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Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfa fonit 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 38. Fernsprechanschluß Nr. 868. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein allgemeiner Bund der deutschen Handwerker. ( Nachbruc verboten.) Raum hatte der preußische Minister für Handel und Gewerbe in Köln die Kaufleute zu engerem Zubund. Um alle persönlichen Eifersüchteleien und Reibereien zu vermeiden, treten die engeren Bünde als solche dem allgemeinen Bunde bei, ihre bisherigen Wirkungskreise und sonstiger Anhang bleiben ihnen weiter vorbehalten, ja wir sind überzeugt, daß sie durch die Gründung des deutschen Handwerkerbundes in ihren Bezirken zahlreiche neue Mitglieder gewinnen 3- Bimmerwohunn sammenschluß und politischer Vertretung ihrer Interessen und so noch verstärkt würden. antell per Mone ermieten. Schöne Aussicht nach dem Vorbild des Bundes der Landwirte aufgeordert, als es sich bei den Handeltreibenden vielerorten immerwohnung baben die Unterhandlungen zur Gründung eines als solche dem deutschen Handwerkerbunde beitreten zu regen begann und schon heute, nach wenigen Wochen, dr, Neustadt, neben germstr. Kreuber, en. Sofmannitraße 14. wohn. m. Bad, Loggi 3 Tr Ede Stephan an ruhige Leute va später zu vermieten. Crepben dafelbft. strasse 27 e- Wohnung, be 4 Bimmern nebft und Garten per zubermieten. llerstr. 16, part erem Neubau am tz ist noch eine fcb öne Bundes der Kaufleute geführt. Wie aanz anders im Handwerk! Seit Jahren wird darüber geredet und geschrieben, man solle sich zu einem wirtschaftspolitischen Bund der Handwerker zu sammentun, aber bis heute hat dieser Vorschlag noch nirgends fefte Wurzeln gefaßt. Wohl sehen zahlreiche Vertreter des Handwerkerstandes ein, wie notwendig ein solcher Bund wäre, der sich über ganz Deutschland erftreden müßte, allein es scheint, als ob gerade diese Ausdehnung ein Hindernis wäre, daß er zustande fommt. Handwerkerbünde giebt es nämlich schon für einzelne Bundesstaaten, Provinzen oder sonstige Landesteile, so für Bayern, Baden, Westfalen, Rhein land, Hannover 2c. Das ist doch aber kein Hindernis, um einen allgemeinen deutschen Handwerkerbund zu wohnung m. Erker gründen. Im Gegenteil! Wenn die Vorstände dieser schon bestehenden Handwerkerbünde zusammentreten und einen gemeinsamen Verband begründen, so haben wir schon den schönsten Anfang zum großen Handwerkervermieten, desaletden Zimmerwohn Näb.ankfurterfir Oltkestraße und Gr find per 1. April merwohnungen Zubehör zu vern dfwerke können zu der getrennt ab verden. Näheres us, Grünberger Senhaus, 5 Zimm an ruhige Leute ver Er später zu vermieten arl Eichmann, ze 1, Ecke Nordanlegt Familienwohnung, 6 Zimmern mit Su hküche, Bleichplaz und , im 1. Stod te nkfurterstraße 31, per später zu verm. Mas 18 bei Bilb. lauk es geräumiges Rimmer Neubau mitten der zu vermieten. n der Grp. d. Bl. rdenwohnung, mit Zubehör, ju ve mil Loh, Kirdienbla inandergehende Sch e Zimmer für 1 ob fofort zu veran Wolthorfiroke 15 Tühigaffe 7 find, an Cenwohnungen 1. Näheres bei der erei, Zimmer Nr. 15 it Küche pr. Apil Näheres Balltho Laden. Hertes Simmer jne Pension Kirchplab 6. möbl. Bimmer Bahnhofftrake 34, mit Bett zu verm Maigaffe 11. möbl. 