Nr. 63. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- uud Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 16. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg fonft 15 Vfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Wo und wie foll man sparen? Zur Beleuchtung der Finanzlage im Deutschen Reich. RK. Die ungünstige Finanzlage im Reiche muß augenblicklich manchen unzeitgemäßen Mängeln und unhaltbaren Zuständen als Deckmantel dienen. So vor allem ist die Mehranstellung von Postassistenten, die Erhöhung der Oberstleutnantsgehälter, die Mehraufwenung für Veteranen und Invaliden an der ungünstigen Finanzlage gescheitert. Neue Einkommensquellen zu erschließen, ist eine Unmöglichkeit. Die von der Linken gewünschte Reichseinkommensteuer scheitert an dem Widerstande des Bundesrates, der störende Wirkungen erwartet, wenn die direkten Eteuern von zwei verschiebenen Rechtssubjekten, dem Reich und den Einzelstaaten, eingefordert würden. Nicht genug damit, daß dadurch die birette Steuerlast zu einer unerträglichen Höhe steigen müßte, würde jedenfalls auch das Reich die Vorzugsstellung und das Recht der Einforderung dieser Steuern peltend machen und das wäre dann nichts anderes als eine zentralistische Entwicklung. Das Reich würde aus einem Bundesstaate zu einem Einheitsstaate werden und die Einzelstaaten würden infolgedessen zu der Bedeutungslosigkeit von Provinzen heruntersinken. Dafür wird der Bundesrat niemals zu haben sein. Es bleibt also für absehbare Zeit dabei, daß die indirekten Steuern die Einnahmequellen des Reiches sind und daß die Einzelstaaten die Fehlbeträge durch Umlagebeiträge nach dem Kopf der Bevölkerung aufzubringen haben. Wenn aber nach einer Periode von guten Jahren jchlechte Zeiten kommen, dann ist es Pflicht, eine Le ferung der Verhältnisse von einer weisen Eparsamkeit zu erwarten. Allerdings gibt es hierfür auch einen Unterschied. Nicht alle Ausgaben, die erspart werden, sind ein Vermögensgewinn. Es muß zwischen produk tiven und unproduktiven Ausgaben genau unterschie ben werden. Es wäre sonach ganz verkehrt, wenn wir etwa an der Vervollkommnung unserer Rüstung sparen wollten. Das könnte sich einmal bitter rächen. Den mageren Zeiten aber müßte alles Dekorative zum Opfer fallen. Sostspielige Uniformen und kostspielige öffentliche Bauten sind ein Luxus, der am ehesten entbehrt werden kann. Wir glauben, daß namentlich in unjerem Heere sehr vieles durch eine Vereinfachung der Bekleidung und eine anspruchslosere Lebensführung der Offiziere gespart werden könnte. Hierauf muß vor allem der Roistift der parlamentarischen Budgetzensoren abzielen. Leider aber, werden alle diese Dinge im Reichstag lediglich von den oppositionellen und vielfach als heeresgegnerisch angesehenen Parteien vorgebracht und verhallen deshalb wirkungslos. Und doch erscheint uns eine Erziehung zur Einfachheit und zur Schlichtheit auch im äußeren Bilde des Soldatenwesens der gejunde Kern aller Sparsamkeitsbestrebungen zu sein. Ein weiterer Zopf, der ohne Schaden entbehrt werden kann, ist die bureaukratische Art des behördlichen Verkehrs. Durch einfacheren Stil und Ausnutzung der schreibtechnischen Fortschritte unserer Zeit könnte viel Geld und viel nüßliche Zeit erspart werden. Das gleiche gilt natürlich auch für die Einzelstaaten. Bei den Gerichten werden beispielsweise heute noch, wie seit langer Zeit, die Akten mit der Hand abgeschrieben und für alle kopien neu geschrieben, anstatt, daß ein Schreiber den Inhalt auf einer Maschine durch ein Farbenband durchschlägt und dann durch mechanische Verviel fältigungsmittel kopiert. Bei diesen beiden Punkten muß bie Sparsamkeit einsetzen, dann wird den Veteranen, den Oberstleutnants und den Postassistenten auch eine Berücksichtigung ihrer gewiß nicht unbilligen Forderungen zu teil werden können. Chamberlains Heimkehr. Vom Jubel einer unermeßlichen Menge umbraust, ist der aus Südafrika zurückgekehrte englische Kolonial, minister in Southampton and Land gestiegen. Der Bür. germeister überreichte ihm eine Willkommens- Adresse, auf Die Herr Chamberlain mit einer Rede antwortete, die in mehr als einer Beziehung bemerkenswert ist. Der Minister warnte davor, die Erwartungen allzu hoch zu spannen, meinte aber doch, er sei voller Hoffnung und Bertrauen. Er sei überzeugt, daß die Versicherungen der Burenführer in den neuen Kolonien und der Hollän derführer in den alten, daß dieselben die neugeschaffene Situation acceptierten, glatt angenommen werden fönnten. Es wäre Pflicht der Engländer, die Gleichheit zu gewähren, die sie selber beanspruchten. Dies würde sicher geschehen und so würden zum erstenmal in der jüdafrikanischen Geschichte Engländer und Holländer für ein gemeinsaines Ziel zusammen arbeiten. Unterliegt es keinem Zweifel, daß das Ansehen und die Popularität des Ministers in England bedeutend erhöht worden sind, so wird der unbefangene Beob achter des Auslandes über die Erfolge der südafrikanischen Rundreise wesentlich anders denken, als Herrn Chamberlains Landsleute. Es ist Herrn Chamberlain nicht gelungen, die beiden in Südafrika sich gegenüberstehenden Racen miteinander auszusöhnen, ja, eine Aussöhnung der beiden Stämme auch nur anzubahnen, es ist ihm nicht gelungen, die Buren den Engländern nennenswert näher zu bringen, und ebensowenig, die Gegensätze zwischen den Parteien in der Napkolonie zu mildern. Ja, er hat nicht einmal die Burengenerale zum Einntritt in den Gesetzgebenden Rat