Deifen auf siedersehen! meiner Seele au eine Genufleuchten od flut!" fein Geficht. und. Diefes Wort foll ftets in fcheuchen, wie die Sonne die Nebel über der MeeresGlückliche Hoffnung die bangen 3weifel berfrohe Zuversicht verklärten von drei auf der or to therreiches which gefunden und den freudigen Kräftigen Schrittes stieg er von der Höhe, weittagsstunde ram der Obern Begleit allem Volf ehrerbietig begrüßt. Alle begaben sich sogleich nach dem Gerichtshügel, von dem feierlichen Art beizuwohnen. Auch der Gouverneur fam, um als Vertreter der Königin fahren. Drei Vertreter des Hauses der Keys begleiteten ihn. Mitgliedern des hohen Rates von Castletown, geDer Sherrichter abm mit den fecha Beifikern feinen augenblicide in mein Baterland auriiczu fönnen, was man gegen mich rehren und dort und zu vorzubringen Der nice " Ich es schon getan, rate nach den Geſetzen dieses Landes bestreiten, aber wie ich nochmals mit Rücksicht auf das erhob sich und sprach: Die Zuständigkeit dieses Gerichtshofes ich bleiches Anttiv empor tränenden Augen an. und blidte die Richter mit ihren Alle Versammelten ringsum erhoben sich und ent und Mädchen drückten ihre Tücher vor die Augen. näher heran, um kein Wort zu verlieren. Viele der ( Fortsetzung folgt.) Mr. 265 111919 di ind bonnementeprete: in Stehen, abgeholt monatlich 50- fs., h's Haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Bettfrit für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheins an allen Werktagen nachmitage. Mittwoch, den 11. November 1903. Gießener 12. Jabrgang. Assertionspreis: Die einspalnige Betitzeile für Gießen wie gang Oberbeffen, die Streife Wehlar und Marburg 10 Pfa. forfft 16 Bfg.: Reklames die Betitzeile 30 refp. 40 fg. Bostzeitungsliste No. 3280. Rebaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. FernsprechanfchInk Rr. 368. inddun 119/20 Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung 0 1979 1989& ( Gießener Zeitung d 191819 sloj misure für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. Aus den Zinsen der Stiftung der Elisabethe Schmidt fnb Gaben von je 17 Mt. an vier bedürftige, unbescholtene Telbige Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und neun ar me Witwen aus Gießen zu verteilen. Meldungen sind umter Beifügung der erforderlichen Nachweise bis zum 110. Dezember I. Is. auf dem Armenamt, Neuen due 43, anzubringen. Gießen 10. November 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Aus der Minna Keil- Voqt- Stiftung sind für das Jahr 1903 drei Gaben von je 70 Mt. an drei in Gießen wohnha fte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder do ren Witwen, evangelischer Konfession, zu vergeben. Beerbungen haben bis längstens 30. November d. Js. beim Städtischen Armenamt, Neuenbäue 43, zu geschehen. Nuur selbstständige Handwerker oder deren Witwen finnen berücksichtigt werden. Gießen, den 9. November 1903. Großh. Bürgermeisteret Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludvig Theodor Felsing EheTeute zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen und zwar: 171 Mt. 43 Pfg. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und 34 Mt. 29 Pfg. an fünf würdige Witwen gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. f. Mts. auf dilem Bureau des städtischen Armenamts, Neuen Bäue 43, 3 erfolgen. Gießen, den 10. November 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Elie Wettergasse von heute an bis auf weiteres für en Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 10. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Was ist uns Panama? Der kolumbische Generalkonsul in Newyork erklärte, ei habe die Nachricht erhalten, daß die Einwohner im In noern Kolumbiens die Regierung der Republik ersuchten, ein Coutation nach Deutschland zu senden, um diesem Land Sonzessionen sowohl an den Küsten des Stillen wi de Atlantischen Ozeans als Dank für den von Deutschland gewährten Schuß anzubieten. Es sei nicht be fannt, ob dieser Schritt unternommen werde. Man ver rute, daß das Gebiet der in Anregung gebrachten Kon effiont an die Grenzen der Provinz Panama stößt. Es läßt sich mit einiger Bestimmtheit sagen, daß Deutsch: and micht daran denkt, an der Lösung des Panamakonflikte durch Erwerbung von Land in Kolumbien teilzunehmen. Bürde das geschehen, wären schwere Komplikationen unver meidlich, und wir haben keine Ursache, solche heraufzu buchwören. Dagegen muß betont werden, daß unser Intere an der Integrität der Landenge von Panama ein groes ist, weil die amerikanische Besißergreifung vom Isthmus eine Gefahr für den internationalen Verkehr bedeuten und uns ün Kriegszeiten auch den zweiten von den beiden einzig Fahrbaren Wegen nach Ostasien abschneiden würde. Was da reißt, wird jeder ermessen können, der weiß, wie großen Besitz stand sowohl effektiv wie in idealer Beziehung wir da F. Rur Beurteilung der Panama- Frage mögen folgende Zeilen dienen, die uns von unserem CBMitarbeiter darüber geschrieben werden: Die Losreißung Departements Isthmus von Kolumbien und die Erstehung einer neuen Republik Panama bedeutet ein Ereignis, dessen Brag weite keineswegs unterschätzt werden darf. Seit Cefeps den gewaltigen Plan faßte, dort drüben einen Kanal schaffen, der ähnlich jenem Suezkanal zwei Ozeane verbinden und ein hinderndes Bollwerk der Natur aus dem Wege chumen sollte, ist viel über diese Idee geredet und gearielben worden. Troß des Auftauchens anderer Projekte, e quasi als Konkurrenzpläne gedacht waren, wie der Nikaraanal, hat sich an dem ursprünglichen Grundgedanken Croßen französischen naenieurs menia acändert. Nur In politischer Beziehung haben sich die Dinge verschoben. Frankreich, das unter dem Zeichen des Panama- Skandals die Lust am Unternehmen verlor und die Karten aus der Hand gab, ist heute ganz in den Hintergrund getreten. Dafür hat sich die nordamerikanische Union um so kräftiger ins Zeug gelegt, so zwar, daß sie heute schon als, die eigentliche Herrin des künftigen Kanals betrachtet werden muß. Jene Erfolge im spanisch- amerikanischen Kriege, verknüpft und aufs innigste verwoben mit den Ideen der Monroe- Doktrin, führ ten die große Republik geradezu von selbst zu der Erkenntnis, daß sich auf dem schmalen Isthmus, der den Norden Amerikas vom Süden trennt, eine völkergeschichtliche Frage aufrollen werde, deren Lösung eine neue wirtschaftliche und strategische Zukunft eröffnen müsse. War es daher ein Wunder, daß es seit Jahr und Tag das eifrigste Bestreben des Washingtoner Kabinetts bildete, den Riegel im Osten und im Westen vor diese Landenge zu schieben, von der so Großes zu erwarten stand? Lange genug haben die Vorbereitungen gedauert; heute endlich kann man ihren Spuren folgen und sehen, wohin sie führten. Kuba hat man zwar nach dem Kriege, der angeblich seiner Befreiung galt, nominell die Unabhängigkeit gelassen. In der Tat aber beherrscht es die Union ebenso wie Puerto Rico, vollkommen. Jamaika, auf das sich England lange Jahre so wiel zu gute tat, ist so gut wie matt gesetzt. Auf der anderen Seite der neuen Welt lagern sich die Philippinen, vor die Tore Chinas und über Guam, das man den Deutschen durch Vertrag abknöpfte, über die Hawai- und Sandwichsinseln, über die Hälfte von Samoa, die man gleichfalls wieder den Deutschen