n. 4. ge rt. rein 1903 vereins. n, n) li J. S. Bach. Jos Haydn. L. v. Beethoven. D. Scarlatti R. Schumann. J Brahms F. Schubert, F. Schubert. F. Schubert. Fr. Chopin E. d'Albert .Schumann. .Schumann. E. Grieg. Grieg. 2.50( Sperrsit lienhandlung vor an der Kasse, für zu ermässigten Jbr. tines ädden bofitrage 64, II. jerite Mittel en und Mäuſt ekal fehle Delicter en( für Saue id)). thefe -Felda reien, en! Nr. 11. weites Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 14. Janer 1903. Gießener 12. Jahreane Insertionsprei Die einspaltige Petitzetle far Gießen wie ganz Oberhoffen, die Kreise Weslar und Barburg 10 ❤fg. fonft 15 fg.; Ramen die Petitzeile 50 resp. 40 fg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Feruſprechauschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten - ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Die Hölle auf Erden. Bilder aus marokkanischen Gefängnissen. Aus dem Sultanat Marokko fommen bedrohliche Nach richten. Zwar ist die Gefahr für den Sultan und die Stadt Fez, von den Rebellenhorden Bu Hamaras überrumpelt zu werden, so gut wie abgewandt, dafür wenden sich aber jetzt die aufgestachelten Instinkte des maroffanischen Volles gegen die Fremden und speziell gegen die Träger der christlichen Lehre. Die englischen und französischen Missionare müssen vor der erwachenden fanatischen Wut des maurischen Pöbels ihr bedrohtes Leben flüchten. Und doch hätte das arme Volt Marokkos sɔ unendlich viel Grund, sich nach einem Regiment der Milde und Menschlichkeit zu sehnen. Jezt ist die Behandlung, die ihm von den Behörden zu teil wird, eine unmenschliche grausame. Am charakteristischsten zeigt sich das bei einem Gang durch die Gefängnisse. In dem Gefängnis zu Tanger werden nur die Geschlechter, nicht die Klassen getrennt; alle werden unterschieds os zusammengepfercht: Mörder, die ihre Hinrichtung erwarten, Schuldner, deren Eigentum zwangsweise verkauft wurde, der arme Krüppel, der gerade aus der Bastonnade mit dem Leben davongekommen ist und direkt von der Auspeitschung hergebracht wird. Die Strafe wird so vollzogen, daß der Delinquent mit dem Gesicht nach unten wie ein Adler mit gespreizten Flügeln auf den Fußboden gelegt wird, und dann wird er mit einem gedrehten Lederriemen auf den Rücken gepeitscht. Dieser Riemen ist an drei Fuß lang und wie ein kleiner Finger dick und wird durch eine Schlinge an dem Handgelent des Peitschenden befestigt. Auch das Auspeitschen der Frauen ist in Marokko nicht unbekannt; dabei wird das Opfer ganz in einen Korb gelegt, aus dem die Fußsohlen hervorkommen. Die Mauren behaupten allgemein, daß, abgesehen von dem Schmerz und der Erniedrigung, das Auspeitschen körperlich von Nußen ist und daß die Ausgepeitschten nachher träftig und start werden. Einige sagen, besonders das Auspeitschen des Armes unter dem Ellenbogen sollte mit größter Kraft gemacht werden. Jeder Pascha oder ,, Kaid" hat die Macht, förperliche Strafen zu verhängen, und zwar in unbegrenztem Maße; aber diese hohen Beamten können auch, wenn der Sultan es für richtig hält, selbst zur Prügelstrafe verurteilt wer den. In vielen maurischen Gefängnissen werden die Frren mit den Verbrechern eingesperrt. Es gibt überhaupt nur ein Irrenhaus im ganzen Lande, und zwar in Marokko. An vielen Orien ist der einzige Raum für Wahnsinnige ein Gehege mit Mauern und ohne Dach; darin sind sie allen Unbilden des Wetters, dem Wind, dem Regen und der subtropischen Sonne ausgesetzt. Gefährliche Irre werden aufrecht an einem Pfahl auf offenem Hofe angefettet, nur