Nr. 138. Mbonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Bettschrift für Landwirtschaft, Obft- und Cartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 16. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 0 Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, bie Kretse Weblar unb Marburg 10 fg. fonft 16 Pfg.; Reklamen die Betitzelle 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Stegen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk#r, 362. Neuelle Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. König eter von Serbien! Die Königswahl in Serbien ist vorüber: einstimmig haben Senat und Stupschtina am Montag den Prinzen Peter Karageorgiewitsch zum Könige von Serbien gewählt. Prinz Peter hatte die Einstimmigkeit seiner Wahl zur Vorbedingung der Annahme der Krone gemacht. Auch sonst hat der Prinz noch vor der Wahl einige Sympathische Forderungen erhoben. Zunächst die, daß keiner der an der Ermordung des Königspaares beteiligten Offiziere ihm vorgestellt werden, und daß keiner dieser Offiziere weiter in der Hauptstadt bleiben dürfe. Das wird ihm vielleicht einen Teil der Armee entfremden, aber ihm dafür die Zuneigung des Volkes erwerben. Wie sich nachträglich herausstellt, entsprang das empörende Gebaren der Belgrader Bevölkerung nach der Mordnacht, das Beflaggen der Häuser, der Jubel über die Vernichtung der Dynastie Obrenowitsch nicht dem spontanen Gefühl der Bevölkerung, sondern es war diktiert von der Furcht der Bevölkerung vor der Armee, unter deren Herrschaft auch die neue Regierung steht. In Wirklichkeit wird die Ermordung des Königspaares trotz der allgemeinen Gegnerschaf gegen Alexander, trotz des Hasses gegen Draga, feinesweg illgemein gebilligt. Die gebildeten Kreise sind barüber entrüstet, daß die vielen rohen Schmähungen und Beschimpfungen gegen den König auch nach seinem Tode fortgesetzt werden. Man mißbilligt es auch, daß bie Offiziere, die am Mord beteiligt sind, sich öffentlich zeigen und in den Vordergrund treten. Man hofft, daß Peter Karageorgiewitsch der Soldateska den Daumen aufs Ange drücken werde. Andererseits beabsichtigen die radikalen Kreise, die die Mehrheit des Volkes bilden, sich von Peter tarageorgiewitsch die Zusicherung gewisser Volksrechte auszubedingen und die Macht des Königs in verschiebener Hinsicht zu beschränken. Der Generalissimus soll durch die Stupschtina gewählt und die Verfassung von 1888, durch das allgemeine Stimmrecht vervollſtändigt, eingeführt werden. Die letzterwähnte Forderung hat die gegenwärtige Regierung bereits erfüllt, und es ist anzunehmen, daß König Peter diese Maßregel bestätigen wird. Ferner verlangen die Radikalen, in der Verfassung solle die neue Bestimmung aufgenommen werden, daß nur direfte Nachkommen des Königs zur Thronfolge berechtigt sein sollen, keine Nebenlinien oder weiblichen Mitglieder des Königshauses. Das Militär soll den Eid der Treue nicht nur, dem König, sondern auch dem Staat und der VerVerfassung leisten. Das wird den Offizieren nicht ſonberlich gefallen, aber sie werden wohl klein beigeben müssen. Uebrigens ist eine Offiziersversammlung berufen worden. In derselben wurde bestimmt, daß die Namen der Teilnehmer an dem Ueberfall im Konak nicht veröffentlicht werden dürfen, und daß sie auf eine Belohnung für die Tat verzichten sollen. Und das letztere muß erſt ausdrücklich beschlossen werden! Ein Musteroffizierkorps, in dem eine Belohnung für einen Königsmord für möglich Jehalten wird! Die neue Regierung hat inzwischen auch alle wegen politischer Preßvergehen bestraften Personen begnadigt. Seit dem Mordtage hat keine einzige Verhaftung und Verurteilung stattgefunden. Aus dem Leben König Peters werden noch verschiedene interessante Züge mitgeteilt. Daß er in Frankreich seine Ausbildung erhalten und in einem Buavenregiment den 70er Feldzug gegen Deutschland mitgemacht hat, haben wir bereits mitgeteilt. Von seinen Kriegstaten hierbei ist wenig zu melden. Mehr dagegen wird in allerlei Legenden berichtet von seinen kühnen Zügen gegen die Türken im montenegrinischen Aufstand 1877, den er von Anfang bis zu Ende mitmachte. Die Episode, die am meisten im Herzen des Volkes wiederklingt, ist die Schilderung, wie der junge Prinz sich seine Gattin eroberte. Die Türken hatten die Kinder des Fürsten von von Montenegro abgefangen, und ein lautes Wehklagen erhob sich im montenegrinischen Lager bei dieser Schref= kenskunde. Da wirbelt Staub in der Ferne auf, Prinz Peter ist's, der im Triumph die Geretteten zurückbringt, die er in hartem Kampf den Räubern abgejagt. Als Dank für diese mannhafte Tat wurde ihm die Hand der Prinzessin Zorka, deren Herz ihr heldenhafter Retter im Sturm gewonnen, zu teil. Interessant ist auch, daß die Mehrzahl der Bewohner Belgrads, selbst bedeutendere Politiker, Peter Karageorgiewitsch nie gesehen haben. Auch seine Photographien sind in der Stadt noch nicht zu sehen, trotzdem ist er heute populär. Bon der Morduacht wird noch bekannt: Aus der Sektion ergab sich, daß die Offiziere der Leiche der Königin Draga eine Brust abgeschnitten und ihr den Unterleib aufgeschligt hatten. An ihrem Körper wurden 45 Wunden gezählt, und es fanden sich zahlreiche Spuren von Fußtritten. Der König war nur durch einen Säbelhieb am linken Arm getroffen, den er wahrscheinlich schüßend vorgehalten hat. Nach dem Sektionsbefund der Leiche des Königs hatte Alexander einen Schädel von 11 Millimeter Dicke, bei normalen beträgt vieme hochprens 6 Millimeter. Beim Großhirn wurden Verwachsungen mit der Schädeldecke festgestellt; das Kleinhirn war hypertropisch, die Leber ungewöhnlich groß, von