Nr. 212. Abonnement& prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 fg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitage. Donnerstag, den 10. September 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jasertionspret: Die einspaitige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonit 15 Vfg.: Reklamen die Petitzelle 30 refv. 40 Pfg. Poftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Grrebition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblat!) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gießen, den 3. September 1903. Betr. Die Kreisstraße von Azenhain über Lumda nach der Straße Grünberg- Londorf. Bekanntmachung. Die Kreisstraßenbrücke über die Lumda im Zuge borgenannter Straße wird bis auf Weiteres für Fuhrwerke mit mehr als 40 Ctr. Ladegewicht gesperrt. Großherzogliches Kreisamt Gießen. der J. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Itersweg zwischen Kreuzplatz und Blockstraße und zwischen Wolfengasse und Südanlage von Donnerstag, den 10. I. Mts. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerksberkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Manöver- Briefe. fnn, Halle, 9. September. 1. Der Tag von Roßbach. Stolze Erinnerungen knüpfen sich für Preußen an den Ort, in dessen Umgebung die Operationen des zweiten Manövertages sich abspielten. Sie werden in so manchem der vielen Hunderte von Manöverbummlern wach geworden sein, die schon zu früher Morgenstunde bei den Denkmälern auf der historischen Höhe östlich von Roßbach Posto gefaßi und der Entwickelung der Dinge mit Spannung entgegen. gesehen hatten. Eine Attacke stand bevor. Einstweilen, gegen 8 Uhr morgens, ließen auf das, was bevorstand, nur dicke, gelbe Staubwolken schließen, die von Zeit zu Zeit am südwestlichen Horizont aufstiegen. Sie verrieten, daß dori Kavallerie und Artillerie marschierten. Die sächsische Kavalle rie war, abgesehen von wenigen Regimentern, z. B. den Gardercitern, in der Nacht zum Feinde übergegangen und hatte die Helmkappen der roten Partei angenommen. Kavallerie- Division B( die Kavallerie der blauen Partei) ist wegen starfer Verluste heute nicht verfügbar". Sc wurde ihr Verschwinden in dem offiziellen Tagesprogramm motiviert. Dagegen hatte General v. Wittich, der Gene ralissimus des roten Heeres, diesmal ein ganzes Kavallerie forps( Kavallerie- Division A und Kavallerie- Division B) zur Verfügung. Der Kaiser hatte inmitten dieses Korps bei Goseck biwakiert und gestern dessen Führung über nommen. Sowohl die preußischen als auch die sächsischen Korps beabsichtigten den Vormarsch, die ersteren, um den Sieger vom ersten Tage wieder hinter die Saale zurückzuwerfen, die anderen, um neues Terrain zu gewinnen. Das preußische elfte Korps stand noch zu weit nordwärts ab, um mit wirklichem Nachdruck in die Entscheidung einzugreifen. Es hatte bei Lauchstädt nordwestlich von Merseburg Quartier gelegen bezw. biwakiert, und sollte nun gegen den rechten Flügel des Feindes hin operieren, namentlich die oberhalb Merseburg über die Saale gegangenen blauen Truppenteile zurücktreiben. Das 4. Korps stand gegenüber der Front des Feindes, die 7. Division bei Mücheln, die 8. bei Branderoda. Ihre Aufgabe war, westlich, bezw. südwestlich auf die Linie Bedra- Roßbach- Pettstädt hin sich in Marsch zu setzen. Den äußersten rechten Flügel des roten Heeres bildete das Kavalleriekorps, das Order hatte, nordöstlich auf Tagewerben hin vorzugehen. in Dicht geschlossen standen die sächsischen Divisionen der msgedehnten preußischen Front gegenüber, das 12. Korps zwischen Weißenfels und Schkortleben, das 19. von Corbetha bis Dürrenberg. Das ihm aufgegebene Marschziel bildete die Linie Lunstädt- Roßbach; die Position war gegen 3 Uhr morgens erreicht worden und wurde durch Schüßen. gräben und Artillerie in eine starke Aufnahmestellung verwandelt. Die Entwickelung war nicht so imponierend natürlich nicht vom Standpunkt der militärischen Kritik, ſondern nur von dem des Zuschauers aus gesprochen, als man uf Grund des gewaltigen Aufgebots von Truppenmassen jätte erwarten sollen. Mäßiges Artilleriefeuer herüber und jinüber, bald wieder verstummendes Tacken des Infanteriejewehrs da und dort: mehr war von der Denkmalshöhe mus auf der Karte heißt sie der Janushügel- lange Zeit hindurch nicht wahrzunehmen. Anscheinend legte Rot sich der noch immer reichlichen Entfernung des 11. Korps vegen Zurückhaltung auf. Der Führer der blauen Partei, General v. Treitschke, zog es offenbar eben dieses 11. Korps vegen vor, sich abwartend zu verhalten. Denn es bedrohte mmerhin seine Flanke. So standen beide Gegner sich kühl und einstweilen wenigstens ungeschwächt gegenüber. Dennoch kam die Attacke. Der Kaiser hatte seine Gechwader bei Markrölig gesammelt. Von starkem Artilleriefeuer unterstützt und von nicht weniger starkem Infanterieund Geschüßfeuer begrüßt. aalobbierte das Kavalleriekorvs nordwärts in der Richtung auf die Straße Lecha- Roßbach zu. Was sich unterwegs an Batterien und Infanterie des Gegners fand, wurde mit eingelegter Lanze und wildem Hurrah bedroht und stellte in ergebungsvollem Harren auf Sen Spruch des Schiedsrichters einstweilen das Gefecht ein. Auffällig war die lange Front, in der der Kavallerieangriff angesetzt war. Sie erstreckte sich über mehrere Kilometer. Die Divisionen ritten neben-, nicht hintereinander, der Kaiser an der Spitze der Breslauer Leibkürassiere bekanntlich des ältesten Kavallerieregiments der preußischen Armee in deren Waffenrock. Dem genius loci zu Ehren hatten die Magdeburger Seydlikkürassiere den Play zur Seite des Kaisers. Eine besondere Rolle in den diesjährigen Kaisermanöpern spielen die sächsischen Gardereiter, in ihren blauen Wassenröcken und silbernen Helmen eine glänzende Truppe. Sie sind die Draufgänger des Manöverfeldes; ihre Aufflärungspatrouillen sind durch das stärkste Infanteriefeuer oder ähnliche kleine Widrigkeiten absolut nicht zu beirren, tauchen überall mitten in der feindlichen Stellung auf, und sind nur dann sofort in gestrecktem Galopp verschwunden, ivenn ihnen Gefahr droht, von der Reiterei des Gegners abgeschnitten zu werden. Daß sie attackieren, wo nur irgend etivas zu attackieren ist, versteht sich von selbst. Gestern gestatteten sie sich, drei Eskadrons stark, eine Art Todesritt gegen das Kavalleriekorps des Kaisers. Der Anblick war famos: das kleine Häuflein mit lautem Hurrah gegen die sofort von allen Richtungen her gegen sie anstürmende Flut der roten Schwadronen! Als Fazit des Tages hat die blaue Partei sich südwärts fonzentrieren, also die Saale aufgeben müssen. Die Kaiserin war im Gelände und hat in ihrem Wagen von einer Höhe südlich Roßbach aus den Ritt des Kavallerieforps beobachtet. Unsere Leserinnen wird interessieren, daß sie helle Toilette trug, dazu einen Hut, der sie ausgezeichnet fleidete: flaches Facon, irgend ein weißer Grundton, wallende tiefschwarze