ng 28. Juni. innend, en, bon dem riedhof meifts : vor der Neu Siese auf dem Heegstraud Ceilung 1-8), und von den hr, von den thal und von n in der Ge von ca. 16 : se, bon den innen und in der Ge in der Ge in der Ge i am Neu t. umliegender Bemeinde bes eiten. gulhauses rg erforder Wege schrift Angebote bis 2 Uhr inberg, toc zur Ein e folgt ber 3 Mr. A 料 " 0 0 0 ===== Jen's Kaffee Marke aus den rennereien offen, Berlin er Majestät gin Friedrich. 70, 75, 80, 85, 2Pfund- Packet org bei: chf., Inh.: afner, h. Repp, orf bei: le Appel, ecker II., Berlin. rten Porzellanrzellan- Kaffeeviecen als gaben. Derkauf Möbeln, Betten, en und Herben, n, Antiquitäten, Jen und Knochen, ganzer EineraerWtw. Roland- Pairrader f Tellzahlung uahlung 80-50 brahlung& 15 Mk monatlich. Geges Barzahlung Hofere Fahrräder schon v. 70 M. AL Sonst Preisliste nburg Kr. 1230 826. Nr. 137. Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen biertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbefftige Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Montag, den 15. Juni 1903. Gießener 12 Jahrgang. Jusertionsprei 0: Die einfaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kretse Weblar unb Marburg 10 fa. fonft 15 Bfg.; Reklamen die Betitzelle 30 resp. 40 fg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Steßen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Stehener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Kaifer Wilhelms Regierungsjubiläum, CB. Anderthalb Jahrzehnte sind verflossen, seit der Enkel des alten Heldenkaisers, der Sohn unseres Frizz, das Erbe seiner Väter antrat. Seit dem 15. Juni 1888 trägt Wilhelm II. die Krone der preußischen Könige und der deatschen Kaiser. Und die drei Lustren seiner Regierungszeit haben der Welt gezeigt, daß der Hohenzollern herrliches Erbe einem echten Sprossen des alten Schwabengeschlechts zufiel. Mit Dank gegen die Vorsehung dürfen wir Deutsche biesen Tag begehen, der unseres Kaisers fünfzehnjäh riges Herrscherjubiläum bedeutet. Die Hohenzollern, auch die schwertgewaltigsten unter Ihnen, sind von jeher Friedensfürsten gewesen. Nur wo das letzte Heil, das höchste im Schwerte lag, entrollten sie bie Sturmfahne vor ihrem Volke. Keinen Zoller kennt die Geschichte, der mutwillig, aus Eroberungssucht oder Priegerischer Ruhmgier, sich in kriegerische Abenteuer gestürzt. Nur wenn es die Verteidigung der Landeswohljahrt, der Zwang zur Abwehr unchristlicher Nachbarn gebot, zogen die Burg- und Markgrafen von Brandenburg, die Könige von Preußen aus Zollernstamme die Wehr, und sie gürteten das Schwert ab, wenn das Ziel erreicht war. Um des Friedens willen führten sie Krieg, nicht um des Krieges willen. Und wie sie damit sich als echte Friebensfürsten offenbarten, so auch in ihrer ganzen übrigen perrschertätigkeit. Keinen Hohenzoller kennt die Geschichte, der nicht seines Volkes Wohlfahrt zu fördern gejucht und verstanden hätte, durch Werke friedlicher Kultur. Im Frieden Volk und Land vorwärts zu bringen, die Volkskräfte zu entwickeln und den Volkswohlstand zu heben, war stets das erste Ziel aller Zollernherrscher. Was der alte Kaiser als sein Ziel aussprach an dem denkwürdigen Tage, da Volk und Fürsten Deutschlands ihm die Kaiserkrone auf das ehrwürdige Silberhaupt ſetten, das ist von jeher der unausgesprochene Wahlspruch aller pohenzollern gewesen: Allezeit Mehrer des Reichs zu sein, nicht an Werken des Krieges, sondern an Werken des Friedens, der Kultur und der Gesittung. Wilhelm II. ist nicht aus der Art geschlagen. Als er den Thron seiner Väter bestieg, ging ein Raunen durch die Welt: Der junge Herrscher, dessen Begeisterung für das Heer bekannt war, geize nach dem kriegerischen Lorber, der seines Großvaters, seines Vaters Stirn kränzte. Und die Lockung, gleich den beiden Helden, die vor ihm pie Krone trugen, Schlachtenruhm an seinen Namen zu heften, mag für den jungen Herrscher, den Feldherrn des mächtigsten Heeres der Welt, nicht gering gewesen sein. Aber das Pflichtgefühl und das Verantwortlichkeitsbewußtsein, das in allen Hohenzollern, nicht zuletzt in Wilhelm I. und unserem Friß, lebendig war, diese Selbstdisziplin, die das Zollerngeschlecht und das Volk, an dessen Epitze 28 steht, groß gemacht hat, sie waren auch in Wilhelm II. nicht minder mächtig. Und wenn er als Prinz vielleicht oom Siegestorber, auf der Wahlstatt errungen, geträumt haben möchte, als Herrscher verbannte er solche Wünsche aus seinem Herzen. Ein Friedensfürst zu sein und zu bleiben. war der Entschluß. mit dem er den Thron bestiea. Er ist es in des Wortes vollster Bedeutung geblicben. Mehr als einmal trat die Versuchung an ihn heran, das Schwert zu ziehen; er blieb ſtandhaft und besonnen. Und niemandem ist es ein Zweifel, daß es der Friedensliebe des dritten deutschen Kaisers zu danken ist, wenn die in den anderthalb Jahrzehnten seiner Regierungszeit mehr als einmal drohende Gefahr eines Weltkrieges beschworen wurde. Gerade weil Wilhelm II. den Fricben will, sorgt er unablässig für die Schlagfertigkeit des deutschen Volksheeres, für den Ausbau unserer Seemacht. Um des Friedens, nicht um des Krieges willen, hält er das Schwert des Reiches scharf und blank. Er weiß, wir haben Feinde ringsum, und wehe uns Deutschen, wollten wir, wie vor Jena, auf den kriegerischen Lorbern ausruhen, die das Geschlecht von 1866 und 1870 uns errungen haben. Nur weil wir stark sind, unserem Worte Geltung zu verschaffen, hört man auf uns im Rate der Völker, nur dann kann der Kaiser den Frieden wahren. So erscheinen auch die Rüstungen, die wir zu Lande wie zu Wasser treiben, als Werke des Friedens. Aber wenn Wilhelm II. in dem Ausbau der deutschen Wehrmacht in den Bahnen seiner Vorfahren wandelt, so tut er es nicht minder auch auf dem ebenso wichtigen Gebiete des inneren Friedens. Der Mann, den man bei seiner Thronbesteigung einen Soldatenkaiser nennen wollte, hat bald den Ehrennamen eines Arbeiterkaisers sich erworben. Das große Werk der Sozialgeseßgebung, zu der der nimmermüde Held von Sedan den Grundstein gelegt hat, ist in seinem weiteren, für die ganze Welt mustergiltigen Ausbau Wilhelms II. eigenſtes Werk. Noch ist der soziale Friede bei uns nicht völlig eingekehrt. Aber die Klassengegensäße haben, dant unserer Sozialgesetzgebung, an Schärfe erheblich verloren, und der Tag ist vielleicht nicht mehr allzufern, wo in deutschen Ländern das auf fremdem Bo ben erstandene Gewächs der Klassenverhebung nicht mehr gedeiht. Bielleicht kommt, ehe man sich's versieht, doch der Tag, an dem der Kaiser das