schwarzen Flecken speckartig degeneriert. Im Vorgemach des Schlafzimmers, wo der Kampf mit dem Generaladjutanten Lazar Petrowitsch stattfand, war ein feiner heller Teppich ganz mit Blut vollgesogen. Die Seidentapeten, Vorhänge und Draperien des Schlafzimmers waren völlig zerrissen und zerfetzt, das Bettlinnen und die Polster waren zerschnitten, alles war mit Blut bedeckt. Die Kommission zur Aufnahme des Inventars im Palais fand in Alexanders Schreibtisch, der erbrochen war, da der Schlüssel fehlte, tatsächlich den Entwurf einer Gesetzesvorlage für die Stupschtina über die Einsetzung Nitodem Lunjewitsch als Thronfolger mit Aenderungen von der Hand der Königin Draga, ferner Gesezentwürfe zur Einführung des Standrechts und des Belagerungszustandes, und schließlich eine Liste von 75 Personen, die im Falle von Unruhen verhaftet werden sollten. Der alte und der neue Friedhof in Belgrad, wo die Opfer der Mordnacht begraben sind, sowie die Begräbnisstätte des Königspaares sind stark besucht. Im Friedhof wurden gleich nach der Tat von Soldaten 20 Gräber aus. gehoben, in denen bisher jedoch bloß zwei Offiziere und General Petrowitsch beigesezt wurden. Königin Natalie richtete an eine in Belgrad weilende ehemalige Hofdame die telegraphische Anfrage, ob sie nach Serbien zum Besuche des Grabes ihres Sohnes kommen tönnte. Der Hofdame wurde von der Regierung bedeutet, daß ein Besuch der Königin Natalie in Serbien nicht geduldet werden würde. Weitere Nachrichten besagen: Der Generalstabsoberſtleutnant Milislaw Ziwanovitsch, hat sich erschossen, wie es heißt, weil in den Papieren des Königs ein Brief Biwanovitsch' mit einer Ankündigung des Komplotts gefunden würde. Ein anderer Offizier, der Leutnant Lazar Jowanowitsch vom 8. Infanterie- Regiment, erschoß sich, weil er vom Offizierkorps des Regiments für unwürdig gehalten worden war, an der Ausführung des Mordes teilzunehmen! ,, Von dem dankbaren Vaterland." König Alexander hatte bei dem berühmten französischen Bildhauer Mercier ein Denkmal der Unabhängigkeit Serbiens mit der Reiterstatue König Milans bestellt. Auf Einladung Alexanders war Mercier eben im Begriffe, sich mit dem fertigen Modell zu ihm nach Belgrad zu begeben, als die Nachricht von dem Morde eintraf. Das erwähnte Monument hatte die heute wie eine Ironie anmutende Inschrift in lateinischer Sprache: ,, Von dem dankbaren Veterlande". Attentate auf Staatsoberhäupter. Das grausame Blutbad im Konak zu Belgrad, dem König Alexander von Serbien und seine Gemahlin zum Opfer fielen, läßt die Erinnerung ausleben an Attentate, die auf Staatsoberhäupter verübt wurden und tödlich verliefen. Das erste Opfer dieser Art war im vorigen Jahrhundert der Zar Paul I. von Rußland, der in der Nacht zum 23. März 1801 durch ein Verschwörerkonsortium, dessen Haupt Graf Peter von der Pahlen war, in dem Michailowschen Palais zu St. Petersburg mit seiner eigenen Schärpe erdrosselt wurde. Als zweites Opfer folgte der Sultan Selim III; ihn ließ Mustapha IV., nachdem er zur Regierung berufen worden war, in Haft nehmen, und im Mai 1808 erdrosseln. Graf Kapodistrias, Präsident des griechischen Staates, wurde nach knapp dreijähriger Präsidentenschaft am 9. Oktober 1831 zu Nauplia heim Eintritt in die Kirche St. Spiridion von Konstantin und, Georg Mauromichalis durch vier Dolchstiche getötet. Am 2. Januar 1887 wurde dem Ermordeten in seiner Heimat Korfu ein Denkmal errichtet. Der Herzog Karl von Parma mußte im Juni 1854 unter dem Messer eines Mordgeſellen sein Leben lassen. Der erste Fürst von Montenegro, Danilo I., fiel nach etwa achtjähriger Regierungszeit im Jahre 1860 der Blutrache zum Opfer. Weil der Fürst einen Bauern wegen Ausübung der Blutrache erschießen ließ, erschoß ihn der Sohn des Gerichteten auf Anstiften der Mutter zu Cattaro. Der sechzehnte Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Abraham Lincoln, wurde ein Opfer ses Schauspielers Wilhelm Booth, welcher ihn am 14. April 1865 während der Vorstellung im Fordstheater zu Washington von der Bühne aus erschoß. Drei Jahre später, 1868, fiel der Fürst Michael Obrenowitsch von Serbien durch Mörderhand im Wildparke Topschider bei Belgrad. Im Jahre 1870 wurde der Präsident von Haiti, Salnave, erschossen, nachdem er drei Jahre hindurch regiert hatte. Das Jahr 1875 brachte die Ermordung des Präsidenten von Ecuador, Dr. Garcia Moreno. Der 32. Sultan der Osmanen, Abdul- Aziz- Chan wurde am 30. Mai 1876 von dem durch ihn erzwungenen patriotischen Ministerium" des Mehemed Ruschdi und Hussein Awni genötigt, zu Gunsten seines Neffen Mehemed Murad dem Throne zu zu entsagen. Am 4. Juni 1876 hieß es, er sei als Staatsgefangener eines natürlichen Todes gestorben. Ein im Juni 1881 gegen mehrere der höchsten Staatsbeamten eingeleiteter Prozeß ergab indessen, daß Abdul Aziz während Ser Nacht in seiner Kerkerzelle ermordet worden war. Garfield, der zwanzigste Präsident der Vereinigten Staaten, erhielt am 2. Juli 1881 in Washington von einem brotlosen Fanatiker, namens Guitrau, einen Revolverschuß in die Brust, der zwar nicht sofort tödlich war, den Präsidenten aber zu langsamem Siechtum verurteilte, bis er am 18. September desselben Jahres von seinem qualvollen Leiden erlöst wurde. Zar Alexander II. von Rußland wurde am 13. März 1881 das Opfer eines Attentates, das gelegentlich der Rückkehr von einer Parade mittelst Werfens von Orsinibomben unter seinen Schlitten gegen ihn ausgeführt wurde. Am 7. Juli 1890 wurde der Präsident Merendez der Republik San Salvadore ermordet, und am Abend des 24. Juni 1894 tötete in Lyon der italienische Anarchist Caserio den französischen