Nr. 162, onementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., ' Sauß gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeff Bettſchrift für Landwirtſchaft, Obst- un Besten bak, fowie bie Gießener Geifenblasen( wöchentli). Das Blats richetat an allen Meritage nagmitage. Dienstag, den 14. Juli 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei 8: Die einfaltige Betttzelle for Olesen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Bfe. fonft 15 Pfg.; Reklamex die Betttzelle 30 refp. 40 Big. Bostzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 28. Ferusprechanchufe, 388. Neueste Nachrichten ( shener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. Die Stelle des städtischen Vollziehungsbeamten ( Pfandmeister) ist infolge Ruhestands versetzung des bisherigen Inhabers anderweit zu beschen. Mit der Stelle ist ein pensionsfähiger Gehalt von 1480 Mf steigend um jährlich 40 Mt. bis zum Höchstgehalt von 2200 Mt. sowie Hinterbliebenen- Fürsorge verbunden. Bewerber, welche die Prüfung im Finanzfach II. Sategorie bestanden und als Vollziehungsbeamte schon praktisch tätig ge= wesen sind, erhalten den Vorzug. Meldungen sind schriftlich unter Beifügung von Lebenslauf, Zeugnisab schriften und Gesundheitsschein bis zum 10. August hier her einzureichen. Gießen, 11. Juli 1903. Der Oberbürgermeister J. V.: Curschmann, Beigcordncter. König Peter und feine Banditen. Der neue Serbenkönig leitet seine Regierung vortrefflic ein. Er zeigt, daß er sich bereits im Lande der Königsmörder janz akklimatisiert hat: Seine letzte Amtshandlung aus Anaß ſeines Geburtstages war, unter anderen Offizieren dem bisherigen Kommandanten des 6. Infanterieregiments, Oberstleutnant Misitsch, eine hohe Beförderung angedeihen zu assen. Misitsch wurde zum Leiter der Militärabteilung des Kriegsministeriums ernannt. Das 6. und 7. Infanteriecegiment umſtellten in der Mordnacht bekanntlich den Konak, und Misitsch war es, der an der Spitze seiner Offiziere einbrang und das Königspaar ermordete. Diese Maßregel des neuen Königs bedeutet eine unrhörte Provokation der öffentlichen Moral. Wenn auch, das sei an Dieser Stelle eigens hervorgehoben, weder Alerander noch Draga sich irgend welcher Sympathien in Deutschland erreuten und erfreuen konnten, so wird doch die ganze deutsche Bevölkerung diesen Schritt des neuen Königs als einen Beitschenhieb auf allen Anstand und Sitte empfinden. Von Den Regierungen der Mächte wurde die Bestrafung der MörDer verlangt, als stillschweigende Voraussetzung eines weieren dauernden diplomatischen Verkehrs mit Serbien. Was tut dagegen König Peter? Den Anführer der Mordgesellen ernennt er zum Chef seiner Militärabteilung. Hätte er dieenigen, die ihn zum Throne verholfen haben, geschont väre menschlich zu begreifen, daß er sie aber für ihre himmelchreiende Schandtat belohnt, muß ihm für immer die Sympathien des gesitteten Europa entziehen. Man konnte auj derartiges allerdings schon vorbereitet sein, da das Gerücht on der bevorstehenden Strafversetzung des 6. und 7. Reginents on Belgrad sich nicht nur nicht bwahrheitete, sondern ils„ durchaus unbegründet" amtlich energisch dementiert vurde. e Bei diesem Verhalten König Peters fann man sich nicht vundern, wenn sich über sein Haupt die bittere Lange der Satire ergießt. Von Peter werden jetzt in serbischen Blättern Wunderdinge erzählt, wie er ein zweiter Harun al Soschie in unscheinbarer Kleidung in der Stadt untherwandert und sich und andere belehrt. Ein Wiener Satiriker schildert nun seine Begegnungen mit Soldaten und Offizieren. Einen Soldaten, der sich dent Könige gegenüber bereit erflärt, seinen guten König Peter" für ein Goldstück zu ermorden, ernennt er zum Offizier im 6. Infanterieregiment ,,, da er als nichtswürdiger verräterischer Bube nicht mehr wert sei, den einfachen Soldatenrock zu tragen". Und der Soldat schämte sich. In einer anderen Szene läßt unser Satiriker Peter und verschiedene Offiziere beim Mahl sich ewige Treue schwören:„ Mein Eid sei dein Eid und dein Eid sei mein Eid", schloß der Monarch seinen Tcast und dann die fröhliche Sitzung. Auf dem Heimweg in den Konak äußerte Peter den Wunsch, noch einen Slivowitz zu genießen. Die Gesellschaft suchte eine nahe Branntweinschenke auf, doch diese war noch gesperrt. Ratlos blickten die Effiziere sich an.„ Jbr volt serbische Offiziere sein", sprach Peter zürnend ,,, und teiner von euch hat einen Dietrich bei sich?" Dann zog er cine hübsche Kollektion englischer Einbrecherwerkzeuge aus seiner rückwärtigen föniglichen Hosentasche und hatte in venigen Minuten den Branntweinladen geöffnet. Ein Zerrbild und doch nur zu wahr. Mag der serbische König auch bei seinem Geburtstage im ganzen Lande in Gottesdienst und Festlichkeiten gefeiert werden sein, wie es der offizielle Bericht aus Belgrad triumphierend meldet: So lange er mit den Meuchelmördern in dieser Weise verjährt, darf er sich nicht wundern, wenn er als ihr Genosse Strachtet wird. Neue oftafiatifche Grufelmärchen. Die britische Presse hört nicht auf, die Oeffentlichkeit mit Nachricken über angebliche Gefahr für den Weltfrieden zu beglücken, die in Ostasien drohen soll. So meldel das Reutersche Bureau jetzt wieder, in Port Arthur ständen etwa 30 000 Mann russische Truppen, und weitere 16 000 seien dorthin unterwegs. Es herrsche eine ungewöhnliche Tätigkeit in der Ausbildung der Soldaten und Seeleute. Viele Admirale und Generale seien in Port Arthur anwesend. Das britische Bureau, dessen skrupellose Verlogen heit bekannt ist, will offenbar den Anschein erwecken, als ständen kriegerische Verwickelungen in Ostasien bevor, an denen auf der einen Seite Rußland, auf der anderen Japan, England und Amerika teilnehmen würden. Demgegenüber ist es als sicher zu betrachten, daß zwischen Rußland und Japan eine Verständigung über einen modus vivendi er zielt ist: der Besuch des russischen Kriegsministers Kuropatfin in Tokio diente diesem Zweck. Daß Rußland an der Mandschureigrenze größere Truppenmassen versammelt, ist ja Tatsache. Das hat aber nicht etwa darin seinen Grund, daß Rußland sich auf den Ausbruch von Feindseligkeiten gefaßt macht oder gar selbst solche im Schilde führt. Rußland verfolgt vielmehr mit der Ansammlung von Truppen in Ostasien genau den gleichen friedlichen Zweck, den z. B. Deutschland mit der Erhaltung seiner starken Truppenmachi im Auge hat. Hätte Rußland nicht eine achtunggebietende Anzahl Truppen in Ostasien präsent, so wäre die Gefahr eines feindlichen Zusammenstoßes zwischen ihm und den anderen dort interessierten Mächten ziemlich groß. Angesichts der starken russischen Truppenmacht in Ostasien werden sich die anderen Mächte hüten, mit Rßland anzubinden, und für die Verständigungsvorschläge, die Kuropatkin in Tokio machte, gaben die russischen Truppen in Ostasien eine recht wirksame Folie ab. Wie die Dinge