Nr. 243 Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- fg., in's Saus gebracht 60 Bfg., burch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Freitag, den 16. Oftober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jasertionspret&: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die reise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Boftzettungsliste No. 3269. Rebaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprschänschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das beleidigte Italien. Die Absage der Romfahrt des Zaren beschäftigt noch immer nachhaltig die Gemüter. Die neueste Lesart sagt: Noch zu Zeiten Königs Humbert habe Visconti Benost a den jungen Zaren anläßlich der Visiten in Wien, London, Berlin und Paris zu einem Besuche in Rom zu veranlassen gesucht. Die Antwort habe gelautet: Der Zar, habe seine Reisen beendigt und Rom sei nicht im Reiseprogramm inbegriffen gewesen. Das Kabinett habe damals, um feinen Zwischenfall heraufzubeschwören, die Ablehnung ruhig hingenommen; König Humbert aber sei sehr aufgebracht gewesen. Wenn sich König Viktor Emanuel trotzdem seinerzeit nach Petersburg begeben habe, so sei das nur geschehen, weil Prinetti die feierliche Garantie erhalten hatte, daß sich diese Vorfälle nicht wiederholen würden. Der jetzige Aufschub der Zarenreise nehme demnach einen überaus ernsten Charafter an. Das römische Blatt, das diese seltsame Enthüllung bringt, stützt sich angeblich auf Mitteilungen von erster Stelle, und man geht wohl kaum fehl, wenn man als seinen Gewährsmann Rudini ansieht, der seinerzeit Ministerpräsident war. Bestätigt sich diese Vermutung, läge es allerdings nahe, in der plötzlichen Rückkehr Zanardellis nach Rom und der Einberufung eines Ministerrats ernste Dinge zu sehen. Auch die Kammer wird sich schon in kürzester Zeit mit dem Thema des Barenbesuchs befassen müssen, da der Deputierte Donadi eine Interpellation darüber eingebracht hat, warum der Zar seine Reise verschoben habe. Da augenblicklich noch fortdauernd zwischen dem russischen Botschafter Nelsdorf und dem Generalsekretär im italienischen Auswärtigen Amt Malvano Beratungen stattfinden, ist natürlich noch gar nicht ersichtlich, wie der Konflikt aus der Welt geschafft werden wird. Daß man aber auf beiden Seiten das ernste Bestreben haben wird, eine Einigung herbeizuführen, ist wohl außer Frage. Es wäre darum auch föricht, sich schon heute mit allerhand hochpolitischen Kombinationen zu beschäftigen, wie sie angesichts des Besuches König Viktor Enianuels in Paris von der englischen Presse fultiviert werden. Wenn auch die Gewalt der Umstände die großen Mittelmeermächte vielleicht zu engerem Zusammenschluß bringen mag, wenn auch der Empfang des italienischen Königspaares in Paris trop der Zarenabsage ein denkbar warmer gewesen ist, so wäre es doch höchst unzeitgemäß, deshalb nun gleich darauf zu schließen, daß wir am Vorabend der Auflösung der offiziellen Bündnisse und ihrer Ersetzung durch Gruppen" ständen, die ohne äußere Form durch geminsame Interessensympathien verbunden werden". Soweit sind wir denn doch noch nicht. Die Politik. * Die Linke des bayerischen Landtags beabsichtigt einen Antrag einzubringen, wonach der staatlichen Stellung Bayerns gemäß wie auch aus Ersparnisgründen das bayerische Ministerium des Acußern und das Ministerium des Königlichen Hauses als überflüssig aufgehoben werden sollen. Nach Lage der Dinge ist natürlich gar kein Gedanke daran, daß diesem Antrag willfahren werden würde. Um de evangelischen Landeskirche einen neuen Beweis seiner Fürsorge zu geben, hat der Kaiser, wie der Vizepräsident des evangelischen Oberkirchenrats Dr. Frhr. v. d. Goltz in der ersten Sizung der gegenwärtig in Berlin tagenden 5. Generalsynode mitteilte, bestimmt, daß in den Entwurf des nächstjährigen Staatshaushaltsetats behufs Aufhebung der gesetzlichen Pfarrbeiträge an den Pfarr- Witwen- und Waisenfonds eine an diesen zu zahlende Staatsrente von jährlich 850 000 Mark, sowie ferner die erforderlichen Mittel zur Erhöhung der Dienstaufwandentschädigung der Generalsuperintendenten auf den durchschnittlichen Jahresbetrag von 2000 Mark eingestellt werden. Der Reichstag wird, wie unser CB.- Mitarbeiter von gutunterrichteter Seite hört, erst zum Dezember einberufen werden. Der Preußische Landtag wird sogar erst in der zweiten Januarwoche zusammentreten. Wie es heißt, wird ihm als erste Vorlage das Hochwassergesetz, die mit dem Mittellandkanal verbunden werden soll, zugehen. + Wie mit Bestimmtheit verlautet, beabsichtigt die Regierung, bei der fünftigen Oderregulierung von der Anlage tief gelegener Talsperren abzusehen und dafür Hochwasserreservoire einzurichten, deren Wasserfräfte gleichzeitig in den Dienst von Eisenbahnen oder öffentlichen Werfen anderer Art gestellt werden könnten. * Der Inhalt des englisch- französischen Schiedsvertrages wird nunmehr bekannt gegeben. Der Vertrag ist auf fünf Jahre abgeschlossen und bestimmt, wie ja auch schon durchgefickert war, daß Streitigkeiten juristischen Charakters oder Streitigkeiten, die sich auf die Auslegung der zwischen England und Frankreich bestehenden Verträge beziehen, soweit sie nicht auf diplomatischem Wege ausgeglichen werden können, dem ständigen Haager Schiedsgerichtshof unterbreitet werden sollen. Dies soll jedoch nur unter der Bedingung geschehen, daß sie weder vitale Interessen noch die Unahhängigkeit oder die Ehre der beiden Vertragsmächte betreffen oder Interessen dritter Mächte berühren.- Man muß sich fragen, was denn darin eigentlich Neues enthalten ist. Wenn man die ganze Haager Konferenz nicht von vorn herein als eine Farce angesehen hat, so sollte man meinen wäre dieser ganze Vertrag doch höchst überflüssig gewesen. Umso weniger verständlich ist die beinahe enthusiastische Aufnahme, mit der die Pariser Presse den Vertrag begrüßt. Von einer„ erheblichen Annäherung" fönnen wir darin ebensowenig etwas erblicken, wie vom„ Anbruch einer neuen Aera". Der Streif in Armentieres ist noch immer äußerst be. drohlich. Geschürt von dem sozialistischen Bürgermeister und Pariser Agitatoren demonstrieren die Ausständischen fortgesetzt. Es ist überaus seltsam, daß das Militär nicht eingreift, um die Plünderungen und Brandstiftungen zu verhüten. Die geringe Zahl der Verhaftungen steht in gar keinem Verhältnis zur Menge von Ausschreitungen. So ist es gar kein Wunder, daß die Roheit der Ercedenten feine Schranken mehr kennt, und fortgesezt Verwundete in die Hoſpitäler getragen werden müssen. + Die Maßregelungen„ freiheitsverdächtiger" Beamter in Finnland dauern an. So ist neuerdings der Polizeibürgermeister von Uleaborg verabschiedet worden, weil er unterlassen hatte, die Wehrpflichtigen zur Abdienung ihrer Wehrpflicht im Gardebataillon einzuberufen. Zu gleicher Zeit erhielt auch der Bürgermeister von Björneborg seinen Abschied, weil er an einer offenbar finnischen Versammlung teilgenommen hatte. Der Friedenszar hat eben zweierlei Gesichter. Und die Geschichte von dem Engel mit dem Velzweig in der Hand, der von der Newa her herniederstieg zu der modernen Menschheit, ist leider nichts