r. 36. Abonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- nab Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 12. Februar Gießener 12. Jahrgang. 1908. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wit ganz Oberhessen, die Kreise Weglar und Marburg 10 fg fonit 15 Big: Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungslifte No. 8269. Redaktion und Fryedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechenschluß Nr. 369. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Alnabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hufmarsch zu den Wahlen. RK. Die Sozialdemokratie hat in Berlin endgiltig den Wahlkampf eröffnet. Am Dienstag fanden in sämtlichen sechs Wahlkreisen politische Versammlungen statt, in denen bie Kandidaten aufgestellt wurden. Gleichzeitig stellten sich die sechs Bewerber mit ihrem Programm vor. Trei von ihnen, Singer, Heine, Ledebour, sind ihren Wählern als Abgeordnete, einer, Robert Fischer, der im fünften Wahlkreise kandidiert, ist ihnen als mehrfacher Kandidat bereits bekannt. Außerdem kandidiert im Wahlbezicke seines Schwiegervaters Bleichröder der gemaßregelte Pro fessor Dr. Arons und ferner noch der Kassierer des Partei organs Richard Fischer. Turch ihre frühe kandidatenbenennung dokumentiert die Sozialdemokratie den Willen, daß sie schon jest in die Wahlagitation eintreten will. Dadurch zwingt sie aber, da sich das Neß ihrer Organisation über alle Bauen des Reiches erstreckt, auch die übrigen Parteien zu einem Aufmarsch und so ergibt sich denn als Situationsplan vor dem Osterfest folgende Sachlage: Das Interesse der Reichstagsabgeordneten wird durd die Vorbereitung zu dem Wahlkampfe in Anspruch genommen und wir werden deshalb im Reichstage, je näher der Frühling heranrückt, leere Häuser haben. Unter diesen Umständen wäre es wünschenswert, wenn die Verhandlungen einen möglichst beschleunigten Verlauf nähmen. Bislang war das allerdings noch nicht der Fall, aus dem einfachen Grunde, weil eine Rede im Plenarsaale des Reichstages völlig den Zweck einer Wahlprogrammrede zu erfüllen hat. So ergibt sich die Tatsache, daß das Redebedürfnis mit dem Anwesenheitseifer in umgekehrtem Verhältnis steht. Die Abgeordneten verweilen nur so lange in Berlin, als es für ben Speech nötig ist, und reisen dann in ihre Wahlkreise, um wieder einmal je nachdem auf einen Sprung im Hause vorzusprechen. So ist immer nur eine kleine Schar anwesend, die in einem ewigen Turnus ihre Physiognomie ändert. Selbstverständlich erlischt unter diesen Umständen auch das Interesse der Wählerschaft, und es wäre gewiß den meisten lieb, wenn die Versammlungen im Reichstage bald ihr Ende fänden. Die verschiedenen Vorlagen, die noch in der Schwebe sind, können ganz gut für den nächsten Reichstag aufgespart werden. Einzelne, wie z. B. die Frage der laufmännischen Schiedsgerichte, können nur gewinnen, wenn sie während der Campagne nochmals den Gegenstand einer eingehenden Erörterung bilden. Wenn auch ber Reichstag noch vor Ostern geschlossen werden sollte, jo braucht das die Festsetzung des Wahltermines nicht zu beeinflussen. Eine Verfügung darüber ist bestimmt noch nicht getroffen; doch ist, wie Eingeweihte behaupten, die Mitte des Juni dafür in Aussicht genommen. friede mit Venezuela! Nach deutschen offziösen Mittegen steht der Abschluß der Washingtoner Verhandlungen in sehr naher Frist bevor. Die Friedensbedingungen, die den Mächten vorgelegt sind und die Bowen bereits in aller Form acceptiert hat, sind folgende: Die Blockade wird aufgehoben. Die Frage der Vorzugsbehandlung wird an das Haager Schiedsgericht verwiesen. Venezuela zahlt an jede der drei verbündeten Mächte sofort 27 500 Dollars. Das Schiedsgericht in Haag setzt einen Plan für die Verteilung der 30 Prozent der Zolleinnahmen von Puerto Cabello und La Guayra unter alle Gläubiger Venezuelas fest. Zur Regelung der briti schen( bezw. deutschen bezw. italienischen) Forderungen wird eine britisch( bezw. deutsch bezw. italienisch-) vene zolanische Kommission eingeseßt. Falls diese Kommission nicht zu einer Einigung gelangen kann, soll ein europäische Herrscher ersucht werden, die strittigen Punkte als Un parteiischer zu entscheiden. Falls Venezuela nicht innerhalb eines Monats nach Beginn der festgesetzten Zeit mit der Zahlung aus den Zolleinnahmen beginnt, soll Belgien ersucht werden die Verwaltung der Zölle von La Guahro und Puerto Cabello zu übernehmen. Es sollen Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag zwischen Groß britannien( bezw. Deutschland und Italien) und Vene zuela eingeleitet werden. Die Vertreter der Mächte haben dieses Protokoll nod nicht unterzeichnet, werden es aber aller Voraussichi nach tun. Angesichts dieser Bedingungen muß man gestehen, daß der kleine Diplomat Bowen über die großen Diplo maten der drei Blockademächte in allen Stücken gesieg hat. Daß er von diesen Diplomaten nicht allzugroße Hoch achtung hegt, hat er auch neuerdings bewiesen. Nachden ihm der obige Vorschlag durch den britischen Botschafter vorgelegt war, besuchte er den noch immer ans Zimmer gefesselten Botschafter und ließ eine Note mit der Er klärung zurück, daß das britische Protokoll höchst be friedigend für Venezuela und außerordentlich ehrenvol für den Botschafter und dessen Regierung sei". Diese offi zielle Zensierung des Botschafters einer Weltmacht unt feiner Regierung seitens des Vertreters einer südamerika nischen Republik ist im diplomatischem Brauch bisher nich Mode gewesen. Jedenfalls ist das eine nicht zu leugnen daß die drei Mächte bei dem Handel nicht auf ihre Koster gekommen sind; immerhin aber ist es erfreulich, daß dic Sache wenigstens zu einem leidlichen Ende gebrach: worden ist. Die Revolution in Venezuela soll, wie wir in Anschluß hieran noch mitteilen wollen, so gut wie beendet sein. Der Rebellenführer El Mocho und seine Anhänger haben die Sache aufgegeben. Daraus schließt man, daf auch Matos teine Hoffnung auf Erfolg mehr hegen könne Es bleibt abzuwarten, wieviel an dieser Nachricht zu treffend ist. Weiter wird uns aus Curaçao gemeldet, der dortige venezolanische Konsul habe die Zurückgabe des von Deutschland beschlagnahmten ,, Restaurador" aus Gründen inter nationalen Rechts verlangt und desgleichen dagegen protestiert, daß Deutschland Curaçao als Basis für die Befchaffung von Vorräten benüze. 