Nr. 159, ognementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg.. ' s Saus gebracht 60 fg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Grattabeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Jestenben, fowie bie Stebener Seifenblasen( whentlich). Das Blatt afheit an allen tegen nagmites6. Freitag, den 10. Juli 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einfaltige Betielle e lejen e ganz Oberheffen, die Kreise Weblar und Warburg 10 Bfe. sonst 15 Bfg.: Reklamen die Petitseile 30 resp. 40 g. Boftzeitungsliste No. 3800. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 38. BernsprechendIn As, 808. Neuelle Nachrichten ( iefener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. 525252525252 Noch immer nehmen wir Bestellungen auf unsere Zeitung entgegen und liefern auf Wunsch Probenummern. Auch Reise- Abonnements schließen wir ab auf besondere Vereinbarung. Die Expedition. 252525+ 252ses Intimes aus dem Vatikan. Rom, 9. Juli. Vor dem Vatikan herrscht Ruhe und Stille. Durch die ewig sich widersprechenden Nachrichten über den Gesundheitszustand des Papstes hat sich die anfängliche Erregung unter den Zeitungsberichterstattern, die dort harrten, merklich ab. gefühlt. Man ist dazu gekommen, bei jeder Nachricht, die aus den erzenen Toren hinausdringt, ungläubig den Kopf zu schütteln. Nach einer Stunde wird sie ja doch schon wider rufen, wozu erst davon Notiz nehmen! Eingeweihte ver muten hinter diesen widerspruchsvollen Meldungen allerdings politische Einflüsse. Und sie mögen so unrecht nicht haben. Geht doch, wie aus guter Quelle verlautet, im Vati fan ein geheimnisvolles Raunen von allerhand Ränken und Intriguenspielen, als deren Hauptakteur der Kardinal Rampolla gilt. Dieser fürchtet mit Recht, daß das nahende Konlabe sich seiner Vormachtstellung nicht ohne weiteres beugen ondern heftig gegen seinen Einfluß anfämpfen wird. Is Rampolla doch, das steht fest, wegen seiner diktatorischer Neigungen bei einem guten Teil der in Frage kommender Rardinäle verfaßt. In Beziehung hierzu bringt man auc einen Streitfall zwischen ihm und dem Kardinal Oreglia ber, wie bekannt, in amtlicher Eigenschaft zur Vorbereitung des Konklaves nach dem Vatikan übersiedelte. Rampolle vollte das, wie er sagt, aus Gesundheitsrücksichten für der Papst, hintertreiben. Doch munkelt man im Vatikan, das er eigentliche Grund der sei, daß er Oreglias Einfluß elimi nieren wolle. Dreglia ist jedoch nicht der Mann, der ohne veiteres sich von Rampolla Vorschriften machen läßt. Trot Rampollas Einspruch ließ er sich von der Uebersiedelung nach dem Vatikan nicht abbringen. Oreglia hat übrigens in seiner Eigenschaft als Kardinal Camerlengo einen Schritt von großer politischer Tragweite getan. Er hat die Erkrankung des Papstes der italienischen Regierung amtlich mitgeteiit und damit das bisher von der Kurie nicht anerkannte italienische Garantiegesetz, das über die Befugnisse des Papstes genaue Bestimmungen trifft, seinerseits als zu Recht bestehend und auch für den Vatikan verbindlich anerkannt. Die Konsequenz davon ist, daß kein neuer Papst sich als den„ Gefangenen im Vatikan" bezeichnen ann. Leo XIII. hatte seinerzeit bei Pius' Erkrankung diese Mitteilung an die italienische Regierung geflissentlich unterlassen. Für die Gegensäßlichkeit, die zwischen Oreglia und Rampolla herrscht, ist es fennzeichnend, daß der Kämmerer Rampolla zwang, diese Benachrichtigung des italienischen Rabinets in Person vorzunehme... Wie es heißt, begünstigt Rampolla die Wahl Dipietros, der ganz von ihm geleitet wird und als dessen Staatssekretär er künftighin das Heft in Händen haben würde. Da Rampolla bekanntlich als deutschfeindlich gilt, so würde das Gelingen seiner Pläne für das deutsche Reich recht mißlich sein. Doch hat, wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, die deutsche Regierung trotzdem nicht die Absicht, irgendwie die Bapstwahl zu beeinflussen, wozu sie ja auch offiziell keinerlei Recht hat. Diese ruhig abwartende Stellungnahme der deutschen Regie rung ist auch die der deutschen Katholiken, wie der bekannte Centrumsführer Dr. Bachem in der„ Chicago Daily News" auch ausgeführt hat. Er sagt:„ Die deutschen Katholiken wer den einfach abwarten, wen die in Rom oder anderwärts ver sammelten Stardinäle zum Papst wählen; dieser ist für sie so fort das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Nachfolger des heiligen Bet... s in Rom und der sichtbare Stellvertreter Christi, und sie werden ihn sofort und bedingungslos als olchen anerkennen. Eine besondere Stellung hätten die deutschen Katholiken erst einzunehmen, wenn von irgend einer Seite versucht werden sollte, die Papstwahl zu stören oder ihre Freiheit zu beeinträchtigen. Alsdann würden sie sofort mit illen ihnen zu Gebote stehenden zulässigen Mitteln für die inbedingte Freiheit der Papstwahl eintreten." Der letzte Passus der Erklärung Tr. Bachems läßt vermuten, daß mich über die Mauern des Vatikans hinaus allerlei über Wahlimtriebe gedrungen ist. Die Befürchtung ist aber nicht traisch zu nehmen; es wird, wenn es zur Wahl kommen sollte, illes seinen geregelten Gang gehen. Eine scheinbare Besserung des Papstes trat ebenso unerwartet wie die letzte schwere Krisis ein. Der Krankheitsbericht konstatiert, daß der Papst nach ruhig ver laufener Nacht sich bedeutend leichter fühlt und daß diese Er leichterung auch andauert. Der Prozeß in der Lunge sei, was den Teil der Lunge betrifft, welcher von der wenigen Flüssigkeit nicht bedeckt wird, die sich noch im Bruſtfell befindet in voller Rösung begriffen. Die bläuliche Löfung der Hände beginnt zu verschwinden. Die Niercntätigkeit bessert sich. Doch geben selbst die größten Optimisten zu, daß bei der immerhin noch vorhandenen schweren Nierenstörung, die zeitweise zu völliger Anurie führt, es vermessen wäre, irgend welche Hoffmungen zu fassen. Doch sei die Lage augenblicklich nicht se verzweifelt, wie vor zwei Tagen. Jedenfalls fühlt sich Leo XIII. so fräftig, daß Monsignore Mazzolini im Zimmer des Papstes die Messe lesen und ihm die Kommunion erteilen konnte. Der Papst nimmt auch mit Appetit Fleischbrühe zu sich. Er betätigt auch wieder Anteilnahme an seiner Familie, speziell an seinen Neffen, denen er ja auch sein Vermögen vermacht