Nr. 242. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- fg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberhefftische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Donnerstag, den 15. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang Jnsertionspret 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Neklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Vfg. Bofizeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Fall Dippold und die Volksmeinung. CB. Die Szenen, die sich bei dem Eintreffen des verurteilten Mordgesellen Dippold auf dem Bamberger Bahnhose abspielten, mögen jedem unerfreulich dünken, der in der amerikanischen Lynchjustiz kein erstrebenswertes Ziel sieht. Aber trotz der Maßlosigkeit der Volkskundgebungen gegen den Ruchlosen ist ihr Untergrund doch ein gesundes Rechtsempfinden des Volkes, ein Rechtsgefühl, um dessentwillen man die Ungehörigkeit, die die Menge beging, immer hin. nehmen kann. Man kann wohl sagen, daß derartige Vorgänge wie in Bamberg sich kaum jemals bei der Ueberführung eines Verbrechers in die Strafhaft ereignet haben. Nachdem es schon auf den Bahnhöfen in Bayreuth und Kulmbach zu lebhaften Rundgebungen gegen Dippold gekomftitien mar; ersuchte der Transportführer die Bamberger Behörden telegraphisch, polizeiliche Bedeckungsmannschaft und einen geschlossenen Wagen am Bahnhofe bereit zu halten. Daß das nicht überflüssig war, bewies die ganz kolossale Menschenansammlung in und um den Bamberger Bahnhof, die beteits eine halbe Stunde vor Ankunft des Zuges erfolgte. Laute Verwünschungen und teilweise auch Drohungen ausstoßend, harrte die Menge, der das Eintreffen Dippolds durch Erträblätter der Zeitungen angekündigt war, des Verbrechers. Obwohl von den Transporteuren um eine Erkennung des seit der Verhandlung gänzlich entstellten Verbrechers hintanzuhalten nicht das gewöhnliche Verbrecherkupee benützt worden war, wurde Dippold beim Verlassen des Zuges sofort erkannt, und im wilden Haufen shirmten Männer, Frauen und Kinder unter wildem Geschrei dem frei neben den beiden Gendarmen laufenden Dippold nach. Viele übersprangen die Perronsperre, um nicht zurückbleiben zu müssen. Es erhob sich manche geballte Faust gegen ihn, und Rufe, wie: Mörder"; Lump"„ gemeiner Kerl", wurden in Menge gegen ihn laut. Als die von der Polizei Besorgte Droschke nicht sofort zur Stelle war, meil man an einem Seitenausgång den Transport erwartete, war die Lage für Dippold und seine Transporteure geradezu gefahrdrohend; Ein Radfahrer stieß ihn mit seinem Nade auf den Rücken; dann würde der ganze Haufen gegen einen Laternenpfahl gedrängt, umringt von vielen Hundert hittenden Menschen. Beinahe wäre der Verbrecher gelynchf worden. ut legten Augenblick gelang es, den Beamten, die Droschke zu erreichen, und in eiliger Fährt ging es durch die Menge, die anfänglich den Kutscher vom Fahren abzuhalten suchte, nach dem Gefängnis. Unterwegs gelang es einigen Leuten, dem Verbrecher einige leichte Schläge zu verseßen. Dem Wagen wurden verschiedene Gegenstände nachgeworfen. Das Landgerichtsgefängnis war ebenfalls von Hunderten umlagert, die die Ankunft Dippolds mit Schmährufen er battetetti Gewiß, das sind ungehörige Vorgänge. Aber sie sind entschuldbar, weil das Gefühl, dem sie entsprangen, ein sittlich durchaus berechtigtes ist. Erfreulicherweise herrscht dieses Rechtsempfinden nicht nur in den unteren Volksschichten: hlle reise des Volkes sind in ihrem Urteil über den Verbrecher und die Schwere setter Untat einig. Ein Münchentet Blatt veröffentlicht einige charakteristische Buschriften aus Leferkkeisch; durchgängig beschweren sich diese zuschriften über die verhältnismäßig milde Ahndung der Dippoldschen Bestialitäten; und es iſt kennzeichnend für die Höhe der allgemeinen Entrüstung, daß es vor allem Frauen sind, die Dippolds, Buse als zu milde ansehen. Eine Frau schreibt: „ Ein Mensch, der in der Hibe und Leidenschaft mordet, erhält die Todesstrafe, die allerdings selbst für einen solchen Schurken zu gelinde wäre! Jetzt zeigt sich's wieder, wie notwendig es wäre, die Prügelstrafe in Anwendung zu bringen, um Vergeltung walten zu lassen! Dippold sollte dieselben Leiden durchmachen, die er den armen Kindern angetan hat." Ein Münchener Universitätsprofessor spricht sich mit bitterem Hohn dagegen aus, daß der Staatsanwalt die Bewilligung mildernder Umstände für Dippold beantragt und sie damit begründet hatte, daß der Verbrecher noch jung und noch nicht vorbestraft war! Er sagt u. a.: Dem nicht im juristischen Formelwesen Aufgewachse nen ist es unverständlich, wie ein Verbrechen, das an Scheußlichkeit nicht mehr zu überbieten ist, deshalb milder beurteilt werden soll, weil der hundertfache Mörder vorher nicht zufällig auch gestohlen hat!" Andere Buschriften geben dem Befremden darüber Ausdruck, daß weder Staatsanwalt noch Gericht die sittlichen Verfehlungen Dipoplds gegen seine Zöglinge bei der Strafabmessung in Betracht gezogen wurden. Die größte Beachtung aber verdient ein ferniges, mannhaftes Wort eines bayerischen Pädagogen, der sich gegen die Gleichgültigkeit und Untätigkeit derjenigen richtet, die Zeugen der Dippoldschen Scheußlichkeiten waren. Er sagt: Möchte der schaudererregende Fall Dippold jedem aufs neue klar machen, daß das Leben Fälle bringen kann, in denen ein rechter Mensch nicht bloß den Kopf schüttelt wie ein altes Weib, nicht erst Briefe schreibt und Berichte macht, wie ein angestellter Sklave, auch nicht erst lang zum Bürgermeister läuft und gottergeben auf die hohe Polizei wartet, sondern mit einer frischen, fröhlichen Tal auf eigene Verantwortung dreinfährt wie Gottes Zorn, um Recht zu schaffen und Unrecht zu verhüten." Möge der Dippoldprozeß in diesem Sinne zur Erziehung unseres Volkes beitragen! Dann wäre aus der verruchten Saat des Schurken, der jetzt für acht Jahre unschädlich gemacht ist, doch noch wenigstens eine gute Frucht entsprungen! Italienische felttage an der Seine. Paris, 14. Oktober. Seit Tagen schon flattern die italienischen Farben grünweiß- rot gemeinsam mit der Trikolore der Republik auf den Boulevards und aus den Fenstern der Häuser. Auf den Straßen verkaufen die Händler en gros die Ansichtskarten mit den Bildnissen von Mimile, wie die Pariser kosend ihren Präsidenten Emile Loubet nennen ,, und Viktor Emanuel, umschlungen von einem gewaltigen Seil aus- Mac caroni. Nicht zu vergessen die verschiedenartigsten Aufnahmen der schönen Helena", wie der Pariser Volkswit in bewußter Anlehnung an die Offenbachsche Heldin die italienische Königin betitelt. Denn Wize reißen muß der Pariser auch dort, wo er anbetet. Und die Tochter der Schwarzen Berge, die die wildromantische Grazie ihrer heimatlichen Mitschwestern mit echt Pariser Charme umkleidet, trifft hier auf begeisterte Anbeter aus allen Volksklassen. Allerdings mag ihr die Hymne, mit der man sie schon seit Tagen feiert, nicht gerade weihevoll ins kleine Ohr schlagen: Viens, Helène, viens, wie man es nach der Pankower KarlinekenMelodie in allen Tonarten seit Tagen zu hören bekommt, ist alles andere, als einladend. Aber gut gemeint ist's doch. Das wird sich die junge Königin heute Nachmittag auch gefagt haben, als sie in Paris einzoq, an der Seite von Frau Loubet, die heute zum erstenmal, seit es eine französische Republik gibt, als Präsidentin offiziell beim Empfange vor Souveränen mitwirkt. Sie scheint sich auch der