abschwatzte, führt die klare Straße nach Panama. Lange also, ehe der Panama- Konflikt aktuell wurde, war der Weg von Ost nach West, von West nach Dit geebnet. Jetzt aber, wo durch starken Druck der Union die Ereignisse eintraten, deren Folge die Lostrennung der Panama- Republik von Kolumbien darstellt, jezt deckt man getrost die Starten auf und zeigt der Mitwelt, wie plangemäß man seit Jahren borwärts geschritten. Die Ereignisse von San Domingo aus den jüngsten Tagen bilden das leßte Glied einer langen Kette. Man hat jetzt eine gewaltige Flotte nach dort gesandt und begrüßt offenbar die durch dominikanische Kriegsschiffe herborgerufenen Händel, unter denen besonders der deutsche Handel zu leiden hat, als eine willkommene Gelegenheit, auch diese Insel unter das Sternenbanner zu bringen. Soll die Welt, und besonders Deutschland, abermals zusehen, wie sich die Union auf Kosten anderer bereichert, wie sie das Bollwert vollends schließt, das Mittelamerika abschneidet für die Schiffe der anderen Nationen? Bereits haben deutsche Dampfer unter der Vlockade auch zu leiden gehabt. Wir haben also nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, ein Wort zur Sache mitzusprechen. Gott sei dank hat es den Anschein, als ob wir das wollten. Die deutsche Kreuzerdivision für Oſtamerika ist nach den hai tischen Gewässern beordert worden und ihre Aufgabe wird sein müssen, einerseits die Dominikaner in ihre Schranken zurückzuweisen und andererseits Deutschlands Interesse auch gegenüber der Union zu wahren. Durch unsere Freundschaft für die Vereinigten Staaten ist uns schon so manches aus der Hand geglitten. Es wird Zeit, daß wir uns darauf besinnen, daß wir nicht nur für die Union leben, sondern daß wir schließlich auch für uns selber da sind. Wir haben nicht nur in San Domingo, sondern auch in Kolumbien gewaltige wirtschaftliche Interessen. Ebenso wie in Venezuela, gilt es auch dort auf dem Posten zu sein, damit nicht Willkür unseren Besißstand zertrümmert. Es wäre heute noch für Kolumbien ein Leichtes, die widerspenstigen Banamaner unter seine Botmäßigkeit zurückzubringen. Daß man überhaupt keinen Versuch dazu unternimmt, zeigt deutlich, wie stark der treibende Wind ist, der von Washington weht. Will die Welt, und besonders Deutschland, ruhig zusehen, wie die übrigen Nationen der Erde da drüben planmäßig ausgeschaltet werden und wie sich die Union allein breitspurig in das bereitete Nest sezt? Es bedeutet eine internationale Gefahr von kolossaler Tragweite, wenn der Kanal der Zukunft in den alleinigen Besitz der Vereinigten Staaten gelangt. Das Beispiel Englands in Egypten sollte Lehre genug sein, um die Mächte anzuspornen, mit allen Kräften diese Suprematie eines einzelnen Landes über die vielleicht wichtigste Verkehrsstraße der ganzen Welt zu verhindern. England kann heute noch durch die Schließung des Suezkanals den gesamten Verkehr in die indischen Gewässer unterbinden. Soll nun die Union das Recht ge= minnen, den einzig existierenden rentablen zweiten Weg nach Ostasien abzuschneiden? Deutschlands Interesse erheischt dringend, daß das nicht sans façon geschehen darf. Es ist oft genug darauf hingewiesen worden, wo unsere wirtschaftliche Zukunft liegt. Der Weg in diese Zukunft muß uns unter allen Umständen erhalten bleiben und wir bedürfen auf diesem Wege noch einer Reihe von Stüßpunkten, die unseren Schiffen einen Rückhalt gewähren. Die Inselgruppe vor Mittelamerita wäre das geeignete Feld für folche Erwerbung. Wir haben der Union fobiele gute Dienste geleistet, daß wir billig verlangen können, auch durch sie einmal einen Vorteil zu erhalten. Wie die Dinge liegen, ist der Augenblick zum Handeln gekommen. Wir dürfen keine Minute Zeit mehr verlieren, soll nicht abermals unsere auswärtige Politik vor einem negativen Ergebnis stehen. Die Politik. Nicht weniger als siebenundfünfzig Millionen Mark sind im Laufe dieses Jahres an freiwilligen Geschenken und Stiftungen für die minderbemittelten Klassen von deutschen Unternehmern und Privatpersonen gemacht worden. Der„ Arbeiterfreund" veröffentlicht jetzt, wie immer am Schlusse eines Vierteljahres, eine Ehrentafel, d. h. eine möglichst vollständige Zusammenstellung aller der freiwilligen Geschenke und Stiftungen, die von deutschen Arbeitgebern, Aktiengesellschaften u. s. w. für das Wohl der Angestellten und Arbeiter und für gemeinnüßige Zwecke, sowie von Privaten für das Wohl der unteren Bevölkerungsschichten gemacht worden sind. Der Gesamtbetrag solcher Stiftungen im dritten Vierteljahr 1902 beläuft sich auf 7718 896 Mart. Die Zahl der Geber beläuft sich auf 170. Die Sunne der Stiftungen in den drei ersten Vierteljahren des laufenden Jahres erreicht, wie erwähnt, 57 016 983 Mart, wovon auf das erste Quartal 28 299 394 Mark, auf das zweite 21 538 693 Mark entfallen. In der Tat, ein schönes Zeugnis werftätiger nächstenliebe! Bei der Beschlagnahme russischer Schriften in den Häusern o stpreußischer Sozialdemokraten scheint es sich in der Tat um die Entdeckung einer nihilistischen Propaganda zu handeln. Eine Haussuchung bei dem Uhrmacher Ernst Treptau in Memel förderte große Packen zur Einschmuggelung nach Rußland bestimmter nihilistischer und revolutionärer Schriften zu Lage, die ebenso wie die Korrespondenz mit den russischen Agitatoren beschlagnahmt wurden. Auch bei dem Arbeiter Ferdinand Klein hatte eine Haussuchung Erfolg, ebenso bei den bekannten Sugelschen Eheleuten. Bei diesen, die seinerzeit im berühmten Fall Kugel" Stein und Bein geschworen hatten, am Schmuggel nihilistischer Broschüren unbeteiligt zu sein, fanden sich unter dem Bette u. s. w., in Fässern versteckt und säuberlich mit Waren anderer Art überdeckt, haufenweise die gesuchten Schristen. Treptau, Klein und die Eheleute Kugel wurden verhaftet. Die Verhaftungen erfolgten auf Grund des§ 128 St.-G.-B.( Teilnahme an geheimen Verbindungen). Unter derselben Beschuldigung wurde der Königsberger sozialdemokratische Kassenführer Braun und der Arbeiter Nowagrotzky verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Der Aufstand der Bondelzwarts beginnt, nachdem sich den Empörern anscheinend noch andere Hottentottenstämme angeschlossen haben, die britische Kapkolonie in Mitleidenschaft zu ziehen. Eine Abteilung Bondelzwarts überschritt amitlichen Telegrammen zufolge den Oranjefluß, fiel in britisches Kolonialgebiet ein und plünderte dort die Farmen, um Vieh zu rauben. Zwischen einer Abteilung der britischen Kolonialpolizei und den Bondelzwarts kam es zu einem Zusammenstoß, wobei ein Hottentotte fiel, die Engländer hatten keine Verluste. Die Bondelzwarts zogen sich darauf zurück. O Die Sache mit dem Zarenbesuch in Italien erhält nachgerade einen komischen Anstrich. Jetzt schließen italienische Blätter aus der Tatsache, daß seit einigen Tagen in Venedig viele russische Geheimpolizisten anwesend sind, der Zar werde den König von Italien in Venedig besuchen. Ob der Zar nun kommt oder nicht, jedenfalls hat der Lärm der italienischen Presse über die Absage des Besuchs zu einem Wechsel in der russischen Botschaft in Rom geführt: Der Botschafter in Rom, Nelidow, in dem man den Urheber der Absage sah, räumt das Feld und geht als Botschafter nach Paris; an seine Stelle tritt der Pariser Bot