Nr. 10. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Bost bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 13. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie gang Oberbeffen, die Kreise Weplar und Marburg 10 Bie fenft 15 Bfg.: Reklamen die Petitjeile 50 refp. 40 Sig Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 862. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zur Eröffnung des preussischen Landtags. CB, Berlin, 12. Januar. Das preußische Abgeordnetenhaus, das morgen in Berlin seine Arbeiten wieder aufnimmt, sindet eine Hauptaufgabe vor: den Etat. Hier vereinigen sich alle Einzelinteressen; der Etat giebt deshalb die beste Gelegenheit zur Offenbarung der politischen, sozialpolitischen und irtschaftlichen Wünsche unseres Volkes. Bei dem schlechm Stande der Kassenverhältnisse im kommenden Etatsfahre werden allerdings die stürmischen Wünsche früherer Jahre nach straffen und durchgreifenden FahrpreisverBilligungen bei der Eisenbahn und auch die Hoffnung auf eine ra che Durch ührung der Wo nuncs ür orge in den Staatsbetrieben abgeschwächt werden müssen. Immerhin aber ist das eine erfreulich, daß Preußen weit weniger unter den Schwankungen unseres Wirtschaftslebens zu leiden hat, als andere Bundesstaaten. Das ist vorzugsweise bem vorsichtigen Verwaltungssystem des verstorbenen Hinanzministers v. Miquel zu verdanken. Dieser hielt sich in seiner Verwaltung an das Muster des historisch beLanntesten Amtsvorgängers aus biblischer Zeit, an den egyptischen Josef, der bekanntlich in den fetten Jahren nicht vergaß, daß auch wieder einmal magere kommen müssen und zwar mit der Regelmäßigkeit eines Naturgesezes. Denn in den fetten Jahren wird von der Probuktion auf Vorrat gearbeitet, und wenn dieser übergroß ist, dann treten die unausbleiblichen Rückschläge ein. In unserem Zeitalter sind diese um so nachhaltiger, weil unsere ganze Produktion auf den Massenbetrieb eingerichtet ist. Der Finanzminister v. Miquel war es, der in den Jahren wirtschaftlichen Aufschwunges sorgsam die Schäße aufsammelte und sich gegen alle Pläne ablehnend berhielt. Die eine dauernde Verminderung der Einnahmen und eine dauernde Vermehrung der Ausgaben herbei, ühren mußten. Miquel war sehr freigebig in den außer ordentlichen Etats, weil diese teine dauernden Lasten bringen, aber vorsichtig, höchst vorsichtig in der Aufstellung des ordentlichen Etats. Er hat dadurch allen seinen Nachfolgern ein nachahmenswertes Beispiel einer umsichtigen Finanzverwaltung hinterlassen, und schon der jezige Eat der zweite unter der Leitung des Frhrn. v. Rheinbaben, eigt, daß der neue Finanzminister ganz in den Bahnen eines Amtsvorgängers wandelt. Ob außer dem Etat noch große Aufgaben erledigt verben, ist sehr fraglich, denn die Zeit ist furz bemessen. Die Rücksicht auf den Reichstag bedingte die Hinausschie bung der Haushaltsdebatte auf den jeßigen Termin. Es muß daher mit Hochdruck gearbeitet werden, wenn am rsten April alles durch beraten sein soll. Aber innerhalb es Etatsjahres werden sehr lebhafte Erörterungen stattinden. Der Minister des Innern wird wegen des Falles Löhning, der Kultusminister wegen des Schulparadieses u Trakehnen und der Landwirtschaftsminister wegen seimer Aeußerungen über den Kanal Rede und Antwort fehen müssen. An ,, großen Tagen" wird es also nicht jeblen. Weiterhin aber wird namentlich die Beratung des fultusetats sehr beachtenswerte politische Zeichen bringen. s muß sich hierbei offenbaren, ob die vielfach erwartete nnäherung zwischen den Konservativen und dem Zentrum fortschritte gemacht hat und wie weit sie gediehen ist. Belanntlich suchen diese Fühlung miteinander, um die Fatultative Simultanschule durch die obligatorisch ton fessionelle zu verdrängen. Im lezten Etatsjahre hat die e Annäherung ja bereits in der Streichung des Zuschusses n die Altfatholiten ihre Früchte getragen. Weiterhin murde in stürmischster Weise ein Volksschulgeset verlangt Bird man glaubte lange Zeit, daß dieses zur Wahlparole werden könnte. Wenn das auch nicht mehr zu erwarten ist, so deutet doch die ganze politische Konstellation in Breußen auf eine Konzentration der dem Liberalismus findlichen Parteien hin. Sicherem Bernehmen nach wird dem Abgeordnetenaue sofort nach seinem Wiederzusammentritt ein G- entwurf betreffend die Landestrauer zugehen. Die Politik. Rückkehr der Kronprinzessin Luise? = Aus Dresden tommt die Meldung, Prinz Johann Georg sei am Montag Abend nach Wien abgereist, wo et bis zum 15. Januar als Gast des Kaisers Franz Josef bleiben wird. Diesen Besuch bringt man in Fichsischen Hoftreisen mit einem Gerücht in Verbindung, die kronprinzessin Luise beabsichtige sich von Girɔn zu tennen und in ihre österreichische Heimat zurückzukehren. Seitdem die Kronprinzessin das faiserliche Wort des greifen Franz Josef hat, sie solle in Desterreich unbehelTigt und ihr ihre persönliche Bewegungsfreiheit gefichert bleiben, und seitdem sie dem Einfluß Girons mehr entrückt ist, erscheine ihr der Gedanke der Rückkehr nach Desterreich nicht mehr unannehmbar. Seitens des sachsischen Hofes geschieht alles, um die Kronprinzessin zu veranlassen, die Verbindung mit Giron auszugeben, und es scheint, daß ihr Anwalt Lachenal die Bestrebungen seines in Genf weilenden sächsischen Kollegen, des Vertreters des Kronprinzen, unterstützt. Ein Wiener Blatt weiß sogar mitzuteilen, daß im Salzburger Schlosse, also im Elternhause der Kronprinzessin, deren Mädchenzimmer, welche sie vor ihrer Verheiratung bewohnt hatte, neu hergerichtet werden. Der toskanische Hof lasse durchblicken, daß man von einem Arrangement der ganzen Angelegenheit nicht mehr weit entfernt sei. Von Giron weiß das Blatt mitzuteilen, er habe, ehe er an den sächsischen Hof fam, die Gattin eines Pariser Bankiers, die viel älter war als er, nach Südfrankreich entführt. Dann habe er sich als den Verführten hingestellt und von dem Gatten ein ansehnliches Schweigegeld erhalten. In Genf hat man der Prinzessin und Giron den Namen Monsieur et Madame Ruy- Blas beigelegt. Hollebens Rücktritt soll so wird in einem englischen Blatte allen Ernstes behauptet- mit Rudyard Kiplings deutschfresserischem Gedicht ,, Die Ruderer" zusammenhängen. Holleben soll seinerzeit der intellektuelle rheber des für sipling äußerst schmeichelhaften Telegramms Kaiser Wilhelms an Frau Kipling gewesen sein; nachdem sich jest herausgestellt hat, wes Geistes Kind Kipling ist, habe Holleben, der seinerzeit Kipling dem staiser gegenüber in den Himmel gehoben habe, zurücktreten müssen. In Amerika, wo man Kipling nicht sonderlich schäst, sei sollebens literarisches und psychologisches Urteil vielfach höhnisch glossiert worden. In der Tat hat noch erst ganz kurzlich ein Newyorker Gerichtshof über Kipling als Dichter ein vernichtendes Urteil gefällt. tinting hotte dag gen appelliert, daß einem ameritanischen Berleger das Recht zugesprochen war, Kiplingsche Gedichte iine Gedicht sammlung aufzunehmen. Der Appellationsgerichtshof wies Kiplings Berufung zurück; in der Verhandlung