historischen Wichtigkeit des Moments wohl bewußt zu sein. Jedenfalls macht sie einen weit imponierenderen Eindruck, als der Herr Gemahl, der Viktor Emanuel III. die Honneurs macht. Der gute Mimile ist und bleibt der behäbige Bourgois und das sei lovend erwähnt will auch schließlich weiter nichts sein. Der Straßenzug, durch den die königlichen Gäste von dem Präsidentenpaat geleitet wurden, ist ungefähr derselbe, durch den vor kurzem König Eduard von England fuhr. Ten Mittelpunkt und die Krone der Dekoration bildet die Avenue de l'Opéra. An ihren Endpunkten erheben sich vier mächtige Säulen aus imitiertem Marmor, von denen zwei goldene Löwen von Sankt Marco, zwei andere römische Wölfe tragen. Ueberall verschwenderischer Fahnenschmuck. Sogar von den Kirchen wehen langflatternde Banner. Der altersgraue Domt von Notre- Dame prangt in wahrhaft blendendem Gewande. Und in den festlich geschmückten Straßen drängt sich und wogt eine Flut geputzter Menschen. Der Empfang, den die Menge den Gästen bereitete, war enthusiastisch. Auf dem ganzen Wege vom Bahnhof bis zum Quai d'Orsay, wo das italienische Königspaar im Palast des Auswärtigen Amtes Wohnung nimmt, tönten die Hochrufe in nie endendem Echo. Ueber dem Auswärtigen Amt weht zwischen den Bannern Italiens und der französischen Republik die Standarte des Hauses Savoyen. Wahrhaft Königliche Gemächer sind es, die die Republik ihren Gästen zur Verfügung stellt. Eine Flucht von Prachtsälen, zu deren Ausschmückung der ganze Schatz des französischen Staates an Möbeln, Teppichen und Wandtapeten hat herhalten müssen. Wo die Füße des Königs und der Königin hintreten, wandeln sie auf den Spuren einer großen Vergangenheit. Dies Bett gehörte Napoleon I., dieser Teppich schmückte das Zimmer der Kaiserin Marie Luise, dieser RundAntoinettes bei spiegel strahlte das Bild Marie ihrer Morgentoilette zurück. Ob allerdings der Eindruck, den diese Zeugen einer sturmbewegten Zeit auf das Königspaar machen werden, ein ungemischt freudiger sein wird, mag dahingestellt bleiben. Um so angenehmer werden Viktor Emanuel und Helene sicher durch die huldigenden Artikel der Presse berührt werden. Zwar sind nicht alle von überschwänglichen Hoffnungen erfüllt. Die Nationalisten befürchten, daß ein Flirt mit Italien den russischen Alliierten gerade jetzt nach dem unterbliebenen Barenbesuch in Rom verschnupfen könnte, aber auch sie begrüßen die Gäste in warmen Worten. Und in den Spalten aller übrigen Blätter findet man eitel Jubel und Wonne: Vive l'Italie und die frankoitalische Verbrüderung! Der mazedonische Bandenkrieg. Nicht wie die Buren, die für ihre Freiheit fochten, nicht wie die spanischen Guerilla- Krieger, die gleiche Ideale hochhielten, nein, wie die Briganten der Abruzzen üben die Komitatschis ihr Handwerk. Vei einbrechender Dunkelheit verlassen sie ihre Schlupfwinkel im dichten Walde des Peristerigebirges und lauern an Straßen und Wegen auf vorüberziehende Kaufleute, auf die Post und die seltenen Batrouillen. Unweit des Karakols von Pisoder, wo die Landstraße von Florina nach Westen durch ein ausgedehntes Waldgebiet führt, wurden vor wenigen Tagen erst wieder vier bulgarische Kaufleute von Freischärlern überfallen und völlig ausgeraubt. Die Not muß groß sein, wenn sich die Aufständischen selbst an ihren eigenen Landsleuten vergreifen. Ein paar Tage vorher wurde etwas südlicher, auf derselben Straße, ein nach Kastoria gehender Zug von Pferdetreibern überfallen. Die Komitatschis erwiesen sich hier als verhältnismäßig großmütig, denn sie raubten nur einige Ballen Leder und Sackleinwand, die zur Verfertigung von Bundschuhen und Kleidungsstücken dienen. Ein Zug der Abenteuerlichkeit umweht diese Gestalten. Klingt es nicht wie ein Räuberroman von Rinaldo Rinaldini, wenn man die Geschichte dieser Leute liest, dieses Jovan beispielsweise, der so oft schon tot gesagt und doch immer wieder lebendig wurde? Auch jetzt erst wieder ist Jovan, der durch seine Verwegenheit schon viel Aufsehen erregt hat und laut Angaben der Türken im letzten Treffen am Amatowo- See getötet worden sein sollte, plötzlich heil und gesund an der Spiße einer ungefähr 200 Mann starken Bande im Gümendscha- Balkan wieder aufgetaucht. Wer und was ist Jovan, der überall und nirgends zu finden ist? Er war früher Eisenbahnarbeiter, der bei Beginn der mazedonischen Bewegung seinen Dienst verließ und an der Spize einer kleinen Bande die Gegend von Bojemiza und Gumendscha, sowie am Amatowosee unsicher machte. Ueber ganz genaue Lokalkenntnisse verfügend, jeden Räuberpfad, jeden Schlupfwinkel kennend, hat er den türkischen Truppen schon manches Schnippchen geschlagen und die Türken selbst sind über seine Tollkühnheit und seinen an Wahnwit grenzenden Mut erstaunt. Seine gegenwärtige Bande soll mehrere bulgarische Offiziere als strategische Ratgeber in ihren Reihen zählen und nur aus tüchtigen waffenkundigen Leuten bestehen. Zu diesen zählt auch ein ehemaliger bulgarischer Dorfschullehrer namens Arghiri, der aus der Schule der französischen Jesuitenpater von Seytinlik bei Salonik hervor. gegangen ist. Nach den letzten Versuchen, die Sumpfschlupfwinkel der Seen von Amatowo und Ardzan von Insurgenten zu reinigen, welche bekanntlich recht kläglich endeten, wurden die Truppen wieder aus dieser sehr fieberischen Gegend zurückgezogen. Nun verblieben daselbst nur stärkere Wachdetachements zum Schuße der Bahnlinie, welche in furzen Abständen, man möchte sagen in Gehörweite, ihre Belte aufgeschlagen haben und zur Zeit aus albanesischen Rediss bestehen. Jovan hat diesen Zeitpunkt abgewartet und seine Insurgentenschar inzwischen frisch verproviantiert und mit Munition und Dynamit versehen. Dieser Tage schrieb er eigenhändig einen Brief an den Militärkommandanten von Gümendscha, in welchem er sein Auftreten" anzeigte und den Kommandanten aufforderte, ihn zu „ holen". Dieses Vorgehen Jovans hat selbst die Türken verblüfft und der Kaimakam von Gevgheli( nächste Kreis. stadt) ließ sogleich den Befehl zur energischsten Verfolgung der Bande Jovans ergehen. Im Laufe des nächsten Tages gingen von verschiedenen Seiten ungefähr zwei Bataillone gegen die Insurgenten vor, welche in der Richtung nach Pardeviza mit den Truppen in einen Kampf verwickelt wur. den. Der Kampf dauerte bis zum Einbruche der Nacht, man hörte fortwährend Gewehrfeuer und die dröhnenden Schläge explodierender Dynamitbomben. Die Offiziere selbst zweifeln daran, daß es gelingen werde, die Bande zu fassen, da sie sich im Gebirge zu leicht fortbewegen kann, während die Türken fürchten müssen, in einen Hinterhali gelockt zu werden. Der Zwischenfall von Karaibaniza, der ernsten Charakter anzunehmen drohte, scheint durch das Entgegenkommen der Türkei rasch beigelegt werden zu sollen. Bulgarien hatte Genugtuung für den von türkischen Truppen auf den bulgarischen Grenzposten Karaivaniza unternommenen Angriff verlangt und sich geweigert, in Verhandlungen über die Abrüstung einzutreten, bevor diese Genugtuung gewährt sei. Nun hat das türkische Kriegsministerium den Obersten Nary- Bey entsandt, um eine Untersuchung über den Vorfall anzustellen. Falls die Schuld des türkischen Kommandanten erwiesen werden sollte, wird derselbe voraussichtlich streng bestraft werden. Damit wäre dann die unliebsame Geschichte aus der Welt geschafft. Die Politik. Zur selben Zeit, da der österreichische Ministerpräsident Dr v. Koerber auf die Frage, wie es mit dem Plane der Errichtung einer italienischen Universität stehe, die Antwort gab, daß man die ernste Absicht habe, eine italienische Hochschule in Desterreich zu errichten; ob in Triest oder anderswo sei noch nicht entschieden; jedenfalls schade die ungeſtüme Art, in der von gewisser Seite die Universität verlangt werde, dem Zwecke nur, zur selben Zeit kündigt der Verein der Welschtiroler Studenten in Innsbruck italienische Universitätskurse an, die im November als Freie italienische Universität" ins Leben treten sollen. Die ganze Art der„ Proflamation" ist eine Demonstration und es dürfte dieses nicht Wunder nehmen, wenn die Regierung den jungen Leuten, die als Dozenten erste italienische Gelehrtennamen ausspielen, etwas unsanft das Handwerk legte. 