Präsidenten Carnot. Diesem folgte der Schah Nassir- Eddin von Persien, der am 1. Mai 1896 beim Betreten der Moschee Schah AbdulAsim bei Teheran von einem fanatischen Anhänger der Sekte der Bäbi erschossen wurde, aus Rache dafür, daß er Diese Sekte mit großer Grausamkeit verfolgen ließ. Den Beschluß dieser Mordstatistik bildet die Ermordung des Präsidenten Blanko, Republik Venezuela, des Präsidenten Heureux der dominikanischen Republik, des Königs Hum= bert von Italien, und schließlich im September 1901 des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Mc. Kinley, dem nunmehr König Alexander von Serbien durch Mörder= hand im Tode nachfolgte. Zu erwähnen wäre schließlich noch die Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Desterreich, die am 10. September 1898, als sie in Genf eine Dampferfahrt unternehmen wollte, von dem Anarchisten Luccheni erstochen wurde. Königin Draga von Serbien hat nunmehr das Geschick dieſer edlen Fürsten geteilt. Die Politik. Der Kaiser und die„ Amerikaner“. ) 22( Ein offizielles Dementi erfährt jetzt die neulich auch von uns erwähnte angebliche Aeußerung des Kaisers: Ich kann nur Amerikaner gebrauchen", die er im Kasino eines schlesischen Regimentes getan haben sollte. Weder habe der Monarch diese Worte gebraucht, noch sei er seit nahezu zwei Jahren in einem schlesischen Regimentskasino gewesen. Das schließe natürlich nicht aus, daß der Kaiser die Eigenschaften der Amerikaner, die ihnen eine so bedeutende Stellung im Erwerbsleben verschafft haben, in vollem Make anerkennt. Kulturkampfszenen in Frankreich. == Wie gerechtfertigt es war, daß das Ministerium Combes den Pariser Pfarrern die Abhaltung einer Frohnleichnamsprozession außerhalb der Kirchen untersagte, ergibt sich aus den Vorkommnissen in Nantes, wo die Geistlichkeit dieses Verbot nicht respektierte. Dort wurde bei einem Zusammenstoß bei der Frohnleichnamsprozession zwischen Sozialisten und Nationalisten der 71 jährige Redakteur eines sozialistischen Blattes, Gaulalle, so durch Stockhiebe zugerichtet, daß er tot auf dem Plaze blieb. Ferner erlitt der Präsident des Freidenfervereins, Lejeune, infolge von Stockhieben einen Schädelbruch, so daß er wenige Stunden darauf starb. Sehr viele andere Personen wurden mehr oder minder schwer berlegt. 7-8000 Nationalisten begaben sich, nachdem sie die Antiklerikalen vertrieben hatten, zur Präfektur, um den Präfekten zu zwingen, daß er das Verbot der öffentlichen Abhaltung der Frohnleichnamsprozession zurückziehe. Sie rissen an der Präfektur das Gitter nieder, warfen die Fenster ein und versuchten, in das Gebäude einzudringen. Gendarmerie und Dragoner trieben die Ruheſtörer auseinander, die aus Plaſterſteinen und Balken bereits eine Art Barrikade errichtet hatten. Viele Ruheſtörer wurden in Haft_genommen. Die Ministerkrise in Italien ist noch immer in der Schwebe. Der König hat Zanardelli, den bisherigen Premier, gebeten, die Neubildung des Kabinetts zu übernehmen, nachdem alle vom König befragten Politiker ihm das geraten hätten. Zanardelli hat sich einstmeilen Bedenfzeit ausgebeten. Der in der Terniaffäre schwer beschuldigte bisherige Marineminister, dessen Zugehörigkeit zu dem bisherigen Kabinett die eigentliche Ursache der Krise war, soll beabsichtigen, gegen seine Angreifer gerichtlich vorzugehen. Das ist das einzige, was er tun kann und tun muß, wenn er ein reines Gewissen hat. Hoffentlich bleibt es nicht nur bei der Absicht" des Herrn Bettolo.... Vom„ tollen Mullah" hört man wieder einmal etwas Neues. Nach einer dem Londoner Kriegsamt zugegangenen Meldung führte der Mullah einen Flankenmarsch aus in der Absicht, zu plündern und die Verbindungen zwischen Bohotle und Berbera zu zerstören. Er hat bereits die Telegraphendrähte durchgeschnitten. Alle Posten sind verstärkt worden. Nach einer Meldung des " Daily Telegraph" aus Aden hat der Mullah ferner zwischen Garrero und Bohotle einen Proviantzug abgefangen. Nach Gerüchten von Eingeborenen ist Oberst Cobbe in Ga= ladi umzingelt, und General Manning ist es unmöglich, zu seiner Unterstützung abzugehen. Der Frühjahr wird mich allerdings davon erlösen," erwiderte Hilgenberg ruhig, thm gegenüber Plaß nahm, während der Schulmeister roten Haaren zupfend, die seine Oberlippe Co la, la," antwortete Jabob Stoll, an den fletbann aber tut mir auch tein Bahn mehr weh. Wie geht es Ihnen?" { chatteter nen, Um so mehr muñ leise, der böse Husten bringt ihn unter halb nahm er auch den Vorwurf nicht ungnädig auf. Er wird es nicht mehr lange machen," sagte ben, er hatte imgrunde genommen ein gutes Herz, besDaran schien Jakob Etɔll noch nicht gedacht zu ha die Erde." ex Stizze von Else Kraft. Bestimmung. Nachdruck verboten.) Wohin gehst du?" drängte er. Sage mir, ob er schon da ist, sage mir, ob er wirklich, wirklich kommt, Hilde." Ja, er Inmmt und ich bin foine Bre Kabinettswechsel in Ungarn. In dem Endspiel in der Schachpartie Regierung contra Obstruktion in Ungarn ist Ministerpräsident v. Szell nun doch mattgesetzt worden. Die militärischen Kreise drängen auf die Ausführung der Wehrvorlage, gegen die sich die Obstruktion der ungarischen Opposition richtet. Herr v. Szell hat dieser Obstruktion bisher passiven Widerstand entgegengesetzt: Er erklärte, er wolle zusehen, wer es länger aushalte, die Regierung oder die Opposition. Er hat die Rechnung ohne den Wirt, ohne das Kriegsministerium gemacht, das die schnelle Durchführung der Heeresreorganisation-- auch die Verschiebung der ReTrutierung war eine Folge der passiven Widerstandsmaßregeln v. Szells fordert. So wird Szell jetzt vor der Opposition die Segel streichen