während der Nacht wird die Kette so verlängert, daß der Unglückliche eine liegende Stellung einnehmen kann. Einige Gefangene laufen ständig wie eingesperrte Tiere auf und ab, und ihre frete Bewegung wird durch rasselnde Retten, die an ihren Knöcheln befestigt werden, gehemmt. Die ,, Befreiung von Ketten" kann erfauft werden, wenn Freunde den Preis bezahlen; aber erpresserische Kerkermeister legen immer wieder Fesseln an, um jedesmal neue Gebühren zu erheben. Und diese Hölle auf Erden wird leider unverändert fortbestehen, so lange es in Marotto gang und gäbe ist, daß alle offiziellen Stellen fäuflich zu erwerben sind. Vom Gouverneur bis zum niedrigsten Polizeibeamten herab ist das ganze Beamtentum verrottet und verderbt und ungehört verhallen die Schreie der Unglücklichen, die von menschlichen Hyänen den grausamsten Mariern unterworfen werden. Lokales. OzeaBasel für den 14. Januar. 1521. Luther wird vom Papst Les X. mit dem Bann belegt. 1797. Bonaparte siegt über die Oesterreicher bei Rivoli. 1814. Friede zu Kiel: Dänemark tritt Norvegen an Schweden ab. 1851. Der Opernkomponist Spontini t. 1871. Die Lager von Coulie und Beaumont werden von den Deutschen erstürmt. 1874. Philipp Reis, Erfinder des Telephons t. 1890. Der Dichter Karl Gerok( Palmblätter) in Stuttgart †. ** Abgabe von Steuererklärungen. Unsere Leser seien hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß auch in diesem Jahre mit dem 21. Januar die Frist abläuft, in welcher die zu Steuererklärungen verpflichteten Zensiten diese an den zuständigen Stellen, d. h. bei den Veranlagungstommissionen, abgegeben haben müssen. Es handelt sich diesmal nur um Erklärungen für die Einkommenbesteuerung. Ergänzungssteuererklärungen, deren jagung übrigens nicht die gleichen Rechtsnachteile wie die der Einkommensteuererklärungen nach sich zieht, brauchen nicht abgegeben zu werden, während die Veranlagung zur Einkommensteuer jährlich erneuert wird, die zur ErVergänzungssteuer nur alle drei Jahre stattfindet und die Veranlagungsperiode gegenwärtig noch läuft. Dagegen verliert, wer die ihm obliegende Einkommensteuererklärung nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist abgibt, die gesetzlichen Rechtsmittel geg n seine Einschäßung für das betreffende Steuerjahr. ** Eine Abänderung der Gebührenordnung für Ge richtsvollzieher. Nach einer soeben ergangenen Versügung erhalten die Gerichtsvollzieher von den Gebüh ren aus Parteiaufträgen, welche für die von ihnen erledigten Geschäfte zur Staatstasse vereinnahmt werden, einen Gebührenanteil, der für die Orte der Servisklasse A auf 29 v. H., für die Orte der Servisklasse I auf 27 v. H., für die übrigen Orte auf 24 v. H. bestimmt wird. Ferner bestimmt die neue Gerichtsvollzieherordnung, daß einzelne Gerichtsvollzieher derart zur Verfügung gastellt roerden können, daß diese ohne Rücksicht auf die Bezirksabteilung alle besonders schleunigen Aufträge zu erledigen haben. Ein bestimmter Bezirk ist ihnen nicht zuzuweisen. Für die Benutzung des Fahrrads, dessen ausgiebige Verwendung im dienstlichen Interesse liegt, tönnen die Gerichtsvollzieher die der Verzinsung des Anschaffungspreises und der regelmäßigen Benußung entsprechenden Beträge als Dienstaufwendungen einstellen. ** Zur Berufswahl der Abiturienten. Einen Wink für Eltern, deren Söhne zu Ostern dos Abiturienteneramen machen, bietet eine soeben erschienene Statistik über die Avancementsverhältnisse bei den deutschen Justizverwal tungen, insbesondere der preußischen. Es kann nicht laut genug betont werden, wie sich