Straußenfedern und vorn eine breite Garnitur von zartrosa Rosen. Das Wetter war in erfreulichem Gegensatz zum Vortage fühl. Ueber die gestrigen Manöver wird uns aus Merseburg berichtet: Der Kaiser und der König von Sachsen, sowie die übrigen Fürstlichkeiten wohnten heute( Mittwoch) den Manövern bei. Um 2 Uhr nachmittag fehrte der Kaiser nach Merseburg zurück. Das Wetter ist kühl und stürmisch. Die rote Partei hatte gestern die blaue zurückgedrängt und stand gestern Abend bei und südlich von Roßbach mit dem 11. Korps, bei Branderoda und Freyburg mit dem 4. Korps. Auf Nachrichten jedoch, daß die rote Hauptarmee zurückgehe, wollten die roten Korps heute südwestlich abrücken in der Richtung auf Camburg und Sulza. Von der blauen Partei stand heute Morgen das 19. Korps bei Weißenfels, das 12. Korps bei Stößen. Beide Korps wollten die Methau überschreiten, was gelungen zu sein scheint. Nach heftigen Kämpfen südlich von Naum. burg schob sich die blaue Partei vor das Marschziel der roten Partei. Miets- Schiedsgerichte. Uns wird geschrieben: Der in Dresden abgehaltene Berbandstag der deutschen Mietervereine hat die Errichtung on Miets- Schiedsgerichten angeregt. Diese Anregung zeigt, daß die Interessengegensätze zwischen Vermietern und Mietern sich unter dem Einfluß der Entwickelung der Bodenpreise und der Bodenspekulation arg zugespitzt haben. Bermicter und Mieter betrachten häufig einander als Feinde. Kaum jemals denkt einer von beiden daran, wieviel größer ihre gemeinsamen Interessen sind als die widerstreifenden. besonders von Auf den Hausbesikertagen ist mehrfach Den Hausograriern" der Großstädte zum Kampf wider Die Mieter geblasen worden; selbst berechtigte Interessen der Mieter fanden teine genügende Berücksichtigung. Die Folge var, daß sich als Gegengewicht gegen den Zusammeninß der Hausbesiter eine Mieterorganisation auftat, die ständig an Mitgliederzahl und damit an Bedeutung und Einfluß zunimmt. Und sie hat vor der Hausbesitzervereinigung eines voraus, was ihr für eine vielleicht nahe Zukunft größeren Einfluß sichert: Nicht die Higköpfe, nicht die fanatischen Gegner der Hauswirte, sondern die Verständigen, die auch dem Hausbesizer sein gutes Recht nicht schmälern wollen, führen in ihr das Wort. Ein Ausfluß dieses verständigen Sinnes ist die Haltung, die der Dresdener Mictertag zur Frage der Miets- Schiedsgerichte eingenommen hat. Nach dem Muster der Gewerbegerichte und der Kaufmannsgerichte war die Errichtung von Miets- Schiedsgerichten aus Mieterfreisen angeregt worden. Die einen dachten an private Vereinbarungen zwischen Wirten und Mietern; an ein zu gleichen Teilen aus Hausbesitzern and Mietern sich zusammensetzendes Schiedstribunal, das bei Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern als Spruchbehörde fungieren sollte. In der Idee ist eine solche Einrichtung ganz hübsch. In der Praxis aber bätte sie nichts genüßt. Denn niemand yarte den weieter oder Vermieter ztvingen können, einen ihm nicht zusagenden Schiedsspruch Dieses Laient ribunals anzuerkennen, und was man vermeiden will, die Fortdauer des Zwistes und seine Austragung auf dem langwierigen, kostspieligen und verbitternden Prozeßwege, wäre schließlich in den meisten Fällen doch nicht zu verhindern gewesen. Miets- Schiedsgerichte dieser Art wären von vornherein zur Unfruchtbarkeit verdammt gewesen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß der Mietertag sich gegen diese ideologische Gründung erklärte und statt dessen für Miets- Schiedsgerichte unter staatlicher Autorität und mit ähnlicher Verbindlichkeit der Entscheidungen eintrat, wie sie etwa die der Gewerbegerichte besißen. Mögen auch in einzelnen kleinen Orten die schon bestehenden pri vaten Schiedsgerichte günstige Ergebnisse gezeitigt haben: das ist lediglich günstigen örtlichen Verhältnissen, der geringeren Zuspigung der Gegenfäße in solchen Orten zuzu schreiben. In größeren Städten hat man mit den privaten Schiedsämtern durchgehends schlechte Erfahrungen gemacht. Staatlich eingesezte Schieds- und Einigungsämter zwischer. Mietern und Vermietern, an denen selbstverständlich Vertreter beider Teile wie bei den Gewerbegerichten- an der Spruchfindung beteiligt sein müssen, passen für alle Orte, für die Großstadt ebenso wie für die Kleinstadt. Unter diesen Umständen ist es im Interesse der allgemeinen Wiederherstellung des früheren guten Verhältnisses zwischen Vermietern und Mietern, im Interesse einer verständigen, niemand übervorteilenden Ausgleichung der Interessen beider Teile dringend zu wünschen, daß die Anregung des Mieterverbandes, staatlich autorisierte MietsSchiedsgerichte zu schaffen, ouf fruchtbaren Boden fiele. Wie die Wohnungsfrage eines der wichtigsten Momente der sozialen Frage ist, so ist die Ausgleichung der Gegensäte zwischen Hausbesitzern und Mietern eines der wichtigsten Momente sozialer Versöhnung. Die Politik. Der breußische Kultusminister läßt jezt Erhebungen Sarüber anstellen, wie viele Schulgebäude in denjenigen Bemeinden in Stadt und Land vorhanden sind, welche inter 25 Schulstellen besigen, sowie wann und in welcher Bauart die Baulichkeiten errichtet sind. Namentlich soll die Bahl der Klassenräume und der Räume der Leher- Dienstvohnungen genau angegeben werden. Um Material für die Beurteilung der Frage der staatlichen Alters, Invaliditäts- und Witwenversicherung Der Privatangestellten zu schaffen, hat der Ausschuß der Bereinigten Verbände und Vereine der Angestellten be chlossen, einem Wunsche des Reichsamts des Innern gemäß eingehende Fragebogen an die etwa 300 000 Mitglieder zu perabfolgen. Es ist dringend zu wünschen, daß jeder Privatingestellte( Handlungsgehülfe, Techniker, Werkmeister, Landpirtschaftsbeamte, Lehrer an Privatanstalten u. s. w.) einen jolchen Fragebogen ausstellt. Erhältlich sind sie auch für Nichtmitglieder gegen Ende September von den angechlossenen Verbänden und dem Vorsißenden des Ausschusses. Die Umfrage wird ohne Zweifel die Notwendigkeit einer staatlichen Alters- und Witwenversicherung der Privatangestellten ergeben. Der mit dem Ausbruch der Wurmfrankheit im rheinisch- westfälischen Kohlenrebier in Verbindung stehende Aerztestreit hat mit dem Siege der Aerzte geendet: Die Anappschaftstassen haben sich bereit erklärt, wie früher den erhöhten Beitrag für die Behandlung Wurmkranker an die Krankenkassen zu zahlen. ,, Gebaut wird er doch!" Der Panamakanal, trotz der Ablehnung des Kanalvertrages durch Kolumbien so erflärt kategorisch der Yankeepräsident. Die Bewohner des folumbischen Staates Panama sind bekanntlich für den Bau des Kanals und haben auf den ablehnenden Beschluß des tolumbischen Senats hin eine Rebellion inszeniert. Das will Roosevelt benutzen; er fördert den von einigen Füh cern der Aufständischen gehegten Plan, den Staat Panama Don Kolumbien zu trennen und zu einer selbständigen Republik zu machen. Die Union hat den Aufständischen erlärt, sie werde die neue Republik unter ihren Schutz nehmen. Wenn die kolumbische Regierung nicht bald nachgibt, ist eine solche Entwickelung höchst wahrscheinlich. Angesichts der Verworrenheit der Lage in Ungarn mehren sich in Desterreich die Stimmen, die eine Trennung beider Reichshälften fordern. Nach Meldungen aus Wien hat jezt auch der Parteitag der unter Karl Wolfs Führung stehenden Audeutschen eine Erklärung angenommen, die die Trennung Desterreichs von Ungarn und eine Personalunion nach skandinavischem Muster verlangt. Der Kronprinz von Serbien ist an seinem gestrigen Geburtstage als Infanterist in die serbische Armee eingestellt worden. Zur Feier des Tages verlieh König Peter dem 7. Infanterie- Regiment den Namen„ König Peter", dem 18. den Namen„ Kronprinz Georg", dem 6. Prinz Alerander", dem 11.