Nr. 185. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Montag, den 10. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pig. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Vfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Die Bachschauen an den nicht schiffbaren Gewässern betreffend. Das nachstehende Ausschreiben Großh. Kreisamts Gießen bringe ich hiermit zur Kenntnis der Interessenten. Gießen, 10. August 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung, die Bachschauen an den nicht schiffbaren Gewässern betr. Zufolge Verfügung Großh Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe sind von den Großh Kreisämtern und den Großh. Kulturinspektionen an den nicht schiffbaren Gewässern Bachschauen vorzunehmen, durch welche die ordnungsmäßige Unterhaltung dieser Gewässer und die genaue Beobachtung der hierfür bestehenden Vorschriften und der bei Verleihung der Wassernutzungsrechte vorgeschriebenen Bedingungen herbeigeführt werden soll. Zu den Bachschauen in einer Gemarkung sind die Bürgermeister( in gemarkungsselbständigen Bezirken der Vertreter des Gemarkungsinhabers) und ein von dem Ortsvorstande gewähltes Mitglied zuzuziehen, die Be= figer von Stauanlagen, Wassertriebwerken, von Be- und Entwässerungsanlagen 2c. und andere Beteiligte einzuladen. Die Teilnahme an den Bachschauen und die Geltend machung von Wünschen und Bedenken ist jedem Beteiligten gestattet. Im Kreise Gießen werden zunächst folgende Bachschauen stattfinden: 1. An der Horloff: Am 15. August: Zusammenkunft bei Hof Graß bormittag 9 Uhr. In Betracht kommen Hof Graß und Inheiden( 912 Uhr), Hungen( 10 Uhr), Villingen ( 2 Uhr). 2. An der Lumda: Am 19. August: Zusammenkunft Gemarkungsgrenze Lumda- Stangenrod 11 Uhr vormittags. In Betracht kommen die Gemarkungen Lumda( 114 Uhr), Geilshausen( 122 Uhr), Odenhausen( 2 Uhr), Kesselbach ( 2 hr), Londorf( 3 Uhr). Am 20. August: Zusammenfunft Gemarkungsgrenze Allendorf- Londorf, vorm. 11 Uhr. In Betracht kommen die Gemarkungen Allendorf( 11 Uhr), Treis ( 12 Uhr), Mainzlar( 2½½ Uhr). 3. An der Wieseck: Am 21. August: Zusammenkunft an der Gemarkungsgrenze Saasen Göbelnrod vormittags 9½ Uhr. In Betracht kommen die Gemarkungen Saasen( 91% Uhr), Lindenstruth( 104 Uhr), Reisfirchen( 11 1hr), GroßenBuseck( 3 Uhr). Am 22. August: Zusammenkunft an der Gemarfungsgrenze Großen- Buseck- Alten- Buseck, vormittags 9 Uhr. In Betracht kommen: Alten- Buseck, Rödgen und Trohe( 9 Uh), Wieseck( 10 Uhr), Gießen( 32 Uhr nachmittags Fortsetzung). Die Großh. Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden werden brauftragt, vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen, die Beteiligten, insbesondere die Befiger von Stauanlagen, Wassertriebwerken, Be- und Entwässerungsanlagen 2c zu der Bachschau noch besonders einzuladen und sich selbst mit einem von dem Ortsvorstande zu wählenden Mitgliede desselben zur Schau einzufinden. Gießen, den 8. August 1903. Großh. Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Die Hammstraße, zwischen der Unterführung an der Westanlage und der Neustadt, wird wegen Vornahme von Walzarbeiten von Montag, den 10. I. Mts. ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt Gießen den 8. August 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. " 1 , Gelernte" und ,, ungelernte" Kaufleute. In einer kaufmännischen Vereinigung, die in Berlin tagte, wurde fürzlich lebhaft darüber Klage geführt, daß sich die Lage der jungen Kaufleute durch den Wettbewerb der ,, ungelernten" Elemente sehr verschlechtert habe. In größeren Geschäften sei folgende Entwickelung eines großen Teiles des Personals Regel geworden: Laufjunge, Adressenschreiber, Registratur und soziales Kassenwesen, Kommis. Derartige Elemente hätten eine geringere Lebenshaltung und infolgedessen machten sie auch geringere Gehaltsansprüche geltend. Die Rede klang, wie sich wohl jetzt schon leicht erraten läßt, in die Forderung aus, daß nur regelrecht ausgebildete Kaufleute ein Anrecht auf solche Stellungen hätten. Eine derartige Forderung hätte man wohl am allerwenigsten von einer kaufmännischen Vereinigung erwarten dürfen, da diese Organisationen doch sonst stets für die Gewerbe- und Handelsfreiheit eintreten. Die Klage ist aber andererseits ein deutlicher Beweis dafür, daß die moderne Verkehrs- und Erwerbsfreiheit doch nicht ganz so dornenlos ist, wie es vielfach dargestellt wird. Aehnliche Klagen sind auch in Handwerkerkreisen mit der gleichen Schlußfolgerung erhoben worden, und selbst die gelehrten Berufe, wie Literaten und Ingenieure, erheben von Zeit zu Zeit die Forderung einer schärferen Praxis für die Zulassung des Nachwuchses ebenso vergeblich natürlich, wie die Kaufleute und Handwerker sich gegen das Eindringen von Elementen wehren, die feine zünftige Lehrzeit durchgemacht haben. Für den Betriebsinhaber kommt bei der Stellenbesetzung nur die Frage der Tüchtigkeit des Kandidaten in Betracht, wie er sich die kaufmännischen Kenntnisse erworben hat, ist keine persönliche Geschäftsangelegenheit, sondern eine allgemeine Standesfrage. Will man also diese Verhältnisse, da sie wohl tatsächlich vielfach als Uebelstände empfunden werden, überwinden, so kann es nur durch eine geeignete Organisation geschehen Diese müßte auch entschlossen sein, wenn sie zum Ziele gelangen will, unter Umständen die Machtfrage aufzuwerfen, d. H. mit anderen Worten, es müßte unter Umständen, der Fall eintreten können, daß der ganze Personalbestand eines Geschäftshauses von seinem Posten zurücktritt, wenn eine derartige mißliebige Beförderung vom Laufjungen zun: kaufmännischen Hilfsbeamten eingetreten ist. Mit der Frage nach der Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer derartigen Kampfesmaßregel beantwortet man auch die Frage nach der Durchführbarkeit einer Organisation zum Zwecke der Standesreinigung. Wir glauben nicht an diese Möglichkeit, schon deshalb nicht, weil der Stand der kaufmännischen Geschäftsinhaber selbst auch kein zünstlerisch geregelter ist. Der Zugang dazu ist durchaus allen möglichen Volkskategorien offen. Die Klagen sind lediglich ein Beweis dafür, daß die Berufsausbildung, wie sie früher üblich war, überlebt ist. Die jungen Kaufleute bedürfen ebenso wie jeder andere Stand auch außer der technischen Ausbildung vor allem eines reicheren theoretischen Wissens als früher. Die Konkurrenz ungelernter Elemente ist eben der beste Beweis dafür, wie wenig Zeit die eigentliche Fachausbildung erheischt und wie leicht sie zu Gunsten eines reicheren theoretischen Wissens zurückgedrängt werden kann. Wenn der kaufmännische Nachwuchs diese Lehre aus der Entwickelung der kaufmännischen Verhältnisse zieht und in dem uneingeschränkten, verschärften Wettbewerb den Anstoß zur Entfaltung der größten persönlichen Tüchtigkeit erblickt, dann ist das unserer Ansicht nach das probateste Mittel- zur Reinigung des Standes. Die Politik. Kleine Mittel für die Ueberschwemmten. Schon neulich berichteten