Nr. 186. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen biertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 11. August 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Veritzerle rür Gießen wie gang Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Rip. fonst 15 Vfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Gyvedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Gießen, 8. Auguft 1903. Die Bachschauen an den nicht schiffbaren Gewässern Betr.: Die Beaufsichtigung der Tätigkeit der Feldgeschworenen betreffend. Das nachstehende Ausschreiben Großh. Kreisamts Das Großgerzogliche Kreisamt Gießen Gießen bringe ich hiermit zur Kenntnis der Interessenten. an die Großh.Bürgermeistereien derLandgemeinden Gießen, 10. Auguft 1903. des Kreises. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung, die Bachschauen an den nicht schiffbaren Gewässern betr. Bufolge Verfügung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe sind von den Großh. Kreisämtern und den Großh. Kulturinspektionen an den nicht schiffbaren Gewässern Bachschauen vorzunehmen, durch welche die ordnungsmäßige Unterhaltung dieser Gewässer und die genaue Beobachtung der hierfür bestehenden Vorschriften und der bei Verleihung der Wassernutzungsrechte vorgeschriebenen Bedingungen herbeigeführt werden soll. Zu den Bachschauen in einer Gemarkung sind die Bürgermeister( in gemarkungsselbständigen Bezirken der Vertreter des Gemarkungsinhabers) und ein von dem Ortsvorstande gewähltes Mitglied zuzuziehen, die Befiber von Stauanlagen, Wassertriebwerken, von Be- und Entwässerungsanlagen 2c. und andere Beteiligte einzuladen. Die Teilnahme an den Bachschauen und die Geltend machung von Wünschen und Bedenken ist jedem Beteiligten gestattet. Im Kreise Gießen werden zunächst folgende Bachschauen stattfinden: 1. An der Horloff: Am 15. August: Zusammenkunft bei Hof Graß bormittag 9 Uhr. In Betracht kommen Hof Graß und Inheiden( 91% Uhr), Hungen( 10 Uhr), Villingen ( 2 Uhr). 2. An der Lumda: Am 19. August: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Lumda- Stangenrod 11 Uhr vormittags. In Betracht kommen die Gemarkungen Lumda( 114 Uhr), Geilshausen( 122 Uhr), Odenhausen( 2 Uhr), Kesselbach ( 2 hr), Londorf( 3 Uhr). Am 20. August: Zusammenfunft Bemarfungsgrenze Allendorf- Londorf, vorm. 11 Uhr. In Betracht kommen die Gemarkungen Allendorf( 11 Uhr), Treis ( 12 Uhr), Mainzlar( 22 Uhr). 3. An der Wieseck: Am 21. August: Zusammenkunft an der Gemarfungsgrenze Saasen Göbelnrod vormittags 9½ Uhr. In Betracht kommen die Gemarkungen Saasen( 914 Uhr), Lindenstruth( 10% Uhr), Reisfirchen( 11 Uhr), GroßenBuseck( 3 Uhr). Am 22. August: Zusammenkunft an der Gemarfungsgrenze Großen- Buseck- Alten- Buseck, vormittags 9 Uhr. In Betracht kommen: Alten- Buseck, Rödgen und Trohe( 9 Uhr), Wieseck( 10 Uhr), Gießen( 3/2 Uhr nachmittags Fortsetzung). Die Großh. Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden werden brauftragt, vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen, die Beteiligten, insbesondere die Befizer von Stauanlagen, Wassertriebwerken, Be- und Entwässerungsanlagen 2c. zu der Bachschau noch besonders einzuladen und sich selbst mit einem von dem Ortsvor stande zu wählenden Mitgliede desselben zur Schau einzufinden. Gießen, den 8. August 1903. Großh. Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach§ 6 des Reichsges zes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat Jali 1903 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 g. betragen. Hafer Mt. 16,90. Heu Mt. 6,30, Stroh Mt 5,-. Gießen, den 8. August 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, werden die von den Feldgeschworenen vorzunehmenden Rundgänge in einzel, nen Gemeinden entweder überhaupt nicht oder doch nicht in der vorgeschriebenen Art und Weise zur Ausführung gebracht. ir beauftragen Sie daher, die Feldgeschworenen anzuhalten, daß die Rundgänge regelmäßig erfolgen und nicht nur die Gemarkungsgrenzen, sondern sämtliche Grenzen begangen werden. J. V.: Tr. Heinrichs. Mordanfchlag auf Mr. Combes. * In Marseille ist auf den französischen Ministerpräsi denten Combes ein glücklicherweise fehlgeschlagener Mordersuch verübt worden. Als Combes, der in Marseille einem Lehrerkongreß beiwohnte, von einem Bankett des Präjekturgebäude betrat, feuerte eine wie ein Fischer gekleidete Person zwei Revolverschüsse auf den Wagen des Ministerpräsidenten ab. Combes wurde nicht verletzt. Der Täter ist verhaftet; bezeichnenderweise ist es wieder ein taliener namens Picolo. Dem widerspricht zwar eine amtlicherseits gegebene Schilderung des Vorfalls, indessen ist diese amtliche Schilde rung zweifellos ein Vertuschungsversuch. Sie besagt, die Revolverschiisse seien nicht auf den Wagen des Ministerpräsi benten gerichtet gewesen. Der Vorgang habe sich vielmehr jolgendermaßen abgespielt: Es wurde mit einer Tomate nach dem Wagen Combes' geworfen, die den auf dem Bod izenden Leibjäger traf. Schußlente verfolgten den Täter, den seine Kameraden zu schüßen suchten. Einer der letz teren, namens Picolo, schoß dabei aus seinem Revolver, etwa hundert Meter vom Wagen des Ministerpräsidenten entfernt. Sowohl Picolo wie derjenige, der die Tomate jeworfen hatte, wurde verhaftet. Picolo sei angetrunken geDesen, er habe geleugnet, überhaupt geschoffen zu haben, und habe- geweint! Die Menge wollte ihn prügeln, so daß die Polizeibeamten ihn schüßen mußten. Recht interessant war der Verlauf des Banketts, das dem Attentat vorausging. Nicht weniger als 3500 Personen nahmen daran teil. Während des ganzen Essens herrschte ein Heidenlärm; che Combes erschien, sangen die Bankettteilnehmer Die Marseillaise. Die Sozialdemokraten pfiffen den gegenwärtigen Maire Chanot aus, der ihnen nicht sozialistisch genug ist und ließen den früheren Maire Flaissières bochleben. Alle Festgäste mußten kalte Speisen aus Schachteln nehmen, die auf den Tischen standen und sich selbst bedienen; auch Combes. Die Redner konnten sich nicht verständlich machen, und fortwährend wurden einzelne allzu unerträgliche Ruheſtörer an die Luft gefeßt. In einer Stadt, vo die„ Stüßen der Gesellschaft" sich so benehmen, ist frei. sich nicht verwunderlich, wenn ein betrunkener Italiener zu seinem Privatvergnügen auf