Nr. 187. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Brattabetlagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Mittwoch, den 12. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Pfa. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechauschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Brandkatastrophe auf der Parifer Untergrundbahn. Ein furchtbares Unglück, durch das Inbrandgeraten eines Zuges herbeigeführt, hat sich auf der Pariser Untergrundbahn ereignet. Soweit man übersehen kann, hat die Katastrophe weit über 100 Opfer gefordert. Mühsam sind bereits 102 Reichen aus dem Tunnel geschafft. Der Polizeipräfekt erklärt jedoch, daß sich noch weitere Tote im Tunnel befinden. Die Leichen sind schrecklich entstellt, von Rauch geschwärzt und deuten auf einen schweren Todeskampf hin. Eine große Menge umsteht, von Schrecken erfüllt, den Eingang des Tunnels. Ueber den Verlauf des Brandes und die Ursachen seiner Entstehung werden folgende Einzelheiten berichtet: Gegen 8 Uhr abends ging ein leerer Zug, der einen andern leeren Zug schleppte, nach der Wagenremise der Place de la Nation. In der Nähe der Station Ménilmontant gerieten diese beiden Züge in Brand. Der Maschinist und das übrige Zugpersonal fonnten sich jedoch rechtzeitig retten. In demselben Augenblick traf aber ein mit zahlreichen Reisenden besetzter Zug auf der Station Couronnes ein. Der Maschinist dieses Zuges stoppte, da die Linie blokiert war. Sofort war der Zug in dichten Rauch gehüllt und es entstand eine furchtbare Panik unter den Reisenden, besonders, als nach 1 bis 2 Minuten das elektrische Licht erlosch. Die Reisenden, über 200 an der Zahl, suchten einen Ausgang. Das Bahnpersonal bemühte sich zwar, den Reisenden den Weg zu zeigen, aber es scheint, daß es sich wegen der entseglichen Verwirrung fein Gehör verschaffen konnte. Die Rettungsarbeiten waren wegen des den Tunnel erfüllenden dichten Rauches ungeheuer schwierig. Es vergingen Stunden, ehe die Feuerwehr in den Tunnel eindringen konnte. Anfäng lich glaubte man, daß niemand das Leben eingebüẞt habe. Gegen Mitternacht verbreitete sich jedoch das Gerücht, daß von den 200 Reisenden sich kaum die Hälfte habe retten können und die übrigen Reisenden erstickt seien. Der verwundete Maschinist des in Brand geratenen Zuges erklärte, er glaube, der Brand sei dadurch verursacht worden, daß sich ein Metallbestandteil von dem Motorwagen gelöst habe und auf die Schienen gefallen sei, wodurch ein Kurzschluß entstanden sei. Die Guttaperchahülle der Leitungsdrähte habe sich entzündet und der Holzboden des Wagens habe Feuer gefangen, das rasch um sich gegriffen habe. Ein weiterer Bericht besagt: Die meisten Verunglückten hielten frampshaft das Taschentuch in der Hand; ihre Gesichter waren rot aufgedunsen und von dem heißen Dampi versengt, der noch in den Morgenstunden den Tunnel erfüllte und das Arbeiten der Feuerwehr sehr erschwerte. 50 Opfer sind in Ambulanzwagen in die Morgue geschafft, 52 in die Caserne de la Cité. Von der ungeheuren Volks menge, welche sich schon den ganzen Morgen vor den Zugängen der Morgue und der Kaserne drängt, werden Gruppen von je 10 Personen in die Säle eingelassen, wo sich herzzerreißende Szenen abspielen. Um 10 Uhr waren mehrere Opfer von ihren Angehörigen wiedererkannt. Der Polizeipräfekt traf alsdann persönlich in der Morgue die nötigen Anordnungen für die Beerdigung der rekognoszierten Leichen. Gegen halb 11 Uhr erschien Ministerpräsident Combes in der Morgue und in der genannten Raserne. Der ferbische Schattenkönig. CB. König Peter von Serbien ist seiner neugewonnener Würde bisher noch nicht froh geworden. Obgleich er seiner Zeit als der einstimmig Erklärte des Volkswillens nach Serbien geführt wurde, zeigt sich mit jedem Tage deutlicher, daß er das willenlose Werkzeug der Militärpartei ist, die das alte Königshaus mit blutiger Arbeit vom Erdboden hinweg fegte und eine neue Dynastie unter dem Scheine eines Plebiscits schuf. Es war vorauszusehen, daß die Unternehmer des Putsches von ihrem Erkorenen die Dankbarkeit und Willfährigkeit einer Kreatur verlangen würden. Auch König Peter konnte sich darüber nicht im Zweifel sein und er hatte bei Antritt seines königlichen Amtes zu entscheiden, ob er seine persönlichen Interessen durch ein Handinhandgehen mit der Militärpartei sichern wollte, oder ob es vorzuziehen sei, sich durch einen Aft persönlicher Entschlossenheit eine autoritäre Stellung im Staate zu erobern. In letzterem Falle war es notwendig, daß er die am Königs morde beteiligten Offiziere bestrafte, oder wenigstens nichi mit Auszeichnungen überhäufte. Es ist nicht zu verkennen, daß der letztere Weg der gefahrvollere, und zum mindesten unbequemere war, denn das Militär ist die alleinige Stüße des jungen Thrones und die alten Traditionen, das Ansehen, das seine Vorfahren einmal genossen haben, ist ein sehr problematischer Wert, der sich sehr schwer in der Gegenwart in bare Münze umwandeln läßt. Indem König Beter dem Verlangen Rußlands nicht willfahrte, hatte er gewählt. Gewählt hatte er aber auch, als er unter dem Scheine eines strengen Konstitutionalismus in den inneren Verhaltnissen namentlich im Angesichte der kommenden Wahlen jede Einwirkung perhorreszierte und dadurch für die Sieger der Parlamentswahlen den politischen Einfluß als Prämie aussetzte. Man konnte allerdings noch im Zweifel sein, ob der neue König nicht etwa seine ganze Hoffnung darauf setzte, daß er durch ein kluges Lavieren Zeit gewinnen und sich allmählich genug persönliche Autorität erobern könne, un sich aus der notorischen Abhängigkeit von der Militärpartei zu befreien. Diese Wahrscheinlichkeit aber muß als völlig ausgeschlossen gelten. In dem Charakterbilde des neuen Königs von Serbien zeigt sich als konsequenter Zug die Unentschlossenheit. Wie er es nicht wagte, die Forderung Rußlands offen und rückhaltlos abzulehnen, wodurch er die eigentlichen Machthaber mißtrauisch machte, so will er auch nicht nach außen hin zeigen, daß diese das große Wort führen; er versucht sich zu diesem Zwecke in kleinen Selbstständigkeitsanwandlungen bei Verteilung der Hofwürden. Aber diese sind eine reelle Macht, eben weil an der Spitze des Staates ein Mann getreten ist, der das Prinzip des Geschehenlassens zum Regierungsprogramm macht, da ihm die Natur das eigentliche Herrschertalent versagt hat. Man könnte fast zu der Auffassung kommen, daß du slavischen Völker eine Dynastie, wie die Westeuropäer, und namentlich die germanischen Völker sie haben, nicht hervorzubringen vermögen. Dieser Stasse fehlt der instinktive Sinn für Ordnung und der vielfach belachte Idealismus unseres Volkes. In dem Widerstreit der nackten eigensüchtigen Interessen fann sich nur ein despotischer Herrscher behaupten, oder aber die Staatsgeschäfte geraten in die wildeste Unordnung. Die größten slavischen