3 beram bariiber zu erbatten, Der Huge Wann ist, für den ich ihn hielt, oder ein er Narr!" Nun, und?" Handlungen ihn zu der Kategorie der letzteren " Ich weiß es wirklich noch nicht flar, ma tante. ObDegras foren, gibt es noch die Möglichkeit, daß er aus totaler schmieden, die den Erdensohn fest an des Daseins freundliche Gabe Sie lose, Riesengroße! betten. sich an die Stunden zu hängen, daß sie wachsen feine Ruhe, feine Heilung kommen kann, den brennenden meiß die Sonde in Wunden tätig zu erhalten, daß e sie versteht es gleicherweise, schwer, wie Zentnerlast, ins Endwas tranformcife Gift vor geschickten, machtvollen Händen unschädlich geaußergewöhnlich geschickt machen. Die Dornen und Disteln, die Bottkoff für seinen Freund es für gerade auf diesem Gebiete gefürchtet, waren die Schäßung von etwas wirklich Großem unter worden. Und doch war Bottkoff ein vielleicht größerer Menschenden Wasservorrat für die Woche. Diese ganze Gesellschaft Schuhe der besserte allerdings trugen fie fast nie welche. der Onkel Tonino ihnen als ein Krösus erschien. mohnte nicht weit von seinem Sause und war so arm, daß Tonino feinerseits tat seiner Familie viel Gutes, indem Mutter und der Kinder umsonst aus A Im böhmischen Landtage vergnügt sich die deutsche Minderheit damit, ein wenig Obstruktion zu treiben, um die Eroberung von Budweis durch die Tschechen mittels Abänderung der Gemeindewahlordnung zu verhindern. Man hintertrieb die Verlesung des Einlaufs durch formelle Einwendungen und beanstandete dann ein Namensverzeichnis der Abgeordneten, wobei der Abgeordnete Strache den ganzen Band im Wortlaut verlas, was einige Stunden in Anspruch nahm. Die tschechische Mehrheit erhob stürmischen Widerspruch, mußte jedoch die Verlesung zulassen. Gegen drei Uhr erzielte Strache hierdurch den Schluß der Sitzung. Es wird ferner die Verlesung von Heyses Maria bon Magdala" vorbereitet gelegentlich der Interpellation über das Aufführungsverbot in Pilsen. Auch soll man die Absicht haben, gelegentlich einer Zuckerinterpellation die vierzehn Bände der Zuckerkonvention zur Verlesung zu bringen. Ein heiteres Parlament! Die Berufung Lukacs' zum ungarischen Ministerpräsidenten steht unmittelbar bevor. Graf Tisza selbst soll es gewesen sein, der angesichts der Lage die Berufung Lukacs dem Monarchen dringend empfahl. Die Opposition dürfte kaum mehr Widerspruch erheben, da ihr der ehemalige Finanzminister ganz sympathisch ist. Die Absage des Zarenbesuchs in Rom wird naturgemäß noch weiter erregt debattiert. Nachträglich will man auf berschiedenen römischen Redaktionen entdeckt haben, daß gar nicht die Sozialisten an der Absage schuld sind, sondern die ostasiatischen Komplikationen. Das ist selbstverständlich nur eine Verlegenheitsausrede, die recht schrach ist. Ebenso töricht sind die Ausfälle gegen Darmstädter und andere nördliche(!) Kreise, die ihren Einfluß aufgeboten hätten, um den Zaren von der Reise abzubringen. Inzwischen hat der italienische Botschafter in Petersburg Weisung erhalten, nach Rom zu kommen. Man will offenbar auf der Consulta flaren Wein eingeschenkt haben. Ob Ministerpräsident 3anardelli, dessen geschwächter Gesundheitszustand erst neulich wieder teilnehmend(!) in der italienischen Presse besprochen wurde, diese Gelegenheit benußen wird, seinen Abschied zu nehmen, ist noch zweifelhaft, gilt aber als wahrscheinlich. gestellt werden kann, hatte sich in Prenzlau vor dem Schwurgericht zu verantworten. Angeklagt war die Arbeiterfrau Sophie Heiner wegen vorsätzlicher Tötung ihres Stieffindes Frieda. Ihr Mann hatte aus erster Ehe vier Mädchen im Alter von 4 bis zu 12 Jahren; dazu kamen noch zwei ihrer eigenen Kinder. Bald nach der Verheiratung bemerkten die Nachbarn, daß die sonst blühenden Kinder immer mehr körperlich herunterkamen; sie wurden stets in einer Kammer eingesperrt gehalten und erhielten mehr Schläge als Essen. Alle menschlichen Begriffe aber übersteigt die Schilderung, die zwei der Kinder von den Mißhandlungen gaben, welche zum Tode der kleinen Frieda führten. Die Rabenmutter band die Füße des Mädchens mit einem Stricke zusammen und befestigte ihn sodann an dem Ofenhaken, so daß das Kind mit dem Kopfe nach unten hing. Nach Verlauf einer halben Stunde warf die verrohte Mutter das Kind auf das Bett und schlug es unbarmherzig mit einem Stocke. Dann wurde es mit einem Strid an den Bettpfosten geschnallt, wo es in völlig nacktem Zustande über eine Stunde aushalten mußte. Schließlich erlöste der Tod das gemarterte Kind von seinen Leiden. Das Schwurgericht verurteilte die Bestie in Menschengestalt zu zehn Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Dauer. Während es vor einigen Tagen so schien, als neige sich der Streik in Frankreich seinem Ende zu, kommen jetzt aus Armentières Nachrichten, die höchst bedrohlichen Charafter tragen. Die Tumultuanten zogen bis in die späte Nacht plündernd und raubend durch die Stadt; eine ganze Anzahl Brandstiftungen kommen vor; mit Revolbern wurde geschossen- kurz, die Revolte, wie sie nicht schöner sein kann. * Die Erwartung, König Peter von Serbien werde nach dem Spruche des Obersten Kriegsgerichts die verurteilten Nischer Offiziere begnadigen, scheint sich nicht erfüllen zu sollen; eine offiziöse Erklärung lehnt einen solchen Gnadenaft des Königs rundweg ab. Gleichviel: Der Spaltung im serbischen Offizierkorps wird der König auch durch diese Härte kein Ende machen. Düstere Nachrichten kommen über Bulgarien aus Konstantinopel. Es handelt sich um nichts mehr und nichts weniger, als eine Verschwörung, dazu bestimmt, den Sultan Abdul Hamid vom Throne zu stürzen. Zwanzig Offiziere sollen verhaftet und in die Verbannung geschickt worden sein. Man sagt, daß sie unterwegs ermordet wären. Gerüchte dieser Art sind nicht kontrollierbar, wenn sie aus der Türkei kommen. Die Mauern des Yildiz- Palastes sind undurchdringlich, und fein offenes Wort drang je aus seinen Toren. § Das Urteil gegen den Direktor der Dortmunder Handelsbank, Bankier Wulff, lautet auf 2½ Jahre Zuchthaus, 6000 Mark Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust. Er wurde des Meineides und Vergehens gegen das Handelsgeseß für schuldig befunden. Der Mitangeklagte, Gutsbesitzer Woldering, wurde freigesprochen. In Zentralamerika scheint es also doch wieder loszugehen. Die Regierung von San Salvador trifft bereits Vorkehrungen, um die Truppen Guatemalas, die, wie es heißt, in einer Stärke von 10 000 Mann mit Artillerie gegen die Grenze vorrücken, zurückzuschlagen. Ueber die eigentliche Ursache dieser kriegerischen Verwickelungen ist Bestimmtes bisher nicht bekannt geworden. 