Nr. 37. Abonnementeprets: in Gießen, abgebol monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Bot bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familieizeitung( täglich) Oberheißtsche Beitschrift für Landwirtshaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblesex( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 18. Februar Gießener 12. Jahrgang. 1903. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen mi ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 g. font 15 fg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutscher Reichstag. 257. Sigung. Eigener Bericht. Aufruf zum Kampf.- In der letzten Eizung hatte der nationalliberale Abg. Dr. Paasche, der die sozialdemokratische Presse wegen ihrer Kritik an den Wohlfahrtseinrichtungen auf der Kruppschen Werken sehr lebhaft angriff, einen Proteststurm bei den Sozialdemokraten hervorgerufen, als er die bürgerlichen Parteien zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Sozialdemokratie bei den nächsten Wahlen aufforderte. Aber seine Anregung war auf fruchtbaren Boden gefallen, denn der Zentrumsabgeordnete Trimborn schloß sich diesem Aufruf mit großer Lebhaftigkeit an. Die lebhaften Angriffe der Sozialdemokratie gegen die Zentrumspartei seien ihm der beste Beweis, daß deren Sozialpolitik eine gediegene sei und bereits ihre Wirkung getan habe. Im übrigen hätten ja auch die Sozialdemokraten viele Punkte ihres Programms fallen gelassen. ,, Wo sind die, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen?" Die Sozialpolitik des Zentrums sei bereits von einem Bischof zu einer Zeit eingeleitet worden, als von der Sozialdemokratie noch niemand daran dachte. Das Zentrum gehe mit Ruhe den nächten Wahlen entgegen; die Sozialdemokratie aber werde sich mit ihrem Stampfe gegen das Zentrum blutige Köpfe holen. Die Rede wurde begreiflicher Weise von der Sozialdemokratie mit lebhaften Zwischenrufen begleitet; die Partei stellte aber in dem Abg. Horn teinen besonders geschickten Redner dagegen heraus. Dessen Ausführungen beruhten im wesentlichen in der Behauptung, daß die Arbeiter ausgebeutet und gefnechtet werden, wogegen der Abgeordnete Hilbck, der in letzter Zeit vielgenannte Flüchtling aus der nationalliberalen Partei, geltend machte, daß die Arbeitgeber und Betriebsleiter oft eine weit nervenzerrüttendere Tätigkeit ausüben, als viele Arbeiter. Im übrigen machte er sehr lebhafte Bedenken gegen die Einführung eines Höchstarbeitstages geltend, weil dadurch manche Arbeiter an der wirtschaftlichen Entwickelung gehindert werden. Die Kritik an der Sozialdemokratie wurde auch von dem Abg. Gamp von der Reichspartei fortgesetzt und zwar unter stürmischen Kundgebungen von Seiten der Sozialdemokratie, deren Betriebseinrichtungen und Haltung als Arbeitgeber er lebhaft kritisierte. Aus der Mitte der sozialdemokratischen Partei wurde dem Redner zugerufen: Reden Sie feinen solchen Unsinn!" Die ganze Rebe spielte sich überhaupt in Form eines Zwiegesprä ches ab, wobei Gamp den Nachweis zu führen suchte. daß die sozialdemokratische Produktionsweise dieselbe sei wie in den bürgerlichen Betrieben. Gegen den Befähigungsnachweis wandte sich, im einzelnen unverständlich, der süddeutsche Volksparteiler Augst, dann revete Abg. v. Staudy( kons.) den Viel- und Dauerrednern im Hause ins Gewissen: Bei der kurzen Zeit, die dem Reichstag noch zur Verfügung stehe, sollte jedes zu ernsthafter Arbeit entschlossene Mitglied sich in der Zahl und Dauer seiner Reden möglichste Beschränkung auferlegen. Auch die vorliegenden Anträge hätte man zu einer anderen Zeit einbringen sollen; jezt könnten sie doch nicht ausführlich besprochen werden, und ihre Einbringung sei nur ein Wettrennen der Parteien vor den Wahlen um ben Preis möglichster Popularität. Die Wohnungsfürforge. Im Anschluß an die Rede des Grafen Posadowsky im Deutschen Reichstage über die Wohnungsfürsorge gehen uns von unserem Berliner CB.- Mitarbeiter folgende bemerkenswerte Ausführungen zu: Unbestritten gehört die Wohnungsfürsorge zu den wichtigsten sozialpolitischen Aufgaben der Zukunft. Für ihre Notwendigkeit sprechen drei Gründe: 1. gesundheitlicher, 2. sittlicher und 3. wirtschaftlicher Natur. Denn wenn die unteren Erwerbs schichten genötigt sind, entweder einen unverhältnismäßig großen Teil ihrer Einnahmen für eine Stelle auszugeben, ,, wohin sie ihr Haupt legen können", oder sich mi ungenügenden Wohnräumen begnügen müssen, so nimmt ihnen diese Notwendigkeit einen Teil ihrer Behaglichleit und der gesundheitlichen Lebensbedingungen. Im allgemeinen sind die Mietspreise jenseits der Mainlinie günstiger als diesseits. Es mag das damit zusammenhängen, daß die Ergiebigkeit des Bodens für gewisse Spezialgebiete der Landwirtschaft die Spekulation zurückdammt, indem die Besizer schwerer für eine Ausliefe rung ihres Bodens zu haben sind. Im Durchschnitt aber muß der ungelernte Arbeiter auch jenseits des Maines etwa 25, diesseits aber bis zu 34 Proz. der Gesamteinnahmen für eine seinen bescheidenen Verhältnissen entsprechende Wohnung aufwenden. Die unverheirateten Arbeiter begnügen sich meist mit Schlafstellen, die aber füi die Volksgesundheit von den schädlichsten Folgen sind, denn sie versagen nicht blos dem Mieter den erforder lichen Raum für eine gedeihliche Erholung des Körpers; auch die vermietende Familie entzieht allen ihren Mit aliedern dieses notwendige Maß. Dementsprechend ist auch die Sterblichkeit in den schlechteren und überfüllten Wohnungsquartieren eine größere, als in den anderen. Man hat hierüber einmal in Paris eine Erhebung angestellt, die folgendes Ergebnis hatte: In Stadtteilen, in denen 7 Proz. schlechte Quartiere waren, starb unter 72 Personen 1, in solchen mit 22 Proz. unter 65 Personen 1 und in solchen mit 38 Proz. schlechten Wohnungen schon unter 35 Personen 1. Aehnliche Beobachtungen auch um gekehrter Art sind in anderen Städten gemacht worden In Kopenhagen hat man vor einigen 20 Jahren die Sterb lichkeit von 450 Familien, die aus schlechten Mietsquar tieren verzogen waren, überprüft und siehe da, die Sterblichkeit war um 80 Prog. zurückgegangen. Ebens schlimm, wie die gesundheitlichen, sind die sittlichen Gefahren, über die man keine ins einzelne gehenden statistischen Nachweise führen kann, weil sich das Familien leben nicht in seinem intimsten Kreise beobachten läßt Allein soviel ist sicher, daß das enge Zusammenleben selbst Kinder schon sehr frühe durch Beobachtung, oder eigene Erlebnisse zu Wissenden macht und daß ein großer Teil der großstädtischen Straßentypen nicht durch die Lebewelt auf den Weg des Lasters gebracht worden ist, sondern durch die Einflüsse der unmittelbaren Umgebung und Hausgemeinschaften. Unter diesen Umständen fann man es nur freudig begrüßen, daß die jetzige des Reichsregierung, wie sich aus einer Mitteilung Staatssekretärs Grafen Posadowsky ergab, der Wohnungsfürsorge so große Aufmerksamkeit zuwendet. Auck der verstorbene preußische Finanzminister v. Miquel hai jich lebhaft für diese Frage interessiert und die Abhilfe in den Bauvorschriften gesucht. Graf Posadowsky legt Den Hauptwert auf die Anlegung von normalen Wohnungen durch private oder öffentlich- rechtliche Organi jationen so vor allem durch die Gemeinden. Eine Reichsfürsorge ist deshalb sehr schwer, weil stets die Woh nungsverhältnisse von lokalen