Nr. 136. Erftes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Samstag, den 14. Juni 1903. Gießener 12 Jahrgang. Jusertionspret 8. Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 fg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 fg. Bostzeitungslifte No. 3269. Rebattion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluk Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Das Ende der Obrenowitsch. CB. König Merander und seine verderbliche Gefährtin liegen, wie die anderen Opfer der Katastrophe von Belgrad, in der Gruft, und noch immer weiß man nichts Zuverlässiges über den Hergang des Attentates, dem sie zum Opfer fielen. Bestimmte Nachrichten liegen einstweilen hur über die Zahl der Getöteten vor. Danach bestätigt sich nicht, daß auch die Schwestern und zwei Neffen Der Königin den Tod gefunden haben, sie wurden vielnehr in einem von Soldaten bewachten Hause in Gewahram gehalten, um demnächst über die Grenze gebracht zu werden. Ermordet sind neben dem Königspaar nur die Brüder der Königin, die Leutnants Nikola und Nikodem Bunjewiza, der Generaladjutant Lazar Petrovitsch, der das Königspaar verteidigen wollte und seinerseits einen pauptmann niederschoß, ferner der mit den Verschwöcern im Einverständnis gewesene Adjutant des Königs Naumowitsch, der nach einer Meldung vom Könige erschosen, nach einer anderen bet der Sprengung der Türe des Schlafgemachs des Königs infolge unvorsichtigen Operiecens mit Dynamit ums Leben gekommen sein soll. Dakommen noch die drei schon genannten Minister Marlowitsch, Pawlowitsch und Teodorowitsch letterer ſoll übrigens nur schwer verwundet sein und ein paar Offiziere, teils Gegner, teils Anhänger des Königs. Aus den bisher vorliegenden Nachrichten läßt sich folJende Schilderung des Attentates ableiten: Gegen Mitlernacht rief der Kommandant des 6. Infanterieregiments Oberst Mischitsch die Offiziere des Regiments zusammen, teilte ihnen den Anschlag mit und forderte sie auf, an dem patriotischen Werke teilzunehmen. Sämtliche Offiziere erMärten ihre Bereitwilligkeit, und der Oberst rückte mit dem Regiment, dessen Mannschaften ebenfalls mit im Romplott waren, vor den Konak, dessen Ausgänge er bejesen ließ. Hier öffnete der Adjutant Naumowitsch den Verschwörern das Tor und führte sie nach den Gemächern des Königs. Unterwegs stießen sie auf Lazar Petrowitsch, den Generaladjutanten des Königs, der einen der Verschwörer niederschoß. Im nächsten Moment war er selbst eine Leiche. An der schweren, sest verschlossenen Tür des Schlafgemachs des Königspaares machten die Verschworenen Halt, und Oberst Mischitsch forderte den König mit lauter Stimme auf, abzudanken, weil er Serbien durch die Heirat mit einer öffentlichen Dirne kompromittiert habe. Der König weigerte fich und artɣärte er ver anderen Lesart hatten die Offiziere sofort beim Betreten des Zimmers auf das Königspaar, das sich eng umschlungen hielt, eine Anzahl Revolverschüsse abgege= ben. Beide stürzten zu Boden; in der Tat waren ihre leichen von vielen Kugeln durchbohrt. Die Offiziere wirklich ein exzellentes Offizierskorps, das serbische! ergriffen die noch warmen Körper und warfen sie aus bem Fenster in den inneren Hof des Konats hinab. Dem König, der noch nicht tot war, wurde dabei eine Schläfe jerschmettert; trozdem gab er noch zwei Stunden lang lebenszeichen von sich. Erst gegen 4 Ühr morgens- der lleberfall erfolgte um 2 Uhr war er ein toter Mann. Später ergab sich, daß an beiden Leichen die Wirbelsäule gebrochen war. Unter den Verschwörern befand sich auch Oberst Maschin, ein Bruder des ersten Gatten der Königin Draga... Nach vollbrachter Tat eilten die Verschwörer nach den Wohnungen der drei Minister, die kurzerhand niebergeschossen wurden. Die beiden Brüder der Königin varen durch den Lärm aus ihrer Wohnung auf die Straße geeilt; sie wurden verhaftet, auf die Wache gebracht und nach kurzem Hin und her erschossen. In der Morgenfrühe zogen die Verschwörer durch die Stadt, um das Volk von den Geschehnissen in Kenntnis zu setzen. Keine Trauer um die