Nr. 188. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. 10 Donnerstag, den 13. August 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige eritzeile für Gießen wie gany Oberhessen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Vfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Nachdem die bei einem Schweine des Dekonomen Preis dahier ausgebrochene Rotlauffeuche erloschen ist, wird die unterm 24. Jult I. Js. angeordnete Gehöstsperre aufgehoben. Gießen, den 12. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen J. V. Roth. Bekanntmachung. Die am 11. Juli 1. J. angeordnete Sperre der Marktstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Moltkestraße von Freitag, den 14. 1. Mts. an bis auf w iteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 13. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Noth. Bekanntmachung. Die am 16. Jult 1. Js. angeordnete Sperre der Hammstraße zwischen Wieseckbrücke und Unterführung an der Westanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen den 12. August 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Hibert von Levetzow. R.K. Die Reihen der alten Parlamentarier, die noa die große Zeit des deutschen Reichstages gesehen haben, lichten sich zusehends. Aus Königsberg i. N. kommt jetzt die Kunde von dem Hinscheiden eines der besten Männer, die der deutschen Volksvertretung je angehört haben: Albert b. Levezzow, der langjährige Präsident des deutschen Reichstages, ist auf seinem Gute Gossow bei Bärwalde ge= storben. Ueber ein Menschenalter, seit 1867, hat Albert v. Lebezzow der deutschen Volksvertretung angehört, von 1877 bis 1884 und von 1887 bis 1895 war er erster Präsident des hohen Hauses; als Abgeordneter wie als asident erfreute er sich vermöge seines liebenswürdigen und dabei vornehmen Auftretens der Achtung und Sympathie aller Parteien. Als Führer der Konservativen iri Reichstage zeichnete er sich durch eine schlichte, aber eindrucksvolle Beredsamkeit, durch ruhige Sachlichkeit und fonziliantes Wesen auch den Gegnern gegenüber aus. In seiner ruhigen, bestimmten Art der geborene Leiter der Verhandlungen, wußte er auch in stürmischen Tagen die Würde des Hauses zu wahren. Seine politische Ueberzeugung führte ihn von Anbeginn seiner parlamentarischen Laufbahn auf die Seite Bismards, zu dessen vertrauten Freunden er später gehörte. Seine Verehrung für den großen Kanzler gebot ihm auch, die Verweigerung des Glückwunsches zum 80. Geburtstag Bismarcks durch die Reichstagsmehrheit mit der Niederlegung der Präsidentschaft zu beantporten. Neben seiner parlamentarischen Tätigkeit er war auch Mitglied des preußischen Herrenhauses entfaltete er eine unermüdliche Wirksamkeit auf dem Gebiete der provinzialen Verwaltung. Zwanzig Jahre lang, von 1876 bis 1896, wo ihn Alter und Kränflichkeit auszuruhen zwangen, war er Landesdirektor der Provinz Brandenburg; als solcher hat er sich besonders auf dem Gebiete der Kunstpflege große Verdienste erworben, wie er denn überhaupt über ein gediegenes fünstlerisches und literarisches Urteil berfügte. Ein sanfter Tod hat jetzt den 76iährigen von beschwerlicher Krankheit erlöst. Er war der Typus des preußischen Zandedelmannes der alten Schule; an seine: Bahre werden sich in aufrichtiger Trauer Freunde und Gegner verginen. tritt Die Politik. Der prenische Kronrat. O 3um vierten Male unter der Regierung Wilhelms II. am heutigen Mittwoch der preußische Kronrat, eine Versammlung des Staatsministeriums unter dem Vorfig des Königszusammen. Es bedarf keiner großen Rombinationsgabe, um zu sagen, mit welcher Frage sich dieser Kronrat zu beschäftigen haben wird: Selbstverständlich gilt die Beratung in erster Linie den Maßregeln, die zwecks Bejemigung der gegenwärtigen Hochwasserschäden in Schlejten und zur Verminderung ähnlicher Katastrophen zu ergreifen sind. Indessen wird damit der Beratungsstoff des Kronrats nicht erschöpft sein; vielmehr dürfte er eine wichtigere Maßnahme auf dem Gebiete unserer neueren Politik zur Folge haben, eine Maßnahme, die freilich in organischer Verbindung mit der Hochwasserfrage steht. Wie nämlich unser Berliner CB- Mitarbeiter aus guter Quelle hört, wird in Miniſterfreisen davon gesprochen, daß ein oder mehrere Minister dem König empfehlen wollen, die Mittellandskanalvorlage, die bekanntlich für die nächste Landtagssession angekündigt war, auf unbestimmte Zeit, d. h. bis zur Beendigung der gegen die schlesische Hochwassergefahr zu ergreifenden Maßregeln, zu vertagen. Ob diese Anregung zu einem Beschluß sich verdichten wird, steht freilich dahin. Im Kronrat dürfte ferner über den Zeitpunkt der Einberufung des Landtags Beschluß gefaßt werden, der die Hochwasserkredite ja noch zu genehmigen hat. Im übriger verlautet in Berliner politischen Kreisen, daß der Kronra auch diesmal, wie seine drei Vorgänger, den Rücktritt eine: Mitgliedes zur Folge haben werde. Als solches wird Heri b. Hammerstein, der wegen der Teilnahme am Kronra seinen Urlaub unterbrochen hat, genannt. Wieviel an diesen legten Gerücht sein mag, entzieht sich jeder Beurteilung. In Posen beziffern sich die Hochwasserschäden, unter denen besonders die kleinen und mittleren Besitzer zu leider haben, auf 3 Millionen Mark. Obwohl die meisten beschädig ten Besizer Polen sind, hat sich die polnische Bevölkerung an der Hilfsaktion in feiner Weise beteiligt. Die zweiten Samm lungen für Schlesien beziffern sich auf über 1 Mill. Mk. Die Krawalle in Südrußland. Was an Nachrichten über die Streifunruhen in Südrußland durchsichert, zeigt, daß diese Unruhen ärger und blutiger sind, als alle früheren. So wird durch Privatbriefe aus Riem bekannt: Alle Fabriken und Werkstätten sind geschlossen, die große Tabak fabrik Kogan wurde zerstört, der Direktor ermordet. Auch andere Fabriken wurden zerstört. Wie auf einem Kriegsschauplatz finden bald hier, bald da Straßenfämpfe statt. Der Trambahnverkehr ist eingestellt, die Bäcker arbeiten nicht, das Rohrney der Wasserleitung ist verstopft, die elektrische Beleuchtung gestört. In Podol fand eine förmliche Schlacht statt; es wird von hunderten von Toten gesprochen. Privatnachrichten aus Baku melden von dort völlige Anarchie; die Arbeiten sind sämtlich seit zwölf Tagen eingestellt. Montag wurde die Stadt an mehreren Enden angezündet, die Wasserleitung zerstört, um die Löscharbeiten zu verhindern. Die Bohrtürme wurden gleichfalls in Brand gesteckt. Mazedonisches Allerlei. 