hat, das, wie verlautet, 20 Millionen Lire beträgt. Vielbesprochen wird in Rom der tragische Tod Kardinal Volpinis. Monsignore Volpini, Sekretär der Konsistorialkongregation, der während des Konklaves in Gemeinschaft mit dem Stellvertreter des Staatssekretärs das Staatssekretariat zu libernehmen haben würde, wurde im Vorzimmer des Papstes von einem linksseitigen Gehirnschlag getroffen und starb nach furzer Zeit. Dem Papst ist der Too Volpinis nicht mitgeteilt vorden. Da dieser Kanonikus von St. Peter war, hätten die Blocken der Peterskirche läuten müssen, man unterließ dies iber, un den Papst nicht zu beunruhigen. Die Politik. Englisch- amerikanische Verbrüderung. Das amerikanische Geschwader, das während der Kiele Woche vor Kiel Gegenstand so vieler Ehrungen und Auf merksamkeiten von deutscher Seite war, kann sich auch über seine Aufnahme in England nicht beklagen. In Portsmouth gab der Erste Lord der Admiralität Lord Selborne den Offizieren des amerikanischen Geschwaders, welches mugenblicklich dort liegt, ein Festmahl. Darauf wohnten die Offiziere dem zu Ehren des Präsidenten Loubet im Buckingham- Palast veranstalteten Ball bei, wo sie König Eduard vorgestellt wurden. In Portsmouth wurden 500 amerikanische und 300 englische Seeleute vom Bürgermeister bewirtet. Die Kriegsgefahr in Ostasien vird in der britischen Presse nach wie vor als sehr groß hingestellt. Nach einer Reutermeldung sind zu einer gemeinchaftlichen Beratung in Port Arthur alle höheren russischen Beamten in China, in der Mandschurei und Korea einge troffen. Die Beratungen werden streng geheim gehalten. Die fremden Geschäftsleute in Niutschwang und Port Arthur ind in Bezug auf die Aussichten einer friedlichen Lösung der Rage, so heißt es in der Meldung weiter, nicht sehr hoffnungscoll. Die kriegerische Stimmung der Japaner in Nordchina nahm stark zu, da Rußland sich neuerdings in Niutschwang ind in Korea Uebergriffe und Vertragswidrigkeiten erlaube. Nach einer neueren Meldung aus Schanghai wird dagegen persichert, die Beratung der russischen Diplomaten werde wahrcheinlich zu gunsten der Witteschen Friedenspolitik ausfallen. Das heißt, man möchte den Briten einreden, die Russen würben nachgeben. Kurze politische Nachrichten. Dr. M. Stenglein ist, 75 Jahre alt, als Reichsgerichtsrat a. D. in Tegernsee gestorben. Im Wehrausschusse des ungarischen Abgeordnetenhauses erklärte der Honvedminister Kolosvary, daß das neue Wehrgesetz auf der zweijährigen Dienstzeit beruhen werde: nur bei der Kavallerie und der reitenden Artillerie werd die dreijährige Dienstzeit aufrecht erhalten werden. Bei der Marine werde die Dienstzeit von vier Jahren auf drei her abgesetzt. * Präsident Loubet ist Donnerstag morgen von London ab Jereist. Vorher hatte Loubet in Aldershot mit der Königichen Familie der Besichtigung von 16 000 Mann Truppen iller Waffen beigewohnt. 水 * Der in der Belgrader Mordnacht schwer verwundete frühere serbische Minister des Innern Welimir Teodorowitsch beabsichtigt, gegen seine Angreifer die Anklage wegen ver suchten Mordes zu erheben. Das Delyannische Ministerium, das wir als wahrscheinsich bezeichnet hatten, dürfte in der Tat in Athen zustandekommen. Der König von Griechenland hat den Delyannisten Ralli beauftragt, ein neues Kabinet zu bilden. ** Hof und Gesellschaft. Das Kaiserva ar hat sich von Saßnitz aus nach Swinemünde begeben. Die Jachten„ Meteor“ und„ Iduna" wurden von der„ Hohenzollern“ und dem Depeschenboot „ Sleipner" begleitet. Die Kaiserin wird am Sonntag in Lübeck zu einem Besuch be, de- Barouin Scheel- Plessen er wartet. Papft Leo als Lebenskünftler. Die ganze Welt sicht mit einem Gemisch von ehrfürch tiger Bewunderung und fast ungläubigem Staunen auf den Riesenkampf, den der 94jährige Papst seit Tagen mit dem Tode führt, ohne dessen furchtbaren Angriffen zu unterliegen. Immer wieder erholt sich der Greis von den Krisen der heimtückischen Krankheit. Daß Leo XIII. trotz seines scheinbar schwachen, gebrechlichen Körpers diese eminente Lebenskraft entwickeln kann, hat er nur seinen streng geregelten, fast asketischen Gewohnheiten zu danken. Was Fleiß und Tätigkeit betrifft, hatte der Papst bis zum Tage seiner Erkrankung wenige, die es ihm gleichtun fonnten. Sein Tagesplan setzt sich folgendermaßen zusammen. Um 6 Uhr morgens klopft sein treuer Kammerdiener, der Ritter Pio Centra, leise an die Tür des Schlafzimmers, um den Papst zu wecken und ihm beim Ankleiden behilflich zu sein; meistenteils ist jener aber schon auf der sist sogar schon vor seinem Schreibtisch, umm an einer Encyklika zu arbeiten oder Dante und Virgil seine Lieblingsdichter zu lesen. Nachdem„ Piuccio" ihm die Haare ge= tämmt und zurecht gemacht hat, celebriert der Papst in der fleinen Privatkapelle neben dem Schlafzimmer die Messe, wobei ihm Centra als Meßdiener behilflich ist; dann wohnt er noch einer anderen Messe bei, die von einem Kaplan celebriert wird. Nach der Messe nimmt der Papst eine Tasse Schokolade oder Kaffee mit Milch. Gegen 8 ihr empfängt er den Kardinal Rampolla. Dann macht er, wenn das Wetter schön ist, einen furzen Spaziergang in den Gärten des Vatikans und unterhält sich oft mit dem Gärtner, dem er nützliche Ratschläge gibt. Nach dem Spaziergang gibt er an beſtimmten Wochentagen den Würdenträgern der Kirche Audienz, wobei er gewöhnlich über die laufenden Geschäfte, die die innere Verwaltung des Vatikans interessieren, oder über allgemeine kirchliche Angelegenheiten spricht. Bei den Empfängen bleibt der Papst ſizen, während die Besucher stehen müssen, nachdem sie beim Eintritt die drei vorschriftsmäßigen Verbeugungen gemacht haben; beim Verlassen des Zimmers müssen sie vermeiden, dem heil. Vater den Rücken zuzukehren. Um 2 Uhr nachmittags setzt sich Leo XIII. zum Essen nieder. Er lebt ſehr mäßig: eine Suppe, zwei Eier und nur selten etwas Fleisch und Wein bilden sein Mittagessen. Sehr gern aß er früher Salat, aber jetzt ist er ihm von dem Arzte verboten worden. Er speist allein und sehr rasch. Dann hält er eine kurze Siesta oder macht eine Spazierfahrt. Er steigt in eine Sänfte, und die Sänftenträger tragen ihn bis zum Gitter des Gartens oder zum Tore Pauls V.; hier wartet ein schwarzer Landauer oder ein kleiner Holzwagen, der, gleich dem Landauer, innen mit weißem