256. Sigung. Deutfcher Reichstag. Zehnstündiger Arbeitstag. Eigener Bericht. zu Die sozialpolitischen Erörterungen fließen unaushaltsam weiter; wenn sie auch naturgemäß nicht besonders viel neues zu bieten vermögen, so kann man doch damit zufrieden sein, denn in der Fürsorge für die notleidenden Berufsschichten kann nicht genug geschehen. Das Neueste auf diesem Gebiete ist eine Resolution der Zentrumspartei, eingebracht von Stößel und Gen. betr. Einführung eines Höchstarbeitstags von 10 Stunden in denjenigen Betrieben, die der Gewerbeordnung unterstehen. Dieses Mal kam die Sozialdemokratie zuerst Wort; es sprach der Abg. Hoch, der ein Bouquet von Beschwerden der Regierung überreichte, wobei er sich auch, weil er mißfällige Aeußerungen über die Mitglieder des Hauses gemacht hatte, einen Ordnungsruf zuzog. Auf die Beschwerden erwiderte Staatssekretär Graf Posadowsky sehr eingehend, und zwar sagte er allen jenen Anregungen, die hier noch nicht zur Sprache gekommen waren, wohlwollende Erwägung zu. Hierauf ging er auf die Einzelheiten ein. Aus seinen Darlegungen ist folgendes von Interesse: Die Seemannsordnung wird durch Vorlegung eines Geseßentwurfs betr. Rege lung der Tiefladelinie geändert werden. Zunächst wird die Seeberufsgenossenschaft in ihrer nächsten Generalversammlung hierüber zu beraten haben. Den auf eine Linderung der Wohnungsnot hinzielenden Vereinigungen erteilte er den Rat, die Wohnungsfrage als eine Bodenfrage aufzufassen und bei Zeiten darauf bedacht zu sein, sich den Grund und Boden zu sichern. Die Kranfenversicherungsvorlage habe sich deshalb so verzögert, weil die Vorarbeiten umfangreicher Natur waren. Bezüglich der vom Abg. Hoch bemängelten Art, wie die Berichte der Gewerbeinspektionen zusammengestellt werden, machte der Staatssekretär die Mitteilung, daß im Reichsamt des Innern feine Ueberredaktion size; die Berichte werden genau so zusammengestellt, wie sie eingehen. Als Bremser trat dann der Abg. Dr. Paasche auf, der vor einer Ueberlastung der Debatte mit uferlosen Anträgen warnte. Im übrigen erklärte er sich gegen die schematische Festsetzung eines Höchstarbeitstages. Abg. Müller- Meiningen( fri. Vp.) bringt eine Anzahl Wünsche und Beschwerden vor. 11. a. spricht er über Vereinsrecht, das Verbot des Streitpostenstehens, Frauenfrage, Befähigungsnachweis usw. Abg. v. WaldowReißenstein tritt dem Abg. Müller- Meiningen und Wurm insofern entgegen, als sie gegen die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Vorwürfe erhoben hatten. Die Politik. Ministerkrise in Frankreich? A In Franfreich droht eine Ministerkrisis auszubrechen, deren Opfer dann der Finanzminister Rouvier werden würde. Er hat einen Gesezentwurf betr. die Besteuerung der Kleinen Branntweinbrenner eingebracht, der bei den Anhängern der Regierung auf Widerstand gestoßen ist. Wenn Rouvier diesen Gelegentwurf nicht noch zurückzieht, muß er zurücktreten. Zieht er ihn zurück, so stößt er damil seine ganze Etatsberatung um. Es ist halt nicht leicht, Minister zu sein, besonders in Frankreich. Crispi Gegner der Eyescheidung. ::: Die in Italien gegenwärtig viel Staub aufwirbelnde Frage, ob die Ehescheidung gefeßlich für zulässig erklärt werden soll oder nicht, hat schon den verstorbenen Ministerpräsidenten Crispi stack beschäftigt, wie sich aus seinen nachgelassenen Bapieren ergibt. Dabei ist Crispi zur Verwerfung der Chescheidung und des Vorrangs der Ziviltrauung vor der kirchlichen gekommen, und zwar aus juridischen Gründen. Den Gegnern des Ehesch idungsgesetzes in Italien wird diese jeßt bekannt werdende Tatfache zweifellos ein sehr willkommenes Argument gegen die Regierung sein. England in Finanznoi. 8 England braucht Geld! Und nach altem Rezept will es die nötigen Summen durch andere für sich aufbringen lassen. Herr Chamberlain, dessen Politik die Geldnot des Landes Fejächlich zu verdanken ist, war der nächste dazu, die Sache den Leuten, die zahlen sollen, beizubringen; er hat auch die nötige Unverfrorenheit, das so zu tun, als ob es einen Widerspruch gegen ein solches Verlangen nicht gebe. Bei einem in Grahamstown( Südafrika) ihm zu Ehren veranstalteten Banfett tam Herr Chamberlain mit der Sprache heraus: Er erklärte, er wende sich an alle Kolonien, wenn er sage, daß sie nicht täten, was sie angesichts ihrer Verpflichtungen dem englischen Reiche gegenüber tun müßten. Msdann erklärte er angesichts der erhöhten Bewilligung der Kapkolonie an die englische Flotte, mit der Zuwendung dieser Kolonie für die Flotte sei es nicht getan. Diese Bemerkung wird als Vorbpte einer der Kolonie aufzuerlegenden Geldabgabe aufgefaßt. Die anderen Kolonien werden väter drankommen. Kurze volitische Nachrichten. * Der Kaiser hat genehmigt, daß i Narineoereine in ihren Fahnen den Reichsadler als Hauptemblem sühren dürfen, jedoch mit der Maßgabe, daß die Ordenskette auf der Brust des Adlers wegfällt, und daß an der Fahnenstange schwarz- weiße Fahnenbänder mit dem preußischen Adler und mit der Ausschrift: ,, Preußischer Landeskriegerbund" angebracht werden. * Dr. Karl Peiers veröffentlicht eine Erklärung, in der er seine Beschuldigung, Leutnant a. D. Bronsart v. Echellendorf sei der Fälscher und Urheber bes ,, Tucker- Briefes", zurücnimmt. Peters gibt an, daß sein Vertrauensmann sich in einem Irrtum befunden habe. * Die ungünstigen Meldungen über den Gesundheitszustand des gegenwärtig in Mentone weilenden PräsiBenten Krüger bewahrheiten sich erfreulicherweise nicht. Sein Aussehen ist wie ein Augenzeuge mitteilt ziemlich frisch und sein Gang dem Alter nach elastisch. * Der serbische Königspaar weilte am Mittwoch am Grabe König Milans im slavonischen Kloster Kruschedol und wurde in Cemlin seitens des Vertreters Desterreich- Ungarns offiziell begrüßt. Der Besuch des Grabes Milans bedeutet die Ankündigung, daß Serbien Milans Politik der Anlehnung an Desterreich- Ungarn wieder befolgen will. * Aus Mazedonien tommen neue Nachrichten über türkische Greuel: Bei der Stadt Stip sollen neuerdings eine große Anzahl Weiber und Kinder von den Türken niedergemezelt worden sein. In Mazedonien hat sich eine neue Verschwörung gegen die Türken gebildet, ihre Anhänger wollen Eisenbahnen, Brücken, Telegraphenleitnugen in die Luft sprengen. * Der Belagerungszustand für die Republik Guatemala ist erklärt worden. Der fächfifche Ehezwift. Im Scheidungsprozeß des sächsischen Kronprinzenpaares fand Mittwoch in Dresden die zweite Verhandlung statt. Ihr wohnten verschiedene ärztliche Sachverständige bei. Der Gerichtshof hatte dieselbe Zusammensetzung, wie in dem vor 14 Tagen stattgehabten Termin. Als Zeuge war neben dem bereits früher vernommenen KriminalKommissar Schwarz ein Kammerdienec der früheren Kronprinzessin namens Ranisch auf Antrag des Anwalts des Kronprinzen, Justizrats Dr. Körner, geladen worden. Nach längerer Beratung wurde von den Verteidigern der Prinzessin ein Antrag auf Vertagung gestellt, um