einen Ministerpräsidenten schießt. Rücktritt des ungarischen Kabinetts. In der gestrigen Situng des ungarischen Abgeordneten hauses erklärte Graf Khuen- Hedervary unter große Spannung des Hauses, die Regierung habe sich die Aufgab gestellt gehabt, die Beendigung des ex lex- Zustandes herbei zuführen und eine normale Geschäftsführung im Parlament zu ermöglichen. Zu diesem Behuse sei die Erhöhung des Refrutenkontingents zurückgezogen. Die Aussicht, daß die Regierung ihre Mission würde erfüllen können, sei anfangs verheißimgsvoll gewesen, doch die Möglichkeit des Gelingens der Aufgabe babe sich bald vermindert, bis sie völlig geschwunden sei. Darum habe es die Regierung für ihre patriotische Pflicht gehalten, ihre Mission in die Hände des Kaisers zurückzulegen und ihre Demission zu überreichen. Der Kaiser habe diese angenommen und sich die formale Erledigung des Demissions= gesuches für später vorbehalten. Der Ministerpräsident ersucht hierauf das Haus, sich bis zur Bildung eines neuen Kabinetts zu vertagen, und teilt ferner mit, der Kaiser werde Ueber die nach Ungarn kommen. Verhältnisse in Ungarn schreibt uns unser-Mitarbeiter von gestrigen Tage: Graf Khuen war ja nicht erst durch die leidige Bestechungsaffäre unmöglich; er war in dem gleichen Augenblid unhaltbar geworden, als er sich unfähig zur lleberwindung der Obstruktion zeigte. Aber man hätte jedenfalls noch eine Weile fortgewurstelt", wenn nicht die Katastrophe durch den Grafen Szapary beschleunigt worden wäre. Insofern dadurch eine Klärung der Lage vorbereitet werden könnte, wäre die neueſte Situation vielleicht erfreulich. Leider aber, und das ist das charakteristische Merkmal der augenblicklichen Lage, sind zu einer Klärung wenig Aussichten vorhanden. Im Gegenteil, die Sache wird immer verwickelter, weil jetzt der Intrigue, der politischen Züge und der Verleumdung Tür und Tor geöffnet ist. Die neueste Sensation ist die Aussage des Grafen Kolonyi, der im Untersuchungsausschuß erklärt haben soll, fein Geringerer als der Erzherzog Franz Ferdinand, der fünftige Thronfolger, habe die ganzen Bestechungszetteleien veranlaßt. Ein gewisser Jenacek, der im Dienste des Erzherzogs stehe, habe der Geliebten des Publizisten Dienes das Geld gegeben und mit deren Hilfe die ganze Sache in Bewegung gebracht. Nun ist man ja glücklich mitten in dem Fahrwasser! Der Thronfolger ist ohnehin nicht beliebt. Jetzt enthüllen sich die Ziele der Obstruktion immer mehr. Diese zielt auf die Vorbereitung der Nationalmonarchie hin, indem sie zunächst den König zur Einsetzung eines streng magyarischen Ministeriums zwingen will. Zu diesem Zweck verlangt Franz Kossuth, daß der König auf einige Zeit nach Pest komme, und dort persönlich in den Gang der Dinge eingreife. Man will also keinen Monarchen in partibus infidelium. Er soll unter ihnen sein und mit ihnen leben. So wollen es die Magyaren, die sich immer deutlicher zu dem Geiste und den Absichten ihres verstorbenen Nationalhelden Kossuth bekennen. Kaiser Franz Josef hinwiederum will nicht ganz ohne die Gelegenheit zu Rückfragen bei dem österreichischen Ministerium bleiben; er hat sich deshalb entschlossen, am Mittwoch noch Schönbrunn bei Wien zu reisen, um dort eine Anzahl ungarischer Parlamentarier behufs Erörterung der Verhältnisse zu empfangen. Wie die Lage entwirrt werden soll, vermag noch niemand zu sagen. Das eine aber ergibt sich aus der jeßigen Sachlage, daß in Ungarn die Dinge für die habsburgische Monarchie sehr schlecht stehen. Die Politik. Das Kaiserpaar und die Ueberschwemmten. □ Kaiser Wilhelm hat, wie unser Berliner CBMitarbeiter erfährt, beschlossen, so fort nach der am heutigen Dienstag erfolgenden Rückkehr von der Nordlandsfahrt sich in das schlesische Hochwassergebiet zu begeben, wo die Kaiserin sich bereits aufhält. Die hohe Frau läßt es sich auf ihren Fahrten durch das Ueberschwemmungsgebiet angelegen sein, den Geschädigten nicht nur mit Zuspruch und Nat, sondern auch mit der Tat zu interſtüßen. Sie hat den Landräten der vor ihr bereisten Kreise namhafte Geldbeiträge zur Verteilung an die Opfer der Hochwasserkatastrophe übergeben. Wieder ein russischer Konsul ermordet! Noch ist die Ermordung des russischen Konsuls in Mitroviza, Schtscherbina, durch einen türkisch- albanesischen Soldaten Ibrahim in aller Erinnerung, und schon wieder tommt aus Mazedonien die Kunde von einem neuen Morde ganz ähnlicher Art: Der russische Konsul in Monastir, Roskowski, ist von einem türkischen Wachtposten erschossen worden. Der Konsul hatte einen Spaziergang nach dem benachbarten Kloster Busovac unternommen. Auf dem Heimwege bemerkte er, daß der türkische wachhaltende Soldat nicht grüßte, sondern ihn herausfordernd firierte. Der Konsul näherte sich und wollte fragen, worauf das auffallende Benehmen beruhe, worauf der Soldat aus nächster Nähe den Schuß abfeuerte, der den Konsul sofort tötete. Der Roskowski begleitende serbische Kaivaß( Polizeisoldat) senerte seinerseits auf den Soldaten, jedoch ohne zu treffen. Selbstverständlich hat die Mordtat bereits diplomatische Folgen gehabt: Der Großvezier und der türkische Minister des Aeußern haben im Namen des Sultans den russischen Botschafter das Bedauern des Sultans ausgedrückt. Der Mörder ist der Gendarm Halim; er wird der ſtrengsten Strafe unterworfen werden. Der Wali von Monastir wurde seines Postens enthoben. Der Sultan telegraphierte auch selbst an den Zaren, um diesem sein Bedauern auszudrücken. Selbstverständlich gibt sich Rußland mit solchen papierenen Rundgebungen ebensowenig zufrieden, wie im Falle Schtscherbina: Der Zar hat befohlen, an die türkische Regierung sehr energische Forderungen bezüglich voller Genug tuung und unverzüglicher exemplarischer Bestrafung sowohl des Mörders als auch aller Militär- und Zivilpersonen zu stellen, auf welche die Verantwortung für den Mord fällt. Uebrigens wird noch bekannt, daß Halim mehrmals auf den Konsul geschossen hat, er traf den Konsul am Kopfe und an der Hüfte; auch das Pferd wurde durch zwei Kugeln verwundet Auf den Kutscher wurde in der Stadt geschossen. Ein Winkelzug des Schwarzen Peters. A König Peter von Serbien hat zwar die Amtsblätter, die die Beförderung des den Königsmördern nicht genehmen Oberstleutnants Leschjanin zam Hofmarschall meldeten, zunächst konfisziert. Dann aber bat er sich eines anderen Die Herrschaften gehen früh zur Brunnenpromenade", werden. erwiderte der Obertelner, in einem Bade einen Befannten zu finden. Brunnenzeit den Grafen auffuchen; es ist immer angenehm, Gut", fagte Baron Artenburg, so werde ich nach der ,, und wünschen, wenig gestört zu Auch Graf Waldheim war von der Promenade zurückfondere Freude sein, ihn zu begrüßen!" von mir, bringen Sie ihn sogleich her, es wird mir eine be,, Gewiß, gewiß, Baron Artenburg ist ein alter Bekannter mit dem liebenswürdigsten Lächeln eifrig seinem Besuch entVerwunderung, daß der so stolze und hochmütig talte Graf Oberfellner, der sich ein wenig langsam zurückzog, sah zu seiner Einige Augenblide darauf trat der Baron ein, und der Novellette von A. Heuer. Die alte Jungfer. 