Nr. 239. Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- fg., n's Haus gebracht 60 Bfg., burch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Oratiobellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Montag, den 12. Oftober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionspret 8: Die einfpalttge Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 fg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein Triumph der modernen Hygiene. CB. ,, Ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Städte und der Medizin", so nennt ein Sachverständiger mit Jug eine statistische Darlegung, die unter dem Titel„, 25 Jahre Todesursachenstatistik" in einer amtlichen Publikation erschienen ist. Der Bericht behandelt die Sterblichkeit in den deutschen Orten mit über 15 000 Einwohnern während der Jahre 1877-1901. Zu Anfang dieses viertelhundertjährigen Zeitraums hatten diese Städte 7,3 Millionen, zu Ende der Berichtsperiode 17,5 Millionen Einwohner. Trotz dieser Ausdehnung der Städte, die erfahrungsgemäß ungünstig auf den Gesundheitszustand der Bewohner zu wirken pflegt, ist die Sterblichkeitsziffer und auch der Anteil ge= wisser Epidemien an den Todesfällen in diesem Vierteljahrhundert ganz bedeutend gesunken. Man vergleiche das erste und das letzte Jahrfünft dieses Vierteljahrhunderts: im ersten, 1877-81, war die Sterblichkeitsziffer 1,3mal so groß wie im lepten, 1897-1901. Noch augenfälliger wird diese starke Besserung, wenn man den Rückgang der Zahl der Opfer der einzelnen Epidemien betrachtet. Im ersten Jahrfünft starben an Lungenschwindsucht- um diese ärgste aller Volkskrankheiten vorwegzunehmen- 1,6, also mehr als anderthalbmal so viel Menschen in Deutschland als im lezten Jahr fünft. Welch eine außerordentliche Besserung der sanitären Verhältnisse drückt sich in dieser Ziffernparallele aus Aehnliches zeigt sich bei der Diphtheritis: 1877 bis 1881 forderte sie 3,2mal so viel Opfer wie im Jahrfünft 1897-1901. Und weiter: An Bocken starben im ersten Jahr fünft 37,5, an Flecktyphus 43,3, an gastrischem und Nervenfieber 4,2, an indbettfieber 2,8mal so viel Menschen wie im Jahrfünft 1897-1901! Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man lang und breit beweisen, daß das Hauptverdienst an dieser Verbesserung des Volksgesundheitsstandes den hygienischen Leistungen der Stadtverwaltungen zuzuschreiben ist. Kanalisation, Wasserleitung, Straßenbesprengung, Verbesserung der Fäkalienabfuhr, Schaffung von Licht und Luft durch Verbreiterung der Straßen und Anlegung von Gartenpläßen, diesen Lungen der Städte, von Volksbädern u. dergl. haben, wo eine Stadt ihrer teilhaftig wurde, ganz ungeahnte Fortschritte gezeitigt. Aber auch der Gesetzgebung gebührt eim Teil des Dantes für diese erfreuliche Gestaltung der Gesundheit des Volkes. Das Impfgeseß, die Nahrungsmittelkontrolle und nicht zuletzt die Arbeiterschuß- und Krankenversicherungsgesetze haben die Tätigkeit der Städte ausgiebig unterstützt. An das aber hätte Stückwerk bleiben müssen, hätten die gewaltigen Fortschritte der Wissenschaft, insbesondere der Medizin und Chemie, uns in der antiseptischen und aseptischen Bundbehandlung, in der Desinfektionspraris, in der Serumtherapie und in der Verbesserung der Krankenhauseinrichtimgen nicht ein unschäßbares Rüstzeug gegeben, mit dem wir den alten Feinden der Menschheit, den Volksseuchen, einen großen Teil ihrer Furchtbarkeit genommen haben. Nur gegen eine, freilich auch gegen eine tückische Krankheit ist auch die moderne Heilkunst noch ohnmächtig: gegen die akuten Darmfrankheiten der Kinder. Die Zahl der Fälle, wo eine solche Krankheit Todesursache war, hat in dem erwähnten Vierteljahrhundert nicht ab, sondern zugenommen, und das dauernd. Der amtliche Bericht führt das auf das stetige Wachsen der Teilnahme der Frauen am Erwerbsleben zurück, die den Säuglingen die Muttermilch, die bekömmlichste Nahrung, entzieht. Indessen kann das nicht allein der Grund der Todesziffern sein, und angesichts der unvergleichlichen Erfolge, die die moderne Wissenschaft gegenüber den anderen bis dahin für unüberwindlich gehaltenen Seuchen erzielt hat, ist es wohl nicht zu kühn, zu hoffen, daß sie uns bald auch Wehr und Waffen gegen diesen Würgengel der Kinderwelt schaffen werde. Jedenfalls zeigt diese Todesursachenstatistik den ungeheuren Wert der Nußbarmachung aller hygienischen FortSchritte seitens der Gemeinden. Sie sollte insbesondere auch für die kleineren Städte eine dringende und dauernde Mahmung sein, die Kosten nicht zu scheuen und den größeren Gemeinwesen in der Verwertung der Errungenschaften moderner hygienischer Wissenschaft nachzueifern. Sie sind ohnehin in glücklicherer Lage als jene: Die Haupt- Vorbedingungen für die Erhaltung der Gesundheit der Bürger, Licht und Luft, sind bei ihnen meistens gegeben; für sie lbedarf es also geringerer Aufwendungen, um zum Ziele zu gelangen. Das Ringen um Korea. Zwei scheinbar sich widersprechende Nachrichten kommen vom aſiatiſchen Osten. Die eine meldet: Japan habe an Rußland wegen der Räumung der Mandschurei ein Ultimatum gerichtet, dessen zweitägige Frist nunmehr abgelaufen sei. Die andere besagt: Die russische Flotte habe Port Arthur mit versiegelten Ordres in der Richtung auf Korea verlassen. Dort werde es vermutlich zwischen den Kommandanten der russischen und der japanischen Flotte zu einer Auseinandersetzung kommen, die einen modus vivendi zur Folge haben könnte. Könnte man aus der ersten Botschaft entnehmen, daß Japan ernstlich gewillt ist, sich die russische Eigenmächtigkeit in der Mandschurei nicht gefallen zu lassen, so würde wiederum die zweite bestätigen, daß eine Einigung zwischen den beiden Ländern erfolgt ist, die auf die gemeinsame Aufteilung Koreas hinausläuft. Es bleibt abzuwarten, welche Tatsächlichkeiten sich aus dem Knäuel von einander widersprechender Meldungen ergeben werden, die der geschäftige englische Draht nach Europas Küsten trägt. Daß sich Rußland nun und nimmer einen Einspruch in seine mandschurischen Gelüste gefallen lassen wird, ist klar, Aber es hat viel Wahrscheinlichkeit für sich, daß bezüglich Koreas eine friedliche Aussprache zwischen Rußland und Japan erfolgt oder bereits erfolgt ist, die einen Austrag mit den Waffen unnötig macht. Korea selbst wird natürlich gar nicht gefragt; sein Protest ist völlig gegenstandslos. Mit Sentiments rechnen die großen Staatskünstler nicht, die an der Newa die Politik der Welt dirigieren. Es werden im Falle der russisch- japanischen Einigung einfach von beiden Staaten Truppen gelandet und die Okkupation unter Umständen mit Gewalt vorgenommen. So lange aber noch nicht öffentlich bekannt ist, wie die Situation