Herrscher von Peter dem Großen bis zu Milosch, dem Begründer der serbischen Königsdynastie aus dem Hause Obrenowitsch, waren Despoten von falter Entschlossenheit und brutaler Gewalt. König Peter aber hat in Westeuropa, die Anschauungen höherer Kultur in sich aufgenommen und ist in seinem eigenen Volfe ein Fremdling, obgleich ihm der Nimbus des Nationalheldentums als einziges Erbteil seiner Väter in die Wiege gelegt wurde. Die Mißgriffe seiner beginnenden Regierungstätigkeit haben ihm im Auslande kein Vertrauen errungen und im Innern keine Autorität. Es ist ein bloßer Schattenkönig. Die inneren Wirren in Serbien werden fortdauern und ebenso eine fortdauernde Gefahr für den Frieden sein, wie der unüberbrückbare Gegensatz zwischen der muhamedanischen und der christlichen Bevölkerung au dem Balkan. Die Politik. Die Hilfsaktion für die Ueberschwemmten. In Gegenwart der Kaiserin wurden jetzt in Breslau and in Posen Beratungen der Provinzialhilfskomitees für die Ueberschwemmiten abgehalten. Das Breslauer Hilfs. Comitee hat beschlossen, die Sammeltätigkeit fortzusetzen und von den gesammelten Geldern sofort 150 000 Mark den usführenden Organen zu überweisen. Die Kaiserin übervies persönlich dem Provinzialhilfskomitee weitere 10.000 Mark, außerdem dem Landrat Wichelhaus für die Notleidenden des Landkreises Breslau 5000 Mark und dem städtischen Hilfskomitee 2000 Mark.- Tie Nachricht, die Kaiserin habe in Breslau ein Telegramm ihres Gemahls erhalten, wonach auch der Kaiser nach Schlesien ommen wolle, ist übrigens unrichtig. Die Verstaatlichung der pfälzischen Bahnen. Die bayerische Regierung hat, wie seiner Zeit mitge eilt, die bereits geplant gewesene Verstaatlichung der Pfäljer Privatbahnen aus verschiedenen Gründen auf später hinusgeschoben. Im bayerischen Volke und namentlich unter den Pfälzern geht die Bewegung, die auf eine Verstaatlichung des pfälzischen Bahnnetzes abzielt, weiter. Auf dem Verbandstage der Sektion Pfalz des bayerischen Eisenbahnerverbandes, an dem auch eine Anzahl bayerischer Abgeordneter teilnahm, teilte der Abgeordnete Siben unter dem Beifall der Versammlung mit, er mit seinen Freunden werde dafür stimmen, daß die pfälzischen Bahnen möglichst bald verstaatlicht werden. Die Beschaffung der hierfür nötigen 240 Millionen Mark könne nicht schwierig sein. Auch Abgeordneter Zimmern sprach sich in diesem Sinne aus. Auch sämtliche Abgeordneten der Pfalz haben er klärt, daß sie für Verstaatlichung der pfälzischen Bahnen eintreten werden. Das pfälzische Bahnpersonal erhofft von der Verstaatlichung Erhöhung seiner Gehälter und Verbesserung der Pensionsbezüge, das nicht angestellte Arbeiterpersonal Erhöhung seiner Löhne und Aufnahme in die Arbeiterpensionstasse des jenseitigen Bayerns. Eine die Verstaatlichung fordernde Resolution sand einstimmige Annahme. Ein Nachklang zum Fall Hüssener. Für die Behandlung betrunkener Soldaten ist jeden falls mit Rücksicht auf den Fall Hüssener folgende Unter peisung an die Unteroffiziere ergangen:„ Gegen betrunfene Saldaten ist stets mit der größten Behutsamfeit und Vorsicht zu verfahren, damit dieselben nicht etwa zu wörtlichen oder tätlichen Wider segungen gereizt werden. Der Unteroffizier muß sich daher gegen sie mit der größten Ruhe und Besonnenheit beneh men und jeden Wortwechsel wie jede persönliche Be rührung, soweit es möglich ist, vermeiden. Wo es irgend möglich ist, sind betrunkene Soldaten durch kameraden zur Ruhe zu bringen. Wenn sich der Betrunkene im Dienst befindet, so ist ohne Aufschen durch geeignete Maßnahmen, nötigenfalls durch Festnahme, dafür zu sorgen, daß er feine Ausschreitungen begehen fann. Jede Anreizung zur Unbotmäßigkeit ist zu vermeiden. Von der Waffe ist nur Gebrauch zu machen, wenn der betrunkene Soldat gegen einen Unteroffizier mit Tätlichkeit vorgeht und das Leben bedroht, doch ist in erster Linie darauf Bedacht zu nehmen, daß der Angreifer nur famp funfähig gemacht wird. Die Nichtbeachtung dieser Vorschriften wird, besonders, wenn sie Ausschreitungen herbeiführt, an dem Unteroffizier streng bestraft." So zweckdienlich eine solche Verfügung sein mag, zu wünschen bliebe, daß auch den Soldaten klar gemacht würde, daß Trunkenheit die Schwere einer Ausschreitung eher vermehrt als vermindert. Flurschadenverhütung im Manöver. Herr v. Einem, der fünftige preußische Kriegsminister, der den beurlaubten jetzigen Chef des Ministeriums vertritt, legt es darauf an, alten Beschwerden des Publikums nach Möglichkeit nachzukommen. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Monöverzeit hat er den Truppenteilen anbefohlen, das Betreten bestellter Felder möglichst zu vermeiden. Gebäude, Wirtschafts- und Hofräume, Parkanlagen, Gärten, Holzschonungen, Tabaksfelder, Dünenanpflanzungen, Hopfengärten und Weinberge, sowie die Versuchsfelder land- und forstwirtschaftlicher Lehranstalten und Versuchsstationen dürfen überhaupt nicht betreten werden. Eisenbahnen sind nur an den Uebergängen zu überschreiten. In Dörfern und in der Nähe von Gebäuden, von trockenen Heu- und Getreidehausen, von Klasterholz und anderen leicht Feuer fangenden Gegenständen darf nicht gefeuert werden. Abteilungen, welche im Streitfalle Gebäude, Gehöfte u. f. iv. besetzen würden, treten deshalb an diese Dertlichkeiten nur heran, und sind dabei von den Offizieren zu belehren, wie sie in Wirklichkeit zu verfahren hätten. Die Verteidigung von Dörfern wird oft, um das Privateigentum zu schonen, nur durch Schützen an den entfernten Gartenzäunen, sowie durch Bortreten von Reserven, zu markieren sein. Die Bekanntmachung schließt mit den Worten: Der bürgerliche Verkehr darf durch Friedensübungen jeglicher Art in feiner, auch noch so geringen Weise gestört oder behindert werden, mit der alleinigen Ausnahme, daß der Durchgang durch geschlossene, ruhende oder marschierende Truppen zu versagen ist." Die sächsische Amnestic. König Georg von Sachsen hat an seinem letzten Geburts. lage bekanntlich 70 Strafgefangene begnadigi. Darunter befinden sich auch drei an dem Löbtauer Krawall beteiligt jewesene Bauarbeiter, die zu acht und sieben Jahren Zuchtjaus verurteilt waren. Die Verurteilten haben vier Jahre m Zuchthause zugebracht. Ihre Begnadigung wird in ganz Deutschland um so lieber willkommen geheißen werden, als seiner Zeit das Urteil im Löbtauer Krawallprozeß im gan zen Volke als drakonisch hart empfunden worden war. Beanntlich sind schon von König Albert vier der Löbtauer Ver. urteilten begnadigt worden. Zwei befinden sich noch in Haft, ein zu zehn und ein zu neun Jahren Zuchthaus Verurteilter. Zur Ermordung Rostkowskys. A Nachträglich stellt sich heraus, daß der in Bitoli bei Monastir ermordete russische Konsul Rostkowsky an seinem ähen Ende selbst größtenteils Schuld trägt. Rostfowsky hat, vic sein vor einigen Monaten ebenfalls von einem türfischen Soldaten erschossener