wohnlich einzurichten, daß alles sich wohl fühlt. Wir haben höchstens Divergenzen über das Tempo der Gesetzgebung, aber keine Differenzen über die Notwendigkeit Sozialer Reformen als solcher! Wir haben also gegenüber den Arbeitern ein so gutes Gewissen, wie nur jemals eine Regierung in Europa. Wir haben das Streben, die Zustände in gesetzlichen Bahnen zu halten, soweit es nur irgend der Hochmut, der Dünkel sozialdemokratischer Führer und der Terrorismus der arbeitenden Klassen es zuläßt. Und wenn die Debatten der letzten Tage eine Folgerung gestatten, so möchte ich wünschen, daß es die sein möge, daß das Selbstvertrauen der bürgerlichen Kreise, der bürgerlichen Gesellschaft sehr viel stärker ist, als sie selbst glauben. ( Lebhafter Beifall.) Der sozialdemokratische Abg. Stolle geht von neuem mit größter Ausführlichkeit ein auf die Verhältnisse in Krimmitschau, wo von den Arbeitern, wie er sagt, lediglich gefämpft werde um den Zehnstundentag, was eine Erwiderung des sächsischen Bevollmächtigten Geheimrat Dr. Fischer hervorruft. Er betont, daß es sich in Krimmitschau lediglich um eine Kraftprobe handelt. Für die Erheiterung des Hauses sorgt alsdann Abg. Liebermann v. Sonnenberg, der einzelne witzige Bemerkungen an die Adresse seiner jüdischen Mitbürger richtete. Mit nachdrücklichem Ernst besprach der elf. Abg. Blumenthal abermals den Fall Forbach und plaidierte für Aufhebung des Diktaturparagraphen. Ihm gibt der Staatssekretär v. Köller kurze, aber bündige Antwort. Deer und flotte. Reserve verkehren. Er muß sich gefallen lassen, daß der Zar bei der Wiesbadener Zusammenkunft zu Kaiser Wilhelm und zum Großherzog von Hessen, zu den Grafen Bülow und Lambsdorff äußerte:" Serbien und sein König müssen ignoriert werden." Er muß sich gefallen lassen, daß die russische Regierung die Söhne des mit Alexander und Draga ermordeten Generals Lazar Petrowitsch auf russische Staatskosten erziehen läßt... Ale Und was das Schlimmste ist: An' diese Demütigungen werden nicht nur seinen Untertanen bekannt, nein, seine eigenen Landsleute geben sich alle erdenkliche Mühe, den König auch ihrerseits zu beschimpfen und verächtlich zu machen. Mit einer Schärfe und Gehässigkeit, die ihresgleichen sucht, führt die serbische Presse gegen den König einen Feldzug, dessen offenbares Ziel sein Sturz ist. So überschrieben die Belgrader„ Beogradske Nowine ,, kürzlich einen fulminanten Artikel ungescheut:„ Vor der Abdankung König Peters", sie forderten in dürren Worten, Peter solle auf den blutig gewonnenen Thron Verzicht leisten. das Blatt darauf behördlich bestraft wurde, brachte es einen Artikel, in dem es mitteilte, daß ein sehr bekannter Herr", der sich im Laufe der letzten Woche habe photographieren lassen, auf den Photographen erbost sei, da dieser ihm die Blutflecke auf den Händen nicht wegretouchiert habe. Da König Peter in dieser Zeit mehrfach beim Phtographen gewesen war, war die Deutung nicht schwer. Andere Zeihungen heben gegen die Familie des Königs. Die„ Narodni Listi" brachten die Notiz, daß der Prinz Georg einen seiner Untergebenen als„ serbisches Schwein" ange redet habe. Das Flußkanonenboot Vaterland", das Geschenk der eutschen Flottenvereine im Auslande, hat seine Erprobungsfahrten mit sehr befriedigendem Ergebnis erledigt. Die Schichauwerft läßt es jetzt wieder auseinandernehmen, und ein Frachtdampfer befördert es von Danzig nach Hongkong. Das Baterland" wird voraussichtlich im April den Stromdienst in den chinesischen Gewässern beginnen. Die„, Tsingtau" und das„ Vaterland" besezen das Yangtsegebiet und den Perlfluß mit dem Sifiang- Delta. Beide Fahrzeuge sind ganz gleichartig. Die Flottenvereine im Auslande schenkten 425 000 Mark. Dafür hat die Bauwerft das Vaterland bis auf die Bewaffnung geliefert. Die Kosten der Bestückung übernimmt das Reich. Das„ Vaterland" wird ein 8,8cmSchnellfeuergeschüß, eine 5cm- Schnelladekanone und zwei 8mm- Maschinengewehre führen. Die Bordwand zeigt ein 8mm starfe Panzerung aus Nickelstahl und der Kommandoturm ist durch einen 12mm- Panzer geschützt. Außerdem find die Deckaufbauten für die Wohnräume der