genaue Beobachtungen über den Geisteszustand der Prinzessin anzustellen. Während so die Anwälte der Prinzessin die ganze Affäre aus einer Geisteskrankheit der unglücklichen Frau ableiten wollen, scheint man auf der Gegenseite das Vorhandensein einer geistigen Störung entschieden bestreiten zu wollen. Der amtliche ,, Dresd. Anz." weist darauf hin, daß bei der Prinzessin zur Zeit ihres Fehltritts feine Anzeichen einer geistigen Depression, sondern nur solche eines sittlichen Zrrens" vorhanden gewesen seien. Inbezug auf Giron erklärte der Anwalt der Prinzessin Dr. Zehme dem Dresdener Korrespondenten des ,, Wiener Fremdenblatts" gegenüber, die Behauptung, Giron habe für den Abbruch der Beziehungen eine Gelbentschädigung erhalten, für unrichtig. Er, Zehme, sei niemals beauftragt gewesen, Giron Vorschläge materieller Natur zu machen. Ich weiß auch nicht, sagte der Anwalt, moher bas Geld hierfür genommen sein sollte. Der Anwalt ist der Ansicht, daß die Triebfeder aller Handlungen Girons dessen Eitelkeit sei, und das Bestreben, in der Welt von sich reden zu machen. Auf die Frage, ob er glaube, baß der Abbruch für alle Zeiten erfolgt sei, oder dawirklich ein prächtiger Mensch, weit über den Durchschnitt er nicht vielfalls eine gewuje leicht ist fie faum ie in Gefahr geraten feine Matellosigkeit zu sehr pochen sollte Berechtigung, ber Männer erhaben, fein Selbstbewußtsein hat jedentvenn schon doch immerhin auf Doch bald dieser entwickelt ſeit den gleichen Namen. änderten sich Langgezogene Ruf Hänschen!" in Wie schön der unten im Garten laut wurde. Trug doch sein Junge den Tagen, da jeme Gedanken, da sich der und stattlich hatte sich man auch fein Sinnen mischte, ihn endet. Doch zahlt tätigen Zweden gether gung findet. eine Anlage erhoben, die regelmäßig mit der Verurteilung Mit fröhlichem Halloh bricht die Jagdgesellschaft auf. Jagdgericht abgehalten wird, dann wird wohl gegen jeden seinen Obolus, der zu wühlmors Heat in stiŸy sa mie in feiertäglichem Schmeigen. über sind. Ein baumlanger Mann kommt gerade auf sein Versted führt. Dort will er unterschlüpfen, bis die Treiber vorDoch diesmal hilft ihm alle seine Schlauheit nichts! Hand schwingt er er die nächste Jurche an, die ihn zu einer dichten Hecke zugefchriin der einen Dicken mit nur den momentanen Berhältnissen Rechnung ge tragen werbe, meinte Dr. Zehme achselzuckend: Wer lann wissen, was in einem Jahr früher oder später geschieht. Diese pessimistische Ansicht Dr. Zehmes hat inzwischen eine offene Bestätigung gefunden. Girón hat Brüssel verlassen, um sich nach Genf zu begeben, wo er wegen Erleichterung des Aufenthaltes der Prinzessin in der Metairie verhandeln wird. Die Beziehungen zwischen Giron und der Prinzessin sind also nicht, wie es anfangs hieß, endgiltig abgebrochen.- Inzwischen haben sich in einer großen Versammlung die Berliner Epicitisten mit dem Fall Giron befaßt. Der bekannte Hypnotiseur Reinhold Gerling erklärte, durch ,, besondere" Umstände in der Lage zu sein, bisher unbekannte Tatjachen zum Fall Giron anzuführen. Giron hatte Kenntnis erhalten, daß der Kronprinzessin außer 2 Millionen Mitgift noch 2 Millionen aus ihrem Vermögen zufliehen mußten, und deshalb bestimmte er sie zur Flucht. Als die Prinzessin Kenntnis erhielt, daß ihr Geliebter während der ganzen Affaire auch noch ein Verhältnis mit einer Brüsseler Schauspielerin unterhalten hatte, kam es zwischen den beiden zum Bruch. Hat Giron nun die Hypnose bei der Prinzessin angewendet? Herr Gerling bestritt das durchaus. Gerade, weil Giron den Hypnotismus kannte, wußte er, daß er bei der Prinzessin eine dauernde Beeinflussung durch Hypnose, wie wissenschaftlich festgestellt ist, nicht erreichen konnte. Hysterische Personen zu hypnotisieren sei sehr schwer, ja benfalls sei eine dauernde Beinflussung in sexueller Beziehung nicht möglich. Inwieweit Herr Gerling seine Behauptungen auf realer Grundlage aufgebaut hat, entzieht sich natürlich jeder Beurteilung. Das Urteil. δαξ Das 4 Uhr 20 Minuten in dem Eheprozeß verkündete Urteil lautet: Im Namen des Königs. Die am 21. November 1891 geschlossene Ehe der Parteien wird wegen Ehebruchs der Frau Beklagten mit dem Sprachlehrer André Giron vom Bande geschieden. Die Frau Beklagte trägt die Schuld an der Scheidung. Die Kosten des Verfahrens werden der Frau Beklagten auferlegt. 18. Sizung. Preufsifcher Landtag. Baus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Werlei Polizeiliches.- Das Kapitel Bandgendarmerie im Etat des Ministeriums des Innern gab Rednern aller Parteien Gelegenheit, für eine bessere Besoldung der Landgendarmen einzutreten. Der Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein versprach sein möglichstes zu tun, eine allgemeine Regelung der Gehaltsverhältnisse sei aber jetzt nicht möglich, sie sei vor drei Jahren abgeschlossen. Bei den Allgemeinen Ausgaben im Interesse der Polizei" wurde der Nutzen des Gesetzes über die Fürforge- Erziehung ausführlich erörtert und allseitig anerkannt. Minister Frhr. v. Hammerstein teilte mit, daß schon in der kurzen Zeit des Bestehens des Gesetzes 7787 Pflegekinder der Fürsorge- Erziehung überwiesen worden sind. Hierauf wurde der Rest des Etats des Ministeriums des Innern bewilligt., und das Haus vertagte sich auf Donnerstag. Nab und fern. * Der Kaiser und der Tambour. Der Regimentstambour Vizefeldwebel Kristan vom Kaiser AlexanderGrenadierregiment hatte vor einiger Zeit, nachdem er neun Jahre bei diesem Regiment gedient hatte, mit dem Zivilversorgungsschein seinen Abschied genommen und sich Dei der Gemeindeverwaltung von Schöneberg gemeldet, wo er die Stelle eines Schuldieners an einer Gemeindeschule erhielt. Bald darauf vermißie der Kaiser beim Wacheaufziehen der Alexander den ihm wohlbekannten Regimentstambour, der ihm stets durch seine hohe Erscheinung und durch seinen flotten Schnurrbart aufgefallen war. Der Monarch ließ Erkundigungen einziehen, und als er erfuhr, daß Kristan Schuldiener geworden war, befahl er, ihn in die Schloßgardekompagnie einzustellen. ) Ein Räuberstücklein. Der berüchtigte sizilianische Brigant Varsalona hat jüngst einen seiner Gegner ge zwungen, die Stadt Cammarata zu verlassen und sich schleunigst nach Palermo zu wenden. Die amüsante Geschichte spielte sich folgendermaßen ab: Jm ,, BürgerKlub" von Cammarata sprach man eines Abends von Barsalona und seinen dreisten Taten. ,, Ach, laßt mich mit Eurem Varsalona in Ruhe," sagte da einer der Herren ,,, man macht viel zu viel Geschrei wegen dieses feigen, schwachen Kerls; wenn mir die Polizei die als Fangprämie ausgefeßten 15 000 Lire verspricht, führe ich Euch den Varsalona