Damast ausgeschlagen ist. Um 10 Uhr ißt der Papst zu Abend, nachdem er in der Privatkapelle mit den diensttuenden Prälaten den Rosenkranz hergesagt hat. Dann läßt er sich die Zeitungen vorlesen, und wenn im Vatikanischen Balaste alles zur Ruhe gegangen ist, arbeitet er noch. Um Mitternacht, manchmal auch erst eine Stunde später, wird im Schlafzimmer des Papstes endlich die Lampe ausgelöscht. Leo XIII. schläft nur wenig, und da er in Erwartung des Schlafes nicht untätig bleiben kann, dichtet er in der Nacht oder bringt seine Ideen für irgend eine neue Encyklika in glatte Form; da er nun fürchtet, daß er, obwohl er ein sehr gutes Gedächtnis hat, das in der Nacht Gedichtete bis zum Morgen vergessen haben könnte, ruft er oft mitten in der Nacht seinen Privatsekretär und Vertrauten, den unermüdlichen Monsignor Angeli, um ihm zu diffieren, was soeben in seinem Kopfe entstanden ist. Oft muß ihm der Doktor Giuseppe Lapponi empfehlen, sich nicht allzu müde zu machen; aber es gelingt ihm nicht immer, den Papst zu bewegen, sich den ärztlichen Vorschriften zu fügen. Vor zwei Jahren etwa verschrieb Dr. Lapponi einmal dem starf erfälteten Papste ein Mittel gegen den Husten und empfahl ihm, die Rede, die er an diesem Tage halten wollte, bedeutend abzufürzen. Leo XIII. steckte das Hustenpulver in die Tasche, mit dem festen Vorsatz, es nicht zu nehmen; er ließ auch nicht ein Wort von der Rede fort, die er während der Nacht im Geiste vorbereitet hatte. Der Arzt suchte ihn mehrmals durch ein bedeutungsvolles„ Hm! Hm!" zu unterbrechen, um ihn zu veranlassen, seine Kräfte zu schonen; aber anstatt aufzuhören, sprach der Papst nur um so lauter, gleichsam um zu zeigen, daß er sich ganz wohl fühle. Nach der Rede aber sagte er u Lavvoni:..Sier. Doktor. haben Sie Ihr Pulver zurück: wischte und in das große Einschreibebuch die nnnelte Anabends in seiner Stube saß, den Schweiß vom Angesicht Dies mochten ungefähr seine Gedanken sein, wenn er Kochtaia halblaut und dem andern zerstreut auf die Finger er große Veränderungen vorzunehmen beabsichtige," sagte ,, Eristu hat mir schon gestern abend mitgeteilt, daß es meinen Arbeiten unerläßlich sein werden. sind wertvolle wissenschaftliche Werke, einmal die mir bei dies, Data; mit diesem Apparate sieht man eine Fliege mahen halten fönnte." Eich in hergrößert daf habe ich das, was ich brauche." dung, buch hervorgezogen sig darin herumgeblättert. Jept Während Eristu sprach, hatte Kochtaia ſein Einschreibeder mir sehr warm empfohlen worden ist, somit Sie haben während meiner Rede stark gehüstelt, scheinen es also nötiger zu brauchen als ich." Sehr oft begrüßte Leo XIII. seinen Arzt, der sich nach seinem Befinden erfundigen wollte, lächelnd und in fast jugendlichem Uebermut mit einigen Versen aus der„ Divina Commedia" oder mit eigenen Versen, die er während der Nacht niedergeschrieben hatte. Es verdient noch erwähnt zu werden, daß Gioachino Pecci glaubte, daß er jung sterben werde. Im Jahre 1830, als er 20 Jahre alt war, schrieb er, in der Ueberzeugung, daß er nur noch wenige Monate zu leben habe, ein von bangen Todes= ahnungen erfülltes Gedicht:„ De invalitudine sua in adolescentia!" Aus dem Gerichtssaal. § Der Konizer Mord an dem Gymnasiasten Winter bildet wieder einmal den Ausgangspunkt zu einer umfangreichen Verhandlung vor der Berliner Straffammer. Wegen Be leidigung des Koniger Lehrers Weichel wurde der Rechercheur George zu 1 Jahr Gefängnis, der Redakteur Mayer von der Berliner Morgenpost" zu 500, der Buchdruckereibesizer König zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. George, der sich 3: 3t. wegen Ürkundenfälschung in Untersuchungshaft befindet und wegen der verschiedensten Vergehen und Verbrechen schon 12 Jahre Zuchthaus hinter sich hat, hatte in einem in der„ Morgenpost" veröffentlichten Artikel und in einer von dem Angeklagten König gedruckten Broschüre den Lehrer Weichel des Mordes an Winter resp. der Beihilfe dazu bezichtigt. Weichel, der schlüssig seine völlige Unschuld hatte nachweisen können, ist durch die furchtbare Beschuldigung in seinem Amt und psychisch schwer geschädigt worden. Gerichtshof erklärte, der Angeklagte George habe nicht in Wahrnehmung berechtigter Interessen, sondern aus Gewinn sucht und niedrigen Motiven gehandelt. Der wurde einem Dampfer, auf dem man nur italienisch sprach, zugewiesen; ein anderer, dem versprochen wurde, mit einem Viermaster nach Australien zu fahren, wurde von Hamburg aus nach mehreren fremden Häfen verschickt, ehe er in einem Hafen Irlands auf einen nach Amerika fahrenden kleinen Schooner tam. In Amerika seßte man den Knaben mit seinen Sachen einfach ans Land. Zwei Jungen kamen auf ein schlechtes norwegisches Schiff, an dem von Antritt der Reise an an den Pumpen gearbeitet werden mußte. Alle Eltern, die ihre Söhne Schiffsjungen werden lassen, tun gut, bevor die Söhne sich verheuern, die Seemannsmissionen in den Hafenstädten um Auskunft über den Agenten und das Schiff, welches den Jungen aufnehmen soll, zu bitten. Diese Auskunft wird in jedem Falle gern erteilt und, do sie in jedem Falle zuverlässig ist, so wissen die besorgten Eltern wenigstens, daß ihr Liebling, wenn sie ihn den schwanken Schiffsplanken anvertrauen, gut aufgehoben ist. § Gefälschte Sterbeurkunden. Der Generalagent Zicker von der Mecklenburgischen Sterbekasse für Stadt und Land hatte sich wegen Urkundenfälschung, Untreue und Betruges bor dem Schwurgericht in Güstrow zu verantworten. Der Angeklagte hat die von ihm vertretene Sterbekasse in zahlreichen Fällen dadurch empfindlich geschädigt, daß er falsche Sterbeurkunden anfertigte und dann die Versicherungs. gebühren erhob. Er wurde zu 5 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus und 600 Mark Geldstrafe ev. weiteren 40 Tagen Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. § Die Unterschlagungen bei der Darmstädter Bank in Betrage von 800 000 Mark, deren, wie s. 3t. mitgeteilt wor den ist, sich der Buchhalter Neßler in Berlin schuldig machte haben ihre Sühne gefunden. Neßler wurde zu fünf Jahrer Gefängnis und gleich langem Ehrverlust verurteilt. Die Verhandlung entrollte ein häßliches Bild von moralischen Sumpf, bot aber kein Sonderinteresse. Kleine Gerichtschronik. Der zu zwei Jahren Festung verurteilte