wurden Kiplings Gedichte geradezu als gegen den ästhetischen und poetischen Geschmack verstoßend bezeichnet. Der Richter erklärte, daß des Dichters letztes deutsch- feindliches Poëm„ Die Ruderer" an poetischen Wert nicht höher stehe als die Gedichte, in denen in den Zeitungen täglich Billen und andere Patentmedizin angepriesen werden.... Der Botschafter v. Holleben hat auf dem Dampfer Graf Waldersee" die Reise nach Europa angetreten. Der Dampfer führte die besondere Flagge, die sonst bei Anwesenheit eines Gesandten oder Botschafters an Bord gehiẞt wird, merkwürdigerweise nicht. Kein Attentat auf den König von Spanien. Ein Mordanschlag auf den jungen König Alfons von Spanien sollte, so hieß es in einer am Sonntag veröffentfichten Depesche des Wolffschen Bureaus, in Madrid ver übt worden sein. Als der König aus der Kirche zurücktehrte, habe ein gewisser José Cuellar Feito auf den zweiten der föniglichen Wagen einen Revolverschuß abgefeuert. In dem Wagen saß der Oberhofmarschall Herzog von Sotomayor. Die Kugel traf niemanden; che der Attentäter noch einmal schießen konnte, schlug ihm ein Leibgardist mit dem Säbel über den Stopf. Feito wurde verhafte eine Vernehmung ergab, daß die Auffassung, es handle sich um ein Attentat auf den König, nicht zutraf. Es handelt sich vielmehr um den gegen den Oberhosmarschall gerichteten Racheakt eines Unzurechnungsfähigen. Jeito leidet an Verfolgungs- und Querulanten. wahn; in seinen Taschen fand man Postscheine über eingeschriebene Briefe an Kaiser Wilhelm, den Zaren, den Präsidenten Roosevelt und andere Würdenträger. Feito ist auf Antrag seiner Frau auch schon im Irrenhause untergebracht gewesen. Er bestreitet übrigens energisch, Anarchist zu sein, und die polizeilichen Ermittelungen in Madrid haben denn auch ergeben, daß er keine Beziehungen zum Anarchismus hat. Wenn nun auch dieses Attentat sich als ein- allerdings nicht ungefährlicher- Irrsinnsstreich eines Geistesgestörten herausstellt, so herrscht in Madrid doch große Beunruhigung wegen eines anderen Vorkommnisses: Auf dem Madrider Güterbahnhof wurde nämlich in einer aus Barcelona am 6. Januar eingetroffenen kiste, deren Adressat nicht ermittelt ist, eine Dynamitbombe entdeckt. Man vermutet, daß ein anarchistisches Attentat bei der Beisezung Sagastas geplant war, für die bekanntlich auch die Teilnahme des Königs Alfons angekündigt war. In Spanien König zu sein ist wahrlich kein Vergnügen. Ein neuer Umschwung in Marokko! * Amtliche Nachrichten aus Tanger bestätigen, daß der Sultan seinen Bruder Mulay Mohammed plöblich hat verhaften lassen. Man wußte schon längst, daß Abdul Aziz der beste Bruder auch nicht ist. Daß er jetzt seinen Bruder wieder hat verhaften lassen, ist um so unbegreiflicher, als seine Lage gegenüber dem Aufstande sich neurbings wieder verschlechtert hat. Eeine Truppen sollen neuerdings von den Aufständischen geschlagen und in völliger Auflösung begriffen fein. Sie verkaufen dan Aufständischen ihre Waffen und Munition und machen sich dann aus dem Staube. Die Europäer sollen inzwischen auf dringendes Anraten der Gesandtschaften Fez verlassen haben. Die Burenantwort au Chamberlain. ( Die Buren geben endlich die optimistische Hoffnung auf, bei Joe Chamberlain und Konsorten menschliches Mitgefühl und Verständnis für Recht und Billigkeit zu finden. Statt die häßlichen Flecken, die Großbritanniens Echild im Burenkriege erlitten, durch Großmut und Milde vergessen zu machen, die dem durch nicht einwandsfreie Mittel zum Triumph gelangten Sieger doppelt gezizmenstatt dessen offenbart Chamberlain auch weiterhin Die Brutalität und den Burenhaß, den er in dem gmzen Südafrikahandel an den Tag gelegt. Die Selbstdemü tigung der Burenführer vor dem Todfeinde ihres Landes hat nichts gefruchtet, das sehen sie jetzt selbst zähne Inirschend ein. In einer neueren Burenversammlung in Pretoria hoben die Burenführer hervor, es sei offenbar, daß Chamberlain über die in den Friedensbedingungen gemachten Zugeständnisse nicht hinauszugehen gebenbe; es sei daher nuẞlos, neue Forderungen aufzustellen. Sie könnten den Buren nur raten, sich in cie Lage zu fügen und zusammen mit der britischen Regierung an der Wohlfahrt des Landes zu arbeiten. Zusammen mit der bri tischen Regierung," so sagen die Eurengenerale jept. Wenn sie im innersten Herzen hoffen, daß der Tag der Vergeltung kommen wird, der Tag, an dem sie an der Wohlfahrt des Landes arbeiten gegen die britische Re gierung wer will ihnen das verdenken?- Angesichte der Sachlage hat übrigens eine Johannesburger Buren versammlung besa, lossen, auch fernerhin an Europa die dringende Bitte um Unterstüßung der Witwen und Waisen zu richten. Die europäischen Kulturnationen werden den Bittenden nicht versagen, was englische Brutalität ihnen pflichtvergessen nicht gewähren wollte. Kurze politische Nachrichten. • Nach einer Meldung aus Caracas ist die ve nezolanische Regierung davon in Kenntnis gesetzt worden, daß die Mächte nicht beabsichtigen, die Blockade vor der Ankunft Bowens in Washington aufzuheben. Bowen hat am Montag unter großen Kundgebungen der Angehörigen sämtlicher fremden Kolonien Caracas verlassen. Präfident Castro gab ihm mit dem gesamten Kabinett das Geleit zum Bahnhof. * Wie aus Paris gemeldet wird, beabsichtigt die Regierung nicht, wie man ihr unterstellt hatte, eine Begnadigung der 1900 des Landes verwiesenen nationalistischen Revolutionäre Déroulède, Buffet, Guerin und de Luc- Saluzes den geseßgebenden Körperschaften vorzuschlagen. * Der amerikanische Schiffahrtstrust regt sich: Er hat auf einmal 12 Dampfer von zehntausend bis zwölftausend Tons im Werte von 24 Millionen Dollars, und zwar 6 in Amerika und 6 in England, in Auftrag gegeben. Auf eine Anregung des Trustes dürfte es auch zurückzuführen sein, daß die von dem Trust abhängigen und mit ihm liierten- weftameritanischen Eisentahnen übereingekommen sind, die Geschwindigkeit der Frachtzüge um 20 Proz. zu ermäßigen und weniger, aber längere Züge abgehen zu lassen. Nab und Fern. Das Ende einer Hochstaplerin. In Berlin machte im Polizeigewahrsam eine angebliche Frau von Landau" durch Erhängen ihrem Leben ein Ende. Sie stand unter Anklage, viele Geschäftsleute unter falschen Vor piegelungen geschädigt zu haben. Man erkannte auf der Kriminalpolizei in ihr eine abgefeimte Hochstaplerin, die Jahre lang die Strafbehörden vieler Länder beschäftigte. In vielen Großstädten trat eine junge Dame auf, die sich bald Frau von Sanden oder Geheimräfin von Stein, bald Geheimrätin von Suls- Bodenburg nannte. Ihr Mann war hier Rittergutsbefizer, dort ein Rittmeister a. D. und schließlich Ingenieur. Ihre Trauung verlegte sie einmal nach Hamburg, ein anderes mal nach dem Hang und endlich nach London. Ihr gewandtes Auftreten unb der adlige Name verschafften ihr überall Zutritt und in Hotels und großen Geschäften einen ausgedehnten Kredit, ihr hübsches Aeußere auch viele Verehrer. So blühte ihr Schwindel und sie lebte einen guten Tag, auch dann noch, als sie in Holland, in der Schweiz