n Se t 16 gen trümpi ahnhofstrass Lager in rnen u.versi Tafelgeräte Kayserziun Alfenide Nickel: Gegenständer Nr. 269 bonnementöprete: in Gießen, abgebelt monatlich 50- fg., ' s Haus gebracht 60 Bfg., burch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Montag, den 16. November 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kretse Weylar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 3260. Redaktion und Expedition: tegen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Kr, 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Das Teufelelustgärtchen wird wegen Vornahme bron Kanalisationsarbeiten von heute ab bis. auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 13. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Marktstrake wird von Montag, den 16. Movember ab bis auf weiteres wegen Umpflasterungsambeiten für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 14. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen.. Hechler. Bekanntmachung. Aus den Zinsen der Friedrich Heyer von Rosenfidschen Stiftung sollen am Todestag des Stifters 2. Dezember 67 Mt. 20 Pfg. an solche evangelische würdige Stadtarme verteilt werden, welche selbst in Cießem geboren sind, und deren Eltern und Großestern ebenfalls hier zur Welt kamen und daselbst das Bürgerrecht inne haben oder hatten. Anmeldungen zum Bezuge dieser Zinsen sind auf dem Armenamt, NeuenHerren- Garden blue 25 bis zum 30. November d. J. zu erstatten. Gießen, den 9. November 1903. 88. merksame Bedie 252525 ulstrass zware Giesse chenk chinen HER 00 3. gen, Läufe etche ise. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. schmann. 17 T Das neue Militärpenfionsgefetz. CB Nach langem Hin und Her und peinlich genauen ErBebungen ist nun endlich der Augenblick gekommen, wo das eue Militärpensionsgesetz vor den Reichstag gebracht werDen soll. Ueber die Notwendigkeit einer Neuregelung dieser Militärpensionen war sich alle Welt klar. Die einzige Schwierigkeit bot die Finanzfrage, weil selbstverständlich eine so umfassende Rentenstiftung tief in den Staatssäckel einSchneiden mußte. Diese Finanzfrage hat wohl auch hauptsächlich verschuldet, daß auch der neue Entwurf, wie mit Bestimmtheit behauptet wird ,,, auf die seither im Friedensidienst unbrauchbar gewordenen Offiziere und Mannschaften nur dann angewendet werden soll, wenn sie infolge von Dienstbeschädigung verstümmelt worden sind". Es ist ja gewiß zu begrüßen, daß das neue Gesetz vorläufig wenigstens rückwirkende Kraft für alle, die an den Kriegen teilgenommen haben, bekommen soll. Aber man wird sich andererseits der Erkenntnis doch schwerlich verschließen könen, daß in solch einseitiger Pensionsbewilligung ein großes Stief ingerechtigkeit liegt. Zudem würde es den Gesezen der ogit faum entsprechen, wenn man die neuen Bestimmungen nur auf die allein in Anwendung bringen wollte, die erst nach dem 1. April nächsten Jahres verabschiedet herden. Wir haben auf dem Friedenspensionsetat zur Zeit hva 30 000 verabschiedete Unteroffiziere und etwa 70 000 Soldaten, welche im Dienste Schaden an ihrer Gesundheit jenonimen haben. Der jährliche Zuwachs dieser Halb- oder Ganzinvaliden beträgt 6000 bis 8000 Mann. Aus diesen Bahlen erhellt allein schon die ungeheure Bedeutung der ganzen Angelegenheit. Wenn das Gefeß nur auf die Verhimmelten, die doch sicherlich den kleinsten Prozentsatz darellen, rückwirkend angewendet werden soll, so würde das nur eine neue und recht begreifliche Bitterkeit unter der proßen Zahl der anderen Invaliden hervorrufen. Der zum rößten Teil erwerbsunfähig gewordene Soldat erhält heute momatlich 15 Mart, der vollständig Erwerbsunfähige aber 21 Mart. Das ist zum Verhungern zu viel und zum Leben wenig. Mit welchen Gefühlen sieht ein solcher junger Mensch, der im Dienste fürs Vaterland an seiner Gesundheit so schweren Schaden erlitt, der Zukunft entgegen? Ist es eines Kulturstaates, wie das Deutsche Reich einer würdig, die stummen Vorwürfe ertragen zu müssen, die von solchen Lippen kommen? Was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Wenn heute ein Arbeiter erwerbsunfähig wird, so erhält er doppelt, ja dreifach so viel als der Soldat, der im Dienste der Gesamtheit seine Gesundheit geopfert hat. Wo liegt da die Logik, wo die Gerechtigkeit?... Man it sich allerseits einig darüber, daß die zweckentsprechende husdehnung des neuen Militärpensionsgesetzes erhebliche Mehrkosten verursachen würde. Man ist aber andererseits bei allen Parteien des Hauses gern bereit, eine Mehrforderumg zu gewähren, wenn nur damit endlich einmal eine Frage gründlich und befriedigend aus der Welt geschafft mird, die eine einfache Ehrenpflicht unseres Staates darstellt. Die verbündeten Regierungen würden also in dieser Angellegenheit fein zugeknöpftes Haus finden, das jeden Fennig, den es bewilligt, erst dreimal auf die Goldwage legt. Bleibt aber der Entwurf so einseitig, wie er heute ist dann dürfte doch erheblicher Widerspruch laut werden, der am Ende gar die geplante Besserung zum Scheitern bringen könnte, um dafür später vas Größere einzutauschen. In einer Zeit, wo das„ Alles oder Nichts" zur parteipolitischen Parole wurde, muß man jedenfalls damit rechnen. Die Hottentottengefahr. Trotz der jüngsten guten Nachrichten aus Deutsch- Südwestafrika wäre es durchaus verfehlt, wollte man die Lage in der Kolonie als besonders günstig oder auch nur als unbedenklich ansehen. Wenn auch die Erhebung der Hottentotten, von der Ermordung der deutschen Ansiedlerfamilie Paasch abgesehen, einstweilen noch keine blutigen Ausschreitungen im Gefolge gehabt hat, so bedeutet sie doch eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Deutschen im Schutzgebiet und für das Ansehen Deutschlands bei den afrikanischen Völkerschaften. Die nachstehende Zuschrift eines Kenners von Deutsch- Südwestafrika legt die Ursachen dieser Gefahr dar. Er schreibt: Die aufständischen Bondelzwarts wohnen an der Nordgrenze der Kolonie, inmitten einer Anzahl kriegerischer Stämme, die insgesamt etwa 200 000 Röpfe zählen. In dem Gebiet dieser Stämme hat die deutsche Herrschaft noch in feiner Weise Fuß gefaßt. Diese betriebsamen und von einem großen Unabhängigkeitsgefühl beseelten Negerſtämme, die man unter dem Gesamtnamen der Ovambos begreift, zur Anerkennung der deutschen Herrschaft zu bringen, ist als eine dringend notwendige, aber auch als eine der schwierigsten und kostspieligsten Aufgaben zu bezeichnen, denen wir bei der Erschließung des Nordens der Kolonie gegenüberstehen werden. Denn diese Auseinandersetzung wird sich nicht auf friedlichem, sondern nur auf kriegerischem Wege herbeiführen lassen, und für eine derartige kriegerische Aktion diesen Stämmen gegenüber wird unsere Schuztruppe noch auf Jahre hinaus bei weitem nicht ausreichend sein. Das deutsche Gouvernement hat sich