wir von einer dankenswerten Anordnung des preußischen Finanzministers, die die Regierung des Ueberschwemmungsgebietes anwies, bei der Einziehung der fälligen Steuern möglichst Milde walten zu lassen und die ohnehin schwer genug Geschädigten nicht noch von Staatswegen zu drängen. Jetzt hat der Justizminiſter eine ähnlich zweckmäßige Verfügung erlassen: Er hat die Gerichtskassen der Ueberschwemmungsgebiete angewiesen, gegenüber Personen, welche durch die Ueberschwemmung in eine bedrängte Lage gekommen sind, bei der Beitreibung bon Gerichtskosten mit Schonung vorzugehen und Stundungsgesuchen tunlichst zu entsprechen, wenn zu er warten sieht, daß durch eine Stundung erheblichen wirtschaftlichen Schädigungen vorgebeugt werden kann. Aenderung der Schußtruppenordnung. Durch kaiserliche Kabinettsordre sind neuerdings eine Reihe wichtiger Aenderungen der Bestimmungen für die afrifanischen Schutztruppen getroffen worden. In Südwest afrika ist die Dauer der Dienstverpflichtung von 3 auf 3½ Jahre erhöht, in Kamerun und Togo ist sie von 2% auf 2 Jahre vermindert worden. Fortan dürfen ferner nicht nur die in dem Schutzgebiet ansässigen Reichsdeutschen ihrer Dienstpflicht in der Schutztruppe genügen, sondern das steht auch allen anderen außerhalb der Reichsgrenzen wohnenden wehrpflichtigen Deutschen zu. Auch der einjährig- freiwillige Dienst kann in der Schußtruppe abgeleistet werden. Aber nicht nur das: Von iekt an ist es auch zulässig, daß wehrpflichtige Reichsangehörige in Europa auf begründeten Antrag in Südwestafrika als ein- oder mehrjährig Freiwillige mit Genehmigung des Kriegsministeriums ihres Heimatsstaates und unter Zustimmung des Oberkommandos der Schutztruppen eingestellt werden dürfen. Offiziere und Offiziersaspiranten der Reserve dürfen in Zukunft bei allen Schutztruppen, nicht nur wie bisher in Südwestafrika, die vorgeschriebenen Nebungen machen. Wird schon durch diese Erleichterungen der Ableistung der Dienstpflicht in der Schutztruppe mancher junge Deutsche im Auslande, der nicht nach Deutschland fahren kann, um seiner Dienstpflicht zu genügen, dem Deutschtum erhalten und von dem Makel der Fahnenflucht frei bleiben, so ist eine weitere sehr dankenswerte Maßregel geeignet, die allmähliche Besiedelung der südwestafrikanischen Kolonien zu fördern: Der Kommandeur der südwestafrikanischen Truppe ist ermächtigt worden, diejenigen Angehörigen der Schußtruppe, die sich zur Ansiedelung verpflichten, ein halbes Jahr vor Ablauf ihrer Dienstzeit zu entlassen. Dadurch wird den zukünftigen Kolonisten Gelegenheit gegeben, sich auf ihrer Farm noch während ihrer Militärdienstzeit einzurichten. Hoffentlich bleibt der von diesen Maßregeln erwartete Erfolg nicht aus. Dienstalter der preußischen Volksschullehrer. Nach einer amtlichen Statistik gab es in Preußen Ende Juni 1901 26 392 Lehrer in den Städten, 48 132 auf dem Rande und 9025 Lehrerinnen in den Städten, 4725 auf dem Lande. Von diesen hatten in den Städten 3449 Lehrer oder 130,7 vom Tausend ein Dienstalter von über 31 Jahren und damit die höchste( neunte) Altersstufe erreicht; auf dem Lande war dies bei 5433 Lehrern( 112,8 v. T.) der Fall. Von den Lehrerinnen hatten 283 oder 31,4 v. T. in den Städten und 176 oder 37,2 v. T. auf dem Lande ein Dienstalter von über 31 Jahren. Ein Dienstalter von über 39 bis zu 49 Jahren hatten 859 städtische Lehrer oder 32,2 v. T., 1415 Landlehrer( 29,4 v. T.), 37 städtische Lehrerinnen ( 4,1 v. T.) und 23 Landlehrerinnen( 4,9 v. L.). Im 50. oder in einem noch höheren Dienstjahre standen 37 städtische Lehrer( 1,4 v. T.), 60 Landlehrer( 1,2 v. T.) und 2 Landlehrerinnen( 0,4 v. T.); städtische Lehrerinnen von einem so hohen Dienstalter waren nicht vorhanden. Im ganzen hatten also 2361 Lehrer und 62 Lehrerinnen eine Dienstzeit von über 39 Jahren hinter sich. Das zur Erreichung der beiden höchsten Alterszulagen erforderliche Dienstalter hatten zusammen 176,6 v. T. der städtischen, 148,3 v. T. der ländlichen Lehrer und 54,4 und 60,8 v. T. der Lehrerinnen. Besserer Schutz für Bauarbeiter. In einem preußischen Ministerialerlaß vom 27. Februar d. J. war auf die Notwendigkeit einer schärferen außerterminlichen Ueberwachung der Bauausführungen im Interesse eines erhöhten Schutzes der Bauarbeiter gegen Krankheiten und Unfälle hingewiesen worden. Im Anschlusse hieran wird nun in einem neuen Erlaß bestimmt, daß, soweit keine ausreichenden polizeilichen Schutzvorschriften vorhanden sind, deren Beachtung den Gegenstand der Kontrolle zu bilden hat, die Ueberwachung der Bauausführungen sich darauf zu erstrecken hat, ob bei dem Bau die Unfallverhütungsvorschriften der Baugewerksberufsgenossen. schaften beobachtet werden. Wenngleich diese Vorschriften einzelne Lücken aufweisen, so erscheinen sie doch im großen und ganzen als dem Bedürfnisse entsprechend, so daß sie eine geeignete Grundlage für die Baukontrolle bilden können. Verfehlungen gegen diese Bestimmungen sollen bestraft werden; falls der Verstoß so erheblich ist, daß die Strasbefugnisse der Polizei nicht ausreichen, so ist die Amtsanwaltschaft anzugehen. Eine„ mazedonische Vesper" vereitelt. Erbauliche Dinge werden über die Absichten der mazedonischen Komitatschis laut. Bei einem mazedonisch gesinnten Ortsvorsteher in der Nähe von Monastir wurden Zirkulare und andere revolutionäre Papiere gefunden, die Einzelheiten über die Organisation des Aufstandes und die Aufforderung enthalten, in der ersten Nacht alle Mohamedaner, Griechen und Soldaten zu ermorden, um die Aufmerksamkeit Europas zu erregen. Nur dadurch, daß die neue Verschwörung vorzeitig entdeckt wurde, wurde eine solche mazedonische Bartholomäusnacht verhindert. Auch so aber ist das Treiben der Komitatschis blutdürftig und verbrecherisch genug. In Kruschewo( Vilajet Monastir) wur den von Komitatschis das Amtsgebäude und das Telegraphengebäude zerstört und fünfzig dort garnisonierende türkische Soldaten abgeschlachtet, ebenso in Smilovo vierzig. Im selben Kreise wurden mehrere Dörfer angegriffen und Bomben geworfen. Banden zwingen die Dorfbevölkerung zum Anschluß, wo sich die Leute dessen weigern, wird ihnen einfach das Haus überm Kopf angezündet. Selbst in die Erntefelder wird Feuer gelegt. Ganze Dörfer werden berbrannt. Nichstdestoweniger dürfte diesmal der Aufstand sich auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis beschränken, jumal da Bulgarien die Mazedonier nicht unterstützen wird. Wer wird Rampollas Nachfolger? Die Frage, wer das wichtige Amt des KardinalStaatssekretärs unter dem neuen Papst bekleiden wird, steht zur Zeit in den römischen politischen Zirkeln noch immer im Borderarund des Interesses. Mit Bestimmtbeit tritt Die Kanau arrangierte das Haar der Grafin Margarethe ganz Raden borobe Men ließ; auch mußte die Gräfin eine Robe Loden und einen griechischen Senoten über ihren pflegte, während die inzessin ihre Stirn unter dichten so, wie es Ihre Durchlaucht zu tragen ihrer Gebieterin anlegen. Brinzoiiin