schafter Fürst Urussow, dem angeblich plötzlich das Klima an der Seine zu rauh geworden ist, obwohl er aus seiner russischen Heimat doch größere Witterungsunbilden gewöhnt ist. Im russischen Ministerium stehen, wie in Paris verlautet, umfangreiche Personalveränderungen bevor. Die wichtigste ist, daß Graf Lambsdorff, der Leiter der auswärtigen Politik Rußlands, seines Amtes enthoben und durch den Gesandten in Kopenhagen, wo Iski, ersetzt werden soll. Einen Systemwechsel soll dieser Personenwechsel nicht bedeuten. Man wird gut tun, dieses Pariser Gerücht mit aller Reserve aufzunehmen. Zu blutigen Ausschreitungen haben, wie immer, so auch diesmal die spanischen Gemeindewahlen geführt, die nach den bisher vorliegenden Meldungen einen erstaunlichen Sieg der Monarchisten gebracht haben: Etwa viermal soviel Monarchisten als Republikaner wurden gewählt. Die Wahlunruhen, bei denen das Messer, der Revolver, Knüttel und Steine eine große Rolle spielten, waren besonders stark in Santander, wo bei einem Zusammenstoße mit der Gendarmerie ein Kenabe erschossen wurde. Die wütende Menge plünderte die Waffenläden, stürmte die Warenhäuser, er richtete Barrikaden und schoß auf die Polizei. Ein Teil 30g bor die Kirchen, das Jesuitenkolleg und das Passionisten. floster, dessen Türe mit Petroleum begossen und angezündet wurde. Das Feuer wurde nur mit Mühe gelöscht. Da die Regierung fürchtet, daß es bei dem Zeichenbegängnis des erschossenen Kindes zu neuen Rundgebungen kommen fönnte, verhängte sie über Santander den Belagerungszustand. Der Nachrichtenebbe vom Goldenen Horn folgt jetzt eine um so reichlichere Flut von Meldungen: Bunächst beißt es, der Großvezier sei abgefekt, ferner wird von neuen Uebeltaten der Komitatschis berichtet, die das griechische Dors Zirnowa im Bezirk Nevrokop( Wilajet Saloniki) umzingelt, während des Gottesdienstes die Einwohner überfallen haben sollen; angeblich haben sie vier Bauern getötet, sind aber schließlich in die Flucht geschlagen worden. Was an beiden Meldungen Tatsächliches ist, läßt sich nicht feststellen. Eine Großvezierfrise scheint nicht sehr rätlich, vielleicht soll sie aber der Verschleppung der Beantwortung der österreichisch- ungarischen Note dienen. Wenig glaubhaft scheint auch die weitere Meldung, wonach der Sultan am Vorabend der Wiesbadener Kaiserbegegnung an Kaiser Wilhelm einen eigenhändigen Brief gerichtet haben soll. A Aus Berliner politischen Kreisen erfährt unser CB.. Mitarbeiter, der Kaiser habe an Stelle der erstorbenen Großindustriellen Krupp und Stumm abermals zwei rheinisch- westfälische Großindustrielle in das preußische Herrenhaus berufen. Wie weiter verlautet, handelt es sich um die Geheimen Kommerzienräte Guilleaume( Kabel. werk Velten u. Guilleaume) in Mannheim und van der 3ypen in Köln, den Besitzer einer großen Waggonfabrik. In Dänemark hat die Frauenbewegung einen be merkenswerten Erfolg erzielt: Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, soll dem Storthing binnen kurzem eine Re. gierungsvorlage, betr. die Zulassung der Frauen zu den Beamtenstellen, vorgelegt werden. Ey einen Einfluß auf den Major Fuchs ausgeübt habe, rundweg ab unter Berufung auf seine prinzipielle Erklärung, in seinem Roman keine bestimmten Personen im Auge gehabt zu haben. Der Angeklagte, der in Uniform_erschienen ist und von einem Offizier in den Saal geführt wurde, macht persönlich und in seinen Aussagen den Eindruck eines äußerst intelligenten Menschen. Er verfolgt die Vernehmung der Zeugen mit offensichtlicher Spannung. Bei einzelnen der Zeugen wird die Deffentlichkeit ausgeschlossen, bei anderen nicht. So wurde ein Antrag der Anklagebehörde, die Rittmeister des Bataillons sämtlich unter Ausschluß der Seffentlichkeit zu vernehmen, vom Gerichtshof abgelehnt. Der Rittmeister Bandel, der beste Freund des Angeklagten, sagt im Gegensatz zu den vorher bernommenen Zeugen aus, daß er sich durch das, was im Romane geschildert sei, nicht getroffen fühle und auch niemand der handelnden Personen wiedererkennen könne. Wer sich getroffen fühle, bekenne sich ja ohne weiteres zu den im Roman erzählten Handlungen. Auf Antrag der Anflagebehörde soll eine Frau Pauly aus Friedrichsroda vorgeladen werden, die bekunden soll, daß der Angeklagte in den Schilderungen seines Romans die Absicht gehabt hat, seine Vorgesetzten zu beleidigen, und Mißvergnügen unter seinen Kameraden zu erregen. Dann wird die Verhandlung auf morgen vertagt. In all den Nöten, in denen König Peter von Serbien schwebt, sind die Geldsorgen nicht die geringsten. Nachdem er mit seinen Pumpversuchen bei ausländischen Banken fein Glück gehabt hatte, versuchte er, zwei Millionen France auf eine Lebensversicherungspolize zu borgen. Aber auc das schlug fehl. In seiner Not wandte er sich schließlich durch Vermittelung einiger Freunde an ein paar schwerreiche Wucherer. Aber auch diese verzichteten auf das riskante Geschäft, wie sehr Peter auch bat. Da ist es kein Wunder, wenn immer aufs neue die Meldung auftaucht, der König wolle abdanken. Neuerdings heißt es, er habe diese Absicht wiederum geäußert, diesmal aber mit dem Unterschiede, daß er nicht zu Gunsten seines Sohnes, sondern bedingungslos abdanken will, um so dem Volf eine freie Entschließung über die Person seines Nachfolgers zu ermöglichen. Offen bar soll das ein Wink für die Serben sein, ihm durch ein Nationalgeschenk aus der Klemme zu helfen. Aber die Serben werden da wohl harthörig sein, zumal da die Finanz. lage Serbiens so ziemlich alles zu wünschen übrig läßt, und die Versuche, sie zu bessern, aussichtslos scheinen. Eben ersi hat der Kriegsminister das einzige noch unversuchte Mittel zur Besserung der Finanzen anwenden wollen: Er wollte die zahlreichen Gehaltszulagen, die noch aus der Zeit Milans stammen und die die Gehälter der Offiziere beinahe ver doppeln, aufheben. Als aber die Nachricht davon im Offizierforps bekannt wurde, entstand eine solche Gärung, daß der Kriegsminister erklären mußte, er wolle dieses Projekt aufgeben. Die serbischen Staatsfinanzen bleiben also in Unordnung, und König Peter hat keine Aussicht, von seinem Volk die Mittel zu einem„ standesgemäßen" Leben zu erhalten. Die neuesten privaten Meldungen aus Sofia wissen von der Verhaftung einer Anzahl Offiziere zu berichten, die verdächtig seien, an der schon erwähnten Verschwörung gegen den Fürsten Ferdinand beteiligt zu sein. Von offiziöser Seite wird die Meldung bestritten, indessen dürfte sie zutreffen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser befindet sich nach dem letzten Bulletin auf dem Wege anhaltender, langsamer Besserung. Die Werzte erlaubten ihm bereits den gewohnten Spaziergang im Freien wieder aufzunehmen. Der Kaiser hörte verschie dene Vorträge. ** Der deutsche Kronprinz hat seinen Aufenthalt in Wernigerode vorzeitig abgebrochen und ist nach Potsdam zurückgekehrt. *** Prinzessin Alice Albany, Nichte des Königs bon England, verlobte sich mit Prinz Alexander Teck, dem jüngsten Bruder der Prinzessin Wales. Prinz Alexander, der mit Auszeichnung in Süafrika diente, ist Husarenrittmeister. Der militärische Hintertreppenroman. § Mek, 10. November. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. 