jetzt liegen, darf die Gefahr eines bewaffneten Zusammenstoßes in Ostasien als beschworen gelten. An Reibungen wird es natürfich auch in Zukunft nicht fehlen, sie werden cher an Nachdruck zunehmen, je mehr Rußland seine militärische Macht dort verstärkt. Denn Rußland wird mit dem Anwachsen seiner sofort verfügbaren Streitkräfte anspruchsvoller auftreten. Daß es unter diesen Umständen einmal zum Klappen kommt und die Bajonette sich kreuzen werden, ist selbstverständlich. Aber das wird erst geschehen, wenn es Ruß( and behagen wird. Und einstweilen hat Rußland fein Interesse daran, die Sache auf die Spitze zu treiben. Vom Sterbelager des Papftes. Einer vorübergehenden Besserung im Befinden des Papstes, die am Sonntag eintrat und den ganzen Tag über anhielt, folgte am Montag wieder eine Verschlimmerung. Als die Aerzte Montag Vormittag beim Papst eintrafen, war er im Begriff, einzuschlummern. Der Papst sagte, er fühle sich schwach und abgespannt, und bat, ihn schlafen zu lassen, da er müde sei. Vor dem Fortgehen nahmen die Aerzte eine flüchtige Untersuchung vor, wobei sie feststellten, daß die Flüssigkeit in der Brusthöhle sich nicht vermehrt hatte, sowie daß der Kranke schwach war und sich in weniger gehobener Stimmung befand. Seit Sonntag hat der Papst wenig Nahrung zu sich genommen. Als Professor Mazzoni den Vatikan verließ, machte es den Eindruck, daß er besorgt sei. Mazzoni begab sich zu Professor Rossoni, um ihn über das Befinden des Papstes zu unterrichten. Der Papst empfing außer den Aerzten niemand. Die Aerzte sollen wegen der mangelnden Nierenfunktionen beunruhigt sein, da diese ständig eine Katastrophe befürchten lassen. Professor Mazzoni hat dem Kranken größere Mengen von Nährserum unter die Haut injiziert, was sehr wohltätig gewirkt hat. Indessen nehmen die Kräfte des Greises mit reißender Schnelligkeit ab, und der Eintritt der Katastrophe ist nur noch eine Frage weniger Tage. Am Sonntag wurde übrigens die Mitra des Schußheiligen von Neapel, des heiligen Januarius, in das Krankenzimmer gebracht und mit der Stirne des Papstes in Berührung gebracht. Auch wurde ein Purpurkäppchen, das der Papst zu tragen pflegte, mit der Mitra in Berührung gebracht und dann dem Papste aufgsetzt. Der Papst selbst duldete nicht, daß die Mitra aus dem Prankenzimmer entfernt werde; er füßt sie häufig und lispelt dazu Gebete. Inzwischen beschäftigt man sich in vatikanischen Kreisen bereits eifrig mit dem Konklave. Wie es heißt, haben die Kardinäle Gotti und Rampolla miteinander vereinbart, daß sie die Stimmen ihrer Anhänger demjenigen von ihnen zuwenden wollen, der im ersten Wahlgang mehr Stimmen erhält als der andere. Gegen die Wahl Rampollas wird Desterreich- Ungarn übrigens nicht, wie gegenüber anderslautenden Meldungen festgestellt sei, von seinem Vetorecht Gebrauch machen. Die Politik. Größere Sicherung der Eisenbahnzüge. Zur größeren Sicherheit des reisenden Publikums hat der preußische Eisenbahnminister wieder eine dankfenswerte Verfügung erlassen. Danach darf fein Lokomotiv oder Zugführer zur Beförderung von Zügen oder einzelnen Rokomotiven auf Strecken zugelassen werden, die er noch nicht fennt. Diese Stredentenntnis sollen die Beamten sich da durch erwerben, daß sie die betreffende Strecke bei Tage und jei Nacht je zweimal, oder, wenn sie Schnellzuge fuhren sollen je dreimal hin und zurück befahren haben. Sie haben dan eine schriftliche Erklärung abzugeben, daß sie die Streck ennen und im Stande seien, auf ihr mit voller Sicherhei zu fahren. Aenderung des Landtagswahlreglements in Preußen. CB. Das preußische Landtagswahlreglement ist jetzt in ver chiedenen wichtigen Punkten abgeändert worden. Diese Abinderungen entsprechen einer Erklärung, die der preußische Minister des Innern am 6. März d. Is. im preußischen Abgeordnetenhause abgab. Im wesentlichen ist der Inhalt der Kenderungen folgender: In Wegfall kommt die Bestimmung des alten Wahlregle ments, wonach der Protokoll führer bei der Urwahl verpflichtet var, den Wählern zu gestatten, daß sie selbst den Namen des von ihnen gewählten Wahlmannes in die Liste eintragen. Nach der neuen Bestimmung hat nur der Protokollführer die Befugnis, die Liste auszufüllen. Diese Aenderung ist offenjar getroffen, um die Ankündigung der Sozialdemokratie, sie würde die Wahlakte durch langsames Eintragen der Namen hinziehen, zu nichte zu machen. Ferner wird in der neuen Ordnung bestimmt, daß mehrere Wahlgänge in einen zusammengezogen und daß das System der Stich wahl möglichst vereinfacht werden soll. Für die Wahl der Abgeordneten sind Erleichte tungen geschaffen worden. Während bisher mehrere Wahlgänge erforderlich waren, falls mehrere Abgeordnete zu wählen waren, hat nunmehr jeder Wahlmann sofort anzugeben, wen er an erster, zweiter oder dritter Stelle zum Abgeordneten wählt. Es ist nicht unzulässig, für jede Stelle denselben Namen zu nennen. Der Protokollführer trägt den oder die von dem Wahlmann bezeichneten Namen sofort neben den Namen des Wahlmannes in die entsprechenden, zur Aufnahme der Abstimmungsvermerke bestimmten Spalten der Wahlmnännerliste ein. Dabei sind Abkürzungen statthaft, welche keinen Zweifel über die gewählte Person lassen. Politische Krawalle in Ungarn. Die verfahrenen politischen Verhältnisse in Ungarn haben wieder einmal zu blutigen Krawallen geführt. In Großwardein berichtete am Sonntag der Führer der obſtruktionistischen Gegner des Kabinets Khuen- Hedavary, der Abgeordnete Barabas, über die Lage. Ein Teil der Wählerschaft hatte beschlossen, ihm sein Mißtrauen auszusprechen und ihn aufzufordern, die Obstruktion einzustellen. Es kam zu Tumulten, wobei die Polizei und Militär einschreiten mußten. 17 Personen wurden verwundet; die Polizei nahm 12 Verhaftungen vor. Am Abend durchzogen Polizei- und Militärpatrouillen die Straßen. Neue bulgarisch- türkische Unfreundlichkeiten. Trotz des diplomatischen Ausgleichs zwischen der Türkei und Bulgarien dauern die Häkeleien an der Grenze fort. Aus Konstantinopel werden Zuſammenſtöße von türkischen und bulgarischen Truppen an der Grenze gemeldet. Die Türken werfen den Bulgaren Grenzverlegung vor. Die Buljaren behaupten, die Türken hätten neutrales Gebiet besetzen vollen. Die türkischen Minister wurden plötzlich zusammenbrufen, um über die Lage zu beraten. Neue Truppen sind u den Fahnen einberufen. Kurze politische Nachrichten. Bei der Reichstagsnachwahl im Wahlkreise Konit Tuchel wurde Kulerski( Pole) mit 6024 Stimmen gewählt. Rulerski hatte sich selbst gegen den Willen des polnischen Centralwahlkomitees aufgestellt; der von diesem Komitee aufgestellte Kandidat v. Sikorski erhielt 2959 Stimmen. * An Stelle des aufgegebenen Besuchs in Rom soll der Zar beabsichtigen, dem englischen Hofe eine Visite abzustatten. Die Meldung klingt nicht eben wahrscheinlich. * In Wien ist der Reichsfinanzminister von Kallay nad furzer Krankheit gestorben. * Der_marokkanische Kriegsminister Menebhi soll am 7. d. M. Tazza, den Hauptsitz des Aufstandes, nach sieben ägigem Kampfe genommen haben. ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser ist auf seiner Nordlandsfahrt an Bord der„ Hohenzollern" wohlbehalten in Bergen eingetroffen. ** Die Kaiserin traf, begleitet von den Prinzen, in Kiel ein. Der Besuch ihrer Jacht Iduna" in der Nebädter Bucht und bei Graf und Gräfin Plessen mußte meger tarker Gegenwinde aufgegeben werden. Das Hochwaffer in Schlesien. Die empörte Oder und ihre Nebenflüsse haben in der von ihnen durchfluteten Gebieten furchtbares Unheil ange richtet. Meilenweii sind die Ländereien überschwemmt unti die Saaten vernichtet, Häuser und Kirchen sind eingestürzt und— was das Schlimmste eine große Anzahl vor Menschenleben ist zu beklagen. Aus dem Ueberschwemmungs gebiet liegen nachstehende Meldungen vor: In Gräfenberg im Tale der Freiwaldauer Vile sind 50 Häufer vom Hochwasser weggerissen. Nach den bisherigen 10 jehr berwünschte er schritt langsam setnem Wohnin ihrer Nähe einem Menschen Eoll war. närrijche Eummen nur dafür etwa Gristu der Tor sein, zu zahlen, Ich denke, Ihr Sohn mußte doch im voraus Diese Bemerkung ist hart und befremdend, Fürstin. Suntuis überlegt möge die Person, die du zu wählen die Güte haben wirst, Dir einen sehr einfachen Vorschlag machen, beste Mutter: Die Hand nehmen, und lassen Schäßungen sind 30 Personen umgekommen. In Arnoldsdorf ist die Kirche eingestürzt, der Kirchhof verwüstet und die Leichen fortgeschwemmt. 50 Pioniere sind von Neiße zur Hilfeleistung dorthin abgegangen. In Wildbrunn sind sämtliche Häuser umgerissen, in Langenbrück 32 Häuser zerstört, 30 drohen einzustürzen. In Wiese sind 19 Häuser zerstört, in Ziegenhals 7. Das Forsthaus im Bielauer Park ist fortgeschwemmt, die Bewohner wurden furz vorher gerettet. Die Stadt Löwen steht bis auf den Ring unter Wasser. Infolge Eindringens des Wassers in eine in Betrieb befindliche Ziegelei entstand eine Explosion und ein Feuer, welches die Ziegelei zerstörte. Im Bezirk der Wasserbau- Inspektion Brieg fanden große Deichbrüche statt. Von allen Seiten kommen Nachrichten von unterwaschenen und zerstörten Bahndämmen. Die Eisenbahnverbindungen zwischen vielen Orten sind auf Wochen hinaus unterbrochen. Zwar verläuft sich, wie aus Freiwaldau gemeldet wird, das Wasser dort allmählich. Aber abgesehen von dem furchtbaren Verlust an Menschenleben: Viele Millionen beträgt der angerichtete Materialschäden, und auf lange Zeit hinaus ist ein großer Teil der Bevölkerung der Not ausgesetzt. Auch in die innere Stadt Breslau hat das vernichtende Element seinen Einzug gehalten. An der Sandbrücke in der Nähe des Ritterplates rissen die schmuẞig- gelben Fluten des Stromes die Ufermauer eines Grundstücks zusammen. Die Feuerwehr ist mit dem Einsenken von Sandsäcken und anderen Schubarbeiten beschäftigt. Aus Troppau in Desterreichisch- Schlesien verlautet, daß die Lage im Ueberschwemnungsgebiet wesentlich gebessert worden ist. Die Verheerungen in den einzelnen Bezirken find jedoch ungeheuer. Zahlreiche Brücken wurden zerstört und ganze Straßenzüge weggerissen. Durch das Hoch wasser ist die Würbentaler Glasfabrik gefährdet. Im Jägerndorfer Bezirk sind alle Verbindungen unterbrochen. Die Ernte ist vernichtet und eine Menge Vich umgefommen; auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Ueberall leistet Militär Hülfe. In Krakau hat die Weichselüberschwem mung bisher einen Schaden in Höhe von ungefähr 15 Mil. lionen Kronen verursacht. Die Saaten sind vernichtet. Wie es heißt, sind auch Menschen ertrunken. Auf der Strecke Krafau- Bakopane erfolgte ein Erdrutsch, furze Zeit nach dem ein Zug mit Sommergästen die Unsallitelle passiert hatte. Der Grenzverkehr stockt. Aus dem Gerichtssaal. bei Kulm vollzogen. Tem Förster waren, ohne daß er etwas davon ahnte(!), seine sämtlichen drei Hunde toll geworden. Als der Förster den einen losmachte, wurde er von diesem sofort gebissen. Der Hund wurde getötet, ebenso die beiden inderen, die mit ihm zusammen untergebracht waren, dock wurde hierbei noch der jetzt in Berlin befindliche Tagelöhnei jebissen. Der Förster ist bereits nach Hause entlassen wor den, nachdem man ibn 21mal geimpft hatte. Lokales. teen, ben 14. Juli 1903. * Der Großherzog hat dem Lehrer Wilh. Jäger zu Lich die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * Dem E Dienfitnecht an b mühle. Der Aned in bie Lahn gegar des Todes gewefen ihm nachgefprunge Dant für feine Namen nicht in * Brand. Brand an der uns noch mitgeteil brochenen Waldbra Gerid tevollzieher wollen auffteig n zu überzeugen, wo Plaz mit hohem in vollen Flamme * Ernannt wurde der Regierungsbanführer Franz Bedaus Homberg a. d. D. zum Regierungsbaumeister. ** Die Sigung der gesamten evangelischen Kirchengemeinde, welche gestern abend im Konfir. mandensaale der Johannesgemeinde tagte, und in welcher als Hauptberatungspunkt das Verfahren des Ober. bürgermeisters Mecum gegenüber der Fried. hofsweihe auf der Tagesordnung stand, hat, wie nicht anders zu erwarten, einen sehr interessanten Verlauf genommen. 3, Stunden haben die Vorstandsmitglieder zusammen gesessen und aus dem Vortrag des Herrn Dr. Naumann den ganzen Verlauf der Friedhofsangelegenheiten, welche seit 1 Jahren schon im Gange sind, vernommen. Einstimmig wurde danach beschlossen durch das Kreisamt oder durch das Oberkonsistorium an das Ministerium eine Beschwerde über die stattgefundene Störung der Friedhofs. weihe zu richten. In welcher Fassung und welcher Weg von beiden gewählt werden soll, darüber werden die Kirchenborstände in einer demnächst stattfindenden Sigung beschließen. Soweit uns noch von eingeweihter Seite mitgeteilt wird, hatte der Provinzialrabbiner Dr. Sander gegen die bes absichtigte Weihe seitens der Evangelischen feinen Einspruch erhoben. **„ Die über uns", d. h. die Mieter im oberen Stock werk, bilden nur zu oft den Gegenstand beweglicher Klager jeitens der Mietsparteien in den unteren Etagen. Es ist dabei durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Partei im ersten Stock, die über den Spektakel zetert, den die über ihr" im zweiten machen, ihrerseits wieder von den Mietern des Erdgeschosses als„ die über uns" mit den härtesten Verwünschungen belegt werden. Ein wenig Entgegenkommen iller Parteien ist hier das richtige, solange bei den gegenjeitigen Belästigungen durch Rumoren, Klavierspiel u. s. m nicht böse Absicht vorliegt. Wenn das aber, wie es leide nicht nur vorkommen soll, sondern tatsächlich oft vorkommt der Fall ist, dann hilft nur ein gemeinsames energisches Vorgehen der in ihrem Behagen und Frieden gestörter Witbewohner gegen einen solchen„ Mieterschrecken". Eir Prachteremplar dieser Gattung wurde in Berlin dieser Tage dem Gericht vorgeführt. Es war ein Schneidermeister Stümer, der dem ganzen Haus, in dem er wohnte, zum Plagegeist geworden war, denn kaum eine Nacht verging, chne daß er in seiner Wohnung den blödsinnigsten Lärm sollführte. Als alle Selbsthilfsversuche ohne Erfolg blie. ben, holten die Hausbewohner in ihrer Verzweiflung die Bolizei. Diese glaubte mit einem gewöhnlichen Hausmittel, nämlich mit einem Strafbefehle, den unruhigen Poltergeiſt bändigen zu können. Doch weit gefehlt! Hohnlachend erhob derselbe dagegen Einspruch, indem er kalt lächelnd behauptete, in seiner Wohnung könne er machen, was er wolle. Infolge dessen lag dem Schöffengericht die wichtige Frage zur Beurteilung vor, ob tatsächlich ein jeder in seiner Wohnung machen könne, was er wolle. Während nun der Vorsigende ebenfalls dieser Ansicht zuneigte, und es für das einzige Mittel, sich Ruhe zu verschaffen, hielt, den Ruheſtörer zu ermittieren, erkannte der Gerichtshof gegen Stümer auf eine Geldstrafe von 15 Mark event. 