itanta oncuat ging zurüď. ihren Becher an der Quelle leerten, lächelten über die pantoZeichen des lebhaftesten Widerwillens dem Brunnenmädchen wenn das Getränk faum ihre Lippen berührt hatte, mit allen Einige alte Damen, welche neben ihr ganz gewissenhaft Sie schmedte dann wohl auch einen Becher und gab ihn, mit Sanen fie rücfiichtslos ihrem mis. mimiſchar Reichen beriprochen, jchnell bessernde Wirkung des nehmen, die Afung der Bekanntschaft mit den Fremden zu vermitteln. Perdigen Dricntion nicht vollständig beruhigt: er bejab au der für sein Amt notBrunnens hinzugefügt und Der Badekommissär allein war durch all diese Auskünfte auf der Promenade Gelegenheit zu ( Sothoiichen Salender und fand beinahe glauben fönnte Indianerromantik cinft und jetzt. Bout Dr. M. Wolff. ziemlich still über den roten Mann geworden, so daß man in der letzten Zeit in den Vereinigten Staaten ei ganz ausgesterben oder gans jetzt das Gerücht auf, daß Kardinal Vincenzo Vannuteli zu diesem einflußreichen Posten ausersehen sei. Vorher hieß es, Agliardi sei dazu bestimmt. Die Kardinäle Capecelatro und Satolli hätten so erzählt man mehrfach mit ihm fonferiert und ihn zur Annahme zu bewegen gesucht. Doch schwanke er noch. Rampolla soll das Amt des Vizekanzlers der Kirche angeboten werden. Ueber alle diese Dinge wird wohl erst im angekündigten Konsistorium Klarheit geschaffen werden. Es verlautet weiter, daß der Papst in diesem den Konklavesekretär Merry del Val, sowie seinen Lehrer, den greisen Erzbischof von Padua, Callegari, und den Verwalter der päpstlichen Finanzkammer, Monsignore Paricoli, zu Kardinälen ernennen will. Die meisten fremden Kardinäle haben Rom verlassen, nachdem sie vom Papst in Audienz empfangen sind. Nur Kardinal Gibbons wird noch einige Zeit dort bleiben. König Peter und die Mörder Alexanders. Wie abhängig König Peter von der Gnade der serbischen Königsmörder ist, dafür bietet ein Vorfall einen charakteristischen Beweis, der sich eben in Belgrad zugetragen hat. Das Belgrader Amtsblatt veröffentlichte dieser Tage einen Ukas, der vom König Peter in aller Form unterzeichnet war und den gegenwärtigen Hofmarschall in Konstantinopel, Oberstleutnant Ljubomir Leschjanin, zum Hofmarschall ernannte. Eben war das Amtsblatt ausgegeben, da erging plößlich der Befehl an die Polizei, das Blatt zu beschlagnahmen, und nachdem die Beschlagnahme erfolgt war, erschien eine zweite Ausgabe, die den Ukas mit Leschjanins Ernennung nicht enthielt. Nachträglich stellte sich heraus, daß König Peter die Ernennung rückgän gig gemacht hatte, weil die an der Ermordung des Königspaares beteiligten Offiziere dagegen protestierten, daß ein von Alexander und Draga wohlgelittener Diplomat von dem neuen Könige ausgezeichnet werde. Beneidenswert mag das Gefühl, eine Kreatur von Mordbuben vorzustellen, für den neuen König gerade nicht sein. Kurze politische Nachrichten. * Ueber eine sinnige Amnestie wird aus Dresden berichtet: König Georg hat aus Anlaß seines 70. Geburtstages 70 Strafgefangenen die Freiheit geschenkt. * In der deutschen Botschaft zu Petersburg fand ein Diner statt, zu welchem die deutschen Delegierten für die Handelsvertragsverhandlungen, die Minister der Finanzen, des Ackerbaus und des Innern, sowie die Mitglieder der deutschenBotschaft und des Generalkonsulats geladen waren. Minister Witte blieb mit den übrigen Gästen nach dem Diner in angeregter Unterhaltung bis Mitternacht in der Botschaft. * Der deutsche Botschafter in Washington, Frhv. Sped b. Sternburg, hat dem Präsidenten Roosevelt auf dessen Randsiz in Oysterbay sein Beglaubigungsschreiben überreicht. * In Bad Herrenalb ist der frühere Reichstags- und jetzige Zandtagsabgeordnete für Neustadt- Landau in der Pfalz, Oberlandesgerichtsrat a. D. Theodor Brünings, gestorben. * In Krimmitschau finden gegenwärtig Lohnkämpfe ſtatt. 7 bis 8000 Tertilarbeiter, die eine 10stündige Arbeitszeit verlangten, erhielten die Kündigung. Die Sofioter Blätter kündigen die Rückkehr des Fürsten Ferdinand an. * Das rumänische Königspaar hat Bukarest verlassen und ist in Wien eingetroffen. Herrschaft über den Erdkreis, gekrönt worden. Schier unendlich waren die Menschenmassen, die sich heute in die weiten Hallen von Sankt Peter über den Plazz hin drängten, auf dem schon seit dem frühen Morgen ein starkes Aufgebot italienischer Truppen die Ordnung aufrecht erhält. Trotzdem alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen waren, um den Eintritt der Menge zu regeln und in Grenzen zu halten, so entstand doch ein wahrhaft lebensgefährliches Gedränge, als die zu einer dichten Mauer gestauten Tausende sich langsam in die Tore hineinkeilten, das ist der einzig passende Ausdruck. Es soll denn auch nicht ohne Unfälle abgegangen sein und die Sanitätsambulanzen alle Hände voll zu tun gehabt haben. Besser ist das diplomatische Korps und die römische Aristokratie daran, für die bequeme Tribünen aufgeschlagen sind, ebenso wie für die Musik. Die Menge füllt die weite Kirche in se dichtem Gewimmel, daß nur der allernötigste freie Raum für die nahende Prozession bleibt. Der Ausstand in Hennebont( Frankreich), der zu den Ruhestörungen der letzten Tage geführt hatte, ist durch Bevilligung der von den Arbeitern geforderten Lohnerhöhung beendigt. 26 Rädelsführer bei den Unruhen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. * Das britische Oberhaus beendete nach mehrtägigen Verhandlungen die Komitee- Beratung der irischen Landvorlage. Die irischen Peers setzten die Annahme mehrerer von der Regierung befämpfter Abänderungen durch, welche indessen die Grundzüge der Vorlage nicht berühren. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser ist auf seiner Nordlandsreise in Bergen eingetroffen. An Bord ist alles wohl. Das Wetter ist trübe. Alles reckt sich auf den Zehenspizen. Umgeben von seinem glänzenden Hofstaat, naht der Papst, hoch auf der Sedia Gestatoria sipend, von Jubelrufen empfangen. Er kommt von der Sakramentskanzlei und dem Throne des heiligen Gregorius, wo er die Huldigung des niederen und hohen Klerus empfangen hat. Beim Eintritt in das Schiff stockt der lange Zug. Der Zeremonienmeister zündet eine Kerze an und singt, niederknieend: Pater sancte, sic transit gloria mundi( Heiliger Vater, so schwindet der Ruhm der Welt). Noch zweimal wiederholt sich diese einfache und in ihrem tiefen Sinne doch ergreifende Zeremonie, einmal bei der Statue des heiligen Petrus und zum leztenmal, als der Zug am Hochaltar angelangt ist, wo der Papst sich anschickt, die Messe zu lesen. Er unterbricht die Vorbereitungen, um von dem ältesten Kardinaldiakon sich das schimmernde Ballium über die Schultern legen zu lassen. Dann kehrt er, gefolgt von den ministrierenden Geistlichen, zum Altar zurück; hohe Weihrauchwolken füllen die Kirche mit betäubendem Duft. Man sieht burch sie, wie durch einen Schleier, wie der Papst zu seinem goldschimmernden Thron schreitet, wie die Kardinäle ihn umgeben, dem