Fähnrich z. See Hüssener stellte einen Antrag au Haftentlassung, der aber abgelehnt wurde. Der Redakteur der sozialdemokratischen Leipzige Volkszeitung", Dr. Leusch, wurde wegen Beleidigung des Königs von Sachsen zu vier Monaten Festung verurteilt. Nab und Fern. )([ Ein weiser und gerechter Richter.] Ort der Handlung: der Staat Minnesota; Hauptperson des Stückes ein gewisser Johnson, der zum Friedensrichter einer kleinen Stadt gevählt worden ist, obwohl er nicht die geringsten juristischen Kenntnisse besitzt; da er aber der älteste Herr der Gemeinde ist, glaubt er einen heiligen Anspruch auf dieses Amt zu haben. Der erste Fall, den er zu einem gedeihlichen Ende führen sollte, war der eines Mannes, der wegen Kälberdieb stahls vor Gericht stand. Da der neue Richter sich bei seiner Premiere" nicht von einem allzu zahlreichen Publikum beob achten lassen wollte, setzte er die Verhandlung auf 7 Uhr morgens fest. Es erschien in der Tat niemand außer dem Sheriff, dem Gefangenen und seinem Advokaten; selbst der Staatsanwalt glänzte durch Abwesenheit. Rasch sprang der Advokat auf und hielt folgende Ansprache:„ Ew. Ehren, ich vertrete hier den Gefangenen. Das ist die Stunde, die Sie als weiser und gerechter Richter festgesetzt haben, um unseren Fall zu hören, und da der öffentliche Ankläger durch Abwesenheit glänzt, beantrage ich die Freisprechung des Angeflagten." Der Kälberdieb, der sich von seinem Angstanfall erholt hatte, nickte befriedigt. Der Richter überlegte, dann sagte er: Meine Herren, es ist hier der Antrag eingebracht worden, daß der Angeklagte freigesprochen werde." Der Angeklagte erhob sich und sprach feierlich: Ich unterstütze den Antrag."" Meine Herren", fuhr der„ Gerichtshof" fort,„ Sie haben gehört, daß der Antrag unterstützt wird. Wer dafür ist, sage laut: Ja!"" Ja!" riefen der Advokat und der Gefangene einmütig. Wer dagegen ist, sage laut: " Der Angeklagte Nein!" Nein!" schrie der Sheriff. Der Kaiser als Hypothekengläubiger. Der Letteberein zu Berlin, dessen segensreiche Bestrebungen zum Schuß und zur Ausbildung der weiblichen Jugend sich der besonderen Fürsorge der Kaiserin erfreuen, hat auf sein in Berlin neuerbautes Heim eine Hypothek vom Kaiser erhalten. 300 000 Mark, mit vier Prozent zu verzinsen, sind auf den Namen bes Monarchen eingetragen worden. Einen furchtbaren Tod fand in Materborn bei Cleve ein dreijähriges Kind, das seine Geschwister im Spiel an das Leitseil einer Kuh gebunden hatten. Das Tier scheute plößlich und rannte, das Kind hinter sich herschleifend, davon. Als die Kuh endlich eingefangen wurde, war das Kind in eine unförmige Masse verwandelt. O Des alten Bergsteigers letzte Tour. Der achtzigjährige Johann Hofer von Innsbruck, welcher die Waldraſtſpize be steigen wollte, wurde tot aufgefunden. Man wollte ihn von der Partie abhalten, er verwies aber darauf, daß er sie schon sechzig Mal gemacht habe, stürzte ab und fand den Tod. † Zu den politischen Mordattentaten in Italien, die, wie erinnerlich, das Städtchen Figline zum Schauplab hatten, wird jetzt bekannt, daß der Mörder des Stadtverordneten Gianni ein 23jähriger Schuhmacher Luigi Capanni ist. Capanni hält sich verborgen, doch glaubt die Polizei, seine Spur in Florenz entdeckt zu haben. Capanni wie auch der zweite jugendliche Mörder gehörten offiziell der sozialistischen Partei an, doch lehnt diese jede Verantwortlichkeit für das berbrecherische Tun der beiden ab. - 41. Ber and Kredit Be langen nahmen ber Broßherzog" ihren 2 Herr Justizrat Dr. direktor den Vorfi f walt Herr Dr. Cri Direktor der deutschen Thorwart Frankfurt. burch den Verbandsd des Anfsichtsrats d Herr Petri das Wo der Gewerbebant herz Aufenthalt den Teiln möge. Er gab dem langen fruchtbringen auf die Notwendigte und mehr zusammenf partet. Rebner schlo bas ganze Deutschlan Der Verbandsdirektor auf einen schönen 2 wurde zur Ergänzung Borfigenden wurde He zum Schriftführer der bant, Herr MoeferVerbandsrechnungen Ritter Grünberg wi Berichterstattung ber einer Aritik seitens d ftehend geben wir e gliederzahl, Gesammt und über die Divider Vordergelände der Weber'schen Besißung seitens der Stadt gegen eigentümliche Ueberlassung des Grabens vertauschen. Stadtv. Birr hält eine Verbreiterung der Straße auf der entgegengesetten Seite für besser durchführbar, weil die Häuser auf der anderen Seite teilweise tiefe Gärten haben. Die Stadtverordneten erklären sich aber mit dem Vorschlag der Deputation einverstanden. Die Baudeputation stellt den Antrag, die Versammlung wlle sich damit einverstanden erklären, daß das zur Verbreiterung der Mar= burgerstraße erforderliche Gelände, dort wo die Eigentümer mit dem von der Stadt gemachten freihändigen Angebot von Mt. 6 für den Quadratmeter nicht einverstanden sind, und 10 Mart dafür fordern, die zwangsweise Enteignung des Geländes zu beantragen. Stadtv. Hanau ist der Ansicht, daß das Gelände auch 10 Mart Wert hat; er ist der Ansicht, wenn man s. 8. dem Kalbfleisch 10 Mart gegeben hat, solle man dem Butt auch den gleichen Betrag für dessen Grund und Boden bezahlen. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß Kalbfleisch Gelände in der ganzen Tiefe seines Geländes hat abtreten müssen zur Anlage einer Duerstraße. Von Butt soll nur ein schmaler Streifen Vordergelände hergegeben werden, wodurch das daran stoßende Hinterland an die Straßenfront rücke, also wieder Vordergelände werde, nach Lage des Falles also verliere Butt nichts und sei der Preis von Mt. 6 genug. Stadtv. Loeber hat die gleiche Ansicht wie der Oberbürgermeister. Die Versammlung ist mit dem Antrag der Enteignung einverstanden. Auf Antrag wird dem Konrad Rübsamen gestattet, einen Teil des Schweinemarktes vorübergehend als Rieslagerplatz zu benutzen, doch muß er denselben auf Verlangen sofort räumen. Die Anschlüsse des neuen Friedhofes, des Armenamtes und des Hochbauamtes an das Fernsprechneß, welche schon bewirkt sind, werden nachträglich von der Versammlung gut geheißen. Der Staat, welcher für die elektrische Beleuchtung pro Kilowattstunde 45 Pfg. an die Stadt bezahlt und dem späteren Rabattvergütung je nach dem Umpfange der Strom verbraucht in Aussicht gestellt ist, beantragt, die Stadt wolle für Abgabe von elettrischer Energie an ihn die Preise wie folgt normieren: für