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Hundert tausende von Mitgliedern fönnte er schon im Anfang haben und viel weiteres Anschwellen würde dann nicht ausbleiben. Die Handwerks- und Gewerbekammern als solche fönnten wegen ihres behördlichen Charakters an sich dem Bund der Handwerker ebenso wenig beitreten, wie die Landwirtschaftskammern dem Bund der Landwirte, doch wären sie in der Lage, seine Sache zu fördern und sich auch einen Einfluß zu sichern. Robert Tzschich Gießen 101 Kirchenplatz 9 Schneidermeister beehrt sich das Kirchenplatz 9 Eintreffen sämtlicher Neuheiten - der bevorstehenden Saison anzuzeigen. Reiche Auswahl in fertiger Herren- und Knabengarderobe M Paletots, Havelocks Gummi- Valefots und Mänteln. Fantasie- und Piqué- Westen. Konfirmanden- Anzüge. MM Die Beiträge für den Bund brauchten durchaus nicht hoch zu sein, ein Groschen auf den Kopf und das Jahr würde schon eine Summe ergeben, um eine thätige Wirksamkeit beginnen zu fönnen. Zwiefach angeschlossene Mitglieder brauchten nur je zur Hälfte, Ginzelmitglieder könnten mit dem doppelten Beitrag belastet werden. Die Zusammensetzung des Bundesvorstandes würde auch keine unüberwindlichen Schwierigkeiten ergeben, wenn nur der ernste Wille zum gemeinsamen Ginvernehmen da ist und die Sache nicht fleinlich be gonnen wird. Wenn die Reichshauptstadt als Sitz der Bundesleitung zu großer Abneigung begegnen würde, fönnte auf eine andere Stadt die Wahl fallen, wie Hannover 3. B. der Vorort des deutschen Handwerks. und Gewerbekammertages ist. Je nach Bedürfnis könnte ein periodischer Wechsel vorgenommen werden, damit keine Eifersucht die Eintracht stört. Die Say ungen müßten kurz und klar sein, denn wichtiger als sie sind richtige Personen an der Spitze, die das allgemeine Wohl des Handwerkerstandes gegen Behörden und Parteien, nach oben wie nach unten hin in thatfräftiger Weise wahrzunehmen fähig und entschlossen Ist auch bei dem heutigen Regierungskurse nicht zu erwarten, daß ein Minister zur Gründung eines solchen Bundes der Handwerker ermuntern oder ihn gar fördern würde, so mögen sich die Handwerker dennoch an den Nat Bismarcks halten: Macht Euch zu einer Macht, mit der Staat und Gesellschaft rechnen muß!? Pferdemarkt zu Marburg. Am Dienstag, den 17. März d. I. findet auf neuen Biehmarktplah der diesjährige FrühjahrsPferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktplatzes ist gesorgt. Nähere Auskunft erteilt Herr Stadtrat E.Heder, hier. Marburg, 2. März 1903. Die Viehmarkt- Kommission. Giessener Pferdemarkt- Lotterie. nihe Ban und Möbel. Erster Hauptgewinn ein eleg. vier figizer Wagen mit Pferd u. filberplatt. Geschirr. 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Die boshafte Feindin aber jat ihre bürgerliche Ehre verloren um einer Laune wilen; sie wurde zu einer Verbrecherin, weil es für ihren joshaften Charakter keine Grenze der Schlechtigkeit gab. Nur diese eine Tatsache des versuchten Mordes müßte eden davon überzeugen, daß die altgewordenen und uf den Unterhalt in der Anstalt angewiesenen Stiftssamen vielleicht eine peinvollere Existenz führten, als ie der Verurteilten nach der erlangten Rechtskraft des Arteils bevorsteht. Aber zum Ueberfluß hat die Gerichtsserhandlung Zustände und Dinge enthüllt, die wirklich Die Seele mit Entseßen erfüllen müssen. Die in die Anstalt aufgenommenen Damen mußten die entehrendsten Meußerungen über ihren sittlichen Lebenswandel und ihre Beziehung zu ihrer Umgebung über sich ergehen