37 Deer und flotte. § Der Prozeß Dippold hat, wie aus Bayreuth gemeldet wird, eine nicht unbedeutende Kostenlast verursacht; so sind allein an Zeugengebühren nahezu 4000 Mark zu zahlen gewesen. Wie verlautet, soll der Vater des Verurteilten, Gutsbesizer Dippold in Drosendorf bei Hollfeld, zur Erstattung sämtlicher Untersuchungs- und Gerichtskosten herangezogen werden. Er dürfte zur Zahlung derselben auch ganz gut imstande sein, da sein Besitztum inklusive Wiesen- und Waldbestände einen Wert von etwa 70 000 Mark repräsentiert. Die Ein moderner Blaubart. In Desmoines, Iowa, wurd ein furchtbares Verbrechen entdeckt. Ein gewisser Ebeneza Blydenberg wurde verhaftet, weil er seine drei Ehefrauen vergiftet hat, um große Lebensversicherungsprämien einzu. streichen. Blydenberg machte, als er sich entlarvt sah, einen Selbstmordversuch. Leider um derartige leider hat b Jagbbefiiffene und der Schie cine Sago mi haften und folche Grundf erlegen und liefern. Wir Ueber das Schicksal des kriegsgerichtlich zum Tode verurteilten Matrosen Kohler, der bekanntlich an Bord des Stationsschiffes Loreley" im Athener Hafen den Unteroffizier Biedrizki ermordet hat, ist bis jetzt eine Entscheidung noch nicht erfolgt. Kohler befindet sich gegenwärtig noch im Militärarrest in Wilhelmshaven in Haft. Es fiel auf, daß jetzt der Posten vor der Zelle des Mörders eingezogen wor den ist. Diese Maßnahme hängt mit dem großen Mangel, der zur Zeit an zum Wachtdienst verfügbaren Mannschaften im Standort herrscht, zusammen. § Eine schwere Bluttat fand vor dem Duisburger Schwurgericht ihre Sühne. Der Bergmann Johann Wenguſt wurde wegen Doppelmordes und Mordversuchs zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wohnte bei der Familie Arich, unterhielt mit deren Tochter ein Liebesverhältnis und hatte mit ihr ein Kind. Der Alimentationspflicht wollte er nach vorangegangenen Zwistigkeiten durch Ehelichung der Arich ein Ende bereiten. Als Tochter und Eltern dieser Lösung sich abgeneigt zeigten, erschoß Wengust am 16. Juni seine bisherige Geliebte und deren Vater und verwundete die Mutter tödlich. Eine vierte Marinestation im Ostseegebiete soll im nächsten Jahre nach der Zustimmung des Reichstags auf Alsen, gegenüber den Düppeler Höhen angelegt werden. Zu den Stationen Kiel, Danzig, Flensburg tritt Sonderburg. Es soll ein Liegeplatz für unsere Artillerieſchulschiffe und das Artillerieversuchsschiff„ Freya" gewonnen werden, da diese Schiffe in den Kieler Gewässern feinen geeigneten Uebungsplaz finden können und unter Alsen üben müssen. Anlage der Sonderburger Station bedeutet eine erhebliche Kohlenersparnis; von dort aus können die Schulschiffe in furzer Zeit das Uebungsfeld erreichen, während von Kiel aus eine lange Fahrt und ein starker Kohlenverbrauch unvermeidlich sind. Die Bauten beschränken sich im wesentlichen auf eine große Anlegebrücke und auf einen Kran zum Heißen der Schwimmscheiben für die Schießübungen, da der Sonderburger Hafen dank seiner Lage einen natürlichen Schutz gegen Nordost- und Nordweststürme bietet. Von besonderem Wert ist, daß selbst die großen Schiffe, die über 5 Meter Tiefgang haben, den schmalen Sund zwischen dem Festland und der Insel Alsen befahren können. Auf der neuen Station werden außer der„ Freya" der Mars", die„ Karola", die Olga", der Brummer", der„ Ulan" und der„, Hai" Liegestellen erhalten. Diese Flotte hat mit Einschluß der an Bord befindlichen Schüler eine Gesamtbesatzung von reichlich 2000 Mann. Aus dem Gerichtssaal. Vermischtes. [ Von der Posener Bismarckfeier] wird uns noch über folgende indirekte, aber um so packendere Ehrung des großen Kanzlers berichtet. Die Pläße bei der großen Festtafel waren nicht belegt, dagegen waren auf den Tischen vom Feſtausschuß Blätter folgenden sehr löblichen Inhalts verteilt: Vierhundert Pläge zu belegen, § Das Urteil im Berliner Prozeß gegen Steldt und Genossen fiel milder aus, als man nach dem, was über die sittlichen Verfehlungen des Angeklagten und seiner Mitschuldigen bisher in die Deffentlichkeit gedrungen war, allgemein annahm. Steldt wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, ebenso die eine der Angeklagten, die ihm die Haupttupplerdienste bei seinem strafbaren Umgange mit schulpflichtigen Mädchen geleistet hatte. Eine andere Angeklagte erhielt 6 Monate, zwei 2 Monate, eine 3 Tage Gefängnis, drei wurden gänzlich freigesprochen. Die Straftaten sollen sich bei der Beweisaufnahme als wesentlich leichter herausgestellt haben, als die ursprüngliche Anklage behauptete. Wesentlich soll ins Gewicht gefallen sein, daß die Mädchen, um die es sich handelte, alle schon verdorben und weit über ihr Alter körperlich entwickelt waren. war uns zu schwer, um dessentwegen muß sich mit seinem Platz bequemen ein jeder und's nicht übel nehmen, wenn er nicht grad das Plätzchen fand, auf das er paßt nach Rang und Stand. Wo in dem Blut der deutschen Reben Bescheid sich deutsche Männer geben und bis zum Rand die Becher schenken, um ihres Bismarck zu gedenken, da ist trinkt aus und füllet frisch. allüberall ein Ehrentisch! - bergnügen, Sumanität zweifelhafte Jago pacht gerade fo, d gehörte eige Schüße am Elend er dr Hinterlaffen ben Bauer, einen rohen ufm. zu Kri gehen, ruft des unerhör Jagdbetrieb Hunderte u wochenlang Mensch ein Jagdvergn höchft felter wiedersehn feit night w bann nicht fich bewußt einzigen Dr Sonnenfte Schuffes nic dazwischen schlimmen A Ein peinlicher Handel macht in der englischen Gesell schaft unangenehmes Aufsehen. Der englische Vizekönig Indien, Lord Curzon, hat ein recht wenig faires Tausch geschäft mit dem Maharadscha von Benans gemacht. Einem Vorfahren des Maharadscha wurde von der indischen Regierung für seine großen, während des Sepoyaufstandes ge= Teisteten Dienste eine prachtvolle Möbelausstattung aus geschnißtem und bemaltem Elfenbein zum Geschenk gemacht. Damals wurden diese Möbel auf etwa 25 000 Mark geschätzt, heute sind sie das Zehnfache wert, da sie in dieser Feinheit der Ausführung nicht wieder hergestellt werden können. Diese Möbel wollte Lord Curzon dem Maharadscha abkaufen. Der sagte aber in echt orientalischer Art, das könne er nicht, er wolle sie dem Vizekönig zum Geschenk machen! Der meinte wiederum nun, das könne er nicht, da die indische Regierung außerordentlich scharfe Beſtim mungen getroffen hat, die den europäischen Beamten die Annahme von Geschenken seitens der indischen Fürsten ver bieten. Lord Curzon schlug daher dem Maharadscha ein „ Tauschgeschäft" vor. Für die beinahe unschäßbaren Elfenbeinmöbel, die dazu noch ein Erbstück waren, gab er dem Maharadscha eine Büchse, deren Wert von Sachverständigen im besten Fall auf 600 Mark veranschlagt wird. [ Bebels Vetter".] In den Straßen von Graudenz flanierten, wie der dortige Gesellige" zu berichten weiß, gelegentlich einer Parteiversammlung viele Sozialdemofraten, die im Knopfloch eine rote Rosette zur Schau trugen. In vielen dieser Rosetten war ein Miniaturporträt angebracht, das u. a. die Neugier eines Herrn erregte, der in der Altestraße einen jüngeren Genossen" fragte, wen das Porträt wohl vorstelle. Bestürzten Blicks hielt der Gefragte das Knopfloch mit seinem Schmuck mit der flachen Hand zu und betonte auf die nochmalige Frage stotternd und verlegen:„ Das ist ein Verwandter von mir!" August Bebel, den das Porträt darstellt, wird an jenem„, mutigen" Vetter sicherlich große Freude haben. § Eine böse Stiefmutter, die den schlimmsten Personifikationen diefer Spezies im deutschen Märchen an die Seite O[ Die Kaiserlichen Prinzen im Münchener Hofbrän haus.] Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich besuch. ten, wie wir bereits erwähnten, gelegentlich der Rückfahrt von Bad Kreuth auf der Durchreise München, und natür. lich auch das dortige Königl. Hofbräuhaus. Die Prinzen waren ebenso wie ihre militärischen Begleiter in Zivil. Nach. dem sie die Schwemme" im Parterregeschoß betreten hatten, bedienten sie sich dort der Ortssitte entsprechend selbst; sie schwenkten zunächst am Brunnen ihre Krüge aus und holten sich dann selbst an der Schenke je eine Maß Bier. Hierauf setzten sie sich mit ihren Begleitern an einen Tisch mitten unter die übrigen Gäste, ohne von diesen erkannt zu werden. [ Der Redaktionshase.] Einen wirklich treuen" Abonnenten nennt das Schlettstädter Tagebl." sein. Alljährlich werden den Redaktionen die ersten Schmetterlinge, die ersten Maitäfer, die größte und allergrößte Kartoffel 2c. von den Abonnenten dargebracht, und diese Tatsachen werden im Blatt gebührend vermerkt. Daß aber der erste Hase der Redaktion überreicht wird, dürfte zu den Seltenheiten gehören; solches geschah aber dem genannten Blatte, dem ein alter, treuer Abonnent und Waidmann seinen ersten diesjährigen Hasen zuschickte, ein„ Eingesandt", das bereitwillige Aufnahme fand. [ Ein ehrenhafter" Advokat.] Ein Pariser Anwalt hatte, wie dortige Blätter zu erzählen wissen, kürzlich die Verteidigung einer spitzbübischen Dirne übernommen und von ihrem Zuhälter eine bestimmtes Honorar er halten; er nahm sich aber eigenmächtig noch etwas mehr, indem er mit der Dirne in Verkehr trat. Als der Freund der Dame das erfuhr, erklärte er, daß er dem Advokaten die Knochen im Leibe zerbrechen werde, und der Anwalt, der seine ganze Zukunft gefährdet sah er lebt hauptsächlich von der Verteidigung angeklagter Dirnen und Zuhältererbot sich, vor einem„ Ehrengericht" der Zuhälter zu erscheinen und die Streitfrage von ihnen entscheiden zu lassen. Und so geschah es! Das„ Ehrengericht" erklärte den Anwalt für nichtschuldig, so daß er der bevorzugte Verteidiger der ehrenwerten Korporation bleiben darf wenn ihn nicht die Anwaltskammer zum Teufel jagt! Das Neuefte aus den Witzblättern. Stimmt auffallend.„ Wissen Sie schon, Bankier Goldheim gibt seiner Tochter, die den Regierungsrat Schulze heiratet, eine halbe Million Mitgift!" Ja, ein guter Rat ist ebenteuer!" [ Man muß sich zu helfen wissen.] Eine amüsante Geschichte von einem Schriftsteller, der zu einem originellen Reflamemittel griff, um sein Buch zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, wird aus Paris berichtet. Der betreffende Schriftsteller, Jean Lombard, hatte während langer Jahr: mit Armut und Kränklichkeit zu kämpfen gehabt. Er hatte. mehrere Romane geschrieben, die von einigen, die sie gelesen hatten, für geniale Werke angesehen wurden; aber sie hatten einen gänzlichen Mißerfolg im Buchhandel. Auf sein letztes Buch hatte er aber alle seine Hoffnungen auf Anerkennung und sogar auf materiellen Erfolg gesetzt. Bei der Veröffentlichung ging es dem Buch indessen allen Anzeichen nach ebenso wie allen seinen Vorgängern. Da griff der Autor zu einem Gewaltmittel. Er spekulierte auf die oft bewiesene Tatsache, daß die beste Art, ein Buch viel gelesen zu machen, ist, es öffentlich als„ unpassend" zu bezeichnen. So schrieb er aus Marseille einen Brief, unterschrieben ,, ein empörter Republikaner", an die Behörden, worin er ein gewisses Buch als gefährlich für die öffentliche Sittlichfeit bezeichnete und die Verfolgung des Verfassers verlangte. Daraufhin wurden Nachforschungen angestellt und auch die Identität des Autors und des Briefschreibers festgestellt aber die Absicht des Schriftstellers war erreicht. Die Einweihung des Ketteler- Denkmals, das zu Ehren des in China ermordeten deutschen Gesandten im Schloßgarten zu Münster in Westfalen errichtet wird, ist nunmehr endgültig auf Sonntag, 25. d. Mts., festgesetzt worden. Der Kaiser wird sich bei der Feier vertreten lassen. In der Buchhandlung. Backfisch:" Ich möchte einen Liebesbriefsteller." ,, Bedaure sehr, mein Fräulein, die sind vergriffen, den letzten hat soeben Ihre Frau Mutter gekauft." Neue Ordnung. Professor„ Mein Hut ist wieder nicht da! Es wäre doch wünschenswert, daß derselbe seinen be= stimmten Plag hätte!"-Dienstmädchen( suchend): Da ist er! Er war beim Reinemachen in einen Eimer Wasser gefallen!"- Professer:„ Tut nichts, wenn ich nur sicher bin, daß ich ihn von nun an dort immer finde!" Unwahrscheinlich. Richter( zu einem ältlichen Fräulein): ,, Wie alt sind Sie, Beugin?"- Zeugin:" Dreißig Jahre." Richter: Zeugin, ich mache Sie auf die Folgen des Meineides aufmerksam... Sie können noch nicht dreißig Jahre ult sein!" Ein Schlaumeier. Mama:„ Frißchen, wohin willst du denn mit dem Wecker?"- Fritchen:„ Zu Papa! Sein Bein ist eingeschlafeni" Verschnappt. Fräulein:„ Heute wurde ich von mehreren Herren verfolgt und belästigt, bis eine alte Dame fam und mir ihren Schutz anbot... so eine unverschämte Person!" Der Landwirt. biel tausend Stümpern, Summe de verursachter Beitalter, so viel Hu nur einmal größte Teil ftand, wie ftreift einf gefährdet Haberfeldt Mehrzahl merts wege modern ist man einem einmal Jag und fertig öffentlich So viel Leh Laufen ja herum und viel weniger nach waidn gibt es tein wegliche Bi lebenden M auf die wei und beweist ausübung Stellen, daß Tritt der Jagdem Beit, in de Jagd zu g täglich drau jezt auf d es nicht me an die Jag an die Tag Bitte gerid Behandlung ordnung fin pc. Haltbarmachung der Baumpfäbic. Bei der Herbstpflanzung der Obstbäume spielt die wichtige Behandlung der Baumpfähle eine große Rolle. Die abgeschälten Pfähle, Gartenstöcke u. s. w. werden, nachdem sie gehörig ausgetrocknet sind, mit dem unteren angespigten Ende einige Tage etwas tiefer in Kaltwasser( Kalkgrube) gestellt, als sie nachher in den Erdboden kommen sollen. Das Holzwerk durchtränkt sich mit diesem Kalkwasser. Nachdem nun die Holzpfähle nach einiger Zeit wieder gehörig ausgetrocknet sind, werden sie mit verdünnter Schwefelsäure öfter bestrichen. Dadurch bildet sich schwefelsaurer Kalk oder Gips, der eine ſteitähnliche Schicht erzeugt, die der Feuchtigkeit Trotz bietet. Ein anderes Mittel: Man rühre in gekochtes Leinöl pulve risierte Kohle und rühre die Mischung so durcheinander, bis sie die Dicke einer Anstreicherfarbe erhält, und bestreiche da mit den untersten Teil des Baumpfahles, der in die Erde getrieben werden soll. Anbrennen der Baumpfähle hat menig Zweck. Für einen Pflanzenstamm aus einer wirklich guten und soliden Baumschule werden Pfähle von Lärchenholz empfohlen. Pfähle von 10 Ctm. Stärke in der Erde halten so lange aus, bis sich der Baum allein tragen kann. ftets feiner * * Der den Profeff Gießen. * De Bilb Flath Charafter ale X Be Erbauung ein borfommender ung geftellt: fein, 200 cb ung uff); 2 9 cbm Sand 90 cbm Tan 5. Grobfchlof arbeit( 459 q Randel und S poftfrei und Samstag, den Broth. Hocht + Sta margige Bren les, Jolpa, gewiffer Ebene e drei Gheir gsprämien ntlarvt fah, ich zum Lode ich an Bed afen den eine Entid enwärtig n Es fiel au eingezogen großen Ma ren Manni englischen G ische Vizefon ig faires gemacht. G er indischen penaufstand sstattung aus Geschenk ge 25 000 Mar , da sie in hergestellt m dem Mahar talischer Art nig zum Ge fönne er scharfe B chen Beamte ichen Fürsten Maharadi schätzbaren aren, gab er Sachverständ gt wird. ünchener Ho Friedrich be lich der Rüd nchen, und us. Die Pri ter in Zibil of betreten h prechend felbi cüge aus und e Maß Bier. an einen on diesen e Pariser An wiffen, für Diche über mtes Honorare noch etwas me Als der Freu r dem Advokate und der Anmolt er lebt haupe Dirnen und Zu icht" der Buhalte nen entscheiden engericht" erklär er der bevorzug bleiben darf Teufel jagt! lättern. 