Bleuchtung bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunde á 45 Pfg., 10000 Kilowattstunde á 40 Pfg., 25000 Kilowattstunde á 35 Pf. und 50000 Kilowattstunde á 30 Pfg. Für den Verbrauch ist ein Jahr angenommen. Strom für Kraft und Heizung die Kilowattstunde 20 Pfg. Dabei soll in Rechnung gezogen werden der ganze Verbrauch pro Jahr nicht in einem Staatsgebäude, sondern in allen zusammen, um als Maßstab für den zu zahlenden Preis zu dienen. Die Gas- und WasserwerksDeputation schlägt vor, dem Antrag nicht zuzustimmen. Erstens fönne man sich nicht darauf einlassen, den Verbrauch von Elektrizität in allen Staatsgebäuden zusammen genommen, als Grundlage für die Berechnung heranzuziehen. Es müßte jede Verbrauchsstelle, genau so wie bei den Privatleute, n als Einheit betrachtet werden und wieder sei erst am 1. Januar der Preis für die Elektrizität heruntergerseßt. Um neue Breisnachlässe gewähren zu fönnen, müsse man erst die finanzielle Wirkung abwarten, welche die erfolgte Verbillig ung der Elektrizität auf die Rentablität des Werkes nach einem Jahr ausmache und demgemäß beschließt die Versammlung. Ferner werden geforderte 240 Mt. zur Anbringung eines Schußgeländers am Schwungrad der 300pferdigen Maschine im Elektrizitätswerk bewilligt. Die schon durchgeführte Fortführung 2c. der Gasleitung in der Rodheimerstraße, für welche früher bereits von der Versammlung 1300 Mt. bewilligt wurden, ist man nachträglich mit der Durchführung der Gas- und Wasserleitung in der Landmannstraße, für welche auch Mittel schon bereit standen, einverstanden. ist mit Stimmenmehrheit freigesprochen", entschied der Richter. Die Tagesordnung ist erschöpft, ich hebe die Sigung auf." Der Advokat packte seine Akten zusammen, der freigesprochene Kälberdieb brachte ein Hoch! aus auf den weisen und gerechten Richter, und alle gingen zufrieden nach Dause. Bunte Chronik. Der Bürgermeister Lecomte in St Marcel( Elsaß) wurde auf der Saujagd von einem Jäger aus Unvorsichtigkeit erschossen. Reiche Goldkonzessionen. Einem Syndikat amerikanischer Kapitalisten ist es gelungen, ausschließliche Handels. und Minenrechte in einem großen Distrikt Sibiriens, zwischen dem Golf von Anadyr und der Behringstraße, zu erhalten. Die Konzession war die Folge direkter Verhandlungen mit dem Czaren und sie gibt das Anrecht auf Goldminen, die bon außerordentlichem Werte sein sollen. Der betreffende Distrikt soll außerdem Kupfer- und Kohlenbergwerke, sowie Salmfischereien enthalten. In Budapest verunglückte schwer bei seinem bekannten Punststück„ Looping the Loop" der Amerikaner Mister Broms. In der Schweiz fielen gewaltige Mengen neuen Schnees. Es herrscht eine furchtbare Kälte auf den höher Jelegenen Touristenstationen. - Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, den 10. Juli 1903. Oberbürgermeister Mecum eröffnete die Sizung und macht der Versammlung über das schon von uns mitgeteilte Resultat der Submission für die Weiterführung der Kanalisationsarbeiten in der Altstadt Mitteilung. Die Baudeputation schlägt vor der Firma Jäger& Rumpf- Hanau, welche das zweitbilligste Angebot gemacht, die Arbeiten für ihre Forderung in Höhe von Mit 317 687,70 Mt. zu übertragen, womit die Stadtverordneten einverstanden sind. Die Lieferung von Traß von Eisenteilen( Spezialartikel, die teilweise sogar patentiert sind) sollen nach Antrag der Baudeputation, soweit diese Materialien zur Kanalisation nötig sind, den seitherigen Lieferanten freihändig, Traß um 1 Mark pro 100 kilo billiger als seither, und die Eisenteile zu dem seitherigen Preise, übertragen werden. Der Vorschlag findet Annahme. Ebenso ist die Versammlung damit einverstanden, daß der Gail' schen Dampfziegelei freihändig die weitere Lieferung von gelben Klinkern( für ca 68 000 Mart) übertragen werden soll, da die von aus. wärts eingeholten Offerten für dieses Material sogar eine Aleinigtett höher im Preise sich stellen. Das Gail'sche Werk hat nämlich die Preise für sein Material bei der neuen Offerte erhöht und erklärt nicht billiger liefern zu können. ** Die Lockungen des Seemannsberufs sind für die Mehr zahl der deutschen Knaben, namentlich aus dem Binnen. lande, in einem gewissen Alter fast unwiderstehlich. Fremde Länder zu sehen, ist bei dem den Germanen von altersher innewohnenden Wandertrieb das Ideal eines jeden jungen Feuerkopfes von 12 Jahren aufwärts, der am lieb jten gleich in Robinson Krusoes ruhmreiche Fußtapfen treten möchte. Doch abgesehen von diesen jugendlicher Phantastereien ist der Seemannsberuf heutzutage auch wirk lich eine gute Karriere. Ein Junge mit halbwegs an. gehender Schulbildung und offenem Kopf fann es bei der großen Ausdehnung, die unsere Handelsflotte von Jahr zu Jahr geivinnt, allemal zum Kapitän bringen, und das ist ein einträglicher, angesehener Posten. Nur ist dazu, de der fünftige Kapitän von der Pife auf dienen muß, eine lange Fahrzeit als Schiffsjunge und Matrose erforderlich. Und da kommt es vor allem darauf an, recht vorsichtig in der Wahl derer zu sein, denen man den jungen Menschen zur Ausbildung anvertraut. Oft werden die Ange hörigen durch verlockende Anpreisungen, in welchen die Unterbringung der Jungen auf besten, erstklassigen Segel. schiffen versprochen wird, verlockt, sich an gewisse Agenten zu wenden. Mehreren armen Jungen, die den Gewissen. losen in die Hände fielen, ging es traurig. Ein Knabe - ( Schluß folgt.) Lokales. Vereine Alsfeld Bad Nauheim Biedenkopf ießen, den 10. Juli 1903. Die Gemälde Ausstellung im Turmhaus wird am 20. d. Mts. geschlossen. Am Sonntag ist die Ausstellung zum allgemeinen Besuch unentgeldlich ges öffnet. * * Buzbach Caffel, Kreditverein Caffel, Adg. Vorschuß Eschwege. Die Krachenburg" an der Neuen Bäue wird verschwinden und einem Neubau Plaz machen. Gebrüder Weber- Offenbach, die jeßigen Besizer, haben auf dem Bauamt bereits den Bauplan eingereicht, der große Läden vorsieht. Zur Anschaffung eines Kontrollwagens für die Kanalisation werden Mt. 250 gefordert und auch bewilligt. Die Weißbinderarbeiten für die städtische Kaserne werden auf Vorschlag der Baudeputation dem Weißbindermeister Kohlermann als den Billigsten übertragen.