D. 238, Erstes Blatt. onnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., 1 Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Ottsbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Entenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmitage. Samstag, den 10. Oftober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret&: Die einfpaltige Betitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Hazard. [ Politische Wochenschau.] Wer hat früher gewußt, wo Moresnet liegt, wer hat sich um Altenberg gefümmert und die Schönheit seiner Umgebung? Erst der Schluß der Ostender Spielhölle und die Mufinachung einer neuen Bank auf dem kleinen, neutralen Romplexe, um den sich Deutschland und Belgien streiten, zog die allgemeine Aufmerksamkeit auf jene Gegend. Und seitdem ist es eigentlich noch nicht wieder still geworden. Man schloß zwar die neueröffnete Bank sofort wieder, fing aber dann an, sich über den Besitz des Ländchens selber zu ereifern. Bis heute ist man noch nicht einig geworden. Die Ostender Noués, die„ harmlos" nach Altenberg gezogen Laren, hatten wohl kaum daran gedacht, daß sie damit Staatsaltionen heraufbeschwören könnten. Angenehm war ihnen das sicher nicht, denn die öffentliche Aufmerksamkeit ist ein schlechter Ribit" beim Trente et quarante. Wie es heißt. baben die Herren auch sofort ihre Sachen gepackt und sind nach der Türkei ausgewandert, wo ein findiger Hamburger Manager vom Sultan eine Konzession erhalten haben soll. Wie lange wird es also noch dauern, dann mischt sich; ins Flintenfnallen im Villajet Monastir die kreischende Stimme der Croupiers: faites votre jeu! Die rollende Kugel bestimmt die Geschicke der Welt und ,, Spiel ist alles, was uns Schicksal scheint". Immer waren es die großen Hazardeure, die entscheidend eingriffen in den Lauf der Dinge. Der mazedonische Alexander war so gut ein Blidsspieler, wie der römische Cäsar. Als der„ kahle EheBrecher" jenseits des Rubikon seinalea jacta est" sprach, stand höchster Einsatz gegen höchste Chance. Und Napoleon? Lind in gewisser Weise wenigstens auch unser Bisrnard? Spielte nicht auch der eiserne Kanzler ein gewagtes Spiel, als er mit Desterreich und später mit Frankreich die Barten mischte? So mag wohl auch jener Mann entschlossen sein, zu Grunde zu gehen oder die Bank zu sprengen, Ser da neulich unter dem Jubel von Tausenden im St. Andreassaale zu Glasgow seine große Programmrede hielt. Schon einmal zeigte sich Chamberlain als verwegener Spieler, Schon einmal gemann er mit der Ruhe des versierten Hazardeurs, als lange Odds auf seiner Hand standen, und jeder andere an seiner Stelle kleinlaut Reugeld angeboten hätte. Rot oder Schwarz". Alles oder nichts. Wer will heute Schon sagen, wie die Kugel fällt? König Edward, der als Iuftiger Prinz Heinz" gar oft im Wiener Turf- Klub" und im, Club de Paris" mit von der Partie war, hat lange schon or Ladysmith auf dieses verwegenen Mannes Hand gehalten. Erkennt seine Pappenheimer und weiß, daß der nüchterne Chnismus viele Kilo weniger trägt" im Rennen ums Glück, als der feuchtfröhliche Optimismus der nervösen Gelegenheitsspieler. Und er weiß auch, daß der brave Joe wohl bewandert ist in den Künsten, die Riccaut de la Marlinière in des großen Wolfenbüttler Bibliothekars prächtigem Lustspiel tom Soldatenglück in zartfühlender Umschreibung„ corriger la fortune" nennt. Und ist es schließlich etwas anderes als ein Glücksspiel, das der Friedenszar im Osten von Asien spielt? Höchster Ginsatz gegen höchste Chance. Murawiew war der erste, der Rußlands Kaiser lehrte, Geschmack am Jeu zu finden. Und die Lambsdorff und Witte, Plehwe und Besobrasow, ind Sie nicht alle Hazardeure? Die rollende Kugel trägt hr ganzes Glück. Ein großer Fehlschlag, und die Partie ist aus. Wie aber in Monte Carlo immer am Ende der ge= winnen muß, der es aushalten fann, der immer den Einsatz berdoppeln kann, wenn das Glück gegen ihn war,- so ist auch bei dem großen Weltroulette immer der Stärkere, der schließlich Recht behält. Und man fühlt sich heute an der Newa so unüberwindlich stark, daß man getrost einen Einsatz wagt, wie ihn der verwegenſte Glücksspieler nicht höher riskieren könnte. Ob Japan den Betrag halten wird? Wir glauben es kaum. Der englische Partner des asiatischen Inselreichs ist schon so stark für eigene Rechnung engagiert, daß man auf seine Unterstützung nicht wohl rechnen kann. All ein aber ist Japan zu schwach, um dem russischen Gegner Paroli zu bieten. Noch ein anderer war nahe daran, hohen Einsatz zu wa gen: Fürst Ferdinand von Bulgarien. Wie die großen politischen Plunger sich„ räusperten" und wie sie spuckten", da glaubte er ihnen gründlich abgeguckt" zu haben. Lange aber schon trieb beißer Ehrgeiz ihn auf eine Numuner sein gamzes Hab und Gut zu sehen, al sein Besitztum für die- önigstrone. So beteiligte er sich verzme felt an dem reblen Spiele, das auf dem Balkan gespielt wird. Ob die ersten Mahnungen von Petersburg und Wien ihn abgebrach aben von seinem Beginnen? Ob er das Wahnwißige seines Spieles endlich begriffen hat? Ungleich waren die Chancen; ugleich der Einsatz. Der osmanische Sultan hielt die Bank und hatte Zero von vornherein für sich. Außerdem aber verfügte er über Kräfte, die denen des koburgischen Fürsten bei weitem überlegen sind. Wozu also das Wagnis? Die Ungeduld ist ein schlechter Partner, wenn man zum Spieltisch geht. Wer nüchtern bleibt und über Nerven wie Taue verfüigt, hat immer die größere Chance. Hazard..., wohin man blickt: Hazard. Wenn sich in: Altenberg in Neutral- Moresnet armselige Glücksspieler zufammentun, um die Jagd nach den Francs zu beginnen. so schließt man ihnen die Bude. Spielen ist unmoralisch, und für Unmoral ist kein Platz an zivilisierten Stätten der Erde. Wenn aber am Weltroulette um die Geschicke der Völker gespielt wird, und das europäische Konzert dazu aufspielt,- so ist das ganz etwas anderes. Die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen. Je größer der Einsatz, umso größer die Chance; je höher der Spieler, umso feiner sein Handwerk. Die Lehren des Prozeffes Dippold.