lassen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme fand sich unter den Stiftsdamen ja auch wohl die eine oder andere mit einer pikanten Vergangenheit, die auch in ihrem Benehmen und ihren Aeußerungen die Spuren des bewegten Lebens nicht verleugnete. Es ist so ziemlich das höchste an Frivolität, wenn eine unverheiratete Dame sich über den Verlust ihrer Frauenehre freut, weil dieser ein Zeugnis für ihre begehrenswerte Persönlichkeit sei. Aber derartige Personen hat ja Fräulein von Heusler nicht etwa sittlich überwachen und zu einem anderen Leben führen wollen. Die Bosheit ihres Gemüts ließ sie überall Schlechtigkeiten wittern und sie stellte alles, was in ihrer Umgebung war, auf eine Stufe und peinigte auch die Stiftsdamen sowohl wie die Angestellten mit den Launen ihres extravaganten Charakters. Der Franzbranntwein, mit dem sich die Damen den Kopf waschen wollten, wurde gesalzen, angeblich damit er nicht getrunken wurde, Hungerfuren selbst an Kranten gehörten nicht zu den Seltenheiten. Und das alles spielte sich vor der vollen Deffentlichkeit ab; das Personal wußte von den Quälereien der Damen, die Damen von den Verfolgungen gegen das Personal. Die Aerzte wandten sich beschwerdeführend an das Ministerium und dieses wieder fertigte die Beschwerden ohne Untersuchung der Sachlage ab. Erst das furchtbare Verbrechen war notwendig, um die Zustände in dieser irbischen Hölle aufzudecken und die weiblichen Nachkommen verarmter Adelsgeschlechter davon zu befreien, daß sich zu den seelischen Qualen größter sozialer Hilflosigreit auch noch die physischen Leiden infolge der Ausgeburten eines verbrecherischen Hirns gesellten. Hier enthüllt sich eine Gleichgiltigkeit gegen soziale Verhältnisse, die beunruhigend ist. Von Zeit zu Zeit werden aus Irren-, Kranken- und Erziehungshäusern Dinge bekannt, gegen die sich das menschliche Gefühl auflehnt. Die öffentlich bekannt gewordenen Zustände in einzelnen Anstalten haben gezeigt, daß keine Gegend von Mängeln frei ist. Den Vorstehern solcher Anstalten ist eine geradezu souveräne Macht an die Hand gegeben, wenn nicht zugleich die Möglichkeit eines geordne ten Beschwerdewegs für die Insassen der Anstalten geschaffen wird. In den Gefängnissen herrschen oft angenehmere Zustände als in den Anstalten mit sozialen Fürsorgezwecken, weil die Gefängnisverwaltung in der übergeordneten Justizbehörde eine ständige Kontrolle zur Seite hat. Aber in den anderen Anstalten wird alles in blindem Vertrauen den Leitern überlassen urd die Kontrolle nur mangelhaft ausgeübt. Es ist unbedingt notwendig, daß hier eine Besserung eintritt. Es sollte eine Zentralinstanz geschaffen werden, die ständig das Land bereist und unverhofft bald da, bald dort die Verhältnisse besichtigt und jeden Zug von Härte unnachsichtig mit Entlassung bestraft. Die Aermsten der Armen noch zu wahren Duldern zu machen, das zeugt von einer Gemütsroheit und Grausamkeit, der gegen. über auch kein Erbarmen geübt werden darf. Wenn die verbrecherische Stiftsoberin deninächst ihre Zuchthausstrafe antritt, dann wird gewiß die Oeffent lichkeit das Gefühl befriedigten Rechtsgefühles haben. Möge man aber auch aus dem entseßlichen Falle die entsprechenden Lehren ziehen. Aus dem Gerichtsfaal. § Das Massensenunwesen. Böse Dinge werden in einem Prozeß zur Sprache kommen, der wahrscheinlich schon in der nächsten Zeit in Berlin verhandelt wird. Anzeigen in