fortgesezt eine ganz außer Verhältnis zu dem vorhandenen Bedarf stehende Zahl von Gymnasialabiturienten dem juristischen Studium zuwendet. Die Aussichten für eine sichere und feste Anstellung im Staatsdienst sind für Jahre hinaus um so schlechter, als infolge langer Andauer der wirtschaftlichen Krisis auch im Handel und in der Industrie die Nachfrage nach juristischen Kräften erheblichgelassen hat und gar zu bald nicht wieder lebendig zu werden verspricht. Auch alle anderen Berufsarten und namentlich die gelehrten sind überfü lt. Die Aussichten im Beruf der höheren Lehrer st ezt sich zur Zeit besser dar, als die in jedem anderen akademischen Beruf, namentlich aber im juristischen. Vermischtes. *[ Das Deutschtum in Venezuela.] Gegenüber den Behauptungen der amerikanischen gelben" Presse, die deutschen Interessen in Venezuela seien gar nicht bedeutend, wird von sachkundiger Seite fonstatiert, daß nächst den Rassen der Einheimischen feine Nation ein so be deutendes Kontingent zur venezolanischen Einwohnerschaft stellt, als die Deutschen. In der Hauptstadt Caracas sind über 10 Prozent der Einwohner Deutsche. Auf Bergeshöhen, wo deutsche Bodenprodukte gedeihen können, findet man verschiedene deutsche Dörfer, sowie auch überall im Lande große Hazienden, die von Deutschen verwaltet werden. Aus alledem erhellt, daß die deutsche Bewohnerschaft immerhin einen bedeutenden Faktor in Venezuela darstellt; man findet dort den deutschen Kaufmannsstand, der jedem Besucher Venezuelas sofort als ein wichtiger Bestandteil im Leben von La Guaira und Caracas auffällt und dessen Zentrum die deutsche Gesandtschaft, das deutsche und das österreichische Konsulat bilden, dann die deutschen Ansiedler, welche in dem Boden Venezuelas Geld zu finden hoffen, und schließlich den durch deutsche Unternehmungen, besonders die deutsche Eisenbahn, nach Venezuela berschlagenen Beamten und Angestellten. Die Mehrzahl aller Geschäfte in Caracas ist in den Händen der Deutschen. Selbst der ,, London Bazar", das größte dortige Kaufhaus, ist trotz des englischen Namens eine deutsche Firma. Die Uhrmacher und Juweliere sind sämtlich Deutsche. Die beiden deutschen Bierhallen segen den Gästen auch echt deutsche Speisen vor, wie Frankfurter mit Sauerkraut, Bratwurst u. 1. m., alles in Büchsen importiert. Außerdem giebt es ein sehr gutes deutsches Hotel in Caracas. Von einer tleinen Bension hat sich das Hotel Klint zum ersten Gasthof von Caracas entwickelt, da es an Reinlichkeit und vorzüglicher Kost bie benezolanischen Gasthöfe bei weitem übertrifft. Selbst Venezolaner fommen gern zu klint, und die jungen deutschen Kaufleute trachten, wenn sie irgend Blah finden können, sich daselbst einzuquartieren. In Venezuela ist es sehr schwierig, sich mit mäßigen Einnahmen einzurichten, wenn man die gewohnte reichliche Fleischkost fortsetzen, auch auf verschiedene Dinge, die von Europa importiert werden, nicht verzichten will. So kommt es, daß die anscheinend hohen Ghelter der jungen fleute doch nicht weiter reichen, als viel geringere Honorare in Europa. D[ Die Wiener Kaiser Josefefapelle] im jogenannten Batterhölzer" des Stadtteils Weidling foll aus Verfehrsrücksichten vom Erdboden verschwinden. Un diese Kapelle fnüpft sich eine Sage, derzufolge an jener Stelle der Kaiser Josef II. im Jahre 1783 einer Le bensgefahr entronnen sein soll. Auf einem feines wohnten Spaziergänge in das nahegelegene Gehölze foM ein Unbekannter ein Attentat auf ihn versucht haben. Kaiser Josef, die Gefahr erkennend, jezte sich mit seinem Stockdegen zur Wehre, so daß der Attentäter die Flucht ergriff. Aus diesem Anlaß errichteten Bürger von Wien die Kapelle. 