„ Karageorg", dem 8.„ Fürsi Alexander". Auch dem Köniae ſelbſt bat der Geburtstag seines Sobnes der eigenen Mittellosigkeit gelitten! e mir später danken. In erster Linie Madame Gleben, bereinſt pefuniär ungünstig gestalte die durchaus nicht wünscht, daß die Lage ihrer Tochter sich - sie hat genug unter Infolge dessen habe schichten lehre. O, sich über den neuen Lehrer beklagen. und ihnen gesagt, warum die Natur eine Närrin, das SchickAntichrist, hat er gesagt, der die Kinder ganz fopflose GeSa Reben eine Robefe ſei!" Heute hat er ihnen Sprichwörter erklärt Das sei ein for sin thenn Ich schwärme für Felder, Wiesen und Wälda 3 hoor ,, Aber wohl von einer anderen?" tete fie fanft. Ich bleibe stets die Gleiche. auf keine Veränderung bei mir in dieser Beziehung" fragte er, sie scharf Soffen Sie denden Schritt mir, wollen Sie mein Weiben zu ziehen; ſanit und noch bestimmt entwand fie fich ibm. Er hatte ihre Sand ergriffen und versuchte, fie an fich seines Lebens wohl überlegt? Antworten Sie 800 ein Geschenk gebracht: Sein Millionenpump ist endlich geglüdt, und zwar sind es serbische Kapitalisten, die das Geld bergegeben haben. Die Erfahrungen mit Milan haben da. nach nicht viel gefruchtet. Hof und Gesellschaft. Großherzog Friedrich von Baden beging gestern seinen 78. Geburtstag in voller Frische des Geistes wie des Körpers. Unter den eingelaufenen Gra tulationsdepeschen ragte das Telegramm des Kaisers durch große Wärme hervor. Reichskanzler Graf Bülow wird gegen Mitte dieses Monats die Sommerfrische in Norderney verlassen, um noch einen mehrwöchentlichen Aufenthalt bei seinem Neffen, dem Wirkl. Legationsrat Dr. Rücker, in Jenisch- Park bei kleinFlottbeck zu nehmen. An der Reise des Kaisers nach Ungarn und Wien wird der Reichskanzler nicht teilnehmen. *** Fürst von Pleß, Hans Heinrich XI., Reichsgraf bon Hochberg und Freiherr von Fürstenberg, vollendet heute ( Donnerstag) sein siebzigstes Lebensjahr. Fürst Pleß ist befanntlich ein gern gesehener Gast bei unserem Kaiserhofe; der Kaiser, der mit ihm eng befreundet ist, pflegt schon feit geraumer Zeit alljährlich auf Einladung des Fürsten auf Schloß Pleß einen mehrtägigen Jagdaufenthalt zu nehmen. Steht eine Intervention bevor? Was den Mazedoniern trotz aller ihrer Greueltaten nicht geglückt ist, das scheinen die türkischen Baschibozuks jetzt z11 Wege bringen zu sollen: Eine Intervention der Mächte. Wenn dem blutdürftigen Treiben der Baschibozuks von der Pforte nicht bald Einhalt getan wird, scheint ein Eingreifen der Mächte, auf das England bereits drängt, unvermeidlich. Wie unmenschlich die Baschibozuks, deren Erbitterung ja begreiflich ist, in Mazedonien Haufen, zeigt eine Schilderung der Wiedereroberung des von den Comitatschis den Türken abgenommenen Städtchens Smilewo: Die Türken umzingelten den Ort, steckten sämtliche Häuser in Brand und schossen auf die flüchtende Bevölkerung. Dann plünderten die Baschibozuks die Stadt, während die übrigen türkischen Soldaten über 200 Einwohner niedermeßelten. Viele Kinder wurden von den Soldaten in die Flammen geworfen. Eine Anzahl Frauen wurden in einem Hause eingeschlossen, dieses dann mit Petroleum begossen und angezündet. Die Frauen sollten in den Flammen umkommen, damit sie nichts von den berübten Grausamkeiten erzählten. Sie wurden jedoch noch rechtzeitig von anderen Baschibozuks befreit. Neue Christenmorde in Beirut. Auch die neuen Vorkommnisse in Beirut verschärfen die ohnehin schon genügend kritische Situation noch mehr und ebnen einer Intervention die Wege. Die Ankunft des amerilanischen Geschwaders vor Beirut gab der türkischen Bevölferung der Stadt das Signal zu einer großen Mezelei unter den Christen: 30 Personen sollen ermordet und sehr viele andere verwundet sein. Die diplomatischen Vertreter in Konftantinopel haben bereits bei der Pforte wegen der Vorgänge Vorstellungen erhoben, einige Großmächte wollen Kriegsschiffe nach Beirut entsenden. Die Pforte bestreitet natürlich, daß so viele Morde vorgekommen feien, sie weiß nur bon einem getöteten Christen und einem Verwundeten. Was von dieser türkischen Versicherung zu halten ist, ergibt sich aus einer authentischen weiteren Meldung, wonach die Chriftenmorde in den verschiedensten Stadtteilen Beiruts fortdauern. Es herrscht große Verwirrung. Handel und Verkehr seien gestört. Das Konsularkorps hat beschlossen, die sofortige Abberufung des Wali Reschid- Bey, dessen fremdenfeindlicher Haltung die Vorgänge zugeschrieben werden, durch die Botschafter bei der Regierung zu bean= tragen und vom amerikanischen Admiral Schutz der Konfuln zu verlangen. Der Admiral ließ darauf 500 Mann an Land gehen. Die amerikanischen Schiffe sind gefechtsbereit, andere Kriegsschiffe werden erwartet. Uuruhen im Janern Syriens. Bu allem Ueberfluß kommen nun auch aus dem Innern Syriens Nachrichten über große Unruhen. Man befürchtet Mezeleien im Libanon- Gebiet. Alles drängt zu einer Einmischung der Mächte, wenn die Pforte nicht unverzüglich energische Schritte zur Niederdrückung der Unruhen tut. Und darauf ist wenig, fast gar keine Aussicht. demselben nieder, der älteste Sohn einen solchen im Namen der Familie. Die Typhuserfrankungen in Braunschweig. Laut amtlicher Mitteilung sind in der Woche vom 30. August bis 5. September im Herzogtum Braunschweig folgende neue Typhuserkrankungen angemeldet: In der Stadt Braunschweig 9 gegen 9 in der Vorwoche, im Kreise Wolffenbüttel 2 gegen 4 in der Vorwoche, im Kreise Blankenburg 5 gegen 3 in der Vorwoche, im Kreise Helmstädt 1, im Kreise Holzminden 2, im Kreise Sandersheim 2. In diesen drei Kreisen waren bisher keine Typhuserkrankungen vorgekommen. Aus dem Gerichtsfaal. Korbettenkapitän Hecht, zuletzt Ausrüstungsdirektor der Raiserwerft in Danzig, wurde vom Kieler Kriegsgericht der Marineinspektion zu dreitägigem Stubenarrest wegen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl verurteilt. Die Deffentlichkeit war wegen Gefährdung der Staatssicherheit vollständig ausgeschlossen. Hecht ist inzwischen aus dem attiven Seeoffizierskorps ausgeschieden. § Der neue