Friedensszepter aus der Hand legen und zum Schwerte areifen muß. Er selbst wird diesen Tag am wenigsten herbeiwünschen. Aber wenn er tommt, wird Wilhelm II., wie seines Vaters Vater in den Julitagen des Jahres Siebzig, mit gutem Gewissen die Waffe zücken dürfen, und mit dem gleichen Vertrauen, mit derselben Begeisterung wird das deutsche Volk dem Enkel zum Kriage, und, wills Gott, auch zum Siege folgen, wie es einst dem Ahn folgte gen Sedan und auf die Höhen vor Paris. Denn das deutsche Volk weiß, daß sein Kaiser im vollen Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit als ein Friedenskaiser die Reichssturmfahne nur entfalten wird, wenn die Ehre und das heil Deutschlands es ihm unabweislich gebietet. Wir hoffen, daß der Tag noch recht fern sein möge, wir wünschen, daß dem Kaiser, dem von der Vorsehung noch eine lange Regierung beschieden sein möge, der schwere Entschluß zum Kampf für Deutschlands Recht unter den Völkern völlig erspart bleibe. Aber wenn dieser Wunsch nicht Erfüllung findet, wenn der Kaiser doch einmal das Volk zum Kampf aufrufen muß, so wird er inne werden, welch ein Segen auch für einen zum Kriege ausziehenden Herrscher es ist, von sich sagen zu dürfen, daß er, solange es anging, ein Friedensfürst gewesen sei. In Frieden und Krieg: Heil dem Kaiser! Die Politik. Ehrung des Erbprinzen Bernhard v. Meiningen. )-( Der bisherige Kommandeur des 6. Armeekorps, jegige Inspekteur der 2. Armeeinspektion, Erbprinz Bernhard von Sachsen- Meiningen wird den diesjährigen Kaisermanövern beiwohnen. Ihm wird voraussichtlich das Schiedsrichteramt an einem oder zwei der Manövertage zufallen. Am letzten Manövertage soll ein großes Manöver aller vier an den Uebungen beteiligten Armeekorps unter Befehl des Raisees gegen einen martierten Feind stattfinden. Wie unser CB.- Mitarbeiter hört, wird der Erbprinz wahrscheinlich an diesem Tage das Schiedsrichteramt ausüben. Der Zusammenschluß der evangelischen Landeskirchen der schon so lange geplant war, scheint zur Tatsache werden zu wollen: Die in Eisenach tagende deutsch- evangelische Kirchenkonferenz hat fast einstimmig die Einigung der deutsch- evangelischen Landeskirchen beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der oberbischöflichen Behörden. An der Zustimmung der einzelnen landeskirchlichen Behörden ist nicht zu zweifeln, auch diejenigen, die sich etwa zunächſt ausschließen sollten, werden über kurz oder lang sich ebenfals angliedern. Ein Ueberfall auf Kaiser Franz Josef. (-) Kaum hatte sich die erste Bestürzung über die furchtbare Mordtat von Belgrad gelegt, da brachte uns der Telegraph schon wieder eine neue Attentatskunde: Aus einer Ausfahrt nach Schönbrunn sollte der greise Kaiser Franz Josef von einem Mordbuben mit einem Dolche bedroht worden sein. Erfreulicherweise bestätigte sich diese empörende Nachricht nicht: Wahr ist, daß ein irrsinniger Jakot und zur Zeit beschäftigungsloser Handelsmann, Reich, auf die Equipage des Kaisers mit erhobenem Stɔck losstürzte und ,, Halt ihn auf!" rief. Der Kaiser blickte ihn unverwandt an, der Flügeladjutant faßte seinen Säbel und der Kutscher trieb die Pferde an. Der Jrre führte einen wuchtigen Hieb mit dem Stock auf das Schäßleder des hinteren Nades. Die Menge faßte Reich und prügelte ihn mit Etöcken und Fäusten. Einer aus der Menge rief: ,, Haut ihn nieder, wir sind hier nicht in Serbien." Reich hat vor kurzem erst das Irrenhaus verlassen. Er war bereits in der Hofburg gewesen und hatte dört nach dem Kaiser ,,, seinem Bruder", gefragt. Im Abgeordnetenhause wollte er eine Bittschrift, gezeichnet Jakob, Sohn Gottes, überreichen. Er ist jetzt auf Grund eines polizeiärztlichen Gutachtens der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt übergeben worden. Zur Kabinettskrise in Italien. (?) Es gewinnt den Anschein, als wolle Zanardelli dem Wunsche des Königs, er möge das neue Kabinett bilden, nicht nachkommen; angeblich fühlt er sich zu angegriffen. Das ist wohl nicht der Grund; offenbar fühlt Zanardelli, daß die Uhr seiner Ministerpräsidentschaft ein für allemal abgelaufen ist, und daß er einem konservativ beeinflußten Kabinett weichen muß. Das Wahrscheinliche ist ein Kabinett Connino- Rudini. Der franzöſiſche Kulturkampf wird immer hißiger: Jezt hat die dieser Tage von der Kammer gewählte Kommission, die die Anträge auf Kündigung des Konkordats und die Trennung von Kirche und Staat zu prüfen hat, mit 17 gegen 16 Stimmen eine Resolution des Sozialisten Vaillant angenommen, die sich im Prinzip für die Kündigung des Konkordats und für die Trennung von Kirche und Staat ausspricht. Ob das Plenum diesem Beschlusse beitreten wird, bleibt dahingestellt. Geschieht zes, so wäre das eine Maßregel, die unabsehbare Wirkungen zeitigen fönnte. Daß die Regierung nicht zögern wird, einen solchen Beschluß der Kammer auszuführen, ergibt sich aus ihrem ganzen Verhalten. So hat sie neuerdings den Pfarrern der Pariser Kirchen unterfaat, die alliährlich am Sonntag nach Fronleichnam prattfindenden Prozessionen außerhalb der Kirche abzue halten. Und der Ministerpräsident Combes ist in dem zur Prüfung der Genehmigungsgesuche der geistlichen Orden eingeseßten Ausschuß der Deputiertenkammer lebhaft für eine Bestimmung eingetreten, nach der jeder ohne Genehmigung gebildete Orden und auch jede Unterrichtsanstalt als ungeseßlich erklärt werden soll, an der ein Mitglied eines aufgelösten Ordens Unterricht erteilt, selbst wenn es aus dem geistlichen Stande ausgetreten ist. Der Ausschuß hat diese Bestimmung auch genehmigt. Kurze politische Nachrichten. * Nach einem Grlaß des preußischen Kultusministers dürfen junge Leute, die im Besiz eines Reisezeugnisses für die Prima einer Oberrealschule sind, zur zahnärztlichen Prüfung nur dann zugelassen werden, wenn sie die Reise im Lateinischen für die Prima eines Gymnasiums oder Realgymnasiums durch eine besondere Prüfung nacherwerben. );( In Hannover sind sämtliche Arbeiter im Baugewerbe, etwa 3000 an der Zahl, ausgesperrt worden, nachdem die ausständigen Zimmerer die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben. * Die russischen Forderungen bezüglich der Mandschucei, die der Gesandte Lasar dem Präsidenten des chinesischen Auswärtigen Amtes Prinzen Tsching vorlegte, sind von diesem formell abgelehnt worden. * Präsident Castro von Venezuela ist von seinem bisherigen Gegner Matos nunmehr offiziell anerkannt worben. Matos erbat die Erlaubnis, nach Caracas zurückzufehren. Hof und Gefellichaft. *** Der Kaiser besichtigte auf dem Truppenübungsplatz Töberitz