zu bewegen mocht. Gleichzeitig mit der Heimkehr Chamberlains tommt die Nachricht, daß alle Einwohner Natals und des Zululandes, welche des Hochverrats und anderer Vergehen angeklagt waren, soweit sie noch nicht abgeurteilt wurden, begnadigt worden sind. Eine Begnadigung von Kaprebellen hat auch der Gouverneur in nahe Aussicht gestellt. Da muß man doch fragen, warum die Begnadigung für alle ,, Rebellen" nicht schon während der Anwesenheit Chamberlains in Südafrita proklamiert worden ist. Herr Chamberlain hätte alsdann dort bessere Eindrücke hinterlassen, als es so der Fall gewesen ist. Die Politik. Die„ Aussöhnung" mit dem Haus Cumberland. ::: Die bevorstehende Reise des Kaisers nach Kopenhagen hatte bekanntlich zu dem Gerüchte von einer beabsichtigten oder angebahnten Aussöhnung mit dem Herzog von Cumberland Veranlassung gegeben. Dabei trat auch wieder das alte Gerücht von einer geplanten Verlobung zwischen dem deutschen Kronprinzen und der zweiten Toch'er des Herzogs, Prinzessin Alexandra, auf. Man wolle sogar wissen, Kaiser Wilhelm habe sich für diese Verlobung und mit dieser für die Aussöhnung mit dem Hause Cumberland bemüht. Der Kaiser, so hieß es, wandte sich in einem in dänischer Sprache geschriebenen Briefe an die Herzogin Thyra von Numberland. Dieser Brief sei durchaus versöhnlich gehalten gewesen und habe die Familienverbindung angebahrt. Die Herzogin habe auch dieses Projekt unterstüßt und erreichte soviel, daß ihr Gemahl mit ihr nach Kopenhagen fuhr. Am 85. Geburtstage des Königs Christian sollte die Verlobung proflamiert werben. Das alles war gut vorbereitet, als plößlich der Herzog in Kopenhagen seine Gesinnung änderte. Diese Geschichte las sich sehr interessant, fand aber wenig Gläubige. Jezt kommt auch bereits ein geharnischtes Dementi hinterher. Die Kölnische Zeitung" bezeichnet in einer offiziösen Mitteilung das ganze als eine Ente. Aurze politische Nachrichten. * Die Budgetkommission des preußischen Abgeord netenhauses hat die für die Vorarbeiten zur Herstellung eines föniglichen Residenzschlosses in Posen geforderten 500 000 Mark bewilligt. * Der Direktor im Eisenbahnministerium Geh. OberRegierungsrat Möllhausen hat seinen Abschied nach. gesucht. * Wie die ,, Neue Freie Presse" meldet, hat der Kabi nettschef des Königs von Serbien, Betronjewitsch, in der ihm in Budapest vom Kaiser Franz Josef ge währten Audienz den Besuch König Alexanders angekündigt. * In Sofia verlautet, das Oberfommando der maze donischen Gendarmerie sei Herrn v. Mach, dem Vertreter der Köln. Ztg." in Konstantinopel, angeboten worden, doch habe dieser den Antrag abgelehnt. Herr v. Mach war preußischer Offizier und trat in den achtziger Jahren in bulgarische Militärdienste. Nach dem Sturze tes Für sten Alexander schied er als Oberstleutnant aus dem bu garischen Heere. * Bezüglich der Aufhebung der Blockade des Orinoco verlautet, daß die Regierung der Ver. Staaten beschlossen hatte, unter gewissen Bedingungen die Blockade anzuerkennen. Es wurde Venezuela daher bedeutet, daß England, wenn Venezuela die Blockade aufrechterhalte, die Aufständischen als kriegsührende Partei anerkennen und die britischen Häfen für venezolanische Kriegsschiffe schließen werde. Diese Drohung soll auf Castro Eindruck gemacht haben. Die Blinden werden fehen ( Nachdruck verboten.) Paris, 14. März. Ein neues Evangelium tönt durch den Mund eines bedeutenden Pariser Arztes hinaus in die Lande und erweckt freudigen Widerhall unter den Aermsten der Armen, die in verzehrender Sehnsucht nach dem goldenen Licht schmachten: ,, Und die Blinden werden sehen," so leitet Dr. Caze in der ,, Revue des Revues" seinen Bericht über die Entdeckung des Professors Peter Stiens ein. Wenn diese Entdeckung bält, was sie verspricht, wird sie zu den wunderbarsten Taien des menschlichen Genies zu zählen sein. Der gelehrte Professor behauptet nämlich, das Ge heimnis gefunden zu haben, mittels eines besonderen Apparates den Blinden das Augenlicht wiederzugeben, nicht nur denen, welche es besessen und verloren haben, sondern denen, welche es nie gehabt haben. Einstweilen erfährt man nur, daß der Apparat den Zwed habe, das fehlende Auge zu ersetzen, indem er das Bild wiedergibt und es dem Gehirn übermittelt. Das ist alles, was man bis jetzt weiß; denn Professor Stiens, der seine Erfindung noch bedeutend vervollkommnen muß, weigert sich vor. läufig, die Einzelheiten derselben belannt zu geben. Die Nachricht von einer solchen Erfindung mußte natürlich in der ärztlichen Welt eine sehr lebhafte Neugier hervorgerufen, und Dr. Caze gab sich, wie er selbst sagt, die größte Mühe, zu Professor Stiens zu gelangen, der ihn schließlich auch mit dem gegenwärtigen Stand seiner Forschungen bekannt machte. Caze war ganz erstaunt darüber. ,, Nachdem er mich in ein Kleines schwarzes Zimmer geführt hatte," schreibt er ,, verband mir Professor Stiens die Augen. In vollständige Blindheit verseßt, hörte ich ihn kommen und gehen, Zündhölzchen anzünden, eine Lampe anzünden u. s. w., aber ich fonnte troz aller Bemühungen nicht den geringsten Lichtschein wahrnehmen. Plößlich fühlte ich, daß Professor Stiens mir seinen Apparat an die Schläfen legte, und sofort nahm ich ein unbestimmtes Licht wahr, das die in meiner unmittelbaren Nähe befindlichen Gegenstände beleuchtete. Dann fonnte ich ganz genau eine Hand vor meinen Augen sehen und die Finger zählen, die sie mir entgegenhielt, es waren drei. Nach und nach wurde das