* CB Mit acht Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust hat das Bayreuther Fünfmännergericht die bestialischen Noheiten des Hauslehrers Dippold gestern( Freitag) geahndet, die dem Leben eines hoffnungsreichen Knaben ein frühes Ziel setten. Diese Sühne ist streng, aber sie entspricht dem Rechtsbewußtsein des Volkes, das es nicht verstanden hätte, wenn ein Mann, der den ihm zur Erziehung andertrauten Knaben, perversen Trieben folgend, zu Tode gemartert hat, mit geringerer Buße bedacht worden wäre. Aber nicht über diesen Einzelfall, der gottlob in dieser Kraßheit wohl einzig dastehen dürfte, soll hier gesprochen werden. Der Prozeß Dippold, und was in ihm zu Tage getreten ist, fordert zu einigen allgemeinen Erörterungen heraus, er birgt eine Lehre, die angesichts der Enthüllungen dieses Prozesses hoffentlich allgemeiner als bisher beherzigt werden wird. Und diese Lehre lautet: Schließt Eure Kinder nicht künstlich ab von der gemeinsamen Erziehung mit Altersgenossen! Unsere öffentlichen Schulen sind im Rahmen der Unvollfommenheit aller menschlichen Dinge mustergültige Anstalten. Ganz abgesehen davon, daß ein Martyrium der Schüler einer öffentlichen Schule, wie das der Zöglinge des Dippold, völlig ausgeschlossen ist: auch der pädagogische Wert der gemeinsamen Erziehung gleichalteriger Knaben ist so außerordentlich hoch, daß auch der beste Privatunterricht ihm nicht ebenbürtig ist. Gewiß, der einzelne Schüler einer Schulklasse fann nicht so individuell erzieherisch behandelt werden, wie etwa ein Knabe, der Privatunterricht erhält. Dafür aber wirkt die stete Berührung mit den Altersgenossen, die die Wesenshärten des einzelnen abschleift, der Wetteifer mit den Mitschülern, der den Ehrgeiz der Knaben weckt und erhält, in so hohem Maße erzieherisch, daß er dem privaten Unterricht, der die Zöglinge immer einseitig werden läßt, bei weitem vorzuziehen ist. Freilich, es können auch besondere Fälle eintreten, wo den Eltern schlechterdings nichts übrig bleibt, als auf den öffentlichen Unterricht zu verzichten und ihren Kindern Privatunterricht angedeihen zu lassen. Dann aber ist es die erste Pflicht der Eltern, sich zu vergewissern, wem sie Seele und Leib ihrer Kinder anvertrauen. Und es ist weiter ihre Pflicht, unablässig darüber zu wachen, ob der Mann, dem sie die geistige, sittliche und körperliche Erziehung ihrer Kinder anvertrauen, ohne Wanken sich dieser hohen und verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen zeigt. Die grauenerregende Behandlung, die Dippold seinen Zöglingen angedeihen ließ, hätte nicht vorkommen oder mindestens nicht monatelang andauern können, wenn die Eltern der unglücklichen Knaben ihrer Elternpflicht nachkamen und die nötige Kontrolle über Dippolds Erzieherpraxis geübt hätten. Darum: Laßt euren Kindern die Segnungen des öffentlichen Unterrichts zuteil werden, und wo das nicht angeht, habt acht, daß die Hoffnung eures Alters nicht seclisch und leiblich geschändet und vernichtet werde durch unwürdige oder unfähige Erzieher. Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt es, heißt es in den Sprüchen Salomons. Aber wer sein Kind lieb hat, der sorge auch, daß die Züch= tigung nicht zur Folter werde. Und wer die kindliche Psyche fennt, weiß, daß der Bakel durch ein gutes und ernſtes Wort meistens überflüssig gemacht wird. Erziehen heißt nicht zu schanden prügeln, und ein„ Erzieher", der gleich mit dem Prügel bei der Hand iſt, taugt zum südamerikanischen Gaucho, nicht aber zum Bildner empfänglicher Kinderseelen. Aus den Verhandlungen seien nachstehend noch einige markante Ergänzungen zu unseren bisherigen Berichten hinzugefügt. Der kleine Joachim Koch schilderte in anschaulicher Weise, wie Dippold ihn und seinen verstorbenen Bruder gequält habe. 40 bis 50 Schläge hat er uns häufig gegeben, und wenn wir dabei in Ohnmacht fielen, bekamen wir Fußtritte. In einer Nacht hat er auf uns, die wir uns mit dem bloßen Hemd bekleidet über einen Stuhl legen mußten, sieben Stöcke zerbrochen." Der kleine Zeuge schildert, wie Dippold ihn am Halse faßte und würgte. Er beschreibt, wie der rohe Peiniger, als der gemarterte Heinz im Sterben lag, achselzuckend sich abwandte und sagte:„ Der verstellt sich nur!" ,, Wir mußten oftmals hungern," flagt er weiter, und Dippold schlug mich wiederholt mit einer schweren Eisenstange." Dippold hat die Knaben nach des Zeugen Aussage wiederholt unzüchtig berührt. Das„ Selbstbekenntnis" des verstorbenen Heinz Koch habe Dippold jenem durch Drohungen erpreßt. Die Sachverständigen erklären Dippold für einen Sadisten. d. h. einen Menschen, der tierische Wollust durch Grausamkeiten befriedigt. Professor Dr. Vogr erklärt den Angeklagten für noch schlimmer als einen Lustmörder. Ein solcher morde sein Opfer sofort, Dippold aber habe die armen Jungen monatelang gepeinigt. 500 Kilometer in der Stunde?! Die deutsche Eisenbahntechnik hat dieser Tage einen glänzenden Sieg errungen. 