unter diesen Umständen bisher gehütet, mit den Ovambos in irgend welche Streitigteiten zu geraten, und hat die Unterwerfung dieser Stämme auf eine spätere Zeit verschoben. Nun haben aber die Bondelzwarts das Prävenire gespielt und dem deutschen Gouvernement den Fehdehandschuh hingeworfen. Es ist leicht möglich, daß die übrigen Ovambostämme sich ihnen anschließen, dann nämlich, wenn entweder der deutsche Gouverneur von den Bondelzwarts keine ausreichende Genugtuung erhält oder wenn er allzu streng gegen sie vorgeht. Einem solchen allgemeinen Aufstand aber ist die Schußtruppe unter keinen Umständen gewachsen. Zugleich aber würde der Ovamboaufſtand auch das Signal zu ciner Erhebung der in der Mitte der Kolonie ansässigen Herero- und Nama- Neger geben, und Deutschland sähe sich über Nacht in einen langwierigen Kolonialkrieg verwickelt, der große Opfer an Geld und Menschen kosten und die Entwickelung der Kolonie um Jahrzehnte zurückschrauben würde. Unter diesen Umständen wird man wünschen müssen, daß és dem Gouverneur gelänge, sich mit den Bondelzwarts in einer Weise auseinanderzusehen, die Deutschlands Ansehen wahrt, aber zugleich auch den Ausbruch eines allgemeinen Negeraufstandes vermeidet. Gelingt ihm das nicht, so wird es nötig sein, daß die Regierung so schleunig als möglich cine größere Strafexpedition nach Südafrika entsendet, um durch die Ankündigung ihres Eintreffens beizeiten einen allgemeinen Aufstand hintanzuhalten. Zweifelsohne würde unser Ansehen nicht nur bei den Negern, sondern auch in der zivilisierten Welt einen schweren Stoß erleiden, wenn wir aus dieser Affaire nicht so oder so siegreich hervorgehen. Die englische Presse trägt schon jetzt ihre Schadenfreude über die Verwickelungen, in die Deutschland zu geraten droht, offen zur Schau. Sie erflärt, das sei die Strafe dafür, daß die deutschen Behörden im Burenkriege zu Gunsten der Buren den Waffenschmuggel durch deutsches Gebiet geduldet hätten. Diese Waffen seien großenteils unterwegs von Hottentotten geraubt worden, und jetzt würden die Deutschen mit denselben Waffen bekämpft werden, die sie den Buren gegen die Briten hätten liefern wollen! Selbstverständlich ist das grobe Verleumdung! Aber wie würde die britische Presse erst frohlocken, wenn es uns in Süafrika übel erginge! Die Dolitik. * Das Interesse, das Kayser Wilhelm an der Wohnungs. frage nimmt, ist bekannt. Jetzt wird wieder aus Liverpool, wo fürzlich die Prinzessin Luise der Grundsteinlegung städti scher Wohngebäude für Unbemittelte beiwohnte, gemeldet: In der städtischen Wohnungsbaukommission wurde ein Schreiben des deutschen Botschafters in London verlesen, in dem es heißt, daß Kaiser Wilhelm von der Anwesenheit der Prinzessin Luise mit Interesse Kenntnis genommen habe und derartigen Unternehmungen große Aufmerksamkeit schenke. Der Kaiser habe dem Botschafter befohlen, um einige Baupläne zu bitten. Die Kommission beschloß einstimmig, Pläne und andere Dokumente einzusenden. Selbst ist der Mann"! Das ist nach dem preußischen Handelsminister die Varole für alle kaufmännische Tätigkeit. Herr Möller war dieser Tage Gast der Stettiner staufmannschaft; in einer Rede, in der er sich selbst als„ alten Kaufmann" bezeichnete, und in der er den obigen Grundsatz aufstellte, fam er auch auf andere Fragen des kaufmännischen Lebens zu sprechen. Zunächst kritisierte er die Auswüchse des amerikanischen Trustwesens, von dem er auch für Deutschland Gefahren besorgt. Sehr eingehend verbreitete sich der Minister über den sich immer schärfer gestaltenden Gegensatz zwischen Industrie und Landwirtschaft, den er für unnatürlich erklärte. U. a. sagte er: ,, Wäre Deutschland das geblieben, was es bis zum Jahre 1870 war, nämlich ein eigentlicher Agrarstaat, so wäre heute die Lage der Landwirtschaft bei weitem berzweifelter als jetzt." Die Rede klang aus in die Mahnung, rastlos zu arbeiten. Es habe zu keiner Zeit eine Regierung bestanden, die eine solche Summe praktischer Kenntnisse in sich vereinige, einen solchen ausgeprägten Willen, allen berechtigten Wünschen des Kaufmanns und Industriellen gerecht zu werden, wie die gegenwärtige. Der wegen Beamtenbestechung verhaftete polnische Agitator Martin Bicdermann ist gegen eine Raution von 50 000 Mark aus der Haft entlassen worden. Sein Prozeß dürfte ein Sensationsprozeß erster Klasse werden. Ueber die Vorgänge, die zu seiner Festnahme führten, wird berichtet: m Zentralgefängnis zu Wronke verbüßt der frühere Chefredakteur der„ Praca", Dr. Kasimir v. Rakowski, eine 2½ jährige Gefängnisstrafe. R. soll nun im Zentralgefängnis zu Wronke ruhig die„ Praca" writer redigiert haben und alle die äußerst scharfen Artikel, die in der„ Praca" häufig erschienen sind, geschrieben haben. Dr. N., dessen Gefängnisstrafe turz vor Weihnachten beendet sein sollte, hatte fast eine förmliche Redaktion im Gefängnis. Es stand ihm dort sogar eine Schreibmaschine zur Verfügung. Zwischen Biedermann und Dr. Rakowski fand ein sehr ausgedehnter Berkehr statt, so daß man vermutete, daß die Beamten bestochen seien. Auch sonst soll B. Beamte in der Provinz bestochen haben. Biedermann kaufte in den letzten Jahren eine Reihe Rittergüter stets der Ansiedelungskommission direkt vor der Nase weg, und zwar zu sehr hohen Preisen. B., der nur mit einem mäßigen Kapital sein Gütervermittlungsgeschäft und seine Parzellationsbank seinerzeit begonnen hatte, sette in den letzten Jahren regelmäßig jährlich für viele Millionen Mark Grundbesitz um" Daß König Milan außer einem ramponierten Namen und einem mißratenen Sohn nichts hinterließ als eine ungeheure Schuldenlast, ist ein Geheimnis, das sich sämtliche europäische Spatzen von den Dächern zupfeifen. Aber daß der brave Milan sich mit Trinkgeldern, allerdings ungeheuren, von einem anderen Staate bestechen ließ, das erfährt man erst jetzt. Bei der gegenwärtigen Nachlaßregulierung König Alexanders hat die russische Wolgabank, in deren Konto Alerander mit einer von seinem Vater kontrahierten Schuld von 2 Millionen Francs figurierte, erFlärt, sie verlange das Geld nicht zurück. Es handle sich nur um eine erdichtete Schuld. Tatsächlich habe die russische Regierung damals durch diese Bank Milan drei Millionen geschenkt, damit er im Auslande leben könne. Daß Milan sein Wort gebrochen habe und nach Serbien zurückgekommen sei, ändere nichts an der Sache. Herr Milan hat sich also nicht entblödet, sich von Rußland dafür bezahlen zu lassen, daß er nicht in Serbien sein Unwesen trieb. Daß er nachher den unwürdigen Vertrag nicht hielt, paßt durchaus zu seinem Bilde: Wer sich zu solchen Geschäften hergibt, bei dem ist es so gut wie selbstverständlich, daß er auch sein Wort nicht hält. Uebrigens: Soll vielleicht die Enthüllung dieses Zusammenhanges ein Wink Rußlands an Peter den Geldbedürftigen sein, daß er für ähnliche