Besatzung mit einem leichten Stahlpanzer versehen. Das ,, Vaterland" führt 3 Beiboote und 1 Scheinwerfer. ** Hof und Gesellschaft. Nun wäre all das ja noch zu ertragen, wenn der König sich nur auf die Königsmörder verlassen könnte. Aber aud das ist nicht der Fall. Im Lager der serbischen Verschwörer ist nämlich neuerdings eine Spaltung eingetreten: Atanazkowitsch und Maschin sind für ein allmähliches Nachgeben und für friedliche Beilegung der Zwistigkeiten im Offizier korps. Popowitsch und Nasitsch dagegen treten für einen energischen Kampf mit der Gegenpartei ein. Also auch der einzige Halt, den der König etwa noch finden könnte, geht ihm verloren. Leicht ist König Peters Stellung also nicht. Aber schließlich gilt auch von ihm: Wie man sich bettet, sc schläft man. Der Kaiser wird bestimmt an der morgen( Donnerstag) stattfindenden Hofjagd in der Göhrde persönlich teilnehmen und mittags dort eintreffen. Im Laufe des Nachmittags findet eine Jagd auf Schwarzwild, und am Freitag eine Jagd auf Rotwild statt. An den Jagden wird auch der russische Großfürst Wladimir teilnehmen. Nach Besichtigung der Strecke verläßt der Kaiser Göhrde, um nach Hannover weiterzureisen zur Teilnahme an der dreifachen Regimentsfeier; die Ankunft auf dem dortigen Bahnhofe wird, wie wir schon ankündigten, am Freitag, 18. d. Mts., abends 11% Uhr erfolgen. Prinzregent uitpold von Bayern empfing gestern den Kriegsminister Frhrn. v. Asch in Audienz, der ihm die Glückwünsche der bayerischen Armee zum 60jährigen Generalsjubiläum überbrachte. König Peters Sorgen. Aus dem Gerichtssaal. Im Erbschaftsprozeß gegen König Leopold der Belgier ließ Prinzessin Clementine die Erklärung abgeben, daß sie den Ehevertrag ihrer Eltern nicht anfechte; die Vertreter der Prinzessin Luise und Gräfin Lonyay gaben jedoch keinerlei Erklärung ab, sondern wollen die Entscheidung des Gerichts abwarten; letzteres ordnete die Liquidierung der Hinterlassenschaft der Königin an, um zu sehen, ob diese nicht zur Befriedigung der Gläubiger der Prinzessin Luise hinreicht. Der Gerichtssaal war mit einem eleganten Publikum gefüllt. § Wegen Unterschlagung von Gerichtsakten wurde vom Kölner Schwurgericht ein früher bei der Staatsanwaltschaft beschäftigter Schreiber, der auf Betreiben des Agenten Schambony Akten gestohlen und gegen hohe Belohnung vernichtet hatte, zu 7 Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust verurteilt. Schambony erhielt 3 Jahre Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden mit Geldstrafen belegt. Benn König Peter von Serbien gefehlt hat, als er sich zum König von Mördergnaden machen ließ, so hat er diese Verfehlung inzwischen gründlich gebüßt. Er ist ein willenloses und wehrloses Werkzeug in der Hand der Königsmörder geblieben, er vermochte sich ihrer nicht zu entledigen, wie er anfangs vielleicht gehofft hatte. Und obenein hatte er den Haß und die Verachtung auf sich zu nehmen, die in Serbien und außerhalb seiner Grenzpfähie den Königsmördern gezollt ward. Von den Großmächten muß er sich gefallen lassen, daß sie ihn vor aller Welt bloßstellen, indem sie ihre Gesandten vom serbischen Hofe abberufen. Er muß sich gefallen lassen, daß ihm von Wien und Petersburg aus gesagt wird, ehe der Königsmord nicht gefühnt sei. tönne man mit Serbien nur in äußerster mit aller Energie aufgenommen wurde, gelang es bi nicht, ihn wieder einzufangen. Man nimmt an, daß wa über die deutsche Grenze entkommen ist. § Wegen schweren Straßenraubes in Verbindung mit Mordversuch wurde in Hannover der 19 Jahre alte Dekorationsmaler Georg Vender aus Neuenhaus bei Heidelberg, zur Zeit hier in Haft, zu 7 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Es handelt sich um die Bluttat bei Neustadt a. Rbg., bei der befanntlich am 7. November d. J. der 16 Jahre alte Laufbursche Willy Stindler, der Reisegenosse des Verurteilten, beraubt und durch 13 Messerstiche schwer verletzt wurde. Nab und fern. 1200 gefchändete 2 berlaffen, fo Ausbruck ge götter be Die Untersuchung der Humbert- Kommission fördert is doch noch manche pikante Ueberraschungen zutage. Es w der Deserteur Brugniere