- Die Pflasterung eines Teiles der Hammstraße wird Herrn Pflastermeister Hofmann mit 579,40 Mt. gegeben. - Die Heyligenstädt'sche Dampf- Straßenwalze ist bis zum Herbst für den Kreis beschäftigt; Schlid- Limburg ist bereit, feine Dampf- Straßenwalze der Stadt Gießen pro Stunde mit 4,50 Mt. bei 13 stündiger täglicher Arbeitszeit und bei einer Beschäftigungsdauer von mindestens 10 Tagen zur Verfügung zu stellen. Die Versammlung acceptiert die Offerte. Die Baugesuche der Baugenossenschaft des ev. Arbeitervereins für den Weglarerweg sind zurückgezogen. Gebrüder Weber, die Besizer der Kracheburg haben einen Bauplan eingereicht, sie wollen hier, nach an Stelle des alten Hauses in der Neuen Bäue einen Neubau aufführen und beantragen, ihnen den hinter ihrem Hause parallel mit der Straßenfront hinziehende der Straßenfront hinziehende städtischen Graben zur Ueberbauung zu überlassen. Die Baudeputation schlägt vor, den Antrag vorerst abzulehnen, dagegen eine auf dem Tisch des Hauses offen liegende Baufluchtlinie für die Neue Bäue anzunehmen, wonach dieser Straßenzug vom Neuwegerthor an, also entlang Schulers Garten, der bekanntlich im Besiz der Stadt ist, entlang der Reaz'schen Besitzung und entlang der Kracheburg 2c. verbreitet werden soll. Man will dann das abzutretende Friedberg Fulda Gießen Großalmerode Grünberg Hersfeld. Homberg. Lichtenau Marburg Melsungen Neukirchen Norded Reichelsheim Rotenburg a. F. Schlitz Wächtersbach Weklar Wildungen Die gesamten Mart; das eigene Betriebsfapital 27 18 wurden 1414 992 ihren Bericht gegeben die übrigen Vereine figende dankte den B lehrreich, intereffant verlaufen. Gleichzeiti größte Befriedigung bis auf Reichelshai berhandlung tomme u vertreten sein werde, * Gießener Fußball- Klub 1900. Bei dem am legten Sonntag in Siegen stattgehabten Retourspiel mit der Siegener Mannschaft errang der Gießener Klub nach scharfem, flotten Spiel mit 2: 0 Goal den Sieg. Am nächsten Sonntag findet auf dem Trieb eine Lauf- und Springtonfurrrenz statt, der sich im Schüßenhaus ein Rommers anschließt. * die Teilnehmerzahl bon B suchern gefül Schäftlichen Teil gef und Gesang in ihre Der heutige Ber gang um die Stadt Die Versamm Saalbau( Steins G besucht. Die Begu Sprach heute der S Herr Loos, der u * Besizwechsel. Das Haus Neuenweg 30, dem Herrn Chr. Schulmeyer gehörig, ist für den Preis von 12 500 Mt. in den Besitz des Dachdeckermeisters Carlé übergegangen. * * Ein Schullehrer als Schäfer.( Wahre Be gebenheit.) Bei der letzten Reichstagswahl hatte sich ein Schullehrer so begeistert gefühlt, daß er den im Felde bei seiner Herde Schaafe stationirten Schäfer zur Wahlurne bei einem nahe gelegenen Dorfe bei Homberg an der Ohm heran holte. Der Herr Lehrer, welcher sich bereit erklärte, so lange die Schafe zu hüten, trat sofort sein Amt an und der Schäfer begab sich zum Wahllokal. Zu seinem Bedauern hörte er daselbst, daß er gar nicht in die Wählerliste eingetragen war und vergnügt wanderte er ins Wirtshaus und nahm daselbst einige Schoppen zu sir. Nach 4 Stunden lehrte er dann zu seinem Stellvertreter zurück und bedeutete ihm der Schäfer, daß er seine Funktion ausge zeichnet erfüllt habe und bei weiterem Bedarf er sich wieder an ihn wenden wolle. Bef Wegen Wal Dampfwalze ist d Grünberg, am Großhe 8 Lage gesperrt. Balk- und W Augut Majicnfabritat Werke Abend der Stadt Be auf der weil die ** 41. Berbandstag Hessischer Vorschuk and Kredit Vereine in Gießen. Die Verhandertauschen. fungen nahmen bereits gestern abend 8 Uhr im„ Hotel Großherzog" ihren Anfang. Erschienen waren unter anderen Herr Justizrat Dr. Harnier- Cassel, der auch als Verbandsdirektor den Vorsitz führte, des weiteren der Verbands- Anten haben. tion stellt Direktor der deutschen Genossenschaftsbank in Frankfurt Herr Vorschlag walt Herr Dr. Crüger Charlottenburg sowie auch der verstanden Thorwart- Frankfurt. Nach Eröffnung des Verbandstags r Mar= Die Eigen durch den Verbandsdirektor nahm zunächst der Vorsitzende digen Andes Anssichtsrats der Gewerbebant und Stadtverordnete berftanden Herr Petri das Wort und hieß die Erschienenen namens der Gewerbebant herzl. Willkommen und wünschte, daß der weise Ent. Aufenthalt den Teilnehmern in Gießen ein angenehmer sein Hanau möge. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die VerhandSert hat; er lungen fruchtbringend sein und bleiben mögen und weißt 10 Mart auf die Notwendigkeit hin, daß die Gewerbestände sich mehr und mehr zusammenschließen müssen zu einer MittelstandsOberbürger partet. Redner schloß mit den Worten: Mein Wunsch ist, er ganzen bas ganze Deutschland soll es bleiben. Vivat Germania! lage einer Der Verbandsdirektor dankt für die Begrüßung und hofft Streifen auf einen schönen Verlauf der Verhandlungen. Sodann ag daran wurde zur Ergänzung des Vorstandes geschritten. Zum 2. so wieder Vorsitzenden wurde Herr Stadtverordnete Petri- Gießen, und zum Schriftführer der dritte Vorstandsbeamte der GewerbeStadtv. bank, Herr Moeser- Gießen gewählt. Zu Revisoren für die germeister. Verbandsrechnungen wurde die Herren Stiehl- Friedberg und gnung ein Ritter- Grünberg wiedergewählt. Es erfolgte darauf die d Rüb Berichterstattung der einzelnen Vereine, die mehr oder weniger einer Kritik seitens der Anwesenden unterzogen wurde. Nachstehend geben wir eine Uebersicht der Vereine, deren Mitgliederzahl, Gesammtkassenbestand in Einnahme und Ausgabe und über die Dividenden- Verteilung. so verliere vorüber B er den schlüsse des chbauamtes id, werden eißen. pro Kilo. em späteren Strom ver Stadt wolle Preise wie brauch von attstunde á 50000 Kilo Jahr anKilowattgen werden Staatsge tab für den Bafferwerts en. Erstens rbrauch von genommen, Es müßte atleute, n als 1. Januar Um neue an erst die te Verbillig Bertes nad ie Versamm Anbring = Vereine Alsfeld Bad Nauheim Biedenkopf Bußbach Cassel, Kreditverein Cassel, Alg. Vorschuß.- V. Eschwege Friedberg Fulda Gießen Großalmerode Grünberg Hersfeld. B00pferdigen Norded schon durch der Rod. on der Ver nachträglich tung in der reit ftanben, i 1903. Turmhaut ntag ist die elblich ge Bäue wird 1. Gebrüder f dem Bau Läden vor Bei dem Retourspiel Sieg. Um eßener Alb e Lauf- und Benhaus ei veg 30, ben Preis vo Carlé über ( Wahre Be atte sich ein im Felbe be ir Bahlurm erg an der her fich bereit ort fein Um Bu fetnem bie Wähler r ing Wirts fir. Nach er zurüd und nition ausge er fich wiebe Mitgliederzahl Bestand Cnde 1902 Gesamt- Kassenumsah in Einnahme u. Ausgabe 585 Reingewinn pro Kopf Dividend. 