1. ihren Neiz für mich perlin Ich war 14 Jahre alt geworden. mit die Geschichtsbücher. Die Kinderspiele hatten Die bielen II. id) zuerst Neugier so heftig, daß ich gar nicht wußte wohl nahm schauen sellte. Aufs schlagen und enthielt drei ganz verschiedene Die Zeit drängte. ich ein Kästchen mit Kupfer- und Messingbeschlägen und öffReichtümer, die ich da erblickte, reizten meine nete es. ausgeDas Kästchen war innen mit roter genstände: rahmen. ein Fleines in besonnen, und das schon Tonfiszierte Amtsblatt erschien nachträglich doch mit der Ernennung. Infolgedessen haben Oberst Popovitsch, der erste Adjutant des Königs, ferner die Oberstleutnants Lazarevitsch und Mifitsch, alle drei Füh rer der Verschwörung gegen König Alexander, ihre Abschiedsgesuche eingereicht. Sun, an diesen Herren hat des Serbentönigs Majestät nicht sonderlich viel verloren. Aber sie können ihm freilich noch recht unbequem werden.- Uebri gens sind die Kinder des Königs in Belgrad mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Kurze politische Nachrichten. Die französische Regierung hat beschlossen, das Lösegeld für die von Marokkanern gefangenen fünf Mann der Beazung der Lebaudyschen Jacht von Herrn Lebaudy I., Kai: ser der Sahara", einzutreiben. * Unter der Bevölkerung von Tibet herrscht nach chine sichen Berichten große Erregung über einen angeblich zwi. schen dem Dalai Lama und Rußland abgeschlossenen Geheimvertrag. * In Konstantinopel wurden der Vizeadmiral Benjil und der Kontreadmiral Abdi, die die Sultansjacht befeh ligten, nach Arabien verbannt, weil sie zwei Kanonen ſteh len wollten. * In Griechenland macht sich neuerdings eine Bewegung zu Gunsten einer türkisch- griechischen Allianz geltend. In der Türkei steht man dem Plane fühl bis ans Herz hinein gegenüber. * In den italienischen Gefängnissen ist neuerdings di Zwangsjacke abgeschafft worden. Hof und Gesellschaft. Anläßlich der Kaiserparade bei Leipzig am 5. September cr. werden sich, wie uns gemeldet wird im Gefolge des Kaisers befinden: der Graf von Turin, so wie der Generalinspekteur der italienischen Armee, Rogier ferner etwa 40 hohe Offiziere und die militärischen Attachés der Botschaften von Desterreich), Rußland, Frankreich, Eng land, Amerika, Italien, Dänemark, Schweden, Spanien, Holland, der Türkei und Japan. Von fremden Fürstlichkei ten wird u. a. auch der Kronprinz Friedrich von Dänemarl erwartet. Der König von Rumänien machte als Gast des Kaisers Franz Josef mit diesem von Ischl aus einen Ausflug nach Aussee und Grundlsee. Zu Ehren des Königs fand eine Festvorstellung im Theater zu schl statt. Die Königin von Rumänien ist direkt von Wien aus nach Segens. haus bei Neuwied gereist und dort von den Behörden begrüßt worden. Nachklänge zur Papit- Krönung. Wie nachträglich bekannt wird, haben an der Krönungs feier des Papstes in der Peterskirche über 50 000 Personer teilgenommen. Die vorgekommenen Unglücksfälle haben sid im großen und ganzen als unbedeutend herausgestellt Abends waren die Fassaden und die Türme der römischer Kirchen festlich beleuchtet. Die päpstliche Garde beging das Krönungsfest im Hofe des Belvedere mit Feuerwerk uni Konzert. In vatikanischen Kreisen hat die entgegenkommende Hal tung der italienischen Regierung hinsichtlich einer von Re publikanern, Sozialisten und Freidenfern für die Zeit de Krönung geplanten Demonstration am Denkmal Giordan Brunos sehr sympathisch berührt. In weiser Fürsorge hatter die Behörden, da es klar war, daß diese Demonstration nu zur Belästigung der Klerikalen ins Werk gesetzt werder sollte, derartig starke Aufgebote von Schußleuten und Kara binieri auf dem Campo dei Fiori, wo das Giordano Bruno Denkmal steht, und ebenso am Cavour- Denkmal postiert daß jede Möglichkeit zu Zusammenrottungen ausgeschlosser war. Gegenstand lebhafter und äußerst anerkennender Be sprechungen bildet auch in den dem neuen Bapst nahestehen den Zirkeln das Kommuniqué der„ Norddeutschen Allgemei nen Zeitung", das sich mit der Krönung des Papstes be schäftigt. Nach der Konstatierung des Berliner halbamt lichen Organs, daß die Persönlichkeit des neuen Pontife eine Bürgschaft für Erwiderung der vertrauensvollen Ge sinnungen bildet, mit denen die deutschen Katholiken sich ihrem höchsten Bischof zuwenden, und daß die Wahl Pius die leitenden deutschen Kreise mit Befriedigung erfüllt hat". glaubt man an fünftige recht ersprießliche Beziehunger zwischen der Kurie und dem deutschen Reich. Troydem aber versichert man, wird Pius X. auch mit Frankreich sich au guten Fuß zu stellen suchen, was ihm allerdings durch die dort herrschenden antikirchlichen Strömungen ziemlich er schwert werden wird. Auf die Verfündung eines politischen Programms seitens des neuen Bapstes selbst wird man dem Vernehmen nach allerdings noch weiter warten müssen. Wi mitgeteilt wird, ist das für Donnerstag in Aussicht genom mene öffentliche Konsistorium, in dem man eine politische Rede des Papstes erwartete, auf den 20. d. Mts. verschoben worden. * R Pius X. an den König von Sachsen. Auf ein Gratulationstelegramm des Königs von Sachsen an den Bapst ist von Pius X. die folgende, in französische Sprache abgefaßte Drahtantwort auf Schloß Pillnitz, bei Dresden eingegangen:„ Wir empfangen mit Genugtuung Euerer Majestät Glückwünsche und senden Euerer Majestät so wie Ihrer Familie und Ihren katholischen Untertanen den apostolischen Segen." Die Entführung aus dem Serail. CB. Berlin, 