Licht schärfer und und ich unterschied die verschiedenen Möbel, die ich im Zimmer befanden. Es waren zwei Tische und acht Stühle, die ich ohne Mühe zählte. Ich hatte während dieser Zeit das Gefühl, daß ich meine gewöhnliche Sehirast wiedererlangen würde, wenn der Versuch fortdauerte. Plötzlich aber wurde der Apparat entfernt, und ich befand mich wieder in vollständiger Finsternis. Ter Versuch war zu Ende." Andere Aerzte, die gleichfalls den Apparat des Prosessors Stiens erprobt haben, wissen sich die erzielten Resultate auch nicht zu erilären. Prof. Stiens selbst machte solgende Mitteilungen: Der Mensch sieht nicht mit seinen Augen, sondern mit seinem Gehirn. Die Augen dienen ihm nur, die Bilder aufzunehmen, die der Sehnerv dann zum Sitze der Wahrnehmung trägt. Die Blinden machen sich durch das Tastgefühl einen sehr genauen Begriff von der äußeren Gestalt der Gegenstände. Wenn der Mensch der Augen bcraubt wäre, würde irgend eines sciner Organe Ersaz dafür bieten. Gewisse Tiere niederer Ordnung besigen tein Sehorgan. Bei ihnen nimmt der ganze Körper das Licht wahr. Wenn also ein Bild ohne die Mitwirkung der Augen dem Gehirn übermittelt werden kann, wird der Blinde genau dieselbe Wahrnehmung haben wie der Sehende. Das ist die Hauptidee des Professor Stiens. Das Bild fällt auf einen Lichtschirm, der die Stelle der Nezhaut vertritt, und wird dann durch einen elektrischen Strom zum Gehirn getragen. Der Apparat hat also dieselbe wissenschaftliche Basis wie das Telephon. Er beschränkt sich daher auch nicht darauf, den Blinden die Sehfraft wiederzugeben. Er will vielmehr auch ein Bild nach irgend einer beliebigen Entfernung hintragen und für die Uebertragung des Lichtes dieselbe Rolle spielen, die das Telephon für die Uebertragung der Töne spielt. Die Erzählung Cazes hört sich wie ein wissenschaftliches Märchen an, wie ein schöner Traum, dessen lachende Berspektiven sich vor den umnachteten Augen unserer unglücklichen Blinden in verlockendem Glanze auftun. Und doch, warum sollte dieser Traum nicht Wirklichkeit werden, da doch so viele wunderbare Erfindungen der Neuzeit, an denen wir heute achtlos als ganz natürlich und selbstverständlich vorübergehen, unseren Vorfahren als die größten Wunder erschienen wären. Und bei der strengen Wissenschaftlichkeit der Revue des Revues" und dem Ruf des Dr. Caze beſteht die begründete Hoffnung, daß das frohe Licht, das in die Nacht der Blinden hineinleuchtet, sich als fein Irrlicht erweisen wird. 984. g. Deutscher Reichstag. Marineetat.. Eigener Bericht. Bei den Forderungen für artilleristische sowie für Torpedo- Armierungen für neue Schiffe hat die Kommission überall größere oder kleinere Abstriche vorgenommen und das Haus beschloß demgemäß, troß der Erklärung des Staatssekretärs v. Tirpiz, daß die For. berungen im nächsten Etat natürlich nur um so größer fein würden. Auch die Forderungen für den Bau eines neuen Dienstgebäudes für das Reichsmarincami( sechs Millionen Mark für Grunderwerbungen in der Bellevuestraße in Berlin und 80 000 mt. erste Baurate) hat die Kommission bekanntlich gestrichen. Der Staatsjekretär v. Tirviz suchte nochmals das ,, Vernünftige" barzutun. baß fie nicht sofort imstande jälligkeit hinzunehmen. Ich bitte Sie jedoch, soweit sich das wollen zusehen. Ich bin gegenwärtig genötigt, Ihre Ge Mag es so sein," sprach sie in ftrengem Tone. Wir gu erteilen, wie es ihr die biktierte. hrer Denkungsart als hochgestellte Dame so sehr beleidigt, Palfin eine Antwort Sie war jedoch in ihrer Frauenebre fowie in frattete, in bezeichnete man tretung einer allgemeinen der Hauptstadt gelegenes Dörfchen. neur, ein humaner und milder Mann, zu dieser Ueberganze Tage bei feiner Gemahlin zu, weil der Gouberder Stadt selbst zu wohnen, ihm als Wohnort ein im Streise Irkutsk und nahe bei Besonders beranlaßte ihn hierzu ſeine BewunBestimmung ein Auge zuEr brachte jedoch drückte. ihn ein 280 Foll das hinaus?" пип fin Lanin stattet ist, mit ihnen zusammenzu übergeben tar Lanin ist nicht so mißtrauisch wie Sie. tann! aber gern erlauben, ihn zu besuchen. Gehen Sie zu 21besitze, feinem andern als nur dem Grifen oder der GräWeshalb haben Sie das denn nicht früher gesagt? Ich will damit sagen, daß ich die Baffe, welche ich Dres Ich will Ihnen nicht geauch bem Jäger oder W gefährtid. man wußte meist daß er ein leidenschaftlicher Jäger wie der passionierte Wildbieb, als Jäger. Der rote Jochem hingegen, von dem Brum erfolgers anzuschlagen und denselben niederSchüße war, nur daß man ihn nie auf frischer Tat erappen konnte, er schreckte vor feiner Gefahr zurück und tam es nicht darauf an, die Büchse ruhig auf die Förster nicht und sicherer Kugelihn an diesen Forberungen zu begrünben und die Marine. berwaltung gegen den Vorwurf zu großer Opulenz in Echuß zu nehmen. Das Terrain sei auch garnicht ungewöhnlich teuer, ein anderes geeignetes werde man nicht finden. Der Abg. Singer trat lebhaft für die Ablehnung der Forderungen ein, den gewählten Play als zu teuer fennzeichnend. Daneben widersprach er ber Ansicht, daß Berlin ein Interesse daran habe, solche staatlichen Gebäude in seinem Bereich zu haben. Auch der Abg. Liebermann v. Sonnenberg be kämpfte die Forderungen. Hierauf wurde der Antrag ber Kommission angenommen und die Forderungen blei. ben also gestrichen. Damit ist der Marineetat erledigt, bis auf die Abstimmung über den Antrag Frese zu den Titeln ,, Reparatur der Kreuzer ,, Kaijerin Augusta" und Irene", welche wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses abgesezt werden mußten. 