die beiden Garde- Dragoner- Regimenter. An die Besichtigung schloß sich ein großes Kavalleriemanöver, zu dem die übrigen sechs Garde- Kavallerie- Regimenter nebst zwei reitenden Batterien und der Maschinengewehrabteilung des Gardekorps herangezogen worden waren. Sie operierten unter dem Befehl des Kaisers gegen einen von Osten her anrückenden Feind, den das Regiment Alexander, die Fürstenwalder Ülanen und einige Batterien Artillerie markierten. Es kam im Verlauf des Gefechts zu einer grandiosen Reiterattake. Nach der Kritik fand ein Frühstück im Zeltlager statt. Aus dem Gerichtsfaal. § Eine Gerichtssitzung im Varietee Theater. Eine außergewöhnliche Gerichtssißung fand dieser Tage in Wöliners Varictec- Theater zu Harburg statt. Eine dort auftreiende Münſtlerin war von den Besißer des Etablissements vor Ablauf des Engagements entlassen worden, weil ihm die Leistungen( Serpentintanz) der Künstlerin nicht genügten. Hierüber kam es zur Klage., Das Ngl. Aints-, gericht beschloß nun, sich an Ort und Stelle über die Leistungen der jungen Dame persönlich zu überzeugen. Aus diesem Grunde wurde der Serpentintanz in Gegenwart der Mitglieder des Gerichtshofes auf der Bühne des genannten Etablissements vorgeführt. Das Urteil selbst wird später an Gerichtsstelle verkündigt werden. § Eine gepfefferte Wäsche- Rechnung. Fräulein Sau vaget, eine junge Sängerin, die jüngst in der Komischen Oper als Phryne" durch ihren Gesang und durch ihre üppige Schönheit einen sensationellen Erfolg erzielte, stand dieser Tage als Beklagte vor dem Pariser Civilgericht. Sie fand eine Rechnung, die ihr von ihrem Wäscheliefe ranten überreicht worden war, unverschämt hoch" und ließ sich auf Bezahlung verklagen. Der Mann forderte alles in allem 7876 Franc, und einige seiner Preise seien zum Nutzen unserer Leserinnen und auch der Leser hierhergesetzt, denn man muß immer etwas für seine Fortbildung tun. Es kostete: ein rosafarbener Taffet- Unterrock.. 175 Fr., ein Paar Strümpfe( farbige Seide).. 75 Fr., ein Paar Strümpfe, weiß, durchbrochen... 60 Fr., ein Morgenrock, weiß, viole", bogenförmig geſtickt 225 Fr., ein Taghemd, Linon, mit Spißeneinsatz.. 45 Fr., drei Nachthemden, Stück 100 Fr., u. s. w. Das Ge richt fand an dieser Rechnung nichts auszuseßen und erklärte die Preise für angemessen". Fräulein Sauvaget wird also bezahlen müssen. Kleine Gerichts- Chronik. Zu 67 000 Mark Strafe wurde der Kaufmann Hochapfel in Saarbrücken verurteilt, weil er mehrere Jahre hindurch Steuern im Gesamtbetrage von 8540 Mark hinterzogen hatte. - Der Schornsteinfegermeister Luß aus Hermannstadt, der, wie erinnerlich, als angeblicher Sohn der von Gönczy ermordeten reichen Gipsschulzen" zu Berlin, Anspruch auf deren Erbschaft erhob, hat jeẞt endgiltig vor dem Kammergericht auf alle Ansprüche verzichtet. Aus dem Lande des Königsmordes. Mitglieder der neuen serbischen Regierung teilen mit, eine amtliche Darstellung der Ermordung des Königspaares werde erst nach einigen Tagen, wenn wieder normale Zustände in Serbien eingeführt sind, veröffentlicht werden können. Eine von der neuen Regierung den übrigen Mächten übermittelte Note besagt nur, der König und die Königin hätten einen Wortwechsel gehabt, das Militär habe sich eingemischt, und dabei sei das Königspaar ums Leben gekommen. Eine merkwürdige ErKlärung! Ganz anders klingt die Schilderung eines Verschworenen von dem Ueberfall. Nach dieser hatte Panajodowitsch und Naumowitsch, die Adjutanten des Königs, die Verschwore nen in den Konak eingelassen. Nachdem die Verschwörer den Generaladjutanten Petrowitsch niedergeschossen hatten, sei plößlich das elektrische Licht im ganzen Schlosse ausgegangen. Die 30 Verschwörer tappten im Dunkeln über die Stiegen zu den Privatgemächern des Königs, wo sie Kerzen fanden. Dann begann die Suche. Die Räume wurden mehrmals vergeblich durchsucht, die Verschworenen glaubten bereits, das Königspaar sei entflohen. In dem Verbindungsgang zwischen dem alten und dem neuen Palais wurde in einem Kämmerchen der Kammerdiener der Königen entdeckt und gezwungen, das Versteck zu verraten, worauf er niedergeschossen wurde. Ñau. mowitsch und Maschin übernahmen nun die Führung. Eine den Weg sperrende Tür, die den Arthieben widerstand, wurde mit Dynamit gesprengt, wobei der betrunkene Naumowitsch und Kapitän Milikowitsch den Tod fanden. Ma schin entdeckte endlich in einer Maueröffnung einen kleinen Knopf, der das Versteck des Königs öffnete. Mischitsch rief dem Könige zu: ,, Erkläre deine Abdankung!" Der König erwiderte: ,, Wir kommen nur auf Ehrenwort mit, daß uns nichts geschieht." Mehrere riefen: ,, Vorwärts, mit dir wird nicht verhandelt!" Der König weigerte sich, von der bebenden Draga zu weichen, und wurde in die Mitte des Gemaches gezerrt. Da er auf den Zuruf: ,, Danke ab!" nichts erwiderte, wurde er niederge= schossen. Von 27 Kugeln durchlöchert, sank er tot zu Boden. Hierauf wurde die vor Schreck halbtote Draga ergriffen und dicht an der Maueröffnung von einer Salve von Revolverschüssen niedergestreckt. Sämtliche Offiziere stürzten sich auf die Leiche Tragas, zerfleischten sie mit den Säbeln und traten sie mit Füßen. Das Protokoll der ärztlichen Leichenschau ist wegen der furchtbaren Zurichtung der Leichen nicht veröffentlicht worden. In dem Ronak haben die Verschwörer wie Bandalen gehaust, die Möbel zertrümmert, Vorhänge zerfetzt und dergleichen Königin Natalie von Serbien will den 3aren bitten, für die Bestrafung der Mörder ihres Sohnes zu sorgen. Die serbische Regierung hat jedoch bereits erklärt, daß die Verschwörer nicht bestraft verden sollen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, daß es sich um eine militärische Revolte gehandelt habe, in die Die Zivilverwaltung sich nicht einzumischen habe. Zugleich erklärt die neue Regierung, ihre Mitglieder seien an Den Anschlag nicht beteiligt gewesen. Daß sie darum gevußt haben, leugnen sie nicht. Ist das keine BeteiliJung? Königin Natalie hat sich ferner an den österreichichen Gesandten in Belgrad mit der Bitte gewandt, für ie Ueberführung der Leiche Alexanders nach Biarritz, we ie wohnt, zu sorgen. Diesem Begehren wird der Gesandte aum entsprechen können. Uebrigens erklärte Königin Naalie einem Journalisten:„ Daß eine Verschwörung im Bange sei, wußte ich seit geraumer Zeit. Mein Sohr ollte gezwungen werden, das Land zu verlassen, wobe hm eine auskömmliche Rente zugesichert werden sollte. Di ganze Schuld liegt an dem Weibe, das der Verblendete auf den Schild erhob, um von Waffengefährten hingemor. det zu