Verhältnissen abhängig sind, und deshalb von diesem Punkte aus auch kuriert verden müssen. Hierfür gibt es wiederum drei Wege Benossenschaftliche Selbsthülfe durch Gründung von Baugenossenschaften, 2. Fürsorge der Unternehmer und 3. Bemeindefürsorge. Die lettere kann sich in Form von Darlehen, oder in der Gewährung des Bodens äußern. Den letzteren Punkt hält der Staatssekretär Graf Posadowsky mit Recht für den wichtigsten, denn die Häuserwerte und Mietspreise steigen infolge des Wachstums der Bodenwerte. Das mobile Kapital arbeitet in Tercainspekulationen, weil die Gewinne sich mühelos und rasch erzielen lassen. Ein geradezu eklatantes Beispiel von Preisspekulationen hat die Reichshauptstadt in den 70er Jahren erlebt, als der Goldregen auf die Schöne berger Bauern niederfiel. Damals stiegen die Bodenpreise innerhalb weniger Monate um das Dreifache und Vierfache und infolgedessen auch die Mieten derart, daß geradezu eine Mieterflucht nach dem Lande stattfand. Derartige Beispiele sind lehrreich. Graf Posadowsky gab deshalb den Gemeinden den Rat, bei Zeiten an die Wohnungsfürsorge zu denken und entsprechend dem Wachstum der Stadt auch deren Grundbesig schon auszudehnen, ehe die Spekulation sich seiner noch bemächtigt hat. Die Politik. Das venezolanische Friedensprotokoll, dessen Inhalt inzwischen ja bekannt geworden ist, wird von keiner der drei Mächte früher unterzeichnet werden, als von den anderen. Daß das Protokoll nicht schon von den Vertretern der Mächte unterzeichnet ist, liegt daran, daß Deutschland, das im übrigen mit dem Protokoll einverstanden ist, erfreulicherweise darauf besteht, daß ihm mehr als 27000 Dollars vorneweg ausbezahlt werden. Bowen hat sich infolgedessen an die beiden anderen Mächte mit der Frage gewandt, ob sie etwas gegen eine Erhöhung der sofortigen Barzahlung an Deutschland auf mehr als 5500 Pfund Sterling einzuwenden haben würden. Die Antwort Englands und Italiens steht noch aus, man erwartet von keiner Seite einen Protest gegen die deutsche Forderung. Der deutsche Geschäftsträger bemüht sich in jeder Weise eine baldige Einigung zu erzielen. Die Antwort Deutschlands auf Bowens Ersuchen, bei der Aufhebung der Blockade die von den deutschen Kriegsschiffen beschlagnahmten venezolanischen Schiffe auszuhändigen, wie es in dem englischen und italienischen Protokoll vorgesehen ist, ist bisher nicht überreicht worden. Bowen weist darauf hin, daß die Schiffe teine Kriegsschiffe, sondern Zolltutter seien, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich seien. Der Zar und die mazedonische Frage. )-Auf dem letzten Petersburger Hofball hat der Zar Gelegenheit genommen, dem türkischen Botschafter eine Meinung über die mazedonische Frage zu sagen. In dem Gespräch, an dem sich auch der Großfürst Bladimir und der russische Minister des Auswärtigen Graf Lambsdorff bereiligten, äußerte der lettere: Die Nachrichten aus Mazedonien gäben einem starken Pessimismus in der Beurteilung der Paae immer neue Nahruna. Auch der russische Geschäftstrager in Sofia bestätige den Ernst der Lage. Der Großfürst meinte, die gegenwärtige Page in Mazedonien habe mit den Wirren, die vor 15 Jahren Bulgarien verwüsteten, verzweifelte Aehnlich keit, das Wehgeschrei der mazedonischen Christen gehe Rußland sehr ans Herz. Hier griff der Zar in das Gespräch ein: Ich vertraue, sagte er, auf den guten Willen des Sultans. Aber täglich erhalten wir schlimmere Nachrichten. Die mazedonische und altserbische Frage erheischen gebieterisch eine baldige Lösung. Ich, meine Regierung und die befreundeten Mächte wollen die Ordnung und gesetzliche Zustände auf dem Balkan wieder herstellen, energische Maßregeln dazu lassen sich nicht niehr lange aufschieben. Der türkische Botschafter wollte et was erwidern, aber der Zar wandte sich bei Seite und verhinderte so die Antwort, um den Nachdruck seiner Worte nicht abschwächen zu lassen. Inzwischen macht auch Bulgarien und Serbien mo bil. Bulgarien hat infolge der türkischen Rüstungen vorläufig zwei Armeedivisionen( Sofia und Philippopel) mobilisiert. Die türkische Regierung hat sich beeilt, zu erwi dern, daß ihre militärischen Vorbereitungen feineswegs gegen Bulgarien gerichtet sind. Kurze volitische Nachrichten. * Der Bundesrat hat dem Entwurf wegen Aenderung des Reichstagswahlreglements behuss Sicherstellung des Wahlgeheimnisses seine Zustimmung erteilt. * In Wilhelmshaven wurde Douerstag Vormittag auf dem Kasernenhof der 2. Matrosen Division ein Denkmal für die im Feldzug in China Gefallenen feierlich enthüllt. * In Cadix, wo der Mangel an Lebensmitteln sich sehr fühlbar macht, sind abermals Verhaftungen vorgenommen worden. Sämtliche Arbeiterverbände in C runa haben sich für den Generalaus stand entschieden. * Der amerikanische Senat hat endlich doch den so lange umstrittenen Alaska Grenzvertrag angenommen. Zur Ebefcheidung des fächfifchen Kronprinzenpaares. Die Dresdener Richter haben das entscheidende Wort in dem Ehedrama des sächsischen Kronprinzenpaares gesprochen: Durch ihr Urteil ist das Band der Ehe zwischen dem Kronprinzen Friedrich August und seiner bisherigen Gemahlin Luise Antoinette von Tosiana völlig geschieden und nicht, wie man anfangs in Rücksicht auf die katholische Konfession beider Teile annahm, nur auf eine Trennung von Tisch und Bett erkannt worden. Wie bestimmt verlautet, wird auch der Papst das Urteil anerkennen, wenn er, was wahrscheinlich ist, darum angegangen wird. Damit ist jede Beziehung zwischen dem Hause Wettin und der Prinzessin Luise völlig gelöst. So steht die Frau, die sich bon einem jugendlichen Abenteurer zu einem schier un glaublichen Schritt aus der Bahn der Zucht und Sitte berleiten ließ, denn an dem von ihr gewünschten Ziele: sie ist frei von allen Banden, die sie an Gatten und Kinder fesselten. Sie wurde durch ihren Advokaten Lachenal jofort von dem Ergebnis der Dresdener Verhandlungen unterrichtet und hat erklärt, sie stimmten mit ihren Wünschen völlig überein. Ob ihr nun, da sie nach bürgerlichem Recht in der Lage ist, eine neue Ghe einzugehen, doch noch die Hoffnung auf eine solche mit Giron vorschwebt? Fast scheint es so, denn dieser is auf den Flügeln des Eilzugs direkt von Brüssel nach Nhon gefahren, hat aber in der Anstalt La Metairie sest verschlossene Pforten gefunden und hat, ohne die Prinzessin zu sehen, wieder umfehren müssen. Daß dieser Besuch verhindert wurde, scheint aber nur dem festen Willen der Aerzte zu verdanken zu sein, die bei dem leidenden Zustande der Prinzessin jede Aufregung von ihr fernhalten wollen. Wenn sie aber wieder hergestellt ist, wer weiß, was dann geschieht. Hat doch selbst der Anwalt der Prinzessin, Dr. Zehme, die Möglichkeit einer Wiederannäherung zwischen ihr und Giron nicht in Abrede gestellt. Die Frage, ob das zu erwartende kind als legitim anerkannt werden wird oder nicht, ist vorläufig noch unentschieden. Vor allen Dingen muß erst die Geburt abgewartet werden, aus deren Zeitpunkt dann weitere Schlüsse gezogen werden sollen. Die von dem Sondergerichtshof geführten Prozeßatten werden in dieser Angelegenheit ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Prinzein hat übrigens selbstverständlich auch keinen Anspruch auf Apanage mehr. Die Dresdener Richter haben gesprochen und ihr ſtren ges, aber gerechtes Urteil wird sicherlich in allen deutschen