Nr. 87 Erstes Blatt. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Saus gebracht 60 Pfg., burch bie Boft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. ratiebellagen: Oberheffische Familienzeitun täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags Mittwoch, den 15. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jatertionsprei& Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi gang Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfs fenfi 15 Vfg.: Reklamen die Betitzelle 30 refp. 40 i Boftzeitungsliste No. 3869. Rebaltion und Expedition: Gießen Nenenweg 30. Fernsprechenfish A, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein neuer Skandal in frankreich. Das Sensationsbedürfnis der Franzosen findet wieder seine Befriedigung. Im Petit Dauphinois", rünem französischen Blatte, erschien dieser Tage ein Artitel, der den Sohn des Ministerpräsidenten Combes, Ebgar Combes, der Bestechlichfeit beschuldigte. Edgar Combes sollte dem Karthäuserorden, der in Frankreich burch das Kabinett Combes verboten worden ist, angeboten haben, er wolle ihm die Erlaubnis zur Niederlaffung in Frankreich erwirken, wenn der Orden dafür Million Francs zahlen wolle. Die Sache klingt nicht jo unglaublich. Einmal muß dem Orden, der bekanntlich große Einnahmen aus der Fabrikation des betannien Chartreuse" zieht, daran gelegen sein, in Frankreich zu bleiben, und es konnte ihm danach auf tine Million nicht ankommen. Zum andern ist Herr Combes als Sohn des Ministerpräsidenten der Mann, bert Orden die Erlaubnis zum Bleiben zu erwirken, und brittens ist Herr Combes dafür bekannt, daß er Gelb liebt und braucht. Bemerkenswert ist auch, daß ber Redakteur des Petit Dauphinois" sich öffentlich erboten hat, den Beweis für die Wahrheit seiner Behauptungen zu erbringen. Combes hat jetzt, der öffentlichen Meinung gehorchend, den Strafantrag gegen das Blatt gestellt; man wird abwarten müssen, ob der Prozeß überhaupt zur Verhandlung fommt, und wenn das, was nicht eben wahrscheinlich ist, geschieht, so wird noch immer die Frage sein, wie Herr Combes dabei abschmeidet. Uebrigens hat die ganze Enthüllung noch einen pikanten Beigeschmac: Man vermutet nämlich, daß ihr direkter oder indirekter Urheber, der Generalgouverneur von Algier, Revoil, ist, der jetzt plötzlich den Atschied genommen hat. Edgar Combes sollte nämlich zum Ministerresidenten in Tunis ernannt werden; Herr Reboil, der darin eine Gefahr für seine cigene Karriere fah, widersetzte sich dem, und da er in den Verdacht geriet, dem ,, Petit Dauphinois" das Material zu desen Enthüllungen über Combes geliefert zu haben, so muzte er gehen. In Paris sieht man der Aufhellung ber Sache mit begreiflicher Spannung entgegen. Die Politik Der Zweck heiligt die Mittel. Graf Paul v. Hoensbroech, der bekannte ehemalige Jünger und seßige Bekämpfer des Jesuitenordens, hat eine eines komischen Beigeschmacks nicht entbehrende Herausforderung an einen seiner intimsten Gegner, den Trierer Kaplan und Abgeordneten Dasbach ergehen laffen. Herr Dasbach hatte in einer in Rixdorf abge haltenen Versammlung am 31. März erflärt, er wolle dermjenigen 2000 Gulden zahlen, der den Nachweis er bringe, daß der Grundsatz ,, Der Zweck heiligt das Mittel" sich in jesuitischen Schriften finde. Graf Hoensbrovech will Herrn Dasbach jezt beim Wort nehmen; er macht sich anheischig, den von Dasbach geforderten Rachweis zu erbringen. Vor sechs von Herrn Dasbach zu ernennenden Schiedsrichtern, drei Katholiken und drei Brotestanten, die aber sämtlich deutsche Universitätsprofefforen sein sollen, will er diesen Nachweis führen, bei Stimmengleichheit der Schiedsrichter soll ein siebenter, jüdischer Universitätsprofessor den Ausschlag geben. Kaplan Dasbach soll sich, so verlangt Graf Hoensbroech weiter, verpflichten, das Ergebnis des Schiedspruches, wie es auch lauten möge, in einer Anzahl von Zentrumsblättern abdrucken zu lassen. Am Schlusse liefer eigenartigen Herausforderung droht Graf Hoensbroech seinem Gegner: Wenn dieser innerhalb 4 Wochen auf die Herausforderung nicht irgendwie antworte, verde er, Hoensbrǝech, das als ein Zugeständnis anthen, der fragliche Grundsatz finde sich in der Tat in esuitischen Schriften. Herr Dasbach wird aller Vormussicht nach auf diesen Vorstoß des Grafen nicht schweien; als völlig ausgeschlossen darf es aber gelten, daß sich auf den Vorschlag des ehemaligen Bruders von ler Gesellschaft Jesu einlassen sollte. Die Herausforerung wird vielmehr lediglich einen Jesuitenkrieg entfeln, der irgend welchen praktischen Wert für die Beurteilung der Frage, wer von beiden im Recht sei, ficht haben wird. Einen russisch- türkischen Konflikt droht der an dem russischen Konsul Schtscherbina verübte Reuchelmord heraufzubeschwören. Der russische Botschafer in Konstantinopel, Sinowiew, hat, wie am Goldenen porn verlautet, dem Sultan zu verstehen gegeben, die Geduld des Zaren sei zu Ende; der Mord an dem Konsul eische eine ernste Sühne, und auch mit der Ausführung der russisch- österreichischen Reformvorschläge müsse es anders werden, wenn Rußland nicht selbst eingreifen solle. In diplomaischen Kretisen vermutet man, der Botschafter erde dem Sultan demnächst besondere Forderungen Rußlands übermitteln. Natürlich ist die Pforte über diese harfe Sprache Rußlands höchst unglücklich. Aber zu inem Eingehen auf die berechtigten Forderungen der Betersburger Regierung scheint sie sich troẞdem nicht entschließen zu können. In Petersburg sieht man der Weiterentwicklung der Dinge mit großer Besorgnis entge zen, um so mehr, als die Lage in Mazedonien von Tag zu Tag unerträglicher wird. Die bulgarischen Banden durchziehen mordend und jengend das Land, überfallen die Posten und liefern den türkischen Truppen alle Augenblicke Scharmüẞel. Auch die Tynamitanschläge hören nicht auf. Jüngst wurde erst wieder auf dem Zollamt in Sa( onifi ein harmlos aussehender Reisekoffer als Dynami- behälter entdeckt: der Koffer hatte einen doppelten Boden; in dem Hohlraum befand sich Dynamit genug, um das ganze Zollamt in die Luft gehen zu lassen. Angesichts solcher Zustände wird die Notwendigkeit, dem Treiben der mazedonischen Aufrührer zu steuern, von Tag zu Tag dringlicher. Ein großer Sieg Buhamaras. Die Aussichten des Sultans Abdul A iz, der Revolu tion in Maroffs Herr zu werden, sind auf den Nullpunkt gefallen: Bu Hamara hat in den Ostertagen einen großen Sieg erfochten, der ihn zum Herrn des ganzen nördlichen Marokko macht. Am Ostersonntag haben die Anhänger Bu Hamaras einen Teil der Umwallung d.s vou Sultanstruppen gegen sie verteidigten Forts Frajana in die Luft gesprengt; 40 Mann tamen dabei ums Leben. Durch die Bresche drangen die Buhamaraleute in das Fort, und ein großes Gemezel begann. 