200 Kilometer Fahrgeschwin digkeit in der Stunde erreichte der Siemenswagen, mit dem die Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen auf der preußischen Militär- Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Bossen ihre Versuche anstellte. Aus allen Teilen Deutschlands, aus allen Kreisen der Bevölkerung, vom Kaiser angefangen, liefen Glückwunschtelegramme zu dieser Großtat deutscher Ingenieurfunst ein. Man hält in den leitenden Kreisen mit diesem Geschwindigkeitsmaß die Grenze des Wünschenswerten und zugleich des Erreichbaren für erlangt. Doch der Menschengeist, der nimmer rastende und unzufriedene, läßt sich auch an dieser schwindelerregenden Schnelligkeit nicht genügen. Kühn geht der Adlerflug seiner schöpferischen Phantasie in neue unbegrenzte Gebiete. Während man bisher in der Elektrizität die leistungsfähigste, dem Menschen zu Gebote stehende Naturkraft sah, die man in das eiserne Joch der Schnellbahnen spannen könnte, wird jetzt von einem Kopenhagener Gelehrten, dem Professor Albertson, der Magnetismus dem länderverbindenden Schienenwege dienstbar gemacht. Albertson behauptet allen Ernstes, ein Eisenbahnsystem auf der Grundlage des Magnetismus erfunden zu haben, das die schier unheimlich klingende und mit unseren augenblicklichen Begriffen kaum auszudenkende Perspektive auf eine konstante Geschwindigfeit von 500 Kilometern in der Stunde eröffnet. Wie er das machen will, verrät er vorläufig allerdings nicht, aber dafür, daß man es bei diesem neuen wunderbaren Projekt nicht mit einem bloßen phantastischen Erfinderwahn zu tun hat, bürgt schon der Umstand, daß Albertson das Modell seiner Bahn dem Direktorium der großen amerikanischen Gesellschaft der Delaware- und WesternRailway vorgeführt hat und bei diesem begeisterte Aufnahme fand. Das Direktorium stellte ihm die großen Werkstätten der reichen Gesellschaft zur Verfügung, um Versuche im Großen anzustellen. Man glaubt, daß noch vor Ende dieses Jahres eine stichhaltige Probe aufs Exempel des Erfinders statthaben wird. Albertson nennt seinen Zug der Zukunft den Magnetzug". Es soll bei seinem System keine Möglichfeit von Zusammenstößen, noch weniger von Entgleisungen bestehen, da die Wagen trotz ihrer infernalischen Geschwindigkeit die Schienen nicht verlassen können. Das alles verdankt Albertson seinem System von Magneten, das eine Steigerung der Geschwindigkeit durch eine Verminderung des zu ziehenden Gewichts herbeiführen und zu gleicher Zeit als Sicherheitswächter dienen soll.„ Nehmen wir an," sagt der Erfinder, ein Eisenbahnwagen wiege 20 Tonnen; wenn wir nun Magneten von solcher Stärke anbringen können, die eine Zugkraft von 18 Tonnen ausüben, so wird das Gewicht des Wagens auf zwei Tonnen beschränkt werden, und alsdann wird er auf die Schienen nur soviel Reibung ausüben, als dem zehnten Teil seines Gewichts entspricht." Man tut gut, sich den Albertsonschen Versprechungen gegenüber vorläufig in fühl abwartender Stellung zu verhalten. Aber weshalb sollte das, was in der Theorie mög lich ist, wie der Modellversuch gezeigt hat, sich schließlich nicht ebenso gut in die Praxis überführen lassen, wie die 200 Kilometer- Geschwindigkeit der elektrischen Bahn, die noch vor einem Jahr von ernsten Fachleuten als eine zie zu erreichende Utopie verhöhnt wurde? Das Schillersche Wort: „ Kühne Seglerin, Phantaste, Wir dein mutloses Anker hie!" paßt nicht mehr auf unser Geschlecht, dessen kühnem Ge dankenflug die Zaubermittel höchster Technik zur Seite stehen. Die Politik. Am 1. September ist bekanntlich das internationale Zuckerabkommen in Kraft getreten, dem Deutschland, Desterreich- Ungarn, Belgien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Stalien, Holland und Schweden angehören. Nun soll in einer neuen Tagung der ständigen Kommission, die am 15. Oktober stattfindet, über den weiteren Beitritt von Buremburg und Peru Beschluß gefaßt werden. Außerdem wird man sich mit wichtigen Anträgen der russischen und der dänischen Regierung zu beschäftigen haben. Der bekannte deutsche Missionär Homeyer ist von südhinesischen Piraten angegriffen und durch Schüsse verwundet worden. Außer dem Missionär wurden auch der Kapitän des Schiffes, sowie eine Dienerin verwundet. Die Piraten raubten alle Reisenden aus. Diese kehrten nach Kanton zurüd und wandten sich an den deutschen Konsul, der sich alsbald mit Eifer der Sache angenommen bat. Danach scheint Band anter und Rappi Die Generalin Duunified' beter bingen Verwundert fah ihn der Schweizer an. Dort en e- bowstoi und die junge Prinzeß Uwaroff waren täglich hier. Das weiß ich doch nicht genau. Nur die Fürstin Gle mittelt und fo laut, als ob er etwas übertönen müsse. nimmt Befuche an?" fragte er underer ora) ab. оem Seider Der lich elend sah das Gesicht, das ganze Weib aus. cher Ciedung das feine Dice einen ganz beraerrten 918wältigen drohte, herunterdrücken. Alles in ihm war in solSo wollte er die furchtbare Erregung, die ihn wieder zu überMurenin sprang auf und ging im Zimmer auf und ab. vor Schwindel halb geschlossen, hilflos, frant, unaussprechgefalteten Hände wie zarte, helle Blätter. vede Tagen thre Ihre Augen waren vorläufig zu lösen. ausstatten und weitererzählen werde fie in einem Staunen zurücklassend, das zu starr war, um es zu, und vor ihren halb zugefniffenen Augen fuhr er davon, tschik an, grüßte höflich die Fürstin, rief ihr à bientot auch, mit welchen stommentaren fie dies zusammentreffen Er zog seine Uhr, rief einen vorüberfahrenden Iswoschden Ausdruck und die Seele, welche sie hineinlegte! fuchte sich das alles eifrig zusammen und freute sich dann und als sie am Klavier die Träumerei" gespielt, lobte er heute rubten seine Augen viel wärmer auf ihr als sonst, für fie erwache! Einmal hatte er das gesagt und dann das, zuspähen und in seinem Antlitz zu forschen, ob sein Herz etiva