zwischen Rußland und Japan steht, ist die Nervosität in beiden Lagern nur erklärlich. Zur Sache an sich hat es gar nichts zu sagen, daß sich beispielsweise in Tschifu die russische Bevölkerung bewaffnet hat, weil sie eine unbestimmte Furcht vor den in der Mehrzahl befindlichen Japanern hat. Englische Stimmungsmache, weiter gar nichts. Ueberhaupt sieht man natürlich an der Themse die Lage in Ostasien mit sehr skeptischen Blicken an. Zu schwach, um augenblicklich aktiv einzugreifen, begnügt man sich aber notgedrungen damit, in der Presse Drohungen auszustoßen. Aber was will es sagen, wenn da erklärt wird, daß England„ nicht ohne weiteres zusehen werde, wenn der Friede im fernen Osten durch einen blutigen Kampf gestört würde, der Japan auf unberechenbare Zeit in seinem Zivilisationsprozeß zurückwerfen würde." Die Dinge in Ostasien werden ihren Lauf nehmen, ob England seinen Konsens dazu gibt oder nicht. Die Bedeutung als Kriegsmacht im Stillen Ozean ist Albion unmerklich aber sicher während des Burenkrieges aus der Hand geglitten. Revolutionäre im Offiziersrock. Die in Stuttgart erscheinende russische Zeitschrift„ Duwoboschdenja“ weiß von einem Aufsehen erregenden Erlaß des Petersburger Kriegsministeriums zu berichten. In diesem stände zu lesen, daß russische Offiziere nicht nur verbotene Schriften lesen, sondern sie auch in den Offizierkasinos verbreiten, wo sie vor der Polizei geschützt sind. Es wird strenge Aufsicht empfohlen, um dieser Verbreitung aufrührerischer Schriften vorzubeugen. Der Erlaß scheint demjenigen, der das russische Offizierkorps nach deutschen Begriffen wertet, einfach ungeheuerlich. In Petersburg selbst aber würde er, wenn er allgemein zur Kenntnis gelangte, keinen überraschen. Ist doch das russische Offizierkorps von jeher ein Tummelplatz für politische Umtriebe gewesen. Alle die unzähligen Revolutionen und Revolutiönchen, an denen die russische Geschichte so reich gewesen ist, wurden von Offizieren vorbereitet und ausgeführt. Als der Nihilismus seine unheimliche Minierarbeit begann, da fand er sogleich unter den jüngeren Offizieren begeisterte Anhänger, an vielen älteren heimliche Förderer, die eigene ehrgeizige Pläne mit dem Umsturze der bestehenden Regierungsform verfolgten. Die Staatsgefängnisse von Schlüsselburg wissen ein Lied davon zu singen. Hinter ihren düsteren Mauern verschwand auf Nimmerwiedersehen gar mancher elegante junge Gardeoffizier, der gegen Bäterchen 3ar" konspiriert hatte. Das Liebäugeln mit dem Nihilismus ließ etwas nach, uls die finsteren Vertreter des Volkswillens", wie sie fich nannten, die furchtbare Bluttat an dem von seinem Volk so geliebten Zaren Alexander II. verübten. Der Knall der Bomben, die ihn während jener verhängnisvollen Schlittenfahrt zu blutigen Fezen zerrissen, ließ die phantastischen Idealisten unter den jüngeren Offizieren aus ihren Träumen von einem freiheitlich regierten Rußland auffahren und zeigte ihnen den Abgrund, an dessen Nand sie standen. Schaudernd wandten sie sich ab. Aber die wohltätige Neaktion ist, scheint es, nur zu schnell wieder vorübergegangen. Die Propaganda des gewaltsamen Umsturzes macht im Heer von neuem zahlreiche Proselyten unter Soldaten wie Offizieren. General Dragomirow eiferte fürzlich mit Recht gegen die zwangsweise Einstellung der wegen nihilistischer Umtriebe verhafteten Studenten in die Truppe, weil er fürchtete, sie würden auf ihre Kameraden einen ungünstigen Einfluß ausüben und diese aufstacheln. Es ist vorgekommen, daß gebildete junge Leute keinen Gebrauch von der Berechtigung zur fürzeren Dienstzeit machten, um besser ihre Anschauungen unter den Soldaten zu verbreiten. Unter Offizieren wurden erst im legten Dezember wieder zwei geheime Verbindungen entdeckt. Alle Erlasse und alle dratonischen Strafen vermögen nichts gegen diese Unterströmungen im Heere. Kann man es dem Baren verdenken, daß er sich feines Lebens nirgends mehr sicher fühlt, wenn selbst diejenigen, die vor allem zu seinem Schuße berufen wären, seine Offiziere, mit seinen grimmen Feinden gemeinsame Sache machen?! Die Politik. * Das voraussichtliche Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen wird schon jetzt viel diskutiert. Eine Aufstellung von ziemlich gut unterrichteter Seite gibt folgendes Bild von der zukünftigen Zusammensetzung des Landtages: 54 Konservative, 22 Nationalliberale, 2 Reformer, 2 Wilde, 1 Freisinniger und 1 Sozialdemokrat. Die Konservativen berlieren 4 Kreise, dagegen gewinnen sie 2. Die Nationalliberalen verlieren 2 Wahlkreise und gewinnen 3. Die Neformer gewinnen zwei Kreise, die Freisinnigen einen Kreis und die Sozialdemokraten einen Kreis( 3widau- Land). Bei Gelegenheit der Beratung des Etats des Königlichen Hauses gedenken die bayerischen Zentrumsmänner eine große politische Debatte über die Lage an sich abzuhalten, bei der auch besonders der Sturz des früheren Ministerpräsidenten Grafen Crailsheim erörtert werden soll. Besonders friedlich dürfte es dabei kaum zugehen. Gelegentlich einer Besichtigung der Erdölwerfe in der Lüneburger Heide sprach der Handelsminister Möller die Hoffnung aus, daß es nun mit dem amerikanischen Petroleum monopol bald zu Ende sein werde. Er empfahl den deutschen Petroleumproduzenten, Hand in Hand mit einander zu gehen; dann würde sich die Konkurrenz nur gegen das Ausland richten. In Oberschlesien hat sich die seit lange prophezeite Trennung zwischen Zentrum und Polen nunmehr vollzogen, wie aus zwei Aufrufen des polnischen Wohlkomitees ersichtlich ist. Die Zentrumspresse erklärt, daß man den aufgezwungenen Krieg, wenn auch schweren Herzens, so doch mit Entschlossenheit und Zuversicht aufnehmen werde. Die Spaltung würde die ernstesten Folgen nach sich ziehen. Den größten Schaden würden die Polen selbst erleiden. In der Abwickelung der angarischen Krise sind größere Fortschritte noch nicht zu verzeichnen. Es heißt neuerdings mit Bestimmtheit, daß Graf Stefan Tisza mit der Neubildung des ungarischen Kabinets betraut werden solle. Er soll die Absicht haben, abermals die Politik der starken Hand zu versuchen. Wie viele haben das schon gewollt, und wie wenig haben sie erreicht!