Ermordete wurde ( aut, im Gegenteil, im Nu war die serbische Hauptstadt festlich beflaggt, und Musikkorps spielten auf den öffentichen Pläzen lustige Weisen. Der neuen Regierung wurde zugejubelt, die Blätter brachten Artikel, in denen die Vorgänge mit Genugtuung besprochen wurden, und die Strazen hallten wider von den Hochrufen auf den fünftigen König, Peter Karageorgewitsch, den Todfeind der Obrenowitsch. Alexander und Draga müssen ungeheuerlich an biesem Volke gesündigt haben, daß auch nicht eine Stimme bes Mitleids mit dem Geschick des letzten der einst von ben Serben vergötterten Obrenowitsch- Dynastie Laut wurde! Aber mögen sie auch noch so sehr gegen dieses Band gewütet haben: daß das Volk ben Tag des Sturzes der Dynastie und eines so blutigen Sturzes nicht mit Ernst und männlicher Würde zu begehen vermochte, das zeigt, daß dieser König und dieses Volk einander wert waren. Wird den Karageorgiewitsch, die sich jeßt anſchicken, den serbischen Thron zu besteigen, ein besseres Ende be schieden sein? Niemand weiß es. Peter Karageorgiewitsch ist von der serbischen Armee zum König ausgerufen worden; die Stupschtina und der Senat werden am Montag darüber zu beschließen haben, ob er die Krone tragen soll oder nicht. Ihm, dem Schwiegersohn Nikitas, des einzigen Freundes des Zaren, dürften von auswärtigen Mächten Schwierigkeiten nicht bereitet werden, die Krone zu erlangen. Er erklärt, unschuldig an dem Tode des Königspaares zu sein. Viel Glauben wird er damit nicht finden. Wie dem aber auch sein mag, wird er König von Serbien, so hat er eine Aufgabe vor sich, deren glückliche Lösung allenfalls auch mit seiner Beteiligung an der Beseitigung der Obrenowitsch aussöhnen könnte. * Die Lekchen des Königspaares wurden Freitag Nacht in der Familiengruft der Obrenowitsch in der Kapelle des alten Friedhofs zu St. Markus in Belgrad beigeſetzt. Die andern Opfer der Katastrophe wurden schon vorher begraben. Die geplante Proklamierung des den Offizicen verhaßten Nikodem Ljunewiß, des Bruders der Königin, zum Thronerben wird allgemein als die unmittelbare Ursache des Belgrader Attentats bezeichnet. König Alexander hatte vor einigen Tagen diesen Plan einigen höheren Offizieren mitgeteilt und hinzugefügt, die Proklamierung werde ſtattfinden, sollte auch über ganz Serbien der Belagerungszustand verhängt werden. Dies brachte die Armee, die schon längs für Karageorgiewitsch gewonnen war, zum Entschluß, den König zu beseitigen. Wie aus Nisch gemeldet wird, verweigert die dortige Garnison der neuen Regierung den Gehorsam und rückt in voller Kriegsrüstung gegen Belgrad vor. Bei den Truppen in Nisch erfreute sich der König großer Beliebtheit. Selbst König Milan, der Vater Alexanders, begünstigte in seinen letzten Lebensjahren die Bestrebungen für bie Karageorgiewitsch. As Milan im Jahre 1900 die Nachricht von der Verlobung seines Sohnes mit Draga erhielt, eilte er nach Wien, um sich nach Serbien zu begeben und dort an der Epiße der Armee die Erhebung gegen Alexander einzuleiten. In Wien besann er sich jedoch eines anderen, er wollte nicht persönlich gegen seinen Sohn vorgehen. Er schickte jedoch einen Vertrauensmann nach Genf zu Karageorgiewitsch, um diesem mitzuteilen, daß er bereit wäre, ihn mit seiner Autorität bei der Armee zu unterstützen. König Alexander gab damals den Befehl, Milan seinen Vater! niederzuschießen, sobald dieser serbischen Boden beträte... Die Politik. Kaisermanöver in den Fjorden? 