werden, für die er sein Leben gelassen hätte." Im Archiv des Königs Alexander hat man den Entwurf einer Gesetzesvorlage für die nächste Stupschtinasession gefunden, wodurch der jüngere Bruder Dragas zum Thronfolger, der ältere Bruder und die drei Schwestern und zwei Neffen der Königin zu Mitgliedern des Königs. hauses erklärt werden und allen Apanagen aus Staatsmitteln bewilligt werden sollten. Die beiden Brüder der Königin, die der neue Minister des Aeußern als das korrupteste Weib bezeichnet, die je auf einem Thron gesessen, hatte durch ihre Arroganz die ganze Armee erbittert. Der als Thronfolger in Aussicht genommene Nikodem hatte einmal einem älteren Hauptmann Gläser an den Kopf geworfen; er wurde dafür nicht bestraft, sondern der Hauptmann pensioniert. König Alexander wird als geradezu unzurechnungsfähig bezeichnet; sieben junge Leute seien auf sein Geheiß ohne weiteres erschossen worden, weil sie Kundgebungen gegen die Tynastie veranstalteten. Die Thronfolgefrage ist noch nicht entschieden: Nach der Ansicht des jetzigen Premierministers hat Prinz Mirko von Montenegro so ziemlich dieselbe Aussicht, von der Stupschtina zum König gewählt zu werden, wie Peter Karageorgiewitsch. Viele namentlich die Gebildeten, ziehen eine Republik Serbian einem Königtum vor. Die Mächte werden weder gegen die Wahl Peters noch gegen die Mirkos Einspruch erheben. Das Kabinett wird, sobald die Königswahl vorüber ist, seine Entlassung geben. Peter Karageorgiewitsch bestreitet jede Mitwissenschaft an dem Attentat. Ganz unbeteiligt ist er aber nach allem, was sonst laut wird, nicht. Im Lande herrscht Ruhe. Die Erhebung der Garnison Nisch hat sich als unwahr herausgestellt. Das Vermögen Dragas, das sie seit ihrer Heirat mit Merander zusammengerafft hat, wird auf fünf Millionen Francs geschäßt und soll meist in französischen Banken angelegt sein. Wie es heißt, soll dieses Vermögen als dem Staat entwendeter, unrechtmäßiger Erwerb gerichtlich beansprucht werden. Nach anberen Meldungen soll es den Schwestern Dragas ausgefolgt werden, und nur das Vermögen der Obrenowitsch foll, als herrenlos, vom Staate tonfisziert werden. Wählerversammlung in Lollar. Gießen, 15. Juni 1903. Am letzten Samstag Abend fand im Schwanen" zu Lollar eine Wählerversammlung der vereinigten Liberalen statt. Der Saal war sehr gut besetzt. Herr Wagnermeister Rohrbach sen. übernahm den ihm angetragenen Vorsitz, der dem Referenten Herrn Rechtsanwalt Grünewald das Wort erteilte. Derselbe führte Folgendes an: Dem Ersuchen des liberalen Wahlkomitee, heute in Lollar zu den Wählern zu sprechen, bin ich gern gefolgt, denn ich habe das Wahlbündnis, das der nationalliberale und der freistanige Verein geflossen haben- wenn ich auch keinem dieser Vereine angehöre, sondern abseits ein bescheidenes politisches Einsiedlerdasein führe- unter den Verhältnissen, wie sie heute liegen, gebilligt. Wenn Herr Schlenke die Behauptung aufstellt, daß die national- liberale Partei von der freisinnigen aufgefogen werde, so könnte dies mir von meinem Standpunkte aus recht sein. Die Behauptung ist aber eine absurde, denn eine Partei, die im Begriffe steht aufgesaugt zu werden, pflegt doch der stärkeren nicht den Kandidaten zu stellen. Ih bn an und für sich kein Freund von Compromissen, aber, wie gesagt, es drängen die Verhältnisse gegenwärtig die liberalen Parteien verschiedener Nuancirung dazu. Allgemein greift die Erkenntnis Plaz, daß das deutsche Bürgertum nicht die Stellung und Geltung in unserem Staatsleben einnimmt, die ihm nach seiner fulturellen, socialen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung zukommt; es ist eingeteilt zwischen dem Großgrundbesitz mit seinen hochagrarischen und reaktionären Bestrebungen einerseits und die induſtrielle Arbeiterschaft anderseits und es wird von diesen mächtigen Faktoren zerrieben, wenn es nicht sich zusammenschließt, das Trennende bei Seite sezt und sich auf Einigungszwecke besinnt. Das Bürgertum huldigt, wenn auch in verschiedenen Abstufungen, der lieberalen Weltanschauung, die in der freien Entwickelung aller Kräfte, die im Volke schlummern, der Gleichberechtigung aller Stände und Klassen, der Teilnahme Aller an den staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten, die Wohlfahrt des Volkes erblickt. Ein Zusammenschluß der verschiedenen Richtungen, die dieser Grundanschauung huldigen, ist deshalb kein unnatürliches Bündnis, es ist auch kein Mischmasch, wie geschmackloser Weise die Sozialdemokraten das Compromiß zu nennen pflegen. Nicht als ob die Eigenart der einen oder der anderen der vereinigten Parteien gemindert, nicht als ob der Nationalliberale weniger national oder liberal empfinden, der Freisinnige seine in schwererer Zeit aufrecht erhaltenen Grundsäß abschwächen, nicht als ob für alle Beit der ehrliche Streit in Wort und Schrift über Meinungsverschiedenheiten beider Parteien begraben sein sollte— nein, solche dauernde Kompromisse würden das politische Leben versumpfen lassen, nur im frischen freien Kampf der Geister wird die Wahrheit gefördert, tritt ihr spröder Kern zu Tage. Wie aber für die Gegenwart allgemein im Reiche die Erkenntnis durchgedrungen ist von der Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der liberalen Parteien, so ist unser Wahlkreis geradezu typisch für diese Notwendigkeit: liberale Parteien verschiedener Richtung sind bedrängt von der Sozialdemokratie auf der einen und von einem im Gefolge der agrarischen Großgrundbesizer marschirenden Candidaten der antisemitischen sog. deutsch- sozialen Reformpartei. - Schon die einfache Betrachtung, daß uns ein gemeinschaftlicher liberaler Bewerber um das Mandat in die Stichwahl gelangen fann, lehrt, daß der Zusammenschluß notw.ndig ist. Beide Gegner sind die Vertreter von Klassenparteien: daß die Sozialdemokratie eine Vertreterin der Gesamtheit sei, daß sie für den Bürger, den Unternehmer, den Beamtenstand sorgen wolle, wird sie selbst nicht behaupten, sie ist eine eigentliche Klassenpartei, indem sie die industrielle Arbeiterschaft vertritt. Als solche mag sie, da diese klasse, weil nicht durch Stellung und Vermögen potent, einer inten siven Vertretung ihrer Interessen benötigt, ihre Aufgaben erfüllen und sie wird mehr und mehr lediglich diese Aufgaben sich zum Ziele seßen und den Gedanken einer Umwälzung unserer staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung aufgeben. Längft würde die Größe der sozialdemokratischen Partei, die Verschiedenheit der Elemente und der Anschauungen, die in ihr enthalten sind, ihren