ein ellschafts- Verk leki c). en R.S P.C Edw. A. A k. 4.50) sind i ph's Nachfolge zu Mk. 1.50 gen. Städte folgen ins Leben zu Transport bo i größeren berden. Wir h bundete und& ben ein, fi ber 1903 hr prechung ein der Sanität einen Art Rolonne im wünschenswert e nicht mehr tten wir an dal gerichtsrat in der Versam ngenommen. er Vorsta Giess er, Vorm. von der F meistbietend Play- Ausl In Gie er, abends 91 asfestes lichajt aber d. 3. iftungsf 5) Bavaria). ber de. J. mit Famil Der Vorl jesse abends 81 eſt le. g der Wint Der Vorkan Tiblich mänderung! ofionssicher. Lichtverftarfang it er borrätig. hme. nach. Mr. 268. Erstes Blatt. bonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- fs., n's Saus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Birtenbau, sowie bie Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitage. Samstag, den 14. November 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei& Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wehler und Marburg 10 fg. fonft 16 Bfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Boßzeitungsliste No. 3969. Rebattion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechenschluk Ar, 368. Neuelle Nachrichten ( Stehener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sichener Zeitung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Gießen, den 11. November 1903. Betr. Lehrerkonferenzen. Die Gr. Kreisschulkommission Gießen an die Schulvorstände und die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. In diesem Herbst finden folgende Bezirkskonferenzen ftatt: 1. für den Landbezirk Gießen am Samstag, den 21. November 1. Js.. vormittags 10 Uhr, im Café Ebel in Gießen; 2. für den Bezirk Lich- Hungen am Mittwoch, den 25. November, vormittags 10 Uhr, im Gasthaus „ zur Traube" in Hungen; 3. für den Bezirk Grünberg am Samstag, den 28. November, vormittags 10 Uhr, im Gasthaus Zum Hirsch" in Grünberg. An jede der Konferenzen wird sich ein einfaches gemeinfames Mittagessen anschließen. Die Schulvorstände und Großh. Bürgermeistereien werden beauftragt, die Lehrer von Vorstehendem in Kenntnis zu setzen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Die Marktstrake wird von Montag, den 16. November ab bis auf weiteres wegen Umpflasterungsarbeiten für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. teßen, den 14. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Senfationen. [ Politische Wochenschan.] Eine Wode voller sensationeller Aufregungen liegt hinter ins. Zu den forensischen Aufregungen des Prozesses Apilecki mit seinen ständigen teberraschungen geſellte sich das Offiziersdrama von Forbach. Die Enthüllungen, die die Mezzer Verhandlungen über die gesellschaftlichen und mili tärischen Schäden der„ kleinen Garnison" brachten, vermoch en es sogar, auf Augenblicke die Sorge um unseren Katser in den Hintergrund zu rücken. Wenn der Herrscher eines großen Reiches gesundheitlich leidet, so empfindet das fein Bolt naturnotwendig im vollsten Maße mit. Die Wechselwirkung zwischen oben und unten ist eine zu starke. als daß das anders sein könnte. Wenn aber, wie in unserem Falle, ein Volk so innig mit seinem Kaiser und dessen Familic verknüpft ist, so ist es nur natürlich, daß bei der geringsten Gelegenheit ängstliche Sorge in die Gemüter einzieht. Doch dürfen wir uns in dieser Richtung nicht durch Sensationsmache beunruhigen lassen, wie man sie in Stalien und Newyork beliebt. Ein italienisches Blatt bringt die Nachricht, daß für den Kaiser die Villa Zirio in San Remo traurigen Angedenkens gemietet werden soll, und der Newyork Herald" ergeht sich in allerlei Mitteilungen über die grenzenlose Bestürzung, die in der kaiserlichen Familie herrschte. Schon seit zwei Monaten habe der Kaiser an Stehlkopfschmerzen gelitten und habe sich im Gedenken an das traurige Ende seines Vaters düsterer Schwermut hingegeben. Den Ausdruck„ Stimmlippen" im ersten Bulletin nach der Operation habe man ebenso wie„ Polyp" deshalb gewählt, um nicht die Bezeichnung„ Stimmbänder" und„ Gehwulst" zu gebrauchen, die sich in dem ersten Bulletin über Kaiser Friedrich finden. Tas sind sensationelle Tricks, deren beunruhigende Absicht ihnen deutlich aufgeprägt ist. Wir Deutsche bauen felsenfest auf die Aussage der Aerzte, daß das Leiden unseres Kaisers mit dem seines Vaters nichts zu tun hat, und er in furzer Zeit wieder gänzlich hergestellt sein und den neuen Reichstag und preußischen Landtag in gewohnter Weise in marfiger Rede eröffnen kann. Die Land: agswahlen in Preußen haben übrigens nicht gehalten, was so sensationell angekündigt wurde: Troß allem Sieges bewußtsein und aller taktischer Kraftentwickelung ist es nicht gelungen, einem sozialdemokratischen Volksvertreter den Sit in Abgeordnetenhause zu erringen. Im schönen Land Italia starb der Finanzminister durch i gene Hand, weil sich ein Deputierter fand, der ihm nachjagen konnte, er habe sich einst vom ihm bestechen lassen. Das neue Kabinett Giolitti hat dadurch einen schweren Ehlag erlitten. Wenn auch selbstverständlich dieser Einzelfall feine bestimmende Rückwirkung auf das ganze Kabineti haben kann, so ist doch nicht zu leugnen, daß das Vertrauen des Volkes sich häufig von solchen Zufälligkeiten völlig ab hängig crweist, so ungerecht das sein mag. Man darf sich ajo da unten noch auf einiges gefaßt machen. Ohne alle citeren Komplikationen wird diese Sensation schwerlich porübergehen. Politisch am stärksten wirkte die Sensation von Panama. Eie Union, die schon lange auf der Lauer liegt, wie etwa cine Pantherfaße, die sich zum Sprunge