und in anderen Ländern schon als eine Hochstaplerin, die Buchhalterin Jeanette Marchand, die Tochter eines Handelsmannes aus Neviges im Kreise Mittmann, entlarot war. Als der falschen Frau von Landau in Berlin ihr Sündenregister vorgehalten wurde, und sie das Zuchthaus vor sich sah, zog sie es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. () Verhafteter Raubmörder. Aus Thon wird gemeldet, daß einer der Doppelraubmörder, die zu Abbau Rosenberg das Ackermannsche Ehepaar ermordet und beraubt haben, bei Strasburg ergriffen ist. Es ist der russische Arbeiter Jablonski. Er wollte bei Solkowsko die Natürlich," fiel er ihr fühl ins Wort. Sie find Aussprache wünsche mit jemand, der mit alten Freunden würden Sie es sehr erflärlich finden, daß ich eine furze fonnte, und dennoch, wenn Sie nur ein wenig nachdächten, in Verlegenheit, zu wissen, was ich Ihnen zu sagen haben teht!" wenn ich meine Unterhandlungen mit Ihnen nicht Abschluß bringen fann." 1111t zum als ob ſein Antlig ihr zuwider sei. einer verächtlichen Geste, die Augen von ihm ab,, Sie wollen mir Bedingungen vorschreiben," rief ſie Jch, Walter Bryant, will wendend, ift es," läch bis sie sich soweit erholt, um durch Ar für ihre Besie nicht wieder stören werde, ihrem Mädchennamen auf, fest überzeugt, daß ihr Gatte frästigt fühlte, fehrte sie zur Bühne zurück und trat unter dürfnisse sorgen zu fönnen. Als sie sich hinreichend gegun daß auf diesem Wege sich ihr S möglichkeit bieten in der Hoffnung, , Sie zogen alls sie war gedeihen; aber es war zu spät. wieder; längere Zeit Wind und Wetter und der bitteren war. Ihre Schwester ließ ihr die sorgfältigste Pflege anHände sie ins Bett, während sie nur halb bei Bewußtsein durchnäßt bis an die Haut; dann hoben die mitleidigen te dürftigen leider Ihre Kräfte fehrten nicht ruffische Grenze überschreiten, wurde aber gefast. Dit zweite Raubmörder fann über die Grenze entkommen sein. *[ Eine verzwidte Ordensgeschi.] Der erfolgreiche französische Dramatiker Pierre Wolff sollte, wie im ,, Matin" erzählt wird, schon wiederholt durch das Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet werden. Bei jedem Ordensregen wurde sein Rame genannt, seine Freunde wünschten ihm schon vorher Glück und Segen zu der schönen Knopflochzierde wenn aber dann der Staatsanzeiger" erschien, war Pierre Wolff wieder nicht unter den Dekorierten. Einer seiner Freunde, der im Nebenamte Abgeordneter war, faßte sich eines Tages ein Herz und fragte den Unterrichtsminister: ,, Warum, in aller Welt! haben Sie Pierre Wolff nicht deforiert?" ,, Warum ich Wolff nicht deforiert habe?" erwiderte dieser.... D! ich möchte schon... aber, sehen Sie, es giebt Dinge, die.... Es giebt Bolizeiberichte..." Man muß nämlich wissen, daß tein Ehrenkreuz verliehen wird, ohne daß man durch die Polizei bei dem Pförtner, bei dem Schneider und bei der Milchfrau des Ordenskandidaten nachforschen läßt, ob die Nachbarschaft nicht von irgend einer bösen Tat des. Herrn Soundso Kenntnis hat. Der würdige Polizeimann, der die Taten und Worte des Dramatifers Pierre Wolff zu überwachen hatte, hatte nun etwas sehr schlimmes berichtet: Besagter Pierre Wolff soll im Café Terminus in einer einzigen Nacht 18 000 Frcs. im Poker verloren haben." Wie kann man einem Herrn der Bofer spielt und noch dazu verliert, das Kreuz geben!.... Ja, wenn er noch gewonnen hätte, dann vielleicht... Nun geschah es aber, daß ein anderer Polizeimann eine fürchterliche Entdeckung machte: der Wolff, der Poker spielt und sein Geld verliert, ist gar nicht der Dramatiker Wolff, sondern, ein Namensbetter, der noch nicht das kleinste Drama auf dem Gewissen hat. Man hofft also start, daß Pierre Wolff diesmal beglückt werden und das langersehnte Kreuzchen erhalten wird. D[ Amerikanische Reporter- Fantasie.] Schaudervoll, höchst schaudervoll ist folgende Geschichte, die ein Newhorfer Blatt erzählt. Der Kapitän Clarkoon und der Ingenieur Metrolins s.I ten sich schlagen Metrolins hatte. die Wahl der Waffen und wählte Dynamit, einfach Dynamit. Zur bestimmten Stunde trafen sich die grimmigen Feinde, jeder mit sünf Tynamitpatronen bewaffnet, auf dem Schlachtfelde. Die Zeugen und der Doktor kletterten auf die höchsten Bäume und das Duell begann. Die beiden ersten Patronen blieben wirkungslos, aber die Detonation der dritten war entseßlich, grauenhaft. Die Zeugen fletterten rasch von ihren Beobachtungsposten herunter und der Dottor brach in der Eile ein Bein. Die Zeugen fanden den Kapitän Clarkson zu Brei zerschmettert. Der Ingenieur Metrotins war spurlos verschwunden, von seinem Erdendasein gab nur noch ein zerrissener Stiefel Kunde. Die Zeugen erklärten darauf feierlich, daß der Ehre Genüge getan sei. Kurzes Allerlei. Am 1. April d. J. tritt der Kommandeur Janzen der Lotsenstation zu Warnemünde in den Ruhestand. Er hat sich um das Rettungswesen zur See große Verdienste erworben. Er hat im Laufe der Jahre mehr als hundert Personen einem sicheren Untergange entrissen. Der nunmehr 75 jährige held reitete noch vor zwei Jahren eine ganze in Seenot befindliche Schiffs= mannschaft. Reiche Katholiken in Neapel haben dem Papst einen funstvoll gearbeiteten Topas zum Geschenk gemacht. Der Stein wiegt 1 Kilogramm und 734 Gramm und weist das Bild des Erlösers auf, der das heilige Abendmahl verteilt. Das Geschenk tostet 320 000 Mart. Vermischtes. orange verschwand, wird von dem ihr gegenüber ge= sessenen Studenten, der ihr das Taschentuch aufhob, dringend um ein Lebenszeichen gebeten unter: Süßes Schnuichen, Verlag der Kellnerin, Maistr. 16." Solchen Annoncen- es sind deren gleich in der ersten Nummer vier an der Zahl hat dieses Fachorgan" eine eigene Rubrif Seufzer- Ecke" gewidmet, die mit der Abbildung eines kosenden Liebespärchen geziert ist! [ Anekdoten von Viktor Emanuel dem Zweiten.] Anläßlich der 25. Wiederkehr des Todestages Victor Emanuels II. erzählen die italienischen Blätter zahlreiche Anekdoten von dem Rè Galantuomo". Zwei der besten seien hier wiedergegeben. Der König pflegte zur Illustrierung des Muiterwizzes der Mailänder folgendes nette Geschichtchen zu erzählen: Ich wohnte im Jahre 1861 in Mailand einer Parade bei. Licht vor mir stand ein Regiment, das fast ausschließlich aus lombardischen, vor allem aus Mailänder Soldaten bestand. Zwei Soldaten knüpften nun, ohne sich zu rühren und während sie mich fest ansahen, ein Gespräch an, das ich, obwohl es ganz leise geführt wurde, Wort für Wort hören konnte Sie wissen ja, ich höre sehr gut. Sieh nur," sagte der eine der beiden Soldaten im schönsten Mailänder Dialekt zu seinem Nebenmanne, jieh nur, wie unser König dick und fett wird!"