1, Bantier G rungsrat Gu „ Ja, ein gute Ich möchte eine in Fräulein,& Ihre Fra ut ist wieder ni rfelbe feinen be ( suchend): en Eimer Waf wenn ich mer finde lidhen Fräulein Dreißig Jahre Folgen des Mein noch nicht wohin willst du 3u Papa! Gei de ich son me alte Dame fam iberschämt Jei der Serbit Behandlung der hälten Pfähle ig ausgetrodne ige Lage ett s fie nachher in vert durchträntt die Holzpfähle net find, werden richen. Dadu der eine fte eit Trok biete Leinöl pulve archeinander, b nd bestreiche da Der in die Gr Jaumpfahle ho seiner wirfli e bon Lärdhe fe in der Gr tragen fann. Jagdliche Tierquälereien. " ( Schluß.) wiesen, die, auf das Sorgfältigste vorbereitet, mit ersten Kräften besett, in abgerundeter Darstellung einen hochinüberall größtes Aufsehen erregt. tressanten Theaterabend verspricht. Das Werk hat bisher ** Grünberger Gallusmarkt. In richtiger Voraussicht der Eisenbahnbehörde, die, um den Personenverkehr zu bewältigen, einen Extrazug eingelegt hatte, war der Besuch des Gallusmarktes ein außerordentlich großer, zu Fuß, zu Wagen und zum größten Teil mit der Bahn, langten immer neue Besucher an und füllten unser Städtchen. Nicht nur die Vogelberger Bevölkerung nimmt regen Anteil an unserem größten und bedeutendsten Markt im Jahr, auch aus der weiteren Umgegend stellen sich gar viele ein. Troß des nicht sehr günstigen Wetters war ein Leben und Treiben in der Stadt wie eben nur der Gallusmarkt bringen kann. Wie uns versichert wird, soll der Umschlag gegen das Vorjahr zurückgegangen sein, wohl sind die Geschäftsleute auf dem Markt auf ihre Rechnung gekommen, doch ein Mehr ist nicht zu verzeichnen. Die Ursache mag darin zu suchen sein, daß der Viehmarkt erst am zweiten Tag stattfindet, hoffen wir im Interesse der Geschäftsleute, daß der zweite Markttag das Minus des ersten ausgleicht. Auf dem Marktploß selbst fehlte es an Unterhaltung nicht, die Beltstadt die da erstanden, bot so viel, daß allen Wünschen in weitgehendstem Maß entsprochen werden konnte, auch den Schaulustigen war gar manches" noch nie dagewesenes" hingestellt. Hier ruft eine Schöne„ mein Herr schießen sie mal", dort dreht sich bei munterer Weise ein Karoussell im Kreise, noch einige Schritt und ein Photograph ladet ein,„ nur ein Augenblick, sie bekommen ihr Bild gleich mit"; so und ähnlich lauten die Einladungen die uns bei einem Gang durch die Zeltstraßen entgegenschallen; selbst wenn man wollte, fönnte man den freundlichen Einladungen nicht all' Folge leisten. Die Wirte hatten alles aufgeboten um den Hunger und Durst zu stillen mit dem die zahlreichen Gäste erschienen, und wem es an Pimperlingen" nicht gebrach, der brauchte nicht von dannen zu ziehen ohne das man seinem Wunsch entsprochen, denn Küche und Keller bargen Vorräte genug. Das auch getanzt und gesungen wurde versteht sich, in Hamels Garten und im Hirsch drehten sich die Paare und im„ Wilden Mann" hatte sich eine KonzertGesellschaft niedergelassen Heute findet auch Viehmarkt statt, der wiederum zahlreichen Besuch bringen wird. Leider ist unsere Gesetzgebung nicht ausreichend, um derartige Sünden jederzeit nach Gebühr zu bestrafen, leider hat das Gesetz auch keine Bestimmung, daß jeder Jagdbeslissene sich die einfachsten Grundregeln des Waidwerks und der Schießkunst zuerst angeeignet haben muß, bevor er eine Jagd mit dem Gewehr betritt. Aber Jagdgenossen schaften und Jägervereinigungen fönnten sich bilden, die solche Grundsäße ihren Mitgliedern mit aller Strenge auf erlegen und anderen damit ein nachahmungswertes Beispiel liefern. Wir vergönnen sicherlich jedermann das schöne Jagdvergnügen, wenn nicht Roheit, sondern Sitte, Anstand und Humanität dabei mitwirken. Heutzutage tann aber jedes zweifelhafte Individium sich eine Jagdkarte lösen oder eine Jagd pachten, um dann am lebenden Wild herumzufallen, gerade so, als wenn es von Holz wäre. Für solche Roheiten gehörte eigentlich die Hundepeitsche, domit der betreffende Schüße am eigenen Leibe empfindet, w ich eine Masse von Elend er draußen schon oft am Schaup.oße seiner Tätigkeit hinterlassen hat. Den Fuhrmann, der seine Pferde schlägt, den Bauer, der seine störrischen Ochsen prügelt, nennt man einen rohen Menschen, dem Jäger aber, der Rehe, Hasen usw. zu Krüppeln schießt, als welche sie elend zu Grunde gehen, ruft man zu Waidmannsheil!!" Wenn wir des unerhörten Frevels gedenken, der Tag für Tag beim Jagdbetrieb durch frivoles Schießen verübt wird, so daß Hunderte und Tausende Stücke Wild erst nach tage- und wochenlangen Dualen verenden, dann empfindet der fühlende Mensch ein Grauen, einen wahren Efel vor dem modernen " Jagdvergnügen" Es gibt ja Jäger, die das Jahr über höchst selten ein Stück Wild fehlen oder gar auf Nimmerwiedersehn anpläntelu. Sie schießen eben trotz ihrer Fertigfeit nicht weiter als auf eine angemessene Entfernung und dann nicht unter den ungünstigen Umständen, eben weil sie sich bewußt sind, wie viele Qualen für das Wild von dem einzigen Drud ihres Fingers abhängen. Und selbst der besonnenſte Schüße, der erfahrendste Waidmann ist seines Schusses nicht immer sicher, es fann ihm troß aller Vorsicht dazwischen ein Schuß mißglücken. Gehören aber hier die schlimmen Folgen eines Schusses zu den Seltenheiten, wie viel tausendmal zahlreicher sind sie dann bei Anfängern, Stümpern, leichtsinnigen und gewissenlosen Schüßen! Die Summe der von denselben„ täglich" dem Wild unnötig" verursachten Leiden bildet einen großen Schandfleck für unser Beitalter, das oft in anderer, minder wichtiger Beziehung so viel Humanitätsduselei produziert. Man betrachte auch nur einmal das vorhandene Jägermaterial; der weitaus größte Teil betreibt die Jagd nicht etwa mit Sinn und Verstand, wie es Sitte und Brauch von alters her war, sondern streift einfach draußen herum wie die wildernden Hunde und gefährdet Menschen und Tiere; man meint, es ginge zum Haberfeldtreiben. Und was ist die Ursache? Weil die Mehrzahl auf die Jagd geht, nicht etwa des edlen Weidwerts wegen, sondern nur des Schießens halber, weil es modern ist und man nicht für nobel gelten fönnte, wenn man einem„ noblen Sport" nicht huldigt; hat man nur einmal Jagdfarte und Gewehr, steht auch der„ Jäger" schon fir und fertig da. Wahrscheinlich ein trauriger Sport, der öffentlich so viel Aufhebens von sich macht und nicht halb so viel Lehrzeit verlangt wie der Beruf eines Bauernknechtes! Laufen ja doch die verschiedensten Elemente auf der Jagd herum und können nicht einmal das Gewehr richtig tragen, viel weniger die Distanz abschäßen, auf die sie schießen oder nach waidmännischem Brauch zu schießen erlaubt ist. Da gibt es keine Vorübungen am Schießstand auf feste und bewegliche Biele, nein, die Versuche werden überhaupt nur am lebenden Wild gemacht, an dem übt sich der Rohling ein auf die weiteste Distanz, natürlich mit traurigſtem Erfolge und beweist