Sie es doch so, als ob in dem alten Piratenunwesen in China durchaus keine Aenderung eingetreten wäre, troß der fortgesezten Versicherung der chinesischen Regierung, die Räuber wären völlig ausgerottet. In einem offiziellen Communiqué wird das Verhalten des Militärs während der Szegediner Vorgänge vollkommen gebilligt, dagegen erklärt, die Untersuchung werde erst ergeben müssen, ob die politische Behörde auf der Höhe ihrer Aufgabe stand. Indessen scheint in Szegedin selbst einigermaßen die Ruhe wieder eingekehrt zu sein. Der Magistrat will die Enthebung des Honvedkommandanten fordern, der durch sein Verhalten das Gesetz verletzt habe. Ob diesem Verlangen nachgegeben wird, ist, nach den zitierten Regierungsauslassungen, allerdings mehr als zweifelhaft. Was die allgemeine ungarische" Steuerverweigerungs- Angelegenheit anlangt, so hat Graf Khuen die sämtlichen Beschlüsse der administrativen Behörden, welche sich auf die Ablehnung freiwilliger Steuerzahlungen beziehen, kurzerhand annulliert. Unter der vielsagenden Ueberschrift„ Die Kosaken in Rom" polemisiert ein ministerielles italienisches Blatt mit aller Schärfe gegen die Absicht des 3 aren, eine Kosakenleibwache mit nach Rom zu bringen. Dabei wird auch nachträglich noch Einwand dagegen erhoben, daß sich Kaiser Wilhelm von einer Leibhusaren- Abteilung nach dem Vatikan geleiten ließ. Gerade von italienischen Blättern, die doch die Situation in Rom kennen, sollte man annehmen, daß sie diese Uebung begriffen. Was übrigens den Zarenbesuch in Rom betrifft, so ist bis heute noch nichts näheres darüber bekannt, als daß er zwischen dem 24. und 30. Oktober ſtattfinden wird. Der Bürgermeister der Sieben- Hügelstadt erklärt indessen zur Beruhigung fortgesezt, daß alle die angefündigten russenfeindlichen Demonstrationen unter den Tisch fallen würden; Rom werde dem Zaren einen warmen Empfang bereiten. Aus der Tatsache, daß bislang auf die russisch- österreichische Balkannote seitens der Mächte noch keine Antwort ergangen ist, konstruiert man sich in Sofia eine„ auseinandergehende Meinung". Frankreich, Italien und England bestünden darauf, daß die Kontrollkommission einen internationalen gemischten Charakter erhält. Es sei namentlich Italien, welches darauf bestehe, aus Mißtrauen gegen Desterreich- Ungarn. Andererseits habe sich auch der Sultan dem Kontrollplane heftig widersetzt, was in diplomatischen Kreisen den Gedanken einer Schiffsdemonstration angeregt habe. Es ist kaum anzunehmen, daß hinter diesen Vermutungen irgend welche Tatsachen stehen. Was übrigens den türkisch- bulgarischen Abrüstungsplan anlangt, so scheint er sich zu bewahrheiten. Amtlich wird aus Sofia darüber gemeldet, die türkische und die bulgarische Regierung hätten sich in der Frage der Abrüstung verständigt. Bulgarien werde 20 000, die Türkei 40 000 Mann entlassen. Nach Durchführung des Abkommens werde Bulgarien alle türzlich zu den Fahnen gerufenen Reservisten entlassen. Diese Reserven, die blumengeschmückt und unter Absingung von Liedern in ihre Garnisonen einrückten, erregen bekanntlich allgemeines Mißtrauen. Wenigstens will es seltsam erscheinen, daß das stehende bulgarische Heer in einer Stärke von 80 000 Mann erhalten wird, während täglich Abrüstungsversicherungen ausgetauscht werden. Ueber neue Judenkrawalle in Rußland und zwar in Orschau( Gouvernement Mohilew) werden abenteuerliche Nachrichten verbreitet. So sollen etwa 1000 Juden den Versuch gemacht haben, verhaftete Glaubensgenossen zu befreien. Dabei wäre es zu einem Kampfe mit der Wachmannschaft gekommen, die mit blanker Waffe einschreiten mußte und zehn Verhaftungen vornahm. In dieser Fassung ist die Meldung jedenfalls recht zweifelhaft. † Die marokkanische Frage wird täglich von neuem erörtert. Neuerdings wird eine Oraner Korrespondenz verbreitet, in der die Dinge so dargestellt werden, als ob die Wüstenräuber, die dauernd die französischen Truppen belästigen, vom marokkanischen Sultan mit Waffen( noch dazu französischen Waffen!) versehen würden und in seinem Solde ständen. So wird einerseits künstlich eine französische Entrüstung konstruiert, während andererseits darauf mit Nachdruck hingewiesen wird, daß die Finanzlage Marokkos erbärmlich sei, und daß Bankerott und Anarchie unvermeidlich wären, wenn nicht die Mächte, besonders Frankreich, einwilligten, den Sultan zu retten. Worauf das hinausläuft, ist ja bekannt. Vermutlich steht damit auch die Botschaft in Zusammenhang, daß zwischen Frankreich und Großbritannien eine Einigung über einen allgemeinen Schiedsgerichtsvertrag" zustande gekommen sei, der nächstens voraussichtlich publiziert werden würde. Während der japanische Gesandte in London die Nachricht von der Aufteilung Koreas für ebenso unsinnigerklärt, wie die von einer kriegerischen Zuspitung der Dinge zwischen Rußland und Japan, nehmen die Russen in aller Ruhe immer mehr Platz in China. Daß sie gar nicht daran denken, sich wieder daraus zu entfernen, ergibt sich auch aus der Tatsache, daß sie in Niutsch wang mit großem Eifer umfangreiche Regierungsgebäude errichten. An der Küste aber manövriert der Vizekönig", Admiral Alexejew, mit Heer und Marine im größten Stile, und 90 Ariegsschiffe auf dem Stillen Ozean sind dazu bestimmt, der Welt zu zeigen, welch eine Macht bereit ist, Rußlands Wünschen die Erfüllung zu sichern. Nab und Fern. Um allen fozialistischen Verdächtigungen über finanzielle Machenschaften endlich ein Ende zu bereiten, hat sich König Viktor Emanuel entschlossen, eine besondere Kommission zu ernennen, welche die Tätigkeit der italienischen Marineverwaltung einer Untersuchung unterziehen