Familien, in denen noch nach Väter Sitte die Heiligfeit des Ehelebens als die feste, unantastbare Grundlage aller kultur betrachtet wird, ein zustimmendes Echo finden. Die Schuldige hat ihre Strafe erhalten, soweit dies nach den obigen Ausführungen für die Prinzessin überhaupt eine Strafe ist. Aber eine Regung des Mitleids wird man tille am Horizont Aufmerksamkeit zu fchenken. einer weitborspringenden Klippe stand, um hier mit ber.fchränkten Armen dem Kreuzen der fleinen FischerflotBaronin und ans Curtius. Gie waren schon sehr gute Freunde zusammen, die Er hatte ihr den ersten Aber gnädige Frau, wer hätte rüdzuhalten? zu frützen? lachte sie tief und melodisch. trauen mir zu, mich allein in diese ein Recht, Sie zu die Welt." itche gern zur Verfügung Gefahr ,, Nicht um Morgen?" gegenüber. für den Abend durchging, die zufällig Othello" war. ihn weiter nicht, da ich im Geiste nochmals meine Rolle ein Herr in das fleine Speisezimmer und setzte sich mir wegen verlehrte, gerade mein Mittagsmahl einnahm, trat Auch er bestellte ein Diner. Ich Heinen Restaurant, in dem ich seiner vorzüglichen Küche nut non icher bat beachtete aber Darstellungstunst hatte ich größtes Bertrauen und ich ander ähnelten. anlegen würde, bas dem meinen vollkommen tonnte, zumal wir uns in Gestalt und haltung sehr einhoffte, daß, wenn er sein Gesicht schwärzen und ein Kostüm mand den Unterschied zwischen uns beiden wahrnehmen Entrta erunther" of= g angesichts des furchtbaren Sturges diejer unglücklichen Frau doch nicht unterdrücken tönnen. Denn, wenn ste auch die volle Verantwortung für ihr Tun zu tragen hat, es ist nicht zu leugnen, daß die alles zerseßende frivole Geistesrichtung, die sich gerade in der legten Zeit unter uns breit macht, zum guten Teil mit an ihrem Fehltritt schuld trägt. Die Prinzessin hat ,, die Pflicht, sich auszuleben", wie die Jünger des modernen Egoismus so schön sagen, über die wahre Pflicht gestellt, das übernommene Amt und die Mutter hat ein hohes, heiliges Amt in Treue zu erfüllen. Wie aus Rom verlautet, soll der Bapst an die Kronprinzessin Luise ein Schreiben gerichtet haben, in welchem er ihr verspricht, ihrem Wunsche nachzukommen, sich beim Dresdener Hofe dafür zu verwenden, daß man ihr gestatte, bon Zeit zu Zeit ihre Kinder zu sehen. Die Krankheit des Brinzen Friedrich Christian zeigt leider noch immer keine Neigung zur Besserung. Der Prinz schläft wenig und unruhig und hat noch immer recht geringen Appetit. 18. Sigung. Preussischer Landtag. - Baus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Eine populäre klage. Aufhebung oder Einschränkung der Gerichtsferien fordert eine von nationalliberaler Seite gestellte Interpellation. Diese Forderung ist im Volle fast ebens populär wie in den unmittelbar beteiligten Kreisen unbeliebt. Jm Sinne der Freunde dieser Forderung be gründet Abg. Hirsch- Essen die Interpellation, indem er auf die schweren Schädigungen des Erwerbslebens hinweist, die durch die Gerichtsferien veranlaßt würden. Namentlich die Verschleppung eiliger Zivilprozesse bebeute für Handel und Industrie, oft auch für die Bandwirtschaft, direkte Verluste. Abhilfe müsse durch die Reichsgesetzgebung erfolgen. In seiner Erwiderung sagte der Justizminister Dr. Schönstedt Ja und Nein. Soweit es sich um die gänzliche Beseitigung der Gerichtsferien handle, müsse er die Interpellation ablehnen. Die Gerichtsferien seien notwendig einerseits zur gründlichen Erholung der Richter und Anwälte, andererseits auch für das Publikum, das diese Monate gleichfalls zu Reisen zu benußen pflege. Er werde aber die Reichsregierung ersuchen, die Verhältnisse auf dem Wege einer Enquete nachzuprüfen; Es würden sich dann wohl Mittel und Wege finden lassen, um eine Besserung herbeizuführen. In der folgenden Debatte sprachen sich die Vertreter der Mehrheitsparteien gegen die Beseitigung der Ferien aus, damit war die Sache erledigt. In der hierauf folgenden Beratung des Justizetats wurden mancherlei Wünsche laut, die jedoch beim Justizminister kein williges Öhr fanden. In unterrichteten Abgeordnetenfreisen vertritt man die Anschauung, daß die preußische Regierung auf einen Schluß des Landtags vor Ostern hindrängt. Allerdings würde sich ein so frühzeitiger Schluß nur mit Zuhilfenahme von Abendsizungen und sonstigen energischen Einwirkungen ermöglichen lassen. Nab und fern. ::: Ein gefährlicher Kinderfreund. Wegen eines schwe ren Sittlichkeitsverbrechens ist der 27 Jahre alte Bildhauer Ostar Ufert aus Wilmersdorf flüchtig geworden. U. hatte bei einem Professor Beschäftigung, führte aber nebenher noch Privataufträge aus und hatte sich bei einem Gastwirt in Charlottenburg ein Zimmer als Werkstätte eingerichtet. Da er auch an dem Tische teilnahm und mit den Gastwirtsleuten auf freundschaftlichem Fuße stand, so fiel weiter nicht auf, daß das vierjährige Töchterchen Else den Arbeiten des Bildhauers öfter zusah. Bei diesem Kinde hat sich nun eine häßliche Krankheit herausgestellt, wegen der es einem Berliner Krankenhause zugeführt wurde. Die Schuld daran wird dem Bildhauer beigemessen, der nicht aufzufinden ist. U. entstammt einer geachteten Familie aus Frankfurt a. M. )-( Sechzehn Stunden von Wölfen belagert. Der Gutsbesitzer S. Golubkow fuhr dieser Tage in Wirtschaftsangelegenheiten auf sein Landgut( im Gouverne nement Odessa). Unterwegs wurde er von einem Rudel bon acht Wölfen angefallen. Die erschrockenen Pferde liefen in rasender Geschwindigkeit davon, wurden aber von den sie verfolgenden Wölfen bald eingeholt und stürzten mit durchgebissenen Hälsen zu Boden. G. und sein Kutscher befanden sich nun in der Gefahr, ebenfalls bon den Wölfen zerrissen zu werden. Obgleich G. drei Schüsse abgab, gelang es ihm nur, einen Wolf zu töten. Ihre einzige Rettung erblickten die beiden nur darin, daß sie den Wagen umwarfen und sich dann darunter verbargen. Mit großer Mühe gelang dieses Manöver; Die beiden mußten aber wegen des engen Raumes aufeinander liegen. Nachdem sie so 16 Stunden zugebracht hatten, vernahmen sie plößlich Rufe von herankommenben Leuten und Flintenschüsse, und sie wurden aus ihrer entsetzlichen Lage befreit. Bunte Chronit. Die reichste Stadt Preußens ist jetzt Charlottenburg geworden. Das durchschnittliche Einkom men beträgt in Charlottenburg 4125 Mark. Das Durchschnittseinkommen betrug früher in Frankfurt a. M. 4791 Mark. Es ist dort jest auf 4115 Mart herabgesunken. Eine allgemeine Bolksschullehrerbibliothek soll in Berlin geschaffen werden. Eine größere Anzahl von BüHeru und Schriften ist bereits zur Verfügung gestellt. Segen einen jährlichen Beitrag von 1 Mart erhalten die Besteller die gewünschten Bücher leihweise. Bei der Katastrophe auf dem Wislokofluß sind neueren Nachrichten zufolge in ganzen gegen 100 Personen errunten. Bon acht Räubern überfallen und entführt wurde jei Marsala, in der sizilischen Provinz Trapani, der reiche Sutsbesizer Ritter Jsidore Spano, Stadtrat von Marsala. Die Briganten befahlen ihm, sich mit dem Gesicht nach anten zu Boden zu werfen, worauf sie ihn fesselten und pegtrugen. - Barlamentarisches aus Hessen. Der Zweiten Kammer ist von Abg. Schönberger und 32 Genossen folgender Antrag zugegangen: Hohe Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, die im vorigen Landtage nicht zur Erledigung gekommene Regierungsvorlage, betr. den Entwurf eines Gesezes, die Entfchädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Rindoieh, dem gegenwärtigen Landtage erneut vorzulegen, mit der Maßgabe, daß 1. in dem Entwurfe die Entschädigungsleistung durch den Staat in einer jährlichen festen Summe Aufnahme findet; 2. daß wegen der zu gewinnenden weiteren Erfahrungen dem Gesez zunächst nur ein provisorischer Charakter beigelegt und seine Geltungsdauer daher etwa auf 10 Jahre beschränkt wird. Unterschrieben ist der Antrag von den Abgg. Schönberger, Bähr, Berthold, Brauer, Breimer, v. Brentano, Cramer, Dr. David, Diehl, Erk, Haas( Darmstadt), Haas( Mainz), Hauck, Häusel, Dr. Heidenreich, Hirschel, Horn, Jouz, Röhler( Langsdorf), Norell, Lang, Leun, Orb, Graf v. Oriola, Ripper, Schill, Schmalbach, Seelinger, Sensfelder, Stöpler, Weidner Weith und Ulrich. Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 12. Februar. Der Oberbürgermeister, welcher heute Nachmittag um 4 Uhr die Sigung eröffnete und ebenso Beigeordneter Georgi erscheinen angethan mit den Insignien ihres Amtes, da es zuerst galt den von der Versammlung einftimmig zum Beigeordneten gewählten Stadtverordneten Heyligenstaedt in sein neues Amt einzuführen. Die Be stätigung der Wahl Heyligenstaedt's ist inzwischen vom Ministerium auch erfolgt. Der neue Beigeordnete Heyligenstaedi leistete den von der Städte- Ordnung vorgeschriebenen Amtseid.- Der Oberbürgermeister, teilt mit, daß er dem geschiebenen Oberst v Dewitz im Namen der städtischen Verwaltung den Dank ausgesprochen hat für dessen Bemühen, das gute Einvernehmen zwischen der Civilund Militärbevölkerung zu pflegen. Der gewesene Oberst hat durch Brief vom 30. Januar, seinen Dank für die ihm gezollte Anerkennung ausgesprochen und dabei bemerkt, daß er der Bürgerschaft und der Stadt Gießen stets gern gedenten werde. - Ein Ungenannter hat für die Stadtarmen einen größeren Geldbetrag der städtischen Verwaltung zur Verfügung gestellt. In der Versammlung wird durch den Oberbürgermeister zur Kenntnis gebracht, daß nach erfolgter Verbilligung der Elektrizität im Januar der Verbrauch der selben sich nach Kilowat- Stunden um 25 Prozent in Geld umgerechnet um 11 Prozent gegen den Voranschlag vermehrt hat. Herr Louis Hellmold hat infolge der in letter Stadtverordneten- Versammlung wegen Ueberlassung eines Gäßchens an der Steinstraße an ihn, gepflogenen Debatte einen Brief an die Bürgermeisterei gesendet, der zur Verlesung fommi und worin er dagegen protestiert, daß man in jener Debatte seine, Hellmoles Angabe, daß er vom Stadtbauamt veranlaßt sei, jenes Gäßchen zu erwerben in Zweifel gezogen hat. Der Oberbürgermeister bemerkt, Herr Gerbel habe ihm gegenüber erklärt, Hellmolds An gabe beruhe auf Wahrheit. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß eine Petroleum GasLaterne, welche die Firma Gebr. Berdur vor ihrem Geschäftslokal hat anbringen lassen, wiederruflich bis auf Weiteres belassen werden soll. Ebenso wird dem Schlosser - diesen Zustand in der Mitte der Stadt dulden soll. Stadtv. wohnen, für die die Stadt meistens die Miete bezahlt. Der Jann weist darauf hin, daß in der Kracheburg Leute Oberbürgermeister benerft, die Eigentümer des anstößigen Hauses in der Neuen Bäue hätten wegen des verwahrlosten Aeußeren desselben barits einen Polizeibefehl erhalten, sich beim Kreisamte, er verde aber versuchen, die Angelegenheit dagegen aber beschwert und diese Beschwerde liege noch zur Erledigung zu bringen.- Der Feitweg an der Licherstraße Behörde auch e Prof. Gaffty liegenden Falle Anderes übrig, Jablung feiner 8 wenden, er wird daß es sich auch darum sei er fi tabelte ebenfalls amles im vorlie Rechnung nachtr erklärt: Die Ber lung der Rechnu ftellen, es lohne foviel Aufheben Rechnung ftimm und die übrig Rechnung ftimn Gründen der E soll im Interesse der Kanalisation von der linken Seite, wo er neben dem llerdirgs nur schmalen Bankett herläuft wird verlegt werden. Stadtv. Schaffstädt hält einen nach rechts der Straße, wo der jeßige Graben unentbehrlich Prof. Gaffty is der Meinung, daß man der Verlegung Reitweg bei der Kürze der Straße für überflüssig. Stadtv. passieren, daß die Offiziere unserer Garnison die Einziehung dieses Reitweges zustimmen solle, es tönnte sonst leicht auffassen würden Stadtv. Kirch spricht sich auch für den dieses Reitweges als eine gegen fie gerichtete Unfreundlichkeit Reitweg an der Licherstraße aus. Stadtv. Schaffstädt bemerkt die Licherstraße sei doch bebaut und da gehöre nach seiner Ansicht schon wegen der Gefährlichkeit für die Kinder tein Reitweg hin. Die Versammlung beschließt jedoch den Reitweg zu verlegen. Zur Regulierung und zum Ausbau des - Schiffenbergerweges zwischen Licher- und Bergstraße werden 19 000 Mt. veranlagt und bewilligt. Die Uebernahme der Haftpflicht für städtische Beamte, welche dienstlich den Eisenbahntö per be treten müssen, falls ihnen hierbei ein Unfall zustößt, soll von der Stadt übernommen werden, wozu die Versammlung ihr Einverständnis giebt. Die freihändige Erwerbung von 2800 Stück behauenem Pflastermaterial welches wegen geringer Größenabweichung als nicht probemäßig von einer Lieferung an die Stadt ausgeschlossen wurde, wird, da der Lieferant einen Preisnachlaß pro Tauf nd von 49 Mt. gewährte, von den Stadtverordneten zu gestimmt, ebenso ist die Bersammlung mit den Borschlägen des Tiefbauamtes und der Baudeputation wegen der Vergebung von Basalt- Grob- und Feinschlag einverstanden.- Es liegen der Versammlung mehrere Rechnungen vor über Lieferungen an die Stadt welche ohne Genehmigung der Versammlung in Auftrag gegeben sind und zwar zuerst 258 Mt. für Gegenstände zu Feuerlöschzwecken. Der Branddirektor Traber hat die Notwendigkeit der gelieferten Sachen bestätigt. Der Oberbürgermeister erklärt, daß die Feuerwehr den wohlverdienten Rüffel von ihm erhalten hat, weil sie oder das Kommando ohne Genehmigung der Versammlung Anschaffungen gemacht hat, er bitte aber die Versammlung den Bosten nachträglich gut zu heißen, was auch geschieht.- Der Photograph Uhl hat dem Bauamt eine Rechnung eingereicht für 5 Aufnahmen und dannach gelieferte 21 Photographien des neuen Friedhofes und des alten Hauses der Firma Alexander Mayer an der Ecke der Schulstraße. Der Rechnungsbetrag beläuft sich auf 107 Mt. Der Besteller dieser Bilder ist der ehemalige Stadt- Baurat Schmandt. Oberbürgermeister Mecum bemerkt, daß die Versammlung Herrn Schmandt nicht ermächtigt hat photographische Aufnahmen auf Kosten der Stadt machen zu lassen. Hierzu kommt, daß die Bestellung zu einer Zeit erfolgt ist, wo die Stadt sich für ihre Zwecke bereits einen eigenen Apparat zum Photographieren angeschafft hatte. wolle bemerken, Art feten, weld der Antrag heit der Stadtv Aus He ** Großen am Jahresab zu berzeichnen. auf 147 geftie die Dividende e- Sombe Gewerbevereins boten. Herr Vortrag über d flündiger Rede nicht so unbeben Besonders beda guten Sandstein Anwesende inter usführungen Hochberg gefun Bortrage ernte fall der zahlrei würden, wenn geboten würde, 000 Fessi Der Dienst meiſter Leverzapf die Anbringung einer Fahnenstange ge- Nach Lage des Falls ſtellt die Baudeputation, der die Die Spi stattet. Der Cigarrenhändler Philipp Wooz beantragte ihm zu gestatten nach vorgelegten Bauplänen, daß er in seinem Hause Neustadt 30, Ede Sandgasse einen Eckladen ousbrechen kann. Der Oberbürgermeister erklärt