neuen Licht der Welt huldigen. Die gewaltigen Glocken des Petersdoms lassen ihre dröhnenden Stimmen ertönen, dazwischen klingen die Glöckchen der Ministranten, alles sinkt andachtsvoll auf die Knie: das große Wunder vollzieht sich, die Messe ist beendet. Die Kaiserin hat sich von Cadinen aus in das schlesische Ueberschwemmungsgebiet begeben. Die Fahrt erfolgte über Elbing mittels Sonderzuges nach Ziegenhals. Von hier aus fuhr die Kaiserin in Begleitung des Regierungspräsidenten Holz und des Landrats v. Jerin nach Dürrfunzendorf und Arnoldsdorf, Wildgrund, Langenbrück und Neustadt. Im Anschluß hieran setzte die Kaiserin die Reise nach Breslau fort. Im föniglichen Schlosse daselbst, wo die Kaiserin Wohnung nimmt, fand ein Empfang des Vaterländischen Frauenvereins statt. An der Beratung, die unter Vorsitz der Kaiserin über die Maßregeln zur Linderung des Hochwassernotstandes stattfand, nahm nur der aus acht Herren bestehende engere, ausführende Ausschuß des Provinzialhilfskomitees, sowie die Delegierten der Vaterländischen Frauenvereine teil. Auch die Erbprinzessin Charlotte von Sachsen- Meiningen war zum Empfange der Kaiserin in Breslau anwesend. Die Weiterreise der Kaiserin von Breslau nach Posen erfolgt morgen( Dienstag) gegen 9 Uhr vormittags, die Ankunft in Bosen halb 12 Uhr mittags. Die Kaiserin begibt sich sofort nach ihrem Eintreffen daselbst mittels Wagens in die Nähe des Klosters in Wilda und kehrt sodann nach dem Generalkommando in Bosen zurück, wo alsbald eine Sitzung des Hilfskomitees, sowie des Vorstandes des Provinzialvereins vom Roten Kreuz und des Vaterländischen Frauenvereins abgehalten werden wird. Von Posen fährt die Kaiserin um 4 Uhr nachmittags direkt nach dem Neuen Palais bei Potsdam, wo die Ankunft kurz nach 9 Uhr abends zu erwarten steht. ** Die Vermählung des Prinzen Andreas von Griechenland mit Prinzessin Alice von Battenberg in Darmstadt wird am 17. Oktober stattfinden. Kaiser Wilhelm, der Zar und der König von Griechenland werden sicher zu der Feier kommen, dagegen wird nach englischen Blättern König Eduard von England sicher und der König von Dänemark wahrscheinlich dabei fehlen. Die Krönung des Papftes. A Rom, 9. Auguſt. schwindet. Wir begnügen uns deshalb, nur die zum Ber ständnis des Ganges des Prozesses allernötigsten Daten hier noch einmal kurz zu rekapitulieren. Frau Humbert, mit ihrem Familiennamen Daurignac, heiratete in ihrem Heimatsorte Baugelle den Sohn des Deputierten und späteren Justizministers Gustave Humbert, Frederic Humbert, dem sie vorgespiegelt hatte, daß sie eine größere Erbschaft zu erwarten hätte. Diese legendäre Erbschaft schwoll allmählich lawinenartig an, und schließlich war das Gerücht verbreitet, daß der Frau Humbert und ihrer Schwester Marie von einem gewissen Henri Crawford eine hundert MillionenErbschaft zugefallen sei. Das Testament des Herrn Crawford wurde indessen auf Grund eines zweiten Testamentes von den Neffen des Erblassers angefochten. Vor den Pariser Gerichten begann nun ein Prozeß, der Jahre hindurch dauerte, zwischen den Anwälten der Humberts und der Crawfords wurden Schriften und Gegenschriften getechselt, Vergleiche angebahnt und wieder verworfen. Da es aber ganz sicher war, daß die Humberts den Prozeß gewinnen würden, erhielt Madame Therese à conto der ihr zufallenden Erbschaft von Freunden und Lieferanten, von Banken und Wucherern Geld, so viel sie wollte. Sie führte ein glänzendes Haus, empfing die einflußreichsten Männer Frankreichs, bis plößlich das Kartenhaus zusammenbrach, und die Humberts im Mai v. J. plößlich aus Paris verschwanden. Die ganze Erbschaftsgeschichte war von Anfang bis zu Ende erfunden, die Crawfords existierten überhaupt nicht. Lange dauerte die Suche nach der Familie Hum bert, bis man durch einen Zufall im Dezember Frederic Humbert, Madame Therese, ihre Tochter Eva, ihre Schwester Marie und ihre Brüder Emile und Romain Daurignac in Madrid verhaften konnte. Eva Humbert und Marie Daurignac wurden bald nachher außer Verfolgung gesetzt. Die goldene Mitra auf dem Haupt wird nun der Bapst auf die Loggia getragen, wo ein prächtiger Thron seiner harrt, auf dem er, hoch über den Häuptern der Menge schwebend, Plaz nimmt. Und nun folgt in raschem Aufeinander die Krönung. Von den Wänden hallt der Krönungschor wieder: Corona aurea super caput ejus( Eine goldene Krone hat er auf seinem Haupt), man hört die dumpfe Litanei der Kardinaldiakonen. Und nun treten diese, auf purpurnen Kissen das Triregnum tragend, auf den Thron zu. Der eine von ihnen nimmt dem Papste die Mitra vom Haupte und der zweite seht ihm die funkelnde Tiara auf. Und wie der Papst das Triregnum, das Zeichen dreifacher Herrschaft, empfängt, tönt laut vernehmlich durch den weiten Dom die Krönungsformel: Empfange die Tiara, mit drei Kronen geschmückt, und wisse, daß Du bist der Vater der Fürsten und Könige, der Leiter des Erdtreises, auf der Erde der Stellvertreter unseres Erlösers, Jesus Christus. Dem Ehre und Glorie in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Die legte der glanzvollen Zeremonien, mit denen der neue Papst in sein Amt als Stellvertreter Christi und Nachfolger Petri eingeführt wird, ist vorüber: Pius X. ist im Petersdom, umgeben von der Schar der Kardinale, Patriarchen und Bischöfe mit dem Triregnum, dem Zeichen der Die schwere Krone mit jugendlicher Kraft auf dem stola und würdevoll erhobenen Haupt, richtet sich nun Pius X. auf und breitet die Hände aus, um der Menge, die andächtig aufs Knie finkt, den päpstlichen Segen zu erteilen. Dann berschwindet er wie eine Vision aus überirdischen Sphären durch den überdeckten Gang nach dem Vatikan.. Buren- Oberft Schiel Eine der sympathischsten unter den vielen sympathischen Gestalten, die man im letzten Burenkriege auf der Seite der Transvaal- und Oranjeburen sah, ist nicht mehr: Im Alter von 44 Jahren ist Oberst Adolf Schiel, der Artillerieober kommandant der Buren, im Krankenhause zu Bad Reichen hall nach längerer Krankheit gestorben. Da Tuttofem later berha Bein Röln ziet Band fort Das Schnellig die Stun Parifer bin berse Fiaskos weißen, hält der afritani Bu mad Wüsten artigen Madrid Brauerei hinausge wieder b zum Zei O IS wischte Roth a reifte un Ortend berriet wegen wat na Salzbur farte ge sehr schö anwalt Der erste Verhandlungstag schon brachte den Parisern, die sich um die Eintrittskarten zu dem reservierten Raum des Sigungssaales geradezu rissen und schließlich froh einen tvaren, wenn sie einen Stehplatz erobern konnten, fleinen Vorgeschmack von den Sensationen, die ihrer in diesem Prozeß harren. Therese Humbert, die in schwarzer Toilette mit Federhut und Schleier erschienen war, unterbrach den Präsidenten, der die Anklageschrift vorlas, durch ständige Zwischenrufe:„ Das ist unwahr, das ist ja Unsinn!" und ließ sich nur mit Mühe und Not von ihrem Verteidiger Labori soweit beruhigen, daß sie, als der Präſident zu den Personalien ihres Vaters kommt, eine große Lobrede