Hüssener- Prozeß. Als Termin für die erneute Verhandlung gegen den Fähnrich zur See Hüssener bor dem Oberfriegsgericht zu Kiel ist der 21. September in Aussicht genommen worden. Nab und fern. Spekulativer Attentäter. Wie erinnerlich, wurde am 4. d. M. ein Attentat auf den Frankfurt- Berliner D- 3ug bersucht, indem bei Mühlheim a. M. eine 10 Centner schwere Schiene quer über die Eisenbahnschienen gelegt worden war. Der Attentäter ist nunmehr entdeckt. Eine uns zugegangene amtliche Meldung besagt: Die Untersuchung hat ergeben, daß der Täter der HilfsBahnwärter Kaiser selbst gewesen ist. Er hat die Tat be gangen, um zu einer Belohnung und zur festen Anstellung gelangen. Kaiser hatte sich bei der Untersuchung durch Die Staatsanwaltschaft in Widersprüche verwickelt und schließ lich die Täterschaft zugestanden. Er wurde verhaftet. Ein liebenswürdiger Zug der Kaiserin wird nachträg lich von dem Aufenthalte des Kaiserpaares in Merseburg bekannt. Der dortige Kgl. Musikdirektor und Dom- Organis Schumann war von der Kaiserin in das Schloß befohler worden. In seiner Aufregung über die ihm widerfahren Ehre stürzte der alte Herr beim Verlassen seines Grund studs auf die Straße, wobei er sich mehrere Quetschunger am linken Arm und in dem Gesicht zuzog. Als die Kaiserin von dem Unfalle hörte, begab sie sich sofort persönlich nad der Wohnung Schumanns und erkundigte sich in der liebens würdigsten Weise nach dessen Befinden. Die Frage der Mainkanalisierung rückt erfreulicher. weise vorwärts. Am 21. September wird in Nürnberg eine Konferenz sämtlicher Mainuferstaaten stattfinden, in der man eine Einigung über die Kostenaufbringung u. s. w. versuchen wird. Sich selbst gerichtet hat der Friedhofswächter Steh in Würzburg. Keh war verhaftet worden unter der Beschuligung, Grabschändungen aus Eigenmy begangen zu haben. Jetzt wird aus Würzburg gemeldet, daß der Beschuldigte in seiner Zelle crbángt ausgesunden wurde. Enthüllung des Miquel- Denkmals. Auf dem Friedhof zu Frankfurt a. M. fand die feierliche Enthüllung des bon der Stadt ihrem verstorbenen Ehrenbürger Staats minister Dr. v. Miquel errichteten, vom Professor Varner ausgeführten Denkmals statt. Der Feier, bei welcher der Oberbürgermeister Dr. Adices die Gedächtnisrede hielt, wohnten Vertreter der Stadt sowie der Stadtkommandant als Vertreter des im Manöver befindlichen Kommandierenden Generals und eine große Zahl geladener Gäſte bei. Nachdem die Hülle des Denkmals gefallen war, legte der Oberbürgermeister im Namen der Stadt einen Kranz an Einen sonderbaren Selbstmordversuch machte eine in Blankenburg a. H. zu Besuch weilende Dame, indem sie sich Die Bunge mit einer Schere abschnitt. Man fand die Dame blutüberströmt vor und holte sofort mehrere Aerzte zu Hilfe, die ihre Ueberfkhung ins Krankenhaus anordneien. Ein bedanerlicher Manöverunfall, dem ein Angehöriger des Garde- Ulanerregiments zum Opfer fiel, wird uns aus Naumburg gemeldet. Der Garde- Ulan Mosmann, welder in Schönberg bei Naumburg in Quartier lag, ist im Beisen nichrerer Kameraden beim Pferdeschwemmen in der Sale ertrunken, noch ehe ihm Hilfe gebracht werden fonnte. Der Verunglückte war der einzige Sohn wohlhabender Eltern. Zu der neuen Spionageaffäre in Ars bei Met, iber welche wir bereits mehrfach berichteten, wird uns jeti meite Jemeldet, daß der in Haft genommene Zeugsergeant, welcher zwei Granaten an Frankreich ausgeliefert hat, erſt ſei einigen Monaten auf der Veste Kronprinz beschäftigt wr oordem arbeitete er längere Zeit in der Munitionsfabrik in Spandau. Er fuhr häufig nach Pagny und Bont- à Mousson; um aber bei den Eisenbahnbeamten keinen Bee bacht zu erregen, begab er sich zunächst immer erst nach Wez, con wo aus er dann nach Frankreich weiterreiste. Der Ver. haftete hat bereits ein umfassendes Geständnis abgeleg!: es soll ihm eine Belohnung von 4000 Francs für seinen Verrat versprochen werden sein. A zur Schließung der Spielbank in Altenberg wird neuerdings von dort gemeldet, daß vor einigen Tagen eine Ve ratung des Komitees der Spielbank stattgefunden hat, in welcher beschlossen wurde, sich um Aufhebung des Spielver botes an die Kommissare der beteiligten beiden Länder zu venden. Die Antwort auf diese Beschwerde wird täglich erwartet. Sollte sie günstig ausfallen, so wird sofort in vollem Umfange wieder gespielt werden. Anderenfalls soll dann zur Bildung von Privat- Spielzirkeln geschritten werden. Die Mehrzahl der Angestellten der Bank sind übrigens mit dem Direktor und seiner Familie gegenwärtig noch in Altenberg anwesend. allengericht un im Juni d. J. 1 557 227 Hektar mit Winterweizen bestellt erinnen auch u Ausdehnung der Wiesen. Im ganzen deutschen etcje waren feinem Dienst Beulenpest in Nintschwang. Dem Londoner„ Standard" wird aus Tientsin gemeldet, daß in Niutschwang die Beulenpest ausgebrochen sei. Am Sonntag scien 18 Todesfälle vorgekommen. Es scheine, daß keine gesundheitspolizeiliche Kontrolle criſtiere, die Leichen seien einfach hinausgeworfen und unbeerdigt liegen gelassen worden. 255 465 Heftar mit Sommerweisen, 300 026 Hektar mit Winterspelz, 5 878 630 Heftar mit Winterroggen und 146 394 Heftar mit Sommerroggen, 1705 312 Hettar mil Sommergerſte, 4 301 067 Heftar mit Hafer, 3 251 507 Hektar mit Kartoffeln, 1 887 684 Hektar mit Klee, 226 203 ind Rübsen. Die Ausdehnung der Wiesen betrug 5 950 178 Heftar, auf Weinbau entfielen 119 648 Heftar und auf Bunte Chronik. Die erste Generalversammlung des Berbandes Deutscher Baumaterialienhändler findet heute in Dresden statt. Es sind zu dieser Versammlung an alle Bändler Deutschlands Einladungen ergangen. [ Wie man putierten fange jett gab man ih Lohn für ihre n weißes vieredig Hektar mit Luzerne und 79 967 Heftar mit Winterco Betrag ihrer G Bei Kopenhagen ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall. Vier Personen unternahmen eine Bootfahrt; eine Dame verlor den Hut und stürzte, als sie ihn ergreifen wollte, ins Wasser. Ihr Verlobter versuchte, sie zu retten, ging aber mit ihr unter, so daß beide ertranfen. dem Haffierer v schrift schmücke. ŏopfenbau 36 688 Heftar. Von der gesamten Anbaufläche Monat erneuert. m Königreich Preußen famen auf den Winterweizen S75 1 17 einmal geschehen pektar( im Vorjahr 1033 935 Hektar), auf den Sommer Abteilungen gete weizen 172 973( 84 819) Sektar, auf den Winterroggen spredjen. Man zember immer Dicje Papiere wahrscheinlich Gleid gewicht b man ja schließ Aus lebe bach wird geme arhtiährigen Br Wichtigtnerei in 1513 692( 4 628 701) und auf den Sommerroggen 75 SSI ( 69 308) Heftar, auf die Gerste 921 937( 873 714) Heftar, uf den Hafer 2826 020( 2 722 777) Heftar, auf die Kar toffeln 2 223 819( 2 223 668) Heftar, auf den Klec 1206 499( 1 237 146) und auf die Luzerne 86 433( 87 783) Hektar, auf die Wiesen 3 267 415( 3 269 421) Hektar, a Raps und Rübsen 53 909( 59 393) Heftar, auf den Hopfen 2150( 2246) und auf die Neben 18 316( 18 