150 Mann von der Besaßung wurden niedergemacht, den anberen gelang es, sich auf spanisches Gebiet nach Melilla- zu flüchten, wo sie auch Aufnahme fanden, nachbem sie entwaffnet waren. Bu Hamara versolgte sie lis zur Grenze des spanischen Gebiets. Tie kunde von dem Erfolg Bu Hamaras, den noch mehr auszunuzen er nur durch Streitigkeiten über die Teilung der Beute gehindert wurde, verbreitete sich schnell; die Folge war, daß ein anderer Führer der Sultanstruppen, Muley Arafa, der Dheim des Sultans, mit seinen Leuten ohne SchwertStreich auf algerisches Gebiet entfloh. Bu Hamara ist mit ber Verfolgung der Flüchtigen beschäftigt. Wenn er nicht die große Untlugheit begeht, die algerische Grenze zu überschreiten und dadurch Frankreich gegen sich mobil zu machen, dürfte dem Sultan kaum eine Aussicht bleiben, die Rebellion mit Waffengewalt niedergerungen zu sehen. Er scheint freilich noch immer mit der Möglichfeit zu rechnen; so ist er z. B. mit England wegen Ankauss mehrerer englischer Kriegsschiffe in Unterhandlungen getreten, mit denen er die Riffpiraten heimsuchen will. Soldatenkrawalle in Peking. zu Ausschreitungen deutscher und österreichischer Soldaten ist es, wenn man dem Reuterbureau glauben darf, in Peking gekommen. Eine Wirtshausstreitigkeit zwischen etwa 50 deutschen und ebensoviel österreichischen Soldaten artete auf der Straße zu einer Schlägerei aus. Die Streitenden gingen mit nütteln, Messern und anderen Waffen gegeneinander los. Eine Menge Chinesen sahen dem Streite zu. Eine deutsche Kompagnie mit aufgepflanztem Seitengewehr und eine österreichische Patrouille trennten die Kämpfenden und säuberten die Straße. Mehrere der Kämpfenden mußten in das Hospital gebracht werden. Näheres über den Vorfall wird man ja wohl bald erfahren. Aus der Meldung des Reuterbureaus, die Ruhestörer hätten nur mehrere Wochen Kasernenarrest erhalten, scheint sich zu ergeben, daß von besonders schlimmen Ausschreitungen nicht die Rede sein lann. Kurze politische Wachrichten. * Kaiser Wilhelm hat den Prinzen Karl und Harald von Dänemark den schwarzen Adlerorden berliehen. * Der Siebente Internationale Landwirtschaft. liche Kongreß ist am Ostersonntag in Rom eröffnet worden. Das Königspaar nahm an der Eröffnungssigung teil. Am ersten Beratungstage wurde in der vorberei tenden geschäftlichen Sigung beschlossen, den vom Vorsizenden des deutschen Landwirtschaftsrats eingebrachten Antrag auf Bildung eines handelspolitischen Kar tells der europäischen Staaten gegen Amerika als noch nicht spruchreis von der Tagesordnung abzusehen. * In San Remo wurde der frühere deutsche Offizier Hellmut Wessel aus Westpreußen verhaftet. Er wurde seit längerer Zeit von der deutschen Regierung vegen Betruges, Spionage, Verkaufs deutscher Festungspläne an eine andere europäische Macht steckbrieflich berfolgt. Wessel protestierte gegen seine Festnahme auf Das lebhafteste und erging sich dabei in Beschimpfungen des Deutschen Kaisers und des Deutschen Reiches. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser machte gestern vormittag eine Pro menade im Tiergarten, hatte im Auswärtigen Amt ein Besprechung mit dem Staatssekretär Freiherrn v. Richt hosen und hörte im königlichen Schloß die Vorträge dei Chess des Militärkabinetts und des Admiralstabes. Di Raiserjacht Hohenzollern erhielt Bejeyt, am Freitag vor Kiel nach der Elbe abzudampfen, um dem Kaiser anläßlich der Einweihung des Hamburger Kaiserdenkmals zur Verfügung zu stehen. Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich haben sich von Athen nach Delphi und Olympia begeben, um die dortigen Ausgrabungen zu besichtigen. Am Ostermontag nahmen die Prinzen an der Ostermesse in der königlichen Rapelle zu Athen teil. Abends fand im Schlosse ein Galadiner statt, welchem der Premiermi nister, der Minister des Auswärtigen und die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft beiwohnten. Der König über reichte dem Kronprinzen und Prinz Eitel Friedrich das Großkreuz des Erlöserordens. Prinz Heinrich von Preußen wird, einer Melbung aus Kiel zufolge, unmittelbar nach Beendigung der Frühjahrsreise des von ihm befehligten ersten Geschwaders bas Kommando über dasselbe definitiv abgeben und bas Kommando der Marinestation der Ostsee von Admiral von Koester übernehmen. Aus diesem Anlasse findet am 27. d. M. im löniglichen Schlosse zu Kiel eine Abschiebsfestlichkeit mit anschließendem Ball statt, an welcher samtliche Offiziere des ersten Geschwaders mit ihren Damen teilnehmen werden. Nab und Fern. ( 2) Der Kranz des Kaisers. Die gräflich Trautmanns. dorffschen Familiengrüfte( St. Annengrüfte) bei Bi. schofteiniz in Böhmen wurde dieser Tage von Einbre chern heimgesucht, wobei den Dieben außer einer wert vollen Altardede die kostbare Goldfransenschleife des Kranzes, den Kaiser Wilhelm auf den Sarg des in dieser Gruft beigesetzten ehemaligen österreichischen Her renhauspräsidenten Grafen Ferdinand Trautmannsdorfs seiner Zeit niederlegen ließ, in die Hände fielen. Als Täter wurde ein Zigeuner und seine Geliebte ermittelt und verhaftet. † Maßregeln für die Sicherheit ier Bergleute. Die jüngste Katastrophe auf der Königin Luise- Grube in Oberschlesien, der, wie gemeldet, 21 brave Bergleute zum Opfer, fielen, ist nach einer amtlichen Befanntmachung aller Wahrscheinlichkeit nach dadurch hervorgerufen worden, daß entgegen den Bestimmungen des Paragraphen 178 Abs. 1 der Betriebsordnung die Bohrlöcher mit Kohlenstaub oder Kohle verstopft wur den, was eine Kohlenerplosion zur Folge hatte. Die Königliche Bergbehörde macht daher jetzt auf die strik teste Befolgung dieses Paragraphen alle Häuer noch mals nachdrücklich mit dem Bemerken aufmerksam, daß Zuwiderhandlungen unnachsichtig mit Entlassung ge ahndet und außerdem bei der Königlichen Staatsanwaltschaft Etrafanzeige erstattet werden wird. Ferner wird es jedem