5 Tage Haft. Es müsse auch in der„ Bewegungsfreiheit" in der eigenen Wohnung eine Grenze geben, die nicht überschritten werden dürfe. Lediglich Lärm zu machen, um andere Leute zu chifanieren, jei strafbar. Probatum est! § Im Pommernbank- Prozeß wurde nach mehr als zwe Monaten dauernden Verhandlungen die Beweisaufnahm geschlossen. Die letzte Sigung brachte noch eine Sensation die Vernehmung des Geschäftsführers des„ Kleinen Jour nals", Dr. Leo Leipziger. Zur Erörterung stand die An gelegenheit eines Wechselakzeptes über 25 000 Mark, wel ches im Besitz des Angeklagten Schultz gewesen und vor diesem im Jahre 1899 an die Immobilien- Verkehrsbank an Zahlungsstatt gegeben worden ist. Die Anklage behauptet daß das Akzept wertlos sei. Dr. Leipziger bestreitet das Die Vermögenslage des Kleinen Journal" sei eine der artige, daß jeder Verlust der Immobilien- Verkehrsbank aus geschlossen sei. Die Hergabe des Geldes war auf einen Brief des Generalkonsuls Goldberger hin erfolgt, der dem Angeklagten Schultz und Romeid geraten hatte, das Gell herzugeben, da die Beurteilungen des„ Kleinen Journals" für sie von Bedeutung nach der guten oder schlechten Seite werden könnten. Der Zeuge betont schließlich noch unter seinem Eide, daß ihm selbstverständlich der hier im Gerichts. saale zur Verlesung gekommene Brief des verstorbenen Ge neralkonsuls Goldberger absolut unbefannt gewesen sei. Ei habe von der Existenz eines solchen Briefes keine Ahnung gehabt und würde sich andernfalls gegen den Inhalt des Briefes aufs allerschärfste verwahrt haben. Erst durch diese Verhandlung habe er Kennnis von dem Briefe erhalten. § Neue Revision im Prozeß Hüffener. Admiral v. Köster hat als Gerichtsherr über die Marine- Bildungsanstalten gegen das vom Oberkriegsgericht zu Kiel gegen den Fähn rich zur See v. Hüssener gefällte letzte Urteil Berufung eingelegt. Bekanntlich wurde Hüssener zuletzt zu 2 Jahren 1 Woche Festungshaft verurteilt. Kleine Gerichtschronik. Wegen des Versuches, die Ma rineverwaltung durch Lieferung schlechten Materials zu be trügen, wurden in Kiel die Kaufleute Abraham und Jakol Philippsborn unter Zubilligung mildernder Umstände zu je 1500 Mark Geldstrafe eventuell für je 10 Marf einen Tag Gefängnis verurteilt. Der frühere Direktor der Trebergesellschaft Schmidt hat Revision gegen das Urteil des Kasseler Schwurgericht eingelegt. Nab und fern. [ Der magische Wirbelteich] wird der Voraussicht nach eine Anziehungskraft ersten Ranges auf der Weltausstellung von St. Louis bilden. Der ihn besuchende Tourist genieß bas Vergnügen einer Wasserfahrt im ruhigen und stürmischen Wetter, stürzt über einen Wasserfall, wird vom Wirbel er. griffen und schlägt scheinbar mit dem Boote um, landet jedoch nach einer abenteuerlichen Fahrt durch einen elektrischen Tunnel in ruhigem Wasser. Die Anlage des magischen Wirbeleiches besteht aus einem gigantischen, ringförmigen Wasserall von 50 Fuß Durchmesser und 40 Fuß Tiefe. Der 30. Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes wurde in Hirschberg durch den Vorsitzenden, General der Infanterie v. Spitz, durch eine Rede eröffnet, worin er besonders die Notwendigkeit der Bekämpfung der Sozialdemokratie darlegte, und die er mit einem Hoch auf den Kaiser, die ihm verbündeten Fürsten und freien Städte schloß. An den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgesandt:„ Guerer Kaiserlichen Majestät legen die zum 30. Abgeordnetentage des Deutschen Kriegerbundes versammelten Abgeordneten von 1400 000 ehemaligen Soldaten ehrfurchtsvollen Gruß an den Stufen des Thrones nieder. Mit erneuten Ausdrücken unverbrüch licher Treue und steten Gehorsams erklären die Führer der Kriegerverbände des Bundes ihren festen Willen, den monarchischen Sinn und die Liebe zum Vaterlande unter ihren Kameraden zu pflegen, damit sie als zweite Armee im Bürgerrocke Guerer Majestät auf den Wegen folge, auf denen Allerhöchstdieselbe das deutsche Volk zur Größe und zum Nuhme führen." Als Ort des nächsten Abgeordnetentages wurde Niel gewählt. fo hätten die Fan faßt und ein unal Herr Seipel, weld gegenwart, brach zum Feuer ein und Nun famen noch Alle brachen und Schlugen zufammen und Beinkleider war Platz ist ungefähr nicht erheblich weil welche alle verbran Nachdem ** Von unseren Sielbauten. die im vorigen Jahre der Firma Jäger& Numph in Hanau übertragenen Arbeitsausführungen im großen Ganzen vollendet sind, hat man mit der Ausführung der diesmal ebenfalls derselben Firma übertragenen Arbeiten begonnen. Als erste Straße wurde die Marktstraße in Angriff genommen. Die Arbeiten sollen so betrieben werden, daß in der jeßigen stillen Geschäftszeit sowie in den bald eintretenden Ferien, die Hauptgeschäftsstraßen, wie Marktstraße bis Wetsteingasse, Schulstraße, Neuen Bäue, Seltersweg und die dazwischen liegenden kleinen Straßen fertig gestellt werden. Daher werden bet Ausführung der Hauptkanalzüge, die an letteren anschließende Nebenstrecken, soweit es der Verkehr zuläßt, mit hergestellt. Demgemäß hat man jeẞt außer der Marktstraße, die Sandgasse und Rittergasse mit aufgebrochen. Um die Arbeiten recht schnell fertig zu stellen, ist die Arbeitszeit um einige Stunden pro Tag verlängert worden. Es wird von früh morgens 5 Uhr bis abends 8 oder 9 Uhr der Betrieb im Gange ge halten. In Folge größerer Arbeitseinstellungen ist den Arbeitern fortwährend große Gelegenheit zur Beschäftigung geboten. Gleichzeitig möchten wir die Anwohner der Straßen zwischen Bahnhofstraße und Neuen Bäue- Schulstraße wiederholt auf das zeitige Anschaffen der Kohlenvorräte für den Winter aufmerksam machen, da bei den größtenteils engen Straßen durch den Aufbruch derselben, ein Einbringen von Kohlen usw., wenn nicht ganz unmöglich, so doch mit größten Unannehmlichkeiten und Mehrausgaben verbunden ist. * Beim deutschen Bundesschießen in Hannover wird nach den vorläufigen Feststellungen