- ,, Kunststück!" erwiderte der andere, ,, wie soll der nicht dick und fett werden?! Ein Mensch, der jeden Tag eine Provinz einnimmt." Noch lustiger ist folgende Anekdote: In und um Neapel ist es Sitt: in jedem Hause, daß man einem Besucher, der irgend etwas im Hause bewundert, den Gegenstand mit den Worten anbietet: Er gehört dir!" oder„ Nimm es hin!" Natürlich ist das weiter nichts als eine Höflichkeitsphrase und es wird feinem Menschen einfallen, den angebotenen Gegenstand wirklich zu nehmen. Eines Ta ges jagte Victor Emanuel in der Nähe von Neapel und hielt zur Mittagszeit Rast in einem Bauernhause. Während er sein Frühstück verzehrte, wurde der König von zwei hübschen Kindern aus angemessener Entfernung schen bewundert. Der König rief die Kinder zu sich heran, streichelte ihnen den Kopf und sagte zu dem Bauern: ,, Sind das deine Kinder?"- ,, Sie gehören dir, Majestät," erwiderte dieser unverzüglich.- ,, um Gotteswillen," erwiderte darauf der König, indem er lachend abwehrt:, ,, ich erinnere mich nicht, schon jemals hier gewesen zu sein!" T[ Ein eigenartiges Fachblatt] scheint das in München jept neu erscheinende Wochenjournal ,, Die Kellnerin" zu fein, das die Interessen des gesamten Kellnerinnenstandes vertreten will. Den berechtigten Bestrebungen, den Gefahren und Schäden des Kellnerinnenberufes entgegenzuwirken, wird aber ein schlechter Dienst erwiesen burch Annoncen wie folgende: Jenes Servierfräulein, welches vergangenen Samstag Abend 6 Uhr am Bahnhofsplatz eiliait die Trambahn verließ und im G0] Dr. Rumseys Patient. Noman von Dr. Halifar und T. L. Meade Autorisierte Bearbeitung von T. Weßner. Er öffnete. Ge= ( Rachdrud verksten) „ Es thut mir leid, daß ich Dich nochmals stören muß, aber Du mußt sofort mit mir kommen. Wer, meinst Du, ist soeben gefonimen?" Professoren und Politik. Unter diesem Titel bringt die„ Täglich Rundschau" in ihrem Morgenblatt vom 8. Januar folgenden Artikel, der auch für Gießen von Interesse sein dürfte. Die„ Tägl. Rundschau" schreibt: Aber dann Aus unsern Parlamenten sind die Professoren so gut wie verschwunden. Ein paar giebt es ja ihm Reichstage, ein paar auch hier und da in den Landtagen. sind es zumeist Männer, die ihre Bedeutung nicht gerade als Hochschullehrer errangen; die wissenschaftlichen Sterne leuchten unseren Parlamenten nicht mehr. Manche pflegen das für einen wünschenswerten Zustand zu halten; es hat sich sogar, dem ,, mulier taceat in ecclesia" vergleichbar, eine Art allgemeine Meinung gebildet, die den Professoren in öffentlichen und staatlichen Dingen am liebsten überhaupt den Mund verbieten möchte. Die allemal, sobald den einen oder anderen von ihnen die Lust anwandelt, zu Fragen, die jedermann aufs tiefste bewegen, vom Standpunkt seiner wissenschaftlichen Erkenntnis und der ernsten Arbeit eines ganzen Lebens ein Wort zu sprechen, die ProfessorenWeisheit" mitleidig beiseite schiebt oder sie mit dem Lächeln unendlicher Ueberlegenheit der Verachtung von Gevatter Schneider und Handschuhmacher preisgiebt. £[ Der erste Schritt zum ewigen Frieden.] Die Aera der Abrüstungen in Europa beginnt: der Fürst von Monaco hat beschlossen, seine ganze Armee am 1. J. li 1904 aufzulösen oder genauer dem Polizeiforps einzuverleiben. Das Kriegsheer von Monaco umfaßt zwei Korps: das der Ehrengarde unter dem Befehl des Obersten Grafen de Christen, ehemaligen Obersten der Pariser Garde républicaine, besteht aus 75 Mann, einem Hauptmann und zwei Leutnants. Das Korps der ,, Carabiniers", g'i( f Is 75 Mann starf, steht unter dem Befehl eines Majors. Dazu kommen noch die Lischmannschaft, bestehend aus fünfzig Mann, und das militärische Gefolge des Landesherrn, zu dem auch noch der Befehlshaber der fürstlichen Jacht, ein englischer Fregattentapitän, der einzige Ausländer, gehört. Die Armee von Monaco wurde bisher in Kriegszeiten dem französischen Heere einverleibt, das nach der Auflösung des fürstlichen Heeres zusehen mag, wie es diesen Ausfall wird decken können. " Ich habe keine Ahnung", stammelte er verwirrt. " Ein alter Freund von Dir und mir, Dr. Rumsey." " Rumsey ah!" versetzte Audrey, erschreckt auffahrend. Das ist ein Verbündeter, der unbedingt auf Deiner Seite tehen wird!" Auf meiner Seite?" fragte die Baronin erstaunt, die nicht begriff, was er meinte. Ich kann mich iezt nicht deutlicher erklären. Ich möchte Numien sprechen, Maggie. Ihn fann ich etwas fragen, was ich Dich nicht fragen fann- bitte ihn, er möchte gleich zu mir Toяmen." „ Er wird sofort tommen", gab sie zurück.„ Ach, ich bin so froh, daß er hier iſt." Sie lief schnell in das Haus zurück, und traf den Arzt in der großen Halle. Ich gratuliere Ihnen von ganzem Herzen, meine liebe, gnädige Frau", begrüßte Dr. Rumieb sie, ihr schnell entgegen gebend. Ihr Brief enthielt so erfreuliche Nachrichten, daß ich nicht umbin fonnte, schnell einmal nach Großhofen zu fahren und mir meinen sonderbaren Batienten anzusehen. Ich nenne Ihren Herrn Gemahl noch immer meinen Patienten. Ist es wirklich wahr, daß er vollständig gesund ist?" - Baben dem Nabilali Schleswig- Holstein felbft die Frankfurte ligere Nachwelt fo nicht auch ein fehr in ihren Berfaffung gelief rt, daß man Reich, nachdem jene Not eines heiligen Und das alles worden sein? Ein - hatte bie Deutsc zur Brehrung des und heilige Sache" Beutzutage aber fol die hoch zu Roß di Weisheit in Erbpad birgspfarrer. Dorr a. D., die von Ba oder Bigarrenframers freilich, daß die Po der Wissenschaftraten fann. Wer f durch die stenograph oder beffer noch du von den Kommissions rascht gewesen sein, Argumente von den legentlich find es fog jeber hochgelehrte M Wochen haben un Wiederkehr der Fra Teil der Versamml man noch lange nich halb bleibt es doch gangenheit und ein R Es ist nicht ganz leicht zu sagen, wie diese Meinung sich bildete. Ihre ersten Anfänge mögen sich vielleicht noch aus den Zeiten von Rants historisch politischer Zeitschrift" herschreiben, der von seiner fühlen weltenfernen Höhe die heißblütigeren liberalen Kollegen als nicht recht ernst zu nehmende Theoretifer abzufertigen pflegte. Dann brach, als das Wert der Frankfurter Nationalversammlung scheiterte und den Dahlmann und Arndt mißlang, was in jenen Beitläuften wohl auch den Blut- und Eisenmännern( heute würde man sagen: dem„ starken Mann") nicht gelungen wäre, die Entrüstung der Enttäuschten über die Professoren los. Und als dem Hoffen von Generationen dann endlich seine stolze Erfüllung ward, da verblaßte- ein ganz natürlicher Vorgang vor dem Glanz der Gegenwart das erfolglose Mühen der Vergangenheit und immer nachdrücklicher begann sich jene Meinung festzuseßen, die der Väter ehrliches Ringen gering zu werden geneigt war. Von einem Extrem glitten wir allmählich in das andere hinüber. Einst hatte unser öffentliches Leben an dem llebermaß der Leute von gelehrter Bildung gelitten und dadurch einen stark doktrinären Bug erhalten; jest gerieten wir in Gefahr, die sogenannten„ Männer der Praxis" zu überschäßen und näherten uns langsam, aber sicher den Gefilden, da über Banaufen der Klopffechter gebeut. Für jedes törichte Stücklein, das sich in der beispiellosen Erregung der Konflitte zeit( die zeitweilig doch selbst treuen Männern wie Treitschte das Urteil getrübt hat) die Virchow oder Mommsen geleistet, bewahrte man ein allzu gutes Gedächtnis; von dem Großen aber, was in einem halben Jahrhundert deutscher Geschichte Professoren durch ihre Lehre und mehr noch durch ihr Vorbild und Leben an einem staatlosen und doch mit allen Fasern nach einem wirklichen Staat verlangenden Geschlecht gethan, schwand uns jede Erinnerung. [::][ Die Presse in Aegypten.] In einer Statistik der arabischen Zeitschrift ,, Al Machrig" wird festgestell, daß Aegypten gegenwärtig 120 Zeitungen und Zeitschriften besigt. 