öffentlichen Blättern veranlaßten die Kriminalpolizei, bei vielen Masseusen Haussuchungen abzuhalten. Dabei wurden Entdeckungen gemacht, die aus eine furchtbare Korruption der Sitten in gewissen Krei sen der Berliner Lebewelt schließen lassen. Um mit diesem Unwesen aufzuräumen, stellte die Staatsanwalt. schaft neun Masseusen, darunter eine Gräfin(!) unter Anklage. Hervorragende Rechtsanwälte werden die Ver. teidigung führen. § Die Berufungsverhandlung gegen den Matroser Kohler, der bekanntlich wegen Mordes, Diebstahls und Fahnenflucht zum Tode und zu sechs Jahren vier Monaten Zuchthaus unter dauernder Werkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Entfernung aus der Marine vom Priegsgericht zu Wilhelmshaven verurteilt worden war, hat ebendort vor dem Oberkriegsgericht der Nordsee Station begonnen. Die Verteidigung beantragte, gestützt auf die Gutachten von Militärärzten, Kohler zur Unter. tüßung seines Geisteszustandes an eine Jerenanstalt zu überweisen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Kleine Gerichts- Chronit. In Berlin begann ein Morbprozeß gegen den 24 Jahre alten Fabrikarbeiter Baul Lippke. Der Angeklagte ist beschuldigt, seine Frau, die von ihm getrennt lebte, durch einen Revolverschuß getötet haben. Im Prozeß Exner zu Leipzig wurden den Geschwo renen die Schuldfragen vorgelegt. Sie lauten auf Be trug in wiederholten Fällen, Verschleierung und falsche Führung der Handelsberichte. Vermischtes. )[ Gortschatow und der ,, Reichshund Tyras.] Eine Bismarcanekdote, deren eigentlicher Helb der Lieblingsbund des Fürsten, die gewaltige Dogge Tyras ist, veröffentlicht B. v. Stremuchon in der Rußtaja Starina". Bald nach dem Schluß des Berliner Kongresses so erzählte ihm der Reichskanzler fuhr der russische Gesandte Fürst Gortschatow bet uns vor, um sich zu verabschieden. Er war sehr müde. Während unserer Unterhaltung lag Thras ruhig in der Ecke, und Gortschatow hatte ihn anscheinend garnicht bemerkt. Als die Unterhaltung zu Ende ging, wollte Gortschakow aufstehen, fɔnnte sich aber nicht erheben, so daß ich ihn mit beiden Händen umfaßte, um ihm zu helfen. In diesem Augenblicke sprang Thras, der wohl denken möchte, daß zwischen uns ein Kampf stattfinde, aus seinem Winkel auf uns zu. ,, Thras!" schrie ich drohend. Fürst Gortschakow, der nichts jah und nichts begriff, der auch nicht wußte, daß mein Hund Tyras hieß, fiel vor Schrecken über meinen Schrei rückwärts in den Sessel und hatte einen Ohnmachtsanfall. Meine Frau eilte nach einem Glase Wasser. Als er wieder zu sich tam, fragte er: Was haben Sie mir zugeschrien und was war das für ein seltsames Wort?" Wir lachten nicht wenig als sich alles aufgeklärt hatte. ☐[ Eine uralte Lampe.] Der Egyptologe Brugsch Bascha brachte bei seiner Rückkehr nach Deutschland auch eine aus den Ruinen eines Sonnentempels Oberegyptens stammende kleine Lampe mu deren Alter von ihm auf mindestens 2000 Jahre geschätzt wurde und welche, wie als sicher anzunehmen ist, priesterlichen Handlungen gedient hat. Diese Lampe hat der Altertumsforscher Brugsch einer Berliner Freimaurerloge zum Geschenk gemacht. ][ Graf Tolstoi im Hemd.] Vor ungefähr zwei Jahren tellte der russische Maler Rjepin ein( seither sehr bekannt gevordenes) Bildnis des Grafen Tolstoi aus, das großes Aufsehen erregte, weil Tolstoi barfuß dargestellt ist. Als der berühmte Schriftsteller von dem Bilde