in zwei Tagen vor." Die Polizei erfuhr von dieser Aeußerung und ließ am nächsten Tage den Helden" rufen. Ob es wirklich zu bestimmten Abmachungen bezüglich der Jagd auf Barsalona gekommen ist, weiß man nicht; man hörte nur, daß der Held auf dem Polizeiamte seine Rodomontaden ganz energisch wiederholt habe. Tags darauf saß er, nach dem Essen ein Pfeifchen rauchend, in seiner Villa, als der Kammerdiener Herrn- Varsalona meldete. Der„, tapfere" Besizer der Villa hatte gerade noch Zeit, vor Schreck die Pfeife aus dem Munde fallen zu lassen, da öffnete sich auch schon die Tür und auf der Schwelle erschien, freundlich lächelnd, der große Räuber, von dem gegenwärtig ganz Sizilien spricht. Lassen Sie sich nur ja nicht stören," sagte er zu dem Herrn des Hauses ,,, und du," sprach er, sich zu dem Kammerdiener wendend, rührst dich nicht von der Stelle!" Dann verschloß er ruhig die Tür, ging auf den wie versteinert dasigenden ,, Helden" zu und sagte: ,, Da bin ich also, wie du es gewollt hast; jetzt führ' mich zur Polizei und hol' dir die 15 000 Lire!" Der ,, Held" glaubte noch immer, daß er träume; er blickte den Räuber wie geistesabwesend an, dieser aber rief ihn in die rauhe Wirklichkeit zurück, indem er wie zufällig" einen Dolch aus dem Gürtel zog. Diesmal," fuhr Barsalona dann fort, will ich deine Prahlereien noch hingehen lassen; du wirst aber Cammarata noch heute verlassen und nach Palermo gehen. Du hast doch verstanden?" Eprach's und verließ langsamen Schrittes die Billa. Der Besizer der Villa aber packte schleunigst die notwendigsten Sachen zusammen und dampfte zur selbigen Stunde nach Palermo. Es muß bemerkt werden, daß Varsalona sich nicht durch Drohungen Zutritt zu der Villa verschafft, sondern dem Kammerdiener einfach gesagt hatte: Melde deinem Herrn, daß ihn Varsalona zu sprechen wünscht!" 8 Straßentrawalle in Cadig. Der von den Barceloneser Anarchisten ins Werk gesezte Streif in Cadiz hat am Dienstag zu schweren blutigen Krawallen in der südspanischen Hafenstadt geführt. Die von den Anarchisten geführten Arbeitermassen besetzten die Pläge und StraBen und erzwangen den allgemeinen Badenschluß. Die Menge schoß unter wilden Heßrufen und Verwünschungen auf die Polizei mit Revolvern und verwundete mehrere Beamte. Der Wagenverkehr war völlig unterbrochen, und schließlich benußten die Aufrührer das Begräbnis eines im Krankenhaus gestorbenen Arbeiters, um große Kundgebungen zu inszenieren, die das Einschreiten der Gendarmerie veranlaßten. Diese wurde ausgepfiffen und mit Steinwürfen überschüttet und mußte schließlich von der Schußwaffe Gebrauch machen. Nun entstand eine furchtbare Panit. Es gab viele Verwundungen und Verhaftungen. Abends durchzogen Truppenabteilungen die Straßen, um die Ruhe aufrecht zu erhalten. Auch an anderen Orten Andalusiens soll jeẞt eine Streitbewegung ausbrechen. £ Die Pest in Mazatlan. In Mazatlan, dem Haupthafen des merikanischen Staates Sinaloa am Stillen Ozean, ist, wie bekannt, vor etwa drei Wochen die Pest ausgebrochen. Auch ist schon die Hafenstadt Guaymas im Staate Sonora in Mitleidenschaft gezogen. Mazatlan, mit etwa 16 000 Einwohnern, liegt überaus schön am Eingange zum Golf von Kalifornien. Das Klima ist hier sehr heiß. Bei dem in vielen Teilen der Republik Merito herrschenden Arbeitermangel mußte man in Mazatlan darauf Bedacht nehmen, in Ermangelung europäischer Einwanderung Chinesen zu importieren; durch diese, welche in einem engen, ungesunden Stadtteil Mazatlans wohnen, ist der Ausbruch der Beulenpest veranlaßt worden. Obwohl die Regierung und die städtischen Behörden sofort strengste Maßregeln und Anordnungen getroffen haben, ist es nicht geglückt, der Krankheit bisher Einhalt zu gebieten. Wer irgend es ermöglichen kann, flüchtet in die Gebirgsgegenden oder sucht auf einem Schiffe zu ent tommen. Selbst Pestkrante eilen davon und sterben auf der Flucht, wobei sie in vielen Fällen die Krankheit auf gesunde Personen übertragen. An einem einzigen Tage flüchteten über 600 Personen aus Mazatlan. Der Schiffs berkehr im Hafen ist längst verboten worden, und in der Stadt werden alle Häuserspelunken, Mobilien, Kleidungsstücke in den von der Pest heimgesuchten Straßen_verbrannt. Für die Pestkranken selbst baut man luftige, isoliert gelegene Pavillons auf einer Anhöhe nahe der Stadt. Aber es wollen sich keine Aerzte einfinden, welche die Pflege dieser Armen übernehmen. [ Bismard in Koburg.] Eine Bismacu- Anekdote, die sich gelegentlich des ersten Besuches des Fürsten, damali. gen Herrn Otto v. Bismarck, in Koburg im Jahre 1863 ereignete, erzählt das Koburger Tageblatt". Als Bismard bei seiner Ankunft im Hotel zum grünen Baum von dem Oberkellner bei seinem Namen und Titel angeredet wurde, stellte er erstaunt die Frage: Woher kennen Sie mich denn schon?" ,, Nun, aus dem Kladderadatsch!" war die treuherzige Antwort des Hotelbediensteten. [ Preußisch: Ehejubiläumsmedaillen] sind während des vergangenen Jahres 1480 verliehen worden. Davon entfallen auf die Provinzen: 1. Ostpreußen 31, 2. Westpreußer 56, 3. Brandenburg mit Berlin 229, 4. Pommern 97, 5. Posen 59, 6. Schlesien 122, 7. Sachsen 151, 8. Schleswig- Holstein 95, 9. Hannover 170, 10. Westfalen 110, 11. Hessen- Nassau 77, 12. Rheinland 289, 13. Cigmaringen zusammen 1486 Medaillen. Von den mit der Medaille beliehenen Eheleuten gehören 1142 der evange lischen, 283 der katholischen Konfession an, 19 leben in evangelisch- katholisch gemischter Ehe, zwei gehören der Menoniten- Sette und 40 der jüdischen Religion an. Unter den 1486 Jubelpaaren feierten 14 das 60jährige, eins das 70jährige Ehejubiläum. :||:[ Alte Jungfern- Bersicherung.] In Dänemark können sich Mädchen gegen die Cölibatgefahr versichern; sie müssen jährlich eine bestimmte Summe zahlen und, falls sie vor dem 40. Lebensjahr heiraten, büßen sie das Geld zu gunsten ihrer weniger glücklichen Mitschwestern ein. Nach dem 40. Jahre erhalten sie lebenslängliche Pen. sionen. [ Die neueste ,, Mode"-Krankheit.] Bei einer der be kanntesten Künstlerinnen der ,, Comédie- Française" sprach man, so erzählt der Figaro", dieser Tage von einem Pariser Stußer, der sich mindestens viermal täglich umkleide und zu jedem Kostüm auch andere Handschuhe anziehe. ,, Seine Hand wechselt fortwährend die Farbe," sagte eine Kollegin der Künstlerinnen. ,, Ja, wißt Ihr denn nicht, daß er an der ,, Elegantiasis" leidet?" erwiderte die lettere. Bunte Chronik. Der 68jährige frühere Schiffer Petsch aus dem Dorfe Alt- Töpliz bei Potsdam brachte eine ihm fürzlich zugefallene Erbschaft von 7000 Mark in kurzer Zeit durch; der alte Mann zog nach Potsdam und verschwendete