Arbeiter zur Pflicht gemacht, Verstöße gegen den Paragraphen 178 Abs. 1 zur Kenntnis der Bergbehörde zu bringen; die Unterlassung einer solchen Anzeige hat die sofortige Kündigung des Betreffenden zur Folge. (-) Kohlenfischerei. Eine gute Ernte machten eine An zahl Hamburger Hafenarbeiter. Bei St. Pauli fenterte eine mit 15 000 Zentner Kohlen beladene Jolle. Diese ganze auf Grund gesunkene Kohlenladung wurde von ,, Kohlenfischern" geborgen und nach Muttern gebracht. (-) Ein Vermögen in der Gosse. In einem Ansall bon Wahnsinn warf in Frankfurt a. M. ein Berliner Kaufmann sein ganzes Vermögen auf die Straße. Der Bedauernswerte riß plößlich un er wirren Reden seinen Ueberzieher auf und begann sein ganzes Geld, das er auf der Reise einkassiert hatte, umherzustreuen. Die Summe bestand aus 40 000 Mt. in Wertpapieren und Kupons, 2000 Mt. in Hundertmarkscheinen und einem mit Goldstücken gefüllten ledernen Beutel. Sofort herbeigeholte Echußleute sorgten für Bergung des ausge streuten Geldes und brachten den Jersinnigen zunächst nach dem Polizeigewahrsam, von wo aus er späier einer Anstalt zugeführt wurde. Suggerierter Selbstmord. Eine etwas sonderbar flingende Geschichte wird aus Lodz gemeldet. Vor eini ger Zeit fam eine junge Dame, die sich vor etwa einem Jahre nach Warschau verheiratet hatte, völlig ge brochen und siech zu ihren Eltern nach Lodz zurück. Was am meisten auffiel und den Eltern den größten Kummer verursachte, war, daß die sonst lebenslustige Dame geradezu menschenscheu geworden war, jeden Umgang mied und immer leise vor sich hinweinte, dabei fortwährend nach dem Tode sich sehnend. Man beriej alle möglichen Aerzte, aber feiner wußte Rat, bis endlich ein junger Reservearzt auf die Idee verfiel, es mit Hypnose und Suggestion zu versuchen. Anfangs sezte die Arante hartnädigen Widerstand entgegen, schließlich wurde sie aber doch in tiefen hypnotischen Schlaf gebracht. Sie gestand nun, daß ihr Gatte sie vor einem halben Jahre gegen eine überaus hohe Eumme bei einer ausländischen Versicherungsgesellschaft eingekauft hätte. In der Polize ist ausbedungen, daß die Versicherungs. blaßt. ,, Eie stammelte sie in höchster Bewegung. Sie verdammen mein Mütterlein nicht?" atmende Brust. Sie war bis in die Lippen hinein 3hre beiden Hände preßten sich gegen die wir es heut auch tausendmal Unrecht nennen." benn nebte an das Recht, weldjes er verfocht, wenn milden Richter im Fenseits gefunden haben, gar einen" Eie verstuminte dich, einen Ewertran für eine Erflärung abgegeben und das Du brauchst ihn nicht au Dem empörten Blick Ulrichs. sie sehr scharf zurück. Warterin orgen." ..ch bitte ters bor gehängt ren int Hause, oder hatre. schwer erties er ich E der Arzt feire getan, beruhige dich nötigste werbe erschöpft zu sein! bei seinen Besuchen zurückzuziehen pflegte. Höflicher Gruß für die Pflegerin, eine Frage nach halb dem Fenster zugefehrt, in dessen Nische ich Benedikta Ein kurzer beiderseitigen Befinden, damit schienen ihre Bech ihre Er saß wie immer an dem tranfentaner, den Rücken ( Fortsetzung folgt.) ist und mit zeiten ist nur ein beiten zur Veröffentlichung angenommen worden. Enttäuschungen und Sorgen, über die färglichen Mahlfeinem Talent haben ihm hinweggeholfen über all die jugendlicher Enthusiasmus, die feste Ueberzeugung von Und wenn einmal Küchenmeister Schmalhat. Während des ganzen leßten Jahres Sein Honorar chwindend einer Prozentsaß seiner ArSehnsucht auf die dreißig oder vierzig Mart • Betäubten billige Sigg summe auch dann an den Gatten, zu dessen Gunsten die Versicherung abgeschlossen worden ist, ausbezahlt werden muß, wenn die Versicherte nach Ablauf eines Jahres durch Selbstmord enden sollte. Und nun begann der Gatte ein teufliches Geschäft. Er hypnotisierte seine Frau und suggerierte ihr fortwährend, daß sie an dem und dem Tage, nach Ablauf des Versicherungsjahres, einen Selbstmord zu begehen habe. Zugleich befahl er ihr, im wachen Zustande alles zu vergessen, was er ihr suggeriert hatte. Dieses Zerstörungswerk gelang vorzüglich, die Frau verfiel immer mehr und mehr, Selbstverständlich haben die Eltern der Unglücklichen sofort die nötigen Schritte zur Scheidung ihrer Tochter getan; die junge Dame selbst hat sich in ein ausländisches Eanatorium begeben. Der saubere Herr Gemahl aber sigt in Paris und wagt sich nicht nach Lodz zurück. (?) Ein Blinder als Doktor der Rechte. In einer Wiener Anstalt wurde ein früherer Offizier, den das Unglück getroffen, plöglich zu erblinden, mit Hilfe einer eigens für ihn erdachten Methode so weit gefördert, daß er an der Universität Krakau die juristischen Studien wieder aufnehmen konnte, denen er sich vor seinem Eintritte in die Armee gewidmet hatte. Er legte die Rigorosen und Staatsprüfungen mit gutem Erfolge ab und wurde kürzlich zum Doktor juris promoviert. ):( Eine traurige Kriegserinnerung. Das Flaggschiff des spanischen Admirals Montɔjo ,, Reina Cristina", das in der Seeschlacht bei Manila gegen die Amerikaner am 1. Mai 1898 gesunken war, ist jetzt gehoben und auf den Strand geschafft worden. In dem Schiffe wurden etwa 80 felette von Mannschaften des Schiffes gefunden. Ein Offizier, welcher den Degen in der Scheide an der Seite trug, war von 15 Kugeln getroffen worden. Die Amerikaner beabsichtigen, die Überreste der Gefallenen nach seemännischem Brauche in das Meer zu versenken, die Spanier wünschen jedoch, dieselben in der Heimat zu bestatten. (!) Kannibalismus. Auf Sachalin wurden Mitte Februar zwei Etrolche verhaftet, in deren Tornistern man Stücke Menschenfleisch vorfand. Wie russischen Blättern aus Port Alexandrowski gemeldet wird, hat die Untersuchung ergeben, daß die Etrolche zwei ihrer Gefährten getötet und sich von deren Fleisch genährt haben. Die Mörder sind Kirgisen. Das Verbrechen ist in der Nähe des Wladimirski- Bergwerks verübt worden, in einer durchaus nicht so menschenleeren Gegend, daß die Etrolche nicht hätten Nahrung erhalten können. Die Umstände lassen vermuten, daß man es mit gewohnheitsmäßigen Menschenfressern zu tun habe. Es gelang, die Leichen der Ermordeten zu finden; an ihnen fehlten Herz, Leber und die Finger. ::: Rote Dstern. Eine Reihe von Bluttaten werden von den Ostertagen gemeldet. Bei Nakel wurde der Landwirt Schefflach wegen eines geringfügigen Streites von dem