13ie Geister als Ehevermittler.] Die bekannte französische Sängerin Emma Calve hat sich mit dem Pariser Schriftsteller Jules Bois verlobt. Jules Bois ist als Ro mandichter und als Vorkämpfer der Frauenbewegung be fannt geworden, den Hauptruhm aber erlangte er als begeisterter Anhänger des Spiritismus. Und die Geister waren ihm dankbar, denn sie waren es, die seine Bekannt schaft mit der schönen Calvé vermittelten. Nicht als ob sie persönlich erschienen wären, um der Sängerin zu befehlen, mit Herrn Bois aufs Standesamt zu gehen, aber sie waren doch die indirekte Ursache der Verlobung der beiden Berühmtheiten, die sich sonst wohl kaum fennen gelernt hätten. Jules Bois beschäftigte sich von jeher mit der höheren Magie, und seine Freunde wissen, daß sich auf der Schweile seiner Wohnung ein geheimnisvoller Zirkel befindet, der die bösen Geister serhalten soll. Durch Vorträge, Zeitungsartikel und Bücher suchte Bois auch seine Zeitgenossen für die Geisterwelt zu interessieren; be sonderes Aufsehen erregte die Artikelreihe über die Welt des Uebersinnlichen, die er vor einiger Zeit im„ ,, Matin" veröffentlichte. Diese Artitel brachten ihm außer einem schönen Honorar eine schöne Braut ein. Denn auch Emma Calvé schwärmte für die mystischen Wissenschaften; sie war zwar nur Dilettantin auf diesem noch so wenig erforschten Gebiete. Durch ihren Verlobten dürfte ihr jetzt das Wesen des Occultismus vollständig erschlossen werden, so weit eben ein sündiger Mensch in die dunen Tiefen des Uebersinnlichen eindringen fann. [ Ein Trust der Wilderer] ist die neueste Erscheinung auf dem Gebiete des wirtschaftlichen Zusammenschlusses, unter dessen Zeichen unsere Zeit steht. In Holland haben sich die Herren Wilddiebe zu einer festen Organisation zusammengeschlossen. In Gegenden, wo viel Wild vorkonimt, und demnach auch zahlreiche Wilderer vertreten sind, gefiel es diesen gar nicht, daß sie so oft vor Gericht gezogen wurden. Sie haben sich daher verpflichtet, wenn einer der ihrigen bestraft wird, gemeinsam die auferlegte Geldbuße zu bezahlen. Ist der Verurteilte verheiratet und erhält er statt einer Geldstrafe einige Tage Haft, dann wird von seinen Freunden während der Zeit, die er im Gefängnis zubringen muß, seine Familie unterhalten. Das Wildern nimmt infolge solcher Zustände allenthalben zu, so daß in manchen Gegenden das Wild ganz verschwindet. ☐[ Die elektrische Hinrichtung eines Elefanten] erregte im Newhorter zoologischen Garten dieser Tage großes Aufsehen. Der größte Elefant des Gartens, Topsy, ein wahres Riesenexemplar, war in den letzten Jahren reizbar und mordlustig geworden. Um ganz sicher zu gehen, wurden drei Tötungsmittel auf einmal in Anwendung gebracht: Gift, Strangulierung und Elektrizität. Elektroden der Dynamomaschinen einer nahegelegenen Beleuchtungsstation wurden an Topsys Beinen festgemacht, um den Hals wurde ihm die Schlinge eines dicken Strickes gelegt und deren freies Ende um eine Lokomotive gebunden, und schließlich gab man Topsy eins träftige Portion Kupferchanid ein. Schlinge und Gift tamen jedoch erst gar nicht zur Wirkung, da die Elektrizität allein genügte. Eine Stromstärfe von 6000 Volt erwies sich als hinreichend. Während zehn Sekunden wurde der Strom zugeführt. Diese Zeit über stand Topsy steif aber aufrecht. Als der Strom nach zehn Sekunden unterbrochen wurde, fiel Topsy sofort leblos am. Die Tochter der Geschiedenen. Vor dem Untersuchungsrichter