als eine fromme Mythe. O Der in der soeben eröffneten ersten Tagung der Skupfchtina zur Verteilung gelangte Adreßentwurf sagt, die patriotische Tat vom 11. Juni habe das Heer und das Volk gemeinsam vollbracht. In Beziehung auf die auswärtige Politik spricht die Adresse den Wunsch aus, das zwischen Serbien und Rußland, dessen Dasein schon allein eine sichere Bürgschaft für den Beſtand und eine bessere Zukunft der kleineren slavischen Völker sei, bestehende Band zu pflegen und die besten Beziehungen mit den benachbarten Ländern zu erhalten und zu stärken. Vom Balkan liegt ein kleines Quodlibet von allen möglichen Nachrichten vor. Eine widerspricht immer der anderen und feine ist kontrollierbar. Zu erwähnen ist, daß die Flüchtlinge" ihre Bedingungen stellen. Sie beantworteten eine Anfrage der bulgarischen Regierung betreffs Repatriierung ablehnend, da sie den Türfen nicht traue und ihre Dörfer zerstört sind. Weiter verlangen sie die Leitung der Repatriierung durch eine internationale Kommission, der die Pforte genügende, in einer europäischen Bank zu hinterlegende Geldmittel zur Verfügung stellt, die allgemeine Amnestie und als Zukunftsbürgschaften die Ernennung eines christlichen Gouverneurs mit europäischer Kontrolle. Auch die bulgarische Regierung verlangt als Vorbedingung die Erlassung einer allgemeinen Amnestie. Der marokkanische Kriegsminister hat es gewiß nicht leicht. Neben seinen sonstigen Funktionen muß er auch höchstselbst zugreifen bei jeder Ladeſtörung, die sich bei der Verwendung der ungleichartigen Munition der marokkanischen Artillerie einstellt. Seine Leute sind nämlich 31 abergläubisch und scheuen sich vor den europäischen Teufelsmaschinen. Der algerische Kanonier aber, den die französische Militärkommission gestellt hatte, ist inzwischen gefallen. So melden wenigstens die neuesten Nachrichten aus Fez, die sonst noch zu sagen wissen, daß der Vertreter der vereinigten deutschen Waffenfabriken mit zwei Maschinenfanonen und einem größeren Vorrat von Schießbedarf zum Feldlager des Sultans, das sich noch immer ganz dicht bei Fez befindet, aufgebrochen sei. Die italienischen felttage an der Seine. Paris, 15. Oktober. Ein sonderbares Volk, diese Pariser!„ Republikanisch bis auf die Knochen", wie der eingefleischte Pariser von sich mit Vorliebe behauptet, ist er selig und beseligt, sobald sich ein fremder Monarch hier blicken läßt. Es sind nicht allein die offiziellen Streise, in die der Besuch des italienischen Königspaares Bewegung gebracht hat tout Paris und alles, was sich dazu rechnet, ist bemüht, das fremde Herrscherpaar zu schen und von ihm gesehen zu werden. Auf den Straßen ist der raffinierte Lurus des Parisers zu schauen; die langbespannten Equipagen mit ihrer goldstrozenden Ausstattung wetteifern förmlich an Eleganz mit den promenierenden Scharen, die die Boulevards füllen. Schon am Abend des ersten Tages der Anwesenheit des italienischen Königspaares erstrahlte die Avenue de l'Opera in einer geradezu blendenden Illumination; auf den Boulevards wollte die Sache nicht recht klappen, die Beleuchtung funktionierte nicht. Das tat aber der Begeisterung der leicht entzündlichen Pariser feinen Abbruch; in dichtem Gewoge durchzog die Menge die Avenue und die ganze Gegend des Opernplates, um die Illumination anzustaunen. Recht wenig geschmackvoll war die Huldigung, die Paris dabei der Königin Helene zu teil werden ließ, so aufrichtig sie gemeint gewesen sein mag: Nach der Melodie„ Komm, Karlineken, fomm" sangen die Zehntausende unaufhörlich: Viens, Hélène, viens Hélène, viens!... Wenn die Begeisterung der Pariser noch größer hätte sein können, sie wäre es geworden durch den Eindruck der Trinksprüche, die zwischen Loubet und dem König Viktor Emanuel gewechselt wurden. Loubet nannte bei der Ankunft im Elysee am Abend des Ankunftstages den Bejuch des Königspaares eine glänzende Kundgebung des engen Einvernehmens zwischen Frankreich und Italien, das gleicherweise den Gefühlen wie den Interessen beider Völker entspreche. Und Viktor Emanuel hieb in dieselbe Kerbe: er bezeichnete seinen Besuch in Paris als das natürliche Ergebnis des zwischen beiden Ländern glücklich vollendeten Werkes der Annäherung", freilich nicht ohne eine leise Betonung der Tatsache, daß Italien an der Aufrechterhaltung des Friedens ein großes Interesse habe. Loubet hatte davon nichts gesagt. Die Aufnahme, die diese beiden Trinksprüche in der Bresse finden, ist beinahe schwärmerisch; in den höchsten Tönen sucht man die Bedeutung der Worte der beiden Staatsoberhäupter als ganz unvergleichlich hinzustellen. Seit heute früh ist Paris wieder ohne seine königlichen Gäste. Kurz vor 10 Uhr begab sich das Königspaar in Begleitung von Loubet end seiner Gattin nach Versailles. Auf der Fahrt zum Bahnhof wurde das italienische Herrscherpaar nicht minder stürmisch begrüßt, wie am Nachmittag vorher, bei der Ankunft in Paris. Immer aufs neue brausten die stürmischen Hochrufe durch die Straßen, und namentlich die junge Königin entzückte die Pariser durch ihre Anmut und Freundlichkeit. Heute Abend findet Galavorstellung in der Großen Oper statt: schon jetzt, am Nachmittag, wird der Opernplatz von einer nach Tausenden zählenden Menge belagert, die stundenlang troß mehrerer Regenschauer- wartet, um einen König und sein Gemahl von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Das ist die stille, unabsichtliche Huldigung, die das republikanische Paris der Monarchie darbringt- ob der Vertreter des monarchischen Prinzips Alexander, Nikolaus oder Victor Emanuel heißt... Heer und flotte. Der neuernannte preußische Armeebischof Vollmar leistete gestern zu München in der Kapelle der Nuntiatur den Huldigungseid vor dem Nuntius Macchi. Als Zeuge fungierten der Pfarrer von der St. Michaelskirche in Berlin, Zaika, und der Domkapitular Neudecker- München. Als päpstlicher Protonotar fungierte Udifore Vassallo di Torregrossa. Aus dem Gerichtssaal. § Ein Schulknabe wegen Majestätsbeleidigung verurteilt. Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich der noch nicht vierzehnjährige Schüler Gustav Reinhold Graf aus Oberottendorf bei Pirna vor der Strafkammer in Baußen zu verantworten. Der jugendliche Angeklagte, welcher erst vor furzem wegen Diebstahls gerichtsseitig mit einem Verweise bestraft worden war, wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. § Das Honorar des Verteidigers im Dortmunder Handelsbank- Prozeß hat nicht weniger als 14 000 Mark betragen. Bei derartigen Sensationsprozessen pflegen sich die Parteien über die„ Gebührenordnung für Rechtsanwälte" hinwegzusehen, indem sie aus freier Hand das Honorar für die Verteidigung vereinbaren. In dem vorliegenden Falle sollte für die ersten drei Verhandlungstage ein Honorar von 5000 Mark gezahlt werden; für jeden weiteren Verhandlungstag wurde dagegen ein Honorar von je 1000 Mark ausbedungen. Dieser Prozeß wurde nun erst am zwölften Verhandlungstage beendet, mithin konnte der Ver= teidiger, ein bekannter Berliner Anwalt, über ein Gesamthonorar von 14 000 Mark dankend quittieren. Daß der Angeklagte schließlich zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilt wurde, hat auf die Honorarabmachung keinen rückwirkenden Einfluß. § Ein dreifacher Mörder hat sich jetzt vor dem Tilſiter Schwurgericht zu verantworten. Es ist der Fleischermeister Herbert aus Sonpönen, der angeklagt ist, in Lomhönen einen dreifachen Raubmord an dem Meiereibesizer Züricher, dessen 25jähriger Ehefrau und dem fünfjährigen Töchterchen begangen zu haben. Zur Vernehmung sind 55 Zeugen und eine große Zahl Sachverständiger geladen. Der Zuschauerraum, sowie die Vorräume und Korridore sind mit Publifum dicht gefüllt, so daß Gendarmen und Gerichtsbeamte die Ordnung aufrecht erhalten müssen. Der Angeklaate unverwandt in das fiebergequollene Aleria Fedorotną trat dicht zu dem Kopfende des Lagers und dabei den Inhalt desselben über sein Bett geschüttet. bei feiner matten Herztätigteit von erster Wichtigkeit hielt, hatte sich geweigert, der weabeira zu nehmen, den der Arzt bin und fah Quenteshauchte Som furzen Lauten Itmen Es war gegen Abend. Der siebente Tag war eraettaedorowna hatte δας windzerfetzten seines Bimmers waren vollends in die Höhe gehoben, aus mit dem schlummernden Kranten allein. Die schweren Stores Zimmer verlassen, um ein wenig zu ruhen. Murenin war Wolfenhaufen des Frühlingshimmels den vereinigung Herzen eine fiese Sehnsucht bewegend: Nach wiedermit ihren Lieben. mohnte ihnen, eng geſellt, Anders stand es um Murenin und Darja. daseins mit der Macht der Jugend und der Zukunft: Tette, In ihnen gärte noch der urewige Gegensatz des MenschenLeid und Frein gleicher Noch fast ebenso häßliches Untier mit nicht geringerer LiebensDie ihren riefigen bogel, weil er der beste Freund dieses Dickhäuters ist. Tiere zählen zu der großen Rabenfamilie und wachen über lige Rinderspecht, bekannt unter dem Namen Rhinozeroswürdigkeit und Sorgfalt behandelt. Es ist der rotschnabe Nacht machte bei seiner Vorführung einen harmlosen Eindruck und gab auf alle Fragen unbefangen Antwort. § Mord aus Eifersucht. Das Drama in der Steinmetzstraße zu Berlin, dem am 15. Mai d. J. der Major a. D. August Reisch zum Opfer fiel, beschäftigt heute( Freitag) und morgen das dortige Schwurgericht. Vor diesem hat sich die Wirtschafterin Marie Gleditsch zu verantworten. Sie war bei dem Major längere Zeit Wirtschafterin gewesen, nachdem dieser in den Ruhestand getreten war, und scheint gehofft zu haben, daß er sie heiraten werde. Als der Major aber mit seiner Mutter nach Berlin zog, entließ er sie. Er war hier fast täglich Gast bei dem Steinmetzstraße 40a wohnenden Rentner Pudor, dessen Haushalt eine Wirtschafterin führte. Auf letztere wurde die Gleditsch eisersüchtig. Als am 25. Mai der Major, aus der Wohnung des Herrn Pudor kommend, die Treppe hinunterging, wurde er von der Gleditsch überfallen, die ihm ein Messer in die Brust stieß. Der Major war in kurzer Zeit eine Leiche. Die Gleditsch hat bisher behauptet, daß sie dem Major nur einen ,, Denkzettel" geben wollte. § Eine rohe Untat fand vor dem Frankfurter Schwurgericht seine Sühne. Die Knechte Otto Liebetrau und Franz Turowsky wurden wegen Notzucht und Mißhandlung zu 2 Jahren und 8 Monaten bezw. 3 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. Sie hatten ein Brautpaar, das abends von einem Spaziergang heimkehrte, überfallen, den Bräutigam mit Stockhieben in die Flucht geschlagen und das Mädchen vergewaltigt. Nab und fern. A Zu der Enthüllung der Kaiser- und Kaiserin FriedrichDenkmäler hat Kaiser Wilhelm den Philosophen Eduard Beller- Stuttgart, dessen Büste beim Standbild des Denkmals Kaiser Friedrichs als Nebenfigur angebracht ist, und dessen Sohn Professor Dr. med. Albert Zeller eingeladen. Eduard Zeller kann seines hohen Alters wegen an den Feierlichteiten nicht teilnehmen und läßt sich durch seinen Sohn vertreten. A Prinzregent Luitpold in Lebensgefahr. Der greise Prinzregent von Bayern schwebte in Berchtesgaden in großer Lebensgefahr, als er vom Königsee nach Ramsau fuhr. Ungefähr in der Mitte dieser Strecke bridet das Bahngeleise eine starke Kurve, die von der Staatsstraße gekreuzt wird. Eine Barriere ist nicht vorhanden. Als der Vorreiter das Geleis passierte, brauste unerwartet der Zug daher, der um 10 Uhr schon hätte in Berchtesgaden eintreffen sollen. Nur der Geistesgegenwart des Lokomotivführers war es zu danken, daß der Zug dicht vor dem Pferde, das der Reiter weder vorwärts noch rückwärts brachte, zum Stehen gelangte. Ein paar Sekunden später hätte der Wagen des Regenten die gefährliche Stelle passiert. Eine Lehrerin" Hallelujahmädchen". In Berliner Lehrerkreisen bildet der Eintritt einer Gemeindeschullehrerin in die Heilsarmee das Tagesgespräch. Es handelt sich um eine junge Dame, die sich in ihrem Fach besonders auszeichnete; bei der jüngsten Anwesenheit des Heilsarmeegenerals Booth in Berlin Heilssoldatin", oder, wie der Berliner sagt, Hallelujahmädchen" wurde. Der zuständige KreisSchulinspektor bemüht sich, die Lehrerin zum Wiederaustritt zu bewegen, jedoch vergeblich. Man ist auf die weitere Entwickelung der Sache sehr gespannt. Drei gefährliche geisteskranke Verbrecher entsprangen aus der Provinzial- und Pflegeanstalt in Göttingen. E3 sind der 21jährige Lustmörder Adolf Hamel aus Altershausen, der Sittlichkeitsverbrecher Wilhelm Schebenhöfer aus Lisgur und der berüchtigte Brandstifter H. Edjer aus Einbeck. Kassendiebstahl in einem fahrenden Zuge. Ein Arader Blatt meldet einen verwegenen Diebstahl in einem Personenzug. Zwischen den Stationen Monder und Glogovac wurde die feuerfeste Kasse der Staatsbahnen, in der sich gegen 200 000 Stronen befanden, entwendet. Der Zugführer ließ auf die Meldung vom Fehlen der Kasse sofort halten und das Zugpersonal begab sich sofort mit Laternen auf die Suche, da man vermutete, die Kasse könne sich irgendwo auf der Strecke finden. Es wird vermutet, daß ein Passagier des an den Gepäckwagen angekoppelten Waggons dritter Klasse auf den Gepäckwagen hinüberkletterte, die Kasse aus dem Waggon warf und dann selber absprang oder auf der nächsten Haltestelle abstieg. griffen hat. Drei junge Burschen der älteste ist erft 16 Jahre alt, die man bei Taschendiebstählen abfaßte, machten interessante Enthüllungen. Sie übten den Taschendiebstahl schon seit Beginn des Jahres aus und hatten immer Erfolg gehabt. Sie hatten aber auch eine gute Schule! Ein Individuum, das sie nur unter dem Namen„ Bamboula" kennen wollen, hatte ihnen„ Unterricht" gegeben; dafür mußten sie ihm jeden Abend ihre Tageseinnahme" bringen. Der Polizeikommissär begab sich, von den drei Spit üblein begleitet, in die Wohnung Bamboulas und nahm dort eine gründliche Haussuchung vor. Er fand zehn große Puppen, die mit verschiedenen Männer- und Frauenkleidern, wie Oberrock, kurzes Röckchen, Ueberzieher, Mantel, Jäckchen u. s. w., befleidet waren. Auf die Frage, was diese Puppen bedeuteten, antwortete einer der drei Burschen:„ Aber das ist ja unsere Schule, die Diebesschule! An diesen Puppen übten wir uns im Taschendiebstahl. Oh, Bamboula ist ein strenger Lehrer!" Die Puppen wurden, obwohl sie als ,, Arbeitswerkzeug" nicht hätten gepfändet werden dürfen, in Beschlag genommen, ebenso zahlreiche Geldtascher, Brieftaschen und waren, die von Diebstählen herrühren. Bamboula selbst konnte bis jetzt nicht gefunden werden. Der Ecseder Moorbrand ist noch immer nicht gelöscht. Zuerst versuchte man, einen breiten Graben quer durch das ganze Gebiet zu ziehen; aber der Wind, der ganze Feßen des brennenden Torfes weiter trug, hat den Zweck vereifelt. Zum Glück ist in den letzten Tagen so viel Regen gefallen, daß die oberste Schicht schlecht brennt, so daß das Flugfeuer aufgehört hat und der Brand überhaupt nicht mehr so schnell um sich greifen fann; aber im Innern frißt die Glut weiter, und die Regen einer Regenzeit werden kaum hinreichen, um den Brand bis auf den Herd zu löschen. [ Schulhumoristisches. Eine soeben erschienene Blütenlese bringt eine ganze Anzahl ergötzlicher Antworten von Schülern, voll eines köstlichen unfreiwilligen Humors.