22 Das 1. Geschwader unter Prinz Heinrich erhielt Befehl, anfangs Juli eine Sommerübungsreise nach Schweden und Norwegen anzutreten. Das Geschwader läuft Christiania und Bergen an. Es tritt die Fahrt fast gleichzeitig mit dem Geschwader des Kaisers an. Da beide Formationen dasselbe Reiseziel haben, so verlautet in Marinekreisen, daß der Kaiser in den nordischen Gewässern einer Geschwaderübung beiwohnen oder sich Gefechtsbilder vorführen lassen wird. Königin Wilhelmina schwer erkrankt. (-) Nachrichten aus der Umgebung der Königin Wilhelmine von Holland besagen, die Königin leide seit einiger Zeit an allgemeiner Schwäche. In ärztlichen Kreisen behauptet man, daß sie tuberkulösen Typhus zeige. Ihr Aeußeres sei geradezu beängstigend. Zur vollständigen Gesundung sei es nötig, daß die Königin auf ein Jahr nach Madeira oder Kairo gehe. Prinz Heinrich der Niederlande, der Gemahl der Königin, der vor kurzem am österreichischen Kaiserhofe auf Besuch weilte, hatte sich im Anschluß hieran, auf Einladung des Fürsten Hugo zu Windischgrät zur Jagd nach Raket bei Adelsberg in Krain begeben. Von dort ist er jetzt plößlich nach dem Haag zurückgereist. Seine unvermutete reise wird mit der Krankheit der Königin in Verbindung gebracht. Kabinettssturz in Rom. (?) Die parlamentarische Erörterung der Angriffe auf den italienischen Marineminister Bettolo hat nicht nur, wie man annahm, den Rücktritt Bettolos, sondern den Rücktritt des gesamten Kabinetts Zanardelli zur Folge gehabt. Das Kabinett hat in seiner Sizung vom Freitag beschlossen, seinz Demission zu geben. Offenbar ist das nur ein Tric, um Bettolo das Peinliche des alleinigen Rücktritts zu ersparen und andererseits Bettolo doch aus dem Kabinett loszuwerden. Zweifellos wird der Ministerpräsident Zanardelli vom Könige wieder mit der Bildung des Kabinetts betraut werden, und außer Bettolo werden in dem neuen Ministerium wohl dieselben Minister ſizen, die bisher dem Kabinett angehörten. Politik und Galanterie in Amerika. Miß Hanna, die Tochter des bekannten amerikanischen Senators und Präsidentenmachers, ist ein energisches junges Mädchen: zwang sie doch die Führer der republikanischen Partei in Ohio, sich ihren persönlichen Wünschen zu fügen und das Datum der Abhaltung des Staatsfongresses zu ändern, weil sie an dem Tage des Zusammentritts des Kongresses Hochzeit halten wollte! Sogar Präsident Roosevelt mußte ihrem Wunsche gemäß seine Pläne ändern. Als das Datum der Einberufung des Kongresses bekannt gegeben wurde, machte das republifanische Comité Herrn Hanna davon Mitteilung und bat ihn, da doch sein Erscheinen bei dem Kongresse unerläßlich sei, die Hochzeit seiner Tochter zu verschieben. Der Cenator sandte darauf ein Telegramm an Miß Ruth, die ihm jedoch prompt folgende denkwürdige telegraphische Antwort zugehen ließ: ,, Hochzeit findet unwiderruflich an dem einmal festgesezten Tage statt; verschiebt doch den Kongreß." Als der Vater dann noch einmal bat, daß das Datum der Hochzeit geändert werden möge, damit auch Präsident Roosevelt der Feier beiwohnen könne, antwortete Miß Hanna prompt:„ Meine Hochzeit findet am 10. Juni statt und wird nicht verschoben. Ich bin sicher, daß Herr Roosevelt, wenn man ihm die Sache vorstellt, es schon so einrichten wird, daß er dabei sein kann." Herr Hanna tabelte darauf dem Präsidenten genau das, was Miß Ruth angeordnet hatte, und Herr Roosevelt änderte seine Pläne!! Kurze politische Nachrichten. * Die oberschlesischen Polen protestieren beim Papst gegen den Hirtenbrief des Fürſtbischofs Kopp. Die Pfarrer der Diözese drohen den Lesern der polnischen Blätter die Entziehung der Sakramente an. * Der diesjährige Weltfriedenskongreß wird im September in Rouen stattfinden. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser nahm gestern auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam eine Besichtigung des 1. und 3. Garde- Ulanenregiments vor, der eine Kritik folgte. Daran schloß sich ein Gefechtsexerzieren im Feuer an. Hierzu war ein Bataillon des 1. Garde- Regiments zu Fuß, das Lehr- Infanterie- Bataillon und eine Batterie Artillerie zugezogen. Darauf nahm der Kaiser den Parademarsch ab und setzte sich sodann an die Epiße des 1. GardeUlanen- Regiments, das cr zur Kaserne zurückführte. Hier ließ er das Regiment noch einmal vorbeireiten und nahm dann am Frühstück des Offizierkorps des 1. Garde- Ulanen- Regiments teil. An dem Frühstück nahmen ferner die Generalität, die fremden Militärattachés, die zur Zeit anwesenden Offiziere der First Royal Dragoons und der Kommandeur des österreichisch- ungarischen Hasaren- Regiments, Kronprinz Wilhelm, Oberst Prevost, teil.