Kollege Schtscherbina in Mitrovizza, sich durch schroffes Auftreten gegenüber der Bevölkerung und den türkischen Behörden höchst verhaßt gemacht. Anordmungen der türkischen Behörden eristierten für ihn überhaupt nicht, er traftierte türkische Beamten und Soldaten, die auf Beheiß ihrer Oberen ihm entgegentraten, furzerhand mit Peitschenhieben ins Gesicht und machte sich überall lästig. Den unmittelbaren Anlaß zu seiner Ermordung gab er dadurch, daß er, als sin türkischer Posten ihn nicht grüßte. aus dem Wagen sprang und den Posten ohrfeigte. Daraus schoß der Türke den Konsul nieder. Rußland dürfte übrigens wegen der Ermordung Rostkowskys nicht größeren Lärm schlagen, als seiner Zeit im Falle Schtscherbina, wie grimmig auch jetzt die russische Presse nach Rache und die russische Diplomatie nach Genugtuung ruft. Der Mörder Roitforskys ist bereits vor ein Standgericht gestellt worden. Der Aufstand erstreckt sich übrigens bereits bis an die serbische Grenze. Die muhamedanische Bevölkerung ist in großer Erregung, und man befürchtet große Megeleien. Die Zahl der Aufständischen in Monastir wird auf 12000 geschätzt. Die Wirren und der Bandenkrieg dauern fort. * Kurze politische Nachrichten. Der deutsche Gesandte in Buenos Aires Freiherr v. Wangenheim ist an den Folgen eines Blutsturzes aeitarhon und Margot so bald als möglich von dieser schweren und gefährlichen Verstellung befreien." " So muß es denn sein!" seufzte Taucht, ich hoffe, Sie find hon meiner Treue und Ergebendie Gräfin. , D, Durchtischen Blick zu und flüsterte leise vor sich hin: " Das ist zu stark, sie spielt meine Rolle doch in der Tat Die Prinzessin warf dem Grafen Waldheim einen spöt. Baron Artenburg wurde unruhig. 31 einfältig!" nur zu lebhafteren KonversaGeſchichtlichkeit und grusdauer dieses per jenes Thema ange= tion treiben, welche dann schnell wieder zu Boden fank Waldheim nicht immer von neuem mit einer wunderbaren die Unterhaltung wäre vielleicht ganz berstummt, wenn Graf einem furzen Anlauf einer Ebenso erging es dem Erbprinzen an ihrer Seite, und nickte statt jeder Antwort mit dem Kopfe, und FräuTein Sophie begann: und mich; ich war die jüngste. Schwester Lenette, Die den Apotheker Pechion geheiratet hat, eine andere Schwester, die sich nach Anglecourt verheiratet, Ich Mein Vater hatte vier Kinder: einen Sohn, meine ich follte ionne Man hatte mich in das Kloster merden * Im Reichstagswahlkreise Dessan- Zerbst haben die Liberalen als Kandidat den früheren Richstagsabgeordneten Eisenbahndirektor a. D. Schrader aufgestellt. Eine sozialdemokratische niederrheinische Parteiversammlung hat beschlossen, zu den preußischen Landtagswahlen überall, wo die Aufstellung sozialdemokratischer Kandidaten möglich ist, solche aufzustellen, sonst aber die liberalen Kandidaten zu unterstützen. In Sidney wurden drei deutsche Zimmerleute, die einer dortigen Baugesellschaft vertraglich verpflichtet sind, an der Landung gehindert. In Australien besteht nämlich ein Gesetz, das gelernte Arbeiter, die vor der Ankunft einen Arbeitsvertrag mit einer australischen Firma abgeschlossen haben, von der Einwanderung ausschließt. * Als Nachfolger des Grafen Khuen- Hedervary scheint jetzt Dr. Alexander Wekerle, der bekannte ungarische libecale Politiker, allein in Betracht zu kommen. Der flüchtige Dienes soll in London verhaftet worden sein. * Prinz Arsen Karageorgiewitsch, der Bruder des Königs Beter, soll zum Oberbefehlshaber der serbischen Armee eraannt worden. Prinz Arsen, der russischer Oberst ist, soll Die im serbischen Heere seit dem Königsmorde erwachsenen Zwistigkeiten zwischen den Offizieren beilegen. Hof und Gesellschati. Der Kaiser an Bord der Hohenzollern" passiert den Dere- Sund mit den Begleitschiffen Nymphe" und Sleipner". Das Fort Kronberg wechselte Salutſchüsse nach der Kaiserflottille. *** Die Kaiserin ist in Posen eingetroffen und am Bahnhof von dem Kommandierenden General von Stülp. nagel, dem Festungskommandanten Hoyer von Rotenheim, dem Oberpräsidenten von Waldow, dem Regierungspräsi denten Krahmer, dem Polizeipräsidenten von Hellmann und dem ersten Bürgermeister Dr. Wilms empfangen worden. Die Kaiserin unternahm sofort eine Rundfahrt durch die Stadt, insbesondere durch die vom Hochwasser betroffer.en Stadtteile. Nach beendeter Rundfahrt durch die Stadt be gab sich die Kaiserin zum Frühstück nach dem Generalkcmmando, auf dem ganzen Wege von der Bevölkerung jubend begrüßt. Die Stadt zeigt reichen Flaggenschmuck. Ter Bahnhof ist prächtig geſchmückt. Nab und fern. Häuser ein. Die Bewohner liefen schreiend auf die Straße. Auf dem Festland wurden in Bari, Taranto, Stabia, Castellamare und Neapel verschiedene Stöße verspürt. † Verhaftung von Nihilisten. Auf der Wirballer Chaussee vurden zwei russische Zollbeamte festgenommen, die eine Menge nihilistischer Schriften bei sich führten. Die Verafteten wurden nach Petersburg transportiert. Aus Kra au wird gemeldet, daß die dortige Studentin Melanie Mamroth, die Tochter eines Bankiers aus Russisch- Polen, vegen nihilistischer Umtriebe an der russischen Grenze ver haftet und nach Warschau eskortiert worden ist. Frieda Sittl ergriffen. Die aus dem Magdalenenstift bei Teltow entwichene minderjährige Besserungsgefangene Frieda Sittl ist bei ihrer verheirateten Schwester in Pan fow verhaftet worden. Gegen die Schwester ist ein Straf berfahren eingeleitet worden. In Neu Weißensee entflohen aus der Besserungsanstalt Bethabara vier Mädchen, konnten aber nach kurzer Frist wieder zurückgebracht werden. Bunte Chronik. Auf dem Thorner Schießplatz wurde der Feuerwerksleutnant Beutel vom Artilleriedepot Marien burg während eines schweren Gewitters mit seinem Pferde oom Blitz erschlagen. Im Hafen von Swinemünde sind nahe am Bollwert ein Fischer aus Ahlbeck und sein Sohn ertrunken. Letzterer var vom Focksegel über Bord geschleudert und der Vater ihm nachgesprungen, um ihn zu retten. In Köln brach auf dem Holzmarkt eine Revolte aus, bei der die Polizei gegen etwa 100 Personen mit blanker Waffe vorgehen mußte. Viele Erzedenten wurden verwundet, die Rädelsführer verhaftet. -In Mülheim a. Rh. sind die Angehörigen dreier Familien, 14 Personen, nach dem Genuß gekochter Pilze schwer erfranft. * Der Papst bei der Messe erkrankt. Den neuen Papst haben die Strapazen der Krönung stark mitgenommen. Als er gestern vor einer großen Zahl Andächtiger die Messe zelebrierte, wurde er infolge der schlechten Luft, die in der ungenügend gelüfteten Kapelle herrschte, von einem leichten Unwohlsein befallen, konnte jedoch nach einer kurzen Ruhe die Kapelle verlassen und in seine Gemächer zurückfehren. Ein Arzt aus Venedig, der zugegen war, stellte fest, daß es sich nur um ein vorübergehendes nuvohlsein handle, das von den Anstrengungen der letzten Tage her rühre. Alle Empfänge sind verschoben worden, wie es heißt bis Donnerstag. Wenn der Papst den Ratschlägen des bekannten Wollapostels Dr. Jäger folgt, so wird er schleunigst sein Bett aus der Ecke des Zimmers rüden lassen. Dr. Jäger hat nämlich herausgefunden, daß Leo XIII, an einer chronischen Selbstvergiftung durch die üblen„ Ricchstoffe" verstorben ist, die sich in der Bettecke angesammelt hatten. Da der Papst in Kleidung und Bettzeug bis auj die Handschuhe hinaus reinwollen, ja weißwollen„ ist", so so hatte er nach Dr. Jäger Anspruch auf den Tod von Altersschwäche, ein Lebensende, das jedenfalls nach dem hundertsten Jahre liegt. In Rom verlautet, daß in vatilanische Kreisen große Entrüstung darüber herrscht, daß oicle Bechandlungen des Konklave den Zeitungen mitgeteili wurden. Es ist eine Kommission ernannt worden, um, wenn möglich die Schuldigen zu ermitteln. Aufsehenerregende Enthülungen werden allgemein erwartet. Inzwischen wird der Ersag der Unkosten im Betrage von je 200 Mart pre Tag an die am Konklave beteiligten Kardinäle zurückgehalten. Aus dem Gerichtsfaal. 