336) Heftar. np. Die Kronsbeeren- Ernte in Schweden ist diesmal die Ausfuhr nach deutschen Häfen über Malm und Trelleborg 3 000 000 Kg. Der Preis stellte sich an den Auffaufsplätzen 13 bis 15 Pfg. das Kilogramm. In Den letzten Tagen trafen in Trelleborg so große Maſſen Kronsbeeren ein, daß die gewöhnlichen Dampfer auf der SaßnitzTrelleborger Linie die Masse nicht bewältigen konnten. Auj dem Bahnhof lagerten an einem Tage nicht weniger als ein halbes Hundert Eisenbahnwagen mit Kronsbeeren, und die ,, Svea" mußte eine Sonderfahrt machen, wobei sie 250 000 Kilogramm Kronsbeeren beförderte. außerordentlich reichlich ausgefallen. Im Auguſt betrug und ertrant, che Der Internationale Kongreß für Volkshygiene in Brüssel hat gestern seine Schlußfizung abgehalten. Das Bureau weigerte sich, die Resolution über die Schaffung eines Hygieneministeriums dem Exekutivkomitee zu übermitteln. Die hygienische Maßregelung der Kleinindustrie und die Frage der Landentvölkerung werden dem nächsten Kongreß überwiesen. Der Landwirt. hr. Ueber den Anbau der hauptsächlichen Fruchtarten im Juni 1903 veröffentlicht der Reichsanzeiger die im kaiserl. Statistischen Amt zusammengestellten Zahlen. Die Ermitte ungen über die Anbauflächen finden seit 1899 bereits im Suni statt, um den Bedürfnissen des Handels und der landwirtschaft entgegenzufominen; da aber bei Aufmachung Der Erntestatistik erfahrungsgemäß manche Einzelangaben iber den Anbau noch berichtigt werden, so werden die mitJeteilten Zahlen als„ borläufige" bezeichnet. Kunft und Wiffenfchaft. NJ. Der Nährwert der Pilze ist nach dem Gutachten eines österreichischen Fachgelehrten sehr gering. Eine Anzahl der bekannten Schwämme ist von Haus aus giftig. Diese gif tigen Arten sind häufig gewissen unschädlichen Arten so ähn lich, daß eine ganz tüchtige botanische Kenntnis dazu gehört, um sie zu erkennen, bezw. sicher zu unterscheiden. Von sehr vielen Pilzen ist zur Stunde gar nicht bekannt, ot sie giftig oder ungiftig sind, aber auch abgesehen davon sind die meisten wegen ihres hohen Wassergehaltes und ihres Gehaltes an stickstoffhaltigen Verbindungen der raschen Zer febung unterworfen. Dazu kommt, daß die Pilze als solche eine schwer verdauliche Nahrung liefern. Die früheren An gaben über den hohen Nährwert der Pilze sind auf Grune genauer und gewissenhafter chemischer Analysen und physio logischer Versuche über ihre Verdaulichkeit und ihren Nähr wert längst schon widerlegt. Im Vergleich zum Vorjahr zeigten im Juni 1903 fol Jende Fruchtarten eine Abnahme der Anbaufläche im deut schen Reich: Winterweizen um 207 783 Hektar oder um 11,8 v. H., Winterroggen um 137 551 Heftar oder 2,3 v. H., klee um 45 106 Heftar oder 2,3 v. H., Winterraps une Rübsen um 7352 Hektar oder 8,4 v. H.; wenig erheblich; var die Abnahme der Anbaufläche bei Reben( um 0,2 v. H.). Luzerne und Hopfen( je 0,1 v. H.). Eine Zunahme des Anbaus ergab sich vor allem bei Sommerweizen und zwar um 108 120 Heftar oder 73,4 v. H., sodann beim Hafer um 144 777 Heftar oder 3,5 v. H., bei Sommergerſte um 61 441 Heftar oder 3,7 v. H., bei Sommerroggen um 8588 Hektar oder 6,2 v. H. und bei Kartoffeln um 10 931 Bektar oder 0,3 b. S. Unerheblich war die Zunahme der wie eine Anlehn Ballade„ Der Der verlor schrieben: Gine jah fich zu ihrem tenen 21jähriger ligen Hause zu zu einer Gebur wege gegen W Sprangen plöbli vor und packten schlagen, wenn feste fich zur We laterne zu ſeinen seinen eigenen G auch schon Leute unter dem Schu BF. Ueber wandernde Gasmassen sprach der bekannte Pa riser Chemiker Berthelot in der letzten Sigung der Parise Akademie der Wissenschaften. Nach Berthelots Beobachtun gen entstehen beim Abfeuern von Kanonen dichte und zu sammenhängende Gasmassen, die mit erheblicher Geidvin digkeit di Atmosphäre und andere Gase durchschneider fönnen, te ihren Zusammenhang zu verlieren und ohne sich mit den umgebenden Gasen zu vermengen. Aehnlich Erscheinungen zeigen sich beim Ausbruch eines Vulfans, uni so erklärt es sich, daß bei dem verhängnisvollen Ausbruch des Mont Pelee im vorigen Jahre alles Lebende, das sich auf der Bahn der von dem Berge entsandten brennender Baswolken befand, erstickte und verbrannte, während Men schen und Tiere in furzer Entfernung davon unversehr blieben. Schließlich vermutet Berthelot auch, daß eine ähn liche zusammenhängende Masse von tötlichem Gas, also ci eigentlides gafiges Giftgeschoß, von dem Feuer in den Tunnel der Bariser Untergrundbahn ausgegangen sein dürfte. Das Gasgeschoß muß durch den Tunnel geeilt jei wie durch den Lauf einer Kanone, und so die Menschen menge noch in weiter Entfernung getroffen haben. Vermischtes. Die Landn Verba - 1 An der S das Weichhild rechts noch die so still wie nire bergauf führt, bon Gieken au der Triebin den letzten er richtet haben, fritte der ein destrie. Haft Welche Fülle ar einigt sich doch shaue um Dich upplag werden Abwechslung Lefer, laffen S stellung machen. umgrenzten Pla ( Ob die Ausste damit man dar Hallen durchwa annehmen.) Li Konditorei, Sc Theater Elzenh Steiner, Sip ongrenzende fier in reiche humors zu l ofuß fei's quites ist und je der Art Scha Auf derselben man in der Braueret und landwirtschaftli Pin die Firm [ Ueber die Siesta des Kaisers Wilhelm II.] berichte der Madrider„ Heraldo": Der deutsche Kaiser scheint die echt spanische Sitte der Siesta in Berlin eingeführt zu haben Der Kaiser ist, wie jeder weiß, ein Meister in der Kunst, sein Zeit gehörig auszunußen und sein Leben richtig zu gestalten Er steht im Sommer um 5, im Winter um 6 Uhr auf. liest mindestens 40 Zeitungen, verschickt seine Privatforre spondenz, die sehr umfangreich ist, unterhält sich und arbeitet init seinen Sekretären. Darauf nimmt der Kaiser ein reichlich bemessenes Frühstück ein und gibt sich dann der Ruhe deutendsten Fir und Erholung bringenden Siesta hin. Und er schläft nicht etwa im Lehnstuhl ſizend, wie die Domherren in der Kirche, die Richter im Gerichtssaale und die Abgeordneten im Parlament; er kleidet sich vielmehr ganz aus und legt sich ins Bett, als wenn er einen Nachtschlaf tun wollte. Eine oder auch zwei Stunden bleibt er im Bett und steht dann munter und ausgeruht auf und bereit, sofort wieder an die Arbeit zu gehen oder sich körperlichen lebungen, die er nicht vernachlässigt, zu widmen. Die Siesta ist eine Sitte, die der Kaiser, vielleicht ohne es zu wissen, den alten kastilischen Rittern entlehnt hat; diese Ritter wußten in Fragen der Sygiene sehr genau Bescheid." Es fragt sich nur, woher dem „ Heraldo" seine Weisheit ward?!