dadurch, daß er nicht fähig ist, bei der Jagdausübung sich auf einen höheren sittlichen Standpunkt zu stellen, daß er nicht weiß, was Jägerehre heißt. Tritt nicht bald eine Aenderung ein in der Behandlung der Jagden und des Wildes, dann erleben wir noch die Beit, in der es nicht mehr zum guten Ton gehört, auf die Jagd zu gehen, nur wegen des groben Unfugs, den man täglich draußen zu hören und zu sehen bekommt. So wie jezt auf den Jagden gewirtschaftet wird, kann und darf es nicht mehr weiter gehen! An alle gleichgesinnten Jäger, an die Jagdschuß und Jägervereine, Jagdzeitschriften, sowie an die Tagespresse sei hiermit die herzliche und dringende Bitte gerichtet, mitwirken zu helfen, daß die unmenschlichen Behandlungen des Wildes, wie sie zur Zeit an der Tagesordnung sind, immer seltener werden, daß der Jäger sich stets seiner Pflichten als Mensch bewußt sei. ** Der Hilfsverein für die Geistestranten in Hessen hält am 16. November seine achte General versammlung der Vertrauesmänner in Mainz ab. Bahnbau nach dem Ebsdorfer Grund. Die Arbeiten zum Anschluß der Ebsdorfer Bahn an die Staatsbahngeleise bei Marburg( Süd) werden morgen in Angriff genommen und innerhalb 8 bis 10 Tagen fertig gestellt sein. * * Von hess. Behörden werden u. a. steckbrieflich verfolgt: Schreiner Hans Weber aus Menzita wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Johann Doubleur aus Altenburg wegen Hausfriedensbruchs, Bettelus und Ruhestörung vom Großh. Amtsanwalt zu Lauterbach; Berthold Lehmann aus Unteralba und Karl Broße aus Neuwarz, beide wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Gymnastiker Chr. Pohl aus Mainzlar vom Großh. Bezirkskommando Gießen. ** Für Auswanderer. Die' Hamburg- AmerikaLinie wird in der allernächsten Zeit ihre Preise der 1. und 2. Klasse nach Newyork für sämtliche Dampfer bedeutend herabseßen. Wer also in der nächsten Zeit noch nach Amerika zu fahren beabsichtigt, kann sich diese billigen Raten sichern. *** Lich, 15. Oft. Bei der gestern stattgefundenen Beigeordneten- Wahl wurde der seitherige Beigeordnete und Sparkassenrechner Dör mer mit großer Majorität wieder gewählt. Als Gegenkandidat war der Ziegeleipächter Heinrich Schmidt 8. aufgestellt. " Ettingshausen, 13. Oft. Mit den Text- Worten, Das walte Gott, der helfen kann, mit Gott fang meine Arbeit an", begann am Sonntag unser neuer Prediger, Her: Pfarrer Nies, seine Antritts Predigt und damit feine Aufgabe, zur Ehre Gottes in unserer Gemeinde zu wirken. Seine Text- Worte, die er kaum besser wählen konnte, sind auf guten Boden gefallen; seine Worte haben Widerhall gefunden in unserer Gemeinde, und haben den besten Eindruck gemacht. Lange Zeit mußte sich unsere Gemeinde ohne Pfarrer behelfen, es wurde darum mit doppelter Freude begrüßt, als die Nachricht von der Wiederbefeßung unserer Pfarrstelle bekannt wurde. Herr Pfarrer Nies hat sich mit seiner ersten Predigt gut eingeführt, die Gemeinde heißt ihn herzlich Willkommen. § Hanau, 14. Okt. Wie sich jezt herausstellt, hat der verstorbene Stadtverordnete und Meister vom Stuhl, Fr. Jung, auch den Kassenbestand der Arbeiterkrankenkasse der Fabrik F. L. Vollbracht Nachf. in Steinau, an der Jung beteiligt war, veruntreut. Im Ganzen hat Jung eine halbe Million hinter sich gebracht. Sein ganzer Baarbestand, als er starb, bestand in 57 Pfennigen. Darmstadt, 14. Oft. Der Kaiser von Rußland schenkte dem 24. Drag.- Regt. als Anerkennung für die hervorragen= den Leistungen beim Reiterfest zwei Kesselpauken. (( Aus Rheinhessen, 14. Oktober. Die Kartoffelernte befriedigt. Trotz des anhaltenden Regens der letzten Tage werden nur wenige faule Kartoffeln angetroffen. Der Preis pro Zentner schwankt zwischen 1.75 und 2.25 Mt. Provinzial- Ausschuß- Sißung. Gießen, den 14. Oftober 1903. Der Provinzial- Ausschuß der Provinz Oberhessen verhandelte in seiner öffentlichen Sizung am Mittwoch über den Rekurs des August und des Georg Pfeiffer zu Staden gegen einen Polizeibefehl des Großh. Kreisamts Friedberg. Der Sachverhalt ist etwa folgender: Der Pfarrer Bernbeck zu Staden führte bei der Kreisschultommission Friedberg darüber Beschwerde, daß die beiden Fortbildungsschüler August und Georg Pfeiffer zu Staden, die schon während ihrer Schulzeit durch rohes und gewalttätiges Benehmen sowie durch andere Vergehen öfter zu scharfer Bestrafung Anlaß gegeben hatten, trob Vorladung zur Verantwortung nicht erschienen seien und bat die Gr. Kreisschulfommission zu veranlassen, daß ihm die beiden Fortbildungsschüler vorgeführt und der Vater derselben wegen seines ungebührlichen Benehmens zur Rechenschaft gezogen werde. Der Vater weigerte sich nämlich seine Jungens zum Pfarrer zu schicken. Auf diesen Antrag empfahl die Kreisschulkommission den Schulvorstand zu Staden, den beiden genannten Schülern eine Arreststrafe von je 3 Stunden zuzudiktieren. Da sich jedoch dieselben weigerten, die Arreststrafe zu verbüßen, erließ das Gr. Kreisamt Friedberg unterm 11. März einen Polizeibefehl gegen diefelben, in welchem ihnen mit einer Geldstrafe von je 25 Mark gedroht wurde, wenn sie die Strafe nicht verbüßten. Gegen diesen Polizeibefehl verfolgten die genannten form- und fristgerecht Refurs an den Provinzial- Ausschuß. In der heutigen Verhandlung erflärte u. a. der August Pfeiffer, sein Vater habe ihm ge= sagt, er brauche nicht zum Pfarrer zu gehen, er habe ja nichts verübt. Auf Antrag des Vertreters Großh. Kreisamts Friedberg, Kreisamtmann Dr. Wörner, welcher sich in seinen Ausführungen auf den Afteninhalt bezog, erkannte der Prov. Ausschuß zu Recht, daß der Returs abzuweisen und den Rekurrenten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen seien. Von Erhebung einer Verhandlungsgebühr wurde abgesehen. Ueber die beiden weiteren Verhandlungsgegenstände berichten wir, wegen Raummangel, morgen. Marktberichte. Gießen, 15 Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bfb. 1.00-1.15 Mr., Hühnereler 2 Stüd 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 g., Tauben per Paar Mt. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.80-2.40, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.50-6.50 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Pfg. Dauer der Marktzeit Gegenstände des von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der erſten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. 49 Bullen, 741 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 313 Kälber, Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 464 Ochsen, 301 Schafe und Hämmel, 1442 Schweine. Aus Desterreich 140 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 74-75, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 66 dagering genährte jeden Altecs Wit.-. Bullen: a) vollfleischige bis 70, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mr. 66-68, höchsten Schlachtwertes Mt. 67-69, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 65-66, c) gering genährte Mt.-, Kühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemäſtete Färsen ( Stiere und Rinder). höchsten Schlachtwertes Mt 67-69, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 65-66, c) ältere ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färſen( Stiere und Rinder) Mrk. 54–56, d) mäßig genährte Kühe und Färſen( Stiere und Rinder) Mr. 1.3, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Maſt=( Vollm.- Maſt) und befte Saugfälber( Schlachtgewicht) 88-90 Pfg.