12. Verhandlungstag. RK. Berlin, 10. November. Durch die Torofaidh Müller urchaus nicht Doppelf Brieftasche imm Orleichterung f entgehen, beröffentlichte er in einer Bettung feine eigen Todesanzeige! Aber die Nemesis hat ihn ereilt: der Tri kam ans Licht, und Herr Broussard erhielt eine Geldstrafommerzienrat vor 50 Francs. Vermischtes. Gin ποδ deine Tradht Pr Sumanität?" Ku RN Gin 82j Mode in Berli Ses Agl. Opern Fahren der au Centraltheater Tinterwelt" fpi deutschen Bühn pogen bat, ist Weshall hongreß, der fo hustellung org der medizinische großen Zerstörer perenzler- Berein 3 trinten. " Der eine trint [ Wertvolles Wurstpapier.] Bei einem Givare händler in Aquila wurden dieser Tage wertvolle Manuskripte Briefe von Saffi, Mazzini, Garibaldi, Cairoli und bom hervorragenden Männern aus den Abruzzen, gefunden; de Händler hatte die Manuskripte als Einwickelpapier benut Die meisten der gefundenen Manuskripte stammen aus de Zeit der italienischen Einheitsbestrebungen und betreffen besonders die Teilnahme der Abruzzen- Bewohner an diesem Volksbewegung. In wichtigen Dokumenten sind die St. eignisse geschildert, die der Gefangennehmung Garibaldis im Aspromonte- Gebirge vorangingen. Andere Schriftstücke be treffen Garibaldis Soldatenwerbungen im Jahre 186 Ferner fand man die Abschrift eines Aufrufs zur Gelb. sammlung für die Polen, und eine ganze Anzahl von Doh menten betrifft die Anwerbung von Freiwilligen und gib: genaue Auskunft über die Namen der Soldaten, über di Koſten der Werbung und über die Instruktionen Garibaldi Die Manuskripte gehörten ursprünglich einem gewisseroschüren Pietro Marilli, der mit Settembrini und mit Silvio Sha venta in der Verbannung war und von Bourbonen zweise verspotter Jahre lang auf der Galeere gefangen gehalten wurde. De seinem Tade hinterließ Marilli die Papiere dem Advokater De Dominicis, und von den Erben dieses Mannes faust sie der Eßwarenhändler. Der Mann ist jetzt ebenso erfratt, der eine, wie betrübt, da er bereits einen großen Teil der wertvollen Papiere zum Wursteinwickeln verwandt hatte. Teil er nichts [ Ein Heilmittel gegen Streitsucht.] Wie das Agramer Blatt„ Narodne novine" berichtet, ereignete sich im Dorfeit. Der eine, Nespes bei Sv. Ivan- Zelina in Kroatien folgender Vorfall Ein Ortsinsasse, Namens Blasius Kavur, beschäftigte sid schon einige Beit hindurch damit, Angehörigen derselber Familie oder Hauskommunion eine„ Arznei" zu verabreichen. wenn dieselben untereinander einen Streit auszutrage: hatten. Er behauptete nämlich, daß sein Mittel die wunder tätige Wirkung besize, die Geister zu beruhigen, und di Leidenschaften zu besänftigen, so daß nach dessen Gebrauc jeder Zank und Streit ein Ende nehmen müsse. Da jedo die letzte Person, welcher der genannte Herenmeister sein Mittel verordnet hat, kurz nach dessen Gebrauch eines plöt lichen Todes gestorben war, erinnerten sich die Leute in Dorfe, daß alle bei diesem Wunderarzte aus dem erwähnten Anlasse in Behandlung gestandenen Personen schon fury Zeit nach Gebrauch der Kur verschieden sind. Dieser Tal bestand ist nun dieser Tage der königlichen Gerichtstafel in Agram zur Anzeige gebracht worden, welche ihrerseits die nötigen Schritte unternommen hat, um in diese rätselhafte Angelegenheit Licht zu bringen. Das Zünglein der Wage schwankt hin und her, da die Verteidigung immer von neuem die Beweiskraft der gegnerischen Zeugenaussagen mit mehr oder minderem Erfolg abzuſchwächen sucht. Im ganzen aber haben die letzten Zeugenbernehmungen die Indizienkette gegen die Hauptangeklagte imuner enger zusammengeschlossen, mag auch manches Glied noch einen anfechtbaren Halt haben. Die Bekundungen der Krakauer Zeugen haben den ziemlich schlüssigen Beweis geliefert, daß an dem kritischen Tage ein neugeborener Knabe, ganz wie es der Agent Hechelski geschildert hatte, von einer alten Frau in Begleitung einer Amme nach Berlin gebracht und dort am Bahnhof zwei Damen übergeben worden sei. Die Darstellung deckt sich bis dahin aufs genaueste mit derjenigen des Droschkenfutschers Wilke, der durch die Angabe, daß er die betreffenden Damen nach dem von der Gräfin bewohnten Hause in der Kaiſerin- Augusta- Straße gefahren habe, die Reihe der Vorgänge logisch abschließt. Von besonderem Wert ist auch noch die Angabe der Reiseamme, daß sie nach Berlin in einem verschnürten Henkeltopf gewisse Nacherscheinungen der Geburt mit sich geführt habe. Dadurch wird. wie durch das aus Wroblewo mitgebrachte Schweineblut die beabsichtigte Täuschung erwiesen. Es fragt sich nun bloß: Ist der Beweis schlüssig erbracht, daß wirklich der Knabe zur Gräfin Kwilecka gebracht worden ist? Wenn dieser Punkt den Geschworenen evident erscheint, ist die Angeklagte verloren. Das ist die juristische Lage, wie sie sich jetzt herausgeschält hat und in sachverständigen Kreisen besprochen wird. Die Verteidigung sieht wohl auch die Gefährlichkeit der Situation ein und sucht deshalb die Aufmerksamkeit von dem Tatsächlichen durch geschickte Angriffe, die die Lorfeit der Absichten der Agnaten in ein bedenkliches Licht sollen auf Nebengebiete abzulenken. Nachdem noch die ebamm Moll aus Krakau ausführlich geschildert hat, wie zwei un bekannte Damen den vor kurzem geborenen Sohn der Cäcilie Pacza, jezigen Bahnwärtersfrau Meyer, für 100 Gulden gekauft haben, wird unter allgemeiner Spannung Den Hauptteil der bisherigen Verhandlungen gegen den Leutnant Bilse wegen seines Romans Aus einer kleinen Garnison" füllte die Verlesung des inkriminierten Werkes aus. Sie nahm vier Stunden in Anspruch, während deren die zahlreichen Zeugen beurlaubt wurden. Fast sämtliche Offiziere des 16. Trainbataillons aus Forbach, sowie einige Zivilisten und, damit auch das schöne Geschlecht nicht zu furz kommt, das Dienstmädchen eines Offiziers, werden dem Gerichtshof über die Frage Auskunft erteilen, ob der Roman Wahrheit und Dichtung oder nur die letztere enthält. Der Angeklagte erklärt, daß er auf den Wahrheitsbeweis verzichtet habe und seine Feder nicht bestimmte Perjonen und faktische Vorgänge schildere. Leutnant Bilse, der mit Vornamen Oswald heißt und am 31. März 1878 in Kirn a. d. Nahe geboren ist, wo sein Vater Gymnasiallehrer war, hat von jeher eine Neigung zu schriftstellerischer Betätigung verspürt, die aber hinter dem stärkeren Zug zum Offizierberuf zurücktreten mußte. Doch ist ihm nach seiner Darstellung dieser durch die Versehung nach Jorbach berleidet worden, die erfolgte, weil er wegen Widerrede gegen einen Vorgesetzten mit 8 Tagen Stubenarrest bestraft wurde. Dann haben ihn auch viele Mißstände abgestoßen. Daß es ihm ferngelegen habe, Personen in Forbach zu beleidigen, sucht der Angeklagte dadurch zu erhärten, daß er alles getan habe, um die Verbreitung des Romans von Elsaß- Lothringen fernzuhalten. Er habe seinem Braunschweiger Verleger das Reichsland ausdrücklich gesperrt. die angebliche wahre Mutter des kleinen Majoratserben selbst vernommen. Cäcilie Meyer ist eine fleine, schwächliche Frau von 29 Jahren. Da sie sich von der letzten Niederkunft noch nicht völlig erholt hat, nimmt sie während der Vernehmung auf einem Stuhle Platz. Auch die Meyer ist der deutschen Sprache nicht mächtig und muß mit Hilfe des Dolmetschers vernommen werden. Ihre Vernehmung brachte im Grunde genommen wenig Neues. Nur daß sie mit voller Bestimmheit behauptete, daß das Kind am 25. Januar abgeholt worden wäre, was die übrigen Zeugen im Zweifel ließen. Die ältere, etwa 60 Jahre alte Dame, die bei ihr gewesen sei, habe gesagt, das Kind solle für eine junge Gräfin sein, die einen Bräutigam habe, der sie aber nur heiraten wolle, wenn sie ein Kind aufweisen könne.