8 Majestätsbeleidigungsprozeß gegen Tolstoi. In Leipzig wird heute der Prozeß wegen der in einer russischen Ausgabe der Tolstoischen Schrift Du sollst nicht töten" enthaltenen Beleidigung Kaiser Wilhelms verhandelt. Die inkriminierten Abschnitte beziehen sich auf die Wilhelmshavener Rede Kaiser Wilhelms bei der Verabschiedung der ChinaTruppen, insbesondere auf die angebliche Aeußerung„ Pardon wird nicht gegeben!" und außerdem auf die Berliner Refrutenbereidigungsrede, in der der Kaiser es als Pflicht der Soldaten bezeichnet habe, im Notfall auch auf Vater und Bruder zu schießen, um den König zu schützen. Bei dem Prozeß handelt es sich nun um die Freigabe oder Einziehung des betreffenden Buches. Der deutsche Verein für Ton-, Zement- und Kalk: industrie hat in Stärke von etwa 300 Personen, darunter piele Damen, einen Ausflug nach Wien unternommen, um die großen Werke seiner Branche in der dortigen Umgebung zu besichtigen. Im Rathaus wurden die Teilnehmer dei Fahrt durch Vizebürgermeister Strobach feierlich begrüßt. Bei dem Festmahl, das sich anschloß, brachte dieser einen begeistert aufgenommenen Trinkspruch auf die verbündeten Monarchen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef aus. Der Vorsitzende des Vereins dankte mit einem Trinkspruc auf Wien. An den deutschen und den österreichischen Kaiser wurden Huldigungstelegramme abgesandt. „ Es zog ein flotter Bursch zum Rhein Nach Bonn, dort zu studieren. Der Vater sprach, sollst fleißig sein Und keine Zeit verlieren; Die gute Mutter aber sprach: Lauf nicht den rhein'schen Mädchen nach, Mit ihren Feuerblicken, Sie würden dich entzücken." Im Garten des Wirtshauses saßen in Lauben mehrere Familien, die dort in Sommerfrische weilen, und ein Student hörte durch Zufall, während er den Garten durchschritt und seine Kommilitonen das Lied vom flotten Burschen sangen, wie eine junge Dame sagte:„ Hörst du, Papa, jetzt singen sie das Lied, das du gedichtet hast." Und sc war es. Der Vater der jungen Dame, Professor Müller aus Quedlinburg, hatte das Lied in feuchtfröhlicher Studentenzeit erdacht. Auf Einladung der Studenten nahm der alte Herr, der sich noch großer Rüstigkeit erfreut, an der Kneiptafel Platz und gar mancher Schoppen wurde auf das Wohl des Dichters geleert. § Ein verklagtes Regiment. Wegen Zerstörung eines Radfahrerweges wird das in Schwedt( Oder) garnisonierende Dragonerregiment Nr. 2 schadenersatzpflichtig gemacht werden. Auf dem Wege zur Kavallerieübung nach Altengrabow benutzten neulich einzelne Abteilungen des Regiments den bei Brandenburg( Havel) nach dem neuen Krug angelegten Radfahrerweg und beschädigten diesen so erheblich, daß seine Wiederherstellung etwa 300 Mt. kosten wird, welche nun das Regiment bezahlen soll. [ Start im„ Drud".] Im Offenbacher Handelskammerbericht für das Jahr 1902 findet sich folgende Stelle: „ Der Druck, unter welchem die allgemeine Geschäftslage leidet, macht sich im Geschäftsjahr 1901/02 auch für die Offenbacher Druckluft- Anlage fühlbar...."-Der Luftdruck der Druckluft scheint demnach dem ersten Druck nicht gewachsen zu sein. § Zwei Todesurteile bestätigte der Feriensenat des Reichsgerichts durch Verwerfung der eingelegten Revisionen. Der 27jährige Maurerhandlanger Friedrich Klindtworth hatte in der Nacht zum 26. April in Rotenburg die 34jährige Ehefrau seines Mitarbeiters Tamke aus ihrem Hause gelockt, unter der Angabe, daß ihr Mann, mit dem er auf einem Richtfest gewesen, betrunken im Felde liege. K. hat die Frau vergewaltigt und dann durch Ersticken ermordet.- Das Schwurgericht Dessau hatte den 22jährigen Tischlergesellen Paul Aust aus Harpersdorf wegen Mordes zum Tode verurteilt, welcher am 6. April in Hohenerrleben die 16jährige Tochter seines Meisters durch Revolverschüsse getötet hatte. Eifersucht gegen die von A. Verführte war der Beweggrund. Ein entsetzliches Explosionsunglück, dem zwei Sol daten von der 4. Kompagnie des in Neu- Ruppin garnisonie renden Infanterieregiments Nr. 24 zum Opfer fielen, er eignete sich in der Werkstatt des Tischlers Dräger daselbst Ein Sohn des letzteren, der Gefreite Dräger, und dessen Freund, der Musketier Wilhelm Kraus aus Berlin, hatten trotz des bestehenden strengen Verbotes vom Truppenübungs plaz in Jüterbog ein untrepiertes Schrapnell, einen soge nannten Blindgänger bei ihrer Rückkehr nach der Garnisor mitgebracht. In der Werkstatt des Vaters Dräger's spann ten beide das Geschoß in einen Schraubstock und befeuchteter es mit Benzin, um zunächst den Rost aufzuweichen. Bein Wiederabschrauben sind die Soldaten vermutlich mit der brennenden Zigarre dem Zünder zu nahe gekommen; denr plötzlich explodierte das Geschoß. Die Wirkung war furcht bar. Dräger wurde von unzähligen Schüssen in den Un terleib getroffen, so daß ihm der Leib und die Brust voll ständig aufgerissen und zerfekt wurden; ferner wurde ihm die Nase teilweise zerrissen, die Hand schwer verletzt und beide Augen beschädigt. Kraus erhielt ebenfalls mehrere Schüsse in den Körper. Die Unglücklichen verstarben bald darauf unter den gräßlichsten Schmerzen. Verhaftete Entführer. Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, nunmehr auch die Befreier" der minderjährigen Besserungsgefangenen Frieda Sittl aufzuspüren und zu verhaften. Es sind drei bekannte Berliner Verbrecher. Frieda Sittl hatte ihre Befreier nicht verraten, da sie wohl hre Rache fürchtete. Erdbebenpanik in Süditalien. Aus den verschieden ten Orten der südlichen Hälfte der apenninischen Halbinsel laufen Meldungen über schwere Erderschütterungen ein, die sich wellenförmig von Stadt zu Stadt fortpflanzen. Am heftigsten scheint die Bewegung auf Sizilien geweſen zu ein. In Mineo( Brovinz Catania) stürzten mehrere * Die 3% Groß bem 24. Ju fchein am 1 Staatsfuld Industrie in [ Die erboste Schwiegermama.] Eine tragikomische Szene trug sich auf den Thorner Telegraphenamt zu. Eine Dame wünschte ihren in Berlin wohnenden Schwiegersohn per Telephon zu sprechen. Der Gewünschte lehnte jedoch ein Gespräch mit der lieben Schwiegermama ab. Hierüber erzürnt, machte die Dame ihrem Herzen in so lauter Weise Luft, daß sie den Dienstbetrieb auf dem kaiserlichen Telegraphenamt störte. Als der Telegraphenbeamte die Schalterfenster schloß, schlug sie mit den Händen gegen diese. Einige Poftunterbeamte konnten die Wütende nicht zum Fortgehen bewegen. Erst als zwei handfeste Polizeibeamte erschienen, gelang es diesen, die erzürnte Schwiegermama gewaltsamı aus dem Telegrammannahmeraum zu entfernen. § Eine erneute Verhandlung gegen den Matrosen Kohler Don S. M. S.