42. Sigung. Preussifcher Landtag. Baus der Abgeordneten. Eigener Beri ht Die Mädchengymnasien. Die beim Kapitel ,, Elementarschulwesen" fortgejezte zweite Beratung des Kultusetats gab wieder Anlaß, die mannigfachsten Klagen vorzubringen. Gegenüber Angriffen des polnischen Abg. Stychel rechtfertigte der stultus. minister Dr. Stubt das bisher in den Ostmarken von der Schulverwaltung befolgte System. Auf eine Anfrage des Abg. Metger antwortete ein Regierungsvertreter, daß die Verwaltung bemüht sei, dem Mangel an atade misch gebildeten Turnlehrern an den höheren Lehranstalten nach Maßgabe der vorhandenen Mittel abzuhelfen. Bei dem Titel ,, Höhere Mädchenschulen" beklagte der Abg. Irmer das Fortschreiten der Frauenemanzipation. Die Konzessionierung von Mädchengymnasien, so meinte er, müsse logischer Weise dahin führen, daß den Frauen alle Berufe der Männer zugänglich gemacht werden und ihnen schließlich auch die politischen Rechte nicht vorent halten werden tönnen. Man sei jezt am Anfang einer schiefen Ebene. Der Kultusminister erwiderte: Die Errichtung von Mädchengymnas.en oder Realgymnasien liegt nicht in der Ansicht der Unterrichtsverwaltung; ein Bedürfnis dazu kann nicht anerkannt werden. Die Genehmigung der Mädchengymnasien in Schöneberg und Charlottenburg ist nur versuchsweise auf Widerruf erfolgt. Die Befürchtungen des Abg. Irmer hinsichtlich der Gymnasialreifeprüfung für Mädchen finden in den Erfahrungen anderer außerpreußischer Staaten teine Stüße. Der Regierungskommissar Geheimrat Wäßold bemerkte noch, Baß eine Aenderung in den Oberlehrerinnenprüfungen nicht erfolgt ist. Gegenüber Ausführungen des Abg. Dittrich, welcher die geistige leberbürdung der Schüler betlagte, wies der Kultusminister auf die Maßnahmen hin, welche ergriffen seien, um dieser Ueberbürdung vorzubeugen. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser wird für seine Reise nach Kopenhagen den Seeweg von Kiel aus wählen. Die kaiserliche Jacht ,, Hohenzollern" macht bereits Probefahrten zu bem Zweck. Begleitet soll sie von dem Depeschenboot ,, Sleipner" und dem kleinen Kreuzer, Nymphe" werden. - Wie aus Rom verlautet, erwartet man dort bestimmt, baß Kaiser Wilhelm bei seinem demnächstigen Besuche baselbst von der Kaiserin begleitet werden wird. Zur Bewillkommnung des kaiserlichen Paares werden die glänzendsten Vorbereitungen getroffen. *** Der Kronprinz fährt in seinen Studien der altegyptischen Denkmäler eifrig fort. U. a. ritt er mit Gefolge von Luxor zu den Königsgräbern und besuchte dacauf den Tempel Deir- el- Baheri. Nach einem in dem Cootschen Stationshaus eingenommenen Frühstück kehrte ber Kronprinz nach Luxor zurück, wo er das Ramesseum und die Memnonsfäulen besichtigte. Lokales. ** Privattelegramm. Bei der heute Bermittag erfolgten 9. Bichung der letzten( Haupt)-Klasse der HessischThüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10 000 mt. auf: 86 538, je 5 000 mt. auf: 750 301, 41 313, 74 336, 79 664 94 558, je 3000 Mt. auf: 1706, 35 675, 45 708, 76 773, 68 725, 71 138, 72 394, 72 623, 84 030 und 85 681.( Ohne Gewähr.) ** Der Der Provinzialausschuß verhandelte Samstag den ganzen Tag über die Notwendigkeit der Enteignung des Geländes zwischen Wilhelm- und Klinikstraße zur Erbauung einer Chirurgischen und einer Augenklinik. Professor Rehn Frankfurt a. M., Geheimrat RiegelGießen, Medizinalrat Köhler- Offenbach und Berwalter Muhlot Frankfurt sprachen sich als Sachver: ständige dahin aus, daß das Gelände östlich der medizinischen Klinik( hinter der Kolerabaracke) geeigneter set zur Erbauung der geplanten Kliniken, als das vom Staate vorgesehene weiter unten liegende Terrain. Die Verhandlung wurde gegen Abend vertagt und zwar bis Samstag den 28. März d. J. Zur Verhandlung werden eine Reihe von Sachverständigen geladen und hofft man mit dieser Verhandung zum Schluß zu kommen. ge= ** Ernannt wurden am 6. März der Privatdozent Dr. Josef Collin zu Gießen, am 7. März der Privatdozent Dr. Adolf Strad zu Gießen zu außerordentlichen Professoren bei der philosophischen Fakultät der LandesUniversität. ** Bei den Gewerbegerichtswahlen, welche am lesten Samstag hier stattfanden, siegten im Wesentlichen die der= einigten Kandidaten des Ortsgewerbevereins, des Evangelischen Arbeiter und des Kathol. G. sellenvereins. Es sind gewählt: von Arbeitgebern: Glasermeister Bierau mit 99 Stimmen, Spenglermeister Faber( 99), Fabrikant Emmelius ( 86), Echneidermeister Leib( 86), Schreinermeister Beil( 85), Bäckermeister Hennings( 85), Schlossermeister Dörr( 85), Uhrmacher Schmidt( 85), Bauunternehmer Winn( 85), Schuhmachermeister Berg( 81), und von der von den Sozial: demokraten aufgestellten Liste Kaufmann Krumm( 13) und Bäckermeister Müller ebenfalls mit 13 Stimmen. Von den Arbeitern: Bick mit 765 Stimmen, Holdberg( 765), Diel( 764), Hensel( 764), Baum( 763), Dech( 763), Krüger ( 763), Laucht( 763), Manche( 763), Schäfer( 763), Jafobi ( 768) und von den auf sozialdemokrat scher Seite aufgestellten der Arbeiter Döll mit 75 Stimmen. Im ganzen wurden abgegeben von Arbeitgebern 102 Wahlzettel und von Arbeitern 836. Die Wahlbeteiligung war demnach dieses Mal auf Seiten der Ersteren eine vierfach stärkere und bei den Arbeitern um das Doppelte so stark als bei den letzten gleichen Wahlen. A Revision der Handwerksbetriebe. Die Handwerkstammer hat befanntlich beschlossen, eine