87 Savon sind arabisch geschrieben, die andern französisch oder englisch. Unter den arabischen haben 3) einen politischen oder kommerziellen Charakter, 2 sind humo ristische Blätter, 17 sind im Dialekt geschrieben, 10 sind religiösen Inhalts, 7 behandeln juridische, 5 medizinische, 2 landwirtschaftliche Fragen; außerdem gibt es ein feministisches Blatt und ein Freimaurer- Organ. Tie eng lischen und französischen Blätter sind fast alle politisch. Margarete blickte ihn mit ihren großen Augen ernst an. " Bor einer halben Stunde noch würde ich Ihre Frage ummbedingt sofort mit" ja" beantwortet haben", versezte sie zögernd, aber jest-" fie stoďte. baben sich die alten beängstigenden Symptome wieder gezeigt?" fragte ber Arzt. Der Frauenmörder Vidal, der bekanntlich vor nicht langer Zeit in Nizza wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, ist jetzt zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Nein, das nicht gerade. Bielleicht war die Aufregung, welche uniere Rildfehr hierher nach fich zoa, zuviel für Roberts Nerven. Wollen Sie einen Augenblid mit mir in die Bibliothek treten, Derr Doftor?" - Ein Boot mit 19 Hochzeitsgästen, die den Sebufluß bei Mehedia in Marokko befuhren, wurde von der Strömung ergriffen und kenterte. Sämtliche 19 Insassen sind ertrunken. Sie öffnete die Thür und trat ein. Doktor Rumsey folgte ihr. " Ich schrieb Ihnen von unterwegs", fuhr Margarete fort, daß meines Mannes Gesundheit von Tag zu Tag erfreuliche Fortschritte machte. Er genas allmählich an Körper und Geist. Heute morgen noch dünfte er mich der körperlich Gesundesten und geistig Tüchtigsten einer. Sie wissen, Herr Doftor, in den fünf Jahren, da die düsteren Wolfen seinen Geist umschatteten, hatte er weder Lust zum Lesen noch überhaupt zu einer Be schäftigung irgend welcher Art. Jest interessiert er sich lebhaft für alles, er hat sich als Kandidat für Großhofen aufstellen lassen und ist heute als solcher ins Parlament gewählt worden. Das flingt alles recht verheißungsvoll, meine gnädige Frau", entgegnete der Arzt, aber ich glaube, aus Ihren ernsten Dienen zu schließen, daß eine geheime Sorge Sie bedrückt." Ja, Herr Doktor, dem ist leider so. Sein Wefen gefällt mir bente abend garnicht. Den ganzen Tag war er in Geschäften abwesend. Statt nun nach seiner Rückkehr wie gewöhnlich zu uns zu fommen und mit uns zu essen, schloß er sich im Bureau ein. Dort weilt er jegt noch. Er arbeitet nicht, er grübelt nur über etwas nach und sagt, er müffe erst ein moralisches Problem lösen, und bevor er das nicht erreicht, will er das Bureau nicht verlassen." „ Er übertreibt es, wie mir scheint", warf der Arzt ein. „ Das ist auch meine Ansicht, Herr Doftor. Ich sagte ihm soeben, daß Sie angekommen feien; er bat mich, Sie fogleich zu ihm zu schicken. Wollen Sie gehen?" " Aber mit Vergnügen." „ Sie müßten eigentlich erst eine Kleinigkeit effen." „ Nein, danke, iegt nicht, gnädige Frau." - dies dünfelhaft weisheit" und Profe ber„ Männer der P fehends ärmer on r worten und lönende sessen, der all der Nationalöf Quesnay ruft, riges Original. und Staatswissenscha nur zum Segen gere Brofefforen und Bol viel zu früh der Wif zweiten Eisenache V politik dies Verhältni Und sie haben Großes gethan an unserm Volk die deutschen Professoren, und es steigt mir jedesmals wie heiße Scham ins Gesicht, wenn ich in den Blättern den billigen Wißeleien über Professoren Weisheit" und" Professorenpolitik" begegne, die jeder Bruder Bauer zu verachten das hehre Staatsbürgerrecht habe. War es nicht ein deutscher Professor, J. G. Fichte, der noch unter dem Wirbel der französischen Trommeln den Plan entwickelte, den König von Preußen als einen Zwingherrn zur Deutschheit" an die Spitze des g samten Vaterlandes zu stellen; nicht ein anderer Professor& M. Arndt, der mit seinen zündenden und doch so weihevoll herzstärkenden Liedern unsere Helden in den Freiheitstampf geleitete? Und als dann zum Lohn für so viel Erhebung und Begeisterung unendlich trübe Jahre über unser Volk hingingen: wer hielt den Glauben an die Zukunft der Nation aufrecht? Wer verförperte den 8erflüfteten und Boneinandergerissenen das deutsche Gewissen? Wer wehrte in Hessen, Hannorer und Die Baronin geleitete Dr. Rumjev auf einem Seitenwege in das Wirtschaftsgebäude. Die Thür zum Bureauzimmer war diesmal nur leicht angelehnt. Margarete trat ein, der Arzt folgte ihr. Nun, lieber Freund", begrüßte der letztere in seiner jovialen Weise den Baron, ich freue mich von ganzem Herzen, Sie wieder auf Ihrem alten Blaze zu finden. Der Brief Ihrer Frau Gemahlin enthielt so erfreuliche Nachrichten, daß ich der Berfuchung. Sie wiederzusehen, nicht widerstehen fonnte." " Ich fühle mich wohl und munter", entgegnete Audrey. Bitte, nehmen Sie Blab, lieber Doktor. Maggie, bist Du böse, enn ich Dich bitte, uns ein Weilchen allein an laffen?" 20 ,, Nicht im geringsten, Robert", verfekte sie lächelnd.„ Ich vertraue Dr. Rumsey voll und ganz, er wird Dich schon zur Vernunft und zum Aufgeben Deiner Grübeleten bringen!" Sie weiß nicht, was sie spricht", dachte ihr Gatte tummer voll bei sich. Er geleitete fie bis an die Thür und verschlok diese hinter ihr. && ist eine seltsame Fügung, Herr Doktor", begann er, als er mit Dr. Rumsey allein war, daß Sie gerade in dieser Stunde mich aufsuchen. Sie waren mit mir in den furchtbarsten Stunden meines Lebens, als mein Körper und mein Geist Schiffbruch erlitten Sie tommen jetzt, wo mein moralisches Gefühl entweder Schiffbruch leidet oder- den Sieg davonträgt." " Ihr moralisches Gefühl Schiffbruch leidet oder den Sieg davonträgt?" wiederholte der Arzt mit fragendem Blick.