„ Loreley", der bekanntlich wegen Ermordung seines Vorgesetzten Biederitzki zum Tode verurteilt wurde, findet am 15. d. Mts. vor dem Oberkriegsgericht der Marinestation der Nordsee in Wilhelmshaven statt. Das Reichsmilitärgericht hatte, wie noch erinnerlich sein dürfte, das Urteil des Oberkriegsgerichts bezüglich der Jahnenflucht Kohlers aufgehoben und in die Vorinstanz zurückverwiesen. Aus diesem Grunde ist eine erneute Verhandlung gegen Kohler erforderlich geworden. Das Todesurteil wird hieroon jedoch nicht berührt. gegen Einrei weifungen), i statt. Bei G nach Numme fertigung mit Das Rameraden e der durch Ue fifchen Ramer Wald der D ** J auf der hie nommen. ausgefeat, we Reife von A wieder zugefü * Ung ( Rangiertopf) von einem ab abgefahren; führt. Der S Kindern. * Ung 13jährige 5 nehmen von herunter, ba [ Die Hochzeit eines Riesen.] Der„ Riese" Ehmke ist dieser Tage mit seiner Buchhalterin auf dem Standesamte zu Groß- Flintbek ehelich verbunden worden. Der glückliche Gatte, welcher seiner Zeit als der größte Soldat der deutschen Armee den Kaiser auf mehreren Auslandsreisen begleitete, mißt 2,18 Meter; er reist seit einigen Jahren als ,, Sehenswürdigkeit" und macht mit diesem Metier zweifellos weit bessere Geschäfte, wie während seiner früheren Stellung als Bierfahrer einer Kieler Brauerei. § Der Prozeß Humbert brachte an seinem zweiten Ver handlungstage die Fortsetzung des Verhörs Frederic Hum berts. Die Taktik des Gatten Thereses geht dahin, völlig Unwissenheit über die geibaftlichen Tricks seiner Frau zu jeucheln. Der Präsident meiß ihm aber verschiedentlich nach, baß er selbst über Einnahmen und Ausgaben Thereses Buck Jeführt habe. Die Enthüllungen, die diese mit großem Bomp für den zweiten Verhandlungstag angekündigt hatte, vollen noch immer nicht kommen. 1. a. mußte Humberi nich zugestehen, daß er die Berichte über niemals abgehal ene Sigungen des Verwaltungsrates Viagère verfaßt habe. Therese mischt sich ein und ruft:„ Herr Präsident, Sie sind ms nicht wohlgefinnt." A[ Ein Schwächling".] Auf ein Pariser Polizeiami fam dieser Tage ein alter, gebückter, aber ganz fräftig schei. nender Mann, um sich über einen Zimmerdiebstahl zu be flagen. Als er sein Alter, 100 Jahre, angab, geriet das ganze Polizeiamt in Aufregung. Aber er ist am 4. Juli 1803 in Paris geboren daran ist nichts zu ändern! und wurde wegen allgemeiner Schwäche nicht zum Wehrdienst herangezogen. Duval, so heißt der Greis, ist nic frank gewesen; er ist und trinkt gut, selbst dann und wann über den Durst, aber dies ist„ notwendig für seine Gesundbeit". [ Die Bedeutung des Triregnum.] Das Triregnunt, auch Tiara genannt, mit den der Papst gekrönt wurde, besteht bekanntlich aus drei übereinanderliegenden Kronen. Seine Bedeutung wird sehr verschieden ausgelegt. Nach einigen Historikern soll das Triregnum an die drei Kronen erinnern, die den Päpsten nach einander von Konstantin, Chlodwig und Karl dem Großen gestiftet wurden. Nach anderen zeigten sie die Herrschaft des Papstes über die dreifache Kirche an: die kämpfende, leidende und triumphierende. Nach einer weiteren theologischen Auslegung seien sie das Symbol der dreifachen doktrinären, sakramentalen und pastoralen Autorität. Endlich sollen sie das Symbol der Macht der Kirche sein, die sich, wie die Jesu Christi, ihres Gründers, über das zeitliche Leben hinaus, und daher auf die irdischen, höllischen und himmischen Dinge erstrecke. § Der dritte Verhandlungstag des Humbert- Prozesses brachte noch immer nicht die angekündigten Enthüllungen Thereses. Das Interesse im Publikum nimmt denn aud sichtlich ab, der Saal war verhältnismäßig leer von Zu jörern. Die Zeugenvernehmungen brachten im allgemeinen nichts Neues. Große Heiterkeit erweckten die Aussagen des Anwalts der angeblichen Crawfords, Parmentier, über die Art und Weise, wie er mit seinen Klienten verkehrte. Präident: Fanden Sie es nicht sonderbar, daß Ihre Klienten 20 Jahre lang ihre Briefe postlagernd unter Chiffre kommen ließen?" 3euge:„ Die Einrichtung der postlagernden Briefe existiert doch nun mal." Parmentier behauptet, daß er feinen Verdacht schöpfen konnte. Er wiederholt, daß er den Besuch zweier Herren erhalten habe, die sich als Crawfords legitimierten und mit Romain oder Emile Daurignac feinerlei Aehnlichkeit hatten. Das Honorar für seine Be mühungen betrug 350 000 Francs. Vermilchtes. [ Eine hübsche Dichterehrung] wird aus Göttingen berichtet. Im Walddorfe Bremte feierte in einem Wirtshaus eine studentische Verbindung ihr Stiftungsfest und sang unter anderem auch das Lied: Stedende Boh einen Rotberb legten nach de indeffen der 2 ** Die Thüringi furt a. M. ei ung der Land Direktion hat trauliches" [ Ein langer Zeitungstitel.] Die Wiener Zeitung" feierte soeben das Jubelfest ihres 200jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß bringt sie das getreue Faksimile ihrer ersten Nummer, deren absonderlich langer Titel folgendermaßen lautete: Wiennerisches Diarium, Enthaltend Alles Denchwürdige/ so von Tag zu Tag sowohl in dieser Kayserlichen Residenz- Stadt Wienn selbsten sich zugetragen/ als auch von anderen Orthen auß der ganzen Welt allda nachrichtlich eingeloffen/ Mit diesem besonderen Anhang/ Daß auch alle die jenige Persohnen/ welche wochentlich allhier gestorben/ hingegen was von Vornehmen gebohren/ dann copuliret worden/ ferner anhero und von dannen verreiset/ darinnen befindlich. Mit Ihro Römischen Kayserlichen Majestät allergnädigsten Privilegio." Kunft und Wissenschaft. fämtlichen A Lotterie in di nehmigung de Rolletteure ha hädigt. Mo reien Stüder daß man ein * Me 5 Uhr 20 S Glanze übe in unserer Fest ift die 2 der verschiede leuchtete in LD. Kaiser Franz Josef und der Phonograph. Die k. k. österreichische Akademie der Wissenschaften hat für ihr Archiv in der kaiserlichen Villa zu schl mehrere Phonogramme von Kaiser Franz Josef aufnehmen lassen. Das phonographische Archiv der Akademie dient in erster Linie historischen und philologischen 3mecken, es enthält also Platten, die die Stimmen hervorragender Zeitgenossen festhalten, ferner Aufnahmen von Sprachen und Dialekten, wie sie jetzt gesprochen