bereitet, steht dicht verm Ziele. Die Revolution in Kolumbien, von Washington heimlich geschürt, führte zur Separierung des Departement? Panama von der Kolumbischen Republik. Rasch beeilte sich das Weiße Haus, den neuen Männern die Bestätigung zu crteilen, da es sich„ offenbar um eine Sezession in größerem Maßstabe" handele. Wer schärfer hinsicht, merkt, daß der Weg durch diese Separierung für die Union frei wurde, und daß sie nun in aller Gemächlichkeit ihre Arme über den Isthmus breiten kann, der dereinst die wichtigste Verkehrs. Straße der Welt darstellen wird. Planmäßig wurde sci! Jahr und Tag daran gearbeitet, mit eisernen Klammern dies letzte Ziel zu umschließen. Heute ist die Stunde ge Commen, wo der Plan zur Tat reifte, wo die Sensation fällig wurde, die vielleicht berufen ist, eine neue Aera einzuleiten. Sensationen, wohin man blickt: die Blockade von San Domingo, offenbar auch indirekt ein Werk der Vereinigten Staaten, und der Ueberfall der Deutschen in Warmbad, der sich glücklicherweise als eine Alarmnachricht der englischen Bresse herausgestellt hat, die mit Schadenfreude auf jeden Unfall sicht, der unseren jungen Kolonien zuſtößt. Daß es bei der bloßen Sensation bleibt, dafür ist inzwischen durch das tatkräftige Eingreifen unserer Kolonialverwaltung auss nachdrücklichste gesorgt. Die preussischen Landtagswahlen. Wie immer bei den Wahlen zum preußischen Landtage läßt sich das Wahlergebnis in den ersten Tagen nach der Urwahl nur zu einem kleinen Teile übersehen. Bisher sind von den 433 Mandateń zum preußischen Abgeordnetenhause erst 309 für die Kandidaten sicher. Als endgültig gewählt sind da die Urwahlen ja das eigentlich Entscheidende für die Abgeordnetenwahl sind anzusehen: 103 Konservative, 33 Freikonservative, 78 Zentrum, 60 Nationalliberale, 20 Freisinnige Volkspartei, 6 Freisinnige Vereinigung, 2 Dänen, 6 Fraktionslose und 7 Polen. Die Sozialdemokraten haben trop aller Ansirengungen aus eigener Kraft bisher keinen Kandidaten durchzubringen vermocht. Indessen ist es nicht ausgeschlossen, daß sie in einigen Wahlkreisen, wo Stichwahlen stattfinden und wo sie den Ausschlag geben, ihre Wahlhilfe von der Zubilligung eines Mandats abhängig machen. Vornehmlich dürfte das der Fall sein in Breslau, wo zwei Konservative und ein Zentrumsmann einerseits und drei Liberale andererseits in die Stichwahl fommen. Wahrscheinlich werden die Liberalen der Sozialdemokratie eines der Breslauer Mandate abtreten. Von besonderem Interesse ist auch der Wahlausfall in der Reich shauptstadt, deren neun Abgeordnete bisher sämtlich der freisinnigen Volkspartei angehörten. Diese Partei hat diesmal sieben von den neun Mandaten behaup tet, bei zweien ist das Ergebnis noch nicht sicher ermittelt. In dem Wahlkreise Berlin III, der diese beiden Mandate zu vergeben hat, haben die Sozialdemokraten annähernd die gleiche Wahlmännerzahl aufgebracht wie die Freisinnigen; sollte es, wie man angesichts des Mangels an genauen Ziffern annimmt, zur Stichwahl kommen, so geben die Konservativen den Ausschlag. Daß diese einen Sozialdemofraten zum Abgeordneten der Haupt- und Residenzstadt des Königs von Preußen machen sollten, ist völlig ausgeschlossen. Sonst läßt sich über die Wahlen noch nichts Bestimmtes sagen. Indessen ist die Vermutung nicht unbegründet, daß nach dem schließlichen Ergebnis die künftige Zusammensetung des Abgeordnetenhauses sich kaum erheblich von der bisherigen unterscheiden wird. Die Nationc liberalen mer. den voraussichtlich einige Mandate mehr erobern als bisher. die Freisinnige Vereinigung und die Freikonservativen einige rerlieren. Im übrigen dürfte alles beim Alten bleiben. Ein Revolutionskomplott in Spanien. In dem Augenblick, wo der Führer der spanischen Repu blikaner, Salmeron, den Ministerpräsidenten Villaverde gefordert hat, kommt eine Verschwörung gegen das Königshaus ans Licht, als deren Haupt Herr Salmeron selbst vor aller Welt bloßgestellt wird. Zwar handelt es sich um ein fehlgeschlagenes Komplott, immerhin dürfte aber auch die nachträgliche Enthüllung für die Republikaner böse Folgen haben, wenn anders Villaverde Manns genug ist, gegen die Verschwörer energisch vorzugehen. Die Gelegenheit dazu ist gerade jetzt günstig angesichts der Tatsache, daß die Republikaner bei den letzten Wahlen eine schwere Niederlage gegenüber den Monarchisten erlitten haben. Freilich würden die von den Republikanern eben in Santander, Bilbao, Sevilla und anderen Orten angestifteten Unruhen sofort aufs neue ausbrechen, falls Villaverde gegen die Verschwörer vorginge. Aber auch ohne das werden die Unruhen nie ganz aufhören; die Rücksicht darauf brauchte also das Kabinett nicht abhalten, ein kräftiges Wort mit Salmeron und seinem Anhang zu reden. Ueber die Verschwörung wird uns von unserem A- Mitarbeiter folgendes mitgeteilt: Unter der Aegide Salmerons, eines der Häupter der republikanischen Regierung vor der Thronbesteigung Alfons XII., entstand im Sommer d. Is. innerhalb der republikanischen Partei eine revolutionäre Bewegung, deren Zweck war, die Dynastie zu vertreiben und an die Stelle der monarchischen die republikanische Staatsform mit Salmeron als Präsidenten an der Spize zu setzen. Salmeron, der Universitätsprofessor ist, hielt sich dabei wohlweislich im Hintergrunde; in seinem Sinne und Auftrage waren jedoch drei Generale tätig, und zwar die bekanntesten Generale Spaniens, diejenigen, die auf Kuba und den Philippinen besonders hervorgetreten waren. Einer von diesen- die Madrider Blätter nennen feine bestimmten Namen, wohl der tätigste und