Müller Mechydle erschossen. In Grünberg wurde am Ostermontag der Schmied Ludwig von einem 20jährigen Arbeiter bei einem Streit erstochen. Der Täter entfloh, wurde aber bald erwischt. Der Erstochene ist Familienvater. In Essen erstach in der Osternacht der Fähnrich zur See Hüssener auf der Straße den Einjährigfreiwilligen der Infanterie Hartmann im Etreit. Hartmann soll angeblich nicht gegrüßt haben. Beide waren Schulkameraden. Auf dem Gute Ferienthal bei Rodalben schoß der Gutsbesizer Reeb seine beiden Knechte nach vorausgegangenem Streit nieder, weil ein Knecht ein Pferd geritten. Beide Knechte wurden schwer verletzt. (?) Die Todesmaske. Auf eine ungewöhnliche Art beging in Berlin die Chansonette Emma Weber Selbstmord. Sie hatte sich aus drei Drahtstäben und Watte eine Maske gemacht, diese mit Chloroform getränkt, mit Barchent überzogen und dann auf das Gesicht gelegt und darüber noch die Bettdecke gezogen. Die Lebensüberdrüssige hatte einen Brief hinterlassen, in dem sie ,, Lug und Trug" eines Verehrers als Grund für den verhängnisvollen Schritt angab. ( 1) Leopold Wölfling, der frühere Erzherzog Leopold von Toskana und Bruder der Exkronprinzessin von Sachsen, hat sich jetzt endgiltig mit dem Hause Habsburg und Toskana auseinandergesetzt. Er erhielt eine einmalige Abfindungssumme von 200 000 Francs und eine jährliche Rente von 30 000 Francs auf Lebenszeit aus den Privatmitteln des Hauses Toskana. Dafür leistet er, wie bekannt, auf alle Titel und Würden, sowie etwaige Erbrechte völlig Verzicht. Er behält den Namen Wölfling und erwirbt die Schweizer- eventuell eine andere fremde Staatsbürgerschaft. Auch erklärt er, in die österreichisch- ungarische Monarchie nie wieder zurückzukehren. Herr Wölfling, der mit seiner Geliebten, Wilhelmine Adamowich, noch in Montreux weilt, soll Frühlings- Offenbarung. Neues Leben, grünend, blühend, Brangt auf buntbemalter Flur, Und die Gottheit, liebesprühend, Wandelt sacht durch die Natur. Abgestreift sind alle Hüllen, Die des Winters Nacht umschloß, Und die Blütenkelche füllen Honigseim in ihrem Schoß. Dies weiß die geschäft'ge Biene: Summend saugt sie süßen Saft; Foher Jugend Engels- Miene, Kündet neu erwachte Kraft. Ein geheimnisvoll Bewegen 8ttert mild durch Busch und Hain, Dort im Apfelblüten- Regen Küßt der Maien Sonnenschein. Zephir haucht in sanfte Wellen Ueppig grüne, junge Saat; Menschenherzen überquellen Hoffnungsvoll zu guter Tat. Eilt hinaus mit mir Ihr Brüder! Horcht der Vögel Lust- Gesang, über den endgiltigen Abschluß der Affäre und vor allem über die baren 200 000 Francs sehr erfreut sein. Er befand sich schon in ziemlich bedrängter Lage. Von Fräulein Adamowich wird er auf längere Zeit Abschied nehmen, er rüstet sich zur Abreise, vielleicht auf Nimmerwiedersehen. * Schon wieder eine neibliche Diebesbande! Das Einbrechertum scheint jetzt unter den Frauen immer mehr Anhänger zu gewinnen. Nachdem kürzlich die Bester Polizei drei Frauen bei einem Einbruche ertappt hat, ist es nunmehr der Petersburger Polizei gelungen, eine große, aus 18 Köpfen bestehende weibliche Diebesbande aufzuheben. Der Bande wurden bereits viele Einbruchsdiebstähle nachgewiesen. Man glaubt auch, daß der sensationelle Betrug, der bei einem Petersburger Juwelier von einer Dame ausgeführt wurde, die in einem Hofwagen vorfuhr, von einem Mitgliede der Bande verübt wurde. Bei den Haussuchungen wurden bis jetzt Juwelen im Werte von über 30000 Rubel vorgefunden. Das Haupt dieser Diebesbande ist ein Mädchen von 17 Jahren. Ihre männlichen Kollegen brauchen sich aber nicht zu verstecken. In Berlin wurde eine Einbrecherbande dingfest gemacht, die sorgfältig organisiert war und einen ,, kaufmännischen" und einen ,, technischen" Leiter hatte. Sie betrieb als ,, Spezialität" Einbrüche in Komptoire und Fabrikräume. Mehr als 30 solcher kaufmännisch- technischen Unternehmungen sind den Herren Sozien schon nachgewiesen worden. Bunte Chronik. An der Bonner Universität haben jezt zum erstenmale zwei Damen die ärztliche Staatsprüfung abgelegt. Beide Damen, Frl. Frieda Busch und Frl. Hermine Edenhuizen, bestanden die Prüfung mit der Gesamtzensur ,, Sehr gut". - Auf der Unterelbe bei Wewelsfleth ist die Schleppbarkasse Teut" des Ewerführers John Hagen gesunken. Der Maschinist Uder und der Sohn des Besizers, Willi Hagen, sind ertrunken. -In Budapest wurde die Näherin Julie Kubanzi ermordet aufgefunden; mehrere Schmuckgegenstände waren geraubt. Der Tat dringend verdächtig ist der 22jährige Tischlergehilfe Leopold Mepornizky aus Wien, der seit dem Morde spurlos verschwunden ist. Durch einen Teil der englischen Presse läuft die Nachricht, daß Miß Helena Roosevelt bei Slough Creet einen Puma gejagt und getötet habe. Nach anderen Berichten hat jedoch Präsident Roosevelt in der Nähe von Helena im Yellowstone- Part einen Silberlöwen getötet. - Im Lagerhof der Compannia Transatlantica in Cadiz, in dem 4500 Faß Petroleum aufgestapelt sind, ist eine Feuersbrunst ausgebrochen. Da sich nur 30 Meter vom Lagerhof entfernt ein Pulvermagazin besin. det, wurden alle Maßnahmen zum Schuße desselben ge troffen und Gräben angelegt, um das brennende Petroleum fortzuleiten. Eine Asphaltblume. na- Zur Frage des unlauteren Wettbewerbs.- CB. In der gestrigen Reichstagssigung wurde anläßlich einer Petition über den unlauteren Wettbewerb mentlich von Abgeordneten der rechten Seite- eine schärfere Durchführung der Spezialgeseggebung, unter anderem auch der Bestimmungen über den unlauteren Wettbewerb, berlangt, während von anderer Seite die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit derartiger geseßlicher Bestimmungen start bestritten wurde. Die Wortführer in dieser Frage waren die Abgeordneten Dr. Dertel, Bassermann und Müller- Meiningen. Dr. Dertel richtete die gesamte Wucht seines Angriffs gegen die sogenannten Scheinausverkäufe, wie sie von Zeit zu Zeit rein zur Täuschung des Publikums veranstaltet werden, und verlangte im Anschluß an seine Ausführungen die Vorlegung eines Geseßentwurfs, in welchem für alle Ausverkäufe die Anzeigepflicht, sowie die Festseßung einer bestimmten nicht zu weit gezogenen Marimaldauer des Ausverkaufs vorgeschrieben wird. Der nationalliberale Abgeordnete Bassermann hielt die Sache für spruchreis und verlangte ebenfalls mit großer