200 000 Francs Sühnegeld fordern die Russen von der Pforte für die Ermordung des russischen Konsuls in Monastir Rostkowsky. Das Geld ist für die Familie des Ermordeten bestimmt. In ganz Mazedonien ist inzwischen der Guerillakrieg ausgebrochen. Neben anderen schönen Dingen wird berichtet, daß bei Nevrekop im Sandschak Sores ein drei Tage dauernder Kampf zwischen türkischen Truppen und einer Komiteebande stattgefunden hat. Ueber die Zahl der Toten und Verwundeten sind genaue Nachrichten noch nicht vorhanden. Die Herren Rebellen haben übrigens jetzt ihr politisches Programm formuliert und den diplomatischen Agenten der Großmächte übersandt. Als Bedingungen für die Einstellung der Bewegung werden die Ernennung eines christlichen, von der Pforte unabhängigen Gouverneurs in Mazedonien und die Kontrole der Mächte über die Durchführung der Reformen gefordert. Kurze politische Nachrichten. * Der altenburgische Staatsminister v. Helldorf hat seine Entlassung erbeten und erhalten. Sein Nachfolger dürfte der Geheime Staatsrat v. Borries werden. * Die in London eingesetzte Kommission für Fremdeneinwanderung empfiehlt, daß die Einwanderung gewisser Klassen von Fremden unter staatliche Uebermachung geſtellt werde. Ein Einwanderungsamt soll errichtet werden, um den Zutritt von Personen mit schlech tem Leumund, die dem Staate lästig werden könnten, sowie von solchen, die an efelerregenden und ansteckenden Krankheiten leiden, zu verhindern. Die Schiffseigentümer sollen verpflichtet sein, Einwanderer gegebenenfalls nach dem Einschiffungshafen zurückzubringen. * Die irische Landbill ist nun auch vom britischen Oberhause in dritter Lesung angenommen worden. * Das Befinden des Kardinals Herrero y Espinosa hat sich wesentlich gebessert; er hat den Vatikan bereits verLassen. * Kardinal Vanntetli soll nach der Meldung des Londoner „ Catholic Herald" zum päpstlichen Staatssekretär ernanni worden sein. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser ist von seiner Nordlandsreise über Swinemünde nach Berlin zurückgekehrt. Programmmäßig traf er an Bord der„ Hohenzollern" in Swinemünde ein, übernachtete dort und wohnte am Moraen vor der Abreise nach Berlin mit seinem Gefolge einer anderthalbstündigen, auf dem Fort abgehaltenen Artillerieſchießübung gegen schwim mende Ziele bei. Das Publikum bereitete dem Kaiser leb. hafte Kundgebungen. Die ,, Hohenzollern" und der„ Sleipner" lagen im Hafen nahe am Zollschuppen, während die Nymphe" auf der Reede verblieb. Das Publikum besichtigte in Masse die Schiffe, die heute nach Kiel zurückkehren. *** Die Kaiserin ist aus Posen in Wildpark eingetroffen und vom Kronprinzen, der von einem Ausflug nach Blön kurz vorher zurückgekehrt war, empfangen worden. ** König Eduard von England ist nach Marienbad abgereist. Die Reise erfolgt über Vlissingen, Hannover, Magdeburg und Leipzig. Die Parifer Stadtbahn- Katastrophe. Im Auftrage der Staatsanwaltschaft ist von dem Unterjuchungsrichter Jolliot wegen des furchtbaren Unglücks auj der Stadtbahnstation Menilmontant die strafrechtliche Untersuchung gegen vorläufig Unbekannt" wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden. Bisher ist es unmöglich, mit Sicherheit festzustellen, wer die Verantwortung für das Unglück trägt. Wie verlautet, haben die Bahnbehörden jedoch bereits die Ueberzeugung gewonnen, daß das Unglüd niemals einen solchen Umfang hätte annehmen können, venn die Bahnbediensteten nicht den Kopf verloren hätten. Einer der Direktoren der Untergrundbahn äußerte einem Berichterstatter gegenüber, die von der Bahnverwal tung eingeleiteten Nachforschungen hätten ergeben, daß die Verantwortung ausschließlich den Maschinisten Chauvin, einen der ältesten und zuverlässigsten Beamten der Untergrundbahn, treffe. Dieser habe die Vorschriften, die für den Fall eines durch Kurzschluß entstehenden Brandes er lassen seien, vollständig außer acht gelassen. Die Untergrundbahn habe bisher etwa 200 Millionen Menschen ohne ernsten Unfall befördert. Der Maschinist Chauvin hat dem Polizeikommissariat erklärt, daß der in Brand geratene Zug schon am Tage vor dem Unglück nicht mehr hätte verwendel werden dürfen, da die Bremsvorrichtung bereits am Mittag einmal versagt habe. Von der Katastrophe gibt ein Reisender, der sich mit seiner Frau retten konnte, folgende Schilderung: In der Nähe der Station Boulevard Barbes brach in dem Motorwagen des von uns benußten Zuges ein Fußbodenbrand aus, dessen man mit Löschgranaten rasch Herr wurde. Die Reisenden mußten jedoch aussteigen und der leere Zug Nr. 11 setzte dann die Fahrt langsam fort. Wir stiegen in den nächsten Zug, doch mußten wir in der Nähe der Station Belleville abermals aussteigen, da man den Zug brauchte, um den ersten leeren Zug vorwärts zu schieben. Wir stiegen nun in einen dritten Zug, der bald darauf eingetroffen war. Es war eine verhängnisvolle Unvorsichtig feit von der Bahnverwaltung, diesen Zug hinter dem bren nenden Zug abgehen zu lassen. Auf der Station Couronnes blieb der Zug etwas länger als gewöhnlich stehen. Die Reisenden wurden ungeduldig, niemand aber hatte eine Ahnung von der drohenden Gefahr. Der Stationschef wollte schon dem Zuge das Abfahrtszeichen geben, als zwei Bahnbedienstete herbeistürzten und riefen:„ Nette fid), wer fann!" Noch aber glaubte niemand an eine ernste Gefahr. Die Reisenden stürzten die Stiege hinauf. Viele von ihnen blieben beim Schalter stehen und verlangten den Fahrpreis von 15 Centinies zurück. Das Gedränge wurde immer furchtbarer, so daß zahlreiche Personen, welche von dem Unfall noch nichts wußten, die Treppe hinabliefen, um den Zug zu erreichen. Die ganze Menge staute sich nun unterhalb der Treppe. In demselben Augenblick fam von der Station Menilmontant eine dichte Rauchwolfe; an ein Vorwärtskommen war nicht mehr zu denken. Ich eilte nun mit meiner Frau und zehn anderen Personen unter dem Tunnel in der Richtung nach der Station Belleville; ein Bahnbediensteter zeigte uns mit einer roten Laterne den Weg. Mühsam erreichten wir die Station, aber auch hier war die Halle trotz des Rauches von Leuten angefüllt, welche ihr Fahrgeld zurückverlangten. Wir mußten uns mit Fäusten den Ausweg erkämpfen. Der Bahnhof Menilmontant, wo die beiden Züge in Brand gerieten, ist fast vollständig zerstört. Die wenigen Ueberreste sind ausgebrannt und verbogen. Die Bahnhofsuhr ist auf 9 Uhr 25 Minuten stehen geblieben. Die beiden Züge bilden einen Trümmerhaufen von verbogenen und zerbrochenen Eisenteilen. Die Fensterscheiben sind zerschmolzen und zu großen Glasplatten geworden. Die Drähte der elektrischen Leitungen hängen über die Mauer herab Die Feuerwehr wirft immer noch Wasserfluten auf die Trümmer. Werkwürdigerweise ist die Hize an den Stellen, wo das Feuer besonders heftig war, weniger groß, ale an der Station Couronnes, wo es nicht eigentlich zum Ausbruch kam. Nach der Meinung der Ingenieure hat der Luftzug die ganze Hize nach dieser Seite getragen. Sämt liche aufgefundenen Leichen bis auf 2 sind jetzt rekognosziert worden; es sind dies zwei Frauen, von denen die eine eine Bäuerin aus der Provinz zu sein scheint. Bei Herr Baron, daß auch der feste männlche Wille niemals fiel die Prinzessin lachend ein; doch muß ich Ihnen sagen, Wie Ihre Durchlaucht, meine allergnädigste Gebieterin," lich und unverbefferlich bei falten, apathischen Naturen." find fie auch lentiam und heilbar, aber sie werden unerträgTeufen und rfen mird. wenn er " So denken Sie, Hoheit Welt die Arme öffnen möchten." perklärten Geficht