Malhet in Marseille erschienen dieser Tage zwei geschiedene Eheleute Antonini. Die Scheidung war vor vierzehn Jahren zu gunsten des Mannes ausgesprochen worden, weil die Frau sich zum Gerichtstage nicht einfand; sie war damals mit ihrem drei Monate alten Minde nach Toulon geflohen und hat es dort erzogen. Im Juni 1902 jezte der Vater es bei dem Gerichte durch, daß die Obhut seiner Tochter ihm übertragen wurde. Er ließ die Mutter wegen Kindesraubs verfolgen, und sie wurde mit dem Mädchen von Toulon nach Marseille gebracht. Als dieses aus dem Munde des Untersuchungsrichters hörte, daß es seinem Vater folgen müsse, rief es: Lieber werfe ich mich ins Feuer. Gesagt, getan. Die fleine Antonini warf sich mit dem Kopf ins Kaminfeuer und leistete Widerstand, als der Richter und der Aftuar sie herauszogen, mit Brandwunden am Gesicht und an den Händen. Wäh rend man sich um das Mädchen bemühte, ergriff Antonini einen Stuhl und schlug damit auf seine Ehefrau und auch auf die Gendarmen los, die sie herbeigebracht hatten und nun verteidigen wollten. Er wurde festgenommen und seine Tochter nach einem Hospital gebracht, aus dem sie wahrscheinlich zu der after wird zurückkehren dürfen. * Gine böse Berwechselung. Aus Genf ibire nachstehende humoristische Geschichte gemeldet: in Russe, der sich in seinem hotel ein recht gutes Abendessen Eng geleistet hatte, verwechselte das Zimmer anz laubens mit hem fetuigen umb begle ed i bus Gng Binders Bett. nun der Guglhber zu Bett gehen wollte, wurde er von dem Aussen, der einen Einbrecher vor sich zu haben glaubte, heftig angegriffen. Der Engländer verteidigte sich aus Leibeskräften, und da tejner der Kämpfenden die Sprache des andern verstand, septe sich der Stampf eine ganze Weile fort, bis schließ lich das alarmierte Hotelpersonal herbeieilte und das Mißverständnis aufklärte. Der Russe entschuldigte sich überschwänglich und zahlte zur Sühne 100 Frcs. in die Armenfasse. *[ Ein strenges Gest gegen die Trunkenheit] ist mit dem Beginn dieses Jayces in England in Kraft getreten. Die Trunfenheit, selbst ohne anstößiges Beneh men, wird nunmehr als Vergehen betrachtet. Der Strafrichter hat das Recht, von dem Verurteilten, den er als Gewohnheitssäufer erkennt, die Bürgschaft dafür zu verlangen, daß er drei Jahre lang sich des Alkoholgenusses enthalte. Jeder derartig Gemaßregelte tommt auf die die an seitens der Gerichte geführte schwarze Liste, die Inhaber der ,, Trinkhäuser" verteilt wird. Den lezteren ist bei schwerer Strafe verboten, den auf der schwarzen Liste Stehenden alkoholhaltige Getränke zu reichen. Behufs Wiedererkennung sollen der schwarzen Liste Photographien von Gewohnheitstrinfern beigegeben werden. Die entscheidendste Verfügung betrifft je doch das neuerworbene Recht des Ehemannes, die Scheidung von Tisch und Bett von seiner Frau zu verlangen, falls diese dreimal wegen Trunkenheit abgestraft worden ist. Infolgedessen drängen sich jest täglich eine Unzahl Chemänner in den Polizeigerichten, um die seit Jahren ersehnte Befreiung von ihren ständig betruntenen Frauen" zu erlangen. Kurzes Allerlei. In Paris hat sich ein Statistiker die Mühe genommen, zu berechnen, daß die französische Hauptstadt nicht weniger als 3 Millionen Ratten beherbergt, von denen jährlich den Nachstellungen der Menschen und Tiere ungefähr die Hälfte zu erliegen pflegt. Um die unter den französischen Kolonialtruppen in Saigon überhandnehmende Trunfsucht zu befämp en, b fahl General Coronat, daß in Zukunft jene Soldaten, welche dreimal wegen Trunkenheit bestraft werden