dazu daß vor ca. 13 Jahren für jene Ede entlang der Sandstraße von der Versammlung ein Fluchtlinienplan genehmigt sei, dem eventuell ein Teil des Moog'schen Hauses zum Opfer fallen wird. Die Baudeputation beantragte an biefer genehmigten Straßenregulierung fest zu halten und das Baugesuch Mooz abzulehn n. Stadtv. Loeber bemerkt es handle sich hier um ein Gesuch eines geringen Mannes, der für seinen Sohn, welcher ein Installationsgeschäft betreibt, einen Laden bauen wolle. Entweder solle man dem Gesuchsteller den Bau gestatten oder heute gleich die projektierte Straßenverbesserung beschließen. Der Oberbürgermeister erklärt dem gegenüber, das Gesuch des Mooz biete feineswegs eine Veranlassung die projektierte Straßenverbreiterung an der Sandgasse gleich vorzunehmen, es genüge der Beschluß an der ein Mal genehmigten Fluchtlinie festzuhalten, womit der geplante Umbau des Moog'schen Hauses hinfällig wird. Die Versammlung beschließt die Bauerlaubnis für den vorliegen den Fall zu versagen. Für das Lampus'sche Grundstück am Seltersweg wird von der Versammlung die Genehmigung nachgesucht dasselbe zu enteignen, die auch erteilt wird. Der Oberbürgermeister bemerkt hierzu, daß nachdem der von der Versammlung genehmigte Fluchtlinienplan des Seltersweges vor den Häusern Nr. 73 und 75 ordnungsgemäß offen gelegen und ein Einspruch dagegen nicht erfolgt sei habe er, vorbehaltlich der Genehmigung der Versammlung. der Witwe Lampus, die früher erklärt hat, nur ihr ganzes Grundstück der Stadt überlassen zu wollen, für dasselbe 50.000 Mt. geboten. Die Eigentümerin welche bis zum 10. Februar Frist zur Erklärung gegeben, hat darauf um Verlängerung der Frist gebeten, unter der Motivierung, sie wolle inzwischen mit anderen Reflektanten wegen den Vertauf ihres Eigentums verhandeln. Stadtv. Krumm bemerkt, er habe zur Sache selbst nichts zu sagen, wolle nur bei dieser Gelegenheit ein Mal wieder auf die Kracheburg an der Nenen Bäue Hinweisen, deren verwahrloster Zustand ein offenbarer Standal sei. Das Gebäude verschimpfe in seiner jeßigen Facade den ganzen Stadtteil und er sehe gar nicht ein warum man Rechnung zur Beschlußfassung vorgelegen hat, feinen Antrag fie giebt der Versammlung anheim zur Sache selbst Stellung zu nehmen. Beigeordneter Georgi bemerkt, daß nach der Rechnung die Lieferung der Bilder am 13. September v. J. erfolgt sei, deren Bestellung also kurz vor dem Fortgang des Herrn Schmandt erst erfolgt sein kann. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß der Besteller der Bilder am 15. September offiziell seine Thätigkeit für die Stadt eingestellt hat. Stadtv. Heichelheim ist der Ansicht, daß wenn das Bauamt die von Herrn Schmandt bestellten Bilder angenommen hat, es auch Pflicht der Stadt sei, dem Lieferanten derselben die Bilder zu bezahlen. Der Oberbürger meister weißt darauf hin, daß Herr Schmandt feinen Auftrag hatte Bilder machen zu lassen, und daß wenn die Versammlung es ablehnt diese Be stellung als zu Recht bestehend, heute anzuerkennen man Herrn Uhl die vorhandenen Bilder zur Verfügung stellen tann, so daß einer Bereicherung der Stadt nicht gegen diese geklagt werden fann. Stadtv. Schiele fragt an ob der Oberbürgermeister sich davon überzeugt hat, daß nicht doch etwa ein Beschluß der Versammlung vorliegt der den gewesenen Leiter des Stadtbauamtes beauftragt hat die Bestellung zu machen. Der Oberbürgermeister b.merkt, er habe eingehend dahin geforscht, ein solcher Beschluß eriſtiere nicht. Stadtv. Haub a ch bemerkt, die Versammlung habe vor Jahren das Stadtbauamt berechtigt, alte historische oder sonst interessante Bauten die dem Abriß anheimfallen photogra phieren zu lassen, aber auf den neuen Friedhof treffe dieser Beschluß nicht zu, die Aufnahme der Gebäude desselben waren nicht notwendig, wenn der Besteller gern davon Bilder haben wollte, so stand ja der von der Stadt be schaffte Apparat zur Verfügung. Er fönne nur erflären, daß der Antrag Heichelheim auch diese Friedhofsbilder aus der Stadtkasse zu bezahlen, falle ihn die Stadt Verordnetenversammlung annimmt ein recht be quemer sei die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, er werde jedoch dagegen stimmen. Stadtv. Schaffstaedt ist der Ansicht, es bleibe der Stadt weiter nichts über, als die Rechnung des Photographen Uhl zu bezah len, denn das Stadtbauamt als solches sei Besteller und auch Abnehmer der Bilder und wenn eine städtische Behörde wie das Bauamt etwas in Anftrag giebt, dann fönne man doch nicht ver langen, daß der Geschäftsmann sich erst erkundigt, ob dies 00 Markt U Re P Se Au Für die Begräbnis Sawiegerms C Insbesonder Schwestern, troftreiche bie zahlreic Die Gießen en foll. Stabts. radheburg Reute ete bezahlt. Der des anstößige es verwahrloften l erhalten, fich Derde liege nod Die Angelegenheit aße Behörde auch ermächtigt ist zu einer Bestellung. Stadtv. Prof. Gaffty bemerkt, es sei ihm ärgerlich, hier im bor liegenden Falle" Ja" sagen zu müssen, aber es bleibe nichts Anderes übrig, Uhl wird es ablehnen, sich wegen der Bezahlung seiner Rechnung an Herrn Schmandt nach Köln zu wenden, er wird sich an die Stadt halten. Hierzu komme, daß es sich auch nur um einen unerheblich Betrag handelt, darum sei er für den Antrag Heichelheim. Stadtv. Petri tadelte ebenfalls die Art wie der gewesene Leiter des Bauamtes im vorliegenden Fall gehandelt, will aber doch die Rechnung nachträglich anerkannt wissen. Stadto. Loeber erklärt: Die Versammlung würde sich, falls sie die Bezah lung der Rechnung ablehnt, ein großes Armutszeugnis aus stellen, es lohne gar nicht, den Betrag, wenn man damit soviel Aufhebens mache, er werde für Genehmigung der Rechnung stimmen. Stadtv. Heichelheim verwahrt sich und die übrigen Kollegen, welche für Genehmigung der Rechnung stimmen dagegen, als ob sie die Angelegenheit aus Gründen der Bequemlichkeit so behandelt wissen wollen, er wolle bemerken, daß es nur wohl erwogene Gründe taktischer Art seten, welche ihre Stellungnahme zur Sache begründen. Der Antrag Heichelheim wird darauf von einer Mehrheit der Stadtverordneten angenommen. er linten Seite, Bankett berläuft ben unentbehrlich ädt hält einen flüffig. Stadtv. n der Berlegung nnte sonst leicht n die Einziehung te Unfreundlich feit sich auch für den Shaffhadt da gehöre nach it für die Kinder ließt jedoch den und zum Aus9 000 Mt. ver er Haftpflicht für enbahntö per be fall zuſtößt, soll Die Bersammlung ndige Erwerbung als nicht probeabt ausgeschloffen Preisnachlas pro Stadtverordneten it den Borschlägen wegen der Ver einverstanden.- nungen vor über jammlung in Mt. für Gegen reftor Traber hat n bestätigt. De ehr den wohlver Deil sie oder das mmlung Anschaff Versammlung den geschieht.- Der echnung eingereicht 21 Photographien auses der Firma Schulstraße. Der t. Schluß in nächster Nummer. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Großen Linden. Der hiesige Konsumberein hat am Jahresabschluß 1902 ein recht günstiges Resultat zu verzeichnen. Die Zahl der Mitglieder ist von 138 auf 147 gestiegen. Die Aftiva betragen 8,186 Mart, die Dividenden 2,775 Mark. e- Homberg, 9. Febr. Den Mitgliedern des hiesigen Gewerbevereins wurde am Sonntag ein seltener Genuß ge= boten. Herr Oberbergrat Prof. Dr. Chelius hielt einen Vortrag über den Bergbau in Hessen". In etwa zweistündiger Rede führte er aus, daß der Bergbau Hessens nicht so unbedeutend sei, als gewöhnlich angenommen würde. Besonders bedauerte der Vortragende, daß die oft recht guten Sandsteine noch so wenig ausgebeutet würden. Viele Inwefende intereffirte es sehr, als der Redner in ſeinen Ausführungen die Entstehungsgeschichte der auf dem nahen Hochberg gefundenen Kiefelgur erklärte. Am Schluß seines Bortrage erntete Herr Oberbergrat Chelius den reichen Beifall der zahlreichen Buhörer, die es mit Freuden begrüßen würden, wenn ihnen in nicht allzuferner Zeit Gelegenheit geboten würde, einem ähnlichen Vortrag zu lauschen. 300006 | Am lezten Sonntag fand die ordentliche Bertreter bersammlung des Verbands der Stenographen des MainRheingaues und von Hessen- Nassau in Neu- Isenburg statt. Vertreten waren 33 Vereine durch etwa 90 Dele gierte. Die Verhandlungen leitete in Verhinderung des 1. Vorsitzenden der 2. Vorsitzende Schiff nie Gießen. Aus dem von dem 1. Schriftführer Bickel Gießen erstatteten Jahresbericht ist zu erwähnen, daß der genannte Verband zur Zeit 58 Vereine mit 2200 Mitgliedern umfaßt, was gegen das Borjahr eine ansehnliche Zunahme bedeutet. Ebenso haben die Zahlen der im Jahre 1902 in der Gabelsberger'schen Stenographie Unterrichteten trotz der durch die besonderen stenographischen Verhältnisse des vergangenen Jahres verminderten Werbetätigkeit die Erwartungen weit übertroffen. Im Laufe der mehrstündigen Verhandlungen wurden für das Verbandsleben wichtige Beschlüsse gefaßt, so insbesondere in Bezug auf die Um gestaltung der Verbandszeitschrift, die Propagandatätigkeit u. a. m. Der Verbandsvorort, der während 2 Jahren in den Händen der Gabelsberger'schen Stenographen- Vereine in Gießen lag, ging für das laufende Jahr an den Stenographenverein in Weglar über. Aus dem Gerichtssaal. Straffammerſigung. Gießen, 10. Febr. 1908. In der Berufungsinstanz verhandelt das Gericht die Strafsache gegen Philipp Sch. von Alten- Buseck. Sch. wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen Mißhandlung seiner Ehefrau, sowie wegen Beleidigung des Bürgermeisters Körber und eines hiesigen Gerichtsvollziehers zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Das wegen Strafhöhe angefochtene Urteil bleibt bestehen, nur werden dem Angeklagten mit Rücksicht auf sein am Schöffengericht abgelegtes Geständnis 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt in Anrechnung gebracht.- Heinrich St. von Dauernbeim ließ sich zu Großfarben, unter Verschweigen seiner Mittellosigkeit, in der Wirtschaft des Martin G., Getränke geben. Begen Betrugs befommt er 4 Monate Gefängnis.- Einige - Ober- Wöllſtädter Burschen gerieten auf dem Heimwege aus der Wirtschaft in Streit. Martin S. 30g sogleich sein Meſſfer und verlegte mehrere feiner Genoſſen. Wegen te fährlicher Körperverlegung erhält Angeklagter 9 Monate Gefängnis. Beter R. von Hadamshausen stand bei Ludwig H zu Lollar in Diensten. Die Uhr seines Dienstherrn gefiel ihm besser als die seinige, weshalb er dieselbe 00000000 Hessische Vereinigung für Volkskunde. Der Befeller Dienstag, 17. Februar, abends 8 Uhr Saurat Samand die Versammlun t photographisd lachen zu lassen. einer Zeit erfolgt de bereits einen angeschafft hatte. der die Vierter Mitgliederabend im oberen Saale des Café Ebel Vortrag des Herrn Pfarrer O. Schulte( Beuern): putation, bebe Die Spinnstuben im nördlichen Oberhessen. egen hat, feinen nheim zur Sache rdneter Georgi eferung der Bilder deren Bestellung Heren Schmand ermeister bemert September offiziel elt hat. Stadtv Denn das Bauamt lder angenommen dem Lieferanten Der Oberbürger Herr Schmandt zu laffen, und blehnt diese Be ute anzuerfenne er zur Verfügung der Stadt mig . Schiele fro überzeugt hat, daß mlung vorliegt der 3 beauftragt hat die meifter bemerkt, c iere night. ammlung habe v hiftorische oder son jeimfallen photogra Friedhof treffe diefe Gebäude desselbe ft.Der gern davo von der Stadt be önne nur erklären efe Friedhofsbilde ihn die Stad 11 recht be quem schaffen, er wert affftaedt ift d ichts über, als d ezah len, denn de and ouch வ bnehm de wie das Baua man boch nicht va erfundigt, ob bi Gäste sind willkommen. 000000000 ohne Borwiffen setnes Wetsters mit der seinigen vertauschte. Wegen Diebstahl wird Angeklagter zu 4 Monaten Gefäng nis verurteilt.- Der jugendliche Hausbursche Heinrich W. aus Wißwar, entwendete nachts aus der Brutanstalt des Bäckers Frig S. dahier eine Anzahl Eier, ein Flobertge wehr und sonstige Sachen, mittels Einbruchs. Mit Rückficht auf seine Jugend, erkennt das Gericht auf nur 3 Mo nate Gefängnis. Die Privatflage der Ehefrau des Schuhmachers Karl H gegen die Eheleute August K. beide von hier, bildet den Schluß. Durch Beweisaufnahme wird festgestellt, daß sich beide Teile gegenseitig beleidigt haben, weshalb schon das Schöffengericht alle für straffrei erklärte. Da in der Berufungsinstanz nichts neues zu Tage tritt, verwirft die Kammer die von der Privatklägerin verfolgte Berufung Neuhinzutretende Abonnenten erhalten erhalten unsere Zeitung bis Ende dieses Monats gratis. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Sexagesimae. Sonntag, den 15. Februar. Gottesdienst. Vormittags 9.30 Uhr Pfarrer Scheunemann. Bormittage 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2.30 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. Donnerstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr im unteren Konfirmandensaal, Kirchstr. 9, Bibelstunde. Marc. 6. Pfarrer Scheuneman. Brietkasten der Redaktion. Wann findet der große Maskenball des Gesangvereins Heiterfeit statt? Drud und Verlag der Gießener Verlagsbrudervi, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderi( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Ibin Soeben am 12., Februar erschien: Ruhland, lein. Sie 8 en. Gemüse Konserv. Obft- Konferven Köhler- Langsdorf& Co. Fleisch- Konferven Eine Streitschrift von Dr. jur. et phil. Magnus Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften an der Universität Giessen. 58 Seiten: Preis 1 Mark. J. Ricker'sche Univ.- Buchhandlung in Giessen. Fisch- Konserven empfiehlt Ghristian Wallenfels, 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal Telephon 262. Gegründet 182 6. Maccaroni ital., Bruchmaccaroni, Eiernudeln, 60000 Giessener Stadttheater. Bandnudeln, Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen nad Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Hormal- Tricotwäsche. Seyaes zweiseitige Unterzeuae, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbar ad besonders empfehlenswert für Herren, melche auf der Haut keine Wolle vertragen fönnen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Begräbnis unserer lieben, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Christiane Giesler geb. Engel ' nsbesondere für die liebevolle Pflege der evangelischen Schwestern, dem Herrn Pfarrer Dr. Naumann für seine trostreiche Grabrede, dem Gießener Zither Club, sowie für die zahlreichen Blumenspenden fagen wir innigften Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 11. Februar 1908. Bu vermieten: Möbliertes Zimmer mit oder ohne Pension Kirchplay 6. Einfach möbl, Zimmer zu bermieten. Löberstraße 13, 3. 3 Freitag, den 13. Februar 1903. Zum Benefiz für Otto Steinert. Wilhelm Tell. mei ineinandergehende schön möblirte Zimmer für 1 oder 2 Herren per 1. März zu verin. 