auf die Familien Daurignae und Humbert vom Stapel lassen konnte. Sie erklärte zu allgemeiner Heiterkeit, diese Namen bildeten den Ruhm Frankreichs. Wenn schon bei der Aufnahme der Nationale der Angeklagten und der Verlesung der Anklage- darauf beschränkten sich die Vorgänge am ersten Verhandlungstage-- eine solche Berserkerwut und solchen Redeschwall entwickelt, wie köstlich muß es erst sein, wenn sie eine ihrer angedrohten Brandreden losschießt, in denen sie hohe Staatsbeamte und Spißen der Pariser Gesellschaft bloßstellen will. Schon jetzt prickelt es den Zuhörerr in allen Gliedern in Vorahnung dieses pikanten Genusses. Ein Frankfurter Kind, trat der entschlafene Oberſ bei den Bockenheimer Husaren ein, nahm aber als Leutnan seinen Abschied und siedelte nach Südafrika über. Er trai als Ochsenkarrenkutscher in den Dienst eines deutscher Farmers in Natal. Als solcher machte er Fahrten durc ganz Natal. Dann wurde er Wirtschaftsinspektor und ver lobte sich mit der Tochter eines Missionars. Aber sein Naturell ließ ihm keine Ruhe, wir finden ihn nach ein paa Jahren als leitenden Minister. Freilich ist es nur ein Zulu fönig, Dinizulu, dessen Ratgeber er ist. Als Dinizulu unter Schiels Einfluß sich entschlossen hatte, Deutschland um die Annerion des Zululandes anzugehen, reiste Schiel nach Berlin, um mit Bismarck über die Sache zu beraten. England ebenso wie die Buren der Annerion Widerstand entgegensetzten, stand Bismarck schließlich von dem Plan ab. Inzwischen war aber die Transvaalregierung auf Schiel aufmerksam geworden; sie zog ihn in das Transvaalgebiet, wo er bald vermöge seiner Bravour in den Kämpfen mi den Basutos zum Adjutanten Piet Jouberts aufrückte. Später Oberkommandant der burischen Artillerie, wurde Schiel beim Ausbruch des Burenkriegs zum Befehlshabei des deutschen Freikorps ernannt. Schon in dem ersten größeren Gefecht, bei Elandslaagte, wurde er an beiden Beinen schwer verwundet und von den Engländern gefanger genommen, die ihm auch nach dem Friedensschluß die Rüd fehr nach Südafrika verboten. Schiel begab sich nach Deutsch land zurück, wo er Vorträge über die Burensache hielt, bil ihn ein schweres Leiden aufs Lager zwang. Seine Lebens. schicksale hat er in einem während der Gefangenschafi in St. Helena verfaßten Werke„ 23 Jahre Sturm und Sonnen schein in Südafrika" niedergelegt. In seiner Jugend an Brausekopf, zeigte er sich in reiferem Alter als ein verläßlicher, wackerer Mann, als ein Pionier deutschen Rolfs geistes in Afrika, auf den unser Vaterland stolz sein kann. Die Humberts vor Gericht. § Nach langer Voruntersuchung, Verzögerungen und Ver. tagungen ist nun wirklich die große" Therese, wie das sen. sationslüsterne Paris mit einer gewissen scheuen Bewunde rung die Millionenschwindlerin Humbert nennt, vor ihren Richtern erschienen. Wie die geniale Betrügerin die ganze Welt durch ihre fühne Flucht in Atem hielt, ist wohl noch ebenso frisch in Erinnerung, wie der von ihr durch lange Jahre hindurch mit Erfolg betriebene RiesenerbschaftsNab und fern. Vom Heidelberger Jubiläum. Unter dem Ehrenvorsik des Großherzogs fand in der Stadthalle der große Festtommers statt, an dem etwa 1600 Personen teilnahmen. Den ersten Trinkspruch brachte der Großherzog auf den Kaiser aus, dem das von Studiosus Glocke ausgebrachte Hoch auf den Großherzog und sein Haus folgte. Weitere Trinksprüche galten den Ehrengästen, den Lehrern der Universität, der Stadt Heidelberg, der Studentenschaft und anderen. Aus Anlaß des Jubiläums erfolgten eine ganze Anzahl von Ehrenpromotionen, u. a. wurden der Dichter Gustav Frenssen und Pfarrer Friedrich Naumann, der Führer der Nationalsozialen, zu Ehrendoktoren der Theologie, der Maler Hans Thoma, der Kapellmeister Richard Strauß, der Dichter Peter Rosegger, der Nationalökonom Professor Gustav Schmoller zu Ehrendoktoren der Philosophie ernannt. Die theologische Fakultät ernannte auch zwei Damen, Dr. jur. Margareta Dunloj- Gischon und Dr. phil. Agnes Smith- Lewis zu Ehrendoktoren. Die beiden Damen sind die ersten weiblichen Doktoren der Theologie in Deutschland. A Das Erholungsheim für deutsche Lokomotivführer ist in Hannoversch- Münden im Beisein des Ministerialdirektors Wehrmann und der Vertreter mehrerer Eisenbahndirektionen erfolgt. Das in bester Luft gelegene Haus enthält im Erdgeschoß 7 und im Obergeschoß 18 bequeme luftige Schlafräume, die für 65 Erholungsbedürftige beſtimmt sind, einen großen Speisesaal, Geſellſchafts- und Spielzimmer, bier Badezimmer mit Duschen, und praktisch eingerichtete Wirtschafts-, Küchen- und Vorratsräume. Galerien und schattige Veranden bieten Schutz gegen Regen, Staub und Kälte. Sämtliche Zimmer haben Zentralheizung. Einer furchtbaren Brandkatastrophe fielen die sechs Kinder des Gutsbesitzers Neudel in Remtengrün( Vogtland) zum Opfer. Das aus Holz erbaute Wohnhaus wurde durch ein nächtlicherweile ausgebrochenes Feuer eingeäschert und die sechs Kinder verbrannten in den Bodenräumen, wo sie schliefen, ohne daß es den verzweifelten Eltern gelang, zu ihnen zu dringen. Bei den wiederholten Rettungsversuchen trugen beide Ehegatten Neudel schwere Brandwunden davon. Auch aus Spanien kommt die Nachricht bon einem schweren Brandunglücke. Ein heftiges Feuer zerstörte die Wohnungen der Arbeiterfolonie in Esparaguera bei Barcelona; mehrere Arbeiter kamen ums Leben. Etwa 3000 Arbeiterfamilien sind obdachlos geworden. legeplatz für die Dampfschiffe der Nadeschda- Gesellschaft in Kasan ist mit allen auf ihm vorhandenen Waren niedergebrannt. Bei dem Brande sind mehrere Menschen ums Leben gekonimen. Der AnKesselexplosion auf einem englischen Kriegsschiff. An Bord des zur Zeit auf der Station von Funchal( Madeira) befindlichen englischen Kriegsschiffes Blake" ereignete sich eine folgenschwere Kesselerplosion. Ein Mann wurde getötet, zwei Mann schwer, vier andere, darunter zwei Offiziere, leicht verletzt. Folgenschwerer Eisenbahnzusammenstoß. Auf der Grand Trunk- Eisenbahn( Michigan) stießen zwei Züge zu sammen, die den Zirkus von Wallace Brothers beförderten; 19 Personen, darunter der Zugführer, wurden getötet, 30 verlegt. Bunte Chronik. In Kit in Böhmen erkrankten nach dem Genuß giftiger Pilze elf italienische Arbeiter, von denen mehrere starben. Aus Eifersucht versuchte in Magdeburg der Maurer Graviat die Witwe Friederike Wohlert, mit der er ein Ver. *** Go anlaffun wärtig Verwend behande murg m Verwen während bleibt, und, fa der Dr tets ein damit dann berfäun find. Abenden einen gu mann, n beobachte ibres 23 die geri unter je Kunde einmal man ih daß er schon sei SO, Naturhe Land Hunger bon ent ton in geblich gebrad heilen. gelesen aber oh Beit beh als die nach N war et lekten Waffer aber aufred berlore Kur ni LD leinung Im ver einen werden gen an forderlic Stoßen, Aieslage gepumpt figen. unbetan der drob Bumpar Mart, werden bon all und de die zum Ber ten Daten hier Humbert, mit in ihrem Heien und späteren Humbert, dem Erbschaft zu er woll allmählich Bericht verbrei efter Marie von dert MillionenHerrn Crawten Testamentes Vor den Pa der Jahre hinHumberts und ſchriften gewech vorfen. Da es den Prozeß ge acouto der ihr Lieferanten, bon Ilte. Sie führte eichsten Männer zuſammenbrach, aus Paris ver ar von Anfang erten überhaupt Familie Hum zember Frederic a, ihre Schwester in Daurignac in ind Marie Dau ung gesezt. Den Parisern, die erten Raum des schließlich froh fonnten, einen en, die ihrer in die in schwarzer nen war, unter: ift borlas, durch das ist ja UnNot von ihrem e, als der Präsi mmt, eine große Humbert vom gemeiner Heiter ankreichs. Wenn Angeklagten und chränkten sich die eine solche Ber , wie köstlich muß hten Brandreden und Spitzen der jezt pridelt es ung dieses pikan. 