- Indessen kommt aus dem Hauptherd der Tumulte, aus Szegedin, erneut Kunde von bevorstehenden Exzessen. Aus allen möglichen Orten haben sich Deputationen und Massenabordnungen angemeldet, die das Kossuthdenkmal bekränzen wollen. Daß es dabei nicht ohne Demonstrationen wildester Art abgehen wird, liegt auf der Hand. Während von belgischer Seite schon die Daten mitgeteilt werden, an denen König Leopold in Wien und Berlin eintreffen werde, nämlich am 14. resp. 17. Oktober, ist in Berlin von einer Ankunft des Königs amtlich bis heute noch nichts bekannt. Den Grund des Wiener Besuches bildet offenbar die Kongofrage. Man sagt, König Leopold habe Kenntnis von einem geplanten Gewaltstreiche Englands erhalten und wolle Kaiser Franz Josef angehen, das Schiedsrichteramt zu übernehmen. Die frühere Kronprinzessin, jeßige Gräfin Lonyay, die Tochter des Königs, bleibt jedenfalls den Wiener Festlichkeiten ferne, dagegen wird der König mit dem Gatten seiner Tochter Luise, dem Prinzen Philipp von Koburg, zusammentreffen. Wie es die Reformvorschläge verlangten, sollen nunmehr in Mazedonien acht Kommissionen unter der Leitung je eines russischen und österreichisch- ungarischen Konsuls eingesetzt werden, die für die Durchführung der Reformborschläge und die Ueberwachung der Repatrierung der Flüchtlinge, den Wiederaufbau der Dörfer sowie die Beschaffung von Vieh, Korn und Lebensmitteln sorgen sollen. Den Türken selbst erwachsen natürlich durch die dauernden Wirren ungeheure Ausgaben. Darum hat sich die Pforte auch veranlaßt gesehen, neue Steuern aufzulegen, die natürEs heißt lich große Mißstimmung im Gefolge haben. auch schon, daß im Sandschak Prizrend eine albanesische Bewegung gegen die u. a. beschlossene Einführung einer neuen Viehsteuer ausgebrochen sei. Daß auch Bulgarien alle Ursache hat, friedlichen Regungen Raum zu geben, wird neuerdings durch blutige Tumulte in Tirnowo bewiesen, wo nach einer politischen Rede des Zankowisten Danem ein solennes Gemezel entstand, in dessen Folge die einschreitende Polizei arg mißhandelt wurde. O Der spanische Gesandte Ayola in Venezuela hat sich gezwungen gesehen, Caracas zu verlassen, da die Presse Castros ihn fortgesett heftig angriff. Ayola hatte in seiner Eigenschaft als Schiedsrichter kürzlich in einem Entschädigungsprozeß gegen Venezuela entschieden. Das mag die Veranlassung zu den Angriffen gegeben haben. Jedenfalls erhellt auch daraus wieder, daß es dem fidelen benezalischen Präsidenten offenbar wieder zu wohl ist. war war Das Murenin foftete es nur geringe Ueberwindung, seine ganz verschiedenen Elementen wohnen und einer in der Luft hatten fie für immer verloren, wie zwei Menschen, die in ar aber auch alles. Die letzte Fühlung miteinander Bes andern nicht zu atmen bermögen. ihnen blieb war ftets gewahrt. gaft blaffen Geficht musterten Geficht und paltungsanzender schienen. Und die geheimsten denn je schauten, Anordnungen in Bezug auf Bottkoffs Ankunft. unter diesen Blicken. Er wandte sich leicht ab und gab einige zum erstenmal in seinem Leben errötete Murenin Tiefen von jenes Seele erforschen zu fönnen Haltung des Freundes mit Blicken, die Du bist fehr mipheciaria Michael" nahm er endlich WIE Ich Seimmageman Ituderte. lisch gelernt und für einen guten Beruf, weil diese Leute gewöhnlich das Ich hatte nämlich zum Glück in der Schule fein engAmerikanisches Abenteuer von R. Michel. Eines Tages beschloß ich, Selfmademan" zu werden. hielt dies für einen Beruf und ( Nachdruck verboten.) jogar sechshundert Dollar sicht kommen möchte blick erwartete, daß auch mein Kompagnon au dieser Einin ihrer Eristenz bedrohte, da der Verlust der Summe bon hatte, sondern die Fliegende Pfandleih- Kompagnie" fogar heit uns nicht allein einen erheblichen Schaden verursachi und mir die Auflösung der niedergeschlagen, da ich jeden Augen Ich war haber rear uns nicht zu verschmerzen war. au hatte er recht, ungebatten ouden, za meine Dumm Flie Von englischer Seite wird das Bestehen eines englisch. französischen Schiedsgerichtsvertrages entschieden in Abrede gestellt. Es handle sich dabei nur um ein Abkommen, infolge dessen Differenzen juridischer Art, besonders solche über die Auslegung schon bestehender Verträge, geschlichtet werden sollen. Besondere Vorsicht läßt der Fürst von Montenegro in der letzten Zeit walten. Er will auch den leisesten Anschein vermeiden, als ob er Einfluß auf die große, internationale Politik nehme. Darum verschiebt er seinen für Ende Oktober geplanten Besuch in Rom auf nach Weihnachten, damit die Wettermacher keine Veranlassung haben, sein zufälliges Zusammentreffen mit dem Zaren politisch auszuschlachten. Zweck dieses römischen Besuches ist, wie immer bei dem guten Nikita, eine Anleihe; diesmal zur Sanierung der Staatsfinanzen. Zugleich will der Fürst Mittel finden, um Montenegro im Post-, Telegraphen- und Bankwesen von Desterreich unabhängig machen zu können. Vielleicht dürfte die zarte Rücksichtnahme des Fürsten der Schwarzen Berge auf den römischen Zarenbesuch überhaupt hinfällig werden. Wenigstens verbreitet ein Wiener Blatt mit Bestimmtheit, daß der Besuch des Zaren in Rom überhaupt aufgegeben worden wäre. Die Fusion der beiden radikalen Parteien in Serbien ist so gut wie vollständig. Es herrscht für den Augenblick vollste Einhelligkeit. Sobald die Adresse votiert ist, wird sich die Skupſchtina auf etwa zwei Wochen vertagen, um dem Kabinette die Möglichkeit für die Zusammenstellung der wichtigsten Gesetze zu geben. Die Thronrede hat im Lande sehr befriedigt, besonders der Passus über die intimen freundschaftlichen Beziehungen Serbiens zu den verwandten Balkanstaaten. Man erblickt darin das Projekt eines eventuellen Einverständnisses zwischen Serbien, Bulgarien und Montenegro. Wie die Dinge nun einmal liegen, ist dafür natürlich viel Sympathie vorhanden. Das Interesse an dem Nischer Verschwörungsprozeß ist offenbar so gut wie erloschen. Auch die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils durch den Appellationshof des Velgrader Kriegsgerichts mit ganz geringen Strafverschärfungen in vier wird in keiner Weise mehr diskutiert. * Fällen Heer und flotte. Aenderung der Felddienstordnung. Der erste und zweite Absatz der Ziffer 343 der Felddienstordnung sind dahin geändert worden, daß der schweren Artillerie des Feldheeres in der Marscheinteilung der Platz am Ende der Infanterie des Gros angewiesen wird; erst wenn der Angriff auf befestigte Stellungen in bestimmter Aussicht steht, ist sie so weit nach vorne in die Marschkolonne einzuglie dern, daß ihr rechtzeitiger Eintritt in das Gefecht gewähr. leistet ist. Zur Hilfeleistung bei schwierigen Wegestrecken wird jedem Mörser- Bataillon in der Regel ein Bataillon Infanterie zugeteilt, welches auch zur Aushülfe bei der Herstellung von Geschützdeckungen zu verwenden ist. Der Kaiserpreis im Schiffsartillerieſchießen ist für das Jahr 1903 dem Linienschiff Wittelsbach" für hervorragende Leistungen verliehen worden. Eine Abänderung der Reichskriegsflagge hat der Kaiser bestimmt. Die Streifen des schwarzen Mittelfreuzes in der Flagge enthalten andere Abmessungen nach dem vom Kaiser borgelegten Muster. Neue Uniformabzeichen für das Marine- Ingenieurunterpersonal