soll. - Viel Kopfzerbrechen bereitet offenbar Papst Pius X. den vatikanischen Politikern. Hat auch das amtliche Blatt des Vatikan kategorisch die Nachricht dementiert, daß der Papst entschlossen sei, mit dem alten Gebrauche seiner Vorgänger zu brechen und die päpstliche freiwillige Gefangenschaft abzuschaffen, so ist doch nicht zu leugnen, daß die betreffende Kombination nicht so ganz aus leerer Luftgegriffen war. Nachträglich wird nämlich bekannt, daß der Papst in der Tat die Absicht kundgegeben hat, im nächsten Sommer ein paar Wochen auf Castel Gondolfo, einem päpstlichen Besitztum außerhalb des Vatikans, zuzubringen. Auch sollen im Latecan palast, der ebenfalls päpstliches Eigentum ist, schon jezt die Appartements instand gesetzt werden, da Pius X. den Wunsch geäußert hat, er wolle abwechselnd im Vatikan und Lateran wohnen. Diesem Begehren stände auch wirklich kein Hindernis im Wege, da die Entfernung von einem zum anderen keine bedeutende ist und der Papst, ohne Aufsehen zu erregen, in einem geschlossenen Wagen ganz unbemerkt von einem Orte zu dem anderen fahren kann. Einiges Aufsehen erregt auch in vatikanischen Kreisen die Ernennung des ehemaligen römischen Vizekommissars Grafen Paolo Cacciopieri, also eines früheren italienischen Polizeibeamten, zum Chef der päpstlichen Garden. Papst soll diese Entschließung damit motiviert haben, daß er eine treue und vertrauenswürdige Person" um sich haben müßte, die ihre Aufgabe als„ Polizist" auch wirklich ernst nähme. Die Dauerluftschiffahrt" des österreichischen Erzherzogs Salvator von Paris nach Osten in Begleitung des befannten Aeronauten Grafen de la Vauly mußte wegen heftigen Regens schon bei Lübeck unterbrochen werden. Die Fahrt wurde vom Aeroklub bei leichtem Nordwestwind im Ballon Centaur" angetreten. In einem anderen Ballon stieg Don Jaime, der Schwager des Erzherzogs Leopold Salvator, niit dem Grafen Castillon auf. Die Luftschiffer nahmen reichlich Mundvorrat mit sich, um sich so lange wie möglich in den Lüften zu halten. Sie hatten die Absicht, über ganz Europa zu fliegen. Zugzusammenstoß. Infolge mangelhafter Signalstellung fuhr ein von Leer nach Aurich bestimmter Personenzug auf der Station Großefehn auf einen großen Viehzug auf, wodurch die Maschine und zwei Personenwagen, sowie ein Wagen des Viehzugs entgleisten. Die fünf letzten Wagen des Viehzugs wurden aufeinandergeschoben. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Dagegen ging sehr viel Vich zu Grunde und entstand ein sehr bedeutender Materialschaden. Der Bunte Chronik. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Direktors der Trebergesellschaft, Adolf Schmidt, der befanntlich zu 2 Jahren acht Monaten Zuchthaus verurteilt worden ist. -Auf dem Kanonenboot der Republik Uruguay„ General Rivera" explodierte die Pulverkammer. Der Kommandant und ein großer Teil der Besazung wurden getötet. Das Schiff ist geſunten. - Auf Island baben große Eruptionen des Bulkans Batnajökull stattgefunden. Lokales. Gießen, 10. Oktober 1903. Dem hessischen Landtage ist eine Anfrage des Abgeordneten Köhler zugegangen betr. das Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. September 1899. Veranlaßt ist die Anfrage dadurch, daß die Kr- isämter jetzt auf Anregung der Steuerbehörden, denjenigen Wirten, die seit dem Jahre 1900 bei Scheibenschießen, Holzversteigerungen u. dergl. Angelegenheiten Wirtschaften im Walde c. abgehalten und dazu keine verstempelte Genehmigung eingeholt haben, eine Nachversteuerung von einigen Mark auferlegen. Dieses Vorgehen hat berechtigte Unzufriedenheit hervorgerufen, da der Verdienst bei solchen Gelegenheiten sehr oft noch nicht einmal die Hälfte des Stempelbetroges ausmache. Es hat das auch sicher nicht im Sinne des Gesetzgebers gelegen. Die Interpellation fragt, ob die Regierung Kenntnis von dem Vorgehen der unter geordneten Behörden hat, ob sie gewillt sei, dem Einhalt zu gebieten und ob sie nicht aucht eine gründliche Revision des Stempelgesetz für angebrach halte. ** Anlagenmusik findet Sonntag in den Gießener Südanlagen mit nachstehendem Programm statt. Duvert. Franz Schubert". Maritaua- Walzer von Dellinger. Glühwürmchen, Idyll, von Lincke. Sarophrase über„ Home sweet home" von Voigt. * * Feuerlösch probe. Auf Oswalds Garten in Gießen findet am nächsten Montag eine für Jedermann interessierende Feuerlöschprobe statt, bezüglich deren wir auf das Inserat in heutiger Nummer verweisen. [] Die Freiw. Gailsche Feuerwehr Gießen hält morgen Sonntag, den 11. Oft., nachm. 3 Uhr, ihre Schlußübung ab, wobei ein Brandangriff mit vorgesehen ist. -Am darauffolgenden Samstag, den 17. Oftober, feiert das Korps sein 48. Stiftungsfeft. Es ist nicht nöttg detailliert auf das Programm des Festes hinzuweisen, da man ja von den früheren Jahren her weiß, wie gemütlich, abwechslungsreich und unterhaltend dieselben stets verlaufen sind. Noch 2 Jahre und die F. G. F. fann das goldene Jubiläum feiern zum Ruhm und zur Ehre des Gründers und seines Namens. * * X Krofdorf. Die über die Gehöfte der Landwirte Karl Bender zu Krofdorf und Karl Göbler und Karl Leib zu Gleiberg infolge Rotlausseuche verhängte ehöftsperre ist wieder aufgehoben. A Rodheim a. d. B., 10. Oft. Letzten Samstag abend fand die Hauptversammlung verbunden mit Borstands. wahl des Männer- Turnvereins statt. Durch viele geschäft. liche Besprechungen fonnte selbe am Samstag abend nicht beendigt werden und nahm daher am Sonntag nachmittag einen feuchtfröhlichen weiteren Verlauf. Hauptsächlich wurde das im nächsten Jahre stattfindende Fahnenweihfest besprochen und Beiträge für die Fahne gehoben, was ein schönes