hörte, soll er an Riepin geschrieben haben: Schönsten Dank, Ilja Jefimowitsch, daß Sie mir wenigstens die Hosen gelassen haben!" Was wird nun so fragt die ,, Peterburgskaja Gaseta" Tolstoi zu einem Bilde sagen, auf den er nicht nur barfuß figuriert, sondern sogar ohne das notwendigste männliche Kleidungsstück dargestellt ist? Um es kurz zu sagen: es hat sich ein Maler gefunden, der auf seinem Bilde dem Grafen Tolstoi das ausgezogen hatte, was ihm Rjepin noch gelassen hatte- die Hosen! Die Petersburger werden dieses Bild auf der soeben eröffneten Ausstellung der Petersburger Künstler zu sehen bekommen. Der Maler des Bildes N. J. Bunin hat den Einsiedler von Jaßnaja Poljana dargestellt, wie er in bloßem, kurzem Hemde am Flußufer steht; damit er sich nicht langweile, gab ihm der Künstler einen Begleiter, den auch im Hemde dargestell ten Maler Rjepin! In einer dritten Gestalt ist sofort der Schriftsteller Maxim Gorki zu erkennen, der aber die Hosen noch nicht ausgezogen hat. Herr Bunin leugnet allerdings, daß er Portraits gemalt habe; die Aehnlichkeit, falls eine solche überhaupt vorhanden, tönne nur eine zufällige sein, sagt er; aber wer Augen hat zu sehen, weiß sofort, daß die in so eigenartiger Situation dargestellten Bersonen nur Tolstoi, Riepin und Borti sein können. )[ Eine Maschinenveteranin.] Eine 136 Jahre alte Maschine besigen die Birminghamer Metallwalzwerke Ch. Clifford and Son. Sie ist im Jahre 1767 gebaut und arbeitet nach den Erklärungen der Firma mit weit größerer Betriebssparsamkeit als viele ihrer neueren Kolleginnen. Es handelt sich um eine Balanziermaschine. Die Kolbenstange war bis noch vor einem Jahre aus Eichenholz gefertigt und wurde erst neuerdings durch Eisen ersetzt. Mit Ausnahme der Einsegung eines neuen Zylinders im Jahre 1802 arbeitet die Maschine heute ebenso vorzüglich, wie bei ihrer Erbauung, seit welcher Zeit dle Welt vier Generationen hat erstehen sehen. Nach der jezigen Beschaffenheit der Veteranin dürfte ihr noch eine lange Lebensdauer bevorstehen. :::[ Sofaßtrologie.] Merkwürdige Bräuche scheinen heute noch am Hofe von Siam zu herrschen. So mußte der Kronprinz genau 11 Minuten vor acht in Banglok landen, da dies die von den Hosastrologen als günstig bezeichnete Zeit war. Alle Bewegungen des Herrschers werden aus gleiche Weise von den Astrologen zeitlich bestimmt. Ein gebildeter Siamese bestritt einem Interviewer ge über, daß man diesen astrologischen Weisungen noch irgend welche Bedeutung beimesse. Es sei nur noch ein Beibehalten alter Bräuche, was ihre Beachtung veranlassa. [ der rachfüchtige Elefant.] Von der Rachsucht und dem erstaunlichen Erinnerungsvermögen eines Elefanten veiß ein englisches Blatt folgendes zu berichten: Ein aus den Stall des Königs von Siam in Bangkok verkaufter Elefant wurde einem Wärter übergeben, der früher im Dienste des Königs gestanden hatte. Als das Tier des Mannes ansichtig wurde, umschlang es ihn mit dem Rüssel, schleuderte ihn zu Boden und zerstampste ihn mit den Füßen zu Brei. Wie es sich herausstellte, hatte der Unglückliche vor 15 Jahren durch einen Steinwurf bas rechte Auge des Elefanten zerstört, der nun seine Kache nahm. )([ Die Heimsuchungen einer Präsidentin.] Fran Roosevelt wurde lezthin frank infolge der ununterbrohenen Strapazen, die das gesellige Leben in Washington ihr seit November auferlegt hat. Folgende Liste zeigt, welche Last