dort wie auch in Berlin das Geld mit lustigen Mädchen. Nun ist er in seinen Heimatsort zurückgekehrt und nächtigt in Heuhaufen und Ziegelschuppen. - In der Nähe von Strzyszow( Galizien) ließen sich etwa 60 Personen, die von einer Trauerfeier tamen, mil einer Fähre über den Wislokafluß sezen. In der Mitte des Flusses wurde die Fähre durch eine große Eisscholle zertrümmert. Gegen 40 Personen ertranken, da ihnen infolge des starten Eisganges teine Hilfe gebracht werden fonnte. Kurzes Allerlet. Das Stammhaus der Familie Krupp in Essen, in dem auch der letzte Besizer des Kruppschen Werkes Geh. Rat F. A. Krupp vor seiner Beisetzung aufgebahrt war und von wo aus der Kaiser dem Verstorbenen Das letzte Geleit gab, wird auf Anordnung der Familie Krupp vom 1. April d. J. ab abgeschlossen. Im Hospital zu Tomst in Sibirien liegt gegenwärtig ein Mann, der seinem Passe zufolge, 140 Jahre alt ist; er selbst behauptet allerdings, daß er schon das 200. Lebensjahr erreicht habe. Er erinnert sich noch genau der Kaiserin Katharina, Suworows u. a. Seine Frau hat der Methusalem vor 100 Jahren verloren, seinen einzigen Sohn vor 90 Jahren. Giessener Cagesneuigkeiten. wert von 4 erlärt, daß b Landwirtschaft deutung, welch fuhr von Rog fam einzuschrä Probulte unter herzustellen, w Sälfte loftet. Rartoffelwalam befriedigt über ** Seiten Beteiligung an gefellihaft im * Der 8 weiten Kammer ist ein Antrag des Abg Dr. Heidenreich zugegangen, die Kammer wolle be schließen, Großh. Regierung zu ersuchen, zu veranlassen, da in der Nähe des Viaduktes Böckelsbacher Thal( a der Nebenbahn Mörlenbach- Wahlen) eine Haltestell für Personenverkehr errichtet werde. Eine Vorstellung des Gemeindevorstandes von Vöckelsbach betrifft denselber Gegenstand. Eine Vorstellung des Ausschusses des Verbandes hessischer Finanzbeamten betriff: Regelung ihre Gehaltsverhältnisse. - ** Ernannt. 8ahlmeister- Aspirant H. Lerch au Schlitz zum Verwalter ter am 1. April zu eröffnende Prob. Siechenanstalt zu Gießen. ** Las Großherzogliche Ministerium des Innern ha auf Grund der Verordnung vom 3. d. Mts., die Anstellung von Feldebereinigungskommissär betreffend, folgendes ange ordnet: I. Bwei Feldbereinigungsfommissäre haben ihren Amts sig in Friedberg. Deren Dienstbezirk umfaßt die Provin Oberhessen mit Ausnahme des Kreises Büdingen, sowie di Provinzen Starfenburg und Rheinhessen. Beteiligung is blüter), Rinbe erfolgt auch e und ist die E Apfelweins w genommen. ** 10. Feizeitung fü Arbeiten der Wefen, Stoff fönnen, richtet mit der Hygi die Vorstände inspettoren u. 1. März an Gymnafialtefte II. Der Kreis Büdingen bildet den Dienstbezirk eine Feldbereinigungskommissärs, der seinen Amtesiz in Bübinge hat. III. Die Geschäfte des seitherigen Feldbereinigung fommiffärs in Darmstadt gehen auf die Feldbereinigung fommiffäre in Friedberg und Büdingen nach Maßgabe von flehender Einteilung über, wobei es unserer Abteilung für möglichst bald Landwirtschaft, Handel und Gewerbe überlassen bleibt Be durch Angabe amten des einen Dienstbezirks Geschäfte im anderen Dienst bezirk zu übertragen. ** Stadttheater. 8um Benefiz für den Regis i seur Herrn Otto Steinert geht Freitag Schillers fünf aftiges Schauspiel„ Wilhelm Tell" in Szene. wünschen dem Benefizianten von Herzen, daß ihm Echiller ** In t geftellten Aut Oberlandesge tagsruhe un Gisenbahnaut Verkaufsstelle Meisterwerf am Freitag das Theater bis auf den lezte nung, fonderr Plaß füllt. Eine Anzahl hiesiger Herrn hat Herrn Steinert eines Gilenbal wie wir hören, ihre Mitwirkung bai der„ Tell" Aufführung ob die Eisenb zugesagt. [ Kriegerverein]. Die gestern Abend in de Restauration Feidel abgehaltene hauptversamm lung erfreute sich eines zahlreichen Besuches seiten der Vereinsmitglieder. Nachdem der 2. Vorsitzende di Erschienenen begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst erstattete der Kassier den Rechen schaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr, au welchem hervorging, daß der Rechnungsabschluß ein sehr günstiger gewesen sei. Die verzinslich angelegten Gelder sind von 3200 Mark in 1901 auf 3800 Mat Ende 1902 angewachsen. Außerdem hat der Verein noch 600 Mart, aus den Werning'schen Kriegsfestspielen herrührend, zu unterstützungszwecken zur Verfügung. Der Bericht wurde gutgeheißen und dem Kassier für seine nunmehr 16 jährige Mühewaltung herzlichst ge Hierauf trug der Schriftführer den Jahresbe richt vor, der über die Mitgliederzahl Auskunft gab Aus diesem Bericht ging hervor, daß der Verein jez etwas über 300 Mitglieder zählt. An Unterstützungen für erkrankte Kameraden find namhafte Beträge au gezahlt worden; auch wurden wie alljährlich die Kinder verstorbener Kameraden bei der Weihnachtsfeier reichlid bedacht. Aus dem leserschuß bei den Striegsfestspielen find 175 Mark an Kriegsveteranen verteilt worden Im abgelaufenen Vereinsjahr wurden 6 Borträge teil von dem 1. Vorsigenden, teils von anderen Verein mitgliedern gehalten. Diese Vorträge, waren fast immer gut besucht. Nachdem nun die Kassenprüfungs- Kom mission gewählt und der Voranschlag für 1903 ge nehmigt worden war, wurde zur Vorstandswahl ge schritten, die seitherigen Beamten des Vereins, Stamera Amtsrichter Wiener 1. Vorsitzender, Bommers heim 2. Vorsitzender, Dort Kassier, Möbus 1. Schrift führer wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt Bei der Wahl der Ausschußmitglieder erhielten di Kameraden Förtsch, Kling, Dörr, Stuhl, Heß Merkel, Rohleder, Möser, Währum, Sauer Nickel und Dickoré die höchste Stimmenzahl. Hier mit war die Tagesordnung erschöpft, und schloß de 2. Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifache Hoch auf Kaiser und Großherzog. *** Heute Donnerstag hält im Mittelrheinischen Fo brikantenverein zu Mainz Herr Dr. Robert Liefmann Brivatdozent der Nationalökonomie an unserer Universität einen Vortrag über„ Schutzoll und Kartelle." ** Wie staunenswert genau der Kaiser über neue Er findungen informiert ist, beweist sein fürzlich erfolgter Be such auf der Ausstellung für Kartoffelfonser vierungen wo der Kaiser sowohl wie die Kaiserin aud die Ausstellung der Gesellschaft zur Verwertung landwirt schaftlicher Produkte. m. b. H., Berlin W. 66., weld das neue Produkt Kartoffelwalzmehl herstellt, besuchten und sich eingehend mit dem Direktor Herrn Leonard Schade va Westrum über das neue Kartoffelwalzmehl unterhielen. De Kaiser war über alle Einzelheiten des Produttes unterrichte und gab seinem lebhaften Jateresse für die weitere Ein führung des Mehles Ausdruck. Bekanntlich ist da Kartoffelwalzmehl ein ganz neues Produkt, welches de Roggenmehl an Nährwert gleichsteht und