„ Wie soll ich das verstehen?" Ach, lieber Doktor, ich bin der unglücklichste Mensch auf der Welt, ich trage ein schreckliches Geheimnis mit nur herum." * AH-" Ja, ein schreckliches Geheimnis. Bird dieses offenbar, so bricht meiner armen Maggie das Herz, und das alte, stolze Geschlecht der Audreys fällt zusammen von mir, dem legten seines Stammes, garnicht zu sprechen." Wollen Sie mir Ihr Vertrauen schenken, Andrey?" fragte Dr. Rumsey nach einer Bause in ernſtem Tone. Ich fann nicht! Ich kann aus dem einfachen Grunde nicht, weil Ihnen- wenn ich Ihnen alles erzählt als Ehren mann garnichts anderes übrig bleibt, als den sofortigen Zusammenbruch herbeizuführen." Sind Sie auch sicher, daß Sie nicht abermals unter dem Einfluß einer Hallucination stehen?" Nein, Dofter, nein! Wollte Gott, dem wäre so!" stöhnte der Baron. Sie sehen allerdings gesund aus, gefund in jeder Hinsicht", versezte Dr. Rumsey, nachdem er seinen Batienten auf das schärfte beobachtet hatte. Wie vorteilhaft Sie sich verändert haben! Wenn ich damals nicht mit eigenen Augen gefehen hätte, in welchem elenden Zustand Sie sich befanden, id mirde eine solche - folche Wiedergeburt möchte ich sagen wirtlich nicht für möglich halten. Sie seben frisch und jung aus, find voller und breiter geworden, und was für Muskeln Sie haben! Wunderbar einfach wunderbar!" „ Nicht dire ressen der bef gewohnt und dazu ungen als Glieder sind wir dem J hohem Maße ausg eine Unfehlbarkeit wir doch den Anspr heit der sogena verwirrung zur ift nights and Durchdenken v wärtiger einge ** Giessen Mittwoch, den Uhr findet im Sigung eine öffentliche Sigun gender Tagesordnung Ober- Mörlen gegen lonzessionsgesuch des 3. such des Johan jum Branntweinland Gießen um Gclaubn ju Lollar. ** Die überfeifd manr& Intereffen auf Um nun jungen Leute mejen in genügendem u geben, einen Ein Sh fejungen zu thun, Flottenvereins, jeder bezgl. Auskunft jederzeit gern bereit. Das Schliers ginnt, bringt in den redt angenehme Abwed frage nach Billets für ine recht rage, und di für das Schlierfeer- Go neue Boltsstück Das bringt, rechtzeitig au fi -0- Bei dem Martte waren Bef Christian Noll Dienstmann mit der Gießen, den Großherzo Ein braver I welcher Buchdrucker lerr fann in die Lehre treten. Gichener Neueste Nachr Gin fünf Monat alter Yorkshler Zuoh bertaufen. Hermann Becker, Burkhar litit. Rundschau" genden Artikel, - Baden dem Radikalismus und trug im meerumschlungenen Schleswig- Holstein die nationale Sturmfahne voran? Und selbst die Frankfurter Nationalversammlung, die eine glüdlichere Nachwelt so gern verspottet hat sie im einzelnen nicht auch ein sehr ansehnliches Tagwert vollbracht; nicht in ihren Verfassungsentwürfen so tüchtige gelehrte Arbeit gelief rt, daß man sie einfach übernehmen fonnte, als das Reich, nachdem jene sehnsüchtig ausschauten, endlich aus der Not eines heiligen Krieges erstanden war? . Die„ Lägl. ofefforen so gut ihm Reichstage, 1. Aber dann ng nicht gerade ftlichen Sterne Mandhe pflegen halten; es hot vergleichbar, Den Profefforen bsten überhaupt obald den einen - " Und das alles sollte heute so ganz und gar anders geworden sein? Ein deutscher Professor F. C. Dahlmann hatte die Deutschen erst politisch denken gelehrt und sie zur Berehrung des Staates erzogen, der eine tiefsinnige und heilige Sache" sei und ein Vermögen der Menschheit". Heutzutage aber sollten nur noch die pensionierten Offiziere, die hoch zu Roß die rura paterna abreiten, alle politische Oder die bayerischen Gezu Fragen, die Weisheit in Erbpacht besitzen. n Arbeit eines " Schweine. Der nächste Markt findet am 20. Jan. 1 gerichtliche Untersuchung ist bereits im Gange und dürften statt; am legten Tage auch Krämermarkt. schwere Bestrafungen folgen. ** Gefellenprüfung. Am Samstag fand in Marburg eine Gesellenprüfung in der Schlosserinnung statt. Der Prüfling Balthasar Rühl aus Treis a. d. Lumda hatte seine dreijährige Lehrzeit bei dem Schlosser meister Hamel in Beltershausen beendet und bestand seine Prüfunß mit ausreichend". ** Auf sein Dasein hat sich der Winter nun doch wieder besonnen, wie uns die in verflossener Nacht eingetretene fältere Witterung anzeigt. Und es ist ein Glück, daß wieder ein schärfres Regiment der oberen Regionen einsetzt, denn nicht nur die außerordentlich zahlreich Verschnupften und die Influenzafranken mußten sich schließlich zu der Einsicht bequemen, daß die wassersüchtige Milde des Winters nicht nur Unheil bringen muß, sondern auch die Natur begann bereiis zu leiden. Neueste Nachrichten. Breslau, 12. Jan. Der Herzog von Ratibor sieht sich gezwungen, aus dem Bunde der Landwirte aus zuscheiden. In der hier tagenden schlesischen Provinzialversammlung des Bundes verlas der Vorsitzende einen Antrag, nach dem die Versammlung dem engeren Bundesvorstande für sein energisches Gintreten im Kampfe um den Zolltarif ihren Dank und ihr Vertrauen ausspricht. Der Herzog bemerkte dazu, daß er, wenn dieser Antrag durchginge, aus dem Bunde ausscheiden müsse. Der Antrag wurde troßdem einstimmig angenommen. " Stettin, 12. Jan. Die Direktion des Stettiner Bulkan" erklärt, daß sie allen Einwirkungen auf die Krupp zu unterzeichnen, völlig fernsteht. andpuntt seiner birgspfarrer. Doer die Former, E sendreher und Mechaniler Die reichliche Bewässerung der letzten Tage, dazu die Arbeiter, die bekannte Adresse an den Kaiser in Sachen Profefforen it dem Lächeln von Gevatter a. D., die von Partei wegen das Gewerbe des Bierwirts oder Bigarrenfrämers betreiben! Wer näher zusieht, findet freilich, daß die Polit t auch heute nicht der Fühlung mit der Wissenschaft mitunter sogar ihrer Führung entraten fann. Wer sich einmal zu wissenschaftlichen Zwiden milde Temperatur wirkten schon recht lebhaft auf die Entwicklungsthätigkeit der Natur. Ein weiteres Anhalten der lauen Witterung würde die Triebkraft der Natur nur verstärkt und später bei der unausbleiblichen kälteren Temperatur all das vorzeitige Leben gleich Wien, 12. Jan. Nach Gerüchten, die in hiesigen Hoffreisen zirkulieren, sollen zwischen der Gräfin Stefanie Lonyay, früheren Kronprinzessin Stefanie, und ihrem Gemahl ernste Differenzen bestehen. Graf Lonyay habe bi deiginung ſtenographischen der Bet no ober, beffer noch burd, bie Anlagebambe& bearbeitet, que bettet her Musicht geftigen werbepunte war aufbfelt, opine zingabe des Reijegiets perlaſſen. fernen Höhe die rascht gewesen sein, wie häufig die ernsten Politiker" ihre erster Ordnung er rift von den Stom harch ducharbeitete, bie berichtet haben. A hat gene einen, fritiſchen Lag lung scheiterte Wien, 12. Jan. Man denft in den leitenden lassen die Anzeichen auf energischere Stellen unserer Armeeverwaltung ernstlich an die Mög Nun ist gewiß nicht hoffentlich erfüllen werden. donien für dieses Frühjahr und eines llebergreifens hochgelehrte Mann ein Politiker ** Jahreszahl 1903 wie derselben in Dann brach, als legentlich sind es sogar ihre besten hairmen Beit: Wochen gaben ung bagger Butter( er bie lebten Babenfumigate, aber der perrschaft der Ungside nigta( Grate Bieberlehr der Frankfurter Beitläufte, tufo ber fütite Bear biger at met die unie 19043 die Profefforen man noch lange nicht für wünschenswert zu halten. Teil der Versammlung, du profeffor a befander fünfte ergiebt 13, teilbar ift 1903 blok burch, 11( 173), und bie die der Bäter hinüber. Einſt maß der Leute einen ſtart in Gefahr, die berschäßen und filden, da über ir. Von einem Des= Ver- aus der Zahl 1903 nicht ziehen. Summe 1+ 7+ 3 ergiebt wieder 11. Eine Wurzel läßt sich n dann Gegenwart das ein gang gangenheit und ein Raub an schönen deutschen Erinnerungen mmer nachbrüd dies tünfelhaft wegwerfende Abthun der„ Professoren weisheit" und Professorenpolitit". Unter der Herrschaft der„ Männer der Praxis" wurden unsere Parlament? zu sehends ärmer on neuen Gedanken und reicher an Echlagworten unb tönenden Bhrasen. Herr Röbler aus eisen, der allen Ernstes nach einer Umfehr ber National ökonomie bis zurüd zum seligen Quesnay ruft, ist leider mehr als ein schnur rige Original. Ein paar Professoren der Geschichtsund Staa: swissenschaften könnten on heh n Versammlungen nur zum Segen gereichen. Denn im Grunde steht es um Professoren und Bol tik noch genau so, wie 1873, da der viel zu früh der Wissenschaft entriss ne Adolf Heid auf der zweiten Eisenache Versammlung des Vereins für Sozial politik dies Verhältnis also schilderte: jedes törichte gung der Kon Männern wie oder Mommsen htnis; von dem undert deutscher nehr noch durch und doch mit rlangenden Be nserm Volt die mals wie heiße ern den billigen Professoren verachten das ht ein deutscher em Wirbel der den König von chheit" an die en; nicht ein seinen zünden Liedern unsere Und als dann erung unendlich wer hielt den ht? Wer ver ergeriffenen das Hannorer und lächelnd.