energischste von allen, ist zweifelsohne in dem General Weyler zu suchen. Im Verein mit mehreren anderen, zurzeit zum Kriegsministerium in Madrid kommandierten Offizieren, suchten sie zunächst die Madrider Garnison für den im September geplanten Staatsstreich zu gewinnen. Andere Vertraute Salmerons bearbeiteten das Heer in der Provinz. Dadurch kam die Sache ans Licht: Einer der Vertrauensmänner Salmerons wandte sich an einen im Geruch republikanischer Gesinnungen stehenden kommandierenden General, um ihn ebenfalls für die Verschwörer zu gewinnen. Aber er war an die unrechte Schmiede gekommen: Der General fuhr ihn an, er werde ihn augenblicks erschießen lassen, wenn er nicht sofort die Stadt verlasse. Das tat der undiplomatische Vermittler selbstverständlich mit Windeseile, der General aber setzte sich hin und teilte der Regierung die Geschichte mit. Selbstverständlich stellte das Kabinett spornstreichs eingehende Nachforschungen im ganzen Lande an. Ihr Ergebnis war, daß die Wühlereien der republikanischen Agitatoren und die Förderer der ganzen Verschwörung aufgedeckt wurden. Es stellte sich heraus, daß das Revolutionskomitee über einen„ Kriegsschap" von 750 000 Pesetas verfügte. 250 000 Pejetas hatte ein einziger Republikaner, ein reicher Minenbesizer in Bilbao, hergegeben, weitere 200 000 pesetas wurden aus Argentinien erwartet. Nun ist der ganze Plan zu Wasser geworden. Es will scheinen, als habe Salmeron die jüngsten Lärmszenen in der Deputiertenkammer nur veranlaßt, um das Ministerium zu stürzen, um durch die allgemeine politische Verwirrung die öffentliche Aufmerksamkeit von der üblen Geschichte abzulenken und mit seinen Spießgesellen der Strafe zu entgehen. Ob ihm das Spiel glücken wird, ist noch unentschieden. Jedenfalls hat das gegenwärtige Kabinett, wenn jemals, so jetzt eine günstige Gelegenheit, gegen die Nepublikaner, neben den Carliſten die Urheber all der Unruhen, die Spanien durchtoben, einen Hauptschlag zu führen. Aber wird es wollen? Und wenn es will, wird der König und seine ängstliche Mutter mit einem solchen Vorgehen einverstanden sein? Das Eine scheint klar: Wenn nicht bald etwas gegen die Republikaner in Spanien geschieht, ist die Zeit nicht mehr fern, wo sie zu einem neuen Schlage gegen die Monarchie ausholen. Und sie werden dann zweifelsohne die Sache geschickter einfädeln als diesmal. Hat auch die Mehrheit des Volkes diesmal monarchisch gewählt, so ist doch ein großer Teil dieser Wahlen unter dem Zwange der Regierungsorgane vor sich gegangen, und die Republifaner wissen auch sehr genau, daß, wenn ihnen ein solcher Staatsstreich gelingt, das spanische Volk sich mit der vollendeten Tatsache sehr bald abfinden wird. Das ist und bleibt nun einmal ebenso wie die Oberflächlichkeit monarchischer Gesinnung- ein unverwischbarer Charakterzug aller Romanen! Die Politik. Die Meldungen aus Warmbad sind nach wie vor rech! dürftig. Vom kaiserlichen Gouverneur liegt heute eine amt liche Nachricht aus Windhuk vom Donnerstag vor, in der es heißt:„ Einzelheiten über Ereignisse in Warmbad fehlen noch; die weißen Ansiedler befinden sich anscheinend auf der Station in Sicherheit." Sonst wird aus Swakopmund gemeldet: Nicht nur 180, sondern 300 Mann mit fünf Geschützen sind unter der Führung des Hauptmanns v. Fiedler auf dem Marsche von Keetmannshop, Gibeon, Rehoboth und Windhuk nach Warmbad. Die Truppenabteilung schließt 115 Witbois und Bastards ein. Eine andere Abteilung, die sich aus Burenfreiwilligen zusammensetzt, nähert sich Warmbad von Ukamas aus. Erweckt dieses erfreuliche und sympathische Beispiel des Burenfreikorps etwa selbst bei der englischen Jugend Nachahmung? Nach einer Kapstädter Meldung britischer Blätter sollen zwei der angesehensten englisch- afrikanischen Volunteerkorps, das Peninsular- Regiment und die Old Town Guard, am Dienstag abend in Kapstadt zur Parade angetreten sein und sich unter lautem Jubel erboten haben, zur Grenze zu gehen und den Deutschen gegen die Hottentotten zu helfen. Ist das richtia, so wäre diese Wandluna in der Gesinnung der Engländer gegen uns gern willkommen zu heißen. Indessen einstweilen tut man gut, dieser Meldung gegenüber ein ungläubiger Thomas zu bleiben. Wenn die Sache nicht ganz erfunden ist, wird es sich wohl nur darum gehandelt haben, daß die Volunteers sich erboten, die englischen Interessen an ihrer durch die Hottentotten bedrohten Kolonialgrenze zu schüßen. Um unsertwillen werden sie kaum die Strapazen des Buschkrieges auf sich nehmen wollen. Der Konflikt zwischen den polnischen Zöglingen des Posener Priesterseminars und der erzbischöflichen Behörde scheint mit der Maßregelung der widerspenstigen Klerifer nicht abgetan zu sein. Polnischen Blättern zufolge plant die Mehrheit der polnischen Studierenden des Posener Priesterseminars ihren Austritt aus dem Seminar, weil die erzbischöfliche Behörde sie zwingen will, die Vorlesungen an der Akademie besuchen zu müssen. Selbstverständlich werden sie auf keinem deutschen Priesterseminar mehr aufgenommen, werden also auf eine spätere geistliche und polonisierende Tätigkeit in Deutschland verzichten müssen. Die Herren Magyaren haben an ihrer gegenwärtigen Parteizerflüftung trotz der üblen Folgen, die diese gerade jest zeigt, offenbar noch immer nicht genug. Eine neue Partei foll ins Leben treten, und der Träger dieses Gedankens ist der frühere Ministerpräsident Baron Banffy. Das Endziel seiner neuen Partei soll die Schaffung eines einheitlichen, einsprachigen ungarisch- nationalen Staates sein. Er wird selbständige Zollgebiete, eine