wahrscheinlich ein starkes De fizit zu Tage treten. Die Ehrengabe des deutschen Kaisers errang bei der Preisverteilung Kaufmann K. Weltmann. Bremen. Auch in anderen deutschen Städten fanden jezi vielfach Schüßenfeste statt, auf denen manch alter Brauch wie der ans Tageslicht gezogen wurde. In Königslutter fand das Fest durch das Abtrinken des Königsbieres seinen be sonderen Schluß. Das Königsbier wurde in alten Zeiter bon besonderen Schüßenmeistern gebraut und setzte sich vor. zugsweise aus Num, Rotwein, Korinthen, Zitronen, Zucker und dem sogenannten„ Duckstein" zusammen. Der Duck. stein war ein Bier, das gerade in Königslutter in tadel loser Güte hergestellt wurde und gar manchem trunkfesten Becher dergestalt zu Hirne stieg, daß er sich der Tradition zufolge an jedem Steine ducken mußte. Seit mehreren Jah ren ist in Königslutter die Bereitung des Duchsteins voll. ständig aufgegeben. Nur beim Königsbier lebt alljährlich der alte Brauch wieder auf. In versiegelten und mehreri Liter fassenden Holzkrügen wird das Königsbier dem neuer Schüßenfönige fredenzt. Der erste Humpen wird dem Wohl ergehen des Landesvaters und des jeweiligen Schützenfönigs geweiht. Ist der Humpen von dem Sprecher angetrunken dann macht er unter der Schüßengesellschaft die Runde so lange, bis sich mancher brave Schütze vor jedem Steine „ duckt". )( Die verirrte Kugel. Während des Vogelschießens bein Schüßenfest in Camen prallte eine Kugel an der unter dem Vogel befindlichen Eisenplatte ab, flog unters Publi fum und drang einem Festteilnehmer, dem Buchdrucker Gockel, ins Gehirn. Der Verunglückte war sofort eine Leiche. (:) Unwetter- Katastrophe im Rheinland. In der Gegend von Düsseldorf, Neuß und Honnef ging ein schweres Ge witter nieder, das großen Schaden anrichtete und mehrere Menschenopfer forderte. Gewaltige Hagelschauer zerstörten viele Fenster und Dachziegel. In Honnef wurde ein Mann burch große Schlossen lebensgefährlich verlegt, ein Kahr fippte um, wobei 2 Personen ertranfen. In Neuß schlug der Blitz in eine Mädchenschule; in Heerdt wurde ein Mann vom Blitz erschlagen. Tollwut- Impfungen wurden im Berliner Institut an dem Föriter Enael und einem Tagelöhner aus Tannhagen O Gregor Samarow 7. In Charlottenburg verschied in folge eines Schlaganfalles der bekannte Romanschriftstelle Gregor Samarom, oder, wie er im bürgerlichen Leben hieß Regierungsrat a. D. Oskar Meding. Samarow wurde 187 durch sein großes Werk„ Um Szepter und Kronen" bekannt dem er dann eine Reihe spannender historischer Romane zum größten Teil aus der Zeit um 1866, folgen ließ. G: wurde ihm leicht, politische Führer und Fürsten zu zeichnen da er lange Jahre vertrauter Berater des letzten König von Hannover war. Die Schwedenfahrt der Deutschen schiffsbautechnischen Gesellschaft nimmt weiter einen großartigen Verlauf. Nac einer großen Segelregatta in Sandhamm, an der die Deutschen auf Einladung des kgl. schwedischen Seglerverein teilnahmen, wurde die Reise nach Varholm fortgesetzt, wo die Stockholmer deutsche Kolonie ein Festmahl gab. Bei dem selben, wurden Trinksprüche auf den König von Schweden und den deutschen Kaiser ausgebracht. Um 11 Uhr abends erfolgte die Rückkehr nach Stockholm. × Die Untat des Trunkenbolds. Der als Gewohnheits trinker bekannte Sandschiffer Wendt in Ochsenwärder bei Hamburg ertränkte im Mühlengraben seine Frau in Gegen wart seiner sechszehnjährigen Tochter, die vergebens Hilfe herbeizurufen versuchte. Wendt flüchtete nach geschehenei Tat, wurde aber bald darauf von Bauern festgenommen. Bunte Chronik. In Altona erschoß sich auf offener Straße ein ehemaliger Görlitzer Offizier, der nach Amerike gehen wollte, aber schon vorher sein ganzes Reisegeld auf gezehrt hatte. In Gegenwart des Regenten und der Vertreter de Staatsbehörden fand in Koburg die Einweihung des neuen mit dreiviertel Millionen Mark Kosten erbauten Land frankenhauses statt. * Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Eine Sigung des Finanz- Ausschusses und eine Sigung des Wirtschafts- und Vergnügungs- Ausschusses findet am 16. d. Mts. statt. In Jäan( Andalusien) herrscht große Empörung, weil in einem Findelhause unruhige Säuglinge durch Opium getötet worden sind. ** * Arieg in ftraße und des Ma Tag durch den werden, haben wol Ruheftörungen zu von angeheiterten 8 in ihrer Ruhe gefti gegen 4 Uhr Auge Hessische e Lutherstiftung. Diejenigen Studierenden der Theologie, welche sich um eines der am 1. Oktober I. J. frei werdenden Stipendien der Hessischen Lutherstiftung bewerben wollen, sind aufgefordert, ihre Ge suche bis zum 25. Juli 1. J. bei dem Schriftführer des Vorstandes, Herr Pfarrer Schlosser in Gießen, einzureichen. Die Hessische Lutherstiftung ist bestimmt, solche Studierende der Theologie, welche sich verbindlich machen, der hessischen Landestirche zu dienen und sich durch erwiesene Tüchtigkeit würdig gezeigt haben, durch Stipendien bei ihrem Studium, vorzugsweise bei solchem auf der Landesuniversität zu Gießen, zu unterstützen. Die Stipendien betragen 350 bezw. 700 Mt. und werden in der Regel auf zwei Ja re verliehen. In Newyork verstarben infolge der großen Hize in der letzten Woche nicht weniger als 200 Personen am Hit schlag. Unter den Hunden ist eine Tollwutepidemie aus Jebrochen. *** Wagnermeister Faber, der 2. Hauptmann der Städtischen Feuerwehr, feiert heute seine silberne Hochzeit. Seine Kameraden werden ihm zu diesem seinem Jubeltage ein Ständchen bringen. == növers, ausgeführt tamen ca. 10 jung angerückt, um den vertreiben. Zuerst Die Herren tnieten wehrfeuer der Infe lautem Hurrah wie es etappenweise bis aber um so fräftige eingenommen wurde blafen und fomman einer Weile lautlose so daß man damit aus dem Schlafe g hilflos zusehen, oh Einhalt tun zu för Die Gesellschaft Selters- Sprudel Augusta Victoria G. m. 6. H. zu Selters a. Lahn hielt Ende Juni d. Js. in Gießen ihre Gen ralversammlung unter Anwesenheit fast sämtlicher Gesellschaften ab. Es wurde beschlossen, bei reichlicher Abschreibung eine Dividende von 6% an die Anteilinhaber zu verteilen. Bereits 150,000 Rilo Kohlensäure und über 400,000 Gefäße Mineralwasser gelangten seit dem 1. April zum Versand und über 20 Waggons find beständig Bestellungen vorhanden. Der Bes trieb muß vergrößert werden, um den sich stets mehrenden Bestellungen genügen zu können. Der Selters- Sprudel Augusta Victoria ist vertraglicher Lieferant von ca. 150 Gastwirtsvereinen, deren Mitglieder auch Geschäftsanteile besitzen. † Der tathol. Gesellen- Verein Gießen unternahm am Sonntag einen Ausflug nach dem Kloster Arnsburg, der einen schönen Verlauf nahm und allgemein befriedigte. * * Besigwed Selterswafferfabrit Beidig für 38,500 verkauft. Kindesm Bornemann in D Hurny hat vom und solches gleich i am 9. ftattgehabte durch fie festgestellt war und daß es ge ftidung eingetreten wirtung einer dritter mutter ist