müssen. Kurze politische Nachrichten. In der Presse waren dieser Tage Gerüchte über den hevorstehenden Rücktritt des preußischen Justizministers Schönstedt verbreitet. In der Tat bestätigt es sich, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns schreibt, daß der Minister nur noch bis zu seinem fünfzigjährigem Dienstjubiläum am 26. Oktober im Amte bleiben wird. * Die von einigen Blättern gebrachte Meldung, daß der Oberpräsident von Schleswig- Holstein, Freiherr von Wilmowski für das Oberpräsidium von Schlesien in Ausicht genommen sei, entbehrt jeder tatsächlichen Grundlage. König Victor Emanuel von Italien wird auf seiner Pariser Reise von der Königin begleitet werden. * Zum Präsidenten des russischen Ministerkomitees dürfte an Stelle des dieser Tage verstorbenen Ministers Durnowo der Oberprokureur des heiligen Synods Pobjebonoßzew ernannt werden. Falls dieser, der längst amismüde ist, ablehnt, dürfte der Zar den Posten dem Grafen Solski, gegenwärtig Präsident des Departements für Staatswirtschaft des Reichsrats, antragen, der freilich auch schon hochbetagt ist. In Lodz verursachten am Sonntag einige hundert halbwüchsige jüdische Arbeiter Straßenkundgebungen. Sie wurden von der Polizei zerstreut. Hof und Gefelll'chaft. Der Kaiser tritt morgen,( Mittwoch) eine Reise nach Meppen und Hannover an. An der großen Berli ner Ruderregatta bei Grünau nahm das Kaiserpaar mit seinen jüngsten Kindern an Bord der Jacht ,, Alexandria" regen Anteil. Die Kaiserin überreichte den Siegern in den beiden Kaiserrennen- Berliner Ruderklub und Akademischer Ruderverrein eigenhändig die vom Kaiser gestifteten Preise Nab und fern. £ Zum Gedächtnis Kaiser Friedrichs, dessen Todestag gestern zum 15. Male wiederkehrte, erschien gegen halb 9 Uhr vormittags das Kaiserpaar im Mausoleum zu Charlottenburg und legte am Carkophage Kaiser Friedrichs einen Lorbeerkranz mit weißen Nelken und Orchideen nieder. Gegen halb 1 Uhr traf der Kronprinz am Mausoleum ein, wo er von einer Abordnung des Offizierkorps des Regiments Kronprinz erwartet wurde, die einen Kranz aus Lorbeer und Palmwedeln mit weißer Schleife überbrachte. In Begleitung der Abordnung legte der Kronprinz hierauf den Kranz am Earkophage Kaiser Friedrichs nieder. Auch Prinz Friedrich Leopold und verschiedene Offizierkorps sowie Kriegervereine legten Kränze am Grabe nieder. ☐ Leidenstage eines deutschen Kriegsschiffes. In Kiel erregen die Erzählungen der soeben von der ostamerikanischen Station heimgekehrten Mannschaften des Kreuzers Falke". Im Karaibischen Meer wurde das Schiff ſtark vom gelben Fieber heimgesucht. Der erste Offizier, Kapitänleutnant Lohmann und zwei Mann erlagen der Seuche. Auf dem Amazonenstrom stürzte ein Zimmermann über Bord und wurde, ehe man ihn retten konnte, vɔn einem Mligator verſchlungen. Stromaufwärts ist der Falke" weiter vorgedrungen als jemals ein anderes deutsches Kriegsschiff. F Ein Mann als Kinderfrau soll nach Meldungen aus Frankfurt mehrere Jahre in Posen in Stellung gewesen sein. Jeht entpuppte sich die angebliche Frau, die sich Witwe Hedwig Fischer nennt und zur Zeit sich in Spremberg aufhält, als ein Weber Fischer aus Großenhain, der seiner Behauptung nach za dem sonderbaren Schritte gekommen ist ,,, um ein besseres Fortkommen zu haben". Man sieht, die Konkurrenz, die das weibliche Geschlecht in letzter Zeit dem männlichen auf allen möglichen Gebieten macht, bleibt nicht unerwidert. )-( 40 Menschen Opfer eines Hauseinsturzes! In Warschau brach ein großes Haus, das von zahlreichen Mietsparteien bewohnt war, plötzlich zusammen. Wie man annimmt, ſind etwa 40 Perſonen dabei verunglückt. 19 Tote wurden bereits unter den Trümmern hervorgezogen. * Schweres Unglück der englischen Marine. Auf dem englischen Kreuzer ,, Good Hope", welcher in der Nähe der Meerenge von Gibraltar Uebungen vornahm, explodierte ein Torpedo im Lancierrohre. Dabei wurden vier Matrosen getötet und zwanzig verwundet. Nach Ausschiffung der Toten und Verwundeten setzte der Kreuzer jeine Uebungen fort. Die Ursache der Explosion iſt unbefannt. ) Die Gefahren der Luftschiffahrt. Ein Ballon, welcher mit den Luftschiffern Latruffe und Chanier und Fräulein Natdin aus Marseille aufstieg, wurde vom Winde nach dem Meere getrieben und ist seitdem verschwunden. Man befürchtet, daß seine Insassen umgekommen sind. Bunte Chronik. Während eines Umzugs tschechischer Vereine in Prag wurden vier gegenwärtig in Böhmen weilende deutsche Studenten, mehreren Burschenschaften angehörig, von Tschechen angegriffen und mit Stöcken geschlagen. Der als Teilnehmer an dem Lustmorde, dem die Schülerin Lina Hoffmann in Berlin zum Opfer fiel, in Tangermünde verhaftete Klempnergeselle Karl Liebelt ist wieder in Freiheit gesezt worden. Der mit der bekannten Betrugsaffaire des Kanonitus Rosenberg betraute Untersuchungsrichter stellte fest, daß der von Beyrut nach Paris transportierte verhaftete Priester mit Rosenberg nicht identisch ist. Lokales. Gießen, 16. Junt 1903. *** Fernsprechverkehr. Vom 15. Juni ab ist Gießen zum Sprechverkehr mit Paris zugelassen, und beträgt die Gesprächgebühr 3 Mart. Der Eisenbahnverein Gießen unternahm am Sonntag mit seinen Familienmitgliedern seinen dies jähren Sommerausflug nach dem herrlich gelegenen Dillenburg. Zu diesem Zwecke waren von der Bahnverwaltung zwei Extrazüge mit je ungefähr 25 Wagen gestellt worden, wovon der erste Mittags 1 Uhr 10 Min. von hier abfuhr, während der zweite in Stationsentfernung folgte. Beide Rüge, sowohl Locomotiven wie auch Wagen waren sehr stön geschmückt, und gewährte es einen herrlichen Anblick als die Züge aus dem