„ Ich Dich schon zur bringen!" Gatte tummerr und verschloß begann er, als in dieser Stunde Darsten Stunden Beift Schiffbruch des Gefühl entnträgt." oder den Sieg m Blid. Wie " Nicht direkt in die gewerblichen Inte ressen der besißenden Stände verwickelt, gewohnt und dazu erzogen, momentane Erschein= ungen als Glieder großer Entwickelungen zu betrachten, sind wir dem Irrtum in einzelnen Fällen gewiß in hohem Maße ausgesetzt. Aber wenn es uns nicht beifällt, eine Uafehlbarkeit des Katheders zu beanspruchen, so müssen wir doch den Anspruch auf eine absolute Ueberlegen heit der sogenannten Praxis als eine Begriffsverwirrung zurückweisen. Denn unsere Wissenschaft ist nights anderes als ein systematisches Durchdenken vieler vergangener und gegen wärtiger einzelner praktischer Fälle." ** Giessener Cagesneuigkeiten. = Mittwoch, den 14. Januar 1. Is., vormittags 8 Uhr findet im Sizungesaal des Regierungsgebändes dahier eine öffentliche Sigung des Provinzial- Ausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs des H Jacobi zu Ober- Wörlen gegen einen Polizeibefehl. 2. Wirtschaftsfonzessionsgesuch des Johannes Opper V zu Ettingshausen; 3. Gesuch des Johann Schomber zu Wieseck um Erlaubnis zum Branntweinkandel. 4. Gesuch des Karl Rühl zu Gießen um Eclaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft zu Lollar. ** Die übers eischen Wirren lenken gegenwärtig Jeder manrs Interessen auf unsere Kaiserliche resp. Handelsmarine. Um nun jungen Leuten, die Lust und Liebe für das Sewesen in genügendem Maße in sich verspüren, Gelegenheit zu geben, einen Einblick in den intimen Dienst 2c der Sch ffejungen zu thun, ist der Schriftführer des Gießener Flottenvereins, Herr J. Schad, Weserstr. 9,1 zu jeder bezgl. Auskunft über Aufnahmebedingungen u. s. w. jederzeit gern bereit. Das Schlierseer- Gastspiel, welches morgen hier beginnt, bringt in den Spielplan unseres Stadttheaters eine recht angenehme Abwechslung. Wie wir hören, ist die Nachchite Menſch frage nach Billets für die drei Schlierseer- Abende bereits eine recht rege, und dürfte es daher geraten sein, sich Pläße für das Schlierseer- Gastspiel, welches zunächst das für hier neue Volksstück„ Das Glöckerl vom Birkenstein" bringt, rechtzeitig zu sichern. nit mir herum." ſes offenbar, fo alte, stolze Ge Dem legten feines Indrey?" fragte n Grunde nicht, als Ghren sofortigen Zumals unter dem ire ſo!" stöbnte -0Markte Bei dem ant 6. Januar stattgefundenen waren aufgetrieben 1036 Rindvich, 37 Bekanntmachung Christian Noll in Gießen hat die Konzession als Dienstmann mit der Nr. 17 erhalten.. Gießen, den 9. Januar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. jeder Singh Ein braver Junge, enten auf das e fich verändert en gefeben hätte, würde eine folde rtlich nicht für find voller und en! Wunderbar Für Hand- und Maschinen naht suche welcher Buchdrucker lernen will, mehrere junge Mädchen. fann in die Lehte treten. Gießener Neueste Nachrichten." Ein fünf Monat alter prächt. Yorkshier J. Hengit, Licherstr. 57. vermittelt | 2. Drd. diesem alle würden die öfferreichischen gruppen fraft bes Berliner Vertrages ohne weiteres bis über Mitrowiß bougeidoben werben. Son Ciner eigentlichen Mobil machung ist aber bisher nicht die Rede. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern ** Kritische Tage. Im Jahre 1903 verteil n sich die von Falb vorhergesagten tritischen Tage wie folgt: 1. Ordnung; 13. Januar, 12. Februar 13. März, 29. März, 27. April, 26. Mai, 25. Juni, 24. Juli, 22. Aug., 21. September, 20. Oftober, und 4 Dezember. nung: 28. Januar, 27. Februar, 11. Mai, 7. September, jeglicher Art, Dienstboten und Lehr6. Oftober, 5. November und 19. November. Krit schelingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. Lage 3. Ordnung: 10. Juni, 9. Juli, 8. Auguſt und 18. Dezember. ** Haushaltungsunterricht. Die deutsche Lehrerversammlung in Chemnitz lehnte troß warmer Befürwortung die obligatorische Einführung des Koch unterricht es in den Volksschulen ab. RB. Am 9. Februar ds. Js. wird in Kreuznach an Stelle der bisherigen Reichsbank nebenstelle eine dem Reichsbank- Direktorium unmitt Ibar untergeordnete Reichsbank stelle errichtet werden. Aus Hessen und Nachbargebieten. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 5 Bäcker, 1 Sattler, 3 Schlosser, 1 Schmied, 2 Schneiter, 11 Bau- und Möbelschreiner, 5 Hausburschen, 4 Fuhrfnechte, 8 Taglöhner, 1 Knecht, 1 Büreaugehilfe, 4 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 Flickerin. Lehrlinge: 3 Kaufleute, 1 Schreiber. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Friseur, 1 Bauschlosser, 2 Knechte nach auswärts, 1 landwirtschaftl. Magd, 11 Dienstmädchen, 1 Desgleichen nach auswärts, 1 Lauffrau, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 2 Friseure, 1 Sattler, 1 Schlosser, 1 Schreiner. ** Herchenhain. Die Bauarbeiten für unsere neue Forst wartwohnung sind zur öffentlichen Verdingung ausgeschrieben. Der Eröffnungstermin für die ein laufenden Offerten ist auf Samstag den 24. Januar 1903, Freitag, den 16. Januar, vorm. 9 Uhr anfangend Vormittags 11 Ufeßt. ** Frankfurt a. M, 11. Jan. Ein Muster einer Krankenwärterin stand in der Person der 36 jährigen Schwester" Creszenz Störzer, gebürtig aus dem Kreise Schwabach( Mittelfranken), vor der hiesigen Straffammer. Unter der frommen Haube hatte sich eine böse Verbrecherin versteckt. Unter der Vorspiegelung, sie si evangel sh, obwohl sie katholisch war, hatte sie sich in das hiesige Fethanienstift eingest, muggelt. Sie ist wegen allem Möglichen, nur noch nicht wegen Words, vorbestraft und zwar im Ganzen 33 mal. Obwohl nun die Benz" schon 36 Lenze auf dem Buckel hat und auf einer Schönheitskonkurrenz an all rhinterster Stelle rangiert werden würde, hat sie es doch fertig gebracht, bei ihrem Verkehr in den Familien als Krankenpfleg tin sonst ganz solide" Eheherrn zum Straucheln zu bringen und hinterher dann an den Opfern ihrer Verführungskunst Erpressungsversuche verübt, indem sie ihnen meistens weismacht, sie sei von ihnen in gesegneten Umständen. Sie wandert ist auf 4 Jahre ins 3 ichthaus. ** Frankfurt a. M., 12. Jan. Hier erhängte sich die 43 Jahre alte Modistin Katharine Elise Soh.. ** Wiesbaden, 12. Jan. Am Samstag Abend ertränkte sich im Kurhausweiher der pensionierte Regierungs- und Baurat Delmes. Der Grund mag wohl ein schweres Leiden gewesen sein, mit dem der Mann zu thun hatte ** Aus dem Kreise Wittgenstein, 11. Jan. Ein blutiges Renkontre zwischen betrunkenen Burschen und zwei Gendarmen aus Berleburg, die Feierabend bieten wollten, fand in Doylar statt. Als der erste Gendarm die Wirtschaft betrat, löschten die Burschen die Lichter aus und schlugen mit allerhand Gegenständen so lange auf ihn ein, bis er schwerverletzt zu Boden stürzte. Ein berittener Gendarm, der nun hinzufam, hatte ebenfalls einen harten Kampf zu be= ſtehen. Er brachte es jedoch fertig, sich mit seinem Säbel Luft zu verschaffen und sorgte dann dafür, daß der besinnungslos daliegende Kamerad wegfam. Die Ein größeres rheinischwestfälisches Hochosenwerf sucht zum bald. Eintritt einen erfahrenen energ. Schmelzmeister als Obermeister. Bekanntmachung. Für ein 6 Monat altes Kind werden Pflegeeltern gesucht. Mäh. auf dem Armenamt Jm Ofenpuzen und kleineren Maurerarbeiten halte mich bestens empfohlen. Adam Menz, Grünbergerstr. 