abgesette f bon CII. cher lung. Underberg Boonekamp mit Rüche pr. April A Näheres Walliho n Laden. 3- Bimmerwohnung in mit allem Zubeh zu bermieten. el, Bahnhofftr. 10. 3.Bimmerwohnung tenanteil per Mona vermieten. Schöne Aussat n mit Bett zu berm Mataaffe 11. ges möbliertes Zimmer Neubau mitten de lig zu vermieten. in der Erp. d. Bl. ör möbl. Zimmer Rr. 87 Zweites Blatt. bonnementepreis: in Gießen, abgeholt monatli 50 Big., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Boft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Bratiebellagen: Oberbeffische Familienzeitan,( täglich) Cherbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- us Fortenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage Mittwoch, den 15. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Infertioneret& Die einfaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen. Die Kreise Wetlar und Marburg 10 fg fenfi 13 Big: Steklamen die Petitzelle 30 resp. 40 fe Poftjeltungsliste No. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechenschinh r, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Strafen oder Beffern? In Berlin wurde ein zwölf.ähriger Knabe zu einer befängnisstrafe von vier Jahren verurteilt, weil er sei hem Stiefvater dessen ganze Ersparnisse gestohlen hatte nb bann, um seine Täterschaft zu verdeden, seinen Eltern bie Wohnung über dem stops angezündet hatte, damit he burch Ersticken ums Leben fämen. Der Junge hatte ich abends mit seinen besten Sachen ins Bett gelegt, ab gewartet, bis feine Eltern schliefen, und dann aus der komode die Barschaft seines Stiefvaters im Betrage von 100 Mark entwendet. Darauf steckte er den Vorhang in Brand, der sich vor der Schlasstubentür seiner Eltern befand, und verließ leise die Wohnung. Er hatte die Abicht sich zu seinem Bruder, der irgendwo im Mecklen but gischen Hütejunge ist, zu begeben und mit diesem den Raub zu teilen. Ohne mit der Wimper zu zucken, gab er u, baß er beabsichtigt hatte, seinen Stiefvater und seine Mutter zu töten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den jugendlichen Verbrecher zehn Jahre, um die menschliche besellschaft möglichst lange vor dessen bösen Trieben zu chizen. Der Gerichtshof erkannte aber nur auf vier, und der Vorsitzende sprach die Hoffnung aus, daß der Ange. Magte später in die Fürsorge- Erziehung kommen werde. Bu diesem Urteil schreibt uns unser Berliner C. B.- Mitarbeiter: Das Urteil des Gerichtshoses ist hart, sehr hart, nach wei Richtungen hin: erstens gegen den 12jährigen Verbredper, den es strafen, und zweitens gegen die menschliche Gesellschaft, die es schüßen will. Schon im Gerichtssaal wurden unter dem zahlreichen Publikum, das den Fall mit großem Interesse versolgte, dahin zielende Stimmen laut. Nicht daß sich jemand gefunden hätte, der nicht ebenso wie die Richter und der Staatsanwalt voller Abscheu auf die ruchlose Tat blidte, aber nicht ebenso beurteilte man den Charakter des Täters. Während nach der Meinung des Staatsanwaltes der Zwölfjährige möglich ft lange von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen bleiben sollte, meinte man, daß es besser gewesen wäre, den Versuch zu machen, ob sich nicht doch aus dem verwahelosten Jungen ein tüchtiges Glied ehen dieser Gesellschaft erziehen lasse. Nicht später solle die Zwangseriehung einsehen, sondern gleich. Davon hätte der Junge nicht minder Vorteil als die Gesellschaft. Endzweck der Strafe sei schließlich die Besserung, das hätte man nicht außer Augen lassen