- Der kaiserliche Hof wird aus Anlaß der Ermordung des serbischen Königspaares eine mehrtägige Trauer anlegen. Der Monarch konferierte nach dem Eintreffen der Todesnachricht längere Zeit mit dem königlichen Grafen von Wedel und dem kaiserlichen Ober- Hof- und Hausmarschall Grafen zu Eulenburg in dieser Angelegenheit. Aus dem Gerichtsfaal. § Am ganzen Körper verzaubert! In den Strafverhandlungssaal des Bezirksgerichts Neubau in Wien kam nach Schluß der Verhandlungen eine etwa siebzigjährige Greisin hereingehumpelt und erklärte, sie wolle ihre Nachbaxin verklagen. Richter: Was hat sie Ihnen denn getan, Ihre Nachbarin?- Frau: Am ganzen Körper berzaubert hat sie mich.- Richter: Und da wollen Sie dieselbe verklagen?- Frau: No ja, auf Schadenersaz, weil i am ganzen Körper krank bin. Der Richter bemühte sich nun, der Frau begreiflich zu machen, daß es weder eine derartige Klage, noch überhaupt eine Verzauberung gebe. Ueberzeugt scheint der Richter sie nicht zu haben, dann noch in der Tür meinte sie: ,, Das is a Gericht? Wenn aner an Kreuzer stiehlt, wird er eingesperrt, und die ruiniert mi' am ganzen Körper und der geschieht gar nir!" Kleine Gerichts- Chronik. In Bern wurde ein Mitglied des dortigen Naturheilvereins, der ehemalige Schlosser Ritscher, wegen Eittlichkeitsverbrechen, begangen an seiner eigenen Tochter und mehreren seiner Patientinnen, die bei ihm hilfe gesucht hatten, zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. -Das Landgericht zu Detmold wies die Klage des Grafen Erich zur Lippe- Weißenfeld gegen den Regenten des Fürstentums Lippe Grafen Ernst zu Lippe- Biesterfeld, Dessen Zugehörigkeit zur gräflich Lippeschen Familie Graf Erich bestreitet, nach längerer Verhandlung ab. Nähe des Gerichtsgebäudes: der Direktor war eben dann das Haus. Die Wohnung feines Bruders lag in der Geschäftsführerin, die im Laden wirtschaftete und berließ Spiegel, plauderte im Vorbeigehen einige Worte mit der Er warf noch einmal einen prüfenden Blick in den lich sein, wenn Hänschen Funte meine Frau iſt." " Vielleicht in den littermochen!" ſpottete sein Bruder, fpruch mehr dulden zu wollen schien, ich werde sehr glücklösen", antwortete Richard in einem Tone, der feinen WiderIch habe mein Wort verpfändet und werde es auch eindoch sofort den Kopenhagener" und nann Schultameraden gegenüber hatte, er schnell den Entschluß Eine Woche brauchte er, um sich zu orientieren. Den als nötig mit ihnen abzugeben. ite ibn sich nie geses Kopenhagen waren, tauften biele der ihu ſo nhin r sie nicht die richt hatten ihm:, teils, weil feiner gegen ihn auftreten konnte, doch Hauptsächlich deshalb, memes ihm gelungen or affer beneidete Speldentat, nach Kopenhagen zu glücklichen Tollkopf fällt, der ein fommen. berlieb ihm die storie des abenteuers, Die deti f ben Das war die er ausgeführt hatte, und sie Wageſtück untervon allen Lokales. Gießen, den 13. Juni 1903. ** Die Burg in den Gießen oder, wie das Bauwerk allgemein genannt wird, das alte Schloß wird nun wie man uns von bestunterrichteter Seite mitteilt, hintereinander, auch der innere Ausbau des Tübbingers- Flügels, der als Absteigequartier für den Landesherrn bestimmt ist, fertiggestellt. Ein Industrieller unserer Stadt hat nämlich dem Oberbürgermeister Mecum für diesen Zweck die hierzu erforderliche Summe von 30 000 Mt. ausgehändigt, so daß die opulent angelegten Entwürfe der dereinstigen inneren Gemächer für die Großherzogliche Wohnung so ausgeführt werden können, wie dieselben vom Architekten Hofmann in Aussicht genommen sind. wärtig schon stehenden Bauteile der neuen tath. Kirche verraten edle rheinische Gothik und die Disposition des hohen Chores ein Meisterwert von Raumenthaltung. Wie wir weiter erfahren, werden die noch freiliegenden Nebenbaupläge bald verschwinden und moderne Wohnhäuser zum Himmel ragen. Hoffen wir, daß deren Baustil mit dem der neuen Kirche harmoniert. Die Ortsgruppe des Hessischen Waisenschußes hat morgen ihr Sommerfest auf der Schönen Aussicht". In recht ungezwungener Weise tönnen Familien und junge Leute einer angenehmen Unterhaltung dort nach gehen, da das Festkomitee und der Vorstand ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt haben. Wetter nötig. Für einen zahlreichen Besuch spricht schon Nur ist gutes der Zweck des Festes: Verteilung des Ueberschusses an Halbwaise. Aufgebotene. 