Berfall in verschiedene Richtungen herbeigeführt haben, wenn nicht immer nnd immer wieder sie durch Fehler der Regierungen zusammengeschweißt worden wäre. An Sympathien im Volke hat die sozialdemokratische Partei in der letzten Zeit nicht ge wonnen, thre unkluge Taktik bei der Beratung des Zolltarifs, die Formen, in denen ihre Bekenner im Parlament und Presse sich äußern, haben abstoßend auf Viele gewirkt, die seither als Mitläufer unzufrieden aus irgend einem Grunde mit den Verhältnissen des Staates oder der Welt ihre Reihen verstärkten. Eine gerechte, die Gleichheit Aller wahrende Partei ist die Sozialdemokratie nicht, das zeigt schon der eine Umstand, daß sie der Regierung ein Verordnungsrecht zugesteht, wenn es sich um Maßregeln gegen die Arbeitgeber handelt. Auffallend ist bezüglich der Bolldebatten, daß die Sozialdemokraten gegen die Zölle auf Leckerbissen, Caviar, Austern 2c. gest mmt haben. Nicht wegzuleugnen ist die Tatsache, daß die Führer der Partei, außer Vollmar, die Erflärung abgegeben haben, sie wollten gegen die Handelsverträge stimmen. Man fonnte meiner, die Sozialdemokraten fähen voraus, daß Handelsverträge Wohlstand und Zufriedenheit bringen, dagegen die Unzufriedenheit, die den Nährboden cer Sozialdemokratie bildet, sich mindern wird. Die antisemitische Partei, unsere Gegnerin von rechts, hat als solche feine politische Existenzberechtigung: ein vernünftiger Mensch richtet seine Ansichten über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht darnach ein, ob er die Juden liebt oder haßt. Das ist aber auch nur die Sauce, in der Köhler der Wählerschaft servirt wird; die Hauptsache ist seine Buge. hörigkeit zur Agrarpartei. Er fennt nur die Bauern und wieder die Bauern, als wenn die Bauern allein auf der Welt wären. Ueber seine Person ist nicht viel zu sagen man betrachtet ihn am Besten von Langsdorf aus und man sicht dort, daß er seine eigene Gemeinde nicht regieren kann, er, der ein Reich regieren helfen will, seine Gemeinde, die in ihrer Mehrhete, in ihrer Vertretung steinunglücklich ist, ein solches Oberhaupt zu besitzen. Wer da sagt, daß dies Oberhaupt ein klarer Kopf set, auf dessen Klarh it wirft dieses Urteil ein bedenkliches Licht! Die einseitig agrarische Richtung, der Köhler, wenn auch nicht als Großgrundbesizer, angehört, hält sich nicht vor Augen die Bedeutung unserer Industrie und unseres Außenhandels, sie beachtet nicht, daß innig vrflochten ist deutsche Produktion mit dem Weltmarkt, daß Millionen deutscher Familien abhängig sind in ihrer Existenz von dem Fortbestehen unserer Ausfuhr, daß die Wohlfahrt des Einzelnen wie des Voltes die Wehrhaftigkeit des Vaterlandes abhängt von einer glücklichen Lösung der schwebenden handelspolitischen Fragen. Blicken Sie zurück auf die letzten 2 Jahre, in denen der Inlandsmarkt sich nicht mehr als aufnahmefähig erwies, wäre nicht Amerika unser Abnehmer gewesen, so wäre die Eisenindustrie, von der die anderen Industrien mehr oder wenig abhängig sind, gänzlich zu Grunde gegangen. Langan ruhig und anfchließenb einem Berrn stalbemofratte Schluß der ** Der harbi, wurd * D Minister hält ein Au Maßnahme gefeges vom ** 11 Univerfitäts nähernd 30 4 Tage au 1894 Bänd 1820( 1491 Geptember 1 2029( 2166) ( 1962), Feb 1-4 Tage Inegefammt Borjahr 28 ** März in Jahr 5, i über 60 J urfach n ber und Krupp Tuberkulofe Atmungsorg Darmfatarrh Neubildungen heiten 14, g Mord) 2. S. Kro für die Are Empfänger jährigen E Nächsten S Miffionsfeft Caprivi hatte erkannt, daß es Aufgabe unserer Politit blühens gebracht. Unsere Ausfuhr nach Desterreich, Rußland, sei, die Ausfuhr zu fördern und es hat eine Aera des AufItalien, Belgien, Schweiz ist in den letzten 10 Jahren um gemein gehoben, die Auswanderung ging zurück, die Geburten Milliarden jährlich gestiegen, der Wohlstand hat sich allstiegen um 800,000 Seelen jährlich. In schlechten Zeiten Handelspolitischer Friede ist eingekehrt, man hört nichts mehr giebi's wenig Kinder und die Menschen wandern aus. bom Antrag Kaniß und nichts mehr vom Bimetallismus. Betrachten Sie beispielsweise die Stadt Offenbach, eine der aufgeblüht, die den Abfah besten Steuerquellen unseres Landes: ganze Industrien sind namentlich seiner Lederwaren -- nach England und Rußland haben. Mit einem Schlage gestört würden.- würden sie errichtet sein, wenn die vertraglichen Beziehungen Eine rettende Tat hat der Kaiser die Capri. bi'schen Verträge genannt sollen wir dem jezt fluchen was er vor 10 Jahren segnete? Und haben die düsteren Prophezeihungen der Agrarier; die Landwirtschaft werde untergehen, etwa sich erfüllt? Im Gegenteil auch die Lage der Landwirtschafttreibenden Bevölkerung nud namentlich ihre Lebenshaltung hat sich gewiß gehoben. Die Gegner wollen bestreiten, daß sie Gegner von Handelsverträgen seien, sie wollen Handelsverträge mit autonomen Bolltarif und furzer Kündbarkeit. Das ist die Republick mit dem Großherzog! Es ist volkswirtschaftlich erwiesen, daß nur die Langs friſtigkeit der Verträge unseren Gewerben die Sicherheit gewährt, die ihre gesunde Entwickelung bedingt. Kapital wird nicht in die Betriebe investirt werden, Einrichtungen werden nicht getroffen, eine Arbeiterschaft wird in den einzelnen Branchen nicht herangebildet, wenn nicht stabile Verhältnisse auf eine Reihe von Jahren geschaffen werden, wenn einem Industriezweig die Gefahr droht, in einem Jahr schon wie er gestört zu werden. Eine rettende Tat wird es sein, daß unser neuer Reichstag mit der Regierung auf Grund des Zolltarifs brauch bare Handelsverträge schließt, aber, wenn es mit diesem Bolltarif und seinen Minimalzöllen nicht geht, auch bereit ist, diesen Tarif zu durchbrechen. - hat das Wahlgeheimnis sichern lassen sie will die EntDie Regierung hat keine Wahlparole ausgegeben und ſcheidung des Volkes haben, sie wird wie das Mädchen dem Stärksten derer, die um es tämpfen, sich ergiebt, sich der Partei ergeben, die als die führende aus dem Kampfe hervor geht, sie wird in der richtigen Erkenntnis dessen was dem Reiche frommt, eine handelsvertragsfreundliche Mehrheit begrüßen. Der Kandidat der liberalen Parteien bi tet die Gewähr, daß die Erkenntniß von der Notwendigkeit der Schaffung brauchbarer Handels. verträge ihn beseelt und daß er mitarbeitet an dem Abschlusse solcher. Aber auch auf anderen Gebieten, die im Bereite der Tätigkeit des nächsten Reichstags liegen, ist seine Person und seine politische Ansicht und Absicht eine solche, daß jeder liberale Mann ihm getrost seine Stimme geben kann: er wird abhold sein jeder Aenderung