sollen. Habe der Bestrafte aber erst einmal Gefängnisluft gekostet, so sei es viel schwerer, ihn auf den rechten Weg zurückzufuhren. Und jetzt war es noch Zeit. Mag man sagen, was man will, von der Verranbplay 14, 3 St. tott heit und Berrohtheit des unseligen Knaben, auch in schön möblierte Zima: einen scheinbar so harten Herzen gibt es noch weiche, zuober ohne Pension: fängliche Stellen; das zeigte sich, als der Richter ihn ragte, ob er denn nicht daran gedacht hätte, daß er auch Bismarditrake 17. eine Schwester hätte ums Leben bringen können, die sich nfach und mehrere fh nur zufällig außerhalb des Hauses befunden habe. Seine immer, Mittelpunkt b: Nutr vort lautete: Wäre sie dagewesen, hätte ich es nicht getan." Also ist der Charakter des Kleinen doch noch nicht ort zu vermieten Marktplaß Nr. 5, Länglich der Liebe abgestorben. Ebenso spricht dafür der neinandergehende ſa Bug, daß er mit dem Raube zu seinem Bruder will, um irte Zimmer für 1 od: mit ihm zu teilen. Um die schrecklichen Verirrungen dieses mabengemüts verstehen zu können, ist es auch nicht unper sofort zu verin. 15 Walltborstraße 15. gebracht, an die Möglichkeit zu denken, daß unverstän lige oder gehässige Menschen die Kindesseele von früh an Bbl. Zimmer mit giftigen Ausreizungen gegen den Stiefvater verhett haben, wie es nur zu oft und leicht geschieht. Schwere Strafe mußte die verbrecherische Tat nach sich ziehen, das it sücher, schon um dem Täter die Ungeheuerlichkeit scharf bor Augen zu führen. Es mußte ihm aber auch die Mögieten. zu vermieten. Afterweg 59, II. chmöbl. Zimmer hermel, Bahnhof.. liertes Zimmerlichkeit offen gelassen werden, sie nicht nur zu fühnen, sondern sich auch zu bessern. Man hätte ihm die Strafe Kirchplay 6. tündigen müssen, zugleich aber die Mitteilung machen ohne Pension חן det 1868, gen. pollen, daß er vorläufig in Zwangserziehung genommen bürde, und daß, wenn er sich dort gut führe, er hoffen sume, sich den Erlaß der Strafe zu verdienen. Dann fitte man der Gerechtigkeit genug getan gehabt und zuleich gebessert. Nab und fern. Ein General als Lebensretter. Eine mutige Tal tollbrachte der Kommandeur des 17. Armeekorps, Ge er al von Braunschweig. Auf einem Spaziergange be jegmete ihm ein Gespann, dessen Pferde scheu ge borden waren. Der Wagen war schon zum Teil zer ümmert, und die Insassen schwebten in höchster Be bensgefahr, da sie im nächsten Moment an einen Baum her Stein geschleudert werden konnten. Ohne sich zu besinnen, warf sich der General den rasenden Tierer mtgegen, brachte sie zum Stehen und verhütete durch eine Geistesgegenwart und unerschrockenheit großes Inbeil. (!) Biernot in der Mark Brandenburg. Im Ober armimer Kreise wird das Bier teurer. 19 Brauereier nachen bekannt, daß sie vom 1. April ab infolge an au ernder Steigerung der Rohstoffe und Produktionsun often" die Preise für obergährige Biere im literweisen Berkauf ohne Zugabe festseßen wie folgt: Malzbier pro Liter 15 Pfg., Weiß- und Bitterbier 13 Pfg., Braunbier 10 Pfg. £ Das Massengrab der Gleiwiter Dyfer. Aus Oberschlesien wird gemeldet: Die 21 Opfer des Unglüds auf Königin Louise- Grube sind gestern beerdigt worden. Die Beteiligung an der Trauerfeier war eine gewaltige. Die Regierungs- und Zivilbehörde hatten Vertreter entsandt. Der Betrieb auf Königin- Louise- Grube ruhte vollständig, um allen Berufsgenossen der Dahingeschiedenen Gelegenheit zu geben, ihren Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. In einem Zimmer des Knappschaftslazaretts lagen die 21 Toten aufgebahrt. Der Raum war durch reichen Pflanzen- und Palmenschmuck und Errichtung eines Altars zu einer würdigen Totenhalle hergerichtet. Hier wurde die ergreifende Trauerfeier gehalten. Erschütternde Szenen des Jammers spielten sich an den Särgen der Dahingeschiedenen ab. Aus einer Familie des Bergarbeiters Emuda hatte der Tod Vater und Sohn nebeneinander gebettet. Dann setzte sich der endlos lange Zug unter Vorantritt der Musikchöre der verschiedenen Hüttenkapellen in Bewegung, Geistlichkeit an der Spize. 