Revision sämtlicher Handwerksbetriebe zu veranstalten einerseits um festzustellen, ob den Verordnungen der Kammer insbesondere auf dem Gebiete des Lehrlingswesens allseits nachgefommen worden ist, andererseits um für die Anstellung von Beauftragen geeignetes Material zu gewinnen. Nachdem die umfangreichen und schwierigen Vorarbeiten nunmehr beendet sind, wird demnächst mit der Revision begonnen werden. Bis dahin ist jeder Handwerker in der Lage, Versäumtes nachzuholen und sich vor Strafe zu schüßen. Wir wollen nicht verfehlen auch hier die Handwerker an ihre gesetzlichen Verpflichtungen, die alle zur Förderung und Besserung der Lage des Handwerkerstandes dienen, zu erinnern. ** Die trigometrischen Vermessungen des Generalstabes finden in diesem Jahre auch in den drei Provinzen des Großherzogtums statt. ** Theaterverein. Dem Borstand ging gestern von Frl. Triesch die Nachricht zu, daß sie im Monat März wohl schwerlich das versprochene Gastspiel geben tönne Wann dasselbe nun stat finden soll, ist nachdem immer noch nicht bestimmt ** Mordversuch. Ein hiesiger Taglöhner lebte schon seit einiger Zeit mit seiner Ehefrau in Unfrieden, wobei es mehrmals vorfam, daß er dieselbe auch mishandelte. Sie trennte sich deshalb von demselben und begab sich zu ihrer in der Kaserne verheirateten Tochter. Gestern begab sich nun der Ehemann mit einem geladenen Revolver, den er erst kurz vorher gekauft hatte, in die Kaserne und feuerte mehrere Schüsse auf seine Ehefrau ab, wobei er dieselbe zweimal verlezte. Auch der Soldot, der ihm zur Begleitung von der Bache mitgegeben wurde erhielt einen Schuß in die Hand. Sämtliche Verlegungen sind nicht lebensgefährlich. Der Thäter wurde verhaftet. ** Schlägerei. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fam es in der Schulstraße zwischen jungen Kaufleuten zu einer Schlägerei, wobei es blutige Köpfe abseßte. Die Thäter wurden zur Anzeige gebracht. der Vermiste Handwerksbu des Mädchens fahnbet Nach neue Steeben aus a fcheint ausgef Mädchen wege ** Zwölf wohner bon wurde vor e munter entw Finger und aber ferngefu A Wahlb fungen wird figer Beinhau werden. Ron bitatur zu un ftellt im Wab berigen Bertre bingen den De freis Erbach i. Offenbach für Reg.- Rat Had annimmt. ** Vow nehmern an zu gewähren Generaldire bahnen fol Turner wi Bugangsftat Fabrfarten die Bezeichnu halb, 14 Tag die Vergünsti wels. Wege größere Anza bände an die wenden. Inn eisenbahnen Bedarfsfalle den Turnern wird. Sonf bayrischen ** Die Pfähle, welche eine Sperre des Promenadenweges nach dem Schiffenberg und zwar für die bösen Radler bilden soller, in der Hauptsache aber eine Falle für die vom Schiffenberg abends in der Dunkelheit heimkehrenden Herren und Damen bedeuten, sind in diesem Jahre noch verbessert und vermehrt. Wie erinnerlich hat der Stadtv. Haubach das Vorhandensein dieses Verkehre hindernisses im vergangenen Jahre in der Stadtverordneten Versammlung gegeißelt, und beffen Entfernung gewünscht. Wie man uns mitteilt, wird sich das Finanzministerium in Darmstadt in dantens. werter Weise der Siche annehmen und die Forstbehörde, welche diesem Ministerium unterstelt ist, anweisen, die Pfähle zu entfernen und den Radfahrern das Befahren des Promenabeweges nach dem Schiffenberg durch einen tafelartigen Hinweis zu verbieten. Diese Anordnung wird gewiß von der gesamten Bürgerschaft mit Freuden begrüßt werden, es Fremden, welche in zahlreich den Schiffenberg besuchen regel wird doch damit eine Einrichtung beseitigt über die die mäßig den Kopf schüttelten. Auch in der General Versamm lung des Verschönerungs- Vereins hat die Pfahlsperre unserer schönsten und beliebtesten Waldpromenade, Anlaß zur Kritik gegeben und ist es wohl möglich, daß dies die vorgesetzte Behörde veranlaßt hat einzugreifen. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Bad- Nauheim, 12. März. Der Männergesangverein Frohsinn" feiert am 4., 5. und 6. Juli sein 60 jähriges Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe. Aus diesem Anlasse veranstaltet der Verein einen Gesang wettstreit mit Klassenfingen und Ehrenrpreissingen, zu welchem sich bereits sehr viele Vereine angemeldet haben. Die Stadt hat zu einem Ehrenpreis 150 Mt. zur Verfügung gestellt. ** Groß- Felda. Johs. Semmler 1. wurde als Wieges meister und Peter Scharmann a's stellvertretender Wiegemeister unserer Gemeinde eidlich verpflichtet. ** Alsfeld. Gelegentlich des Prämien und Pferdemarftes am 27. Juli soll eine Verlosung von Vich und landwirtschaftlichen Geräten stattfinden. Das Ministerium hat die Genehmigung hierzu erteilt. Es werden 20 000 Lose zu 50 Pfg. ausgegeben. Limburg a. d L., 13. März. In Emmrich ist seit dem 9. März die 20 Jahre alte Tochter des Ge meinderechners Müller spurlos verschwunden; sie wollte in Kerkerbach Bekannte besuchen und ist weder dort ange kommen, noch zu ihren Eltern zurückgekehrt. Der Wald, durch welchen die Straße führt, wurde gründlich nach Rücksicht auf geftellt werd fehr gr fowob Hôtel- Restaurant Riegelmann. Mit dem heutigen Tage habe ich das von mir geführte Geschäft an Herrn Karl Kobel übertragen. Für das mir in so hohem Maaße entgegengebrachte Vertrauen und Wohlwollen, welches ich bitte auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen, statte ich an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank ab. Hochachtungsvoll Chr. Riegelmann. Auf Obiges bezugnehmend, erlaube ich mir zu bemerken, daß ich das Hote- IRestaurant Riegelmann fäuflich erworben habe, und wird es stets mein erstes Bestreben sein, die mich beehrenden Gäste in jeder Weise zufrieden zu stellen. Zum Ausschank kommt das beliebte Bier der Brauerei Henninger- Frankfurt a. M., sowie Münchner Pschorr- Bräu. Vorzügliche Küche. Die Ver ftädtischen Ke Jahre und z werden. 