unseres Reichstagswahlrechts, er wird den übergroß gewordenen Einfluß des Zentrums befämpfen, er wird auf dem Gebiete der Arbeiter fürsorge in der Lage sein, auf Grund seiner reichen Erfahrung in stetigem Fortschritt mitzuwirken an der weiteren Ausbildung unserer Arbeiterschußges zgebung, er weis aber auch, wieviel den Arbeitgebern aufgebürdet werden darf. Er ist ein Mann der Arbeit, und er hat der Arbeit seine Erfolge zu danken. Ohne Arbeit kein Erfolg! So auch in der Politik. Wenn nicht Jeder, der unsere Absichten billigt, für ihre Erfüllung tätig ist, arbeitet, die Lauen aufrüttelt, die Reserven heranziehen hilft, die Bürger ermahnt daß Gefahr drohe, den Bauern sagt daß sie doch ablassen sollen von den Junkern, die doch nie. mals ihre Freund waren, sie Jahrhunderte lang unterdrückt und geknechtet und ausgesogen haben, der ist mit schuld daran, wenn die Zukunft den Agrartern und den Sozialdemokraten gehört! Es maß aufhören, daß man sich von der Politik behaglich ferne hält, es ist nicht recht, sich mit ihr nicht zu befassen, denn sie befaßt sich fortgesetzt mit uns. Was an Charakter und Intelli zenz im deutschen Bürgertum vorhanden ist, fasse sich zusammen in diesem Wahlfampfe und der Steg wird den liberalen Parteten erblühn! Steinbrecher Sprechen wir Eva Der bereint in Wenn langjährige genossenscha einmütig Schätzten P hat und und W [ 1796] Dec er Bi als V einer event. diefer Gru dann fönnt figen; ich ohne Bez auch schon Ferner Arbeiter nur hinzuz ihren frühe wegen ihre wurden. Commis od Sozialdemo Im U Liberalen Freuden den Stichwahl nur Dumm da jeder we freisen den Gießen, [ 1800] Der Röhler& It feine Bug ie Bauern u allein auf de el zu fagen aus und man regieren tann unglüdlich i Gemeinde, agt, daß die Alary it wi Köhler, wen hält sich nig e und unres brflochten i daß Millionen istenz von den fahit des Ein Baterlandei enden handels Die letten? mehr als auf fer Abnehme r die anderen gänzlich unferer Politi Aera des Auf eid, Rußland 10 Jahren un hat sich all , die Geburt hlechten Beit wandern au ört nichts meh etallismus. Sach, eine de ndustrien fin er Lederware einem Schlag en Beziehung die Capri Dem jept fluchu en die düflen ft werde unter die Lage da mamentlich ihn er von Handel mit autonomen Republic mil nur die Lang Sicherheit ge Kapital wit tungen werden den einzelnen Sile Verhältni 1, to nn einen hr schon wie n B unser neue Atarifs braud 8 mit dieser ht, auch berei ausgegeben e will die Ent Mädchen den rgiebt, sich der Rampfe herbor deffen was den liche Mehrhe rteien bi.tel nder Not er Handels tarbeitet an m Bereide der feine Person ne folche, daß me geben tann: res Reichstage en Einfluß de te der Arbeiter ner reichen Gr n der weiter er weis abn verden darf. b er bat de ne Arbeit fai icht Jeder, de tätig ift, a eranziehen hilf n Bauern fag , die doch ni ang unterbrüd ift mit schuld nb den Sozial man fidh bon recht, fich mil gefeßt mit uns utschen Bürger diesem Wahl arteten erblühn! Langanhaltender Beifall ward dem Referenten für seinen ruhig und fachlich gehaltenen Vortrag. Es entspann sich anschließend an denselben noch eine Diskussion, welchen von einem Herrn Bedmann aus Gießen, Anhänger der Sozialdemokratie, angeregt nnd sehr in die Länge gezogen wurde. Schluß der Versammlung erfolgte gegen 211 Uhr. Lokales. Gießen, 15. Junt 1903. ** Der Präsident des Landgericht Marburg, Bernhardi, wurde zum Reichsgerichtsrat ernannt. * ** Das Amtsblatt Nr. 14 Großherzoglichen Ministeriums der Justiz vom 29. Mai d. J. enthält ein Ausschreiben an sämtliche Justizbehörden betreffend Maßnahmen zur Handhabung des Invalidenversicherungsgefeßes vom 13. Juli 1899( Reichs- Gesetzblatt S. 463). * ** Universitätsbibliotet. Die Frequenz der Universitätsbibliothek hat sich gegen das Vorjahr um annähernd 3003 Bänden erhöht. Es wurden auf länger als 4 Tage außer Haus verliehen: im Monat April 1902: 1894 Bände( April 1901: 1280), Mai 2228( 1725), Juni 1820( 1491). Juli 2823( 2245), August 4478( 4841), September 1282( 1069), Oftober 1441( 1354), November 2029( 2166), Dezember 1729( 1741), Januar 1903: 2001 ( 1962), Februar 2564( 2653), März 2320( 1832). Auf 1-4 Tage und erneuert wurden ansgelieben 4736 Bände. Insgesammt wurden verliehen 1902/03: 31 295 Bände, im Vorjahr 28 298. ** Zur Ausbildung von Handarbeits-| lehrerinnen für den Kreis Wezlar wird in diesen Tagen von der staatlich geprüften Handarbeitslehrerin Fräulein Merke- Braunfels ein vterwöchentlicher Handarbeitskursus abgehalteu. Der Unterricht ist für sämtliche Teilnehmerinnen unentgeltlich und wird für die Dauer des Kursus eine tägliche Unterstützung von 0,75 Mt. gewährt. Bekanntlich mußten sich alle Industrielehrerinnen von sämtlichen Landschalen einen solchen Kursus unterziehen, wie auch nur solche weibliche Personen zu Handarbeitslehrerinnen bestellt werden fönnen, welche einen solchen Kursus absolviert haben. X Friedberg, 14. Junt. In der Dampfmolterei zu Reichelsheim explodierte der Entrahmungsseparator. Dabei fortfliegende Eisenteile so schwer verleßt, daß er starb. wurde der 20jährige Arbeiter Pie aus Weckersheim durch Erkenntnis verfolgt die Staatsanwaltschaft Berufung. Nach wiederholter Beweis aufnahme hält heute dag Gericht den Angeflagten für überführt am 3. Januar d. J. auf fremdem Jagdgebiete einen Hasen geschossen zu haben, weshalb der Berufung der Staatsanwaltschaft stattgegeben und St. zu einer Geldstrafe von 50 Mt. verurteilt wird, wobei auch das zur Tat benußte Gewehr und die sonstigen Jagdgeräte des Verurteilten eingezogen werden. Wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem 12jährigen Kinde zu Lauterbach, wird der vielfach vorbestrafte Peter Josef A. von Binther in eine Zuchthausstrafe von einem Jahr genommen. Wegen des nämlichen Verbrechens hat sich der Schuhmacher Bernhard K. von Ober- Mörlen und dessen Sohn August zu verantworten Es wird ihnen nachgewiesen, daß sie mehrere Jahre hindurch mit einer großen Anzahl von Kindern unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgeHersfeld, 14. Junt. Das Projekt für die Nebenbahn Treyſa- Hersfeld wurde vom Miniſter der öffentlichen nommen haben. Das Urteil lautet auf 2 Jahre Buchthaus Arbeiten genehmigt. Die Eisenbahndirektion Kessel wurde ermächtigt, mit dem Bau zu beginnen. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht.( 4. Fall.) Am Donnerstag verurteilte das Schwurgericht den 24 Jahre alten Kuhhirten Georg Dernst von Worms wegen dreier Diestähle im wiederholten Rückfall und wegen Brandstiftung zu 4 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer ron 5 Jahren und Stellung unter Polizeiaufsicht. Der vielfach vorbestrafte Mensch hat das Diebsgewerbe als Spezialist im Wäsche stehlen die er nachts in Gärten wo dieselbe zum trocknen hing sich aneignete, ausgeübt. Die Brandstiftung verübte er in Eberstadt, wo er eine der Herrschaft SolmsLich gehörende Scheuer in Brand seßte, wohl wie die Anflage annahm um an dem Georg Goerlach II, der neben der herrschaftlichen Scheuer, eine ebensolche damals mit nam. haften Vorräten stehen hat, Rache zu nehmen, weil ihn dieser aus seinem Stalle gewiesen, den Dernst mit brennender Bigarre betreten hatte. Es soll die Absicht des Brandstifters gewesen sein, daß das von ihm angelegte Feuer auf Goerlachs Eigentum übergehe, was nur durch das Vorhandensein S. Krosdorf Bekanntlich ist auch hier eine Zweigstelle die Diebstähle in der Verhandlung zugestanden, die Brand= einer Brandmauer verhindert wurde. Der Angeklagte hat für die Kreissparkass: Weglar errichtet worden. We Herr Empfänger Ehrig bekannt giebt, so fönnen bei seinen dies- stiftung aber beharrlich geleugnet. Das gegen ihn ergangene jährigen Echebungen Einlagen bei ihm gemacht werden. Nächsten Sonntag, den 21. Juni wird hierselbst ein christl. Missionsfest gefeiert, bei welcher Gelegenheit Herr Missionar Steinbrecher von der Insel Sumatra als Missionsprediger sprechen wird. * Sterblichkeitsverhältnis im Monat März in Gießen. Es verstarben im Alter unter 1 Jahr 5, über 1-15 Jahre 9, über 15-60 Jahre 19, über 60 Jahre 15, insgesamt 48 Personen. Die Todes= ursach n verteilen sich wie folgt: Scharlach 1, Diphtherie und Krupp 2, Kindbettfieber 1, Tuberkulose der Lunge 5, Tuberkulose anderer Organe 2, entzündliche Krankheiten der Atmungsorgane 6, Schlagfluß 1, Erkrankung des Herzens 1, Darmfatarrh 1, angeborene Lebensschwäche 1, Krebs und Neubildungen 7, Altersschwäche 4, andere benannte Krantheiten 14, gewaltsamer Tod( Verunglückt, Selbstmord und Mord) 2. Es entfallen auf 1000 Lebende 21,41 Todesfäll. Urteil aber anerkannt. Straffammer. Händler Wilhelm St. II. von Villingen wurde vom Laubacher Schöffengericht von der gegen ihn erhobenen Anflage wegen Jagdvergehens freigesprochen. Gegen dieses gegen den Bernhard K., der erheblich mehr belastete Sohn August erhält 7 Jahre Zuchthaus. Beiden werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Oeffentlicher Sprechsaal. An das liberale Wahlkomite. Von der Tatsache ausgehend, daß die Wahlbeteiligung der Wahlberechtigten in Gießen, den Ausschlag bei der morgigen Reichstagswahl geben wird, haben sie die Einrichtung getroffen, daß für jeden der 8 Wahlbezirke ein Wahlbureau durch Ihre Vertrauensmänner sich constituirt, welche die Namen der an der Urne erschienenen controllirt und gegen Ende der Wahlzeit alle diejenigen, welche von ihrem Wahl echt Gebrauch zu machen im Rückstande sind, an ihre Wahlpflicht erinnert. Hiernach sind Ste auch nach der Wahl in der Lage, auf Grund der Ihnen vorliegenden Bezirkslisten über alle Wähler, alle di jenigen, welche von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht haben, zu kennen. Es dürfte sich empfehlen, nicht bei halber Arbeit stehen zu bleiben, sondern, das Sie nach der Wahl dafür sorgten, daß ein namentliches Verzeichnis über alle, welche sichs nicht zur Pflicht gemacht haben, ihr Wahlrecht auszuüben, herausgegeben werde. Brietkasten der Redaktion. M, Bahnhofstraße. Sie dürfen nicht vergessen, daß G. N. N." noch unabhängig und unparteitsch sind; die Person spielt feine Rolle dabei. die Evangelischer Arbeiter- Verein. Wähler " Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. ven Grünberg. In Wahlversammlungen, durch Flugblätter, Inserate und sonstige Auffordertages beurteilt sie mit Ueberlegung und Ihr werdet sagen müssen, daß der würdigste und ehrenvollste nur Herr Kommerzienrat Der evangelische Arbeiterverein dahier hat keine politische Färbung, sondern ungen sind Euch 3 Kandidaten vorgestellt worden. Heute am Vorabend des Wahlvereint in sich Angehörige der verschiedenen Parteien. Wenn wir troßdem unsere Mitglieder auffordern, unserem Mitgründer und langjährigen Vorstandsmitgliede, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats unserer Baugenossenschaft Herrn Kommerzienrat = Keyligenstaedt Heyligenstaedt ist und sein kann. Glaubt mir, Wähler, man muß ihn sehen und mit ihm verkehrt haben, wie einfach und ohne Kastengeist er sich bewegt und das sind doch neben seinen Stellungen im öffentlichen Leben und seinen hervorragenden Kenntnissen so selten anzutreffende Eigenschaften, daß keiner mehr zweifeln sollte. Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt ist ein Mann des Volkes, einmütig ihre Stimme zu geben, so tun wir dies in seiner von uns hochge- prahlt nicht, verspricht auch nicht, was er nicht halten kann; kurz Herr schäßten Persönlichkeit willen und weil er durch die Tat gezeigt Heyligenstaedt ist ein Mann von Wort. Vergesset darum alle Interessenpolitik, denkt an unter Vaterland, an die A¤, hat und noch zeigt, dass er in Wahrheit ein Freund gemeinheit, an unsere Mitmenschen in der Werkstatt und wählet und Wohltäter der Arbeiter ist. [ 1796] Der Vorstand des Evangelischen Arbeitervereins zu Gießen. Herrn Heyligenstaedt. [ 1291] Ein Der„ Gießener Anzeiger" von heute schreibt, daß ich Versteigerung. träftiger Hausbursche 1 Eberh. Megger, Gießen, Seltersweg. 4- Zimmerwohnung als Vertreter einer Interessentengruppe" bei Dienstag, den 16. d. Imts.. einer event. Wahl zum Reichstage ,, besoldeter Beamter" nachm. 2 Uhr, versteigere ich per sofort gesucht von dieser Gruppe werde. Hätte der Anzeiger recht, Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: dann könnten allerdings nur Millionäre im Reichstage sigen; ich bin in der Lage meine politische Thätigkeit ohne Bezahlung leisten zu können, wie ich es seither auch schon getan habe. Ferner zählt das Blatt auf, wieviel wirkliche Arbeiter für meine Partei kandidatieren; es vergißt nur hinzuzufügen, daß die meisten dieser Lente aus ihren früheren Berufen von liberalen Unternehmern wegen ihrer politischen Tätigkeit hinausgemaßregelt wurden. Glaubt Jemand in ganz Gießen, daß ein Commis oder Arbeiter des Herrn Heyligenstaedt für die Sozialdemokratie Reichstags Kandidat sein könnte? 