ihres Begleiters aufschlug, das jeẞt in der Gräsin Margarethe, indem sie die Augen erstaunt zu dem Seele läutert von aller Eigensucht, so daß wir der ganzen Natur das Herz erweitert, den Geist frei macht und unsere Herr von Pergen," fragte in einer gewissen vertieft, welche sie, nach ihren Mienen zu schrnterhaltung außerordentlich interessieren und befriedigen mußte. Entfernung von einander und waren in eifrige von, obgleich die alte Dame einigemal wie im Gifer Des Freilich verstanden die Vorübergehenden fein Wort da Die beiden jungen Baave gingen allein achlichen mar fichtbare zerstreutheit und eine steigende Unruhe. folgte mit seinen Blicken die beiden vor ihm herschreitenden Unterhaltung etwas zu erfassen, und wenn Baron Artenmöglich zu unterhalten, zeigte der Graf doch eine deutlich Paare, er schien sein Gehör anzuftrengen, um von deren feiner tom fröhlichem Lachen brachte Er verSeite wich und sich alle Mühe gab, ihn so lebhaft als Begleiterin der anderen ist eine Rückfahrkarte nach Edinburg in Schott land gefunden worden. Der Munizipalrat beschloß, die Opfer auf Kosten der Stadt Paris beerdigen zu lassen. Präsident Loubet richtete an die Stadtvertretung eine Telegramm, worin er der Erschütterung und Teilnahme Ausdruck gibt, die er an der Trauer der Bevölkerung von Paris nimmt. Die Fahne auf dem Rathause weht auf Halbmaſt. Die Metropolitain war das populärste Fahrmittel, gewissermaßen der Stolz von Paris geworden, und nun erfennt man plöglich seine Gefährlichkeit. Von allen Seiten wird gefordert, daß die Wagen aus weniger entzündbarem Material gebaut, daß die elektrischen Drähte isoliert, und daß in den Gewölben Zuftöffnungen geschaffen werden. Die Aktien der Metropolitain sind an der Börse um 51 Francs gefallen. Auf dem Bahnhofe Place Ternes der Stadthahn ereig nete sich ein ähnlicher Unfall, wie der in Menilmontant aber ohne ernste Folgen. Auf dem Motorwagen entstand ein Brand, der zwar alsbald gelöscht wurde, aber doch Anlaß zu einer Benik unter den Fahrgästen gab. Zwei Damen sprangen aus dem Wagen und erlitten dabei leichte Verlegungen. König Eduard von England hat anläßlich des Unglücks auf der Stadtbahn an den Präsidenten Loubet ein Beileibstelegramm gerichtet. Mehrere Pariser Blätter erfahren aus Rom, daß der Papst dem französischen Botschafter seine Teilnahme habe übermitteln lassen. Für die zumeist be dürftigen Hinterbliebenen der Verunglückten ist vom „ Figaro" und anderen Blättern eine Sammlung eröffnet worden. Der Abftinenten- Kongrefs. - Eine ,, nüchterne" Betrachtung.- des deutschen Kaisers. Die Kosten wurden der Staatstaffe auferlegt. § Im Humbertprozeß kündigte der Anwalt Thereses, Labori, an, er werde den Gerichten beweisen, daß einige Monate vor der Verhaftung der Humberts in Madrid der frühere französische Botschafter am spanischen Hofe, Patenotre, der behauptet, von der Anwesenheit der Humberts nichts gewußt zu haben, beinahe die Marie Daurinac geheiratet hätte. Selbst wenn Labori instande sein sollte, diese seine sensationelle Behauptung zu beweisen, so ändert das an der Schuldfrage an und für sich natürlich nicht das geringste. Er will damit dartun, daß die Behörden die Abreise der Angeschuldigten durch Untätigkeit begünstigt haben. Frederic Humbert wie Therese richten heftige Angriffe gegen den Justizminiſter Vallé, dessen Erscheinen als Zeuge sie fordern. Therese wiederholt nochmals, sie werde beweisen, daß die Crawfords, die nur einen anderen Namen trügen, eriſtierten, ebenso wie das Schloß Marcotte, das sie angeblich geerbt hat, das aber nicht auszufinden ist. Sie bertröstet den Präsidenten, der von ihr nun endlich die versprochenen Aufklärungen verlangt, bis nach vollendetem Zeugenverhör. Der Schriftsachverständige Legrand bekundet, daß die dem Notar nach Bayonne gesandten Vollmachten der Crawfords die allerdings verstellte Handschrift Romain Daurignacs tragen. Polizeikommissar Hennion erzählt ausführlich die bekannten Vorgänge bei der Verhaftung der Humberts in Madrid. Man schreibt uns aus Berlin: Auf dem soeben been deten Abstinenten- Kongreß predigte der bekannte Alkohol gegner Professor Dr. Forel aus Zürich dem Volke die Notwendigkeit einer völlig abstinenten Lebensweise. Insbesondere suchte er mit der Schilderung eines Experimentes die un günstige Wirkung des Alkohols auf den in der Entwicke lung begriffenen aber noch nicht zum Leben erwachten Menschen( Embryo) nachzuweisen, ein Experiment, das für die Gefährlichkeit des Alkohols eigentlich doch sehr wenig beweist. Zwei Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, Simon Rabenstein und der praktische Arzt Dr. Juliusburger, faßten die Frage von der sozialpolitischen Seite an und predigten namentlich den Arbeiterklassen Enthaltsamkeit. Insbesondere waren sie in der Forderung einig, daß Versammlungen, in denen wichtige Beschlüsse über Ar beiterinteressen gefaßt werden sollen, ohne Alkoholgenuß stattfinden sollten, und sie richteten eine dahinzielende Aufforderung an die sozialdemokratische Partei. Nab und fern. Epidemieen. Nach amtlicher Mitteilung sind in der Woche vom 2.- 8. August in Brauschweig 127 Typhus- Erfranfungen angemeldet. Ueber die Anmeldungen in der laufenden Woche liegen noch keine Ziffern vor, doch sind auch einzelne neue Erkrankungen wieder vorgekommen. In mehreren Ortschaften des Kreises Plimowitschi im russischen Governement Mogilew ist eine Ruhrepidemie aufgetreten. Jur vorigen Monat sind bereits 110 Todesfälle vorgekommen. Erdbeben in Griechenland. In ganz Griechenland fan. den mehr oder minder heftige Erdstöße statt. Die schlimmsten Folgen hatte das Naturereignis auf der Insel Kithera, wo durch drei starke Stöße die Dörfer fast vollständig zerstört wurden. Verluste an Menschenleben sind nicht gemeldet. Bei Neapel dauern die Erdbeben weiter an, Die Wellenbewegung zieht sich den ganzen Golf bis Sorrent entlang. In Neapel selbst und den umliegenden Ortschaften herrschte zeitweise große Panik. Die Jahrhundertfeier in Wismar am 19. August, durch die die 1803 erfolgte Einverleibung der ehemals schwedischen Stadt in deutsches Gebiet festlich begangen werden soll, wird sich nach folgendem Programm vollziehen: Gottesdienst, Parade, Fahrt in See, Festzug, Festessen und Einweihung des Gedenksteines. Daran teilnehmen werden die nachstehenden Fürstlichkeiten: Der Großherzog Friedrich Franz IV. bon Mecklenburg- Schwerin, die Herzöge Johann Albrecht, Paul Friedrich, Adolf Friedrich und Paul, sowie der Prinzgemahl Heinrich der Niederlande. Außerdem wird neben dem mecklenburgischen Ministerpräsidenten auch der schwedische Staatsminister von Langerheim anwesend sein. gründet wo auch Brüdenfchon Jab ten, zutag die gefun ganze Ar auf dem geprägter bernen in fogar den zu finden Libers fol die Summ Seiter Gestehen führer die ich war n Ve bon Cafe tragen." „ Knuspe Cie nod Taube" ne I nenne Dr Kurierzuge Alarmfign dufteure ft und heraus Spit'n, a Felsen. Ho fürchterlid Schlafen?" daß das C Edison nicht