11 ist es erford liegenden Der Ratten Die Befizer unter der nannten Ti halten, da sprüche abge Gieß In der biefiger Sta gefunde berlore Gute Weine. Hochachtungsvoll Karl Kobel. Die En ftande belie zu machen. Gießer der Vermißten abgesucht jedoch resultatlos. Nach zwei Handwerksburschen, die man mit dem Verschwinden des Mädchens in Verbindung bringt, wird eifrig gefahndet. and ging gestern aß fie im Monat Gaftspiel geben foll, ist nachdem öhner lebte schon frieden, wobei es mighandelte. Sie gab sich zu ihrer eftern begab fid olber, den er erf no feuerte mehrer felbe zweimal ver egleitung von der uß in die Hand gefährlich. De amstag auf Sonn ungen Raufleute fe abfente. Di des Bromenaden die bösen Habler Falle für die vom mfehrenden Herre re noch verbeffer tabib. Saubach ba sim bergangene ng gegeißelt, un ins mitteilt, wir t in bantens d die Forstbehörd weifen, die Bab fahren des Brome einen tafelartign wird gewiß bo grüßt werden, d igt über die bi erg besuchen rege General Bersama Pfahlsperre unfere Anlaß zur Krit dies die vorgefe rgebieten. ännergefang und 6. Juli f Fahnenweihe. A einen Gesang enrpreisfingen, mgemeldet haben t. zur Verfügung wurde als Wiege ertretender Biege et. en- und Pferde ing von Vich und Das Ministerium verben 20 000 L In Emmrich Tochter des Ge unden; fie woll weder dort ang efehrt. Der Wal de gründlich na Nach neuester Meldung ist die Vermißte als Leiche bei Steeden aus an der Lahn gezogen worden. Ein Verbrechen scheint ausgeschlossen. Man nimmt an, daß das 20 jährige Mädchen wegen Liebeskummer den Tod gesucht hat. ** Zwölf Finger und zwölf Zehen. Einem Einwohner von Heddernheim. Heinrich Reutner, wurde vor einiger Zeit ein Knabe geboren, der sich munter entwickelt. Das Kind hat an jeder Hand 6 Finger und an jedem Fuß 6 Zehen, ist im übrigen aber ferngesund. A Wahlbewegung. Im Wahlfreie Kassel Mel sungen wird voraussichtlich der Nationalliberale Gutsbefiger Beinhauer Wollmarshausen als Randidat aufgeftellt werden. Konservative und Freisinnige beabsichtigen die Kanbitatur zu unterstützen. Die deutsch soziale Reformpartei stellt im Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach Schotten den seit herigen Vertreter Bindewald wieder auf, in Friedberg- Bü dingen den Defonom With Im Bär Herrenhaag, im Wahl freis Erbach i. Odenwald den Landtagsabgeordneten HirschelOffenbach für den Fall, wenn der seitherige Vertreter Geh. Reg. Rat Haas( nationalliberal) eine Kandidatur nicht annimmt. Die ** Bom deutschen Turnfest. Bezüglich der den Teilnehmern an dem 10. Deutschen Turnfest in Nürnberg zu gewährenden Eisenbahnfahi preisermäßigungen hat die Generaldirektion der fönigl. bayerischen Staatseisenbahnen folgendes verfügt: Die Ermäßigung für die Turner wird auf Grund der Festkarte gewährt. Bugangsstation gibt gegen Vorzeigung der Festfarte Fahrkarten 2. und 3. Kl. zur einfachen Fahrt ab, die die Bezeichnung erhalten:" Gültig zur Rückfahrt inner halb, 14 Tage". Musiker und Vereinsdiener genießen die Vergünstigung gleichsfalls gegen besonderen Ausweis. Wegen der einzulegenden Sonderzüge für eine größere Anzahl von Turnern haben sich die Gauver bände an die Eisenbahnverwaltung des betr. Gaues zu wenden. Innerhalb des Gebietes der bayerischen Staatseisenbahnen werden bei Eisenbahnbetriebsdirektionen im Bedarfsfalle Sonderzüge einlegen, bei deren Benützung den Turnern die obenbezeichnete Ermäßigung gewährt wird. Sonstige Sonderzüge zu ermäßigten Preisen von bayrischen Staatseisenbahnstationen ab fönnen mit Rücksicht auf den zu erwartenden großen Verkehr nicht gestellt werden. ** Bonames, 13. März. Ein Arbeiter aus Mottgers wurde gestern Abend mit einer schweren Stopfwunde auf der Chauffee Bonames- Eschersheim aufgefunden. Er war von einem zweispännigen Frachtfuhr werk, dessen Führer noch nicht ermittelt, überfahren worden. Der Schwerverletzte fand Aufnahme im Schwesternhause in Bockenheim. ** Ueber originelle englise Reklamen berichtet die Magd. 8tg.": Im Schaufenster eines Rolonialwarenhändlers in einer englischen Provinzstabt befindet sich folgendes Plakat: Gebrüder Briggs, die wohlbekannten Kolonialwarenhändler, sind in der glücklichen Lage, dem Publikum die Thatsache zu verkünden, daß sie die größten Vorräte in Kolonialwaren befißen, die jemals in dieser Stadt gesehen worden sind. Manche Kaufleute sind Schwindler, aber Gebrüder Briggs sind glücklich in dem Gedanker, daß sie der ganzen Konkurrenz die Spize bieten fönnen als die führende Firma der Stadt Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sigung. Gießen, den 13. März 1903. August St. von Rabertshausen verfolgt gegen ein Urteil des Schöffengerichts Nidda, das ihn auf Antrag seiner Ehefrau und der Luise Möbus zu 2 Monaten Gefängnis verurteilte, Berufung. Inzwischen haben sich die Eheleute wieder versöhnt und sowohl Ehescheidungsantrag als auch Strafantrag wurden von der Ehefrau des Angeklagten, welche heute das Zeugnis verweigert, zurückgezogen. Da bereits eine richterliche Entscheidung ergangen ist, kann der Strafantrag nicht mehr giltig zurückgenommen werden. Eine Anzahl vom Angeklagten geladene Beugen bekunden, daß die Weibsleut" an allem schuld seien. Diesem Umstand trägt auch das Gericht Rechnung und setzt die Strafe auf 14 Tage terab. Steinbruchbesizer Heinrich W. von Fauerbach bei Nidda ist des Vergehens gegen§ 156 angeflagt. Um sich allein in den Besitz des Nachlasses seines verstorbenen Bru ders zu segen, gab er bei dem Amtsgericht Nidda eine Erflärung an Eidesstatt, dahin ab, daß außer ihm Erben nicht vorhanden seien. Da Angeklagter noch mehrere lebende Geschwister hat, kam die Sache zur Anzeige, was ihm heute 5 Monate Gefängnis einträgt. Der 17 jährige Streckenarbeiter August Konrad von Friedberg, welcher sich an einem Mädchen unter 14 Jahren vergangen hat, bekommt 9 Monate Gefängnis.