15 Walltborftroke 15. Der von Domänencat Schöne Mansardenwohnung fof zu verm. Bab hofftraße 32 I. amerif. Apfelringe, Apfelspalten I. " I. boen. Pflaumen, I. calif. Pflaumen, empfiehlt billigst Robert Stuhl, Neustadt 23. Rube bew. mittl. Stock per H. Laufersweiler Eigarrenfabriken! 1. April zu berm. Näh. Kirchenplot 21. Haus, Neustadt, Neubau, neben Herrn Meggermeister Kreuder, Laden mit Wohnung zu verm. & Co. 1. Werfführer, der z. St. eine im Streife Gießen liegenbe Cigarrenfabrit und den Versand Weinhandlung, Giessen, felbfiftändig leitet, in Hanb- unb 6 Schulstrasse 6. Billigste Bezugsquelle für Rhein-, Mosel-, Formarbeit, Sor ieren, Kisten u. Fertigmachen, sowie in schriftl chen Arbeiten tüchtig ist, sucht zum 1. April eine ähnliche oder Off. unter passende Stellung. Burgunder- und 347 an die Erp. d. Bl. Bordeaux- Weine in Flaschen und Gebinden. Für Reinheit unserer leisten wir volle Garantie. Näh. Hofmannstr. 14. Ecke Moltkestraße und Gr. Steinweg find per 1. April 2 5-3 mmerwohnungen mit allem Zubehör zu verm. 2- u. 3- Bimmerwohnung Beide Stockwerfe fönnen zumit Zubehör, Neustadt, neben sammen oder getrennt abHerrn Metzgermstr. Kreuder, gegeben werden. Näheres zu bermieten. bei Nikolaus, Grünberger- gern zu Diensten. Näh. Hofmannstraße 14. straße 36. Mein Nebenhaus, 5 Zimmer: In unserem Neubau am wohnung, an ruhige Leute per Brandplatz ist noch eine schöne 1. April oder später zu vermieten. 5- Zimmerwohnung m. Erker Karl Eichmann, Weine Lager tür Rheinweine in Ingelheim a. Rh. Preislisten stehen Städtisches Schlachthaus. Ederstraße 1, Ede Nordanlage per April zu vermieten, desgleichen bafelbft 4 Zimmerwohn- Dienfleisch 56 fg. Frankfurterstraße 63 ungen. Rah Frankfurterstr. 29. Kuhfleisch 45 Pig. ift der aus 4 Simmern und Küche beftehende zweite Stoď nebst einer Die Beleidigung gegen Herrn Kuhfleisch 25 Pig. Kammer in der Mansarde und Kari Kröck zu Heuchelheim nehme an einen Käufer fönnen Gartenanteil auf 1. April 1908 ich unter Bebauern als unwahr nicht mehr wie 3 Pfund anderweit zu vermieten. Näheres zurüd. bet der Bürgermeisterei, Zimmer 15. Phil. Winter, Heuchelheim. verabreicht werden. WUK Bester Küchen Extrac Ein kleiner Zusatz bringt Suppen, Gemüse, Saucen. Fleischspeisen auf einen bisher unbekannten Grad von Wohlgeschmack und Kraft. Eno m billig. Pieroe zum Schlachten Breisen angetauft. werden stets zu den höchften Kehler, Pferdemezger, Gießen. PETORESA ei Amtliche Bekanntmachungen. Holzversteigerung Der Stadt Gießen. Montag, 16. Februar 1903, Vormittags 9 Uhr beginnend werden in der Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald versteigert aus dem Distrikt Waldshut 11 Fichtenstämme mit 2,21 Festm. 189 Fichten Derbstangen mit 12,00 Festm. 5 Rmtr. Eichen- Scheitholz ,! " 18 " 1 NadelErlen377 " 193 " " 1 Nadel- Knüppel Nadel- Stockholz 1600 Wellen Eichen- Neisig 5400 " Nadel- Reisig aus dem Distrikt Wanne 2 Amtr. Buchen- Scheitholz 328 43 " " 11 38 " Eichen- Scheitholz Budt en- nüppel Eichen- Knüppel Eichen- Stockholz 230 Wellen Buchen- Reisig 990 „ Eichen Reisig aus den Distrikten Unterhag und Oberhag 2 Kiefern Stämme mit 1.18 Festm. 51 Fichten- Stäm.ne mit 13.98 Festm. 715 Fichten- Stangen mit 25,32 Fstm 11 Rmtr. Nadel- Scheitholz 41 19 Н Nadel- Knüppel Nadel- Stockholz 1410 Wellen Nadel- Reisig 50 " Erlen- Reisig Gießen, am 9. Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung von Cementbetonrinnen. Die Lieferung von 54 Meter Gementbetonrinnen für die Sohlfassung des nördlichen Straßengrabens der Rodheimerstraße soll Mittwoch, den 18. Februar, vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Angebote auf Vordrud, der bei uns auf Bimuner Nr. 6 erhältlich, sind bis zum obengenannten Beitpunkt daselbst einzureichen. Buschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, am 10. Februar 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Ortsstatut für das Gewerbegericht Gießen. Auf Grund des Gewerbegerichtsgesetzes in der Fassung vom 29. September 1901, nach Anhörung beteiligter Arbeitgeber und Arbeiter, in Gemäßheit Beschlusses der Stadtverordneten- Versammlung vom 31. Juli 1902 und vom 29. Januar 1903, sowie mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 5. Februar 1903 zu Nr. M. d. J. III 912 wird an Stelle des Ortsstatuts bom 12. Juni 1893, die Ers richtung eines Gewerbegerichts für den Gemeinde bezirk der Stadt Gießen betreffend, das nachstehende Ditsstatut erlassen: § 1. Das Gewerbegericht umfaßt als Gerichtsbezirk den Gemeindebezirk der Stadt Gießen und führt die amtliche Bezeichnung ,, Gewerbegericht Gießen". § 2. Das Gewerbegericht ist ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes zuständig für Streitig feiten: 1. über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches, Zeugnisses, Lohnbuches, Arbeitszettels oder Lohn zahlungsbuches; 2. über die Leistungen aus dem Arbeitsverhältnisse; 3. über die Rückgabe von Zeugnissen, Büchern, Legitimationspapieren, Urkunden, Gerätschaften, Kleidungsstücken, Kautionen und dergleichen, welche aus Anlaß des Arbeitsverhältnisses übergeben worden sind; 4. über Ansprüche auf Schadensersatz oder auf Zahlung einer Vertragsstrafe wegen Nichterfüllung oder nicht gehöriger Erfüllung der Verpflichtungen, welche die unter Nr. 1 bis 3 bezeichneten Gegenstände betreffen, sowie wegen gesetzwidriger oder unrichtiger Eintragungen in Arbeitsbücher, Zeug nisse, Lohnbücher, Arbeitszettel, LohnzahlungsAgenten für hier und Umgegend gesucht von einer guten Krankenkaffe für ganz Deutschland. Off erbeten u. 351 B. an die Eyv. d. Blattes. Cigarren- Geschäft mit Likör- Ausschank 2c. in befter Lage Giekens per sofort zu vermieten. Offerten unter Nr. 318 an die Trp. d. Blattes. bücher, Scanfenfaffenbücher oder Quittungskarten| Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen der Invalidenversicherung; Vertreter aus. 5. über die Berechnung und Anrechnung der bon den Arbeitern zu leistenden Kcanfenversicherungs beiträge und Eintrittsgelder(§§ 53a, 65, 72, 73 des Krankenversicherungsgesegеs); 6. über die Ansprüche, welche auf Grund der Uebernahme einer gemeinsamen Arbeit von Arbeitern desselben Arbeitgebers gegen einander erhoben werden. Streitigkeiten über eine Konventionalstrafe, welche für den Fall bedungen ist, daß der Arbeiter nach Be. endigung des Arbeitsverhältnisses ein solches bei andern Arbeitgebern eingeht oder ein eigenes Geschäft errichtet, gehören nicht zur Zuständigkeit des Gewerbegerichts. § 3. Zur Zuständigkeit des Gewerbegerichts gehören ferner Streitigkeiten der im§ 2 Abs. 1 Nr. 1-5 be= zeichneten Art zwischen Personen, welche für bestimmte Gewerbetreibende außerhalb der Arbeitsstätte der lezteren mit Anfertigung gewerblicher Erzeugnisse beschäf= tigt find( Heimarbeiter, Hausgewerbetreibende) und ihren Arbeitgebern, einerlei ob die Beschäftigung auf die Verarbeitung oder Bearbeitung der den ersteren bon den Arbeitgebern gelieferten Rohstoffe oder Halbfabrikate beschränkt ist oder ob diese Personen die Rohstoffe oder Halbfabrikate, welche sie bearbeiten oder berarbeiten, selbst beschaffen. Das Gleiche gilt bon Streitigkeiten der im§ 2 Abs. 1 Nr. 6 bezeichneten Act zwischen solchen Hausgewerbetreibenden untereinander. § 4. Das Gewerbegericht Gießen ist zuständig, sofern in dem Gemeindebezirk der Stadt Gießen die streitige Verpflichtung zu erfüllen ist, oder die gewerbliche