10. August. Die Frieda Sittel, die jüngst aus dem Magdalenenstift bei Teltow entwichen ist, darf ebenso sehr als Repräsentantin einer gewissen Großstadtpflanze gelten, wie z. B. die im Sternbergprozeß berühmt gewordene Ehlert, ebenfalls Insassin der Teltower Besserungsanstalt. Vielleicht haben beide dieselbe Belle gehabt, aber wenn auch nicht, der Geist jenes Ortes macht sich allenthalben geltend. Es ist ein geradezu tragisches Verhängnis, daß solche Anstalten, die der Besserung der Menschheit dienen sollen, zur Brutstätte weiterer Verderbnis werden, weil die durch menschliche Schwachheit gefallenen Personen mit den aus einen inneren Trieb, aus einer Charakterberanlagung auf die Bahn des Lafters getriebenen Personen zusammengebracht werden. Die nach der Charakterberanlagung schlechten Personen aber haben die brutaleren Instinkte und die physische Ueberlegenheit und, wenn sie in dem Magdalenenstift 311 Teltow, auch kaum mehr gute Sitten verderben können, so wandeln sie doch die Natur in den Personen ihrer Umgebung um. Tenn nicht alle der Strafgewalt verfallenen Personen sind von Natur schlecht. Eine Stunde des Leichtsinns, oder vielleicht auch gehäuftes und getürmtes Unglück hat sie aus der geraden Bahn hinausgeschleudert und in das„ Totenhaus", wie Dostojewski die Gefängnisse nennt, gebracht. Wenn sie dann dort mit solchen Elementen zusammenkommen, die vermöge ihrer Charakterund Gemütsveranlagung zu einer verbrecherischen Lebensführung förmlich vorherbestimmt sind, dann wird sehr leicht aus dem Gelegenheitsverbrecher und dem gestrauchelten Menschen ein bewußter Feind der menschlichen Gesellschaftsanschauung und Sittengesetze. Ein sonst unbekannter Schriftsteller hat das Problem des zielbewußten Verbrechertums in einer packenden Episode geschildert. In einem Berliner Restaurant trifft ein Mann in sorgfältig gebügeltent schwarzen Gehrock und weißem Chemisett, im Knopfloch sein Ordensbändchen, am Tische mit einem behäbigen Manne zusammen, in dem er nach kurzeni einen ehemaligen Schulkameraden erkennt, den er im Laufe vieler, vieler Jahre völlig aus dem Auge verloren hat. Beide unterhalten sich von der Jugend und der Mann im Gehrock zählt die Auszeichnungen und Titel auf, zu denen er sich im Laufe einer langen, mühevollen, aber pflichtfesten Subalternbeamtentätigkeit hinaufgedient hat.„ Und Du," fragt er, ,, wie hast Du inzwischen die Jahre verlebt?"„ Die Jahre?" so fragt jener zurück.„ Die Hälfte jener Zeit in Gefängnissen, die andere Hälfte in der Freiheit als Verbrecher, als der ich neben Dir size." Und als jener wegzurücken beginnt, überschüttet er ihn mit Spott und Hohn, weil er sich frei glaube und ein Sklave seines Amtes, seiner Vorgesetzten und seiner Vourteile sei, während der Verbrecher im Kriegszustande mit der Gesellschaftsordnung lebend, seine eigne Ehre habe, persönlich mutiger, selbstbewußter und feiner sei als die übrige Menschheit. Die gesittete Welt findet solche Anschauungen nicht bloß lächerlich, sondern auch pervers und doch deutet für die Außenwelt alles darauf hin, daß auch die Verbrecher ihre eigne Ehre haben. Die Spitznamen der hervorragenden Mitglieder dieser Zunft und die Autorität, die sie im Kreise der Ihrigen genießen, zeugen dafür, daß jene Welt, die mit der Gesellschaft im Kriege lebt, ihre eignen Anschauungen hat, und wer diese einmal in sich aufnahm, ist verloren für einen geordneten Lebensweg. Leider aber sind gerade die Gefängnisse und auch die Besserungsanstalten die Pflegestätten solcher Anschauungen. Vielfach wird aus einem Gestrauchelten nach der Strafverbüßung erst ein verbrecherischer Lum mit einem verrohten Sinn und einem verhärteten Herzen. Wie ist dem abzuhelfen? Die größten Autoritäten der Strafrechtspflege zerbrechen sich den Kopf darüber. Einzelhaft verbittert, Gesamthaft bringt die Ueberlegenheit der verbrecherischen Weltanschauung. Zwischen beiden die richtige Mitte zu finden, ist sehr schwer. Zumeist ist man der Ansicht, daß vor der Einlieferung in Gefängnisse und Besserungsanstalten bei Lehrern, Lehr- und Dienstherren und bei örtlichen Behörden Erfundigungen über die Charakterveranlagung der Insassen eingezogen werden sollten und dann in einer gemilderten Einzelhaft der Charakter überwacht werden sollte, um dann eine systematische Scheidung ähnlich gearteter Elemente vorzunehmen Ebenso müßte eine gute Führung mit Auszeichnungen und Vergünstigungen gelohnt werden, um Ehrgefühl und Strebsamkeit, die leicht in diesen Anstalten erlöschen und meist nach der Strafhaft mir in oben erwähnter negativer Weise Anerkennung finden, zu erwecken und auszubilden. In den Besserungsanstalten für gefallene Mädchen aber müßte vor allen Dingen der Sinn für die Häuslichkeit großgezogen werden. Daß die geringe Anzahl von Schweſtern nicht für eine individuelle Erziehung ausreicht, liegt auf der Hand. Diese aber ist unbedingt nötig, einmal, um die Elemente bei Zeiten von einander zu trennen, sodann aber auch, um die für eine häusliche Tätigkeit gewonnenen Mädchen allmählich auf die Freiheit vorzubereiten. Diejenigen Häftlinge, bei denen sich der ehrliche Willen zur Besserung zeigt, sollten unter Fortbestand des jederzeitigen Einberufungsrechtes in Familien, bei denen auf Zucht und Ordnung gesehen wird, untergebracht werden und auch das Recht erhalten dürfen, mit GenehmiJung der Landespolizeibehörde den Dienst zu wechseln. Mit einem Worte systematische Milderung der Disziplin als Belohnung für gute Führung und ernstliche Besserung und bedingter Strafaufschub sind die besten Hilfsmittel für eine innere Unwandlung der gefallenen Elemente zum Guten. Nab und fern. Der erste Abstinententag ist zur Zeit in Berlin zu sammengetreten. Im Mittelpunkte der Verhandlungen standen die Vorträge des Psychiaters Dr. Auguſt Forel über Alkohol und Seelenleben" und des Eisenbahndirektors de Terra aus Stolp i. P. über„ Alkohol und Verkehrswesen". De Terra hat die Antialkoholbewegung unter den Beamten der Eisenbahn in die Wege geleitet. An den Sizungen beteiligen sich Deutschland Großloge II, die Berliner Jugendlogen, der Alkohol- Gegnerbund, der Deutsche Verein abstinenter Kaufleute, der Deutsche Verein enthaltsamer Eisenbahner, der Verein der Leiter von Trinkerheilstätten, der Verein