Bahnhofe ausfuhren und die Kinder mit ihren von dem Verein gestifteten fleinen Fähnlein aus dem Fenster grüßend winkten. Nach dem Eintreffen in Dill nburg ging es in geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Musik, welche die hiesige Regimentskapelle gestellt hatte, nach dem Festlokale, dem Dillenburger Kurhause. Dort entwickelte sich bald ein reges Leben, es wurden Kinderspiele mit Preisverteilung veranstaltet, auch fand sich noch Gelegenheit zu einem Tänzchen, bis man um 812 Uhr wieder nach Gießen fuhr. Da die Vorstandsmitglieder ihr möglichstes getan hatten, um den Anforderungen aller gerecht zu werden, und auch der Himmel ein freundliches Antlitz zeigte, verlief der Ausflug in ungestörter Freude. ** Postnotiz. Die glatte Abwickelung des Briefverkehrs wird durch die übergroße Verschiedenheit der Briefformate, durch den Mangel an Gleichmäßigkeit im Auffleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersichtlichkeit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Man benuße im eigenen Interesse nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe die gebräuchlichste Form ist 15 cm lang und 12 cm breit flebe die Marte in die rechte obere Eck, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Wer seine Briefumschläge mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe der Bestimmungspostanſtalt unten rechts mit vordrucken. * P Jugend war es, die dort eben in bevorzugter Weise auf ihre Rechnung fam. Der Verein hatte sich alle Mühe gegeben um das Sommerfest zu einem recht vergnügten zu gestalten. Recht zahlreich war die Beteiligung seitens der Kinder an den Spielen, die sich von einigen Herren geleitet, in recht amüsanter Weise abwickelten; wenn auch der eine oder andere der Burschen beim Wurstschnappen vorbeischnappte, so kam er doch zu seiner Wurst. Wettlaufen, Sackhüpfen, und Sonstige Kinderspiele wechselten ab. Aber auch die tanzluſtige Damenwelt tam zu ihrem Recht, und die Walzerweisen der Kapelle forderte nicht vergeblich zum Tanz heraus. Auch an sonstiger Kurzweil fehlte es nicht, so daß das Ganze den Anstrich eines rechten kleinen Volksfestes hatte. Bet eintretender Dunkelheit wurde der Park mit Lampions beleuchtet und eine Fadelpolonaise aufgeführt. Das Resultat des stattgefundenen Preisschießens folgt in nächster Nummer. V Befitwechsel. Der Bautechnifer Peter Grode taufte für 37500 Mt. das Besißtum des Fabrikant Gustav Wiesel Witwe, Ludwigstraße 40. * * Von der Kracheburg. Den Bewohnern der Kracheburg ist polizeilicherseits die Aufforderung zugegangen, ihre Wohnungen bis zum 15. d. Mts. zu räumen. Ein Teil der Mieter des Hauses hat bereits der Aufforderung entsprochen und steht zu erwarten, daß der Rest der Bewohner das Haus, welches zur Wohnung des Menschen länost nicht mehr geeignet ist. bis zum Dienstag d. Woche ebenfalls die Kracheburg verläßt, da thnen sonst die zwangs weise Entfernung aus derselben droht. ** * Fußball- Wettspiel. Auf dem Trieb kam Sonntag ein Wettspiel zwischen dem Fußballklub von Stegen t./W. und dem hiesigen Fußballklub 1900 zum Austrag. Das Ergebnis war 1: 1 Goals. Das Spiel selbst gestaltete sich zu einem recht interessanten; das erfte Spiel gewann Siegen, während das zweite an Gießen fie. Im allgemeinen zeigte sich Gießen dem Siegener Klub überlegen. Das Retourspiel wird wahrscheinlich Anfang Juli in Siegen stattfinden. *** Der Geflügel- und Vogelzucht Verein feierte am Samstag sein 6. Stiftungsfest im Saale von Bichlers Terasse. Die Vereinsmitglieder und geladenen Gäste batten sich zahlreich eingefunden, so daß die Feier, unterstüßt vom Gesangverein Heiterfeit, einen schönen Verlauf nahm und allgemein befriedigte. ** Die schon oft angestrebte Vereinfachung der Wechselformulare ist von einer Weglarer Firma schon seit einigen Jahren durchgeführt und hat keinen Anstard im Verkehr mit der Reichsbant und anderen Geldinstituten gegeben. Der Wechsel hat folgenden Text: Prima- Wechsel. Wezlar, den. an Herr Nr. zahlen Sie gegen diesen Wechsel die Summe von ** Strauß Konzert. Wie nicht anders zu erwarten, war das gestrige Strauß- Konzert sehr gut besucht. Steins Garten repräsentierte sich, wie immer, des Konzerts würdig, für das uns der beaabte Dirigent, der würdige Nachfolger seines Vaters und Dheims, zu Gehör brachte. Vor allem waren es die Walzer- Kompositionen des Wiener Walzerkönigs in denen ja Strauß, Vater und Sohn das Beste uns gegeben haben, was je ein Komponist zu Papier a bracht hat; hier alles anzuführen was das Programm an Schönem und flangvollem gebracht hat, würde über den Rahmen einer Lokalnachricht hinausgehen, dazu würde ein Kunst- oder Konzert- Artikel notwendig sein, um all das zu berücksichtigen und in das rechte Licht zu stellen, was Strauß der Jüngere am geftrigen Abend mit seiner Kapelle geboten hat. Der reiche Beifall der ihm aber zu teil murde, dürfte ihn davon überzeugt haben, daß man in Gießen das rechte Verständnis für seine Konzert- Leistungen hat. Nicht unerwähnt wollen wir aber den Konzertmeister lassen, der mit Babenalt das„ Largo"( Violine und Harfe) von G. F. Händel mit bewundern wertem Geschick zum Vortrag brachte. Heute findet bekanntlich ein zweites Konzert statt, voraussichtlich wird auch dies einen guten Besuch haben, denn Strauß und seine Rapelle hört man zu wenig im Jahr um, wenn man Gelegenheit dazu hat ein Konzert von Strauß zu versäumen. Auch das heutige Konzert- Programm bringt wiederum verK. Laubach, 15. Juni. Gestern Abend erschoß sich im schiedene Walzerkompositionen von Strauß und auch ein Violinsolo des Konzertmeisters Herrn Edstein. Unter Anderen hiesigen Walde der dahier