1, dem Ehrenvorsit der große Fest onen teilnahmen. erzog auf den usgebrachte Hod Weitere Trink ern der Universi haft und anderen. ganze Anzahl von r Gustav Frenssen rer der Nationalder Maler Hans der Dichter Peter Gustav Schmoller Die theologische jur. Margareta h- Lewis zu Ehrenen weiblichen Dotomotivführer ist inisterialdirektors enbahndirektionen 3 enthält im Erdme luftige Schlafbestimmt sind, und Spielzimmer, ktisch eingerichtete 2. Galerien und egen, Staub und lheizung. fielen die sechs cmtengrün( Vogt Wohnhaus wurde Feuer eingeäfchert Bodenräumen, wo en Eltern gelang, rholten Rettungsschwere Brandmmt die Nachricht Deftiges Feuer zer in Esparaguera ims Leben. Etwa orden.- Der Andeschda- Gesellschaft nen Waren niederre Menschen ums Kriegsschiff. Au afe" ereignete fid Mann wurde ge arunter zwei Offi Funchal( Madeira) menstoß. Auf der Ben zwei Züge zurothers beförderten; wurden getötet, ertranften nach dem beiter, von denen Deburg der Maurer mit der er ein Ver. hältnis unterhielt, durch zahlreiche Stiche mit einem Sattler. pfriem zu ermorden. Das Opfer der Bluttat wurde in be wußtlosem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert, der Attentäter verhaftet. Beim Spielen mit einer Dynamitpatrone wurden in Köln zwei Kinder schwer verletzt; dem einen wurde die rechte Hand fortgerissen. Das englische Unterhaus beschloß einstimmig, die Schnelligkeitsgrenze für Automobile auf 20 englische Meilen die Stunde festzusetzen. Vermischtes. Jacques 1., Kaiser der Sahara,] unterzeichnet der Pariser Millionär Lebaudy Rundschreiben, die er allerorten hin versendet. Trotz des bereits gemeldeten jämmerlichen Fiaskos und trop der Beschlagnahme seines Schiffs mit der weißen, drei goldene Bienen zeigenden Flagge in Las Palmas hält der abenteuerlustige Herr an der Absicht fest, aus dem afrikanischen Küstenorte Troga eine große Karawanenstation zu machen. Außerdem will er den angeblich goldhaltigen Wüstensand untersuchen lassen. [ 4000 Maßfrüge abhanden gekommen.] Einen eigenartigen Nachklang zum Nürnberger Turnfest bildet folgende Nachricht. Von den Maßkrügen, die eine Nürnberger Brauerei auf den Festplatz und an die Wirte in der Stadt hinausgegeben hat, hat sie angeblich rund 4000 Stück nicht wieder bekommen. Diese sind zum Teil zerschlagen worden, zum Teil ,, sonstwie" verloren gegangen. OIHumoristische Spitzbuben.] In Thun( Schweiz) erwischte der Landjägerkorporal einen längst gesuchten Dieb Roth aus dem Aargau, welcher mit Generalabonnement reiste und sich dabei den Jur machte, aus den verschiedensten Orten der Polizei ulkige Ansichtspostkarten zu senden. Das berriet ihn schließlich. Eine ähnliche Keckheit hat sich ein wegen Wechselfälschung angeklagter Münchener erlaubt. Er war nach Desterreich geflohen und hatte von den Bergen Salzburgs an den Staatsanwalt in München eine Ansichtstarte geschickt des Inhalts:„ Herzliche Grüße. Hier ist es sehr schön. Hier wollen wir Hütten bauen." Der Staatsanwalt hat diesen Gruß mit einem Steckbrief erwidert. ** Schulkinder als Feld- und Erntearbeiter. Auf Veranlassung des preußischen Kultusministers erlassen gegenwärtig die Landräte Verfügungen, welche die Frage der Verwendung von Schulkindern als Feld- und Erntearbeiter behandeln. In diesen Verfügungen wird ausgeführt: Es mitß mit aller Strenge daran festgehalten werden, daß die Verwendung von Schulkindern zu Feld- und Erntearbeiten während der Schulzeit nur auf wirkliche Notfälle beschränkt bleibt, und daß dazu die Erlaubnis der betreffenden Lehrer und, falls es sich um umfangreiche Versäumnisse handelt, der Ortsschulinspektoren einzuholen ist. Des lettere hat stets einige Tage vor der beabsichtigten Arbeit zu geschehen, damit die Verhältnisse geprüft werden können." Es wird dann noch hinzugefügt, daß alle unentschuldigten Schulbersäumnisse ohne Rücksicht mit großer Strenge zu bestrafen sind. * IDas neueste Regenschirm- Geschäft.] An regnerischen Abenden kann man jetzt auf dem Odeonsplatz in München einen gut gekleideten Herrn, einen zur Zeit stellenlosen Kaufmann, mit einem riesigen Familienregendach ausgestattet, beobachten, der, höflich den Hut lüftend, an unbedacht" ihres Weges wandelnde Passagiere herantritt und sich gegen die geringe Entschädigung von fünf Pfennigen erbietet, sie unter seinem Schirme nach Hause zu begleiten. Einem seiner Kunden" erzählte der spekulative Kopf, daß er sich schon einmal bis zu drei Mark auf diese Weise verdient habe, da man ihm immer noch ein Trinkgeld zukommen lasse, und daß er das wohl einzig in seiner Art bestehende Geschäft schon seit Anfang dieses Jahres betreibe. Kunft und Wissenschaft. SO. Eine vierzigtägige Hungerfur. Seit der Newyorker Naturheilprediger Mac Fadden in seiner über das ganze Land verbreiteten Monatsschrift Physikal Culture" für Hungerfuren Propaganda macht, hört man alle Augenblicke bon erstaunlichen Leistungen in dieser Beziehung. In Scranton in Pennsylvanien hat jetzt ein gewisser Mac Intyre angeblich nicht weniger als vierzig Tage ohne Nahrung zugebracht, um seinen an einer Seite gelähmten Körper zu heilen. Er hatte in seiner Zeitung von einer solchen Kur gelesen und beschloß nun, sie selber durchzumachen, leider aber ohne Erfolg. Während der ersten Tage seiner Fastenzeit behauptet er, schreckliche Qualen erlitten zu haben, aber als diese überwunden waren, empfand er kein Verlangen nach Nahrung mehr. Das einzige, was er zu sich nahm, war etwas über ein Glas Wasser täglich. Während der letzten Tage seines Fastens habe der Genuß von zu viel Wasser Blutungen und Erbrechen hervorgerufen. Wenn es aber noch länger gedauert hätte, hätte er sich nicht mehr aufrecht erhalten können. Er hat im ganzen 35 Pfund berloren, ist schon über Vierzig und stand während seiner Kur nicht unter regelmäßiger ärztlicher Aufsicht. LD. Ginen unterirdischen See hat man im Orte Großleinungen im Marsfelder Kreise bei Bohrungen angetroffen. Im vergangenen Winter war das dortige Pfarrhaus durch einen Erdfall start gefährdet worden, so daß es geräumt werden mußte. Ein Regierungsbaurat stellte Untersuchungen an, und die Mansfelder Gewerkschaft stellte die erforderlichen Arbeitskräfte. Man hoffte auf Kaltfelsen zu stoßen, gegen die Berechnung traf man aber ein trockenes Kieslager und danach Wasser. Es wurde Tag und Nacht gepumpt, aber es war nicht möglich, das Wasser zu beseitigen. Es hat sich ergeben, daß man auf einen See von unbekannter Tiefe und Ausdehnung gestoßen ist. Wegen der drohenden Lebensgefahr für die Beteiligten mußten die Bumparbeiten aufgegeben werden. Die Kosten, gegen 4000 Mark, dürfte der Fiskus übernehmen. Noch fortwährend werden Bestellungen auf unsere Zeitung für das III. Quartal von allen Post anstalten, Landbriefträgern und der Expedition entgegengenommen. Lokales. Gießen, 10. August 1903. ** Der Großherzog empfing am 8. Auguft u. a. den Lehrer Jakob von Wetterfeld. * * Die Vermählungsfeier der Prinzessin Alice von Battenberg mit dem Prinzen Andreas von Griechenland und die damit in Aussicht stehende Fürstenzusammenkunft am Darmstädter Hofe ist nunmehr auf den 17. Oktober festgelegt worden. Das Zarenpaar trifft schon anfangs Oktober hier ein. ** Von der Ministerialabteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe waren am 5. 