sind bestimmt worden. Die Marine- Inge nieuranwärter tragen die Uniform der Maschinistenanwär ter, aber an Stelle des Winkels der Einjährig- Freiwilligen ein Zahnrad; haben sie Obermatrosenrang, so tritt der für diese vorgeschriebene Winkel hinzu. Hof und Gesellschaft. *** Zum Aufenthalt des Kaiserpaares auf Schloß Hubertusstock wird gemeldet: Der Kaiser erlegte am ersten Jagdtage auf der Frühpürsche im Forstrevier Schorshaide einen fapitalen Zweiundzwanzigender. Die Kaiserin unternahm im Laufe des Vormittags in Begleitung des Prinzen Adalbert einen Spaziergang nach dem am Werbellinsee_gelegenen Forsthause Spring. Nachmittags war dem kaiserlichen Jagdherrn wiederum das Glück günstig; es wurden zwei stattliche Zwölfender, ein prächtiger Vierzehnender und ein ungerader Sechzehnender zur Strecke gebracht. Abends fand vor dem Schlosse bei Magnesiumbeleuchtung die Besichtigung der Jagdbeute durch die hohen Herrschaften statt. Sodann wurde durch Hornsignale der Schluß des erfolg reichen Jagdtages verkündigt. ** Der frühere deutsche Botschafter in Wien, Für si zu Eulenburg- Hertefeld, der gelegentlich seines jüngsten Aufenthaltes in Rominten nicht unbedenklich erfrankte, ist in dem ihm vom Kaiser zur Verfügung gestellten Reserve- Salonwagen auf seiner Besitzung Liebenberg in der Mark eingetroffen. Wie verlautet, ist der Fürst von einem afuten Gichtanfall heimgesucht worden, der ihn vorläufig verhindert, der Einladung des Kaiserpaares nach Hubertusstock Folge zu geben. * Königin Wilhelmina von Holland, die seit einiger Zeit mit ihrem Gemahl, dem Prinzen Heinrich der Niederlande, am Großherzoglich Mecklenburgischen Hofe auf Besuch weilt, wird vor ihrer Rückkehr nach dem Haag einen Abstecher nach Wandsbek unternehmen, um das dort garnisonierende Husarenregiment, dessen Chef sie ist, auf dem Ererzierplate einer Besichtigung zu unterziehen. Nab und fern. Enthüllung des Posener Bismarckdenkmals. Das Bronzestandbild, das die Stadt Posen dem eisernen Kanzler errichtet hat, wurde gestern feierlich eingeweiht. Am Vorabend fand zu Ehren der anwesenden Mitglieder der Hamilie Bismarck, Fürst und Fürstin Herbert und Gräfin Wilhelm Bismard, ein Festessen statt, an dem etwa 100 Personen teilnahmen. Die einzige noch lebende Schwester des Alt- Reichskanzlers, Frau von Arnim- Kröchlendorff, hatte wegen ihres hohen Alters und aus Gesundheitsrücksichten ihre persönliche Teilnahme an der Feier dankend ablehnen müssen. Der feierlichen Denkmalsweihe wohnten die Minister Freiherr v. Rheinbaben und Freiherr von Hammerstein an. Das Denkmal besteht in einer von Professor Eberlein- Berlin geschaffenen, auf einem aus schwedischen polierten Granit sich erhebenden Bronzefigur, die Bismarck in Kürassieruniform darstellt. + Die frühere sächsische Kronprinzessin soll, im Widerspruch mit der Brüsseler Meldung, die von einem baldiaen S Besuch bei ihren Kindern in Dresden sprach, den ganzen Winter auf Schloß Romeo in Südfrankreich verbringen. Der Gesundheitszustand der kleinen Prinzessin erfordere das Verbleiben in dem milden Klima. Der Pommernbankdirektor Schulz scheint sich nun doch„ verkrümelt" zu haben. Wie erinnerlich, wurde der gegen ihn und seinen Mitdirektor Romeick eröffnete Prozeß abgebrochen, um neues Material herbeizuschaffen, und die Angeklagten vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Nun hatten die Direktoren Budde und Tanzen von der Deutschen Hypothekenaktienbank, der Nachfolgerin der verfrachten Pommernbank, an Schultz eine rechtskräftige Forderung von 20 000 Mark und ließen am 17. v. M. pfänden. Die Pfändung fiel aber fruchtlos aus, und jetzt fordert das Amtsgericht auf Antrag der beiden Direktoren den Kommerzienrat Schulz, gegenwärtig unbekannten Aufenthalts", öffentlich auf, am 11. November, vormittags 10 Uhr, vor dem königlichen Amtsgericht zu Charlottenburg zu erscheinen, um den Offenbarungseid zu leisten. Demnach hat es fast den Anschein, als ob Schulz nichts mehr von sich hören lassen wird. Er war seiner Frau nach England gefolgt, die sich dorthin vor dent Offenbarungseid geflüchtet hatte [ Ein eigentümliches Gesuch] ist an die junge holländische Königin gerichtet worden. Ein Beamter hatte nacheinander drei Frauen. Die zweite brachte ihm einen unehelichen Sohn mit in die Ehe, den er adoptierte. In der Ehe mit der dritten Frau befam er eine Tochter. Der Sohn wurde Matrose und verliebte sich in die Tochter. Er nahm seinen Abschied als Matrose und will das Mädchen heiraten. Aber der Standesbeamte läßt dies nicht zu und hält die beiden für Geschwister. In seiner Not wandte sich jetzt der junge Matrose an Königin Wilhelmina, deren Entscheidung nun abzuwarten ist. Bluttat eines Irrsinnigen. In der Leipziger Vorstadt Eutritsch erschoß der Zeichner Seifert seine Mutter und Schwester und entleibte sich dann selbst durch einen wohl. gezielten Schuß, nachdem er einen herbeieilenden Nachbarn gefehlt hatte. Seifert war früher wegen eines Nerven. leidens in einer Frrenanstalt gewesen, von dort aber als geheilt nach Hause entlassen worden. Jetzt kam der Frrsinn plöglich wieder bei ihm zum Ausbruch. Ueberschwemmungen in England und Amerika. Gewaltige Stürme und Regengüsse richteten im nördlichen England großen Schaden an, namentlich in den Pflanzungen. Es regnete 33 Stunden lang unaufhörlich. Ganze Strecken Landes sind überschwemmt, die Eisenbahnverbindungen sind nach vielen Richtungen unterbrochen. Der Tyne hat eine solche Ausdehnung angenommen, daß der Verfehr auf dem Flusse eingestellt werden mußte. Der Bahndamm am Tyne- Dock steht unter Wasser; die Züge von Newcastle fahren nicht mehr. Hunderte von Morgen nordöstlich von Yorkshire sind überflutet, ebenso die niedrig gelegenen Gegenden um Middlesborough. Auch der Estfluß trat über seine Ufer, mehrere Brücken wurden fortgeschwemmt. Im südlichen Teile der Grafschaft Durham ruht in allen Steinbrüchen die Arbeit; auch die Ernte hat stark gelitten. Im Hafen von Seaham wurden ernste Beschädigungen angerichtet, die neuen Docks sind vollständig zerstört. Auch in North Allerton sind arge Verwüstungen verursacht worden und in Saltburn hat die heranstürmende Flut die steinerne Brücke vernichtet. Auch Amerika wurde von starken Wolkenbrüchen heimgesucht. In New york hielt der Regen wie in England über 30 Stunden unaufhörlich an. Der Eisenbahnverkehr war streckenweise gänzlich unterbrochen. Keller und AbzugsKanäle sind überschwemmt. Zugleich mit Wolkenbrüchen herrschte an der virginischen Küste ein furchtbarer Sturm, der die Schiffahrt unmöglich macht und wahrscheinlich viele Opfer gefordert hat. Bunte Chronik. In Frankfurt a. M. wurde auf dem Hauptpostamt ein Paket mit einer verwesten