gebürtige Einwohner Goldmann, wird der„ Künstlerleben"-Walzer von Strauß sen., sowie nachdem er kurz vorher versucht hatte sich von einem daher. Wein, Weib und Gesang", ebenfalls eine Walzer- Kompo- sausenden Zuge überfahren zu lassen, woran er noch rechtfition von Strauk sen. zum Vortrag gelangen, während Straußzeitig gehindert werden konnte. Goldmann soll aus guter jun. mit dem Walzer:„ Die Schlittschuhläuferin" vertreten Familie stammen, in legter Beit aber sehr leichtsinnig gelebt haben. ist. Auch heute sind die besten und bekanntesten Kompositionen im Programm enthalten. Empfehlend auf das heutige Konzert hinzuweisen dürfte sich erübrigen, da der Name Strauß schon für etwas gutes bürgt und sich selbst empfiehlt. Jubiläum. Gestern beaing der Oberhessische Geschichts. verein das Jubiläum seiner 25jährigen Gründung. Von den erften Mitgliedern des Vereins sind heute noch 35 Personen am Leben. Es war 1. 32. ein glücklicher Gedante, welcher die Gründer des Vereins leitete in unserer Universitätsstadt eine Stelle zu schaffen, an welcher das Bürgertum gemeinsam mit den Männern der Wissenschaft für die Forschung nach der geschichtlichen Vergangenheit Oberhessens sich beteiligen fonnte. Nur dem Zusammenwirken beider Faktoren ist es zuzuschreiben, deren es möglich war, in den verflossenen 25 Jahren so Bedeutendes zu leisten, wenn es in einer v.rs hältnismäßig furzen spanne Reit gelang, den Boden unserer engeren Umgebung sachgemäß nach den Spuren der Vergangenheit zu durchforschen und unzweideutig, in früher nicht g'ahnter Weise u. a. festzustellen, daß in frühistorischer Beit auf dem Trieb, an dessem Fuß sich i ßt die Stadt Gießen ausbreitet, menschliche Wohnstätten sich befunden haben. Die Begründung eines Museums, dessen Vorhandensein, selbst den geringen Mann für die Besichtigkeit der Geschichtsforschung intressiert hat und in welchem die dem Schooße der Erde entnommenen überaus mannigfachen 2 wertvollen Funde der Dffentlichkeit zu gängig gemacht sind, ist ein weiterer Verdienst des Vereins. Der erste Vorsitzende des JubiläumsKindes war. 8t. Professor Garets später in Königsberg, jetzt in München und zwar dort ebenfalls wieder Vorsitzender des Oberbayerischen Geschichtsvereins. Männer wie Professor Buchner, Dr. Klewih c. haben dem Verein angehört. Der Konservator des Museums Hauptmann a. D. Kramer- Gießen hat eine Geschichte des Oberhessischen Geschichtsvereins geschrieben, welche demnächst auf Kosten des Vereins im Druck erscheint. 會 Das Sommerfest des hess. Fechtverein 8 Waisenschutz( Verband Gießen) welches am Sonntag auf der Schönen Aussicht" gefeiert wurde nahm bei schönem Wetter einen recht animirten Verlauf. Besonders die liebe | in. Es wäre wünschenswert, wenn man im geschäftlichen Verkehr allgemein, z. B. auch für Checks, diese Vereinfachung einführen wollte. ========Landwirtschaftliche Bezugs- und Absaz- Genoſſ' nſchaft e. G. Ostheim( bei Buzbach). 15. Juni. Hier wurde eine m. u. H. gebildet. X Trais Horloff 14. Juni. Heute Abend fand hier eine zahlreich besuchte Versaminlung statt, in der Herr Missionar Breß von Darmstadt einen eingehenden Vortrag über seine Erlebnisse hielt, wobei er unter Anderem auch auf Schichten der Bevölkerung eingerissen sei. E schlug zur das Laster der Trunksucht hindeutete, das zur Zeit in den Bosaunenchor zu gründen, was mit großer Sympathie aufPflege der aus der Schule entlassenen Jünglir gen vor, einen genommen wurde. Zur Verschönerung des Abends trug dann der hiesige Gesangverein noch einige Lieder vor. Feuer. In der Nacht auf Montag brach in der Mühle bei Großen- Bused um Mitternacht Feuer aus, welches sich sehr schnell ausbreitete. Die alarmirte Feuerwehr tat ihr möglichstes, doch ist der entstandene Schaden immerhin ziemlich groß. Der Knecht des Müllers rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster sourit sind Menschenopfer nicht zu beklagen. XHun zen, 16 Juni. Herr Medicinalrat Dr. Rouge dahier feierte gestern setn 50jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde von den hiesigen Vereinen ein Fackelzug veranstaltet, an den sich ein Commers im Hotel zur Traube anschließt. K. Hungen ,, 15. Juni. Die Verwaltung der Grube Friedrich bei Hungen beabsichtigt zwecks größerer Kohlengewinnung den Schacht I um 17 m tiefer zu bohren, sowie einen neuen Wetterschacht anzulegen. Auch steht in Aussicht, daß eine neue Brikettfabrik gebaut werden soll. A Frankfurt a. M., 15 Juni. An einem Neubau in der Schumannstraße stürzte heute Mittag ein Gerüst ein und riß 4 Maurer mit in die Tiefe. Der Maurer Dickard aus Vilbel, sowie die Maurer G brüder Müller aus Hornau wurden schwer, der Maurer Derwort aus Vilbel leicht verletzt. A Cronberg i. T., 15. Juni. Hier erschoß sich der 25 Jahre alte Marineoffizier Ludwig Otto Gerhardt aus Neu- Isenburg. = Mai Wörrstadt, g figen Straffam Schülerinnen,& * Mainz Muellen bei flarb an Benid Darm = verurteilte den Unterfchlagung 5000 Mt. er Bri R. und genommen, m Mündliche A F. in 2 hre Spalten ügung. Bef Da Zab Dach Vorsch nur pe stützung d gegen die gehenden S Wer al We sic wir der benutze Kosm hergestellt na des Kosmod verbindet die denen eines Jeder Fla des Herrn Prof der Zähne un Kosmode Die Kos Kiefer und de Die Bürste trif eines jeden Z Kosmode Bei Anu von Zahnste natürlicher Fa Alle Kos die das Faksi Die Kos Geschäften, sc Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! Man verlange ausdrücklich: Underberg- Boonekamp. Sch werden fch reparirt 30 Kaffel Schi Gießen, Wer Stell Deutsche Vakanz ter Weife auf thre De Mühe gegeben gten zu gestalte 18 der Kinder an Mainz, 15. Juni. Der Lehrer Sanuel Joseph aus Wörrstadt, gebürtig aus Lampertheim, wurde von der hiesigen Straffammer wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Schülerinnen, zu 2/2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Mainz, 15. Junt. Der Musketier Ludwig aus Muellen bei Naftätten rom 87. Infanterieregiment dahier starb an Genickstarre. itet, in redit amü eine oder andere hnappte, fo fam Sadhüpfen, und bie tanzluftige Balzerweisen de 13 heraus. Aud daß das Ganze feftes hatte. Bei mit Lampions be hrt.