Wahlreform und die ungarische Sprache in der Armee und Diplomatie fordern. Das wollen so ungefähr die Kossuthianer und, bei Lichte besehen, so ziemlich alle anderen ungarischen Parteien auch). Wahrscheinlich ist auch nur Banffys persönlicher Ehrgeiz die Triebfeder für diesen neuen Parteigründungsplan. † Die Gärung in Bulgarien ist noch lange nicht im Schwinden. Zunächst steht wieder einmal eine Ministerkrise bevor: Nach Mitteilungen aus gut informierten bulgarischen Kreisen soll es zwischen dem Ministerpräsidenten Petrom und dem Justizminister Genadiew zu einem Kon= flift gekommen sein, und man spricht von dem Rücktritte Petrows, dem eine Neubildung durch ihn selbst folgen soll. In das neue Kabinett will Petrom dann nur ihm ergebene Männer nehmen. Zu diesen gehört auch der Kriegsminister Sawow, der gegenwärtig auch das ist bezeichnend für die Lage in Bulgarien sich mit weittragenden Militärplänen trägt. Außer einer Umwandlung der 12 Reserve in Linienregimenter soll er die Formierung der bestehenden sechs Divisionen in drei Armeekorps, die Vermehrung der bisherigen 6 Artillerieregimenter um drei Korpsartillerieregimenter und die Aufstellung eines Haubißenregiments und vierten Festungsartilleriebataillons beabsichtigen. Wozu? * In Niederländisch- Indien ist es wieder einmal zu Reibereien zwischen den Eingeborenen und der holländischen Verwaltung gekommen. Nach einer Meldung aus Batavia wurden bei der Ernennung eines Häuptlings der Eingeborenen auf der Insel Lombok der dortige niederländische Resident und der niederländische Kontrolleur von etwa 100 bewaffneten Eingeborenen bedroht. Die Beamten mußten fliehen. Polizeitruppen sind an Ort und Stelle gesandt worden. Da wird ein kleiner Aufstand wohl nicht lange auf sich warten lassen! Hof und Gesellschaft. Das Befinden des Kaisers ist andavernd gut. Da die Heilung der Wunde in völlig befriedigender Weise boranschreitet, wird vor Sonntag fein Bulletin ausgegeben werden. Die diesjährige Hofjagd in Lezlingen, die in Gegenwart des Kaisers und des Kronprinzen am 27. und 28. d. Mts. abgehalten werden sollte, ist infolge der Unpäßlichkeit des Kaisers auf den 4. und 5. Dezember_ver= schoben worden. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 14. Verhandlungstag.) RK Berlin, 13. November. Die Sigungen schleppen sich langsam dahin. Nur selten wird die Eintönigkeit der Zeugenaussagen durch ein neues Moment unterbrochen, das dann gewöhnlich von einem der Geschworenen mit einer kurzen, freffenden Bemerkung dick unterstrichen wird. Troß der ermüdenden Länge der Verhandlungen und der erdrückenden Fülle des Stoffes bleibt die Geschworenenbank merkwürdig frisch und rege und hält, das merkt man aus allem, mit praktischem Sinn stets das Wesentliche im Auge. Das Ringen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, in dem die erstere der angeklagten Gräfin allerlei versteckte Schlingen legt, während die zweite ihr auf Kosten des Leumunds der Belastungszeugen die Wege ebnen will, macht scheinbar auf die Geschworenen nicht den geringsten Eindruck. Unbeirrt schälen sie aus dem Wuſt von gleichlautenden und sich widersprechenden Aussagen den eigentlichen Kern heraus. So machte auch heute, als wieder um die Glaubwürdigkeit der Hedwig Andruszewska gestritten wurde, der der Graf Hektor Sewilecfi 20 000 Mark Belohnung versprochen haben sollte, ein Geschworener darauf aufmerksam, daß es nach allem, was man bisher gehört, doch scheine, als ob die Hedwig von ihrer Mutter habe wissen wollen, was es mit den Gerüchten über die Gräfin für eine Bewandtnis habe. Das wäre doch aber unnötig gewesen, wenn die Mutter ihr vorher, wie sie jetzt behauptet, das Geheimnis anvertraut hätte. Ein zweiter Geschworener regt bei Besprechung des Schweineschlachtens in Wroblewo, das nach Aussage des Tierbeschauers am 19. Januar 1897 stattgefunden hat, mit praktischem Blick an, über den Verbleib des Blutes, das in der Anklage solche große Rolle spielt, doch vor allem den Schlächter zu befragen, der damals die Schweine schlachtete. Das Ei des Kolumbus! Angebliche Machinationen der Agnaten bloßzulegen, soll die Vernehmung eines Agenten des Detektivbureaus Roth- Rossi dienen, der einen Wroblewoer Diener in einen Berliner Zirkus geführt und mit Bier bewirtet hat. Doch weiß der Zeuge nichts wesentliches auszusagen. Der Schwiegersohn der der Beihilfe bei der Kindesunterschiebung angeklagten und nach Rußland verzogenen Frau v. Olczewska, v. Guttry, der Administrator in Wroblewo war, stellt der Hedwig Andruszewska ein recht schlechtes Zeugnis aus. Um die wichtige Frage festzustellen, ob der kleine Graf in der kritischen Zeit den Eindruck eines neugeborenen Kindes machte, wird außer dem praktischen Arzt Dr. Wolfheim, der das Kind am 21. März sah und erklärt, es habe wie ein Säugling in den ersten Lebenswochen ausgesehen, die Amme Sofie Kaczmarek vernommen. Sie will am 27. Januar 1897 von ihrem Heimatsort Mieczkowo nach Berlin gekommen sei. Sie bekundet, sie habe die Gräfin am selben Tage gesehen. Diese war blaß und habe ausgesehen wie eine Wöchnerin, das Kind sah aus wie ein neugeborenes Kind. Präs.: Woraus entnehmen Sie das? Zeu gin: Das Kind hatte noch ein Stück Nabelschnur. Präs. Haben Sie das Kind selbst gebadet oder andere? Zeugin: Gebadet hat es die Hebeamme, aber ich habe dicht an der Wanne gestanden und es genau gesehen.- Präs.: Und wie alt war Ihrer Ansicht nach das Kind? - Zeugin: Es war ganz klein, es konnte schon in der Nacht geboren worden sein.