- Co., Da mitai Magdeburg, Gießen, S Bernburg, Sc die Oberndorfe Swischen diefen den Müden Bieben fich au hul- Anlagen& Reichelt) und d die kleinen Ma [ Die Schwestern des Papstes,] Maria, Anna und Rosa, fellung gefunde die bisher im Patriarchat zu Venedig lebten, sind vorgestern nach Rom übergesiedelt. Auf dem Bahnhof in Venedig an gelangt, wollten die Damen, alter Gewohnheit gemäß, in cinen Wagen dritter Klasse steigen; sie waren nicht wenig erstaunt, als ihnen der Vorstand die Mitteilung machte, daž cin Salonwagen für sie reserviert sei. Papst Pius X kann sich übrigens, wie in Rom verlautet, noch immer nicht an die Klausur des Vatikans gewöhnen. Alte Bekannte, die ihn besuchten, finden, daß er sehr angegriffen aussieht. Auc er selbst erklärt, sich nicht wohl zu fühlen, flagt über die große Sitze und daß es ihm an der langgewohnten Bewegung fehle ind befannte Bouis Völ Blechmarenfabu ung Reiß agenfab Bießen die F Battler, Fri . Wagenfabr Mändler; ferm von Heuchel Derart im Vatikan eingeschlossen zu bleiben, halte er für die Kreiling V Länge nicht aus. [ Er weiß sich zu helfen.] In Clifton( Arizona) start dieser Tage, 88 Jahre alt, ein Wirt, Fritz Adolphy, der einst Adoptivvater von mehr als neunzig Mädchen geweser ist. Er war früher Besitzer eines weit und breit bekannter großen Gartenlofals mit weiblicher Bedienung in St. Louis Als eines Tages eine städtische Verordnung die Verwendung von Kellnerinnen im Wirtsgeschäft verbot. eilte er nach dem Jegt noch et auf das Restau Duft und G as Wissensch ber Liebigshof Bienenzuch inden, die erweizen bestell en tetaje ware in seinem Dienst standen. Ihrem Vater" durften die Kell 026 Heftar m nterroggen u 312 Settar mi afer, 3251 50 it Klee, 226 20 betrug 5.950 17 Waisengericht und adoptierte einige neunzig Bierheben, die nerinnen auch unter der neuen Ordnung im Geschäft helfen. [ Wie man zu sparen anfängt.] Die französischen De putierten fangen endlich an, Ersparnisse zu machen. Vie jetzt gab man ihnen, wenn sie am Ende des Monats sich den Lohn für ihre mühevolle Arbeit abholten, an der Kasse ein weißes viereckiges Kärtchen, auf dem ihr Name und der dem Rassierer vorlegten, auf daß er es mit seiner Unterschrift schmücke. Dieses Kärtchen wurde natürlich jeden Monat erneuert. Von jetzt an wird das aber nur jährlich einmal geschehen. Man hat nämlich das Kärtchen in zwölf Abteilungen geteilt, die den zwölf Monaten des Jahres ent zember immer dasselbe Kärtchen an der Kasse präsentieren. „ Diese Papierersparnis," schreibt der Figaro",„ wird jo wahrscheinlich nicht viel dazu beitragen, das Budget ins Gleid gewicht bringen, aber irgendwie und irgendwo muß man ia schließlich anfangen." mit Winterco Betrag ihrer Entschädigung" verzeichnet war und das sie n Winterrogge sprechen. Man wird also vom 1. Januar bis zum 31. De Settar und au ten Anbanjlad rweizen 875 117 f den Sommer erroggen 75 SS $ 73 714) Sefto ar, auf die Kar auf den Kl 86 433( 87 78 121) Heftar, a auf den Hopfe 8 336) Heftar. ist diesm August betr Aus lebermut den Tod erlitten. Aus Malstatt- Burbach wird gemeldet: Ein zwölfjähriger Knabe, der keinen achtiährigen Bruder vom Tode gerettet hatte, sprang aus Wichtigtuerei in die Saar zurück, blieb im Schlamme stecken nüber Malm wie eine Anlehnung an die Legende, die Schiller zu seiner und ertrank, ehe Hilfe zur Stelle war. Das klingt fast stellte sich an Ballade„ Der Taucher" angeregt hat. wird Kilogramm. Be Majjen Strons □ Der verlorene Sohn. Aus Hamburg wird uns geauf der Sapnis schrieben: Eine angesehene Familie im Vorort Borgfelde en fonnten. Au sah sich zu ihrem Leidwesen genötigt, sich von ihrem ungeraiveniger als ein tenen 21jährigen Sohn loszusagen und ihn aus dem eltersbeeren, und di lichen Hause zu verweisen. Gestern Abend war der Vater Dobei sie 25000 zu einer Geburtstagsfeier geladen. Als er auf dem Heimwege gegen Mitternacht eine einsame Stelle passierte, sprangen plötzlich aus dem Gebüsch zwei Wegelagerer her= vor und packten den Mann unter der Drohung, ihn totzuschlagen, wenn er nicht sein Geld hergebe. Der Ueberfallene setzte sich zur Wehr und erkannte beim Schein einer Straßenlaterne zu seinem Entsetzen in dem einen Straßenräuber... seinen eigenen Sohn. Inzwischen waren auf seine Hilferufe auch schon Leute herbeigeeilt; indes entkamen die Räuber unter dem Schutze der Dunkelheit, baft. Gutachten eine Eine Anzahl der giftig. Diese gif en Arten jo ähn tnis dazu gehöri nicht bekannt, of terscheiden. Vo Die Landwirtschaftliche Provinzial- und Verbands- Ausstellung zu Gießen. der bekannte Pa Bung der Parija clots Beobadina en dichte und zu eblicher Geidai e durchſchreide lieren und ohn igen. Aehnlich es Bultaus, um svollen Ausbrud Lebende, das si ndten brennende c, während Men davon unversehr - 1. Tag: 10. September. - der Besucher links von der Straße, welche quer über den Trieb führt. Jetzt wendet man sich der rechten Seite zu, und da fällt vor allem die Festhalle, der Musik- Pavillon und ein Pavillon für die gestifteten Preise und Prämien auf. Gleich neben der Festhalle befindet sich die PferdeAusstellung, mehr als 50 Pferde sind hier untergebracht, teils Wagenschlag und teils Arbeitsschlag; wenden wir uns südwärts so finden wir die Geflügel, die den ganzen südlichen Saum der Ausstellung einnimmt, nicht weniger als 370 Aussteller sind hier mit Geflügel der verschiedensten Art vertreten, da schnatterts und gackerts das einem Hören und Sehen vergeht. Die bedeutendsten Geflügelzüchter Oberbessens haben ihre Geflügel zur Schau gestellt. Mit Gerätschaften für Geflügelzucht sind u. a. vertreten G. WaltherGießen, Lehrer I Knaup Kleinfarben und Max ArnoldGießen. Bendet man sich wieder der Mitte des Plages zu, so gelang man auf zwei große Vorführungs- Ringe von denen rechts und links man das Vieh der Vogelsberger und Simmentaler Rassen findet, das in sehr großen Stallungen untergebracht ist. Neben dem Pavillon der die Preise enthä't befindet sich noch eine Halle für Maschinen und Geräthe und dem Pavillon und der Festhalle gegenüber tritt man in das Zelt der Brauerei Friedel& Asprion. Vor den Vorführungsringen stößt man auf eine Halle die die Post, die Sanitäts- und Feuerwache, sowie die Futterausgabe- Stelle enthält. Schreitet man dem Aus- und Eingang zu so sieht man am westlichen Saum der Ausstellung die Stallungen für Ziegen, Schafe und Schweine. Damit hätte man seinen Rundgang auf dem Ausstellungsplatz, den man selbstverständlich auch in der umgekehrte Weis, indem man sich zuerst der Vieh- Ausstellung zuwendet, machen kann. Wir sind gewiß, daß jeder Besucher die Ausstellung, die an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, befriedigt verlassen wird. * * * Der Großherzog traf zum Besuch der landw. Provinzial- Ausstellung in Begleitung des Generaladjutanten Generalmajor von Wachter und Flügeladjutant Hauptmann Freiherr Schäffer von Bernstein um 11,52 Uhr auf dem Gießener Bahnhof ein und fuhr vermittels Equipage durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Ausstellungsplatz auf dem Trieb. Am Eingang zur Ausstellung begrüßte Herr Okonomierat Schlenke Hardt- Hof den Großherzog mit herzlichen Worten und ließ seine Rede in einem Hoch auf den Großherzog ausklingen. = esehen davon sin baltes und ihre der raschen Zer e Pilze