10. Juni. Max Belteson, Fabritbesizer in Dresden, motivheizer dahier mit Marie Schättler dahier. Karl mit Hedwig Oppenheimer dahier. Johannes Möller, LokoChristian Philipp Winter, Schlosser in Nidda, mit Lina Elisabeth Brückel dahter. 11. Juni Robert Emil Cremer, Johann Friedrich Wilhelm Mettenheimer, Apotheker in Gaswerkmeister dahier, mit Klara Frieda Kreißig dahier. Bilbel mit Wilhelmine Auguste Lina Elli Mettenheimer dahier. Friedrich Aulenbacher, Schneider dahier, mit Louiſe Schmidt dahier. k Am Donnerstag feierte die tathol. Gemeinde Gießen mit dem Frohnleichnamsfeste die Grundstein- Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. legung einer neuen Pfarrkirche, da die bestehende zu flein geworden ist. Nach feierlichst gehaltenem Levitenamt zog die Gemeinde unter Vortritt der Geistlichkeit zum Kirchenbauplaze, woselbst die kirchliche Weihe des Grundsteins, der Fundamente und stehenden Wände vorgenommen wurde. Herr Dekan Bayer hob in der Festrede hervor, daß die kath. Gemeinde zu Gießen 1790 gegründet und 1840 zum ersten Kirchbau geschritten set, in deren Halle noch heute die Gemeinde ihre Heimat habe. Die vorgelesene Grundsteinlegungsurkunde gedachte in ihrem Inhalt sämtlicher Behörden, des Baumeisters, der Bauleiter und der Handwerksmeister. Sodann wurde die Bleirolle mit der Pergamenturkunde dem Grundsteine einverleibt und vermauert. Am Nachmittag hatte die Gemeinde einen recht schön verlaufenen Ausflug zum Schiffenberge. Die gegen Eheschließungen. burg, Kreis Alsfeld, mit Anna Marie Bertha Heppner da6. Juni. Ludwig Reinhardt, Mühlenbesizer in Bernhter. Heinrich Becker, Knecht dahier, mit Margarethe Kröll Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 135 des„ Gießener Anzeigers" am 12. Juni 1903 schreibt irgend einer, dem ich, scheint's schwer im Magen liege: ,, Doch der Platz der Giessener Abgeordneten im Reichstagshause ist seit zebn Jabren unbesett. Auch führt derselbe vorher aus, daß ich seit 10 Jahren den Reichstag kaum besucht habe. Ich bitte Sie nun, geehrter Herr Redakteur, der Wahrheit die Ehre zu geben und Ihren irregeführten Lesern das Folgende mitzuteilen: Bürgergesellschaft Gießen. feſtgejezte Partle findet Die auf Sonntag, den 14. d. 8 Tage später statt. bahier. Heinrich Kimbel, Bezirksfeldwebel in Wiesbabe Adolph, Sergeant in Buzbach, mit Anna Bergen dah mit Elise Habermehl in Wiesbaden. 10. Juni. Johann Johann Heinrich Pfeffer, Taglöhner dahier, mit Elisab Triller dahier. 12. Juni. Albert Loew, Kaufmann in G feld mit Bertha Meyerhoff_dahier. Geborene. ein Sohn, Wilhelm Heinrich. 2. Juni. Dem Kanfman 31. Mai. Dem Backsteinmacher Johannes Appel I Adolf Rizzolli eine Tochter. Dem Taglöhner Jean Schmi ein Sohn, Karl Eduard. 6. Juni. Dem Hilfsmonter Heinrich Huhn eine Tochter, Karola Gertrude. 7. Jur 9. Juni. Dem Weißbindermeister Wilhelm Emil Eul Dem Tabakspinner Hugo Thielmann eine Tochter, Mari eine Tochter. 10. Juni. Dem Brauereibesizer Adolf Denning hoff ein Sohn, Karl Adolf. Gestorbene. 5. Juni. Friedrich Müll, Taglöhner daher, 53 Jah Falkeustein, 83 Jahre 4 Monate alt, Privatin dahier. 10 Monate alt. 7. Juni. Rosalie Silberst in, geboren dahier. Elisabethe Kaiser, 16 Jahre 2 Monate alt, Tag Juni. Minna Kohlermann geborene Strauch 45 Jahre 1 löhnerin dahier. 11 Che Monate alt, Ehefrau des Küfermeisters Ludwig Kohlerman und uns genau Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Cie., Berlin SW. 19 43 Leipziger St asse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 1. nach Trinitatis, Sonntag den 15. Juni. Gottesdienst. In der Stadtkirche. auszuüben habe ben, in's Gedg einen Absc meinen und giebt. 1. nid Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Der Vorftand. Matthääsgemeinde. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus ba Auf Grund meiner, ſeit 1. Februar 1884 forgfältig geführten Tagebücher Kohlen stelle ich fest, daß ich zwecks Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen, an den folgenden Tagen in Berlin war: 1893: 3., 4., 5. und 6. Juli; 15., 16., 17., 18. und 19. November; 5., 6., 7., 8., 9., 15., 16. und 17. Dezember. 1894: 23., 24., 25., 26. und 27. Januar; 13., 14., 15., 16., 17., 18. und 28. Februar; 1., 2., 3., 4., 10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17. und 18. März; 4., 5., 6. und 7. Dezember. 1895: 8., 9., 10., 11. und 12. Januar; 6., 7., 8. und 9. Februar; 14., 15., 16., 27., 28., 29., 30. uud 31. März; 7., 8., 9., 10., 11. und 12. Mai; 18. Juni; 3., 4. und 5. Dezember. 1896 15., 16., 17., 18., 19. und 20. Januar; 9, 10. und 11. Dezember; [ am 14. April starb mein Vater, meine Wahl wurde faffiert, weil ich postage wurde.] 1897: 18., 19., 20. und 21. Mai;[ verhindert durch Arbeiten im Finanzausschuß zu Darmstadt und Bürgermeisterwahl.] 1898: 22., 23., 24., 25., 26. und 27. März; 6., 7., 8. und 9. Dezember. 1899: 27., 28. und 29. Februar; 1., 2., 13., 14., 15., 16. und 17. März. 1900: 8., 9., 10. und 11. Februar, 18., 19., 20., 21., 22., 23. und 24. Mat. 1901: 6., 7., 8., 9., 12., 13. und 14. Dezember. 1902: 12., 13., 14. und 15. Dezember. [ 1793] Alles ohne Diäten. Langsdorf, den 13. Junt 1903. Hochachtungsvoll bon ben beften Bechen, ukkohlen, Anthracit, prima rheinische Briketts und Boks ben billigsten Breisen. pro Centner geschnitten M. 1.20 Prima Tannen- Brennholz gehadt 1.80 febes Duantum fret ans Saus liefert B Vormittags 9.30 Uhr Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Nachmittags 2.30 Rinderkirche für die Marcusgemeinde Bfarrassistent Vogt. In der Johanneskirche. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Nanmann. Johannesgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Rinderkirche für die Lukasge meinde. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 13. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen heit zur heil. Beichte. Sonntag, den 14. Juni.( 2. Sonntag nach Pfingsten.) And. Euler. Bormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte die Ervedition der" Grünberger Sin zehnjähriges Zugpferd steht zu verkaufen, wo sagt Beitung". Y 2. mid 3. nid 4. nich 5. nicht 6. endl Professo W Meberheb u wolle wört, durch " " um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. gegen Darum Vorurteil, Ein Meggerlehrling Namittags um 21 Uhr: Fest- Andacht mit Segen. sofort gesucht. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 22 Expedition dieſes Blattes. Wo, sagt die Tüchtiges Mädchen sucht Schmidt, Gießen. Schottstraße 3, II. 4- Zimmerwohnung mit allem Zubehör sofort zu verm Liebigftrake' 58, II. Kleine 3- Zimmerwohnung mit Gartenanteil per Köhler, Langsdorf. 14 Mr. zu vermieten. Monat „ Schöne Aussicht." Wähler, Kameraden u. Landwirte. Von einem Herrn Schlenke, Landwirt a. D., wird Euch zum Reichstage die Kandidatur Köhler empfohlen. Wie kann es dieser Herr wagen, uns einen Kandidaten zu empfehlen. Wisset Ihr nicht, wie derselbe die Landwehr und Reserve als Reserve- Offizier kommandirt hat? Denkt Ihr noch an die Kraftausdrücke? Wenn man sich dies alles in das Gedächtnis ruft, muß man sich unwillkürlich sagen: Herr Schlenke Schlenke kann kann uns keinen Kandidaten empfehlen Wähl V tände 11 der in der gefagt, und wenn er trotzdem einen vorschlägt, so kann der Betreffende nicht derjenige sein, der unsere Interessen vertritt, da Herr Schlenke mit seiner Empfehlung der Behandl eigene Interessen zu verfolgen scheint. werden laffe ber gew Gebt ihm am Wahltage die richtige Antwort, indem Ihr einen Mann wählt, der nicht einseitige Interessen vertritt, sondern fest gewillt ist, Industrie und Landwirtschaft wie Handwerk nach bestem Wissen und Gewissen zu vertreten nach dem Wahlspruch des Herrn Köhler: Einem Jeden das Seine. Was Herraucht ja n Köhler aber nicht vertritt. Der einzig richtige Mann ist unserer Ueberzeugung nach darum nur Herr Heyligenstaedt, der den vorgenannten Wahlspruch des Herrn Köhler getreu befolgt. Auch ein Landwirt, im Einverständnis Bieler. werksmeis Legten St prach man ann ichot Broßindu Gießener [ 1791] ebel in Wiesbab 10. Juni. Johan nna Bergen dat hier, mit Elifab Faufmann im S Johannes Appel Dem Kanfma hner Jean Schm Dem Hilfsmonte Gertrude. 