erblindet. Die Bergmann- Elektrizitätswerke in Berlin veröffentlichen folgende Erklärung: Vor einigen Tagen erschien in der Tagespresse eine Notiz über Edisons Erblindung durch Röntgenstrahlen. Da wir mit Herrn Edison in sehr naher Beziehung stehen, haben wir uns über die Meldung an maßgebender Stelle erfundigt, und es wurde uns die Mitteilung, daß die Nachricht völlig unbegründet und von einer drei Jahre alten, damals auch sehr aufgebauschten Meldung herrühren dürfte. Leopold Wölfling als Schweizer Villenbesizer. Der frühere österreichische Erzherzog Leopold, jetzt einfach Leopold Wölfling, hat behufs dauernder Niederlassung die Villa Keiser in St. Karl bei Zug für 100 000 Francs gekauft und gedenkt nach Ablauf der Naturalisationsfrist das Zuger Bürgerrecht zu erwerben. Einstweilen ist das Echo jener Aufforderung in der sozialdemokratischen Presse tein besonders günstiges, und zwar vor allen Dingen deshalb, weil diese Aufforderung der Arbeiterschaft den Stempel einer gewissen Alkoholſuchi und physischen und psychischen Verseuchung aufdrücke, vor allem aber auch deshalb, weil die Forderung der Abstinenten zu weit geht. Tatsächlich sind ja alle Volksschichten und Berufsklassen darin einig, daß der übermäßige Alko holgenuß gesundheitsschädlich und nervenzerrüttend ist und daß ihm entgegengesteuert werden muß. In mäßigen Quantitäten genossen aber ist der Alkohol nicht selten ein gesundheitsförderndes Mittel. Die Physiologie hat nachgewiesen, daß der vorsichtige Alkoholgenuß den Verbrauch an Muskelsubstanz mäßigt und daher bei angestrengter Arbeit das Bedürfnis nach Ersaz mildert. Professor Moleschott sagte deshalb seiner Zeit, als das Branntweinverbo! eingeführt werden sollte, es ist grausam, den Taglöhner, der sich im Schweiße seines Angesichts sein spärliches Mahl verdient, des Mittels zu berauben, durch welches dürftige Nahrung lange vorhält". Demnach ist mäßiger Alkoholgenuß ein Mittel, um mit einer an blutbildenden Stoffen ärmeren Nahrungsmenge auszukommen. Seemannssolidarität. Die Matrosen des in Halifay ankernden deutschen Kreuzers„ Vineta" vereinigten sich mit den dortigen englischen Soldaten und Marinemannschaften, um gemeinsam in der Zitadelle eine Vorstellung zu Gunsten des kürzlich gegründeten Soldaten- und Seemannsheims zu beranſtalten. Bunte Chronit. In Oran wurden drei deutsche Fremdenlegionäre, Ratt, Boll und Allmann, erschossen, die wegen Ermordung einer alten Krämerfrau in Saida zum Tode verurteilt waren. In Kalk bei Cöln feuerte der an Epilepsie leidende 30jährige Sohn des Direktors der Bardenhäuerschen Brauerei auf seinen Vater zwei Schüsse ab, die diesen lebensgefährlich verletzten. Dann tötete er sich selbst durch einen Schuß in den Mund. * Ein Ueberfall auf italienische Arbeiter in Mainz. An einer Baustelle in der Rheinallee zu Mainz wurden italienische Arbeiter von deutschen Maurern überfallen. Die Angreifer waren mit Kuteln und Revolvern bewaffnet und jagten die Italiener nach kurzer Gegenwehr in wilder Flucht vor sich her. Verschiedene Italiener wurden gefährlich verwundet, am schwersten der Polier, der ins Rochushospital gebracht werden mußte. In der Wandsbecker Husarenkaserne erschoß sich der Wachtmeister Biermann vom 15. Regiment. Gegen B., der im zwölften Dienstjahr stand, schwebte eine Untersuchung wegen Sittlichkeitsverbrechen, die er an Untergebenen verübt haben soll. Vermischtes. [ Ein tenres Erinnerungszeichen] wurde auf Befehl des Kaisers dem Korvettenfapitän a. D. Rosenstock v. Rhöned in Philippsthal in der Rhön durch den Staatssekretär des Reichsmarineamts, Vizeadmiral von Tirpit, zugestellt. Mittels ehrenvollen Anschreibens erhielt der Korvettenkapitän den Säbel seines Sohnes, des früheren Kommandanten des bei Cuxhaven untergegangenen Torpedobootes S 42" zugesandt, der bei den jüngst vorgenommenen Hebungsbersuchen des Torpedobootes durch einen Taucher gefunden und zu Tage gefördert worden war. * Gefährliche Schießübungen. Während der Schießübungen eines englischen Geschwaders bei Algesiras schlug ein Geschoß neben dem Gebäude der Rettungsgesellschaft ein. Der spanische Konsul in Gibraltar richtete an die Behörden eine Beschwerde, auf die ihm befriedigende Erklärungen zuteil wurden. Ein gefährliches Abenteuer hatte der ungarische Dampfer Franz Deaf" in der Nähe der rumänischen Donaustation Tziglina bei Galak zu bestehen. Blötzlich ſauste ein Hagel von Geschossen über das Verdeck des Schiffes, auf dem viele Paffagiere sich befanden. Eine zweite, eine dritte Salve prasselt über die Köpfe der Erschrockenen hinweg, glücklichermeise ohne jemand zu verletzen. Mehrere Geschosse bohrten sich aber in die Decke des Salons 1. Klasse ein. Die nach erfolgter Anzeige des Kapitäns ingeleitete Untersuchung hat erwiesen, daß die Kugeln von den Mannlichergewehren der rumänischen Marinesoldaten herrührten, welche in der Nähe des Ufers Schießübungen mit scharfen Patronen veranstalteten, wobei abirrende Geschosse das vorüberfahrende Schiff gefährdeten. Das rumänische Marinekommando trifft insoweit ein Verschulden, als die Uebungen ganz ohne Sicherheitsporkehrungen allzu nahe am Ufer stattfanden und die vorbeifahrenden Schiffe nicht gewarnt wurden. Wie in allen Fragen, so schadet auch in der Alkohol. frage der Fanatismus und der Radikalismus, die Ueber treibung, die den Widerstand weckt und die Leidenschaftlich. keit, die nicht mehr die richtigen Grenzen zu unterscheiden vermag. Die Abſtinenten müßten sich außer einem alkoholnüchternen Magen auch ein nüchternes Urteil bewahren. Es wäre vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus nicht einmal wünschenswert, wenn die extreme alkoholfeindliche Richtung zum Durchbruch käme, denn dadurch würden ganze Industriezweige, Bierbrauereien und Branntweinbrennereien und die hierfür produktive Landwirtschaft veröden und der Weinbau zu Grunde gehen, aber auch die deutsche Geselligkeit würde leiden. Trotz aller Statistiken über den Alkoholkonsum ist es ein unwahres Märchen, daß Deutschland dem Mkoholismus verfallen und daher in einem geistigen, seelischen und körperlichen Niedergang begriffen ist. Man sei doch auch nicht undankbar! Wer ist es denn, der wieder zur geistigen Befreiung und inneren Erhebung der arbeitenden Menschheit beiträgt? Sind nicht die vielen Biergärten, die in jeder Großstadt und deren Umgebung sich finden, mit ihren Konzerten und Theatervorstellungen ein Ausgleich für den Alkoholgenuß? Und ist denn nicht überhaupt die Hälfte der Menschheit frei von jeglicher Neigung hierzu? Die Frauenwelt weist nur sehr bereinzelt alkoholsüchtige Exemplare auf. Wir lassen uns also unter keinen Umständen einreden, daß eine latente Alkoholgefahr und ein Symptom der Decadance vorliegt, ohne aber etwa die Notwendigkeit und den Wert der auf eine Verhütung der Trunksucht hinzielenden Bestrebungen zu verkennen. Aber diese sind zu kompliziert, um sie mit einem Worte zu charakterisieren. Ein Hauptschutzmittel aber ist eine geeignete