1. Mts. die sämtlichen Gewerbeaufsichtsbeamten des Großherzogtums zu einer Ronferenz nach Darmstadt berufen worden, die außer zahlreichen anderen Angelegenheiten wesentlich der Ausführung des Reichsgesetzes über die Kinderarbeiten in gewerblichen Betrieben und der Frage der Ausdehnung des Bauarbeiterschußes galt. Der Beratung des erstgenannten Gegenstandes wohnte auch der Vorsitzende der Abteilung für Schulang legenheiten bei. In einer weiteren Beratung am gleichen Tage wurde mit den Gewerbeinspektoren der Aufsichtsbezirke Gießen und Offenbach, sowie den Vertretern der beteiligten Arbeiterkreise, zwei im Reichsamt des Innern ausgearbeitete Entwürfe von Vorschriften zum Schuße der Zigarrenarbeiter erörtert. * Die Landestonferenz der Sozialdemotrat n Hessens findet am 6. September im Gasthans zum Darmstädter Hof in Steinbach a. T. statt. Den Geschäftsbericht des Landes- Komitees giebt C. Ulrich Offenbach a. Main. * Erste Gießener Biegenschau. Die am Samstag Vormittag auf dem Viehmarktplaß hierselbst stattgehabte erste öffentliche Veranstaltung des Ziegenzuchtvereins für Gießen und Umgebung gab ein schönes Bild der Leistungsfähigkeit der Mitglieder dieses Vereins auf dem Gebiete der Bucht und Pflege dieses volkswirtschaftlich, besonders für den kleineren Mann, so überaus wichtigen Milchtieres. Es sind noch keine 5 Jahre her, da wollte man in denjenigen Kreisen, welche besonders berufen erscheinen, die landwirtschaftliche Produktion auf allen Gebieten zu heben und zu fördern, nicht daran glauben, daß es außer der Geflügelzucht besonders auch die Ziegenzucht sei, die man mit Erfolg unterstüßen fönne. Wie man jeßt den Mahnern mit allerhand Einwänden kommt, welche dafür eintreten, mehr für die Ausbreitung der Schafzucht in der Provinz zu tun, so erging es früher den Freunden der Ziegenzucht. Um so erfreulicher ist die Tatsache, daß die überall in der Provinz entstandenen Sp zialvereine bahnbrechend gewirkt haben und das Interess', impulsiv angeregt, hat das Uebrige getan, um die Zucht der Saaner Biege in Oberhessen heimisch zu machen. Immerhin fann noch erheblich mehr geleistet werden auf diesem Gebiet, es muß danach gestrebt werden, noch mehr zu leisten, da gerade die Biege berufen ist, den Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung in Stadt und Land zu heben. Wer am Samstag Vormittag die meckernde Schaar auf dem Viehmakt besichtigt hat, muß gestehen, daß ganz vorzügliches Zuchtmaterial in Menge darunter vertreten war, doch sollte man darauf achten, die Zucht noch mehr einheitlich zu beeinflussen. Die Ziegenschau war überaus gut beschickt, waren doch über 100 Tiere aufgefahren. Auch der Besuch der Schau war, trozdem auf dem Gebiet der Reklame dafür so gut wie nichts geschehen war, recht gut. Zahlreich bekundeten unsere Stadtverordneten durch ihre Anwesenheit auf dem Viehmarkt ihr Interesse für die Ziegenhaltung. Der Hauptzweck der Ausstellung war, wie wir erfahren, um zu mustern, was man als Bestes vom Besten auf die große Landwirtschaftliche Ausstellung im September bringen kann, und um sich auch ein Mal ein flares Bild über das tatsächlich vorhandene Material für Zuchtzwecke machen zu können. Die Prämiirung ergab folgendes Resultat: Klaffe I: Biegen, welche mehr als 1 Mal gelammt haben, im Besiz von Chr. Nebe 1. Preis, Aug. Nöding 2. Pr., Karl Reuling 2. Br., Konrad Rübsamen 2. Pr., Georg Schäfer 3. Pr., Heinrich Rabenau 3. Pr., Georg Schubecker 3. Preis. Anerkennungen erhielten für ihre vorgeführten Tiere Georg Friedrich, Baltaser Weber und Ph. Biebricher. Klasse II: Jährlinge, ( Biegen die 1 Mal gelammt haben) im Besitz von Konrad Rübsamen 1. Preis, Hrch. Müller 2. Pr., Karl Reuling 2. Pr., Jean Weisel 3. Pr, Wilhelm Benner 3. Pr., Georg Schäfer 3. Preis. Klasse III: Zeitziegen( die noch nicht gelammt haben) im Besitz von Chr. Nebe 1. Preis, Georg Schubecker 2. Pr., Johann Vogel 3. Preis. Klasse IV: Biegenlämmer, im Besiz von Joh. Vogel 1. Preis, Aug. Nödrup 2. Pr., Karl Reuling 2. Pr., Herm. Weisel, 3. Pr., Georg Schubecker 3. Pr., Louis Stroh 4. Preis. Anerkennungen für ihre Tiere erhielten Hch. Stüler und Heinrich Rabenau. Klasse V: Bocklämmer im Besitz von August Nöding 1. und Ehrenpreis, Adam Weinborn 2. Preis, Karl Reuling 3. Pr., Gg. Deckel 3. Pr., J. Vogel 4. Preis. Anerkennungen für ihre Bocklämmer erhielten Bernhard Weidenhaus und Georg Schäfer für Landziegen; Kreiling Bittwe und Bernh Weidenhaus. Einen Ehrenpreis für die beste Kollektion Biegen erhielt bei überaus scharfer Konfurrenz Chr. Nebe, die zweitbeste Kollektion hatte Karl Reuling zur Schau gebracht. Reservisten Entlassung. Der späteste Entlassungstag ist der 30. September. Bei denjenigen Truppenteilen, die an den Hauptübungen teilnehmen, findet die Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften unter Berücksichtigung des spätesten Entlassungstages in der Regel am 2., ausnahmsweise am 1. oder 3. Tage nach Beendigung der Manöver oder nach dem Wiedereintreffen in den Standorten statt. Abweichungen hiervon sind in besonderen Fällen zulässig. Die Korpsmanöver find am 23. September d. Js. beendet. Die Reservisten der Infanterie- Truppenteile würden somit größtenteils am 25. September und die der berittenen Truppen in der Zeit vom 25. bis 30. September zur Entlassung gelangen. Die Mannschaften des Trains und der Bezirkskommandos, die Dekonomiehandwerker und die Militärkrankenwärter werden am 30. September entlassen. Einige größere Rohrbrüche an der Gießener Wasserleitung haben sich infolge Ausführung der Sielbauarbeiten nach Bufüllung der Gräben in den letzten Tagen wieder bemerkbar gemacht, so am Samstag auf dem Marktplaz und gestern in der Rittergasse und in der Marktstraße, infolgedessen die Wasserversorgung in dem angrenzenden Gebiet zeitweise unterbrochen werden mußte. Die entstandenen Schäden wurden durch das Gas- und Wasserwerk so gleich beseitigt. * Das Schauturnen des Grünberger Turnvereins