abstinenter Pastoren, der Deutsche Verein abſtinenter Studenten, der Deutsche Bund abstinenter Frauen, der Deutsche Verein abstinenter Lehrer und die Berliner Gesellschaft abstinenter Kaufleute. Der Vorsitzende konnte der Versammlung die mit Freude aufgenommene Mitteilung machen, daß die Antialkoholbewegung auch unter deren bisherigen schärfsten Gegnern, den Gastwirten, Terrain gewinnt. Die Kölner Wirtsinnung beschloß, sich der Bewegung gegen den Mißbrauch des Alkohols anzuschließen. Ein Antrag auf allgemeine Einführung alkoholfreier Getränke, der auf Veranlassung des Regierungsrates Quensel eingebracht worden war, wurde indes verworfen, da die allgemeine Bewegung gegen den Alkohol undurchführbar und geeignet sei, viele Eristenzen in der Landwirtschaft in Brau- und Brennereien zu ruinieren. Heftige Stürme herrschen zur Zeit in der Nord- und Ostsee. Die Schiffahrt mußte streckenweise gänzlich eingestellt werden. Wehrere Schiffe ſtrandeten, so bei Aalborg ein unbekanntes Fahrzeug, dessen vier Mann starke Besagung ertrank. Nur der kleine Sohn des Kapitäns konnte gerettet werden. Schwere Explosion auf einem Werftdampfer. In Kiel hat sich an Bord des Werftdampfers Bussard" ein schwerer Unglücksfall zugetragen. Als der Dampfer in das Baubassin der Werft zurückkehrte, plaßte ein Dampfrohr. Ter Maschinist Hollmann wurde durch die Explosion ge tötet, der Heizer Meier durch den ausströmenden Dampi schwer verbrüht. Vom Blitz erschlagen. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in eine Wirtschaft des pfälzischen Ortes Kleinottweiler, in welcher aus Anlaß der Kirchweihe Tanzmusit stattfand. Vier Personen wurden sofort getötet, eine Person schwer und mehrere leicht verletzt.- Auch in Stuttgart richtete ein Gewitter großen Schaden an. Auj dem Schloßplay und in den Anlagen sind zahlreiche alte Bäume durch einen Wirbelwind vernichtet. Das Dach des föniglichen Wintergartens ist durch umstürzende Bäuine beschädigt worden. Ein Forstamtsassistent wurde in der Nähe des Waisenhauses zu Boden geschlagen und am Kopf verletzt. Ginmohner 1654 und größten 2 Mitglieder ( 1765) Samburg ( 1333) 1000 BR Alg. 2o. Stettin. G Im Mitte ( 855), Gießen Mtv. Mi abteilung 3080 m Turnzei als im und Anaben 9947 au waren 31 jahr. Bu Mitglied vaterländ vereinsei bie der S 1646 be hörenden felben z in Afri in Defte Rußland Opfer des Segelsports. Bei einer Segelfahrt zwischen Wassersleben und Bad Kollund in Schleswig, eriranken infolge Kenterns des Bootes drei junge Leute. Vorüberfahrende Dampfer fanden das fielobentreibende Boot. Die Leichen der Ertrunkenen sind noch nicht aufgefunden. Im Anschluß hieran sei ein schweres Unglück gemeldet, das sich im Hasen von Brightlingsea ereignete. Als dort um Mitternacht neun Mann, die zur Besatzung der amerikanischen Dampfjacht„ Lorena" gehörten, sich in einem kleinen Fährboote, welches von einem Fährmann und einem Arbeiter gerudert wurde, an Bord zurückbegeben wollten, füllte sich das Boot mit Wasser und sant. Der Fährmann und ein Matrose wurden gerettet, die übrigen neun Personen sind ertrunken. Erdbeben. In Lissabon herrscht infolge mehrerer heftiger Erderschütterungen eine große Panit. Verluste an Menschenleben sind bisher nicht gemeldet worden, doch sind mehrere Baulichkeiten zerstört. Einem abscheulichen Schwindel, der die Vertrauensselig. feit armer Schwindsüchtiger in gemeiner Weise ausbeutete, ist man in Amerika auf die Spur gekommen. Ein von zwei angeblichen Doktoren Koch geleitetes Unternehmen vertrieb zum monatlichen Kurpreise von ungefähr 10 Dollars ..Kochsches Inhallations fluidium oder Tuberkulin". Die Patienten waren in dem Glauben befangen, es mit dem Tuberkulin des deutschen Professors Koch zu tun zu haben. Das sogenannte Tuberkulin bestand aus rotgefärbtem Petroleum, vermischt mit Zimmtöl oder Thymianeucalypten. Den Schwindlern wird leider strafrechtlich nicht beizukommen sein. A Ein furchtbares Unglück bei einem Wettspiel wird aus Philadelphia gemeldet. Während eines Ballspiels brach eine in dem Baseball- Park errichtete Tribüne, die mit einer gro Ben Zuschauermenge besetzt war, zusammen, wodurch vier Personen getötet und 150 verlegt wurden. An dem Aufkommen von 12 der Verletzten wird gezweifelt. * Schadenfeuer. Im Dorje Mönchhagen bei Rostod kamen bei dem Brande einer Kate eine Frau und drei Personen ums Leben. 3mei andere Personen wurden schwer verlegt. In dem Weltbade Trouville wurde durch ein großes Feuer, das im Speisesaal des prächtigen Kasinos auskam, der ganze mittlere Teil des Gebäudes in Asche gelegt. Bunte Chronik. In Worms trat der internationale Anthropologenkongreß zusammen. Der Großherzog von Hessen ist zu den Verhandlungen dort eingetroffen. - Bei Nieder- Schönhausen ertranfen bei einer Kahnfahrt zwei junge Mädchen und einer ihrer beiden Begleiter. Sm levermut batten die jungen Leute zwischen zwei durch Seile verbundenen, in schneller Fahrt begriffenen Schlepptähne durchrudern wollen, wobei ihr Boot umgeworfen wurde. In Straßburg ermordete der jüngste Sohn des Spielwarenfabrikanten Hernsheim im Streit seinen Bruder durch einen Revolverschuß und warf sich dann unter einen Eisenbahnzug, der ihn zermalnite. Bei Stettin kamen Turner, die einen Ausflug gemacht gatten, mit Bauern in Streit. Ein Turner wurde dabei erstocken, viele andere durch Messerstiche und Steinwürfe schwer Derletzt. --- Der amerikanische Millionär Gould und seine Frau purden auf einer Automobilfahrt aus dem Wagen geschleubert und schner vorletzt, Die deutsche Turnerschaft, die vorigen Monat in so großartiger Weise ihr X Deutsches Turnfest in Nürnberg abgehalten hat, ist nach dem Bericht ihres Geschäftsführers, Prof. Dr. Hugo Rühl- Stettin, im verflossenen Jahre wieder um ein Bedeutendes gewachsen. Sie zählt nunmehr 7229 Vereine gegen 6915 im Jahre 1901. Tas bedeutet einen Zuwachs um 314 Vereine. Se verteilen sich auf 6104 Orte( 5807 im Vorjahr) mit 36,243,672 Einwohnern. Die Gesamtzahl der Vereinsangehörigen beträgt 728,044, ohne die Frauen und Kinder. Gegen die 692,765 im Vorjahre gezählten bedeutet das eine Burahme von 35,279 Vereinsangehörigen. Der größte der 18 Kreise ist der Kreis Sachsen mit 124,485 Mitgliedern. Dann folgen der Mittelrheinkreis mit 70,459 Mitgliedern, Bayern mit 61,795, Thüringen mit 55,349, Desterreich mit 55,198 und so weiter. An den Turnübungen nahmen 356,129, d. h. 18,697 mehr als im Vorjahr teil, im Kreis Sachsen 95,649, Kreis Thüringen 42,521, Mittelrheinkreis 37,041, Bayern 33,377 u. 1. m. Die Anzahl der Turner in den größten Städten ist im Verhältnis zu der Einwohnerzahl sehr unterschiedlich. 