( Lebendgewicht) 54-56 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= Friedberg, 14. Oktober. Für den Versicherungswicht) 84-86 Pfg.,( Lebendgewicht) 50-52 Pfg., c) geringe Saugfälber 72-75 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) agenten Damm dahier hatte der Lehrling Wilhelm Bfg., Schafe: a) Maſtlämmer und jüngere Masthämmel 70-72 Gießen, 15. Oktober 1903. Schächter aus Jlbenstadt 653 Mt. Policengelder ein- Bfg., b) ältere Masthämmel 64-66 Pfg., c) mäßig genährte Hämmel Pfg. Schweine: a) vollfleischige der * Der Großherzog empfing am 14. Oktober u. a. tassiert. Anstatt sie abzuliefern, brannte er mit seinem und Schafe( Märzschafe) feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren Bruder nach Basel durch, wo die beiden Bürschchen das den Professor van Calter von der Landes- Universität ( Schlachtgewicht) 59 Pfg.,( Lebendgewicht) 46 Pfg., b) fleischige Geld verpraßten. Als die Herrlichkeit ein Ende hatte,( Schlachtgewicht) 57-58 Pfg.,( Lebendgewicht) 45 Pfg. c) gering entGießen. Er wurde wickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 50-55 Pfg., ** Der Großherzog hat den Steuerkommissären| fehrte der junge Schäfer hierher zurück. Lebendgewicht- d) ausländ. Schweine unter Angabe der HerWilh. Flath zu Buzbach und Karl Damm zu Bingen den festgenommen. funft Pfg. Das Geschäft in Hoiavieh war gut und ist der (:) Friedberg, 13. Dft. Das Schullehrerseminar be- Markt geräumt. Charakter als Regierungsrat verliehen. ginnt am 15. Ott. sein Wintersemester. Die Zahl der Zum Direktor des BredigerSeminaristen beträgt 142. seminars wird guten Vernehmen nach Dekan Dr. Wurster ernannt werden. Lokales. X Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung eines Dienstgebäudes für die Oberfösterei Kirtorf vorkommenden Rohbauarbeiten werden zur öffentlichen Verdingung gestellt: 1. Erd- und Maurerarbeit( 250 cbm Bruch ftein, 200 cbm Backsteinmauerwerk, 300 qm Fachausmauerung uff); 2. Steinhauerarbeit( a. 2,5 cbm Lungsteine, b. 9 cbm Sandsteine); 3. Bimmerarbeit( 14 cbm Eichen-, 90 cbm Tannenholz uff.); 4. Trägerlieferung, 2600 kg; 5. Grobschlosserarbeit( 700 kg Anker uff.); 6. Dachdeckerarbeit( 459 qm Schieferdach); 7. Spenglerarbeit( 140 m Kandel und Abfallrohre usf.). Termin zur Eröffnung der postfrei und verschlossen einzureichenden Angebote ist auf Samstag, den 31. Oftober d. Js. vormittags 11 Uhr an Großh. Hochbauamt Alsfeld festges Bt. + Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die morgige Premiere von Ueber den Wassern" hinge" A Niederwalgern. Entflogen ist aus dem Kochtopf des Kirmeswirtes ein für die Kirmesburschen bestimmtes zarte 3 Kirmesgänschen". Nachdem die„ ehrlichen" Finder es tüchtig gerupft", ist es als„ Sfelett" wieder zum rechtmäßigen Eigentümer zurückgekehrt. Ein als Kellner fungierender„ Ausländer", der auch zu den glücklichen" Finder gehörte, hat dann eiligst das Hasenpanier" ergriffen, da er auf seinen Finderlohn eine entsprechende„ Abschlagszahlung" befürchtete. Er erreichte auch feuchend, jedoch mit heiler Haut den Gießner Zug, aber der Gänsefederschmuck seines Indianerhutes" war verschwunden, in verräterischer Weise den Weg des Flüchtlings markierend. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil 1b in lein: rbas Botale, ben„ Gerichts." und" Oeffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Brud unb Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Jede Mutter, die in Verlegenheit kommt, was sie ihren Kindern kochen soll, mag sich mit großen Buchstaben: Kathreiners Malzkaffe über den Herd schreiben. Das ist in jedem Falle das gesündeste, unschädlichste und angenehmste Getränk für die Kleinen! Besonders mit Milch gefocht nehmen es die Kinder dauernd gern, während reine Milch oft bald widersteht und in vielen Fällen überhaupt nicht gut vertragen wird. Großh. Gewerbeschule Gießen. Beginn des Wintersemesters 1903/04 am 19. Okto ber ds. Js. Der von Großh. Centralstelle für die Gewerbe festgesette Lehrplan giebt allen Berufsarten im Handwerk sowie für Vorbereitung zur Meisterprüfung Gelegenheit zu entsprechender Fachausbildung. Anfragen und Anmeldungen sind an die Schulleitung zu richten. Gießen, im Oktober 1903. Der Aufsichtsrat: Heyligenstaedt. Die Schulleitung: Traber. Bekanntmachung. Durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 8. Oktober d. Js. hat der Absatz 6 des§ 5 der Bedingungen, betreffend die Abgabe elektrischer Energie aus dem städtischen Elektrizitätswerk Gießen, folgende Fassung erhalten: Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. ,, 100 99 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 18 Flaschen an 99 99 P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. 000000 Markt Fritz Eccarius' Markt 7 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Von den Leitungen für Motore, Apparate, Heizung und elektrochemische Zwecke, deren Verbrauch nach dem geringeren Einheitspreise berechnet wird, dürfen feine Lichtleitungen abgezweigt werden. Wenn der normale Stromverbrauch dieser Motore pp. zusammen mindestens Küchenlampen 1 Kw beträgt, dürfen jedoch bis zu 2 Glühlampen von je höchstens 0,25 A Stromverbrauch zur Beleuchtung des Motorenraums oder des unmittelbar angrenzenden Stehlampen Arbeitsraumes an die Kraftleitung angeschlossen werden. Der Ort für diese Lampen wird vom Elektrizitätswerk bestimmt. Hängelampen Bei elektrisch betriebenen Musikwerken ist die gleiche Ausnahme auch bei weniger als 1 Kw Stromverbrauch Befte absolute gestattet, wenn die Einschaltung der Lampen nur gleichzeitig mit der des Motors erfolgen fann. Es wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Chaisenlaternen, Kenntnis gebracht, daß die vorstehende Bestimmung vom 1. Januar 1904 ab auch für die zur Zeit schon angeschlossenen Anlagen Gültigkeit erhält. Gießen, den 13. Oktober 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Oftober 1903 bis 15. März 1904 von morgens 8 Uhr bis abends 5 Uhr geöffnet sind." Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 13. Oftober 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Petroleumempfiehlt: CATENT unter Garantie. von Mr. 0.50 bis mr. 3.50 bun 2.00 bis W .40.2.00 bis m. 80.figere Sturmlaternen. cate Motardferzen. Öfen u.-Rocher Elektrische Lampen. Gaslampen. Stadt- Theater Gießen. Direftion: Steingoetter. Freitag, 16. 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Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, mie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig Befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ähenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. ne Symptome wie Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, Stuhlverstopfung wie Beklemmung, Solikſchmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Lebet, Milz und Pfortabersystem( Sumorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung finb metfi bie folge schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Mächten, stechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt dte erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterMein fft zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, W. hlar Fronhausen, Braunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Gülendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- Nauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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