sollten, eine besondere Uniform zu tragen haben, durch welche sie als Trunkenbolde gekennzeichnet werden. Der Professor an der Universität Pavia, Sormani, teilte der Römischen Medizinischen Gesellschaft mit, er habe den Bazillus der Hundswut entdeckt. Das Beste ans den Witblättern. Schwieriges Erkennnungszeichen. Daal verlaufen. Besonderes Kennzeichen: heißt Waldi, hört aber nicht d'rauf. Kreuzberger, Förster. - Schicksalstücke. ,, Sun, wie steht's mit der von Ihnen erfundenen Flugmaschine?" Die ist mir leider ins Wasser gefallen." ,, Und wie weit sind Sie mit Ih,, Das ist mir in die Luft gerem Unter- Seeboot?" flogen!" Gravierend. Richter: Sie stehen unter der Anklage, Ihrer Gattin nach dem Leben getrachtet zu haben! Unter anderem sollen Sie ihr in tückischer Weise sogar ein Automobil zum Gebrauch angeboten haben!"( Fl. Bl.) - Ah so! Ich habe gemeint, du wolltest auf die Jagd gehen?" Wollte ich auch, aber ein altes Weib ist mir begegnet."- ,, Na, dadurch läßt sich doch ein Jäger von heute nicht mehr abhalten." Aber das Weib war meine Waschfrau, und der bin ich noch zehn Mark schuldig." - Ballgespräch. Herr: ,, Fräulein, haben Sie schon einmal jeder Beschreibung gespottet?" Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in§ 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1883 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1902 zurückgestellt worden sind, und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymna siasten oder 3öglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus und Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. J. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, wenn sie dahter nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung fonfurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, sich zu ge= wärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen, und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. a. m. für berIuftig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr, Brod- oder Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des§ 32 pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g, der der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei vorzubringen sind; verspätete Gesuche können feine Berückfichtigung finden. Gießen, den 3. Januar 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der ersten Hälfte des Monats Januar( bis einschließlich den 17.) ist unsere Kasse jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag geöffnet. Gießen, den 30. Dezember 1902. Der Direktor der Spar- und Beihkasse Gießen. Wiener. Ein Grobian. Tochter: ,, Gefällt dir das Lied nun besser, nachdem unser Klavier gestimmt worden ist?" Vater: ja... jest müßtest du noch gestimmt werden!" - Die Hauptsach e. Frau( in Gegenwart ihres Mannes bei Besichtigung eines zu verkaufenden Hauses): ,, Das den Haus gefällt uns, und wir werden es taufen Schlüssel nehme ich gleich mit!" ( Megg. Bl.) Schutz den Kindern! In Berlin und in Thorn sind nach neueren Breßnachrichten grauenerregende Fälle von Kindesmißhand lungen vorgekommen, die nach den vorliegenden Veröffent licjungen wahre Todesmartern gewesen sind. Das lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit auf Zustände, die durchaus nicht so selten sind, wie man wohl glauben könnte. Wenn vielleicht auch für die unglücklichen Opfer der pädagogischen Verirrungen die ausgestandenen Höllenqualen nicht immer den Grad der Berliner und Thorner Ausschreitungen erreichen, so liegt doch für den Staat aller Grund vor, auch, in der Beobachtung des