1. Berlin mit 1,800,000 Einw. hat 7538 Turner 2. Wien 1,662,269 3. Hamburg 4. München 5. Dresden 6 Leipzig 7. Breslau 22, ausg verzeichn zu Bie * in der der auf Kramer, Divis gefähr Sesse Prin beteilig * städtisc Gießen allen b wesens Haus, zeichnet waltung fchafft ftalt( 9 überaus wird. gängig tum h In ein werbeb daß di Minif bereits zeichn seien. Preist daß de gewäh führun Preisb haben Staat welche Verze die P aufzun felben in gle Die 2 Meift Arbeit gen. fahren finden k * Im "! " 11 725,000 499,942 1976 5976 " Mond " " " bisher 6291 dem 11 11 493,650 5244 " " " 473,000 9911 " PP " " " 440,000 2179 " " 8. Köln a. R. 9. Frankfurt a. M. 10. Nürnberg 11. Hannover 12. Magdeburg 13. Düsseldorf 14. Stettin 15. Chemnit 390,000 1445 " " " " 320,000 4249 " " " 261,081 5398 N " " " 235,649 1698 " " " " 228,000 1558 " P " " " 220,000 1075 " P " P 215,000 1394 " " " 212,000 2639 " f " 19 " gärtne Jahre Gailfa Baffer den Bu Derart Den pr erighein HOB: Dampfer in das ein Dampfrohr. e Explosion ge omenden Dampi es schweren GeEdes pfälzischen 3 der Kirchweihe n sofort getötet, etzt. Auch in haden an. Auj zahlreiche alte Das Dad) des ende Bäume be. rde in der Nähe dam Kopf veregelfahrt zwischen ig, eriranten in Vorüberfahrende Die Leichen der Im Anschluß as sich im Hasen um Mitternacht anischen DampfFährboote, wel er gerudert wurde, ich das Boot mit Matrose wurden ertrunken. infolge mehrerer nii. Verluste an worden, doch sind Vertrauensselig Weise ausbeutete, nmen. 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Im Mittelrheinkreis: Tgd. Darmstadt( 959), Tv Offenbach ( 855), To. Wiesbaden( 780), Tqd. Worms( 762), Tv. Gießen( 693), Tv. Frankfurt( 672), Tv. Mainz( 640), Mtv. Wiesbaden( 514) und Tgd. Hanau( 507). Frauenabteilungen bestehen 1093 mit 30,993 Mitgliedern, d. h. 3080 mehr. Geturnt wurde im Jahre 1902 in 664,922 Turnzeiten von 15,850,522 Turnern d. h. 1,168,832 mehr als im Vorjahr. In 681 Vereinen wird auch das Knaben und Mädchenturnen geflegt. Die Beteiligung ist bei den Anaben von 33,299 auf 40,087, und bei den Mädchen von 9947 auf 13,402 gestiegen. Mit der Leitung der Uebungen waren 37,275 Vorturner betraut, 2187 mehr als im Vorjahr. Zum Heeresdienst wurden aus 6478 Vereinen 29,694 Mitglieder ausgehoben, ein herrliches Zeugnis von der vaterländischen Bedeutung der Turnerschaft. Die Zahl der vereinseigenen Turnhallen ist von 596 auf 625 gestiegen, die der Pläße von 940 auf 1016. Schulturnhallen wurden 1646 benugt. Von den zur Deutschen Turnerschaft ge= hörenden Vereinen des Auslandes haben 17 berichtet. Dieselben zählen 1915 Mitglieder. Darunter sind vier Vereine in Afrika, fünf in Amerika, zwei in England und je einer in Desterreich, Schweden, Holland, Spanten, Rumänien und Rußland. Drei Vereine Belgiens gehören zum Kreis VIIIb. Lokales. Gießen, 11. August 1903 * Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 22, ausgegeben am 8. August d. I., enthält das Vorlesungsverzeichnis der Großherzoglich Hessischen Ludwigs- Universität zu Gießen, Winterhalbjahr 1903/04. ** Für Zwecke weiterer Ausgrabungen in der Nähe Gießens hat ein Freund der Altertumsforschung, der auf diesem Gebiet so sehr verdiente Hauptmann a. D. Kramer, einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt. ** Die diesjährigen Herbstman över der hessischen Division, die im Kreise Weglar stattfinden, werden ungefähr 3 Wochen dauern. Der Großherzog von Hessen, sowie der zweite Sohn unseres Kaiserpaares Prinz Eitel Friedrich, werden sich an dem Manöver beteiligen und in Braunfels Wohnung nehmen. * Neuester Plan der Stadt Gießen. Das städtische Vermessungsamt hat einen neuen Plan der Stadt Gießen im Maßstab von 1: 3000 angefertigt, der sich von allen bisher bestehenden Kartierungen unseres Gemeindewesens dadurch vorteilhaft auszeichnet, daß jedes einzelne Haus, sowie die öffentlichen Anlagen 2c. darauf ausgezeichnet ist. Vorerst sind für Zwecke der städtischen Verwaltung eine Anzahl Exemplare in schwarzem Druck beschafft worden, doch hören wir, daß eine hiesige Verlagsanstalt( Roth) mit Genehmigung der Bürgermeisterei diese überaus praktische Karte in Farbendruck Herstellen lassen wird. Um so dieselbe für den allgemeinen Gebrauch zu gängig zu machen. *** Das Verdingungswesen im Großherzogtum Hessen soll demnächst auch eine Aenderung erfahren. In einer der letzten Ausschußsizungen des Landesgewerbevereins in Darmstadt teilte der Vorsitzende mit, daß die Großherzoglichen Hochbauämter von dem Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, bereits vor einiger Zeit mit der Aufstellung von Preisverzeichnissen für das Verdingungswesen aufgefordert worden seien. Nach einer Ministerialverfügung sei für diese Preisfestseßungen als leitender Gesichtspunkt festgehalten, daß dem Handwerk zwar eine ausreichende Bezahlung gewährt werden soll, für welche eine gute Arbeitsausführung erwartet werden könne, das anderseits die Preisbemessung sich jedoch in den Grenzen zu bewegen haben wird, welche auch im finanziellen Interesse des Staates vertretbar seien. So dürften z. B. die Preise, welche in den Städten dem Handwerk in den dortigen Verzeichnissen zugestanden sind, nicht ohne weiteres in die Preisverzeichnisse für staatliche Unterhaltungsarbeiten aufzunehmen sein, da die Verhältnisse hier nicht dieselben und die Verpflichtungen der Handwerker nicht in gleicher Weise geregelt seien wie bei den Städten. Die Abgabe der Formulare für Preisverzeichnisse an die Meister, an welche je im laufenden Rechnungsjahre die Arbeiten vergeben worden sind, habe unentgeltlich zu erfolgen. Die Vergebung der Arbeiten nach dem neuen Verfahren soll erstmals für dieses Rechnungsjahr Anwendung finden. *** Frequenz des Gießener Freibades. Im städtichen Freibad an der Lahn haben im abgelaufenen Monat Juli 10480 Personen gebadet. Im Ganzen sind bisher in dieser Saison in der Anstalt seit dem 23. Mai, dem Tage ihrer Eröffnung, 20 200 Bäder