- Präs.: Sie hatten damals Ihr erstes Kind? Zeugin: Ja. Auf Befragen der Verteidigung erklärt die Zeugin, daß das Kind zunächst nicht ordentlich trinken wollte, weshalb ihm die Zunge gelöst werden mußte. Präs.: Nahm das Kind häufig Nahrung, häufiger wie Ihr eigenes Kind?- 3eugin: Ja, das war ein Herrschaftskind, das trinkt häufiger.( Heiterteit.) Sachverst. Prof. Dr. Freund: Es steht fest, daß ein neugeborenes Kind öfter trinkt, als ein älteres. Erster Staatsanw. Steinbrecht: War das gräfliche Kind kleiner oder größer als Ihr eigenes? 3 eugin: Kleiner, es war ein ganz kleines Kind. Mein Kind war damals schon 5 Wochen alt. Die Zeugin verbreitet sich noch des weiteren über Kennzeichen, die nur bei ganz jungen Kindern vorkommen können. Die angebliche echte Mutter des Kleinen, die Weichenstellerfrau Cäcilie Meyer, hat bei ihrem Sohn nichts von einem Zungenfehler bemerkt. Allerdings könne bei ihr jedes Kind gleich Nahrung ziehen. Der Sachverständige Prof. Dührssen stellt fest, daß Dr. Rosinski die Zungenlösung nur auf Drängen der Kwileckischen Damen vorgenommen hat. Die Zeugin Radwenska, die das Kind der Cäcilie Meyer von Krakau nach Berlin geleitet hat, soll dann auf Antrag der Verteidigung noch befragt werden, wie das Kind bei ihr Nahrung aufgenommen, es stellt sich jedoch heraus, daß die Zeugin inzwischen niedergekommen ist. Justizrat Wronker erklärt, unter diesen Umständen auf die Zeugin verzichten zu wollen.( Heiterkeit.) Weitere Entlastungszeugen. Von Wichtigkeit für die Verteidigung ist noch die Aussage der Masseuse Oberheu, die bei der Gräfin Kindbettadern wahrgenommen haben will, die mit Krampfadern nicht zu berwechseln seien. Ebenso sagt Frau Isabella v. Koczorowska ( gegen die in dieser Sache ein Verfahren schwebt), eine Freundin der Gräfin, zu gunsten der Angeklagten aus. Vor 5 Uhr am 27. Januar habe ihr die Hebamme Cwell, die sie selbst aus Warschau nach Berlin mitgebracht habe, das neugeborene Kind in Tücher gewickelt gezeigt. Die Zeugin gibt weiterhin ebenfalls auf Befragen der Verteidigung an, daß in ihrer Gegenwart dem Sanitätsrat Dr. Rosinski niemals die Untersuchung des Kindes verweigert worden ist. Der Gerichtshof beschließt, die Zeugin nicht zu vereidigen. - Die Plaidoyers werden am Dienstag beginnen und der Schluß der Verhandlungen wird für den 21. erwartet. Die preußischen Landtagswahlen. Marburg. Die Wahl v. Negelein( K.) iſt höchſtwahrscheinlich. Wezlar. Die Wahl des Regierungsrats a. D. Stackmann( K.) ist gesichert. Frankfurt a. M. Die Wiederwahl von Funk und Deser( freis. demokr.) ist gesichert. Wiesbaden. Der Nationalliberale Bartling hat die absolute Majorität. Hanau. Die Wahl des Nationalliberalen Junghenn ist gesichert. Herborn. Die Wahl des nationalliberalen Amts. gerichtsrats Hofmann ist gesichert. Siegen. Die Wiederwahl von Macco( Ntl.) ist mit großer Mehrheit gesichert. Limburg. Die Wahl Cahensly( 8.) ist gesichert. Oberlahnkreis- Usingen. Im Kreis Usingen bon 81 Wahlmännern 42 für Dr. Beckmann( K). Das Ergebnis aus dem Oberlahnkreis ist noch unbekannt. Kassel. Im Wahlkreise Kassel wurde Schröder( Ntl) faft glatt gewählt. Altenkirchen Neuwied. Die Zentrumskandidaten erhielten von 556 Wahlmännern 268; die Nichtultramontanen 253, der Bund der Landwirte 33. Berlin. In Berlin I wurden gewählt: 190 freisinnige, 174 sozialdemokratische und 138 fonservative Wahlnänner; in Berlin II: 853 freisinnige, 460 sozialdemofratische, 9 fonservative Wahlmänner; in Berlin III: 1189 freisinnige, 919 sozialdemokratische, 222 fonservative und 32 Wahlmänner zweifelhafter Parteistellung; in Berlin IV: 899 freisinnige, 507 sozialdemokratische, 29 fonservative Wahlmänner. In der dritten Klasse dauerte die Wahl vereinzelt 4 Stunden lang. Der Reichskanzler, die Minister und Staatssekretäre erschienen als wähler dritter Klasse pünktlich und wählten fonservativ. Lokales. " Gießen, 14 November 1903. * Bazar in Gießen. Wer Vieles bringt, wird Manchem Etwas bringen" das scheint sich bei dem bevorstehenden Bazare bewahrheiten zu wollen. Wie wir von unterrichteter Seite vernehmen, sind eine ganze Menge geschmackvoller praktischer und origineller Dinge dabei zu haben. Ein reizender Weihnachtsmarkt, der uns den bis jetzt noch fehlenden Winter mit Schnee und Eis, mit Tannengrün und Kerzenschein bringt, bietet Gelegenheit, schon jetzt für Christkindleins Festtag vorzusorgen. Da ist's rätlich, den Wunschzettel für Weihnachten aufzustellen um nicht nur schön und vorteilhaft einzukaufen, sondern auch zugleich einer guten Sache zu dienen. So gerne wir noch mehr ausplaudern möchten, von allen Herrlichkeiten, die wir ahnen, fürchten wir doch zu sehr den gestrengen Knecht Rupprecht, der am Eingange zum Weihnachtsmarkte Wache hält und mit ernsthaftem Gesichte uns hindert, allzuweit vorzubringen in die geheimnisvollen Einzelheiten. Darum abwarten und selbst schauen wenn's Zeit ist. - Leebrigen hatte e Bm Fleiß und Certennung ni - Nachmittags 3 Uhr als Fremdenvorstellung, ilipp II. fonn * § Stadttheater Gießen. Nochmals set a die beiden Sonntags- Vorstellungen aufmerksam gemad sunkene Glode" zu ermäßigten Preisen, Abends 8 als 5. Sonntagsabonnementsvorstellung, Altheidelberg Die Anlagenmusit in Gießen findet an Sonntag Mittag 12 Ühr in den Südanlagen mit folgender Brogramm Statt: Duverture Frau Luna von Lind Simplicius Quadrille von Strauß. Als ich wieder fam Lied von Rodaminste. Fantasie über das Lied Hom sweet home von Voigt. * + Die Festnahme des Tapezier Zimmermann hat zur Folge, daß auch der Lehrling eines anderen Gießene Konfettions- und Manufakturwaren- Geschäftes hinter Schl und Riegel gesetzt werden