„ Die Oberfläche der Erde besteht aus Land und Wasser," sagte ein geweckter Junge; als er aber gefragt wurde:„ Was wird denn aus Wasser und Land?" antwortete er eifrig: Schmutz." In vielen Fällen verstehen die Schüler augenscheinlich nicht, was die Fragen bedeuten. Auf die Frage: ,, Was kommt dem Menschen in der Stufenleiter des Seins am nächsten?" kam die überraschende Antwort:„ Sein Hemd." Der erste Mensch, der um die Welt ging, war nach) Meinung eines kleinen Mädchens„ Der Mann im Monde". „ Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei," sagte Daniel in der Löwengrube, und die Israeliten machten ein goldenes Kalb, weil sie nicht genug Silber hatten, um eine Kuh zu machen". Was wäre geschehen, wenn Heinrich IV. von Frankreich nicht ermordet worden wäre?" „ Er wäre eines natürlichen Todes gestorben." Eine gleich unerwartete Antwort kam auf die Frage: Was taten die Israeliten, als sie aus dem Roten Meere famen?"" Sie trockneten sich." Als in einem Mädchenpensionat Preise für gute Antworten ausgesetzt wurden, ergab die Prüfung einige merkwürdige Kenntnisse. Auf die Frage:„ Führt einige Beschäftigungen an, die der Gesundheit schädlich find," lautete eine Antwort: Steinmezarbeit ist schädlich. weil er bei der Arbeit alle kleinen Splitter einatmet, die dann in die Lunge genommen werden." Eine dritte meinte: „ Die Schuhmacherei ist sehr ungesund, weil der Schuhmacher den Stiefel gegen die Brust drückt, und daher drückt er die Brust ein, und der Stiefel berührt das Herz. Wenn er nicht stirbt, bleibt er sein Leben lang ein Krüppel." Eine andere behauptete:„ Wenn Nahrung verschluckt wird, geht sie durch die Luftröhre." Wieder eine andere erklärte: Die Arbeit des Herzens besteht darin, die verschiedenen Organe in einer halben Minute auszubessern." Ein kleiner Physiologe aber sagte:„ Wir haben eine Oberhaut und eine Unterhaut; die Unterhaut bewegt sich nach ihrem Belieben, und die Oberhaut bewegt sich, wenn wir es tun." Bunte Chronik. In einer Kunstblumenfabrik am Josefsring in Budapest brach gestern infolge einer Gasexplosion Feuer aus, das sich sehr schnell ausbreitete und das ganze Gebäude vernichtete. Eine Arbeiterin ist verbrannt, fünf andere wurden verwundet, unter ihnen zwei tödlich. [ Gine Diebesschule. Die Pariser Polizei hat eine Diebesschule entdeckt, deren Vorsteher leider die Flucht erIn Mirchau( Westpreußen) wurde dem neunjährigen Schulknaben Neumüller durch eine explodierende Dynamitpatrone der ganze Leib aufgerissen. Der Knabe starb sofort. Wie kam der Knabe zu einer Dynamitpatrone? Wie aus Löwenberg in Schlesien gemeldet wird, erfrankte auf dem Dominium Zobten die ganze Familie çines Viehwärters nach dem Genuß von Kuchen an Vergiftungserscheinungen. Zwei Kinder im Alter von 5 und 7 Jahren sind bereits gestorben. Vermischtes. [ Was der König der Mode" für seine Kleider zahlt.] Eduard VII., König von England und Kaiser von Indien, ist auch jetzt noch der König der Mode" und kleidet sich ebenso elegant, wie einst als Prinz von Wales. Aber er will seine Eleganz nicht mehr so teuer wie einst bezahlen, und deshalb hat er jüngst mit seinem Schneider folgende Preise vereinbart: Für eine Hose 40 bis 50 Mark, je nach dem Stoff, der verarbeitet wird; für einen Oberrock mit dazu gehöriger Weste 215 Mark. Ein ganzer Cheviot- Anzug darf nicht mehr fosten als 160 bis 175 Mark, und für einen Frackanzug mit weißer Weste zahlt der König 310 Mark Das Grab im Meer.] Der kürzlich verstorbene Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts, Dr. Friedrich Lippmann, hat die letztwillige Verfügung getroffen, daß sein Leichnam in Hamburg verbrannt und dann seine Asche nächst Curhaven in die offene See gestreut werden solle. Nun hat der älteste Sohn Lippmanns den letzten Wunsch seines Vaters erfüllt und dessen Ueberreste den Fluten des Meeres übergeben. [ Ein fideles Gefängnis] muß die Hauptstrafanstalt bon Lissabon, der sogenannte Limoviro, sein. Dort entdeckte man in diesen Tagen nichts weniger als eine Falschmünzer Werkstatt, eine Kneipe und eine Art von Ballsaal, in dem die Gefangenen beider Geschlechter sich in den Nächten ganz gut zu vergnügen pflegten. Die Führer der Falschmünzerbande waren ein gewisser Caldeira, der gerade wegen Falschmünzerei zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, und ein Gefängniswärter Santos. Letterer beschaffte die nötigen Metalle, und sobald es dunkelte und die höheren Beamten die Strafanstalt verließen, wurde in der Küche ein großes Feuer angemacht, wurden die Pressen aufgestellt, und man machte sich eifrig an die Herstellung von falschen Silbermünzen, die dann am anderen Tage gegen gutes Geld eingewechselt wurden. Da man natürlich während der Arbeit ungern im Trockenen saß, so verstand sich die Einrichtung der Kneipe von selbst, und da der Wein ohne Weib auch nicht auf die Dauer mundet, und man ja über die nötigen Mittel verfügte, so war es eigentlich auch nuc natürlich, daß man eine Verbindung mit der Frauenabteilung herstellte und gemeinsam einige gemütliche Stunden verbrachte. Renbiglett ung des Hotel Befiger Lung nichts eing Mofer, der F brechen will, Heinen Neubau i 13uffatten wünscht om Saufe der Tabung von 1,50 Einem Gefu +[ Wie die Alten fungen...] Die Kinder in Amerika folgen, wie es scheint, in puncto Negerhaß den Spuren der Erwachsenen. Ein Newyorker Blatt erzählt, daß der dreizehnjährige James Schneck und sein gleichaltriger Freund Joseph Mango vor kurzem Lynchen spielten. Gelyncht, d. H. aufgeknüpft und verbrannt wurde zwar nur eine einen Neger darstellende Puppe, aber die Sache nahm doch einen bösen Ausgang. Mit dem Neger zugleich wurde nämlich ein Haus in Brand gesteckt, und James Schneck und Joseph Mango wanderten ins Gefängnis. Erwachsene Lyncher wer. den leider nicht so prompt verhaftet. Brandstifter auf der Weltausstellung. Aus St. Louis wird berichtet: Nächtlicherweile ist der Versuch gemacht wor den, das erst halbfertige Ackerbaugebäude der Weltausstellung durch Feuer zu zerstören. Einer der Wachtposten von der Jefferson- Garde bemerkte, wie ein Mann sich um das Ge. bäude herumschlich. Der Wachtposten sandte dem Verdäch tigen, der sofort ausriß, ein paar Schüsse nach und ver anlaßte dann eine Untersuchung des Gebäudes, worauf man dicht an einer Mauer ein mit Petroleum