vernommen, der bekanntlich dem Ausweis der Akten durch die Verwendung der Humber straflos geblieben ist. Er sagte aus, nach seiner ersten Fahre flucht sei er dank der Vermittelung Gustav Humberts berm digt worden, nachdem sein Vater 700 000 Fr. auf das Sh Marcotte das, wie man weiß, nur in der Phantasie resens bestanden hat-- geliehen hätte. Nach einer zwi Fahnenflucht habe sich Gustav Humbert ebenfalls für ihn va wandt, nachdem sein Vater weitere 700 000 Fr. als Hypothe auf das Landgut Teleyran hergegeben. Aus dieser Aussat ist derselbe Rückschluß erlaubt, den schon früher bekannt ge wordene Einzelheiten wahrscheinlich machten: daß der un fängliche Darlehnsschwindel nicht von Therese und Frederic Humbert allein ins Werk gesetzt wurde, sondern, daß There sens Schwiegervater, der Senator und ehemalige Minister Gustav Humbert, daran tätigen Anteil gekommen hat. nennen wir Rünftlerin die Fähigkeit wirken. Oh Rollen fich man fühlt, Die schlichte hof trat, b mäßiger S Linzen) lie ber Ausspro und er arbe bollen Geft einen fei feine Aufgab sich als wür Sandorff( 5 In Bayreuth mußten infolge einer Scharlachepedemi die städtische Töchterschule, die Seminarschule und die fün untersten Klassen des humanistischen Gymnasiums geschlossen werden. In Gohlis steckte das dierjährige Söhnchen eines Mille tärmusikers den Arm durch das Loch einer Umzäunung. Gin innerhalb des Zaunes frei umherlaufender Bernhardiner hund biß den Arm am Ellenbogen ab und fraß ihn. Der Anabe wurde ins Lazarett geschafft. Hessischer Landtag. Darmstadt, 15. Dezember 1903. Es erfolgt zunächst die Besprechung der Anfrage des Abg. Dr. David über die polizeilichen Maßnahmen gegen die ausgesperrten Maurer in Mainz. Abg. Adelung meint, die Antwort der Regierung set recht einseitig. Ministerial rat Braun stellt aus den Aften und Gerichtsurteilen sest, daß das Vorgehen der Polizei gelezmäßia gewesen sei und feinerlei Verlegung verfassungsmäßiger Rechte erfolgt si An der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Abgg. Cramer, Weidner, Dr. Schmitt, Ulrich, Adelung und Müller. Damit ist die Besprechung erledigt. Die sächsische Tuchindustrie und die hellblauen Offizierröcke. Die Zittauer Handels- und Gewerbekammer hat eine Eingabe an das sächsische und das preußische Kriegsministe rium gerichtet, in der sie die plötzliche Einführung der hellblauen Offizierröcke als eine schwere Schädigung der Tuchindustrie in der sächsischen Oberlausit bezeichnet. Früher waren für solche Röcke Tuche in zahlreichen Farbennuancen zugelassen, demgemäß mußten auch reichsortierte Tuchvorräte vorhanden sein. Als dann die Verordnung bezüglich der hellen Offiziersröcke kam, welche bestimmte, daß vom Tage der Verkündigung an Neuanschaffungen in den früheren Farben nicht mehr zulässig seien, waren die fertigen Röcke in den Schneiderwerfstätten sofort entwertet. Eine Firma hatte solche Röcke im Werte von 70 000 Mark vorrätig. Ein Schneider hatte etwa 100 Röcke auf Bestellung hergestellt. Die betreffenden Offiziere nahmen sie nicht mehr ab, sondern wünschten nun helle Röcke dafür. Um es mit der Kundschaft nicht zu verderben, mußte auf solche Wünsche eingegangen werden. Die 100 Röcke wurden dann für geringes Geld an Droschkenkutscher losgeschlagen. Andererseits verlangten die Schneider von den Tuchlieferanten, daß diese die unverarbeiteten Tuche zurücknähmen, und die Fabrikanten mußten dann auch sehen, die entwerteten Bestände mit Schaden loszuschlagen. Hier handelte es sich um ein Kleidungsstück, dessen Einführung eine längere Uebergangsperiode vertragen konnte, und da habe die Industrie wohl das Recht, den Anspruch zu erheben, daß dergleichen Plötzlichkeiten vermieden würden. Der Antrag des Abgg. Dr. Schmitt und Genossen, die Ausbildung der Verwaltungsbeamten betreffend, findet nach furzer Debatte, an der sich die Abag. Dr. Schmitt und Dr. Gutfleisch und Staatsminister Rothe beteiligten, in der Ausschußfassung Annahme. Der Antrag des Abag. Ulrich und Genossen, Ver tretung der Arbeiterschaft im Großherzoglichen Ministerium betreffend, wird nach Begründung durch Abg. Ulrich dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt und ein Ersuchen an die Regierung beschlossen, im Bundesrat für eine baldige reichsgesetzliche Regelung der Frage der berufs ständigen Organisation der Arbeiterschaft ihren Einfluß geltend zu machen. Ministerialrat Braun erklärte das Ein verständnis der Großh. Regierung mit dem Antrag des Ausschusses. Explosionskatastrophen. Wie aus Köln gemeldet wird, fand in der Dynamitfabrik zu Grevenbrück eine große Explosion statt. Soweit man bisher übersehen kann, sind vier Arbeiter dabei ums Leben gekommen. Etwa 15 Arbeiter und Beamte wurden leicht verlegt. Eine weitere schwere Explosionsfatastrophe trug sich bei der italienischen Stadt Piacenza in einer Petroleummine zu. Vier Personen, darunter der französische Direktor der Mine, Ingenieur Causel, wurden getötet, zwei andere schwer verletzt. Die Explosion erfolgte infolge übermäßiger Erhizung des Bohrers, mit dem man das Bohrloch zu erweiteren gesucht. In einem Augenblick stand alles in einem wahren Flammenmeer. Prinz Prosper Arenberg ist aus der Abteilung für Nervenkranke in der Strafanstalt Moabit wieder nach dem Strafgefängnis Tegel zurückgebracht worden, da die von der Militärbehörde eingesetzte Medizinalkommission sich dahin ausgesprochen hat, daß der Pring geistig normal sei. Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch Vormittag 9 Uhr. " Theater- Verein Gießen. Zapfenstreich. ( Dueiß) und qpelter als Alles in A führung, au fet Dank, Thalia und fellt. Unb werde, ift u * Die findet am F statt. * Der dak für 19 in der phil fität borg für Forstwi * Ar Uhr, findet Drama in 4 Aufzügen von Beyerlein. Beyerlein ist der Held des Tages! Zuerst hat sei Roman Jena oder Sedan?" in vielen Tausenden do Exemplaren in Deutschland und darüber hinaus Verbreitung gefunden, nunmehr macht sein Drama, Zapfenstreich" b die Bühnen seine Runde. Beide Werte bedeuten keine Se reicherung der deutschen Literatur, aber sie haben das Vr dienst, ein aktuelles Thema aufgegriffen und in geschicke Weise vorgeführt zu haben. Gemeinhin glaubt man, Hat, leben habe die Reihe der Militärstücke mit dem Schauspel Rosenmontag" eröffnet. Dies ist nicht der Fall. Lez der Stürmer und Dränger, Goethes Freund, hat berek ein Stück„ die Soldaten" geschrieben, dessen Aufführung der nächst in München beabsichtigt wird. Der Dramatiker L ist Harlteben und Beyerlein weit überlegen; nur daß Regellosigkeit seiner Szenenführung der Darstellung größten Schwierigkeiten entgegenset. In den„ Soldate" erleben wir wirklich ein Stück Zeitgeschichte und die S dateska an der deutsch- holländischen Grenze wird uns in prächtigen Bildern vorgeführt. Der Rosenmontag" bereits vom Repertoire der deutschen Bühnen so gut me verschwunden. Wird dem Zapfenstreich" eine läng Dauer beschieden sein? Wir glauben kaum. Die Fat des Dramas ist höchst einfach. Der Ulanenwachtmeier Bolthardt hat ein liebreizendes Töchterlein. Sein Pflege sohn, der Sergeant Helbia, gilt als des Mädchens Bräutigen Er wird auf zwei Jahre nach Hannover abkommandiet O Die Flucht des zum Tode Verurteilten. Aus dem Gefängnis zu Pilsen brach der in diesen Tagen wegen Raubmordes zum Tode verurteilte Arbeiter Wenzel Matas aus. Tropdem die Verfolgung des Flüchtlings ohne Säumen und " Gießen ein Kreises Gie des Karl G Gr. Pürger betreffend. Erlaubnis Brandblak nichtöffentli Di 15 68. Mt Bräfidenter Fabrikante für das A in Vorschl * Der Abonnemen welder, ei heiligen dr Chor der S die geiftlic Leitung de durch den Bei seiner Rückkehr tritt ihm sein Klärchen mit Kät entgegen und weist seine Liebkosungen schroff zurück. De Verschmähte kommt bald dahinter, wer ihm das Herz seiner Braut gestohlen hat, es ist der Leutnant von Lauffen, in liebenswürdiger Schwerenöter, der in der Kaserne Tür e Tür mit dem Wachtmeister wohnt. Eines Abends, da das Liebespaar in der Leutnantswohnung ein Schäferstündchen hält, dringt der eifersüchtige Helbig herein, gewahrt im Nebenzimmer setne frühere Braut und erhebt die Hand gegen feinen Vorgesetzten. Darauf Kriegsgericht. Weder der an geflagte Helbig noch der Leutnant Lauffen befunden die Wahrheit, sofern sie um feinen