mußte. * Die Errichtung einer Ackerbauschule für de Kreis Gießen ist in letzter Zeit von landwirtschaftlide Seite aus verschiedentlich in Anregung gebracht worden Gerade der Kreis Gießen hat in dieser Beziehung lang zurückſtehen müssen, obwohl ca. 28 der Bevölkerun zählt 65 Schüler, ist also überfüllt, während die Schule zu Alsfeld und Büdingen zu weit liegen. Gutem Be nehmen nach sollen Lich oder Hungen, als der Wettera Finn Herrscher, i im König, deffe re Bestätigung Spaustyrann á la Ferr& hat fich ffihlt und fich ben, L , was er ih arquis von mirmer gewünsc niger wäre te, nicht fo britten Alt vol in echter, leid tun Schlußafte Fait sehr gut. Lofer und die biiefe Rolle te Fürs erste Mal be Abends bo fein durchdacht Landwirtschaft treibt. Die Ackerbauschule in Friedbe gute Schauspie am nächsten liegend, in Aussicht genommen sein.( instlerin verft wäre es, wenn die Schüle in Grünberg errichte würde? Wenn die Bahn Grünberg- Lich erbaut würde eine gute Bahnverbindung nach allen Seite vorhanden sein. D. Red.) Die Errichtung der Ader bauschule wurde auch auf der Kreislehrerkonferenz be sprochen. ** Diimonisch angel glbadt Colori Alba( Herr Te Domingo( Her mr daraus Deshalb auch z in einer größe Iobenswert, w Hessische Volkskunde. Die im vorigen Jahr Herr Grone gegründete Vereinigung für hessische Volkskunde zählt beüller, bie 1040 Mitglieder und zwar in allen Teilen des Landes Das Großh. Ministerium des Innern hat mit Rückwirtung für 1902 der Vereinigung auf 5 Jahre einen namhafte faien der Bor Beitrag zugesichert. ** Eine zu Worms unerwartet vorgenomme Revision des Brodes in den Bäckereien ergab bet 5 Bäckermeistern daß an frischem 2 Kilobroden oft 60-100 Gramm, a trockenen 1 Kilobroden 70-120 Gram fehlten. (:) Billiger Apfelwein. Während bei uns d Obst- und besonders die Aepfelernte eigentlich recht viel wünschen übrig ließ, da kommt aus der Schweiz die Wunder mär, daß dort der Aepfelwein so billig sei, daß derselbe i den Kaffees stundenweis" verkauft wird; d. h. man zab eine bestimmte Summe und bekommt dann so viel des Aepfe weines, wie man in einer Stunde nur trinken kann oder wil Da nun bei uns die Grundstoffe des Bieres in diese Jahre sehr gut geraten sein sollen, wie wäre es, wenn mo die gleiche Methode beim Bier einführen würde. Wi glauben sicher, daß die Einführung sehr viel Antlang finb wird. Lollar. Der Gesangverein ,, Liedertafel" feiert hu Stiftungsfest verbunden mit Aneipeinweihung. Samstag Abend im neuen Saalbau zur Linde ihr 16jährige Bu die mehr internen Festlichkeit sind auch einige befreundete Gießen Gesangvereine eingeladen. Die Liedertafel", welche ja be sonders in letzter Zeit mehr aus sich herausgetreten ist, wid ihren Gästen an diesem Abend mit bester Gastfreundscha aufwarten und dem Deutschen Männergesang nach bester Können Rechnung tragen. - Friedberg, 13. Nov. Das Mathildenstift Friedber Bußbach hat den über 50 Orten seines Sparfaffenbezir zu den Kosten der Industrieschulen 1600 Mt. geschentwei wtesen. Kestrich. Jäger die dieser Tage eine Treibjagd ab hielten, kehrten, die Hüte und Müßen mit Apfelblüten g schmückt, zurück. Der Apfelbaum steht in vollster Blüte a dem Grundstück des Herrn Steuernagel. ** Darmstadt, 13. Nov. Als Leutnant im Groß Dragonerregiment( Garde) Nr. 23, vorläufig ohne Bater Kaiser Wilhelms, eingestellt. wurde Graf Wilhelm von Schliz, genannt Görtz, der Bat Stadttheater Gießen. Don Carlos von Friedrich von Schiller. 3. Volfsvorstellung. Kaum eines der Bühnenwerke Schillers dürfte zu Aufführung an dem Geburtstage des groken Dichters g eigneter sein, wie das von der Direktion Steingoetter da gewählte. Nicht allein, daß Don Carlos in der Spra gegenüber Schillers Jugendstücken einen großen, fünstlerisch Fortschritt zeigt, in diesem dramatischen Gedicht spiegeln sich au die lauteren Empfindungen einer gereiften Männlichkeit, die Schwung in so unvergleichlich herrlicher Weise paaren, zu allen späteren Werken sich mit dem jugendlich- geniale Als Freiherr v ersten Male unverkennbar wieder. Dallberg Schiller die Erzählung:„ Dom Carlos, nouve histarique" im Jahre 1782 zur Dramatisierung überga machte sich der Dichter nach kurzer Pause mit der ganz idealen Begeisterung, die ihm bei seinen Jugendwerken d Feder geführt, an die Arbeit; aber- und vielleicht zu Glück zwangen ihn mancherlei Umstände die Idee ein weilen fallen zu lassen und erst im Jahre 1788 erschien einem Leipziger Verlage: Don Carlos, Infant von Spanien fein- bortam biifallsfreudta. So ist die Tragödie in einer an Erfahrung überreiche schweren Zeit mit dem Dichter gereift. Wohl stürmt un wetterleuchtet es auch in Don Carlos noch manchmal un der glühende Hauch des jugendlichen Feuergeistes weht u sinnverwirrend entgegen, aber zu intensiv strahlt bereits d geläuterte Gold Schillerscher Dichtkunst, um dieses We nicht hoch über„ Die Räuber"," Fiesko" und„ Kabale un Liebe" stellen zu können. Die Titelrolle lag bei uns in den Händen des Hern Achterberg, der den spanischen Infanten mit dem ganz stürmischen Feuer seiner Jugend ausgestattet hatte. He A. ging dabei wohl etwas zu weit und weise Mäßigung ist ihm für seinen Don Carlos sehr zu empfehlen. Sn Eine Mutte Sie will di Sie, will di Wie ist das Die Sehns E zieht fi Wenn auch Sie muß d Wohl hat Auf Frank Ein hohes Das wund Wie wird Der Bruder Sche floffe 3 Kleid. Versand wünschte Adol Eis iin größter Au Einem berel geft. Nachricht. beliebt gewors San Gieraußer in mein in nachstehen erhältlich ist: Seltersto In W. Haas, Bl 2. Lenhardt, Marker, Go 5. Kräger, Bi J. M. Schulh Restaurant W " n 