getränktes Stroh bündel vorfand. Man glaubt, daß der Brandstifter ein italienischer Arbeiter gewesen ist, der kürzlich wegen un erlaubten Aufenthaltes auf dem Ausstellungsgebiet verhaftet und zu einer Strafe verurteilt wurde. [ Eau de Cologne- Trinkerinnen.] In England macht man wieder einmal mobil gegen die Unsitte des Eau de Cologne- Trinkens, der sehr viele Misses huldigen. Ein englischer Arzt enthüllt, um gegen diese unselige Leidenschaft anzufämpfen, einige der Schliche, deren sich die Damen der englischen Gesellschaft bedienen, um ihr Laster die Gau de Cologne wirkt schlimmer als der schärfste Alkohol vor der Mitwelt zu verbergen. Eine vornehme Dame ließ sich nach einem Unfall, der die Amputation eines Fingers nötig machte, einen fünstlichen Finger anfertigen, der einem echten zum Verwechseln ähnlich ist. Niemand aber ahnt, daß der künstliche Finger hohl ist und daß der Nagel eine leicht zu öffnende Klappe bildet. Sie füllt den Apparat mit Kölnischem Wasser, und wenn sie bei Besuchen oder im Theater den Finger nachlässig zum Munde führt, tut sie es, um die Flüssigkeit zu schlürfen, ohne die sie nicht leben kann. Andere Damen stecken von Zeit zu Zeit zierlich eine Traube in den Mund und werfen dann die Schale fort. Man ist erstaunt, wenn man erfährt, daß diese Trauben mit Kölnischem Wasser gefüllte Kautschuk- Bällchen sind. Es gibt aber noch andere Apparate zur Aufbewahrung des Kölnischen Wassers; besonders beliebt sind bei den Damen der Aristokratie Fächer mit hohlen Stielen. Ein Lord, der von der traurigen Leidenschaft seiner Gattin wußte, rühmte sich, daß er ihr das Eau de Cologne- Trinken abgewöhnt habe. Er ahnte nicht, daß in dem Sträußchen, das sie stets am Mieder trug, die Deffnung eines kleinen Saugfläschchens verborgen war; während sie den Blumenduft einzuatmen schien, schlürfte sie rasch ihr Gift. Ein Gift war es wirklich, denn die unglückliche Frau starb in der Blüte der Jugend. Als der Gatte kurze Zeit darauf das Klavier seiner verstorbenen Frau reparieren ließ, entdeckte er darin eine ganze Anzahl von Fläschchen mit den verschiedensten berauschenden Getränken. Das Neuefte aus den Witzblättern. Konsequent. Arzt( zum Kellner):„ Ich gebe Ihnen kein Trinkgeld, Friß, Sie wissen ja, bei Ihrem Leiden habe ich Ihnen das Trinken verboten." Nur ein Wort.„ Was hast' denn, Weib, du bist ja ganz heiser?" Oh, ich bin nur auf ein Wort bei der Frau Nachbarin drüben gewesen!" Druckfehler.„ Die Eisenbahngesellschaft, welche Bau und Betrieb der Vizinalbahn Krätschdorf- Pappelshausen bezweckt, ist als Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht beim hie sigen Amtsgericht eingetragen worden." Naturgeschichte. Lehrer:„ Wir wollen heute in der Betrachtung des Nußens der Haustiere fortfahren. Sag' mir mal, Ella, woher bekommen wir denn Schinken und Würste?" Ella( Tochter eines Feldwebels):„ Von den Einjährigen." Einfache Erledigung. Ehemann:„ Ein Zwanzigmarkstück hast du verschluckt, mein Herz? Na, da verzichtest du einfach auf einen neuen Winterhut, dann ist die Sache erledigt! Kunft und Wissenschaft. doeffen Bruder F als Rieslagerpl 800 Mt. Raut beei Aufgabe d rdnungemäßi affeeteffels i won der Verf bon Gräben i Wichler, dami ugänglich fin innern. Fü traße werden diesem Antrag tagung diefes Megen Mantels herlangt und b leer alten Gi Mt. 33,60 m geheißen ware Das Fahr foll dem Kar Jum alten Br auf diese Arb LD. Aus dem dunkelsten Afrika berichtet der englische Major Powell- Cotton, der zwanzig Monate lang die öst lichen Aequatorgegenden durchstreifte. Es wurden einige tausend Meilen bis jetzt völlig unbekannten Landes kartographisch aufgenommen. 50 verschiedene Tierarten wurden aufgefunden, von denen einige wahrscheinlich neu für die Wissenschaft sein werden. Unter anderem fing Bowell ein Paar ausgewachsener fünfhörniger Giraffen. Sechs neue Stämme wurden entdeckt, darunter die Höhlenbewohner des Mount Elgon. In den Bergen liegen überall tiefe Höhlen, in denen die mit Fellen bekleideten Menschen wohnen. Weiter fand Powell zwischen Rudolf- und Albertsee ein Volk, dessen Angehörige als Zauberer angesehen werden. Ihre Häuser lagen in Gruppen von einem Dußend auf den oberen Abhängen des Hügels. Sie waren zweistöckig und aus Zweigen gebaut. Diese in größerer Höhe lebenden Leute bayen Korn an, während die kriegerischen Eingeborenen in den Ebenen unten von der Dürre versengt werden, und doch ist die Scheu vor diesen sogenannten Zauberern so groß, daß die hungernden Leute unten, die die Hügelbewohner an Zahl vielleicht tausendfach übertreffen, sie niemals angegriffen haben. Im Tarashlande stieß Powell am Fuße einer Bergfette auf eine Reihe von Salzquellen. Das Land rund herum war mit mehreren Hundert Elefantenſkeletten be deckt. Auf seine Nachfrage sagten ihm die Führer, daß dies Land bekannt wäre als der Ort, wohin die Elefanten zum Sterben kommen", und daß die Eingeborenen regelmäßig hierherkämen, um den toten Tieren das Elfenbein abzu schneiden. Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 16. Oftober 1903. Der Dberbürgermeister Mecum eröffnete gestern um 1/25 Uhr die Sißung, er verwies auf einen im Sißungssaal aushängenden Grundriß und eine Fasadenzeichnung unseres projektierten neuen Eisenbahn- Empfangsgebäudes mit dem Bemerken, daß nunmehr der preußische Eisenbahnminister die von Hofmann- Herborn entworfenen Proje te zur Ausführung angenommen und genehmigt hat. Der Versammlung wird dann die gedruckt vorliegende Uebersicht über die Rechnung des städtischen Elektrizitätswerkes für 1901/03 gegeben, welche ergiebt, daß die erforderliche Verzinsung von Mt. 53,166,64ẞf. und für Amortisation Mt. 19,802,49 Pfg. herausgewirt. schaftet worden ist. Angelegt sind im Wert Mt. 884,500. Weiter dürfte intressieren, daß im abgelaufenen Zeitraum 4/5 der erzeugten Strommenge durch die Turbinen und nur 1/5 durch Gaskraftmaschinen erzeugt worden ist. Die Versammlung hat wegen den ihr vorgelegten Rechnungsabschluß keine Einwendungen zu erheben. Stadtverordneter Kirch regt an, die Leute, welche bei den einzelnen Abnehmern des Elektrizitätswertes den Stand des Zählers aufnehmen, mit einer Legitimation oder wenigstens vielleicht mit einer Dienstmüße zu versehen, damit diese Beamten, als vom Werte beauftragt, fenntlich gemacht sind. Der Oberbürgermeister verspricht, der Anregung Folge zu geben. Ein Dispensge - 8. Cibu Gießen fü Anwesen Balfer, Jbrin Burbuch, sowi 1. Aus uteilen: a. minem Rundsd hingewiesen, d heblich gewinn ber gleichen f Format veröf at sich schon Hage in ähnli bereit erflärt, Bu geben. b. Friedberg u für die Lehre heffens fand d anderen Bunf deutschen an Idie neue Red Haus- und handlungen gehend Mitt Monaten Jul Bug Gießen micht vorgefel fbahndireftion Bug für die einige Monat ob auch für bes Buges Ermittelunge t ber Rammer 2. 