Familienlebens und der Kindererziehung einen Teil seiner Aufgaben zu erblicken. Das mag ja schwer sein und erfordert ein nicht geringes Maß von Geschicklichkeit und Taft. Allein es ist einmal eine traurige Wahrheit, daß nicht alle Familienväter und nicht alle Mütter imstande sind ,. ihre Kinder nach humanen Grundsäßen zu erziehen. Vielen fehlt hierzu die Herzensbildung, das Gemüt und die Liebe zu den Kindern, bei anderen wieder kommt, wenn sie zur Rute greifen, mit fast dämonischer Gewalt ein Zug von Grausamkeit zum Durchbruch. Solchen Brutalitäten gegenüber hat ein schwaches, hilfloses Kind nur eine passive Verteitigungsmöglichkeit; wenn es gestraft wird, macht es die Außenwelt durch seine Schmerzausbrüche zum Mitwisser seiner Leiden; wenn es aber mißhandelt wird, dann prägt sich schon in dem jugendlichen Geschöpf die Härte des Daseins in einem niedergeschlagenen, tummertollen Wesen aus. Der Umgebung kaun es auf die Dauer nicht entgehen, wenn in einem Haushalte in der Behand lung der Kinder gefrevelt wird. Dem Beobachter aber erwächst die Pflicht, den Aermsten der Armen, die so hilflos sind, daß sie sich nicht einmal der harten Behandlung entziehen, geschweige denn sich zur Wehr sehen können, den Schuß der Staatsgewalt zu verschaffen, indem sie die Behörden von den traurigen Vorkommnissen in senntnis sezen. Diese können allerdings nur dann leicht einschreiten, wenn es sich um Kinder handelt, die in einer fremden Familie ihre Erziehung finden. Anders dagegen ist es, wenn die eigenen Eltern gegen das natürliche Gefühl der Elternliebe sündigen; hier wird meistens erst strasgerichtlich eingeschritten, wenn ein notorisches Verbrechen begangen worden ist. In sittlicher Hinsicht fühlt de Staat die Verpflichtung eines fürsorglichen Eingreifens, weil es ihm nicht gleichgiltig sein faun, mit welchen Moralanschauungen seine späteren Staats bürger für den Lebenskampf vorbereitet werden. Aber auf dem Gebiete einer humanen Kindererziehung fehlen noch alle Möglichkeiten zu einem Eingreifen, namentlich auch deshalb, weil es der Gesellschaft noch zu sehr an dem Verständnis dafür mangelt, daß eine Duldung der Ausschreitungen durch Passivität, durch Schweigen und Vertuschen, ein eben solcher sittlicher Defekt ist, als wenn man ein anderes Verbrechen, Diebstahl oder Mord, obswon man die Macht hat, es zu verhüten, gleichgiltig geschehen ließe. Schuß den Kindern! Aus dem Gerichtssaal. Prozeß Klinger- Geyger. In Berlin begann die Berhandlung in der bekannten Privatklage des Bildhauers Prof. Ernst Moriz Geyger gegen Prof. Mar Klin ger. Die Anklage dreht sich um zwei Artikel vom Prof. Klinger im Leipziger Tageblatt", in denen er Prof. Geyger vorwarf, er habe sich durch allerlei Intriguen in den Besitz eines Grundstücks in Florenz gescht, das von einer tunstsinnigen reichen Dame, Frau Dr. Meyer, zu einem Heime für deutsche Künstler bestimmt worden war. Prof. Geyger bestreitet die Berechtigung dieser Vorwürfe ganz entschieden, während Frau Dr. Meyer erklärt hat, daß sie bei verschiedenen stattgehabten bedeutenden Zuwendungen an den Privatkläger stets der Meinung ge wesen sei, daß diese später der Allgemeinheit der deutschen Künstler zu gute kommen sollten. In Runtlethicisen sieht man dem Ausgange des Prozesses mit begreiflicher Spannung entgegen. § Der Prozeß Zawidzki zu Berlin wegen Kindesmißhandlung hat ein unerwartetes Ende gefunden. Die Hauptangeflagte, Ehefrau Zawidzki, deren grausame Züch tigungen nach den ärztlichen Gutachten den Tod ihres zweijährigen Töchterchens herbeigeführt haben