nicht unb in Friedberg, Blitz folgte auf Bli ** Ein furch goß der Regen in In Buzbach m wie man es feit D Waffer vielfach in fuhr ein fog. falte zündete der Blitz, gan und mehrere Sochweifel bra Mehrfach schlug der ist von dem start ein Blitz schlug i Bachtgutes Saliner dem entstehenden B Feuer auf seinen Waldfest. Am Ludwigsbrunnen feierte am Sonn tag der Verein der 50er( 1852-1902) ein Waldfest, das Jung und Alt bis zu später Stunde beisammenhielt. Auch bie Jugend lam dabei auf ihre Rechnung. Eine Musittapelle trug zu einem fröhlichen Verlauf wesentlich bei. Verhaftung. Gestern Mittag wurde der bisher für unsere Zeitung tätig gewesene Acquisiteur Koch, nach dem definitiv festgestellt worden ist, daß er eine Anzahl Abonnements- und Inseratengelder unterschlagen hat, ver haftet. Koch hat eingestanden und wird seine Aburs teilung ohne Weiteres erfolgen. der über dem St brannten. Das Vi Bilden Rode in eine Telegrapher mit feinem Gefährt beschädigt wurde. Bimmeßroda Scheunen find bere flug der Blik in werden einem Rode E. W. Hode in Be fländig niedergebran Hünfeld schlug der ohne jedoch zu zünde Teil des Gefühls ging ein fchweres durchweg pafelnu Rodheim a Blatt einen furzen tag gegeben, fei heu Delegiertenfigung b Bapfenfreidh an dem Turnvereine, die beid beteiligte, wurden bi anfhließend. Kommer 1903. 16. Jäger Dienstorden hrer Fra baumeister eltige im Konfi in welc 8 Ober er Fried , wie nid Berlauf ge tglieder au Dr. Nav elegenheiter bernommen 8 Areisam terium ein Friedhof elcher Be Die Kirchen beschließen eteilt wird en die b Einsprud Nachden Rumph im großer usführun ertragene vurde di e Arbeiter gen ftille en Ferien caße bi n Bäue Den teine verden be zteren an hr zuläß außer de mit aufge zu stellen Tag ber ens 5 Uh Bange ge en ist der zur Be ir die An und Neuer Anfchaffer machen den Auf ftv., wenn nannehm Gießen Sigung bel I am 16.) Diejenig nes der ar r Heffifde ihe G tführer de Ben, ein mt, fold machen, d erwiefer bei ihre univerfita Cagen 350 wei Ja 2. Haup eute fein en ihm Augu Jen. hielt En lung unte Burbet ende bo 150,00 neralwa nb über Der B mehrende 18- Sprud ca. 15 äftsanteil ßen unter Ofter Arn gemein& am Gon albfeft, Dielt. Fine Mu bei. D ber bish , nab eine Anja bat, ber Teine Ab Dem Ertrinten nahe war gestern abend ein Dienstinecht an der Pferdeschwemme gegenüber der Pulvermühle. Ter Knecht war mit dem Pferde seines Dienstherrn in die Lahn gegangen, fiel vom Pferde und wäre ein Kind des Todes gewesen, wenn nicht ein beherzter junger Mann ihm nachgesprungen wäre. Dem Retter gebührt öffentlicher Dant für seine beherzte Tat. Leider konnten wir dessen Namen nicht in Erfahrung bringen. * Brand. Zu dem in gestriger Nummer mitgeteilten Brand an der Chaussee des Schiffenberger Waldes wird uns noch mitgeteilt: Der Verhüter des am Sonntag ausgebrochenen Waldbrandes im Schiffenberger Wald war Herr Gerichtsvollzieher Seipel- Gießen. Derselbe sah plötzlich Rauchwolten aufsteig n und lief von seiner Gesellschaft ab, um sich zu überzeugen, was es set. Als er hintam, sah er einen Plaz mit hohem Gras und jungen Fichtenbestand, welcher in vollen Flammen stand. Noch einige Schritte bedurfte es, so hätten die Fammen einen nahe stehenden Fichtenwald erfaßt und ein unabsehlicher Schaden wäre erreicht gewesen. Herr Seipel, welcher immer noch allein war, faßte Geistess gegenwart, brach schnell einen Fichtenast ab und schlug zum Feuer ein und so war dasselbe auf jeden Schlag aus. Nun tamen noch 3 Einjährige und 3 Studenten dazu und Alle brachen und hauten este ab, zogen die Röcke aus und schlugen zusammen in dieser Weise das Feuer aus. Schuhe und Beinkleider waren teilweise verbrannt. Der abgebrannte Platz ist ungefähr einen Morgen groß. Der Schaden ist nicht erheblich weil es ungefähr 3-4jährige Fichten waren, welche alle verbrannt sind. * Krieg im Frieden. Die Bewohner der Marktstraße Jund des Marktplages, deren Nerven ohnehin den ganzen Tag durch den vielen Verkehr in Anspruch genommen werden, haben wohl mit am meisten unter den nächtlichen Ruhestörungen zu leiden. Während dieselben sonst nur von angeheiterten Bechern, durch wüstes Brüllen und Johlen in ihrer Ruhe gestört werden, waren dieselben heute morgen gegen 4 Uhr Augenzeuge eines regelrechten soldatischen Manövers, ausgeführt von Civilisten. Von der Neustadt her tamen ca. 10 junge Leute, den besseren Ständen angehörend, angerückt, um den auf dem Marktplatz vermuteten Feind zu vertreiben. Zuerst ging es streckenweise vor gegen den Feind. Die Herren tnieten sich auf die Erde und ahmten das Gewehrfeuer der Infanterie nach, um dann auf Komando unter lautem Hurrah wieder ca. 20 Schritt vorzurücken. So ging es etappenweise bis zum Marktplaß, welcher mit imitierten, aber um so fräftigerem Trommelwirbel unter lautem Hurrah eingenommen wurde. Hier angelangt, wurde wiederholt_ge= blafen und kommandiert Helm ab zum Gebet". Nach einer Weile lautloser Stille wurde dann das Gebet gebrüt, so daß man damit Tote hätte erwecken können. Sämtliche aus dem Schlafe gestörten Anwohner mußten diesem Treiben - hilflos zusehen, ohne diesen ca. 1 Stunde dauernden Roheiten Einhalt tun zu können. * Besizwechsel. Die frühere Dr. Mettenheimer'sche Selterswasserfabrit wurde von dem bisherigen Besizer Andreas Weidig für 38,500 Mart an den Kaufmann Völzel hier verkauft. † Kindesmord. Die in Diensten des Gutspächters Bornemann in Obbornhofen stehende Magd Marte Hurny hat vom 7./8. d. M. ein männliches Kind geboren und solches gleich in oder kurz nach der Geburt getötet. Die am 9. stattgehabte Seftion bestätigte diese Annahme, indem durch sie festgestellt ist, daß das Kind reif und lebensfähig war und daß es geatmet hat; daß der Tod infolge von Erftidung eingetreten ist und daß die Erstickung auf die Einwirkung einer dritten Person zurückzuführen ist. Die Kindsmutter ist nicht unbedenklich erkrankt. * Alsfeld, 13. Juli. Ein Unwetter, welches hier am Samstag niebergina, hat großen Schaden angerichtet. Litterarisches. in Radfahrerkarte von Cassel- Marburg- Gießen- Fulda bez. Kurheffen und Großherzogtum Hessen nördlicher Teil reichend von Göttingen im N. bis Hanau im S.; von Siegen im W. bis Eisenach im O. Maßstab 1: 300,000. Preis aufgezogen auf Leinwand Taschenformat nur Mt. 1,75. Diese nach dem neusten amtlichen Materiale und mit Unterstützung des D. Radfahrerbundes und der Radfahrer Profilmanier bearbeitete und bis auf den heutigen Tag nachgetragene Karte enthält alles, was für Rad- und Motorfahrer von Wert ist. Nicht nur die fahrbaren Wege, die wesentlichen Steigungen, die Entfernungen von Ort zu Ort, die nur irgendwie nennenswerten Orte, die Eisenbahnen, Flüsse, Landesgrenzen u. s. w. sind auf der Karte deutlich angegeben, sondern sie zeigt auch auf den ersten Blick das für den Radfahrer Wichtigste: die Güte der Straßen, sowie gefährliche Stellen. auf den