23 a Jahres läuft ab. Die Ra Für die Jahr Herrn Präsid bas Amt des Borschlag br 3. Gi bereitung Fahr( Rhein gabe an den jollung von borbergegange Für Effig bear ift es für die ber ausländif fonfurrieren, pro 100 Kilog einzuführende Rilogramm un biefiger Intere such der Baugenossenschaft des evang. Arbeitervereins vom durch das Ortsbaustatut vorgeschriebenen Massivbau für ein am Weglarerweg zu errichtendes Gebäude für eine Kleinfinderschule findet die nötige Befürwortung der Versammlung. Georg Schäfer wünscht an den Bahnhöfen zwisch n Güterbahnhof und der Lahn, also außerhalb des Bebauungsplanes ein Wohnhaus zu errichten, die Versammlung spricht sich auf Antrag der Bau Deputation dagegen aus und lehnt den erbetenen Dispens hierzu ab. Ph. Schwan will seine an der Rodheimerst aße niedergebrannte Scheuer dort wieder aufbauen. Der hierzu erbetene Dispens wird nur befürwortet, wenn der Gesuchsteller sich bereit erklärt, auf Erfor dern die Scheuer später wieder zu entfernen, wenn die tidig geworde zu unterstützen. Arei Regierungsgeb ausfußfi 1. Refurs des 38, borm Polizeibefehl Hefeitigung ei Bolz Witive Broßh. Bürge Der in Ameri B den Spure rzählt, daß d altriger Fre elten. Gelme r nur eine eine nahm doch ein wurde nam ned und Sole ene Lyncher Aus St.& uch gemacht t Weltausstell htposten von sich um das ote dem Verd e nach und b des, worauf m etränktes Stu - Notwendigkeit hierzu vorhanden ist. Gegen eine TeilGegen eine Teil-| Jauchebehälters und einer Abortgrube. 3. Beschwerde ung des Hotel zum Rappen in zwet Hofraiten durch die der Hch. Sonntag Ehefrau zu Gießen gegen eine Verjezigen Besitzer Ruckstuhl und Fröhlich hat die Versamm fügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 4. Beschwerde lung nichts einzuwenden. Dispensgesuche des Müller der Gg. Bausch Ehefrau zu Gießen gegen eine VerfügMöser, der Fenster nach dem Nachbargrundstück zu ung des Ortsarmenverbandes daselbst. 5. Beschwerde brechen will, der Weißbindermeister Launspach, der der Joh. Schmidt Eheleute zu Gießen gegen eine Verseinen Neubau in der Alicestraße mit einem Balton aus- fügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 6. Gehalt zustatten wünscht und des Apothekers Dornberger, welcher des Markrechners zu Bellersheim. Hieran anschließend am Hause der Belifan- Apotheke ein Schild mit einer Aus- findet eine nichtöffentliche Sigung statt. labung von 1,50 Mtr. anbringen mögte, werden befürwortet. Einem Gesuch des Alb. Rübsamen, zu gestatten, daß dessen Bruder Konrad, eine von ihm gepachtete städt. Wiese als Rieslagerplatz benutzen kann, wird entsprochen, wenn 500 Mt. Raution gestellt werden, als Sicherheit dafür, daß bei Aufgabe der Pachtung, die Wiese als solche, wieder ordnungsmäßig hergestellt ist. Für die Reparatur eines Kaffeetessels in der Kaserne werden 100 Mt. verlangt und von der Versammlung bewilligt. Gegen die Ueberbrückung von Gräben im Neustädter Feld durch den Brauereibesiger Bichler, damit dessen Felder für die Bestellung 2c. b.sfer zugänglich sind, haben die Stadtverordneten nichts zu erinnern. Für eine Umlegung des Pflasters in der Marktstraße werden 970 Mart gefordert. Es entwickelt sich aus diesem Antrag eine lange Debatte, die schließlich zur Vertagung dieses Punktes führte. Zur Beschaffung eines Regen- Mantels für den Straßenmeister werden 25 Mt. verlangt und bewilligt. Für Umänderung und Reparaturen der alten Gießfässer sind Mt. 542,50 verausgabt, d. h. Mt. 33,60 mehr als von den Stadtverordneten dafür gut geheißen waren. Die Nachbewilligung wird ausgesprochen. shausen bezwe Das Fahren der Gießfässer, welches ausgeschrieben war, soll dem Karl Jughardt bis Ende März f. J. freihändig zum alten Preis weiter übertragen werden, weil Offerten auf diese Arbeit s. 8t. nicht eingegangen sind. Brandstifter rzlich wegen sgebiet berha attern. Ich gebe Sh rem Leiden he du bist ja ga ort bei der welche Bau tpflicht beim heute in der hren. Sag'r fen und Würfe Son den Ginja n Swanzigme da verzichtest h ist die Sache baft. htet der engli ate lang die wurden einig en Landes far Tierarten wurde hlich neu für d fing Powell e fen. Sechs new hlenbewohner de erall tiefe Höhle wohnen, Weite e ein Volf, dejen n. Ihre Händer den oberen b nd aus Zweyn en Leute boyen eborenen in den den, und doch In so groß, daß die ewohner an Babl inals angegriffen Fuße einer Berg Das Land rund antenſteletten Führer, daß ie Elefanten renen regelma Elfenbein ab neten. Oftober 1903 ete geftern im Sigungsf ichnung unferd Des mit dem B ahnminifter die zur Ausführung r Versammlung iber die Rechnung gegeben, weld 53,166,64% g. herausgewitt mt. 884,500 en Beitraum en und nur Die Verfamm gsabschluß feine ter Rirch regt bnehmern des ufnehmen, mit t einer Dienst bom Werte be germeister vers Cin Dispensge itervereins vom affibbau für ein für eine Klein Berfammlung höfen zwifch Des Bebauungs mmlung fp i aus und lehnt wan will feine er bort wieder rb nur befür t, auf Erfor men, wenn bir - 8. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll Auszug. Gießen, den 13. Oftober 1903. Anwesend die Herren: Rommerztenrat Koch, Vorsitzender, Balser, Thring, Kaß, Moll, Nowack, Rinn, Röhr, Schirmer, Burbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit zuteilen: a. Das Großh. Ministerium des Innern hat in cinem Rundschreiben an die hessischen Handelskammern darauf hingewiesen, daß die Verwendbarkeit ihrer Jahresberichte erheblich gewinnen würde, wenn diese von allen Kammern in der gleichen sachlichen Einteilung abgefaßt und in demselben Format veröffentlicht würden. Die Handelskammer Gießen hat sich schon vor Jahren gegenüber dem deutschen Handelstage in ähnlichem Sinne ausgesprochen und sich auch jetzt bereit erflärt, der Anregung des Großh. Ministeriums Folge zu geben. b. Die erste der von den Großh. Handelskammern zu Friedberg und Gießen in Aussicht genommenen Konferenzen für die Lehrer an den Kaufm. Fortbildungsschulen Oberhessens fand am 10. Oftober statt. Abgesehen von einigen anderen Punkten standen zur Beratung: Der Unterricht im deutschen an den Raufm. Fortbildungsschulen, insbesondere die neue Rechtschreibung und der Entwurf einer gemeinsamen Haus- und Schulordnung. Ueber die Ergebnisse der Verhandlungen wird im Jahresbericht der Handelskammern eingehend Mitteilung gegeben werden. c. Da der in den Monaten Juli- September an Sommertagen gefahrene Spät zug Gießen- Lich- Hungen in dem Winterfahrplan 1903/4 nicht vorgesehen ist, so hat die Kammer an die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. das Ersuchen gerichtet, den Bug für die Folge endgültig beizub halten, eventuell ihn noch etnige Monate probeweise verkehren zu lassen, um zu prüfen, ob auch für den Winter ein Bedürfnis für die Beibehaltung des Zuges vorliegt. Die Direktion hat die erforderlichen Ermittelungen eingeleitet und wird nach deren Beendigung der Rammer weitere Mitteilungen geben. 2. Wahl der Handelsrichter. Am Ende dieses Jahres läuft die Amtsdauer des ſeitherigen Handelsrichter ab. Die Kammer nahm daher die erforderlichen Neuwahlen für die Jahre 1904/06 vor und wird die Gewählten dem Serrn Präsidenten des Großh. Landgerichts zu Gießen für das Amt des Handelsrichters, bezw. Ergänzungsrichters in Vorschlag bringen. 