sollen, wurde freigesprochen, da sie geistig minderwertig jei Gie set Epileptikerin und befinde sich nach jedem Anfall in einem Dämmerungszustande, in dem sie Dinge begehe, von denen sie nachher nichts mehr wisse. Der mitange tlagte Ehemann wurde gleichfalls freigesprochen. gleicher Zeit wurde in Thorn gegen die Arbeiter Fahlbrüggeschen Eheleute aus Siegfriedsdorf eine ähnliche An flage verhandelt. Sie hatten die 5½ jährige Tochter des Fuhlbrügge aus dessen erster Ehe geradezu unmenschlich betandelt. Der Vater schlug das Kind mit einem Riemen und mit einer Klopfpeitsche. Die Stiefmutter schnürte dem Mädchen einmal einen Strict um Leib und Hals und zog es mit dem Strick über einen Baumast in die Höhe. Als nun das Kind blau im Gesicht wurde, ließ sie den Stric los, so daß es heftig zur Erde fiel. Ein andermal befahl Frau Fuhlbrügge dem Mädchen, den Kopf auf die Türschwelle zu legen, ergriff dann ein Beil und drohte dem geängsteten Geschöpf, ihm den Kopf abzuschlagen. Zur Nacht duldeten die Eltern das Kind nicht im Wohnzimmer. Sie stellten ihm sein Bettchen im Stalle auf, wo ihm oft im Schlafe Mäuse und Ratten über das Gesicht liefen. Der Gerichtshof verurteilte den Fuhlbrügge zu drei Me naten und dessen Frau zu sechs Monaten Gefängnis. Kleine Gerichts- Chronit. Die Baußener Straftam mer verurteilte den Augenarzt Dr. Neumann, der, wie era innerlic, seinen Kollegen Dr. Jahn bei einem heiteren Mahle infolge eines schlechten Scherzes erstochen batte, wegen fahrlässiger Tötung zu 8 Monaten Gefängnis. In Frankenthal( Rheinpfalz) wurde ein Hausierer Spielmann aus Prag, der sich fälschlich für einen Burentämpfer ausgegeben und viele Leute um erhebliche Sum men beschwindelt hatte, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. [ Arme Millionäre.] Der kanadische Millionär William Mackay, der jüngst in London gestorben ist, hinter ließ seinen sechs Kindern je 24 Millionen Mart. Einem der Söhne scheint das zu wenig zu sein, denn er erklärte einem Journalisten gegenüber: Lange Jahre als Kind eines Milliardärs durch die Welt gewandert zu sein und dann nur lumpige 24 Millionen zu erben- welches Elend!" Vielleicht eröffnet man eine Substription für die armen Millionäre! Jean Dern& Co., Giessen Gegr. 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Gegr. 1883. Bureau und Lager: Cementwaren-Fabrik und Lager: Westanlage 31, Telephon 21. Frankirtstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottolr, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Banartikeln. A Orpheum Varietd. Täglich Gr. Vorstellung. Grösste Auswahlver schiedener Systeme. Nur erstkl. Fabrikate: Seidel& Naumann, Mundlos & Co., Junker& Ruh, Frister & Rossmann etc. Billigste Preise. Weitgehendste Garantie. Reparaturen fachgemäss. Brüder Schmidt. Seltersweg 83. Bekanntmachung. Für ein 6 Monat altes Kind werden Pflegeeltern gesucht. Mäh. auf dem Armenamt. Fahrrad, noch sehr gut erhalten, ist billig zu berk. Abschlagszahl. geftattet. Heinrich Schön, Liebigftr. 65. gesucht. Lehrling 2. Bernhard, Schuhmachermftr., Neuen- Bäue 15 Ein größeres rheinisch westfälisches Hochofen wert sucht zum bald. 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Berzeihen Sie, ich bin noch nicht feit entschlossen, Schon nach der ersten Antwort hat es in Helms Ge i glaube, ich werbe Mathematiter werden," antwortet icht zu bliben und zu zuden angefangen, jegt erst bricht Das Gewitter fos. With mit größter Höflichkeit. Was dent Finiähriger," donner AUS DEM REICHE DES WISSENS ME. 11. Mittwoch, den 14. ische Januar Familien