33, H. Tüchtiges Lausmädchen Angebote mit Lebenslauf, Gehaltsansprüchen u. Zeugnisabschriften sind unter Zuchteber Reiche gureau Krämer, Leipzig K. V. 1063 an Rudolf sofort gesucht. Hermann Becker, Burkhardsfelden. Brüderft.6.Auskunft gegen 30 Bfg. Mosse, Cölu einzusenden. A berfaufen. Heirat Bahnhofstraße 64, II, Freitag, Holzverkäufe. werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lum da Holzsortimente versteigert. Zusammenkunft am Raulstöppel. den 16. Januar, sollen in Londorf diverse Hölzer versteigert werden. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Strecke AppenbornWeitershain an der Abfahrt in den Distrikt Noll. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Leverer, Odenhausen. Montag, den 19. Jaunar, von morgens 10 Uhr ab, werden bei Herrn Gastwirt tung in Sinu aus Staatswald Eichen, Buchen, Erlen und Aspen verkauft. Marktbericht. Gießen 13. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt fotteten Butter per Bid. 0.75-0.90 1. Hübnereler 1 St. 8-10 Big., Enteneier St. -00 Big., Käse ver St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 Sr. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pig, Linien per Liter 32 Big. Tauben per Baar 27. 0.70-1.00, Hübner per Stud Mt. 100-140, Hahnen, per Stud Mr. 90,0-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.50, Gänse p. Bld. 58-70 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Big., Rindfleisch per Bfb. 60-64 Big. Schweinefleis per Bf. 70-90 Bia. Schw: inefleisch gesalzen per fund 0.84 Bfq., Kalbflers ver Pfd. 08-72 Bfa., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Bfg., Kartoffeln per 100 Rils 6.00-6.50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mc. 4.50-5.50, Milch per Liter 18 Rfo. Gestorbene. Am 12. Januar. Wilhelm Rube, 78 Jahre alt, Großherzogl. Domänenrat i. P. dahier. Be erdigung: Mittwoch, den 14. d. Mts., nachm. 4 Uhr, vom Sterbehause, Kircher play 21, aus. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783) Ein trener, ehrlicher, Freib. Brekelchen, Friedrichsdorfer Zwieback empfiehlt die Apotheke junger Bursche aus der Rabenau fann dauernde leichte Beschäftigung finden. Wo, sagt die Erp. d. Bl. Kanarienhähne und -Weibchen zu Groß- Felda. billig abzugeben. Geflügelhof M. Becker, Weidenau- Sieg beste u. bill. Bezugsquelle für Zucht- und Legehühner etc. Seltersweg 34. Stähtis yes Schlachthaus. Heute u. morgen Pra chtkatalog gratis und postfrei Ochsenfleisch 56, Pig. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Die Wahlen zur Handwerkskammer I. J. 1903 betr. Ich bringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Bestandlisten 1. der zur Wahl berechtigten Handwerferinnungen, 2. des Ortsgewerbevereins Gießen bon Mittwoch, 14. Januar bis Mittwoch, 21. Januar 1903 einschließlich Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr auf dem Bürgermeistereigebäude, Gartenstraße 2, Amtszimmer Nr. 15 zur Einficht der Beteiligten offen liegen und das Einsprachen gegen dieselben in dieser Zeit daselbst vorgebracht werden fönnen. Gießen, 10. Januar 1903. Der Oberbürgermeister: Mecum. Bolzversteigerung der Stadt Gießen. Montag, 19. Januar 1903, Vormittags 91 Uhr beginnend, werden aus den städtischen Waldungen zu Gießen in der Wirtschaft zur Liebigshöhe“ versteigert werden: a. aus den Distrikten Zanne und Haingcsboden 44 Fichten- Stämme mit 13.61 stm. 1 Kiefern- Stamm 0.37 " 1 " 1 Verkehrsverein Giessen. In einer am 4. Dezember abgehaltenen öffentlichen Bersammlung hiesiger Bürger wurden die Unterzeichneten mit den Vorarbeiten zur Gründung eines Vereins zur Förderung des Fremdenverkehrs betraut. Diese Arbeiten sind soweit gefördert, daß in einer demnächst einzuberufenden weiteren öffentlichen Versammlung die Gründung dieses Vereins vor sich gehen fann. Um jedem den Beitritt zu diesem, die Interessen der gesamten Bürgerschaft fördernden Verein zu ermöglichen, ist der geringste Jahresbeitrag auf zwei Mark festgesetzt, wobei jedoch erwartert wird, daß jeder sich nach Maßgabe seiner Kräfte mit höheren Beträgen beteiligt. Wir bitten um recht zahlreiche Zeichnungen in den Biften, welche in den nächsten Tagen in Umlauf gesetzt werden. Gießen, den 10. Januar 1903. Ernst Balser. Theodor Haubach. Max Jaskowski. Jean Kirch. Anton Mecum. Gustav Mund. Karl Röbr. Markt 7 Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Hängelampen Beste absolute Chaisenlaternen, Petroleumempfiehlt: PATENT unter Garantie. von Mr. 0.50 bis me. 3.50 Del 2.00 bis " Mt. 40.von 2.00 bis If Mt. 80.fichere Sturmlaternen. echte Motardferzen. Öfen u.-Kocher Elektrische Lampen. Gaslampen. Dr. Fernest'sche Lebens- Essenz. Bestandteile: Man digeriere 100 Liter 30%, Spiritus mit 3,6 Ko. Rhabarber, 1,5 Ko. Bitwerwurzel, 2,8 Ko. Enzian, 250 gr Ammoniatgummi, 250 gr Lärchenschwamm, 1,250 Ko. Sagradarinde 2,6 Ko.Therias ohne Opium, 1 Ko. Aloe 14 Tg. lang, preffe aus u. filtriere. 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Mittwoch, den 14. Januar 1903: ( Außer Abonnement.) Erstes Gastspiel des Schlierseer Bauerntheaters, Das Glöckerl vom Birkenstein. Patentkummet und 18 177 7260 Wellen Buchen- Reisig Eichen- Stockhol Nadel1900 11 Eichen" 1 4680 Nadel" 1 " 1 270 11 Weichholz- Reisig Gießen, 9. Januar 1903. Der Oberbürgermeister: Mecum. Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung der Verordnung betr. das Gewerbe der Gesindevermieter und Stellenbermittler. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die von den hiesigen Vermietfrauen beanspruchte Gebühr beträgt: 1. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen Mt. 5.( Frau Piger Mt. 3.) 2. Für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts Mt. 7.( Frau Vizer Mf. 4, Frau Heßler Mt. 5), wovon der Dienstbote jeweils Mt. 2 zu entrichten hat. Bezüglich der Gebührentage des Gesindevermieters Dochs ist eine Aenderung nicht eingetreten. Gießen, 10. Januar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. 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