genommen worden. * Ein interessanter Versuch ist dem Kunstgärtner Karl Becker- Gießen geglückt. Er hat im vergangenen Jahre in einem Teich am Sch ffenberger Wald, in den das Gailsche Tonwert seine Kesselwasser laufen läßt, südländische Wasserrosen( Nymphäen) ausgefeßt, die infolge des fortwährenden Zuflusses von warmem Wasser den Winter über sich derart entwickelt haben, daß der Teich jetzt vollständig mit den prachtvollen farbigen Blüten der Pflanze wie besäet erscheint. *** Radfahrer gegen Reiter. Man schreibt uns: Wenn sie gestern über die Vorstellung von Texas- Tex am Schlusse ihres Berichts ausführen: Der Reiter und seine Pferde, daß kann man getrost sagen, haben mit dieser Leistung gezeigt, daß der Radfahrer wohl auf ganz kurze Strecke dem Pferd überkommt, aber die Ausdauer doch das Pferd noch immer zum Siege verhilft". Die Ansicht ihres Berichterstatters ist aber in dem Punkt irrig. Vorerst ist zu bemerken, daß ein Wettkampf zwischen Reiter und Radler überhaupt nicht sportlich ist, weil es sich dabei um ungleiche Kräfte handelt. Zweitens ist eine Strecke von 10 Kilometer überhaupt viel zu kurz, um zu beweisen, wer es länger aushält, der Reiter zu Pferd oder der auf dem Stahlroß. Je größer die zurückzulegende Strecke ist, je vorteilhafter liegt die Sache für den Radfahrer, wenn man vom Pferdewechsel absieht. Daß es möglich ist bei 10 Kilometer Wegs mit dem Pferde eher ans Ziel zu kommen wie mit dem Rad, dazu bedürfte es für Gießen nicht erst des Beweises. Vor Jahren hat hierfür schon einer der besten Reiter der Stadt der gegen den damals schnellsten Gießener Radler die Tour Wallthor- Lollar hin und zurück machte, den Beweis geliefert und zwar einen Beweis, dem Tausende von Zuschauern beiwohnten. Wenn der Radler am Sonntag bei 10 Kilometer Strecke, nur 3 Runden, also 1200 Meter gegen den Reiter, der noch dazu geschickt im Pferdewechsel war, zurück blieb, so ist dies in Anbetracht der kurzen Strecke eine sehr gute Leistung des Radfahrers. Wo wäre aber der Reitersmann geblieben, wenn es sich um eine Strecke von 50 oder gar um 100 Kilometer gehandelt hätte, die jeder nur einigermaßen fahrende Radler spielend in weit fürzerer Zeit zurücklegt als dies beritten zu Pferde möglich ist. ** Einbruch. In vergangener Nacht wurde in den Laden eines Gießener Geschäftsmannes durch ein Fenster von dem Hofe aus eingestiegen und ein kleiner Geldbetrag gestohlen sowie die Geschäftsbücher beschmußt. * Der Stickkursus der Singer NähmaschinenAftten- Gesellschaft, welcher gegenwärtig in dem Laden des Herrn Kunsthändlers Hirz stattfindet, erfreut sich regster Teilnahme. Nicht weniger als 15 Teilnehmer bemühen sich die Fertigkeiten bezgl. des Stickens auf den Maschinen unter bewährter Leitung anzueignen. Gleichzeitig machen wir auf die ausgestellten funstvollen Stickarbeiten, verfertigt auf Singer- Nähmaschinen, mit aufmerksam. * * Fußwettlauf. Auf dem Sportplay a. d. H. wird sich am nächsten Sonntag wiederum ein sportliches Ereignis vollziehen. Ortègue, der große Fußwettläufer von Baris, welcher von seinem 19. Jahre an sich dem Fußspert widmete, wird sich mit einem Radfahrer messen. Der Fußmettläufer fordert sämtliche Reiter, Rennfahrer und Fußgänger auf, sich mit ihm an den Start zu begeben. Drtègue hat zahlreiche Rennen mit Erfolg bestritten und hat in den größeren Städten, wie Rom, Neapel, Mailand, Basel und Mülhausen allgemeines Staunen erregt. " *** Maschinenbauer Gesangverein. Im Seal der Deutschen Eiche" in Klein- Linden hatte sich am Sonntag eine fröhliche Sängerschaar eingefunden, um sich und ihren Gästen einige schöne Stunden zu bereiten. Zahl reiche Gesangsfreunde von hier und auswärts waren erschienen, um den Liedern des Maschinenbauer- Gesangvereins Gießen zu lauschen. Auch den Sängern schien es in KleinLinden ganz gut zu gefallen, denn bei Liedern und Tanz wurde es tiefe Nacht, ehe sich allmählich die Heimkehr vollzog. * Edel und hilfsbereit sei der Mensch. Vor und liegt der Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger vom Jahre 1902/1903, in welchem unter der Rubrik" Stiftungsgelder" wir folgenden für Gießen interessanten Eintrag mit lesen: Vermächtnis von der Wittwe des Kaufmanns Gg. Karl Hensel, Frau Emilie geb. Reizel, in Gießen 500 Mart. Wir nehmen gern Notiz von dieser Schenkung, erstens, da sie einem der delsten Zwecke dient und zweitens, weil ja doch die Wenigsten von dem Jahresbericht dieser Gesellschaft Kenntnis nehmen. * Die Eisenbahnvorhänge. Eine bemerkenswerte Strafe hat die Eisenbahnverwaltung eingeführt. Die Gepflogenheit mancher Fahrgäste, die beschlagenen Fenster mit den daran angebrachten Vorhängen abzuwischen, erachtet die Eisenbahnverwaltung als Beschädigung der Vorhänge, die in Zukunft mit Zahlung von 6 Mark bestraft werden soll. Wer einmal wegen dieses Vergehens büßen soll, der fönnte vielleicht den Spieß umdrehen und die Eisenbahnverwaltung für beschädigte Kleider haftbar machen, weil die Sizbänke voller Staub waren, oder sich die Handschuhe be= zahlen lassen, wenn er sie sich an den Tür- oder Halte= griffen beschmußt hat. ** Allendorf a. d. L. Am Samstag abend gerieten der 50 Jahre alte Steinbrecher Joh. Ulm und der 23jährige Arbeiter Wandler von hier in einer hiesigen Wirtschaft in Wortwechsel, welcher sich derart steigerte, daß beim Hinausgehen beider Ulm von seinem Gegner einen solchen Stoß erhielt, daß er rücklings die 2 stufige Treppe hinabfiel und einen Schädelbruch erlitt. Sonntag morgen schon erfolgte der Tod. Die gerichtliche Untersuchung stellte das Unglück fest, und ließ gestern den Täter sofort in Haft nehmen. Heute, Dienstag, wurde der Unglückliche, Vater von 8 Kindern, unter starker Teilnahme zur ewigen Ruhe bestattet. Lich, 10. Aug. Die in diesem Jahre stattfindende Bürgermeisterwahl ist auf Freitag den 14. August festgesetzt. † Michelbach bei Schotten, 7. Aug. Vor einigen Tagen ging ein bei den Wasserleitungsarbeiten beschäftigter Monteur von dem benachbarten Busenbrn hierher, begleitet von einer Anzahl hiesiger junger Leute. Unterwegs_wurde der Marn überfallen und übel zugerichtet. Der Schwerverlegte wurde in das Krankenhaus nach Schotten verbracht und zweifelt man an seinem Aufkommen. Heute weilte der Oberstaatsanwalt aus Gießen hier und vernahm mehrere