Entschiedenheit eine baldige gesegliche Erledigung dieser Fra ge, während Dr. Müller- Meiningen sich durchaus ablehnend verhielt, weil in der Rechtsprechung zu leicht eine Belästigung der reellen Ausverkäufe eintreien fönnte. Nur in einem Punkte waren alle Redner einig, nämlich darin, daß die Nachschübe bei Ausverkäufen unter allen Umständen verboten werden sollten. Aus der Blütenlese von Fällen", die Dr. Dertel vortrug, erfuhr man, daß u. a. ein Ausverkauf wegen Brandschadens, der in einem Nachbarhause stattgefunden hatte, veranstaltet worden war; das Ausverkaufsgeschäft war von jenem Brande überhaupt nicht berührt worden. Steigt von Berg' zu Tale nieder, Wandelt dann dem Bach entlang. Hier der Wasser Flüstern mischet Sich zum Schlag der Nachtigall; Herz und Seele und erfrischet Dieser Harmonien Schall. Schlürft der Wiese Blumendüfte Nur in tiefen Zügen ein, Wo die lauen Frühlings- Lüfte Lispelnd säufeln in dem Hain. Lauscht dem Hirten, der dort singend Nach der saft'gen Weide zieht Mit den Schäflein, die froh springend Beigen, daß der Lenz erblüht! Laßt zu Hause Eure Plagen, Eilet, schnell verrinnt die Zeit; Denn an ros'gen Frühlingstagen Ahnt man die Unendlichkeit. Dieses Welten- Rätsels Deutung Wird dann jedem offenbar, Der in rechter Vorbereitung, Kommt hinaus zu dem Altar. Tann der Weiseste der Weisen Sant zerschmelzend in die Knie, In einem anderen Falle war ein ,, Inventurausverkau eingerichtet worden in einem Geschäft, das erst vierzehn Tage vorher eröffnet war. Gie Zur abgehaltene Landwirte fte tagswahl ber Stabeden au angehört, na Bugänge berger, B Hohe Ramm bem gegenw Milchver regelt unter 1. aller Verh 2. fowie Diese beiden Fälle zeigen, daß der unlautere Wett bewerb eine sogenannte Asphaltblume, d. h. eine durc aus großstädtische Erscheinung ist. In den Hunderttausend und Millionenstädten, wo einer den anderen nicht kennt, und wo die geheimen Warennachschübe durch die n erth, wenn an der Vordertür die Hammerschläge des Auktion tors dröhnen, nicht zu übersehen sind, werden solche Bor tommnisse nur möglich. In Berlin beispielsweise gibt e Auktionshallen, in denen fortgesezt das Fremdenpublikum, wie der Kunstausdruck lautet, geneppt" wird, denn nah dem bekannten Diftum eines Berliner Trödlers ift Set zum Nippen, der Schund aber zum Neppen bestimmt. bier werden Zigarren, goldene" Uhren, Kleider, alte Lerika, Bücher der minderwertigsten Art, in buntem Alla lei feilgeboten. Ist kein Fremder im Laden, dann it es dort mäuschenstill und man wundert sich, daß die jämtlichen anwesenden Personen, die Bieter und de Auttionator sich genau tennen. An der Tür lungert en anscheinend untätiger Mensch. Plötzlich gibt dieser ein unauffälliges Zeichen nach dem inneren Raum und sofon verändert sich die Szenerie. Der Auktionator nimmt da Hammer zur Hand und aus dem Munde der Bieter fling 26 plöblich 26 27 28 28 zum ersten, 28 zum - 29 der Fremde tritt ein- 30- 31- 32 u.j.m bis der Fremde mitbietet. Bisweilen wird auch dem Schein bieter die Ware zugeschlagen, er zahlt und entfernt sid um den Torwächter abzulösen, der dann die Rolle des Käufers übernimmt. Derartige Ausverkäufe gibt es in Den Großstädten geradezu eine Unmasse. Hiergegen fam Die Behörde nur einschreiten, wenn ihr schärfere gesez iche Bestimmungen über die Begrenzung der Auktionsdaue und die Anzeigepflicht der Auktionen nebst Angabe des Ausverkaufsgrundes zur Hand gegeben werden. Anderer seits aber möge auch das Publikum in wenig zur Ab tellung solcher notorischen Uebelſtände beitragen, indem s den Verlochungen der Schwindelangebote widersteht und in seinen Käufen, wenn sie sich in Großstädten vollziehen, nur den Geschäften von bewährtem Ruse, oder- am weckmäßigsten dem reellen Geschäft in der Heimatstadi ich zuwendet. Denn an fleinen Plä en ist ein Schwindel vie er auf dem Asphalt blüht, nicht möglich, weil die Bersönlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Geschäftsin haber bald allgemein bekannt wird und weil vor allen Cingen die Manipulationen wie sie sich in dem geheimnis sollen Treiben der Großstadt möglich machen lassen, ein fach undenkbar sind. Eine Verschärfung der Bestimmungen gegen die Schwindelausverkäufe kann niemals das reelle Beschäft treffen. Lokales. Gedenktafel für den 16. April. taufs Ferner ( 29 Abg.) Dienstwohn 23 rte der und 8 Pro Feantragen d Sobe Sweit gierung bas jährigen jur jährigen Acc cir zuftellen, waltungsbed wirtschaft, wefen usw. 1767. Der Schriftsteller Karl Julius Weber, der Ver fasser des ,, Demokritos",*. 1786. Der englische See fahren Franklin*. 1799. General Kleber schlägt die Türken am Berge Tabor. 1871. Deutsche Reichsver fassung verkündet. W - Kohlenfischerei. Eine gute Ernte machten eine An zahl Hamburger Hafenarbeiter. Bei St. Pauli kenterte eine mit 15 000 Zentner Kohlen beladene Jolle. Diese ganze auf Grund gesunkene Kohlenladung wurde von ,, Kohlenfischern" geborgen und nach Muttern gebracht. ** Der Frühling ist uns dieses Jahr mit Sieben meilenstiefeln genaht. Gewöhnlich pflegte der junge Herr um diese Zeit noch an der Riviera zu verweilen. Seit 55 Jahren ist es das erste Mal, daß er seine Reiseroute zum Norden hinauf mit dieser Windeseile zurückgelegt hat. Im Jahre der Revolution, 1848, zeigte der Monal März eine ähnliche Witterung, die in den Tagen vom 15. bis 21. März zwischen 16 bis 19 Grad Reaumu schwankte. Es wurden im Freien Versammlungen abge halten, und Ende März wurde die Hize fast unerträg lich. Reuter beschreibt das sehr anschaulich in ,, ut mine Stromtied". Anfang Mai stand das Getreide schon so hoch, daß sich ein feister Truthahn" drin verstecken konnte. Dann aber kam der hinkende Bote nach. Noch heißer als der Frühling war der Sommer. Die grünen Triebe versengten vor der Glut und eine furchtbare Trockenheit, die bis in den späten September währte, ließ die Feldfrüchte völlig verdorren. Es wurde ein böses Jahr für die Landwirtschaft. Hoffentlich ist und dieser Frühling, der uns so lieblich begrüßt hat, der Vor bote eines freundlicheren Sommers. Gott Natur hier hoch zu preis n, Die ihm Wunderkraft verlieh. Wer die Sprache nicht begreifet, Die Natur im Lenze spricht, Freudlos durch das Leben schweifet: Seinen Gott umfaßt er nicht! Wilhelm Hartenfels. Gießen. Brietkasten der Redaktion. bemokratifa fozialdemo vereinigt, Feld