als fold An der Straße von Gießen nach Grünberg, dort wo Die früheren An das Weichbild unserer Provinzialhauptstadt zu Ende und nur find auf Grund rechts noch die hochgelegenen neuen Kasernen, die gegenwärtig lysen und phylie so still wie nirgends im Jahr daliegen; dort, wo die Straße und ihren Währ bergauf führt, und von wo man rückwärts geschaut, ein Bild rauf Se. Königl. Hoheit die Ausstellung für eröffnet erklärte. von Gießen aus der Vogelperspektive haben kann, dort ist Sierauf erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellung, wobei der Trieb der Ausstellungsplaß, auf welchem der Großherzog besonderes In'eresse für viele Zweige in den letzten Tagen viele hundert Hände eine kleine Welt errichtet haben, ein Ganzes, das uns zeigen soll die Fort- unserer einheimischen Industrie zeigte. Der Großherzog war fritte der einheimischen Landwirtschaft, Handwerk und In- allein über 10 Minuten im Pavillon von Herrn August duſtrie. Hast Du alles a schaut, bewundert und ausgerufen: Gabriel- Gießen( Kalt- und Marmorwerke) und hat sich sehr Welche Fülle an Arbeit, Kenntnissen und Gottes Segen v r lobend über dessen Ausstellung und großartiges Arrangement einigt sich doch auf diesem verhältnismäßig fleinen Blag, so schaue um Dich und die Wirtschaften, Bäckereien und der ausgesprochen. Herr August Gabriel jr. erhielt Jugplatz werden ich erinnern an des Körpers Wohl und als Auszeichnung eine silberne Medaille und Diplom. Abwechselung Deiner Betrachtungen. Verehrte Leserin und Die Bienenzucht, die Obstausstellung und die Ausstellungen Leser, lassen Sie uns im Geiste einen Gang durch die Aus- der wissenschaftlichen Institute ließen den Landesherrn länger stellung machen. Tritt man ein in den mit dichten Bretterwänden bi dm Rundgang verweilen, als Anfangs angenommen umgrenzten Blaß, so liegt zuerst linker Hand der Jux plaß, war, so daß das F ſteſſen etwas später begann. Die ganzen ( Ob die Ausstellungsleitung sich sagte: erst das Vergnügen damit man dann mit aufg heitertem Gemüt all die vielen Herren im Gefolge, wobei wir di Herren Staatsminister Hallen durchwandert und nicht ermüdet, wir möchtens fast Rothe, Ministerialrat Braun und Provinzialdirektor Dr. annehmen.) Links eine Waffelbäckerei und rechts eine Breidert, die Kreistäte Dr. Wallau Lauterbach und Geh. Konditorei, Schießhalle, Photographiebude, Schiffsschaufel, Rat Schönfels- Schotten, die Landräte von Biedenkopf, Theater Elzenheimer, Waltheff Panorama, Kinemathograph Wylar zc, die Regierungsräte Dr. Heinrich und Dr. Wagner Steiner, Hippodrom, Karuss a, Schlophammer und die ongrenzende Bierhalle von Denninghoff geben dem Besucher bemerkten, nahmen mit noch sehr vielen anderen Herren hier in reichem Maße Gelegenheit der Fidelität und des an dem Fest essen teil. Die Tafelmusik stellte die Sumors zu leben. Dem Wirtschafts- und Bergnügungskap lle des Inf. Regt.„ Kaiser Wilhelm"( 116) unter Leitausschuß sei's zum Lube gesagt, daß das Arrangement ein gutes ist und besonders man es anerkennen muß, daß von jeder Art Schaubude nur eine gute Firma zugelassen wurde. Auf derselben Seite der Straße weiter gegangen erblickt man in der Reihenfolge das Bierzelt der Bichler'schen Braueret und dann einen großen freien Platz, auf welchem landwirtschaftliche Maschinen der verschiedenen und be= id, daß eine abu em Gas, aljo ci Feuer in den usgegangen je Tunnel geeilt je so die Menschen i haben. elm II.] beridite Kaiser scheint di geführt zu haben n der Kunst, sein chtig zu gestalten um 6 Uhr auf cine Privatforre t sich und arbeite Saijer ein reid dann der Ruh deutendsten Firmen ausgest at sind. Es mögen hier genannt d er schläft nich spin die Firmen: A. J. Tröster- Bußbach, A. Henninger& ren in der Kirde econeien im Bar wollte. Eine oder Co., Darmstadt, Plaz Söhne- Weinheim( Paden) F. KruppMagdeburg, Fronz Hüttenrauch- Apolda, M. Rosenthal und legt sich in Gießen, Karl Buß- Wez'ar, W. Siedersleben& Co., eht dann munt er an die Arbe die er nicht ver e Sitte, die der alten faftilischer Bernburg, Schieferstein- Lich, Gebr. Luz- Darmstadt, die Oberndorfer Hütte und Ph. Mayfarth- Frankfurt a. M. Zwischen diesen Ausstellern an der Straße entlang ist für den Müden Gelegenheit im Bierzelt der Aktienbrauerei Gießen sich auszuruhen. Rückwärts davon sind die Baumdie kleinen Maschinen und landwirtsch. Bedarfsartikel aufung des Herrn Musikdirektors Krauße. Aus dem Programm heben wir herror:„ Hesse Darmstädter sain wir" Jubelfestmaisch von Krauße. Das Herz am Rhein( Solo für Posaune: Htb. Trinks) von Hill Tscherkessischer Zapfenstreich von Machts. Im Zeichen des Mars, Potpourri von Herold. Nach dem Feſteſſen fuhr der Großherzog im Wagen wieder zum Bahnhof zurück und verließ um 5 Uhr, hoch befriedigt von der Ausstellung, wieder unsere Stadt. Lokales. der Gießen, 10. September 1903. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie| 10000 Mt. auf: 5426, 17187, 87 160, 5000 Mt. auf: in Fragen de hul- Anlagen der Friedberger Obstbaumschule( Leitung: Prof. wurden folgende Gewinne gezogen: 50 000 Mt. auf Nr. nur, woher den Reichelt) und daneben in der gedeckten Halle haben besonders 19753( nach Gießen, Kollektion Jughard& Balser), Anna und Roſa, ſtellung gefunden. Auch hier finden wir mehrere einheimische 30 732, 60322, 61296, 63 084, 69 837. sind vorgestern und bekannte Firmen. Es sind u. a. vertreten: Der Sattler Louis Völzing- Groß- Felda, die Lauterbacher Blechwarenfabrik, Krogmann- Gießen, MaschinenhandWagenfabrit Stephan- Großen- Buseck, von Gießen die Firmen: Louis Faber, Wagner, Christ. Spies, Sattler, Friedr. Groß, Sattler, Aug. Kilbinger, Geschirr in Venedig an nheit gemäß, in ren nicht wenig lung Reiß- Gießen( stellt eine Baumdruckmaschine aus), lung machte, daf Papit Pius X noch immer nich te Bekannte, die n aussieht. Aud u. Wagenfabrik, Adam Reinig, Messerschmied und Waffenzu ** Der Großherzog hat den Grafen Ernst Solms- Laubach zum Mitglied der sichsten ordent lichen Landessynode ernannt. ** Der Kaiser hat den nachbenannten Offizieren der Großherzoglichen( 25) Division Ordensauszeichnungen verliehen: Oberst v. Jablonowski, Kommandeur des 5. Großh. Inf. Regts. Nr. 168 den Roten Adierorden III. Klasse mit der Schleife, Hauptmann Freiherr v. Graß, Hauptmann v. gt über die großhändler; ferner: von Zell der Küfer Friedrich Köhler, Hofmann, Hauptmann v. Westernhagen im 1. Großh. Hess. Bewegung fehle von Heuchelheim der Schmied und Wagenbauer Ph. Inf.( Leibgarde-) Regt. Nr. 115, Hauptmann Mohr, Haupt** 3um Besuch der landwirtschaftlichen ProvinzialAusstellung in Gießen trafen gestern abend ein: Staatsminister von Rothe und Ministerialrat( Abteilung für Handel und Gewerbe) Braun. Aweischweizerische Offiziere, der Kommandant des Inf.