14 der Opfer nahm der katholische Friedhof in Zaborze in einem Massengrabe auf. Je einer der Toten wird in Antonienhütte, Bielschowiß und Deutsch- Zernitz begraben, während auf Wunsch ihrer Angehörigen fünf weitere nach auswärts in ihrer Heimat ihre lezte Ruhe finden. die ::: Ein pflichtvergessener Posten. In der Kaserne des Pionierbataillons Nr. 1 in Kalthof bei Königsberg kamen seit einiger Zeit Diebstähle vor, ohne daß die Täter ermittelt werden konnten. Jetzt ist es endlich gelungen, die Epißzbuben abzufassen, und zwar bei einem Einbruch in die Kantine. Es sind Leute der zweiten Kompagnie, die auf Wache waren, und der Posten vorm Gewehr machte den Anführer. Natürlich wurden die Täter sofort verhaftet und haben schwere Strafe wegen Wachtvergehens und Einbruchsdienbstahls zu gewärtigen. Durch böse Zung n in den Tod getrieben wurde die 18 Jahre alte Emma B. aus Reinickendorf. Man hatte ihren Eltern hinterbracht, daß ihr Geliebter, der 25jährige Schlosser M., mit anderen Mädchen verkehre. Emma sollte daher ihre Beziehungen zu ihm abbrechen und verließ infolgedessen die elterliche Wohnung, um sich im Spandauer Schiffahrtsfanal zu ertränken. M. wurde durch den Tod seiner Geliebten irrsinnig. Eine ähnliche Tragödie wird aus Laon gemeldet. Vor einigen Tagen stürzte sich dort eine junge Frau mit ihrem acht Monate alten Kinde in einen Gießbaß. Von ,, guten" Nachbarn wurde nun das Gerücht ausgestreut, daß an dieser Verzweiflungstat der Gatte und dessen Mutter schuld seien. Das Gerücht verbreitete sich immer mehr und regte die beiden Betroffenen dermaßen auf, daß sie sich das Leben nahmen. ) Einen neuen Frauenberuf hat die Pester Polizei entdeckt. Es gelang ihr nämlich, eine aus drei Frauenzimmern bestehende Einbrecherbande auf frischer Tat festzunehmen. Als die Diebesbande, der außer den drei Weibern noch ein berüchtigter Strolch angehört, gerade in ein Haus eingedrungen war, um dort mehrere Wohnungen zu plündern, schloß ein Detektiv das Tor, um die Diebe in der Falle zu fangen; es wäre iht hierbei jedoch beinahe schlecht ergangen, denn die kräftigen Frauenzimmer stürzten sich wie rasend auf ihn. Bald aber kamen dem Bedrängten drei Konstabler zu Hilfe, denen es erst nach hartem Kampf gelang, die Einbrecher festzunehmen. )[ Der Eisenbahnzug auf dem Eise.] Ein Zug der neuen sibirischen Bahn hat kürzlich den 1 Kilometer breiten Fluß Nonni, da die Brücke eingestürzt war, auf dem Eise überschritten, auf das die Geleise verlegt wurden. Die weiße Decke federte zwar unter dem ungeheuren Druck, aber sie hielt aus. Die Tragfähigkeit des Eises ist nicht mehr so erstaunlich, wenn man weiß, daß es auf den sibirischen Flüssen bis zu drei, ja selbst vier Meter dick werden kann. (?)