5,018,095 9717 176 413 17,923,559 20,475 506 228 4,014,022 3,862 176 410 1,357,044 10,928 27 7 2845 131,549,349 214,737 75 7 1115 13,398,216 20,487 19 61/2 147 308,014 1,604 11 42 1168 30,655,935 60,060 51 7 848 15,171,949 20,254 24 51/2 1497 30,901,107 49,727 33 612 212 118,875 757 43 954 6,037,825 15,914 175/2 1687 65,058,811 45,837 27 6 369 3,965,697 11,830 32 7 1041 2,728,029 10,129 105 728 49,576,517 39,852 55 7 2,756,453 9,022 21 131 372,506 2,977 119 408,632 2,981 137 Somberg Lichtenau Marburg Melsungen 438 Neufirchen 262 238 Reichelsheim 600 254,168 Rotenburg a. F. Schlitz 1619 5,345,616 91 749 458 3,464,684 352 Wächtersbach Wezlar Wildungen 7,016 12 5 5,670 47 506,414 1,180 13 4 381,776 5,825 85 6,928 156 3,947,472 9,280 266 19054 395,220,765 587,049 Die gesamten Vorschüsse betrugen insgesamt 80 232 885 Mark; das eigene Vermögen 7734 191 Mt.; das fremde Betriebsfapital 27 187 251 mt.; an Zinsen und Provisionen wurden 1414 992 Mt. vereinnahmt. Nachdem 13 Vereine ihren Bericht gegeben, wurde damit abgebrochen, es sollen die übrigen Vereine ihren Bericht heute geben. Der Vorfizende dankte den Berichterstattern und verwies darauf, wie lehrreich, interessant und wissenswert die Verhandlungen verlaufen. Gleichzeitig sprach der Herr Vorsitzende seine größte Befriedigung über den Besuch aus, sämtliche Vereine, bis auf Reichelshain, deren Vertreter wohl zur Hauptverhandlung komme und Eschwege, das in diesem Jahr nicht vertreten sein werde, seien anwesend. Auch von Gießen war die Teilnehmerzahl sehr groß, der Saal war vollständig von B suchern gefüllt. Nachdem der Vorsitzende den geschäftlichen Teil geschlossen, trat die Fidelitas bei Musit und Gesang in ihre Rechte. Der heutige Verhandlungstag wurde mit einem Spaziergang um die Stadt eingeleitet. Die Versammlung am heutigen Tage im Neuen Saalbau( Steins Garten) war wiederum ausgezeichnet besucht. Die Begrüßungsworte an die Versammelten sprach heute der Direktor der hiesigen Gewerbebank Herr Loos, der u. A. Folgendes sagte: Bekanntmachung. Wegen Walzen des alten Steinweges mit der Dampfwalze ist der Fuhrwerksverkehr auf demselben 8 Tage gesperrt. Grünberg, am 9. Juli 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Balk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, August Gabriel jr., Gießen. Massenfabrikation. Werke Abendstern. " Meine Herren! Die Bestrebungen und die Biele der Genossenschaften sind uns alle bekannt, den wirtschaftlich Schwächeren beizustehen und denselben durch gemeinsames Busammengehen zu helfen; die Einzelkräfte in unserem wirtschaftlichen Organismus zu sammeln und zu wirtschaftliche Gesammtkräfte zu verbinden, um auf diese Weise die geistige, sittliche und materielle Hebung der Wohlfahrt unseres Voltes anzustreben. Das Genossenschaftswesen hat betanntlich unter sehr schwierigen Umständen aller Art mit tanntlich unter sehr schwierigen Umständen aller Art mit ganz kleinen Anfängen begonnen, aber Sie sehen, m H., was ist enormes erreicht worden in der verhältnismäßig furzen Zeit des Bestehens der Genossenschaften, Sie sehen was erreicht werden fann, welche enorme Ausdehnung das Genossenschaftswesen in unserem wirtschaftlichen Leben genommen hat. In der Landwirtschaft, in Handel, Industrie, Handwerk und im allgemeinen Verkehrsleben, überall finden Sie die Genossenschaft. Die Genossenschaft ist der Friede', hat unser Altmeister Schulze einst auf dem Genossenschaftstag in München gesagt; schauen Sie sich in unserem großen deutschen Vaterlande, in der Provinz, im Kreis und in der Gemeinde um, überall sehen Sie wie durch das Genossenschaftswesen Bieles und Großes erreicht worden ist. Alle unsere Bestrebungen und Mühen sind der Gesammtheit geweiht; die Liebe zum Vaterlande ist die Triebfeder aller genossenschaftlichen Tätigfeit; das Glück und das Heil des Volkes ist das Ziel und das Streben gewesen, das unserem Meister Schulze, seinen Schülern und Freunden vor Augen geschwebt hat und das muß und soll auch leiten jetzt und für alle Zukunft. In diesem Geifte und in diesem Sinne lassen Sie uns die Arbeiten des 41. Verbandstages der hessischen Vorschuß- und Kreditvereine beginnen." - Herr Verbandsdirektor, Justizrat Dr. Harnier. erstattete hierauf den Bericht über die Geschäftsergebnisse für das Jahr 1902 Redner verweist auf den den Mitgliedern zugegangenen Bericht und beschränkt sich auf einige allgemeine Gesichtspunkte. Redner greift vor allem den Verbandstag in Kreuznach heraus, den man als ein Merkstein auf dem allgemeinen Genossenschaftsgebiet bezeichnen fönne, da er eine rühmliche Scheidung zwischen den politischen und unpolitischen Genossenschafts- Vereinen gebracht habe. Der Verband der Vorschuß und Kreditvereine sei parteilos und wolle diesen Charakter wahren. Es sei erfreulich, daß diese Scheidung sich vollzogen habe, wenn auch 97 Konsum Vereine in Kreuznach gestrichen sein, so sei darin doch ein Vorteil im Interesse des allgemeinen Verbandes zu erblicken. Was nun speziell die hessischen Vorschußund Kreditvereine betreffen, so sei da eine Veränderung nicht zu verzeichnen, es seien keine neuen Vereine hinzuget eten, aber auch keine eingegangen. Redner empfahl dahin zu streben, die segensreichen Wirkungen der Vorschuß- und Kredit- Vereine einer größeren Anzahl Octen in Kurhessen zugänglich zu machen, da ein Bedürfnis in den meisten Fällen vorhanden sei. Redner warnt davor, wenn nicht die Vermögensverhältnisse ganz günstig seien, von der unbeschränkten Haftung zur beschränkten Haftung überzugehen. Die Revisionen seien bon größter Wichtigkeit für den Verband und gehören mit zu seinem Hauptzweck. Die Revisionen des VerbandsRevisors geben zu einer längeren E.örterung Veranlassung. Der Bericht des Verbandsrevisors über die von ihm vorgenommenen Revisionen fällt aus; der Herr Vorsitzende gab mit wenigen Worten bekannt, daß die größere Anzahl Verleber Spar eine in diesem Jahre revidiert würden. fassen und Genossenschaften hielt Herr Dr. Crüger ein längeres Referat, in dem er auf die Konkurrenz zu sprechen fam, die den Kreditgenossenschaften von dem Sparkassenverband vorgeworfen werde. Auch der Verbandsvorsitzende nahm zu diesem Gegenstand das Wort. Der nächste Punkt der Tagesordnung: Wittwen- u. Waisenpensionskasse, hatte die ganze Aufmerkſamkeit der Anwesenden für sich. Referent war wiederum Herr Dr. Crüger.