Jugenderziehung. Systematische Anleitung der Jünglinge zur Pflege des Körpers durch Turnen und eine Geistesgymnastif in den Fortbildungsschulen, Gründung von Volks- und Lehrlingsheimen nebst Bibliotheken, Borträgen und Naturgenuß. Den Mädchen aber muß ein häuslicher Sinn eingepflanzt werden, damit sie in ihrem späteren Beruf als Hausfrauen dem Gatten das Heim und die Familie angenehm machen fönnen. Daß der Embryo nicht an Alkoholvergiftung stirbt, dafür sorgt die Natur, eine geordnete Erziehung zum ordnungsgemäßen Leben schützt auch den erwachsenen Menschen gegen eine Alkoholberseuchung. Hus dem Gerichtsfaal. [ Ein nobler Hausherr.] Einem Hausbesizer in Obersendling bei München hatte eine Anzahl seiner Mieter, deren Geschäftsstellen und Bureaus im Innern der Stadt liegen, so daß sie die Trambahn benüßen müssen. rit Rücksicht auf die Erhöhung der Streckenkartenpreise gekündigt, um in die Stadt zu ziehen. Sie nahmen aber die Kü igung zu rück, da sich der Hausherr erbot, den halben Preis der Streckenfarten aus seiner Tasche zu bezahlen. LD. Gin nischen Are der Schrei Elettrotech erfonnen h zelne Laut eigene Obe jeden einze bindet der [ Ein Poftfuriofum,] das noch die Gerichte beschäftigen wird, trug sich dieser Tage auf einem Postamt in Cöln ( Rhein) zu. Der Inhaber eines optischen Geschäftes zahlte eine größere Summe ein, wobei sich ein unbeschädigter österreichischer Taler vom Jahre 1860 befand. Man erflärte das Geldstück für verfallen und konfisziert, da es außer Kurs sei. Der Optikus verlangte die Zurückgabe und wollte anderes Geld dafür geben. Er wurde jedoch abgewiesen, dagegen wurde ihm eine Mark für den Silberwert des öfterreichischen Talers geboten. Der Einzahler wies diese Großmut von der Hand, da schon jeder Silberschmied mehr dafür gebe, worauf kurzer Hand der Beamte den Taler zerschnitt und die beiden Hälften an den Eigentümer zurückgab. Dieser hat nunmehr einen Rechtsanwalt beauftragt, den Fiskus auf Herausgabe eines anderen österreichischen Talers zu verklagen. A Das Ende eines Blutsangers. In dem ungarischen Ort Medgyesgyhaza wurde mitten auf dem Marktplaß ein reicher Wucherer, Leopold Ujhelyi, von einem Landwirt namens Johann Marek durch einen Revolverschuß tot zu Boden gestreckt. Der Mörder stellte sich freiwillig dem Gericht und wurde nach kurzem Verhör auf freiem Fuß belassen. Marek, ein braver, arbeitsamer Mann, war durch die Hartherzigkeit Ujhelyis oder, wie ihn der Volksmund nannte, des Nabobs von Vasarhely, zur Verzweiflung getrieben worden. Mißwachs hatte ihn gezwungen, die ,, Hilfe" des Wucherers in Anspruch zu nehmen. Dieser hatte es aber darauf abgelegt, ihn von Haus und Hof zu vertreiben, und wollte ihm jezt die diesjährige reiche Ernte, von der Marek die Erlösung aus seiner Notlage hoffte, für ein Schandgeld versteigern lassen. Vergebens flehte Marek um kurze Geduld, der Nabob blieb ungerührt und unerbittlich, ja verhöhnte den Aermsten noch. Zorn und Erbitterung drückten nun Marek die totbringende Waffe in die Hand. Der Name des„ Nabobs von Vasarhely" wurde vielfach in Verbindung mit einem Prozeß genannt, der wegen Verleitung zu falscher Zeugenaussage gegen ihn eingeleitet worden war. Damals wurde Ujhelyi zu einem Jahre Gefängnis verurteilt, gegen Erlag einer Raution von 20 000 Gulden aber auf freien Fuß belassen. Er versuchte erst eine Revision des Prozesses zu erzielen, flüchtete dann nach Amerika. Der Gedanke, die Kaution zu verlieren, trieb ihn jedoch wieder zurück und er büßte schließlich die Strafe ab. § Das Urteil im Leipziger Tolstoiprozeß lautete auf Einiehung und Unbrauchbarmachung der russischen Ausgabe der Schrift Tolstois Du sollit nicht töten" wegen Beleidigung bon geschl Telephon lige Unterb wirft. Au den Appar firiert wird noch nicht angebracht [ Auch eine vom schwachen Geschlecht.] Dieser Tage reifte von Thorn nach Elbing eine Dame, die überall begreifliches Aufsehen erregte, denn ihr Gewicht betrug- 380 Pfd. In Marienburg war ihr der gewöhnliche Durchgang an der Bahnsteigsperre zu eng, so daß sie auf einem anderen Wege in den Eisenbahnwagen gelangen mußte. Auch hier war das Einsteigen mit Schwierigkeiten verknüpft. Diese Dame bil. det gewissermaßen ein Seitenstück zu dem bekannten Restaura teur Herrn Hans Fromm zu Willenberg in Ostpr., der allerdings 502 Pfund wiegt. Der Herr könnte einen gewöhn lichen Personenwagen zur Eisenbahnfahrt gar nicht benutzen. [ Automobil- Lotsen] sollen auf den schweizerischen Alpenstraßen eingeführt werden. An den gefährlichen Straßenstellen werden Posten errichtet, von wo aus der Lotse die Führung des Vehikels übernimmt. Berheerender Orkan auf Martinique. Die durch den Ausbruch des Mont Pelée so arg verwüstete Insel Martinique ist schon wieder von einem furchtbaren Naurereignis heimgesucht worden. Ein über den westindischen Archipel dahinsausender Orkan hat einen großen Teil der auf den alten Trümmerstätten neu aufgebauten Dörfer wieder zerstört und viele Menschenleben vernichtet. 5000 Obdachlose sind der größten Not ausgesetzt. * Be Pfarrstelle präsentierter Pfarrstelle tierten Pfa [ Der Abonnent vor der Himmelstür.] Eine englische Kirchliche Wochenschrift, das„ Wallasey Parish Magazine", scheint von vielen ihrer Leser mit dem Abonnementsgeld im Stiche gelassen worden sein. In der letzten Nunmer findet sich nämlich folgende zarte Erinnerung in Gestalt eines , Post mortem Dialogs" an der Himmelspforte. Petrus: Wer bist Du?" Applikant:„ Ein Einwohner von Wallasey." Petrus:„ Warst Du ein Abonnent des Parish Magazine"?" Applikant: Ja." Petrus:„ Hast Du auch Dein Abonnementsgeld bezahlt?" Applifant:„ Das habe ich vergessen." Petrus: * In führer in d wig Dern geleisteten S ** Na 6. Septemb Hessens, Schloffe fta ** * D Pfarrer feine diesjo etwa 200 *[ Ein sonderbares Pistolenduell hat in Paris stattgefunden. Zwei Kaufmannslehrlinge hatten beschlossen, um ihre Geliebte im Zimmer des einen mit der Pistole in der Hand zu kämpfen. Sie knallten auch richtig los und vorbei. Im nächsten Moment stürzte der Zimmernachbar schimpfend und fluchend herein, läßt sich aber nach kurzen Wortwechsel begütigen und bestimmen, das Amt eines Unparteiischen zu übernehmen. Neuer Kugelwechsel, diesmal mit Erfolg: der Unparteiische hat einen Schuß in der linken Wade ſizen, zum Glück nicht gefährlich. Inzwischen war die Polizei benachrichtigt worden, die die beiden Kampfhähne zur Wache sistierte, während der unglückselige Unparteiische ins Krankenhaus gebracht wurde. [ Ein Dorado auf dem Grunde des Tiber.] Wenn man den soeben erfolgten Veröffentlichungen eines italienischen Gelehrten, des Professors Nispi- Landi, Glauben schenken darf, ist der„ gelbe" Tiber ein Fluß, dessen Bett mit reinem Gold ausgefüllt au sein scheint. Der italienische Gelehrte wie uns b während de der Zeit vo 1901 bis 3 schlüsse um geftiegen. 