23 11 Li In Dutenho Heuchelh Alleinige Karl Link, Gi Zucke Dr. S. Ma ( kein Geheim sicherste wir über seine Apoth. R. O. 100 Kor fofort gesucht A. d. Expediti Nodimals ufmerfiam gr Denvorstellung fen, bend ung Althet Bießen anlagen mit Luna 18 ich mi das L 1ebrigen hatte er eine Reihe recht guter Momente und seiner on Fleiß und Hingabe zeugenden Leistung kann man die Chertennung nicht versagen. Herr Linzen als Rönig Bhilipp II. fonnte uns auch nicht recht gefallen. Das war lein Herrscher, in dessen Reiche die Sonne nicht untergeht, lein König, dessen Majestät in jedem Worte, jeder Bewegung Ere Bestätigung findet, das war ein fleinlicher bürgerlicher Saustyrann á la Meister Anton in Maria Magdalena. Welch großen Jubel wird die Mutter schauen, Wie er ihr wohl noch nie begegnet war. So mag sie ziehn, mag uns die Lieben grüßen, Sie mag sich freuen an der Kinder Glück, Viel schönes wird auch dort ihr Auge schauen, Dann fehrt sie wieder in ihr Heim zurück. Die Vogelsbergerin. ( Amtliche Notierungen.) Heu per 3enter Mt. 3.00 bis 3.80, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.40. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Hrt 2. hat sich in dem Gewande sicher selbst nicht wohl Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. neues TIEF im Westen aufgetaucht. Infolgedessen drehte ier Bimmer nes anderen efäftes file bauschule landwirt ung gebrad efer Beziehun 2/3 der Be ufchule in während die tegen. But en, als der enommen je rünberge berg- Lidh erb nach allen rrichtung de islehrertonte Die im borig Boltsfunde zi Letlen de hat mit Rid ahre einen m orgenomme Re 6 bet 5 Bäder 60-100 m fehlten. Während bein eigentlich reti er Schweiz die ig fei, daß der wird; d. h. m ann so viel de trinken fann o des Bieres in 1 ie wäre es, wm führen würde ehr viel Antlang Biedertafel" feie r Linde ihr 16ja weihung. Bu e befreundete tafel", weld erausgetreten i Sefter Gaftfrem mergefang nad thildenftift Fri nes Sparfafa 00 Mt. ge eine Treibje mit Apfelbli in vollster B el. Leutnant im Gr orläufig ohne Be nnt Börg, der ken. [ er. Schillers dürf groken Dig on Steingoelt 8 in der Sp großen, fin edicht spiegel fi Männligh jugenbli Weise paar Als Freibu om Carlos, natifierung ufe mit bery en Jugendwe - und viellei ände die Fore re 1788 erf Infant bon G fahrung über Wohl für od manchmal uergeiftes be ftrahlt berei um diefes und Rabale Händen bes n mit dem g attet hatte. b meife Mai empfehlen fühlt und sich vergeblich bemüht, der Figur etwas zu aben, was er ihr nicht geben konnte. Herrn Sandorffs Marquis von Bosa hätten wir uns am Anfang etwas wärmer gewünscht. Vielleicht wäre diese Reserve bei einem weniger schwärmerisch- stürmischen Partner, wie ihn Herr A. tellte, nicht so aufgefallen. Dagegen war Herr S. im britten Aft vollkommen auf der Höhe, die Worte flossen ihm in echter, leidenschaftlicher Glut von den Lippen und auch tm Schlußatte kleidete ihn die gefaßte, vornehme MännlichLeit sehr gut. Als Königin präsentierte sich Frl. Minna Röser und die Dame scheint wenn sie auch gerade für biese Rolle teine äußeren Vorzüge mitbringt eine recht Qute Schauspielerin zu sein. Mehr läßt sich natürlich Fürs erste Mal von ihr nicht sagen.- Die beste Leistung des Abends bot sicher Frl. Hohl; temperamentvoll und fein durchdacht war ihre Prinzessin von Eboli und die Künstlerin verstand es vorzüglich, dieser begehrlichen, etwas Dämonisch angehauchten Hofdame das ihr vom Dichter zugedachte Colorit zu geben. Die Rollen des Herzogs von Alba( Herr Teleky), Graf von Lerma( Herr Pichler) und Domingo( Herr Haag) waren sehr zusammengestrichen, es war daraus nicht mehr viel zu machen und sie wurden deshalb auch ziemlich farblos verförpert. Erwähnt sei noch Herr Gronert als Großinquisiteur und Frl. Groß müller, die uns hoffentlich ihre Fortschritte bald wieder mal in einer größeren Rolle zeigen fann. Die Regie war lobenswert, wenn auch einige fleine Störungen – z. B. shien der Vorhangzieher im legten Aft etwas konfuß zu fein borkamen. Das übervolle Haus zeigte sich recht beifallsfreudta. Sehnsucht. H. H. Eine Mutter reist nach Englands reichen Gauen, Sie will die gute Tochter wiedersehn, Sie, will die fleinen Enkel froh begrüßen; Wie ist das herrlich, ist das lieblich schön!! Die Sehnsucht treibt sie über Wasserfluten, G4 zieht sie fort, sie kann nicht widerstehn, Wenn auch der Herbststurm hoch die Wellen kräuselt, Sie muß die fernen Lieben wiedersehn!! Wohl hat sie schon die schöne Welt gesehen, Auf Frankreichs Erde, Frankreichs schönster Stadt; Ein hohes Ziel war's, das sie hingetrieben, Das wunderherrlich sich erfüllet hat. Wie wird die Tochter, wie der Sohn sich freuen, Der Bruder sich, die kleine Enkelschar, Aufgebotene. Am 9. Nov. Aug. Ernst Valentin, Steinbr. dah. und Margar. Karol. Pfannmüller, Dienstm. dah. 10. Adam Jakobi, Tagl. zu Fronhausen u. Kathar. Weimer, Dienstm. dah. 11. Joh. Ort 2., Gastw. zu Nieder- Olm und Marie Sophie Künfer, Verkäuf. dah. 13. Philipp Luh 3., Erdarb. dah. und Anna Schmalz, Dienstm. zu Hungen. Eheschließungen. Am 7. Nov. Andr. Karl Justus Berg, Tagl. dah. mit Anna Feuser, Fabrikarb. dah. 9. Phil. Appel gen. Dest, Tagl. dah. mit Eleonore Weller, Tagl. dah. 11. Dr. Karl Gg. Emil Brück, Apothekenbes. zu Gau- Odernheim m. Elisab. Louise Clement. Emma Emil. Karol. Caesar, Tocht. des Apothekenbes. Dr. Jul. Caesar dah. 12. Wilh. Lotz, Vizefeldw. dah. mit Anna Schuchard dah. Geborene. Am 4. Dem Buchdruckereibes. W. Nitschkowski eine Tocht., Else Wilhelm. 5. Dem Bahnwerkstätteschl. Karl Euler eine Tocht. 