Preis die Tochter des Wadt meisters blosstellen wollen. Diese felbft aber stellt sich al 3 ugin ein, Lauffen vor dem Falscheid zu bewahren und bekennt, daß ste die Geliebte des Leutnants sei. Der lest Aft führt die Katastrophe herbei. Der Wachtmeister tritt dem Verführer seiner Tochter mit dem Revolver in der Hand gegenüber, die tötliche Kugel aber trifft Klärchen selbst. Das alles ist geschickt aufgebaut und zum wohlberechnetm Schluß geführt, aber in de vier Aften glimmt kein Fünfchen Po sie empor. Der Schuß spekuliert auf dem Gusto der Masse. Er war nicht nötig. Hätte der Wachtmeister, die führung de Höbe. D ( Bremen) Dr. Weilh bor allem Verständni einer wü wie die an ließ, zu ei D unter den Frankfurts mer war 1 die Räum aufun bm Verg Für follen folg Grund des lich bergel daru böde Bud daru Wär ufw Ifd. dar Läd Fen Sto Die ( Wilhelm ( mit Aus bezogen wurde, gelang& an nimmt an, b ist. en, der befamat erwendung der gefändete Todter an der Hand, das Zimmer des Leutnants täglich mehr als 100 Rubikmeter Steine angefahren, welche vom hiesigen Bahnhofe ab mittels Materialzüge auf der t- Kommiſsion elassen, so wären die Klassengegensäße v'el wirksamer zum ungen zutage.bruck gefommen. Die Aufführung- Regie Herr Stein geben wurden. Die Zahl der Mitglieder ist in den zwei Strecke befördert werden. mach feiner eriten Gustav Humbert 10 000 Fr. auf das ätte. Nad einer ter - verdient das größte Lob. An erster Stelle nennen wir Margarethe Hellberg( Alärchen). Diese junge S Pint lerin verbindet mit einem höchſt ſympathischen Organ Fähigkeit, durch ihr einfaches ungefünfteltes Spiel zu Das Unternehmen hat man jest auf eigene Füße geftelt, indem Anteilscheine zu 50 Mt. an die Mitglieder ausgelezten Jahren von etwa 900 auf rund 1300 gestiegen. ** Das„ N. H. Voltsbl." bringt über eine Gemälde Kollektion in der Ausstellung des Kunstvereins zu Darmstadt von dem Maler Karl Geist, ein geborener Grünberger, ehrende Kritik:„ An erster Stelle verdient Karl Geift genannt zu werden, der in einer großen Anzahl von Land tur in der What cotten. Ohne besondere Mittel weis sie in allen ihren Sohn des verstorbenen Kreisveterinärarzt Dr. Geift, folgende statt, bei welcher Kaufmann Johs. Opper mit 2 Stimmen Mollen sich sicher, denn, was sie gibt, ift Natur, und 700 000 Sr. als Die schlichte Größe mit der sie als Zeugin vor den Gerichts schaftsstudien und Studienköpfen ein hervorragendes, flott machten: da ) Ettingshausen, 15. Dez. Nachdem die erste Beigeordnetenwahl, bei der Zimmermeister H. Seipp gewählt wurde, vom Kreisausschuß für ungültig erklärt wurde, fand gestern nach lebhafter Agitation eine neue Beigeordnetenwahl Mehrheit gewählt wurde. Johs. Opper erhielt 49 und Zimmermeister H. Seipp 47 Stimmen. Odstadt, 15. Dez. Der Landwirt Ewald, der auch bert ebenfalls jinman fühlt, sie ist mit jedem Nerv bei der Sache. ben. Aus dieser of trat, bob ihre Leistung weit über den Rahmen mittel- und frisch zugreifendes Können an den Tag legt. Im Faselwärter ist, wurde vor einigen Tagen verhaftet, da er schon früher be mikiger Schauspielkunft empor. Der Wachtmeister( Herr günstigsten Lichte erscheint seine Leiftungsfähigkeit indes in beschuldigt wird, mit seiner zweiältesten Tochter schon pon Therese und urde, sondern, d und ehemalige teil genommen b e einer Sajarlah minarſchule und n Gymnasiums rige Söhnchen e einer Umzäun rlaufender Ber Binzen) ließ in den erſten Aften in Bezug auf Deutlichkeit 8 Aussprache zu wünschen übrig, später verlor sich das and er arbeitete seine Rolle zu einer fraft- und temperamentbollert Gestalt heraus. Herr Achterberg( Lauffen) hatte einem feiner besten Abende. Man sab, er hatte fisine Mufgabe mit Fleiß und Bedacht erfaßt. Auch Herr Sandorff( Helbig) war ganz an seinem Play. Ihm schlossen fal würdige Partner die Herren Tamke( von Höven), Köhl Duei) und Gronert( Michalet) an. Herr Direktor Steinetter als Braf Lehdenburg gab eine ganz prächtige Ficur. Alles in Allem eine wohlaelungene, wohlvorbereitete Aufab uftd staß Fibruma, auf die unsere Künstler stolz sein können. Gott adtag. jet Dank, die Zeit der Schmieren ist für Gießen