2 Bettstellen mit Matraßen, Gerätschrank mit Aufsaß, 6 Noh stühle, 1 Spiegel, Göthes, Schillers, Lenaus, Lessings und Shakespeares Werke, 4 Bände Weltgeschichte, Brockhaus Konversations- Lexikon, 1 Bferd, 2 Wagen und sonstige Möbel aller Art. Born Gerichtsvollzieher, Gießen. Städtisches Im Uebrigen ist der Froschmäufekrieg zwischen Schlachthaus Ochsenfleis 50 Pfg. Liberalen und Antisemiten so nett, daß ich schon mit Freuden den Moment erwarte, wo sie fich bei einer event. Stichwahl wieder gerührt in die Arme sinken werden; nur Dummföpfe legen diesem Kampfe Bedeutung bei, da jeder weiß, daß beide Parteien in Dußenden Wahl freisen den Gimpelfang gemeinsam betreiben. Gießen, den 13. Juni 1903. [ 1800] Ed. Krumm. gefalzenes Ochsenfleisch 30 Pfg. Kalbfleisch 50 Pig. zu vermieten. Gießen, Neuenweg 30, II. in Zimmer mit Rabinet mit oder ohne Möbel per fofort u vermieten. Bahnhofstraße 15. Sine 2-3immerwohnung an ruhige Leute zu vermieten.. Rodheimerstraße 29 Kleine Wohnung an rub. Leute pr. 15. Juni zu vermieten. Näh. Kirchenplay 21, Gießen. 4- Zimmerwohnung Liebigstrake 58, II. Viele Wähler aus Grünberg. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es fönnen eingestellt werden: 18 Dienstmädchen für sofort und später gegen hohen Lohn, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 1 Bimmmermädchen, 1 Köchin zur Aushilfe, 1 Weißzeugnäherin, 2 Lauf- bezw. Pußfrauen, 1 Waschmädchen bezw. Waschfrau bei gutem Lohn nach ausw. 5 Waschfrauen, 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Kunstschlosser, 1 Spengler,( ausw.), 6 Bau- und Möbelschreiner( 1 hier, 5 ausw.), 2 Drechsler ( ausw.), 1 Schneidemüller( ausw.), 1 Zementmüller( ausw.), 5 Anstreicher( 2 hier 3 ausw.), 1 Bäcker( ausw.), 2 Schneider( 1 hier, 1 ausw.), 1 Hausbursche, 1 Pferdeknecht, 1 jüngerer landw. Pferdeknecht( ausw.). Es suchen Arbeit: 2 Dienstmädchen, 2 Zimmermädchen, 1 Kindermädchen, mit allem Zubehör sofort zu verm. 1 Kinderwärterin, 3 Flickerin 3 Waschfrauen, 6 Lauf- bezw. Buzfrauen, 1 Laufmädchen, 1 Wäsche- oder Plättmädchen, Kleine 3- Bimmerwohnung 2 Metallformer, 1 Spengler, 2 Bau- und Maschinenschlosser, mit Gartenanteil per Monat 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 8Bau- und Möbel14 Mk. zu vermieten. Schöne Aussicht." Möblirtes Zimmer per sofort zu vermieten. Gießen Bahnhofstraße 63. während der Marktzeit in der großen in möbl. und ein unmöbliertes Heute und Morgen. Ter Verlauf des Fleisches findet Schlachtviehhalle statt. Zimmer zu verm. Gießen. Kreuzplay 10. schreiner, 1 wagner, 1 Zimmermann, 1 Küfer, 3 Glaser ( darunter 1 Bilderrahmeninacher, 2 Weißbinder 2 Buchbinder, 2 Schuhmacher, 2 Heizer, 1 Bureaugehilfe, 12 Hausburschen, 4 Diener, oder Auslaufer, 2 Kutscher, 1 Krantenwärter, 3 Tagelöhner, 6 Pferdeknechte( 4 für Landwirtschaft) und 3 landw. Arbeiter. Lehrlinge: 1 Schreiber. Wähler! In letter Stunde erscheint ein Flugblatt der Köhlerpartei, welches auf der einen Seite die von Herrn Schlenke unterzeichnete Auslassung bring Warum wir Herrn Heyligenstaedt nicht wählen wollen? Auf der anderen Seite artet dieses Flugblatt aus in das bekannte von diesen Ehrenmännern fortgesezt geübte öde Geschimpfe. Herr Heyligenstaedt wird darin bezeichnet als der Vertreter der Millionäre, der Fabrikanten, der Großstädter, der Börsen wucherer, der Advokaten, der Juden, der üppigen Juristen, der überreichbezahlten Beamten 2c. 2c." Am Schlusse werden die Städte ,, städtische befrackte Schwindler" genannt. Es ist dies ein würdiges Seitenstück zu dem bereits gekennzeichneten Schreiben des Abgeordneten Köhler, in welchem von ,, übergeschnappter Professoren, verhetten Dummföpfen, geistig beschränkten Handwerkern, gewissenlosen Egoisten, Strebern 2c. 2c." die Rede ist. Wähler! Gebt diesem Hetzer auf sein jedes Anstandes entbehrendes Ver balten die einzig richtige Antwort! Bleibe Keiner zu Hause! Wählet Alle: Herrn Heyligenstaedt und sichert dadurch unserem Wahlkreise wieder eine intelligente und würdige Vertretung! Johann Strauss konzertiert heute und morgen Abend in den neuen Saalbau! Alles Nähere durch die Plakate. Trescher& Schrödel. Billete im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier, Gießen, Neuenweg. 2 große Heckkäfige zu verfaufen. Bäckerlehrling bei sofortiger Vergütung gesucht. Bäcker Steinmüller, Großen- Linden. 4-6 Maurer u. Weißbiuder| finden dauernde Arbeit bei D. Bock, Grünberg. Gießen. Näh. Kirchenplay 21. Jüngerer Schreiber Zwet einfach möblirte 3immer für ein größeres Comptoir mit 2 Betten auf fofort ge- pr. 1. Jult d. J. gesucht. sucht. Offerten sind in der Exped. Selbstgeschriebene Offerten dieses Blattes abzugeben. erbeten u. H. G. 147 an Stübchen mit Bett zu verm. Haasenstein u. Vogler A. G. Matgaffe 11. Gießen. [ 1797] Das liberale Wahlkomitee. Offene Anfrage! Wir f agen Herrn Schlenke, Landwirt a. D, jezig Dekonomierat und Bewohner des Herrn Bichler gehörige Hardthofs, ob es wahr ist, daß er sich um die Sefretä stelle des Bundes der Landwirte bewerben will? Den nur dann würden wir sein Vorgehen begreisen. Er würd Dann aber nach Köhler'scher Ansicht zu den Beamten g hören, die nur da sein sollen, wo der Wind von oben herweh Achtung! Augen auf! Das Comitee [ 1801] für Ausschmückung der Wahlagitatio Eknelsch, Künstler. Auf zur Wahl! Wir wenden uns noch ein Mal in letter Stunde an alle die kleinen Leute in Stadt und Land, damit sie sich nicht durch die Wahlfni der bürgerlichen Parteien auf den Leim locken lassen. Was haben die bürgerlichen Parteien, die 339 Abgeordnete im Reichstag haben, denn für den Handwerker getan? Antwort: Nichts! Jezt vor der Wahl wird der Mittelstand mit all' den zuckersüßen liberalen und antisemitischen Schlagworten gefödert, während es gera diese Parteien sind, die dem Handwerkerstande nahezu alle Rohmaterialien und Lebensmittel durch den Zolltarif in der schlimmste Weise verteuern. Das ganze Bestreben der Liberalen und des Bauenfängerbundes( den die Liberalen ja in Duzenden Wahlkreisen selbst unterstüßen) läu darauf hinaus: Für die„ Kleinen" die Lasten, für Schlot und Krautjunker Millionengewinne. Handwerker, Kleinbauern und Arbeiter, seht wie die bürgerlichen Parteien in letter Linie zum gemeinsamen Schuß des Großkapital zusammenhalten; beurteilt Liberale und Antisemiten nach ihren Taten und nicht nach ihren Worten, dann werdet Ihr am 16. Juni dem Manne die Stimme geben, der selbst unter den Bediengungen lebt und arbeitet wie Ihr Alle, dann werdet Ihr den [ 1795] Stadtverordneten Eduard Krumm in Gießen wählen. Gießen, den 15. Juni 1903. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. EINST heilige Sitte wurde also an den Himmel versezt, späteren Geschlechtern noch zu leuchten. Noch Heinrich der Finkler sette Räuber und Mörder, die ihr Leben verwirkt in die m um den hura, an den 3 137. Montaa, ben 15. Juni amil: 1903.