6. Dem Cementarbeiter Hrch. Lenz 2. eine Tocht., Elisab. Aug. 7. Dem Landwirt Hrch. Weber eine Tocht., Marie. 9. Dem Buchbind. Adolf Schmidt eine Tocht. 9. Dem Dienstm. Ed. Lind eine Tocht., Johanna. 11. Dem Installat. Franz Jos. Heißler ein Sohn, Franz Joseph. Gestorbene. Am 6. Nov. Kasp. Mandler, 68 Jahre alt, Gärtner dah. 8. Kath. Marie Bogler 9 Mon. alt, Tocht. des Tagl. Karl Bogler dah. 9. Jak. Jendt, 67 Jahre alt, Tagl. dah. 10. Kath. Häuser, 60 Jahre alt, Fabrikarbeit. dah. Marktberichte. Gießen, 14. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bfb. 1.00-1.15 Mt., Hühnereter 2 Stüd 16-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1 80, Hahnen, per Stild Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Pid. 56-66 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Bfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pig. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 Pfa., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.00 5.50 mt., Rwiebeln per 3t. mf. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 13. Nov Schenken Sie Seiden- Lebertran binal stoffe zum Feft. Hofwiskommen für Blousen oder Kleid. Wundervolle Neuheiten. Porto- und zollfreier Versandt an Jedermann. Muster bei Angabe des Gewünschten franko. Briefporto nach der Schweiz 20 Pig. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie., Zürich G. 22 Kgl. Hoflieferanten ( Schweiz). Eiserne Brockmühlen größter Auswahl empfiehlt Einem verehrten Publikum zur geft. Nachricht, daß mein so schnell beliebt gewordener Sanitätss Eier- Zwieback außer in meinem Geschäftslokale, Seltersw g 61, zu gleichem Preis in nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich ist: In Gießen: W. Haas, Bleichstraße. 2. Lenhardt, Frankfurterstraße. J. Marker, Ecke Stephan- und Goethestraße. H. Kräßer, Brandplatz 15. J. M. Schulhof. Marktstraße. Restaurant Windhof. 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Während das nordöstliche TIEF ganz langsam nach dem Innern Rußlands abzieht, ist wider Erwarten ein der Wind von Nordwest wieder nach Südwest zurück, die Bewölkung nahm zu und es fiel geringer Regen. Das TIEF scheint oftwärts vorzudringen, daher für Samstag und Sonntag meist trübes, regnerisches und mildes Wetter bei südlich auffrischendem Winde wahrscheinlich. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschl. Knecht, 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Bau- und Möbelschreiner, 1 Küfer, 3 Holzbildhauer, 1 Schuhmacher, 2 Schneider, 1 Friseur, 3 Glaser, 5 Erdarbeiter, 3 Hausburschen von 14-16 Jahren, 8 Dienstmädchen für hier und ausw., 2 Lauffrauen, 2 Zeitungsträgerinnen. Lehrlinge: 1 Friseur. Es suchen Arbeit: 2 Pferdefnechte, 5 Bau- und Kunstschlosser, 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Installateure, 1 Buchbinder, 2 Küfer, 1 Wagner, 2 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Meßzzer, 1 Flickecin, 1 Büglerin, 1 Wasch oder Buzzfrau, 1 Glaser, 3 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Kellner, 2 Dienstmädchen, 5 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 2 Bureaugehülfen, 1 Kranken- bezw. Wochenpflegerin. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den Gerichts." und„ Deffentlichen Sprechina": Fr. Obvermann, Wo giebt es immer eine gute Tasse Kaffee? Dort, wo man Linde's Kaffee- Essenz regelmäßig verwendet. In einem kühlen Grunde,- Da geht ein Mühlenrad, Mein Liebchen ist verschwunden, das dort gewohnet hat. Es ist zur Stadt gelaufen- Mein Liebhen klug und fesch Eureta" einzufaufen, Denn Morgen ist große Wäsch!! ( ,, Eureka", die Krone aller Waschmittel, überall erhältlich, Packet 15 Pfennig.) Ohne Fleiss keinen Preis AURORA Patentkummet der Deuzeit. Dreifacher Schutz. 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Eintrittskarten: für Nichtmitglieder sind zu 50 Pfg. abends an der Kasse zu haben. Die Vorstände. ezirks- Verein Nord- Ost Bezirks- U Glessen. Montag, den 16. November, abends 8 Uhr im Aquarium Generalversammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, August Gabriel jr., Giessen Massenfabrikation. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. Zur Saison bringe mein großes Lager von Irischen, Dauerbrand-, Amerikaner-, Regulier heiz, Koch Hopew- und Darmstädter- Defen in diversen Fabrikaten. Ferner: Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen, Feuergeräteständer, Kohlenfüller n. Kasten, Kohlenlöffel, Stocheisen, Asch- und Mülleimer etc. in empfehlende Erinnerung. Auch habe 1 Volldampf- Waschmaschine, sowie Dr. Klein's FleischSaftpressen zu verleihen. Ganz besonders mache auf den Vertrieb der patentierten Schröders Fohlen, und Kälber- Sang- Apparat sowie Fensterfeststeller aufmerksam. 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Schriftliche Beitrittserklärungen bitten wir an den sitzenden des Zweigvereins, Herrn Amtsgerichtsrat Wien hauſe ſab. D Bergstraße 11 zu richten. Auch werden in der Versamml am 15. November Anmeldungen entgegengenommen. Metallsärrge und Särge jeder Art stets am Lager. Der Vorstand. Schön'sche jeder Art stets am Lager. Haffee's Bau- und Möbelschreinere O erfreuen sich großer Beliebtheit, auf Liebigstr. 65. meine neuen Mischungen mache ich besonders aufmerksam. Emil Fischbach, Gießen. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Work: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 8 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Neu! GIESSEN. Liebigstr. Neu! Rübenschneider neuestes eigenes System, schneidet 1 Centner in 3 Minuten. 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