werden. Dieses eigenartige Museum umfaßt schon eine ziemliche Anzahl von Nummern. LO. Ein unbekanntes Gedicht Richard Wagners, das jetzi von einem Münchener Blatte veröffentlicht wird, dürfte anJesichts des heftigen Streites gelegentlich der bevorstehenden Wagnerfeier die weitesten Kreise interessieren. Wagner übersandte zum 27. Geburtstage Ludwigs II. am 25. Auguſt 1872 seinen Röniglichen Freunde" als Zoll der Dankbarkeit die eigenhändig geschriebene Orchesterskizze vom dritten Akt der„ Götterdämmerung" mit folgender Widmung: Vollendet das ewige Werk! Wie im Traum ich es trug, Bie mein Wille es wies, Was bange Jahre beengt Des reifenden Mannes Brust, Aus winternächtigen Wehen Der Lieb' und der Lenzes Gewalten Trieben dem Tag' es zu: Da steh' es stolz zur Schau, Als Hühner Königsban Prang' es prächtig der Welt' Wittenberg a bis über die erlosch die Funten. Da 328 km Setra bon etwa 10 über dreimal * Sege Mit Rüdfight Segezeit der Oberbeffen mi bach und S jgt. Für di hält es bei t eit der gend Bewenden. Die als Unterrich Rindes verme den. Er bea bestraft werde Unterricht be Strafe mit F bei dem die ung aufrecht arbeiten nac gelten habe. X Strof ntftand in S Die Scheune verheerenden lung) dem Mitleidenscha nenen Feuern Die Entstehun Nidi Landwirt zeit Brennstoffen bie in unmit und Husun Gerd angeleg bem Landwi § Scho die Somme Bächter für dentt der Bä nehmen. + Groß ngehörige de Sonntag hier in Bufunft m in ach, Guben mehrere und ein Stu Barten durch flotten Bur rst du, Papa, ast." Und so feffor Müller röhlicher Stu udenten nahm it erfreut, hoppen wurde all cher Handelsolgende Stelle: Geschäftslage auch für die - Der Luften Drud nicht tragikomische amt zu. Gine Schwiegersohn lehnte jedoch ab. Hierüber lauter Weise ferlichen Telee die Schalter n diese. Einige Bum Fortgehen mte erschienen, ma gewaltsam Chen. eje" Ghmte ist 1 Standesamte Der glückliche oldat der deutlandsreisen be en Jahren als Metier zweifeleiner früheren rei. jer Polizeiami 13 fräftig schei. iebstahl zu be ab, geriet das t am 4. Juli Bu ändern! ht zum Wehr Greis, ist nic ann und wann seine Gesund as Triregnum, int wurde, benden Kronen. sgelegt. Nach ie drei Kronen on Konstantin, wurden. Nad) über die dreiund triumphieLuslegung feien sakramentalen Das Symbol der Christi, ihres und daher auf Je erſtrede. iener Zeitung" gen Bestehens. Faksimile ihrer Titel folgender ium, EnthalTag sowohl in elbsten sich zuß der ganzen em besonderen welche wochentVornehmen ge nhero und von Shro Römischen legio," aft. raph. Die t. t. hat für ihr tehrere Phono1 lassen. Das in erster Linie enthält also eitgenoffen feft und Dialekten, artige Museum mmern. mers, das jetzt ird, dürfte anbevorstehenden ren. Wagner am 25. Auguji der Dankbar Sze vom dritten Widmung: rfl Lokales. Gießen, 12. August 1903 ** Die Ausgabe neuer Zinsscheinbogen zu den 334% Großh. Hessischen Staatsschuldverschreibungen Serie I vom 24. Juni 1893 für weitere 10 Jahre erster Zinsschein am 1. April 1904 fällig findet bei der Großh. Staatsschuldenkasse sowie bei der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt und deren Filiale in Frankfurt a. M. gegen Einreichung der Erneuerungsscheine( Binsschein- Anweisungen), in Darmstadt und Frankfurt a. M. fostenfrei statt. Bei Einreichung der Zinsschein- Anweisungen ist ein nach Nummern geordnetes Verzeichnis in zweifacher Anfertigung mitzuliefern. * Das Präsidium der„ Hassia" erläßt an die Kameraden einen Aufruf zur Mithilfe bei der Linderung der durch Ueberschwemmungen hervorgerufenen Not der schlesischen Kameraden. Gaben sind an Herrn Hauptmann a. D. Wald Cer- Darmstadt, einzusenden. ** Jugendlicher Ausreißer. Gestern wurde auf der hiesigen Bahnstation ein neun Jahre alter Junge ausgesetzt, welcher feine Fahrkarte besaß, er hatte nämlich die Reise von Koblenz nach hier ohne eine solche unternommen. Er ist seinen Eltern ausgerissen, denen er wieder zugeführt werden wird. ** Unglücksfall. Auf dem Gießener Bahnhofe ( Rangierkopf) wurde gestern abend ein Bremser aus Betzdorf von einem ablaufenden Wagen erfaßt und ihm beide Beine abgefahren; derselbe wurde sofort der hiesigen Klinik über führt. Der Bedauernswerte ist Vater von 6 unmündigen Kindern. * Unglücksfall. Dieser Tage beschäftigte sich der 13jährige Hugo Schmidt in Quirnbach mit dem Abnehmen von Pflaumen. Dabei siel er derartig vom Baume herunter, daß er mit dem rechten Auge in eine darunter steckende Bohnenstange geriet. Der herbeigerufene Arzt legte einen Notverband an und befahl die Ueberführung des Verlegten nach der Gießener Klinit. Am Bahnhof Gießen traf indessen der Verunglückte als Leiche ein. ** Die Hauptkollekteure der Hessisch Thüringischen Landeslotterie hielten in Frant furt a. M. eine Versammlung ab, um gegen eine Entscheidung der Landeslotterie- Direttion Stellung zu nehmen. Die Direktion hat nämlich sämtlichen Hauptfollefteuren ein" ver trauliches" Schreiben zugeschickt, nach dem es für die Folge sämtlichen Kollekteuren verboten ist, Reklamen über die Lotterie in die Deffentlichkeit zu bringen, die nicht die Genehmigung der Landeslotterie- Direktion erhalten haben. Die Kollekteure halten sich durch diese Anordnung ungemein ge= schädigt. Man vermutet, daß diese Bestimmung nicht aus freien Stücken von der Lotteriedirektion erlassen ist, sondern daß man einem Drucke von Berlin aus nachgegeben hat. * Meteor. Am 16. November 1902, abends 5 Uhr 20 Minuten, zog ein Meteor mit ungeheurem Glanze über Deutschland hinweg und wurde auch in unserer Gegend vielfach gesehen und bewundert. Jezt ist die Bahn dieser Erscheinung nach Zusammenstellung der verschiedensten Beobachtung festgestellt. Der Meteor leuchtete in etwa 2000 km Höhe über der Gegend von Wittenberg auf und bewegte sich in 3 Sefunden abwärts bis über die Umgegend von Marburg a. d. Lahn. Dort erlosch die Lichtererscheinung unter Ablösung zahlreicher Funken. Da die Strecke von Wittenberg bis Marburg 328 km Seträgt, so hatte das Meteor eine Geschwindigkeit von etwa 100 km in der Sekunde, also bewegte es sich über dreimal so schnell als die Erde. * Hegezeit der Feldhühner und Wachteln. Mit Rücksicht auf den Stand der Ernte ist das Ende der Segezeit der Feldhühner und Wachteln für die Provinz Oberhessen mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, auf den 23. August d. Is. festgejeßt. Für die Reise Alsfeld, Lauterbach und Schotten behält es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach die Hegezeit der genannten Wildarten am 31. August endigt, sein Bewenden. ** Die Nach size stunde der Schulkinder gilt als Unterrichtsstunde. Ein Vater hatte das Nachsißen seines Kindes verweigert und war in Schulstrafe genommen worden. Er beantragte gerichtliche Entscheidung, weil er nur bestraft werden könne, wenn das Kind den planmäßigen Unterricht versäume; das Schöffengericht verdoppelte die Strafe mit