- Regiments Nr. 11, Oberstleutnant v. Erlach, und der Stabschef der 4. Division, Major Psyffer, werden an den Manövern des 18. Armeekorps teilnehmen. + Die Mitteldeutsche Sonntagszeitung" die bisher in Gießen gedruckt wurde, wird, wie auf der Landeskonferenz der Hess. Sozialdemokraten in Steinbach be= schlossen wurde, in Zukunft in Offenbach hergestellt, und zwar in doppelt so großer Auflage. Das Blatt soll besonders im Odenwald Verbreitung finden. ** Anbauversuche mit verschiedenen Getreidesorten. In diesem Sommer hat der Hessische Landwirtschaftsrat eine Anzahl von Anbauversuchen mit verschiedenen Gerste- und Hafersorten im Großherzogtum nach einheitlichem Plane veranstaltet. Die Ergebnisse derselben sind auf der heute in Gießen eröffneten landwirtschaftlichen Provinzialausstellung zur Darstellung gebracht Im ganzen kommen 8 Anbaustellen je für Gerste und Hafer in Betracht und zwar 4 in der Proving Starkenburg, 2 in der Provinz Oberhessen( Al sfeld und Friedberg) und 2 in Rheinhessen. ** Von der Reichs post. Ueber die Rückgabe falsch bestellter Briefe wird in einer Bekanntmachung der obersten Postbehörde darauf hingewiesen, daß Briefe und Postkarten, welche irrtümlich bestellt oder in Drucksachen vorgefunden worden sind, nur dann eine weitere frete Be= förderung erfahren, wenn sie einem Briefträger zurückgegeben werden. Falls die Sendungen in essen, was oftmals geschieht, einfach in einen Briefkasten gesteckt werden, so unterliegen sie von neuem der postalischen Beförderung und werden als„ unfrankiert" behandelt. Infolge zahlreicher Reflamationen wegen der Zahlung von Strafporlo und der damit verbundenen Zeitversäumnis durch Schreibereien und Vernehmungen wird daher gebeten, im Interesse der unbekannten Adressaten falsch bestellte Briefe und Postkarten einfach bei nächster Gelegenheit dem Brieft äger zurückzugeben. Launsbach, 9. Sept. Bei seiner Arbeit" gestöct wurde gestern Abend 1/212 Uhr ein Einbrecher, der dem Wert 2 Erlewein einen nächtlich n Besuch machen wollte. Durch das Geräusch aufmerksam gemacht eilte der Wirt herbei, um sich den nächtlichen Besucher näher anzusehen; der Wirt erhielt einen Schlag auf den Kopf, worauf der Dieb in der Richtung nach Wißmar, von dem Wirt und dem Nachta ächter verfolgt, unerkannt entfloh. Hoffentlich gelingt es der Polizei den frechen Burschen ausfindig zu machen und dahin zu bringen wo erin gehört. *** Großen- Bused, 9. Sept. Die Altrenomierte Rüh'sche Wirtschaft hierselbst wurde heute an den Metzgermister Aug. Gerlach aus Schlüchtern für 27 700 Mt. verfauft. Der Käufer, dem der Ruf eines sehr tüchtigen Mannes voran geht, wird mit der Wirtschaft eine Schweinemezecei verbinden. Gambach. Die Gesellen des Maurermeisters Langgöng traten in den Ausstand. Sie fordern statt des bisherigen Togelohnes von 3 Mt. einen Stundenlohn von 32 fg. bei 10stündiger Arbeitszeit. Mit den übrigen Meistern wird noch unterhand.lt. Weylar, 10. Sept. In den Tagen vom 23. bis 24. 6. M. findet in dem Saale des Schützengartens hier ein Saatgutmarkt statt. Mit demseben ist eine Ausstellung von Erzeugnissen der Landwirtschaft und von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten verbunden. ▲ Stadecken, 9. Sept. Hier erschoß der dem Trunke ergebene Landwirt Adam Renth im Streit seinen Knecht. Litterarisches. Das A- B- C des guten Tons. Ein Ratgeber für jedermann von E. von Hagen. Verlag von Levy& Müller in Stuttgart. 114 Seiten Oftav. Eleg. gebunden Preis Mt. 1. Das s hr gefällig ausgestattete Büchlein gibt in prägnanter Kürze sämtliche Elementarregeln für ein gesellschaftlich gutes Benehmen, die jeder, auch der einfaste Mensch, kennen und befolgen muß, wenn er im Verkehr mit gebildeten Kreisen nicht Anstoß erregen will. Die Wagnerfette, eine moderne Liebesnovelle von Ellen Walter, betitelt sich der neueste soeben erschienene Band von Seemanus kleiner Unterhaltungsbibliothek( Preis Mt. 1,-) Brieftasten. F. in Grünberg. Verfolgen Sie nur den lokalen Teil unserer Zeitung wenn Sie Nachrichten von Grünberg suchen, Sie werden das Gesuchte dann schon finden. Markt. Giese, 10. Sept. Aus dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Bid. 1.00-1.20 t, Hinereler 2 Stück 14-00 Pfg., Enteneier St. 8 Pig., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erben ver Liter 21 Pkg, Linien per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar mr. 0.70-1.00, Hübner per Stüd mt 1.30-180, Hahnen, per Stud Mr. C.70 150, Enten per Stüd 1.80-2.40, Gänse p. Bid 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfb. 68-78 fg., Rindfleisch per fb. 60-66 Pfs. Schweinefleisch per Pfs. 66-76 Big. Schweinefleisch gelatzen per fund 0.80 Pig., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfa., Hammelfleisch ver Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 Kilo 5.50-7.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 5.50-6 50, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg Milch per Liter 18 Vfg. * Weylar, 9. Sept. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete das Pfd. Buter 1,35 bis 0,00 Mt., Eier das Stck. , halte er für die Kreiling VII., letztere beiden haben im Freien ausgestellt. mann Hoos, Hauptmann Groß mann im Inf.- Regt. 8 Pfg. und 2 Stc. 15 Pf. Jezt noch etwas weiter rückwärts und der Besucher stößt Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, Hauptmann ( Arizona) start auf das Restaurant Liebigshöhe, in dessen linken Seitenbau Freiherr Schäffer von Bernstein, Flügeladjutant des GroßAdolphy, der Obst und Gemüse, Molkerei- Geräte und Produkte und herzogs von Hessen und bei Rhein den Roten Adlerorden Mädchen geweier das Wissenschaftliche untergebracht sind. Rechts von IV. Klasse, Oberleutnant Schröder im Inf. Regt. Kaiser breit befannter ng in St. Louis die Vermendung eilte er nach dem der Liebigshöhe lenten 2 fleine Hallen, in denen Bienenzucht und darauf bezügliche Geräte sich befinden, die Aufmerksamkeit auf sich. Das alles findet Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, Oberleutnant v. Regenborn im 2. Großh. Dragoner- Regiment( Leib- Drag.- Regt.) Nr. 24 den Kronenorden IV. Klasse. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil 215in lein; für das Bokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Covermann Drud und Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller). Gichen. Städtisches Schlachthaus. Osenfleisch 56, Schweinefleisch 50. Heute und morgen. Die Gross- Feldaer Kummet- und Geschirrfabrik Inh.: Louis Völzing stellt aus in der gedeckten Gerätehalle 16 Arten Geschirre und 25 Kummete verschiedener Systeme. leiner werten Kundschaft zur geft. Nachricht, daß ich mein Geschäft in Uhren- Gold- u. Silberwaren von Kirchplay 6 nach Seltersweg 10 verlegt habe. Hochachtungsvoll C. Stöver, vorm. F. Scharmann. Uhrmacher. - Gießen. Echlings- Ausstattung. Erstlingshemden 10 15, 20, 25, 30 Bfg. Jäck en 18, 25 30, 40 Pfa Wick 1bänder 30, 40, 50, 60, 80, 90 fg. kl. Bändchen 15, 20, 25 f.| Interessenten sind höflichst eingeladen. Tücher und Lhen 48, 50, 60, 70 g. 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