[ Eine Gesellschafterin gesucht.] Unter dieser Spizmarte erschien jüngst in einem größeren englischen Blatte folgende Anzeige: Gesucht von einer der Pflege bedürftigen Dame eine Gesellschafterin, die sich nüßlich zu machen versteht. Sie muß häuslich, liebenswürdig, an zeitiges Aufstehen gewöhnt, hübsch und eine gute Pflegerin sein. Temperenzlerin vorgezogen. Kein Gehalt, aber behagliches Heim. Einige Tage später erhielt die Dame durch die Packetpost einen Korb mit dem Vermerk: Nicht stürzen! zugestellt. Als der Korb geöffnet wurde, fand sich darin eine gefleckte Katze vor. Um ihren Echwanz hatte sie das folgende Schreiben befestigt: Madame! Unter Bezugnahme auf Ihre Anzeige freue ich mich, Ihnen zu einer sehr nüßlichen Gesellschafterin verhelfen zu können, die bestimmt allen Ihren Anforderungen entsprechen wird. Sie ist stets häuslich, steht sehr zeitig auf, ist sehr liebenswürdig und hübsch. Da sie bereits Mutter mehrerer Familien ist, besigt sie große Erfahrungen als Pflegerin und ist dabei vollständige Abstinenzlerin. Auf Gehalt erhebt sie keinen Anspruch und verlangt nichts mehr als ein behagliches Heim. [ Amerikanischer Fußball".] Die ,, Chicago Tribune" bringt folgenden bezeichnenden Wis:„ Die elf Gegner haben verzweifelt um die Meisterschaft gestritten. Aber das Spiel war vorbei. Merkwürdigerweise ist niemand ohnmächtig vom Kampfplaz getragen worden. Es kamen feine Beinbrüche vor. Kein Spieler wurde kampsunfähig gemacht. Keiner zeigte Spuren auch nur der kleinsten Berlegung... Es ist prächtig," sagten die Zuschauer, aber es ist kein Fußball..." XX[ Osterlilien in den Vereinigten Staaten.] Die Osterfeier kann sich der Amerikaner nicht anders denken, als von einer wahren Verschwendung von Osterlilien begleitet, die von Bermuda in kolossalen Mengen eingeführt werden. Der jährliche Export von Osterlilienzwiebeln von dort nach den Staaten betrug in den letzten fünf Jahren 2500 000 bis 3 000 000, und da jede Zwiebel im Durchschnitt sechs Blüten trägt, braucht Amerifa 15 000 000 bis 18 000 000 Osterlilien jährlich zur Ausschmückung. Davon werden 60 Proz. während der Osterwoche gebraucht. (?)[ Ein Niesenwasserfall.] Während des kommenden Sommers wird die Eisenbahnlinie vom Kap nach Kairo", die sich schon 100 englische Meilen nördlich von Buluways erstreckt, die großen Viktoriafälle am Sambesi in der Mitte von Rhodesia erreichen. Die Fälle sind etwa eine englische Meile breit, das Wasser jällt 400 Fuß hinab, und wenn der Fluß voll ist, wird bie dort verschwendete Naturkraft auf 35 000 000 Pferdeträfte geschäßt, das ist etwa die fünffache Kraft des Niagarafalles. Fünf große Rauchsäulen steigen aus dem Abgrund, in den das Wasser fällt, empor; sie sind sɔ hoch, daß sie in einer Entfernung von zehn Meilen sichtbar sind, wie man das Tosen des Falls auch ebens>- weit hört. Bunte Chronit. Prinzessin Luise von Toskana soll ihre Entbindung auf dem Schlosse Brandeis an der Elbe erwarten; das Kind wird ihr nach der Geburt abgenommen werden, und sie selbst soll im adligen Damenstist am Hradschin ihre weiteren Lebenstage verbringen. Wie aus Stargard berichtet wird, hat der Bahnwär ter Hartfiel eingestanden, daß er den Tod seiner Frau und sieben Kinder, die bei einem Brande ums Leben ka men, selbst verschuldet habe. Der Verbrecher ist anscheinend vor Gewissensbissen halb wahnsinnig geworden. In dem Nürnberger Vorort Bleiwershof wurde die 76jährige Händlerin Babette Bock in ihrer Wohnung erschlagen aufgefunden; die Leiche war furchtbar verstümmelt, das Sparkassenbuch der Ermordeten geraubt. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. - Der Burenoberst Schiel, der bekanntlich fürzlich in Wien schwer erkrankte, ist soweit wiederhergestellt, daß er aus dem Sophien- Hospital entlassen werden konnte. - Von einem bedauerlichen Mißgeschick wurde eine Dame in Klausthal betroffen. Sie hatte sich eine ganz geringe Verlegung an einem Finger der rechten Hand zugezogen. Durch das Tragen gefärbter Handschuhe ent stand eine Blutvergiftung, die zunächst die Amputation bes betreffenden Fingers und schließlich des ganzen Unterarmes nötig machte. Aus dem Gerichtsfaal. § Ein Schmuggler wider Willen. Ein ganz raffinierter Schmuggel ist dieser Tage vor dem Schöffengericht in Waldshut( Baden) zur Verhandlung gekommen. Ein Wirt von Hohenthengen hatte regelmäßig einen Geistlichen an der Bahn abzuholen. Der Wirt oder sein Knecht, wenn dieser den Geistlichen fahren mußte, schmuggelten nun Zucker in der Weise ein, daß sie denselben unter dem Wagensiz, auf welchem nach Ankunft des Zuges der Geistliche Plaz nahm, unterbrachten. An der Zollstation nahm man mit Rücksicht auf die Wohlbeleibtheit des geistlichen Herrn, der natürlich völlig gutgläubig war, von einer Durchsuchung des Wagens, welche das Aussteigen des Pfarrers zur Vorausseßung gehabt hätte, Abstand. Da die nachgewiesene Menge des eingeschmuggelten Zuckers 200 Stilo betrug, lautete der Strasbescheid der Zollbehörde bei dem Zollsaß von 40 Mark für 100 kilo auf viermal 80 Mark gleich 320 Mart und Nachzahlung des Hinterzogenen Zolles. Von dem Schöffengericht wurde der Antrag auf gerichtliche Entscheidung zurückgewiesen. Kleine Gerichts- Chronik. Das Dortmunder Landgericht eröffnete das Hauptverfahren gegen einen Kaplan aus Fröndenberg und die Frau eines Sanitätsrates aus Düsseldorf wegen Entführung von Minderjährigen in ein belgisches Kloster. Der 21jährige Lustmörder Grabsch in Leipzig, der im Sommer das Schulmädchen Anna Klein erdrosselte und zerstückelt in eine iste packte, wurde für irrsinnig erflärt. Die Dyanen der Kennbahn. ( Von unserm Sport- Mitarbeiter.) Wie die ,, Könige" des Turfs, die Jockeys, eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Masse der Wettspekulanten ausüben, die von den Herren im Sattel nüßliche Winke" zu erhaschen suchen, so sind auch die Hyänen" der Rennbahn, die sogenannten Tipmacher, sehr gesuchte Persönlichkeiten. Was wird nicht alles in Tips gemacht! Die Sportjournale bringen für jedes Rennen Tips in bunter Mannigfaltigkeit und für ein paar Nickel bekommt der Rennbahnbesucher sogar gesammelte Tips aller Blätter schön in Rubriken eingeteilt. Sie sind natürlich eine scharfe Konkurrenz für die Tipmacher oder ,, Tipjungens", wie sie im Sportjargon genannt werden. Diese Tipmacher geben vor ,,, BerbinSungen" zu besigen. Sie haben immer ein paar ,, totsichere" Sachen aus dem Stall und teilen für Geld und gute Worte ihre Weisheit mit. Da erzählt der eine zum Beispiel, Trainer Soundso habe ihm gesagt, dieses oder jenes Pferd gewinnt ganz bestimmt, während sich seine Bekanntschaft mit dem Trainer darauf beschränkt, daß dieser dem Tipmacher im Winter, in der geschäftsLosen" Zeit, einmal einen Taler geschenkt hat. Ein anderer behauptet, er erfahre alles, was in einem bestimmten Stall vorgehe, ein dritter ist angeblich mit Jockey Warne oder Martin auf du und du, ein vierter schreibt seine Wissenschaft davon her, daß er für einen durch seine ,, Schiebungen" bekannten Wettstall die Wetten besorge, ein anderer schließlich behauptet, er rechne den Sieger aus. Alle diese Tipmacher sind im Winter sehr kleinlaut, und an den ersten Renntagen sind sie froh, wenn sie genug Geld für einen Hemdkragen zur Vervollständigung ihrer Toilette und für die Fahrt nach den