Gegenleistungen Rußland politische Gefälligkeiten erweise? Der rollende Rubel übt auf die Leute da unten eine Zaubermacht. Wird ihr Peter widerstehen können? Wird er es wollen? Die Hiobsposten aus Mazedonien wollen kein Ende nehmen. Jetzt heißt es wieder, unter den Albanesen herrsche große Gärung. Sie weigerten sich im Kreise von Deber, das Vieh, das von Christen gestohlen wurde, zurückzugeben. Es soll auch eine Versammlung der albanesischen Häuptlinge stattgefunden haben, die beschlossen haben soll, die Durchführung von Reformen um jeden Preis zu verhindern. Die ganze Bewegung scheint von Konstantinopel aus begünstigt, wenn nicht in Szene gesetzt zu werden, um die Durchführung Aus der Reformforderungen der Mächte zu verzögern. zuverlässiger Quelle verlautet, daß der montenegrinische Minister Vukovic, der kürzlich in Konstantinopel weilte, dort auch die Frage berührt habe, ob die Pforte nicht den Prinzen Mirko von Montenegro zum Gouverneur von Mazedonien annehmen wolle, falls für diese Provinz ein christlicher Gouverneur bestimmt sein sollte. Diese Kancidatur hätten Italien und Rußland unterstützt. Man anthortete ihm, die Frage sei„ noch nicht aktuell". Aber fie wird es werden! † Auch auf dem Acker der hohen Politik wachsen mitunter cundersame Blüten unfreiwilligen Humors. Die Macht, die fich diesmal auf den Moquierstuhl gesezt hat, ist eine, die eigentlich dauernd diesen wenig beneideten Platz einnimmt: die Türkei. In London ist dieser Tage die Antwort der Türkei auf die englische Note eingegangen, die sich gegen die am Kongo begangenen Grausamkeiten richtet. Die Türkei stellt sich darin auf den englischen Standpunkt und verlangt ein strenges Vorgehen zur Verhütung weiterer Grausamfeiten gegen die Schwarzen." Das ist dieselbe Türkei, die im eigenen Lande hunderte und aberhunderte von friedlichen Bauern, von Weibern, Kindern und Greisen von ihren Baschibozuks foltern und abschlachten läßt! * ** Hof und Gesellschaft. Der Zustand des Kaisers ist weiterhin befriedigend. Der Kaiser fährt fort, die laufenden Vorträge zu hören, und wohnte u. a. einem Künstlerkonzert bei. Daß die Stimmbanderkrankung keine Gefahr in sich birgt, führte in einem Vortrag an der Berliner Laryngologischen Gesellschaft Professor Dr. Schmidt aus, der den Polypen operiert hat. Auch Prinz Heinrich sprach sich in Bonn Mitgliedern des dortigen Männergesangvereins gegenüber in diesem Sinne aus. Läge irgendwelche Gefahr vor, so hätte der Raiser bei seiner Offenheit und Wahrheitsliebe dem Volke davon Mitteilung gemacht. Wie mit Bestimmtheit verlautet, gedenkt der Kaiser am 20. d. Mts. in Kiel der Rekrutenbereidigung beizuwohnen. Die Feier des 40jährigen Regierungsjubi läums des Königs Christian von Dänemark wird im ganzen Lande mit großen Festlichkeiten begangen. Zahlreiche fremde Fürstlichkeiten sind in Fredensborg dazu eingetroffen. Heer und flotte. Aus dem Gerichtsfaal. § Das ungarische Hohenzollernmärchen vor Gericht. Vor den Budapester Geschworenen hatte sich der Schriftsteller Jekey wegen eines Angriffs auf die gesetzliche Thronfolge und wegen Beleidigung eines Mitgliedes des königlichen Hauses zu verantworten. Im Zusammenhang mit dem Gerücht, daß ein Sohn des deutschen Kaisers ungarisch lerne, um einst den Thron der Ungarn zu besteigen, veröffentlichte Jefen unter dem Titel: Die ungarische Politik der Hohenzollern" eine Broschüre, in welcher er die Habsburger den Hohenzollern gegenüberstellt und letztere als die wünschenswerte ungarische Dynastie bezeichnet. Besonders scharf verfährt der Verfasser mit dem Thronfolger Franz Ferdinand, den er mit Nero vergleicht. Die Geschworenen sprachen Jeken frei. Drei neue Admirale der deutschen Marine. Der Kaiser hat drei Vizeadmirale zu Admiralen ernannt. Es sind die Herren: v. Tirpit, Staatssekretär des Reichsmarineamts und preußischer Staatsminister; 2. Bendemann, unter gleichzeitiger Ernennung zum Chef der Marinestation der Nordsee, und 3. Freiherr v. Sen den Bibran, Generaladjutant des Kaisers und Chef des Marinekabinetts. Der bisherige Chef der Marinestation der Nordsee, Admiral Thomsen, wurde mit Pension à la suite des Seeoffizierkorps der Marine zur Disposition gestellt. Wird Gräfin Kwilecki freigesprochen? § Das Ende des Veleidigungsprozesses Böcklin- Muther. Der bekannte Beleidigungsprozeß, den der Sohn Carlo des berühmten Malers Arnold Böcklin gegen den Breslauer Professor Muther angestrengt hatte, weil dieser ihn der Fälschung von Bildern seines Vaters gezichen hatte, wird die Berufungsinstanz nicht mehr beschäftigen. In einem Schreiben an das Berufungsgericht teilt Professor Muther mit, daß er die Berufung gegen seine schöffengerichtliche Verurteilung zu 50 Mark Geldstrafe zurückziehe, weil seine Absicht, in wirksamer Weise zur Vorsicht gegen die aus dem Nachlaß verkauften Werke Arnold Böcklins zu mahnen, erfüllt sei. Er wolle den Namen und die lette traurige Lebenszeit des großen Künstlers in einem weiteren Prozesse nicht zwecklos diskreditiert wissen. RK Diese Frage hört man jetzt oft im Zuschauerraum des Schwurgerichts zu Moabit, das zu befinden und zu beschlieBen hat, ob der sechsjährige pausbäckige Knabe fortan wilecki oder Praca heißen soll. Es ist bezeichnend, daß die Frage nicht lautet: Wird die Gräfin verurteilt?" Denn die Stimmung im Gerichtssaale ist der Gräfin günſtig. Nur wenige Gegner scheint sie zu haben: den Ankläger, den Zeugen Hechelski, die Hedwig Andruszewska und den Grafen Hektor. Ersterer ist Gegner von Amts wegen, Hechelski und die Andruszewska aus Geschäftsinteresse und Graf Hektor ... ja, wer mag das wissen!- vielleicht nur aus Familienrücksichten. Es ist für die Agnaten ein quälender Gedanke, jemand als nahen Verwandten ansprechen zu müssen, der am Ende gar kein Awilecfi, sondern ein geborener Praca ist. Darf der Late dem eigenen Augenschein trauen, so scheint diese Furcht der Agnaten unbegründet. Es wäre merfwürdig, wenn dieses Bübchen, das dort ahnungslos einherhüpft, nicht das Kind der Gräfin wäre. Und das andere Kind im weißen Mäntelchen, das man in einer anderen Gruppe sieht? Es wäre ein ebenso merkwürdiges Naturspiel, wenn diese beiden wirklich Brüder wären. Das sagt sich der Laie, der die beiden Knaben sieht; das ist die Meinung, die man vielfach im Saale hört. Probi reits berichtet or Probing D tziehung gege glücklicherweise fehl und Gutmann flüchtete dann ins Fre Exeginnenden Si tomrod, Krei perbrordnung 3 hmidt zu Ro onzeffionsentzi Diener in Rom * Der verzweifelte Defraudant. In Land- Gastein tie es bei der Verhaftung eines Postdefraudanten, des Hi beamten Johann Kern, zu einer aufregenden Szene. Ne 30g einen Revolver hervor und schoß auf den Beamten& mann, der erst vier Tage im Amte iſt. Die Kugel gü Nun feuerte Kern einen zweiten Schuß auf den Administ tor Mitterhammer ab und verlegte ihn am Kopfe. Mitte hammer flüchtete ſich nun in das anstoßende Zimmer, wohn ihm Kern nacheilte. Hier kam es zwischen beiden zu eines verzweifelten Ringen, bis es endlich Mitterhammer gelan fich loszumachen, aus dem Zimmer zu flüchten und d Tür hinter sich abzusperren. Als Gendarmerie auf den Platze erschien, um den Attentäter zu verhaften, schoß t sich eine Kugel in den Kopf und verlegte sich lebensgefährlißen, weshal Der tätowierte Nihilist. In Trient wurde der russis Js in Gem Anarchist Friedrich Baldauf verhaftet. Sein politisches Prdnung und den Kopf des Zaren, auf den die Mündung eines Revolver enannten ein § Der Fall Ries. Die Hauptverhandlung gegen die beiden Angeklagten Dr. Ries und Viermann, welche bekanntlich der Beleidigung des oldenburgischen Justizministers Dr. Ruhstrat in Oldenburg beschuldigt werden, wird nunmehr bestimmt am 19. d. Mts., vormittags 10 Uhr, vor der dortigen Straffammer beginnen.