u. A. als Bufa zum Brotmehl gebraucht wird, wodurch sich die damit be reiteten Backwaren? ca. 3 Wochen lang frisch halten. werden in dieser Hinsicht ausgedehnte Versuche beim Mili fär veranstaltet. Das Kartoffelwalzmehl soll auch für den kleinen Mann, welcher speziell in den Monaten Mar bis September schlechte Kartoffeln zu hohen Preisen faufer muß, ein billiges Nahrungsmittel sein. Es fann aus diesem Produft, welches aus reiner getrockneter Kartoffel besteht also nicht mit dem sogenannten Rartoffelstärtemehl zu ver gleichen ist, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer, Kartoffeltlöffe bereitet werden und enthält 1 8tr. Kartoffelmehl den Näh Bublifum ber Aus F ** Au Bergbau E bereits seit tommen, wei halden und es. Ale H Bezlar n marfung Stön bau der Bah Auch die scho thalbahn bis wirklichen. ne ** Der I berger Höhen wanderung teiligten sich überaus wohl sichten für die Beteiligung am die am gestrige ** Bener pachtung dieser Fhr. v. Röve sie für 605 W ** Somb in feiner lgter der Landwirtsc 10. Juli in A Gymnasiums Großherzog in Entschloffenheim ** Bildin Soeb Köhl Dr. jur ordentli J. Ricke Giess F Zum 235 Bu ver Möblierte mit oder ohne 5th ge keiten. n Antrag des b ammer wolle b u beranlaffen, ba cher Thai( - wert von 4 8tr. frischen Kartoffeln, welches sich dadurch| erfärt, daß die frische Startoffel 75% hat. Für die Landwirtschaft ist das Kartoffelwalzmehl von eminenter Bedeutung, welches Produkt berufen ist die ausländische Einfuhr von Roggen- und Weizenmehl, sowie Mais c., wirfsam einzuschränken. Bisher war es nicht möglich ähnliche Produtte unter Mt. 300, bis Mt. 400,- per 1000 fg. herzustellen, während das Kartoffelwalzmehl jetzt faum die Hälfte kostet. Beide Majestäten tofteten von den mit Kartoffelwalzmehl erzeugten Backwaren und sprachen sich sehr befriedigt über den Geschmack 2c aus. ine Haltestell e Vorstellun betrifft denselbe es Ausschusses de Regelung ihre ant 5. Serdh a vil zu eröffnende des Innern h ts., die Anstellun , folgendes ang haben ihren Um mfaßt die Provi übingen, sowie& Dienstbezirk ein nt& fit in Bübinge Feldbereinigung Feldbereinigung ach Maßgabe bo erer Abteilung f erlaffen bleibt im anderen Dien fis für den Reg tag Schillers für in Szene. baß ihm Edill is auf den leg hat Herrn Steiner „ Tell". Aufführu n Abend in d uptversamm Befuches feite 2. Vorsitzende die Tagesordnu affier den Reche Vereinsjahr, a ungsabschluß inslich angelegt auf 3800 M hat der Vere en friegsfestspiel zur Verfügun dem Kassier f ing herzlichst er den Jahres hl Auskunft g 3 der Verein je In Unterſtügung afte Beträge au jährlich die Kind machtsfeier reichli n Striegsfestspiel verteilt worde n 6 Vorträge te anderen Verein waren fast imm ffenprüfungs- for lag für 1903 Borstandswahl Vereins, Kamer Der, Bommer Möbus 1. Schri nig wiedergewäh der erhielten cr, Stuhl, He ährum, Saue timmenzahl. Hi ft, und schloß d einem dreifach ittelrheinischen bert Liefman unferer Univerfit Kartelle." nifer über neue irglich erfolgter& artoffeltonfe Die die Kaiferin erwertung landwi rlin W. 66., weld ftellt, besuchten u Leonard Schade v hl unterhielen. robuftes unterric ir die weitere G Bekanntlich ist d oduft, welches d and u. A. als Zu sich die damit g frisch halten. Verfuche beim M mehl foll auch f den Monaten Mi ohen Breifen faute Es fann aus die ter Kartoffel beft felitärtemehl zu w fer, Kartoffeltlöffe offelmehl den Näh - - ** Seitens des Hessischen Landwirtschaftsrats ist eine Beteiligung an der Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft im Juni 1903 in Hannover projeftiert. Die Beteiligung ist in Aussicht genommen für Pferde( Kalt blüter), Rinder( Vogelsberger) und Biegen. Wahrscheinlich erfolgt auch eine Teilnahme am Wettbewerb in Apfelwein und ist die Errichtung eines eigenen Ausschants hessischen Apfelweins während der Ausstellungstage eventl. in Aussicht genommen. ** 10. Deutsches Turafest in Nürnberg. Um die Festzeitung für das hiesige Turnfest auch mit fachmännischen Arbeiten der neuesten Forschungen und Erfahrungen über Wesen, Stoff und Methode des Turnens ausstatten zu fönnen, richtet der Breßausschuß an alle Aerzte, die sich mit der Hygiene der Leibesübungen beschäftigen, und an die Vorstände der Turnlehrerbildungsanstalten, die Turn inspettoren u. s. w. die Bitte, Abhandlungen bis zum 1. März an den Vorsitzenden des Preßausschusses, Herrn Gymnasialrektor Dr. Bogt in Nürnberg, einzusenden und möglichst bald von der in Aussicht stehenden Beteiligung durch Angabe des Themas Mitteilungen zu machen. ** In der Frage, ob die auf den Bahnhöfen aufgestellten Automaten der Bestimmungen über die Sonntagsruhe unterworfen seien, entschied das Frankfurter Oberlandesgericht, daß das nicht der Fall sei. Die Eisenbahnautomaten fielen nicht unter den Begriff von Verkaufsstellen im Sinne des§ 41 der Gewerbeordnung, sondern hätten nach§ 6 derselben der Charakter eines Eisenbahnunternehmens. Dabei sei es gleichgiltig, ob die Eisenbahnautomaten auch von dem nichtreisenden Publikum benutzt werden. Aus Heffen und Nachbargebieten. ** Aus dem Bieberthal. Der uralte Bergbau bei Königsberg, Kreis Biedenkopf, ist bereits seit dem Jahre 1898 ganz zum Erliegen ge= tommen, weil ihm die Bahn fehlt. Die alten Schlackenhalden und die ausgedehnten Bingengängen beweisen es. Alle Hoffnungen auf eine Vollbahn von Weglar nach Gladenbach, welche auch die Gemarfung Königsberg berühren sollte, sind durch den Ausbau der Bahn Herborn- Gladenbach zu Nichte geworden. Auch die schon öfters erwähnte Fortführung der Bieberthalbahn bis Königsberg scheint sich nicht zu verwirklichen. ** Der neugegründete Zweigverein Alsfeld vom Vogelsberger Höhenklub unternahm vorgestern seine erste Vereinswanderung durch den Homberg nach Altenburg. Es beteiligten sich an derselben 32 Mitglieder. Dieser erste überaus wohlgelungene Ausflug eröffnet die besten Aussichten für die Zukunft des Vereins. Hoffentlich wird die Beteiligung an den weiteren Ausflügen eine gleich rege, wie die am gestrigen. **** Beuern. Unsere Gemeindejagd stieg bei der Verpachtung dieser Tage auf 1440 Mt. Der seitherige Bächter, Fihr. v. Röver, erhielt sie wieder. Vor 6 Jahren hat er fie für 605 Mt. erhalten. Homberg. Der Landwirtschaftliche Kreisverein hat in seiner 13ten Versammlung beschlossen, für die Abhaltung der Landwirtschaftlichen Ausstellung die Tage vom 8. bis 10. Juli in Aussicht zu nehmen. ** Büdingen, 4. Februar. Dem Schüler des hiesigen Gymnasiums Wilhelm Fleiner aus Schopfheim ist vom Großherzog in Anerkennung der von ihm mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Soeben am 12. Februar erschien: Ruhland, Köhler- Langsdorf& Co. Eine Streitschrift von Dr. jur. et phil. Magnus Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften an der Universität Giessen. 