vorüber, Thalin und Melpomene haben sich leibhaft bei uns einge15. Dezemberbe, ist unser aufrichtiger Wunsch. Full Und daß ihnen bald ein würdiges Heim bereitet rechung der Ar * Lokales. lichen Maßnahm 13. Abg. Adela at einseitig. Gießen, 16. Dezember 1903. und Gerichtaut Die 7. Sigung der Ersten Kammer der Stände gmäßig gewendet am Freitag, 18. Dezember vorm. 10 Uhr beginnend, siger Rechte er tatt. ten sich noch die Dem Staatshaushaltsetat ist zu entnehmen, rich, Abelung und ak für 1904/05 zwei neue außerordentliche Professoren in der philosophischen Fakultät an der Landesuniber Schmitt und 6 Fität vorgesehen sind; einer für alte Geschichte und einer beamten betreffen Für horstwissenschaft. die Abag. Dr. * Kreisausschuß. Samstag. 19. Dez., vorm. 9 iniſter Rothe bbr, findet im Sizungssaale des Regierungsgebäude in Gießen eine öffentliche Sigung des Kreisausschusses des reise& Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs earl Euler zu Gießen gegen einen Bolizeibefehl der Br. ürgermeisterei Gießen, Beseitigung einer Jauchegrube betreffend. 2. Gesuch des Wilh. Schröder zu Stegen um loubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft in dem Hause Brandblak Nr. 13 zu Gießen. Hierauf schließt sich eine eiterschaft ihrenichtöffentliche Sißung an. Braun erklärte mit dem rid und Geneffe Bherzoglichen Mi durch Abg. U erledigt erklärt offen, im Bund ng der Frage dat Die Handelskammer hielt am Dienstag den 15 d. Mtz. eine Sißung ab, in der mit Ersuchen des Bröst denten des Landgerichts au Stelle des verstorbenen auf Mittwoch fabrikanten C. Klingspor- Gießen eine andere Persönlichkeit für das Amt eines Handelsrichters für die Jahre 1904-06 in Borschlag gebracht wurde. Gießen. ió. Beverlein. Tages! Buerft hat bielen Taufenden über hinaus Berbreit na„ Bapfenfreich" Serte bedeuten fein ber sie haben de ffen und in nbin glaubt m ide mit dem b nicht der F Freund, ha deffen Auffüh Der Dramatite überlegen; re der Darstellung t. In den„ Soll tgeschichte und die en Grenze b Der Rofenmonte n Bühnen fo g enftreich" eine ben taum. Di Der Wlanenwood terlein Geh Mädchens B nnober ablomm in Klärchen mit Shroff zurid r ihm das Ge ant von Lauffen der Kaferne L Fines Abends, bo y ein Schäferf herein, gema erhebt die Hand richt. Weber da Lauffen befunden bie Tochter des a ft aber fellt fi to zu bewahren ante fei. Der Der Wachtmeiffer b m Revolver in trifft Alärden fell um mohlberedne limmt fein Finl auf dem Gufo Wachtmeifter, Der Konzertverein Gießen veranstaltete für sein 3. bonnementskonzert am Sonntag eine Berlioz Gedenkfeier, in melder, eingeleitet dnrch den Marsch aus Chriftus(„ Die Biligen drei Könige") von Liszt, der erst kürzlich erschienene Chor der Maaier( Seut' ist der Heiland geboren"), sowie Die geistliche Trilogie„ Des Heilands Kindheit" unter der Dituma des Herrn Universitätsmusikdirektor G. Trautmann burch den akademischen Gesangverein zu vortrefflicher Auffibra ng gelangten. Auch das Orchester war ganz auf der Bobe.. Der folistische Teil war in Fräulein Busjäger Brennen) und Herrn Willy Schmidt, August Leimer und Dr. Weilhammer sehr gut vertreten. So geftaltete sich die, or callem durch Herrn Trautmann mit musikalisch feinem Berständnis vortrefflich geleitete Aufführung nicht nur zu einer würdigen Gedenkfeier für Berlioz, sondern auch, nie bie andachtsvolle Stimmung des Publikums erkennen lih, zu einer weihevollen herrlichen Weihnachtsfeier. Das Lehrer beim Vogesberg erfreut sich unter den Lehrern Hessens, Hessen- Nassaus und besonders Star ffurts immer größerer Sympathien. Im letzten Sommer war der Besuch des Heims wiederum sehr stark, so daß bie Räumlichkeiten oft nicht imftande waren, die Gäste alle afaunehmen. Es sind deshalb Erweiterungsbouten geplant. Bergebung von Bauarbeiten. verschiedenen Porträte, wie denen einer jungen Dam und zweier Herren. Sorasamste Detailarbeit vereiniot sich hier mit fünstlerisch großzügiger Charakterisierungskunst, die den Borträts, deren Modelle allerdings sehr dankbare Vorwürfe boten, das Gepräge natürlichster Lebensfrische verleiht." bringt einen Artikel' ,, un ft bestrebungen in Sessen" ** Großherzogs- Spende. Die„ Franff. 