- Das Re folgt in nadle Beter Brode faufte nt Guftab Biefel Bewohnern der rung zugegangen, u räumen. Gin er Aufforderung er Rest der Be ng des Menschen Dienstag d. Bod sonst die zwangs f dem Trieb tan Fußballklub bon zum flub 1900 1 ls. Das Spiel eressanten; das das zweite an sich Gießen den piel wird wahr den. Vogelzucht Stiftungsfeft im ereinsmitglieder ich eingefunden, ngberein Seiter allgemein be hung der Wechsels schon seit einige ard im Berkehr ten gegeben. Der diesen Wechsel ie Summe von im geſchäftlichen , diese Vereins derschoß sich im hner Goldmann, von einem daher an er noch recht in soll aus guter leichtfinnig gelebt Hier wurde eine noff nfhaft e. Abend fand hier t, in der Herr gehenden Vortrag Anderem auch auf zur Beit in den E. schlug zur Tirgen vor, einen Eympathie auf Abends trug dann r bor. ag brach in der Feuer aus, welches rte Feuerwehr tat Schaden immerhin rettete sich durd nd Menschenopfer alrat Dr. Rouge aftjubiläum u reinen ein Facel ers im Hotel zur altung der Grube größerer Rohlen zu bohren, fowic steht in Aussicht, foll einem Neubau in ein Berüft ein und aurer Didard aus iller aus Hornau Bilbel leicht verlegt rerschoß sich der to Gerhardt aus = Darmstadt, 15. Juni. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Oberpostassistenten Kehrer von hier wegen Unterschlagungen im Amte, die eine Höhe von ungefähr 5000 Mt. erreichte, zu 21/2 Jahren Gefängnis. Brietkasten der Redaktion. R. und L, Gießen. Ja, Sie haben sicherlich auch angenommen, man verfährt lojal, aber weit gefehlt Mündliche Aussprache da rüber ist besser. F. in Wieseck. Die„ G. N. N." sind unabhängig; hre Spalten stehen jeder sa chlichen Aussprache zur Verügung. Besten Gruß. Das RosmodontZabnpflege System. nach Vorschrift des Herrn Prof. Dr. med. Julius Witzel. nur peinliche Mund- und Zahnpflege, die die Unterstützung des Zahnarztes nicht ausschliessen darf, bietet gegen die ungünstigen Folgen der Zahnfäule etc. weitgehenden Schutz. Wer also auf die Erhaltung seiner Zähne Wert legt, wer sein körperliches Wolbefinden dauernd sichern und das Wohl seiner Pilegebefohlenen wirklich fördern will, der benutze Kosmodont- Zalimpflege- Mittel, hergestellt nach den Vorschriften und unter ständiger Kontrolle des Herrn Professor Dr. med. Jul. Witzel. pro Flasche 12k. 1.50, Kosmodont- Mundwasser, Doppel- Flasche mk. 3.verbindet die Vorteile eines antiseptischen Zahnputzmittels mit denen eines erfrischenden, aromatischen Mundwassers. Jeder Flasche Kosmodont- inundwasser liegt die Broschüre des Herrn Professor Dr. med. Jul. 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Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Zum Jahrmarkt ( auf Dewaldsgarten). bin ih auf der Durchreise mit allen Größen Präparierten Palmen bestes Deforationsstück für Hotels, Läden und Private 2c. noch einige Gräser v. Blumen Wissel, Palmenfabrik in Leipzig. Naumann Germania Fahrräder Sind SEIDEL& NAUMANN ⚫DRESDEN Aug. Schwab, Plockstraße 4, plockstraße 4. >>>> Gießen. Fahrradhandlung und Reparaturwerkstatt. Empfehle: prima Contine tal- Mäntel b. 11 k. 1 Jahr Garantie. Continental- Schläuche von 6 Mk. 1/2 Jahr Garantie. Continental- Mäntel von 7 Mk. Continentat- Schläuche von 5 Mk. Dunlopfchläuche 2theil. m. 1Jahr Garantie v. 4,50 M. Arbeiter- Kleider Monogramme in nur beſter, dauerhafter Ausführung zu den billigſten und Buchstaben in jeder Ausführung empfiehlt Ledersalbe Ernst Jung ( Thranfett) ist das vorzüglichste aller LederKonservirungsmittel! 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Bogen einzureichen, müssen Flur und Nummer der zusammenzulegenden Parzellen enthalten und vom Grundstückseigentümer unterschieben sein. Bei der in der Sißung der Stadtverordneten- Versammlung vom 11. ds. Mts. vorgenommenen plan=| mäßigen Verlosung der am 1. Oktober ds. J. zur Rück- nicht vorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Wünsche, welche in dem obengenannten Termin zahlung kommenden Schuldverschreibungen der Anlehen Berücksichtigung. der Stadt Gießen aus den Jahren 1890 und 1902 sind folgende Stücke gezogen worden: a) vom 1890 er Anlehen: Lit. A. Nr. 5, 86, 95 und 115 à 2000 Mt. " " " " RC " C. D. " B. 48, 189, 201, 211, 248 und 250 à 1000 Mr. 114, 122, 222, 300, 385, 395, 400, 445 und 450 à 500 Mt. 102, 124 und 135 à 300 Mr. E. 48, 54 und 64 à 200 Mt. b) von 1892 er Anlehen: DE " Lit. F. Nr. 58, 59 und 67 à 2000 Mt. 92 und 93 à 1000 Mr. G. " " H. 22, 46 und 90 à 500 Mt. " " I. K. 46 über 300 Mr. 9 über 200 Mt. Es wird dies mit dem Bemerken zur Kenntnis der Besitzer der vorbemerkten Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben und zwar: a) von dem 1890 er Anlehen: Bei der Stadtkasse Gießen; " Deutschen Genossenschaftsbank von Sörget & Parisius& Cie. Commandite Frank furt a. M. b) von dem 1892 er Anlehen: Bei der Stadttasse Gießen; bei dem Bankhause: A. Heichelheim in Gießen; " " " " " " " " " Ephraim Meyer& Sohn in Hasnover; Meyer& Plaut in Kassel; Gebrüder Neustadt in Frankfurt a. M. erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung mit dem 1. Oftober 1903 aufhört. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die in vorigem Jahr ausgeloste Schuldverschreibung des 1890 er Anlehen Lit. C. Nr. 43 über 500 Mt. bis jetzt zur Rückzahlung nicht präsentiert worden ist. Gießen, den 13. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Die Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn betr. Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzoglichen Feldbereinigungskommissärs zu Friedberg bringe ich hiermit zur Kenntnis der beteiligter. Grundbesitzer. Gießen, den 15. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Betr. Wie oben. Donnerstag, 25. Juni 1. J., von 10-11 Uhr findet im Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen die Entgegennahme der Wünsche be= züglich der Zutellung der neuen Grundstücke von obigem Bereinigungsbezirk statt. Gasheizöfen. Friedberg, 9. Juni 1903. Der Großh. Feldbereinigungskommissär gez. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Stadtverordneten- Versammlung gemäß§ 78 der Friedhofs- und Begräbnisordnung beschlossen hat, daß die Friedhofs- und Begräbnisord: ung am 1. Jali 1. Js. in Kraft treten soll, mit der Maßgabe, daß sie auf die Beerdigung aller nach Ablauf des 30. Juni verstorbenen Personen Anwendung findet. Gießen, den 13. Juni 1903. Der Oberbürgermeister Mecum Heugras- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 22. und Dienstag, den 23. Juni. jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, Donnerstag, den 25. 1. Mts. vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. a) Weißbinderarbeit: Realgymnasium und Realschule, Höhere und erweiterte Mädchenschule, Gewerbeschule, Stadtknabenschule, Aliceschule, StadtmädchenVolkslesehalle, Kaserne und Polizeigebäude in der Weidengasse. b) Dachdeckerarbeit: Aliceschule. c) Spenglerarbeit: Aliceschule. d) Schreinerarbeit: Realgymnasium u. Realschule, Treppe im Polizeigebäude in der Weidengasse. e) Tapezierarbeit: Realgymnasium u. Realschule. f) Pflasterarbeit: Kaserne. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden auf unserer Schreibstube zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, find bis zum obengenannten Zeitpunkt bei uns einzu reichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. - Gießen, den 16. Juni 1903. Städt. Hochbauamt Gießen. J. V. Gerbel. Meisterprüfungen für Handwerker. in der Provinz Oberhessen. soll das Heugras von den städtischen Wiesen, von dem Meistertitels(§ 133 der Gewerbeordnung) werden innerDie diesjährigen Prüfungen zur Erlangung des Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof meist- halb des Monats August d. J. abgehalten. bietend versteigert werden und zwar: Montag, den 22. Juni 1903: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie das Gras von einer Wiese auf dem Seltersberg, b) am Neuenwegertor von den Wiesen im Heegstrauch und in der Stephansmark, c) an Ort und Stelle vom Friedhof( Abteilung 1-8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wiesenthal und von 2 Hospitalwiesen, sowie 2 Pfarreiwiesen in der Gemarkung Wieseck, und um 5 Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 23. Juni 1903: von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Ütersbrunnen und Altentisch, f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der markung Rödgen, Geg) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten- Buseck, h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarfung Großen- Buseck. Die Gesuche um Zulassung zur Meisterprüfung sind dem Unterzeichneten erhältlich) spätestens bis zum unter Benugung des vorgeschriebenen Formulares( bei 31. Jult d. J. an die unterzeichnete Prüfungskommission zu richten. Beizufügen sind nach§ 2 der Meisterprüfungs- Ordnung folgende Unterlagen: 1. ein furzer eigenhändig geschriebener Lebenslauf, 2. eine Geburtsurkunde, 3. das Prüfungszeugnis über die Gesellenprüfung, oder der Nachweis darüber, daß der Gesuch. steller die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen nach§ 129 der Gewerbe- Ordnung sich erworben hat, 4. der Nachweis über eine mindestens" 3jährige Tätigkeit als Geselle, 5. die Zeugnisse über etwaigen Besuch gewerblicher Unterrichtsanstalten, 6. ein polizeiliches Führungszeugnis. Sekretariat der Handwerkskammer zu Darmstadt, Vor der Asmeldung zur Prüfung ist an das Mark ei zuzahlen. Eine Quittung hierüber ist dem Waldstraße 1/2, eine Prüfungsgebühr von 25 Gesuche beizulegen. Wir weisen gleichzeitig darauf hin, daß seitens der Handwerkskammer zu Darmstadt ein Leitfaden herausDie Zusammenkunft ist am 22. Juni am Neu- gegeben wurde, aus welchem die Prüflinge die in der städtertor, am 23. Juni in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Prüfungsordnung vorgeschriebenen Kenntnisse in der Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde be- Gefeßeskunde, Buchführung und Wechsellehre in leicht fannt machen zu lassen. Gießen, den 12. Juni 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Unterhaltungsarbeiten an städt. Die Wünsche sind schriftlich mindestens auf 1/2 Gebäuden sollen Emil Horst, Giessen. Celefon 226. - Liebigstr./ Riegelpfad. Spezial- Geschäft für Ausführung von Bodenbelägen und Wandbekleidungen empfiehlt: Zementplatten, Tonplatten, Mosaikplatten, Porzellanplatten, Parkett, sowie in fugenlosen Belägen: Reform- Korksteinplatten mit Linoleumbelag und Novalit( Steinholz). Billige Bezugsquelle für alle Bauartikel! Hausfrauen kochet mit Gas!!! Empfehle mein reichhaltiges Lager in Gasapparaten jeder Art und neuester Konstruktion, besonders Gasherde mit erprobt bedeutender Gasersparnis und größter Ausnutzung des Heiz- ffekts. 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