- Zum Schlusse wird die Berufung des Karl Bernhard B. von Friedberg, welcher vom dortigen Schöffengericht wegen Unterschlagung in Strafe genommen wurde, wegen unentschuldigten Ausbleibens des Angeklagten verworfen. Standesamt- Nachrichten der Stbdt Gießen. Aufgebote. Am 9. März. Johann Heinrich Krauth, Sergeant in Buzbach mit Katharina Schneider dahier. 11. Georg Klös, Schnzmann dahier mit Anna Elisabeth Christine Ernstine Gröninger herselbst. Wilhelm Leun, Küfer dahier mit Emilie Wilhelmine Nahrgang hierselbst. Eheschließungen. Am 7. März. Albert Donau, Schreiner dahier mit Rosine Lucie Lobstein hierselbst. Konrad Margolf, Bahnarbeiter dahier mit Elisabeth Klein hierselbst. Geborene. Am 3. März. Dem Bierbrauer Franz Xaver Buchberger ein Sohn. 4. Dem Viehhändler Joseph Stern ein Sohn, Raphael Kurt. 5. Dem Tapezier Adolf Noll II. eine Tochter. 6. Dem Kaufmann Ferdinand Bär eine Tochter Betty. Dem Photographen Karl Dagobert Borst eine Tochter, Therese Julie Martha Kunigunde. 7. Dem Reisenden Heinrich Eduard Köth ein Sohn. 8. Dem Wirt Friedrich Teigler ein Sohn Hermann. Gestorbene. Am 7. März. Johannette Habenicht, 80 Jahre alt, Rentnerin dahier. Luise Wittich, geb. Walz, 87 Jahre alt, Witwe des Rechners Karl Wittich dahier. Luise Nowack, geb. Schüter, 60 Jahre 10 Monate alt, Ehefrau des Kaufmanns Karl Wilhelm Nowack dahier. Katharina Bohrmann, geb. Tremper, 59 Jahre alt, Ehefrau des Bahnwärters Gottfried Friedrich Bohrmann dahier. 10. Hellwig Schlaudraff, 2 Monate alt, Sohn des Buchhändlers Ludwig Schlau raff babier. 11. Wilhelm Loh, 56 Jahre 11 Monate alt, Dienstmenn dahier. Drud und Verlag der Gießener Verlagedruckerei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 200 Knaben- Anzüge für das Alter von 3-8 Jahren Grösse 1-6 habe zurückgesetzt. Es sind dies Anzüge aus nur prima Qualitäten, fast alle rein wollene Stoffe und elegant gearbeitet. Sie entsprechen teilweise nicht mehr ganz der Mode, andere haben in den Schaufenstern etwas gelitten. Alle Anzüge, welche früher 15 bis 30 Marf gekostet haben, werden jetzt für 3, 5, 7, 9, 11 und 18 Mark verkauft. Es ist dies jedenfalls eine nie wiederkehrende Gelegenheit und empfehle ich den Einkauf besonders jetzt vorzunehmen, da die Auswahl noch eine sehr große ist. Mache gleichzeitig höflichst darauf aufmerksam, daß sämtliche Neuheiten für diese Saison sowohl in Knaben- Anzügen, als auch in allen Herren- Artikeln eingetroffen sind. Carl Frensdorf. 1. Naaße meinen e, und S Bekanntmachung. Jagdverpachtungen. 1. Am Freitag, dem 27. d. Mts., nachm. 3 Uhr im Bürgermeistereigebäude hier derjenigen von Ilm und Greifenthal 2. Am Samstag, den 28. d. Mts., nachm. 4 Uhr der jenigen von Stockhausen in der Gastwirtschaft Schimidt zu Stockhausen. Die Bertilgung der Natten durch Gift in den städtischen Kanälen und Wasserläufen soll auch in diesem Jahre und zwar in den nächsten 8 Tagen vorgenommen werden. Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Ratten in ihren Kanälen, Sinffaften, Höfen 2c. sorgen. Die Befizer von Haustieren, Geflügel 2c. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, die borgenannten Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersatzan- gesucht. sprüche abgelehnt werden. Gießen, den 14. März 1903. Großh. Bürgermeisterei Mecum. Bekanntmachung. Ilm( Kreis Weglar), am 14. März 1903. Der Bürgermeister. In unserem Neubau am Einfach möbl, Zimmer zu vermieten. Löberstraße 13, 3. Freundlich möbl. Zimmer zu verm. Rothermel, Bahnhofsir. 38. Tobl. oder unmöbl. Zimmer Steinftr. 63 II., fofort zu verm. Ginige schön möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten. Bismarckstraße 17. Jüngerer Schreiber Tüchtige Arbeiter Brandſne für einige Wochen auf ein Bureau 5- Bimmerwohnung m. Erker geschriebene Off. unter 500 8. Gebr Kahl, Gießen. Ein Fräulein sucht einen Laden zu mieten ev. Wurst warenfiliale zu übernehmen. Geff Off. unter 1010 Filiale an die Erp. dieses Blattes erbeten. In der Zeit vom 7. bis 14. März 1903 wurden in hiefiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Paar Ecke Moltkestraße und Gr. Handschuhe, 1 schwarzer Damengürtel, Steinweg sind per 1. April 1 schwarzer Hut und 2 Pferdeteppiche; 2 5-3immerwohnungen verloren: 1 goldenes Medaillon mit 2 blauen mit allem Zubehör zu verm. Steinen und 2 Portemonnaies mit In- Beide Stockwerke können zuhalt. sammen oder getrennt abDie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen- gegeben werden. Näheres stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend bei Nikolaus, Grünbergerzu machen. straße 36. Gießen, den 14. März 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. per April zu vermieten, desgleichen dafelbft 4 Zimmerwohnungen. Näh. Frankfurterftr. 