( Heiterkeit.) Bei dieser Gelegenheit wird auch das Rätsel aufgeklärt, wie es kam, daß der kleine Graf und sein angeblicher Stiefbruder gleich ge= kleidet vor den Geschworenen erschienen waren. Um den schlecht und notdürftig gekleideten kleinen Meyer vor den Unbilden der Witterung zu schützen, hat sich die Staatsanwaltschaft bereit finden lassen, dem Kind auf Staatskosten einen Mantel zu stiften. Der Kriminalkommissar v. Treskow hat den Kleinen mit dem Zeugen Hechelski zu Wertheim geschickt, und Hechelski hat einen weißen Mantel ausgesucht Der Vorsitzende hält ihm entgegen, daß in dem mit Beschlag belegten Manuskript des Romans der Oberst von Kronau, welcher angeblich den Major Fuchs bezeichnen soll, zuerst Renard v. Voß geheißen hat, und daß die anderen Offiziere dadurch gekennzeichnet gewesen wären, daß ihre Vornamen umgestaltet gewesen sein sollten u. s. w. Bilse bleibt dabei, daß das Suchen nach Namen Phantasiesache fei. Mitarbeiter will Bilse nicht gehabt haben, wenn er auch zugibt, mit Rittmeister Bandel, und zuerst nur mit diesem, eng befreundet gewesen zu sein. Auch lehnt er die Beantwortung der Frage, ob die Frau des Rittmeisters Nab und fern. proden ist. D angekommen, sellschaft ist. um fich einzuf andere, weil e LO. Das G Cambridge bei Ibens in Amer enthüllt. Bei Deutschland au tunsthistorischen Silberschmiede Maisers zustan Beinrich bei Maifers eine C perfe dem M fahmungen bor gen und Fü fältigungen. § Gefährd führer Apfelt fammer in G transports zu war der Füh Schmenlau en Entgleifung w haltendes Reg A[ Die Straßenausschmückung Londons für den italie nischen Königsbesuch] wird nach allem, was die bisherigen Vorbereitungen erwarten lassen, ganz besonders großartig ausfallen. An der Grenze der City werden große Obelisten errichtet, die mit Blumen umrankt werden. Die erhöhten Sufluchtsstellen in den Straßenübergängen werden mit Chro santhemums, Palmen und anderen Blumen ausgeschmüdt Die sogen. venetianischen Maste, die während der Krömungsschwer und zwo festlichkeiten eine große Rolle spielten und außerordentlich geschmacklos waren, kommen diesmal in Wegfall. Cheapside wird durch handgemalte Fahnen dekoriert sein, die an quer über die Straße gezogenen Leinen hängen. Die Wappen Italiens, des Hauses von Savoyen und der City von Londen werden bei dem Festschmuck eine Hauptrolle spielen. Natür lich werden sämtliche Straßen, durch die das Königspar fährt, durch ein militärisches Spalier besetzt. Frankrei benützt die Gelegenheit der italienischen Königsfahrt na England, um der bella Italia ſeine freundschaftlichen= süühle zu bezeugen. Das französische Nordgeschwader erhiet Befehl, sich zur Abfahrt nach Cherbourg bereit zu halten, un das italienische Königspaar zu begrüßen. Da wird mar wohl bald wieder in der französischen Presse große Hymnor auf die französisch- italienische Brüderschaft lesen können. A Der Geisteszustand der früheren Kronprinzessin von Sachsen bildet den Gegenstand lebhafter Erörterungen in der französischen Presse. Nach einer Darstellung sollte die jegige Gräfin Montignoso geistig so zerrüttet sein, daß sie infolge von Verfolgungswahn einen Selbstmordversuch unternommen habe. Der Genfer Anwalt der Prinzessin, Lachenal, erklärt demgegenüber den Gesundheitszustand der Prin= zessin für vorzüglich. O Gefährliche Passagiere hatte der deutsche Postdampfer Prinzessin Frene" an Bord, der aus Newyork in Neapel eintraf. Als die Hafenpolizisten die übliche Durchsuchung des Schiffes vornahmen und sich dabei einem der Passagiere näherten, schleuderte dieser ein Paket über Bord. Das Paket fiel jedoch nicht, wie der Passagier beabsichtigt hatte, in das Meer, sondern auf eine kleine Barke, von der dasselbe wieder an Bord gebracht und dort sofort geöffnet wurde. Man fand darin, in Watte eingehüllt, eine größere Menge Dynamit. Der Passagier wurde sofort verhaftet. Er erklärte den Polizisten, Nikola Perillo zu heißen und das Baket von einem Mitreisenden namens Carmine Papano erhalten zu haben. Dieser wurde gleichfalls noch an Bord berhaftet. Man muß sich zu helfen wissen. Ein pfiffiger Kopf ist der frühere französische Ordensmönch Broussard, der neuerdings Leiter einer Privatschule in Lyon ist. Er beforgte, wegen einer früher begangenen Uebertretung des Gefeßes wider die Orden bestraft zu werden: um dem zu [ Aus der Tertia in den Ehestand.] In den Jugen crinnerungen des Ministers Bosse, die 3. 3t. veröffentlic werden, findet sich folgende interessante Episode, deren Heb ein achtzehnjähriger, langaufgeschossener Bauernsohn Leohard Bodenstein ist, der zur Zeit, wo sie spielte, schon dri Jahre die Bänke der Tertia„ drückte".„ Eines Tages far - so erzählt Bosse der Herr Direktor in die Klaj und fragte am Schlusse der Stunde zu unserm höchlichen staunen unseren großen Mitschüler:„ Nun, Bodenstein, wollen abgehen? Wie hängt denn das zusammen? mitten im Semester?"" Ja, Herr T'refter," erwider Bodenstein, mein Vater will, daß ich mich veränder soll." Die ganze Klasse brach in ein homerisches Gelächti aus. Sich verändern heißt in meiner Heimat soviel m heiraten. Sogar der Direktor und der Klassenlehrer konnta sich des Lachens nicht erwehren. Aber, Bodenstein," sag der Direktor,„ Sie wollen doch nicht heiraten?".„ Do Herr T'refter," entgegnete Bodenſtein gleichmütig. Er gi wirklich ab, um aus Tertia heraus in den Stand der heilig Ehe zu treten. Das war freilich in unserer Tertia no nicht dagewesen, und wir erzählten zu Hause unser Eltern den Vorgang mit sehr gehobenem Tertiane bewußtsein." * Pr Ziehung der S folgende Ge Mark auf N Das Neuefte aus den Witzblättern. Bescheidener Wunsch. Frau:„ Sieh, Männchet, da habe ich ein Fläschchen Benzin vorgefunden! Nicht wahr lieber Karl, du kaufst mir ein Automobil dazu?" Gerieben. Kellner( zum andern):„ Wo willst denn mit den Eierschalen hin?"-„ Die stelle ich heimli neben den Professor; der hat nämlich vier Eier bestellt und nachher glaubt er, er hätte sie bereits verzehrt!" c. 57 140; 29 966, 58 8 * Ma bom Theater Berlin beftel eingetroffen, Dramas am fann( Siehe 8mmer der Jerufalem un Auf der Sternwarte. Backfisch( nachdem ihm de Professor einen Vortrag über die Himmelskörper gehalten hat, bewundernd):„ Nein, Herr Professor, Sie müssen doc ein vielgereister Mann sein!" Eine nette Gastwirtschaft. Erster Gast:„ Sie Kellner, der Kaffee ist ja ganz falt!" 3weiter Gat Wollen Sie vielleicht mit mir tauschen? Mein Bier i ganz warm!" des Simon. § Sta Freitag ftat nadträglic Carlos br Sürfte, som Raffiniert. Hausierer( der in einem Lokale, nie früher, wiederum gute Geschäfte gemacht hat, zum Haus knecht):„ Draußen vor der Tür steht mei' neuer Konkurrent werfen Se mich hinaus, damit der denkt, hier is nix machen e Geschäft." ( Megg. H. Bl.) Blag zu fic ** We warenfirma s termin vor d auf Freitag Tritschler ge Grünewald, teidigt werde * * Das Standesam Amtsgericht Jahr 1904 gegen Empfa * * Die affeffor Dr. Landgericht Seftion