- Inzwischen hat der Redakteur Biermann Privatflage gegen den Minister Rubstrat erhoben, weil dieser die Frau des Biermann dadurch beleidigte, daß er zu ihr gesagt haben soll: Ihr Mann ist ein Lump!" Das Schöffengericht wird sich jedoch erst dann mit dieser Klagesache zu befassen haben, wenn das Strafverfahren gegen Biermann wegen Beleidigung des Ministers beendigt sein wird. Nab und fern.. Ein ungetreuer Rechtsanwalt wurde in Leipzig verhaftet. Der dortige bekannte Anwalt Rößner steht im dringenden Verdacht, bedeutende Depots, die eine Dame ihm anvertraut hatte, unterschlagen zu haben. Bei dem Verhafteten soll man übrigens schon seit einiger Zeit infolge von Nervenüberreizung Spuren geistiger Störung wahrgenommen haben, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß er die ihm zur Last gelegte Straftat in einem unzurechnungsfähigen Zustande verübt hat. Rößner hat erst vor kurzem eine größere Erbschaft gemacht. gramm trug er auf seinem Körper unauslöschlich tätowier gerichtet ist. Das Räuberunwesen im Kaukasus. Von den kautai schen Räubern werden täglich neue Heldenstückchen erzäht Der Gouverneur von Stawropol benachrichtigte den Che des Perckgebiets, daß eine gefährliche Räuberbande, Zwet Mütter Jurtig bei Düsseldorf hat die unberehelichte Gertrud Feste ihr neugeborenes lebendes Kind in den Kamin gesteckt und elend verbrennen lassen. Die Mutter der Kindesmörderin war über das Verbrechen so entsetzt und empört, daß sie selbst die Verhaftung ihrer Tochter herbeiführte. der diesen aud Lagte, das Geftreitet Walp Bedienstet reicht zu haben bei ihm gearbe stehend aus vierzehn flüchtig gewordenen Verschickten un alten, D. Spe allerlei zugelaufenem Gesindel, die Grenzdiſtrikte unside er sich dadurch mache. Die mit Feuerwaffen und Dolchen bewaffneten a macht habe, f ber versetzen die Bevölkerung durch Erpressungen in panide Ausschuß erach Schrecken; sie fordern Geld und Vieh oder nehmen es, faerwiejen, daß es nicht freiwillig gegeben wird, mit rücksichtsloser Gewake. und auch Dabei wird systematisch vorgegangen: Freiwillig Gebend läßt man in Ruhe, und Nichtgebende werden schonungsl geplündert. Durch diese Mittel beherrscht die Bande ei veites Gebiet. Familientragödie. Ueber eine furchtbare Tat, die ein Gegenstück zu der furchtbaren Tragödie in der Berliner Familie Winterstein bildet, wird aus Falkenau folgendes gemeldet: Der Bahnarbeiter Richard Eichler fand, als er nachts gegen 1 Uhr heimkehrte, sein jüngstes, erst einige Wochen altes Kind mit geöffneten Pulsadern tot vor, ebenso wies das sechsjährige Kind eine große Wunde am Halse auf. Die Mutter, die die Tat begangen, wurde morgens tot aus dem Mühlgraben gezogen. Freilich, das Belastungsmaterial ist nicht gering. Zumindest hat sich die Gräfin, wie es im Juristenstil heißt, ,, hinreichend verdächtig" gemacht. Die entlastenden Aussagen werden von den belastenden geradezu erdrückt. Wenigstens quantitativ. Auf vier Belastungszeugen kommt kaum ein Entlastungszeuge. Allein was will das bedeuten? Kriminal- Psychologen haben längst wahrgenommen, wie verschieden und objektiv unrichtig die Wahrnehmungen einer Anzahl Personen von ein und demselben tatsächlichen Vorgange sind, trotz subjektiv wahrheitsgetreuester Wiedergabe des Beobachteten. Den ersten Versuch auf diesem Gebiete machte seinerzeit der bekannte Strafrechtslehrer List im friminalistischen Seminar in Berlin. Er fingierte einen Mordanfall, über dessen Verlauf bei dem aufgenommenen Protokoll jeder einzelne Anwesende eine wesentlich verschiedene Darstellung gab. Und die Zeugen waren doch juristisch geschulte und gebildete Menschen. Einen neuen praktischen Beitrag zu dieser Frage lieferte lezzthin ein Londoner Frauenflub. Ein Mann mußte in dem Sizungssaal des Klubs einen Scheindiebstahl ausführen, und zwar in Gegenwart von sieben, durch das Los gewählten Damen, die dann sofort eine Beschreibung von ihm liefern sollten. Die Beobachterinnen führten sogar Papier und Bleistift zur Aufzeichnung ihrer Wahrnehmungen bei sich. Und wie fielen diese aus? Drei der Damen bezeichneten die Augen des Diebes als braun, eine als schwarz, zwei als grau und eine, die allein das Richtige getroffen hatte, als blau. Eine Zeugin ertoähnte als Merkmal einen schwachen, eine zweite einen fräftigen Schnurrbart; eine sprach nur von einen Schnurrbart, drei weitere hatten diese Zierde des Mannes gänzlich übersehen, und eine einzige wollte, wie es wieder allein richtig war, ein„ frisch rasiertes Gesicht" bemerkt haben. Für zwei Damen waren die Haare des Scheinverbrechers blond, für eine braun und für eine, was auch zutraf, kastanienbraun; die übrigen wußten von den Haren überhaupt nichts. Das Gesicht vermochte keine zu beschreiben, nur eine sprach, was aber falsch war, von angenehmen Zügen. Während der Täter einen kurzen grauen Rock getragen hatte, war er der einen Dame in einem Frack, den anderen in einem Leibrock, in einem dunkeln oder hellen Anzug erschienen. Einen Hut hatten alle beobachtet, doch gaben sie ihm die verschiedensten Gestalten. Wenn nun die Damen vor Gericht ihre Aussagen hätten machen müssen, hätten sie zwar keinen Meineid, jede jedoch einen Falscheid geleistet. Genau so wie die polnischen Bäuerinnen, von denen die einen beeiden, daß die alte Andruszewska in der kritischen Zeit in Wroblewo, die anderen beschwören, daß sie verreist gewesen sei. Angesichts der einander widersprechenden Aussagen ist die Frage nicht unberechtigt: Bird Gräfin Kwilecfa freigesprochen?" Bunte Chronik. In der Landesstrafanstalt Steinabrü bei Odenburg erstach der zu dreijähriger Zuchthausstec verurteilte Georg Böhm den Mithäftling Franz Mihale als sie nach dem Mittagessen in die Arbeitssäle gingen. - Das Ende des Streiks in Armentières ist jetzt prok miert worden. Die kleinen Spinner und Weber der Us gebung verharren vorläufig noch weiter im Ausstand, de glaubt man, daß auch sie die Arbeit