Rennplägen zusammenbekommen. Aber bald bessert sich ihre Form". Nach wenigen Wochen gehen sie ganz elegant einher, und in der zweiten Hälfte der Frühjahrszeit, zur Derbyzeit, blüht ihr Weizen, wenn auch schon jetzt, wo die Rennsaison ihre ersten Fühler ausgestreckt hat, das Geschäft gut im Gange ist. Mit größter Gelassenheit und Frechheit behaupten die Tipmacher stets nach dem Rennen, es wäre unglaublich, wie man ein anderes Pferd hätte wetten können, als das, welches soeben gewonnen hat, aber vor Tische las man anders", da hatten sie ihrer Kundschaft ein ganz anderes Pferd getipt. Dadurch jedoch, daß sie zum Beispiel beim Siege eines Außenfeiters auf der Rennbahn laut ausrufen, sie hätten das Pferd gewettet, ziehen sie immer wieder neue Klienten an sich heran, zumal, da sie anscheinend den Beweis führen. Denn die richtigen, professionsmäßigen Tipmacher haben stets 20 Marttickets von allen Nummern des Totalisators in der Tasche. Wenn nun beispielsweise ein Pferd Nr. 7 gewinnt, auf das die Wettmaschine vielleicht 150 Mart für 10 Mart auszahlt, so ziehen sie triumphierend ein Totalisatorticket Nr. 7 aus der Tasche und zeigen es herum: Ja, seht, solche Tips habe ich!" Aber wenn sie die Karte genügend herumgezeigt und darauf ein paar neue Kunden erhalten haben, stecken siz das Ticket ruhig wieder ein und hüten sich wohl, es am Aber wenn sie die Karte genügend herumgezeigt und giltiges Ticket von früheren Renntagen, was natürlich von denen, die damit geködert werden sollen, keiner merft Ausschreiben. Für die Provinzial- Siechenanstalt werden noch Wärterinnen gesucht. Anfangsgehalt bei freier Station 300 Mark jährlich. Anmeldungen auf dem Verwaltungsbureau erbeten. Verwaltung der Provinzial- Siechen- Anstalt Oberbeffen. Bekanntmachung. Die am 7. I. Mts. angeordnete Sperre der Fran f- furterstraße, zwischen Hofmann- und Klinikstraße, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 11. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Es gibt aber noch ein anderes, sogar noch untrüglicheres Mittel für den Tipmacher ,,, auf sicher" etwas zu verdienen. Allerdings gehört dazu eine ausgebreitete Kundschaft und ein gutes Gedächtnis. Der Tipmacher bezeichnet nämlich jedem seiner Klienten ein anderes Pferd als Sieger und veranlaßt dadurch Wetten auf alle startenden Pferde. Da nun nach Adam Riese ein Pferd gewinnen muß, hat er auch in seiner Kundschaft mindestens einen Gewinner und von diesem holt er sich dann ein ordentliches Trinkgeld. Manche Tipmacher leben wochenlang, monatelang, ja, manchmal die ganze Rennsaison hindurch von einem Kunden, der sie vollständig ernährt und sie stets bei guter Laune zu erhalten sucht, um Tips zu bekommen. Schließlich bleibt der Kazenjammer nicht aus, aber was tut das dem Tipmacher? In der nächsten Saison kommen wieder neue ,, Freier", und das artige Spiel kann von neuem beginnen. Wie groß übrigens gerade in Deutschland der Hunger nach Tips ist, zeigt der Erfolg, den sogar englische und französische Tipster nie haben. So läßt sich gerade jetzt der ,, König der französischen Tipster" ein gewisser Dair, vernehmen: Sein tägliches Baroli ist immer gewonnen. Alleiniger Tipster, welcher den hohen Gewinn aller seiner Tips garantiert." Fast durch die Bank fündigen sie der staunenden Welt an, was sie in letzter Woche für gute Sachen" ihren Kunden telegraphisch gegeben haben. Selbstverständlich kann niemand ihnen nachweisen, daß sie geschwindelt haben. Wenn sich einer seiner Klienten beschwert, so kommt ent weder