herrlich gelegenen Festplatz. Die ersten Ansprachen| verein. Stolz schritt der Gemeinde- Beck, den ca- 50-60 resp. Begrüßungen der Herren Rechnungsrat Keuche und Gaisen und Gatsböcken voran, die alle festlich geschmückt im Lehrer Höhn fanden willige Zuhörer, vor allem aber Festzug waren. Die Festrede hielt Herr Direktor Köhler, lauschte man auf die Worte unseres verehrten Herrn Land- während Herr Schwarz einen furzen Vortrag über die rates, welcher zu uuser aller Freude bereits zur Vorfeier Ziegenzucht und ihre Bedeutung für den kleinen und großen unseres Festes herbeigeeilt war. Die beiden Gesangvereine Bauern hielt. Tanz und allerhand sonstige Vergnügen brachten treffliche Gefänge zu Gehör, vor allem aber waren bildeten die Fortsetzung des Festes. es die frischen Weisen der jugendlichen Trompeter, welchen reicher Beifall gezollt wurde. Am Sonntag vormittag 11 Uhr tagte der Delegiertentag, zu welchem leider viele Vertreter zu spät tamen. Nach herzlicher Begrüßung durch Herrn Landrat wurde das Protokoll der leßten VertreterVersammlung verlesen. In erfreulicher Weise konnte tonstatiert werden, daß die Zahl der Kriegervereine des Verbandes z. 8. auf 63 angewachsen ist. Nach Erledigung weiterer Verbandsangelegenheiten tamen die Vereine bereits von den verschiedenen Richtungen an. Nach dem prunkvollen Festzug und Umzug durch die Dorfstraße gelangten die ungeheuren Menschenmassen auf dem Festplaze an, wo es wieder unser verehrte Herr Landrat war, der zur ersten Begrüßungsrede das Wort ergriff. Herr Landrat sprach in überaus herzlicher Weise, seine Worte galten zum Schluß nicht allein den erschienenen Kriegern und ausgedienten Soldaten, sondern er überbratte auch den Festjungfrauen Rodheims einen echten Soldatengruß. Des gleichen richtete auch Herr Rechnungsrat Keuche im Namen unseres Vereins herzliche Worte an alle Festteilnehmer. Das Fest verlief in überaus herrlicher Weise, nur manchmal mußte man in gedrückten Verhältnissen leben, indem die beiden Festwirte den Durst ihrer Gäste nicht all überwältigen fonnte. Ein heranziehendes Gewitter brachte gegen abend einen kleinen Schrecken in die Festgäste. Zum Glück zogen die drohenden Gewittter wolten vorüber und so verlief der erste Festabend in überaus gemütlicher Weise. Das junge Volt huldigte fleißig dem Tanze bis tief in die Nacht hinein. Auch der zweite Tag war vom Wetter besonders begünstigt. Derselbe wurde eingeleitet mit einem opulenten Frühstück, verbunden mit Konzert. Der Nachmittag verlief in gewohnter Weise, waren doch nur wenig Fremde, besonders die gewohnten Gäste aus der nahen Stadt Gießen erschienen. Den Glanzpunkt am Abend bildete das großartige Feuerwerk, insonderhit die Beleuchtung der nahen„ Schmitte" nahm sich groß. a tig aus. Fassen wir die Eindrücke zusammen, welche das Fest hinterlassen hat, so darf wohl g sagt werden, daß es im Großen und Ganzen als recht gelungen zu betrachten ist. Gewiß werden die Eindrücke welche das Fest hinterlassen hat, noch recht lange bei Alt und Jung im Gedächtn& bleiben. * Leihgestern, 14. Juli. Der Name Kirchweih giebt unserer Landbevölkerung einen gewissen Reiz und fröhliche Stimmung, was hier und da, auf dem Tanzsaal oder im geselligen Kreise besonders zum Durchbruch kommt. Man freut sich auch darüber, wenn alles in den Schranken des Anstandes sich bewegt. Anders ist es aber, wenn das nicht der Fall und noch mehr Befremden erweckt es, wenn sogar das sog. schwächere Geschlecht zum Angriff gegen das stärkere übergeht, wie es z. B. gestern Abend nach 7 Uhr die Ehefrau des Joh. Heß 23. tat. Die Genantne stand vor dem Ausschant des Gastwirts Faber, als sie ganz plößlich den Gottfried Marsteller von Grüningen erblickte, auf denselben zuging und ihm ohne Weiteres vor den Leib trat. Der Betretene natürlich nicht faul und gab ihr den Tritt gebührend zurück. Die Kirchweihfeier wurde in anerkennenswerter Weise daraufhin durch einen sonst üblichen Disput nicht gestört. * *** Ein furchtbares Unwetter tobte Sonntag abend in Friedberg, Bußbach und umliegenden Dörfern. Blig folgte auf Bliz, Donnerschlag auf Donnerschlag. Dazu goß der Regen in Strömen, strichweise vom Hagel abgelößt. In Buzbach war das Unwetter von solcher Heftigkeit, wie man es seit Menschengedenten nicht erlebt, es drang das Wasser vielfach in Keller und Hausgänge. In ein Gebäude fuhr ein sog. falter Strahl In verschiedenen Ortschaften zündete der Blizz, so in Fauerbach, wo zwet Hofraiten ganz und mehrere andere Gebäude niederbrannten.- In Sochweisel brannten eine Scheuer und 2 Ställe nieder. Mehrfach schlug der Bliz„ falt" ein. Auch Büdingen ist von dem starten Gewitter nicht verschont geblieben; ein Bliz schlug in die Stallungsgebäude des fürstlichen Bachtgutes Salinenhof und zündete. Die Stallungen fielen dem entstehenden Brande zum Opfer, doch gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken Die Habseligkeiten der über dem Stalle wohnenden Knechte und Mägde verbrannten. Das Vich wurde bis auf einige Ferfel gerettet. 3vischen Rodenberg und Griedel schlug der Blitz in eine Telegraphenstange. Die herunterhängenden Drähte werden einem Rockenberger Fuhrmann gefährlich, indem er mit seinem Gefährt darin hängen blieb und der Wagen arg beschädigt wurde. Auf dem Gilsaschen Rittergute bei 8immesroda schlug Samstag der Blizz ein. Vier Scheunen sind bereits abgebrannt. Sonntag nachmittag mütigen. Sonntag nachmittag schlug der Blizz in eine große Scheune des Gutsbesizers 4. M. Hocke in Zennern. Das ganze Gebäude ist voll -In Langenschwarz bei Hühnfeld schlug der Blitz in die evangelische Kirche ein, ohne jedoch zu zünden. Die Turmuhr, eine Wand und ein Teil des Gestühls wurden zertrümmert. In Marburg durchweg Haselnußstärke. Briefkasten. W in Grünberg. Kommen Ihrem Wunsche nächster Tage nach. F. in Lumda. Die Bürgermeisterei Grünberg giebt auf Beschluß des Gemeinderats ihre sämtlichen Befanntmachungen durch die Grünberger Zeitung ( Verleger Albin Klein) mit befannt. Sch. in Grünberg. Ja, leider haben wir uns in dem Koch getäuscht; das Sprichwort sagt: Man sieht den Menschen auf die Stirn, Nicht aber ins Gehirn. Die ganze Expedition nimmt ihren ruhigen Verlauf gerade so als wenn gar nichts vorgefallen wär. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen E tönnen eingestellt werden: 1 Drechsler, 1 Schneidmüller, 5 Lackierer, 2 jüngere Pferdeknechte, 4 Pferdeknechte, 8 fräft. Arbeiter, 33 Dienstmädchen, 2 Hausmädchen, 1 Kindermädchen. 