29. Kleine 3-3immerwohnung 14 Mf. zu vermieten. mit( Martenanteil per Monat ,, Schöne Aussicht." Ein schönes geräumiges Bimmer in einem Neubau mitten der Stadt, billig zu vermieten. Näheres in der Erp. d. Bl. Einfach aber fauber möbl. Zimmer von solibem Arbeiter ab 1. 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Acker auf dem Hamm 1188 qm., früher dem Hermann Stauß gehörig, Das b. fte Geschäft für jeden Gärtner und Landwirt liegt im Anbau dieser Neuzüchtung. Edelflein it unstreitbar die wider: standsfähigste gegen Nässe 2c. und dadurch im Wuchse nicht gestört, die früheste aller er ftirenden Frühkartoffeln, der be= fannten Kaiserfrone und anderen Markt 7 Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) guten Sorten noch bei Weitem Küchenlampen borzuziehen. Die Knollen, von sehr gefälliger länglichrunder Form, flachliegenden Augen und gelb Stehlampen lich weißem Fleist, liegen febr nahe beisammen dicht beim Stod, und sind schon Mitte Juni Hängelampen wenn gute Kartoffeln auf deutschen Märkten noch febr teuer find, mehlig und sehr schmadbaft. Der Ertrag ist ein für Frühfartoffeln fast unglaublicher, Beste absolute bon 6 Pfd. Aussaat wurden Chaisenlaternen, 2 Ctr. geerntet. Herr Max Schulze aus Hasserode a. Harz schreibt uns Folgendes: Saſſerode, den 5. Auguſt 1902.„ Sie hatten die Liebenswürdigkeit, meinem Vater etwas Saat von Ihrer Edelstein zu senden, 2. Grabgarten am untersten Riegelpfad in der Nähe wovon ih vor acht Tagen ein Probequantum des reichen Ertrages der unteren Stephanstraße und hinteren Bleichstraße, geschicht erhielt. Ih fann nicht umhin, Ihnen den Dank und die 361 qm, früher dem Karl Schleenbecker von Scof- nerkennung me nes Vaters zu übermitteln, aber auch Ihnen zu sagen, daß sowohl meiner Frau als mir eine großartigere Kartoffel dorf gehörig, noh niht vorgekommen ist. Es ist eine Freude und ein wahrer Genuk." Bir offerieren: 1 Ctr. mf. 15.- 1/2 Ctr. mf. 8.-, Ctr. Mt. 5, ein 10 Pfd.- Postcolli Mr. 3-. Versand nur bei frostfreiem Wetter. Bestellungen schon jetzt erbeten. Gebrüder Ziegler, Erfurt 3. Grabgarten am Langenstein, hinter der Universitätsbibliothek, 709 und 833 qm, früher dem Maurermeister Pfaff gehörig. 4. Acker an der alten Marburgerstraße beim neuen Friedhof 840 qm. Die Zusammenkunft ist am Neustädtertor. Gießen, am 14. März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung. Das Schen und Reinigen der Defen in den städtischen Gebäuden im Rechnungsjahr 1903/04 soll Donnerstag, den 19. d. Mts., vorm. 11 Ubr öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 3 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 13. März 1903. Städtisches Hochbauamt. J. V.: Gerbel. Gaskoks. In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. d. Mts. wurde beschlossen, die am 10. April d. J. festgesetzten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis für Nukkoks, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herabgefekt wird, sodaß die Nußtoks Nr. 1 und 2 jetzt gleichen Preis haben. Die Kokspreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück- Boks Buß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenbeizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: 1,10 Mr. Größe Nr. 1. etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 Mr. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korn: größe des Anthracit. 1,25 Mr. In Wagenladungen von mindestens 36 Bentnern: Stückkoks 1,05 Mt. Jußkoks Nr. 1 1,20 Mr. Dußkoks Nr. 2 1,20 Mr. Stückkoks 1,00 Mt. Hukkoks yr. 1 1,15 Mr Bußkoks Nr. 2 1,15 Mr. Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Für Kofsabnehmer, welche awei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Kots bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Koke statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Lieferanten Sr. Maj. des deutschen Kaisers. Hauptkatalog auf Verlangen gratis und franco. Jedes interessante Greignis aus aller Welt photographisch illustrirt bringt am schnellsten die ,, Berliner Illustrirte Zeitung" Jede Nummer hochinteressant. Wochen: Abonnement: 10 Pfennig oder 1 Mt. 30 Pfg. vierteljährlich bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe fezt auch Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außer ordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die Flasche zu 18 Pfennig. 9 " Bier in Faß für Wirte und Wiederverkäufer in Gebinden von 20 Liter an stets auf Lager. Gotthilf Röhrle, Biergroßhandlung. Telephon 344.- Marburgerstraße 7. Schönheitspflege. Erbitte sofort unter Nachnahme an untenstehende Adresse 3 Stud Aot- Seife( einfache Packung) und 1 Glas Aot- Kräutertabletten. Ihre Aok- Douche erhielt ich f. 3t. und finde ich die ganze Kleinverkauf unserer Gaskoks Methode so vorzüglich, daß ich nicht umbin fann, Ihnen von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplay 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer auß rhalb der Gemarkung Giehen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirückver= gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Prima Otto Bergen. Für Bäcker! Aepfelwein Brotpreis- Formulare im Zapf. Schüßenhaus. hält stets am Lager die Expedition. meinen Dank auszusprechen. Achtungsvoll 3. Bt. Bad Ems, 29. Mai 02.( gez.) M. K., Hof- Schauspielerin. Fortwährend laufen derartige und meistens noch weit glänzendere Anerkennungen von den ersten Künstlerinnen und vornehmen Damen über die Zufriedenheit mit den Erfolgen der Schönheitspflege nach der Aot- Methode ein. 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