gar keine Antwort oder die Ausrede, das Tele gramm mit den guten Tips müsse verloren gegangen sein. Aber in Wirklichkeit dachte der Tipmacher garnicht daran, eine solche Depesche abzusenden. So wird das Geschäft dieser Hyänen der Rennbahn lustig fortblühen, denn diejenigen, die nicht alle werden, leisten ihnen treue Gefolgschaft, und das genügt schon, damit das seltsame Geschäft des Tipgebens seinen Mann gut ernährt. Vermischtes. >[ Fürstin Bismard als Wunderdoktorin.] Infolge des Prozesses Nardenkötter tauchen alle möglichen und unmöglichen Anekdoten von berühmten Kurpfuschern und Wunderdoktoren auf. Wenig bekannt dürfte es sein, daß auch die Gemahlin unseres eisernen Kanzlers zu den letzteren gehört hat. Fürstin Bismarck ließ jahrelang in der Zeit der heiligen Nächte", vom 24. Dezember bis zum 6. Januar, Elstern schießen, die zur Bereitung eines ,, unfehlbaren" Mittels gegen die Epilepsie gebraucht wurden. Sie ließ die Elstern mit vollem Federschmuck und Eingeweiden im Backofen langsam verbrennen, bis nur ein Häuslein Asche davon übrig blieb. Dieses bekamen dann Epileptische ein und ste s soll Heilung eingetreten sein. Ohne an dem guten Glauben der Heilenden und Geheilten im geringsten zu zweifeln, ist doch wohl anzunehmen, daß Autosuggestion bei diesen Elsterkuren die Hauptrolle gespielt hat. [ Ein Pathenfind der Königin Draga.] Aus Belgrad wird geschrieben: Ein Bauer aus Jagodina namens Pero Predajics hat sich an die Königin Draga mit dem Bittgesuche gewendet, bei dem vierzehnten Mädchen, welGaskoks, In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. d. Mts. wurde beschlossen, die am 10. April d. I. festgesetzten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis für Nußkoks, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herabgesezt wird. sodaß die Nußtoks Nr. 1 und 2 jetzt gleichen Preis haben. Die Kokspreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: 1,10 Mr. Stück- Boks Buß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede= nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Br. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte.. 1,25 Mf. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit 1,25 Mr. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Bußkoks Nr. 1 Nußkoks Nr. 2 1,05 Mr. 1,20 Mr. 1,20 Mr. Stückkoks 1,00 Mr. Nußkoko Nr. 1 uhkoks r. 2 1,15 Mr 1,15 Mr. Die Gartenstraße, zwischen Südanlage und Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Löberstraße, wird wegen Vornahme von Walzarbeiten von Dienstag, den 14. I. Mts. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt Gießen, am 11. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Tiefenweg 13, bei der früher Lindenstruth'schen Hofraite ist eine geräumige Werkstätte alsbald zu vermieten. Näheres bei der Bürgermeisteret Zimmer Nr. 15. Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner NB. Sofern das Verbringen der Koks bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerplätze( Keller, Stall 2c.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. berechnet. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Koke statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der ches ihm seine Ehe bescheerte, die Pathenstelle zu übernehmen. Königin Draga hat dieser Bitte zugestimmt, und wird das Bauernmädchen nach seiner königlichen Bathin benannt werden. )[ Eine eigenartige Flottenschau] wird während des Aufenthalts des Königs Eduard von England auf Malti im dortigen Hafen stattfinden. An ihr werden Schiffs typen aller Zeiten und aller Länder teilnehmen: Goleeren, chinesische Thaus usw. Die merkwürdige Berantaltung wurde nach Zeichnungen des Admirals Dom oille von einem Komitee von Seeoffizieren vorbereitet. Der König wird Donnerstag in Malta erwartet. )[ Die Ostereier des Saitaphernes.] Es war vorauszu sehen, daß die Pariser Industrie die kurzweilige Geschicht von der gefälschten Tiara des Saitaphernes für ihre Zwecke ausnußen würde, und so sah man denn auch bei allen Pariser Zuckerbäckern Ostereier, die die Form da berühmten Tiara hatten; eigentlich waren es immer wei Tiaren, die unten an der Basis verbunden waren. Die meisten dieser Atrappen sind aus vergoldetem Papp deckel angefertigt. Den Vogel schoß aber ein Papier händler ab, dessen Schaufenster stundenlang von einer großen Menschenmenge umlagert wurden: hatte doch alles, was dort ausgestellt war, die Form der berühmten Tiara! Man sah dort Tiaren aus vergoldetem Metall, die als Tintenfässer, Briefbeschwerer, Zündholzschachteln u. s. m zu verwenden waren. Am drolligsten war aber eine Inschrift, die auf diese Kostbarkeiten hinwies, sie lau tete: ,, Tiaren des Saitaphernes! Echt falsche Reprodut tionen!" (!) Schlechtes Festweiter gab es diesmal in ganz Deutsch land. Aus den verschiedensten Gegenden werden heftige Schneefälle gemeldet. Noch weniger glimpflich aber ging es vährend der Ostertage im Auslande zu. Aus Budapest wird gemeldet: Der infolge anhaltenden Regens ange schwollene Teernovafluß hat einen großen Teil der un garischen Stadt Csakathurn im Komitat Zala über schwemmt. Auf der Messe in Vincennes stürzte der Sturm eine Schaubude um, wobei sieben Per sonen verlegt wurden. Infolge des herrschenden Stur mes stürzte auf dem Turnplay in Marseille ein Gerüst zusammen, wodurch neun Turner mehr oder weniger chwere Verlegungen erlitten.- Im Atlantischen Ozean jeigt sich massenhaft Eis, sodaß alle großen Schiff fahrtslinien ihren Kurs vorderhand weiter südlich verlegten. [ Das Erdbeben als Streifbrecher.] Folgendes Ge schichtchen wird aus Grasliz in Böhmen gemeldet: In einem Gasthause opferte eines Abends e in Gast ein Zweihellerstück und warf es in den Musikautomaten. Doch dieser hatte keine Lust zu spielen; der Zweiheller blieb auf halbem Wege stecken. Auch die Gäste küm merten sich nicht weiter um den streikenden Automaten und gingen bald nach Hause. Doch gegen Mitternacht, als alles schlief, erschütterte plötzlich ein heftiger Erdstoß das ganze Haus, und entsetzt sprangen der Gastwirt und seine Familie aus den Betten. Wie sehr wurde aber der Schreck vermehrt, als auch der Automat sich zu regen begann. Der Erdstoß hatte das Zweihellerſtüd bollends hinabgeschüttelt, was der Automat prompt quit tierte, indem er einsetzte: Komm' herab, Madonna Theresa... Man verlange: 1 GRECOGNAC Aerztlich empfohlen. Bur Frühjahrs- Saison reizende Neuheiten in Knaben- Garderoben. Besichtigung meiner großen Auswahl ohne Kaufzwang. Der Aufschwung den diese Abteilung meines Geschäftes in den letzten Jahren zu verzeihnen hat, liefert d n glänzendsien Beweis für Reellität u. Billigkeit. Für Herren und Jünglinge Sacco- Anzüge, Gesellschafts- Anzüge, SommerPaletots, einzelne Hosen. Grosse Vorteile durch bedeutende Einfäufe nur gediegener Fabrifate, welche zu wirk lich billigen, aber festen Preisen abgebe. Anfertigung nach Maak. Auswahlsendungen ber eitwilligst Sinneuer Haushaltungs- Kaffee: Kleinverkauf unserer Gaskots J. Schmücker Nacht. 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