zu bed Lit der S findet man * De dem Vorsit 27. April in jährlige Be r..., Allendorf a. d. Lda. Dieses Mal entspreche id Ihrem Wunsche, sonst ist's aber für eine Beitung zu breit spurig. Besten Gruß. M., Großen- Linden. Jawohl, lesen sie die heute zum Versand gekommere Nr. 4 der„ Turnzeitung für des Gau Hessen", dort ist ebenfalls schon Vermerk genomme worden. Besten Dank. Sch., Rodheim a. d. B. Werde Ihnen vielleicht in den nächsten Tagen persönlich einen Besuch abstatten; es ift das ein sehr verwickelter Fall. B., Grünberg. Unsere Devise lautet: Alles burg unsere Leser- Alles für unsere Leser. Sit fönnen versichert sein, daß die Freundlichkeiten" dieses Herrn uns darum nicht irre leiten fönnen. Allerdings seme monotone Ruhe scheint nun dahin zu sein. Besten Gruß Elbinge ein gut ba Operette fit ungemein und Sänger und Bravou 1. den w b..den Bor laffing, a feblend bon Strauß zur Aufführu 口 tag 11 Uhr foumlung in Hilfe fib, statt. der Klinik. 11. Die welche vom hä't ihren Trieb. Di war betr. antommender eb n'uell ein Maul und Trieb entsch Aus ΔΑ Nähstdem borstehenden w.rden. B firchenbehörd ftende mit, bangelifde li genden Ali bunden wer beiden Geme Die Wohnu errichtet we einen Beitr wollen; ar Griftliche fe G Uhr erfolg Turnhalle. Turneret nu = D a. d. Bie fein Fahnen feit am 19. cibe auf o. Lau neue Bahr Stationen S Die 2 naise wird für den Ful Briperrt. Gieß Inventurausberra ft, das erit viern der unlautere B me, d. h. eine dur den Hunderttaufe anderen nicht ten e durch die' n er Giessener Cagesneuigkeiten. Zur Reichstagwah bewegung. Eine in Oppenheim abgehaltene Vertrauensmänner- Versammlung des Bundes der Landwirte stellte einstimmig als Kandidaten für die Reichstagswahl den Landtagsabgeordneten Geometer Wolf in Stadecen auf. Herr Wolf, der der deutsch sozialen Partei schläge des Autti angehört, nahm die Kandidatur an. d, merden solche Bugänge an die 8 weite Rammer: Die Abg. Schön stelle erhalten. Die Eröffnung der neuen Bahn wird am 1. Auguft erfolgen. Es besteht die Absicht, später den Verfehr der drei Teilstrecken Friedberg- Hungen, Sungen- Laubach und Laubach- Müde als durchgehend einzurichten. Allendorf a. Lumda. In freudige Aufregung wurde vor wenigen Tagen ein hiesiger Einwohner verseßt. Er spielte mit neun Genossen ein Loos in der Gießener Pferdemarktlotterie: Am Vormittag des Biehungstages, gerade als er beim Frühstück saß, wurde ihm nun beispielsweise gibt berger, Brauer, Häusel und Korell beantragen: ein Telegramm überreicht, in welchem ihm mitgeteilt wurde, | fizer wies die Kinder fort, welche jedoch bald wieder erschienen und ihr verderbliches Spiel forts sten. Nach Verlauf von wenigen Minuten war dem Jungen die Hälfte des Mittelfingers einer Hand abgeschnitten. Der Vater stellte gegen den Landwirt Entschädigungsflage und erhielt eine Geldbuße von 500 Mt. Frankfurter Hen- und Strohmarkt. vom 14. April. Heu per Zentner Mt. 3 20-3.30, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.20. Frankfurt a. M., 14. April. Der Landesrechnerppt" wird, denn medem gegenwärtigen Landtage ein Gesez vorzulegen, das den saß gerade am Frühstück, das er aber in seiner freudigen April seinen Verbandstag ab. as Fremdenpublil 5ohe Kammer wolle Großherzogliche Regierung ersuchen, daß auf das Los der dritte Hauptgewinn gefallen sei. Er verband für das Großherzogtum Hessen hält Sonntag, 19. ter Trödlers ist& m Neppen bestimm Uhren, Kleider, Art, in buntem Al im Laden, dann i undert sich, daß die Bieter und le der Tür lungert Blich gibt diefer ren Raum und j Milch vertauf im ganzen Lande einheitlich regelt unter voller Berücksichtigung 1. aller bei der Machproduktion einschlagenden natürlichen Verhältnisse; 2. sowie einer dementsprechend zu gestaltenden Milchver faufsmöglichkeit. Ferner beantragen die Abg. Häuser und Genossen ( 29 Abg.) eine Regelung der Mietentschädigung für Dienstwohnungen der Staatsbeamten dahingehend, daß die Werte der Dienstwohnungen auf 16 Prozent, 12 Prozent ir 31-32) Feantragen die Abg. Dr. Schmitt und 44 Genossen: und 8 Prozent der Besoldung erhöht werden. Weiter ftionator nimmt nde der Bieter zum ersten, 28 - Aufregung stehen ließ, um seine Spielgenossen im Städtchen von dem Gewinnst in Kenntnis zu setzen. Da diese zum Teil im Felde arbeiteten, wurden Boten hinausgesandt, um sie von der Gunst Fortuna's zu benachrichtigen. Der betr ffende Einwohner äußerte auch noch sein Erstaunen darüber, daß ihn jedesmal eine solche Gewinnnachricht treffe, wenn er beim Frühstück size. Er hatte nämlich schon ein mal in einer Lotterie gespielt und gewonnen und damals die Nachricht davon erhalten, als er am Frühstück saß. Leider sollte sich diesmal das Frühstück nicht als sichere BegleiterLosteilhaber beisammen waren, fiel es einem ein, daß die scheinung eines Lotteriegewinnstes erweisen, denn als die ird auch dem Schein Hohe Zweite Kammer wolle an die Großherzogliche Re Biehung in Gießen ja überhaupt erst am Nachmittag sei. Da gab es lange Gesichter, am längsten bei dem Empfänger des Telegramms, der nun erst merkte, daß ihm ein Streich Mombach, 14. April. In einer hiesigen Wirtschaft fam es in der vergangenen Nacht zwischen Civilisten und Husaren zu Streitigkeiten, die später auf der Straße in Thätlichkeiten ausarteten. Dabei wurde der Husar Jurket von der 5. Eskadron 13. Husarenregiments durch Messerftiche in den Kopf tötlich verlegt. Als muthmaßliche Täter wurden noch in der Nacht die hiesigen Einwohner Georg Ballmert und Joseph Bopp ermittelt, aus den Betten ge holt und in Untersuchungshaft nach Mainz abgeführt. *** Bingen, 14. April. Auf die Ergreifung des Spons Mart ausgefeßt. heimer Mörders Detroit wurde eine Belohnung von 500 It und entfernt gierung das Ersuchen richten, unter Beibehaltung des dreidann die Rolle jährigen juristischen Universitätsstudiums und einer dreiSberfäuje gibt es jährigen Acceßzeit in das nächstjährige Budget einen Betrag gespielt worden war. affe. biergegen teir zustellen, der zur weiteren Ausbildung der jungen Ver inger britten oferfeertig in the berein Granberg fine bies: steget, mur gegen figmeres Gele su breidaffen find." Das en meng Kundese wirtinget Bubulture, parbel und Gewerbe, Gaunt in gate, bristen im ama haute quand une biete Benable litet løber m br Stupé mo danificit als Wie gründet