3 und 188 G liert, währe hofsgebiet e Bogenlamp Anschlußme rund 10 70 betrug, ist e Annehmlicht wede und und mittlere wohl zum daß unsere ab in Kraft troffen hat. Erfahrung g ben Straßen Diefelben ins * Stad wittiga Anmeldtern Befchidung Stellung fon Rinder, 60 Die Abteil 500 Maschi Ausstellung fung. Die Minifterium Inftitut Gieß Winterschulen ausgeführter lung find in de 127 Typhus- Er meldungen in de vor, dod) find aud efommen. - الله itschi im ruffischer Demie aufgetreten älle vorgekommen Griechenland fan Die schlimmsten njel Kithera, wo llständig zerstört icht gemeldet. , Die Wellenbe rent entlang. In ften herrschte zeit ann- Elektrizitäts Erklärung: Vot eine Notiz über n. Da wir mit tehen, haben wir Stelle erfundigt, chricht völlig Damals auch sehr un ei deutsche Frem hoffen, die wegen Saida zum Tode Spilepsie leidende Bardenhäuerschen die diesen lebens elbst durch einen erschoß sich der Gegen B., der ne Untersuchung ntergebenen ver De auf Befehl des nstod v. Rhoned taatssekretär des rpig, zugestellt. er forbettentapi Kommandanten Dobootes„ S 42" nen Hebungsverer gefunden und Hausbesitzer in I feiner Mieter, mern der Stadt sen. rit Rüdsicht gekündigt, um in A igung zu lben Preis der en. hte beschäftigen stamt in Cöln Beschäftes zahlte unbeschädigter 5. Man erflärte a es außer Kurs und wollte an abgewiesen, da rwert des öftervies diese Großhmied mehr da den Taler zerimer zurüdgab. Seauftragt, den ichischen Talers Dieser Tage überall begreifig- 380 Pfd. rchgang an der anderen Wege ich hier war das Diese Dame bil nnten Restaura ftpr., der aller einen gewöhn nicht benutzen. veizerischen Al. fichen Straßender Lotse die Eine englische sh Magazine", ementsgeld in Nummer finGestalt eines orte. Petrus: von Wallasey." Magazine"?" Dein Abonne ich bergessen." Paris stattge Sefchloffen, um Pistole in der sund vorbei. Jar schimpfend Wortwechsel parteiijchen zu it Erfolg: der Bade fizen, zum Polizei benadj ne zur Wache De ins Aranfen J Wenn man & italienischen uben fchenfen ett mit reinem ische Gelehrte gründet seine Behauptung auf die Tatsache, daß, wann und wo auch der Tiber ausgebaggert wurde, sei dies nun wegen Brücken- oder Uferbauten geschehen, stets Kostbarkeiten, die schon Jahrhunderte lang im Schlamme des Tiber schlummerten, zutage gefördert wurden. In den meisten Fällen waren die gefundenen Schäße so wertvoll, daß sie die Kosten für die ganze Arbeit deckten. Professor Nispi- Landi ist überzeugt, auf dem Grunde des Tibers einen ungemessenen Hort von geprägtem und ungeprägtem Gold, Juwelen, goldenen, filbernen und bronzenen Statuen, Waffen und Rüstungen, ja sogar den goldenen Leuchter aus dem Tempel zu Jerusalem zu finden. Behuss einer systematischen Durchsuchung des Tibers soll sich bereits ein Konsortium gebildet haben, und die Summe von 1 500 000 Francs aufgebracht worden sein. Heiteres. Na ch berühmten Mustern. Richter: Gestehen Sie es nur ein, Sie waren doch jedenfalls der Anführer dieser Bande. Straßenräuber: Nein, Herr Richter, ich war nur Ehrenvorsitzender. Verdeutschung. Also als beste Verdeutschung bon Cafes hat das Wort„ Knusperchen" den Preis davonge Junge Dame: So werde ich hinfort nur noch tragen." ,, Knusperchen- Walk" tanzen! - Trügerische 3ärtlichkeit. So zärtlich sind Sie noch immer zu Ihrer Frau, daß Sie sie bloß meine Taube" nemmen?"" Ach, das hat einen andern Grund. Ich nenne sie nur immer so, weil sie nie auf mich hört!" Dringender Fall. Während der Fahrt des Kurierzuges durch die Tiroler Alpen ertönt plötzlich das Alarmsignal. Es entsteht allgemeine Aufregung. Die Kondufteure stürzen herbei. Da wird eine Kupeetür aufgerissen und heraus stürzt ein Tourist. Mit dem Rufe:„ Da is no a Spiz'n, auf der i net obn war", verschwindet er in den Felsen. Hotel Alpenruhe. Können Sie denn bei dem fürchterlichen Getöse, das der Wasserfall da drüben macht, schlafen?"„ Gewiß, nachts bellt' n Hund immer so laut, daß das Geräusch vollständig übertönt wird."( Lust. Bl.) Kunft und Wissenschaft. LD. Eine Sprech- Schreibmaschine. In ungarischen tech. nischen Kreisen macht die Vereinigung des Phonographen mit der Schreibmaschine viel von sich reden, die ein junger Elektrotechniker aus Magyar- Ovar, namens Franz Berger, ersonnen hat. Von der Tatsache ausgehend, daß jeder einzelne Laut seine besondere Schwingungszahl, sowie ihm eigene Obertöne besitzt und eine empfindliche Membran aus jeden einzelnen Laut somit in besonderer Weise reagiert, verbindet der Erfinder eine solche Membran mit einer Anzahl von geschlossenen Stromleitern, in denen ähnlich wie beim Telephon Induktionsströme erzeugt werden, deren jeweilige Unterbrechung auf die Hebel einer Schreibmaschine einwirkt. Auf diese Weise soll erzielt werden, daß jedes in den Apparat gesprochene Wort sofort in Maschinenschrift firiert wird. Nähere Details über diese Erfindung liegen noch nicht vor, und die größte Skepsis ist daher vorläufig angebracht. Lokales. Gießen, 13. August 1903 ** Bestätigt hat der Großherzog den für die evang. Pfarrstelle zu Freiensteinau, Defanat Lauterbach, präsentierten Pfarrverwalter Schultheis, sowie den für die Pfarrstelle zu Stockhausen, Dekanat Lauterbach, präsentierten Pfarrassistent Otto Lenz. * In den Ruhestand wurde versezt der Lokomotivführer in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Ludwig Dern zu Alsfeld unter Anerkennung seiner treugeleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. August 1903 an. Nationalliberales Parteifest. Sonntag, 6. September, findet ein Parteifest der nat.- liberalen Vereine Hessens, Badens und der Pfalz auf dem Heidelberger Schlosse statt. * ** Der Verband deutscher evangelischer Pfarrervereine hält am 18. bis 20. August in Coburg seine diesjährige Abgeordnetenversammlung ab, zu welcher etwa 200 Delegierte erwartet werden. Das Gießener Elektrizitätswert fann, wie uns vorliegende Daten beweisen, mit seiner Entwicklung während des ersten Betriebsjahres recht zufrieden sein. In der Zeit von der Inbetriebnahme des Werkes im September 1901 bis zum 31. März d. Is. ist die Zahl der Hausanschlüsse um 88, die Anzahl der Abnehmer von 90 auf 252 gestiegen. 