Rücksicht auf die Umstände, und das Landgericht, bei dem die Berufung eingelegt wurde, hielt die Verdoppelung aufrecht, weil die Nachsizestunde, in der versäumte Schularbeiten nachgemacht werden, als Schulunterrichtsstunde zu gelten habe. × Krofdorf, 12. August. Gestern nachmittag 1/24 Uhr entstand in der Scheune des Zimmermanns Drescher Feuer. Die Scheune sowie reiche Holz- und Heuvorräte fielen dem verheerenden Element zum Opfer; ein Nebengebäude( Stallung) dem Maurerpolier Schieferstein gehörig, wurde in Mitleidenschaft gezogen, konnte aber von der sofort erschienenen Feuerwehr vor dem Niederbrennen bewahrt werden. Die Entstehung des Feuers ist bis jetzt noch unbekannt. Nidda. Eine mißglückte Brandstiftung entdeckte ein Landwirt zeitig genug in seiner Scheune. Ein Sack mit Brennstoffen war schon beinahe verkohlt, glücklicherweise ohne die in unmittelbarer Nähe der Brennstelle gelagerten Strohund Husunde in Brand zu setzen. Beschuldigt, den Feuerherd angelegt zu haben, wird ein Mann der als Knecht bei dem Landwirt tätig war. § Schotten. Wie das Schott. Kreisbl." mitteilt, ist die Sommerfrische Posthäuschen" von dem bisherigen Bächter für 25000 Mt. erworben worden; im Herbst gedenkt der Pächter den Betrieb in eigene Rechnung zu übernehmen. + Groß- Eichen. Etwa 50-60 Delegierte und Vereinsangehörige des„ Ohm- Lumdath al- Sängerbundes" hielt am Sonntag hier einen Sängertag, auf dem beschlossen wurde, in Zukunft nur Sängerfeste zu feiern, die zugleich 25jährige Stiftungsfeste der betreffenden Vereine sind, von anderen Festen soll abgesehen werden. Hopfmannsfeld. Bei der hier stattgehabten Betgeordnetenwahl wurde Peter Jöckel gewählt. = Villingen. Der bei dem Obsthändler K. Heinbach bedienstete Fuhrknecht Lotz fiel auf der Rückfahrt von Eichelsachsen nach Eichelsdorf so unglücklich vom Wagen, daß er einen doppelten Rippenbruch erlitt. * Büdingen, 8. August. Der Vorstand Mohr der Station Mittelgründau ist flüchtig gegangen. In der Kasse fehlen ca. 800 Mart. Er läßt eine Frau mit 4 fleinen Kindern zurück. Mohr versah die Stelle als Vorstand noch nicht sehr lange. * Vilbel, 11. Auguſt. Auf dem Grundstück von Friß Hinkel, dem Besizer des Hassia- Mineralbrunnens, wurde ein neuer fohlensäuerreicher Mineralwassersprudel erbohrt. - Frankfurt a. M., 11. August. In einem Waffenladen faufte sich heute morgen ein Unbekannter einen Revolver und ließ ihn gleich von der Verkäuferin laden. Kaum hatte er die Waffe in der Hand, so schoß er auch schon 2 Kugeln gegen sich ab, von denen eine in den Hals, die andere in die Brust ging. Der Mann wurde bewußtlos in das Hospital gebracht. Einer Tätowierung nach ist er ein Däne. * Höchst a. M., 11. August. Wir lesen im Höchster Kreisblatt" Zahnschmerzen. Gestern früh erschien bei einem Bahnwärter eine junge Dame mit der Bitte, die Strecke in der Richtung nach Frankfurt absuchen zu dürfen. Sie habe am Abend vorher, als sie während der Fahrt aus dem Fenster sah, ihre Zähne verloren. Der Bahnwärter konnte dem Wunsche der Dame zwar nicht willfahren, übernehm aber in galanter Weise selbst die nötigen Recherchen, und hatte auch das Glück, die„ Perlengarnitur" zu finden. Die Verliererin möge sich also wieder melden." Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 11. August. Der 24jährige Installateur Heinrich Bechthold von Frankfurt a. M. ist wegen Diebstahl und Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. Er hat dem Bauunternehm r August Scheppelmann dahier ein Fahrrad entwendet und bei seiner Festnahme dem Gendarmen Widerstand geleistet. Der Angeklagte schüßt sinnlose Trunkenheit vor, doch wird ihm nachgewiesen, daß dies keineswegs der Fall war Nach seinen Vorstrafen zu urteilen, ist er auch in nüchternem Zustande zu einer solchen Tat fähig, denn er hat sowohl im In- als auch im Auslande wegen Fahrraddiebstähle hohe Gefängnis- und Kerkerstrafen erlitten. Troß der Beteuerung, daß er von der ganzen Sache nichts weiß, hält ihn das Gericht für schuldig und erkennt auf eine Buchthausstrafe von 2 Jahren und 1 Monat; auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgesprochen. Bei dem ge= meingefährlichen Treiben hält man auch die Polizeiaufsicht für angezeigt. Der Landwirt Johann Georg Wörner von Ober- Rosbach hat sich wegen Sittlichkeitsverbrechen zu verantworten. Er hat sich mehrfach an seinem kaum 15 Jahre alten Dienstmädchen Veronita Huth aus Aura vergangen, worauf der Vater des Mädchens Strafantrag stellte, was zur Folge hatte, daß der Angeklagte in Haft genommen wurde. Die bei verschlossenen Türen stattfindende Verhandlung führt zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte schuldig ist, denn das Urteil lautet auf 5 Monate Gefängnis. Da die Verhaftung wegen Notzucht erfolgte, eine solche aber nicht nachgewiesen ist und die Voruntersuchung sich in die Länge 304, werden 3 Monate erlittener Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Bemerkt sei noch, daß das Gericht sich veranlaßt sah, das mißbrauchte Mädchen als eine sittlich reine, glaubwürdige Zeugin hinzustellen, im Gegensatz zu den Angaben des Angeklagten. Litterarisches. Griechisch- deutsches Schulwörterbuch, mit besonderer Berücksichtigung der Etymologie, verfaßt von Professor Dr. Hermann Menge, fönigl. Gymnasialdirektor a. D., ca. 650 Seiten gr. Lexikon- Format. Preis elegant gebanden 7 Mt. 50 Pf. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung( Prof. G. Langenscheidt), Berlin SW. 11. Das vorliegende, soeben vollständig gewordene Werk ist dazu bestimmt, sowohl einem großen Teile der Lehrerwelt eine hoffentlich nicht unwillkommene Gabe zu bieten, als auch den Schülern unserer Gymnasien bei der Lektüre gute Dienste zu leisten. Sein Titel Schulwörterbuch soll sich demnach nicht auf den Sinn von„ Schülerwörterbuch" beschränken, sondern darauf hinweisen, daß es den Bedürfnissen unserer höheren Schulen überhaupt zu dienen beabsichtigt. Allen, die sich dem so wichtigen und interessanten Studium der griechischen Etymologie widmen wollen, wird hier ein praktisches, zum Nachschlagen besonders geeignetes Hilfsbuch geboten. Der ganze Stoff ist in einem Alphabete gegeben, so daß der Benutzer nicht nötig hat, bei dem Aufsuchen von Eigennamen, Verbalformen 2c. an verschiedenen Stellen nachzuschlagen. Die Auswahl des Wortschatzes ist derartig erfolgt, daß das griechisch- deutſche Schulwörterbuch nicht nur alle Spezialwörterbücher ersetzt, sondern auch eine Präparation zu allen griechischen Lesebüchern und Anthologieen bildet, allen griechischen Lesebüchern und Anthologieen bildet, soweit sie an Schulen in Gebrauch sind. Geschäftliches. Bereits am 22. d. Mts. findet die Ziehung der II. Straßburg Neudorfer Geldlotterie garantiert sicher statt. Der Los- Vorrat ist nur noch ein ganz kleiner, weshalb Alle diejenigen, welche sich noch ein oder mehrere Lose sichern wollen, gebeten werden, damit sich zu beeilen. Bei der I. Ziehung fonnten, wie allgemein bekannt, ungefähr 6-8 Tage vor Ziehung keine Lose mehr beschafft werden. Solange Vorrat reicht, sind diese Lose noch beim GeneralAgenten J. Stürmer, Straßburg i. Els., und allen mit diesen Losen und Plakaten versehenen Los- Verkaufsstellen zu haben. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es können eingestellt werden: 10 Pferdeknechte, 5 landwirtschaftliche Arbeiter, 2 landwirtsch. Mägde, 1 Zementmüller, 4 Erdarbeiter, 1 Kunstschlosser, 1 Bauschlosser, 3 Maschinenschlosser, 1 Tapezierer, 6 Schreiner, 1 Drechsler, 2 Glaser, 2 Spengler, 5 Hausburschen, 1 Restaur.- Köchin( ausw.,) 1 Kellner, 17 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 besseres Kindermädchen, 3 Lauffrauen, 1 Kindermädchen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Blätterin nach ausw. Es suchen Arbeit: 9 Pferdefnechte, 1 landwirtsch Arbeiter, 2 Kutscher, 1 Schmied, 1 Installateur, 3 Spengler, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Maschinenschlosser, 3 Buchbinder, 1 Packer oder Lagerarbeiter, 3 Schreiner, 1 Weißbinder, 1 Lackierer, 2 Glaser, 1 Küchenchef. 1 Kellner, 1 Schreibgehülfe, 1 Maschinenschreiber, 2 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Stüße der Hausfrau, 1 Kinderfräulein, 4 Waschfrauen, 2 Weißzeugflickerinnen, 1 Büglerin. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaa": Fr. Oppermann. Im„ Landw. Zeitgeist" zu Straßburg( t. Els.) lesen wir folgende interessante Erzählung: Die kluge Else. Bauer Lippl hatte über reichen Kindersegen und schmale Einfünfte nicht zu klagen; darum war er gezwungen, die ersteren behufs Verbesserung der letzteren möglichst frühzeitig zu einer Erwerbstätigkeit heranzuziehen. Die Else eignete sich mit ihren feinen Gliederchen wenig für die Landwirtschaft; darum wurde sie in die Stadt gebracht, wo sie im herrschaftlichen Hause von der Picke auf diente. Anfangs reichte der Verdienst nicht weit, und von einer Unterstützung der Eltern konnte keine Rede sein. Später, als Else sich zur" perfekten Köchin" aufgeschwungen hatte, vergrößerten sich zwar die Einnahmen, daneben aber nicht minder die Ausgaben, der Bauer mußte sich also damit trösten, einen Esser weniger am Tische zu haben. Im Laufe der Zeit lernte Else einen fast täglich zu ihr in die Regionen des Kochlöffels herniedersteigenden Mezgergesellen genauer kennen und lieben. Aus der Liebelei aber ward Ernst, und damit war das Schicksal befiegelt. Mit raschen Schritten ging's zum Hafen der Che. Georg hatte vor, sich als Meister in der Stadt niederzulassen, und da die beiden Leutchen über einige Ersparnisse verfügten, so ließ sich die Sache mit Hangen und Würgen in Gang bringen. Die Einrichtung ward also beschafft, es galt nur noch das nötige Vich zu bekommen. Auch dies machte sich, denn ein hülfsbereiter Händler gewährte Kredit und eines schönen Tages blinkte den Passanten der Straße ein sauberer Meggerladen entgegen. Ein Glück war es für die jungen Leute, daß sie von Anfang an auf gute, reelle Ware hielten; dies zog nach und nach einen Stamm von Kunden heran, wodurch die Existenz des Geschäftes ge= sichert wurde. Der Händler war zwar ein guter Mann doch hatte man es Gott sei Dank nicht nötig, diese Güte in Anspruch zu nehmen, wenn auch hin und wieder mal ein kleiner Rückstand blieb.- Zur Kirchweihe fuhr Frau Else natürlich he'm zu den Eltern. Im Dorfe staunte man die städtisch gekleidete junge Frau ordentiich an, und der schöne Tert der Predigt ging heute für die Besucherinnen des Gottesdienstes größtenteils verloren. Doch Else tat garnicht stolz, sie verkehrte mit ihren Altersgenossinnen recht freundlich und vernahm bald, da das Gespräch alle möglichen Gegenstände berührte, daß der Händler, von welchem sie in der Stadt das Schlachtvieh bezogen, seinen Bedarf hauptsächlich aus dem Dorfe decke. Dies gab Else zu denken; sie überlegte, ob es nicht besser sei, wenn man den Händler überginge. Sie redete über diese Angelegenheit mit ihrem Vater, welcher den Gedanken ganz vortrefflich fand.„ Ich würde selbst viel mehr Schweine halten", meinte er, wenn ich nicht eine heillose Angst vor den Mucken dieser Tiere hätte. Drüben in Bergstein wohnt ein Bauer, der hat einzig mit der Schweinemast ein Vermögen verdient; aber der verſteht's nun einmal, unsereins muß da zurückſtehen. Schön wär's ja, wenn wir da Hand in Hand gehen könnten, der Händlergewinn fiele uns in den Schooß, wenn man nur die Sache verstände."- ,, Da soll bald Rat geschafft werden", tröstete Else, ich werde den Händler mal aushorchen, dann können wir bald wissen, woher die Erfolge kommen und danach handeln."- Else vergaß ihr Versprechen nicht und erfuhr von dem Händler, daß des Bergsteiners Vorteile in der Verwendung des Pulvers" Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg lägen. Bauer Lippl ließ nun sofort von diesem Bulver eine Sendung von 9 Pfund kommen, die nur 5,40 Mt. fostete und verlegte sich auf die Schweinezucht. Und in der Tat, hat er es nicht zu bereuen gehabt, eben so wenig aber auch sein Schwiegersohn, der heute seinen ganzen Bedarf bei ihm fauft. Alle Welt lobt das schmackhafte Fleisch aus dem Laden des Georg, sodaß der Kundenkreis immer größer wird und das alles, weil die Schweine zum Futter Bauernfreude" erhalten! Jeder Landwirt, der Schweinezucht betreibt, wird aus dieser wahrheitsgetreuen Erzählung die sehr richtige Folgerung zu ziehen wissen, daß er mit„ Bauernfreude" viel cascher vorankommt und durch dieselbe reichen Gewinn erzielt. 120% [ 2029] Verdienst bei Ver Suche für Sonntag Nachmittags trieb mit wirklich ein Kind nicht unter vierzehn fonkurrenzlosen Jahren zum Wagen ausfahren. Spezialitäten Auskunft gratis. Bernhard Pötters, UnterBarmen. Frau Zahnarzt Schwalm. Bahnhofstraße 63, I. Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreisstraßenwarts mit dem Sit in Leihgestern ist demnächst wieder zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Angabe von Alter und seitheriger Beschäftigung, sowie unter Beischluß von Zeugnissen hierüber bei dem Kreisstraßenmeister Rohrer in Gießen bis zum 20. August d. Is. einreichen. Der Kreis- Ausschuß des Kreises Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Die am 16. Juli 1. Js. angeordnete Sperre der Hammstraße zwischen Wieseckbrücke und Unterführung an der Westanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen den 12. August 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Nur einige Tage Ausverkauf Eine Partie zurückgesetzter Haus- Küchengeräte u. Tischmesser und Gabeln, Ofenschirme, Kohlenkasten 2c. sowie einen Posten emaill. Kochgeschirre Man verlange: L GRELOONAS PRITCHELL SOME Aerztlich empfohlen. Vielfach preisgekrönt. Gesetzlich geschützt. Unsere Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt. 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