- Ueber Verpfändung der Lebensversicherung sprach Herr Dr. Harnier. Eine Lebensversicherungs- Police sei nicht die Trägerin einer Forderung, sondern ein Stück Papier, daß nicht ein Gegenstand des Faustpfands ſei. Die Forderung der Police müsse abgetreten werden, um ihr Wert zu geben. Es seien da die Bestimmungen der Police selbst zu beachten. Die Police an sich, sei kein Wertpapier. Der Direktor der deutschen Genossenschaftsbant, Herr Thorwart Frankfurt, gab ein Referat über die Behandlung der Giro- Verbindlichkeiten im Geschäftsbericht. Leider können wir die allgemein als besonders gut bezeichneten Ausführungen des Redners, nicht berücksichtigen, da sie zu ausführlich und ausgedehnt für uns find. Auf Antrag soll dieses Referat im Geschäftsbericht Plaz finden. Durch Beschluß wird den Vereinen zur Pflicht gemacht, ihren Giro- Verkehr im Geschäftsbericht zu behandeln. Nach viertelstündiger Pause wurde in der Tagesordnung fortgefahren. Zunächst gedachte der Herr Vorsitzende der Verstorbenen des letzten Jahres. Die Fortsetzung der Tagesordnung bildeten die Berichte der Vereine. Der Punkt: Vervollkommnung des Geschäftsverkehrs wird immer nebst Kabinet mit oder 3 Töbel, pr. fofort zu vermieten. M - Gieken Bahnhofstraße 15. öbl. Zimmer und Schlafstelle ist zu vermieten. Näh. Lindenplatz Nr. 4. ( auberes möbl. 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Redner bezeichnet es als keinen Vorteil für den Schuldner, wenn Zinsrückstände vorhanden sind und empfiehlt Vorschußwechsel.- Die Revisoren der Verbandsrechnungen haben nichts gegen die Rechnung einzuwenden. Die Wahl des Verbands- Direktors, wie auch die Wahl des Stellvertreters ging durch Zuruf flott von statten. Herr Justizrat Dr. Harnier- Kassel, der bisherige Direktor, wurde unter Beifall wiedergewählt, ebenfalls wurde der bisherige Stellvertreter Herr Klein- Melsungen wiedergewählt. Vertreter zum Genossenschaftstag in Danzig entsenden nach Wahl, die Vereine Grosalmerode, Grünberg und Neukirchen; jedem Verein werden 150 Mk. zu dieſem Zweck überwiesen. Als Ort des nächsten Verbandstages wurde Hersfeld gewählt. Der Vorsitzende schloß die Tagung mit einem ,, auf Wiedersehen beim Festessen". " ▷ Allendorf a. d. Lda. Am Donnerstag wurde das Jahresmissionsfest abgehalten. Die Herren Stadtpfarrer Seriba- Erbach und Dekan Weber- Langgöns hielten die Feſtreden. § Müde, 7. Juli. Die ihrer Vollendung entgegengehende Bahnlinie von hier nach Laubach wurde am leßten Samstag zum erstenmale bis zur hiesigen Station mit einer Lokomotive befahren. Der neuerbaute eiserne Hochsteg, der dem Verkehr der Merlauer Straße mit dem hiesigen Bahnhofe dienen soll, ist bereits dem Publikum übergeben worden. Marburg, 9. Juli. Bum heutigen Schweinemarkt waren aufgetrieben 1080 Stück. Der Handel war anfangs gering, belebte sich aber bei billigen Preisen. Es wurden bezahlt für das Paar 4-5 Wochen alte Ferkeln 12 Mt., 8 Wochen alte 25 Mart, 11 Wochen alte 30 Mt., 4 Monate alte Läufer 70 Mt., 5 Monate alte 85 Mt. Gefordert wurden für das Stück 6 bezw. 7 Monat alte Schweine 40 und 45 Mt. * Kirchhain. Im hiesigen Bahnhofhotel fand dieser Tage eine öffentliche Versammlung statt, in welcher die vershiedenen Bahnprojekte und die Stellung der Stadt Kirchhain dazu eingehend besprochen wurden. Es wurde allseitig anerkannt, daß die direkte Verbindung von Frankenberg und Kirchhain nach Alsfeld angestrebt werden müsse, da nur für diese Strecke Aussicht als Nebenbahn vorhanden sei. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 5. nach Trinitatis, Sonntag den 12. Juli. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthä sgemeinde. Bo.mittags 9.30 Uhr Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Professor D. Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lucasgemeinde. Pfarrassistent Vogt. Nächstfolgenden Sonntag, den 19. Juli, wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte erhoben für die evang. Gemeinde Viernheim. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. Juli. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 12. Juni.( 6. Sonntag nach Pfingsten.) Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. " " um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. " um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 11. Juli 1903. Freitag Abend 8 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6 Uhr. Abends 8 Uhr. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 12. Juli, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 15. Juli, abends 8 Uhr: Bibelstunde. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. tote 25 Ratten! 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Durch eingehende Vorbereitung seitens des Vereins und der Gemeinde, sowie durch reelle gute Bedienung, welche unser Festwirt, Karl Böß- Grünberg sich angelegen sein lassen wird, suchen wir unseren Kameraden und Festgästen einen schönen Festtag zu bereiten. Für gute Musit, Speisen und Getränke Unter höft. Bezugnahme auf das nachstehende Programm beehren wir uns, die wird bestens gesorgt sein. Kameraden des Bezirks und der Nachbarvereine, sowie die gesamte Bevölkerung von Nah und Fern zur Teilnahme an diesem Feste kameradschaftlichst und freundlichst einzuladen. Programm. Samstag, den 11. Juli: Der Vorstand. Abends 9 Uhr: Zapfenstreich. Festkommers auf dem Festplatz. Morgens 6 Uhr: Weckruf. Sonntag, den 12. Juli: " 91 Uhr Festgottesdienst. " 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Vereine. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges. " 1½ Uhr: Zug durch den Festort. Auf dem Festplatz angekommen: Begrüßungsansprache, Gesang, Festrede, Weihe der Fahne, Ueberreichung der Fahne, Gesang, Konzert, Tanzmusik und Volksbelustigung. Abends 91% Uhr: Feuerwerk. Montag, den 13. Juli: Morgens 7 Uhr: Weckruf. 10 Uhr ab: Frühschoppen und Konzert auf dem Festplay. Mittags: Zug durch den Ort. Auf dem Festplatz: Tanz, Jugendspiele und Volksbelustigungen. NB. Für eine gute Restauration werde ich besorgt sein. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. 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