3. Einfuhrzoll für Wein zur Essig bereitung. Der Verband deutscher Essigfabrikanten in Fahr( Rheinland) übersandte der Handelskammer eine Eingabe an den Bundesrat zur Unterstützung, in der die Verzollung von Wein zum Zwecke der Essigbereitung nach vorhergegangener Denaturierung mit Essig zum Zollſage für Essig beantragt wird. Unter den geltenden Zousäßen ist es für die einheimische Weinessigindustrie schwierig, mit der ausländischen Industrie auf dem deutschen Markte zu fonkurrieren, da der Einfuhrzoll für Weinessig nur 8 Mt. pro 100 Kilogr. beträgt, während der für die Essigbereitung einzuführende Wein einem Bollsaße von 24 Mt. pro 100 Rilogramm unterliegt, falls er nicht in einer Zollniederlage stichig geworden ist Die Kammer beschloß nach Anhörung hiesiger Interessenten die Eingabe des genannten Verbandes zu unterstützen. ( Schluß folgt.) Lokales. Gießen, 16. Oftober 1903. Kreisausschuß. Samstag, den 17. Oftbr. If Js, vormittags 9 Uhr, findet im Sizungssaal des Regierungsgebäudes in Gießen eine öffentliche Streisausschußsizung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs des Ludwig Hellmold zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisteret Gießen betr. Beseitigung eines Schuppens. 2. Rekurs der Wilhelm Bolz Witwe zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisteret Gießen betr. Herstellung eines ** Am 2. November d. Is. wird in Hamborn ( Niederreihn) eine von der Reichsbankstelle in Duisburg abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. - Der Thaler unterwegs. Von gestern ab giebt die Reichsbank wieder Thalerstücke aus. Der Grund zu dieser Äenderung ist in den Bedürfnissen des Verkehrs zu suchen; die Münzen können nicht rasch genug die nötige Zahl von Zweimarkstücken prägen. ** Der Grünberger Gallusmarkt brachte gestern, am zweiten Markttag, nicht den von den Geschäftsleuten erhofften Ausgleich für den Einnahnen. Ausfall des ersten Tages. Das Geschäft, auch auf dem Viehmarkt, war flau, der Besuch war nicht den Wünschen entsprechend. Gar mancher Geschäftsmann hat an beiden Tagen nicht die Einnahme erzielt, die er im vorigen Jahre am ersten Tage zu verzeichnen hatte. ** Die in voriger Woche ausgefallene Versammlung der Luftkurort- Interessenten in Grünberg findet nunmehr am Samstag abend im Saale der Wirtschaft zum Rappen" statt. Bekanntlich wird Herrn G. Rohleder in der Versammlung einen Vortrag über die Errichtung einer Luftkur-, Nerven- und Wasserheil- Anstalt halten. Zu der Versammlung sind Einladungen an die Herrn Finanzminister Ex. Gnauth- Darmstadt, Polizeipräsident v. Müfling Frankfurt, Konrad Binding- Frankfurt und viele andere ergangen. Zu wünschen wäre im Interesse der Stadt, daß greifbare Resultate schon in der ersten Versammlung erzielt würden. ** Stadttheater Gießen. Der Sonntag bringt wieder eine Novität und zwar Skowronnets und Steins neues Volfsstück„ Geschwister Lemke" das an allen Bühnen, die es bisher brachten, einen großen Heiterkeitserfolg erzielte. Zur Entlastung des Herrn Sandorff, der augenblicklich mit dem Studium größerer Aufgaben in gebundener Sprache beschäftigt ist, hat Herr Direktor Steingoetter, der auch die Regie führt, die Rolle des Maschinenschlossers Horn selbst übernommen. ** Die neue Fahne des Sängerchors vom Turnverein Gießen ist im Schaufenster des Herrn Julius Schulze, Ecke Kreuzplatz und Seltersweg, ausgestellt. Dieselbe, gemalt von unserem bekannten Dekorationsmaler Carl Hollmann ir. und ausgestattet von der Firma I. Schulze, macht einen recht gediegenen Eindruck. Die Weihe findet in einigen Wochen statt. * * Vernünftig. In dem soeben erschtenenen " Schulboten für Hessen", dem offiziellen Organ des h ssischen Lehrervereins, findet sich folgende bemerkenswerte Mitteilung: Bei manchen Kreisschulkommissionen unseres Landes hat fich die Sitte ausgebildet, nicht nur auf Großherzogs Geburtstag und Sedanstag eine Schulfeier anzuordnen, sondern auch auf Kaisers Geburtstag und Großherzogs Namenstag. Von einer ministeriellen Verfügung bezüglich der letzten beiden Tage ist uns nichts bekannt. Es wird sogar schon Wochen vorher den Schulvorständen angekündigt, den Lehrern mitzuteilen, daß die Vorbereitungen für die Feter zu treffen seien und daß das Programm der Feier in die Schulchronik einzutragen sei. In unserer Haupt- und Residenzstadt dagegen sind Ludwigstag und der 27. Januar einfach schulfreie Tage in Volks- und höheren Schulen. Wir meinen auch, man fann ein guter Patriot sein und eine zweimalige Schulfeier zu Ehren des Großherzogs in einem Jahr zu viel finden. Oder hat unsere ländliche Jugend vielleicht die Pflege des Patriotismus nötigen als die Jugend in der Stadt?" ** In das Gießener Handelsregister, wurde die Firma A. Fangmann eingetragen. Die Mitteilhaberin Anton Fangmann Wtw. ist am 1. Oktober 1903 aus dem Geschäfte ausgeschieden. Geschäft mit Firma wird von dem Teilhaber Otto Fangmann weiterbetrieben. (:) Erda, 15. Ott. Ein ebenso bedauerlicher wie merkwürdiger Unfall, der zur Vorsicht mahnt, hat die Frau des Kaufmanns Dörr von hier betroffen. Frau Dörr wollte ihrem erkrankten Knaben gestern einen erfrischenden Trank bereiten und mischte zu diesem Behufe Selterswasser und Himbeersaft durcheinander. Als sie die zugestöpselte Flasche, um die Mischung besser durcheinander zu bringen schüttelte, explodierte die Flasche. Frau Dörr erlitt hierbei ganz erhebliche Verlegungen. Die umherfliegenden Glassplitter spalteten ihr die Lippe und brachten ihr sonst derartige Verwundungen bei, daß sie sich in die Behandlung eines Arztes begeben mußte. ** Friedberg, 13. Oktbr. Beim Landwirt Heinrich Seiß in Niederwöllstadt wurde heute früh eingebrochen. Dem Diebe fielen 1000 Mark Bargeld und eine Kassette mit Wertinhalt in die Hände. ** Frankfurt a. M., 15. Oktober. Auf der Strecke Frankfurt- Hanau werden gegenwärtig eine auffällig scharfe Billetkontrolle durchgeführt. (:) Kaffel, 15. Oktober. Im Alter von 71 Jahren starb der bekannte Meteorologe Professor Dr. Heinrich Möhl. Der Verstorbene war Leiter des hiesigen Königl. Meteorologischen Instituts und genoß in Fachkreisen großes Ansehen. ** Kassel, 15. Oktober. Der heute morgen in einem Abteil des Schnellzuges Aachen- Leipzig tot aufgefundene wurde als der Bankdirektor Fischer aus Barmen, Der der seit einigen Tagen vermißt wurde, erkannt. Grund zum Selbstmord ist unbekannt. Provinzial- Ausschuß- Sizung. Gießen, den 14. Oftober 1903. ( Schluß.) Kreisstraßenunterhaltung im Kreise Büdingen pro 1902/3 Der zweite Punkt der Tagesordnung betreffend die hier Beitragsleistung. Der Betriebsunternehmer der Breitenbrunner Steinbrüche, Vereinigte Raustell'sche Basaltwerke zu ,, Klein- Steinheim" mußte ausfallen, da der Provirzial- Ausschuß nicht beschlußfähig war. Louis Dieffenbach zu Echzell um Erlaubnis zum Betrieb In Sachen, Gesuch des einer Gastwirtschaft erkannte der Provinzial- Ausschuß zu recht, daß unter Aufhebung des Urteils des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 2. März 1903 dem Refues stattzugeben sei. Louis Dieffenbach zu Echzell bat unterm 20. 4. 03 vor Gr. Bürgermeisteret daselbst um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. Der Gemeinderat verneinte in seiner Sigung vom 10. 4. 1. 