bald aufnehmen werde In einer Steingrube zu Hochstall im Elsaß wurde der Wegemeister Boetsch und dessen Gehilfe durch hera stürzende Erdmassen erdrückt. † Die Rache des Eifersüchtigen. Im Stettiner Stadtteil Unter- Bredow wurde die 36jährige Witwe Schubert auf offener Straße von ihrem früheren Geliebten, dem Schneider Bobbermin, erstochen. Bobbermin, der die Tat aus eifersüchtiger Rache begangen hatte, stellte sich selbst der Polizei. A Eine Hinrichtung wurde in Verden an dem 27jährigen Maurergesellen Friedrich Klindworth durch den Scharfrichter Engelhardt aus Magdeburg vermittelst der Guillotine vollzogen. Klindtworth war am 19. Juni vom Verdener Schwurgericht zum Tode verurteilt worden, weil er in der Nacht zum 26. April der 34jährigen Ehefrau seines Arbeitskollegen Tamke Gewalt angetan und sie ermordet hatte. Einen Mädchenhändler erreichte in Paris sein verdientes Schicksal. Es ist ein bereits aus Belgien ausgewiesener früherer Kaufmann namens Aubert, der mit seiner Geliebten verhaftet wurde. Eine Haussuchung führte eine genaue Buchführung zu Tage, die enthüllte, daß Aubert jährlich 20- bis 30 000 Franken verdiente. Vermischtes. Des Verbot üb bar, auch wen and von and liege alf bor, da aber n von einer Kor Fodoch in die Gesuch des Erlaubnis zur mang ls Nachm des Verfahrens legt und zur 100 Mark an di Gesuch des [ Immer mäßig.] Die Bewegung gegen den Alkob findet in den studentischen Blättern natürlich meist launig Widerhall. In den„ Akademischen Monatsheften", dem Blat der Korpsstudenten, findet sich z. B. ein„ Temperenzli vom Rhein", das mit der Strophe ausklingt:„ Der Rhein bleibt immer unser Hort, Sein Wein der allerbeste, Wer Wahrheit liebt, trinkt fort und fort, Zwar mäß - aber feste." Taubnis zum Antrag des Befagungs- Brig weiterer Zeug nicht ausreid dürfnisses zu gründen. Au des Kreises welches das um Erlaubni gelehnt hat. [ Deutsche Weihnachtsbäume in Amerika.] Daß unser deutschen Landsleute in Amerika an den Gebräuchen die Provinzi au tragen un deutschen Heimat treu festhalten, erweist die Tatsache, da Peri auch auf ihrem Weihnachtstisch die grüne Tanne, das Sym bol des heiligen Chriſtfestes, nicht fehlen darf. Da in Ame rika selbst die schön gewachsene Tanne nicht allzu reichlid fellt wurde vor vorhanden ist, lassen sich die Amerikaner die Tannen viel im Inf. Reg. fach aus Deutschland kommen. So wurden zwei groß r. 116. Waggonladungen schlesischer Tannen in Hamburg auf einem)*( ie Amerikadampfer verladen. Die Weihnachtsfreude ist alleres Gesellschaf dingungs eine ziemlich teure, denn bei der Landung in New hührenden de york kommt der Baum im Durchschnitt auf 15 bis 20 Mor bvar, bis auf zu stehen. neröffnete das Don Bach, un Merischer Reife bas Anhören meinem hohen Revolverattentat auf einen russischen Polizeimeister. Die mörderischen Anfälle auf russische Beamte scheinen eine stehende Tagesrubrik werden zu sollen. In Bialystock( Goubernement Grodno) feuerte in einer der belebtesten Straßen und am hellen Tage ein Unbekannter drei Schüsse auf den Polizeimeister Metlenko ab, durch die dieser an der Hüfte verwundet wurde. Dem Attentäter gelang es, unbehelligt zu entkommen. Mord in der Kirche. Ein entsetzlicher Vorfall spielte sich während des Gottesdienstes in der Kirche zu Abo( Finland) ab. Ein unbekannter Mann überfiel während der Predigt ein junges Mädchen und tötete es durch Messerstiche. Es gelang dem Mörder, bei der lähmenden Panik, die die Versammelten ergriff, zu entkommen. Das Ende des Chauffeurs. Der Chauffeur Julien Signet aus Montignier bei Lüttich hatte kürzlich einen ihm entgegen kommenden Radler mit seinem Automobil überfahren und getötet. Seit diesem Tage wurde Signet schwermütig, immer glaubte er die verstümmelte Leiche des Verunglückten vor sich zu sehen. Jetzt ist er an seinen Gewissensqualen gestorben. [ Ein gefährliches Duell.] In Fiume fand zwischen dem türkischen Konsul Nikolaki Efendi und dem Offizier d italienischen Kriegsmarine Carlo Cipelli ein Pistolendul statt. Von den Gegnern wurde niemand verletzt, dagegn erlitt ein Sekundant, Dr. Dall'Asta, von einer ihn streifendr Kugel eine leichte Verlegung. Dem Duell folgte ein Vein der Arie söhnungsbankett. Eine Bluthochzeit fand in dem ungarischen Orte Aranyag statt. Der Schuhmacher Stevo Trifunics heiratete das schönste Mädchen des Dorfes. Während des Tanzes untarmte ein Bursche die Braut, es entstand darob eine blutige Schlägerei, und als die Braut versöhnend einwirken und den betrunkenen Bräutigam beschwichtigen wollte, wurde sie von diesem selbst erstochen. Das bedauernswerte Geschöpf mar sofort eine Leiche. Roloraturfäng pürdigen Kün fungene Lied burch stürmisc [ Ein echt amerikanisches Geschichtchen] tischt en Dank eines Chikagoer Zeitung in allem Ernst ihren Lesern auf.„ Fütemökonomie zig Schweine," so erzählt sie, die dem William Mc. Farlader von der von Harrisburg, Illinois, gehörten, sind einem met brachten Liede würdigen Irrtum zum Opfer gefallen. Mc. Farland pflege langen aus um die Futterſtunde die Schweine dadurch herbeizurufen, daffenbarung. er an ein Brett klopfte. Vor einiger Zeit trieb er sie af eine große Wiese, auf der auch eine Anzahl abgestorben Bäume ſtand. Diese Bäume wurden von Spechten befuck die ein ganz ähnliches Geräusch hervorbringen, wie de Klopfen an das Brett. Die Schweine hörten dieses Geräu von einem Baum an einem Ende des Feldes und stürints dorthin, in der Erwartung, ihr Fressen zu finden. E anderer Specht, an der anderen Seite des Feldes, fing nu an zu klopfen, und die Schweine rannten dorthin. Hin un einer 50jähri her stürmten die Tiere während eines langen heißen Tage bis erst das eine und dann ein anderes vor Erschöpfung t hinstürzte und Mc. Farland schließlich seine ganze Herde be loren hatte." Wer denkt da nicht on die deutsche moralisch Volfserzählung von dem Hündlein, das zwischen zwei Burge hin- und herlief, wenn es zum Essen läutete, und dadur nichts bekam! * Aug Ronzert- Verein Dank. Darsteller fei Der Künstler nämlich das t Datel Bräfig [ Eine Hochzeit mit Hindernissen.] Die Sensation sucht der Amerikanerinnen hat bei der Hochzeit des Herzog von Rorburghe mit Miß May Goelet wahre Orgien g feiert. Die Newyorker Blätter drücken bei der Besprechung der Hochzeit ihren Abscheu vor dem Betragen der gut g kleideten Menge aus, die am Hochzeitstage die Kirche un lagerte. Die Polizei war machtlos, die Ordnung aufrec zu erhalten. Elegant gekleidete Damen belagerten de Wagen, in dem die Braut erschreckt an der Seite ihre Bruders saß, drängten ihr Hände durch die Fenster un suchten das Kleid zu berühren, da der Aberglaube besteh daß dies Glück bringt. Frauen suchten die Küster un Polizeibeamten zu bestechen, um in die Kirche eingelassen a werden. Ueber hundert erlangten auch auf diese Weise 3 tritt, wurden aber unter großem Aufruhr von