2 Laufmädchen, 1 Waschfrau, 1 Buzfrau, 1 Flickerin, 1 Kleidermacherin, 1 landwirtschaftliche Magd. Lehrlinge: 1 Kellner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 6 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 3 Waschfrauen, 1 Wäscheoder Plättmädchen, 2 Weißnäherinnen, 3 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 5 Pferdeknechte für Landwirtschaft, 1 Gartenarbeiter, 5 Erdarbeiter, 4 Pferdefnechte, 3 Kutscher, 10 Hausburschen, 2 Taglöhner, 2 Bureaudiener, 2 Diener, 2 Schlosser, 1 Metalldreher, 1 Installateur, 1 Spengler und Installateur, 2 Schreiner, 1 Glaser, 2 Anstreicher, 2 Weißbinder, 2 Buchbinder. Lehrlinge: 1 Schreiber. Marttbericht. Gießen, 14 Juli. Auf dem heutigen Wochenmartt tosteten Butter per Bid. 0.80-1.00 mt., Enteneier Hühnereier 6-7 Bfg., St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg.. Erbsen der Liter 21 Pfg., Linfen per Liter 32 Bfa, Tauben per Paar Y. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 120-2 20, Hahnen, per, Stud Mr. 0.70-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. Bid. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bfo. 66-76 Bia. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 950-10.00 m., Zwiebeln ver 3t. mt. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-54 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa. ** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 11. Juli. Weizen 16,50, Korn 14,50, Gerste Hafer 14,30-00,00, Kartoffeln 8,00-9,00 Mark. Alles per Doppelzentner. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. ** Wetterfeld. Die leßte Aufführung des Lutherfestspieles des Gesangvereins zu Wetterfeld, welches am vergangenen Samstag hier stattfand und welcher Se. Königl. Hoheit der Großh rzog beiwohnte, hatte eine ungezählte Menschenmenge nach unserem stillen Dorfe geführt. Für die Anwesenheit des Landesherrn hatten die Wetterfelder ihren besten Sonntagsstaat hervorgesucht; der Ort war in fehr geschmackvoller Weise dekoriert und für das förperliche Wohl der Fremden hatte man durch Aufschlagen eines großen Bierzeltes hinreichend Sorge getragen. Das Wetter war äußerst günstig und der Einzug des Großher30g8, welcher gegen 3 Uhr von Laubach in Begleitung des Grafen von Solms- Laubach und mit Gefolge anfam, erfolgte unter dem Jubel der ganzen Bevölkerung. Die Kriegervereine von hier und Laubach, die Schulkinder mit dem Gemeinde-, Kirchen- und Schulvorstand an der Spitze bildeten Spalier; Pfarrer Scriba hieß im Namen der Gemeinde amEingang desOrts denLandesherrn willkommen u. HerrLehrer Jatob, der Dirigent des Gesangvereins und Leiter der Lutherfestspiele begrüßte ihn im Namen des Vereins an der Eingangspforte des Festsales. Die Aufführung selbst hat dem hohen Besuch sehr gut gefallen, so daß er zum Schluß den Wunsch ausdrückte, daß in Wetterfeld derartige FestSpiele auch ferner gegeben werden möchten. Mit den Worten: " Hier haben Sie auch etwas" überreichte dann Se. Königl. Hoheit der Großherzog vor der Abfahrt dem Lehrer Jatob das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Man muß ohne Neid anerkennen, daß in dem fleinen Bauernort Wetterfeld, was doch mitten im Vogels. berge liegt, und ſeine Bewohner des Tags über an harter 3 Arbeit stehen, sich ein solcher Sinn für derartige Aufführungen durchgerungen hat. Die Person des Luther wurde vom Gemeinderechner Christ. Neuß II, die des Melanchton von dem Landwirt Hch. Keller und die Käthe Luther von der Tochter des Bürgermeisters gegeben. Alle Mitwirkenden gespielt. Die Kunst, so oft sie auch, selbst in der Stadt, falsche Vertreter findet, hat hier bei aller ländlichen Einfach. heit würdige Förderer gefunden; möge es anderen Orten zum Vorbild dienen. - - Bu vermieten: Kirchenplatz 15 Laden mit anstoßendem Zimmer ber Oktober zu vermieten. mit Kleine Wohnunggan Näheres Bleachstroßr 11 vart. lei Möbl. Zimmer zu vermieten. Marktplag 18, III. Gießen. chöner Laben, Mitte der Stadt Offerten u. fofort zu verm. ,, Laden" in d. Erp. d. Bl erb. wei schön möbl. Zimmer zu bermieten Gießen. Lindenvlag 12. Zwet Echlafzimmer billig zu vermieten. ging ein schweres Hagelwetter nieber. Die Eisstücke hatten och oem cifer und Geſchid ihre einzelnen Rollen Frau Rodheim a. Bieber. Während wir im geftrigen Blatt einen furzen Verlauf vom Hauptfesttage, vom Sonntag gegeben, sei heute noch kurz auf die Vorfeier und die Mit einem schneidigen Delegiertensißung hingewiesen. Zapfenstreich an dem sich alle hiesigen Vereine, als die beiden Turnvereine, die beiden Gesangvereine und der Kriegerverein beteiligte, wurden die Festlichkeiten eröffnet. Der sich daran anfhließend. Kommers lockte außerdem noch viele Neugierige VLangsdorf, 13. Juli. Mit einem Festzug wurde am Sonntag bag, Gaisfeft" eröffnet, bem eine stapelle vore ausschritt. Eine große Teilnehmerzahl hatte sich aus dem Ort und der Umgegend eingefunden. Im Feftzug war auch der Herr Direktor Köhler und der Landwirtschaftslehrer Herr Schwarz- Alsfeld vertreten, sowie der Krieger- und GesangWallthorstraße 46, III. reundlich möbliertes Zimmer vermieten. Tiefenweg 17 11. Gießen Möbl. Zimmer pr. sofort bermieten. Brandgaffe 4. zu alsbald zu vermieten Brandblak 15. Kleine Wohnung an ruh. Leute pr. 15. Juni zu vermieten. Näh. Kirchenplay 21, Gießen. leine Wohnung an ruhige Familie zu vermieten. Seltersweg 61, Gießen. auberes möbl. Zimmer per sofort zu verm. Gießen. Leihgesternerweg 7, III. Möbl. 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Samstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr: Festkommers im Neuen Saalbau( früher Stein's Garten). Sonntag, den 19. Juli, morgens 6 Uhr: Weckruf durch die Strassen der Stadt; 11 Uhr: Früh- Bankett Restaurant Royal, Seltersweg. 22 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Wallthor, Zug durch die Stadt nach dem Festplatze. Dasselbst Begrüssung, Beginn des Preisschiessens und Volksfestes. Montag, den 20. Juli, morgens 10 Uhr: Frühkonzert auf dem Festplatze. Mittags 1 Uhr: Festessen im Schützenhause. Von 4 Uhr ab: Konzert u. Volksbelustigungen. Abends Lampionsumzug. Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr: Bekanntmachung. Die am 30 Mai 1. Js. angeordnete Sperre der Walltorstraße zwischen Braugasse und Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, 13. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Richard Buc hacker. Kolonial- Lotterie Ziehung 11. August 1903 2328 Gewinne 40000 zus.: M. | Hauptgw.bar 10000 M. 1 Gew. bar M. 10 000 3 Gw. bar á 1000 M. 3000 500 4 " 220 G bar zus. 1600, 2000 4000 " 6000 " 3 i.'W. 7000 " 8000 497 Los M. II Lose 10 M. Bienen- Lose nur 50 Pf. Sofortige Baarzahluug aller Gewinne mit 80%. 1413 Gw. i. W. von M. 10000 Ziehung am 30. Jull 1903 Porto u. Liste je 25 Pf. empfiehlt: J.Stürmer, Strassbg. E. General- Debit Langstr. 107. Schändlich betrogen Ph Weiler. W. Semmler, ist jeder, dem statt des Don thm gewünschten Rattenmittels ,, Es hat geschnappt" stillschweigend etwas an deres als Ersatz oder ebensogut verabfolgt wird. Die Unfenntnis des Publifums wird vielfach von gewiffenlosen DerTäufern dazu mißbraucht, Surrogate an den Mann zu bringen, weil mehr daran verdient wird. Man verlange aus drücklich Es hat geschnappt". 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