7. Ju ne Tochter, Man Bilhelm Emil Eu iger Adolf Dennin r daher, 53 Jah berft in, gebore Privatin dahier. An die Wähler in Stadt und Land. Ehe wir am 16. Juni als deutsche Männer an die Wahlurne treten, müssen wir zuerst noch einen Rückblick in die Vergangenheit werfen Budwig Roblermand uns genau überlegen, in welcher Weise wir unser Wahlrecht zum Wohle des Vaterlandes und insbesondere der Allgemeinheit auch 45 Jahre Monate alt, T auszuüben haben. Bei diesem Rückblick haben wir uns aber eine Ansicht des seitherigen Abgeordneten Köhler- Langsdorf, eines Agrariers in den grellsten Far- Art, la eleben, in's Gedächtnis zurückzurufen, nämlich das von Köhler- Langsdorf im„ Gießener Anzeiger" Nr. 233 vom 4. Oftober 1901 abgedruckte Schreiben, welches einen Abscheu gegen alle Menschen, die teine Bauern-- nach Köhler's Rezept sind öffentlich in beleidigender Form in Jeder Farbe, em Preise, der Meter von 75 Pf. an. Je, halfert. Rohm, fund giebt. In diesem Schreiben entwickelte Köhler folgende Grundsäße seines Glaubensbekenntnisses:„ Der Bauer darf sich niemals auf andere verlassen, 1. nicht auf die Beamten, denn sie sind da, wo von oben der Wind her weht u. s. w.; usen, Roben. Seiden- Geschäft Berlin SW. 19 kgrafen- Strasse. en. 2. 15. Juni. ogt. mierten aus ba eunemann. bienft. Marcusgemeind he. anmann. rmierten aus de Ter. für die Lulasgo 2. nicht auf die evangelischen Pastoren, denn teils huldigen sie der widerlichsten aller bis jeßt bekannt gewordenen Parteien, teils u. s. w.; 3. nicht auf die Gelehrten, ganz besonders nicht auf die Professoren, denn die meisten von ihnen sind übergeschnappt n. s. w.; 4. nicht auf die Industriellen, denn sie sind zu egoistisch; 5. nicht auf die Handwerker, denn sie sind zu sehr aeistig beschrän't u. s. w.; 6. endlich nicht auf die Kaufleute, denn sie sind fast alle unsere heftigsten Feinde. So stehen wir Bauern denn einer Welt voll bewusster Feinde, verhetzter Dummköpfe, übergeschnappter Professoren, gewissenloser Egoisten und Streber gegenüber u. s. w." Wähler! Kann man einen solchen Menschen ernst nehmen? Ist es nicht die beispiellose Ueberhebung, wenn ein solcher Mann sich anmaßt, die Gesammtheit eines Wahlkreises vertreten zu wollen? Ist es nicht Pflicht eines Jeden, der den hier herunter gerissenen Bernfsständen angehört, durch die Abgabe des Stimmzettels für den Kandidaten 8 Uhr: Gelegen nach Bfingften.) it zur hl. Beichte Neffe, vor und i heil. Kommunion -Meffe. Bredigt. nit Segen. Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt gegen diese Unverschämtheit zu protestieren? Darum, Wähler aus Stadt und Land, tretet ein für die Wahl desjenigen Kandidaten, der unseren Wahlkreis würdig ohne jedes Vorurteil, ohne jegliche Selbstsucht vertreten wird. rte. r wagen, und hr noch an die en Wählt alle Mann für Mann Herrn Kommerzienrat Keyligenstaedt. Viele Wähler aus den von Köhler beleidigten Berufsständen. Ludwigsburg. n der ,, Erwiderung", die ,, mehrere Arbeiter(?) und Handwerker" Ausflug nach Heuchelheim. in der gestrigen Nummer der G. N. N." veröffentlicht haben, wird gesagt, daß die Handwerker Herrn Köhler nicht wählen könnten, wegen J" It ift, Industrie Mänsburg 15 Gießen. Mäusburg 15 weiten für alle Zweck zu foliden Preisen. Sonstige Drahtarbeiten billigst. Ein Schweizer Bäckerlehrling C. Kruse. er Empfehlung& Behandlung, die dieser dem Handwerkerſtand wiederholt habe zu Teil Prämiert auf allen beschickten Ausstellungen mit 1. Preiſen. verden lassen. Es scheint, daß Herr Köhler mit seiner Aeußerung Max Arnold, Drahtwarengeschäft iber gewisse Handwerker nicht ganz Unrecht hatte. Denn man ja nur an die Behandlung zu denken, die den Gießener Hand- empfiehlt Drahtgeflechte aller Art in allen Maſchenverksmeistern von den sog. ,, liberalen Herrn gelegentlich der esten Stadtverordnetenwahlen zu Teil geworden ist. Zuerst verprach man den Handwerkern mehrere Stadtverordnete- Mandate und ann schob man die betr. Handwerksmeister einfach zu Gunsten von 4-6 Maurer u. Weißbinder Broßindustriellen und Advokaten bei Seite. Haben das die finden bauernde Arbeit bei Bießener Handwerksmeister schon vergessen? 