8tg." aus der Feder des Prof. F. Luthmer in Frankfurt, den wir unseren Lesern im Auszug nicht vorenthalten wollen, als er zeigt. wie die zur Zeit stattfindende Sammlung außer balb Hessen beurteilt wird:„ In dem benachbarten Großherpatum wirb, wie auch an" bieſer Stelle mitgeteilt wurde, soeben die Sammlung eines Kunstfonds aus privaten Beiträgen in die Wege geleitet, der dem Großherzog zu freier Verwendung für die Förderung der Kunstpflege überwiesen werden soll. Der erfte faute, ja, dant den Bemühungen einer temperamentvollen Fachpresse etwas sehr laute Ausdruck dieser neuen Kunst- Aera war die Künstlerkolonie, und ihre Ausstellung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Die Künstlerkolonie blüht heute noch; es sind Personenwechsel eingetreten, eine Anzahl der Künstler ist ehrenvollen Rufen an deutsche Kunstschulen gefolgt, aber in die Lücken sind neue Kräfte eingerückt ein Verjünasprozek, der sich bis in die letzte Gegenwart vollzieht. Vor allem aber in Hessen ist eine Kunstindustrie er tstanden, die sich als wurzelecht erwiesen hat in Turin und vielfach anderswo und das Fachblatt in Darmstadt bat ruhigere Bahnen eingelenkt und braucht sich nicht mehr selbst„ daß erste Kunstblatt Deutschlands" zu nennen- dies Beiwort wird ihm stillschweigend zugebilligt. So hat die angewandte Kunst, die zu Anfang als etwas Fremdes auftrat, in Lande Bürgerrecht erworben. Man behauptet nicht zu viel, wenn man faat, daß nirgends in Deutschland- die Umgebung von München und die Villenkolonien um Berlin vielleicht ausgenommen das Auge so vielen herzerfreuenden Privatbauten begegnet wie in den neuen Vierteln von Darmstadt und den kleinen Landstädten der Bergstraße. Sier hat sich eine bürgerliche Baukunft entwickelt, die echt und aufrichtig ihre Motive nicht bei der großen Architektur vergangener Stile, sondern im eigenen Lande beim Bürger- und Bauern= haus fucht. Daß sich die gleiche bautünstlerische Meisterschaft auch an großen Aufgaben bewähren kann, dafür forgen die für die Größe des Landes zahlreichen MonumentalAusführungen, von denen das neue Landesmuseum in Darmstadt, die Brücken- und andere Monumentalbauten in Worms und Mainz, endlich die Herstellungen des Wormser Doms, der Kirchen in Wimpfen und Friedberg und des Schlosses in Offenbach genannt seien. Diese Herstellungen führen einen weiteren Ruhmestitel der hessischen Kunstpflege vor das Auge: die Erhaltung der Denkmäler. Hessen ist der erste deutsche Staat, der in seiner Gesetzgebung einen Dentmalpflege- Roder aufgenommen hat. Es ist oft betont worden, welches Glück für die Pflege der geistigen Güter in Deutschland das Fortbestehen der kleinen und kleinsten Vaterländer ist; Heffen ist ein sprechendes Beispiel dafür. Daß zwischen der Leistungsfähigkeit des Landes und den idealen Aufgaben, die es sich stellt, die Wage nicht immer im Gleichgewicht steht wen wollte es Wunder nehmen! Darum ist es mit Freude zu begrüßen, wenn wie der Eingangs erwähnte Aufruf es tut, in die eine Wagskale die freiwillige Hilfe der Bürger gelegt wird. Wünschen wir dem Aufruf, der sich in echt volkstümlichem Sinne nicht nur an die oberen Hundert, sondern an alle Hessen wendet, glücklichen Erfolg!" Gambach, 14. Dez. Auf der Bahnstrecke BuzzbachLich wurde am Freitag mit dem Schotter begonnen. Hierzu bat die hiesige Basaltkleinschlägerei 3000 Rubikmeter Klopffteine zu liefern. Es werden seitens genannter Firma Für den Neubau der Universitäts- Bibliothek dem follem folgende Arbeiten des inneren Ausbaues auf Brund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffentbergeben werden. Schreinerarbeiten Los I bis IV darunter 55 Türen, 48 qm Innenläden, 91 qm Fußböden, 154 eichene Trittstufen, 1 Stocktreppe, 63 qm Buchenparkett. Anstreicherarbeiten Los I und II darunter Lein- und Delfarbenanstrich auf Decken und Wänden: ca. 5400 pm Anstrich auf Holz: 55 Türen usw. Anstrich von Eisenkonstruktionen: ca. 12400 Ifd. m. Schlosserarbeiten kos I und II darunter 90 Türen zu beschlagen. 