des Vergnügens" seit jener Zeit auf ihr zeruht hat: Hausgäste empfangen 200; Mittagsgesell chaften gegeben 36; Durchschnittszahl der Gäste bei jeber Mittagsgesellschaft 20; Frühstücksgäste 50; Gäste zum zweiten Frühstück 275; Staatsdiners 3; Durchchnittszahl der Gäste bei den Staatsdiners 90; besuchte Rabinettsbiners 8; musikalische Unterhaltungen gegeben 6; Durchschnittszahl der Gäste dabei 300; Gesamtzahl der Gäste bei den musikalischen Unterhaltungen 1800; Staatsempfänge 5; von ihr begrüßte Gäste beim Neujahrsempfang 8000; Gäfte bei vier anderen Staatsempfängen 7200; Nachmittagsempfänge, die Mrs. Roose belt gegeben hat, 5; Durchschnittszahl der Gäste bei jedem Nachmittagsempfang 1200; Gesamtzahl der Gäste bei den Rachmittagsempfängen 6000; Gäste, die ins Blaue Zimmer" eingeladen und nach den Staatsempfängen bewirtet wurden, 1500! Das genügt! Wechsel. ,, Wie steht es denn mit dem hier vo einem Jahre gegründeten Verein der Alkoholgegner?" O, glänzend, er beißt übrigens jest Verein der Alkohol Aus Heffen und Nachbargebieten. - Nationales Schwimmen und Springen. Am lezten Sonntag fand im Städt. Schwimmbade zu Frankfurt a. M. ein großes nationales Wettschwimmen und Springen statt, was einen äußerst interessanten und spannenden Ber lauf nahm. Es starteten 15 Vereine, die aus Nah und Fern herbeigekommen waren. Inter anderen war der Schwimmclub„ Otter" Berlin mit 7 Herren vertreten, die jedoch infolge der langen Fahrt sie famen erst Sonntag früh 6 Uhr hier an nicht richtig ins Zeug gehen fonnten. Das Programm hatte zwar eine stattliche Länge, wirkte jedoch nicht übermüdend, da für stete Abwechselung gesorgt war. Mit viel Beifall aufgenommen wurde auch das humoristische Kleiderschwimmen, das in Hut, Rod, langer Hose, Schuhen und Handschuhen aufgeführt wurde. Nach der ersten Bahnlängen mußte Rock und Hose ausgezogen und nach der dritten Bahnlänge auch wieder angezogen werden, welch lepteres infolge der unvermeidlichen Nässe schwierig von ftatten ging. Die Preise konnten in folgender Weise verteilt werden: H - " bom Eröffnungs- Stafettenschwimmen: 1. Frant furter Schwimm- Klub bei 2 Bahnlängen( à 24 Mtc.) 1 Min. 44 Set. Kopfweitsprung aus dem Stand Bassinsrand: Schwimmer- Bund Schwalen" Stuttgart 16,25 Mtr. Schnellschwimmen:( jede Schwimmart gestattet): 1. Frankfurter Schwimm- Klub 2 Bahnlängen 34% Set. Er ft schwimmen 4 Bahnlängen: Schwimm Klub Poseidon" Karlsruhe 1 Min. 26 Set. Haupt. schwimmen 8 Bahnlängen: Schwimm- Klub Neptun" Frankfurt allein durch die Bahn 2 Min. 55 Sek.( beste vorjährige Beit 3 Min. 5 Set.) Schwimmen für Verbandsmitglieder an deren Wohnort sich fein Winterschwimmbad befindet, 4 Bahnlängen: Höchfter Schwimmclub 1 Min. 25% Set. Hauptspringen, 4 Pflicht und 4 Rürsprünge( festere mit Schwierigkeite graden): Schwimmer- Bund Schwaben" Stuttgart. 8ög. lingsschwimmen für Böglinge unter 15 Jahren, 4 Bahne längen: 1. Frankfurter Schwimm- Klub 1 Min. 27 Set. Vereins Stafettenschwimmen: 1. Frankfurter Schwimm- Klub 2 Min. 20% Set. Mehrfampf: a) Streckentauchen, b) Springen, c) Schwimmen aus den 3 Abteilungen: 1. Schwimmer- Bund Schwaben" Stuttgart. Ermunterungsschwimmen, 6 Bahnlängen: Offenbacher Schwimm- Klub 2 Min. 9 Set. Junioren schwimmen, 4 Bahnlängen, offen für Herrenschwimmer, die bis zum Tage des Wettschwimmens noch feinen 1. Preis errungen): 1. Frankfurter Schwimm- Klub. Kleider. schwimmen, 4 