bat ergeben Meffer ftich unbedingt to Fall vor d [§] La Schwurgerich nerstag den Baithaus zu berjammlung Gießen fatt eftung fee ihn ereilt: rhielt eine einem B pertbolle M di, Cairoli ruzzen, gef intidelpapie pte stammen ungen und -Bewohner menten find hmung Gar ndere Schrif n im Jahre Aufrufs ze Anzahl Freiwilligen 換 r Soldaten, truftionen G glich einem und mit Sil bon Bourbone gehalten to apiere dem diefes Manne ist jetzt ebenjo en Teil der me dt hatte. .] Wie das eignete fid in tien folgende abur, bejd Angehörigen rznei" zu verd Streit aus ein Mittel die u beruhigen, nach dessen& nen müsse. A nte Herenme Gebrauch ein ten sich die te aus dem e Personen ja ben sind. Di lichen Gericht welche ihrer um in diese ri ondons für de m, was die bi 3 besonders gr perden große C perden. Die er ngen werden mit Blumen ausgefah hrend der Wi und außen n Wegfall. C riert sein, die ängen. Die der City von trolle spielen. die das Köni besetzt. Fra en Königsfabr freundschaftlice lordgeschwader g bereit zu halte ißen. Da wird Preise große S schaft lejen tonne d.] In den Jugen e z. St. beröffentl e Episode, deren er Bauernjohu fie spielte, jahon „ Eines Tages Durch die Blume. Herr:„ Berzeihen Sie, ich heiße prosaisch Müller."- Heiratslustige:„ Ich finde den Namen Suhaus nicht prosaisch, ich wäre froh, wenn ich so hieße." Doppelsinnig. Arzt: Wo sitzt es denn, Herr commerzienrat?"" Hier an der Stelle, wo ich meine reita fche immer trage."- Arzt:„ Na, da werden wir schon Erlichterung schaffen." Gin modernes Kind. Karlchen( das vom Vater eime Tracht Prügel bekommen):„ Papa, nennst du das Sumamität?" ( Dorfbarbier.) Kunft und Wissenschaft. RN Gin 82jähriger Opernsänger wird sich Ende dieser Coche in Berlin produzieren. Es ist der einstige Direktor de Agl. Opernhauses, Ferdinand v. Strang, der seit langen Shahren der ausübenden Kunst entsagt hatte. Er wird im Centraltheater den Styr in Offenbachs„ Orpheus in der Enterwelt" spielen. Was den alten Herrn zu diesem im eutsch en Bühnenleben wohl einzig dastehenden Schritt be. Dogen hat, ist bisher nicht bekannt. Weshalb trinkt der Mensch? Der Anti- AlkoholikerBongreß, der soeben in Paris tagte, hatte in einem Saale let medizinischen Universitätsfakultät eine merkwürdige Susstellung organisiert. Sie bestand aus einer Anzahl von Broschüren und Anschlagszetteln, die Abscheu vor dem Broßen Zerstörer Alkohol einflößen sollen. Auf recht witzige Beise verspottet der Anschlagszettel des italienischen Temerenzler- Vereins die Gewohnheit, bei allen Gelegenheiten atrinken. Weshalb trinkt man?" So wird gefragt. Der eine trinkt, weil er heiter, der andere, weil er traurig t, der eine, weil das Wetter naß, der andere, weil es throden ist. Der eine, weil er viel gearbeitet, der andere, Deil er nichts zu tun hat. Der eine, weil ein alter Freund angekommen, der andere, weil ein alter Freund abgereist Der eine, weil er allein, der andere, weil er in Geellicha it iſt. Der eine, um sich munter zu halten, der andere, um sich einzuschläfern. Der eine, weil eine Hochzeit, der andere, weil ein Begräbnis ist." LO Das Germanische Museum des Harvard- College in Cambridge bei Boston, das sich die Pflege deutschen Geistes. lebens in Amerika zur Aufgabe gestellt hat, wurde feierlichk Enthüllt. Bei dieser Gelegenheit wird dem Museum von Deutschland aus die Schenkungsurkunde einer herrlichen Funsthistorischen Sammlung von Meisterstücken deutscher Silberschmiedekunst überreicht werden, die auf Anregung des Gaisers zustande gekommen ist. Bekanntlich hat Prinz Seinrich bei seinem Besuch in Amerika im Auftrage des Raisers eine Sammlung von Abgüssen monumentaler Bild. verke dem Museum überbracht. Jetzt erhält es 55 Nach ahmungen von Silbergerät der deutschen Rathäuser, Innun gen und Fürstenschlösser in galvanoplastischen Verviel fältigungen. Aus dem Gerichtsfaal. 8 Gefährdung eines Eisenbahnzuges. Der Lokomotiv fführer Apfelbaum aus Dirschau, der sich vor der StrafTammer in Graudenz wegen Gefährdung eines Eisenbahnfrans ports zu verantworten hatte, wurde freigesprochen. Ei var der Führer des Arbeitszuges, der am 20. Mai bei Schmenlau entgleiste, wobei drei Personen getötet, neun Fower und zwanzig leicht verlegt wurden. Als Ursache der Entgleisung wurde Lockerung der Geleis- Bettung durch an Chaltendes Regenwetter angenommen. Lokales. Gießen, 11. November 1903. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Biehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden Folgende Gewinne gezogen: 1 Gewinn von 25 000 Mart auf Nr. 71 257; 1 Gewinn von 5000 Mt. auf c. 57 140; 4 Gewinne von 1000 Mt. auf Nr. 20 651, 29 966, 58 820, 96 218. ** Maria von Magdala- Aufführung. Die wom Theaterverein Gießen bei dem Atelier von Fald in Berlin bestellten neuen Dekorationen sind zum Teil schon angetroffen, so daß die Aufführung dieses viel besprochenen Dramas am Dienstag, den 17. d. Mts., stattfinden Mann( Siehe Anzeigenteil). Die Dekorationen umfassen das 8mmer der Maria, das des Flavius, die Ansicht von rusalem und die Häuser des Hohepriesters Kaiphas und Simon. § Stadttheater Gießen. Da zu der am Freitag stattfindenden dritten Volfsvorstellung, die zur nachträglichen Erinnerung an Schiller Geburtstag ,, Don Carlos" bringt, sich großer Andrang geltend machen dürfte, so werden Interessenten gut tun sich bei Zeiten Blaß zu sichern. reftor in die njerm höchlide un, Bodenstei zusammen? T'refter," e mich veränd homerisches G r Heimat fobi er, Bodenjte jeiraten?"- gleichmütig, en Stand der Klaffenlehrer unferer Zerti zu Hause ehobenem Ser tzblättern. Sieh, Man unden! Night obil dazu?" n): Wo will Die ftelle ich bei ier Gier beffelt ch( nachdem ihm rzehrt!" melstörper geb or, Sie müffen ** Wegen der Seidendiebstähle bei der Modebaren firma Karl Nowac in Geßen steht Verhandlungs auf Freitag den 20. November, vormittags 81/2 Uhr. Frau Tritschler geb. Helmbrecht wird vom Rechtsanwalt Grünewald, Frau Vogel vom Rechtsanwalt Dr. Jung verteidigt werden. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß. termin vor der Straffammer nunmehr, wie wir erfahren, ** Das Großh. Amtsgericht Grünberg fordert sämtliche Standesämter feines Dienstbezirks auf, die beim Grünberger Amtsgericht eingelangten Haupt- und Nebenregiſter für das Jahr 1904 binnen 14 Tagen bei der Gerichtsschreiberei gegen Empfangsbescheinigung zu erheben. § Die Mehrzahl der bei den Amtsgerichten und Staatsanwaltschaften beschäftigten Schreibgehülfen, die nicht der Fachprüfung sich unterziehen können, richten eine Petition um Verbesserung ihrer Gehaltsund Anstellungsverhältnisse an die Hessischen Landstände. (:) Wetterauer Geflügelzuchtverein. Sonntag den 15. Nov., nachm. 