Sümmchen ergab. Da die Turnerei in Rodheim viele Anhänger findet, wird das Fest voraussichtlich mit großem Jubel und echt turnerischer Freude begrüßt. Morgen Sonntag hält der Männerturnverein sein Abturnen. Anschließend an dasselbe versammeln sich die Vereinsmitglieder, um zu Ehren der zum Militär" einberufenen Mannschaften einer gemüt lichen Bierabend zu halten. Bester Verlauf für Beides, das sei unser Wunsch. Selbstmord. Der im Gießener Arresthaus inhaftierte Rendant Ludwig Seipp aus Birstein verübte in der Mittwoch Nacht Selbstmord durch Erhängen. Gegen Seipp war wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen in der Nähe von Gedern, die Untersuchungshaft verhängt. Ta Anhalt für eine abnorme Geistesverfassung bei ihm bestand, erfolgte seine mehrwöchige Beobachtung in der psychiatrischen Klinit. Kürzlich erfolgte dessen Zurückverbringung, jedoch war das Ergebnis noch nicht bekannt. Seipp war ehemaliger aftiver Offizier und fand dann als Polizeikommissär bei der Bolizei in Frankfurt a. M. Verwendung. Nach seiner Pensionierung als solcher bekleidete er das Amt eines Rendanten bei der Fürstlich Isenburg'schen Rentei zu Birstein. ** Der evangel. Jünglings- und Männerberein Gießen( gegr. 1887) ist der Allgemeinen deutschen Vereinigung, die 1885 Vereine und 101 000 Mitglieder zählt, angeschlossen. Der Internationalen Vereinigung gehören 6216 Vereine mit 534 000 Mitgliedern an. Der Verein( Lokal: Kleinkinderschule) bietet Handreichung zu christlicher Gemeinschaft, Fortbildung und edler Unterhaltung. Die Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt: Aepfel: 100 Doppelzentner, Birnen: 105 Doppelzentner, Pflaumen( Zwetschen): 1400 Doppelzentner, Wallnüsse: 5 Doppelzentner. In der Gemarfung Schiffenberg: Mepfel: 40 Doppelzentner, Birnen: 5 Doppelzentner, Pflaumen( 8wetschen): 10 Doppelzentner, Wallnüsse: 3 Doppelzentner. * * *$ Bwei Siegfried und Bruge außgebli helm Merle v ung, daß er be förperlich migh zu 5 Monaten Areitet der Tät Berufung, west Beweiserhebung 12 von Bobe gericht wegen Auf feine Ber gefprochen wi melcher gegen ühn wegen Be Gefängnisftra Fuhrmann Amtsgericht Wochen Haft fpruch angefeß Einspruch verm Moftenpflichtig Mnnerod b bas feinen geg Megten Wider trafbar gema micht nachgew *** Leihgestern, 10. Oft. Der neue, seit dem 25. Jult d. J. bestehende Turnverein ist in einem erfreulichen Aufschwung begriffen. Die Zahl der Mitglieder beträgt jetzt 80; hiervon sind 50 Turner und 30 passive Mitglieder. Die Aufnahme in den Gau Wetterau hat am Sonntag, den 27. Sept., in Assenheim b. Friedberg stattgefunden, wohin der Verein zwei Vertreter gesandt hatte. Der Verein führt den Namen Gut Heil und nicht Fret Seil. [:] Aus dem Kreise Lauterbach, 9. Okt. Ein recht fühlbarer Mangel an Lehrkräften herrscht gegenwärtig in unserem Kreise. Mehrere Schulstellen sind vollständig verwatst z. B. in Herbstein, Maar, Krainfeld u. a.; an anderen Örten mußte die Errichtung neuer Schulstellen bis zum nächsten Jahre infolge des Lehrermangels verschoben werden. Auf die ausgeschriebenen Stellen melden sich nur wenige Bewerber, bielfach nur einer, nicht selten bleibt das Ausschreiben ohne Erfolg. Es fehlt an älteren Schulverwalter. §§ Bad Nauheim, 7. Oft. Jm Quellengebiete des Bades, wurde auf Anregung des Großherzogl. Baurates Dr. Eser in einer Tiefe von 12 Metern eine neue Mineralquelle erbohrt. Nach der bisherigen provisori schen Untersuchung enthält das Wasser, welches eine Temperatur von 8 Grad hat, Chlornatrium, doppel fohlensaures Magnesium und Natron und zeichnet sich durch einen großen Reichtum an freier Kohlensäure aus. (:) Bad Nauheim, 9. Oft. Die in der Villa Saronia überfallene Dame ist eine Frau Dr. Stroschein, die mit ihrer Nichte seit Jahren in Nauheim zur Kur weilt. Sie ist die Gattin eines Augenarztes in Dresden, der ein Bruder des Besizers der Chemischen Fabrik Stroschein in Berlin, des Gründers des Flottenvereins, ist. Die Nichte hat mit dem eisernen Stiefelfnecht einen Schlag auf die Schläfe erhalten und ist betäubt gewesen. Frau Dr. Stroschein hat acht Schläge auf den Kopf erhalten. Der Arzt Dr. Bauer hat die Nichte verbunden und nach Gießen bringen lassen- Der als Täter berhaftete Koch Karl Schutt bestreitet die Tat begangen zu haben. Schutt wurde an den Tatort geführt und dann an die Staatsanwaltschaft Gießen ausgeliefert. X Bußbach, 8. Oft. Auf dem heutigen Schweinemarkt herrschte ein flauer Geschäftsgang. Angebot und Nachfrage waren gering. In erster Linie dürfte die Schweinepest die Ursache sein. ) Marburg, 9. Oft. Der Reichstagswahlkampf zeitigte im hiesigen Wahlkreis gestern noch ein gerichtliches Nachspiel. Ein Agitator des Bundes der Landwirte hatte im Wahlkreise agitiert und sich als Landwirt ausgegeben. Die , Hess. Landesztg." hatte nun behauptet, der betr. Wanderredner, ein Herr Hestermann, sei eigentlich Kaufmann. Auch sonst noch hatte sie Behauptungen über den genannten aufgestellt und sich anheischig gemacht, noch Mitteilungen über seine Vermögenslage zu machen. Hestermann strengte deshalb Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen Redakteur der Hess. Landesztg.", Otto Nuschke, an. Dieser aber erhob Widerflage, weil Hestermann in einem Artikel der„ Oberheff. 