der Galeri vertrieben, bevor die Gäste kamen. Andere Frauen, die fe entschlossen waren, der Zeremonie beizuwohnen, kroche durch einen Kohlenfeller unter der Kirche und suchten di Treppe zu finden, die nach oben führte; sie wurden alle samt von der Polizei hinausgewiesen. Nach der Hochze ergoß sich ein Strom von Frauen in die Kirche, zerriß di Blumen zu Stücken und stahl Band von der Ausschmückun zur Erinnerung. al gespielt auf einer Tou Gießen führt. * Ler F Boche seine of ab, wob bon 550 Mt. daß außer die fchäftsjahr zu Daß das Gefan taffe angelegt Teil des Ver und zwar foll Sie aus dem bis zum 22. Weifel Sonn dem Reichm findliche f Berwaltung werden. * 11 Co berlaufenes Steins Garter usw. wurde In Land- Bot raudanten, de egenden Sene auf den Beamer ift. Die ichtete dann B auf den mam Atopie Bende Zimm fichen beiden Mitterhamme zu flüchten Gendarmerie Bu berhaften te fich leben ent wurde de Sein politi nauslojélic ndung eines us. Von den Heldenstüdden machrichtigte Lokales. Gießen, 16. November 1903. Provinzial- Ausschuß. Wie wir schon bereits berichteten, hatte sich der Provinzial- Ausschuß den Provinz Oberhessen in seiner Samstag um 9 Uhr beginnenden Sigung mit dem Antrag auf Sonzessionsentiehung gegen die Wirte Walper und Schmidt zu Atomrod, Kreis Alsfeld wegen Uebertretung der Ge no abeordnung zu beschäftigen. Die Wirte Walper und Ghmidt zu Romrod haben das unter Androhung der Fonzessionsentziehung erteilte Verbot, dem Georg Diener in Romrod geistige Getränke zu verabreichen oder diesen auch nur in der Wirtschaft zu dulden, verstoßen, weshalb Gr. Kreisamt Alsfeld unterm 10. Juli d. Js in Gemäßheit der§§ 33 und 53 der Gewerbecucdnung und§ 67 der Vollzugsordnung hierzu beantragte, das Konzessionsentziehungsverfahren gegen die Benamnten einzuleiten. In der Samstags- Verhandlung Betreitet Walper, weder er noch eines seiner Angehörigen moh Bedienstete dem Diener geistige Getränke verabche Räuberbank Bheet ihm gearbeitet und hätte er sich für verpflichtet ge= reicht zu haben. Schmidt dagegen erklärt, Diener habe er sich dadurch einer strafbaren Handlung schuldig ge= racht habe, fönne er nicht sagen. Der Provinzialwiesen, daß Diener in der Wirtschaft geduldet worden ei und auch geistige Getränke erhalten hat, wodurch das Verbot übertreten wurde. Eine Verfehlung liege perficht die oor, auch wenn D. in dem Lofal nur geduldet werde and von anderen Gästen geistige Getränke erhalte. trafaniſalt lege alſo ein Grund zur Stonzeffions ntziehung briger Zucht 15 or, b. aber nur einzelne Fälle nachgewiesen seien, wird ring Stang yon einer Stonzeſſionsentziehung abgejejeje, jei rbeitsfale ging fedod, in die stoffen des Berfahrens fleurteilt. Das entières ift je Besuch des Wilhelm Hinn 8. u Heuchelheim un Slaubnis zum Betrieb einer Schanfwirtschaft wird mang Is Nachweises das Bedürfnis abgelehnt, die Kosten des Verfahrens werden dem Rekurrenten zur Last ge= Grenzdiftritte Idhen bewaffnete ober mein nehmen rüdsichtslojer 1: Freiwillig e werden scho r und Weber iter im Aust bald aufnehmen 25. - bietungen wohlverdienten reichen Beifall. Der sich anschließende Ball hielt die Contentianer in annimiertester Stimmung bei Scherz und einem guten Trunk beisammen, so daß jeder befriedigt die Festlichkeit verließ. Eine Nachfeier in Gestalt eines Ausflugs nach dem Windhof_ver= einigte die Festteilnehmer gestern in den Räumen des Herrn Duill und es waren ihrer nicht wenige die sich zu einem recht vergnügten Nachmittag eingefunden hatten. ** Turn- Verein Gießen. In der Turnhalle feierte der Turnverein bei voll beseztem Hause am Samstag Abend sein Winterfest und brachte mit dem Gebotenen wiederum den Beweis, daß der Verein in allem auf der Höhe steht. Die unter Leitung des 2 Turnwarts, Herrn Müller, ausgeführten Stabübungen waren für jeden Turner eine Glanznummer des Abends, die Uebungen wurden mit großartiger Präziſität ausgeführt und ernteten donnernden Beifall. Nicht minderen Beifall erntete der Sängerchor des Turnvereins von dessen Vorträgen wir besonders Kärthners 7stimmigen Männerchor mit Orchesterbegleitung hervorheben möchten. Ein Theaterstück:" In Civil" wurde recht flott gespielt; die Mitwirkenden hatten ersichtlich ihr möglichstes um dem Stück Erfolg und guten Abschluß zu geben. die in 8 Bildern allgemeinen Beifall fanden. Ein flotter Ball schloß sich dem Programm an. Die Nachfeier fand solcher guten Verlauf. * tlaffe und des Männerchors schloß der Bürgermeister Aumann auf und lud zur Besichtigung ein. Bu der Feier waren noch erschienen Kreisschulinspektor Kleinschmidt, Baurat Diehm und die Freifrau Adelbert von Nordeck- Friedelhausen. Bersrod, 12. Nov. Herr Bürgermeister Reuschling, welcher im März gewählt wurde, erhielt heute seine Bestätigung. Stadttheater Gießen. Fremdenvorstellung. Es Der gute Besuch der gestrigen Nachmittagsvorstellung dürfte der Direktion gezeigt haben, daß der Gedanke kein schlechter gewesen ist und weitere Ausführung verdient. wurde die Versunkene Glocke" von Gerhard Hauptmann gegeben, diesmal mit Frl. Hellberg als Rautendelein. Wenn sich der Dichter dieses Haidekind auch wohl nicht so gedacht hat, wie es Frl. H. darstellte, so zeigte sie durch die warmen gemütvollen Töne, welche sie durchweg fand, doch, daß sie derartige Figuren viel, vielleicht mehr von ihrem eignen Naturell giebt, wie jenen langbezopften gardebeutsch" redenden Theaterprinzessinen, die in Frl. Hellberg eine so Seiten hereinströmende Tageslicht, selbst dem wohlgemeintesten Bühneneffett Anfangs einen Strich durch die Rechnung; es jedenfalls besser damit geworden. Gestern Abend ging nun vor gutbeseztem Hause Alt Heidelberg" zum zweiten Male in Szene. Hiervon nur bemerkt, daß einigen Darſtellern auch Sonntags ein etwas distreteres Spiel zu empfehlen wäre. unerwähnt möchten wir bie Marmorgruppen feffen, utige Bertreterin finden. Beider machte bas von allen Der Verein Jugendfreund in Gießen, dessen Gründung in das Jahr 1873 fällt, feiert zu Weihnachten dieses Jahres ſein 30. Stiftungsfeft; er hat durch das Sammeln von Bigarrenspißen, Stanioltapseln und andere früher als wertlos hinweggeworfene Gegenstände, ſowie durch Geldspenden seiner Freunde und Gönner es erreicht, ſeit feines Beſtehens etwa 470 arme Rinber bollständig fleiben und dadurch manchen Eltern über ihre Sorgen hinweghelfen zu können. Es war das Brinz'p des Vereins von vornherein, diejenigen Eltern vorzugsweise zu unterstüßen, die zu den sog. v rschämten Armen gehörten und deren Mittel bei reichem Kinderseqen, Krankheit des Erim Gluhægt und zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr bon nährers oder bei ſonſtigen Unglücksfällen nicht ausreichten, Gehilfe durch LO Mark an die Provinzialkaſſe beurteilt Cache, den kleinen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Allen Besuch des Philipp Müller zu Mainzlar um Grönnern und Gebern sagt der Vorstand herzlichen Dant aubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft wird auf Antrag des Vertreters des Rekurrenten zwecks Ladung ung gegen den weiterer Zeugen vertagt, da die erschienene Zeugin natürlich meist nicht ausreiche, den Nachweis des vorhandenen Beonatsheften", de Dürfnisses zur Errichtung einer Gastwirtschaft zu be B. ein Tempe gründen. Auch wurde das Urteil des Kreisausschusses austlingt:„ Debes Streises Friedberg vom 3. Juni 1903 betätigt, Wein der allerlei welche das Gesuch des Heinrich Heyer zu Melbach fort, Zwar am Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft abgelehnt hat. Rekurrent hat die Kosten des Verfahrens Amerika.] Dufragen und eine Verhandlungsgebühr von 5 Mt. an n den Gebräudie Provinzialkasse zu zahlen. weist die Tatfade* Personalveränderung Aus der Ostasiat. Befagungs- Brigade ausgeschieden und in der Arme eingestellt wurde vom 2. Ostasiat. Inf. Reg.: Seebold, Oberlt., in Inf. Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großherzogl. Hess.) rüne Taune, das en darf. Da te nicht allzu mer die Tama wurden zwa in Hamburg auf hnachtsfreude i der Landung in t auf 15 bis 201 Fiume fand und dem Offi elli ein Pistole and verletzt, de einer ihn stre Duell folgte ein htchen] tischte Lefern auf.„ William Mc. Far sind einem Mc. Farland rd) herbeizurufen Zeit trieb er f Anzahl abgestor von Spechten orbringen, wie jörten dieses Ce Feldes und fi jen zu finden des Feldes, fing en dorthin. Si langen heißen r. 116. *( Gießener Konzert- Verein. Der Saal Gesellschaftsvereins war gestern, wie dies bei den AusFührenden des zweiten Konzerts nicht anders zu erwarten war, bis auf den letzten Platz gefüllt. Herr Professor Kwast eröffnete das Konzert mit Präludium und Fuge( a- moll) von Bach, und die kristallklare Technik und die von fünstLaischer Reife zeugende Auffassung des Virtuosen, machten bas Anhören aller zum Vortrag gebrachten Tonwerke zu einem hohen Genuß. Frau Erika W defind zeigte sich in der Arie aus„ Ernani" von Verdi als großartige Roloratursängerin, die selbst den größten Schwierigkeiten Dant eines wundervollen Organs und einer vollendeten temöfonomie scheinbar spielend gerecht wurde und einige der von der Sängerin mit unwiderstehlichem Liebreiz getach ten Lieder wie die„ Forelle" von Schubert angen aus ihrem Munde wie eine große musikalische Offenbarung. Das begeisterte Publikum nötigte der liebensmürdigen Künstlerin eine Zugabe ab und das wundervoll fungene Lied: Die Nachtigall", erftritten sich die Besucher burch stürmischen Beifall da capo. Dem Vorstande des Ronzert- Vereins gebührt für das Gebotene der wärmste Dant. ** August Junkermann, der weltbekannte ReuterDarsteller feierte in der Saison 1902/03 den Gedenktag Finer 50jährigen Bühnenwirksamkeit. In Ch cago feierte br Künstler 1893 ein wohl einzig dastehendes Jubiläum, vor Erschöpi minlich das tausendste Auftreten in derselben Rolle- als eine ganze Ser ie deutsche mor zwijdjen zwei läutete, und d 1 Die Seni Hochzeit des G wahre Orgi bei der Bejpr etragen der g tage die Kirde e Ordnung a en belagerten n der Seite ch die Fenster Aberglaube be en die Küfter tirche eingelaffe auf diefe Weile hr von der C were Frauen, Sie uwohnen, f the und fuchten fie wurden Nach der Bo Kirche, zerri Der Ausjdmi Dafel Bräfig" welche der Jubilar bis nun über zweitausend al gespielt hat. Gegenwärtig befindet sich der Künstler einer Tournée, welche ihn am Sonnabend wieder nach auf Gießen führt. * Ter Fechtverband Gießen- Lahr hielt vorige Boche seine Generalversammlung im Deutschen of ab, wobei sich bei der Rechnungsablage ein Ueberschuß bon 550 Mt. ergab. Der Vorsißende brachte zum Vortrag, daß außer diesen Geldern über 100 Mt. im verflossenen Ge= häftsjahr zu wohltätigen Zwecken verwendet wurden und daß das Gesamtvermögen bei der hiesigen Spar- und Leihfasse angelegt ist. Es wurde der Beschluß gefaßt, einen Teil des Vermögens an hiesige bedürftige Arme zu verteilen und zwar soll dies, in Kohlen und Brod verausgabt werden. Bie aus dem Annoncenteil ersichtlich, sind sämtliche Meldungen bis zum 22. d. Mts. bei dem I. Vorsitzenden Herrn J. Bersel Sonnenstraße 6 einzureichen. Außerdem soll nach dem Reichswaisenhaus in Lahr an sämmtliche sich dort befindliche Pfleglinge ein Weihnachtsgeschenk sowie an die Berwaltung ein Geldbetrag zu Weihnachten eingesandt wer den. "-Gießen. Ein in allen Teilen gut „ Contentia" verkaufenes Wintervergnügen feierte am Samstag Abend in Steins Garten die„ Contentia". Durch Vorträge, Theater usw. wurde der Abend ausgefüllt und fanden die Dar** * für die bewiesene Treue und Anhänglichkeit mit der Bitte, auch in diesem Jahre den Verein zu unterstüßen und ihn dazu zu verhelfen, daß er diesmal 30 Kinder vollständig Kleiden und dadurch die Zahl 500 erreichen fann. Diese Bitte ergeht aber auch an alle, welche dem Verein seither fern standen aber ein Herz für Not und Jammer haben, die in manchen Familien herrschen. Der Verein hofft, daß er in weiten Kreisen Verständnis und Unterstüßung für seine Bestrebungen findet. Gaben nehmen entgegen die Herren: Doering, Rendant, Vorsitzender, Martin Dörr, Schlossermeister, Adolf Bourgeois, Buchbinder, Friedrich, Monteur, Mulch, Lehrer, Dr. Heuser, Kustos, E. H. Müller, Schreinermeister, M. Jaskowsky( Aquarium), Konrad, Roth II, Weinhändler. * Ehejubiläum. Herr Chr. Duill und Frau geb. Frank auf dem Windhofe feiern am Dienstag, den 17. November das Fest ihrer silbernen Hochzeit. * Ein kühles Bad nahm dieser Tage ein Fuhrmann mitsamt seinem Pferde in dem Bach bei der Neuenmühle unweit Grünberg. Der Fuhrmann war damit beschäftigt für den Damm des neuen Eisteiches Erde anzufahren, als plößlich der Gaul auf der schlüpfrigen Uferböschung ins Rutschen kam und in den Bach geriet. Mit Mühe gelang es dem Fuhrmann, der seinem Gaul nachgesprungen, das Pferd vor dem Er rinken zu bewahren. Im Grünberger Gewerbeverein hielt am Freitag Abend im Saale zum„ Wilden Mann" der Landeswohnungsinspektor Gregschel aus Darmstadt einen fesselnden Vortrag, dem sich eine lebhafte Debatte anschloß." Leider war der Besuch nur mäßig. * ** Besizwechsel. Das Anwesen des Bäckermeisters Ludwig Kämmerer in Gießen, Seltersweg 28, Ecke TeuffelsLustgärtchen, ging für 52000 Mt. durch Kauf in den Besitz des Herrn Frizz Nowack, Manufaturwaarengeschäft, Besitz des Herrn Frizz Nowack, Manufaturwaarengeschäft, über. * Aus dem Biebertal, 13. Nov. Es sind nun wieder die Tage herangekommen, von denen man sagen muß, sie gefallen uns nicht mehr. Infolge der eingetretenen nassen Witterung überflutet die Straßen ein tiefer Schlamm, in dem man mit Unbehagen herumwatet. Daher sind die Be wohner des Biebertals, vor allem die vielen Arbeiter wieder genötigt die Kleinbahn zu benutzen, um nach der Stadt resp. ihrer Arbeitsstätte zu