3 Uhr, findet im Saale des Hotels Zu den dret Schwertern" in Friedberg eine Haupt- Versammlung des Wetterauer Geflügelzuchtbereins statt. Viehmarkt Gießen. Der geftrige Viehmarkt hatte einen Vorrat von ca. 1000 Stück Milch- und Fettvieh und etwa 250 Kälber. Derjenige Teil der Kundschaft unseres Marktes, der in Milchware Posten zu kaufen pflegt und damit die Tendenz derselben beeinflußt, war gestern wegen des Konkurrenzmarktes in Hannover ausgeblieben. ( Großer Herbstviehmarkt.) Schon der Handel am Vormarkt ließ viel zu wünschen übrig. Während sich bei demselben die Preise für Milchfühe einigermaßen noch hielten, gingen diese beim Hauptmarkt um 20-25 Mt. pro Stück herunter, weil die erschienenen Käufer bis gegen die Mitte des Marktes nicht die geringste Kauflust zeigten. Erst als das Angebot der Ware billiger geschah, tam Leben in den Handel. Troß dem blieb ein Teil der Ware unverkauft zurück. Der Vorrat in fetten Rindern war im Vergleich zur Nachfrage zu start am Markt, sodaß auch in dieser Ware der Handel nur bei einem Preisabschlag zu machen war. Troß des billigeren Angebotes schien bis zur Mitte der Marktzeit das Geschäft in Fettvieh für die Verkäufer unlohnend zu werden, als die Gießener Megger ins Geschäft eingriffen und nun mit einem Schlage fertig brachten, daß das Bild sich änderte. Trotz nennenswerter Anfäufe für den lokalen Bedarf, war gestern auch am Schluß des Marktes nur zu weichenden Preisen ein Geschäft zu machen und wurde der Auftrieb in fetten Rindern nicht ganz geräumt. Ein Posten Schlachtkühe fonnte trop billigen Angebotes nur teilweise schwer plagiert werden Der Kälberhandel richtete sich ganz nach dem Fettviehhandel. Die Verkäufer mußten ron den hohen Forderungen der letzten Märkte erheblich runtergehen, um Kälber los zu werden, doch war der Bebarf auch so groß, um den Vorrat aufzunehmen. Es wurden gehandelt, Kühe, frisch meltend und tragend I Sorte 440-480 Mt., II. Sorte 360-400 mt, III. Sorte 250-320 Mt., Schlachtkühe 170-200 mt.,( Preise per Stück). Fette Rinder I. Qual. 66-68 Mt., II. Dual. 62-64 Mt., Kälber I. Sorte( schwere Tiere) 68-72 Mt., II. Sorte( mittelware) 60-64 Mt., III. Sorte( leichtere Ware) 52-56 Mt. Limburg a. d. L., 10. Nov. Auf dem hiesigen Bahnhofe verunglückte gestern der Bremser Karl Herborn aus Fretendiez auf eigentümliche Weise. Er stand beim Rangieren im Packwagen, als bei einem Anstoß die Tür des Wagens zuschlug und Herborn den Kopf quetschte, so daß der Tod nach einigen Minuten eintrat. + Worms, 9. Nov. Prinz Heinrich von Preußen ist, begleitet vom Kapitän z. S. Schmidt v. Schwind, gestern Abend im v. Heylschen Schlosse Herrnsheim eingetroffen, um heute im Revier Hernsheim bei Freiherrn von Heyl zu jagen und abends nach Bonn zurückzukehren. An der Jagd nahmen noch der kommandierende General v. Lindequist Erz., der preußische Gesandte in Darmstadt Prinz zu Hohenlohe- Dehringen Reichsund Landtagsabgeordneter Graf Oriola u. a., sowie die nächste Familie des Jagdherrn teil. Gejagt wurde auf Hasen und Fasanen. Stadttheater Gießen. Comtesse Guckerl. Lustspiel in 3 Aften von Franz Schönthan und Koppel- Elfeld. Nach der berühmten Frau" von Schönthan und Kadelburg ging gestern Comtesse Gucker!" in Szene. Die zweite Autorstelle ist bei Letzterem durch Schönthans Lieblings fompagnon Koppel- Elfeld besezt, doch ein großer Unterschied ist zwischen den beiden Lustspielen qualitativ nicht zu merken, vielmehr eine gewisse äußere Aehnlichkeit unverkennbar. Auch in Comtesse Guckerl" denkt sich Horst von Neuhoff etwas aus" und erschwindelt sich durch ein Taschentuch Eingang in das Haus des t. t. Hofrates von Mitterſteig. Da dessen Tochter aber bereits vor ihm als Don Juan ersten Ranges gewarnt ist, blizt er glänzend ab und verliebt sich deshalb ohne weiteres in die junge Witwe Gräfin Hermann Trachau, einstmalige Comtesse Guckerl, die nach seiner Aussage, eine ganz andere Nummer" ist wie Cilli, welche ihr kleines Herzchen an einen Anverwandten Leopold von Mittersteig verliert. Nach allerlei ziemlich durchsichtigen Hindernissen kommt natürlich alles unter die Haube. Die alten Brattifer haben das Ganze nun recht amüsant hergerichtet, manches gute Wigwort fällt und bei guter Darstellung, die, wie wir gleich vorausschicken wollen, bei uns fast nichts zu wünschen übrig ließ, wird Comtesse Guckeri, troßdem es schon eine Reihe von Jahren alt ist, immer ein dankbares Publikum finden. Die kleinen Rollen, welche Herr Haag feither bei uns spielte, litten alle unter einer gewissen Flüchtigkeit Herr H. hat sie wohl etwas zu leicht genommen- doch war dafür gestern Abend von dieſem Fehler nichts zu meifen. Sein Hofrat Mittersteig war eine, mit Fleiß herausgearbeitete, recht ergögliche Figur und Fr. Fischer stand ihm nur wenig nach. Frl. Hellberg war als verliebte Cilli wieder sehr nett- ihr ansprechendes Spiel ließ sogar vergessen, daß sie dem Dialekt etwas allzuoft untreu wurde und auch Herr Tamte, ihr Partner, löste, trotzdem er in seiner Briefträgeruniform" wirklich nicht verlockend aussah, seine Aufgabe mit Geschick. Herr Diref= nicht das Mindeste schuldig; er spielt den liebenswürdigen Schwerenöter in seiner bühnensicheren Weise mit hinreißen dem Temparement und dürfte ihm, neben Fri. Hohl, welche die Comtesse Guckerl mit so herzlicher, echt weanerischen Gemütlichkeit gab, als es ihr Stand nur irgend erlaubte, der Hauptbeifall gegolten haben. Vielleicht hätte sich aus dem General Luwatcheff des Herrn Teleky etwas mehr " Erster Gaft: unbedingt tödtlich war. Voraussichtlich wird der gräßliche tor Steingötter blieb seiner Rolle, Horst von Neuhoff Bweiter C n? Mein Bier einem Lotale that, zum neuer Ronfun t, bier is ni Megg. 5. B ** Die gestern Nachmittag im Beisein des Gerichtsaffessor Dr. Hegel als Vertreter des Staatsanwalt betm Landgericht Gießen in Grünberg vorgenommene Sektion der Leiche des getödteten Knechtes hat ergeben, daß der demselben beigebrachte haarscharfe Messerstich diesem direkt in die Schläfe gegangen ist und Fall vor dem am 7. Dezember zu Gießen beginnenden Schwurgericht schon seine Aburteilung erfahren. [ 8] Landw. Bezirksverein Gießen. Don neustag den 12. Nov., vorm. Halb 10 Uhr, findet im Gasthaus zum Holländischen Hof zu Lich etne Hauptbersammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen statt. machen lassen. Auch Frl. Dorelly als Kammerjungfer und Herr Gronert als Diener Wenzel taten ihr Möglichstes und der Beifall, mit dem das gut besetzte Haus nicht geizte, war durch die guten Leistungen unseres Ensembles reichlich verdient. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. H. H. Gießen, 10. November 1908. Unter der Anklage, bei dem Vorsitzenden des Gastwirtevereins zu Gießen unberechtigt 140 Mt. erhoben zu haben, wurde der Kaufmann Emil Baecker von Harburg durch das Gießener Schöffengericht wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von 5 Tagen verurteilt. Das seitens des Angeklagten durch Berufung angefochtene Urteil wird heute aufgehoben, und es tritt Freisprechung ein, da es an dem Tatbestand des Betrugs mangelt. Wegen Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeugs wurde die Dienstmagd Dorothea Bender von Gießen vom Schöffengericht Gießen in eine Geldstrafe von 60 Mt. genommen. Der von ihr verfolgten Berufung wird insofern stattgegeben, als daß das Gericht einfache Körperverlegung annimmt und die Strafe auf 20 Mt. herabsetzte. Der Manufakturwarenhändler Aron Zimmermann aus Ortenberg hat die Notlage bezw. Unerfahrenheit mehrerer Bewohner der dortigen Gegend dazu benugt um sich rechtswidrige Vermögensvorteile zu verschaffen. Wegen Wucher und Betrugs wird er in eine Gefängnisstrafe von 11 Monaten und 1000 Mt. Geldstrafe genommen; auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Ein Monat erlittener Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet. Zum Schlusse wird eine in Umlauf gesetzte falsche Münze durch Urteil eingezogen. Marktberichte. - Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 432 Ochsen, 51 Bullen, 714 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 225 Kälber, 376 Schafe und Hämmel, 1385 Schweine. Aus Deſterreich 188 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemäſtete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 73-75, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 68 bis 70, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 63-66, d) gering genährte jeden Altecs Mt.. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 65-67, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 62-64, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färfen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 65-67, b) voll fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 61-63, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färs n( Stiere und Rinder) Mr. 51-53, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. 48-50, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 83-85 Pfg.( Lebendgewicht) wich) 75-77 Bfg,( Lebendgewicht) 45-47 Pfg., c) geringe Saug52-54 Bfa., b) mittlere Mast- und gute Saugfälher( Schlachtge= fälber 61-64 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 66-68 Pfg., b) ältere Masthämmel 56-58 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 50-52 Pfa. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 56 Pfg.,( Lebendgewicht) 44 Pfg., b) fleischige |( Schlachtgewicht) 55 Pfg,( Lebendgewicht) 43 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 46-48 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ Schweine unter Angabe der Herfunft- Bfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 6. Nov. ( Amtliche Notierungen.) Heu per 3enter Mt. 3.20 bis 3.80, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.40. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Montag bis Dienstag. Das im Nordwesten aufgetauchte TIEF ist unter Nordskandinavien gezogen. Das HOCH hat sich nach Verstärkung und besonders südlicher Ausbreitung nach Bistapasee verlagert. Infolgedessen ist das Wetter trüb bei meist westlichen Winde, stellenweise fiel etwas Regen. Die Teperatur steigt unter der milden Seewinde. Neue TIEF'S scheinen zu folgen. Daher für Mittwoch u. Donnerstag meist wolfiges, windiges Wetter und zeitweise Regen wahrscheinlich. Zunächst Erwärmung, dann wieder Abfühlung. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es tönnen eingestellt werden: 3 landwirtschl. Pferdeknechte, 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Bau- und Möbelschreiner, 1 Küfer, 3 Holzbildhauer, 1 Mezger, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Friseur, 1 Glaſer, 10 Erbarbeiter, 2 Hausburschen, 10 Dienstmädchen für hier und ausw., 2 Laufmädchen, 3 Lauffrauen. Es suchen Arbeit: 1 Knecht, 2 Bau- und Kunstschlosser, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Buchbinder, 3 Schreiner, 2 Rüfer, 1 Wagner, 1 Meßger, 1 Bäcker, 1 Flickerin, 1 Büglerin, 1 Wasch oder Busfrau, 2 Installateure, 1 Glaser, 3 Hausburschen, 1 Fuhrknecht, 1 Kellner, 1 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 2 Bureaugehülfen, 1 Kranten- bezw. Wochenpflegerin( auch nach ausw.) Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaat": Fr. Oppermann, Es zogen dret Burschen wohl über den Rhein. Bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein Frau Wirtin die hat gut Bier und gut Weinwo hat Sie ihr schönes Töchterlein? Mein Bier und Wein sind gut allezeit Mein Töchterlein aber hat Waschtag heut- Und als sie famen zur Küche hinein- Da wusch es gar emsig die Linnen rein. Der erste der sprach: Wie bedau'r ich Dich- Du mußt Dich plagen ganz fürchterlich!" Der Zweite brachte ein volles Glas Und sprach: 3ur Stärkung bring ich Dir das!" - Der Dritte aber der brachte schnell- Ein Pädchen Eureka Wasohpulver" zur Stell Da lachte der Wirtin Töchterlein: Du bist mir der Liebste von allen Drein! ( Eureka" bas beste aller Waschmittel, überall erhältlich, Packet 15 Pfennig.) Giessener Konzert- Verein. Zweites Konzert am Sonntag, den 15. November, abends 5 Uhr, im Saale des Gesellschafts- Vereins. Ausführende: Frau Erika Wedekind Nr. 1. Präludium u. Fuge, A- moll 2, Arle aus Ernani( Ernani involami) " 3. a) Intermezzo( Es- dur) b) Rhapsodie( G- moll) 4. Die Forelle Eintrittskarten Kammersängerin aus Dresden( Sopran). Herr Professor J. Kwast aus Berlin( Klavier). PROGRAMM. Aufträge Vergebliches Ständchen Nr. 5. Drel Klavierstudien F. Liszt. G. Verdi 6. a) Die Untreue J. Brahms " b) Guten Morgen F. Schubert. c) Die Nachtigall R. Schumann. J. Brahms J. Kwast. P. Cornelius. Edw. Grieg. A. Alabieff. für Nichtmitglieder zu Mk. 3.00( Sperrsitz Mk. 4.50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolph's Nachfolger.), und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu Mk. 1.50 zu haben. Saalöffnung 41/2 Uhr. Gasthaus Zum Löwen". Gießen. Besizer: Heinrich Carlé. Reuenweg 28. Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend, Vereinen, Gesellschaften und Familien bringe meine gutrennovierten Theater- Verein Giessen 2. Vorstellung Dienstag, den 17. November 1903 mit durchaus neuen Dekorationen aus dem Atelier Falck in Berlin Maria von Magdala Drama von Paul Heyse. Anfang 8 Uhr pünktlich. Billets zum Preise von 5, 4, 3, - Ende gegen 11 Uhr. für Mitglieder 4.50, 3.50, 2.50 und 2 M bet Herrn Cha Ilter und an der Abendkasse. Einem verehrten Publikum zur gefl. Nachricht, daß mein so schnell beliebt gewordener Sanitäts Eier- Zwieback außer in meinem Geschäftslokale. Selters g 61, zu gleichem Breis in nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich ist: in empfehlende Erinnerung. In Gießen: Auf den an. Haas, Bleichstraße. erkannt vorzüglichen Mittagstisch sei speziell hingewiesen. Gut eingerichtete A. Lenhardt, Frankfurterstraße. Fremdenzimmer. Nenes Billard von der Firma Fürstweger Mainz. Lokalitäten mit Sälchen - - Zu jeder Tageszeit warme Küche. Christ bescherung der Kleinkinder- Bewahranstalt. Am 4. Advents- Sonntag, den 20. Dezember Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Freitag, den 13. November Don Carlos. d. I., soll die Chriſtbescherung für die Kinder unserer An- 3. Volksvorstellung. stalt stattfinden. Wir haben für 250 Kinder die Bescherung herzurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an KleidungsDramatisches Gedicht in 5 Aften Infant von Spanien. von Fr. v. Schiller. Die Beleidigung gegen Herrn Martin Ranst stücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht nehme ich zurück. herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nach benannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: F. Henßinger. Kaffee roh und gebrannt J. Marter, Ede Stephan- und Goethestraße. H. Kräßer, Brandplatz 15. J. M. Schulhof, Marktstraße. Restaurant Windhof. " " Textors Terrasse. Philosophenwald. Liebigshöhe. In Dutenhofen: Karl Sorger. Heuchelheim: Ph. Neidel II. Alleiniger Fabrikant: Man verlange: L GRELDONAC Aerztlich empfohlen. Wollene, halbwollene und baumwollene Unterzeuge sotte Strümpfe, Socken, Fausts und Fingerhandschuhe ferner wollene Strickgarne( Marke M.& A. 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