53 Seiten; Preis 1 Mark. J. Ricker'sche Univ.- Buchhandlung in Giessen. Giessener Stadttheater. Freitag, den 13. Februar 1903. Zum Benefiz für Otto Steinert. Wilhelm Tell. Bu vermieten: Möbliertes Zimmer mit oder ohne Bension Kirchplatz 6. 2- u. 3- Bimmerwohnung mit Zubehör, Neustadt, neben Herrn Mezgermstr. Kreuder, zu vermieten. Näh. Hofmannstraße 14. Nettung des stebenjährigen Karl Göbel hier vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmebaille verliehen worden. Die Deforation wurde dem Schüler heute vom Direktor unter einer Ansprache überreicht. Medebach. Hier herrscht augenblicklich eine eigen artige unbekannte Krankheit, an welcher viele Personen fterben. Fast jeder Tag soll neue Opfer kosten. Eine von der Regierung entsandte Kommission von Sachverständigen soll die Ursache der Krankheit ergründen. + Rodenberg, 11. F- br. Hier brannten gestern Abend Scheune, Stallung und Nebengebäude des Gastwirts Johs. Bellinger ab. Das Bieh fonnte gerettet werden. Ein Faß Petroleum wurde noch rechtzeitig entfernt. ** Bad Nauheim, 10. Febr. Vorgestern wurde in der Nähe der Waldteiche ein junger Mann aufgefunden, welcher seinem Leben durch Erhängen ein Ende bereitet hatte. Derselbe trug einen Meggerfittel, jedoch fonnten seine Personalien noch nicht festgestellt werden. Friedberg. Als Nachfolger des Seminardirektors Herrn Dr. Quentell, der 10 Jahre die Anstalt leitete, werden genannt: Der Direktor des Lehrerinnenseminars zu Darmstadt, Dr. Philipp Jakobi, und der Kreisschulinspektor zu Worms Prof. Frenzel. ** Frankfurt. Der Ausschuß des Landwirtschaftlichen Bereins ist bereits eifrig mit den Vorbereitungen für den Frankfurter Frühjahrspferdemarkt beschäftigt. Die so be Frankfurter Frühjahrspferdemarkt beschäftigt. Die so be liebt gewordene Verteilung von Wertpreisen an die Händler für besonders gute Ware soll auch diesmal stattfinden. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die 80jährige Frau Seibert aus Niederrad wurde am Sonntag Nachmittag im Heusenstammer Wald hinter Offenbach von Spazier gängern aufgefunden. Dieselben berbrachten sie nach Offenbach, wo sie ins Armenhaus eingeliefert, alsbalb in einen tiefen Schlaf verfiel. Nach dem Erwachen gab sie nur den Namen Seibert an. Man nimmt an, daß die Greisin in einem Anfalle von Geistesumnachtung auf und davongegangen war. Ihre Familie, zu der sie jetzt körperlich ganz gesund, zurückgekehrt ist, hatte inzwischen eine Belohnung von 1500 Mart auf ihre Wiederauffindung ausgefeßt. Wiederauffindung ausgesezt. Ob die Spaziergänger die 1500 Mark jetzt erhalten? ** Darmstadt. Eine besondere Auszeichnung ist einem unserer Mitbürger zutel geworden. Eine Kommission her. vorragender Juristen wurde seitens der Reichsregierung zur Vorberatung in der Angelegenheit einer Revision der deutschen Strafprozeßordnung aus allen Teilen des Reiches gebildet und in diese Kommission wurde auch Herr Landgerichtsrat Dr. Buff hier gewählt. Die Kommisfion tritt heute am 11. Februar zu ihren ersten Beratungen zusammen. Das Referat über den ersten Teil des betreffenden Entwurfs wurde Herrn Dr. Buff übertragen. *** Maiches. Auch hier besteht seit 1. Febr. ds. Its. eine Volksbibliothek, für einen Ort von noch nicht 500 Seelen eine anerkennenswerte Leistung. ** Michelstadt i. D., 10. Febr. Unter dem Protekto rate des Grafen Adalbert zu Erbach Fürstenau wird hier am 14, 15. und 16. März eine Geflügel- Ausstellung ab= gehalten. × Aus Rheinhessen, 11. Febr. Der Rebschnitt hat begonnen. Der Frost hat dem Rebstock nicht geschadet. Er sieht ganz gesund aus. ** Schwalheim, 9. Febr. Selbstmord infolge Geistesumnachtung verübte gestern Morgen der in wohlhabenden Verhältnissen lebende Landwirt Konrad Diez. aus Eifersucht das Wirtschaftsfräulein Anna Bode und dann sich selbst. = = Kassel, 11. Febr. Es hat allen Anschein, als ob der angebliche Mordversuch des Husarenunteroffiziers Tegen von seiner„ Braut" erdichtet sei. Degen wird allgemein als ein gutmütiger und harmloser Mensch geschildert, dem seine Vorgesezten das beste Zeugnis ausstellen. Er behauptet, er sei mit dem Mädchen am Rondel in Wortwechsel geraten. Dabei habe das Mädchen gedroht, sich das Leben zu nehmen. Um der Streiterei ein Ende zu machen, sei er fortgegangen und habe die Geliebte stehen lassen. Später dachte er, das Mädchen könne sich am Ende doch ein Leids gethan haben, und er ging zur Herrschaft desselben und fragte, ob die„ Elise" schon zu Hause si. Darauf sei er zur Fulda gegangen. Da er aber nichts Auffälliges mehr sah, habe er angenommen, das Mädchen habe sich eines Bessern besonnen, und sei in seine Saferne gegangen. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, daß das Mädchen einen Selbstmord begehen wollte, dann aber um Hilfe schrie und hinterher aus Scham die falschen Angaben machte. Kassel, 8. Febr. Prof. Dr. v. Thiersch aus München, der technische Berater unserer Stadtbehörde in der Frage des Rathausneubaues, rühmte an dem zur Ausführung angenommenen Entwurf des Architekten Roth Darmstadt die künstlerisch wie praktisch schöne und gleichmäßige Architektur, das Freihalten vom Ueberschwänglichen und von den modernen Kinkerligchen. ** Man schreibt uns aus Kassel daß seit fürzerer Zeit für unbemittelte Lungenfcante eingerichtet ist. Jeder unbe hier in der Poliklinik Wolfhagerstr. 1 eine Sprechstunde mittelte Lungenkranke erhält dort Donnerstag zwischen 6 und 7 Uhr fostenlos ärztlichen Rat und Hülfe. Die Einrichtung macht einen guten, praktischen Eindruck; die ärztliche Leitung liegt in bewährten Händen, und so hoffen und wünschen wir, daß die Sprechstunden für unbemittelte Lungenfrante rege besucht werden und dazu beitragen mögen, den Leidenden Hilfe zu bringen! ** Biedenkopf, 10. Febr. Hier giebt es in einem Garten bereits blühende Schneeglöckchen und Beilchen. ** Hersfeld. Am 26. b. M. findet ein Viehmarkt hier statt. In den Kalendern ist dieser Markt nicht verzeichnet; derselbe ist erst nachträglich festgefeßt worden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es fönnen eingestellt werden: 1 Sattler nach Auswärts, 1 Hosenschneider, 1 Schreiner für dauernde Arbeit, 3 landw. Arbeiter, 1 Gärtner, 3 jüngere Haus burschen, 8 Dienstmädchen für sofort, 2 Dienstmädchen für 1. oder 15. März, 2 Desgl. für 1. oder 15. April, 1 Köchin für 1. März, 3 landw. Mägde. Lehrlinge: 2 Friseur, 5 Schlosser, 2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Wagner, 1 Buchbinder 1 Schneider. Es suchen Arbeit: 1 Metalldreher, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Lackierer, 1 Sattler und Tapezier, 3 Schloffer, 10 Hausburschen, 2 Knechte, 5 Kutscher, 1 Gärtner, 5 landwirtschaftliche Arbeiter, 2 Taglöhner, 2 Pferdeburschen, 4 Lauffrauen, 1 Bußfrau, 4 Dienstmädchen. Lehrlinge: 8 Schreiber, 2 Kaufleute, 1 Gärtner, 1 Weißbinder. Maritbericht. Gießen. 12. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pid. 0.85-0.95 Mr. Hübnereter 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben ver Paar mr. 0.80-1.10, Hübner per Stild Mt 1.00-1 50, Hahnen, per Stüd Mt. 0,90-2.40, Enten per Stüd 2.00-2.50, Gänse p. Bfb. 54-60 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfq., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd 66-76 Big Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleist per Bfb. 66-72 Pfa., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo Liter 18 Rfa. ** Im Kreise Schlüchtern ist zur Zeit eine Bewegung im Schwung, welche eine Verbindung der Elm- Gemün dener Bahnlinie mit der Fulda- Gersfelder Strecke durch eine Kleinbahn beabsichtigt, hauptsächlich um die noch so abgelegene Gegend über Döllbach- Utrichshausen- Heubach -Oberzell dem Verkehr zu erschließen. Mit dieser Bahn würde eine direkte Linie Fulda- Würzburg geschaffen und der gesamte Durchgangsverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland( Hamburg- München) würde alsdann in diese 6.50-7.00 Mt., Swiebeln per 3t. Mt. 5.00-6.00, Milch per neue Linie geleitet. Kassel, 10. Febr. Auf dem Rittergut Elmshagen bei Hoof erschoß der Verwalter Konrad Licht Contentia. ( Wohlthätigkeitsverein). Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderri, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Gieken. Sonntag, den 15. Februar 1903. Maskenkränzchen mit großem Jahrmarktsrummel Fin Steins Saalbau. ( Großer und kleiner Saal). Zutritt nur geladene Gäste, Mitglieder und deren Augehörigen gestattet. Anfang 7 Uhr 61 Min. Ende unbestimmt, Frankfurterstraße 63 Kleines Zimmer, mit ift der aus 4 Zimmern und Küche Kabinet und Küche, an einbestehende zweite Stock nebst einer zelne Frau zu verm. Kammer in der Mansarde und Südanlage 3. Gartenanteil auf 1. April 1903 Sine schöne 4 Zimmer- Wohnung im 1. 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Die Wahlberechtigten berufe ich zur Vornahme dieser Wahl auf Samstag, den 14. März 1903 in den Stunden von Mittags 12 bis Abends 8 Uhr in den Stadtverordneten- Sizungssaal, Bürgermeisterei- Gebäude, Gartenstraße 2, Zimmer 11. Wahlberechtigt sind die Arbeitgeber und Arbeiter, welche zur Zeit der Wahl das 25. Lebensjahr vollendet und im Gemeindebezirk der Stadt Gießen Wohnung oder Beschäftigung haben; Personen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig sind, sind nicht wahlberechtigt. Als Arbeiter gelten diejenigen Gesellen, Gehilfen, Fabrifarbeiter und Lehrlinge, auf welche der siebente Titel der Gewerbeordnung Anwendung findet, desgleichen Betriebsbeamte, Werkmeister und mit höheren technischen Leistungen betraute Angestellte, deren Jahresarbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt zweitausend Mark nicht übersteigt. Wahl ist unmittelbar und geheim; sie findet nach den| Wahltermin, also Freitag, den 27. Februar, abends bei Grundsäßen der Verhältniswahl statt. Bürgermeisteret eingereicht sein. Die Abstimmenden geben ihren Stimmzettel in Die rechtzeitig eingereichten Vorschlagslisten werden eigener Person ab. Das Reich, der Staat, die Gemeinde nach erfolgter Prüfung spätestens 8 Tage vor der Wahl und sonstige öffentliche Verbände und juristische Personen in ortsüblicher Weise veröffentlicht. üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Gießen, am 11. Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Es wird dringend empfohlen, daß die Arbeitgeber durch Bescheinigung der Polizeiverwaltung, die Arbeiter durch Zeugnisse ihrer Arbeitgeber, der Polizeiverwaltung oder der zuständigen Krankenkassen sich vor dem Wahlausschuß über ihre Wahlberechtigung ausweisen, da sie andernfalls von der Wahl zurückgewiesen werden können. Ungiltig sind Stimmzettel: 1. welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2. welche feinen oder insoweit sie feinen lesbaren Namen enthalten; 3. insoweit darin die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; Bekanntmachung. wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Don Die Wallthorstraße zwischen Wetstein- und Hundsgaffe nerstag, den 12. 1. Mts. ab bis auf Weiteres für den Wagenverkehr, für Radfahrer und Reiter gesperrt. Gießen, den 10. Februar 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Verdingung. 4. auf welchen mehr als 12 Namen oder insoweit darin Namen von nicht wählbaren Personen 1904 erforderliche Bedarf an Besen für die Kehrmaschine Der für die Zeit vom 1. April 1903 bis 31. März berzeichnet sind; 5. welche eine Verwahrung, einen Vorbehalt oder soll Donnerstag, den 19. de. Mts., vormittags 11 Uhr ( etwa 36 Säge) sowie an Biasavabesen( ungefähr 300 Stüd) Bemerkungen enthalten, die nicht lediglich den öffentlich verbungen werden. Gewählten kennbar machen sollen. Gleichzeitig fordere ich hiermit zur Einreichung von find bis zum obengenannten Zeitpunkt mit entsprechender AufAngebote auf den Saz bezw. das Stück, sowie Muster Die der Zuständigkeit des Gewerbegericht unter getrennten Wahlvorschlaglisten für Arbeitgeber und Ar- schrift versehen an uns einzureichen.-Buschlagsfrist 3 Wochen. stellten Hausgewerbetreibenden sind, sofern sie selbst beiter auf. mindestens 2 Arbeiter regelmäßig das Jahr hindurch Jede Vorschlagsliste muß 12 Namen enthalten, Gießen, am 10. Februar 1903. oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen, als von mindestens 20 Wahlberechtigten des betreffenden Städtisches Tiefbauamt. Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt. Die Teiles unterzeichnet und spätestens zwei Wochen vor dem Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, mie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Ver schleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Auffloßen, Sodbrennen, Blähungen, Hebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Mächten, fiechen oft solche Stranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und berbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mr. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Wehlar, Fronhausen, Braunfels, Suhbach, Brandeberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubach, Bad- auheim, Marburg u. f. w., sowie in allen größeren und fleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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