28 qm eiserne Läden, Geländer, Treppen 2c. 800 kg Lichtschachtroste. Glaserarbeiten. ca. 390 qm Verglasung eiserner Fenster in rheinischem und Kathedralglas. Betonarbeiten, ca. 850 qm Kellerfußböden. Terrazzoarbeiten, ca. 350 qm. Stofftapeten. Tapezierarbeiten, ca. 3700 qm abwaschbare Die Berdingungsunterlagen liegen auf unserm Amte Wilhelinstcaße 21) zur Einsicht auf und können von dort ( mit Ausnahme der Zeichnungen) zum Selbstkostenpreis bezogen werden. längere Zeit hindurch unerlaubten Verkehr geflogen zu haben. Während das Mädchen bald wieder entlassen wurde, ist der Vater nach Gießen in Untersuchungshaft übergeführt worden. + Friedberg, 15. Dez. Vom Gas- und Wasserwerk schuß von 31000 Mr. erzielte die Stadt im Rechnungsjahr 1902/03 einen UeberXHomburg v. d. H., 15. Dez. Hier starb Dr. W. Steeg, der Gründer des berühmten Optischen Instituts von Steeg und Reuter. Kastel, 15. Dez. Anfangs Januar wird mit dem Abtragen der Festungswerke begonnen werden. Offenbach, 15. Dez. Mitte März findet im Stadtgarten eine große Hessische Landes- Geflügelausstellung statt, wozu die Mitwirkung der Provinzialverbände und einer großen Anzahl Einzelvereine bereits gesichert ist. Den Ehrenvorsiz der Ausstellungsleitung hat Herr Kreisrat von Hombergt zu Vach übernommen. + Darmstadt, 15. Dez. Der Ausstand der hiesigen Buchbinder ist beendigt. Sie haben die 10stündige Arbeitszeit durchgedrückt. Marburg, 15. Dez. In einer Eisengrube bei Obers held wurden zwei junge Bergleute durch einen Steinrutsch getötet. Kassel, 14. Dez. Bei der Revision einer Kasse auf der hiesigen Station ergab sich ein größerer Fehlbetrag. Der Kassenbeamte ist vorläufig vom Amte suspendiert. Die Untersuchung ist im Gange. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Beppler.) Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag. Die Wetterlage weist menig Aenderung auf. Niederer Druck lagert fortgesetzt im Westen, hoher im Osten. Ganz flache Teiltiefs an der Ostseite des westlichen TIEF's rufen zeitweise, südnordwärts über unser Gebiet ziehend, bei südöstlichem Winde Nebel und ganz unbedeutenden Regen hervor. Sonst ist das Wetter trüb und ziemlich mild. Für Mittwoch und Donnerstag: Fortdauer der trüben und vielfach nebeligen Witterung, ziemlich mild, kein Regen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.. Gartenstraße 2. Es können eingestellt werden: 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Friseur, 1 Wäscherin, 1 Schuhmacher, 1 Hausbursche, 1 Köchin, 8 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw. Lehrlinge: 1 Metzger, 2 Schreiner, 1 Küfer, 1 Friseur. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 2 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Mälzer, 1 Mezger, 1 Schuhmacher, 1 Portier oder Diener, 1 Einfassierer, 9 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Fuhrknecht, 1 Kellner, 2 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 3 Bureaugehilfen. Verantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil: Albin Alein; für das Lokale, den Gerichts." und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Ovbermann Da streiten sich die Leut' herum Wohl um das liebe Glüd. Es ist das große Publikum Nicht eins in diesem Stüd, In einem Punkte aber ist- Längst einig Ost und West:- Von allen Wäschemitteln ist„ Eurefa" doch das Best'." ( ,, Eureka" Waschpulver wird mit vollem Recht die Krone aller Waschmittel genannt. Jeder, der es brauchte, empfiehlt es. Ueberall für 15 Bfg. pro Packet zu haben. eine fleine FamilienWohnung zu vermieten Neuentea. 31. Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift find| Möbliertes Zimmer bis Samstag, den 2. Januar 1904, vormitt. 11 Uhr, und Eröffnungstermin, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 15. Dezember 1003. Großh. Baubehörde für die UniversitätsNeubauten Gießen. Becker. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Auf. Mit 27 Abbild. Preis 8 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, Bowie durch jede Buchhandlg. Auskunft in Rechts, Steuer- und Unfallsachen, Fertigung bon Inventaren, Testam., Vertr. u. Eing. a. Art, Erbschaftsregul., Einziehung v. 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