man ländliche Volksbibliotheken? Auf dem Lande wird im allgemeinen viel weniger gelesen als in der Stadt. Aber nicht, weil weniger Leselust w. Ortsgewerbeverein hielt am vorhanden weil die Bücher nebst Angabe te Sen werden. Anderwesen usw. Verwendung finden soll. 1( in wenig zur In Grünberg fand vergangene Woche eine sozial" H. Kaiser, erstattete den Jahresbericht, aus dem wir Fol. das Leben der Stadt, Grund genug, in jedes Dorf eine gendes wiedergeben: Die Zahl der Vereinsmitglieder beträgt fleine Voltsbibliothek hineinzubringen und mit dem Besten, nde beitragen, inter demokratische Wahlversammlung statt. Jezt haben sich hiesige zur Zeit 88. Während des Winters wurden 3 Vorträge was wir haben und was dem allgemeinen Verständniß zuroßstädten vollzielen vereinigt, um für die bevorstehenden Reichstagswahlen das Geld zu bearbeiten. Man sieht also überall die Regsam 1 Ruse, oder ift in der Heimatffit der Sozialdemokratie und die anderen Parteien, wo en ist ein Schwind findet man sie? ht möglich, weil teit der Geschäfts *** Der Verein Deutscher Standesherren hält unter und weil vor alm dem Vorsitz des Fürsten von Löwenstein- Freudenberg am ich in dem geheimry, 27. April im Englischen Hof zu Frankfurt a. M. seine alljährliche Versammlung. 8. April. lius Weber, der Be 6. Der englische al Aleber schlägt le Deutsche Reichso X " werkskammer, Geh. Rat Professor Chelius und Haftenpflug. Dieselben waren sehr gut besucht und die Mitglieder hatten dabei neue Anregungen und hoch interessante Mitteilungen für ihr gewerbliches Leben hören können. Die Gesellenprü fungen sind zur allseitigen Zufriedenheit vorübergegangen. Dem Vorsitzenden der Prüfungskommission Herrn Schmidt, ch machen lassen, en wurde nochmals für seine bei den Prüfungen erledigte große ing der Bestimmungen Arbeit gedankt. Für dieses Jahr haben sich 17 Böglinge Stadttheater. Die gestrige zweite Aufführung des gemeldet; also wiederum wird der Verein seine Dienste in n niemals das tele Elbinger Operetten Ensembles fand wiederum hervorragender Weise dem Handwerkerstande zur Verfügung en gut besetztes Haus und brachte die neue Strauß'sche stellen müssen. Besonders sind es die Mitglieder der PrüOperette Wiener Blut", deren prickelnde, reizende Mu- fungskommission, deren Thätigkeit wir auch hier nicht unter fiff ungemein ansprach. Das Publikum spendete den Sängern schägen wollen. Mit großem Dant ist anzuerkennen, daß ud Sängerinnen, welche sich ihrer Aufgaben mit Hingebung alle diese Herren, die ihnen von Rechts wegen zukommenden uh Bravour entledigten, den größten Beifall. Wir nehmen Gebühren dem Verein zur Verfügung stellten. Der Verein den wirklich hervorragenden Leistungen, die uns in den wird diese Gelder nun für die jungen heranwachsenden den Vorstellungen geboten wurden, um so lieber Veran- Handwerker verwenden; es soll im Herbst eine Prämierung luffing, auf die folgenden Aufführungen ganz besonders derjenigen Schüler der Beichenschule erfolgen, welche hervor empfehlend hinzuweisen. Morgen gelangt ein Meisterwerk ragend fleißig und strebsam gewesen sind. Die Sonntags von Strauß, die dreiaftige Operette„ Der Zigeunerbaron" Beichenschule wurde im vergangenen Jahre von circa 60 zur Aufführung. Schülern besucht. Leider wird unser Lehrer, Herr Ritter, mit dem neuen Schuljahr seine Lehrtätigkeit einstellen müssen, da ihm infolge seines Wegzuges nach Gt ßen es nun an Beit fehlen wird. Die Kosten für die Unterhaltung der Schule sind hoch; außer dem Schulgeld und dem Zuschuß der Großh. Centralstelle zu Darmstadt werben noch verein nahmt 50 Mart von der hiesigen Sparkasse und 100 Mark vom hiesigen Vorschußverein. Ein Antrag bei der Zentralstelle um Erhöhung des Beitrages wurde leider abgelehnt, dagegen sind 150 Mart für Anschaffung von Zeichentischen und Zeichenböcken bewilligt. Die nächsten Punkte der Tagesordnung: Rechnungsablage und Vorstandswahl wurde glatt erledigt. Die drei ausscheidenden Herrn, Spengler Von Eif, Schlosser Gies und Wasserwerksverwalter Walter Dueckborn haben das Vertrauen der Mitglieder und es blieb darum wie seither. Nur im folgenden Punkte:„ Ergänzungswahl zur Handwerkskammer" vernahm man einige besondere Mitteilungen. Man hätte es gerne gesehen, wenn der Gießener Gewerbeverein als Stellvertreter einen Kollegen aus der Provinz aufgestellt hätte. Grünberg stellte den Herrn Geibel aus Homburg a. O. als Stellvertreter auf.- Die ganze Versammlung verlief im Uebrigen auch gut, so daß man am Schluß sagen konnte, der Gewerbeverein dient der Sache in bester Weise. te machten eine Psychiatrische Klinit. Morgen DonnersSt. Pauli fenter tag 11 Uhr findet in der psychiatrischen Klinik eine Vereladene Jolle. Die fmlung von Teilnehmern am IV. Verbandstag der deutenladung wurde v n Hilfsschulen, welche für schwachsinnige Kinder bestimmt ach Muttern gebract find, statt. Nach den Beratungen erfolgt eine Besichtigung es Jahr mit Siebenber Klinik. pflegte der junge Her a zu verweilen. aß er seine Reiſeron: Bindeseile zurücgele 48, zeigte der Moru e in den Tagen vo 11. Die Landwirtschaftliche Ausstellung, welche vom 10.- 15. September d. Js. hier stattfindet, erhit ihren Standort ohne allen 3 veifel wohl auf dem sog. Trieb. Die Marktanlagen an der Rodheimerstraße wurden rvr betr. der Aus- und Verladung für die mit der Bahn amfommenden Tiere für sehr gut gelegen befunden, aber die is 19 Grad Reanew n'uell eintretenden Hochwasser oder die Verschleppung der Versammlungen abg Maul- und Klauenseuche hat die Plazkommission für den e Hize fast unerträ schaulich in llt mir'eb entscheiden lassen. das Getreide schon hahn" drin verstec ende Bote nach. Na Sommer. Die grüne und eine furchtba n September währt rren. Es wurde ei t. Hoffentlich ist Aus Hessen und nachbargebieten. begrüßt hat, bu& finchenbehörde hier und teilte dem Drts- und Kirchenvorzu preis n, Iteh. begreifet, icht, n schweifet: er nicht! Wilhelm Hartenfill Redaktion. A Klein Linden.