Kindesleiche beschlagnahmt. Das Kind ist anscheinend ermordet worden. Als der Tat verdächtig wurde ein junges Ehepaar in Wiesbaden verhaftet. - Der Militärinvalide Oskar Eiserbeck in Brandenburg a. H. wurde verhaftet, weil er während einer mehrtägigen Abwesenheit seiner Frau sein einen Monat altes Töchterchen verhungern ließ. Der Landwirt. rb. Vorsicht und Sorgfalt bei der Obsternte zu üben, ist eine Mahnung, die nicht oft genug wiederholt werden kann. Die Obsternte wird vielfach als eine Nebenarbeit angesehen, wobei es hauptsächlich darum sich handelt, möglichst schnell fertig zu sein. Dabei werden alsdann die Bäume zum Danke dafür, daß sie uns ihre köstlichen Früchte darreichen, in der ärgsten Weise mißhandelt. Das Fruchtholz wird zu Haufen herunter geschlagen und dadurch die nächstjährige Ernte erheblich vermindert, ja mitunter ganz in Frage gestellt, da der Baum im nächsten Jahre den größten Teil seiner Nährstoffe zur Verheilung der ihm zugefügten Wunden verwenden muß. Die Wundstellen werden auch gerne von der Blattlaus und anderen Schädlingen befallen, Krebs, Schorf, Harzoder Gummifluß und ähnliche Krankheiten stellen sich ein und richten den Baum zugrunde. Das Schüttelobst lasse man ordentlich reif werden, dann sind Baumbeschädigungen leicht zu vermeiden. Weit vom Stamme abstehende Aeste, von denen das Pflückobst nicht ohne Gefahr mit der Hand geerntet werden kann, schüttele man mit Hilfe eines Hafens oder bediene sich eines Obstpflückers, niemals aber schlage man das Obst herunter. Den Händlern, welche Obst auf den Bäumen gekauft haben, sehe man beim Abernten ja recht scharf auf die Zinger, wenn man seine Bäume vor dem Ruin schützen und auch in Zukunft Früchte von ihnen ernten will. gb Eine Ehrenrettung der Regenwärmer ist neuerdings von Professor Wollny unternommen worden, nachdem schon vor etwa 20 Jahren von Dr. E. Budde derselbe Versuch gemacht worden war. Wollny stellte fest, daß in wurmreichem Boden nicht nur eine größere Erzeugung von Kohlensäure, sondern auch eine stärkere Ablagerung löslicher Stickstoffverbindungen stattfindet. Dazu kommt noch, daß die Regenwürmer durch die Anlage ihrer Röhren, die oft 1 bis 2 Meter tief in die Erde gehen, den Boden auflockern und zerkrümeln. Wie Wollny nachwies, wird dadurch das Volumen des Bodens um annähernd ein Drittel seines Wertes vermehrt und so der zersetzenden Luft besserer Zutritt gewährt. Dieser Umstand ist um so wich tiger, als die Regenwürmer hauptsächlich in feuchtem Boden hausen und dort nicht wenig zur Regelung des Wassergehalts beitragen. Aus dem Gesagten geht hervor, daß Gärtner und Landmann in dem braven Regenwurm eher einen Freund als einen Feind erblicken sollten. Lokales. ecs dag Gießen, 12. Oftober 1903. (:) Wie wir hören, wird nächsten Sonntag in Darmstadt eine Sigung des Landesausschusses der nationalliberalen Partei im Großherzogtum Hessen stattfinden. ** Die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt wird ebenso wie im Vorjahre in diesem Winter wiederun Kurse für Handwerksmeister und ältere Gesellen in Darmstadt zu veranstalten beabsichtigen, und zwar für Schuhmacher, Schneider, Schreiner, Sattler( Her Bieben) 1. unb mann) 2. unb Beter Meißner Eduard Nollterriers f ( Bes. With Schliefen: 2. 1. Ehrenpr ( Befiger Sh Forecast( Befi 3. und Chren Bingen a. R stellung von Kumten), Weißbinder, Maler und Lackierer, unter den Fac im Holz- und Marmormalen nach der Natur, Schriftenmalen, fftern, dem He in Buchführung und Genossenschaftswesen. Die Kurle nehmen alsbald nach Neujahr 1904 ihren Anfang. Das Unterrichtsgeld ist für jeden Kurs auf 5 Mt. festgefeßt. + Morgen ist Rudolf Virchow's 82. Geburtstag. Freunde und Verehrer des entschlafenen hochverdienten Chirurgen und Politikers erlassen mit dem Tage wiederum einen Aufruf mit der Bitte um Beiträge zu einem Denkmal des dahingeschiedenen Meisters. 13. Der Plan iſt Rudolf Virchow an öffentlicher Straße Berlins, nahe der Stätte seiner ruhm reichen wissenschaftlichen Wirksamkeit, ein Standbild zu er richten. Beiträge nehmen entgegen Herr Geh. Kommerzien: rat E. von Mendelssohn- Bartholdy unter der Adresse: Bank haus Mendelssohn& Cie., Berlin W., Jägerstr. 49/50, ferner die Buchhandlungen A. Asher& Co., Berlin W Unter den Linden 13, A. Hirschwald, Berlin NW., Unter den Linden 68, und Georg Reimer, Berlin W., Lüßowstr 107/108, sowie der Kustos des Langenbeck- Hauses, Herr Melzer, Berlin N., Ziegelstr. 10/11. - thaß schmächtig ben Bau, ohr vum nach fau rückwärts au jubelnben, I Die Preisright | erflärten eine Praxis noch no aus Bri Schliefen( Fu || Die diesjährige Schlußübung der Frei das willig Gail'schen Feuerwehr zu Gießen sei dem Bericht gleich vorn angesezt ist sehr gut ver laufen. Das Corps hatte sich vollzählig gegen 1/23 Uhr am Spritzenhaus versammelt und rückte puntt 3 Uhr nach Oswald's Garten, wo die verschiedenen Marschererzitien und Marschformationen vorgenommen wurden. Erschienen waren nebst dem Chef des Corps, Herr Kommerzienrat Gail, Herr Provinzialdirektor Dr. Breidert, Herr Regierungsrat Dr. Wagner, Herr Branddirektor Traber und Herr Oberst leutnant Naumann von Mainz. Unter dem rubigen und doch bestimmten Kommando des Hauptmann Linden struth zeigte sich das Corps in seiner, man könnte sagen, militärischen Disziplin und seinem Drille. Die einzelnen Bewegungen erst ohne, dann mit den Geräten ließen bezüg lich der Haltung der Mannschaften nichts zu wünschen übrig. Nachdem rückte das Corps in die Nähe des Brandplates, wo inzwischen die Herren der Regierung mit dem Chef des Corps und dem Branddirektor angekommen waren. Haupt mann Lindenstruth nahm hier vom Herrn Traber folgen de Brand Idee entgegen: Windrichtuna N. N. D. Das Treppenhaus im Turmhause am Brand steht in Flammen. Die Familie Riebel befindet sich teilweise in der Wohnung und teilweise im Ausstellungsraume, und muß gerettet werden. Das Feuer ist tunlichst auf den Herd zu beschränken. Auf das Signal„ Alarm" fam das Corps aus den angrenzenden Straßen herangestürmt. Innerhalb weniger Minuten war auch diese Aufgabe zur besten Zufriedenheit der Vorgesetzten gelöst. Ruhige Besonnenheit und Sachkenntnis war dem einzelnen Mann eigen, so daß die Bürgerschaft von Gießen die Beruhigung bei Feuersgefahr hinnehmen kann, das Gail'sche Corps ist jederzeit bei der Hand. Nach be endeter Uebung versammelte sich die ganze Mannschaft in Lokale des zweiten Hauptmanns, des Gastwirts Sauer zu einem recht gemütlichen kameradschaftlichen Dämmerschoppen. Aus dem Munde des Herrn Provinzialdirektors, seines Chefs, des Herrn Commerzienrat Gail, des Herrn Branddirektors Traber und des Herrn Oberstleutnant Naumann wurde dem aesamten Corps insbesondere seinem