Bahnlängen: 1. Frankfurter SchwimmKlub 2 Min. 25 Set. Wasserballspiel: 1. Frank furter Schwimm- Klub, Berliner Schwimm- Klub„ Otter". Sieger blieb der 1. Frankfurter Schwimm- Klub 5: 3 Goals. " " Neuhinzutretende Neuhinzutretende Abonnenten erhalten unsere erhalten unsere Zeitung bis Ende dieses Monats gratis. Man ** Das deutsche Bundesschießen in Hannover. schreibt uns aus Hannover: Alle drei Jahre wird das große deutsche Bundesschießen abgehalten und auf das 13., das 1899 in Dresden stattfand, folgt in diesem Jahre das 14. deutsche Bundesschießen in Hannover. Hannover ist die Schüßenstadt par excellence und das Schütenfest, welches die Stadt Hannover regelmäßig jedes Jahr veranstaltet, nimmt die erste Stelle unter den wenigen im großen Stile angelegten Festen ein, die in Deutschland jezt noch veran staltet werden. Hannover hat große Anstrengungen gemacht, um die Tausende von Gästen, die in diesem Sommer hier zufammenströmen werden, festlich und gaftfreundlich aufzus nehmen. Besondere Ausschüsse, denen die angesehensten Bürger der Stadt und die Spißen der Behörden angehören, haben dafür gesorgt, daß jeder Gast Unterkunft findet und eine außerordentlich rührige technische Kommission hat die bereits vorhandenen und alljährlich benutten Schießstände in einer Weise ausgebaut, welche das fommende Bundesschießen vorbildlich für die nächsten machen wird Protektor des Bundesschießen ist der Kronprinz des Deutschen Reiches. Neben ihm werden voraussichtlich eine ganze Reihe deutscher Bundesfürsten der Einladung Hannovers Folge leisten.. Sehr lebhaft wird die Beteiligung im Auslande lebender, deutscher Schüßen sich gestalten und die Zahl der aus Nord- und Südamerika einlaufenden Anmeldungen übersteigt in diefem Jahre die des legten Bundesschießens. ** Das Mitteilungen aus St. Lonis. Ohne Schornsteine werden die Kesselhäuser der Weltausstellung zu St. Louis sein. Die Rauchgase werden durch Gebläsemaschinen abgezogen werden, wie dies mit Erfolg schon in anderen großen amerikanischen Städten geschehen ist. Für die Ausstellung ergibt sich dadurch der Vorteil, daß die Gebäude, Besucher und Ausstellungsgegenstände durch den Rauch aus den Kesselhäusern nicht leiden. Außerdem bieten die hohen Fabrikschornsteine, die man den Asselhäusern sonst beigab, ein feineswegs angenehmes, architektonisches Bild. Hauptkesselhaus, das unmittelbar neben dem Maschinengebäude liegt, wird vier Hauptgruppen umfassen, von denen jeve besondere Kesselart enthält. Es dürfte weitere Kreise interessier.n, daß deutsche Kessel schon jetzt in diesen Riffelhäusern in Gebrauch genommen werden, um vorläufig Dampf für die Beleuchtungsanlagen zu geben. Es wird ein Steinmüllerkessel, ein Schulzkessel deutschen Ursprungs von der Germaniawerft in Kiel aufgestellt; außerdem haben die Düfteldorf Ratt nger Röhrenfefselwerte einen Deurr- Marinetessel für die Anlage geliefert, der am 22. November mit dem Dampfer Moltte abgegangen und in St. Louis am 12. Dezember angekommen ist. Derselbe erzeugt 800 Bferbestärken und wird in allernächster Zeit bereits in Betrieb genommen. FÜR UNSERE JUGEND die fleißigen Mäbchenbände syne jeben tenaufwand Mama zur lleberraschung darbieten fönnen. a legt der unteren Handschuhhälfte den aus startonpapier nach einem Zwider hergeſtellten Schnitt auf und schneidet, indem man ringsum Zentimeter für Ru. 58. Dienstag, ben sche 10. Capt Fami 1903.