3224 Glühlampen, 35 Bogenlampen, 47 Motoren und 188 Elektrizitätszähler wurden in der Stadt neu installiert, während in genannter Zeit die Anlagen auf dem Bahnhofsgebiet eine Verm hrung von 102 Glühlampen und 12 Bogenlampen erfuhren. Diese erfreuliche Vergrößerung des Anschlußwertes, welcher insgesant am 31. März bereits rund 10 700 Glühlampen von je 55 Watt Stromverbrauch betrug, ist ein Beweis von der zunehmenden Erkenntnis der Annehmlichkeiten des elektrischen Stromes für Beleuchtungszwecke und insbesondere auch für den Antrieb von kleineren und mittleren Arbeitsmaschinen des kleingewerbes und fann wohl zum nicht geringen Teile darauf zurückgeführt werden, daß unsere Stadtverwaltung mit der vom 1. Januar d. J. ab in Kraft getretenen Stromverbilligung das Richtige getroffen hat. Ueber das Leitungsnetz haben wir ferner in Erfahrung gebracht, daß die Gesamtlänge der einzelnen in den Straßen verlegten Leitungen rund 88 km beträgt und dieselben insgesamt ein Kupfergewicht von 61 000 kg befizen. * Nachdem für eine Reihe von Abteilungen der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Gießen die Anm determine geschlossen sind, läßt sich für dieselben die Beschickung annähernd übersehen. Hiernach werden zur Ausstellung fommen: 315 Vogelsberger und 183 Simmentaler Rinder, 60 Pferde, 73 Schweine, 123 Biegen und Schafe. Die Abteilung„ Geräte" werden 65 Aussteller mit etwa 500 Maschinen und Geräten beschicken. In der MolkereiAusstellung fommen 40 Butter- und Käseproben zur Prüfung. Die wissenschaftliche Ausstellung wird vom Großh. Ministerium des Innern, von dem Landwirtschaftlichen Institut Gießen, den Kultur- Inspektionen, landwirtschaftlichen Winterschulen und der Haushaltungsschule mit Darstellungen ausgeführter oder in Ausführung begriffener Arbeiten gut beschickt werden. Die Anmeldetermine für Acker- und Gartenprodukte, Obst und für Bienen lief mit dem 10. d. Mts. ab, für Braugerste läuft der Termin mit dem 20. d. Mts. und für Geflügel mit dem 15. d. Mts. ab. Die Obstausstellung, die Geflügel- und Bienenausstellung werden nach den eingegangenen Anmeldungen sehr stark beschickt werden, so daß wohl kaum je in der Provinz ähnlich ausgedehnte Ausstellungen abgehalten worden sind. * 8u unserer gestrigen Notig betreffend Versammlung der Hauptkollekteure der Hessisch- Thüring. Staatslotterie in Frankfurt a. M., worin gegen eine Entscheidung der Lotterie- Direktion Stellung genommen wurde, wird uns noch geschrieben, daß nicht nur die Hauptkollekteure, sondern auch die Kollekteure an dieser Versammlung Teil nahmen. Da auch den kollekteuren das angezogene Schreiben direkt von der Lotterie- Direktion zugegangen ist, wie überhaupt die Kollekteure gleich wie die Hauptkollekteure mit der Lotterie- Direktion in allen Lotterie- Angelegenheiten in direktem Verkehr stehen. tt Der obere Tetch im Grünberger Brunnen tal wurde gestern unter Leitung des Beigeordneten Herrn Reil abgelassen, da er seit einiger Zeit undicht ist; die Kandel, durch welche das Wasser zum Wasserwerk fließt war fast ohne Zufluß. Die schadhaften Stellen waren bald ge= funden, aber ebenso schnell eine ganze Anzahl Fsche. Nicht weniger als 37 Forellen und eine Karbe, darunter Forellen die die respektable Länge von 2 Fuß hatten, fielen in die Hände der Fischereipächter. Die Fischerei haben die drei Besizer der Stadt-, Log- und Steinmühle gepachtet, hatten aber bisher die Pacht vergeblich gezahlt, da bisher noch nichts in dem Teich gefangen wurde. Hoffentlich läßt die Stadtverwaltung auch den unteren Teich bald mal ab. laufen und reinigen, da auch der sehr einer Reinigung bedarf** Ein- und Ausfuhr des Großh. Hessen über Bremen im Jahr 1902. Nach dem Jahrbuch für Bremische Statistit", herausgegeben vom Bremischen Statistischen Amt, hatte der Handelsverkehr des Großherzog tums Hessen mit Bremen im Jahr 1902 folgende Ergebnisse: Einfuhr. Mf. 402603 2819 Verzehrung gegenstände Baumaterialien Andere Rohstoffe und Halbfabrikate 279 508 Manufakturen Andere Industrieerzeugnisse 47 129 378 532 1 110 591 Ausfuhr. Mt. 1 687 266 1110 564 004 55 712 174474 2482 566 In dem Jahre 1902 vorausgegangenen fünf Jahren umfaßte der Verkehr des Großherzogtums mit Bremen folgende Wertsummen: Einfuhr Ausfuhr in Bremen aus dem aus Bremen nach dem Großh. Hessen Großh. Hessen. 1901 1 396 143 2952 458 1900 1 590 404 2559 178 1899 1 153 480 2 645 503 1898 1271 558 2 685 830 1897 1 432 686 2 606 415 * Besizwechsel. Das früher Spamer'sche Haus, Neuenweg 2, ging für 38 000 Mart, und das nebenan liegende Keiling'sche Haus für 23000 Mark in den Befiz der Stadt Gießen über. Die neue Besizerin will jedenfalls mit Hilfe dieser Gelände und des Geländes vom alten Hospital mit den anstoßenden Grundstücksbesizern am Seltersweg, Geländeaustausch vornehmen, um so die lange beabsichtigte Verbreiterung des Selterswegs endlich durchführen zu können. * * Man versorge sich beizeiten mit Kohlen. Aus dem Ruhrrevier laufen fortgesetzt Meldungen ein, die von einer bedrohlichen Spannung zwischen Arbeitgebern und-nehmern erzählen, so daß mit der Gefahr eines allgemeinen Bergarbeiterstreifs, wie wir einen im Jahre 1889 hatten, ernstlich gerechnet werden muß. ** Klein- Linden. Offentlich anerkennen muß man es, daß der Ortsvorstand die seit mehreren Jahren schon in Unordnung geratenen Treppengänge zum Teiche jetzt gründlich und für die Folge gefahrlos herstellen ließ. Die Wäscherinnen werden besonders dankbar dafür sein. †† Grünberg. Jeßt, wo an dem Wege nach dem Brunnentale bei Grünberg durch sachkundige Hand, Felsblöcke abgelöst worden sind, einige davon sind mit munteren Sprüngen bis zum oberen Teich ausgerissen, da fällt uns eine heitere Geschichte aus Alt- Grünberg ein. Die Sache verhält sich folgendermaßen: In dem ehemaligen Haberkornschen Laden saß allabendlich Vetter„ Hannes" in seinen weißen Hosen. Aber nie anders als auf dem Treppchen und trant sein Viertelchen und faute dabei seinen„ Tubat." Einige mutwillige Grünberger Burschen kommen eines Abends in besagten Laden und sagen: Better Hannes wir haben etwas vor, kommt mal mit." Better Hannes geht mit. Auf der Straße erzählen sie ihm, sie haben vor, einen beladenen Mistkarren von der Brunnenpforte ablaufen zu lassen. An der Brunnenpforte angekommen, steht vor ihm ein mit Mist schwer beladener Karren. Die jungen Burschen schieben in seiner Gegenwart und unter seiner Hülfe denselben bis an den Schäferhennesses Garten. Dann heißt's:„ Vetter Hannes solls los gehn?" Jo, los. Hurree, dort saust der Karren, den Mist verlierend, mit mächtigen Sprüngen dem Teiche zu. Vetter Hannes fann vor Lachen nur hervorbringen: Wess'e heppt, wess'e heppt". Dann geht es, als der Karren den Plumps im Teich gemacht, heim. Am anderen Tage frühzeitig nimmt Vetter Hannes sein Ziehon beim Ohr, um seinen beladenen Mistkarren fortzufahren rade kommt sein Freund zurück, ich hat den leeren Karren zum neuen Aufladen hingestellt. Was suchst du denn Hannes? so frug sein Freund. Et mein Karren fehlt." Nu der leid jo am Brunneberg bei de obere Teich, sagt ihm sein Freund, so war es. Die mutwilligen Burschen hatten ihn selbst bewegt, dem Schauspiel zuzusehen und mit Hand anzulegen, seinen eigenen Starren hüpfen zu lassen. " Ge= * Wetzlar, 12. August. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete das Pfd. Buter 1,05 bis 1,10 M, Eier das Stck. 6 Pfg. und 2 Stď. 13 Pf. = Friedberg. Bei der Herstellung der Kanalisation wurden wertvolle Funde aus der Römerzeit gemacht. Darunter Glasperlen, Bronzeschalen und eine Statuet te, eine große Münze, eine wertvolle Gewindnadel, Reste von Krügen und Tassen mit Inschriften u. s. w. + Friedberg, 10. Aug. Ohne Musit, ohne Sang, jedoch feierlich und ernst verlief die gestrige 20jährige Gründungsfeier des Taubstummenvereins Friedberg, verbunden mit einer Generalversammlung, im Saalbau". Birka 40 Taubstumme und zwei Lehrer hatten sich aus Friedberg, sowie der engeren und weiteren Umgebung eingefunden. -r Marburg, 12. August. Der hiesige Magistrat hatte zur Erlangung stilvoller Entwürfe für ein neues Volksschulgebäude ein Preisausschreiben an die deutschen Architekten erlassen. Es waren 79 Arbeiten eingegangen. Gestern trat eine Kommission zusammen, um über die eingegangenen Entwürfe eine Entscheidung zu treffen. Der 1. Preis mit 1000 Mt. wurde dem Architeften H. Schlumpp zu Charlottenburg, der 2. Preis mit 7000 Mt. dem Architekten Otto Kobh und H. Knab zu Kassel, und der dritte Preis mit 300 mt. dem Architekten Franz Thyriot zu Großlichterfelde zuerkannt. † Frankfurt a. M., 12. Aug. Im Heiliggeistspitallerlag seinen Verlegungen der junge Mann, der gestern in einem Waffenladen mehrere Schüsse auf sich abgab. Mainz, 12. Aug. Bei einem Ueberfall auf Italiener wurden von diesen 24 Mann verletzt. Das Ergebnis der Untersuchung ist bis jetzt gleich Null, da die 3 verhafteten Maurer ihr Alibi nachweisen konnten und deshalb wieder entlassen werden mußten. Darmstadt, 12. Aug. Auf den Dragonerschießstätten hinter dem Infanterieererzierplatz brach gestern abend, warscheinlich infolge von Brandstiftung, Feuer aus. Die zum Schuße gegen die fehlgehenden Kugeln aufgestellten Holzstöße gerieten in Brand, der auch auf den nahen Tannenwald übergriff. Größeren Abteilungen der Infanterie, Dragoner und des Trains gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. (!) Kassel, 12. Aug. Uebel mitgespielt wurde hier einem Ingenieur, der auf dem Friedrich plaze einen unter 3 Rowdies entstandenen Streit schlichten wollte, bei dem scheinbar der Eine jämmerlich verprügelt wurde. Die 3 wandten sich sofort gegen den Ingenier, verhauten ihn jämmerlich, brachten ihm einen Stich in den Oberschenkel bei und nahmen ihm sein Geld ab. Kassel, 11. August. Die Polizei nahm in der Buchdruckerei des sozialdemokratischen Parteiorgans sowie in Brivatwohnungen Haussuchungen nach verbotenen sozialistischen Schriften vor. *** Aus Franken, 11. August. Das Unwetter am Sonntag hat namentlich großen Schaden in den Weinbergen angerichtet. Auch ein blühendes Menschenleben ist ihm zum Opfer gefallen. = Wildungen, 12. Auguft. Eine Benzinexplosion fand in der Stadtapotheke unter gewaltiger Dotonation statt. Einen Begriff von der Gewalt der Explosion fann man sich Wand von 3/ 4-1 Mtr.' Dicke gesprengt worden ist. Ein machen, wenn man sieht, daß in einem Nachbarhause eine unter den Steintrümmern begrabener Hausbursche wurde unter Lebensgefahr aus seiner gefährlichen Lage befreit, er hatte einen Beinbruch und sonstige schwere Verlegungen erlitten. Briefkasten. R. M., Grünberg. Die Verhandlung ist bereits ge= wesen. Der Angeklagte, Acquisiteur Koch, hatte seine Unterschlagungen gleich eingestanden, weshalb auch nur 2 Beugen geladen worden waren. Koch erhielt 8 Wochen Gefängnis; 2 Wochen Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet. Es wird beabsichtigt, eine Erzählung über Grünbergs Bergangenheit zu schreiben; zu diesem Zwecke bittet ein Abonnent unseres Blattes die gesch. Leser unserer Zeitung um alte Urkunden u. s. w., die sich auf Grünberg beziehen. Herr Fabrikant Heinr. Schmidt 1., Grünberg, ist bereit, solche anzunehmen und weiter zu befördern. Auch mündliche Mitteilungen sind erwünscht. Handschriften u. s. w. werden zurückgegeben. per Marktbericht. Gießen, 13 August. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter Pfb. 1.05-1.15 m, Hühnereier 7-8 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar MY. 0.75-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.20-1 80, Hahnen, per Stüd Mr. C.65-1.00, Enten per Stüd 1.70-2.00, Gänse v. Bid, 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Pig. SchweineBfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 9.00-10.00 mrt.. Zwiebeln per 3t. Mt. 6.50-700., Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Vfa. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für bas Sokale, den„ Gerichts." und Oeffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Soeben beginnt zu erscheinen: Meyers Abbildungen, 11,000 1400 Tafeln und Karten. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagework des allgemeinen Wissons. 148,000 Artikel u. Verweisungen. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. 2000000000 000000 000000 Grosser Räumungs- Ausverkauf. Anfang Oktober verlege ich mein Uhren, Gold- und Silberwar ngeschäft nach Neustadt 19( Neubau) neben Herrn Meßgermeister Kreuder. Bis dah verkaufe sämtliche Waren- Vorräte zu bedeutend herabgesetzten Preisen. D. Kaminka, Uhrmacher. Gießen. - Marktplay. Für 1 Mühle im Lahnthel wird zum sofortigen Eint.itt ein jüngerer. tüchtiger Mahlbursce, weicher auch etwas von Feldarbeit be steht, gesucht. Nachzufragen in der Expedition d. Bl. Suche für Sonntag Nachmittags ein Kind nicht unter vierzehn Jahren zum Wagen ausfahren. 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Der Prämiierungsplan ist von Herrn O.konomierat Schlenke Hardthof bei Gießen zu beziehen. Nachmittags 3 Uhr findet Konzert, Prämienverteilung und Vorführung der prämiierten Pferde statt. Gießen, 25. Juli 1903. Die städtische Pferdemarkt- Kommission. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 5. August 1903. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Neuling. Vergebung von Bauarbeiten. Für den Neubau der Universitäts- Bibliotek in Gießen werden auf Grund des Erlasses Großh. Ministeriums der Finanzen vom 16. Juni 1892 folgende Arbeiten bezw. Lieferungen öffentlich ausgeschrieben! A. Glaserarbeiten. Los I. 18 qm Eichenholzfenster. L0% II. 130" Los III. 165 208 IV. 38 " " " " " B. 366 qm. Schmiedeeiserne Fenster. C. Cementarbeiten. 57 qm Betondecken. 1580 " f Ausgleichbeton mit Estrich. D. Linoleumarbeiten. Los I. 1170 qm. 208 II. 2070 " Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Zweigbureau Stephanstraße 18 eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) dorther gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf genann tem Bureau bis Donnerstag, den 20. Auguft, Vormittag 11 Uhr, dem Eröffnungstermine Gießen, den 24. Juli 1903. einzureichen. Großh. Baubehörde für die UniversitätsNeubauten. Gießen. Becker. Für Bäcker! die Expedition. Brotpreis- Formulare hält stets am Lager ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ Eilt! In wenigen Tagen! Eilt! Garantiert Ziehung 22. August 1903 II. Wohltätigkeits Geld Lotterie = des Strassburg- Neudorfer k. Arbeiterheims u. Männervereins 2490 Baar ohne Abzug. Nur Geld- Gew. M. 41000 Hauptgew. baar ohne Abzug M. 15 000 Los 1 M., 11 L. 10 M.; Porto u. Liste 25 Pf. extra, empfl J. Stürmer, Lott. General- Agent, Strassburg i. E. und alle mit diesen Losen und Plakaten kenntlichen Verkaufsstellen. Mutter uge mehr über ihn wacht? Lieber Elffenstein! Sch überlasse ihn deiner shut, benn ich weiß, du bist mein beſter Freund. Ich hinterlaffe ihm Schloß Georgenruh mit beaifizier origen Gute, meine in meinem Testament näher dem Eisenbahnaktien und alles. Mr. 188 Donnerstag den 13. Auguft sche Famili 1903.