3tg." Herrn Nuschke Verleumdungen und Chrabschneiderei vorwarf. Deshalb verurteilte das Schöffers gericht gestern Herrn Nushte zu 80, Herrn Hestermann zu 15 Mt. Geldstrafe. Den Ersteren wurden 2/3, dem Letzteren 1/3 der Koften auferlegt. == Mainz, 9. Okt. Die hiesige Straffammer verurteilte den Schreiner Adolph Hössel von Hamm, der mit brennender Bigarre während des Gottesdienstes in die dortige Kirche gekommen war, zu 5 Tagen Gefängnis. (:) Erbach i. O., 8. Oft. Am heutigen Tage sind fünfundzwanzig Jahre verflossen, seitdem Graf Arthur von Erbach mit seiner Gemahlin Marie, geb. Prinzessin zu BentheimMecklenburg, den Bund der Ehe schloß. Da das Jubelpaar gegenwärtig in Baden- Baden weilt und dort den Tag in Stille feiert, hat die hiesige Bevölkerung von einer Feier am heutigen Tage abgesehen und dieselbe für nächsten Samstag, wo das Paar zurückgekehrt sein wird, festgeseßt. N Frankfurt, 10. Dit. Gestern morgen erschoß sich der Gerichtsvollzieher Kopp. In einem Brief an seine Frau giebt er als Grund zur Tat Geistes gestörtheit an. † Kassel, 8. Okt. Während ein hiesiger Gärtner heute morgen seiner Beschäftigung oblag, erhielt er von seiner Braut den Abschiedsbrief. Er verließ sofort die Arbeit und furz darauf fand man ihn seiner Behausung am Bettpfosten erhängt vor. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. F. M. Blatt bie Na unterbrüdt Darmstadt f bortigen Blät Moti von de Gießen, den 9. Oftober 1903. Der Arbeiter Konrad Paul 3. von Villingen ist wegen Betrugs angeklagt. Er gibt zu, daß er ohne im Besiz von Geld zu sein, bet dem Wirt Schoraß zu Friedberg Gieken 10 per Bfb. 0.90St. 8 Bfa., Erbsen ver Lit 1. 0.70-0.9 Stüd Mt. 0.7 54-60 fg. ber Bib. 62fletsch gesalzen Bfa., Sammel 6.00-7.00 0 Pfund 00-00 von 8 Uhr m Wochenmarkt nicht, und w herziehen feil * Ma heutige Sd Verkauft n zu 12, 14, 20 Wochen alte Schwei meinen al noch als zi Frankf ( Amtliche 3 65, Strol und B Ub eröffnet Repar Elsen SOLLAR QOQ Der Landa und Rarl Gehöftiperre ekten Som mit Borla biele g tag abe nntag no uptfaglig peibfeft bef pas ein odheim bil mit großem Morgen Go Anschließen per, um zu ten einer ge für Beides, feit dem nem erfreul Ritglieder be paffive Mitgli am Sonntag, tgefunden, Der Verein Oft. Gin dt gegenwa find bollstän infeld u. a euer Schulte Lehrermang ciebenen Ste fach nur ei ne Erfolg. ellengebiete erzogl. Baur tern eine m rigen probi c, welches atrium, dop und zeichnet Rohlensäure r Villa Sapon Stroschein m zur Kur wel n Dresden, Fabrik St ottenvereins, efeltnecht eine etäubt gewin auf den dichte verbunden Der als Täter ie Tat begangen t geführt w n ausgelief tigen Schwein Angebot un Binie dürfte d wahlkampf set erichtliches Na dwirte hatte ausgegeben. er betr. Wanda tlich Kaufman er den genannt och Mitteilung ftermann ffreng ntwortlichen te, an. Di in einem leumbungen ilte das Schöff Seftermont 3/3, dem Leglem affammer ver Damm, der m Dienftes in di Befängnis. Je find fünfund ur von Erbad zu Bentheim das Jubelpaat tben Tag in von einer Feier nächsten Sams feftgefest gen erfchoki fi f an feine Fra eft an. efiger Gärtne erhielt er bon lich fofort di ner Behaufung 키 tober 1903. illingen if er ohne im Be zu Friedberg zechte. Zwei weitere Betrügereten zum Nachteil der Metzger Siegfried und Scharf von Laubach bestreitet er. Da ein Beuge ausgeblieben ist, muß Vertagung eintreten. Wilhelm Merle von angenrod wurde unter der Anschuldigung, daß er den Dienstknecht Nikolaus Steinbach von Bea förperlich mißhandelt hat von dem Schöffengericht Alsfeld zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte beStreitet. der Täter gewesen zu sein und besteht auf seiner Berufung, weshalb das Gericht die Sache behufs weiterer Beweiserhebungen vertagt. Apothefer Heinrich Sandmann 2. von Bobenhausen erhielt vom Ulrichsteiner Schöffengericht wegen Jagdvergehens eine Geldstrafe von 20 Mart. Auf seine Berufung erfolgt Freisprechung. Ebenfalls frei gesprochen wird der Kaufmann Adolf Bindel von Essen, welcher gegen ein Urteil des Gießener Schöffengerichts, das ihn wegen Betrugs und Unterschlagung in eine 4 wöchentliche Gefängnisstrafe genommen hatte, Berufung verfolgte. Fuhrmann Philipp Gregorius zu Gießen erhielt vom Amtsgericht wegen Tierquälerei einen Strafbefehl auf 4 Wochen Haft lautend. Er versäumte den auf seinen Einspruch angesezten Termin weshalb das Schöffengericht den Einspruch verwarf. Die hiergegen verfolgte Berufung wird fostenpflichtig zurückgewiesen. Hamburger Fnttermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Läders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Das falte und nasse Wetter im Laufe der letzten Woche legt die Notwendigkeit nahe, das Vieh da, wo es sich bislang noch auf der Weide befindet, herein zu nehmen. Der Beginn der Stallfütterung hat das Intereffe für Futtermittel geweckt und dem Geschäft etwas Besserung gebracht. Baumwollſaatmehl Preise sind steigend, die Lage der übrigen Artikel ist wenig verändert. Tendenz: etwas besser. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mr. 4.25-4.50 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mr. 4.40-4.50 ab Hamburg, ohne Ge haltsgarantie Mt. 3,60-4,30 ab Hamburg Reiskleie 2.10-3.50, Weizenkleie, grobe 4.10-4.30, Roggenkleie 4.10-4.30, Gerstellete 4.50-5.50, Erdnußklete( gemahlene Erdnußschalen) 1.95-2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 6.25-6.40, 53-58 Proz. 6.50-7.25, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.50-6.75, 56-62 roz. 6.60-7.- Cocusnußkuchen und Mehl 28-34 Proz. Fett und Protein 5.30 6.25, Palmkern. kuchen und Mehl 22--26 Proz. 4.90-5.30, Rap8kuchen und-Mehl 38-44 Proz. 4.10-4.50, Leinkuchen und-Mehl 38-42 Broz. 6.20 bis 6.75, Matsölkuchen und-Mehl 18-14 Broz. 5,75-6.00, e- trocknete Schlempe 33-45 Proz. 5.15--5.80, Getrocknete Treber 24-30 Proj. 4.65-5.-, malzkeime Mt. 4 50-5.- alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Aufgebotene. Landwirt Karl Lepper von Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Annerod verfolgt gegen ein Erkenntnis des Feldgerichts bas seinen gegen einen Strafbefehl über eine Mark eingelegten Widerspruch zurückwies, Berufung. Er bestreitet, sich strafbar gemacht zu haben und das Gegenteil kann ihm nicht nachgewiesen werden, weshalb Freisprechung eintritt. Brieffaften. F. M. An Biertischen erzählt man sich's, daß jenes Blatt die Nachrichten von der Diebstahls- Affaire bis jetzt unterdrückt hat. Daß Sie die Zeitungs Nummer nach Darmstadt sandten, halten wir für überflüssig, da ja die dortigen Blätter- auch das offizielle Regierungsorgan Notiz von dem Vorfall nahmen. - Marktberichte. Gießen 10 Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt toeten Butter per Bfb. 0.90-1.00 Mr, Hühnereier 2 Stüd 14-16 Bfg., Enteneter St. 8 Pfa., Käse per St. 5-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linfen der Liter 32 fg., Tauben per Baar mt. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1 80 Hahnen, per Stild Mr. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.80-2.40. Gänse p. sd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Bfb. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 70-74 Bfa., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln der 100 Kilo 6.00-7.00 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 4.50-500, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. * Marburg, 8. Oktober. Schweine markt. Der heutige Schweinemarkt war mit ca. 880 Stück befahren. Verkauft wurden: das Paar 7 Wochen alte Ferkeln zu 12, 14, 16 Mt., ½ Jahr alte Läufer zu 48 ME, 20 Wochen alte Läufer zu 62 Mt., das Stück 1/2 Jahr alte Schweine zu 60 Mt. Die Preise, die im Allgemeinen als Mittelpreise gelten fönnen, sind immer noch als ziemlich niedrig anzusehen. Frankfurter Hen- und Sti ohmarkt vom 9. Dft. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zentner Mt. 3.30. bis 3 65, Stroh per Zentner Mt. 2.10-2,50. Kaiser zu Eßlingen. Am 3. Oft. Heinr. Jak. Ruhl, Kellner dah. und Marie Georg Christ. Friedr. Adamie, Kaufmann dah. und Dora Luise Marie Cramerding zu Bußbach. 7. Friedr. Rudolf, Leitungsaufseher dah. und Katharine Bommersheim, Fabrikarbeiterin zu Dorheim. 8. Friedr. Appel, Weißbinder und Lackirer dah. und Susanne Schmidt, Schneiderin dah. Friedr. Heinr. Emil Krahn, Postassistent zu Frankfurt und Wilhelmine Elise Michel dah. Eheschließungen. - Am 6. Oft. Curt Georg Mädler, Mechaniker zu Weglar und Frieder ke Berninger, Tochter des Werkstättevorstehers Karl Ludwig Berninger dah. 7.- Heinr. Becker, Lehrer dah. und Johanna Marie Frieda Rückert, Tochter des Lehrers Joh. Rückert zu Großen- Buseck. - - Geborene. Am 28. Sept. Dem Schuhmachermstr. Theodor Judt ein Sohn. Dem Bierfahrer Georg Müssing eine Tochter, Anna. Dem Taglöhner Heinr. Müller ein Sohn, Ernst. 30. Dem Hotelier Herm. Schrödel eine Tochter, Elisabeth Marie Johanna. 1. Oft. Dem Agent Heinr. Schmitt II. eine Tochter. 2. Dem Fuhrknecht Friedr. Weber II. eine Tochter, Margarete Luise. 3. Dem Kaufmann Arthur Rayfowsti ein Sohn. Tem Glaser R chard Müller ein Sohn. 7. Tem Spengler Wilhelm Mohr ein Schn.| Dem städtischen Straßenkehrer Heinr. Großhaus eine Tochter. Gestorbene. 8. - 5. - Am 1. Oft. Karl Siebert, 32 Jahre alt, Vize feldwebel der 2. Komp., Inf- Regt. Nr. 116 dah. Marie Münter, geb. Schött. 80 Jahre alt, ohne Beruf dah 6. Johanna Bergmann, geb. Ledermann, 37 Jahre alt, The frau des Glasers hann. Jakob Bergmann dah.- Ludwig Georg Koch, 2 Monate alt, Sohn des Straßenkehrers Heinr. Koch, IV. dah. 7.- Wilh. Heinr. Karl Schmidt, 1 Jahr alt, Sohn des Dachdeckers Ludwig Schmidt II. da hier 8. Minna Anna Katharine Helbing, 1 Monat alt, Sohn des Bierbrauers Edmund Helbing dah. Geschäfts- Eröffnung. 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Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9½ Úhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2½ Uhr: Christenlehre; darauf Rosens franz- Andacht mit Segen. " An den Werktagen ist Abends um halb 7 Uhr Rosenfranz- Andacht mit Segen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es tönnen eingestellt werden: 4 Pferdefnechte, 5 landwirtschl. Arbeiter, 1 Schweizer, 1 Gartenarbeiterin, 1 Schmied, 1 Installateur, 2 Spengler, 1 Schlosser, 3 Holzbildhauer, 1 Schreiner, 1 Küfer, 1 Bäcker, 1 Brödgenträgerin, 1 Kutscher, 1 Stallbursche, 1 Postaushelfer für die Sonntag vormittage, 1 Taglöhner, 3 Hausburschen, 1 Tag öhnerin, 22 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Stüße der Hausfrau, 9 Lauffrauen, 3 Laufmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Waschfrau. 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Sonntag, den 11. Oktober findet in unserem Vereinslokale unser diesjähriges Abturnen berbunden mit Rekruten- Abschiedsfeier statt. Unsere Mitglieder, Freunde und Gönner laden wir hierzu freundlichst ein. Mit Turnergruß Der Vorstand. Geschäfts.Uebernahme. Unterzeichneter erlaubt sich hiermit einem geehrten Publikum die ergebenste Anz- ig zu machen, daß ich mit dem heutigen Tage die Wirtschaft ,, Zur Linde" übernommen habe und sehe einem geneigten Besuch entgegen. Mit Hochachtung zeichnet August Helfenbein. Indem ich für das mir bisher geschenkte Vertrauen herzlich danke, bitte ich dasselbe auch meinem Nachfolger übertragen zu wollen. Klein- Linden, den 10. Oktober 1903. Ludwig Sommer. Schneidermeister. Stadt- Theater Giessen. Direktion: Steingoetter. Montag, den 12. Oktober 1903. 1. Theater- Vereins- Vorstellung. Gastspiel von Agnes Sorma. ⚫ Die versunkene Glocke. Märchendrama in 5 Aufzügen v. G. Hauptmann. Dienstag, den 13. Oktober 1903. 1. Volks- Vorstellung. 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