gelangen. Nun sind aber die Preise für die einfache Fahrt ganz entschieden zu hoch bemessen wie für die einfache Fahrt ganz entschieden zu hoch bemessen wie auch auf Rückfahrkarten überhaupt keine Ermäßigung gewährt wird. Bahlt man doch auf der Hauptbahn der Strecke Abendstern- Wezlar, welche Entfernung wohl der Biebertalbahn gleichkommt, ein weit geringeres Fahrgeld. Auch ist durch die vorgenommenen baulichen Veränderungen an den Stationsgebäuden dem Publikum durchaus nicht Rechnung getragen, da es nunmehr an den erforderlichen Warteräumen mangelt. Der neue Raum reicht oft nicht für die vielen Schüler aus, wie viel weniger finden erst die Erwachsenen genügende Unterkunft. Offenbar erfordern diese Mistände notgedrungen eine baldige Abhülfe. × Londorf a. d. Lda., 15. Nov. Unser neues Schul. haus wurde heute seiner Bestimmung übergeben und feierlich eingeweiht. Das Gebäude umfaßt zwei Lehrfäle und zwei Wohnungen; die Baukosten belaufen fich auf 50 000 mt. Erbaut wurde es von Kreisstraßenmeister Förster- Grünberg, die Pläne hat Baurat Diehm- Gießen entworfen. Bei der heutigen Feier hielt Lehrer Stör am alten Schulhaus die Abschiedsrede; die Weiherede am Neubau hielt Pfarrer Weber, welcher gleichzeitig der Ortsbehörde und der Kreisbehörde Dank sagte. Regterungsrat Dr. Wagner Gießen betonte in einer kurzen Ansprache, daß in dem neuen Schulhause Gottesfurcht und Vaterlandsliebe gepflegt werden möge. Nach den Gesangsvorträgen der 1. SchulAus dem Gerichtssaal. Straffammer. H. H. Gießen, 13. November 1903. Bei verschlossenen Türen wird gegen den Taglöhner Heinrich Haas XIV. von Steinbach verhandelt, welcher des unsi'tlichen Verkehrs mit einem 11jährigen Mädchen angeflagt ist. Das Urteil lautet auf 9 Monate Gefängnis, woauf 1 Monat Untersuchungshaft aufgerechnet werden. Der Schriftfeßerlehrling Wilhelm Schäfer von Jlbenstadt erhob im Auftrag des Agenten Damm zu Friedberg Versicherungsprämien in Höhe von 653 Mt., womit er nnter Mitnahme seines Bruders Georg eine Reise nach Genf machte. Nach eintägigem Aufenthalt reiste letterer zurück und ersterer trat die Weiterreise nach Paris an. Dort will er beim Geldwechseln um 300 Mt. beschwindelt worden sein und da er nach Anlauf einer Uhr fein weiteres Geld mehr hatte, trat er die Heimreise an und stellte sich der Polizei. Er erhält eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten, während sein rerführter Bruder mit 2 Monaten davontommt.- Die 15jährige Dienstmagd Katharine Wilhelm von Alsfeld hat mittels falschen Schlüssels aus der Wohnung des Straßenwarts Jung 3.40 Mt. bares Geld und Wurstwaren entwendet. Wegen einfachen Diebstahls be= tommt sie einen gerichtlichen Verweis, während wegen des schweren Diebstahls auf 5 Tage Gefängnis erkannt wird.- Der auf dem Findorfer of bet Düdesheim beschäftigte Caglöhner Heinrich Lang I. hat dem Knecht Johannes Naumann einen Teller an den Kopf geworfen, was der erstere mit Messerstichen erwiderte. Naumann bekommt 3 Monate Gefängnis und Lang tommt mit 6 Wochen davon. - Obsthändler Jean Ewald von Frankfurt wurde durch das Schöffengericht Vilbel wegen Heudiebstahls zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Auf seine Berufung spricht ihn heute die Straffammer frei, da nicht nachgewiesen ist, daß er be wußt rechtswidrig gehandelt hat. wußt rechtswidrig gehandelt hat. Zum Schlusse muß die Sache gegen Heinrich Schimmelpferg von Schlitz wegen Tierquälereien umständehalber vertagt werden. - Neueste Nachrichten. ( Privattelegramm.) ** Darmstadt, 16. November, mittags 12 Uhr: Die einzige Tochter Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hessen, Prinzessin Elisabeth, ist ganz plößlich in Rußland, wo sie sich zum Besuch aufhielt, im Altervon 8 Jahren, verstorben. Prinzessin Elisabeth wurde am 11. März 1895 zu Darmstadt geboren. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Samstag bis Sonntag. Das nordwestliche TIEF zieht langsam ostwärts ab. Auf seiner Südoft- und Südseit sind Feiltiefs entwickelt, Süd nach West und zeitweise mäßigen Regen veranlassen. welche über unser Gebiet ziehend eine Windschwankung von Das TIEF scheint oftwärts abzuziehen; daher für bei nordwestlichem nördlichen Winde allmählich aufheiterndes, Montag und Dienstag trockenes und fälteres Wetter zu erwarten. Vielfach Nachtfroft. ** Marktberichte. Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 14. Nov. Weizen 16,00-00,00, torn 13,50 bis-,-, Gerste 13,-, Hafer 12,66-00,00, Erbsen 16,00, Samen 00,00, artoffeln 6,00-00,00, Linsen 24,00 Mart. Alles per Doppelzentner. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Win Klein; für bas Lofale, ben Gerichts-" und Deffentlichen Sprechsaa!": Fr. Oppermann, 1130 16 November No 8061 Bazar zum Besten der Aliceschule Giessen. am 18., 19. und 20. November im ,, Neuen Saalbau". Anfang 4 Uhr nachmittags Eintrittsgeld für jeden der drei Tage 50 Pfg. Ende 12 Uhr. Mädchen Theater- Verein liessen. Suntogs- Verein für Mitj 2. Vorstellung Dienstag, den 17. November 1903 mit durchaus neuen Dekorationen aus dem Atelier Falck in Berlin Maria von Magdala Drama von Paul Heyse. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen 11 Uhr. Billets zum Preise von 5, 4, 3,- für Mitglieder 4.50, 3.50, 2.50 und 2 Mt. bei Herrn Challier und an der Abendkasse. Im Saale des Fechtverband Schirme werden schnell und gut reparirt u. neube= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 O wie häßlich find Mitesser, Blütchen, Finnen, Gefichtspicke, rote Flecken2c., daher gebr. man geg. alle hautunreinigkeiten u. Hautausschläge nur d.echte Badebeuler Teerschwefel- Seife Gesellschaftsvereins Gießen- Lahr Schußmarte zu Giessen. Sonnabend, den 21. November, abends 8 Uhr: August Junkermann's humoristisch- dramatische Fritz Reuter- Abend. Neue Vorträge aus Friz Reuters Werken. Ausführliche Programme à 10 Pfg. Eintrittskarten: Saal 2 Mr., ( für Studierende 1 M.), Estrade 1 Mr., Gallerie 75 Pfg. find in Ser Ferberschen Universitäts- Buchhandlung( C, Koch) Seltersweg 87 und Abends an der Saal Kasse zu haben. Bezirks- Verein Nord- Ost Montag, den 16. November, abends 8½ Uhr im Aquarium Generalversammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Elektrisch. Licht, Kraft, Celephon- und SchellenAnlagen Schaufensterbeleuchtung etc. werden prompt und billig ausgeführt durch das ( Wohlthätigkeitsverein). " Schußmarke: Steckenpferd" à Stück 50 Pfg, echt bei: Adolf Bieler, Gießen. Victoria- Drogerie Marktstraße 5. Dachdeckergeselle und Handlanger Lagt Beschluß der General Ver: fammlung sollen an hiesige Stadtarme Kohlen und Brod zur Verteilung kommen.-Bedürftige wollen gefl. schriftliche Meldungen an den 1. Vorsitzenden Herrn J. Weifel, Sonnenstr. 6 gesucht bis zum Sonntag den 22. d. M. einreichen. bei Der Vorftond. Jtal. 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