Beugen. + Marburg, 10. Auguft. Die Einwohner unserer Vorstadt Weidenhausen feierten ihr historisches Grabenfest, das eigentlich zum Gemeingut" der gauzen Stadt geworden ist. In diesem Jahre hatte das Fest noch eine besondere Bedeutung, war es doch zugleich eine hundertjährige Erinnerungsfeier des Bestehens des Festes. Mit einer Vorfeier am Samstag begannen die Festlichkeiten und währten bis zum Montag. Seinen Ursprung hat das Fest in der Kultivierung die vor einem Jahrhundert in der sumpfigen Wüste in Weidenhausen vorgenommen wurde; heute bedecken den ehemaligen Sumpf fruchtbare Gartenländer. Frankfurt a. M., 10. August. Der Kreisausschuß versagte seine Genehmigung zur Errichtung einer Talgschmelze im städtischen Schlacht- und Viehhofe. ▷ Mainz, 9. Aug. Der fürzlich hier abgehaltene XI. Bundestag des Bundes deutscher Gastwirte schloß mit einem Defizit von 600 Mark ab, der aus der Vereinskasse gedeckt wird. ** Mainz, 10. August. Zwischen 2 Schußleuten und ca. 20 Zivilisten tam es in der gestrigen Nacht zu einem blutigen Streit, bei dem die Schußleute schwer mißhandelt wurden. Sie wurden von 4 Kollegen mit blanker Waffe aus der Menge herausgehauen. Einer der Zivilisten erhielt dabei eine schwere Schädelwunde. Die 2 Haupttäter wurden verhaftet. + Höchst a. M., 9. Aug. Im Ernst oder Scherz legte sich ein Unbekannter auf das Schienengeleise in der Nähe des hiesigen Schlachthofes vor den heranbrausenden Zug der Sodener Bahn. Der Zugführer, dies bem: rkend, brachte den Zug unmittelbar vor dem Daliegenden zum Stehen, worauf sich derselbe rasch erhob und in den Getreidefeldern verschwand. ** Vom Rhein. In der Gemartung Oberdiebach, Kreis St. Goar wurde die Reblaus gefunden. ** Aus der Rhön, 9. August. In Buttlar wurde einem Dienstmädchen auf dem Felde von einer Getreidemähmaschine der eine Fuß glatt abgeschnitten. ** In Oberwolfach( Franken) hieb der Dienstknecht Möhring nach vorausgegangenem Wirtshausstreit dem Dekonomen Feuerbach die Sense mit aller Macht in den Leib. Feuerbach starb sofort. Möhring wurde verhaftet. ** Aus Franken, 10. August. Ueber unser Frankenland, namentlich im Schweinfurter Gau und in den Haßbergen, ging gestern ein furchtbares Unwetter nieder. Der Hagel fiel an manchen Orten eine Viertelstunde lang in der Größe von Tauben-, ja Hühnereiern, großen Schaden an Getreide und Obst anrichtend. Viele Fenster und Dachziegel wurden zertrümmert. In verschiedenen Ortschaften schlug der Blitz ein und verursachte Schadenfeuer. Marktbericht. Gießen, 11 August. Auf dem heutigen Wochenmarkt losteten Butter per d. 1.05-1.15 M, Hübnereter 7-8 Pfg., Enteneier St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Liter 32 Bfg.. Tauben per Paar 1. 0.75-0.90, Sühner per Stüd Mt. 1.20-1.80, Hahnen, per Stild Mt. C.65-1.00, Enten per Stüd 1.70-2.00, Gänse p. Pfd, 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfa. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 9.00-10.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 6.50-700., Kirschen per Pfund 00-00 Big. Wilch der Liter 18 Vfa. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 452 Ochsen, 63 Bullen, 807 Kühe und Färfen( Stiere und Rinder), 234 Kälber, 159 Schafe und Hämmel, 1255 Schweine. Aus Oesterreich 169 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästele höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 71-73, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 67 bis 69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 63-65, d) gering genährte jeden Altecs Mt. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 62-63, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 58-60, c) gering genährte Mt. Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 66-68, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mr. 63-65, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 53-55, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 50-52, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.-, Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-83 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 fg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 76-78 Pfg,( Lebendgewicht) 46-47 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-64 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Pfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel. 70-73 Bfg., b) ältere Masthämmel 66-69 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel Pfg. Schweine: a) vollfleischige der und Schafe( Märzschafe) feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 62 Pfg.,( Lebendgewicht) 49 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 61 Pfg.,( Lebendgewicht) 48 Pfg. c) gering entwidelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 55-59 Pfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft- Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Frankfurt a. M., 10. August. Fruchtmarkt, E8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mf. 16.80-16.90, furhessischer Mt. 16,80-16.90, norddeutsb. Mt. b., Kansas Mt. 17.50-17.75, Roggen, hiesiger Mt. 13.50 bis 13.75, russischer Mt. 14.30-14.60. Amerikaner Mt. 14.50 bis big, Pfälzer, Mt. 17.50 bis 14.90, Gerste, hiesige Mt. big 18.00, fränkische Mt. - Riedgerſte Mt.-. Hafer, hiesiger mf. 14.20-14.80, fur1- big garische Mt. 17.50-18.50. Hessischer Mt. 14.10-14 75, Württemberger Mt. bayerischer Mt. 14.10-14.90, russischer Mr. 14.25-15.25, Mais == un= Mixed Mt. 12.50-13.00, La Plata Mt. 12.25-12.50, weißer Alles pro 100 Mais Mt. 12.70-13.20, russischer Mt.- Kilo ab hier. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Ib in Klein; für das Bokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. zum UNUBERTROFFEN Waschen und Putzen WASCHET NUR MEE NAUMANNIA SEIFE GESCHUT CHAUMANN OFFENBACH Bingen a. Rh. Rhein. Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Progr. frei. Ausschreiben. Für die Provinzial- Stechenanstalt in Gießen werden noch Wärter gesucht mit einem Anfangslohn von jährlich 360 Mt. neben freier Station und Wäsche. Ebenso werden noch zwei Dienstmädchen gesucht mit einem Anfangslohn von je 240 Mt. jährlich und freier Station wie vor. Anmeldungen auf dem Verwaltungsbureau erbeten. 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