( Pfarrstellen errichtung.] Nähstdem wird unsere Gemeinde in Anbetracht der ihr beborstehenden Eingemeindung einen Schritt näher gerückt wrden. Vor wenig Tagen weilte ein Mitglied der Oberstende mit, daß nach Beschluß die Behörde in Zukunft die ( wangelische Pfarrgemeinde Klein- Linden mit den ihr nahe It genden Klinikanstalten zu einer gemeinsamen Pfarrei verbunden werden wird. Demzufolge muß auch für diese beiden Gemeinden ein besonderer Seelsorger angestellt werden. Die Wohnung dieses Geistlichen soll jedoch in Klein- Linden errichtet werden, sofern diese Gemeinde sich bereit erklärt, einen Beitrag zur Erbauung eines Pfarrhauses leisten zu wollen; ardernfalls erhält dieser neu ernannt werdende Geistliche seinen Wohnsiz für immer in der Stadt Gießen. Großen- Linden, 14. April. Heute Nachmittag 31 Uhr erfolgte die feierliche Grundsteinlegung zu der neuen Turnhalle. Möge der Bau unserem Verein und der deutschen Turnerei nur Erfolge und Gutes zeitigen. = Der Männerturnverein zu Rodheim a. d. Bieber wird nicht, wie anfänglich beschlossen war, sein Fahnenweihfest dieses Jahr feiern, da das Kreistrieger- ** Grünberg. Große Heiterkeit erregte vergangene Woche ein gestellungspflichtiger Bursche von Londorf. Derselbe, sonst ganz normal gebaut, hat die Größe von nur einem Meter; also das Gewehr des deutschen Infanteristen würde noch über diesem jungen Mann hinausragen. -r. Marburg, 14. April. Heute fand hier die Generalversammlung der Herdbuchgesellschaft für das Vogelsberger Rind statt. Es wurde ein Betrag von 400 Mt. bewilligt zur Beschickung der Gießener Verbandeausstell. ung im September d. Js. Di ser Betrag, der jetzt zur Beschickung der Ausstellung vom Verband der Herdbuch gesellschaften zur Verfügung gestellt wurde, wurde bei der vor zwei Jahren hier abgehaltenen Verbandsausstellung erübrigt. Da man in Gießen auf eine scharfe Konkurrenz sich gefaßt macht, werden die zur Ausstellung zuzulassenden Tiere vorher von einer Schautommission ausgewählt. Der Landrat von Negelein hoffte, daß auch der Kreis 100 Mt. zu zur Ausstellung gehenden Tiere übernehmen werde. Gedern. Vor einigen Wochen hantierten einige Kinder, darunter das 7 jährige Söhnchen eines hiesigen Beamten, in einer Scheune an einer Häckselmaschine. Der Beeses Mal enispred fest am 19. Juli hier stattfindet, ist das Fest der Fahnen- einem Ehrenpreis bewilligen und die Transportkosten der eine Beitung zu beihe auf nächstes Jahr verlegt worden. lefen fie die heute nzeitung für hon Vermert genom de Ihnen vielleicht i Besuch abftatten; dif lautet: Alles dur infere Lefer. S dlichkeiten" diefes S n. Allerdings u sein. Beften Gut. o. Laubach. Zwischen hier und Freienseen soll die neue Bahnstrecke Laubach Mücke außer den beiden Stationen Freienseen und Stockhausen noch eine Holzverlade Bekanntmachung. Die Wallthorstraße zwischen Brand- und Braugasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr bis auf weiteres gasperrt. Gießen, den 14. April 1908. Großh. Polizeiamt Gießen Hechler. leuten so nahe wie möglich bringen, nicht nur in die großen Kirchdörfer, sondern auch in die kleinen Ortschaften, die weder Schule noch Gotteshaus haben. Ja dahin erst recht; denn da bedarf man der Geistesnahrung am notwendigster. Ein paar Dußend Bücher tun's zunächst in den meisten Fällen, nnd diese gibt die Gesellschaft für Voltsbildung unentgeltlich, in der Regel allerdings nur an die Mitglieder, denn die Gesellschaft muß darauf dringen, daß jeder, der ihre Hilfe in Anspruch nimmt, auch Mitglied wird. Die Bücher, gewöhnlich 50( Dörfer) bezw. 100 Bände( Städte) werden von den Begründern aus den Katalogen, in denen die von der Gesells haft vorrätig gehaltenen Bücher verzeichnet sind, selbst ausgewählt. Auf diese Art fönnen die Bibliotheken den örtlichen Verhältniss n ang paßt werden. Aber was soll mit den noch gut erhaltenen Büchern, die von allen Dorfbewohnern schon gelesen sind, gestehen? Sie stehen doch unnüß da und verstauben. Da muß man mit anderen Bibliotheken auswechseln. Die Bibliothekare in zwei benachbarten Dörfern seßen sich in Verbindung und tauschen thre ganzen Bestände oder den bereits ausgelesenen Teil untereinander aus. Dazu bedarf es feiner großen Organisation. Das geht am besten im kleinen und von Dorf zu Dorf. Wenn mehrere benachbarten Dörfer in ein regelmäßiges Tauschverhältnis treten, so können sie ihre Leser mit vielen guten Büchern versorgen, ohne große Ausgaben zu haben. Wo in der Nähe keine Bibliotheken sind, mit denen man tauschen kann, muß man dafür sorgen, daß sie gegründet werden. Der Hinweis auf den eigenen Erfolg ist die beste Agitation. Und man muß für eine gute Sache, wie es die Volksbibliotheken sind, agitieren. Ein anderer Weg, die kleinen Bibliotheken immer wieder mit neuem Lesestoff zu versorgen, besteht in der Begründung von Kreisbibliotheken, die Bestände von 50-100 Bänden an die einzelnen Ortsbibliotheken abgeben. Um den fleinen Gemeinden die Errichtung von Bibliothefen noch mehr zu erleichtern, gibt die Gesellschaft für Verb eiturg von Voltsbildung immerwährende Wanderbibliotheken ab. Diese Einrichtung ist besonders für kleinere und ärmere Ortschaften, die nicht in der Lage sind, ihre Bibliotheken aus eigenen Mitteln hinreichend zu erweitern, bestimmt. Die Wanderbibliotheken werden in der Stärke von 50 Bänden im Werte von 75 Mt. abgegeben. Die Auswahl der Bücher wird ebenso seitens der örtlichen Drgane getroffen, wie bei anderen Bibliotheksunterstüßungen der Gesellschaft. Die Wanderbibliotheken können alljährlich, aber auch in größeren Zwischenräumen an die Gesellschaft zurückgegeben werden. Für beschädigte Exemplare ist Ersatz zu leisten, wobei selbstverständlich mit derjenigen Liberalität verfahren wird, die außergewöhnlichen Verhältnissen gegenüber am Plage ist. Gemeinden, die das Verhältnis zur Gesellschaft fortseßen wollen, erhalten vor oder nach Rücksendung den neuesten Katalog der Gesellschaft zugesandt und haben das Recht, hieraus eine andere Kollektion von 50 Bänden in demselben Werte auszuwählen. Gemeinden, die die Bibliothek eingehen lassen wollen, haben weitere Jahresbeiträge an die Gesellschaft nicht zu entrichten. Näheres über Begründung und Leitung ländlicher und kleinstädtischer Bibliotheken enthält die Broschüre: Wie gründet und leitet man ländliche Voltsbibliotheken? Von J. Tews, Generalsekretär der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. IX. Ausgabe. Preis 0,25 Mt., die von der Gesellschaft für Verbreitung von Voltsbildung, Berlin NW., Lübecker Straße 6, an Interessenten neben anderen orientierenden Drucksachen auch unentgeltlich versandt wird. 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