nahm am Sonntag bei reger Beteiligung einen guten Verlauf. Nach einem Festzug durch die Stadt wurde auf dem Turnplatz hinter der schönen Turnhalle mit drei Riegen geturnt und recht anerkennenswerte Leistungen zur Schau gebracht, besonders war es die Männer- Riege, die mit guten Uebungen ihr Können zeigte. Ein Regenschauer fonnte die Turner nicht abhalten, das vorgesehene Keulenschwingen mit Mufifbegleitung auszuführen. Wenn schon der Besuch im allgemeinen und im Interesse der Turnsache hätte besser sein können, so ließ doch die Stimmung nichts zu wünschen übrig. Dem Konzert am Nachmittag schloß sich am abend ein Ball an. ** Das von dem Arbeiter- Sängerbunde für Rhein- und Maingau gestern in Dieburg veranstaltete 2. Bundesfest wurde in dem der Stadt gehörigen, herrlichen Schloßgarten abgehalten. Anwesend mögen ca. 8-10 000 Personen gewesen sein. Bei dem abgehaltenen Konkurrenz- Singen erhielt in Gruppe I( ca. 60-100 Sänger) Union- Frankfurt den 1. Preis; in Gruppe II( 30-60 Sänger)„ Bruderlieb"- Langendiebach den 1. Preis, und in Gruppe III( 25-30 Sänger) Eintracht Gießen den 1. Preis. ** Der gestrige Sonntag war, man möchte sagen im Rückblick auf seine letzten Vorgänger, ein stiller, denn im Verhältniß standen weniger Vereins- Festlichkeiten auf dem Programm. Im neuen Saalbau vergnügten sich die Mitglieder und deren Angehörige vom Männer- Turnverein. Die Turnerdivise Frisch- fromm- froh- frei wurde wieder in Ehren gehalten bis zum späten Schluß. Einen gleich guten Verlauf- wenn auch im engeren Rahmen hatte die Familienfestlichkeit des Sänger chor& bom alten Turnverein in dem Sälchen des Turngenossen Wigandt. Wer aber gestern keine Verpflichtungen" hatte, der wanderte bei dem schönen Wetter hinaus in Feld und Wald. Die Zahl derer war nun wahrlich nicht gering; ganze Karawanen entflohen den engen Gassen und die Kinder freuten sich, daß sie Papa nun endlich auch einmal mitnehmen konnte. ** 8um zweiten Male hat gestern der Reiterfünstler Texas- Tex mit seiner Truppe auf dem Sportplaz Vorstellung gegeben und das Publikum hat durch ein wiederum sehr zahlreiches Escheinen bewiesen, daß es den Bemühungen der Direflion, daß dieser Wettkampf zwischen Pferd und Rad abermals den Gießenern geboten wurde, gedankt. Wir übergehen die einzelnen Programm- Nummern wie Lassowerfen, Pfeilschießen 2c., in denen Texas- Tex als Meister bekannt ist. Das Hauptinteresse war auf die letzte Nummer gerichtet, in welcher der bekannte Rennfahrer GräfFrankfurt a. M. auf 10 km sich mit dem Reiterfünstler bzgl. der Schnelligkeit und Ausdauer messen wollte. Das Rennen begann und gleich vom Start an war es ein weit interessanteres als das am letzten Sonntag. Gräf legte sich mehr in den Schwung, vermochte aber doch bei seinen 25 Runden nicht Stange zu halten; Texas- Tex überholte ihn mit 3 vollen Runden. Höchst bewundernswert war auch dieses Mal wieder mit anzusehen, mit welcher Gelentigkeit und Schnelligkeit der Mexikaner die Pferde wechselte. Der Reiter und seine Pferde, das fann man getrost sagen, haben mit dieser Leistung gezeigt, daß der Radfahrer wohl auf ganz furze Strecke dem Pferd überkommt, aber die Ausdauer doch das letztere noch immer zum Siege verhilft. A Wetterfeld. Hier wird ein neues, einklassiges Schulhaus erbaut, daß auf rund 24 000 Mt. veranschlagt ist. ( 2) Villingen. Der Bliz schlug fürzlich in den Kirchturm und beschädigte ihn derart, daß eine Renovierung erforderlich ist. Genau am selben Tag vor 33 Jahren wurde die Kirche von einem Blizstrahl getroffen, wobei der Lehrer Rappold und ein Schuljunge getötet wurden. = Wetzlar. Wie der„ W. Anz." erfährt, beabsichtigt der Geflügelzuchtverein für den Kreis Wezler im Herbst d. Js. eine Geflügel, Vogel- und Kaninchen- Ausstellung zu veranstalten. Es soll nur im Kreise Weglar gezüchtetes Geflügel u. s. w. zugelassen werden. = Friedberg. Unserer früher er Bürgermeister Sandmann, seit kurzem Rechtsanwalt in Hungen, ist bei der gestern stattgehabten nochmaligen Wahl des 1. Bürgermeisters der Stadt Frankenhausen i. Thüringen, nachdem die im März 1. J. abgehaltene Wahl umgestoßen worden war, von der Bürgerschaft gegen mehrere andere Kandidaten wiederum mit großer Majorität gewählt worden. Geschäftliches. Der heutigen Nummer unserer Beitung liegt ein Prospekt der bekannten Modellfirma Wilkes& Cie., Hachen bei, den wir ihrer Aufmerksamkeit empfehlen. Wilkes'sche Waren sind weit über Deutschlands Grenzen befannt und teilt uns diese Firma unter gesetzlich- bindender Garantie mit, daß sie 80 000 Kunden besiße und daß weit über 6000 ehrende Belobigungen vorliegen, so daß es sich lohnt, sich die Muster franto ohne Kaufzwang senden zu lassen. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für bas Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaat": Fr. Oppermann. 3ft Pfeiffer& Diller's Kaffee- Essenz nicht geradezu unübertroffen? Bestehen Sie darauf, die echte Original- Dose zu erhalten, die beste von Allen! 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Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder VerSchleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ulrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachen. den Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mgenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht fäumen, fetne Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln borzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Yebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Bolik'chmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, il und Pfortader system( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt 1. dwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl lle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafte. Blutbildung und ines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranke lang'am dabin. Kräuter- We n giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranfen neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mf 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- finden, W klar Fro hausen, raunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad Yauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und klein ren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlando portound kistefrei. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt." Man verlange ausdrücklich Kräuterwein. Hubert Ullrich, schen Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Beſt d teile sind: Mal gamein 450,0, Weinsprit 1000,( iycerin 100,0, Notv.in 240,0, Ebereschensaft 150,0 Rischfaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerif. Fraftwurzel, Enzianmurzel, Kalmuemurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man Für Bäcker! Brotpreis- Formulare hält stets am Lager die Expedition. deren Tod verlangt. Sie packt dieſelben in einen irdenem Topf und fest fie in diesem im Walde aus. Die Reger Waza• oder ſeken ſie in den Nr. 185. Montag den 10. August 1933.