Hauptman und der Obmännern das Lob des Tages in ungeschminkter Weise zu teil. Besonders sei die volle Zufriedenheit des Herrn Com merzienrat Gail hervorgehoben, der im vergangenen Jahre Veranlassung nehmen mußte, zu tadeln. Recht schöne Chor gefänge, mehrere fomische Vorträge wirkten zur Hebung der ungezwungenen Fidelität mit, so daß beim Auseinandergeben die Worte des Herrn Regterungsrat Dr. Wagner: Wiedersehen nächsten Samstag zum 48. Stiftungsfeste" Helles und vergnügtes Echo fand. * F „ Auf ** Nationaler Gesangs- Wettstreit 1904 in Gießen. Zu dem vom Maschinenbauer Ge sang Verein für Pfingsten im kommenden Jahre aus geschriebenen Gesangs- Wettstreit sind die umfassenden Vor arbeiten bereits in Angriff genommen. Zahlreiche Gesangvereine besonders aus dem benachbarten ehemaligen Kurhesser und Hessen- Nassau haben heute schon ihre Teilnahme an der Veranstaltung feft zugesagt, aber auch einflußreiche Kreise uuserer Bürgerschaft haben den Veranstaltern des ersten derartigen Festes in unserer Stadt ihre tatkräftige Unterstützung für die Sache in Aussicht gestellt. Wir erfahren u. A., daß sich bereits ein Komitee gebildet hat, um einen von den ge samten Bürgern der Feststadt geftifteten Ehrenpreis aufzu bringen. Man hofft, daß sich an dem Wettstreit mindestens 2500 Sänger beteiligen werden. × Auf dem neuen, am Mittelweg in der Nähe des Philosophenwaldes gelegenen Schliefplaß des Vereins „ Hundesport" für Gießen und Umgegend fand gestern in Anwesenheit zahlreicher Sportleute und Jäger das erste öffentliche Preisschliefen des überaus rührigen Vereins statt. Die Meldung und die Beteiligung an dem einzelnen Schliefen war so zahlreich, daß diese um 7 Uhr abends abgebrochen werden mußte, um heute Vormittag beginnend, tagsüber erst beendet zu werden. Die gestern bereits zum Austrag ge tommenen Schliefen hatten folgendes Resultat: Dachs. hunde sämtlich auf Fuchs. 1. Jugendschliefen: Seppel ( Bes. Friz Juna- Gießen) 1. und Ehrenpreis. Grethel Offenbach( Bef. Wilh. Vetter Offenbach a. M.) 2. und Ehrenpreis. Nanny( Bes. Ferd. Schmidt- Gießen) 3. Preis. 2. Neulingsschliefen: Waldmann( Bes. Vizefeldwebel ReißGießen) und Waldmann v. Weßstein( Bes. Ferd. SchmidtTedelhunde. * ** St an der Lahn 23 365 Perfo höchste Tempo 1 bei einem Be 14. Sptembe * Der Verein fein 16. Jah in der Johan in der Klein Stadt morgige Bolt gewiesen, die, borbereitet un Frl. Hellberg Conrabi) fid Preise sind d Gallerie 20 ** hatte für Terraffe der wie auch au mitglieder Später Aber nach Hause. = Au in Hamel zahlreicher feinen Absch Stechlegeln Der umstrit eifrigen Fre treter der E Bahnen ba riefigen F fröhliche hoben die Sprechen au e engagieren. der Gefund ungen des H R hier unter wird uns ft attfindend bereira verlief. ΔΕ fannte F Schon seit& bem benach nimmt an, Urfache ist. 0 Ve hier, weld Straße Gie Das Alger Arbeit" va L in voller 2 100 Ka magnum b Kaffe fotort B. 2545 Ottober 1908 Sonntag in D er nationallibe Den. rbe in Dar Winter wi und beabsichtig ner, Sattle ler und L r, Schriften efen. Die ren Anfang Mt. feftgrie 82. Geburt nen hochberdi em Lage wi zu einem De ift Rudolf B Stätte feiner Standbild Geb. Komme der Adresse: Jägerstr. 49 Co., Berlin Berlin NW., rlin W., Lü enbed- Hauses, ibung der zu Gießenit fehr gut lig gegen 3 puntt 3 Uhr Marfchererzitien Erschienen sienrat Gail, i Regierungsra r und Herr O Inter dem ru uptmann Lind man fönnte for ille. Die eine eräten ließen br zu wünschen üb des Brandpa mit dem Chef& en waren. Sau Herrn Traber folg tung N. N. D m Brand steht i fich teilweise in raume, und auf den Serd u am das Corps auß Innerhalb weniger Bufriedenheit der d Sachkenntnis wa Bürgerschaft Sr binnehmen fon r Hand. Nad nze Mannschaft twirts Sauery Dämmerscho ettors, feines Ch rrn Branddire umann wurde Sauptman und fchminkter Wei eit des Herrn C bergangenen J Recht schöne Che en zur Hebung 1 Auseinanderg Wagner: tiftungsfefte" h ettftreit 14 enden Jahre au umfaffenden Bo Bahlreiche Gefang maligen Aurheffen inenbauere Teilnahme an dr flußreiche Krei ndes ersten der tige Unterfügung Tahren u. 2., Co einen von ben ge Ehrenpreis auf ttftreit mindestens in der Nähe de des Vereini gegend fand geften Jäger das erf gen Vereins ftat einzelnen Schliefe ends abgebrochen end, tagsüber erf um Austrag ge fultat: Dachs hliefen: Geppel prets. Grethel M.) 2. und ießen) 3. Preis. efeldwebel Reip Ferb. Samibi C Gießen) 1. und Ehrenpreis. Walbine( Bes. Paula Krogt. mann) 2. und Ehrenpr. Waldmann v. Spiegelslust( Bes. Beter Meißner- Gießen) und Maenne v. d. Neustadt( Bes. Eduard Noll- Gießen) Höchst lobende Erwähnung. Foxterriers sämtlich auf Fuchs. 1. Jugendschliefen: Harras ( Bes. Wilh. Hamel- Gießen) 1. und Ehrenpr. 2. NeulingsSchliefen: Witu von Delstern( Bes. Hch. Himmelreich- Gießen) 2. u. Ehrenpr. 3. Offenes Schliffen: Witu von Delstern ( Befizer Hch. Himmelreich Gießen) 1. und Ehrenpreis. forecast( Besizer Bürgermeister Sittig- Königstein i. T.) 3. und Ehrenpreis. Trylby( Besizer Adolf Koppel Bingen a. Rh.) Höchst lobende Erwähnung. Sensation unter den Fachleuten erregte die Arbeit von Witu von Delstern, dem Herrn Himmelreich gehörig, im offenen Schliefen das schmächtige, aber überaus scharfe Tier ging ohne Laut in den Bau, ohne Apell zu geben, rückte es scharf darin vor um nach faum 8 Minuten den gewürgten Fuchs schleifend rüdwärts aus dem Bau wieder zurück zu kommen; vom jubelnden, lauten Bravo der Zuschauer begrüßt. Selbst die Preisrichter W. Orth- und Ernst Proesler- Frankfurt a. M. erklärten eine solche Glanzleistung sei ihnen in ihrer langen Praxis noch nicht vorgekommen. Gestern Abend standen noch aus Prüfungen im offenen Schliefen( Fuchs), SiegerSchliefen( Fuche) und Sieger- Schltefen( Dachs) sämtlich für Teckelhunde. * ** Städt. Freibad a. d. Lahn. Das Freibad an der Lahn war an 141 Tagen geöffnet und wurde von 23 365 Personen besucht also pro Tag 165 Personen. Die höchste Temparatur des Wassers betrug am 4. Juli 19/20 R. bei einem Besuche von 900 Personen, die niedrigste war am 14. Sptember mit 9/20, wo es von Niemand benutzt wurde. Der evangel. Jünglings- und MännerVerein Gießen feiert am Sonntag, den 18. Oktober, sein 16. Jahresfest. 91% Uhr vormittags findet Gottesdienst in der Johanneskirche und nachmittags 3½½ Uhr eine Feier in der Kleinkinderschule statt. Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die morgige Volfsvorstellung von„ Minna von Barnhelm" hingewiesen, die, von Direktor H. Steingötter aufs sorgfältigste borbereitet und mit unseren ersten Kräften besetzt( Frl. Hohl, Fr. Hellberg, die Herrn Sandorff, Linzen, Telety, Haag, Conradi) sich sicher großen Zuspruchs erfreuen dürften. Die Preise sind dieselben wie früher, Loge 1 Mt., Saal 40 Pfg., Gallerie 20 Pfg. ** * Der Männerturnverein zu Gießen hatte für seinen gestrigen Familienausflug nach Hardts Terrasse der Jahreszeit entsprechend gut Wetter. Im Saale wie auch auf dem Spielplatz vergnügten sich die Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen aufs Beste. Erst zu später Abendstunde rückte man ziemlich geschlossen wieder nach Hause. = - Auf der von schönen Anlagen umrahmten Kegelbahn in Hamels Garten zu Grünberg fand gestern unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern ein Preisfegeln seinen Abschluß. Es mußte schließlich noch ein sogenanntes Stechtegeln stattfinden, da mehrere Leistungen konkurrierten. Der umstrittene wertvolle erste Preis fiel einem jungen eifrigen Freund des Kegelsports Herrn H. Dertel, Vertreter der Exportbrauerei Gießen zu, der auch auf fremden Bahnen bald den richtigen Effekt herausfindet. Bei einem riesigen Faß Freibier waren die Teilnehmer noch einige fröhliche Stunden versammelt. Schöne Gesangesvorträge hoben die Stimmung und man trennte sich mit dem Versprechen auf Gut Holz" bald wieder ein Preiskegeln zu engagieren. Die gesunden Bewegungen des Kegelns sind der Gesundheit weit förderlicher, als die permanenten Sitzungen des Statbruders. Drum allezeit„ Gut Holz" voran. Rodheim, 12. Oft. Der gestrige Sonntag stand hier unter dem Zeichen der vier F. Von befreundeter Seite wird uns berichtet, daß das Abturnen mit dem am abend st attfindenden Refruten Abschied des Männerturnverlief. - " be reirs unter zahlreicher Beteiligung in bester Weise Steinbach. Der in weiterer Umgegend bestens befannte Fuhrunternehmer Louis Leineweber, welcher schon seit 8 Tagen vermißt wurde, ist gestern, Sonntag, in bem benachbarten Wald erhängt aufgefunden worden. Man nimmt an, daß eine plötzlich eingetretene Gehirnkrankheit die Ursache ist. () Vezberg. Dem Kreisstraßenwärter Mohr von hier, welcher nahezu ein Vierteljahrhundert auf der KreisStraße Gießen- Rodheim beschäftigt ist, wurde in diesen Tagen bas Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„ Für treue Arbeit" verliehen. Lauter, 11. Okt. Im Spätherbst ein Apfelbaum in voller Blüte und mit Aepfeln behangen darf mit zu den Zum | Naturseltenheiten gezählt werden, die in diesem Herbst ja 1 nicht vereinzelt zu verzeichnen waren. Der erwähnte Baum trägt Bismarck- Aepfel, die sich bekanntlich zu einem recht respektablem Gewicht entwickeln. A Weylar, 10. Oft. Auf dem hiesigen Wochenmarkt tostete das Pfd. Butter 1,20 Mt., Eier 2 Stück 17 und 1 Stück 9 Pfg. [[ Ehringshausen,( Kreis Wezlar), 10. Oft. Den Eheleuten Landwirt Georg Wilhelm Eckhardt und Frau Elisabeth geb. Martin wurde an ihrem gestrigen goldenen Hochzeitstage die goldene Ehe- Jubiläumsmedaille überreicht. Diese Feier fand im laufenden Jahre zum zweitenmale hierselbst statt. ** Nieder- Gemünden Hier ist das Bahnhofsgebäude bedeutend vergrößert worden, was infolge der Eröffnung der neuen Strecke Burg- Nieder- Gemünden- Homberg- Kirchhain erforderlich war. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 9. Oftober 1903. Die Joh. Georg E., Ehefrau zu Gießen hatte von einem Manne 6 Mt. 10 Pfg. erhalten, um eine PolizeiStrafe zu bezahlen. Die Angeklagte will dies auch besorgt haben. Durch die Beweisaufnahme ergiebt sich, daß sie das Geld unterschlagen hat. Unter Berücksichtigung von Vorstrafen erhält die Angeklagte eine Woche Gefängnis. Von den weiteren Strafsachen verdient noch eine der Erwähnung. Im letzten Sommer begaben sich in Lethgestern mehrere Buben in eine Hofraite, trieben die Hasen heraus und jagten solche in einen Haufen Laub. Wie sich die Hasen nun darin befanden, sprangen und wälzten die bösen Buben sich auf dem Haufen herum und töteten dadurch die Tiere, bis auf 2 ganz ffeine. Von den Tätern konnten leider nur 2 heute vor Gericht gestellt werden, da die übrigen das strafmündige Alter von 12 Jahren noch nicht erreicht haben. Die beiden Angeklagten leugnen hartnäckig. Durch die Beweisaufnahme erhellt, daß dieselben einer solchen Tat fähig sind und das Gericht hält auch den Beweiß im Uebrigen für soweit erbracht, daß ein Schuldig ausgesprochen werden kann. Das Urteil lautet gegen jeden Angeklagten in Anbetracht ihrer Jugend auf die Strafe des gerichtlichen Verweises und die Kosten. Brieffaften. - Fr. K... I, Gießen. Das Gedicht ist inhaltlich wohl gut, aber in seinen Strophen hat es noch etwas Ungleichmäßiges, darum nicht reif zum Druck. E. B., Gießen. Das Erstere ist gut, eine Veröffentlichung unterlassen wir aus besonderem Grunde. Das zweite Gedicht muß noch abgerundet werden. bis Marktberichte. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 10. Oftbr. Weizen 16,00,-16,10 Rorn 13,50 Gerste Hafer 12,00-12,50, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mark. Ales per Doppelzentner. Butzbach, 10. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per Pfd. 1,20-0.00 Mt., Käse per Pfd. 42 bis 45 Pfg., Eier 1 Std. 8 Pfg. Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil Ibin Blein; r bas Botale, ben Gerichts." und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermani Brud unb Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Betr. Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Bekanntmachung. Viehmärkten ist eine große Anzahl von Vieh in die verschiedensten Ortschaften des Kreisen verbracht worden. Für diese Fälle bestimmte unsere Bekanntmachung vom 7. v. Mts. u. a., daß alle Tiere, welche auf Vichmärkten angekauft und nicht zum Zweck sofortiger Schlachtung unmittelbar an ein Schlachthaus übergeführt werden, während einer bestimmten Frist unter Quarantäne stehen. Nach Ziffer 2 dieser Befanntmachung müssen die erwähnten Liere der Ortspolizeibehörde und von dieser dem Großh. Kreisveterinäramt angemeldet werden. Nach Mitteilung des Großh. Kreisveterinäramts Gießen sind indessen keine derartigen Anzeigen eingegangen. Wir beauftragen Sie daher, zu ermitteln, welche Tiere von den seit 7 v. Mts. stattgehabten Viehmärkten in Ihre Gemeinde eingeführt worden sind. Dem zuständigen Großh. Kreisveterinäramt ist von dem Ergebnis alsbald Mitteilung zu machen. Indem wir unsere Bekanntmachung vom 7. v. Mts. nachstehend erneut zum Abdruck bringen, beauftragen wir Sie, dieselbe wiederholt in Ihrer Gemeinde zu veröffentlichen und auf die genaue Befolgung unserer Anordnungen hinzuwirken. J. V.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung. Betr. Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Zufolge Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern vom 5. 