Niederlaffung des Arbeitsgebers sich befindet, oder beide Parteien ihren Wohnsitz haben. Unter mehreren zuständigen Gewerbegerichten hat der Kläger die Wahl. Durch die Zuständigkeit des Gewerbegerichts wird. die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausgeschlossen. § 5. Das Gewerbegericht besteht aus einem Vorsitzenden, 2 Stellvertretern desselben und 24 Beisitzern. Der Vorsitzende und dessen Stellvertreter werden durch die Stadtverordneten- Versammlung auf 3 Jahre gewählt. Von den Beisitzern ist die eine Hälfte von den Arbeitgebern aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber, die andere Hälfte von den Arbeitern aus der Zahl der wählbaren Arbeiter nach näherer Vorschrift dieses Ortsstatuts auf 3 Jahre zu wählen. Dit ausscheidenden Mitglieder des Gewerbegerichts haben solange im Amte zu berbleiben, bis eine gültige Neuwahl stattgefunden hat. Ihre Wiederwahl ist zulässig. Ueber die Abstimmung sind zwei Verzeichnisse zu führen, das eine für die Arbeitgeber, das andere für die Arbeiter. In denselben sind die Namen aller Abstimmenden in der Reihenfolge, in welcher sie abgestimmt haben, einzutragen. Jeder Stimmberechtigte übergiebt seinen handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung ausgefüllten Stimmzettel ohne Namensunterschrift und so zusammengefaltet, daß die auf ihm verzeichneten Namen verdeckt sind, einem Mitglied des Wahlausschusses, welches denselben uneröffnet in die betreffende Wahlurne legt. Nach Ablauf der zur Abstimmung festgesezten Zeit werden die Stimmzettel aus den Wahlurnen zur Zählung und Feststellung des Wahlergebnisses heransgenommen. § 9. Ungiltig sind Stimmzettel: 1. welche nicht von weißem Papier oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. welche feinen oder insoweit sie feinen lesbaren Namen enthalten; 3. insoweit darin die Person eines Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4. auf welchen mehr als 12 Namen oder insoweit darin Namen von nicht wählbaren Personen verzeichnet sind; 5. welche eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder Bemerkungen enthalten, die nicht lediglich den Gewählten kenntlich machen sollen. § 10. Ueber die Wahlhandlung ist ein Protokoll aufzunehmen und von dem Wahlausschuß zu unterschreiben. In dem Protokoll ist, falls Personen, die nicht wahlberechtigt, zurückgewiesen oder falls Stimmzettel nach den Bestimmungen des§ 9 nicht zugelassen oder ganz oder teilweise unberücksichtigt geblieben sind, eines jeden solchen Ilmstandes besondere Erwähnung zu thun. ( Fortseßung in nächster Nummer.) Gaskoks. In der Stadtverordneten- Versammlung vom 23. d. Mts. wurde beschlossen, die am 10 April d. J. festgelegten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis für Nukkoks, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herabgesezt wird sodaß die Nußloks Nr. 1 und 2 jezt gleichen Preis haben. Die Kokopreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: 1,10 Mr. Buß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiebe nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: In Größe Dr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 m. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit 1,25 Mr. Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Aukkoks r. 1 Aukkoks r. 2 1,05 Mr. 1,20 Mr. 1,20 Mr. Stü koks Buhkoks Nr. 1 Dukkoks r. 2 1,00 Mr. 1,15 Mr Die der Zuständigkeit des Gewerbegerichts unterstellten Hausgewerbetreibenden sind, sofern sie selbst mindestens 2 Arbeiter regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt Bei Entnahme von mindeflens 200 3entnern:" und wählbar. § 6. Die Wahl der Beisiger findet unter Leitung des Bürgermeisters oder dessen Stellvertreters als WahlVorsteher und eines von der Stadtverordnetenversammluug gewählten Wahlausschusses, bestend aus 4 wahlberechtigten Arbeitgebern und 4 wahlberechtigten Arbeitern statt. Die Wahlberechtigten werden durch den Bürgermeister 4 Wochen vor der Wahl mittelst ortsüblicher Bekanntmachung dazu berufen. Die Bekanntmachung 1,15 Mr. Für Kotsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Infuhr an das Haus werden 5 fennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Kote bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall ic.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Kofe statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der muß Ort, Tag und Stunden, in welchen abgestimmt Kleinverkauf unserer Gaskoks werden kann, enthalten. Die Wahl findet in den Stunden von Mittags 12 bis Abends 8 Uhr statt. § 7. Die an der Wahl sich Beteiligenden haben sich auf Erfordern vor dem Wahlausschuß über ihre Wahlberechtigung auszuweisen, und zwar die Arbeit geber durch Bescheinigung der Polizeiverwaltung, die Arbeiter durch Zeugnisse ihrer Arbeitgeber, der Polizeiverwaltung oder der zuständigen Krankenkassen, durch welche bestätigt wird, daß die Voraussetzungen für die Wahlberechtigung vorliegen. Vordruck für diese Bescheinigungen wird von der Polizeiverwaltung und den Stranfenfassen unentgeltlich abgegeben. Die Berücksichtigung anderer Ausweise ist zulässig. Ob der erbrachte Ausweis genüge, entscheidet der Wahlausschuß. § 8. Die Abstimmenden geben ihren Stimmzettel in eigener Person ab. Das Reich, der Staat, die Gemeinde und sonstige öffentlichte Verbände und juristische Einige Gentner Tägliche Fische gute Makulatur lebende zum billigsten Tagespreis. Hamburger Fischhandlung.( alte Beitungen 2c.) preiswert abzugeben Konserven n. Delikatessen im Kaulbaus zur Sonne. 1 Schlofferlehrling fann eintr. Schlosseret Heinr. Schön, Liebigstraße. in der Expedition. Wer vorwärts kommen von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Aliceftraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplaz 9, Emil P.stor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gasfoks jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer auß rhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirücver: gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Haus in Kirchgöus, vom Bahnhof 5 Minuten KyffhäuserTechnikum entfernt, geeignet für industrielles Unternehmen, preiswert zu verkaufen. Liebhaber wollen sich an die Erp. d. BI. wenden. Timermane will, lese Dr. Bock's Buch: ,, Kleine Hilfe& Butto. Site Hamburg, Fichteſtr. 35 Familie." Preis 30 Pfg. in Briefmarken einsenden. Lehrling sucht 6. Klötzsoh, Verlag 643 Leipzig. W. Balfer, Friseur, Lindenpl. 12. Frankenhausan Elektrotechn.Laboratorium Habere LehranstalFF Maschinenbao und Elektrotechnik Bech& Jiefbau. Direktor Huppert Programe kostenlos Restauration Pfau. Jeden Samstag und Sonntag gebackene Lahnfische. Besseres Mädchen, katholisch. welches bügeln fann u. sich im Rochen belfen fann, sucht bis zum ersten März Stellung zur Stüge der Hausfrau. Off. erbitte. St. 96 poft lagernd Behdorf( Sieg). vermittelt Bureau Krämer.feipzig Beiche Seirat Brüberf.6.Auskunft gegen 30 Bfa. Wer Stelle fucht, verl. die Deutsche Vakanzenpost' Blingen. 1903. Freitag, den 13. Februar ische Familie 37. HERD AM HÄUSLICHEN da vorgekommen sein, daß vornehme Venezianerinnen elegante Muffs aus Seide, Sammet, Brokat, Spitzen und Pelz mit sich führten, indessen benusten fie dieselben nicht, um sich die Hände zu wärmen, vielmehr dienten sie ihren winzigen Schoßhündchen als Quartier. nahme famen sie unter Ru g Da= Wirklich in AufSechzehnten. DON