1. me. Was Herr Taucht Ein Gießener Handwerksmeister. Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10. bei sofortiger Vergütung gesucht. gesucht. Bäcker Steinmüller, Großen- Linden. D. Bock, Grünberg. 2 große Heckkäftge zu ver faufen. Näh. Kirchenblaz 21. Gießen. für ein größeres Comptoir Jüngerer Schreiber pr. 1. Jult d. J. gesucht. Selbstgeschriebene Offerten erbeten u. H. G. 147 an Haasenstein u. Vogler A. G. Gießen. ( er. [ 1791] Warum wollen wir Handwerker nicht den Herrn Köhler- Langsdorf, sondern den von den vereinigten liberalen Parteien vorgeschlagenen Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt wählen? Herr Dekonomierat Schlenke hat in Nr. 132 des ,, G. A." vom 9. Juni d. Js. als Mitglied des Bundes der Landwirte gesprochen und ist für die Kandidatur Köhler- Langsdorf eingetreten. Was Herr Schlenke zur Unterstüßung seines Kandidaten aufgeführt hat, ist mehr oder weniger die bekannte Tonleiter der Hoch- Agrarier, die jede andere Auffassung der Interessen des Gemeinwesens als nicht existenzfähig ansicht. Die von Herrn Schlenke beliebte Phrase: ,, Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Megger selber", findet seinen Gleichklang in der Gesinnung seines Kandidaten Köhle: s gegenüber der Handwerker und anderer Berufsstände, welche derselbe am 4. Oftbr. 1901 im ,, Gießener Anzeiger" durch folgenden Ausspruch zum Ausdruck brachte: ,, Der Handwerkerstand sei zu geistig beschränkt u. s. w. f.“ Handwerker! Aus dieser kurzen Darlegung erhellt zur Genüge, daß wir den Anführungen des Herrn Schlenke für seinen Kandidaten keinerlei Beachtung schenken dürfen; im Gegenteil, mit aller Macht dahin wirken müssen, daß ein Kandidat wie Köhler- Langsdorf durch unsere eigene Schuld nicht etwa Reichstagsabgeordneter würde, denn Kögler Langsdorf hat uns und vielen anderen Berufsständen bisher so gut wie garnicht genügt. selbst seinem eignen Berufsstande dem Bauernstande hat er keinen besonderen Nußen gebracht. - - Wer gehört enger zusammen, als der Handwerker und der Bauer, denn beide ziehen an einem Strang; beide werden vornehmlich durch die Begehrlichkeiten der Hoch- Agrarier, in deren Horn Herr Köhler bewußt oder unbewußt bläst, in hohem Maße benachteiligt. Deshalb, Handwerker und Bauern in Stadt und Land, tretet ein für die Wahl des einzig richtigen Kandidaten Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt welcher durch sein bisheriges Handeln gezeigt hat, daß er alle an ihn heran.retenden Verhältnisse nicht blos in wohlwollender, sondern vor allem in vorurteilsloser Weise zu erledigen bestrebt ist, der für jede ge= meinnützige Angelegenheit, insbesondere aber für uns Handwerker eintritt, wie es wohl selten jemand thut; der stets in Wort und Tat jeden Augenblick bereit ist, beratend und helfend für uns einzuspringen. Darum nochmals: fort mit Köhler- Langsdorf und seinem Musterökonom und tretet ,, Alle" ein für den Kandidaten Herrn kommerzienrat Heyligenstaedt. Viele Handwerker aus Stadt und Land, Mr. 136 bonnementepret n's Baus gebracht eatlebellagen: 0 Perbeiftige Belt Blartenban, fowie b Das Blatt ersch für D Ent Meyers Gr hlagewerk des d bearbeitete und b finitel und Verwei unehr als 11000 und auf über 14 Farbendrucktafeln 130 Textbeilagen 10 Mart.( Verla und Wien.) berühmten Haussch Sirtikel, und die tionellen Abschluß heinungen unfre idballigkeit vor und Schwarzdruc belche bedeutende baben. Besonder Tafeln versehenen DOO O Fern 000 000000000000 sowie Mitglieder des Ortsgewerbevereins Gießen und des Bezirksverbandes der Gewerbevereine Lollar, Loudorf, Grünberg, Lich des Kreises Gießen. Ki KO ne