1. Mts. werden mit Rücksicht auf das stärkere Auftreten der Maul- und Klauenſenche in den Regierungsbezirken Koblenz und Wiesbaden folgende Maßregeln für den Kreis Gießen angeordnet: 1. Wiederkäuer und Schweine, welche aus den Regierungsbezirken Koblenz und Wiesbaden eingeführt oder auf Viehmärkten, insbesondere auf Schlachtviehmärkten, angekauft wurden und nicht zum Zwecke ſofortiger Schlachtung unmittelbar in ein öffentliches oder Privatschlachthaus übergeführt werden, müssen an demjenigen Standorte, an dem sie nach ihrer Einführung in das zu schüßende Gebiet oder nach ihrer Wegbringung von dem Viehmarkte zuerst eingestellt werden, mindestens sieben Tage verbleiben und dürfen denselben innerhalb der nächsten 14 Tage( nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne) nur verlassen, wenn sie innerhalb jener Kontumazzeit nach dem Zeugnis des Großh. Kreisveterinäramtes teine seuchenverdächtigen Erscheinungen gezeigt haben. Alle Tiere der genannten Arten, welche mit den der Kontumaz unterstehenden während deren Dauer zuſammen in einem Gehöfte untergebracht sind, werden denselben Vorschriften unterworfen. 2. Alle Tiere, welche den unter 1. enthaltenen Maßnahmen unterworfen sind, müssen unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von dieser dem Großh. Kreisveterinäramt angemeldet werden. Seitens der legtgenannten Behörde wird eine Liste über diese Anmeldungen geführt. 3. Wird zur Ausführung eines der Quarantäne unterworfenen Tieres ein freisveterinärärztliches Zeugnis verlangt, so hat die Requisition des Großh. Kreisveterinäramtes durch die Ortspolizeibehörde zu erfolgen. 4. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen wird vorerst bis zum 1. Dezember 1. J.- allgemein untersagt. Dieser Maßregel sind ausnahmslos alle umherziehenden Händler unterworfen; sie ist nicht etwa auf die Herkünfte aus den obengenannten beiden preußischen Regierungsbezirken beschränkt. 5. Bei sämtlichen Viehmärkten innerhalb des Kreises Gießen ist das aufzutreibende Vieh schon vor dem Auftrieb auf den Markt einer Besichtigung durch Dabei den überwachenden Tierarzt zu unterziehen. find seuchenverdächtig befundene Tiere bis zur genaueren Feststellung ihres Zustandes vom Auftrieb auszuMit Rücksicht auf den am 20. und 21. Oktober 1. Js. dahier stattfindenden Viehmarkt bringen wir die nach- schließen und zu separieren. Für geeignete Einricht stehenden Bekanntmachungen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis mit dem Anfügen, daß Zuwiderhandlungen gegen die darin enthaltenen Anordnungen unnachsichtlich zur Bestrafung gelangen. Gießen, den 10. Oftober 1903. Juhendes Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Gießen, den 2. Oktober. Betr.: Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Betr.: Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Das Großherzogl. Kreisamt Gießen an die Ortspolizeibehörden des Kreises. Von den am 29. und 30. v. Mts. dahier stattgehabten Grünberger Gallusmarkt empfehle ein großes Lager in allen Herren- und Knaben- Garderoben, Hüte und Mühen Arbeiter- Jacken, Bosen und-Westen. Büte und Mühen in großartiger Auswahl in allen Genres, von den billigsten bis zu den besten. Weisswaren, 00 Schlipse, Gummikragen, Manschetten, Hosenträger. zodelugnis W. Nähmaschinen, Nähmaschinenfeile und-Gel. Ludwig Stein II. Ma.ftplay. 1000 Centner Kartoffeln O Grünberg. Gebrauchtes Fahrrad, ( magnum bonum) werden gegen sehr gut erhalten. zu verkaufen. Rasse sofort gekauft. Off. unter IB. 2545 a. d. Exp. d. Bl. Wo, sagt die Exp. d. Bl. Marktplay. Schirme werden schnell und gut repariet u. neubezogen. Kaffeler Schirmfabrik Steßen, Seltersweg 9 Eintrittskarten Festkarten etc. für Vereinsfestlichkeiten Bering und Familien liefert sauber und preiswert festlichkeiten, Hochzeiten empfiehlt sich ein tüchtiger Klavierspieler. Näheres in der Erp. d. Bl. Albin Klein * g.Blutstock.Timermann Gießen, Neuenweg 28. Hilfe* Hamburg, Fichteftr. 33. ungen zum Zwecke der vor dem Auftrieb vorzunehmenden | rieren verdächtiger Tiere und für das etwa nötige Aufsichtspersonal hat der Unternehmer Sorge zu tragen. Bei Viehmärkten, bei welchen die voraussichtlich aufgetriebene Viehzahl über 500 Stück Großvieh beträgt, ist zur Ueberwachung des Marktes ein weiterer beamteter Tierarzt oder, falls ein solcher nicht zur Verfügung steht, ein für dieses Geschäft besonders zu verpflichtender praftischer Tierarzt zuzuziehen. Gießen, 7. September 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Empfehle mein gross. Lager in Defenu. Herden sowie die großen Hopewell- Oefen mit eingemauertem Wafferschiff( Aurorahütte) und als Alleinverkauf für Grünberg und Umgegend die weltberühmten Röderherde ferner: Kesselrümpfe und Kupferkessel. Großes Lager in Chon- und Zementröbren und Platten. 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Ottober 1903 sollen an Ort und Stelle anderweit verpachtet werden: 1. die Triebbiertel in Gewann 14, 15, 26, 36, 37, 40 u. 41. 2. ein Stück Gelände von etwa 300 qm am Mittelweg, in den Eichgärten. 3. ein Grasgarten von etwa 1/2 Morgen hinter der Frant furterstraße. 4. ein Ader von 1812 pm auf der Warte, an der Marburgerstraße. 5. ein Ader von 6538 qm am Schlangenzahl hinter den Kliniken. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr auf der Licher, straße am Eingang zur Wolfstraße mit Fortseßung nachmittags 22 Uhr. Die Verpachtung an der Marburgerstraße findet um etwa 4 Uhr, diejenige auf dem Seltersweg um etwa 5 Uhr statt. Gießen, 10. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. 8. 240 bonnement lin's Saus gebra Brattabellagen Oberbeffile& Gartenban, fow Das Blatt e 巷 für CB. Auf de fald enthüllt, e hem es zu sieg pestanden, als cing. Der g Enter diesen L nicht begreifen und daß Polen halten an verbi Fic aufbauende fischer Haß ge doringend nötig Samstag, 17. Oktober, vormittags 10 Uhr sollen im Bürgermeistereigebäude die Holzhauer- u. Seternals Hülle fi löhne für die Waldungen der Stadt Gießen öffent lich vergeben werden. Die Großh. Bürgermeistereien der benachbarten Gemein. den werden ersucht, dies in ihren Gemeinden ortsüblich befannt machen zu lassen. Gießen, den 9. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisteret Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 3. bis 10. Oftober 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnais mit Inhalt, 1 silberner Fingerring, 1 Federwaage und 1 Paar wollene Kinderstrümpfe. und 1 goldene Broche. Segen ihrer all die Worte, g oor allem not Bur Vertretu Deutschen ein überstellen." recht zur G bleiben. Vor nische Politik zu entscheider scheidung au trums in D feine Schei und polnisch auszugeben. Bismard mung sein. Jakob Appel, Krof= dorf 46 W. Lein, KleinGießen. Linden 48 Seltersmeg 35, IV. Schöne möbl. 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