78. die Bedürfnisfrage und legte dann dem Kreisausschuß Büdingen die Sache zur Entscheidung vor, welcher zu Recht erkannte, daß dem Gesuchsteller die nachgesuchte Erlaubnis zu erteilen sei. Gegen diese Entscheidung erfolgte der Vorsitzende des Kreisausschusses im öffentlichen Interesse Refurs an den ProvinzialAusschuß mit dem Antrage, unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschusses Büdingen dem Gesuchsteller die nachgesuchte Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft zu versagen und begründet seinen Rekurs in der heutigen Verhandlung etwa folgendermaßen. In Echzell beständen bei einer Einwohnerzahl von 1631 Seelen, 10 Gaft- bezw. Schankwirtschaften sowie 6 Branntweinausschankstellen. Der Gemeinderat habe das Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft verneint. Auch er halte den Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses nicht für erbracht, weshalb er beantrage dem Rekurs stattzugeben, trozdem sich die vernommenen Zeugen für die Errichtung einer Wirtschaft aussprachen und auch der Vertreter des Gesuchstellers, Rechtsanwalt Eugisch, nach läng rer Ausführung versuchte den Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses zu erbringen, fonnte der Prov.Ausschuß nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß ein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft vorhanden sei. Auch wurde der Rekurs des Adolf Becker zu Alten- Buseck gegen das Erkenntnis des Kreisausschusses des Kreises Gießen abgewiesen unter Verurteilung des Refurrenten in die Kosten des Verfahrens und Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mt. an die Provinztalkasse, da dem Prov.- Ausschuß ebenfalls fein Nachweis eines Bedürfnisses nach einer neuen Wirtschaft in Alten- Buseck erbracht wurde. Sodann wurde die öffentliche Sigung geschlossen. Oeffentlicher Sprechsaal. Auf das neuliche Eingesandt betreffs der Pumpmaschine in der Bahnhofstraße war sofort eine Aenderung eingetreten, nämlich am Samstag wurde dieselbe abgestellt und man dachte gewiß, daß der Plaz endlich einmal geräumt würde. Aber vergebens, die Maschine steht immer noch, wenn auch zwecklos am selben Plaze; Welche Gründe liegen vor und wir mag da wohl zu bestimmen haben? Ein Bürger. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 19. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 18. Oftober. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 114 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.. Abends 8 Uhr, Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde im oberen Konfirmandensaal. In der Johanneskirche. für den Jünglingsverein. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Koch aus Lüzellinden. Jahresfeier des Jünglings- und Männervereins. Sammlung Vormittags 11 Uhr: Rindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 17. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 18. Oktober( 20. Sonntag nach Pfingsten.) Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9½ Úhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/2 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenfranz- Andacht mit Segen. " 1 An den Werktagen ist Abends um halb 7 Uhr Rosenfranz- Andacht mit Segen. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, 18. Oktober, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 21. Oktober, abends 812 Uhr: Bibelstunde. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 17. Oftober 1903. Freitag abend 5 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 6.15 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.00 Uhr. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin@lein: rbas Sofale, ben„ Gerichts-" und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermant Dudu Berlag der Gießener Berlagsbruderei( borm. Wilh. Keller), Gießen. Freiwillige Gail'sche Feuerwehr Eureka Samstag, den 17. Ds. Wits., abends 8½ Uhr im Festsaale des Café Leib Feier des 48jähr. Stiftungsfestes verbunden mit der 25jährigen Dienstfeier des derzeitigen TT. II. Hauptmanns Herrn Heinrich Sauer. Abendunterhaltung und Ball. Der Vorstand. Nur Mitglieder, sowie eingeladene Gäste gegen Vorzeigung der Karte Haben Zutritt. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Hotel Großherzo empfiehlt: Elazelne Diner ven 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag. Menobener and Frankfurter Blera. Weine erster Firmen. Giessen. Frankfurter Straße, Ecke Aliceftraße. ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ Stadt- Theater Gießen. Direftion: Steingoetter. Sonntag, den 18. Oktober. 2. 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Durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 8. Oktober d. J8. hat der Absatz 6 des§ 5 der Bedingungen, betreffend die Abgabe elektrischer Energie aus dem städtischen Elektrizitätswerk Gießen, folgende Fassung erhalten: Von den Leitungen für Motore, Apparate, Heizung und elektrochemische Zwecke, deren Verbrauch nach dem geringeren Einheitspreise berechnet wird, dürfen feine Lichtleitungen abgezweigt werden. Wenn der normale Stromverbrauch dieser Motore pp. zusammen mindestens 1 Kw beträgt, dürfen jedoch bis zu 2 Glühlampen von je höchstens 0,25 A Stromverbrauch zur Beleuchtung des Motorenraums oder des unmittelbar angrenzenden Arbeitsraumes an die Kraftleitung angeschlossen werden. Der Dit für diese Lampen wird vom Elektrizitätswert bestimmt. Bei elektrisch betriebenen Musikwerken ist die gleiche Ausnahme auch bei weniger als 1 Kw Stromverbrauch gestattet, wenn die Einschaltung der Lampen nur gleich zeitig mit der des Motors erfolgen fann. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die vorstehende Bestimmung vom 1. Januar 1904 ab auch für die zur Zeit schon angeschlossenen Anlagen Gültigkeit erhält. Gießen, den 13. Oktober 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besizer von Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 79 des Feldstrafgesetzes aufgefordert, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis Ende ds. Mts. einzu halten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrief tauben keine Anwendung. Gießen, den 13. Oktober 1903. Stück- Boks Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Schöne möbl. Zimmer Buk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedezu vermieten. Gießen, Bismarckstraße 17. Afterweg 59 II. ist ein schön möbliertes Zimmer pr. sofort oder 1. Oktober zu verm. 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Stückkoks Mußkoks Nr. 1 Mukkoks r. 2 1,10 Mr. 1,25 Mr. 1,25 Mr. 1,05 Mt. 1,20 Mr. 1,20 Mr. 1,00 mr. 1,15 Mr 1,15 Mr. Für Kotsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Koks bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Kote statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Ealer, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplaz 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. auch Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas koks samt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirüdver: gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Es gährte feither in ihm und lange ertrug er das nicht mehr. Er verstand den Frie nicht das konnte nicht sein. geiftesabwesend und strahlte fie an nein der saß minutenlang Wenn Siedend heik murde de HUMOR Nr. 243 be Fami Freitag, den 16. Oftober 1903.